Nr.l« trlcfiehti «aNch VuSnaßm» bei GonnkaqL Dte „0ltfienet Somtttenbiatter* »erber dem ,finjetflerJ etermai wöchentlich betgelegt. bal „Kretsblatl K» U» Kreis Sietzen- «wem,al wöchentlich. Dl» ^LanbwtrtjchaNlichev Seit- fragen* «Schemen monatlich »roeimaL IGO. Donnerstag, 20 Iannar 1910 yjfotton8>ru<$ en» Bertag bei 6r 0 Untoetfuät# • ®nd>» enb StetnbrudeteL 8L Beuge, ©icfeen. Rehaftton, 6rrebthon unb Druckerei: Schul» strotze ?. Expedition und 'Bcrlag. e^# ÖL Redaktioiu^^K 112. ZeL-3lbu‘ 91n8etger(ßte6au Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gderheffen Deutscher Reichstag. 20. Sitzung, Mittwoch, den 19. Januar 1910. Am Tische des Bundesrats v. Schön, Delbrück. Vizepräsident Dr. Spahn eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Min. Der Handelsvertrag mit dem Freistaate Bolivien. Abg. Südckum (Soz.) weist auf die Gefahr hin, die der deutschen Industrie durch zollpolitische Maßnahmen Frankreichs drohe. Staatssekretär v. Schon: Die Reichsverwaltung hat der gesetzgeberischen Tätigkeit in Frankreich, die auf eine wesentliche Erhöhung der Einfuhrzölle hinauSgeht, von Anfang an eine sorgsame Beachtung gewidmet. Sie hat auch nicht verfehlt, die Aufmerksamkeit der französischen Regierung in geeigneter Weise auf die Nachteile zu richten, welche die in Frankreich zur Erörterung stehenden zollpolitrschen Maßnahmen, wenn sie zur Einführung gelangen sollten, für die Entwickelung der handelspolitischen Beziehungen zwischen uns und Frankreich haben würden. Welchen Erfolg unsere Schritte haben werden, läßt sich zurzeit mit Sicher- heit noch nicht sagen. Es ist selbstverständlich, daß die Regierung bestrebt bleibt, alles zu tun, was in ihren Kräften steht, alles was geschehen kann, um unsere Handelsinteressen nicht schädigen zu lassen, wenigstens nicht in einem Maße, wodurch unsere Handelsbeziehungen wesentlich beeinträchtigt würden. Der Freundschafts- und Handelsvertrag wird dann ohne weitere Aussprache in erster und zweiter Lesung angenommen. Die Anwendung beö Reichsvereinsgesetzes. Die Interpellation D r. Ablaß (fiib. Fraktionsgemeinschaft) über bie Anwendung des Reichsvcrcinsgejetzcs lautet: Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß die Anwendung deS Reichs-Bereinsgesetzes seitens einzelner Landesbehörden noch immer gegen das Gesetz (§§ 1, 7, 12) verstößt? Was gedenkt er zu tun, um einen folgen Mißbrauch des Vereinsgesetzes zu verhindern? Was gedenkt der Herr Reichskanzler ferner zu tun, um zu verhindern, daß trotz der Erklärung, die der Staatssekretär des Innern während der Beratung deS Bereinsgesetzes abgegeben hat, nach wie vor Beamte lediglich auS der Tatsache, daß Gastwirte ihre Räume zu politischen Versammlungen hergeaeben haben, den Grund entnehmen, diesen Gastwirten die Erlaubnis zur Abhaltung von Lustbarkeiten zu beschränken oder zu entziehen, oder sie von der Hergabe ihrer Lokale durch Bedrohung mit derartigen Schädigungen abzuhalten unternehmen? Staatssekretär Delbrück erklärt sich zur sofortigen Beantwortung der Interpellation bereit. Abg. Dr. Müller-Meiningen (Lib. Fraktionsgemeinschaft) begründet die Interpellation Der Reichstag hat das Rocht, die Ausführungsbestimmungen nicht nur auf ihre materielle Rechtmäßigkeit, sondern auch auf ihre politische Zweckmäßigkeit hin zu prüfen. Er hat auch das Recht der Kritik gegenüber Mängeln der Ausführung durch die Landesbehörden. Ferner steht ihm auch das Recht zu, an rechtskräftigen Urteilen Kritik zu üben, wenn die Rechtsprechung systematisch und prinzipiell in falsche Wege geleitet zu fein scheint. Kaum je ist der Name eines Reichsgesetzes in so enge Verbindung gebracht mit dem Namen eine» Staatsmanns, wie das Vereinsgesetz mit dem Namen des gegenwärtigen Reichskanzlers. Er hat sein Wort bei verschiedenen Gelegenheiten für eine liberale und loyale Handhabung dieses Gesetzes verpfändet. Da hätte man erwarten sollen, daß er wenigstens dieses e-ne Mal mit seiner auffallenden Parlaments- schcue gebrochen (Sehr gut!) und es der Mühe wert gehalten hätte, hier im Reichstage zu erscheinen. Gerade weil wir wissen, daß er in dieser Frage loyal denkt, daß er kein verknöcherter Bureaukrat ist, hätten wir gewünscht, daß er seine ganze Autorität eingesetzt hätte. Allmählich ist die Schonzeit für eine verständnislose Bureaukratie vorbei. (Sehr gut 1 links.) Bezeichnend ist, daß gerade aus den Staaten, deren Vertreter hier damals so scharfe Reden gegen das „reaktionäre" Vereinsgesetz gehalten haben, auch nicht die geringsten Klagen kommen. Dos beweist, daß das Gesetz, das wir 1908 gemacht haben, ein gutes ist und daß wir uns seiner nicht zu schämen brauchen. Nur rn Preußen und Sachsen will die Einsicht nicht wachsen. (Heiterkeit.) Die preußische und die sächsische Bureaukratie hangt mit einer gewissen Zärtlichkeit an ihren reaktionären Traditionen. Der Redner trägt ein großes Material von „Fällen" vor. 11. a. wurde in einer sozialdemokratischen Versammlung in Halle ein Redakteur, als er zu reden begann, verhaftet, um ihn vor „einem Verstoß gegen das Vereinsgesetz" zu bewahren. (Hört, hört!) Wir haben im Veicinsgeseh ausdrücklich das Präven- tiv-Verbot beseitigt. Was nützt der Jnstanzenzug, wenn es sich um Veranstaltung von Versammlungen Handelti Da kommt die Beschwerde zu spät, da muß der Reichskanzler von oben eingreifen. Ern unzweifelhafter Verstoß ist auch die Auflösung von Beamtenvereinen. Und was ist das Vorgehen der elsässischen Bischöfe anders als der Versuch der Beschränkung des Vereinsrechtes der Lehrer? Wir stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß das neue Reichsvereinsgesetz einen großen politischen Fortschritt bedeutet, um so mehr sind wir verpflichtet, über seine loyale Ausführung zu wachen. Staatssekretär Dr. Delbrück: Die Reichsregierung hat, seitdem diese Angelegenheit hier zum letzten Male besprochen wurde, nicht unterlassen, ihr Augenmerk auh weiterhin auf die Ausführung des Vereinsgcsches zu richten. Sie hat mit den beteiligten Bundesstaaten Fühlung ge- nommen und im allgemeinen die strittigen Fälle einer befriedigenden Lösung zugeführt. Wie mein Vorgänger schöpfe auch ich daraus die Ueberzeugung, daß die Bundesregierungen ehrlich bemüht sind, diese Gesetze so auszuführen, wie es vom Gesetzgeber gemeint war. Daß das nicht immer leicht ist, ergibt sich zchou aus dem Zwiegespräch, das ja eben erst zwischen Vatern dieses Gesetzes in diesem Hause geführt wurde. (Heiter- leit.) Ich habe manchen Paragraphen des Gesetzes mehr als zweimal lesen müssen, ehe mir klar geworden ist, wie er vi verstehen ist. Ich kann nicht auf die hier vorgebrachten Fälle eiu- gehen, da ich sie vielleicht heute erst vernommen habe und sie der Hauptsache nach aus Zeitungen zu stammen scheinen, deren Richtigkeit ich nicht nachprüfen kann. Eine weitere Beschränkung legen mir die etwas schwierigen Kompetenz-Verhält- nisse des Reiches und der Bundes st aatcn auf. Das Reich hat nicht die Ausführung der Gesetze, sondern diese obliegt den Bundesstaaten. Verstöße sind nicht zurückzufuhren auf den Geist, in dem die Zentralbehörden das Gesetz ausführen, sondern auf das Verhalten der Lokalbehörden. Wenn Sie bte beiden Erlasse sich ansehen, die der preußische Minister des Innern über die Handhabung des Gesetzes herausgegeben hat, so werden Sie sicher die Ueberzeugung gewinnen, daß an dieser Stelle das ehrliche Bestreben besteht, das Gesetz so auszuführen, wie es gedacyt ift. Die Rechtsprechung der Gerichte ist lediglich dem Gesetz unterworfen, und wenn man mit ihren Entscheidungen nicht zufrieden ist, ist man in der Lage, die Rechtsmittel einzulegen. Der Staatssekretär verliest sodann einen Erlaß de 8 M i - nisterS deSJnnern, wonach unter Bezugnahme auf die Erklärung des Staatssekretärs des Innern in der Reichstagskommission über das Vereinsgesetz betont und die Erwartung auSge. sprachen wird, daß aus Pnlch der Hergabe von Sälen für politische Versammlungen usw. keine gewerblichen Jlacbteile angedroht werden sollen, wie in Sachen der Polizeistunde usw. 3ie, oll ich bei dieser Sachlage Anlaß nehmen, mich mit dem Münster des Innern ind Einvernehmen ’,u setzen? Wird im ß'nzelfrll gegen die bargelegten Grundsätze verstoßen, so mögen die Beteiligten den Beschwerdeweg ergreifen, ich glaube nicht, daß der Minister berechtigte Beschwerden im Gegensatz zu seinen ausdrücklichen Anweisungen zurückweisen wird. DaS ist in Preußen nicht Mode. (Lachen und Zurufe links.) Ich bitte Herrn Muller-Meiningen mir zu sagen, ob der preußische Minister des Innern bei ihm etwa sich Rat erholen soll, mit welchen Zwangsmitteln er seinen Anordnungen Nachdruck verschaffen will. (Heiterkeit rechts.) In das Beamtenrecht greift das VereinSgeseh nicht ein. Auch die Beschränkung deS Vereinsrechts durch kirchliche Obere kann nicht aus diesem Gesichtspunkte behandelt werben. ES hanbelt sich da um die Frage, ob bie kirchlichen Oberen in her Sage sinb, ben Angehörigen ihrer Kirche gewisse Beschränkungen in der Anwenbung ihres Vereinsrechtes aufzuerlegen. Es kann sich ferner um bie Frage handeln, inwieweit die Befugnisse ber geistlichen Oberen ihrerseits einschneiben in bie Hoheitsrechte bes Staates, beispielsweise in bem Schulgesetze: aber auch biefe Frage ist nicht zu erörtern auf Grunb beS Vereinsgefetzes, fonbern beS Kirchen- unb Schulrechts. Ich werbe baS ganze Material beS Herrn Dr. Müller zur Aufklärung unb evtl Remedur den zuständigen Bundesregierungen übergeben. Ich habe die feste Ueberzeugung, baß bie Zentralbehörden ber Dund'sstaaten eine Losung finden werben, bie dem Klassenbewußtsein unb ber Würbe eines großen unb gut regierten Staates entspricht. (Beifall rechts.) Ich kann all bie, denen wirklich unb. ehrlich baran liegt, baß bieses Gesetz burch Verwaltung unb Gericht sinngemäß unb entsprechend» angetoenbet wirb, bringen!» bitten, vor allem dafür zu sorgen, daß Beschwerden auf dem vorgeschriebenen Instanzenwege hergebracht werben. Nur auf diese Weise werden wir dahin kommen, daß die Grundlagen zweifelsfrei feftg legt werben, nach denen, wie wir alle hier int Haufe einig find, dieses Gesetz angetoenbet werden soll. (Beifall rechts.) Sächsischer Bevollmächtigter Dr. HeUbouer: Es ist unrichtig, wenn behauptet wird, baß bas VereinSgefetz in Sachsen völlig ignoriert werde. Auf die ber Dr. Müller vorgebrachten Einzelfälle kann ich nicht eingehen, da sie mir unbekannt sind. Es scheint mir aber, als ob es sich um polizeiliche Maßnahmen handelt, die sich nicht auf das Vereinsgeseh stützen. Man sollte einzelne Fälle nicht verallgemeinern. Ich glaube nicht, daß es angebracht ist, derartige Einzelheiten, wo es sich um Maßnahmen von Unterbehörden handelt, vor das Forum des Reichstags zu Bringen. (Widerspruch links.) Was das Haus interessiert, ist nur die Frage, ob die einzelnen Bundesregierungen den Willen gezeigt haben, das neue Gesetz in dem liberalen Sinne zu handhaben, den ihm der Gesetzgeber gegeben hat. (Hört, hort!) Nach dieser Richtung hin hat die sächsische Regierung alsbald nach dem Erscheinen des Gesetzes eine sogenannte interne Instruktion an die Unterbehörden herausgegeben, in ber als Grunbsatz aufgestellt würbe, es möchte keinesfalls burch einzelne Polizeiverwaltungen ober sonstige Maßnahmen bie liberale Tenbenz b e § Gesetzes beeinträchtigt werben. (Hört, hört!) Auch sonst hat bie sächsische Regierung bie Polizeibehörden bei jeder Gelegenheit angewiesen, von der sogenannten Nadelstich-Politik sich fernzuhalten. Wir haben mit aller Energie versucht, das Gesetz so durchzuführen, wie es dem Sinne des Gesetzgebers entspricht Ich verwahre mich entschieden dagegen, baß man uns ben Vorwurf macht, baß wir eine verknöcherte, re'ktionäre unb bureaukratische Hanbhabung beS Gesetzes veranlaßt haben. (Beifall.) Auf Antrag bes Abg. Dr. Struve (Fr. Vg.) wirb bie B e - sprechung beschlossen. Abg. Dr. Hicber (Natl.): Wir nehmen bie Erklärung beS Staatssekretärs mit B e - friebigung entgegen, baß ba5 Gesetz im Sinne bes Gesetzgebers ausgesuhrt werben soll. Wir entnehmen seinen Worten ben r e b 11 d) e n Willen, daß bas Gesetz tatsächlich in bem liberalen Geiste burchgeführt werben soll, in b'm es geschaffen worben ist. Wenn ber sächsische Bevollmächtigte für feine Regierung ausbrücklich eine liberale Handhabung in Anspruch nahm unb bas Wort liberal besvnbers betonte, so entnehmen wir baraus gern, baß nun für bie sächsische Negierung enblich bie Frage: Was ist liberal? ihre Beantwortung gefunden hat. (Heiterkeit.) Der Staatssekretär hat barin recht, baß bie einzelnen Mißgriffe in ber Hauptsache ben untergeorbneten Behörden zur Last fallen. Das Gesetz bebeutet Bruch mit vielen tingetour gelten Gebräuchen So ein Gesetz kann nicht von heute auf morgen in bie Praxis übergeführt werben. Nach Artikel 1 unb 4 der Verfassung hat b^r IRridjeiag auch bas Recht ber Beaufsichtigung bes Bereinswesens. Dieses Recht kann er nur an b-r Hand» ber Besprechung von Einzelfällen wahren. Der jetzige Reichskanzler hat aber seinerzeit ausbrücklich barauf.hin- gewiesen, baß ja ber Reichstag allsährl.ch bas Recht habe, solche Beschwerben hier zu behanbeln. Wir wünschen brinpenb, baß auf eine einheitliche Gesetzgebung au di eine einheitliche A u 8- f ü h r u n g folgt. Der Rebner führt Besd'werb-' über baB Verhalten e nes Amtsvorstehers im Kreise Heybekrug in Ostpreußen. Arn 30. Oktober hatte boit ber Abg. Schwabach eine Versamm- lung abgehalten. Als seine Rebe ins Littauische übersetzt werben sollte, verbot bas ber Amtsvorsteher, obgleich er sofort auf sein ungesetzlich.s Verhalten aufmerksam gemacht würbe. Auf eine telegraphische Besd'werbe an ben Minister kam nur ein formeller Vorbescheid», eine enbgültige Antwort ist bis beute noch nicht eingelaufen. (Hört, hört! linkö.) Dabei hat ber jetzige Reichskanzler, befitn Name mit bem Gesetz eng verknüpft ist, seinerzeit besonbers barauf hingewiesen, baß bie Sitten unb Gebräuche ber lohalcn nicht Deutsch sprechenben Bevölkerungskreise, wie bei Littauer, Wcnben, Masuren, Kassuben usw. gewahrt werben zollen. Auch ber Minister bes Innern hat in einer Verfügung ausbrücklich bestimmt, baß in ben Regierungsbezirken Königsberg unb Gumbinnen ber Mitgebrauch ber littauischen Sprache gestattet ist. (Hört, hört! links.) Der Vorfall ist um so bebauerlicher, ba es sich hier um einen burch unb burch vater- lanbstreuen Bevölkerungsteil hanbelt. Die nahonallibcrale Fraktion bes Abgeorbnetenhauses wirb bort einen Antrag einbringen, wonach bas Recht bes Mitgebrauchs ber littauischen Sprache in biesen Gegenben gesetzlich fixiert werben soll. Bei uns im Süben hat man kein Verstänbnis bafür, baß burch Polizeimaßregeln der liberale Geist des Vereinsgesetzes ausgeschaltet wird. Das Sch Waben voll hat von dem neuen Gesetz gar nichts bemerkt und ist burdjauS zufrieben; der gemeine Mann weih gar nicht, daß d i e bisherige humane Hebung in Württemberg jetzt Gesetz geworden ist. Ich glaube, daß die oberen Behörden dem Geist und Wortlaut des Gesetzes eher Geltung verschaffen als die unteren, und deshalb sollten alle, bie sich beschwert fühlen, ben Instanzenweg tatsächlich bis zu (5mbe gehen. Wir haben zum jetzigen Staatssekretär bas Vertrauen, baß er im Sinne seines Amtsvorgängers bas Gesetz nicht kleinlich unb vexatorisch wirb ausführen lassen. Eine Politik ber Nadelstiche verurteilen wir, sie würde nur der Sozialdemokratie zugute kommen. , Wir sind nach wie vor überzeugt, daß mit dem Vereinsgesetz eine fortschrittliche und freiheitliche Gesetzgebung geschafsen worden ist unb bgß bie noch vorhandenen Beschwerden immer mehr verschwinden werden. Der Abg. Grober hat im württembergischen Landtag eine Rede über das Vereinsgesetz gehalten, bie vom Zentrums standpunkt aus ganz vorzüglich war. Tarin wird u. a. gesagt daß das Vereinsgesetz solange bestehen möge, bis eine verständige Mehrheit im Reichstage das Rückschrittliche und Rückständige daraus ausmerzen wirb. Nun, Herr Gröber, biefe „verstänbige" Mehrheit ist ja jetzt vorhanben. (tSürniische Heiterkeit); änbern Sie doch bas Gesetz in fortschrittlichem Sinne ab. (Lebhafter Beifall links.) Abg. Gans Edler zu Putlltz (Kons.): Auch wir wollen eine richtige Anwendung des LereinsgesetzeS, unb wir würben gegen eine Interpellation nichts haben, wenn es sich nicht, wie hier, um reine Lappalien Ban beite. Die Regierungen haben ihre Pflicht getan. Wir haben im vergangenen Jahre tret Tage an biefer Sache gesessen. 100 Stenogrammseiten geredet und nichts steht darin. Damit schädigen wir bas Ansehen bes R e i ch s t a g s. Die „unverstänbige, bie bumme und verknöcherte Bureaukratie" hat einen großen Teil bes Fortschrittes bes letzten Jahrhunberts bei uns zustanbe gebracht._ Wenn sie auch ihre Schwächen hat, fo will ich sie boch nicht schmähen lassen, wie es hier geschehen ist. (Beifall recht?.) Abg. Brey (Soz.): Aus all ben schonen Versprechungen kann nichts werben, wen« wir bem Gesetz nicht bie Giftzähne auSbrechen. Wenn Deutschland mit bem Sprachenparagraphen sich vor ber ganzen Welt blamiert, so berbanlt cs bas bem Block unter Führung bes Dr. Müller, ber sich setzt über diesen Paragraphen bitter beklagt. Der Liberalismus sollte mit unserer Hilfe, mit ber bes Zentrums unb ber Polen alle Ungerechtigkeiten un* Unklarheiten aus bem Gesetze ausmerzen. Sonst werben bie Klagen nicht aufhören. Abg. Gröber (Zentr.) Die Klagen bezogen sich alle auf Norbbeutschlanb. Bei unS im Süben liegt ei i Anlaß bazii nicht vor. Man kümmert sich einfach um bas Gesetz nicht, soweit es keine Verschlechterung gegen bie bisherigen Zustanbe bringt. Die Bischöfe müssen sich auch um bie Versammlungen ber Lehrer kümmern. (Wiberspruch.) Sie haben bas Recht, bie Angehörigen bes katholischen Glaubens vor Vereinen zu warnen, bie gegen ben kirchlichen Geist gerichtet sinb. Paßt bas ben Lehrern nicht, so können sie aus ber Kirche austreten. Der Rebner führt Beschwerbe barüber, baß man auf dem Breslauer Katholikentage, an besten Loyalität kein Zweifel bestehe, bie Anwenbung ber polnischen Sprache verboten habe., Wir wollen alljährlich eine Abrechnung über bie An- toenbr.ng bes Gesetzes hier abhalten. Damit greifen wir in die Rechte ber Einzelheiten nicht ein. Abg. Stychcl (Pole): Von uns verlangt man, baß wir bie Gesetze achten. Die Beamten selbst aber kümmern sich um bas VercinSgesetz nicht. Der Rebner bringt polnische Klagen vor. (Vizepräsibent Dr. Spahn ruft ihn wicberholt zur Sache.) Abg. Hansen (Däne) führt Klage über Veamtenmatzregelungen unb Versammlungsverbote im Kreise Flensburg. Tic Sanbräte machen sich ber schlimmsten Saalabtreibungen schulbig. Sogar Hochzeiten werben polizeilich überwacht. D'e Regierungspräsibenten werben burd) irreführenbe unb böswillige Berichte ber unteren Behörben getäuscht. Abg. Dr. Mugdan (Lib. Fraktionsgem.): Die Mihstänbe verurteilen auch wir. Herr Groeber sollte nicht immer so tun, als ob in Sübbeutschlanb alles herrlich unb in Preußen alles schlecht sei. (Sehr gut! rechts.) Es wäre eine kolostale Dummheit gewesen, am Sprachenparagraphen ba§ Gesetz scheitern zu lasten, bas in mancher Hinsicht ungeheure Verbesserung gen bringt. Gerade Preußen als Vormacht deS Reiches sollte für die sorgfältigste Ausführung des Gesetzes sorgen. Ich bin kein Freund der Polen, die durchaus nicht harmlos sind, aber ungerecht sollten sie nicht behandelt werden. Säle werden nicht nur von den Konservativen abgejagt. Im württembergischen Oberland sorgt das Zentrum dafür, daß bie Liberalen keine Säle bekommen. Darauf vertagt sich bas HauS. Vizepräsibent Erbprinz zu Hohenlohe: Sie haben Wohl schon aus ber Prestc erfahren, baß bas Par- lamentSgebäube in Konstantinopel abgebrannt ist. Ich bitte um bie Ermächtigung, bem Präsidenten des türkischen Parlaments telegraphisch bas Beileib bes beutschen Reichstags aussprechen zu bürsen. (Beifall.) bezweifelte bie Beschlußunfähigkeit. Ter Vizepräsibent beraumt bie nächste Sitzung auf Tonnerstari 1 Ilhr an: Hanbelsvertrag mit Bolivia, zweite Lesung bes Etats (Justizetat, ReichBeisenbahnamt). Abg. Singer (Soz.) beantragt zur Geschäftsorbnung, ferner noch bie Fortsetzung ber Besprechung ber Interpellation auf bie Tagesorbnung zu sehen. Der Vizepräsibent will abstimmen lassen. Abg. Gröber (Zentr.) bczwefelt bie Beschlußfähigkeit. Das Bureau schließt sich bem Zweifel an. Es bleibt bei ber vorgeschlagenen Tagesorbnung- Schluß IVi Uhr. -R. B. Darmstadt, 19. Jan. Im Finanzausschuß der Zweiten Kammer wurde heute in gemeinsamer Sitzung mit der Regierung der I u st i z h a u s h a l t behantelt. Abg. Dr. Guts lei sch besprach den Antrag Best in seinem Verhältnis zu den Justizbehördcn: er hält es für unmöglich, in der Jusdiz Stellen nur auf den Inhaber zu bcnnlligen. Abg. Ulrich will auch in der Justiz die vakanten Stellen für 1910 nicht end- Die Wahlen in England. London, 20. Jan. Nach den bis jetzt vorliegenden Wahlergebnissen sind gewählt 129 Unionisten, 118 Liberale, 44 Nationalisten und 23 Mitglieder der Arbeiterpartei. Die Unionisten gewannen 57, die Liberalen 9 Sitze, die Arbeiterpartei gewann einen Sitz. Die Unionisten gewannen heute den Sitz in Nottingham-Süd von der Arbeiterpartei, ebenso siegten sie in Nottingham-Ost. m! äviiglk^J dieses Jahr losten an ir iveniger jüi gedellt ist, i " Aä im Tomme an bewässe In den hc izlieder trk der jetzigen schlag mit liäjei jein, nmj uodi L niachen; odc in Waggons - Ter spät! gekommen. ? xJiu pl wurde ein hi hastetund ^hastete tt u'-ntergehung -i Tagen dal besitzt, so bst r. Aus bertenrod gj allgemeinen waleriatien > »usolge ivurl 6obrikate e: unter der su dreien unter! durchbrechen belegt inetbi l'eßen sich do ’n einer öffei ftllet zu fc, In» cbensall- zweier ^chnhmachxx Jli,9 in eine J1.11 bemerll'c Mnifiejuil v ~ ^chl Arend die Sr ßetTD "hllü fein (&h 6°n Haus 2 falliert ui ^Aenen $ ? besten ar ^lendung. feiten w 'Ebenen 'orgt ?? Ar Aide. 7j der t Xj^en bi I?11" !•> f&fi S wehr - Pfo Pfarrer Karl ",Qe an der •• £el Jpr Jak. schule zu2 Ieisenau hc «5 Ertrinke von dem ®i morden. - Zur rnibet am ® im großen C M machen deS Gesellsch ** Zal 24 Januar, Varcell < prüfen. Wer simger, W •<, günn Zn allen du Atnstaritäl i und in den de Ziunncbe. Ö speziell jemh - Aad stiert fommer Saalbau. aufgestellt, d Lallen anrei verspricht ein darauf beda ZchöneS zu l ju gestalten. Theater und nung komnü machen. Das Auswärtige Amt und seine Angreiser. Gegenüber den Angriffen des „Hannoverschen Kuriers" auf das Auswärtige Amt und Staatssekretär Frhr. v. Schoen wegen ihrer Stellungnahme zum Falle Sun- kel, bei dem es sich um Entschädigungsansprüche gegen die englische Regierung aus dem Trans- vaalkrieg handelt, erklärt die „Nordd. Atta. Ztg.": Die englische Regierung habe sich gegenüber bei: Reklamation aus dem britisch-sudafrikanischen Kriege bisher auf den Standpunkt gestellt, daß sie zu keinerlei Entschädigung völkerrechtlich verpflichtet sei. Sie habe nur ans Billigkeitsrücksichten gewisse, von der Kommission festgesetzte Zahlungen geleistet. Sunkel seien 1516 Pfund und einiges bezahlt worden, die er unter Vorbehalt angenommen habe. Die englische Regierung habe bisher die Entscheidungen der Kommissionen als endgültige angesehen und demgemäß die weitere Prüfung der Sunkelschen Ansprüche äb- gelehnt. Das Auswärtige Amt vertrete dagegen den Standpunkt, daß die britische Regierung für die Befriedigung weitergehender Ansprüche a u f z u k o m m e n habe, soweit sie im Völkerrecht ihre Begründung finden: sie betrachtet den Hanptteil der Sunkel- schen Forderungen, nämlich 8463 Pfund und einiges, unter Anrechnung der schon geleisteten Zahlung, als völkerrechtlich vertretbar. In diesem Umfang sei demgemäß die Reklamation nochmals an die großbritannische Regierung gebracht worden, die ihrerseits die Prüfung noch nicht abgeschlossen habe. Die bedauerliche Verzögerung sei auf Umstände zurückzuführen, in die das Auswärtige "Amt nicht entscheidend cingrcifen könnte. hessische Landwirtschastskammer. R.-B. Darmstadt, 19. Jan. deute wurde die Einzelberatung des V o r a n s ch l a g S für 1910 beim Kapitel Forderung d e r P f e r d e z u ch t fortgeführt, wobei für bie Provinz Starkenburg 7120 Mk., für Oberhessen 9900 Mk. und für Rhein- Hessen 4808 Mk. angefordert werden. Fenchel-Griebel macht den Vorschlag, auch in Oberhesseu mehrmals im Jahre Pferdeauklionen zu veranlassen, sieben mehreren anderen. Rednern spricht sich nud) Oberlandstallmeister v Willich gegen diesen Vorschlag aus. Weiter bringt der Redner seine Meinung dahin.zum Ausdruck, das i die jetzige Verteilung der Mittel zur Pferdezucht nicht gerecht fei; ' m Oberhessen fei die Zucht viel bedeutender als in Starkenburg und deshalb sollte auch für Oberlnsisen qiit größerer Betrag bewilligt werden. Oekonomierat Malter-Lengüld führt dagegen aus, daß die Mittel nach der Zahl der Pferde in den irret Provinzen verteilt würden 'Drf.-tumtie-rat Frits ch bemerkt, es würden schon große Tluiwcndungen für die' Fohlenweiden, in Ober > Hessen gemacht und deshalb solle man sich dort mit den letzigenl Aiitteln begnügen. Sckw a r tz-Dilshofen meint, man sollte in Obcrhcsfen nicht die besten ^augwhlen divett von der Stute weg verkaufen, was ein großer Schäden für bie Pferdezucht sei. — Die angesorderten Summen Werben darauf genehmigt. - Ein Antrag des Vorstandes, die Ordnung über das Pfe r de- ft am in b u ch auf weitere, zwei Jahre, bis zur Revision der Satzung der Kammer in Gültigkeit zu lassen,, wird Mtgenvmuten, ebenso ein ähuliäer Antrag über die Grundplane der Geflitgelzncht und der Boden dlltur. Beim Kapitel Schweinezucht schlägt Herr Jost vor, die Vorschriften über die QuaraMätrr bei Viehseuchen zu erleichtern oder weniger streng anzuwenüen, wenn keim Seuche vorhanden sei. . Bon tneltreren anderen Rednern wird gegen diesen Vor, Mag Wider- spruck erhoben^ Eine längere Debatte entfpinnt sich dann beim Kapitel: Obst-, Gemüse- und Weinbau, worauf cm! Eintrag Wal ter-Eibo ch auf Bewilligung von 9000 Mk. zur Bekämpfung der Rebschädlingc angenommen wird. Ente Altzahl Kapitel wird bar auf nach uitivesentlicher Debatto I genehmigt. Beim KapitelPens ivnsfonds beantragt Ei ba ch, i falls die Zweite Kammer nach dem Antrag Kühler-Bähr nicht die 9000 ML für die Rebschädlingsbekänipfung bewilligen sollte, diese Summe aus dem Peniivnsfoitds zu entnehntLN. Bürgermeistri | Schmidt-Oppenheim warnt davor, diesen ueugegründeten Fonds säron wieder zu schmälern. Oberregierungsrat Heinrichs be- | merkt, man könne die Jkotwendigkeit des Pension sronds überhaupt in Zweifel ziehen und regt an, der Fürsorgekasse für Die Gemeindebeamten beizutretan. Der Antrag Eibach wird schließlich angenommen. Zum Schluß toirb noch bei Kapitel: Embühren der Finanzämter, bie hohe Berechnungsgebühr von 8200 Mk. unb ein Antrag Hensel- Dortelweil angenommen, die Regierungl j um Erlaß ober Erniedrigung dieses Betrages zu ersuchen. hem' noch der Rest der Ausgaben und bio (Lwnähmen genehmigt sind, ist der Voranschlag erledigt. Vom RegiernngÄ>ertreter wird nunmehr angeregt, den Käm- mervvrstand zu ermächtigen, im Falle sich mir. der Regierung Differenzen inbetreff des Voranschlags ergeben sollten, event. von den gefaßtenBeschlüssenabmeidjen zu können. Vizepräsident Bähr erhebt hiergegen Widerspruch und bemerkt, daß die Regieruns gar kein Recht habe, in den Etat hineinzureden. Auch Lichten- |ic iuiL a. widersprechen dem Vorschlag des Vertreters der Behörde. Rach der Pause wird der Bericht des Vorstandes bett, die Aenderung der Satzung bet Versicherung von Weide-, Ausstellungs- und Faseltieren beraten. Ter Vorstand beantragt: 1. den § 2 wie folgt zu ändern: „Versichert sind Rinder und Fohlen, welche von einer auf der Landwirtschaftskammer- oder ihren Ausschüssen betriebenen Jungvieh- oder Fohlenweide zum Aufttieb gelangen, gegen die wäluend des Weideganges durch Tod oder Tötung infolge eines Unfalles entstandenen Verlust. 2. hinter § 20 folgenden neuen § einzufügen: § 20 a: Die unterliegende Partei bat die Kosten des schiedsgerichtlichen Verfahrens zu fragen, insbesondere die dem Gegner erwachsenen Kosten zu erstatten, soweit diese nach freiem Ermesien dos Schiedsgerichts zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung oder -Bet- tcidigung itotiDenöi'i waren. Die Kostenfestsetzung erfolgt in dem Urteil ober durst' besonderen Beschluß des Schiedsgerichts. Dasselbe^ kann die Kosten anteilsmäßig verteilen. Die Äenderungs-- anträge werden nach langer Debatte angenommen: Es folgen Neuwahlen zuut Bezirkseisenbahn-- rat. Es werden wiedergewählt Geh. Regierungsrat Haas- Darmstadt, Landtagsabg. Bähr- Rohrbach, Gntsbes. Stauffer- Wochenheim als Vertteter; Oelonomierat Walter- Lengfeld poiitifebe Lagesscharr. Die neue „Fortschrittspartei". Wir lesen in der „Voss. Ztg.": „Fortschrittspartei" soll nach den Wünschen des Zen- ttalausschusses der' Freisinnigen Bolkspartei die neue einheitliche linksliberale Partei heißen. Ter Zenttalausschuß hat bie Abg. Dr. Wiemer und Dr. Müller-Meiningen ersucht, im Vierer- Ausschuß dahin zu wirken, baß für die neue Partei der Name „Fortschrittspartei" anstelle des vorgeschlagenen Namens „Deutsche Freisinnige Volkspartei" gewählt wird. Die Abg. Storz von der Deutschen Volkspartei und Naumann für die Freisinnige Vereinigung haben auf dem Festmahl des Zenttalausschusses am Sonntag nachmittag für ihre Person ihr Einverständnis mit diesem Parteinamen erklärt. Mehrfach wird irrtümlicherweise in der Presse angenommen, daß die neue Partei genau so wie einst die Vorgängerin der deutschen Freisinnigen Partei „Deutsche Fortschrittspartei" heißen soll. Um Mißverständnissen vorzubeugen, muß hervorgehoben werden, daß der Zentralausschuß der Freisinnigen Volkspartei ausdrücklich und absichtlich den Namen „Fortschrittspartei" schlechthin vorschlägt, wohl in der Ueberzeuguttg, daß der Zusatz „deutsch" in heutiger Zeit selbstverständlich und deshalb überflüssig ist. Ter Name „Fortscknittspartei^ ist s. Zt. andr bei der Bildung der Freisinnigen Volkspartei im Jahre 1893 vorgeschlagen worden, nm den Gegensatz gegen die Freisinnige Vereinigung zu kennzeichnen Eugen Richter aber erklärte damals auf dem ersten Parteitag der Freisinnigen Volks- Partei in Berlin, die Vorliebe für den alten Namen „Deutsche Fortschrittspartei" könne nicht allein maßgebend sein. Er hob hervor, daß, während aus Bayern, Baden, Berlin, Brandenburg und einzelnen Gegenden von Rheinland-Westfalen die Rückkehr zu dem alten 9Zamen der „Deutschen Fortschrittspartei" gewünscht würde, dieser 9?ante im Königreich Sachsen, in Hesien und Schlesien auf heftigen Widerstand stoße. Julius Lanzinann frat damals besonders eifrig für den Namen Fortschrittspartei ein, weil die Kraft der Partei auf den alten Fortschrittsleuten beruhe. Schließlich aber wurde der Name „Freisinnige Volkspartei" mit großer Mehrheit beschlossen. Nachdem nunmehr der Zenttalausschuß der Freisinnigen Volkspartei der Verschmelzung der drei linksliberalen Parteien zu einer einheitlichen Partei zugestinunt hat, wird demnächst ter Vierer-Ausschuß erneut in eine Beratung des Programms und des Organisationsftatuts auf Grund der ihm von den zuständigen Organisationen der drei Parteien unterbreiteten Abänderungsvorschläge eintreten. Alsdann würden der Parteitag der Deutschen Volkspartei Ende Februar in Stuttgart, der Parteitag der Freisinnigen Volkspartei am 5. März in Berlin und vermutlich am gleichen Tage der Parteitag der Freisinnigen Vereinigung die im Vierer-Ausschuß endgültig vereinbarten Entwürfe für das Programm und das Organisationsstatut der neuen Partei gutheißen, so daß sich die „Fortschrittspartei" am 6. Marz in Berlin auf einem allgemeinen Parteitag von Delegierten aller drei linksliberalen Parteien konstituieren kann. gültig besetzt wißen. StaatSmnuster Tr. Ewald rote5 dagegen darauf hin, daß es reaktionär wäre, in der Justiz freiwerdenbe Stellen mit Assessoren zu besetzen, die dann nach Belieben der Regierung wieder versetzt werden könnten: dies widerspreche auch der Unabsetzbarkeit der Richter. Abg. M o l t h a n regt an, zn bestimmen, daß frei werdende Stellen nur durch andere, bereits definitiv angestellte Beamte besetzt werden sollen. Staatsminister Tr. Ewald erklärt, daß ja doch Richter nicht versetzt werden dürfen, und daraus ergebe sich die Unmöglichkeit der Durchführung der Forderung Molthans. Abg. Dr. G u t f l c i f ch wünscht gerade ans dem Gebiet der Justiz möglichst wenig tief greifende Veränderungen. Abg. Dr. Osann betont, daß er dem Antrag Ulrich auf Frechaltung aller freiwerdenden Stellen isicht zustimmen könne. Ter Staatsbetrieb ließe in der Hand der Regierung, beschränkt durch das Geldbewsiligungsrecht der Stände. Ter Staatsbetrieb werde da stark gefährdet, wenn im Staate absolut notwendige Stellen nicht besetzt würden. Aber gerade auf die Neuorganisatton der Verwaltung müsse bei Stellentesetzungen stets genaueste Rücksicht genommen inerten. Die jetzt von ter Kammer geplante Neuorganisation werde ja zum Ausdruck gebracht in ter Beschränkung einzelner Aemter auf den Inhaber. Es genüge, wenn man die Negierung ersuche, genaueste Prüfung der Notwendigkeit der Neubesetzung eintreten zu lassen und stets Rücksicht zu nehmen auf die absolut notwendige Vereinfachung ter Staatsverwaltung. Abg. Ulrich beharrt auf seinen Antrag, dem auch der Abg. Dr. Weber widerspricht und erklärt, daß ja die Beschränkung mancher Stellen auf den Inhaber in den einzelnen Ressorts genügend sei. Abg. olthan stimmt dieser Ansicht zu, will aber die freiwertend?. Stellen, wie erwähnt, nur durch definitiv angestellte Beamte besetzt wissen. Tie Anttäge Ulrich und Best werten schließlich von ter Mehrheit des Ausschusses abgelehnt, ebenso Anttag Molthan. Dagegen wird ein Antrag Reinhatt, Brauer, Dr. Gutfleisch, Dr. Osann und Dr. Weber angenommen, welcher lautet: „Der Finanzausschuß ersucht die Regierung, bei freünerbenten Stellen genaue st e Prüfung der Notwendigkeit ter Neubesetzung cintreten zu lassen und bafrei stets Rücksicht zu nehmen auf d ? absolut notroenbige Vereinfachung ter Staatsverwaltung." Bei Besprechung bet einzelnen Kapitel beantragt Dr. Ulrich die Beivilligung eines ter beiden Ministerialräte und zweier Oberlandesgerichtsräte, weiter 8 Landgerichtsräte unb 25 Amtsrichter nur auf den Inhaber. Abg. Dr. G u t f l e i s ch verlangt, daß die Amtsrichter besonders nachmittags auf den Aemtern anzutteffen sein und ihre Arbeiten auf dem Bureau unb nicht in ter Wohnung verrichten sollten. Staatsminister Dr. Ewald erklärt, daß ein solches Verhalten von der Regierung absolut nicht gebilligt werte. Darauf wurden bie Verhandlungen abgebrochen und auf Donnerstag vertagt. Aus dem Suogetausichutz des Reichstags. Das am Dienstag vom Staatssekretär Dernburg vor- getragene Bahnprogramm legte in der Mittags sitzunq Reichsschatzsekretär Wermnth noch einmal, unb am Mittwoch nach der finanziellen Seite, fest. Tas Bestreben ist, die Reichsznschüsse verschwinden (yi lassen einnahinen verbleiben für die Bahnen der Kolonie. Ta^ir werden Anleihen durch ReichsgaDltntie gedockt. Wenn das Reich das tue, so sei.die Voraussetzung, daß über das jetzige Bahnprogramm nicht hinausgegangen jtierbe, ehe neue Mittel da seien. Man dürfe also in allen folgenden Jahren über diesen Rahnre^i nncht hinaus; auch der Reichstag sötte nicht Erweiterungen jetzt schon ins Auge fassen. Nach kurzer weiterer Aussprache, in die auch Staats- sekretär Dernburg noch einmal eingreift, schließt die Erörterung. Die Einnahmen als Zusätzen denen des Etats von 1909 werden mit 4 Millionen 137 442 Mark genehmigt, der Reichdschuß um 872 558 herabgesetzt. Bei den Ausgaben macht der Referent darauf aufmerksam, daß in der Kolonie verschwiegen werde, daß wir immer noch mehr als 16 Millionen für das Militär zahlen, bie zum großen Teil drüben ausgegeben würden. Der Zuschuß zum Betriebe der Südbahn könne höchstens noch 200000 Mark erreichen; in diesem Jahre falle er fort. Beim Hafen Swa- kopmund meint der Referent, daß altes Geld für Swakop- mund-Hafen verloren sei. Staatssekretär Dernburg beantragt, die Einnahmen aus Zöllen um 1,8 Millionen Marl zu erhöhen, ebenso die einmaligen Ausgaben um denselber Betrag, die Anleihe aber um so viel herabzusetzen. Das wird beschlossen. Tie in den Nachtragshaushalt cingefteHten 100 000 Mark zur Entschädigung der im Ausstande treu gebliebenen Eingeborenen bedeuten eine Ehrenpflicht, und diese Ausgabe sei auch praktisch. Der Korreferent meint, man komme etwas spät damit. Ter Staatssekretär gibt dies zu. Auch dieser Pasten wird genehmigt. Zur Verhinderung des Tiebstahls unb Schmuggels von Diamanten sind 800 000 Mi in den Nachtragshaushalt eingestellt. Dieser Posten ivirb um 400 000 Mark erhöht, da nach den neuesten Berichten des Gouverneurs dieser Betrag mindestens erforderlich ist. Tie Bahnbauten Käribib-Windyul unb Nordsüdbahn werden genehmigt. Am Donnerstag soll die Lüderitzbuchier Depesche verhandelt werden. Die ^ramanten- Ganze Arbeit! R.B. Darmstadt, 19. Jan. Nach alletern, wäs bis jetzt über die Gestaltung des neuen Staatshaushalts int Finanzausschuß ter Zweiten Kammer und dessen Verhandlungen mit der Regierung zur Neuordnung ter hessischen Finanzen verlautet, wird man ivohl oder Übel zu der Anschauung kommen müssen: Tas Ting gefällt mir nicht! Tie ganze Ausmackmug des neuen Haushalts und die Mittel, die man rwn verantwortlicher Stelle zur Sanierung des kranken Staats- körpers in Vorschlag gebracht hat, sind nach unserem Dafürhalten iricht die richtigen gewesen. Es kann doch imutöglich als der Weisheit letzte, Schluß betrachtet werden, nach Jahren flottester Finanzwirtschaft und ungehinderter Schuldenanhausung nun plötzlich, nachdem die Mittel erschöpft sind und .die besonderen Ein- nahmeguellen weniger ergiebig fließen, einen Ausgleich im Staatsbudget einfach dadurch 1 duffen zu wollen, daß man nicht nur den ganzen, für die kostspielige Wirtschaft notwendigen Mehrb.nrag! aus den Taschen der Steuerzahler herausholt, die doch bekanntlich in Hessen nachgerade schon hoch genug belastet sind, sondern daß man im Angesicht ter neuen hohen Summen zum Ausgleich des Haushalts auch noch plötzlich eine ganz ungewöhnlich hohe Schuldentilgung verlangt. Da muß man doch vor allem einmal die Frage austverfen: Warum hat man die jetzt als dringendste Forderung erhobene stärkere Amortisation der Staatsschuld nicht schon vor Jähren in Anregung gebracht, als Dank ter reichen Eisenbahn- Überschüsse noch so recht nach Herzenslust aus dem Vollen gewirtschaftet werten formte? Oder warum hat man nicht wenigstens dem neuen Schuldenmachen ins Blaue hinein in bedächtiger Voraus sicht der Entwickelung der Dinge einen wirksamen Hemmschuh angelegt? Seit Jahren hat sich zwischen der Regierung mtb der Zweiten Kammer ein förmlicher Wettlaus im Geldaus- geben entwickelt; die wenigen warnenden Stimmen, die vgen bie überstarke Engagierung der Sttuerkraft des Land.-s durch fortgesetzte neue Bauprojekte unb sonstige große Gcldausaa. erhoben wurden, sind ungehört verhallt. Der Finanzlrusschuß der Zweiten^ Kammer hat sich nun seit 14 Tagen redlich bemüht, etwas Positives zustande zu bringen unb auch durch die inzwischen bekannt gewordenen Vorschläge, bie ine Grundlage für die gemeinsame Beratung der Finanz-Ausschüsse beider Ständekammern über die hessische Finanzmisere bilden sollen, den festen Willen dazu bekundet. Aber beliebigen können diese Vorschläge den Steuerzahler durchaus nicht! Man hoftt im Ausschuß, durch eine Ueberleitung des auf 1059 000 Mark geschätzten Restes des Ausgleichsfonds in die Staatskasse 5 Prozent ber regierungsseitig verlangten Erhöhung der Staatseiirfommen!- steuer ersparen und gleichzeitig eine halbe Million von diesem' Bttrag zur Gewährung von Teuerungszulagen für die arg bedrängten Beamten erübrigen zu können. Und ferner hält man wenigstens die MglichEeit nicht für ausgeschlossen, daß durch weitere Sttiche im Staatsvoranschlag und namentlich durch Erhöhung des Prvgressivsatzes für die Einkommensteuer sich noch einige Prozent mehr vvn der vorgeschlagenen Steuererhöhung herabmindern lassen werten. Tas ist aber doch ein recht bescheidenes Verlangen und ein sehr wenig ausreichendes Resornfr pWjekt, das zudem noch durch die Einwendungen und Gegen- vvrsteUungen der Regierung wohl nickt unwesentlich zusammen!- schrumpfen wird. Am allerwenigsten zu beklagen aber bleibt, daß ter Finanzausschuß nicht, wie es in tert größeren nationalen Blättern Hessens schon vor Weihnachten verlangt worden ist, die Forderungen des Antrags zur Vereinfachung der Staatsverwalticng und Verbilligung dcS ganzen Verwal- tungschrvarats zu den feinigen gentadü und auf deren baldigsten Erledigung bestanden hat, fontern nur in aller Befcheitenheit an bie Regierung das Ersuchen gericksict wissen will, daß sic bis Ende 1911, also nach fast 2 Jahren, die geeigneten Vorschläge in dieser Richtung machen wolle. Tarauf wird dann natürlich noch ein langwieriges weiteres Hin- unb Herhandeln erfolgen müssen, es werten Erwägungen unb kostspielige, zeitraubende Erhebungen angestellt werten, und das Ende vom Liede wird sein, daß sich bie ganze Reform ab calendas graecas hinauszögerte. Daß bei einer,derartigen Handhabung ter Sache ein durchgreifendes, ersprießliches Ergebnis nicht erreicht werden wird, kann sich jeder selber ausmalen, der einen kleinen Einblick in den intimeren Gang bcr Verwaltungsg-eschäfte gewonnen oder bie Gepflogenheiten mancher ber maßgebenben Persönlichkeiten näher kennen gelernt hat. Wird dock als Tatsache erzählt, daß «enter dieser .Herren mit Bezug aus den vorerwähnten Antrag geäußert habe: Nun ja, wir werten eine solche gemischte front Mission bilden und die gewünschten Erhebungen veranlassen; wir wollen aber hoffen, daß dabei auch so viel herauskommen ivirb. damit wenigstens bie baburch entstehenbcn Kosten gebeckt werden Tonnen! — Diese Aeußerung ist bezeichnenb für bie ganze Auffassung, die man an manchen Stellen über die von allen Seiten verlangte Reforrn hegt, und der Finanzausschuß der Zweiten Kammer, dem die Aeußerung wahrscheinlich ebenfalls zu Ohren gekommen ist, hat in seiner TiensragssitzunA die richtige Antwort daraus gegeben, indem er als selbstverständlich bezeichnete, daß bie von der Regierung anzustellente Enquete keinerlei besondere Kosten verursachen könne unb bürfe. .In einem kleinen Kreise würbe jüngst folgenbe interessante Tatsache erzählt: Kain da vor längerer Zeit ein intelligenter Kaufmann aus Amerika zu einem bekannten hessischen Großindustriellen unb machte ihm den Vorschlag, er wsille unter Garantie gegen ein einmaliges Honorar von sounbsoviel Tausenb Dollars ben ganzen kauftnännischen Geschästsbetrieb bet Firma so vereinfachen, daß bei mindestens ebenso gutem, sicherem Funktionieren nach seiner neuen vereinfachten Organisierung eine vielfach höhere, als bie als Hmintar ßcforbcrtc Summe dabei alljährlich erspart werbe. Nachbem sich bie Firma biesen Vorschlag unb die Persönlichkeit näher angesehen hatte, ging sie auf bie Sache ein, unb der Verlauf des ersten Jahres hat bestätigt, was ber Amerikaner zugesichert hatte. Wenn doch auch für unser Hessenlaub recht bald ein solcher prakttscher, Amerikaner gefunden werben möchte! Jebermann im Lanbe ist überzeugt, daß der ganze Verwallungsapparat im Saufe der Jahre viel zu kompliziert und schwerfällig geworben ist, nick baß eine Vereinfachung und Verbilligung bringend nottut. .. Die Reform darf aber nicht 'an Kleinigkeiten haften bleiben. Es muß ganze Arbeit gemacht werden, von den Ministerien . angefangen bis herab zur untersten Dienststelle! Es war schon ein großer Fehler, daß m jöcn 90 er Jahren ein b ritt en Ministerposten für das kleine Hessenland geschaffen wurde: das Ministerium ber Justiz mit seinen beiten Ministerialräten 1 konnte ebenso gut, wie früher, als Departement eines gemein- lauien Ministeriums „bes Innern und bcr Justiz" weiter geführt werben. Nicht minder überflüssig sind bie vielen besonderen Abteilungen in den Ministerien, die, wie jüngst im Finanzausschuß mit Recht beklagt wurde, jede wieder ein kleines Ministerium für sich bilden und einen großen Auswand von Bureau- personal erfordern. Weiter sind in bcr Begrünbung bes ermähnten Antrags unb in der Tagespreise so viel beachtenswerte Vorschläge zur Erreichung des Zieles gemacht worden, daß es für einen praktischen Staatsmann ein Vergnügen sein müßte, die richtigen darunter herauszugreifen unb in die Tal nmzusetzen. Dazu brauchten aber nach unferm Dafürhalten durchaus nicht jahrelange Erwägungen und bebädytigeS Sttrnrunzcln angestcllt .ober kopspielige Untersuchungen einacieitet zu werben. Jetzt, ba bas Gespenst einer ganz unerhörten Anziehung ter Steuerschraube vor ter Türe stellt, muß rasch gehandelt werben. Man kann verlangen, baß bie Volksvertretung darauf besteht, wenigstens noch die G r u n b z ü g e b e r R e o r g a n i s a t i o n f e st g e st e l l t zu sehen, bevor die endgültige GenelMigung bes neuen Staats- Voranschlags erfolgt. Auck hier sind schon ber. W orte gerate genug gewechselt, der Steuerzahler will nun endlich Taten sehen! Mteors'sgische Beobachtungen der Station Gietzen. Handel U4-20 Reichsanleihe •'•r Oberhessen * * 116.80 Prince- Henri - Eisenbahn 136.50 — Nordd. Lloyd 165.30 Türkeiüuse Märtte. mäßig, Schweine flau. pro 100 Pfd. schnittspreis Ochsen. Höch steil 45 79 76-82 hergestellt. 74 73-78 40 41 72—78 7o 67 36 65—70 49-54 82—90 71 35 70-72 73 57 73—74 73 57 73-74 71 Durch 55 55 51 46 40 Laurahütte . . Lombarden E. B. 214.70 200.70 23.70 102.90 74-80 61—70 86 77 67 85.10 04.20 85.05 93.50 93.00 9980 99.10 96.80 etzt vorliegenden i, 118 Liderale, eiterpartei. Die ;e, die Arbeiter« zewannen heute terpartei, ebenso 138.40 257^0 Eisenbahn „ Gotthardbahn . -- - Lombard. Eisenbahn Ocsterr. Staatsbahn 62 56 do. Konsoh do. - Hessen' y 63.65 65.10 99.45 97.15 94.76 183.60 47.90 92.00 69.50 99.90 251.20 116.70 70-72 70—72 107.40 137.80 212.20 221 00 131.90 214.50 201.20 102.70 111.80 184.50 138.80 258.80 153.00 198.30 165 50 211,70 Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Sehuckert . Esehweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Pakctf. Harpener Bergwerk Laurahütte . . . ., . Nordd. Lloyd .» . . . ,. Obcrscbles. Eisen-Industrie 30—33 60—66 26-28 54-58 44—48 38—42 31 27 23.63 161.60 £aitbtad“abg. Äöhler - Langsdorf und Schä tz el-Selzer als bereu Stellvertreter. Die Gewählten nehmen die Wahl an. Der letzte Punkt der Tagesordnung betrifft den Bericht des Vorstandes über seine Anträge zur Abänderung des Feld- strafgesehes. Nach einem Referat des Herrn Krapp und längerer Besprechung werden die Anträge genehmigt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Mit Worten des Dankes an die Mitglieder schließt Präsident Bähr die Sitzung. Da es aber viele mehr oder weniger minderwertige Nachahmungen gibt, deren Verpackung der echten Scotts Emulsion täuschend ähnlich nachgemacht wird, so achte man beim Einkauf genau auf unsere Fischerschutzmarke und weise alle diese Nachahmungen zurück. Feinste Plast- (Vollnnlchmast) und beste Saugkälber • Mittlere "Mast- und gute Saugkälber . kernigere eaitgrälbei' Schai e. Redend- L-dtachr« pro 100Pfund gereicht von-blSvon-bis ^eoend» Schlacht gewicht (Für Form und Inhalt aller unter Vieler Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaltion dem Pubütum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Witzma r. Traurige Zustände herrschen seit der Erbauung >er W a s s e r l e i tu n g int vorigen Jahre hier. Bei vielen Leuten teilt nämlich gegenwärtig das Wasser so hoch im Keller, das; sie gezwungen sind, mit Waschbütten in den Keller zu steigen und ihre Lebensmittel heraus zu holen. Trotzdem nun erwiesen ist, daß die Entwässerungsrohre schlecht gelegt sind, ja teilweise sogar überhaupt nicht bei einem Mcume mußte deshalb sofort wieder aufgebrochen werdew verlangt nun unser Ortsoberhaupt, die Leute ollten auf ihre Kosten auchrechen lassen und zusehen, wie sie ihr Wasser los werden. Unbegreiflich ist, wie verlangt werden kann, daß zu all dem Schaden, den die Leute haben, und den die Gemeinde verschuldet hat, auch nod) auf der Leute Kosten die Sache richtig gemacht werden soll. Die Beschädigten wollen jetzt weitere Schritte tun und Ijoffentlid) tragen auch diese Zetten xrzu bei, daß die Behörde ihr Augenmerk auf die ©ad)e lenken wird. ______________ Mastlämmer und jüngere Masthammel 35—36 S cl) mein e. Der Fischer mit dem großen Dorsch auf dem Nücke« ist das Garantiezeichen für die echte Eeotts Emulsion, und nur diese ist nach dem Scottschen Verfahren Berliner Haudelsges. Darmstädter Bank -. Deutsche t>ank . . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . <_. 3. Baltimore- und Ohio-W* 3°/„ Mexikaner . . - 4Vg% Chinesen . Aktien: Bochum Guss . ,. Buderus E. W. Tendenz fest. Berliner Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .* Tendenz fest. strahlt das weibliche und Xtinbcrantltti Muynngszauver dem durch den Gebrauch derbe, währten Mprrholinseise rosiger Teim verliehen wird.[Wh wird bei WMmm und Blektmicht als Kräftigungsmittel tausendfach ärztlich empfohlen. Nur cctitin olaueu Kartons l'iir 1 Mk.> niemals lose. 26örse» 19. Januar. Auf an . . 180.60 I Harpener Bergwerk . . Aus Stadt und Land., Gießen, 20. Januar 1910. •• Pfarr Personalien. Der Groß Herzog hat dem Pfarrer Karl Ringshausen zu Kostheim eine evang. Pfarr- neüc an der JohanncSgemeinde zu Mainz übertragen. — Lehrerpersonalien. Uebertragcn wurde dem Lehrer Jak. Klee zu Viernheim eine Lehrerstcllc an der kath. Schule zu Wald-Michelbach. •* Lebensretter. Der Maurer Franz Eimer in Weisenau hat am 24. Mai 1909 einen Menschen vom Tode des Ertrinkens gerettet. Als Anerkennung hierfür ist ihm von dem Großherzog die Rettungsmedaille verliehen worden. •• Zur Feier des Geburtstages des Kaisers findet am Donnerstag dem 27. d. Mts., nachmittags IV2 Uhr, im großen Saale des Gesellschaftsoereins ein Festessen statt. Wir machen darauf aufmerksam, daß bei dem Hausverwalter deü GesellschastSoereins eine Liste zum Einzeichnen offenliegt. ** Salzer-Abend. Tie Ankündigung des am Montag, 24. Januar, im Klub-Saal statt findenden „Lustigen Abend" von Marcel! Salzer hat auch diesmal gmßes Interesse wach- gerufen. Mer hat auch nicht schon von MarcellSalzer, dentFrohsümL- i iinger, gehört? Sein Name hat im ganzen deutschen Reiche einen so guten Klang, daß es kaum eines besonderen Hutweises. bedarf. In allen deutschen Großstädten geineßt Salzer eine beispiellose Popularität und seine alljährlichen Vortrags reisen in Deutschland' und in den deutsche Kotvmen des Auslandes sind ununterbn Triumphe. Er ist der unerreichte Mceisterinterpret zeitgenöss speziell feinhumoristischer Dichtung. •• Radsport. Ter Gießener Radfahrer-Verein 1885 feiert kommenden Sonntag abend sein Winterfest in Steins Saal bau. Der Vorstand hat auch diesmal ein Programm aufgestellt, das sich würdig den seitherigen Winterfesten und Bällen anrechen kann. Die Vielseitigkeit des Programmes verspricht einen sehr schonen Abend, da der Vorstand' immer darauf bedacht ist, .men Mitgliedern und Gästen etwas Schönes zu bieten und den Abend zu einem recht genußreichen zu gestalten. Die Vorführungen sind so gewählt (Sport, Theater und Humorislica), daß gewiß jeder auf seine Rechnung kommt. Ein fein arrangierter Ball wird den Schluß machen. ** Die BrenMolzpreise werden naturgemäß dieses Jahr bedeutend gegen früher yeruntergehen. Bereits losten an manchen Orten Scheite und Knüppel _ca. 2 Mk. weniger für den Raummeter, und wenn der erste Bedarf gedeckt ist, dürften die Preise noch weiter sinken. ** Wächst das Gras im Januar, so wird es wohl im Sommer rar. Die Wiesengründe zeigen junges Grün, an bewässerten Plätzen ist das GraS einige Zentimeter hoch. In den Hausgärten sprossen Blütenknöpfe empor und der Flieder treibt dicke Knospen. Tie Vegetation muß sich bei der jetzigen gelinden Witterung beleben und wenn oer Rückschlag mit starkem Frost kommt, wird dies umso empfindlicher sein. Dazu steht ein Mäusejahr in Aussicht. Frost muß noch kommen, denn die Bierbrauer wollen noch Eis machen: oder müssen sie sich aus dem Vogelsberg Schnee in Waggons kommen lassen, wie dies bereits der Fall war. — Der späten Saat ist der gelinde Winter, bis jetzt zugut gekommen. ? R u p p c r t e n r 0 d, 19. Jan. Durch die Gendarmerie wnrde ein hier anwesender umperziehender Spieler verhaft e t und dem Amtsgericht zu Grünberg vorgeführt. Der Verhaftete war steckbrieflich ausgeschrieben wegen Stempel- Hintergehung und vom Gericht zu Wetzlar zu 96 Mk. oder 24 Tagen S?aft verurteilt worden. Da er erstere Summe nicht besitzt, so bleibt ihm das Absitzen, das er auch fofort begann. r. Aus dem Vogelsberg, 18. Jan. In Ooer-Sei- bertenrod gibt es drei -Lchuhmacher, die sich infolge der allgemeinen Teuerung der Lebensbedingungen und der Rohmaterialien veranlaßt sahen, einen „Ring" zu bilden. Demzufolge wurde von den dreien beschlossen, die Preist der Fabrikate entsprechend zu erhöhen und diesen Beschluß unter der Kundschaft bekannt zu machen. Wer sich von den dreien unterfangen sollte, die festgesetzten Bestimmungen zu durchbrechen, sollte mit einer namhasten Konven.ionasitrase belegt werden. Aber die andere Partei, die Kunden, ließen sich das so kurzerhand nicht bieten und sie beschlossen iit einer öffentlichen Versammlung, nun ebenfalls die Rmg- schuster zu boykottieren. 25 Bürger haben sich unterschriftlich ebenfalls unter Konventionalstrafe verpflichtet, innerhalb zweier Jahre keinerlei Arbeit bei den betreffenden Schuhmachern ausführen zu lassen. Damit ist der kleine Ring in eine heikle Lage versetzt. Ein kleines, aber immer* hiu bemerkbares Zeichen, wie sich die. wirtschaftlichen Ver- 3°/, 3'/. 3% Tilrkenlose . . . . . 4°/0 Griech. Monopol-Anl. 4°/0 i ussere Argentinier , Ihre echt mit dies« Wlart<--benrÖi|djec — dem Gcranitce »eichen teS Gcotte jqm Lcrlahruug Dollfleischige, ausgemästete, , .. Schlachtwerteo, Höch Ileus 6 Jahre alt 4o—47 Junge, fleischige, nicht ausgemäsiete und ältere ausgemäsiete......39—42 Färsen, Lühe. Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst. Schlachtwertes 40-43 BollsteNchige ausgemästete Kühe höchst. Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. . 34—38 'Heitere ausgemgstete 5tübe und wenig gut eittmicfeUe jnugereüiihe u. Färsen 'Mäßig genährie Stütje und Färsen . . Halber. Teßeiomsche Km’sbeirächie des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und IndustrigVGiessen. Franküarter Börse, 19. Januar, 1.15 Uhr. 3V,°I.. 4°/n Oosterr. Goldrente f1 «raffel *■ & L? große« "?ÄLUn Le- A0060 Mps Lsm.^ien Sft)a, Ö lur 51üQtoh, ^"burgb, Bitumen Mars l denselbei Msetzen. aH emgeftenten "lande treu M 'fW, und diese ?l meint, man gibt dies zu. rhinberung de; H 800 000'Je cr Posten >vstd Men Beuchten erforderlich ist. südbahn werden 1 Depesche Verhältnisse zuspitzen. y P. Schlitz, 19. Jan. Sott Sonntag abend eritrahlen die Straßen unseres Städtchens im elektrischen^Lichte, während die Hausleitungen orü in ungefähr 14 Tagen in Betrieb genommen werden sollen. Um dem alten Städte- bilö sein Gepräge zu lassen, hat man in einigen Straßen die von Haus zu Haus hängenden alten Laternen elektrisch installiert und wirklich, gerade diese mit drei Glühkörpern versehenen Laternen sehen, das wird allgemein anerkannt, am besten aus. Somit naht das im September v. I. von der AVima Siemens-Schuckert begonnene Werk^nuunwhr seiner Vollendung. Tie Zentrale wuroe an der steile der abgebrochenen Psannmühle errichtet. Die Ausnutzung der vor- iwudenen Wasserlrast wird als sehr gelungen bezeichnet, die eingebaute Turbine arbeitet ganz vorzüglich, für wettere straft sorgt eine größere Lokomobile. Als Erbauer des Werkes kommen in erster Linie in Betrack)t der Ingenieur der S. Sch. W. Herr A. Kurz, sowie Lreisstrapenmetster Roth, hier als leitender Bautechniker für Wa,serlrast und Gebäude. Die gewissenhafte gemeinsame, so wohlgelungene Arbeit der Herren ist um so höher anzuertennen, als es . bei beiden das erste größere, selbständig erbaute derartige Wert war. Tie Wasserkraft der über der Zentrale liegenden Papiermühle wurde durch Vertrag für den beteiligen Besitzer nicht ungünstig abgelöst. Es bliebe nun nur noch zu wünschen übrig, dag die darunter liegende, dem Grafen v. Görtz gehörige Schneidmühle recht bald in den Besitz der Stadt tarne, damit würde die Kraft der Turbine siveil bann mehr Gefälle vorhanden ist) fast verdoppelt. Ter K'auf der Mühle soll, wie man hört, perfekt geworden sein. Es wäre dies jedenfalls in beiderseitigem Interesse mit -.vrenben ?n begrüßen, damit endlich einmal die leidige F.C. Wiesbaden. Biehh 0' - Marktbericht vom 19. Jan. Auftrieb: DiinDer 85, Kälber 318, Scheie 48, Schweine 323. Tendenz: Rinder mittelmäßig, Kälber schlecht, Schate mittel- ~ " - Preis Durch- werks kann man sich jetzt schon beruhigen, das Werk wird sich jedenfalls rentieren' ohne die Gemeinde besonders zu belasten. Die Hausanschlüsse sollen heute schon (Die Zahl der Lampen gerechnet) das doppelte betragen wie vorher angemeldet war. Weiter kommen jetzt schon 15—18 Motore in Betracht; rechnet man nun noch 10 größere Geschäfte, die mit Benzinmotoren arbeiten, bereit Umänderung doch nur eine Zeit frage ist, dazu, so kann man ruhig sagen: Die, die das Werk schon vor der Geburt als totgeborenes Kind bezeichneten, sind glänzend widerlegt, dank des zielbewußten Vorgehens unseres Bürgermeisters Zinßer, dem es ja bei dem Bau der Wasserleitung, die heute niemand mehr entbehren möchte, genau so ging wie bei diesem Werk. D. Offenbach, 19. Jan. Bei der nachträglich abgehaltenen zwanglosen W e i h n a ch t s f e i e r, die der Offenbacher Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs veranstaltete, gedachten unsere Landsleute auch ihrer dort ansässigen bedürftigen Brüder in einer dem Feste der Siebe angepaßten sinnigen Weise, die dem Verein in der Stadt triet Shmpathie erworben und eine ganze Anzahl Freunde zugefuhrt hat. Bor der Bescherung der einzelnen Mitglieder durch Scherzartikel mit entsprechendem Knittelvers brachte der als Weihnachtsmann verkleidete Vorsitzende seinem Zweigverein -zur Weihnachtsüberraschung einen achtjährigen Jungen, her aus Vereinsmitteln von Kopf bis zu Fuß neu gefleihet worden war. Die Eltern des Kleinen stammen beide aus Oberhessen, der Vater ernährt bei einem Wochenlohn von 20 Mk. 7 Kinder; die Mutter geht täglich waschen und putzen. Der kleine, stattlich herausgeputzte V.H. C.-Bub an der Hand des V. H. E.-Weihnachts- rnannes unter dem brennenden Christbaum, das war ein so rührendes Bild, daß bic Mitglieder durch eine Sammlung sofort eine größere Summe aufbrachten, die im nächsten Jahre zu ähnlichen Zwecken Verwendung finden fotL Trotzdem der Offenbacher V. H. C. erst «/< Jayre besteht, zählt er bereits mehr als 80 Mitglieder. 73—76 Mk. Fleischicte Schweine Lebendgewicht 58.00—60.00 Mk., Schlachtgewicht 71—75 Mk. Sauen Lebendgewicht 00—00 Mk., Schlachtgewicht 00— 00 Alk. Tendenz gedrückt, Ucberstand. Handel» — Ter Wert des auswärtigen Handels Deutschlands belief sich int Jahre 1909 im Svezialhandcl ohne Edelmetalle in der Einluhr aut 8,2 gegen 7,7 Millarden Mark im Vorjahre, in der Älusiuhr nui 6,7 gegen 6,4 Milliarden Mark im Jahre 1908. Der Edelmetallverlehr erreichte in der Einiuhr 0,2 gegen 0,4 Millarden, in der Ausfuhr 0,3 gegen 0,1 Millarden, Trotz dieser Zunahme gegen das Vorjahr blieben die Ein- und Aus fuhr aegen das Jahr 1907 erheblich, jene mehr als diese, zurück. 47-°.n Gestern Silberrente 4" „ Ungar. Goldrente 4°,0 Italien. Rente . . .. 104-60 3°,0 Portugiesen Serie I .’ 3°,0 Portugiesen n III . ross. Staatsanl. 1905 4*/g0/o Japan. Staatsanleihe 4% Couv.Türken von 1903 Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner tlebendgewicht 57—08 Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht 57 — 58 VollsleischigeSchweine über2'/,Zentner _ ^ebeudgelvtcht ....... po—56 svettschweine über 3Zentner Lebendgew. v5—56 Üimb u rg a. d. Lah n, 19. Jan. Fruchtmarkt. ^urch- schntttspreis pro Tlaltev. Roter Weizen (nassautscher) 13,80 Mk., weißer Weizen (augebmüe^rentdsorteu) 18,25 'UiL, Movu 12,20 JJlf., toerfte: Jttttergerfie 'J,00 Ulf., Braugerste 10,80 Ulf., pater 7 70 Ulf., (irbjeu 0,00 Ulf., Kartoiseln 4,00—5,00 Ulf. le. b rn nf tu r t a. Ul. öd) tuein cm0r- f t b c r i d) t vorn 19. Jan. Atiigetriebett tuareit 1369 Sd;iuciue. Vollfleisd)ige Sdnveme bis ,u 2 Zentiter Lebendgewicht Oü-OÜUlf., Sdflachtgeiotcht 00-00 Ulf. Vollfleischige Sdnueine über 2 Zentner t.'ebetldgewtcht 00-00 Ulf., Lchlachtgewichl 00-00 Ulk. Vollfletschtge Schwente über 2'/« Zentner (ärmimuno -miidien' der Bürgerschaft und bent Gräflichen ! ^edettdgetvicht 58.50—60.00 Mk., Schlaaugewicht 71-^76 Mf. Fett- Siujl aü|t)üU UebcL bic sTcnUilitOi be» AeMizitäw ||d).v«ne uüct 3 Z«.!^-ndg.wich. EM, Tiirchliche Nacyricvten. Evangeusche ^ehienioe. Freitag den 21. Januar, abends von 5L/C—7’/v : Vcreiniguite der konfirmierten wetblichen Jugettd der Lukas- und Johannes, getneittde. Israelitische tteligionsgemeinde. Sot^soiedji in der Synagoge (Süd-Anlage). SamStag den 22. Januar 1910: Vorabend 5.00 Uhr. D! orgens 9.00 Uhr. Feier des GeLuvtstages Sr. Majestät des Kaiserr. Ul a d) m 111 a g s 3.30 Uhr. Sabbatausgang 5.55 Uhr. 3$C(ie.ui|u><: iLetigwusgesellschaft. Eottesdienst. Sabbatieier am 22. Januar 1910: Freitag abend 4.40 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Feier des Geburtstages Sr. Majestät Les Deutsche« Kaisers. vlachmittags 3.3Ü Uhr. Sabbat-Attsgang 5.55 Uhr. ^hjodtettgoltesdiettst: Morgens 7.00 Uhr, abends 7.30 Uhr. wr. ivbe die Siitjtl* :im flapitel Sätet für die Ptovm . und für Rhkin- Ariedkl macht beit •e l'ifrbeautiionen btrem fpricfet sich 'l!oricblM oh; mt Ausdruck, daß ntcht gerecht fei; , in ctarfenbutc herer Attay bo :ib mhrt dagegst rrtc in den in® ui ch bemerkt, v auveiden in Cba> t mit den jefriN i®, man füllte i» t von der,tstM Kerdezucht sei 7 mkiMigt - das Pferde mision der LaHM vmnM, ebenso ® Inzucht Md ® T,®5* Jt jdt wys hau imrms cm 9000 ^36 ■rsÄ «Lfonds überhE Srg-f&S .* mrd ifflWC »w» 1 S "J”11 toier* rorsinndes ,cha'ts^2 (0 SO Sen K. B. Dar m stadt, 18. Jmt. Das Schöffe tt gerecht Dcrurtctlte heute den Studierenden der Pharmazie Friedrich Wilhelm S d) midt wegen Körperverletzung zu 3 L>10 n a t c ti Gefängnis. Ter Angeklagte hatte tut August v. I. ein hiesiges Weittresiaurant betreten und erging sich gegenüber einem früher mit ihm besretutdeten Gast, auf den er wegen angeblicher Redereien erbittert wär, tn beleidigenden Redeitsarteit. • Schließlich ging er zu Tätlichkeiten über und verletzte zwei Gäste und die Wirtin durd) Messerstiche. Außerdem zertrümmerte der Wütende noch den Kronleuchter irebsr vielen Flasdien und Gläsern. Kleine Tageschroktik. Einem Jagdpächter in der Nähe von Reims gelang es am Dienstag, etiien aus einer Ulenagerie entsprungenen Tiger zu erlegen. Daß Tier mißt 1 Meter 90 Zentimeter. Der Vorsitzende des französischen Automobilklubs Baron van der Z uy l en setzte eine Belohnung von 10'Jü Fränks auf die Verhaftung desjenigen au§, der das gefälschte Telegramm absandte. Tie Älorgeublätter melden aus Kopenhagen: Fortgesetzt werderi an. der Westküste von Jütlatid Leichen, Schisssplankcn und sotistige Trümmer angeschiveiiinit. Die Üüfienbeivohner erklären, datz während des letzteii Ulenschenalters fid) nicht so viel Schiffs- Unglücke ereignet hätten, wie bei Dem jüngsten Sturm. Die „Bvssische Zeitung" meldet aus Llopeuhagen: Der Minister des Ausivartigon erhielt von dem schtvedischen Konsul tn Montreal einen Bericht über Gerüchte unter Den Eskimos, nach denen Andree und ferne Begleiter wahrscheinlich auf Die Nenntrer-- jagd gegangen sind und von EskunoS, Die hierüber erbittert feien, getötet wurden. Tie M 0 rgan - Gefe11fchaft stellte einen Fmanzplan für Die Erbauipig einer UutergruiiDbahn Durch Jlew-Vork mit einem ttapitat von "iQo MillionAi fertig. Jan. 1910 Barometer || auf 0° 1 reduziert Temperatur der Luft Absolute j Feuchtigkeit I Relative l Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke wvat» dir Bewölkung in grhntel der sichib. yimmclsfl Weller 19.' 2”' 733,6 2,2 4,9 91 W 2 10 Regen 19. 9”ll 734,5 0.7 4,5 92 S 2 9 ■ 20. 7'°! 734,8 2,4 4,8 87 SW 3 9 ■ li Höchste L 1 'itrperatur cu i 18. n5 19. Jan uar — + 4,3 6 C. RieDriglte w n 18. u 19. » 4- 0,3 °C. Die ty 129 B*»i Der« B80/, beim 503 (452 Eingetragene Schutzmarke Räumungs-Verkauf Eichwald und Petersgrund versteigert Verlag von Roth In Giessen. Reiser: ■ i n n Schulstr. 6 Giessen Schulstr. 6 (Bw/i K 129/09. fdmebenen, nachstehend vcrzeich- B,e/i t 8 15 37 Weichholz 4 Nadel 293 Anfang 91/« Uhr vorm. hardshain am Jgelsteich. Nadel Buchen Eichen Buchen Eichen 186 183 88 2800 16 97 2 418 8 werden: R.n. Gießen, den 20. Januar 1910. Am Rregelpfad 41. Die trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Klose geb. Noll OScar Klose, Rechnungsrat Marie Rattmauu geb. Klose Ferdinand Klose Oscar Klose Julius Nattmann. V V in aw/, Nutzholz (2 und 3 Meter lang). Groß-Rechtenbach, den 18. Januar 1910. Der Bürgermeister. Scheiter: V Prügel: n Stock auf der Chaussee Winnerod—Rein 0"/, Sames, ^örfter. Die Beerdigung findet SamStag nachmittag 3 Uhr auf dem alten Friedhöfe statt. 605 Zuschlagsfrisi 14 Tage. Großb. Hochbauamt Gießen. neten, Parzellen öerfteinert: 8/13^/t0o -- 306 qm Bauolay hinter dem Steeg zw. der Chaussee und dem Mittelweg. 8/158/,o = 381 qm GraSgarten das. (Stehen, den 19. Januar 1910. Großherzogl Ortsgericht Gießen. Gros. Probeilasche 30 Bia Germania-Drogerie Carl Seibel. sagt der bekannte and angesehene Chemiker der Seilenindustrie, Herr Dr. C. DE1TE in Berlin, daß es sehr große Waschkraft besitzt, größer als Seife oder Seife und Soda, ohne dabei die Wäsche mehr anzugreifen. Mlnlos’scfies Waschpulver Ist daher das Beste, was zum Waschen von Wäsche verwendet werden kann; es schont das Leinen in denkbarster Welse, ist billig und gibt blendende Weiße and völlige Geruchlosigkeit. Daa 1 Pfund-Paket kostet RUH 25 Pfennig. Zu haben In Drogen-, Kolonialwaren- und SeifengeschSfleru Engros bei L.Minlos t Co., Köln-Ehrenfeld. Die trauernden Hinterbliebenen: Job. Keil 1L und Kinder. Ober-Bessingen, den 19. Januar 1910. A. Nutzholz: Stämme 6—12 Mtr. lang Rmtr. Scheiter „ Knüppel 21/? und 3 Mtr. lang. Die Zusammenkunft ist vormittags 10 Uhr Lrndenbaum am Ruhberg. Großen-Linden, am 17. Januar 1910. Grotzh. Bürgermeisterei Groften-Linderr. Leun. Serbin gemeinsam n Minister Dr. Rat Zes . slingelhl Halts für da worin für La das Vorjahr Äg. Brau' die Achter a einzelne Gen Gr frage des schäftigten Ai resp. ob sich mäßig vemn Staats- von der S neuer Am die Regie zur Serini Regierung ha Abgeordneten aber für di aerichte zu er der Genchtsb Dr. Weber mit einem Rii Dm Mit lache der i wenn an ein Der Redner 'fehle, angesi Referendaren zuhalten. Et 175 Gericht- vorhanden Gerichts^ gvarteten no, Todes-Anzeige Gestern vormittag verschied plötzlich mein lieber Gatte, unser guter Vater Herr Friedrich Kern Die trauernden Hinterbliebene«. Wieseck, den 20. Januar 1910 Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 2 Uhr, in Wieseck stau 501 Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, bei dem Hmscheiden meiner lieben Frau, unserer guten Mutter Fran Katharine Keil geb. Koch sagen herzlichen Dank Sch.Usischc allerseintte lebendiriiche sind IN Eisvackung emnetroffen bet Georg Wallenfels Marktplatz 21. Telephon 46. Gegenüber der Engelavotheke. Verkauf. Die durch Erneuerung der Kocheinrichtung in der Küche der mediz. und Frauenklinik dahier entbehrlich gewordenen kupfernen Kochkessel sollen auf dem Wege öffentlichen Angebots abgegeben werden. Die Angebotsunterlagen können auf unserem Amt, Stephanstraße 18, eingesehen, Angebotsformulare von dort bezogen werden. Angebote sind bis zum Eröffnungstermin, Mittwoch den 26. d. MtS., vormittags 11 Uhr, mit entsprechender Aufschrift versehen, bei unS emzureichen. wald, Distrikt Schwarzwald, folgendes Kiefern-Holz steigert: .'.Ai DonnerStaa, 24. Aebr. 1910. nachmittags 3 Uhr. weiden in unserem Amtszimmer die dem Joies Schäier und Ehesrau geb. Wagner in Großen -Linden zugk' Heute nacht entschlief sanft nach kurzem Leiden meine liebe, gute Schwester, unsere treubesorgte Schwägerin und Tante Fräulein Luise Noll. Buchen 296 Nadel 9 Buchen 161 Erchen 16 Weichholz 2 Nur®» 1000 fach bewährt hat sich der Fenchelhonig aus der Germania- Drogerie bei Huste« und Heiler keit der Kinder. Holzversteigerrmg. Dienstag den 25. Mts ronö int hiesigen Gemeinde» Nutzholzverfteigerung der Gemeinde Münchholzhausen Dienstag den 25. d. M., von nachiuiltags l1/., Uhr ab. m der Wirtschaft von Peter Schneider zu Münchbolzhansen: Eichen 40 Rm. Nutzholz (2 und 3 Meter lang). diadelholz: 80 Stangen, 1. und 2. Klaffe und 45 Rm Billiges Angebot für 4 vorzügliche Marken Strickwolle. 10 Lot 40, 48, 58 und 75 Pfg. schwarz und allen gangbaren Farben. Auf diese Preise gebe ich Rabattmarken. ft. Goldschmidt Ufa 1,' j([ E feK? «erlag Itrtfit ü'lt * «nzeig" 6 imiahint D0B ft* w tjormUtaA Eigene Vermögens-Verwaltung nach dem amerikanischen Einbuchsystem. AuSaelübrt bis zum vollen AabreSabfchlusse mit ausführ' lichcr Belehrung über die Buchfünrung, den Bankverkebr und das Wesen allerBesitztitel, besonders der Wertvaviere und deren Berechnung. Für Privatleute, Rentner, Kapitalisten. Beamte, OfftAtere. ~~ ---- Penüonäre, Lehrer und Studierende . - herauSgegeben von August Heckeimann Lebrer und Hochschul - Dozent der HandelSwiffenichatt. (Tie für die Praxis erforderlichen Hauvtbuchsormulare auf Schreibpapier werden von der Berlagshandlung nach Bedar» in jeder Konto- und Bogenzahl billigst nachgeliefert.) ===== Inhalt: ===== I. Theoretischer Teil: 1. Tie Vermögensverwaltung und die Buchhaltung. 2. Vermögen und Schulden, Akiiva und Passiva. 3. Einnahmen und Ausgaben, Gewinn».- und Verluste. 4. Inventur und Bilanz. 5. Der Bank-, Scheck- und Giro- Verkehr. 6. Das Geldwesen und die Währung. 7. Das Wechselwesen und die Wechselrechnung. 8. Das Efsektenweien und die Effektenrechnung. 9. Spezielle Ratschläge für Buchungen. II. Praktischer Teil: 1. Geschäftsgang eines ganzen Jahres. 2. Das Hauptbuch mit Abschluß. III. Alphabetisches Rachschlage-Register. Preis eleg. broschiert Mk. 1.50, eleg. gebunden Mk. 1.80. Jeder Rentier, jeder praktische HauSvater, der sein Vermögen, wenn auch noch so klein, übersichtlich verwalten und stets über seinen Vermögensstand iin klaren sein möchte, versäume nicht, dieses nützlichste aller Hausbücher sich zu eigen zu machen. a*7i Scheiter. Rm.: Buche 5t2, Hainbuche 11,5, Eiche 15,5 Knüvvel, Rm.: Buche 717, Eiche 45, Kiefern 35 Stöcke, R-" Buche 337. Eiche 41 Wellen, ck Buchen 9460, Eichen 355, Kiefern 1700. Fichten lvllangen 463 Stück mit 34,09 Im Fichlen-ReiSi'tangen 665 Stück mit 8,67 Fm. Zusammenkunft am Waldeingang bei Mühlsachsea. Lich, den 19. Januar 1910 Grotzherzogliche Vürgermetfteret Dör itiet Ho.zverstergernrrg Im sicher Stadtwald Distrikt Großhäulerberg und eventuell Dtülswäldchen werden Donnerstag den 27. Januar, vormittags 9V» Uhr ansangend, versteigert: Bad-Rauhcim. An der Parkstraste sAlieenplatz) zwei Ver- kanfshauschen für Obst oder Blumen zusammen oder einzeln auf drei Sommer zu vermieten. Angebote bis 1. Februar bei Bürgermeisterei einzureichen, woselbst Bedingungen vorher erhältlich. (Dl8A ..-Die er I b-r b m e 1'6'W »’S fctot Itint - ' na MS« kn 7® ‘ R n e » JcföS citlluno1! Mruh ,(1!f I e« Hauspäne Brennholz 2.50 M. (310 Käserei SZ. ^oblcrmauu, Bleichstraße 12. B. Brennholz: > Nmtr. Scheiter „ Knüppel > „ Stöcke 1 Wellen. 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Iss18/,i Lisrcl». schwell jungt, heilt Dir. F. Baum, Gicsten West-Anlage 51 III. Zkurfuö, um eine gute klangvolle Sprache zu erhalten. Emviohlen ■ durch die oberste Schulbehörde, da j ich den Kursus der Schulen in • Darmstadt leitete. Zu dem jetzt beginnenden Kursus erb. Anmeldungen sofort an Dir. A. Baum. Gienen, West-Anlage 51 111. 304 Holzverkanf. Im Wege des schriftlichen Angebots soll das nachbenannte Hols aus den Gemeindewaldungen der Bürgermeisterei Atzlar verkauft werden: 1. Gcmeindewald Bergbausen: 45L3 Fstm. Kiefern-Bauholz, gute langschänige und gerade Stämme. L. Gemciudcwald Breitenbach : L90 Fstm. Eichen - Grubenholz, 2,29 Fstm. Kiesern-Schnittbolz, 49Z3 Fstm. Äiesern-Grubendolz. L. Gemeindewald DrciSbach: 1,40 Mm. Eichen-Grubenholz, 83.71 s>stm. Kieiern-Grubenholz (mit ’/« Bauholz!. 4* Gemeindewald Ehringshausen: ILA Fttm. Jichtenstammholz bezw. Fichtenderbllangen. 5. Gemciudewald Kölschnausen: 23,41 Fstm. Lkiefern-Bauholz, starke Stämme, geradschästig 6. Gemcindcwald Werdorf- 29,45 Hstm. Fichtenstammholz, 6L47 Fstm. Kiefernsiamncholz. * Das Kiesernstammholz ist zu 2/s Bauholz und zu Vs Grubenholz. Meist gerade und langschäftig. Schriftliche Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 4. Februar 1910 dem Unterzeichneten einzureichen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt am Samstag dem 5. Februar 1910, vormittags 11 Uhr. im Sitzungszimmer des Bürgermeisteramts. EdriugSbauiea. Kreis Wetzlar, den 19. Januar 1910. D^/i Der Bürgermeister. Holzverstcigerung Winnerod Donnerstag den 27. Januar sollen in den Dtstcitten wenn Sie von jetzt an morgens und nachmittags nur noch Kathreiners Malzkaffee trinken.