Veruü-pretS: monatlich75M.,vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; burch die Post Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokalISPft auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Berantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuilleton" und.Vermischtes" K. Neurath; für.Stadt u. Land" und „Gerichts- »r. »45 Erstes Bla« 160. Jahrgang Mittwoch 10. Oktober 1010 Der iKtentr »„zeige, Ä erscheint täglich, außer O Sonntags. - Beilagen: RH ▼ gsVlvnvIlU 4IIWIUU für die Redaktion 112, MU Seneral-Anzeiger für SberheUn ^iS vormittag« 9 Uhr. Rotafiow$&nt augenscheinlich das Demissionsgesuch der drei Staats- änner erklären, mag auch die unmittelbare Ursache in ' ner persönlichen Differenz zwischen Dschavid Bey und | tahmud Schewket Pascha zu suchen sein. Wie nämlich । ^richtet wird, will der Finanzminister, daß die Ueberschüsse 25 letztjährigen Heeresbuhgets, ungefähr 6000 türkische I fund (ä M. 18,44) in die allgemeine Staatskasse zurück- | ießen, während der Kriegsminister sich diese Summe gern । ir freien Verfügung für etwaige Notfälle reservieren töchte, wahrscheinlich, weil er den Beziehungen zu Griechen- Kunft, Wissenschaft und Leben. I — „Kunst unserer Herma t." Der Verwaltungsaus- । rrufe der Vereinigung zur Förderung der Künste 'n Hessen und im Rhein-Maingebiet hielt am Sams- | ig eine Sitzung ab. Der Zweck war, eine allgemeine Aus- । »rache über die von ihm herausgegebene Zeitschrift „Kunst 1 nserer Heimat" herbeizusühren. Zur Gewinnung eines Ueber- I ftcks über hervortretende Mangel und Wünsche war vorher eine künstliche Umfrage veranstaltet worden. Das Ergebnis der Be- itung war zunächst die Uebereinstimmung darin, daß es zweck- läßig sei, wenn, anstatt wie seither jährlich sechs, künftig zwölf ' e f t e erschienen, natürlich unter entsprechender Verminderung er Stärke der einzelnen Hefte. Ferner ist in Aussicht genommen 'orden, 'den seither schon bestehenden Redaktivnsbeirat zu er- 'eitern, insbesondere für Architektur und Malerei eine Ver- etung zu berufen. Des weiteren soll der seitherige Plan für | ie Zusammenstellung der Hefte: Berücksichtigung örtlicher Be- rke für abgeschlossene Veröffentlichungen, verlassen und künftig ach anderen Gesichtspunkten verfahren werden. II — Di e Zwiebel wage am Goethe haus. Aus ,3eimar wird der V. Z. unterm 16. Oktober geschrieben: üs Anlaß des hiesigen Zwiebelmarktes, der sich vom i:auenplan bis yum Schillerhau.se erstreckt, erblickte man ha eilte am Goethehause eine mit buntem Zierrat reizvoll usgestattete Zwiebelwage mit der auf das großherzogliche S üappen garnierten Zahl 25. Als im Jahre 1885 das Goethe- cms in den Besitz des Staates übergegangen war, hatte as muntere Völkchen der Planburschen es nicht versäumt, Item Brauche gemäß, wonach jedes neue, im Bereiche des .Wiebelmarktes erbaute oder jedes den Besitzer wechselnde 'aus durch Verleihung einer schmucken, aus Zwiebelrispen ebildeten Wage ausgezeichnet wurde, das Goethehaus mit ieser Zierde zu versehen. Damals äußerte der verstorbene ^roßherzog Karl Alexander, ein Freund alter thüringischer ntten, seine besondere Freude über den lustigen Einfall nd spendete den Gebern ein ansehnliches Geschenk. Auch i^j eute bleibt dem Eigentümer des Goethenationalmuseums r1 whl nichts anderes übrig, als sich durch einen opulenten esttrunk etwa von dem zierlichen Anhängsel zu lösen. — lieber Tolstois Befinden liegen wieder einmal unruhigende Nachrichten vor. Nach seinem gewöhnlichen Iji ^glichen Spaziergang begab sich der Greis vorgestern in seinem 1 lrbeitszimmer zur Ruhe. Ta er nach mehreren Stunden nicht erauskam. trat seine Gattin ein und fand Tolstoi ohnmächtig, llsdann redete er irre. Erft nach Mitternacht gelang es drei lerzteu, das Bewußtfeiu. des. Leidenden wieder wach zu rufen. land und dem Zustandekommen der Anleihe gar nicht mehr traut. Die Bemühungen, diesen Streit zu schlichten, haben bisher zu keinem Ergebnis geführt, und Hakki Pascya ist entschlossen, sein Demissionsgesuch aufrecht zu erhalten, wobei freilich bisher unbekannt geblieben ist, ob er für Dschavid Bey oder für Mahmud Schewket Pascha Partei nimmt. Anscheinend will das jungtürkische Komitee diese beiden Männer um jeden Preis halten, während Hakki Pascha das Vertrauen der Kvmiteepartei bis zu einem gewissen Grade verloren hat, sich desto mehr aber der Gunst des Sultans erfreut, bei dem jetzt allein die Entscheidung in dieser Kabinettsfrage liegt. Wenn es richtig ist, daß er abermals Hakki Pascha mit der Bildung eines neuen Kabinetts, und zwar unter Ausschiffung von Dschavid und Schewket betrauen will, so würde das in weiten Kreisen der Komiteepartei nicht verstanden werden. Vielmehr würden bann dem neuen Kabinett Hakki so große Schwierigkeiten drohen, daß es, soll es sich halten, dazu getrieben würde, bei den Mächten auf Erledigung der Kretafrage zu dringen, um so der türkischen Vollsstimmung entgegenzukommen. Andernfalls würde wahrscheinlicl) der jetzige Justizminister Nedschmeddin, oder auch der Führer der Komiteepartei, Halil, an die Spitze der türkischen Regierung treten, die dadurch und durch Beibehaltung Dschavids, sowie namentlich Schewkets, zu einem Kampfministerium würde, das jede Verständigung über die Kreta- und Anleihefrage aus- schlösse. Konstantinopel, 18. Okt. In der gestrigen Beratung der Minister, in der bereits Versuche unternommen wurden, eine Verständigung zwischen dem Kriegsmini st er und dem Finanzminister anzubahnen, erstattete der Kriegsminister über 16 Punkte umfassende Vorschläge, die der Finanzminister bis heute studieren soll. In der Umgebung des Finanzministers verlautet, die Vorschläge seien mit der Verfassung unvereinbar, weshalb der Finanzminister fest entschlossen sei, nach Beendigung der Manöver zu demissionieren. Es verlautet, die Haltung des Finanzministers habe bereits im Finanzdienst der Armeeverwaltung die Zahlung der Armeelieferungen erschwert. Wie verlautet, beschloß die Regierung, einige strategische Punkte im Schwarzen Meer und dem Archipel zu befestigen. Die Minister halten heute beim Großwesir Beratungen ab, um zu versuchen, über die in bezug auf das Gesetz Über den Oberrechnungshof im Kabinett aufgetretenen ^Meinungsverschiedenheiten zu einer Verständigung zu kommen. Der Marineminister erklärte sich in dieser Frage mit dem Kriegsminister solidarisch, dessen Ansichten mit denen des Finanzministers in Widerspruch stehen. ♦ Auswanderungen nach Montenegro. Cetinje, ^.8. Okt. Die Auswanderung aus den Bilajets Kassow und Skutari nach Montenegro nimmt täglich größere Dimensionen an unb setzt die montenegrinische Regierung immer größeren Verlegenheiten aus. Alle Bemühungen der Emigranten, straflos in ihre Heimat Aurücffebren zu können, haben keinen Erfolg gehabt. Heute hat die Regierung allen hiesigen Vertretern der Großmächte ein Memorandum überreicht, in welchem sie auf die schwierige Lage hinw^ist, in der sie sich befindet. Ein Ausschuß von Bürgern hat einen Aufruf an die Bevölkerung erlassen, in welchem um freiwillige Gaben für die Emigranten gebeten wird. Neue Erklärungen des Grasen Aehrenthal. Graf Aehrenthal ist es mit Leichtigkeit gelungen, in dem Ausschuß der ungarischen Delegation die schwachen Einwen^ düngen der slawischen Widersacher zurückzuweisen und sich die Anerkennung der großen Mehrheit zu gewinnen: Wien, 18. Okt. Der ungarische Legationsausschuß für die auswärtigen Angelegenheiten beaann heute mit der Beratung des Exposes des Ministers des Äeußern Grafen Aehrenthal. Der Berichterstatter Graf Markus Wickenburg- betonte, daß die ganze Annexionkampagne einen glänzenden Erfolg des Leiters des Auswärtigen Amts und seiner Mitarbeiter', des Botschafters in Konstantinopel und des Gesandten in Belgrad, bedeute. Kossuth sagte, daß das Exposö in mehreren Punkten lückenhaft sei; es sei insbesondere notwendig, Aufklärungen darüber zu verlangen, warum die Annexion gerade in einer Zeit vorgenommen wurde, wo die Türkei infolge innerer Wirren geschwächt war und Komplikationen seitens der übrigen europäischen Möchte bezüglich der Abänderung des Berliner Vertrages zu erwarten waren. Graf Stephan Tisza (Arbeitspartei) bemerkte, der Dreibund sei wohl nicht das einzig mögliche Bündnis, sicherlich aber das zweckmäßigste. „Was bie* Wahl des Zeitpunktes für die Annexion anlangt, so wurde er nicht von uns gewählt, sondern die Ereignisse haben ungewollt die Annexion nach sich gezogen. Ich konstatiere ferner, daß der Minister des Auswärtigen die Partie glänzend zu Ende geführt hat." Graf Aehrenthal sprach seine Freude darüber aus, daß von autoritativer Seite bestätigt wurde, daß die Wahl des Zeitpunktes der Annexion nicht von Oesterreich-Ungam abhing; eine so hervorragend konservative Macht wie Oesterreich-Ungarn mußte den Zeitpunkt und die Umstände für den geeigneten Moment zur Wahrung ihrer Interessen sorgfältig prüfen und diesen nach Kräften ausnutzen. Graf Aehrenthal wies dann den Vorwurf zurück, als ob durch die Annexion ein Rechtsbruch begangen worden wäre. Tie Anfrage, ob noch die Balkan-Entente mit Rußland bestehe, beantwortete er dahin, daß diese mit Rücksicht auf die Aenderung der Verhältnisse in der Türkei gegenstandslos geworden sei, daß aber die Beziehungen zu RußlanL befriedigende seien. Auf eine. Anfrage wegen der Gerückfte von einer türkisch- rurnänischen Konvention verwies der Minister daraus, daß diese Gerüchte von Rumänien dementiert wurden und baß sie wahrscheinlich von einer Seite ftainrnten, welche Interesse habe, Unruhe zu stiften und der vielleicht auch daran gelegen sei, die türkische Anleihefrage in Paris tzü stören. Was die Äimäherung oder sogar den Anschluß der Türkei an den Treibund betreffe, so handele es sich hierbei um einen Ballon „d'Essay", um Unruhe zu stiften. Unsere Beziehungen zur Türkei sind sehr präzisiert. Wir wünschen im Orient die Au ft echt er Haltung des Friedens und des Statusguo und daß die Türkei mit Klugheit und Stetigkeit an ihrer Konsolidierung arbeitet. Auf eine weitere Anfrage, bezüglich der Ereignisse in} Portugal, erklärte Graf Aehrenthal: Wir gedenken der Umwälzung m Portugal gegenüber eine abwartende Haltung einzunehmen, um zu sehen, welche Entwickelung die Verhältnisse Port nehmen und wie das portugiesische Volk sich zu dieser Aenderung der Staatsform in legaler Weise äußern roirb. Unser Geschäft- träger in Lissabon hat Instruktionen erhalten, zur Wahrung per Interessen Oesterreich-Ungarns in Portugal mit der gegenwärtigen Regierung in Beziehungen zu treten. Ter Aussclmß beschloß dann, im Sinne des Antrages des Referenten, daß er die vom Minister des Aeußern erteilten Aufklärungen mit Tank zur Kenntnis nehme, mit der Politik des Ministers Übereinstimme und dem Minister sein Vertrauen ausdrücke. Der Ministerwechsel in Griechenland. Athen, 18. Okt. Der König ermächtigte V enizel o§, die Kammern, wenn erforderlich, auszulösen. Venizelos wird dem König heute abend die Ministerliste vorlegen. DaS neue Ministerium wird sich wahrscheinlich folgendermaßen zusammensetzen: den Vorsitz, den Krieg und — Zum Andenken Fritz Reuters stellt aus Anlaß des hundertsten Geburtstages des Diciuers die Gesellschaft tür Verbreitung von Volksbildung (Berlin N/W., Lübecker Straße 6) für 500 Volksbibliotbeken eine dreibändige Ausgabe der ^Stromtid" und für 10U0 Schulen ,Tie Franzosenlid" unentgeltlich zur Verfügung. Tie Verteilung der .Franzosentid" an Schüler erfolgt in der Weise, daß aus einer Schule mir 4 Schüler berücksichtigt werden. Das Porto (30 Pig.) ist den Gesuchen bei- jnfügen. — Die Gesellschaft hat auch zum 80. Geburtstag der Dichterin Marie von Ebner-Eschen doch an iOOO Bolks- bibliotheken je 5 kleinere Werke der Dichterin zur Verfügung gestellt. Von dem Anerbieten ist aus allen Teilen des deutschen Sprachgebiets in so starker Weise Gebrauch gewacht worden, daß die Zahl der ursprüglich für die Spende befiimmten Werke noch vermehrt werden mußte. — Theodor Fontane als Nachtkritiker. Jrn neuesten Heft der „Neuen Rundschau" finden wir in unged-ruckten Briefen Fontanes u. a. eine Epistel 'aus dem Jahre 1889 an die Schauspielerin Paula Konrad, jetzt Frau Schlenther. Der Dichter entschuldigt darin ein Clichee-Wort, das ihnr in seiner Nachtkritik unterlaufen, mit folgendem humoristisch-resignierendcn Stoßseufzer, den ihm mancher Genosse der NachtreserenteT^Fakul- tät lebhaft nachempfinden wird: „Mein gnädigstes Fräulein. Es ist mir sehr leid. Sie nicht selbst gesehen unb gesprochen zu haben. Denn was meine Damen, besonders meine Tochter, Ihnen gesagt haben unb was ich aus deren Munde soeben wieder erfahre, ist ein sehr schwacher unb sogar sehr falscher Ausdruck dessen, was ich über Ihre Hilde denke unb hier — gleich nach der erftefti Vorstellung (bei* „Frau vom Meere" im Schauspielhaus) — geäußert habe. Zunächst müssen Sie burchaus vergessen, baß ich am Schlüsse meiner Kritik geschrieben habe: „Frau v. Hochenburger unb Frl. Conrad waren reizend." Es ist nicht ganz falsch. Denn die lebenden Bilder, die man empfing, waren anmutig, gefällig. Dennoch ist „reizend" ein ganz dummes Wort, das Sie in seinem Nichts, in seiner Phrasenhaftigkeit ganz richtig erkannt unb sich mit Recht barüber aigriert haben. Aber nne kommt dergleichen? Es ist ein V e r le g en he i t s wo r t. Weiter nichts. Da setzt man sich hin unb hat in brei Stunden eine ellenhagre Kritik zu schreiben über eine, wie ich Ihnen nicht erst zu sagen brauche, sehr schwierige Materie. Das Mädchen, eingemummelt, steht schon hinter einem, mit einem Markstück in der Hand, um sich sofort auf eine Droschke erster Klasse stürzen zu können Alles ist in Haft, Angst, Aufregung, und noch immer sitzt der unglückliche alte Mann an feinem Schreibtisch und fegt über die Seiten hm und ist immer noch nicht fertig. Endlich. Aber da sind ja noch die Schauspieler! Meyer phänomenal, Ludwig dito, Vollmer verfehlt, Conrad reizend — abgemacht, weg Es ist alles ehrlich gemeint Auch der rmsesähre Ausdruck, aber alles grob, ungehobelt, unvollständig, auch im Lob angreifbar, übertrieben, alles schönen Maßes entbehrend. Das beklage ich am meisten. Aber es ist nicht zu ändern, unb man kann nicht mehr tun, als es zuzugestehen und, so weit es geht, hinterher auszugleichen. Wer bicfen Zustand der Sache bestreiten will, der lügt. Alles bleibt unvollkommen." V. K. SchußpramienundVogelschutz. Vom Deutschen Verein zum Schutze der Voqelwelt wird uns geschrieben: Durch die Presse ging in jüngster Zeit die Nachricht, daß der Verband deutscher Brieftauben Hebbaber für die Fänge von Wanderfalke, Hühnerhabicht und Sperberweibchen für 1910 wiederum 3500 Mk. Prämien ausgesetzt hat. Gegen dieses Prämiierungs- system ist es Pflicht aller Freunde der Natur und unseres Volkes, mit allen Mitteln vorzugehen. Wohin sollte eS führen, wenn feder Verein (Imker-, Fischerei-, Landwirtschasts-, Brieslaubenzüchter-, Iägervereine) das Recht hätte, die Tiere, die seine Interessen wirklich ober vermeintlich schädigen, zu ächten und auf ihre Erlangung Preise auszusetzen. ES bliebe ja dann überhaupt fast kaum ein Tier übrig, für das kein Preis zu erzielen wäre. Während von der Wissenschaft, sowie von Regierungen und Verwaltungen in immer steigendem Maße die Bedeutung des Natur- uub Vogelschutzes erkannt und gegen bte Verödung der Natur angekäinpst wird, fördert die Prämienausschreibung bet Brieftaubenliebhaber die Massentötung und jücntet die Anschauung heran, als sei es ein verdienstvolles Werk, möglichst viel Raubvögel vernichtet zu haben, gleichviel, ob von univissenden Schützen mit den schädlichen auch alle möglichen nützlichen oder Darmlolen Tiere niedergeknallt werden. Denn der Prämienlüsterne sieht nicht immer genau zu, ob der kreisende Vogel ein Sperber ober Habicht ist, er schießt eben schnell, damit ihm die Beute nicht entgehe. Ist der heruntergeslürzte Raubvogel ein Taubenvertilger, dann gut, dann hat er die Prämie sicher, ist er ein unschuldiger Bussard ober Turmfalke, bann sicht ihn das auch nicht viel an. Wie viele dieser Prämienschützen kennen überhaupt den Unterschied zivlschen Bussard, Sperber unb Falke? Da ist es kein Wunder, wenn die kleinen Raubvögel dezimiert, zum Teil ganz vernichtet sind. Der Naturfreund kann froh sein, ivenn er einen Bussard zu Gesichte befommt oder einen Turmsalken; der Wanderfalke, auf den es die Brieftaubenltebhaber gaiij besonders abgesehen zu haben scheinen, ist fast völlig ausgerottet, und au seinem stolzen Flugbilde sich zu erfreuen, hat man ebenso selten Gelegenheit mie an dem der Alilane und Weihen; dafür haben die Nützlichkeitskrä'mer und Schießer gesorgt. Wenn diesem Treiben nicht bald Einhalt geboten wird, werden wir unserer heimischen Natur allmählich den Frieden des Kirchhofs aufzivmgen; bann erst wird mau bte Größe bes Verlustes erkennen, der burch solch unsinniges Wüten uns unb unserem Lande zugefügt wurde. 1 Aus Hessen Forderungen der Eisenbahnangestellten würden erfüllt, weil diese ruhig und fest geblieben seien. Der Aufruf wirft dem Ministerpräsidenten Brian d vor, er habe die Grundsätze der Freiheit verletzt und Zwischenfälle absichtlich aufgebauscht und endet mit der Versicherung, die Eisenbahnangestellten seien besiegt, aber nicht entmutigt und rüsteten z u r R a ch e. beschlossen. Um dec schweren Mäuseplage zu steuern, sollen die städtischen Raine und Böschungen mit Gift belegt werden. — In Schrecksbach geriet ein Knabe in bas Räderwerk einer Mühle, wobei er schwer verletzt wurde L. Friedberg, 18. Okt. Auf der Brandstätte des Warenhauses Schleimer erschienen auch gestern abend Großfürstinnen von Rußland, die beiden Prinzen bon Preußen, wie die Prinzessin Luise von Battenberg nebs- einer Hofdame. Um 9 Uhr abends fuhr Prinz Sigismund von Preußen, begleitet von seinen Eltern, dem Prinzenpaar Heinrich von Preußen, zur Bahn, um wieder nach Heute morgen, am Namenstag de- *■* 19. Ökt. Bei der gestrigen meinderatSwa hl wurden gewählt: Heinrich Dierip. jun. mit 205, Hermann Heller mit 164 und Karl Nikolaus mit 138 Stimmen. -1. Alsfeld, 18. Okt. Der Stadtvorstand beschloß bi< Errichtung einer Markthalle im Erdgeschoß des HochzcitZ. Hauses. Auch die Anstelliing eines Friedhof Saufseherz unb die Errichtung der städtischen Müllabfuhr routbt Sarstedt, 18. Okt. Seit heute früh sechs Uhr fittb über hundert Rettungsmannschaften abweäp am selnd unermüdlich tätig, um die auf dem Schachte her Gewerkschaft Siegfried cingeschlossenen 14 Bergleute zu ** Das Erlöschen der Maul- und Klauen ^meldet vom Viehhose zu Breslau 16. Oktober. Deutsches Reich. Unter der Führung von zehn großen Hanbels-Zentral- verbänden des Reiches wurde in H a m b u r g ein Zentral- vie Vorgänge in Portugal. Lissabon, 18. Okt. Tas, Dekret über die V e r b a n n u n g der Familie Bragan-a ist vorbereitet. Die ma teriel le L a g e der Familie wird in angemessener Weise geregelt und ihre legitimen Rechte werden respekliett werden An der Universität Coimbra wurde heute gelegentlich der Wiederaufnahme der V o r l e , u n g e n von einer Anzahl Stu d e n t e n eine Kund g e b u n g gegen monarchisch gesinnte Pro- interimistisch die Marine übernimmt DenizeloS, das Innere »dem Eindruck der amtlichen Stellen geneigt, in den für ihn RepuloS, die Justiz Dimitrakopulos, die Finanzen> - - - - ™ • KoromilaS, den öffentlichen Unterricht Alexandru DaS Portefeuille de§ Aeußeren behält KallergiS. toefentlief)en Punkten, auf welche dre öffentliche Meinung in Spanien kein Gewicht legt, nckchzugeben, aber es ablehnen zu wollen, der spanischen Regierung Sicherheit für die Aufrechterhaltung der Ruhe in Ceuta und den benach- barten Gebieten oder eine angemessene Geldentschädigung für den Feldzug bei Melilla zu bieten. In den .Kreisen der Ponttker zeiat man sich trotzdem über einen endgültigen Erfolg der Verhandlungen recht zuversichtlich. Die ausständigen Eisenbahnangestellten nahmen bei der Nord bahn und der staatlichen West bahn die Arbeit wieder auf. Alle Personenzüge ohne Ausnahme werden heute wieder verkehren. Bei den übrigen Bahnnetzen ist der Betrieb normal. Im Ministerrat erflärte Briand, der Ausstand sei beendigt; mit der Heberwachung der Eisenbahnen und den Maßnahmen zur Unterdrückung der Sabotage werde fortgefahren. Verkehrsminister Millerand teilte mit, die Direktoren der Eisenbahnaesellschaften hätten die Zei-! iungsnachricht von beabsichtigten Ma ssen en tlas- sungen am Tage nach der Wiederaufnahme der Arbeit für unwahr erklärt. Groß-Giesen, 18. Okt. Heber das Unglück wird von zuständiger Stelle folgendes mitgeteilt: Heute ftüh gegen 6 Uhr ereignete sich auf dem Kalibergwerk der Ge- wertschaft Siegfried, Groß-Giesen (Landkreis Hildesheim eine Grubenexplosion. Ein Arbeiter und zwei Rettungsleute sind tot und geborgen. Etwa 12 Leichen stick noch zu bergen. Art und Ursache der Explosion sind noch nicht feststellbar. Man nimmt an, daß eine Explosion der Zum Schießen gebrauchten Dynamitkisten erfolgt ist. Die Bergungsarbeiten der Leichen sind im Gange, werden aber durch Explosionsgase sehr erschwert. Schacht und Grubenbau sind mit Ausnahme der Stelle der Explosion unversehrt. Oberbergrat Müller und Bergrat Richert befinden sich seit heute früh an der Unfallstelle und leiten bio Rettungsarbeiten. einen ganz außerordentlichen Erfolg davongetragen. Ein- Vertrauen und fügte bann diesem Dank einen scharfen Angriff ftubierimg und Ausstattung sind in sorgfältigster Weise oor- gegen die sozialdemokratische Partei und insbesondere gegen Bin berc,tct ™?rben- germeifter Dr.Dullo hinzu, der „wederP flicht- noch Ehr- Sö, V} ber e^n Hälfte gefühl genug habe, um das wieder gut -n machen, n laufenden Oktobers benutzten die Straßenbahn 480771 was er der Stadt geschadet habe" (Lebhafter Beifall ^ifanb« ^798^ 3^ef unb “"oT SbÄ , $ie ** Der Verkehr in der ersten Hälfte des September betrug nur ' bcr ^^e Vorsitzende und bisherige 0t- 44544 oder täglich im Durchschnitt 2967. Fahrgäste. m)astbfuhrer der Mlgememen Ortskrankenkasse Offenbach, Streb. f Der Dauerritt um den Ehrenpreis des vor kurzer Zeit «noch Mitglied der sozialdemokratischkit Kaisers, der am 13. d. M. in Darmstadt begann und in Partei und früher sogar führender Genosse war, sowie der .chrisr- Hanau endete, hat aus dem ganzen Armeekorps nur eineM^e Arbeitersekretär Frede, Kandidat des Zentrums, pok Beteiligung der beiden Darmstädter Trag.-Regimenter ge- misierten ebenfalls in schärfster Weise gegen die sozialdemokratisLe landen. Von jedem der beiden Regimenter beteiligten sich Partei und gegen Bürgermeister Dr. Dullo vertiefen”6' am ®eburt§ta9 des Kaisers Sollt- bie bürgerliche Liste am nächsten Montag siegen, st 1- Ein großes Ofsiriers-Rennen bas her Mrftcn biC $68C bc§ Bürgermeisters Dr. Dullo in Offenb°Ä Hessische Reiterverein veranstaltet,'wirb am 30 b Mts fri?; bcnn cin gedeihliches Zusammenarbeiten ist imlet auf dem Hebungsplatz bei Gries h eim stattfinden. ' diesen Um)tänbcn als ausgeschlossen zu betrachten. ,t Eine Sammlung von alt-hessi scheu , lan d- 8. O ffenb ach, 19. Okt. (Privattelegramm.) Bürgermeiftn l ich-Da rm städti sch e n Verordnungen von dem Dr. Dullo hat wegen der beleidigenden Aeußerungen des Rentners Staatsarchiv in bti Wege^gEct^ ""genbliMch von bem Molln^ bi- bieser in ber gestrigen Wahlsitzung getan hat, beim ,o (?) Die Geschichte eines Bauplatzes. BorT "Z1 tT n Q nutclit, „ Cln Maurermeister in Heuchecheim fitrl CaitSwtrfkbafL birk? Sfta&T feUfAnit?«(^Opbhniner München, 18. Oft. Wegen des Ausbruches d-, t ™ öfr «ofborfer Maul- unb Klauenseuche ü, berAbteilung für norbbettsch, .'zirt Königsberg am 15. Oktober. . B ^u' ^n München wurde am Dienstag unter dem Vorsitz der Prinzessin Ludwig von Bayern der sechste Verbands- tag der deutschen Frauenvereine vorn Roten Kreuz eröffnet. In dem Hauptbericht entwickelte Professor Pannwitz ein erfreuliches Mld über die Frieden^tätiqkeit des Roten .Kreuzes, insbesondere in der Tuberkulosebekämpfung und in der Säuglingspflege und wies dabei auf die große Bedeutung der 1911 in Dresden stattfindenden internationalen Hygiene-Ausstellnng hin. Der Vaterländische Frauenverein besitze .gegenwärtig 1510 Zweigvereine, eine halbe Million Mitglieder, sowie ein Vereinsvermögen von 23 Millionen Mark. Generalarzt Werner berichtete über die Mobilmachung, Generalsekretär Fried heim über die Beteiligung der Frauen an der Volksgesundheitspflege und betonte, daß alle Vereine besonders in der Bekämpfung der Tuberkulose mitarbeiten müßten. 2lUSl(M1Ö. In Brüssel fand am Dienstag nachmittag im Jubelpark das Fest der Pr e i s v e r t eilu n g der Weltausstellung in Anwesenheit des Königs und der Königin statt Alle auf der Ausstellung vertretenen Nationen defiliertem vor dem Konigspoar. ^Dnig Albert überreichte sodann den Leitern der einzelnen Mteilungen die ihnen zugedachten Preise. Von Deutschland wurden prämiiert die Geheimräte Albert und Rav en 6 sowie Regierungsassessor Dr. Hanke. Ein Festzug, Arbeit und Industrie darstellend, durchs die Halle und bildete den Schluß der prunkvollen In Madrider ^amtlichen Kreisen behauptet man, daß me Gerüchte, welche im Ausland darüber umgehen, daß % 1pirsche Regierung von der inarotkani- Gesandtschaft eine übertrieben hohe Summe ^5,^"?^bntschädignng verlange, auf Hebertrei- ^^^ruhen Jn Wirklichkeit sei diese Frage weder von Gesandtschaft noch von dem Madrider Kabinett bisher geprüft worden. Der Maghzen scheint nach TJec1’" 1 v ” LUlVr v.v u 11 u gaffen monavcyiia) gejumtc Pro-1 a 2 f st e ri u m v. Ho m b e r g k u n d d er V 0 r - fei form veranstaltet, wobei auch mehrere Bilder imb andere Gegen- 'kano 0 es hessrschen Oberlehrervereins. Aus stände zerstört wurdrn. Der Gouverneur beruhigte die Sttidenten; ^ner -oMeitt an die „Frkft. Ztg." ist zu entnehmen, in die Wiederanfnahme der Vorlesungen wurde vertagt. I welcher Weise der Vorstand des hessischen Oberlehrervereins - „ .—. . -------------- ———■ uach dem Tode des Geheimrats Eisenhuth seine Wünsche ElN Ausruf Oer Leitung des französischen geltend gemacht hatte. Wir wolleii diesen sachlichen Teil /ÄÄ«..,... . , «MM. M .t.u... Mröfientlidyi einen ««|. 8$ !?SlBStotei ’XS' *” "•* *5 ^bißt, das Komitee erachte die bedingungs- der Oberlehrer vorzutragen, daß auch in^Zukunst die fachmännische ,sorgen, am Namenstag de- loso Wiederaufnahme der Arbeit für das Syndikat süvldien Ostung beibehalten werde, und daran zu erinnern, daß &ecr T y3ar.enP Köhler-Osthofen, Justizräte Metz-Gießen, v. Bren-I^^""9 ^er Stichwa hl en ebenfalls an einem Sonntag tan o- Offenbach und Schwarz-Worms. Steltvertreten-1vorzunehmen, in der Minderheit. „,af , c m ... - , i der Vorsitzender ist Dr. Schnler - Darmstadt, Schriftführer: ----—— sschuß der Prtnzrpalverbande in Sachen Kohler-Osthofen, Stellvertreter: Schwarz-Worms. Die StüötDCrorÖUCkniDQbkn in ©ffCltbatb bcr Pensronsversicherung ber Pr iv aLang e- . In den Ruhestand versetzt wurde der Kanzlei--! o stellten gegründet, welcher die Wahrung ber Inter- ^ner am Landgericht ber Provinz Oberhessen Friedrich sm? c $' essen der Printtpalität bei den Vorarbeiten wr Rensinn?- ^^olar ans sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung! . crf7 ofJc,ntIl^e W a h ler v ersa mml u n g ber b rZ.nnS Pensions- seiner Gesundheit, unter Anerkennung seiner langjährigen vcre 1 nIgten Burgerpar151cn (Nationalliberalc,Zentrm Versicherung ber Piivatangestellten bezweckt. treuen Dienste. B unt> Wirtschaftliche Vereinigung) sand heute abend in der Turn- ■ Einige sächsische Landtagswahlen zeigen, daß ** Er le big tjist die Stelle des Hauptsteuerarntskontrol-- balle in der Goethcstraße statt. Sie war von über 1000 Anhängern der Siegeszug der Sozialdemolratte keineswegs auf die leurs bei Großh. Hauptsteueramt Darmstadt. der bürgerlichen Parteien besucht. Stadtverordneter Fe i st mann ffiaMIretip6 „7 S t a b tl h - a te r. Am Freüag fmbet bte erste Volks, gab bie bürgerliche Sanbibatenlifte bekamtt, der er nochrützmie 3 0 c i) I) c t fiiQf(iE).10 774 93«n tu ttt p d f) 774^ I p* jr. _, r • < <•-. ® s I vertreten seien unb deshalb wohl den Beifall Brückner iKons.) 1932 unb Sch n an ß fDeutschso^ 15201 „“.f “ n5 2 ° n fle" S-geben. Das Heysc'sche Work der gesamten Wäblerschast finben werbe. (Elf Kmchibaten gehöna Sttmrnen. Dem nattonalliberalen Kandidateii fehlen 400 ' » ^"^^onneinent nicht zur Aliffuhrling. — Am Sonntag Iber nationalliberalen, fünf bcr Zeiitrnms pattei an.) Tie Lis» Stimmen an ber absoluten Mehrheit, mithin ist Stichwahlgebt neu ein|tubiert bte Operette „Försterchristel" wurde barauf ohne Widerspruch durch Handaufheben einftimmig fischen Dr. Zoephel und Dammes erforderlich. Gegen die\™n ^arn? m. . ^ene. Das Werk hat bekanntlich biefen angenommen. Als Vertreter ber 16 Kandidaten dankte barauf 1 Vorwahl im Jahre 1909 gewannen die Nationalliberalen Sommer bet seiner Erstaufführung mit dem Emser Personal der älteste der Kandidaten, Rentner Franz Moller für dar rund 1000 Stimmen. Die Konservativen und Reformer ver- ----- ---- ~ r r 1 ' ~ koren 2300, die Sozialdemokraten verloren (in Leipzig, dem Sitz der radikalen „Volkszeitung".') 1100 Stimmen! Bei der Landtagsersatzwahl im Wahlkreise Plauen-Land wurden abgegeben: Für Landwirt Sammler (Kons.) 5414, für Postsekretär Bausch (natl) 2149 und für den Reisenden und Parteisekretär Meier (Soz>.) 2153 Stimmen. Samm- l e r ist somit gewählt. Vor dem Depot der Straßenbahn in Bremen kam es am Dtenstag abend wieder zu schweren Ausschrei- tungen. Eine dort angesammelte Menschenmenge von über tausend Personen wurde mit der blanken Waffe wiederholt z u r ü ck g e t r i e b e n , da sie die Schutzmannschaft mit Flaschen und Steinen bewarf. Auch aus den Häusern wurde auf die Beamten geworfen. Die Ruhestörungen dauerten bis in bie Nacht hinein. Er fanden viele Verhaftungen statt. Zahlreiche Personen, unter ihnen auch Schutzleute, find verletzt worden. Ein Motor und ein Anhängerwagen wurden vollständig zerstört. Z w e i S ch u tz l e u t e wurden durch Sternwürse schwer verletzt. Die Hand- werker der Straßenbahn, etwa hundert Mann, fallen beschlossen haben, ihrerseits guch in den Ausstand zu treten. retten. Um vier Uhr waren die Rettungsmannschasten bis zur Unglucksstelle vorgedrungen. Llußer den bereits geborgenen wurde noch eine weitere Leiche zutage ge- jördert. Es wird befürchtet, daß sämtliche noch eingeschlossenen Bergleute infolge der Explosion ihr Leben eingebüßt haben Der Betrieb ist voraussichtlich nicht gestört. Bis zur Stunde herrscht aber noch nicht völlige Klarheit und die Nachrichten lauten vollständig verschieden. Es soll gelungen sein, die Leichen von 14 Bergleuten zu bergen. Nach dem „B. T." würde es noch einer Reihe von Stunden angestrengtester Arbeit bedürfen, um an die Verunglückten heranzukommen. Luftschiffahrt. Die Preisverteilung der Berliner Flugwoche. Berlin, 18. Okt. Nach der Entscheidung des Preisgerichts über die Ergebnisse der Flugmoche vom 9. bis 16. Oktober in Johannistal erhielt Lindpaintner den vom Kriegsministerium gestifteten Preis von 25 000 Mk. und Jeann in den von einem ungenannten Patrioten gestifteten Preis von 15 000 Mk. Vom Kriegsministerium gestifteten Belastungspreis erhielt Brun hu der den ersten mit 5000, Wie nczierS den zweiten mit 3000 Mk., während der dritte von 1000 Mk. nicht gewonnen wurde. Den Bleichroeder- PreiS von 10000 Mk. und den Höhepreis von 4000 Mk. erhielt WienstzierS. 9 Luftschiffe vermißt. Saint Louis, 18. Okt. Bisher ist von den zehn an der internationalen Wettfahrt um den Gordon-Bennet- PreiS beteiligten Ballons nur ein amerikanischer Ballon gelandet. Die drei deutschen BallonS wurden zuletzt in der Nähe des Michigan-Sees beobachtet. Der Schluß von wellmans Gzeanfahrt. Die mit so großem Tamtarr^ eingeleitete Fahrt Wellmans ist schon wieder beendet. Spötterzungen haben schon. vorher diesen Ausgang erwartet und auf seine „mißglückte" Fahrt nach dem Nordpol aufmerksam gemacht, die er tatsächlich nur gemimt hatte. In Wirklichkeit hatte er nie die Absicht gehabt, nach dem Nordpol zu fahren. .Dasselbe wird nun von seiner Ozeanfahrt behauptet, bei der er allerdings 69 Stunden in der Luft war. Wir erhalten folgende Drahtnachrichten: New York, 18. Okt. Nach einem drahtlosen Telegramm des Kapitäns des Dampfers „Trent", Dew, an die hiesige Vertretung der Royal-Mail-Linie, sichtete der Kapitän heute früh 5 Uhr den Ballon „Amerika". Dieser signalisierte, er brauche Hilfe. Nach dreistündigem Manöverieren bei starker Brise wurden Wellman und seine Begleiter, die sich alle wohl befinden, an Bord des Dampfers „Trent" gebracht. Die Rettung erfolgte ungefähr 450 Meilen südlich von Sandy Hook unter 3o Grad 43 Min. nördlicher Breite und 68 Grad 18 Min. westlicher Länge. Newyork, 18. Okt. Eine drahtlose Meldung des Dampfers „Trent" an die Associated Preß besagt: „Der Ballon „Amerika" telegraphierte an „Trent" um 4Vs Uhr früh, die Mannschaft wolle den Ballon verlassen. „Trent" wurde ersucht, dem Ballon, der mit einer Geschwindigkeit von 12 Meilen dahinflog, zu folgen. Die Niederlassung des Rettungsbootes des Ballons gestaltete sich sehr schwierig. Nachdem das Boot losgemacht war, schoß der Ballon in die Höhe. Wellman erklärte, der Ballon sei soweit aus dem Kurs getrieben worden, daß er es nicht für ratsam gehatten habe, weiterzufahren. Ms der Dampfer „Trent" die Bergung des Ballons „Amerika" aufnahm war es 7,i/3 Uhr vormittags. Die Losmachung des Rettungsbootes des Ballons gestattete sich sehr schwierig (wie bereits gemeldet) und nahm viel Zeit in Anspruch. Ter Eqmld- brator drohte mehrmals, das Boot umMwerfen und riß ein Uei- nes Loch in eine Seite des Bootes. Der Ballon wurde nach der Aufnahme Wellmans und seiner Begleitung seinem Schicksal überlassen. Washington, 18. Okt. Präsident Taft hatte das Marineamt beauftragt, alle Maßregeln zur Rettung Wellmanns zu treffen, nötigenfalls ein Kriegsschiff zu entsenden, um Wellmann aufzusuchen. Im Marineamt ist man der Ansicht, daß Wellmann Glück gehabt hat, weil der Teil des Ozeans, wo Weltmann aufgefunden wurde, außerhalb der gewöhnlichen Damoferroute liegt und nur zwei Dampfer den regelmäßigen Dienst zwischen Newyork uiid Bermuda machen. Jedenfalls aber habe der Ballon „Amerika" eine ununterbrochene Fahrt von 69 Stunden zurückgelegt und damit alle Distanz- und Zeittekords geschlagen. Der Grkan auf Kuba. N ewyork, 18. Okt. Wie der „Newyorker Herald" aus Havanna meldet, stieg gestern die Wasserhöhe infolge ernes Orkans derart, daß der nördliche Stadtgürtel überschwemmt wurde. Nach einer weiteren Meldung des Gencral- Die Beerdigung meines lieben Gatten, unseres lieben Balers Wilhelm Grümer findet am Donnerstag den 20. d. M. nachmittags 2 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Gießen, 19. Oktober 1910.__________________________<5822 QCTHOMPSON'S Seifenpulver. Dr.Thompson’s SEIFENPULVER legt die Hausfrau mit dem Inhalt ihres Leinenschrankes ein, wenn sich derselbe schneeweiss und unverdorben dem Auge präsentiert. Hierzu verhilft Postmeisters sind ihm Nachrichten aus Pinar bei Rio zu- gegangen, daß die Städte Martinas, Guana le Grisa, Punto Earpes Cortes und der größte Teil von Artemiso zerstört worden sind. Das Blatt schätzt di e Z a hl de r auf Kuba Umgekommenen auf Tausend Die Bananen- und die Weizen ernte ist durch den Sturm vernichtet worden, so daß es nötig sein wird, das Ausland um Beihilfe zu ersuchen. Die Tabakernte wird höchstens zehn Prozent oer normalen Ernte betragen. Der Zucker litt weniger. .Das Wohnviertel Havannas steht zum größten Teile unter 28 aff er. Gestern abend gegen 10 Uhr ließ der Sturm nach. Havanna, 18. Ott. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Dollar. In den Provinzen find Tausende obdachlos. Die Tabakernte in den Provinzen Matamas, Pinar del Rio und Havanna ist vollständig vernichtet, die Zuckerernte ist schwer geschädigt. Man glaubt aber, daß nur die westlichen Provinzen von der tollen Gewalt des Sturmes getroffen worden find. Seit gestern abend ließ der Sturm nach. New-Orleans, 18. Okt. Das Geschäftsviertel von Saint Augustine (Florida) ist von der Sturmflut überrascht worden. Der Dampfer „Mercator" der Vaccaro-Linie ist mit 60 Personen im Sturme untergegangen. Das Unwetter richtete auch an den Fruchtbäumen der Halbinsel Florida bedeutenden Schaden an. Der Sturm ging vorn Zenttum der Halbinsel aus. Der Verlust wird nach vorsichtigen Schätzungen mit einer Million Doll ar angegeben. Ein (Eifenbahnausftanb in Aegypten. Kairo, 18. Ott. Eine große Zahl Angestellter des Netzes der Regierungsbahnen in Oberägypten ist in den Aus st and getreten. Sie verlangen höhere Löhne und lassen die Züge nicht weiterfahren. Der Ausstand dehnte sich auch auf die Werkstätten der Bahnlinie Bulak—Kairo, zum Teil auch auf Unter-Aegypten aus. Aegyptische Truppen bewachen die Eisenbahnwerkstätten von Bulak. Unter dem Eisenbahnpersonal herrscht große Erregung. Die Polizei wurde mit einem Hagel von Steinen empfangen. Es kam zu einem heftigen Zusammenstoß, wobei viele Verwundungen vorkamen und mehrere Verhaftungen vorgenommen wurden. Die Polizei zerstteute die Ruhestörer. Die Ausständigen erheben auch gegen die Einziehung von Strafgeldern Widerspruch. Bei dem Ausstand der Eisenbahnangestellten handelt es sich, wie weiter gemeldet wird, lediglich um die Angestellten in den Eifenbahnwerkstätten von Bulak, die die Abfahrt von Lokomotiven nach Oberägypten verhinderten. Die Ausständigen griffen den Eisenbahndirektor und andere Beamte an: die Polizei machte von den Schußwaffen Gebrauch und nahm mehrere Verhaftungen vor. Die Haupteifenbahnverbindungen find nicht unterbrochen. Man glaubt im allgemeinen, daß die Ausständigen durch Einfluß von außen aufgereizt worden sind. Kleine Tageschronik. Am Dienstag früh 6 Uhr stieß der von Deisenhofen pb- gegangene Lokalzug bei der Einfahrt in die Station Taufkirchen — Unter-Haching infolge des Ueberfahrens des Haltesignals auf einen rangierenden Güterzug. Dreizehn Personen! wurden leicht verletzt: sechs Wagen des Personenzuges und fünf Wagen des Güterzuges wurden beschädigt. In der Nacht voin Montag auf Dienstag brach in Berlin im Elisadethenstiil Feuer aus, das eine geistesschwache, last völlig gelähmte 90jährige Witwe namens Griewotett durch Unvorsichtigkeit enlzündet hatte. Die alte Frau ist bis ^ttr Un- kenntlichkeil verbrannt. Eine Mitbewohnerin des Zunmers konnte sich retten Der Brand wurde von her Feuerwehr gelöscht. Ter der Reederei A. K i r st e i n in Hamburg gehörige überfällige Dampfer „Valeria", von Petersburg kommend, ist wahrscheinlich bei einem SturrninderOstfeeuntergegang en.. Von der Besatzung wurden vier mit Rettungsgürteln versehene Leute auf der Insel Oesel als Leichen angetrieben: das Schicksal der übrigen zwölf ist unbekannt. Durch ein Großfcuec wurde auf der Gutehofsuungshütte bei Osterfeld die Teerfabrik vollständig zerstört, die Flammen sprengten das Dach heraus und stiegen züngelnd hundert Meter hoch, so daß die 15 Feuerwehren, die zur Hilfe herbeieilten, vollständig machtlos waren. Der Schaden beträgt zirka eine Viertelmillion. Der im Jahre 1898 zu lebenslänglichem Kerker verurteilte Mörder der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich ist irrsinnig geworden. In einem Walde bei St. Cloud überschlug sich gestern ein Llutomobil, in welchem der Flieger Biolovuccie mit einer Freundin saß: die junge Dame und der Lenker wurden schwer, der Flieger selbst nur leicht verletzt. Am Ausgange des Tunnels bei Dt. Cloud verlor ein anderes Automobil gestern ein Rad und überschlug sich. Der Lenker wurde gegen «einen Baum geschleudert und getötet; ein Freund von ihm wurde schwer, eine junge Dame leicht verletzt. Ter zum Zolldirektor in Lome (Togo) ernannte Max Reinhardt wurde in seiner Wohnung in Trier mit durchsetz o f s e n e rn Kopfe aufgefunden. Reinhardt war verlobt und wollte in 14 Tagen heiraten. Es wird Selbstmord angenommen, doch ist die gerichtliche Feststellung darüber noch nicht beendet. Die Untersuchung gegen den Millionendefraudanten D u e z in Paris ist abgeschlossen. 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An den Verhandlungen nehmen Delegierte des- deutschen Reichseisenbahnamtes, des deutschen Reichsjustizamtes, des preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten, des bayerischen Verkehrsministeriums, des ungarischen Handelsministeriums, des ungarischen Justizministeriums, sowie des österreichischen Eisenbahnministeriums, des österreichischen Justiz- und' des österreichischen Handelsministers teil, Märkte. kc. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 19. Okd Ausgetneben waren 1613 Schweine. Voll fleischige Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgew. 57,00 — 58.00 Schlachtgewicht 71- 73 Vit. Vollfleischige Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht 57.00 - 58.00 Mk.^ Schlachtgewicht 71 — 73.50 Mk. Vollfleischige Schweine über L^/r Ztr, Lebendgew. 57.0 58.00. Mk., Schlachtgewicht <3.00—74 Mk. Fett-" schweine über 3 Ztr. Lebendgewicht 57.0>>-57.50 Mk., Schlachtaew, 72—73 Mk. Fleischige Schweine Lebendgewicht 53.50—00.00 Mk., Schlachtgewicht 67.00-00 Alk. Sauen Lebendgewicht 00—00 Mk., Schlachtgewicht 00—00 Mk. Geschäft mittelmäßig, bleibt Ueberstand, Amtlicher Wetterbericht. Oefsentliche Wetterdienststelle Gießen. Verlauf der Witterung seit gestern früh: Das westliche Ties« britdgebiel hat unter Verstärkung seinen Wirkungsbereich auS- gedehnt. In ganz West- und Mitteldeutschland sind daher lebhaftere Südwestwinde eingetreten, die völlige Bewölkung mit sich führen. An der Nordseeküste regnet es bereits. Die Zyklone über der Nordsee nnd dem norwegischen Meere bringt ostwärts fortschreitend Regeniälle. Wetteraussichten indessen am Donnerstag dem 20. Oktober 1910: Regenfalle, starke südwestliche, spater nach West drehende Winde, kühler. GrisiiraL-DrahtnreLSurrgen. Das Kabinett Venizelos. Athen, 19. Mt. Kallergis hat das Portefeuille des Aeußern im Kabinett Venizelos abgelehnt. Man glaubt, daß der griechische Gesandte in Konstantinopel Gry- Paris Minister des Aeußern wird. Das erst jüngst geschaffene Ministerium für Handel wird Binachi, Obmann der griechischen Kolonie in Alexandrien, übernehmen. Konstantinopel, 19. Okt. Wie authentisch verlautet, beschloß der Mi nist er rat, welcher über die anläßlich der Bildung des Kabinetts Venizelos gegenüber Griechenland zu beobachtende Haltung beriet. Die Be- ziehungen zu Griechenland nicht abzubrechen und die Haltting nach dem Vorgehen des Kabinetts Venizelos ettr- zurichten. Dem türkischen Gesandten in Athen wurde eine Verlängerung seines Urlaubs gewährt. Die neueste türkische KrifiS. K o n st a n t i n o p e l, 18. Okt. Sicheren Informationen zufolge gipfeln die Vorschläge des Kriegsministers in einer selbständigen Fin anzv erwaltun g des Kriegsund Marineressorts, sowie in der Unabhängigkeit bei Bestellungen. ।— In dem heutigen Ministerrat scheint der Kriegsminister seinen intransingenten Standpunkt infolge oer Einwirkung des Großwefirs aufgegeben zu haben. Er machte bezüglich einiger Punkte Konzessionen. Nach längerer Beratung wurde beschlossen, die ,Vorschläge des Kriegsministers als Gesetzesnovelle der Kammer zu unterbreiten. Inzwischen soll das Miegsmini- sterium dem Gesetz über Den Oberrechnungshof unterstellt werden. — Nach dem Mini st errate wurde den Journalisten amtlich mitaetettt, daß eine Verständigung angebahnt und Die Gefahr einer Krise gehoben i'ei. » Bad-Nauheim, 19. Okt. (Privattelegramm). Soeben sind 400 Maurer in den Aus st and getreten. Sie verlangen 50 Pfennig Stundenlohn. Preisen kaufen verL kostenfr. Offerte. Besichtig, uns. grossstädt. eingericht Fabrik- b mit über 80 compl. Zimmer-Einricht, sehenswert u. lohnend. Bei .Kauf: FahrtvergOL Lief, frei Wohnung unter Garantie. Fast überall Referenzen. Conr. Sauer Söhne, Fulda, Möbelfabrik mit SHIBgBII—RBMBM Dampfbetrieb. Gegr. 1888. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Birklar. Die Versteigerung der Maffegrundstücke findet an Ort un8 Stelle Montag, den 24. Oktober 1910 statt. Zusammenkunft hierzu vormittags 91/? Uhr am Ortsausgan» nach Lich, woselbst auch die Versteigerungsbedingungen bekannt gegeben werden. Friedberg, den 12. Oktober 1910. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: Schnittspahn, Großh. Kreisamtmann. Geschäfts-Eröffnung. Hiermit die ergebene Mitteilung, daß ich in (Sieben, Walltorstrasse Nr. 6 ein Milch-, Biltier-, An- uiiii Käse-Geschäft errichtet habe. Es wird mein Bestreben fein, stets gute und billige Ware zu liefern. Um geneigten Zuspruch bittend, zeichnet Hochachtungsvoll Hch. Schweitzer. Mainzer Pserdemarkt. Verlosung am 29. Qktbr. d. I. N u r 25000L o s e--12500 M k. G e w i n n e 1 Hauptgetv.: 1 eleg.Wagen mit 2Pserdenu.Geschirren Mk.3500, 1 Hauptgewinn: 2Pserde „ 1800, 2 Gewinne: je 1 Pferd oder Fohlen „ 4000, 16(yewinne: Pserdegesch. und landw. Maschinen „ 1200, 375 Silbergcwinne „ 2000. 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Nachmittags 4 U b r: Oeffentliche Versammlung mit Bericht- erstattung über die Ausstellung, Auszahlung der zuerkannten Preise und ein Dortrag des Herrn Dr. Hamann Darmstadt über „Sortenzüchtung und die Ergebnisse von Sorten- ver^uchew angewandt aus die Verhältnisse des AuSstellungs- Montag den 24. Oktober: Vormittags 8 biß 12 Uhr. Abholen der Ausstellungsgegenstände. Nachmittags 2 bis 4 Uhr- Unterweisung im Sortieren und Verpacken des Obstes. m Landwirte und Interessenten werden zur zahlreichen Beschickung und regem Besuche der Veranstaltung höflichst eingeladen. Landwirtschaftskammer-Ausschuß für Oberhessen. Spezialität: Weisswurst mit Kraut. ES ladet ein 5801 Emil Steck, Mt-rslr-ßk 37. u. Damenverein Gabelsberger. Donnerstag den 20. Okt. 1910 Vereinsabend. Vortrag des Herrn stud. chem. Chr. Weller Lie deutsche Eiu- beitSstenogravhie". 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