Nr. 269 Zweit« Blatt 160. Jahrgang Erscheint täglich mit Ru-rsahme der Vonnlags. Die „Ltetzener ^amfltcnMatter*' werden dem »Anzeiger^ viermal wöcüenttich bcigelcgt, daS „Kreisblatt für den Knds Liehen" zweimal wöchemUch. Die „LasdwiNjchaftttcheu Sett- frsgen" crld)einen nwnaUict) zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Mittwoch, 16. November MO Rotationsdruck und Verlag der vrühllchen UnwersuälS - Buch» und bteindruckerei. R. Lange, Ließen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» strahe 7. Expevttion und Verlag: 5L Redatnom «-8-^ 118. rel.-AdruAnzelgerGleßen. 'S' € Durch die Elektrizitäts Werke und Installations Geschäfte zu beziehen Auergesellschatt» Berlin 0.17 Au» Stadt und Land. ließen, 16. vtovember 1910. M Volkszählung. Donnerstag den 1. Dezember findet im ganzen Deutschen Reich die alle 5 Jahre übliche Volkszählung statt, deren Ergebnisse demnächst für gar mancherlei öffentliche Verhältnisse maßgebend sein werden. ES sei da nur an die von den einzelnen Bundesstaaten dem Reich zu entrichtenden Matrikularbeiträge erinnert, die nach der Kopfzahl auSgeschlagen werden. Für unser Großherzog- tum kommt auch noch der Umstand in Betracht, daß in Land- gemeinden die Städteordnung eingeführt werden muß, wenn die Bevälkerungszahl 10 000 erreicht. DieS wird ganz zweifellos bei der bevorstehenden Volkszählung in Neu- Isenburg der Fall sein, das im Jahre 1905 bereits 9864 Bewohner hatte und gegen die Zählung von 1900 um 1863 Bewohner gewachsen war. Die nächstgrößte Landgemeinde ist Lampertheim mit 8930 Bewohnern im Jahre 1905 und einem Wachstum gegen 1900 von 917. Auch bei Lampertheim ist es hiernach nicht unmöglich, daß schon diesmal die 10 000 erreicht werden. Dann käme Viernheim mit 8176 Einwohnern in 1905 und einem Wachstum von 950 gegen 1900. In Viernheim kommt wohl diesmal die Erreichung von 10 000 Bewohnern noch nicht in Betracht. Tie anderen Gemeinden, die in Betracht kommen könnten, Größere Geschäfts-Anzeigen für die SamStagSauSgabe beliebe man schon am Freitag vormittag zu bestellen. Nur dann ist eS möglich, der Satz- ausstattung der Anzeigen diejenige Sorgfalt angedeihen zu lasten, die zu einer guten Wirkung erforderlich ist. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 15. Nov. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen den Taglöhner W. K. in Gießen und dessen Ehefrau wegen Kuppelei verhandelt. Die Angeklagten duldeten das intime Verhältnis des noch nicht volljährigen vorehelichen Sohnes der Frau und einem bei ihnen wohnenden Mädchen. Dem Umstand, daß die Angeklagten mü die Unterstützung der beiden angewiesen waren, wurde strafmildernd Rechnung getragen, so daß der Mann mit drei Tagen und die Frau mit einer Woche Ge- iängnis durchkamen. Vergehen gegen das Personenstaudsgesetz liegt dem Standesbeamten G. D. aus Ilbenstadt zur Last Er hat vor der Eheschließung zwischen einem Brautpaar versäumt, bezüglich der Braut, die Witwe und Mutter eines Kindes war, sich das gerichtliche Zeugnis, daß bezüglich des Kindes in Beziehung auf dessen.Vermögen das Erforderliche gewahrt sei, vorlegen zr lassen. Dieses Versehen wurde mit 5 Mark Geldstrafe geahndet Bingen, Bensheim usw., haben die Städteordnung schon längst freiwillig eingeführt. * * Dom StadttHeater wird uns geschrieben: Dir Vorstellungen der Pariser Gesellschaft Roubaud — die am Donnerstag hier einen Moliöre-Abend gibt — haben in diesen Tagen auch in Frankfurt lebhaften Beifall gefunden. Wiederholt fei darauf hingewiesen, daß die Herren Studierenden, sowie Schüler und Schülerinnen für diesen Abend ermäßigte Eintrittspreise genießen. * * Saugstngsfürsorge in Baden .Anfangs dieser Woche wurde Prof. Dr. Ko epp e, der ärztliche Direktor der Zentrale für Mutter- und Säugl'ngsfür-^ sorge in Hessen, von der Großherzogin-Mutter Louise von Baden in Baden-Baden in Audienz empfangen, rm über die Zentrale für Mutter- irnb Säuglingsschuh in Hessen Auskunft zu geben. Tie Audienz währte 2 Stunden, in der sich die Großherzogin eingehend über die hessische Bewegung orientierte. Bei der nachfolgenden Früh- stückstafel war außer Professor Dr. Koeppe Geh. Ober- Medizinalrat Dr. Hauser von dem Badischen Ministerium- des Innern zugezogen. * * Lehrerpersonalien. Ernannt wurde der Schulverwalter an der Taubstummenanstalt zu Bensheim Gottfried Kremer zum Reallehrer an dieser Llnstalt unter Belassung in der Kategorie der Bolksschullehrer. * * Maul- und Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus Mülhausen, Bez Ober-Elsaß. Kreis Friedberfl. u. Friedberg, 15. Nov. Dte Verpflegungs- Itationen für arme Reisende in Butzbach und Groß- Karben im hiesigen Kreise sollen eingehen. Die Reisenden, die auf ihrer Fußwanderung in Butzbach ober Groß-Karben eintreffen, erhalten daselbst polizeilich eine Fahrkarte nach Friedberg. Die hiesige Herberge zur Heimat nimmt sie aus nnd vermittelt ihnen Arbeit. Durch diese Einrichtung werden der Kreiskaste viele Kosten erspart. *m. Friedberg, 15. Nov. Die Telephonistinnen H e i m b u r a und M a r k l o f f von hier erhielten von dem Zaren für ihre Dienstleistung während seiner Anwesenheit in Friedberg je eine goldene Brosche mit Brillanten. --- Vilbel, 15. Nov. Die Herbstversammlung des Mainhezirls des Mittelw stde: tschen St n^graphenbundes Stolze-Schrey fand unter sehr zahlreicher Beteiligung hier statt. Ker Vorsitzende Hasseimann, Frankfurt a. M.- Bockenheim, wurde einstimmig wiedergewählt. Der geschäftlichen Sitzung am Nachmittag ging ein Vortrag des Bundesvorsitzenden, Lehrer Puff, Frankfurt a. M., über Stenographie und Schule voraus, dessen Ausführungen darin gipfelten, daß für die Schüler die Erlernung der Kurzschrift große Vorteile biete, daß aber nur ein leichterlernbares und zugleich leistungsfähiges System in Frage kommen könne. Am Wettschreiben beteiligtet: sich etwa 300 Personen, darunter zahlreiche Schüler. Preise erhielten für hervorragende Leistungen, 320 Silben. 1. Preis, Könnecke-Sachsenhausen, 300 Silben, 3. Preis, Post-Sachsenhausen, 230 Silben, 3. Preis, Hübschmarm- Bockenheim, €80 Silben, 3. Preis, Lischka-Offenbach, 240 Silben, 1. Preis, Straßburg-Sachsenhausen, 240 Silben, 1. Preis, Wegner-Frankfurt a. M., 240 Silben, 3. Preis, Nättcher-Sachsenhausen, 220 Silben, 1. Preis, Geiger-Frankfurt a. M., 200 Silben, 1. Preis, Reitz-Gießen, 200 Silben, 1. Preis, Lortz-Homburg, 200 Silben, 3. Preis, Reichard-Frankfurt a. M. Den Wanderpreis errang der Stenographenverein Sachsenhausen, er war seither im Besitze des Vereins Bockenheim. Erster Staatsanwalt Steinbrecht weist demgegenüber darauf hin, daß das Kammergericht die Haftentlassung des Pilz abgelehnt habe. Tie Rechtsanwälte Rosenfeld und Liebknecht treten den Ausführungen des Staatsanwalts entgegen und meinen, daß man von einer Kollussion nicht ohne weiteres sprechen könne, wenn auch in dem Lokal des Pilz die Streikenden ihre Versammlungen abgehalten haben. Vorsitzender Landgerichtsdirektor Lieber teilt mit, daß das Gericht naturgemäß nicht mir über die einzelnen von der Verteidigung erwähnten Fälle sich schlüssig machen müsse, sondern auch darüber zu beraten habe, inwieweit die Haftentlassung etwa auch bei den übrigen Angeklagten in Frage komme. Aus diesem Grunde müsse er die Sitzung 1—IV2 Stunden vertagen. . Um 8/< 1 Uhr kehrt der Gerichtshof aus dem Beratungszimmer zurück und Landgerichtsdirekwr Lieber verkündet: Das Gericht ist in eine eingehende Prüfung darüber eingetreten, ob nach dem gegenwärtigen Stande des Verfahrens die Hastentlassung gerechtfertigt ist, und hat beschlossen, die Angeklagten Klafter, Moslewsk, Romanowsky und Weiß aus der Haft zu entlassen. (Bewegung.') Im übrigen behält sich der Gerichtshof vor, weitere Haftentlassungen anzuordnen, , nachdem die Angeklagten vernommen sind. Es wird dann in die Vernehmung der einzelnen Angeklagten eingetreten, die im wesentlichen beschuldigt werden, Kohlenwagen der Firma Kupfer u. Cie. während der Streikbewegung, soweit sie von Arbeitswilligen geführt wurden, bedroht, mit Steinen beworfen und sonstwie belästigt zu haben. Außerdem sollen sie den die Wagen begleitenden Schutzleuten widersätzlich entgegengetreten sein. Dia Angeklagten sprechen durchweg so leise, daß sie vom Vorsitzenden wiederholt aufgefordert werden müssen, lauter zu sprechen. Im wesentlichen bestreiten sie ihre Schuld. Einige geben zwar zu, im Auftrage der Verbandsleitung bezw. der Vertrauenskommission die Kohlenwagen begleitet zu haben, da sie den Auftrag hatten, in „gütlicher Weise" aus die Arbeitswilligen einzureden. Sie behaupten, ihre Festnahme sei erfolgt, weil sie in dem Gedränge von den Schutzleuten willkürlich ergriffen wurden. Ein Angeklagter Tiedemann erklärt: Ich bin zwar noch iung, aber ich weiß ganz genau, wozu jeder seine Knochen braucht. Ich habe daher niemanden an seinen Knochen schädigen wollen. Auf Befragen gibt der Angellagte zu, bereits wegen Landfriedensbruchs bestraft zu sein, weil er sich bei Anwesenheit des englischen Königs in Berlin ge.egentlich einer Arbeitslosenkundgebung von Kellers Festsälen aus eine Ausschreitung zu schulden kommen ließ. Der Angeklagte Meier gibt zu, mit einem „Kohlenstückchen" geworfen zu haben. Der Angellagte Nörenberg ist geständig, gesagt zu haben: Pfui Teufel, solche Zustände! Vert. R.-A. Rosenfeld: Sie haben einmal gesagt, die Polizei gehe zu scharf vor, warum meinten Sie das? An gekl.: Well sie eben zu scharf vorging. Der Angellagte Tretkowski erllärt: Weil andere Leute Bluthunde gerufen hatten, habe er das auch getan, er habe aber nicht recht gewußt, was es bebeute. — Bors.: Sprechen Sie denn zu Hause polnisch? — Angekl.: Ja. — Angellagte Krämer gibt zu, in bezug aus die Schutzleute getagt zu habett: Haut sie doch in die Fresse! Dec vielgenannte Angellagte Hagen, ein baumlanger Mensch von 25 Jahren, will an der Beußelbrücke einen Zusammenstoß mit Schutzleuten gehabt haben. Er will dabei von den Beamten mißhandelt worden Jein, wobei ihm sein Hut verloren ging. Er habe» ihn aufnehmen wollen, die Beamten hinderten ihn aber daran. Die Beamten seien wie eine Meute wilder Tiere über ihn hergefallen. Der Angellagte behauptet, daß er bis zum Tage des Aufruhrs im Virchow-Krankenhause gelegen habe und von den Krawallen nichts gewußt habe. Die Angellagte Frau Friese wlll auf der Polizeiwache außerordentlich unanständig behandelt worden sein. Sie weigert sich, dis betreffenden Ausdrücke wiederzugeben, sie könne das vor Gericht nicht tun. Sie sei eine ordentliche Frau, seit zwanzig Jahren verheiratet und habe sich nie etwas zu schulden kommen lassen. Sie kümmere sich um Krawalle überhaupt nicht und habe außer ihrer Tätigkeit im Hause abends noch eine Garderobestelle inne. Sie sei sogar mit dem einen Inhaber der Firma Kupfer verwandt, habe also um so weniger Veranlassung, etwas gegen die Firma zu unternehmen. Dec Angellagte Hausdiener Heide erllärt, daß er von Schutzleuten bis zur Bewußtlosigkeit geschlagen worden sei. Vert. R.-A. Cohn: Als. besonders radaulustig kann man diüsen Angeklagten nicht bezeichnen, denn er treibt in seiner reien Zeit englische und französische Sprachstudien. — Aus Be- ragen durch den Vorsitzenden bestätigt der Angellagte, daß er ich in feiner freien Zeit mit wissenschaftlichen Arbeiten beschäftige. Daraus wurde die Sitzung auf morgen vertagt. Der nattonallidersl-freisinnige Limgungsoersuch in Hessen. Der Vorstand der Fortschrittlichen Volkspartei in Hessen Hat an den geschäftsführenden Ausschuß der nationalliberalen Landespartei für das Großherzogtum Hessen, die sich dieser Tage aus Anfrage prinzipiell #u Verhandlungen über die Reichstags- lvahlen bereit erklärt hatte, folgendes Schreiben gerichtet: ,^Jm Besitze Ihrer geehrten Zuschrift vom 12. d. M. können wir nicht unterlassen, darauf aufmerksam zu machen, daß Ihr Antwortschreiben die Voraussetzungen nicht berührt, unter denen wir nach dem Beschlüsse unsres Landesausschusses ermächtigt sind, mit Ihnen in Verhandlungen wegen eines Zusammengehens bei den nächsten Neichstagswahlen einzutreten. Wir gestatten uns deshalb, diese Voraussetzungen aus unserem Schreiben vom 25. vor. M. hier zu wiederholen: 1. Für eine Unterstützung durch unsere Partei kommen — im Einklang mit der auch von der nationalliberalen Reichs- tagsfraktion bei uitit nach der Abstimmung über die Reichsfinanzreform eingenommenen Haltung — solche Kandidaten nicht in Betracht, die durch ihre Parteistellung oder ihre politischen Anschauungen der Reich sjinanzreformmehr- heit zuzuzählen fii/tb. Wir rechnen hierher neben den Konservativen und dem Zentrum den Bund der Landwirte und die Antisemiten in ihren verschiedenen Schattierungen. . 2. Die Verständigung muß sich tunlichst auf das ganze Groß- Herzogtum erstrecken. Daß der gemerlnsame Kampf hn Fall unseres Zusammengehens gegen jeden politischen Gegner, also auch gegen die Sozialdemokratie, sich richten muß, halten wir für selbstverständlich. Allein Ihr Schreiben vom 12. d. M. läßt die Frage unbeantwortet, ob Sie zu einem Zusammengehen mit uns zur Schwächung der gegenwärtigen Reichssinanzresormmehrheit im Sinne der oben angegebenen Voraussetzungen bereit sind. Wir bitten hiernach um gefällige umgehende Mitteilung darüber, welche Auffassung bei.Ihnen über diese von unserem Landesausschuß vorausgesetzte Grundlage für ein Zusammengehen besteht. Unsere Vorschläge wegen des Zeitpunktes, der Zusammenkunft werden wir Ihnen nach Eintreffen Ihrer Antwort unverzüglich unterbreiten. Wir nehmen dabei an, daß Sie ebenso wie wir in der Lage sind, über Ihre sämtlichen Parteikandidaturen innerhalb des Großherzogtums Hessen, oder doch über die überwiegende Mehrheü derselben, zu verfügen." Die Moabiter Stratzentrawalle vor Gericht. 4 Berlin, 15. Nov. Am Moabiter GerichtSgebLude zeigt sich auch heute nicht die geringste Ansammlung von Menschen, und der Eintritt der Zuhörer geschieht in vollkommen ruhiger Weise. — Die Sitzung beginnt wiederum mit einer Verspätung. Es hat sich eine große Reihe neuer Zeugen eingestellt, die noch Eröffnung der Sitzung bom Vorsitzenden an den Zeugentisch gerufen werden. Es befinden sich unter ihnen die vier englischen und ameri- kanischenJournalisten, welche bei dem Krawall inMoabft von Polizisten angegriffen wurden, was dann zu einer Entschuldigung von Seiten des Polizeipräsidenten führte. Die Zeugen werden auf Freitag entlassen. Hierauf stellt Rechtsanwalt Dr. C 0 hn für sich und feine Mitverteidiger den Antrag auf Haftentlassung des noch m Untersuchungshaft befindliche Teils der Angellagten. Der fast tum ul* tuarische Charakter dieses gcIrzen Verfahrens habe zu der Fülle der Verhaftungen geführt. Man könne ja' verstehen, daß die Polizeibehörde als eine politische die vorläufigen Festnahmen anordnete und damft dem ganzen Verfahren die Basis gab. Die Staatsanwaltschaft treffe aber der Vorwurf, daß sie blindlings den vorläufigen Festnahmen des Kommissars Kuhn folgte. Bis auf einen Angellagten, der übrigens ein Jugendlicher sei, seien fämtliche Angellagte nur eines Vergehens, keines Verbrecheits angeklagt. In einigen Fällen betrage die Höchststrafe zwei Jahre Gefängnis, in den meisten Fällen weniger wie ein Jahr. Ganz besonders charakteristisch sei es, daß einige Angellagte nur wegen Beleidigung aus § 185 Str. G. B. angeflagt seien. Bekanntlich betrage in diesem Falle die Höchststrafe nur ein Jahr. Erster Staatsanwalt Steinbrecht: Staatsamoaltschaft und Gericht haben in allen Fällen geprüft, ob die Untersuchungshaft gerechtfertigt ist oder nicht. Es ist keineswegs schematisch vorgegangen worden. Es ist zu berücksichtigen, daß im vorliegenden Falle ganz besonders schwere Straftaten in Bettacht kommen, die eine besonders ernste Sühne erfordern. Fast eine ganze Woche hindurch ist der Berliner Stadtteil Moabit in Aufruhr gewesen, da Fann nur von schweren Strafen die Rede sein. Es ist ein großer Unterschied, ob eine Beleidigung eines Schutzmannes in einer Bierkneipe einigen Bekannten gegenüber geschieht oder ob sie gelegentlich dieser furchtbaren Unruhen erfolgt ist. Der Untersuchungsrichter hat alles eingehend geprüft, und es ist auf Grund feines persönlichen Eindrucks in allen Fällen die Inhaftierung aufrecht erhalten worden. Die Verteidigung bat aber übersehen, daß in zehn Fällen die Untersuchungshaft auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft aufgehoben worden ist. Was die Jugendlichen betrifft, so sind ihre Verhältnisse vorfckiriftsgemäß von Fall zu Fall geprüft worden. Es hat sich ergeben, daß gerade d i e §_u gen dl ich en s i ch sehr schwer vergangen haben. Teilweise haben sie die Laternen ausgedreht, damit die Dunkelheit verursacht, und in dieser Dunkelheit hat dann der Aufruhr größere Dimensionen angenommen. Ganz entschieden wende ich mich gegen die Ausführungen der Verteidigung, die Staatsanwaltschaft habe sich lediglich als Organ des Polizeipräsidiums gezeigt. Das muß ich ganz energisch zurückwersen. Rechtsanwalt Heinemann meint, daß nicht nur in diesen vier Fällen, sondern auch in anderen Fällen Haftentlassung erfolgen müsse; eventuell möge das Gencht seine Beschlußfassung bis zu dem Augenblick aussetzen, bis zu welchem sich die Angeklagten zur Anklage geäußert haben. • Rechtsanwalt Cohn beantragt, außer den vier erwähnten Personen auch den Arbeiter Paul Miersch aus der Haft zu ent» lassen, ebenso den Gastwitt Pilz unb den Arbeiter Kratzat. Rechtsanwalt Rosenfeld ersucht, auch die beiden iugend- lichen Angellagten Meier und Schulz aus der Haft zu entlassen. Rechtsanwalt L i e b k n e ch t tritt in längeren Ausführungen für die Haftentlassung des' Gastwirts Pilz ein. Er sei ein unbestrafter Männ, bet eit Kaution zu stellen und sein Geschäft erleide wsihrend er in Untersuchungshaft sitze, großen Schaden. p Widernatürliche Unzucht tferübtert bet Agent 23. K. aus, Heiligenhafen imb der Metzger- Geselle R. B. aus Msselborf. B. lernte K. in einer Kneipe in Hamburg, in der nur Homosexuelle verkehren, kennen und trat mit ihm in Verkehr. Ms B. das Verhältnis abbrechen wollte, verfolgte Ihn K. nach Rendsburg, Düsseldorf und Bad-Nau- het m , wo sie sich überall der Unzucht Hingaben. K., der aus 8 175 bereits bestraft ist und auch wegen anderen aus niedrigen Gesinnungen entspringenden Straftaten verurteilt ist, wurde mit einer Gefängnisstrafe von 8 Monaten belegt, während B. mit ti Monaten durchkam. Beiden wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre abgesprochen. Wegen Vergehens gegen die Gewerbeordnung iojurbe der Weißbinder S. A. von Uffenheim durch das Schöffengericht zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt. Nachdem ihm die Konzession zum Wirtschaftsbetrieb versagt worden war, mietete der sozialdemokratische Wahlverein in seinem Hause ein Zimmer. Er selbst war als Mitglied des Vereins im Besitze des Schlüssels zu bent Lokal. Eine Brauerei überließ die Gerätschaften und zwar an den Verein. Die Gäste, die dem Angeklagten nicht paßten, konnte er abweisen und denjenigen, die Zutritt halten, wurde eine Liste vorgelegt, in die sie sich als Mitglieder des Wahloereins nnzeielpten mußten. Am Schöffengericht gab er an, nicht er, solchem die Mitglieder des Vereins bezögen die Getränke gemeinschaftlich. Trotzdem nahm das Schöffengericht eine Umgehung des Gesetzes an. Infolge Berufung des Angeklagten hielt die Strafkammer für festgestellt, daß es sich um ein Scheinmanöver handelt und daß der Angeklagte die Getränke auf eigene Rechnung bezogen hat: die Ausübung einer Schankwirtschaft durch ihn wurde für vorliegend erachtet imb es ist gleichgültig, in welchem Raume und an welche Personen die Getränke verabfolgt wurden. Das Urteil fand feine Bestätigung. Tierquälerei durch Vernachlässigung der Wunden an aufgescheuerten Pferden- brachte dem Fuhrunternehmer Th. Z. in Gießen einen Strafbefehl über 15 Mark ein. Nack ben Angaben des anzeigenden Gendarmen hatte ein Pferd des Angeklagten eine fünfmartstück- große Wunde an der Brust: Vorkehrnngen zur Heilung oder Linderung der Schmerzen warm nicht getroffen. . Gegen das. Den Einspruch zurückweis eiche Urteil des Schöffengerichts legte der Angeklagte Berufung ein, indem er behauptete, er habe das Geschirr mit Filz besetzen lassen; übrigens sei die Wunde geheilt gewesen. Das Berufungsgericht konnte nicht feststelleu, daß der Angeklagte Kenntnis von dem Zustande beß Pferdes und des Geschirres hatte, als es sein Knecht benutzte, weshalb mangels .Beweises, Freisprechung erging. Wegen Landstreicherei und Bettelns wurde her Metzgergeselle Fr. A. K. aus Werda zu einer Woche Hast und Überweisung an die Landespolizechehörde verurteilt. Er hat bei einem Metzgermeister zu Altenstadt vorgesprochen und ein Almosen erhalten, behauptet aber, um Arbeit nachgesucht zu haben. Wenn ihm auch das Betteln in genanntem Falle nicht nuchzuw eisen war,, so stand doch die Landstreicherei fest, weshalb seine Berufung mit der Maßgabe verworfen wurde, daß die Verurteilung nur wegen Landstreicherei erfolgte. Bei der Art und Höhe der .Strafe behielt es sein Bewenden. Die fünfzigste Strafe erhielt der Gärtner Fr. T. aus Nossendorf durch das Schöffengericht Grünberg, well er in Londorf bettelnd betroffen wurde. Er bekam neben einer dreiwöchigen Haft strafe die Ueberweisung an die Landespolizeibehörde zudiktiert. -Die Erfahrimgen im Arbeitshaus veranlaßte iljn zur Einlegung der Berufung. Trotz aller Bitten konnte er das Gerietst nicht zur Beseitigung der Ueberweisung veranlassen, denn es bestätigte das Urteil. verstand, konnten sie niemand ihre Notlage „mitteilen. Im letzten Herbst kamen sie zufällig mit einem polnischen Arbeiter zusammen, wodurch die Sache an den Tag kam. Scoukalski hatte Wind bekommen und ergriff, unter Zurücklassung seiner Familie, die Flucht. Er wurde an der russischen Grenze ergriffen und hierhergeliefert. Der Angettagte, der sich sehr gewandt verteidigte, leugnete sämtliche Straftaten. Ter Amtsanwalt beantragte für jede Straftat 8 Monate, worauf er alles eingestand. Wegen seiner sittlichen Verfehlungen wird der Angeklagte vor das Schwurgericht kommen. Tas Urteil lautete wegen der oben angeführten drei Fälle auf 1 Jahr 2 Monate Gefängnis. Chemnitz, 15. Nov. Das Schwurgericht verurteilte den Handarbeiter Mann aus Mittweida, der angeklagt war, am 31. März d. I. seine beiden Kinder sowie die Ehefrau des Hauswirts Oehme und bereit 15 jährige Tochter getötet und^dann das Haus in Brand gesteckt zu haben, wegen Mordes und Totschlages in je zwei Fällen sowie wegen Brandstiftung zweimal zum Tode sowie zu 15 Jahren Zuchthaus und dauernden Perlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Landet. Der Wert der deutschen Einfuhr im Spezialhand e l belief-sich im Oktober 19-10 ohne Edelmetalle auf 754,5 Milliomm Mark und in den zehn Monaten Januar bis Oktober auf 7046 Millionen gegen 6976,6 Millionen Mark im Vorjahre. Der Wert der deutschen Ausfuhr betrug im Oktober 648,5 Millionen und in ben zehn Monaten Januar bis Oktober 6094,7 Millionen gegen 5301,4 Millionen Mark. Tie Golb- und Silbereinfuhr betrug im Oktober 115,2 Millionen, in den Monaten Januar bis Oktober 1910 495,8 Millionen gegen 284,0 Mill. Mark im Vorjahre, die Ausfuhr betrug im Oktober 75,2, und von Januar bis Oktober 225 gegen 247,5 Millionen Mark. kirchliche Nachrichten« Meteorologische Beobachtungen öer^Station Gießen. Loangeüiche wemeinüe. Lonnerstag den 17. November, abends 8Ubr, im Matthäusfaal: Bibel stunde. (Bilder aus dem Leben der Apostel.) Pfarrer D. Schlosser. Nov. L 1910 , a> jO = c 5 =1-3 £ COxi Wetter 15. 15. 2« 9“ 130,7 729.5 7.7 4,7 6,7 6,0 86 94 OD CQ 2 2 10 9 Beb. Himmel Bew. Himmel 16. 7* 731,0 5,4 6,0 89 w 2 10 Bed. Himmel HSc Nie Ni hste Temperatur am 14. b )vig fte , , 14. ederschlag: ---- 0,5 mm. iS 15. Nov , 15. ember = 8,4'0. = 3,9 “C. Lingcsanvt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Das Eingesandt in Nr. 268 des „Gießener Anzeigers" gibt mir als Inhaber eines Maimfakturwaren- und Konfektionsgeschäftes in der Marktstraße zu einigen Bemerkungen Veranlassung. statutus, .ähnlich, dem in unseren Nä^barftadten Frankfurt a. M? I und Kassel. Tieses Statut sollte sogenannte Anreißen der Kundschaft auf ben Straßen verbietärt und ben Stadtverordneten ' zur Genehmigung vorgelegt werden. Der Vorstand des Tetall- listen-Vereins riet mir jedoch dringend davon ab, auf die Einführung eines derartigen OrtsstatuttH hinzuarbeiten. Dagegen brachte er an die in Betracht fominenbtn Geschäftsleute ein Rundschreiben zum Versand, in welchem vor' ben erwähnten unlauteren Geschäftsgrundsätzen gewarnt wurde. Diese Warnung zeitigte aber j nicht ben geringsten Erfolg. Das Anreißen wird vielmehr noch - schwungvoller betrieben als früher nnh scheint immer mehr An- 1 Hänger zu gewinnen. Vielleicht nimmt sich jetzt die Polizeibehörde j der Sache in nachdrücklicherer Weise imlb mit Erfolg an. I. S ch m Ücker Nach s. Bemerkenswert sind die Erfahrungen, bie Herr und Frau Birkly bei ihren Kindern gemacht haben, die regelmWg Scotts Emulsion bekamen. Köln-Nipves, Thüringepstr. 16, 13. März 1909. „Meinen 6 Kindern im Alter von ’ ,--9 Jahren hat Scotts Emulsion sehr gut getan. Ich habe uy/ien das Präparat als Stärkungs- und Kräftigungsmittel verabrtlcht und bin über ben Erfolg, besonders bei meinem jünfielt Mädchen Anna, erstaunt und erfreut. Tie Kleme hat während des (Gebrauches von Scotts Emulsion sogar in einem Monat 2 Pld. zuggnommen und hat heute, sie ist 61/, Monate alt, ein Gewicht von 19 Pfund. Nach ärztlicher Aussage ist Anna ein sehr kräftig enhuioteltcS Kind, an dessen ständiger Gewichtszunahme selbst der es alle 4 Wochen wiegende Arzt seine Freude hat. Es ist dies für uns mm so wichtiger/ weil meine Frau das Kleine nicht selbst stillen fttmn." (gez.) Michael Birkly, Kgl. Eisenbahngehilfe. f Jebe Mutter, die ihr Kind mit der Flasche groß ziehen mutz weiß, baß es oft recht schwer ist, das Meine recht voranzubringen. Es wirb bann vielfach dies und jenes versucht, ohne indes den gewünschten Erfolg herbeitzuführen^ Eltern, die in solchen Zeiten zu Scotts Emulsion - greifen und es dem Jüngstem regelmäßig geben, werden es nicht nötig Hachen, andere Mitte, zu probieren, denn Scotts «Emulsion bekommt rarten Kindern außerordenAch gut und ver- schen DerfLhrc.lL! wandelt sie in frische lebensfrohe Geschüpfchen. Scott« Emulsion wird von un8 au8|dHte<tf) tm großen verkamt und zwar nie lose nach Gewicht ober Maß, sondern nut in üerfiegeltzn Originalflaschen tn Karton mit unserer Schutzmarke (Fächer mit dem Dorich). iScott L Lowne, G m b. H., Frankfurt a. 2)1. Bestandteile: Feinster Medizinal-Lebertran 150/). prima Glyzerin 60,0 unterphotzphorrgsaurer ftalf 4,3, umerphoSphorigiaure» Nation ZA pulo Troaam 3X) feinster arab. Gummi pulv. 2,o, Lvass.r 129,0, AlLohoi hak Hierzu aromatische Emulsion mit filmt«, Mandel» uno Gaultheriaöl je 8 Trovfen. | Darmstädter Möbel. Unsere neuenModelle übertreffen alles bisherhagewesene an Qualität, Formenschönheit u. erstaunlich billigem Preis. August Schwab tv. Darmstadt, Rbeinstr.39, nächst d. Bahnhöfen. Tel.397. iauthans IFritz IVowack Grosse Gelegenheitskäufe:F* *hr mit Kolter und Feston do. ausgebogt do. Weisse Anstands-Röcke« Nachthemden. Länge 130 cm. Weisse Mk. 2.40 Preis. starker Flanell Mk. 1.55 Prima Flanell dto. Velours-Anstandsröcke Mk. Mk. 4.85 5.50 5.L5 2.25 2.75 n y> . . Mk. 1.95 . Mk. 8.50 Mk 1.55 Mk 1,85 Mk. 2.25 Mk. >, . Mk. 1.85 . Mk 2.45 . Mk. 2.65 . Mk 2.50 bester Flanell mit Umlegekragen . . 1 — Weit unter Preis. Taghemden weisser Flock köper starker Flockköper mit Spitze . . . Prima Piqu6, ausgenäht Elsässer Köper, ausgebogt Elsässer Köper, mit Hohlsaum und Feston ===== Weit unter starker Köper do. do. öd,foit vor tzwei Jahren hielt ich es für zweckmäßig, ben Herrn Polizeiamtmann sowohl als ben Vorstand des Detail! isten- Veretns wiederholt auf das eigenartige Gebaren einiger Gesclstifts- inhaber meiner Branchen hinzuweisen. Der Herr Polizeianllnuurn versprach mir damals Abhilfe durch Ausarbeitung eines Orts- Quaker Oats wird nur in den bekannten farbigen Paketen mit der Quaker- Schutzmarke in den Handel gebracht. Der Verkauf anderer Pakete sowie der von loser Ware als Quaker Oats ist strafbar. Nachtjacken farbige Baumwoll-Flanelle solider Stoff mit Spitze Auf Grund langjähriger Erfahrung und durch die Verwendung des besten Hafers in den technisch vollkommensten Mühlen der Welt ist es gelungen, die Qualität von Quaker Oats auf eine so hohe Stufe zu bringen. mit Umlegekragen mit rotem Feston Extra schwerer Flockköper mit Stickerei Dieselbe Qualität mit Umlegekragen Elegante Nachthemden mit breitem Stickerei-Volant . ===== Weit unter Preis. Spezialität: Komplette Wohnungseinrichtungen von 1000-10000 Mit Freie Lieferung, dauermde/Garami" Alles offen ausgezeichnet. Man verlange Preisliste ■ und Abbildungen. — |ssw/8 Nach! Jacken weisser Flockköper mit Feston extra prima Köper Schulterschlusshemd mit Feston . . . Weit unter Preis. Beinkleider farbige Baumwoll-Flanelle starker Flanell mit Spitze elegante Beinkleider mit breiter Stickerei . . Weit unter Preis. elegante Köper-Jacken mit weisser Stickerei . Mk. 3.50 Weit unter Preis. Prima weisser Flanell-Velour Mk. 2.85 Hemden farbige Baumwoll-Flanelle mit Spitze Prima Flanell mit Feston ===== Welt unter Preis. Prima Reform-Flanelle, ausgebogt, Mk. 1.75,1.85 u. 2.25 i Weit unter Preis. == Farbige Velours, gebogt Mk 2.50 Gerichtssaal. --M. Friedberg, 15. Novbr. Heute stand vor dem Schöffengericht der Vorarbeiter Scoukalski aus Alberto wegen Unterschlagung, Körperverletzung und Bedrohung. -Der Angettagte war als Vorarbeiter von dem Pächter Reß auf Dem Bajnhardshof als Aufseher für sieben russisch-polnische Mädchen bestellt, und mußte, well er der deutschen Sprache mächtig war, die Verrechnungen und Auszahlungen ausführen. Als Dolmetscher war ein deutsch-polnischer Arbeiter vereidigt. Der Zeuge Reß^erttärte, daß er 3600 Mk. als Arbeitslohn für die Mädchen an Scoukalski ausbezahlt habe, die zum größten Teil von dem ^Angeklagten unterschlagen worden seien, jedoch ließ sich die Höhe der Unterschlagung nicht mehr feststellen. Unter der Vorspiegelung wegen mangelhafter Arbeitsleistung nahm der Angeklagte Strasabzüge vor, und es stellten sich die Wochenlöhne, die sonst nach Abzug der Kost sich auf 15—18 Mk. belaufen, nach der Abrechnung auf 7 Pfg. Unter nichtigen Vorwänden mißhandelte der Angeklagte die Mädchen mit ben schwersten Arbeitsgerät- schasten. Als eines Tages katholischer Feiertag war, und bie ,Mädchen feiern wollten, erttärte der Angettagte,- wer ihm 2 Mk. gebe, könnte in bie Kirche gehen, bie anderen müßten weiterarbeiten. Solche Mißhandlungen kamen tätlich vor, besonders wenn bie Mädchen kein Bier bezahlten, oder rhm nicht zu Willen waren. In sittlicher Hinsicht hatte er sich an allen Mädchen mit Gewalt und unter den schwersten Drohungen vergangen. Einmal hatte er ein 16jähriges Mädchen, das sich jetzt in gesegneten Umständen befindet, von dem Scheuerboden in den Hof hinab- .geschleudert, well es ihm nicht zu Willen war. Weil bie Mäbchen ' durch die Drohungen eingeschüchtert waren, unb weil keine beutsch . Mk. 1.95 . Mk. 2.10 Mk. 2.25 u. 2.40 DER BESTE BEWEIS für die unerreichte Qualität von Quaker Oats ist der enorme Konsum dieses Artikels. Nicht nur in Deutschland, wo Quaker Oats jetzt auch fabrizirt wird, sondern auch in allen anderen Ländern der Welt übertrifft der Verkauf von Quaker Oats den aller übrigen Fabrikate. Beinkleider weisser Flockköper starker Köper mit Spitze Mk. Elsässer Köper mit Feston .... Mk. 2.10 u. 1.50 2.25 2.40 2.70 Reese Gesellschaft, Hameln. hv80/, stets frisch bei (4830 Ebtth. Metzger Nachf empfiehlt 6286 Wiescck. 6105 als andere (60S1 6253 nefcb. Nr. 9247J 15867 bei 5741 £ i •91 Färbe zu Hause (dratis 1 Dose ff. Cakes für 5» (Outscheine Simonsbrolund Pumpernickel XÄT* Schleimlösend "UJ Wirken Apotheker Caspary's nef. West-Anlage 51. GSOGÄOGGSG ee@®@©®®ee Schwalm «nurmit echten Heitmann? Farben Schutzmarke: Fuchskopf im Stern Carl Schwaab Seltersweg 23. Telephon 27. Zahnarzt wohnt jetzt Trink’ Bohnenkaffee stete Gemischt mit Werner Breuer, Dann bleibet du fröhlich und gesund Und lebest auch nicht teuer!, Werner Breuer’s Caffe-Snrrogat überall erhältlich! |ss'V, für den Winterbedarf in den beliebtesten Sovien, vorzügl. kochend, liefert zu biUimten Tagespreisen Kartoffelbandlg. H. Drechsler, Siemstraize 48. Telephon 581. (Auf Wunsch werden Proben gesan d t. I(5962 dahier eingesehen werden. Treis a. Lda., am 13. November 1910. Großh. Bürgermeisterei Treis a. Lda. Benner. I 09110)Trockenes Brennholz, Karren 2.50 Mk. Küser. Sommerkorn, Bleichstr. 12. J. B. Häuser, Giessen Neustadt 56 Telephon 660 Bodheimer Str« 42 Ratten! MäuMe! '^'et unsehlb. ,9<(fcrlon',ä50 u. 100 P . Bei: Carl Sei hei. Troger. WMh’illMlK«, Arrak- u. Rum- Punsch-Essenz, Rum de Jam.. Arrak de Batavia, ff. Kognak-W^einbrand, sowie gut. Kogna'tk-Verschnitt empfiehlt F. Schott« Bahnhofstraße N, Ecke W olkengasse. 6236 Bullen-Verkauf. Die Gemeinde Treis a. Lda. hat einen abgängigen fetten Bullen auf Lebendgewicht zu verkaufen. Offerten können bis zum 18. November l. I. vormittags ioy2 Uhr bei uns eingereicht werden, da um diese Zeit die Eröffnung slaltfindet. Die Bedingungen können auf Großh. Bürgermeisterei Lebkuchen alle Arten v. Heinrich Haeberlein Nürnberg. Aachener Printen von Henry Lambertz. Mandel-Spekulatius teer Hanta Liegnitzer Bomben Wasserdichte Wagendecken kauf. Sic sehr vorteilhaft bei Lndwig Lazarus, A sterw. 53. F ernfpr. 808. Auf Wunsch Svezialosferte gerne zu Diensten. [6061 Verpachtung eines Steinbruchs. Der in der Nähe des Schiffenberg liegende fiskalische Basalt- Steinbruch soll auf weitere 6 Jahre vom 1. Avril k. A. ab verpachtet werden. Etwaige Gebote ersucht man schriftlich bis zum 23. l. M. bei unterfertigter Stelle, wo auch die Pachtbedingungen eingeseben werden können, einzureichen. Gießen, 15. November 1910. (B“/u Großh. Oberförsterei Schiffenberg. T rautwein. Da steht eS groß und breit, daß Sie Rübeulchneider, Brockelmühlen, Futterdämpfer, Kartoftelauetschen, Futterschneidemaschinen, Jauchepumpen, „Titania" Milch- zentrifugen, Buttermaschinen, Wring- und Waschmaschinen am vorteilhaftesten raufen la. Schweine-Kleinfleisch gar. inländ. ticrärztl. unters, saub. Ware in Kübeln von 30 Pfd. an per Pfund 30 Psg. Postkolli enthalt. 9 Psd. 3 A) Mk. la. ges. Eisbein lDickbein ohne Spitzbein) per Pfund 52 Psg. la. ges. Köpfe mit voller Backe per Psd. 42 Pfg. Alles ab hier per Nachnahme. Nichtgefallendes retour. ss14/iJ Alb. Carstens, Altona a. E. 47, Adlerstraße 71. W Pee-Cee Bonbons ""WX glänzende Gutachten von Kgl. Säugern. Vorzüglich bewährt b. Husten, Heiserkeit, Katarrhen ukw. Nachahmungen weise man zurück. Beutel ä 20 u. 40 Pfg. in den Drogerien von: Emil Karn, Otto Schaaf, Gebr. Michel, Aug. Noll, (5. Seibel u. Biktoria-Drog. S Eine besonders werlvolleWeihnachlsgabe ist dieLebenSversicherung zugunsten derFamilie Die einen Bestand von reichlich Millionen IHart aufweisende GolhaerKedensversicherungsbank auf Gegenseitigkeit gewährt die Versicherung zu niedrigsten Kosten und günstigsten Bedingungen. (DWn Nähere Auskunft erteilen die Vertreter der Bank: töebrübcr Fullmann, Gießen, Grabenstr. 7. G. Bohn, Gräff. Rentmeister m Laubach. fluch Sie werden nach einmaligem Gebrauch gegen Rusten u Heiserkeit nichts anderes mehr kaufen, wie Eulol-Bonbon 30 Pfg. Ä” Vornehme Existenz mit selten hohem Einkommen. Erstklasfige Gesellschaft beabfichtigt ihre hier zu errichtende Alleinvertretung für die Provinz Oberheffen an geeigneten Herrn zu übertragen. Es handelt sich um den Vertrieb eines sensationellen, konkurrenzlosen Apparates, der jedermann einfach verblüfft. Goldene Medaillen, Ehrendiplome, Ehrenkreuz. — Presse, Behörden und maßgebende Personen in Industrie und Handel bezeugen dies einstimmig. Angebote unter 6800 an die Geschäftsstelle dieses Blattes. „Phönix“ bester Schutz gegen Nauchbelästiguug empfiehlt 6161 J. B. Häuser, Neustadt 56. Telephon 660. LÄsleir Hi vorzüglich im Gqschmack, liefert zu bill. Preisen ins Haus wöchentl. 2maL Wiederverkäuf. erh. Rab. Bestellungen tu erben entgegenge- nommen Piocküraße 7 Hlh. p. und Zsicgelpsad 17 ll. (6182 W Melall-Purzmitrel Seifen, Pölßemaren iebr preiswert stets am Lager Heinr. Kümmel 111. Jy Die angenehmsten Aussichten eröffnen sich^eder Hausfrau, wenn sie nur mit Reeses Back wunder, dem bewährten Patent-Backpuloer backt. Jh Kuchen gerät mit Neeses Backwunder immer. Fordern Sie auch nur Reeses Puddingpulver und Reeses Vanillinzucker als Ersatz für die teure Schotenvamlle. Praktische Rezeptbücher überall oder direkt von der Fabrik gratis. :: :: n Horrido. Geladene Jagdpatronen, absolut verfagesrei, von stärkstem Durch schlag u. hervorragender Deckung: Marke: „Favorita" per 100 M.5.— h »E ichel n n n 6- n „Vötbö „ „ n 7. Rkvltzlüsc ^atroittn: Marke: P." Köln-Rottwei! per 100 M. 7.50 „ ,,TirtCVM Nh.-Weftfäl. Svrengit. - Ges. v 100 'M.8.50 n ,Wcidmanns-Heil" Köm-Roltwei! per 100 M. 11.- tyerncr empfehle: Prima Schrotffinten, Kal. 16, von DL 45 an. Trillinge, Prima Snblcr-ttiewchre ÄL 125. Dressux-.Avparate und Gerätschaften für Hunde. Hundeleinen und ^Halsbänder, Hundepeitschen, Jagdtaschen, Jagd-Muffe, Gamaschen, Rncksäckc, Putzstöcke und Oele. |5880, Geivehrfutterale,lcderneJagd-1 Westen, Iagdürümpfe, Knie» | wäruter, Handschuhe, Ohrenwärmer, Schlaichiuützen,(6ummt- 1 mäntel, Jagdstöcke, Trinkflaschen und Becher. Thermosffaichcn, Aluininimn-Artikel für Jäger u. Touristen in gröster Auswahl. Prima Qualuät und billg. Preise. Ang. Kilbinger i Seltcrswcg 79. Telephon 276. möbel Pedigsessel in größter Auswahl bet Philipp Henkel, 6174) Sonnemtrahe 14. Schuhfabrik Hassia, Offenbach a.M. Allein-Verkauf: L. Bernhardt Schuhmachermeister Tel. 435 Schulstrasse 10 Tel. 435 Ulustr. Katalog gratis. sgymnneiy zu bieten, habe ich mich zur Einführung dieses Fabrikats entschlossen und lade ich zu zwangloser Besichtigung meines in allen Neuheiten der Saison gut sortierten Lagers höflichst ein infolge ihrer tadellosen Ausarbeitung, hervorragenden Qualität und vornehmen Eleganz als In den Fachkreisen der Schuhindustrie sind die an! der Düsseldorfer Ausstellung mit der goldenen Med Ille preisgekrönten Fabrikate der rAEDA/^ anerkannt und bewundert, was heute auf dem Gebiete der modernen Fussbekleidung hergestellt wird. Geleitet von dem Bestreben, meiner werten Kundschaft \ - p-w : i - V S^OulllLOO»’ STANDARD Alleinverkauf für Giessen STANDARD- Gebrüder Eine neue Fabrikmarke für schwarze Paletots. Vorzüge: Erprobtes Material, exakte Verarbeitung, gute Passform, Garantie fiir absolute Haltbarkeit in besonders vornehmer Ausstattung auf la. Seide gearbeitet Fasson „Flora" Mk. 39. Fasson „Anhalt“ Mk. 47■ Schwarze Tuch-Paletots Marke STANDARD sind vorrätig in allen vorkommenden Grössen, also auch für kleine wie auch für besonders starke Damen. Die Frauen - Grössen sind derartig gut ausgearbeitet, dass wenig oder gar keine Abänderung erforderlich ist Nebenstehende Abbildungen zeigen drei beliebte Fassons der Standard-Marke IMHEUSER GIESSEN, Marktplatz 9-10 M 28- M 35.- I i i Zum Totenfest 1846, Gegp. Anerkannt bester Bitterlikör! 24 Preis-MedaillenI Underberg-- Boonekainj. idem^™ fabriofiefl alleiniges Geheimnis» der Flrmti HJJIBERBRH1BRECHT HgfliifwintSeiner Majestät du Kaisers und Kfieigs WiMa H. smRafbhiusein RÜHM BIRG am Niederrbtlo. empfehle in grosser Auswahl Wald-, IVator-prüpa- rierte, sowie frische Kränze, frische Chrisan- themum-Blumen usw. zu billigen Preisen ,8293 Carl Volk, Friedhofsnärt-ierei Weher Strasse 7 Fluß- und Seefische J. M. Nehulbof 120] Televbon 119. Vronwter Versand nach auSwärtS Das neue BartpfltgcmiUel Struwwelin gibt dem Barte jede e>orm odne zu fleben, ohne Brenneisen und ohne Bartbinde, HeraefteÜt v C. D. Wunderlich, Hoflies., Nürnberg, zu 1 Mk u. 2 Dlk. p. f>L bei W. Kilbinger, Drogerie, Gieszen. (D%l Äflriofitl=$cri'trigmin8. Donnerstag den I7.Kov. tlllv, vormittags 11 Ubr, versteigere ich tm Austrage der tVintiü Bar u. WeuerHoyn aus Grund HandelSgeseulicher Be> ftunniung in dem Gilgutbahnhose dahier [6291 1 WaMu Äurtfljfrln. Geißler. Gerichtsvollzieher Versteigerung. Freitag den 18. Nov. I. nachm. 3 Uhr, sollen im städtischen P sandlokale, TeUerSweg 11, dahier die wegen rüefil. Schulgeld und rückü. Pachtgeld pp. ge- piänbeten Gegenstände, Möbel aller Art sowie 1 Break, l Pierd, 1 Kassettschrank u. versch. Andere versteigert werden. (6295 Gemmecker, Psandmeister Bllllkiivkr-kigtNliig. Ein der Stadt Laudach gehöriger Bulle soll Donnerstag, 17. November l. Id., vorm. IO1/, Uhr, im Hofe des Halters August Jochem meist- dielend gegen bar versteigert werden. 6^67 La ubach, 14. Nov. 1910. Großherzog l. Bürgermetsterei. Ritter. Jaucbefäaaer Weinfa**er Krautfä**er FieUchbütten Wa*chbüi len empfiehlt billigst (5942 Pb. fleh, tamerta, Bleichstr. 12. Ziehung am 28. u. 29. Novbr. S Gothaer eld-Lotterlo desRinnvarilas löt Mitteldeotsrtlm 3337 Geldgewinne u. 1 Prfcmie zueammer -50000 *3" 000 @000 » wooo ,"L 5000 1 Lee I Porto and Liste 20 PI. extra, B Lose einschl. Porto und Liste nur 6 Mn auch gegen Nachnahme, empfiehlt Carl Heintze, StressDoni Els.. GoKsehmledgass» und alle Loehandiungen (6297) ZiTHtsl liefert Kran re in geschmackvoll. Ausführung Adolf Töngrg, ESrtllMi Marburger Strane 67 uW4e Wohnung Marburger Str. 28. Morgen (Bw/„ getalz. Schweinefleisch 45 Psg. MwirlsMIitber Lttrto Giern Zu der Freitag den 18. November, nachmittags 5 Uhr, statt findenden WLA" Versammlung im Lenz'schen Felsenteller werden unsere Mitglieder und Freunde der Landwirtschaft zu recht zahlreichem Besuch eingeladen. Tagesordnung: 1. Fletschteuerung, Stellungnahme zu den Ausführungen tn der Stadtverordnetensitzung o. 10. d. M. 2. Rückblick aus das vergangene Jahr u. Ernteergebnisse. §284 Der Vorstand. I. Reifee. Wurstfüll- maschinen Räucher- apparate mit drehbarem Gestell wegen Geschäftsneubau zu Ausverkaufs- preisen. (6294 August Kröll, Giessen, 5elterswejl2 Moderne RkWmt S'önjfllÖäfiarkn. Bringe meinen gut anerkannten Bittag*ti*ch von 70 Psg. an in emnreblenbe Erinnerung. Robert Heuser, früher Hotel zum Ravven. Daielbft ein schönes Kneip zimmer zu vergeben <01 >264 $llfloitrjHninitii.^tlrÄa^ Augengläser, Brillen u. Pencenez in leder AtGMrung. 6398 Anfertigung nach ärztlicher Vorschrift und eigeuer Wahl. Genaueste und korrekteste Anvassunr sämtlicher Gestelle. Reparaturen schnellst. Fachmann. Bedienung. Ad. Reinig, 01688611, Seltersweg 30 Auf der ßöhe ist unser grosses Lager Normalhemden ron95Ptg bfoM. 7.50 Normalhosen von ptg bi» M. 6.50 Unter-Jacken von 8b Ptg. bis M. 4.00 Unterhosen, Macco Fuss- und Sohlen wärmer Kinder-Unterkleider in Unterkleidere »,e/u Damen-Hemdhosen M. 8.25 bi» 8.00 Reformbeinkleider v-M. 8.75 bis 10.00 Korsett-Schoner Leibbinden, Kniewärmer Damen-Beinkleider Brust- und Rücken wärmer usw. B. BoIferhoK Söhne Seitenweg 20