Erstes Blatt Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. idhabung der 4, 160. Jahrgang 468 age5 sondeü gegen zur Ordnung (Dienstag und Freitag); zweimal monntl. Land» »irllchaftllche Zeitsragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 113, Verlag u. Expedition 51 Adresse Hit Deoeschenr Anzeiger Siehe». Nr. 16 Ter Siebener Anzeige, erscheint täglich, ander Sonntag?. - Beilagen: viermal wöchentlich 'lten die Ar- Ilen bei gin. yen, und ich dos nötige 8 der Nieder- f n i tf) 13 n t ungeschulter, "arische Lin« 'ölige Achtung lh! sich weiter ti> Streik, rekheii nicht Bergarbeitern cbänden an! Donnerstag 20. Jannar 1010 vezugoprev»: monatlich 75Ps„ viertel- - ▼ A A jährlich Alk. 2.20; durch " ? eMel -Horden und ? aber bon schafft en wird es von kulösen Grfionl6 tteln vorgezogm. dichte vor. Io clsungen bei ösen, bronchi- mb zwar sowohl trankheitsprozetz ’iferteit gibt tZ> so zuverLssik yutlt LNigeioucht id) solche Mittä ssen. G5 giök s, sondern eine uns durch das ulid) gc'chW isl- Patenrichutz gd- s pislosans l'mb. :if in Singen .istosans an das ou; es wird von blaust. Wo das c man es bei der Lsche kostet Porto- hv. -/'■ N stttL, !«« l J*- A 8**5 ti4, A LkÄ?R>'. “’beie Ut $ lange l man aber ohne J Nanz- ?c”Q9en bat, deltu ziehui chiebenerZamilienblütter; zweimal roöcbentl.Kreis» blatt für den Ureis Sietze» itoren ,Mrn°S l< ?$roi3c "!?«■ |i«!X -M * Für und wider Cook. Aus Kopenhagen wird gemeldet: Das Uuwersitäls-KonsistDrium hielt gestern vormittag eine Sitzung ab zur Verhandlung über die Mitteilung der Cook-Kom- Mission, durch die Coots originale Notizbücher als in allem Wesentlicl-cn mit der Abschrift übereinstimmend erklärt werden, auf Grund deren die Universität ihr Urteil abgab. Tie Saä)L muh damit, soweit das bisher vorliegende Material in Betracht lbnunt, als abgeschlossen angesehen werden. Sie enthält, wie scljon erklärt worden, nicht den gering st en Beweis, daß Cvvk den Nordpol erreichte. Ebensowenig kann aber gesagt werden, sie enthalte den entscheid oen den Gegenbeweis. Tas Ergebnis der Beratungen bo; Universitäts-Konsistoriums wird dem Vorsitzenden der Cook-Kom- Mission zugestellt werden. Von den Verhandlungen zwisckien diesem und dcm Üniversitätsrettvr wird es dann abhärmen, ob gegen Cook wegen des ihm verliehenen Ehrendoktvrgradcs Schntte getan wer» den sollen. — Drei neue Zeichnungen Albrecht Dürers, die in der an ungehobenen Schätzen reichen Sammlung der Feste Ko bürg bisher unbekannt blieben, veröffentlicht Direktor Dr. Gustav Pauli im eben erschienenen Hefte des „Jahrbuchs der preußischen Kunstsammlungen" Tie Blätter ergänzen das Bild der Entwicklung des Künstlers bis zu seinen Mannessahrcn hin m glücklichster Weise. Aus der Wanderzcit Dürers stammt eine große Federzeichnung mit der Himmelfahrt der Maria Magdalena; sie ist um 1493 entstanden. Tas zweite Blatt, das die Weihnacht in Federzeichnung darstellt, steht nach der Entstehungszeit und dem fünftlerifdtcn Charakter dem vorigen sehr nahe Aus diesen Arbeiten der Wanderiahre führt die drttte Federzeichnung, das schöne Blatt einer Geißelung Christi, in die Zeit der jungen Meisterschaft. auch von Ihrem Standpunkte aus ein begründeter sein kann. Für mich kommt es darauf an, Ihnen gegenüber hier festzustellen, daß Tüte jbie Entscheidung der Regierung parteipolitische oder konfessionelle Gegensätze ohne jeden Einfluß gewesen sind (Hört, hört! rechts),' daß für die Regierung entscheidend gewesen ist lediglich der Gesichtspunkt, über den der Abg. Porsch in mancher Beziehung etwas kurz hinweggegangen ist (Sehr richtig!), der Gesichtspunkt, daß Beamte Kandidaten großpolnischer Richtung ihre Stimme gegeben haben. (Zurufe im Zentrum: Sind ja keine Großpoleu!) Sie sagen, es sind feine Großpolen. Die Regierung hat ein sehr eingehendes Material, das Ihnen unmittelbar nach mir von meinem verehrten Nachbar zur Rechten (auf den Kultusminister von Trott zu Solz zeigend) mitgeteilt werden wird, aus dem Sie trotz der Mitteilungen des Abg. Porsch ersehen werden, daß aus dem ganzen Verhalten der beiden Kandidaten, um die es sich handelt, kein anderer Schluß gezogen werden kann, als daß sje der großpolnischen Richtung angehören. (Hört, hört! rechts.) Wenn ich soeben gesagt habe, daß für die Regierung bei ihrer Entscheidung konfessionelle Gegensätze gänzlich ausgeschlossen gewesen sind, so will ich das erweitern. Ich will gleich allen meinen Vorgängern auf das Bündigste in Abrede stellen, daß in der gesamten Polenpolitik der preußischen Regierung konfessionelle Gegensätze irgendeine Rolle spielen. (Lachen im Zentrum.) Tie Regierung lehnt es ab, solche Gegensätze mit dem Nationalitätenkampse zu verquicken. Wer diese Verquickung vorgenommen hat, das sind die Polen. (Lachen und Widerspruch im Zentrum und bei den Polen. Sehr wahr? rechts.) Die Polen haben den Gegensatz fron katholisch-polnisch und evangelisch- deutsch konstruiert. (Sehr wahr? rechts. Zurufe der Polen: Wo? Zurufe der Rechten: Ueberall y Also ich muß daran festhalten, daß in Kattowitz eine Anzahl von Beamten unb Lehrern ihre Stimme Kandidaten gegeben haben, welche der großpolnischen Richtung zugerechnet werden müssen. Dr. Porsch hat soeben den Beschluß eines Staatsministeriums aus dem Jahre 1898 beinahe in' extenso verlesen, in welchem für die Oitmarken und alle Landesteile mit gemischtsprachiger Bevölkerung den unmittelbaren und mittelbaren Staatsbeamten einschließlich der Lehrer vorgehalten wird, welche Haltung sie auch in ihrem außer- amtlichen Verhalten einzunehmen haben bei der Stärkung des Deutschtums und bei der Abwehr von deutschfeindlichen Angriften. Im vorliegenden Falle ist den Beamten, welche inzber Hauptwahl für den polnischen Kandidaten gestimmt hatten, vor der Stichwahl von ihrer vorgesetzten Behörde ausdrücklich erklärt worden, daß die Stimmabgabe für den polnischen Kandidaten als nicht vereinbar mit ihren Pflichten erachtet werden könne. Ein Teil dieser Beamten ist dieser Mahnung zugänglich gewesen, ein anderer Teil nicht Die Regierung sah sich deshalb vor die Entscheidung gestellt, ob und wie sie gegen diese Beamten vorgehen solle,. Sie hat sich dafür entschieden, von allen disziplinären Strafmaßregeln abzusehen. (Lachen im Zentrum und bei den Polen.) Sie hat die Beamten im Jntereste des Dienstes von Kattowitz versetzt in Aemter von gleichem Rang und Gehalt und ohne Verlust von Umzugskosten. Eine solche Versetzung im Interesse des Dienstes ist trotz der Betrachtungen, die sie angestellt haben, keine Disziplinarstrafe. (Zuruf vom Zentrum: Wohl eine Belohnung?) Auch wenn eine solche Versetzung im Interesse des Dienstes von den betr. Beamten wie eine Strafe empfunden wird, kommt es hier doch darauf an, den rechtlichen Charakter der Maßregel darzustellen. Sie selber spreckre in Ihrer Interpellation von einer Beschränkung .staatsbürgerlicher Rechte. Man wirst der Regierung rechtswidriges Vorgehen vor, wenn sie im vorliegenden Fall die Beamten versetzt hat. -Da müssen Sie nur schon gestatten, daß ich unser Verfahren rechtlich definiere und daran sesthalte, daß die Versetzung im Interesse des Dien st es keine Disziplinarstrafe ist. (Lachen tm Zentrum.) Eine solche Versetzung hat jeder nichtrichterliche Beamte, jeder Beamte, für den nicht ausdrückliche Gesetzesvorschriften feststehen, daß er nur mit seinem Willen oder im Disziplinarverfahren versetzt werden darf, über sich ergehen zu lassen. Allgemeine Regel dafür, wann das diensttiche Interesse eine Versetzung erfordert, lassen sich nicht aufstellen und sind nicht aufzustellen. Selbstverständlich dürfen es niemals schikanöse oder frivole Rücksichten sein, welche eine solche Ber- hof, bei eines „Feuers lichten Flammens schweigend sitzen, da sie vor den übrigen Heiden und Ungläubigen wenigstens einen Schimmer von der Huld des Himmels voraushaben sollen. Hier spricht Dante in einem wärmeren Ton, der bei der Führung durch die Hölle nur selten wieder erklingt, so z. B. bei den Liebesqualen der Francesca da Rimim, die mit ihrem Gelebten von jenen furchtbaren Stürmen ruhelos nmhergetrieben wird, denen alle Sünder der sinnlichen Liebe in alle Ewigkeit anheimfallen. Dieser fünfte Gesang, der wie die übrigen mit guter Empfindung vorgetragen wurde, ist zweifellos ein Höhepunkt in Dantes Schilderungen. Ein interessanter Gegensatz dazu war der in der Vorlesung unmittelbar folgende achte Gesang. Dort feiert die unseren heutigen Empfindungen abstoßend erscheinende kirchliche Unduldsamkeit des Mittelalters grausame Triumphe, die auch durch den neunten Gesang sich ausdehnen. Religiöse Ketzer allerlei Art finden entsetzliche Strafen, schmoren in glühenden Gräbern bis zum Weltgerichte. Auch die Zornwütigen sind einem verhältnismäßig harten Geschick preisqegeben; Dante läßt sie im Moraisbe stecken und weist sie an der Hand feines Führers selbst voll Abscheu von fick. Auch diese Fahrt über den Sumpf gehört zu den grandiosesten Schilderungen des Gedichtes. Die eigenen harten Erlebnisse des Dichters in ferner Heimat Florenz spiegeln sich besonders im 26. Gesang wieder, zu welchem Fräul. Basfermann überging. Betrüger und Verräter schreiten ewig in Flammen einher. Hier wurde Dantes Phantasie in der Schilderung des Altertums äußerst lebendig. Auch die Gestalten der Verräter, die, im Eise eingefroren, unendliche Qualen erdulden müssen, sind in wirksam aufsteigender Anschaulichkeit gemalt, und im 33. Gesang treffen wir die verfehmten Verräter der Dante'schen italienischen Zeitgeschichte, wobei besonders der Toten bericht des mit seinen Kindern im Hunger türm gestorbenen Grafen Ugolino auch heute noch erschütternd wirkt. Die zahlreichen Zuhörer von gestern werden, wenn sie sich genügend vorbereiten, für die morgige Fortsetzung der Vor- lesuna ein lebhaftes Interesse mitbringen. Wir wünschten, es möchte der allgemeine Brauch sich entwickeln, die Meisterwerke der Literattir durch gute Vorlesungen dem Genuß und Verständnis zu erschließen; so manche klassische deutsche Dick)tung ist ebenso sehr für das Ein vanle-Nbend in Eichen. Wir nennen Dante mit Ehrfurcht, kennen ihn ober schlecht. Die einfache Belehrung, daß der grofce Florentiner zuerst es war, der in der Volkssprache den Italienern die Bilder einer nnversieglichen Phantasie schenkte, wird nur dann wahre Bewunderung für den Dickster erregen, wenn wir dem Geist seines großen Lehrgedichtes an der Hand einer guten Ueberfetzung etwas näher nach- spüren. Das hat freilich nicht "geringe Schwierigkeiten. Die „Göttliche Komödie" setzt auf jeder Druckseite die Kenntnis altgefchi-chtlicher oder sagenhafter Vorgänge, noch mehr aber eines guten Stückes der florenttnischen Geschichte voraus. „Es ist ein groß' Ergehen, sich in den Geist der Zeiten zu verschon" — dieser Satz will hier ernst genommen werden. Dantes Herz und Kopf waren erfüllt von der ge- toaltigen Gärung feiner Zeit, besonders von den Kämpfen feiner Heimatstadt, die dem Hochgesinnten ein Gewimmel von Leidenschaften aller Art gezeigt hat. Wer gestern abend in unserer Universität der Vorlesung des Fräulein Basser- man n mit einigem Verständnis folgen wollte, der mußte vorher durch eifrige Lektüre sich die Grundlage des Verständnisses geschaffen haben. Tann hatte freilich das gesprochene Wort der sicheren Kennerin, die fast ganz frei aus oem Gedächtnis sprach, eine gute Wirkung. Tie Dame las deutlich und schwungvoll; wenn ihr weibliches Organ auch nicht all die grandiosen Schattierungen der Dichtung klangvoll bemeistern konnte, so war doch die int Studium mit ihrem Oheim, dem Uebersetzer der ,.Kom- media", erworbene Sicherheit im Text und in der Auffassung hinreißend. Die Proben aus den Gesängen über die Hölle ließen Dantes Stil unb literarische Eigenart klar erkennen. Da cs eine stoffliche Entwicklung in diesem Epos kaum gibt, sondern nur Anschauung über Anschauung sich erhebt, konnte die Vorleserin ohne Bedenken ihre Hörer sprungweise in das Beste und Wesentlichste einführen. Freilich ift es ein eigen und schlvierig Ding, die eindrucksvollsten Gesänge herauszufiuden. So tonnte es bedauert werden, daß bte schönen, ernsten und für die Auffassungen des Dante'schen Zeitalters so charakteristischen Gesichte im vierten Gesang, wo die hohen Dichter-Heroen des Altertums im Vorsetzung begründen, sondern nur sachliche .und triftige Gründe. Nun behaupten Sie, ein solcher sachlicher und triftiger Grund könne niemals verbunden werden mit der Stimmabgabe des Beamten bei einer Wahl. Man hat deshalb das Vorgehen der Regierung für verfassungswidrig gehalten. (Sehr richtig? links und im Zentrum.) Sie bestätigen, daß das auch Ihre Ansicht tft Aber inwiefern denn verfassungswidrig? Wo gibt es eine Bestimmung, die das verbietet? Ich kenne sie nicht. Die Regierung hat das unbestreitbare Recht, einen Beamten von dem speziellen Posten, für den er sich nach der Ueberzeugung der Regierung nicht eignet, zu versetzen. Denn die Regierung auf die Ausübung dieses Rechtes verzichten soll, weil die Ungeeignet» heit des Beamten sich in der Stimmabgabe bei öffentlichen Wahlen dokumentiert hat, dann müssen Sie die Vorschriften hier vorführen, welche die Skaatsregierung in dieser Weise in der Ausübung eines sonst unbeschränkten Rechtes beschränken. Diesen Beweis hat auch der Abg. Porsch nicht geführt und wird ihn nicht führen können. Er hat angedeutet, daß man aus dem Erlaß des Fürsten Bismarck die Folgerung ziehen müsse, daß die Freiheit der Wahl nicht beschränkt werden darf. Es handelt sich doch aber im vorliegenden Falle gar nicht um disziplinäre Strafen. Ich Sehne cs deshalb ab, theoretisch die Frage zu erörtern, inwieweit die Stimmabgabe eines Beamten bei einer öffentlichen Wahl zum Ausgangspunkt disziplinärer Maßnahmen gemacht werden kann oder nicht. (Lachen im Zentrum.) Diese Frage hat mit dem vorliegenden Fall gar nichts zu tun. (Unruhe und Widerspruch int Zentrum und links.) Ernes billige ich Ihnen zu. Der Beamte soll in der Ausübung seiner staatsbürgerlichen Rechte und insonderheft in der Freiheit seines Wahlrechts nur dann beschränkt werden, wenn es das Interesse des Staates unbedingt erfordert. Engherzigkeit in dieser Beziehung würde gerade einer Beamtenschaft wie der preußischen gegenüber am allerwenigsten am Platze sein. Ihre Treue und Vaterlandsliebe ruhen auf einem besseren Fundament, als es äußerer Zwang zu schaffen vermag. (Beifall rechts.) Sie hat. dem preußischen Staate gerade um deswillen so Großes geleistet, weck sie sich bewußt gewesen ist, daß sie über ihr unmittelbar amtliches Ve^ halten, ihre unmittelbar amtlichen Obliegenheiten hinaus auch in ihrem gesamten äußeren amtlichen Verhalten dem Staate durch den Treueid verbunden ist. Ich hoffe sicher, daß die Beamtenschaft an diesem Grundsatz preußischen Beamtenrechts festhalten wird, auch gegenüber Bewegungen, die ihm einzureden versuchen, datz die individuellen Rechte des Beamten dem Interesse des Staates vorzugehen haben. Wenn eine derartige Ansicht zum Durchbruch käme, so würde eine der sichersten Grundlagen des preußischen Staates erschüttert werden. Darum wird die preußische Staatsregierung an diesem Grundsatz unerschütterlich festhalten. (Beifall, rechts.) Nun hat Herr Porsch gemeint, die Beamten in Kattowitz hätten gar nicht annehmen rönnen, daß sie gegen ihre Amtspflicht verstießen, wenn sie bei Stadtverordnetenwahlen einem Groß- polen ihre Stimme gaben. (Zuruf im Zentrum: Es waren ta gär feine Großpolen.) Herr Porsch vergißt dabei die hochgespannten nationalen Verhältnisse in Ober-, schlesien. Es gibt dort keinen Beamten, der Nicht wüßte, daß es mit seinem nationalen Bewußtsein, seinen nationalen Pflichten unvereinbar ist, bei Wahlen das Großpolent mn zu starken. Man hat nun weiter gesagt, die Versetzung der Beamten von Kattowitz wäre auch um deswillen so ungerecht gewesen, weil, tote der Abgeordnete Porsch es ausdrückte, die Welt rund wäre. Andere habet: schärfer gesagt, weil ja niemand wissen könne, ob wir diese Pvlenpolitik, die inauguriert wäre, weiterfühven würden. Di^ gegenwärtige Polen pv l ii i k i ft -front Fürsten Eismarck inauguriert worden. MeckEm unmittelbaren Amtsvvrt. gänger, dem Fürsten Builow, wird es stets als ein großes Verdienst anzurechnen sein, daß er diese Politik mit Energie prt- geführt hat. (Sehr richtig! rechts und bei den Natwnaliiberalen.) Tiefe Politik hat die Zustimmung der großen Mehrheit dieses hohen Hauses, von der reckften Seite bis wert in die Reiben des Liberalismus hinein, gefunden. (Ruf im Zentrum: Leider!) EZ ist deshalb nickst nur das Recht, sondern auch die Pflicht der Staatsregierung, die Prinzipien dieser Politik gegenüber ihrens Beamten, welche dissentieren, durchzusetzen. Wenn ein Beamter, wie es' in Kattowitz geschehen ist, in ferner Strmmabgate zeigt, daß er die Pvlenpolittk der Regierung für falsch hält, daß er sie nach seiner Ueberzeugung nickst zu unterstützen freimag, daß er preußisches Abgeordnetenhaus. Das preußische Abgeordnetenhaus hatte einen „großen Laa", da der Reichskanzler über die Kattowitzer Vorlomm- nisse sprach. Man sieht, wie übereilt und töricht die Angriffe waren, die fein Schweigen über diese Frage im Reichstag verurteilen wollte. Seine Rede war außerordentlich wirksam. Ein Berliner Stimmungsbild berichtet uns darüber: Herr v. Bethmann hieb in dieselbe Kri.be, wie Herr Delbrück tm Reichstage: Vor allem wies er die Unterstellung ab, als sei Die Regierung bei ifyrem Vorgehen in Kattowitz von parteipolitischen oder gar konfessionellen Erwägungen beeinflußt worden. Dann laS er dem Zentrum ein kleines juristisches Privatissimum zur Bekräftigung dieser Behauptung, die Versetzung der Kattowitzer Beamten und Lehrer sei keine disziplinäre Strafversetzung, sondern eine Maßnahme im Interesse des Dienstes. Die größte Zustimmung hatte der Ministerpräsident, als er feine Ansichten über Wesen und Zweckunserer Polen Politik darlegte. Da war er in seinem Element: das war praktische Geschichtsphilosophie, die sich sehen lassen Sonnte. Und eine Geschichtsphilosophie, die den Hörern in formvollendeten Sätzen, getragen von wirklichem Pathos (und Schwung, serviert wurde. Stürnttsck>er Beifall begleitete die Schlußworte des Regierungschefs, und immer wieder setzte er ein, als Polen und Zentrums'leute ityrer Unzufriedenheit durch beharrliches Zischen Luft machten. Nach dem obersten Beamten bekam das hohe Haus gleich auch die parlamentarisckse Jungfernrede des neuen Kultus Ministers zu hören: Herr v. Trott zu Solz führte auf Grund seiner Akten den Nachweis, daß es sich wirklich um gvoßpolnische Kandidaten bei der Kattowitzer Affäre gehandelt habe. Er sprach rein geschäftsmäßig und ohne großen Aufwand rhetorischer Künste, und die Stärke seines Vortrages lag in dem urkundlichen Material, das er gleichmütig verwertete. Wir erhalten noch folgenden Sitzungsbericht: 5. Sitzung, Mittwoch, 1 9. I a n u a r. Das Haus ist gut besetzt: die Tribünen sind überfüllt. In der H o f l o g e Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen. Am Ministcrtische: von Bethmann-Hollweg, von Moltke, Beseler, von Breitenbach von Trott zu Solz. Auf der Tagesordnung stehen die Anfragen Dr. Porsch (Zentrum) und Jagdzewski (Pole) wegen der Beamtenmaßregelungen in Kattowitz. Ministerpräsident von Bethmann--Hollweg erklärt sich zur sofortigen Beantwortung bereit. Abg. Dr. Porsch begründet die Zentrums-Interpellation. Abg. Dr. von Jagdzewski (Pole) verzichtet zunächst auf die Begründung der Interpellation der Polen. Ministerpräsident v. Bethmann HoÜweg: Meine Herren? Die Interpellation führt Beschwerde darüber, daß eine Anzahl von Lehrern und Beamten versetzt worden sind und wünscht Auskunft über die Gründe dieses Vorgehens. Ich bin bereit, diese gewünschte Auskunft über die Ansichten, über die Anordnungen der Regierung zu geben. Der Abg. Porsch ist soeben bei der Schilderung des Sachverhalts auf die einzelnen Gegensätze parteipolitischer und konfessioneller Natur in Kattowitz eingegangen. Ich will ihm im gegenwärtigen Moment in diese Details nicht folgen. (Alm? im Zentrum.) . Ich behalte das dem späteren Gange der Debatte, entweder mir selbst oder einem der Herren Ressortminister vor. (Lachen im Zentrum.) Meine Herren, lachen Sie nicht zu früh! Stören Sie mich nicht zu früh mit Zwischenrufen, lassen Sie mich meine Gedanken ruhig entwickeln. Sic werden sehen, das; der Gedankeugang hc. Marburg, 19. Jan. Der Chemiker Dr. pbil. Benv Hard Rathke, ordentlicher Honorarprofessor an der Universität Marburg, begebt am 20. ds. feinen 70. Geburtstag. Ohr wie für den Grift bestimmt, und unser Sprachgefühl könnte aus vielen Verirrungen des Papierdeutschen heraus- geführt werden zur angestammten Schlichtheit, „an mannigfalter Uranvage", wie Klopstock sagte, „zu immer neuer und doch deutscher Bildung reich". Möchten statt der allzuvielen Literaten und Uebersetzer mehr oute Vorleser um die Hebung des Kunstgefühls tm deutschen Volk sich bemühen! -Z- Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 'BL; durch die Post Mk. 2.—viertel- jährt. ausjdjL Beilellg. ZeilenoreiS: lokal 15 Pf., auSivärts 20 Pienniq. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den • < • A 99 zflU. < w AA politischen Teil: August General-Anzeiger für Oberheffen tz-M • Annahme von Anzeige» V l < » I für die Tagesnummer Rotationsdruck und Verlag -er Vrühl'fchen Univ.-vuch- und Stemdruüerei «.Lange. RedaMon, Expedition und Druckerei: Schulslratze 7. 8n e.qenteitt H. Beck bis üotmit v / Aus Hessen. Aus Bad Nauheim wird uns geschrieben: Vom hiesigen „Freisinnigen Verein" wurde NdiLtwoch abend eine öffentliche Widerspruchsversammlrmg veranstaltet. auf der Oberlehrer Dr. Strecker gegen die Einführung des Plural Wahl rechts in Hessen sprach. Tas Ergebnis war eine entsprechende an die hessische Regierung gerichtete Entschließung. Deutscbes Ueicb. 2er Kai s er, die Kaiserin und die Prinzessin von Rumänien besichtigten am Mittwoch vormittag die Kaiser- Wilhelm-Gedächtniskirche. Ter Kaiser konferierte später im Auswärtigen Amte mit dem Staatssekretär v. Sckö n. Der Unterstaatssekretär im Reicksschatzamt, Wirklicher Geheimer Rat Twcle. ist )einem Ansuchen entsprechend, von seinem bisherigen Amr en tb und eil und intteu Ber- loihung des Kronenordens 1. Klasse einstweilig zur Disposition gestellt worden. Zu ) einem Nachfolger wurde der Tirektor im Reichsschahamt Kühn ernannt, an dessen Stelle der Vortragende Rat im Reichsschatzomt, Geheimer Oberregierungsrat Herz, tritt. Tie Parteiführer des Reichstages ließen dem erkrankten Präsidenten des Reichstages einen Blumenstrauß überreichen. Graf Stolberg war von der Aufmerksamkeit hoch erfreut. Zu Ehren der Abgeordneten von ^trombeck, Dr. Spahn und Hitze, die 25 Zähre den ZenLrumsfraktionen des deutschen ReickMcrges und des Ab geordnetenhauses angehören, fand ein Festmahl statt bei dem der Fraktionsvorsitzende Frhr. v. Hertling die Verdienste der Jubilare feierte. Die nationallib erale Fraktion des Reichstages veranstaltete am Mitttvoch abend im Reichstage einen Bierabend, zu dein die Mitglieder des Bundesrates, nationalliberale Abgeordnete aus den verschiedenen Bnn- des' -en, Parteifreunde und die Presse geladen warst. 3m je des Abends begrüßte der ?lbg. Bass ermann die l ifte der Fraktion, indem er darauf hinwies, wie wünschenswert es sei, daß die Abgeordneten des Reichstages außerhalb des Kreises der offiziellen Berührungspunkte den gesellschaftlichen Verkehr int Reichstage selber pflegen und die Freunde der Partei um sich versammeln. 'Namentlich gedachte Bassermmtn der natürlichen Bundesgenossenschaft, wie sie zwischen Presse und Parlamenten in aller Welt bestehen. _ ■■■ —1 ......— Ausland. Aus Ofen pest wird gemeldet: Die Regierung schloß mit der ungarischen Kreditbank, die ein Rothschild-Konsortium vertritt, ein Uebereinkommen ab betrefsend die Ausgabe von 4 p r o z. Kassenscheinen im Betrage von 50 Millionen zum Parikurse. Tie Ausgabe der Kassenscheine erfolgt auf Grund der parlamentarischen Ermächtigung, die bereits im Jahre 1908 erteilt worden ist. In Buenos Aires erhält sich hartnäckig das Gerücht, daß in Uruguay eine revolutionäre Bewegung aus- gebrochen sei. Die strenge Zensur in NLontevideo mache es unmöglich, nähere Nachrichten zu erhalten. such ott gegebenen Falle für den polnischen .Kandidaten aussprechen MU);, dann zeigt dieser Beamte damit, daß er in einem national- Umstrittcnen und gefährdeten One wie Kattvk- witz nicht an )einem rechten Platze ist (Lebhafte Zustimmung rechts und bei den Ncitimallibcralen.), mag er sonst ein ncd'i so brauchbarer, tüchtiger Beamter sein. Tic Regierung batte des- 'halb die Pflickst, diese Beamten als ungeeignet von Kattowitz zu Entfernen. Hätte sie es nicht getan, so hätte sie, wie die Stimmung jin Oberschlcsien ist, eine ganz beillose Verwirrung angcrichtet. (Oho! im Zentrums Jawohl, meine .Herren, das hafte sie getan. , Sehen Sie sich doch einmal die faftijrfjen Vc l ältnissc an! Der deutsche Gewerbetreibende, Der deutsche Laue wirt, der in den Ostmarken die deutsche Staatsgesimrung hocb!-ält, hat unter dem Boykott und unter den Anfeindungen des Polentums zu leiden. (Rufe bei den Polen: In Ober-Schlesien?) In Ober-Schlesien, .in Posen. (Rufe bei den Polen: Ist nicht wahr!) Sie haben die Bewegunb von Posen nach Ober-Schlesien hinübergetragen. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Wie soll man denn von diesen Elementen, von diesen Gewerbetreibenden und Landwirten ein Festhalten an der nationalen Gesinnung verlangen, wenn die Regierung zusieht, wie ihr ihre cigemn Beamten bei der Durchführung dieser Polenpolitik in den Rücken fallen. (Sehr richtig! rechts.) Ich sagte vorhin, der Abgeordnete Porsch hat die ganze Angelegenheit auf konfessionelle und parteipolitische Gegensätze hin geprüft und hätte den nationalen Gesichtspunkt in den Hintergrund geschoben. Ich wiederhole, der nationale Gesichtspunkt rst für die Regierung der einzig entscheidende gewesen, und darum wollen Sic mir gestatten, daß ich auch noch einige Worte über unsere Polenpolitik sage. Man wirft uns vor, daß wir die polnische Gefahr überschätzen, wenn auch einige Hitzköpfe vorhanden feien, die von der Wiederaufrichtung des polnischen Nationalstaates träumten, so seien das Pl^ntasten, man sollte eine ruhige Politik der Versöhnung treiben, bann würde die Frage sich von selbst lösen. (Sehr richtig! tm Zentrum und bei den Polen.) Sie sehen, ich schildere die Ansichten der Gegner der preußischen Polenpolitik ganz richtig. Man hat weiter behauptet, diese preußische Polenpolitik sei es gewesen, deren gänzliches Fiasko jetzt feststehe, die den polnischen Chauvinismus grofer gezogen habe. Ich sehe diese historischen Zusammenhänge von Tatsachen anders an. Maa auch die Politik der bewaffneten Erhebung längst als aussichtslos aufgegeben worden sein und mögen sich auch die Besonnenen unter den polnischen Führern ihre letzten Ideale zu enthüllen hüten, so ist doch der Gedanke und die Hoffnung auf die Wiedererstehung eines polnischen Nationalreiches das geistige Element, das die Polen, ob radikal ober gemäßigt, ob arm oder reich, ob hoch ober niebrig, zusammenhält, und das allein der polnischen Bewegung die Stotz kraft ver- lecht, deren Erfolge jeder sehen muß, der sieht und sehen will. Wenn die polnische ^Bewegung nicht von einer solchen Idee getragen wäre, bann würbe sie nie unb nimmermehr bie großen materiellen und geistigen Opfer haben hervorbringen können, die alle ihre Mitglieder bis hinüber in die überseeischen Länder bringen; intb wenn man demgegenüber behauptet, es sei die preußische Polenpolitik gewesen, welche im Versagen des loyalen Wun,ck)cs nach Erhaltung der Muttersprache unb des Nationalwesens zu der Leidenschaft entflammt habe, die die polnischen Herzen erfüllt, so schätzt matt die geistigen Kräfte nicht richtig ein, von Denen nationale Bewegungen ausgehen. (Lebhafte Zustimmung rechts und bei Den Nationalliberalen.) Ich weiß sehr wohl, die Herren der polnischen Fraktion lehnen all: Pläne ab, die ohne Aufrechterhaltung der Unversehrtheit des preußischen Staates picht durchführbar lind, und wenn die polnische Presse in tausenden und abertausenden von Exemplaren, wenn die Agitation in Versammlungen und von Mund zu Mund den polnischen Traum pflegt und wach erhält, bann schütteln Sie (zu den Polen) das alle von Ihren Rock- schotzen ab. Aber ungeachtet dessen geht die Arbeit im Lanbe ruhig weiter, eine, Arbeit, die darauf bedacht ist, in jedem Polen bas preußische Staatsgefühl zu ersticken (Lebhafte Zustimmung rechts und bei Den Nationalliberalen.) unb ihn politisch, sozial unb lokrtfr schaftlich durch unüber ft cigbarc Schranken vom Deutschtum $u trennen. (Lebhafte Zustimmung rechts unb bet den Nativnalliberalen.) Mit dieser Arbeit soll im preußischen Staaten — nicht nur in den Ostmarken — ein abgeschlossenes polnisches Gemeinwesen gebildet werden, das, wenn auch erst in ferner Zukunft und wenn die Geschicke einmal günstig liegen sollten, Boden und Kraft Seben soll, auf Grund deren der preußische Staat zerrissen wird nd einer Derartigen Bewegung gegenüber empfiehlt man eine Politik des Geschehenlassciis und des Abwartens?! Was bie Folge davon sein wirb, lehrt uns Die Geschichte: Stärkung bes Polentums zu Ungunsten des Deutschtums, so ist es noch immer gewesen, in Perioden, wo bas Deutschtum nicht planmäßig ge- förbert unb gestützt worben ist. Hat man Denn vergessen, Daß reinDeutsche Gemeinden unD reiuDeutsche LanDstriche nachträglich poloniftert luorDcn sind? SM man nicht, Daß es Dem Groß- polentiim gelungen ist, in Oberschlesien eine polnische Bevölkerung, so staatstreu und vaterlandsliebend wie irgend eine andere, zu verhetzen und Dem preußischen Staate zu entfremden? (Sehr wahr! rechts; Unruhe im Zentrum.) Preußen kann keine Politik Des Kleinmuts führen. Die Daran zweifelt, in Den national umstrittenen LanDesteilen das Deutschtum als Den ansichlaggebenden Faktor ausrechtzuerhalten. (Beifall rechts.) darauf ist unsere Polenpolitik unb Schul- und Ansiedelungs- Politik gerichtet. Gewiß, wir werben mit dieser Politik nicht 'die Kraft der polnischen Bewegung plötzlich brechen können (Zuruf lmks: Ueberhaupt nicht!) Dafür geht die Bewegung mit ihren Wurzeln viel zu tief, aber mit einer stetigen vom deutschen Nationalbewußtsein getragenen Arbeit können wir das Deutschtum materiell und kulturell soweit stärken, daß ihm das Polentum trotz )eines Vordringens nichts anhaben kann, unb diese Arbeit ?u leisten ist Pflicht des preußischen Staates nicht nur für sich, )onbern fstr ganz Deutschland. , Beifall rechts.) Es entspricht nicht den Tatsachen, zu behaupten, daß alle Arbeit, bie wir bisher geleistet haben, vergeblich gewesen ist. Gewiß, auch unsere AnfteDelungspolitik ist von manchen schädlichen Nebenerscheinungen begleitet, fte hat zeitweise die Güterpreise ins Ungesunde gesteigert he hat Unruhe in bie Reihen der deutschen Besitzer gebracht, fte rst unzweifelhaft auch mit großen Härten verbunden. (Hort, hört!) Aber soll es denn nun nichts sein, wenn iptr in einer verhältnismäßig kurzen Spanne Zeit über 15 000 bauerltflK Stellen geschaffen haben, wenn wir 450 neue deutsche Aorfer haben entstehen lassen, wenn wir, obgleich wir mit Der AMetzung von Arbeitern erst später begonnen haben, auch hierin schon Erfolge erstell haben? Tas ist rein unter Dem Gesichts- imntt Der inneren Kolonisation, die ich für ein zwingendes Bc- bürTnus halte, eure Kulturarbeit, Deren Preußen sich nicht zu schämen hat und Die auf die Tauer auch Dem preußischen Staat Zugute kommen wird. Man soll aber nun nicht von einer Arbeit, Jie N°htr nach weitausschauenb sein muß, vor der Zeil durchschlagende Erfolge erwarten. Unb vor allem nicht durch Uneinig fett tn den eigenen Reihen den Fortschritt dieser Arbeit verzögern! Aus polnischer Seite habe ich von lolcher Uneinigkeit Nichts bemerkt. (Zustimmung rechts unb bei den Nationalliberalen.' Mögen auch die radikalen Polen bisweilen mit den gemäßigten Nicht über ein stimmen, weil diese ihnen nickst schnell und energisch genug vorgehen, in dem Grundgedanken Der Stärkung des Polentums gegenüber Dem Deutschtum sinD sie sich alle einig, unb an dieser Einigkeit sollten auch wir uns ein Beispiel nehmen' Tann wirb die Zeit kommen, wo auch der begeistertste Großpole es einsieht, Daß irgendwelches Rüttelnwollen an den schwarzweißen Grenzen aussichtslos ist, ebenso aussichtslos, wie der Kamps gegen deutsche Kultur unD Deutsches Wesen, und Dann wird auch der Nationalitätenhader auihören, der von beiden Seiten gleich bitter empfunden wird. Ich hoffe, daß Die Mehrheit Dieses Hauses bie Regierung in ihrer Politik auch ferner unterstützen unD deshalb auch anerkennen wird, daß es lediglich die Ueberzeugung von staatlicher Notwendigkeit war, die Die Regierung zu Den Entschlüssen bestimmt hat. Die Den Gegenstand der heutigen Interpellation bUDen. (Lebhafter Beifall rechts. Zischen bei Den Polen unb bem Zentrum.) Kultusminister v. T r o 11 z u Sol z: Für die Regierung war lediglich maßgebend, daß bei Den Stadtverorbucr: nwahlen in Kattowitz eine Reihe von Beamten und Lehrern ihre Stimme I 's -S'llg US HK ! LtuW £ EL beliebigen Kn StiM ■M L'Moden 13“ : lijutetn und I MW aus Int »»'N b I Minden. ■ **Zesta I ErbachA I ftlle an der Mehrer Jak. I)em Lehrer 2 Ihn der Seme - Juge | ,(1? Konrad i d>e sich I nnet ganzen I -chnillag in I )ir für seine i I r.onnaie mit < Lurschen hielt Md abnahm. Geld zun Biograph, o -Mzeihost bro O. B. H /?. Jan., fint ?eslischen Hoffmann öbft im län inschluß finbi Ästgchölzcn j üatt. Ta gen für CBiT, bejoi em Mreickei les Oberhessij L. ?)-rie launus zeig cchneedecke )ie benachbart ^ndwirte uni ro?niq erbaut, Slüchchlag zu x. Eal der den Per! empfindlich sl dem nahe gel tylit) bie J?n ier fo unzure 'mhjahr bei iier Wasser j möglich macht, «r tatsächlich ta Schlitz gü -^wimgen, de! i;i nehmen, sl leises die alt, asetzt werden, 6-C- Sch. «tten Heutes (ei Lermäh bchönbera '»S-Sern w des Schll öeutc vormitt ton Hessen ei Braukpaa ** Gießener Konzertverein. Zum Liederabend Susan S. Metealfe am 30. Januar schreibt man uns: Als die ersten Nachrichten über die Sängerin nach Deutschland drangen, wandte sich ihr dos größte Interesse zu: Anfragen : bei Ludwig Wüllner, der sie in Amerika kennen gelernt ' hatte, ließ dieser durch seinen Begleiter van Boos dahin beantworten, daß sie die größte Gesangskünstlerin der Gegenwart sei und in ihrer Art das vollendetste, was er je ' gehört habe. Es ist also ein ganz außergewöhnlicher Genuß zu erwarten. " Balls 8 Frankfurter Intimes Theater setzt im Kolosseum sein erfolgreiches Gastspiel fort. DaS reizende Ziehrer'sche Wiener Singspiel „Biedermeier und Frau" . bleibt, ebenso wie der lustige Schwank „Der Gelbbriefträger*, nur noch heute und morgen auf dem Spielplan. TaS Programm für die nächsten drei Tage wird im Anzeigenteil veröffentlicht werden. ** Der Lokomotivbeamtenverein feierte am Samstag sein Stiftungsfest, verbunden mit dem Juli- läum der Königl. Lokomotivführer Peter Gräf und Ludwig Schüttler. Die §eter wurde morgens durch die Ueberreichung der Ehrendiplome uud der Ehrengeschenke durch eine Tepu> tation in der Wohnung der Jubilare eingeleitet. Tie offizielle Feier sand abends um 8 Uhr in der Turnhalle des Turnvereins statt: sie wurde durch die Einführung der Jubilar-e eröffnet. Fräulein So^doivSki sprach darnach einen sinnreich durchdachten Prolog. Hierauf Iiielt der Vorsitzende, Kollege Oswald, die Festrede, woran sich einige Ansprachen von den zahlreich erschienenen Vorgesetzteii, sowie hiesigen uiti> auswärtigen Gästen anreihten. Tas Theaterstück Lieschen (oder 20 Blänuetn Verspätung wurde von den mitwirkenden Personen überaus flott gespielt und erntete reiche Anerkennung. Sodann folgten turnerische Ausführungen des M. T. V., die durch ihre Leistungen reichen Bei- J fall erhielten. Der durch Kollegen Hammel mit 16 Damen aufgeführte Fäcberreigen rief allgemeine Bewunderung hervor und wurde auf Wunsch der Festteilnehmer in der Pause wiederholt. Den Abschluß des Abends bildete ein schöner Ball. abgegeben heben für zwei Großvolen, für zwei Anhänger der großvolnischen Partei, unb daß sie bieß-getan haben in Oberschlesien, auf biesern national so heiß umstrittenen Boben. Nun bestreiten Sie, daß die beiden Äandidaten Großpolen gewesen seien. Es wurde heute bestritten und auch in Ihrer Presse. Daraus darf ich den Schluß ziehen, daß Sie selbst es nickst für angängig halten, daß Beamte unD Lehrer öffentlich für Anhänger Der großpolnischen Richtung eintreten. Es würde also danach gar keine grundsätzliche Verschiedenheit zwischen uns bestehen, sondern Der Streit sich nur Darum drehen, ob wir oder Sie mit der Beurteilung der Kandidaten im Rechte sind. Tie beiden Kandidaten sind der Fleischer Pakulla und der Rechtsanwalt Adam- czewsli. Ter Fleischer Pakulla ist von polnischer Seite als eine durchaus harmlose, beinahe deutschfreundliche Persönlichkeit gekennzeichnet worden. Meine Nachrichten lauten anders. Pakulla ist ein eifriges Mitglied des Sokols.^ Sie wissen, was bie Sokols in der polnischen Bewegung bedeuten. Ueberall, wo Polen sich in größeren Mengen zusammenfinden und luo die nationalpolnifche Idee propagiert werden kann, da ist Das erste, was geschieht, es wird ein Sokol gegründet, und um ihn herum gruppiert sich das polnische Leben. Wir haben Sokols in Oberschlesien, Pofen, Westpreußen, Berlin, Westfalen, ja selbst in Amerika, unb unter allen biesen Sokols besteht eine enge Verbindung, sie besuchen einander bis über das Meer, bie Verbindung wird aufrecht erhalten von Oberfchlesien bis Amerika. (Widerspruch Der Polen.) Die Fahnen werden in Krakau geweiht, unb um bie Führer Der Sokols scharen sich bie anderen. Ein treuer Förderer der Sokols ist Pakulla. (Ruf Der Polen: Er ist gar nicht Mitglied!) Er läßt sich nicht stören, wenn ein Sokolverein ausgelöst ist, den MitgliLdem nach wie vor sein Haus zur Verfügung zu stellen, er ist ein enragierter Groß- vole. (Lebhafter Widerspruch der Polen, Zuruf: Er spricht zu Haufe deutsch.) Tas ist nicht der Fall, das wurde schon im Reichstage behauptet, trifft aber nicht zu. Er hat eine deutsche Frau unD trotzDem verlangt er, daß in seinem Hause polnisch gesprochen wird, daß feilte sämtlichen Angehörigen polnisch sprechen, und seinen Sohn hat er bei dem bekannten Großpolen Lewandowski in Dienst gegeben. Er vermeidet alles, was ihn daran erinnert, daß seine Frau eine Deutsche ist. Es kann «affo keine Rede davon sein, daß Pakulla ntfr ein Katholik polnischer Zunge sei. Er gehört natürlich auch den Vereinigungen an, Die die Polen in Ober- Scklesien gegründet haben, um ihre Landsleute von jedem Verkehr mit Den Deutschen abzuschließen unb bie Grenzen zwischen Polen und Teutschen immer tiefer zu ziehen. (Ter Minister zählt diese Vereine auf.' Tas alles ist nachgewiesen. Der Mann entfaltet eine recht lebhafte Beteiligung am öffentlichen Leben und macht sie geltend ausschließlich in der Richtung polnischer Agftation. Noch schärfer tritt das hervor bei Dem Rechtsanwalt Adam- czewski. Er ist ein lebenDer Beweis dafür, wie von außen herein Die polnische Propaganda nach Ober-Schlesien getragen wurde. Er stammt aus Posen und war einer der ersten, die auf den Ruf des bekannten Großpolen Lewandowski nach Oberfchlesien übersiedelten, um Dort polnische Agitation zu treiben. Er ist dieser "Aufgabe Denn auch in vollem Maße gerecht aeioorben. (Heiterkeit.) Er wurde Mitglied vieler polnischer Vereine unb 'Mitarbeiter radikal-polnischer Blätter. (Der Minister nennt zahlreiche polnische Namen, was ihm offenbar Schwierigkeiten macht.) Ich muß schon um Entschuldigung bitten, wenn ich die polnischen Namen nicht richtig ansspreche. (Heiterkeit.) In welchem Sinne diele Blätter schreiben, das wissen die Herren vom Zentrum selbst. Das Zentrum ist mit Entschiedenheit von einer derartigen Agitation abgerückt, was ich gern anerkenne. So muß also Herr Ädamezewskt angesehen werden als ein Mann, der dieselbe Richtung >vie Herr Korlanti vertritt. Ich glaube, ich habe nicht unrecht, wenn ich sage: nicht wir haben uns im Z r r t u m b e f it n b e n, sondern Sie. Es kommt noch hinzu, baß bieser Abamczewski vom Ehrengericht feiner Beruft, genossen wegen eines Vorfalls bestraft tvorden ist, bei dem er in Kattowitz in einem öffentlichen Lokal sich gegen bie Deutschen in derartigen Schimpfereien ergangen ha:, daß ich außerstande bin, die Worte hier zu wiederholen. (Hort' hort! rechts) Solche Dinge pflegen an einem Ort von der Größe wie Kattowitz, wo die nationalen Gegensätze so stark heroortreten, wo sie bas Tagesgespräch bilden, nicht unbekannt zu bleiben. Trotzdem haben die Lehrer, die für diesen Kandidaten gestimmt hatten, behauptet, sie hätten von der großvolnischen Richtung nichts gewußt. Das ist schwer verständlich. Aber selbst wenn es richtig wäre, muß ich sagen, daß sie bann erst recht nicht geeignet waren, in einer solchen Umgebung Lehrer zu sein. (Sehr richtig! rechts.) 3d) hoffe,_ baü sich biete Lehrer ben Vorgang als eine Warnung dienen laffen unb daß sie ebenso wie die übrigen Lehrer in Oberfchlesien getreu ihren Aufgaben nadifommen unb in bem Sinne treu wirken, daß sie für Das Deutschtum tätig sinD, Daß sie ihren Schülern VerslänDn s für Deutsche Art beibrmgen. Dann arbeiten sie zum Nutzen Der Sdptle, zum Nutzen Des Vaterlandes unD zum Nutzen der irregeleiteten polnischen Landsleute. Neuerdings ist ja unsere Schulpolitik heftig angegriffen worden, man hat gejagt, üe sei ganz verfehlt und hatte Die Aufgabe, Die fte losen sollte, nicht gelöst. Dieser Vorwurf ist unberechtigt. Die Ostmarken zu germa* niRereu, kann Die Schule allein nicht erreichen. Denken Sie an Die Schwierigkeiten, Denen gerade Die Schule im Osten ausgesetzt ist. Aber die Schule kann wesentlid) zur ©ermanifterimg beitragen, sie ist die Vorbebingung für eine Stärkung und Kräftigung des Teutschtums in der Ostmark. Deshalb nehmen die Lehrer im Osten eine ganz besondere Stellung ein unb eS muß von ihnen m allererster Änie verlangt werden, daß sie unter arten Umständen zum Deutschtum halten, innerhalb unb außerhalb der Schule. (Lebhafter Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.) Auf Antrag des Abg. Porsch (Zentr.) wirb bie Besprechung beiber Interpellationen beschlossen. Abg. Winckler lKons.): Wir stehen einmütig an ber Seite bet Regierung. «Bravo! rechts.) Abg. Dr. Senba (Pole): Die Rede des Ministerpräsidenten bat uns nicht überrascht. DerRedner bezeichnete es als ein Ammenmärchen, baß bie Polen an eine Losreißung preußischer Laubes- teile büchten. Abg. Mertin - Oels (Freikons.): Die Regierung konnte unmöglich dulden, baß Beamte bic grobpolnische Bewegung unterstützen. Eisenbahnminister v. Breitenbach bemerkt kurz, baß auch Eisenbahnbeamte hätten versetzt werden müssen, weil sie trotz vorhergehender Belehrung für Die polnischen RanDiDaten gestimmt hätten. Abg. Schiffer (Natl.) verliest namens seiner Partei eine Erklärung unb schließt: Die Regierung bat das hohe Recht und die Pflicht, ben Staats- unb Nationalitätsgedanken gegen alle Feinde zu verteidigen. 'Möge sie zeigen, daß der preußische Adler Die preußischen Staatsinteressen zu schützen weiß, und baß er scharfe Fänge bat und im Kampfe mit seinen Todfeinden zu gebrauchen iveißl (Lebh. Beifall b. d. Natl.) Tas Haus vertagt sich. Nächste Sitzung: Freftag 11 Ubr. (Fortsetzung der heutigen Besprechung unb Anfrage bes Zentrums wegen des Arbeitsnachweises tm Rubrkoylenrevier.) 2ius Stabt unb taub» Gießen, 20. Januar 1910. ** Tageskalenber für Donnerstag, 20. Jan.: Burger- versa in m (u n g, veranstaltet vom Bürgerverein Gießen im „Einborn"-Saale, Anfang 8'/, Uhr: Schulferien, städtische Verkehrs- mtereffen. Ob er heft Gesellschaft für Natur» unb Heil- kunb e. Abends 8*/0 Ubr im Hörsaal des Pyhsik. Instituts: Vor- irag von Prof. Dr. Elbs: Gewinnung von Salpetersäure aus Der atmosphärischen Luft. ' ♦ ** Obstbau. Man schreibt uns: Ter im Herbst hier abgehaltene Obstmarkt hat gezeigt, baß Gießen viel Obst konsumiert. Tie Obstausstellung hat aber auch ben Beweis erbracht, daß in unserer Stabt, wie in ihrer nächsten Umgebung vorzügliches Obst gezogen wird. Wer hätte nickt das herrliche Obst aus Wieseck, Klein-Linden und aus Gießen selbst benmndert. Ter Oberhessische Obstbauverein hat bereits seit über 20 I ihren int Kris und Stadt Gießen die Förderung des Obstbaues mit dem besten Erfolg dnrchge- führt. Am kommenden Sonntag, 23. d. M., wird in einer im Cafe Ebel sdattsindenden Versammlung des Ober- hessischen Obstbcnwereins Herr Dr. H o s f rn a n 'n aus Fried - berg einen Vortrag über „Die Fvrderunasmaßnahmen im Obstbau durch den Oberh. Obstbauverein und sein Zusammenarbeiten mit ber Landwirtsctzascskammer" halten. Anschließend findet eine Gratisverlosung von Obstbäumen und Sträuchern für die Mitglieder des Vereins aus Gießen unb Wieseck statt. Alle Freunde des Obstbcutes, Gönner und Mitglieder des Oberyess. -Obstbauvereins sind eingeladen., •• Neue Haltestellen der Straßenbahn sollen obalb bie bafüc erforderlichen Schilber geliefert sind, eingerichtet werden in der Bahnyofftraße an der Ecke ber Löwengasse, am Linbenplah unD an der Kreuzung der Sonn en st raße mit der Schulstraße. Eine weitere Haltestelle, die mit bem Inkrafttreten des SommerfahrplaneS eingerichtet wird, ist in der Bahnhofstraße an der Alice- straße vorgesehen. ** Bolkskonzert. Auch in ländlichen Sänger- kreisen scheint reges Interesse für das auf nächsten Sonntag geplante Volkskonzert vorhanden zu sein. Es wird daher von Vorteil für die das Konzert besuchenden Vereinsmitglieber sein, wenn sie sich gemeinsckaftlick unb balbigst dnrch ihre Vorsitzenden Einlaßkarten bei Musikalien händler E. Ehallier, Neuenweg 9, bestellen. Weiterhin sei bemerkt, daß der Eingang nur von der Ludwigstraße aus durch das Hauptportal der Universität stattfinoet. ?eciammelu Bundes Parlamenten ? Ti«. n dem et rges cill" ? bvn * de,, und des £ ^Reichs, LWage °undesrL ^,en Dun- H? lBat* ^smann nnnnes, mm kb Reichs, ^eruhrnngs- AW. W°b chlld-Lonsor- tb die Ans, ^lra^e von "er Ässen, uen tzrmäch. rben ist. das Gerücht, wegnng ans- deo mache es nuar 1910. ii.: Bürgerin Gießen im lrsche Verkehrs- und Seil- NntutS: Sßoi- pelersäure aus i verbst hier .'» viel Obst den Beweis nächsten Um- ute nickt das aus Gießen mverein hüt dt Gießen die folg durchge- vird in einer : q des Ober- n auv^ried- HiMhiiicn im . 3ujammcn* hatten. Ln- , bäumen und s Gießen und Gönner und t> eingcladen., nbahn iollen it sind, einge- rc Ecke der r Kreuzung Eine weitere imcriahrvlanes an der Alice- chen Änger- ä tfn'tcn sonn- zu sein- -l besuchenden Mftlich Md ,ci Msilalmi- __ iSeitcrhtn Ludwigstraße itattfinbet. nt Liederabmd nan uns: MS * Deutschland «u; Anftageu, cnn'cn gelernt Aaos dayrn ««*' e ms er Je. »nlicher Wt Theater setzt Tas reizend ' und Fr°u »-ldbM w» * ..Utas 2ub«"f oii‘- Kttcr* Jiidi cxN Ä? (täl w neblner En gras Tribus &. Gundheim. Giessen. Kauthaus Fritz Ifowack ••A In allen Abteilungen des Geschäfts werden grosse Warenposten nur gediegener solider Vorteilhafte Einkauf-Gelegenheit für Brautleute, Hotels und zur Ergänzung des Hausbedarfs Latz ieöenfans infolge des Verschuldens von Parlaments- angeftelltcn das Feuer solchen Umfang annehmen konnte. — Augenzeugen behaupten, daß das Feuer gtelchzeitig an mehreren Stellen zum Ausbruch gekommen sei. Die Unter- fuchimg wurde eingeleitet. — Allgemein fiel die Teiluahmlosigkeit der unteren Bevölkerungsklaffen auf. während in der Stadt große Erregung herrscht und' der Brand als nationales Unglück angesehen wird. $ Berlin. 19. Januar. Dor Schluß der heutigen Reichs- kags-Sitznng teilte Vizepräsident Erbprinz zu Hohenlohe dis Vernichtung des türkischen Parlamentsgebäudes durch eine Feuersbrunst mit und erbat und erhielt die Ermächtigung, dem Präsidenten der türkischen Deputierten-Kammer die Teilnahme des Reichstages telearaohtfch zum Ausdruck zu bringen. Amtlicher wettervericht. Oeffentliche Wetter dien st stelle Gießen. Allgemeine Wetterlage seit Mittwoch früh: Das nördliche Tiefdruckgebiet zieht unter Auflösung ostwärts ab; c5 hat gestern und in der Nacht noch wiederholt Schneeschauer gebracht. Im Gebirge Liegt tiefer Schnee, lieber Nordwesteuropa auf der Rückseite des abziehenden Wirbels ist hoher Druck ut Bildung begriffen. Nordwinde führen dort Abkühlung herbei, die sich weiter auch nach Teiitschland fortpflanzt, so daß Frost beoorsteht. WetterauSsichten in Hessen nm Freitag dem 21. Januar 1910: Nördliche Winde und Frost, noch strichweise leichte Schneeschauer im Süden, stärkere im Norden. S ch n e e b c r i d) t vom 19. Jan.» 7 Uhr morgens : Schotten 1 ein, Herbstein 5 cm, Herctzenhain 18 cm, Schnee tauend. Heute früh: Hoherodskopf 30 cm, Feldberg i. T. 60 cm, gute Schneefchuhbahnen bet leichtem Frost. >(HL £ AubenH^ - < > Lanolin-Seife Weisswaren, Wäsche und Kusstatlungs-klrtilrel zu enorm billigen Preisen ausgeBegt. BVrefkastsn der Redaktion. (Anonyme Rnfragcu bleibeu unberücksichtigt.) F. S. W. Hennatscheine sind von dem betr. Kreisamt aus-« zustellen, also in Ihrem Fall vom KreiSamt Gießen, falls Siä hessischer Staatsangehöriger sind. Wenn sie preussischer Staats- angehoriger sind, ist das betr. Landratsamt zuständig. (k. SeMiseberg’, Zürich Direkte Bezugsquelle von Seidenstoffen .jeder Art Schon verzollt! — Verlangen Sie Muster!(IHi mann-Schönbavg die standesamtliche Eheschließung vollzog. Vom Vorwaum der äbrrche aus setzte sich um 12 Uhr der Brautzug in Bewegung. Pfarrer Palmer-Offenbach a. M. hielt die Traurede und vollzog die Einsegnung. Kammersänger Zahr-Tavmsiadt trug sodann einen Sologesang vor. worauf der Geistliche ein Gebet verrichtete. Nach Schluß der Feier begab sich der Hochzeitszug aus der Kirche. Im Schloß fanb" in den Gemächern der Fürsbin-Niutter die Gratulations-Cour statt. Uni 2 Uhr begaben sich die Herrschaften in den großen Saal zum Hochzeitsmahle. Dieser Saal wurde gerade vor zweihundert fahren zerk. Landgrai-Philivv-Pl. 8 IV. 0478! Schön ntöbL Zimmer per sofort au vermieten. Edcrstrafte 1 v. Die pflege verwundeter u. Aranker obqebalten. Die Vorträge sind unentgeltlich und finden im Saale der Sladtmüdchenschule, Schillerslraße 3, Montags und Mittwochs von 41/, bis 5% Uhr nachmittags statt; sie beginnen Montag den 24. Januar 1910, nachmittags 4V, Uhr. Anmeldungen werden in der Aliceschule, Kirchstr. 20, tt. bei Frau Kaufmann Fuhr, Sonnenstc., entgegengenommen. Mcefrauenverein für Kranfenpflege. Auf Veranlassung des unterzelchneten Verelns werde» auch in diesem Jahre Vorträge für Frauen und Mdchen I*r Novität! -W« „Rfloral“ Komödie in 3 Akten von Ludwig Thoma. Anfang 7'/, 116v. Ende O3/« Uhr. = Vollständig neues Programm. ===== Heitere Dichtungen in Vers und Prosa von: Hans Brennert, Wilhelm Busch. Liliencron, Alexander Moszkowsky, Börries von Münchhausen, Rideamus, Peter Rosegger, Freiherr von Schlicht, Ludwig Thoma, Ernst von Wolzogen u. a. Karten im Vorverkauf ä 2.—, 1,50 und I.— Mark (Studenten Ermässigung) in der Musikalienhandlung von Ernst Challier. 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