rr. 244 Zweites Blatt 160. Jahrgang Dienstag 18. Oktober 1910 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Siebener Kamiilendlatter" werden dem .Anzeiger^ Biennal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefjen Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: e-sK bl. Red aktwru 112. Tel.-Adru AnzeigerGießen. Auch eine Revolution. Aus Monaco, jenem ganze 15 180 Einwohner zählen- n Fürstentum, das neben seiner landschaftlichen Schönheit zentlich nur durch seine Spielbank und neuerdings mich rch sein Museum sür Tiefseeforschung bekannt ist, kommen ichrichten von einer Revolution. Gleichzeitig wird aber .sdrücklich versichert, daß die Ruhe in dem kaum 1 Qnadrat- ometer messenden Ländchen nicht ernstlich gefährdet sei, so ß diejenigen, die in den kommenden Monaten auf den runb ihres Geldbeutels oder der Tiessee blicken wollen, nz außer Sorge sein dürfen. Immerhin verdient die itsache, daß die Monegassen ihrem Fürsten Albert die Billigung eines autonomen Gemeinderats, also eines irlaments, und die Einrichtung einer Schatzverwaltung, so eines Budgets, abgerungen haben, insofern Beachtung, 5 damit auch der letzte Sitz des Absolutismus in Europa m siegreich fortschreitenden demokratischen Gedanlen zum )ser gefallen ist. Das Geschlecht der Grimaldi, das seit 980 Monaco herrscht, war Jahrhunderte hindurch eigentlich nichts weres als eine berüchtigte Seeräubersamilie, die sich in n letzten Dezennien insofern modernisiert hat, als sie ihre -utezüge nicht mehr an Bord von Schiffen, sondern an n grünen Tischen der Spielbank unternimmt. Im Jahre 31 erlosch zwar die männliche Linie des Hauses mit ltonio Grimaldi, aber der Name des Geschlechts mib ne Herrschaft ging auf den Schwiegersohn Antonios, :cgues Francois Leonard de Govon-Mattgnon, Grafen von irigni), über, der sich ebenso schlecht und recht, wie seine - geheirateten .Vorfahren, von allem ernährte, was der indel des Lmrdes mit Del, Drangen, Zitronen, Liwr und irsümerien bot, und ebeusalls nicht vor Falschmünzerei rückschreckte. Durch den Wiener Kongreß vom Jahre 1815 rrde'der Bestand des kleinen Reiches gesichert, doch brachte einer der Nachfolger des oben genannten Grafen, inoro V., der in einem Zeitraum von 25 Jahren von neu 6000 Untertanen 6 Millionen erpreßte, dahin, daß, chdern ihm sein Bruder Florestan im Jahre 1840 gefolgt i rr, sich im Jahre 1848 Mentone und das Städtchen Rocca- una vom Fürstentum trennten, sich unter den Schutz des inigs von Sardinien stellten, und der nächste Herrscher, ler irl IIL, nichts erbte als das jetzige winzige Monaco. Er tte verhungern müssen, wenn ihm nicht in dem Spiel- chter Blanc im Jahre 1853 ein Helfer erstanden wäre, der I namentlich nach Aufhebung der deutschen Spielhöllen im ifang der siebziger Jahre — Däonaco zu ungeahntem anz erhob. Einen weiteren Geldzusluß sicherte der Sohn üb Nachfolger Karls IIL, der jetzige Fürst Albert I., sich Iib seinem Fürstentum burch seine zweite Heirat (1889) mit i ice, verw. Herzogin von Rrchelieu., geb. Heine. Daß er Gegensatz zu feinen Vorgängern die Bevölkerung von onaco nicht auspreßte, sondern sie, da die Spielbank ganzen Staatsbedürfnisse Monacos bestritt, völlig steuer- | ib abgabenfrei ließ und darüber hinaus noch Mttel sür llj earusche Forschungen aufwandte, mag bei dieser Gelegen- ^»it mit Anerkennung hervorgehoben werden. Eigentlich hätten die Monegassen bei diesen Berhält- ssen sehr Alfrieden fein können, aber weit gefehlt, sie , ! Ulten, was ihnen verboten war, nämlich Zutritt ins Kn» ijinö, weniger wegen der Theater- und Konzertaufsüh- rZ. ngen als vielmehr wegen des Spiels, und strebten vor ! Lern nach den anrüchigen, aber jedenfalls ertragreichen ! iften der Croupiers. Ende Februar dieses Jahres ver- ngten 700 Monegassen, vielleicht durch den Gouverneur i s Fürstentums, 9ioger, aufgehetzt, in einer dem Fürsten • bert überreichten Erklärung eine Verfassung. Besonders arbe barin bie Aushebung des fürstlichen Monopols der - vielausbeutung, die Beteiligung der Landestinder am Rein- 4 winn des Kasino, sowie die Zulassung der Monegassen als (Erleben wir einen Tiefstand der Architektur? Pros. Dr. Berthold Haendcke (Königsberg i Pr.) jreibt im „Tag": Kürzlich schrieb mir ein Regierungsbaumeister: „Von einem j esst and der Architektur im ausgehenden 19. Jahrhundert muß — an unbedingt sprechen. Das Stttecht-Bauen, bie Reißbrettarchi- ."tut, die Verwendung von Surrogaten der Baustoffe und der- kl eichen zeigen düsen Tiefstand an, der selbstverständlich nicht 5 ein Räuigel künstlerischer Begabung der Künstler dieser Zeit, »Indern als ein ^Mangel absoluten, durch die Tradition gestützten ' inneny aurzufassen ist." Dieser Ausspruch von fachmännischer )U eite gab mir zu denken. Da ich zudem noch immer in Handbüchern id auch höherstehenden Schristen den Vorwurf lese, das 19. Jährig indert habe auf dem Gebiete der Architektur nur Stile aus rj uberen Jahrhunderten wiederholt, das 19. Jahrhundert sei „stil- T* o“, habe große selbständige Leistungen auf dem Gebiet der B« rchitektur nicht geboten — so mochte ich hier eine entgegensetzte Ansicht aussprechen, die ich feit langem im Kolleg vortrage. Die Auffassung, die ich eingangs gekennzeichnet habe und die ttit sonders auch unter den gebildeten Laien verbreitet ist, geht meines . (achtens zu einseitig von der Formensprache und gewissen tech- *1 scheu Freiheiten bzw. Mängeln aus. In dieser Hinsicht ist 1 durchaus richtig, daß das ganze 19. Jahrhundert einen Stil nicht schaffen hat — aber bauten nicht auch die goldene Zeit der enaissance, die Barockzeit in diesem Hinblick in einem abge- iteten Stil? Dhue Zweifel; bie spätrömischen Bauten weisen n, gar auffallenb viele direkte Aehnlichkeiten mit der Barocke auf, Pf lc z. B. in dem Biegen und Knicken der Linien und in dem |)1 üufen der Formen. Von diesem Standpunkt der Stilechtheit aus nn feit der klassischen Antike einzig die in Frankreich erdachte . ib burdxjebilbete Gotik vor der Kritik bestehew Aber die Auf- ttef -ben der Baukunst sind mit dieser Frage nach der Form keines- egs erschöpft, ja, sie find meines Erachtens nicht einmal nach ' ren vornehmsten Pflichten gekennzeichnet. Der maßgebende Ge- u* Wspunkt bei der Lösung einer architektonischen Fragestellung [ uß der nach der Raumbeherrschung sein. Die Architektur L in allererster Linie eine Raumkunst, b. h. eine Kunst, bie ben I ibegrenzten natürlichen Raum für bestimmte Zwecke burch künst- he Baustoffe unb künstlerische Mittel zu einem begrenzten, zu 1 nem durch diese beherrschten Raum umzugestalten beabsichttgt. - as besondere Verlangen nach den gewünschten Räumen stellt der Äeist der Zeck" — nicht das einzelne Individuum; denn alle 16 ste Kunst wird zwar von dem persönlichen Vermögen der Edelsten t. nes Zeitabschnittes erfüllt, aber sie wird geschaffen von dem un- leillen Sollen der Epoche selbst. Es erhebt sich nun für uns e Frage: Hat das 19. Jahrhundert bestimmte Anforderungen i diesen vornehmsten baukünstlerischen Sinn gestellt? Dhne de Widerrede, ja. Man muß scheiden zwischen dem „roman- schen Wollen" und b.em praktischen .Sollen" dieses 19. Jahr- Spieler und Croupiers gefordert. Hierauf nahm im Auftrage seines Vaters Erbprinz Ludwig bie Unterhandlungen mit ben „Revolutionären" auf, bie nunmehr zu einem für die Monegassen erfreulichen Ergebnis geführt Haden. Mler- bings muß man sich hierbei klar machen, baß es sich bei dem ganzen monegassischen Versassungsstreit nicht um politische Ideale, sondern lediglich, um Gelo hmidelt, um die Teilung eines Raubes, wie er seit ben ältesten Zeiten mit bem Namen Monaco aufs engste verbunden ist. politifctye Lagesjcynrr. Tie Auseinanoclfetzungen im Zeutrum. In der von uns gestern schon kurz erwähnten Kölner Versammlung der Katholiken, bie gegen bie Angriffe auf ben Papst ins Feld zog, hat Kardinal Fischer in seiner Rede folgende Aeußerungen getan: ,,än letzter Zeit haben sich hier und da in unserem Lager Zwiespalt und Meinungsstreit gezeigt, die eine gewisse Presse aufzubauschen bemüht ist, um den (Streit im Lager der Katholiken Deutschlands zu Heller Lohe zu entfachen. Zu diesem Zwecke verbreitet man allerhand Märchen über den Episkopat, auch über den Erzbischof von Köln. Demgegenüber betone er: Die deutschen Kardinäle (Kopp und Fischer), die man gegeneinander auszuspielen versucht, sind einig, und er erhebe hier lauten Einspruch gegen solche unsauberen Machenschaften. Noch viel weniger werden wir dcutsche Kardinäle ben Gegnern eine solche Freude machen; dazu sind wir viel zu gewissenhaft und umsichtig. Man täuschte sich gewaltig, wenn man auf unsere Uneinigkeit spekulieren will, und kommt zu falschen Trugschlüssen. Ja, die deutschen Katholiken müßten den Verstand verloren haben, wenn sie sich selbst je ernstlich befehden wollten. Gewisse Differenzen soll man mit Mäßigung, Liebe und Selbstbeherrschung auszugleichen suchen, um die geschlossene Einheit zu bewahren." Es war tlug vom Kardinal Fischer und wird ihm in Rom vielleicht nützen, baß er gegenüber seinem gegnerischen geistlichen Bruber in Breslau solche Worte der 'Mäßigung gefunden hat. Die harten Worte von der ^Verseuchung" des Westens sind freilich damit nicht aus der Welt zu schaffen. Die „Perseveranza" meldet übrigens, daß der Papst dem Kardinal Kopp zur Mäßigung geraten habe, wenn er auch sein Vorgehen billige. Kardinal Fischer werde in Rom erwartet, damit er sich mündlich rechtfertige; vorher werde der Heilige L>tuhl keine .Entscheidung treffen. Ter Reichstag. Man schreibt uns aus Berlin: Der Reichstag wird, wie nunmehr bestimmt feststeht, am 22. diovember nachmittags seine Sitzungen nach mehr als sechsmonattger Pause wieder aufnehmen und zwar, wie üblich, mit einer Bittschcifteti-Tagesordnung. Da ihm der neue Haushalt voraussichtlich erst in den ersten Dezembertagen zugehen wird, denn die Besprechungen über den Haushalt zwischen Reichsschatzamt und den Ressorts sind erst eben abgeschlossen worden, so daß die Beratungen im Bundesrate später als im Vorjahre beginnen werven, so bleibt dem Reichstage genügend Zeit, neben einigen Anfragen, die sicherlich nicht fehlen werden, den plenarreifen Stoff aus dem Frühjahre zunächst auszuarbeiten. Der Entwurf über die Privatbeaintenoersicherung wird sicherem Vernehmen nach dem Bundesrate erst im November frühestens zugehen können, so daß dieser Entwurf im Reichstage zu Beginn des neuen Jahres zu erwarten ist. Bezüglich der neuen Quinquennatsvorlage verlautet, daß ihr Umfang nicht so groß ist wie erwartet wird und das Reick)sschatzamt seine Wünsche im allgemeinen durchgesetzt hat. Die Hohe der Anforderungen sollen 40 Millionen nicht übersteigen, die auf die verschiedenen Haushaltsjahre zu verteilen sind. Dem Vorschläge, das Einjährigenprivlleg zu ertoeitern, um dadurch die Frie- hunderts, das ein seltsames Doppelleben führte, das zu gleicher Stunde in die Vergangenheit sich zurück träumte unb sich die Umwelt wie bie Welt des Geistes mit einer zähen Energie, mit einem kecken Wagemut eroberte, wie es kaum je einmal irgendeine Epoche der geschichtlichen Zeitalter gewollt hat. Jener Romantik fallen all bie Burgen, bie Dome, die Rathäuser und ähnliche Bauten zu, in denen einer alten Zeit in so ausgesprochenem Maße gehuldigt wurde, daß die Bedürfnisse der Gegenwatt hintenan gesetzt erscheinen. Diese Art von Bauwerken ist aber letzthin auch bie an Zahl unbedeutendste, wenngleich Bauten wie die Burg Lichtenstein, bie Marienburg, bie Schlösser Ludwigs II. von Bayern, die Dome zu Köln unb Ulm usw. ungeheure Summen an Geld und Arbeit verschlungen, jedoch auch, wie ich noch zu betonen haben werde, sehr viel an technischem Können gebracht haben. Äe echten kunftlerisckien Leistungen Haban aber die Baumeister des 19. Jahrhunderts geboten in den von ihnen gefor- berten neuzeitlichen Werken. Die hervorragenden positiven architektonischen Erfolge des 19. Jahrhunderts bestehen in der großen Zahl von Grundrißlösungen für Bauten, die das atmende Leben der Zeit verlangte. Wo gab denn die Krmstgeschichte Vor- bilber furBahnhöfe.für Museen, für Krankenhäuser, für Verwaltungsgebäude moderner Art, für Bibliotheken, für Theater, für Kasernen, für Fabriken, für Kaibauten — etwa in Hamburg —, für Ausstellungs- Paläste, für die „Wolkenkratzer" u. a. m.? Im besten Ftlllc konnte bei der einen oder anderen Gattung aus ben vergangenen Jahrhunbetten, wie etwa für das Theater, Speicher, eine gewisse Anregung genommen werden, aber selbst bann waren die Anforderungen des 19. Jahrhunderts so überaus verschieden, daß ganz neue Grundriß-, b. h. Raumdispositionen gefunden werden mußten. Und wer will wohl in Abrede stellen, daß in solchen Arbeiten eine wirklich schöpferische Kraft vorliegt? Ja, ich neige ber Ansicht zu, fast sagen zu dürfen, die schöpfettsche Stiftung, denn am Ende muß bie Form vor dem Wesen zurücktreten. Der Frankfurter Bahnhof erfebeint mir trotz formaler Lln- leiben bei älteren Zeiten als eine Großtat ber Architektur, und bie Raumschöpfung bcs Semperschen Theaters in Dresben dünkt mich trotz der Renaissance-Sttlechtheit als ein Beweis sehr starker, im besten Sinne baukünstlerischer Gestaltungskraft. Meiner Ueberzeugung nach muß man bie Richtung gebenden Baumeister des 19. Jahrhunderts wegen ihrer gewaltigen Leistung auf dem maßgebenden Gebitte des bautechnischen Schaffens, auf dem der neuzeitlichen Grundttßlösungen, der Raumbeherrschung trotz aller Bedenken zu den großen Raumkünstlem, b. h. zu dem Bau-Meistern, rechnen. Das 19. Jahrhundert haben wir meiner Ansicht nach von dem Vorwurfe architektonischer Unfruchtbarkell durchaus freizusprechen! Deshalb kann man aber ruhig schreiben: das 19. Jahrhundert besaß keinen MonumeAtalM; don berichtet haben. Um 2 Uhr stellte sich der Festzug auf dem Marktplatz auf, an bem die hiesigen Vereine teilnahmen. An bem Festplatz, der im Westen bie Stadt überragenden „Beunde", angekommen, folgte nach bem Vortrag eines Musikstückes bie Ansprache des Vorsitzenden des Denksteinkomitees, Dberft z. D. Weimer. Er begrüßte bie Versammlung unb gab einen Ueberblick über die das Entstehen des Gedenksteins bedingenden Verhältnisse. Geplant schon am lOjäljrigen Todestage des Altreichskanzlers, wurde bie Fertigstellung durch verschiedene Hindernisse verzögett, besonders durch die Beschasfung der passenden Steine (Basaltfmdlinge aus der Bahnhofserweiterung uni) Lavatuffsteine). Auch bie Hinauf- bringung auf die Höhe machte große Schwierigkeiten. Der ganze massive Bau sollte gleichsam ein Bild der mächtigen Persönlichkett Bismarcks geben. Die Rede klang aus in ein Hoch auf Kaiser und Großherzog. Hierauf folgte ber erste Vers von: „Heil dir im Siegerttaiiz". Die Festrede hielt Dberamtsrichter R ö m - h e l b. Er führte aus, was Bismarck gewesen nach seiner gewaltigen Persönlichkeit, wie er sein Werk von Anfang ausgeplant und durchgefühtt, wie er Deutschland aus seiner Erniedrigmig erhoben unb als treuer Diener seines Königs der Einigung entgegen» geführt habe. Der Gedenkstein soll ein Zeichen sein des Gedacht ni s s es an eine große Seit, damit nicht am Ende in 2000 Jahren Bismarck zu einer sagenhaften Persönlichkett werde und seine Existenz bestritten werde. Es soll ein Zeichen des Tankes an ben größten Mann einer großen Zeit sein, aber auch ein Wahrzeichen, bie Güter, die uns die Vor zett geschenkt, treu zu bewahren, vor allem eine Ntahnung zur Vater-, laiidsliebe. Auf das Vaterland wurde ein Hoch ausgebracht, welches begeistert in das Tal hinab klang. Nach der Rede wurde der erste Vers des von Dberamtsrichter Römheld gedichttten Weihe- liebes gesungen, Ter erste Vers lautet: Weihe, Gott, die Feierstunde, Die uns eint zu edlem Tun, Laß auf diesem Felsengmnde Gnädiglich dein Auge ruh'n! Unser Wollen und Beginnen Wandle du zur rechten Tat, Und zum Ziel, das wir ersinnen, Weise du uns, Gott, ben Pfad. Hierauf ergriff Pfarrer Werner das Wort zu folgenden Ausführungen: Es sei eine Freude für unsere Stadt, neben einer Bismarck-Eiche, einer Bismarckstraße nun auch einen Bismarckstein zu besitzen, zumal in der schönen Ausführung an so schöner Stelle. Des großen Kanzlers Wett sei schon beleuchtet worden; wir müßten aber als Angehörige des Volkes der „Denkett" auch bie Frage aufwerfen, was den großen Mann zu solchem Tun fähig und stark gemacht hat. Das war sein tiefreliglösesGemüt,seinunwandelbaresGott- vertrauen. So hoch er da stand vor Menschen, so tief beugte er sich vor seinem Gott; in seinem Wort holte er sich oft Rat unb Trost. Wenn Arndt singt: „Wer ist ein Mann, der beten kann," so haben wir in Bismarck einen solchen Mann. Darin lagen bie Wurzeln seiner Kraft. Klein vor seinem Gott, stand er hoch aufgerichtet vor Menschen im Vertrauen auf feinen Gott. In diesem religiösen Gemüt wurzelte, was er getan. War fest wie dieser Stein sein Gottvettrauen, so war gleich fest seine Treue unb Gewissenhaftigkeit in Ausführung seines ihm von Gott gegebenen Berufes, sein Vaterland groß und mächtig zu machen, so sehr fühlte er sich settrem Gott verantworllich in seinem Beruf. Unser Volk ist in feinem Kern religiös, möge es — Die Liquidation der großen Oper. Nachdem auch die Beschwerde gegen den ablehnenden Bescheid des Berliner Polizeipräsidenten vom Minister zurückgewiesen worden ist, scheint das Schicksal des Projektes der Großen Oper endgülttg besiegelt. Eine in Bne einzuberufende Generalversammlung wird über bas weitere Schicksal ber Aktiengesellschaft Große Oper beschließen unb, wie bie „Vauwelt" meldet, die Liquidation beantragen. „Das Projekt ist außer der Nichtgenehmigung ber ursprünglichen Zeichnungen auch noch deshalb unmöglich geworden, wett durch die Verzögerung und das Brachliegen des Grundstückes enorme Kosten erwack>sen sind. Daher würde, wenn die vom baupolizeilichen Standpunkte gefütterten Umänderungen der Baupläne und die öeränberte Anlage des Hauses verwirklicht werden solllen, bas vorhandene Kapttal nicht ausreichen. Eine Kapitalserhöhung, gleichviel welcher Att, ist aber |md) Lage ber Dinge vollkommen ausgeschlossen. Die Verwertung des Grundstücks, das durch seine vorteilhafte Lage günstig ausgenutzt werden kann, wird nun anderweitig erfolgen. Es sind, wie man in eingewechten Kreisen erjäblt, verschiedene Projekte im Gange. Das eine davon will auf bem größeren Telle des Grundstückes ein großes Hotel bejro. ein Pensionshaus nach dem Muster ber englischen Boardinghäuser, aber im elegantesten Stile errichten. — Z u der angeblichen Direktionskrise in ber Wiener Hofoper wird uns unterm 17. DTL aus Wien gemeldet: In den letzten Tagen legte die oberfte Hoftheatei> Behörde dem Openidirektvr Felix von Weingartner ben neuen Vertrag vor, in dem sie bie Klausel über das ihr zu stehende jährliche Kündigungsrecht gestttchen hat. Weingartner wurde gleichzeitig der Wunsch des JMeiidanten mit geteilt, daß auch Weingartner auf das Kündigungsrecht verzichten möge. Weingartner faßte noch keinen endgültigen Beschluß; es ist aber zu erwarten, baß auch er auf das Kündigungsrecht verzichten wird, worauf ein neuer mehrjähriger Vertrag sofort in Kraft treten wird. Damit ist bie Direktionskrisis der Hofoper beigelegt. — Die Eröffnung des österreichischen Instituts für Radium forschung, das ber internationalen Forschung gewidmet ist, erfolgt noch in diesem Monat. Das Institut ist Eigentum der Akademie ter Wissenschaften. Die Akademie überwies bem neuen Institut ßy2 _ Gramm Radium als Gescherrk. Mehrere inländische und ausländische Nadiumfvrscher sichetten sich in bem neuen Institut bereits Plätze. — Kurze Nachrichten ausKunft u. Wissenschaft. Der 20. Kongreß der Italienischen Gesellschaft für innere Medi»in findet vom 2o. bis 28. Oktbr. in R o m statt. — Semen 70. Geburtstag begeht am 20. Oktober ber Geheime Mebizinalral Dr. nieb. Friedrich Renk, ordentlicher Proiessor lür Nabrnngsnuttelchemie, Gewerbe- unb Wohnungshygiene und Bakteriologie an der TechnischenHochschule in Dresden. t ( E Der Brief, in dem die Kupons mit dem Poststempel Fulda zurückgesandt wurden, war versehen. Steinbrüche in hohem Aufschwung begriffen ist. Schon jetjf finden tausende von Arbeitern des Schelde- und Gernsbach, tales, die früher nach Westfalen und ins Rheinland wandere mußten, lohnenden Verdienst. = Aus dem Burgwalde, 17. Aug. Nachdem e kürzlich in der Nähe von Wetter ein weißer Fuchs erlegt tvurde, gelang es am Samstag dem Stadtförster ton Rosenthal, noch ein solches Prachtexemplar mit schnee, weißem Pelz zu erlegen. ,. , Der Eisenbahnminister erwartet innerhalb eines Jahres eingehenden Bericht darüber, ob sich diese Maßnahmen bewährt haben. = AuS dem Kreis Schotten, 17. Okt. Zur Ergänzung des Berichts in Nr. 240 d. Bl. vom 13. Ott. Aus dem Kreis Alsfeld" sei hier darauf aufmertsam gemacht," daß bereits seit 1857 jeder Pfarrer eine Ortschronik angelegt hat und weitersührt. Diese Chroniken umfassen das ganze Kirchspiel, behandeln aber die Geschichte der einzelnen Orte ge- trennt. Gewiß hätte man dem Lehrer gern die Benutzung für den Unterricht gewährt und ihm die ganze mühsame Arbeit der Schaffung einer eigenen Chronik ersparen können. ? Aus dem Scheldetal, 17. Ott. Das schon jähre- lang geförderte Projekt, das obere Lahntal mit dem Scheldetal durch eine Eisenbahn zu verbinden, kommt allmählich zum Abschluß. Die neue Bahn berührt ein Gebiet (Oberscheld-Wallau), in dein die Industrie durch die zahlreichen Eisensteingruben, Hochöfen, Hüttenwerke und = Heuchelheim, 17. Okt. Unter Vorantritt des neugebildeten Trommlerkorps unternahm am Sonntag nach- mittag unserTurnverein einen Turngang nach Wetzlar. Unter starker Beteiligung führte der Weg durch Atzbach, Dorlar, Waldgirmes, Naunheim zum Ziele. Nach einer ! kurzen Rast ging es am Abend mit der Bahn zurück nach Kinzenbach und von da heimwärts. = Oppenrod, 17. Okt. Bei der Gemeinderatswahl wurden Schmiedemeister Gerhard und Landwirt Heinrich Klingilhöfer mit je 41 Stimmen, Landwirt Heinrich Schmidt V. und Landwirt Karl Balser mit je 38 Stimmen gewählt. Gegenkandidaten waren Gemeinderatsmitglied Kloos, Zimmermeister Brück, Maurermeister Schlundt, Landwirt Heinrich Schäfer. Die Wahlbeteiligung war sehr stark- Von 76 Wahlberechtigten wählten 69. Auch der Wahlkampf war sehr heftig. b. Harbach, 17. Okt. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich am Samstag auf dem Felde. Eine ältere Frau wurde beim Dickwurzladen durch Unvorsichtigkeit von einem Jäger mit Schrot in die Stirne geschossen und mußte sich nach Gleßen in die Klinit begeben. Gleichzeitig wurde eine Kuh mit 17 oder 18 Schrotkörner getroffen. Wenn die Kuh nicht im Wege gestanden hätte, wäre die Frau totgeschossen worden. t r t. E E t und bei Massenbedarf auch billiger arbeiten als Gasmaschinen. < **DasSchlußftückd'er Kanalisation unserer Stadt wird tn den nächsten Wochen hcrgestellt sein, nämlich die Entwässerung für den Stadtteil rechts der Lahn, den die Bewohner die,es Viertels scherzweise Sachsenhausen neunen. Hier wird die getrennte Kanalisation streng durchgeführt werden, d. h. es werden Sport. — Ruderklub „Hassia". In der General-Ver. fammlung am 15. Oktober erstattete der Vorsitzende den Jahresbericht, aus dem hervorgcht, daß der Verein aus 115 aktiven und passiven Mttgliedern besteht. Der Ruder- tag in Limburg am 9. Oktober habe die Abhaltung der nächsten Regatta in Gießen am 11. 3uni 1911 beschlossen und einen Verbandspreis für diese Regatta gesttstet. Der Kassenbericht hatte trotz großer Ausgaben für Bootsmatenü! und sportliche Zwecke ein günstiges Ergebnis. Die Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: Vorsitzende P. Castein und L. Schmalz, Schriftführer: Paul Plage und C. Sommerkorn, Kassierer: A. Staudt und Hermann Kaiser, Instruktor: H. Rohrbach, Bootshausverwalter: Frrtz Schußler und Carl Wenzel, Beisitzer: Schneider und Bauer' = Lauterbach, 18. Okt. Zu dem Einbruchsdiebstahl mit schwerer Körperverletzung bei Herrn Oekonomierat Backhaus dahier wird weiter gemeldet, daß die bei demselben gestohlenen Kupons von dem Täter heute, am 18. d. M., zurückgesandt worden sind. Das Großh. Amtsgericht hat die Papiere mit Beschlag belegt. Der Zustand ist den Verhält- niffen entsprechend sowohl bei Herrn Oekonomierat Backhaus rote bei seiner Ehefrau gut. ~ Schweres Grubenunglück in Westfalen. ■pernei. W., 17. Okt. In der Zeche Shamrock riß M zur Leuts-Beförderung benutzte Seil. Der in die Tiefe gehende Korb mU etwa 35 Bergleuten blieb im Schachte stecken Der andere Korb geriet unter die Seilscheibe. Die darin befindlichen Bergleute wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Herne, 17. Okt. Auf der Zeche „Shamrock I" riß das zur LeMe-Besorderung benutzte Seil. Der in die Tiefe gehend Korb mit etwa 35 Bergleuten, deren Schicksal nod) unbekannt ist, dürste tief im Sumpfe stecken. Der andere es. Oberst Weimer sprach hierauf allen, welche zum Gelingen des Werkes beigetragen hatten, seinen Dank aus und übergab pen Stein der Stadt. Bürgermeister Roth übernahm im Namen der Stadt den Gedenkstein in Besitz unb Schutz. Nachdem noch Glückwunschtelegramme verlesen waren, sowie einige der freierir- 71-71 TY gewidmete Gedichte (von H.. Fleck aus Kohden und Feuerwehr- Inspektor Betzberger - zurzeit in der Schweiz) und vom Männer- ^iÄ^^fuhrt, wahrend die Schmutzwaffer unb btc gciangnercin Liedervorträge, desgleichen von der Musik (vom N^n m^glasierten Tonrohren in zwn Hauptleitungen lahn- Regrment 116) einzelne Stücke vorgetragen waren, wurde Eme dieser Leitungen kommt aus dem dem Gesang: Deutschland, Deutschland usw. der Heimweg an- K^et : ©tra&e ufm. ®turf, 61S getreten und im „Gambrinus" eine gesellige Zusammen-! ^^er der Pulvermuhle, unter der Sohle des —ohmuhlenbachs hm, fuuft veranstaltet. Tie ganze Feier bat aufs Neue euren Beweis 511 weiteres der patriotischen Gesinnung unserer Bevölkerung geliefert, welche | ^IC bu Wiesen bis m die erste Rohrleitung des " । ' —-, ■' ■■■■■■__ Hohleichweges gesührt, von wo sie ein otüd weiter abwärts nach der Brovinzial-Auskchuk der Nrovinr rbcrhcfieit einlentt. Bon dem rechten hier sehr hohen Ufer gegenüber r zn • c J 9 W ' der Wirtschaft von seichter ist ein 2 Kammern enthaltender Samm- .L. Gießen, 15. Oktober. Iler eingebaut. Von hier aus befördert ein aus ei fernen Rohren Anwesend Provinzialdirektor Dr. U sing er als 93ors | bergeftellter Ducker, der etwa in Tiefe von 1 Meter unter dem sitzender und 6 ordentliche Mitalieder. Flußbett herläuft, den Zufluß von ganz Sadffenhausen durch das 1 lieber die ritha h"ach den Klärbecken. Der Dückerbau, der für alle s m \ 9 m l J l SatIe Äve- nebeneinander liegende Rohrstränge enthält, war Gemarkung Ober- und Nieder-RoSbach hatte der wegen des feljigen Bodens nicht leicht herzustellen. Die ganze Provinzial-AuSschuß bereits früher entschieden und damals Kanalanlage rechts der Lahn ist so bemessen, daß dabei eine bau- daS Urteil des Kreis-AuSschusseS des Kreises Friedberg be- !ld?f Entwicklung in weitsichtigster Weise berücksichtigt ist. Selbst •2* «*5r“.ftT7,-ssSS waitungSgecichtShof verfolgt und bie Sache infolge eines an das Kanalnetz anschließcn zu können. Formfehlers an den Provinzial-AuSschuß zucückverwicsen. »Die Bereinigung ehemaliger Einjährig. Der Provinzial-AuSschuß hielt seine frühere Entscheidung Freiwiliger, Kampfgenossen von 1864, 1866, aufrecht. e. n r 1 8 7 0/7 1 veranstaltet am 29. Oktober zur Erinnerung an 2 . Die Gewerkschaft Luse und JlSdorf hatte die 40. Wiederkehr der Gedenktage des Krieges von 1870/71 Antrag auf Enteignung emes dem Landroirt Karl Reitz und zum Gedächtnis der Gefallenen und Verstorbenen eine zu Stockhausen gehörigen Grundstücks gestellt. Ueber den Feier in den Festsälen des Landwehr-Ofsizier-Kasinos am Pre.s konnte vor der Lokaltomnnsston eme Einigung mcht Bahnhof Zoologischer Garten zu Berlin. Dem EhrenauSschusse crzielt werden. Diese schätzte den qm auf 40Pfg wahrend für b.efe Feier gehört nach dem vorliegenden Aufruf neben von den sistierten Sachverständigen 46-48 Pfg. taxiert stcm Justizmmister Dr. Beseler und dem Staatssekretär des wurden. Der Provmzial-Ausschuß hielt eme Entschädigung Reichsjustizamtes Dr. LiSeo ein- stattliche Reihe führender von 45 P,g. für entsprechend. Hierzu kommen noch Ent- Persönlichkeiten auS der Beamten-, Gelehrten., Künstler-, chadigungcn für Obstbäume und entgangene Ernte, Hinsicht. Finanz, und Handelswelt an. Anmeldungen ehemaliger 1$ w-lcher der Provinz,al-AuSschust die Schatzung der Lokal- Einjährig-Freiwilliger zur Teilnahme an dem Feste sind an kommistlon bestattgte. den Vorsitzenden des Festausschusses, Chefredakteur und s 55 Hauptmann d. R. Schweitzer, Berlin C. 2, An der Stech- Aus Stadt und Land. bahn 3/4 zu richten. Gießen, 18. Oktober 1910. ♦♦ A 3 v- • k . f y e r*t*a^(1" on ne r§ taa* °20 " nacki" ° ^nbahnoerwaltilng scheint wieder zu dem fr^^eren förun“ 4 ittÄ n fa&. zurückzukehren, und sich den Nachwuchs für den Be- Erkern und Balkonen im Lustraiwl städtischer Stoßen. ' der yeimatjtalion 8. Festsetzung der Bauflirchtlinien in der Straße bei den Bete-1 De .,inn8eTT • ^"finden. rinärkliniken. 9. ,Eingabe des Dr. O. Ritgen-Berlin, pie Bebauung der Frankfurter Straße betreffend. 10. Pflasterung der Straße „In Löbers Hof". 11. Benennung von Straßen in dem Gebiet zwischen Dtitteltveg und Veterinär- ttinik. 12. Anschluß des Liebiglaboratoriums an die Gas- und Wasserleitung. 13. Einfriedigung des LaZ>arettgrund- stücks; hier: Gewckhrung eines Zuschusses. 14. Gesuch des Eisvereins um Ueberlassung der Ersmiesen für den kommenden Winter. 15. Verpachtung eines GeLändestückchens an Friedhofsauffeher Sier. 16. Zuschuß -um Jugendfest 1910. 17. Beitritt der Stadt Gießen Kur Zentrale für Mutter- und Saugltngsfitrsorge. 18. Benutzung eines Fahrrades durch den Ratsboten Schneider. 19. An- und Verkauf von Grundstücken. 20. Straßenbahn: a) 71/2-Minuten- verkehr bis zum Schutzenhause, b) Haltestellen in der Walltorstraße. 21. Genehmigung von Rechnungen. 22. Vergebung von Arbetten und Lieferungen. 23. Erlaß einer I PoliHeiverordnung, den Verkauf von Speiseeis auf öffentlichen Straßen und PlLtzen betreffend. 24. Gesuch des Wilhelm Weber um Erlaubnis zum Betriebe einer Schantz- wirtschaft im Hause Steinstraße 76. 25. Desgl. der Anna Marie Strodel im Hause Brandgasse 3. 26. Desgl. des Johann Peter Wämser im Hause Brandgaffe 7. 27. Desgl. des H. Fr. Georg im Hause Frankfurter Straße 165. 28. Desgl. des August Lamm im Hause West-Anlage 7. 29. Desgl. des Karl Wagner im Hause Neuenweg 01. 30. Desgl. des Philipp Meininger im Hause Neustadt 31. ** Das städtische Elektrizitäts Mer k hak seine Produktion an abgegebenem elektrischen Strom, tvelckie 1908/09 1 023343 Kilowattstunden betrug, int Jahre 1909/10 auf 1170 000 Kilowattstunden steigern können. Im lchten Jahre wurden 145 neue Anschlüsse mit 135 Zählern her- gestellt. Im ganz-en beläuft sich die bis. 1. iApril d. I aufgestellte Zahl der Elektrizitätszähler auf 1060. — An Einnahme aus Strom hat das Werk im ab* gelaufenen Jahr 225 000 Mark zu verzeichnen gegen 197500 Mark im Jahre 1908/09. Nach Abzug der Verzinsung der auf dem Werk ruhenden Schilld von 1255 500 Mk. blieb im Jahre 1909/10 ein Gewinn von 118 480 Mk. gegen 101413 Mk. im Jahre zuvor. Dieser Betrag dürfte für Schuldentilgrmg Verwendung finden. Die Direktion des Werkes hofft schon wegen des Bedarfs an Strom für die Straßenbahn im laufenden Jahre mit einer weiteren erheblichen Steigerung der Produktion und einer Vermehrung der Einnahmen auf 250 000 ML rechnen zu körmen unb schützt den Verbrauch an elektrischem Strom im kommenden Rechnungsjahr auf etwa 1500 000 Kilowattstunden, wofür auch die ganze Anlage des Werkes berechnet ist, fo daß eine Verstärkung der maschinellen Kräfte erst einzutteten braucht, wenn der Bedarf an Elektrizität für Licht und Kraft sich in Gießen noch mehr steigert. Tatsache ist, daß unser städtisches Werk, welches vor 9 Jahren aus kleinem Anfang sich entwickelt hat, zu einer Blüte gelangt ist, an welche zu Beginn der Sache niemand dachte, sonst hätte man wohl statt der Gaskrasimaschinen von Hause aus gleich Dampfmaschinen aufgestellt, welche rationeller I — erhältlich Auerge$ellechväsematte pr. St. 5—6 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Mk^ kühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Hahnen pr. Stück 0,80—1,80 9)Zf., Eliten pr. St. 1,80-2,20 'M, Gänse das Psd. 70-75 Pfg., Ochsen- leisch pr. Psd. 84—92 Pfg., Rindfleisch pr. Pfund 80—84 Pfg^ ^uhfleisch 70 Psg., Schweinefleisch pr. Pfund 80—96 Pfg., Kalb- leis ch pr. Psd. 86—88 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 60—84 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kg. 7.00 bis 7.50 Alk., Weißkraut das Stück 10 □iS 20 Pfg., Zwiebeln per Ztr. 5,00—6,00 Mk^ AtUch das äaitOcL Berlin, 17. Okt. Die Außerordentliche Hauptversamm- mng der O b e r schl e s i sch e n Koks werke und der Chemischen Fabriken-Berlin genehmigte den Verkauf der Gewerkschaft Marie Anne an die Oesterreichische Berg- und HüttenwertEesellschaft in Wien mit 70öa Stimmen gegen 2109 Stimmen. Vebcnb» Schlacht» vewichc mH. Verpackung ab Station Stockhausen a. d. Lahn. (hv»/t Höchste Temperatur am 16. Niedrigste , , 16. Niederschlag: — 0.0 mm. m u n d: Magnum bonum Alk. 3.20, weiße runde Mk. 2.75, Gelbfleischige rote Mk. 3.60. Kempen: Note Taber 0.00-0.00, andere rote Sorten Mk. 4.00—0.00, Magnum bonum Mk. 3.00, weiße runde Alk. 0.00, Gelbfleischige rote Mk. 0.00. Crefeld: Role eorten Alk. 2.90—3.10, Magnum bonum Alk. 0.00 -0.00, Gelbfleischige rote Mk. 2.90—3.10, weiße Alk. 2.90—3.10. Köln: Magnum bonum Alk. 0.00—0.00, weiße runde Alk. 0.00—0.00, Gelbfleijchige weiße Mk. 0.00—0.00. Plaidt: Role Sorten Alk. 3.00, Magnum bonum Alk. 3.00—0.00, weiße runde Mk. 2.60 bis 0.00, Gelbfleischige weiße Alk. 0.00. Saarlouis: Rote Taber Alk. 0.00, andere rote Sorten O.uO—0 Ou, Magnum bonum 0.—0.00, weiße runde Alk. 0.00-0.00. Frankenthal:- Role Sorten 2.40—0.00, Magnum bonum 3.00—0.00, weiße runde 2.60 bis 0.00, Gelbfleischige blaue 3.75—0.00, rote 3.50—0.00, weiße 3.50 — 0.00. Mannheim: Alagnum bonum Mk. 3.50-3.80, weiße runde Mk. 3.30—3.50. (Alles für 50 Kg.) J 65 0*0*; | E 2 c E Kleine Nachrichten. Paris, 16. Okt. Aus Limoges wird gemeldet: Der Flieger Baillod stieg mit seinem Einflächer mitten in der Stadt m der Avenue de Juillet auf. Der Apparat verfing sich in einem Baume und stürzte daun in die Zuschauermenge Einem vierzehnjährigen Mädchen wurde von dem Propeller die Schädeldecke zertrümmert. Zwei andere Kinder wurden verwundet. Der Flieger wurde verhaftet. Saint Louis, 17. Okt. Tie internationale Ballonwettfahrt um den Gordonbennetpreis begann unter Beteiligung von zehn Ballons. Scott- Emulsion wird von uns ausschließlich tat großen verkauft, und zwar nie lose nach Gewicht oder Maß, sondern nur in oeiTicgciten Origlnalflascheu m Karton mit unserer Schutzmarke (Fischer mit dem Dorsch). Scott & Bowue, (t>. m. b. H., Frankfurt a. M- Bestandteile: Feinster Medizinal-Lebertran 150,0, prima Glyzerin 50,0, unterphospbortgsaurcr Kalk 4,3, unierphoSphorigsaureS '.Ration 2/), pulo. 4 ogant 3,0 feinster arab. Gummi pulo. 2,u, Wasser 129,0, -Alkohol 11,0. Hierzu aromatische Emulsion mit Zimt-, Mandel- uno Qiaulttjeriaol |e 2 tropfen. Bad Dürrheim, den 9. Rov. 1909. »Da mein Töchterchen Marie Magdalene von Geburt an sehr zart und schwächlich war und außer Muttermilch mchts vertragen wollte, so habe ich es schon von feinem 3. Monat an Scotts Emulsion nehmen lassen, und zwar in nur ganz kleinen Mengen (*/, Kaffeelöffel voll!, jedoch regelmäßig. Dies Hal der Kleinen sehr gut getan und sie überraschend gekräftigt, so daß sie heute mit 5 Monaten 11 Pfund wiegt, durchaus fräftig ist und alles, was man ihr, dem Alter angemessen, zu essen gibt, richtig hinunterschluckt und gut verträgt. Dabei ist der Appetit des Kmdes auch em sehr guter. Es ist meine Ueberzeugung, daß ScotlS Emulsion für solche Kinder eine große Wohltat ist, und ich werde sie allen Müttern, wo ich kann, empfehlen.* (gez.) Rosa Scholl. Ein Hauptvorzug von Scotts Emulsion ist ihre leichte Verdaulichkeit, ein Punkt, der besonders bann in Betracht kommt, wenn es sich um ein Kräftigungsmittel handelt, das man den Allerkleinsten gibt. Da das Präparat außerdem wohlschmeckend ist, wird man keine Mühe haben,- es den Kleinen zu geben, die dabei rasch an Gewicht zunehmen, eine gesunde Gesichtsfarbe bekommen und frisch und fröhlich werden. Verlangen Ste aber ausdrücklich Scotts Emulsion und weisen Sie Nachahmungen unbedingt zurück. Chronischer Magenkatanh vorzüglicher Erfolg. Mit besonderem Vergnügen bestätige Ihnen hiermit gerne, daß ich das mir s. Zt. von Herrn N. gegen Magendesckwerden und damit verbundenen Begleiterscheinungen, infolge eines langjährigen chronischen Aragenkatarrhs, empfohlene Wasser Ihrer St. Georgsauelle, Biskirchen n. d. Lahn feit dem Jahre 1899 mit vorzüglichem Erfolge als Taiel getränt bet mir eingeführt habe und regelmäßig trinke. Ich habe mich so an dasselbe gewöhnt, daß ich dasselbe auf die Dauer nicht mehr entbehren möchte, was Sie ja aus meinen regelmäßigen Bezügen feit jener Zeit selbst zu beobachten Gelegenheit hatten. In dankbarer Anerkennung der guten Erfolge habe ich auch zu wiederholten Almen Veranlassung genommen, das Wasser Ihrer St. Georgsauelle tm streife meiner Bekannten zu empfehlen, wie ich dergleichen meinen Hausarzt, den Herrn Dr. F. hier, darauf aufmertjani gemacht habe, welcher sich hiernach, mir gegenüber, ebenfalls ancr- lennend über dasselbe ausgesprochen hat. C. A. G. in E. Preis für 25 Flaschen Mk. 9.- bis 17. Oktober = * 13,5'0. , 17. , = + 1,3 “C. Liier 20 Pfg., Birnen per Ztr. 10—20 Mk., Aepsel per Ztr. 6 bis 10 Mk., Zwetschen per Pfd. 15—00 Pfg., Nüsse 100 Stück 40—50 Pfg., per Ztr. 0—00 2JIL, Bohnen per Pfd. 15-00 Pfa. Alarktzeit von 8—2 Uhr. ^.0. Wiesbaden. V ie hh o f-M a r kt b e ri cht vom 17. Okt. Auftrieb: Rinder 130, Kälber 132, Schafe 43, Schweine 398. Tendenz: Rinder schleppend, Kälber mittelmäßig, Schafe mittelmäßig, Schweine mittelmäßig. Ueberstand: Rinder Ueberftanb, Kälber auSverkauft, Schafe ausverkauft, Schweine Ueberstand. Preis Durch- pro 100 Pfd. schnittspreis “SS* Pro lOOWunb Vollfl-Üchig«, ausgemäftete, höchsten °°n-bis Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 51—55 93—96 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete......47—50 Mäßig genährte junge und gut genährte ältere 42-46 Färsen, K ü b e. Dollflestchige ausgemästete Färsen höchst. Schlachtwertes . 47—52 Pollsleischlge ausgemästete Kühe höchst. Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. . 42—44 Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte flingereKühe u. Färsen 37—41 Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 31—34 cuftschiffahtt. Schluß der Berliner Flugwoche. Berlin, 18. Okt. Als Abschluß der Flugwoche fand gestern nachmittag ein U e b c r l and f l u g von Johannisthal nach Töberttz statt. I l l n e r stieg auf seinem Etricheindecker auf. Kurz darauf folgte I eannin und Leutnant von Tarnatzy. Es handelte sich nicht um militärische Erkundungsflüge, sondern um die B o r f ü h r u n g von Flugmaschinen verschiedener Systeme, die auf dem Uebungsplatze in Töberitz einer militärischen Prüfung unterzogen werden sollten. Fernflug Paris—Brüffel und zurück. Paris,17- Okt. Ter Flieger W y n m a l e n, der gestern auf seinem Ruckfluge von Brussel nach Paris mit einem Passt agier bet St. Quentin gelandet ist, wird heute den Flug nach Pans fortsetzen. Er hat int ganzen 470 Kilometer ziirück- gelegt. V-Vr' ^f der Rückkehr von Brussel nm 6,40 Uhr von St. Quentin abflog, ist um 12,13 Uhr r^Jssy.les-Moulineaur gelanbet für den r5lug von Parts nach Brüssel und zurück 27 Stunden 50 Minuten 26 Sekunden gebraucht. Eine Rundfahrt im Freiballon. Neudorf (Nheingau), 17. Okt, Der Ballon „Prinz Adolf" ans Bonn stieg als Tetlnehmer an einer nationalen Weitwettfahrt am 16. Oktober, nachmütags 5y4 Uhr, in Saarbrücken auf Ter Ballon wurde nach Frankreich getrieben. Nach den Angaben der Fahrttetlnehmer erhielt der Ballon über dem Fort Verdun tn der Nacht Feuer von französischen Soldaten. Ttc Balloninsassen blieben unverletzt. Der Führer suchte darauf höhere Luftschichten auf, kam aus Frankreich heraus und landete heute nachmittag um 5,25 Uhr nach 24- stündiger Iahrt sehr glatt in der Nähe von Eltville. 17. 2 । ^751,3 13.3 7,0 62 s 2 1 Sonnenschein 17. S" 752,1 6,7 6,8 93 8 2 10 Nebel 18. 7« 751,4 7,6 7,6 98 2 10 * Die Marktpreise für Biel) und Frucht und die Gieflencr Fleisch- uud Brotprcise am 17. Oktober 1910. Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 89—97 Alk. */aKg. Schlachtgew. 100-108Pf. */, P , 71-73 „ Kg. 84-92 Pfg. '/, , 86—88 , V, H 80-96 - Getreidepreise in Al a n n h e t m Brotpreise in Gießen <2 3ede Grösse am üager! • von Ulk. 1.80 an • von mk. 1.45 an . von Mk. LOO an . von mk. 120 an . von mk. 2.10 an . von mk. 1.65 an . von ITlk. 0.90 an . von MK. 1.75 an normal-Hemden . Rormal-Hosen . . Hormal-Sacken . Gestrickte Westen für Herren Gestrickte Westen für Damen Herren-Hosen . . ohne Halit Sweaters für Knaben für Herren Herren-Hüte Sämtliche Herren-Mützen von den billigsten Preislagen FTprh^f-MPIlhpitPIl Deutsche und englische Fabrikate bis zu der hochfeinen Marke Uvi MdI IvvUUvllvU billig, gut ^Boraalino“ elegante, kleidsame Formen in und besser. schön. Farb--Sort. sind einge troff. Wilk. Wirsig*, Herren-Moden Seltergweg 8 Fernsprecher 361 Seltersweg 8 Zu Beginn der Ballsaison bringe ich Tanz-Schuhe in Lack, Chevreau, Bronze und Weiss in den Preil agen von 2.75 bis 20.— Mk. :: Aparte neue Dessins ;; :: Lack-Halbschuhe und -Stiefel für Herren und Damen von 12.50 bis 24.— Mk. Ausgabe der allgemeinen Rabattmarken Wilh. Herbert Inh.: CARL HERBERT JMarktplatZ 2 neben der Engelapotheke laufen Sie oft, um eine gute Bezugsquelle zu entdecken. 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