Montag, 12. Dezember 1910 160. Jahrgang Nr. 291 Gießener Anzeiger fttftftctRt M glich mH Äutnobme Hf 8»md«a< Di- «Oietzenn jfamtltenbiatfer eetbe» H» General-Anzeiger für GberheMn ■M re vienna< ®dd)entltd> betgelegl bat iS» M» Kreb Gtetzet- imeimal f>u ^möwtrrlchatMcheH * ftnb. Seife werden, wenn Sie sic so bearbeiten? (Sehr evtl rechts.) Die Taten des Menschen sind ein- Folge der in ihm lebenden Ideen. (Heiterkeit links.) Wer den Mafien predigt, daß es erst dann gut werden kann, wenn das Bestehende -er- kmnmert und Sofort wird, der ist mit schuld und tragt an der Schuld mtt, (große Unruhe links), wenn di- Mafien die Kon. f-guenz-n ziehen. (Zustimmung rechts.) Deshalb bin ich auch der Ansicht, daß vorzubereiten. Die Stimmung, die in Moabit durchgebrochen fft, haben Sie gewollt, auf die arbeiten Sie planmäßig hin. (Sehr richtig! rechts.) Daß Ihnen der Anlaß, der Zeitpunkt und auch die Verwüstungen des Moabiter Zauberlehrlings nicht passen, ändert am Kem der Sache gar nichts. (Lebhafte Zustimmung rechts, stürmischer Widerspruch b. d. Soz.) Sollen wir — damit komme ich auf die ursprünglichen Ausführungen zurück — um deswillen unsere Z u ■ flucht zur Ausnahmemaßregel nehmen? Liegt bie Sache wirklich so, daß wir eingestehen müßten, bie staatliche Macht könne sich mit Hilfe beS gemeinen Rechts unb des gemeinen Gesetzes der in ihren Zielen gesetzwidrigen Machtpolitik der Sozial- demokratie nicht mehr erwehren? Fürst Bülow hat mehrfach vor diesem hohen Hause erklärt, daß Reich und Staat, daß Mon- archie und Gesellschaft bei furchtloser Anwendung der vorhandenen gesetzlichen Mittel in der Lage seien, jeden Versuch des Umsturzes niederzuhalten. Derselben Ansicht bin auch ich. 3$ habe in meinen Ausführungen auf bie Arbeiten hinge, toiefen, die uns für die Gegenwart unb für die nähere Zukunft bevorstehen. Diese Arbeiten, die doch schließlich dem Leben der Nation seine Richtung geben, tragen nichts in sich, was sich als Tendenz zu einer rückschrittlichen Bewegung charakterisieren müßte. Wenn Sie diese Aufgaben durchaus nach dem Schema rückschrittlich oder freiheitlich registrieren wollen, so wird jedenfalls das erstere nicht zutreffen. Die Einheit unseres Rechts, die stärke des Heeres, die Schaffung der deutschen Flotte,^ die Sozialpolitik und die wirtschaftliche Gesetzgebung — "^Zentrum und Liberalismus, ihrer aller Arbeit alUr Verdienste Hecken darin. Nur durch die Sozialdemokratie moralisch mit verantwortlich ist an den Exzessen von Moabit. rechts. Unruhe links, ein Zuruf: Der Reichskanzler greift tn ein schwebendes Verfahren ein!) Wenn ?^’cn .'na^ das unangenehm ist, dann hätten Sie nicht ES?«? Gelegenheit berühren müssen. (Unruhe links. Abg. rCt^Cn ^te doch von Ihren Kriminalbeamten!) Der Aba. Scheidemann war es, der gestern die Sprache auf Moabit gebracht ®ei£ nötigt, baranf -inzug-hen. m rT ?d’elbemann M gesagt, daß er gewifiermaßen bie rooaMer Vorgang-zu neun Zehnteln auf bas Santo bet Polizei, spitzet unb Arbeitswilligen sehe. Die Moabiter Vor. gange habe» sich ebenso wie nachher bie Unruhen in Bremen ^'b-r-i°n zwischen Streikenben unb Arbeitswilligen entwickpss - .. V ____ _________ ________ daß bie bestehenben Gesetze gegen revolutionäre Bestrebungen mit voller Energie unb ganzer Kraft zur Anwen- bung gebracht werben sollen. Zu ben in letzter Zeit gepflogenen Erörterungen ber konservativen Presse unb ber konservativen Korrespondenz über die Notwendigkeit neuer Gesetze gegen die Sozialdemokratie und zur Befestigung von Staat und Gesellschaftsordnung möchte ich auch an die Vorgänge vor 15 Jahren bei der Umsturzvorlage erinnern. Mit wachsendem jetzt schon eine ganze Reihe von Urteilen gefällt. Die Sucht, au5 den Moabiter Vorgängen ein aufsehenerregendes einheitliches Ganze zu machen, halte ich für schädlich. Gerade wer auf dem Standpunkte steht, daß die bestehenden Gesetze aufrechterhalwu werden sollen, ber muß auch mit Energie auf die schleunige Vollziehung dieser Gesetze bringen. (Sehr richtig!) Man kann sich beS Einbrucks nicht erwehren, baß bei ben Moabiter Exzeffeu nicht bie entsprechenben Maßnahmen cmgewanbt wurden. D i e Feuerspritze wäre daS wirksamste Mittel gewesen. Aber die konnte nicht angewenbet werden, weil sie — städtisch ist. (Heiterkeit.) Wir müssen dem Schatz se kr e tär daS Lob -wllen. er sich mit Energie der Aufgabe unterzogen hat, den zieren. Wäre daS früher immer so gehandhabt ।Jö^re die Finanzplage vi«.üeicht nicht so trostlos ge- Finanzreform notwendig wurde. (Sehr richtig! tn Etat steckt bereits eine Art Finanzreform- umsctzt. (Sehr richtig! reckits.) Mit der Hagel-Theorie ist es also nichts. Der Verhetzung ber sozialdemokratischen Presse beigetragen. Wer den „Vorwärts" lieft, der muß sich sagen, daß seine Artikel in solchen kritischen Zeiten die Massen leicht dahin bringen können, die bei ihnen in jener Stadtgegend ohnehin vorhandene Abneigung gegen die Polizei zu steigern. Solche Ser- hetzugen gegen Arbeitgeber und Arbeitswillige müssen solche Resultate zeitigen, namentlich wenn man in Rechnung stellt, daß der Janhagel dann auch immer gleich zur Stelle ist und Cel ins Feuer gießt. Davon, daß die Polizei dieSache - rovo« ziert hat, kann gar keine Rede fein; im Gegenteil, sie ist langsam und zögernd vorgegangen, vielleicht sogar zögernder, als es der raschen Beendigung jener Szenen dienlich war, ^Sehr richtig! rechts.) ES wäre ater erwünscht, wenn solchen Straftaten die Sühne möglichst bald auf dem Fuße folgte. Ja diesem Falle haben aber die Verhandlungen eine Ausdehnung gewonnen, daß sie schließlich den Eindruck eines fteuerlofen Schiffes machen. DaS ist nicht bloß die Schuld des Verfahrens, andern auch der Behörde, die diese Fälle kombiniert hat. (Sehr richtig!) Haben wir denn überhaupt Ruhe geerntet bei dem großen Prozeß Eulenburg, Schönebeck usw.? Aber dort handelte es sich wenigstens um einheitliche Prozesse, wahrend hier gar keine zusammenhängende Kontravention vorliegt. Hätte man die Fälle einzeln vor daS Schöffengericht unb vor bie Strafkammer gebracht, bann wäre lvärts" hat sie beshakb auch bald verlassen und an ihre Stelle die Provokationstheorie gesetzt, genau so, wie gestern der Abg. Scheidemann. Danach sollen die Moabiter Unruhen künsi- lich von der Polizei, womöglich nach einem allgemeinen Plane und auf höhere Weisung angeregt worden sein. DaS ist eine willkürliche, unerwiesene, unwahre und unsinnige Behauptung. (Großer Lärm unb Oho-Rure her Soz. — Abg. Stücklen ruft: „Wollen Sie die Zeugen beeinflussen? — Lärm rechts.) Ich hätte nicht über die Moabiter Vorgänge gesprochen. Ich tat eS nur, weil der Abg. Scheidemarm die Sache angeregt bat (Lärm und Zurufe der Soz. — Präsident Graf Schwerin- Löwitz: Ich^ bitte, ben Reichskanzler ruhig anzuhören, unb ihn nicht fortwährend) zu unterbrechen.) Wenn Sie glauben, baß bie Polizei Freude an der Sache hat, so ist das unsinnig, verzeihen Sie das harte Wort, da der Dienst in Moabit an die Geduld der G» erschein* tmf fragAch, db M< neuen Steuern hn Be- harrungSzustanb wirklich, wie veranschlagt, 415 Mill. M. erbringen werden. Bei einzelnen Steuern zweifelt ja der Schatzsekretär selbst schon daran. (Sehr richtig! links.) Wir bedauern eS nach wie Var lebhaft, daß man dem Gedanken einer Wehrsteuer ablehnend gegenübersteht. Wir haben die Notwendigkeit der 500 Millionen Mark neuer Steuern immer anerkannt. Aber wir haben verlangt, daß neben den Konsumsteuern in Höhe von 400 Mill. M. auch 100 Mill. M. durch Besitz steuern aufgebracht werden, und damit standen wir auf dem Boden der Regierungsvorlage. Jetzt sucht man es so darzustellen, als ob wir keine positiven Vorschläge gemacht hätten. Aber das Volk täuschen Sie damit nicht, und selbst in gut konservativen Kreisen hat man daS Verhalten des schwarz-blauen Blocks scharf verurteilt. Die schärfste Kritik aber bilden die Wahlresultate in Lyck-Oletzko und in Labiau-Wehlau Diese letztere Wahl zeigt ganz deutlich, daß ein Zufluß von bisher konservativen Wählern zum LiberaliS- üiul erfolgt, der nur auf das Konto der Finanzreform zu sehen ist. Die großen Gesellschaften überwinden jede Steuer kraft ihrer Kartells und ihres Kredits; da aber, wo Steuern auferlegt werden, die Schwierigkeiten und Erhebung Hervorrufen, leiden die kleinen und mittleren Betriebe besonders schwer. (Sehr richtig! links.) Die geftlegung der Armeeverhältnisse in einem Quinquennat Salten wir für richtig. WaS wir vermissen, daS ist, daß die dritten Bataillone für die neuen Regin enter nicht verlangt werden. DaS gleiche gilt von dem alten SchmerzcnSkinde der Armee, der Auffüllung der Bataillone mit Kompagnien. Nur 18 Bataillonen ist die vierte Kompagnie zugebilligt. Rückständig Snb wir Frankreich gegenüber in bezug auf oie reitende rtillerie. Gänzlich leer gehen die Pioniere aus. Nähere Aufklärung werden wir ja hier wie bei den anderen Punkten in der Kommission bekommen müssen. In Sachen des Tempelhofer Feldes nimmt der Kriegsminister erfreulicherweise in staatsrechtlicher und finanzieller Hinsicht einen richtigen Standpunkt ein. Was aber der Frage die große Bedeutung gegeben hat, das ist auch der soziale Gesichtspunkt (Sehr richtig.), die moderne Woh- nungShvgiene. Erneut lege ich dem Kriegsminister ans Herz, die Offiziere in den Grenzgarnisonen nicht zu vergessen und sie nicht zu lange in den zum Teil elenden Garnisonen sitzen zu lassen. (Sehr richtig.) Ferner eine gleichmäßige Einberufung in die Kriegsakademie und vor allem das Augenmerk nicht zu verlieren bezüglich der Exklusivität des Offizierkorps. (Lebhafte Zustimmung links.) Wir haben tatsächlich zwei Kategorien von Regimentern. (Sehr wahr.) Der Staatssekretär der Marine hat mit zielbewußter Arbeit und großer Zähigkeit die deutsche Flotte auf die Höbe gebracht. Die Organisation der Flotte schreitet in jeder Beziehung vorwärts. Die deutsche Flagge zeigt sich jetzt tn den Auslands st ationen häufiger als früher und das muß weiter geschehen. In den Kolonien ist der Ausbau der Selbstverwaltung zu wünschen, besonders in Südwest. Die Bemerkungen des Abg. Speck über die Ostmarkenreise der süd- und westdeutschen Abgeordneten müssen wir zurückweisen. Wir haben alle Anerkennung für die glänzende Durchführung der Ansiedlungsidee, die wir dort geseben haben. Der neue Herr des Au Sw artigen Amts, Herr b. Kiderlen-Wächter, kann sich freuen über den Empfang, den ihm die deutsche Nation bereitet hat. Mit Befriedigung seben wir die Leitung deS Auswärtigen Amts in den Händen eines erfahrenen Diplomaten, der das Ausland und besonders den Osten kennt. Die deutsche VündniStrene bat sich in der österreichischen Balkanpolitik bewährt und wird anerkannt. Der deutsche Kaiser hat sich seit Antritt seiner Regierung als Friedensfürst erwiesen, aber nicht gezögert, sich in der Frage der Annexion Bosniens und der Herzegowina an die Seite Oesterreichs zu stellen. Der Eindruck der Festigkeit der deut- f-cben Politik und des festen Zusammenwirkens der beiden großen .Kaiserreiche ist auch in Italien an Regierung und Volk nicht spurlos vorbeigegangen. Der reale Wert deS Dreibundes, die starke Rüstung der beiden Staaten ist darnit den Italienern vor Augen gerückt. Die Beziehungen zu Rußland find durch die Sozialdemokratie nicht verbessert worden. (Sehr wahr!) Die Ungebärdigkeit, mit der die Sozialdemokratie den Zaren, der mit seiner kranken Frau al? Gast des deutschen Volkes in Friedberg weilte, entgegenkam, übersteigt an Pöbelhaft igkeit alles. (Lebhafte Zustimmng.) Ich weise darauf hin. wie sehr da§ republikanische Frankreich und das parlamentarische England aufdierussischenBeziehungen Wert legen, nicht um der blauen Augen der Russen wegen, sondern wegen der Erhaltung des Weltfriedens und wirtschaftlicher Vorteile. Es ist eine Kurzsichtigkeit ersten Ranges,, wenn die Sozialdemokratie den Souverän eines großen Volkes in dieser Weise anvobelt, und den Widerhall haben wir ja in der russischen Presse gehört. Die Besserung der Verhältnisse int Orient begrüßen wir und sind unserem Botschafter in Konstantinopel bankbar. daß cS ihm gelungen ist, zu dem jungtürkischen Regime die guten Beziehungen aufrecht zu erhalten, die er zu dem früheren Regime gehabt bat. Die deutsche Politik tn Marokko hat keine glän-enden Resultate gezeitigt, jedenfalls ist die Souveränität von Marokko nicht festgehalten worden. Wir bitten den Staatssekretär um Aufschluß über die französische Expedition nach Agadir. Anerkennen müssen wir die Energie, mit der die Brüder Mannesmann an ihrem Recht fcstgehalten Huben. ES kommt dabei nicht so sehr ihr Geldinteressc in Frage, als vielmehr daS Interesse der deutschen Industrie überhaupt. Dem Abg. Speck danken wir dafür, daß er zur Sammln n g a e b la s e n hat aber der Zeitpunkt dazu war nicht sehr glücklich gewählt. In der Zeit der Antimodernisten- beweguntz und der Borromäus-Enzyklika, die ja so große Aufregung hervorgerufen hat, kann uns ein Bündnis mit beut Zentrum nicht erwünscht erscheinen. (Sehr richtig! links.) Nicht nur bie Reichsfinanzreform ist es, die Unmut im Volke hervorruft. Auch mit unserer Bureaukratie ist man im Volke nicht zufrieden, weil man das Gefühl hat, daß sie nicht in allen Teilen der großen Entwicklung des Deutschen Reiche? gefolgt ist. Die Verwaltung durch unsere Beamtenschaft steht nicht auf der Hohe, und wenn die Konservativen in Labiau-Wehlau nicht nur feinen Zuwachs son- dern sogar eine Abnahme erlitten haben, so ist ganz gewiß die Veranlassung darin zu finden, daß es der Bevölkerung über ist, daß die Landräte und andere Beamten sich auf einen einseitigen politischen Standpunkt stellen. (Stürmischer Beifall links.) Ich bin aus Ostpreußen ausdrücklich gebeten worden, daS hier festzustellen. (Hört! Hört! links.) . Auch Freiherr von Zedlitz, der erst kürzlich tn boller geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag gefeiert hat, wozu wir ihm alle gratulieren, hat bedauert, daß politische und soziale Einseitigkeit in unserem Beamtentum -roßgezogen wird. Der Reichskanzler wird sich ein hohes Verdienst erwerben, wenn er dafür sorgt, daß die politischen Beamten bei den Wahlen ihre Hand auS dem Spiele lassen. (Lebh. Beifall auf der ganzen Linken.) Nun ist die politische Lage gewaltig übertrieben worden. Man hat gesagt, wir feien fchon mitten in dec Revolution. Unwillkürlich bat man an die Tage von Jena zurückgedacht. Auch damals setzte eine große 9k- formbewegung ein. Mit seiner liberalen Reform hat der Freiherr von Stein das Vaterland gerettel. Auch damals war das Volk boll Unzufriedenheit über die ungleiche Behandlung der verschiedenen Stände. Auch unser Parteifreund Treitschke hat dad ausgeführt. Ich glaube nicht an das Anwachsen der roten Flut, die die „Norddeutsche Allgemeine" prophezeit hat. Sollte eS aber wirklich der Fall sein, so wäre das ein Grund noch mehr, um mit einer Periode der inneren Reformen anzufangen. Hier mußte mit einer sozialen Ausgestaltung der unzulänglichen Reichsfinanzreform, mit einer neuen Wahlreform, unter Neugestaltung der Verwaltung begonnen werden. Wir leben in einer Zeit, in der die Gegensätze aufeinanderplatzen. Die Städte wachsen heran, e5 gibt Kampf und Streit zwischen den widerstrebenden sozialen Schichten, zwischen den großen Orgam- sationcn der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Man wird diese Gegensätze allerdings durch Gesetz auch nicht and der Welt schaffen. Wir haben ein tüchtiges Volk das vorwärts strebt. Wir müssen danach trachten, seinen Unmut Über die Fehler, die gemacht worden sind, zu mildern. Ich erinnere an da§ Wort des Rektors Erich Schmidt' das er bei der Universitätsfeier auS.prach, und worin er die Notwendigkeit einer freiheitlichen Entwicklung betonte. Wir werden nur daS erreichen, was wir erstreben, wenn Thron und Volk treu zusammen stehen. (Lebhafter Beifall.) OMt'hSfanUer v. V-ihmann KoNweq: Ich will eS nach den Ausführungen deS Dbg. Bassermann nicht unterlassen, da er ausführlicher über Fragen der auswärtigen Politik gesprochen hat, meinen Darlegungen über die innere Politik auch einige Bemerkungen über auswärtige Fragen hinzuzufügen. Dabei will ich heute kein allgemeines Expose über unsere äußere Politik geben, sondern mich auf die Fragen beschränken, die auS der Mitte des Hauses aufgeworfen sind. Ich will es aber nicht unterlassen, bei Veant- Wortung dieser Frage meinen Dank den Staatsmännern der beiden Verb und et en Mächte auSzu- sprechen, die in ihren Parlamenten unseren Beziehungen warme Worte gewidmet haben. (Beifall.) Ich schließe mich Ihnen voll an, denn ich finde in ihnen bestätigt, WaS mir die Herren in 'reundschastlicher Unterhaltung hier und in Florenz gesagt haben. Der Abg. Bassermann ist auch auf die Marokkofrage zu sprechen gekommen; ich will im Augenblick darauf nicht eingehen, weil daS Vorgehen eines französischen Schiffes nach Agadir bisher noch keine amtliche Aufklärung gefunden hat. Sie werden nicht daran zweifeln, daß wir unsere Rechte und die Rechte der deutschen Untertanen schützen werden. Im übrigen möchte ich zur marokkanischen Frage die weiteren Ausführungen dem Staatssekretär des Auswärtigen, sei es für heute, sei eS für einen der folgenden Tage, Vorbehalten. Ich habe noch die Antwort auf eine Frage nachzuholen, die Herr v. Richt* hofen gestern bezüglich der türkischen Anleihe an mich gerichtet bat. Die.Türkei bet sich bekanntlich zur Deckung ihrer finanziellen Bedürfnisse zunächst nach Paris gewandt.^ Nachdem die von uns mit wohlwollender Neutralität begleiteten Verhandlungen im letzten Augenblick wegen Schwierigkeiten gescheitert waren, die zum Teil wohl auf politischem Gebiete lagen, wegen Bedingungen, die die Pforte nicht für annehmbar hielt, hat sich die Türkei nach Wien und Berlin gewandt. ES hat sich alsbald anS deutschen, österreichischen und ungarischen Groß- banken ein F i n a n z k o n s o r t i u m gebildet, mit dem die Türkei binnen kurzer Frist ein Vorschußgeschäft über 6% und eine Anleihe über 11 Millionen abschloß. Ich glaube, ich kann darauf verzichten, auf die Einzelheiten dieser Finanzoperation einzugehen. Betonen möchte ich nur, daß die Kaiserliche Regierung diese Finanzverhandlungen mit ihrer Shmpathie begleitet bat. Sie hat das aus der praktischen Erwägung getan, daß Deutschland durch ein Entgegenkommen gegenüber dringlichen finanziellen Bedürfnissen der Türkei gleichzeitig feine bewährte auf die Aufrechterhaltung des Friedens und des StatuSguo im Orient gerichtete Politik einen toefent- lichen Dienst leistet. Zur Pflege dieser Politik gehört in erster Linie eine kräftige türkische Regierung, stark genug, um die Ordnung im Innern zu gewährleisten und nach außen Achtung einzuflößen. Die türkische Regierung hat sich dieser Aufgabe bisher mit großer Hingebung und erfreulichem Erfolge gewidmet. ES erfchien dadurch gerecht und billig, aus wirtschaftlichen und aus politischen Gründen, daß wir der türkischen Regierung bei der Ueberwindung der sich aus ihrer finanziellen Situation er- gebenden Schwierigkeiten zur Seite standen und ihr damit die Mittel boten, daS Werk dec Konsolidierung weiter zu pflegen. liebet unsere Beziehungen zu England und angebliche Verhandlung mit diesem über eine vertragsmäßige Beschränkung der Rüstung zur See muß ich zunächst hervorheben, daß eS Wohl publici juris ist, daß die Großbritannische Regierung wiederholt dem Gedanken Ausdruck gegeben hat, eine vertragsmäßige Beschränkung der Flottenrüstung herbeizuführen. Diesen Gedanken hat die englische Regierung bereits in der Konferenz im Haag geäußert. Seitdem hat England diesen Gedanken wiederholt erneuert, ohne jedoch Anträge zu stellen, die für uns einen Anlaß zur Ablehnung oder Annahme geben könnten. Wir begegnen uns mit England in dem Wunsche, Rivalitäten inbezug auf die Rüstungen zu vermeiden und haben dem in den unverbindlichen, aber von freundschaftlichem Geiste getragenen Verhandlungen Ausdruck gegeben. Die Aussprache hierüber und die darauffolgende Verständigung über die beiderseitigen wirtschaftlichen Interessen gab Gelegenheit zur Beseitigung deS gegenseitigen Mißtrauens bezüglich der Rüstungen zu Wasser und zu Lande. Der Gedankenaustausch dürfte eine Garantie bieten für die friedlichen Absichten auf beiden Seiten, und zur Beseitigung deS Mißtrauens führen, das sich zwar nicht zwischen den Regierungen, aber in der öffentlichen Meinung vielfach geltend gemacht hat. Endlich hat der Abg. Bassermann über unsere Verhältnisse zu Rußland gesprochen. Die Entrevue ist, wie Ihnen schon auS der Presse bekannt geworden ist, harmonisch verlaufen. Das gleiche gilt auch von den Besprechungen der Vertreter der beiderseitigen Regierungen. Es ist selbstverständlich, daß auS solchen Besprechungen vielleicht in der Presse, aber nicht in der Wirklichkeit, welterschütternde Umwälzungen hervorgehen. Aber auch wenn keine solche Umwälzung stattfindet, so gibt es dabei doch reichlich Gelegenheit zum Gedankenaustausch zwischen den Vertretern her beiderseitigen Kabinette. Der Wert, den ich vornehmlich in derartigen Besprechungen erblicke, besteht darin, daß sich die Leiter der Politik persönlich kennen lernen und daß eS ihnen möglich ist, den durch die Botschafter und Gesandten vorbereiteten Gedankenaustausch zusammenzufassen. Als Resultat der lebten Entrevue möchte ich betonen, daß von neuem festgestellt wurde, daß sich die beiderseitigen Regierungen in keinerlei Aktionen einlassen werden, feie die Spitze gegen feen anderen richten. Die Entrevue bot Gelegenheit, zu konstatieren, daß Deutschland und Rußland gleichermaßen Interesse an der Aufrechthaltung des Status qtto auf dem Balkan und überhaupt int nahen Orient haben und keinerlei Politik unterstützen werden, von welcher Seite sie auch auSgehen möge, die auf Störung des status quo ausgeht. Bei der Entrevue wurde auch offen und frei gesprochen über die beiderseitigen Interessen in Persien und wir sind unS in dem Gedanken begegnet, daß die gemeinsamen Interessen die Wiederberstellung geordneter Verhältnisse in jenem Lande erhalten. Wir müssen wünschen, daß unser Handel mit Persien nicht gestört werde und sich weiter entwickle. Rußland muß aber neben feinen Handelsinteressen als Grenzennachbar noch besondere Wünsche für die Sicherheit in den seinen Grenzen zunächst liegenden Teilen Persiens haben. Wir mußten zugeben, daß Rußland einen besonderen Einfluß auf Nordperfi en geltend machen muß und haben seinen Ansprüchen auf Konzessionen vdn Eisenbahnen, Telegraphen und Straßen zugestimmt, damit eS seinen Aufgaben als Grenznachbar gerecht werden kann. Rußland hat nicht nur u n se r e m Handel kein Hindernis in den Weg gelegt, sondern auch den Ansckstitz für feine Zusubr nacb Persien, soweit sie über Bagdad geht, erleichtert. Außer diesen allgemeinen Fragen wurden eine Reihe von Detailfragen erörtert, wobei sich eine U e b e r e i n - stimmung über alle Fragen ergab. DaS Ergebnis der Unterredung kann ich kurz dahin zusammenfassen, daß da und dort scheinbare Mißverständnisse beseitigt wurden und daS alte vertrauensvolle Verhältnis zwischen uns und Rußland gestärkt und gekräftigt wurde. (Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. Wremer (Vp.): Der Reichskanzler hat wiederholt die Mahnung an unS gerichtet, alles Trennende zu vergessen imb wieder praktisch mit« zuarbeiten. Wir sind zu praktischer Arbeit stets bereit, d i t Sünden der Vergangenheit aber bleiben bestehen- Große Verbitterung hat sich der Gemüter de? Volke? bemächtigt. An der ReickSversickerungSordnung arbeiten wir mit Eifer mit, um daS Zustandekommen her wichtigen Vorlage möglichst zu fördern. Für die Witwen und Waisen hat der Reichskanzler etwas volltönende Worte gefunden. Wenn nur die Witwen unb Wailen später nicht wieber enttäuscht werben! Wie steht's mit ber Privatbeamtenversicherung? Haben bie Pessimisten reckt, daß sie Widerstand im Sckoße der Regierung gefunden hat? (Hört! Hört!) Unb Elsaß-Lothringen? Wir sind einigermaßen gespannt auf bie Vorlage. WaS werden Konservative und Zentrum zu dem allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrecht sagen, für daS man die Preußen nicht reif halt! Oberhaus, Pluralwahlrecht werben natürlich Miberstand finben. Wir wollen auS dem ReichNland einen selbständigen Bundesstaat machen. Vielleicht gibt der Reichskanzler hier eine Erklärung über den Stand der preuylschen Wahlrefse« ab. T®er Reichskanzler wendet fick lächelnd zu seinem Unterstaatssekretär Wabnschafle.) Wie stellt er sich zu dieser Aufgabe, die in ber Tbronrebe von 1909 als die wichtigste bezeichnet 'worden ist? Er erklärte, er halte an der bisherigen Wirtschaftspolitik fest. Von ihm haben wir nichts anderes erwartet. „ „ _ Wir wollen eine schrittweise Herabsetzung der agrarischen und industriellen Zölle. Der Kanzler hat eS unterlassen, auf die S ch 5 d i g u n g e n dieser .bewährten- Wirtschaftspolitik hinzuweisen (Sehr wahr! links), dieser Verteidigungspolitik. Wenn schon Herr Bueck, der Hochsckutzzöllner, im Zentral- verband deutscher Industrieller eine Herabsetzung der Lebens mittelzölle für notwendig erklärt, bann sollte auch ber Reicks- kanzler daraus feine Schlüsse ziehen. Der Reichskanzler meint, der Rausch bet tievorstehenben Wahlen werde verfliegen und eine Götterdämmerung werde nicht folgen. DaS glaube ich, wir find fck stewöbnt messe D a m m e r n n g als Götter zu haben. (Heiterkeit.) Aber glaubt der Reickskanzler, daß sich daS deutsche Volk nur mit Fragen der Wehrmackt beschäftigt? Wie denkt er fick die freiheitliche Entwicklung deS Staatslebens, den konstitutionellen Ausbau deS Verfassungsrechts? Wir legen den größten Nachdruck darauf. In konstitutionellen Fragen ist der Reichskanzler bei der Besprechung der Königsberger Kaisetrede hinter der Linie, die sein AmtSvoraanger feffaelegl ssat, zurück- gewichen. (Sehr wahr! links.) Wie denkt Fürst v. Betss* mann-Hollweg (Große Heiterkeit: der Reichskanzler schüttelt lackend den Kopf) die Durchführung der Gleichberechtigung ber Staatsbürger? Ich glaube es ihm, daß er kein Parteikanzler sein will. Aber die Taten während seiner Kanzlerschaft passen bisher wenigstens ausgezeichnet in den blaufchwarzen KurS hinein. Für das Treiben der Landräte hat er kein verurteilendes Wort, er hat sie sogar in Schutz genommen. Die Vorgänge beim Wahlkampf in Labiau-Wehlau fprechen. doch eine deutliche Sprache. Ich würde von einer Paschawirt- schast sprechen, wenn ich nickt befürchten müßte, einen modernen türkischen Pascha mit einem solchen Vergleich zu beleidigen. (Heiterkeit.) Ich hoffe, daß das Vertrauen von mehr als 8000 Wählern und die freudige Zustimmung weiter Volkskresse, im Lande dem neuen Abgeordneten eine Genugtuung bereiten werden für die Vcrunglinwsu ngen unb Kränkungen, bie eine fkruvellose, jeher Ritterlichkeit bare und verlorene Agitation einem Ehrenmann zugcfügt hat. (Lebhafter Beifall links.)! Ick nehme mit Genugtuung Akt von der Erklärung be§ Reichskanzlers, baß er Vorschläge zu Ausnahmegesetzen gegen bie Sozialdemokratie nicht macken wolle. Ick hoffe, er wird auck Diderstanb leisten, wemi Vorschläge von anberer Seite gemacht werben, wie wir e? hier schon erlebt haben. Er sprach auck von einer Kooperation ber Sozialbemokraten imb ber fortschri tt l i cken 'Volkkvartei. (Dbg. Hehbebranb^ Sehr richtig!) Diese Tonart, bie ber Reichskanzler angeschlagen hat, ist ganz nach reaktionärem Sinne unb nach dem Rezept der „Kreuzzeitung". Ich finde da§ einigermaßen lächerlich, denn der Reichskanzler weiß ganz genau, daß die Volkspartei eine Gegnerin ber Sozial- bemokrcktie ist und daß sie es bleiben wirb. Unsere Geschichte zeigt beutlich die bestehenden Meinungsverschiodeiihesten, besonberS hinsichtlich des KlassenkampfeS. Die Ausschreitungen in Moahit billioen auch wir nickt, aber ick wundere mich, baß ber leitende Staatsmann so eingehend und ausführlich über Vorgänge gesprochen hat, über die der Vrozeß noch gar nickt abgeschlossen ist. (Lebhafte Zustimmung links ) Man halt ja immer uns Mgeordneten vor, daß wir in ein schwebendes Verfahren nicht eingreifen fallen. WaS den Abgeordneten gegenüber gilt gilt auch dem Regierungsvertreter gegenüber und in erster Linie für den Reichskanzler. (Bestall links.) Er hat der Polizei ein gutes ZcuchstS ausgestellt. Warten wir ab, wie der Vcozcß ausläuft. Jedenfalls ist die anfänglich günstige Stimmung.für die Polizei doch ein wenig erschüttert worden durch die obsektiven imb anscheinend zuverlässigen Bekundungen, die im Prozeß gemocht wurden. Wer Wind sät, wirb Sturm ernten, sagte her Reichskanzler. Gewiß, aber der Sturm draußen im Lande ist durch eine falsche und berkßrfe fierboramtfen worden. Auch der Kanzler und die Mehrheit des Hauses werden fick durch die Moabiter Vorgänge nicht freiwaschen können von der Mitschuld on der Finanzpolitik. Herr Werniuth hat kein Wort des Bebauern? gehabt, daß ein Hauptstück bet Finanzreform, bie Erbschaftssteuer, aus ihr tiefet- ’■ r angeht. Cin Vertagungsantrag wird angenommen. daß allgemein Int Rich.«°fen (Äonf.) und aÄ"S"k«“»H«3T,"«SM °>r°b» (8S.)*iMÄ:er?r- ° Won-ein L^.-^L-S^LL^roch^^ sogar| Weiter-.tung Ron.ag: 2 Uhr. Banz vorzüglich Telephon 487 Krofdorfer Str. 12 Mir- und Fliistesel «XS'-^XS’ Lbrudel ist unbezahlbar. 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Ihre Plötz- iins ahn leer, (Bohle: Weil Sie reden, Größe Heiterkfttft U sozialdemokratische Gefahr dürfen wir nichtzugeringcinschähen. Die Sozialdem». 6-hen ganz systematisch vor. (2 e be 6 o u r : Sehr richsia • * -^lC rhctzt d i e Jugend und dringt au* tn« Mllrtar, allerdings bis jetzt mit geringem Erfolg. ?lber die so angelernten sozialdemokratischen Acht. ß € n-L-U ,11 .tr€T^en dann ihr Wesen in Moabit. ^a§ panische Z'el wird gar nicht mehr geleugnet. Das hat mich Hcrr ^edebour ausgesprochen, den ick zu den ruhigeren Leuten (weiterleit Abie Sozialdemokratie weist ganz aenau dost (;<- ;» uns cmen @cfincr hat. Dr-^brtt° Komp nenen bic ^ozialdemolratie ist die Bekämpfung der Dinge, die Sie auf haben. Wir sehen mit °3 u b c r f i d> t ?Zr Gnt’^.edbunn bei den Wahlen entgegen und wrm. Le rc^1 b(Tlb kommt. Wir wollen nicht auch einen in SP0"'1? bei den allgemeinen Wahlen Ze seist wenn der AusL L" bcc ^higen Arbeit Negt'eS . lLebhaftcr B°ifa?d--'LonkpaL.'?n mutz, rocht bald erfolgt. S h ^rrn v' Krderlen.Wachter als alten Bekannten ‘*L^1 voreingenommen durch fein nicht erfolgreiches Auftrete^n vör bat damals das Terrain nicht gekannt Er - Vorschußlorbeeren erhalten, und zwar gerade in Boli^7^'§M'bm.-sch-n Presse. Eine auswärtige m n V ° bcm Rezept der alldeutschen Lärm- E" toir nicht brauchen Denn er hat bisher feinen “ Mißtrauen gegebsn und hat unverkennbar eine ruhige und feste Hand gezeigt. In bezug auf die 9 3 Reformen im auswärtigen Dienst tV9 nur Bei f 4 5 n c n SB 0 r t c n B c 611 e b en. Mit -|BU^ ?CS Stroilcs nm bic S a r r om a e u 3. ni *t1 » s ■ w.r nicht einverstanden. Mr können das ü’g? als diplomatiiche n Erfolg werten. (Sehr wahr! fü/ die 5trb sogar der Mod e r n i st e n e i d berlangt, auch ?MOten bcr Universitäten. Der Redner erörtert die läcku-r hPn^l)olf,;n untcr andauernden Unterbrechungen und &c. rufen ifim (Die Abgeordneten Erzberger und Will ^wahrend zu: Das berwechseln Sie ja, davon ve-, fdnT'Hr^10«1^ bcz Bodner aufhusiet, machen ihm Der"Rldn°r «An7di?°'' 'E-mitgN-d-r do- Geränsch .rach. Beuroner Klostcrrede Abg. Frhr. v. Gnmp (» m fs sss f»-’«" «US&te’SÄ ss» ®aS wa" denn Ohne nnj geworden? Eineen d I ° s e K i. Geldmarkt befind kümmerlicher Sage wiirde sich der O« befinben. Nnn renommieren die Sozialdemokraten SchnapSvohkott. SiknLt^ ^^dig.!> Naftiftlch' « to«-e aud’ oF)ne {f]rt «ksunken, wie 1887. Ich rit' srr arcn' jeder Tropfen Brannlwein Gift ®ir H°ben bcr der neuen M i l i t ä r v o r l q g e uns ernst- ärmme^ Va5^11^1^1^11 fpar,'nm gewesen ist. Nach den Er, larungen des Krieg-^mmi,ters verzichten wir aber auf Mehr- un^r"; In d-r e!satz.lothringischen Lerfas. imr ,B/n » . m ; ,6cl°n,bers ?'n„chtl,ch des Wahlrechts, haben e_r n 1^ e Bedenken. (Abg. Bohle (Soz ) • shnrf l CSnrt l i ^rafHonaf1 .^s ÖJ8 0r°6cr Politiker wissen. (Abg.'Bö h l?: Ihr nn7in ^rrt2tTb lei sprach anders!) Ter entscheidet doch nicht allem. Ich warne vor allzu viel neuen Gesehen. Schon jetzt siben 12 Koiiiinmrnn«»n r»nllrt no a . . . v , ff-, ..----- uv/.p . “ iluul v*“. \u.nruiie iiNlö.l r®s;C Ct"»nn \ fe,ne Sreunbe wollen jeden Krieg mit England und Frankreich unter allen Umstönden verhindert Das ist eine Ueberbewmg und em M^gel an Bcscheidenbeit (Ledebour: Daran leiden Sie auch! Heiterkeit.) Das konstatiere 1 % (®rof3e jpeiterfcit.) Gehen Sie doch nach England, wo die Arbeiterparter,auL,chlaggebend ist - Sie brauchen nicht dort fordern Cie zur Ab'ebnung der frlottenriiitnuaen ^uf- Da werden Sie Ihr Wunder erleben. Die Herabsetzung bEr Me^egelder usw ist auf ursere Anrea.mg zurüchufubren. Wir sind mrt den Maßnahmen des Schahsekretärs durchaus einver- lVcr tüchtigste Schatzsekretär, den ich seit 26 Jahren kennen gelernt babe. (Hört! Hört!) Gute nonyn bwuen ebenso dem Frieden wie ein tüchtiges HeeL dcr Bestatt,,,igsgeuoffenschaft » . . öer freien »chretuervcreittiguug Gießen ' Amerikan. Neuplätterei für Herren- Wäsche. — Spezial Wäscherei für Haushaltungen, Ausstattungsgeschäfte und Motels.’ Garantie für absolute Schonung 6313 : Konkurrenzlose Ausführung : Für sparsame Hausfrauen sind meine Abteilungen: Bollwäsche und Nasswäsche die billigsten Einrichtungen. Abholen und Rücklieferung durch meine Wagen. ---- bchnellste Lieferung. — ■ — Militärvorlage Tommf das dicke Ende in den nächsten Jahren nach. Wir Waffen ^eKnqL auf der Höhe der Leistungsfähigkeit halten alles Notwendige bewilligen. Aber wir stehen diirchauS nicht auf dem Standvnnkte BassermannS: e« must nach mehr gefordert §Erverr. Und mit dem technuchen Fortschritt verliert doch die Aufklärungsarbeit der Kavallerie an Bedeutung. Wir verlangen ^Sr-^Unflo bCT- Standesvorrechte und der verfassungS- widrigen 8uruck|etzung der jüdischen Mitbürger. Bei der Begnadigung der B o n n e r B o r u s s e n drängt sich der Vergleich auf mit der Verurteilung der Landwehrleute, die sich Depesche an den Kaiser gess>andt hatten, zu lanmährigen §E?.^trafen sLehr wahr! links.) Ich feckste nicht das Begnadigungsrecht der »rone an, aber e,chebe den Vorwurf gegen den verantwortlichen Minister. In der Frage des ' 1 ö Ö Tempelhofer Feldes di- Konsegu-nz aus der Steffung. nähme de? Abg. Speck ziehen. Der Reichstag darf sich die Ent- ÄS» »JlSlÄS ",S S“ nM)n 'ein- "-"Ntwor.-ich--i.-g.s-tz. XS-h- Einschränkung der Flottenrüstungen durch Verständiguns ^L?"gland ist dringend zu wünschen. Freilich, wer die Ver^ standigung m,t England will, tut gut, nicht allzuviel davon zu sprechen. Des früheren Staatssekretärs Dernburg hat Herr 6eba& r$i- danken es ihm, daß er die mi 21 erfolgreiche Bahnen geführt und daß er bei? dlmte geschieden ist und zur Klärung der^ Verhältnisse be.getragen hat. (Beifall links.) Herrn v. Ltndequist als sachkundigen, ruhigen b2n ern'.ge Sorge ob auch er die kapitalkräftigen Greife so sirr die Kolonien wird heranziehen können. Wir be» Dbg. Singer (Soz.) bestrettet kn einer persönlichen Erklärung, baß allgemein tm Senwrenkonvent vereinbart wurde, über das Fehlen des Reiche kanzlers nicht zu sprechen. ; Moderne Peddig- und Weidensessel, Schreibsessel Blumentische, Ständer ' empfiebh in sehr großer Auswahl ,u ausnahmsweis sehr biümen Preisen (6583 P. Henkel, Sonnenstraße 14 Wurstfüil- maschlnen Räucher- Apparate mit drehbarem Gestell wegen Geschilftsneubau zu äusserst billigen Preisen. O((ßM August Kröll, Giß556n, 5elterswej 12 Kuverts mit Firma Universiläts-ßucVundSteim ■ II IIEU druckerei.Gießen.SchulstrJ E"j>* ^"^rnnrnwpnTmfiiwffv^MMBi Thüringer Banernköse Thüringer Llangenkase aUcrfcinfie, goidgetve Deliratetz« wäre, reimtet yiaturyioöuft. hoittoUi Mk. 3.— franko, 5iad)e nabine. Beste Bezugsguelle für Lviederverläuser. issl,Ai Folter gijditr, Käsmi Buttstädt, Thüringen. sozialdemokratischen Terror w'/rden' 2[11ß-riffc müssen zurückgeschlagen r VIL, einen Kefen D^r "wllw Möglichkeit dazu >a@tületCb2 prentzi^en Ministerpräsidenten trüber in Verbindung sehÄ Stutze des damit die bestehenden Gesetze auch energisch ausgeführt ?oerde!!' ^^Lj^^^^walt energisch eingreift. (Unruhe links. Zu»' Ä, ^eM3,H fmO ra,^: Pkui Teufel!) Es ist ein Mangel an Pflichtgefühl wenn der Staatsanwalt den „Kopf ab"-Ariikel erst nach drei Monaten beschlagnahmt. (Ledebour: Verdre- ^Lc, Moabiter Vorgänge sind sehr betrübend. Betrüblich ist aucsi daß die .lkteure nicht gefaßt wurden, sondern unfebub ’ ^eute (Hort! Hört!), die von der Sozialdemokratie ver. luyrr pno. Wir danken J>em Reichskanzler für sein Versprechen del Schutzes der nationalen Arbeit. kr?r„.vSrC CS esh’efen,J?er seftrige Fernbleiben bcs Konz. t rci?en' nachdem vereinbart war, das nicht als Unfreundlichkeit aufzufassen. Ein Unfug ist es, beim Etat über Tinge 2U .^n dle gar nicht dahin gehören. (Ledebour: Wie Sie! UEerkeit.Z Die Begnadigung der Bonner Preußen ist ein GnadeH.i (Lbel Königs von Preußen, der den Reichstag nichts angeht, ^rrin fCerhnfrrU^ U" Kntrum.) Graf Finkenstein hat ja im f f, D^ge richtig gestellt. Sie schenken ja große Aufmerksamkeit und werden von ihm we- ? "nterstuht, also werden Sie es auch gelesen haben. (Hue: rirveiiec nnrfp mrtn -ntrM Nbg. Erzberger (Zentr.)' Paffem^' ei^un3 am Montag um 12 Uhr beginnen gu