Mittwoch, 19. Januar 1919 160* Jahrgang m e r g t n Miner Nr. 15 scheint SgNch mti «uSuahim de» Sonntag». Die »Cleftettef gamtttenbtStter- werden dem -Sruetger* rtermol wöchentlich betgelegt, bot UCreisbloO ffli let Kreis Siehe«- iroetmol Wöchentlich. Di« ^LanDwtrtschaftltchev Seit« fragen- tri d) em en monaUich iroeunoL ffottttSonebrud «nl vertag bet vr 6 buchen Untottiudtfl - ®ud>> und ©tetnörudetcL 9L Sange, Suchen. WebaTttön. Exvedttwn and Druckerei? Schul- ftratze ?. LxpedtNon and Vertag! 6L Redaktion: 112. LeL-Adr^ AnzeigerGieß«. ^bftülf ist lh> ÄS? j) jJZL^ ?Ä -K ^?Maßenk Biet“ <\Pt aijt mC«iSbßtlD ^ere^ iilie, gleichviel *. emviedlens- nbe Preisjteigc- icder Hausfrau ) gemeinsamen Lebenshaltung bessern. Dieses wenn man dem lottern Hingegen» tritt. Das Em- ! 50 Psg* ein Ge- 30 M. ist inner- re zahlbar und Ölunq Dmiii/L Se'äiansmüres neinsamen iLw . die Mugiiedei tonnen täglich n> Mieren »er* 8.6. „ iittane 31 :a«e 16a Säue 11 . M UMK >nds n vMt? lieber zuruckver- IS- 5247- „ 806.- , im- .« dieser Auffassung mit dem preußischen Minister des Innern eins ist und dieser wiederholt An duungen getroffen hat, fehlt für den Reichskanzler die Verfassung mäßige Voraussetzung, aus diesem Grunde sich mit dem preußischen Minister des Innern ins Einvernehmen zu setzen. Da die Verantwortung für Handlungen der Militärpersonen allein bei den militärischen Instanzen liegt, wird der Herr Kriegsminister nachher auf die bezüglichen Ausführungen des Abg. Sachse eingehen. Beschwerden gegen B e - amte der preußischen V er w al.t u n g sind bisher weder an die zuständige preußische Zentralstelle, dern Minister des Innern, gelangt, noch an Den Reichskanzler. (Hort, hort!) Es fehlt also bis heute dem preußischen Minister die Möglichkeit des Eingreifens und auch dem Reichskanzler dieVoraussetzung für eine Verständigung mit den preußischen Behörden. Ich werde aber das heute vorgebrachte Material dem preußischen Minister mit der Bitte übermitteln, die Vorwürfe zu prüfen und cbentl. Remedur eintreten zu lassen. Die Erörterung der Einzelfälle wird dann vor den preußischen Landtag zu verweisen sein. (Lachen der Soz.) Unter diesen Umstanden darf ich es mir versagen, auf die Einz-Ih-it-n der ?ni-rp-ll°twn -mzugeh-n. um so mehr, als ich versichern kann, daß der Reichskanzler Mit dem preußischen Minister darin einig ist, daß eine gleichmäßige unparteiische Handhabung und Beach. tung der Gesetze durch die Beamten und Behörden der Bundesstaaten eine der wesentlichsten Voraussetzunoen unseres Staatslebens ist. (Lachen der Soz. Lebhafter Beifall.) Preußischer Kriegsminister General v. Heeringen: mu.P°veneM- Labnhos>tr^ KM ibcnploßJL^- IM* ol6f. Za-hen, bei ÄS! f ha,, kann attn guten Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gbecheßen Ich sehe es als glücklichen Zufall an, daß es sich das erstemal, ] wo ich die Ehre habe, in meiner jetzigen dienstlichen Stellung } vor dem Hause zu sprechen, um die Abwehr eines Angriffs auf die Armee handelt, wie er selten so unbegründet erfolgt ist. (Lebhafter Beifall. Gelächter bei den Sozialdemokraten.) Ter Vertreter des Reichskanzlers hat Ihnen bereits < auseinandergeseht, daß von den zuständigen Behörden die Aufforderung an das Generalkommando des IV. Armeekorps erging, Truppen in das Streikgebiet zu schicken, weil die Polizeibehörde für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung nicht mehr genügte. Die Militärbehörde ist gar nicht dafür da, hat gar nicht das Recht, diese Aufforderung nachzuprüfen; sie hat einfach die Pflicht, wenn die zuständige Behörde ruft, ihr zu so.gen, ob Feuer- und Wassersnot oder eine onberc Ursache, im vorliegenden Falle aufgehetzte Arbeiter. (Lebhafter Bei- all rechts, Lärmen der Sozialdemokratei? und Zurus: Wer hat aufgehetzt? Weitere Zurufe.) Auf die Dienstmädchen komme ich später. (Heiterkeit, großer Lärm; Vizepräsident Prinz zu Hohenlohe kann nur durch energisches Einschreiten dem Kriegs- Minister Gehör verschaffen.) Wir müsien einfach an Ort und Stelle gehen und unsere Pflicht und Schuldigkeit tun. Ter kommandierende General hat alsbald diejenige Truppenmacht ausrücken lassen, die er bei der ungeklärten Lage für unbedingt erforderlich hielt. Man hat sich darüber aufgeregt, daß der Truppe Maschinengewehre mitgegeben waren. Ja, kein Mensch hat befohlen, daß die Maschinengewehre extra mitgenommen werden sollten. Tas ist ein integrierender Bestandteil der Truppe. Ebensogut wie die Infanterie ihre Gewehre mitnimmt, nimmt sie auch ihre Maschinengewehre mit; sonst könnte man auch der Kavallerie sagen: Laßt die Lanzen zu Hause! (Heiterkeit.) Es war aber um so notwendiger, als die Truppenzahl verhältnismäßig gering war. Die Lage, die die Truppe im Streikgebiet vorfand, war allerdings erheblich weniger harmlos, als der Vorredner hier geschildert hat. (Sehr richtig! Zunächst hatte am Tage vorher eine nach Tausenden zahlende Volksmenge versucht, die Gendarmen nicht nur an die Wand zu drücken sondern ihnen auch die Wasfen zu entreißen (Hört! Hört!), so daß tatsächlich die Gendarmen ihres Lebens nicht sicher waren und ihre Aufgabe nicht erfüllen konnten. Tie Truppe war gleich am ersten Tage bis in die Nacht tätig, nicht nur Frauen und Kinder, sondern einen 400 Köpfe zählenden Streikhausen vor der Fabrik zu vertreiben. Am folgenden Tage leiteten zwei Kompagnien Arbeitswillige durch Hettstedt und durch eine nach Tausenden zählende Menge, allerdings auch Frauen und Kinder, aber in allererster Linie Streikende. (Abg. Sachse^rust: Nicht wahr! Der Präsident ersucht den Abgeordneten eadne, feine fortwährenden Zwischenrufe zu unterlaßen, da er ihn sonst zur Ordnung rufen müsse.) Erst nach zweimaligem Trommelwirbel gmg die Menge zurück, aber Gott sei Tank, sie ging zurück, so daß die Truppe nicht nötig hatte, von der Waffe Gebrauch zu machen. (Hört! hört! rechts, fortwährende Unruhe der Sozialdemokraten.) Die Koalitionsfreiheit ist von der Truppe von keiner Seite angegriffen worden; damit haben wir überhaupt nichts zu tun. (Lärm der Sozialdemo, t'raten.) Wir schützen Leben und Ordnung und damit fertig! Für die Truppe begann ein anstrengender Dienst. Ueber drei Wochen lang war sie nicht aus den Kleidern gekommen. (Lärm der Sozialdemokraten.) Wenn Sie die Leute an Ort und Stelle gesehen hatten, so würden Sie gesehen haben, welchen ermüdeten angestrengten Eindruck die Leute machten. (Fortwährende Zurufe der Soz.) Ob es sich um reichstreue Arbeiter handelt oder nicht, ist für die Armee einerlei. Für uns kommt es nur darauf an, ob der Arbeiter Ruhe und Ordnung halt oder nicht. Tas ist das Einzige. (Beifall rechts.) Daß die Truppe mit großer Besonnenheit vorwärts gegangen ist, daß sie sich von jeder Provokation ferngehalten hat, das geht daraus hervor, daß erstens überhaupt kein Zusammenstoß mit der Bevölkerung stattgefunden hat, und zweitens, aus der geringen Zahl Der Verhaftungen. Ich erkenne ohne weiteres an, daß auch die Streikleitung sich bemüht hat, Zusammenstöße zu vermeiden. Es ist wiederholt tn Rundschreiben und auch sonst aufgefordert worden, keine Veranlassung zu Zusammenstößen zu geben. (Hört! Hort! b. d. Soz.) Aber diese Anerkennung hat einen Beigeschmack! Es heißt nämlich immer dabei: solange das Militär da bleivt. (Hört! Hört! rechts.) Und die Berichte stimmen dann überein, daß, sobald unsere Truppe den Streikenden den Rücken wandte, die Tätlichkeiten gegen die Arbeitswilligen wieder ausgenommen wurden. Alltäglich ist beim Generalkommando erwogen worden, die Truppe zurückzuziehen; denn toahrhaftig, der Armee macht es keinen Spaß; wir können unsere Zeit besser verwenden. (Lärm der Soz. Beifall rechts.) Aber alle Tage hat man wieder zu seinem Bedauern zu Der Ueberzeugung kommen müssen, daß Die Zeit noch nicht gekommen war, und erst, nachdem der Streik em» gestellt, nachdem Ruhe und Ordnung eingekehrt war, konnte man die Truppe wieder zurückziehen. Wenn man das E r g e b n i s der Anklagen des Herrn Sachse zusammenfaßt, so ist es ein höllisch mageres. (Sehr richtigl) Sdj habe mich gewundert, daß alles so glatt abging. (Vizepräsident Erbprinz zu Hohenlohe ersucht wiederholt die Abgg. Hue und Sachse, ihre Zwischenrufe zu unterlaßen. Sie sind auch nicht durch die Vertreter der Negierung gestört worden, und ich muß Sie dringend bitten, Gegenseitigkeit walten zu laßen. — Lebhafter Beifall.) Auf die Frage, die in der Interpellation gestellt wird, habe sch folgendes zu erklären: Es ist richtig, daß aus Anlaß deS Streikes im Mansfelder Bergrevier Militär zugezogen worden ist und dort bis gegen Ende des Streikes verblieben ist. Nach Artikel 66 der Reichsverfassung sind die Bundesfürsten berechtigt, ihre Truppen zu polizeilichen Zwecken zu verwenden und berechtigt, die Truppen anderer Kontingente, Die in Der Umgegend dislozieren, zu requirieren. Ich habe zunächst zu prüfen, ob die Verwendung des Militärs im vorliegenden Falle im Einklang mit den Bestimmungen der Reichsverfassuna erfolgt ist. In dieser Beziehung habe ich festzustellen, daß oas Militär herbeigerufen wurde durch die zuständigen Landräte, nicht etwa von der preußischen Bergbehörde, wie behauptet wurde, nachdem am 21. Oktober in Hettstadt eine nach, Tausende zählende Menge, in der sich allerdings auch Frauen und Kinder befanden, schwere Ausschreitungen verübt hatten (Lärm bei den Sozialdemokraten), Der gegenüber die tn geringer Zahl verfügbaren Polizeigendarmeriemannschaften sich als wehrlos gezeigt hätten. (Hort, hort! rechts.) Unter diesen Umständen ist das Heranziehen des Militärs im Einklang mit den Vorschriften der Verfassung erfolgt. (Zuruf der Soz.: Welche Ausschreitungen?) Ausschreitungen, die dem Gericht Veranlassung zu einer Anklage wegen Landfriedensbruchs gegeben haben. Ter Tatbestand wird durch die gerichtliche Verhandlung festgestellt werden. Es ist einwandsfrei festgestellt, daß eine große Anzahl von Arbeitswilligen aus der Menge heraus nicht nur beleidigt, beschimpft, bespien ist, daß schließlich die Mannschaften Der Gendarmerie und Der Polizei von Der tobenDen SDtenqe an Die Mauer gedruckt sind. (Hu, hu! bei den Soz.) Mit dieser Feststellung fällt auch die Behauptung, daß das Militär herbeigerufen sei, um die Bergarbeiter in Der Ausübung des Koalitions rechtes zu beschränken. Die Frage, ob bei Unruhen, Die aus Anlaß eines Streikes drohen oder entstehen, Militär zur Hilfe zu rufen ist oder nicht, ist zu entscheiden unabhängig davon, welches die Ursache des Streikes gewesen ist. Die Polizeibehörden haben die Pflicht, Die öffentliche Ruhe unD OrDnung aufrecht zu erhalten mit den erreichbaren verfassungsmäßigen Mitteln, ohne erst auf Die Ursachen, Die Die öffentliche Ruhe unb OrDnung gestört oDer be- Droht haben, einzugehen. Dabei ist aber Der Reichskanzler Der Ansicht, daß grundsätzlich die Polizeibehörden in Die Lage gesetzt werden sollen, ohne militärische Hilfe nach Möglichkeit ihre Pflicht zu erfüllen. Da der Reichskanzler aber in Deutscher Reichstag. ■j. Sitzung, Dienstag, 18. Januar. Am Tische Des Bundesrats: Dr. Delbrück, v. Heerin- ^^Vizepräsident Dr. Spahn eröffnet die Sitzung um 1 Uhr £15 Minuten. Die Interpellation über den ManSfelder Bergarbeiterstreik. Die Interpellation der Sozialdemokraten lautet: Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß bei dem kürzlich km Mansfelder Bergrevier ausgebrochenen Bergarbeiterstreik Militär zugezogen ist, um den Bergarbeitern die Ausübung ihres reichsgesetzlich gewährleisteten Koalitionsrechts zu erschweren und sie an des)en Ausübung zu hindern? . Ist dem Herrn Reichskanzler ferner bekannt, daß bei diesem Streik Offiziere und Beamte sich viele Verstöße gegen Reichs- gesehe zu schulden fommen ließen? "Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um solchen Vorkommnissen für die Zukunft vorzubeugen? Staatssekretär Dr. Delbrück erklärt sich zur sofortigen Beantwortung bereit. Abg. Sachse (Soz.) BegrünDet Die Interpellation. Es ist ein starkes Stück, wenn — wie es im MansfelDer Revier geschehen ist — gegen ruhige Arbeiter Militär aufgeboten wirb. Man hat versucht. Die Arbeiter nut Gewalt Daran zu hinDern, sich zu organisieren. Ein Heer von Spitzeln wurde gegen sie aufgeboten. Auch Die Gerichte stellten sich auf einen ganz rüifftänDigen, russischen StanDpunkt. Arbeiter, die zwanzig Jahre in einer Stelle tätig gewesen waren, wurden erbarmungslos auf die Straße geworfen, weil sie sich unserem Verbände anschloßen. (Pfui-Rufe bei den Soz.) Sogar ein Parlamentarier erklärte, die Arbeiter brauchten dort keine Organisation, weil nur ein einziger Unternehmer vorhanden sei. Dr. Arendt kennt wohl Den Parlamentarier. (Heiterkeit.) Welche Naivetät! Die reichstreue, gelbe Wirtschaft in Mansfeld hat zu einer unglaublichen Korruption unter Den Beamten geführt. Weibergeschichten spielen eine große Rolle. (Hört! hört!) Die Arbeit ter mußten oft sechs Wochen auf Lohn warten. Abschlagszahlungen wurDen chnen verweigert Es tourDen wahre Jämmerlöhne gezahlt. Die hohen Beamten bezogen aber ungeheure Tantiemen. Der GesundheitszustanD hat sich ungeheuer verschlechtert. Im Jahre 1906 waren 38,2 Proz. der Arbeiter krank, 1907 aber schon 84,1 Proz. Der ReDner schildert eingehend Die Arbeitsverhältmsse im MansfelDer Revier. (Vizepräsident Dr. Spahn bittet Den ReDner wiederholt, sich mehr an Den Gegenstand Der Interpellation zu halten.) In höchst einseitiger Weise ergriffen Regierung und Militärbehörde gegen die Arbeiter Partei. Auch der preußische HanDelsminister lehnte eine Vermittlung ab, weil sie nicht erfolgversprechend sei, da Meinungsverschiedenheiten vorhanden seien. Das konnte uns jeder Nachtwächter auch sagen. Die Heranziehung des Militärs war völlig überflüssig. In Hettstadt hat ein Streikbrecher einen Dolch gegen eine Frau er» fjoben. Streikende hielten ihn zurück. Darin sah man einen Aufruhr und rückte mit Maschinengewehren an. Allerlei Ammenmärchen schwirrten umher. Nach Der „Magdeb. Ztg." wurden 9000 bewaffnete Bergarbeiter au5 Bochum erwartet. _ (Heiterkeit.) Streikende sah man auf Den Straßen überhaupt nicht, nur die Kstider schauten Dem Theater zu. Die Straßen wurden abgesperrt, und als einige Monteure, Die gar nicht zu Den Streikenden gehörten, zu ihrer Arbeitsstätte wollten, ließ Der Unteroffizier scharf laden, und er erklärte: Wenn Ihr mit einem Worte muckst, laße ich Euch erschießen! (Großer Lärm links, Rufe bei Den Soz.: Skandal !) Ein kleines Dienstmädchen wurde von einem Unteroffizier und fünf Mann mit geladenen Gewehren zur Wache gebracht. (Heiterkeit.) Wer hat so unsinnige Instruktionen gegeben? Wenn in Mansfeld kein Tropfen Blut vergoßen wurde, so ist Das unser Verdienst. (Lachen rechts.) Die Gerichte zeigten sich ebenfalls nicht auf der Höhe. Sie verurteilten auf Grund einer Polizeiverordnung aus Dem Jahre 1798. Wie verträgt eS sich mit der Offiziersehre, wenn ein Leutnant Drohte, einen Jungen, Der Flugblätter austrug zu erschießen? (Lärm links.) Schamlos war auch das Verhältnis einzelner Polizeiorgane. (VizepräsiDent Dr. Spahn rügt Den Ausdruck. Man könne solche Tatsachen auch ohne verletzenDe Bemerkungen anführen.) Die LanDräte ftanDen ganz auf Dem UnternehmerstanDpunkt. Das ist Pflichtverletzung. Der Streik hat aber jetzt endlich die Mansfelder Arbeiter auf Den rechten Weg geführt. (Beifall bei Den Soz.) Staatssekretär Dr. Delbrück: Der Kriegsminister fährt fort: Selbstverständlich hat niemand etwas Dagegen, Daß ein Mann mit einer weißen Binde herum- läuft und rür Ordnung sorgt. Wenn es sich nur wirklich um Ordnungsstifter gehandelt hätte. Gegen Ordnungsrnanner ist tatsächlich nur da emgeschritten worden, wo sie ihr^ sogenanntes Amt *m lautester provokatorischer Weise in unmittelbarster Nahe der Truppe auszuubcn suchten. Sa lautet Die Instruktion und so lauten auch die tatsächlichen Berichte. Der Kriegsminister verliest Die Bestimmungen über Den Waffen geb r au ch. (Abg. Sachse tust: UnD all Das stimmte hier nicht!) Das stimmt alles nicht, sehr richtig, unD Da Das nicht stimmt, stimmt auch wahrscheinlich Das Benehmen Des Unteroffiziers nicht, das geidulDert toorDen ist. (Heiterkeit.) Ich konstatiere nur eins: Auch bis heute ist an mich nicht Die Idee einer Beschwerde aus dem Steiff gebiet gekommen, und Sie sind Doch sonst Nicht so bescheiden? (Heiterkeit. Lärm der Soz.) Ich komme jetzt auf das Dienstmädchen und die Frauen von Kelbra. Es 'hat ja sehr schön geklungen,, hat auch in Den Zeitungen sehr schon gestanden, hat nur Den einen Nachteil, daß es absolut unwahr ist. (Große Heiterkeil.) , Es fft überhaupt in Dem ganzen Streikaebiet keine einzige r a u b e r - haftet worden. Nachdem DaS m Der Zeitung stand und ich diesen Roman las, habe ich mich gewundert unö habe das Generalkommando zum Bericht aufgefordert, und e- hat berichtet, von feiten der Soldaten ist keine Frau verhaftet worden. (Zurufe: Aber Mädchew) Wenn ich sage, keine Frau verhaftet, dann ist auch kein Mädchen verhaftet. (Große Hchterkeit.j Ein Mann, der in die Pferde gefallen iß —Der Mann ist mit Absicht hineingefallen, und daß man sich das nicht gefallen laßt, ist klar. Er ist verhaftet worden und wehrte sich derartig gegen seine Ver- fVifhino dasi das ganze Gefängnis habet in Trum- ...... - g. (Große Heiterkeit.) Gewiß Jinb jMugblatter ange^ halten "worden. § SO des Neichspreßgesetzes laßt den § 10 des preußischen Gesetzes von 1850 noch in Kraft, wonach unentgeltliche Verteilung von Flugblättern an die Genehmigung Der Orivve- Hörde gefunden $. °<»derspruch der S°-.) ®4®S ?"S war in vorliegenDem Falle nicht erfolgt. ®ei*er.'»V; © Sachse Beschwerde, daß der kommandierende Genercck keine Slnt wort erteilt habe, als er eine Depesche bekam. Ich habe Hn Danacfi gefragt, aber ich glaube, er hat es nicht getan —- «3 fiätte es auch nicht getan —, weil Die -Depesche in ostentativer Weife unterzeichnet war: „Der Streikleiter, gezeichnet Sachse. Mit solcken Instanzen braucht man, glaube ich. Nicht zu verhandeln. (Großer Lärm Der Soz.) Im übrigen war eme Antwort auch gar nicht notwendig, Denn die Sache war bereits erledigt. Nim kommt der Vorgang in Kelbra, wo ein Offizier mit eßen gedroht haben soll. Der Tatbestand ist einfach io.Ein ^nge. Der Flugblätter verteilt hatte, lief weg. Der Posten hinter ihm her. ^Der Offizier fragte nachher den Posten,, warum er nicht aeschosieu hat und Da sagte Der Mann einfach sehr Wichtig. Weil der öctrcffcnbe noch nickt verhaftet sit; und da sagte der Offizier: Da haben Sie sehr reckt getan. (Heiterkeit.). _ - m Also ich sage: e s i st s e h r w e n i g h e r a u s g,! k o m men. Die Armee zählt solche Vergnügungen wahrhaftig nickt oU ihren Annehmlichkeiten. S e I b st d a s t a t e n b u i ft t gß e Mit. glteD der Armee weiß ganz genau daß auf der Straße uns ke'ine Lorbeeren blühen, rmd daß wrn unsere Zeit besser zu verwenden haben, um uns aeschiöst machen zur Verteidigung des Vaterlandes (Beifall?) Ebenso, aber müssen wir betonen, wenn wir berufen werden, werden imt fett st-hen um Ruhe und Ordnung unter allen Umstanden cmfrecht zu -rd°U°n. lStiirmischr, wi-d°rtz°It° B°„°lls-undg-bung°-, ) Auf Antrag Singer (Soz.) wird einstimmig Be, sprechung beschloßen. Abg. Dr. Arendt (Rp.): Auch ich begrüße mit großer Freude, daß in Blut gefloßen ist. DaS danken wir Der autzerorDentlich kalt blutigen Umsicht Der Gendarmen unD Dem tat* kräftigen Eingreifen Des Militärs. Das ist i^t nur Die Anschauung Der bürgerlichen.Kreise. Auch H?rr Sach^ mutz, wenn er ein Gewissen hat, in erster Linie Dem Militär dm- text Ich kann ihnen aus meinen an Ort und stelle vorgenomme- neu Ermittelungen unD Den Unterhaltungen, die ich mit allen Hon her TOanSf elDer Bevölkerung gehabt habe, kin vollkommen anderes Bild Der Dinge geben, wie sie sich m Wir^ lichkeit Dort gestaltet haben. Ter Redner mach Mitteilungen nach Schilderungen von A u g e n z e u g e n. Da hat Herr Sachse alle^ Dings in einer Versammlung am Schluß ge,agt. verhaltet Euch ruhig! Aber was er vorher in Der ganzen Rede gesagt hatte, wirkte eben dahin, daß Die Leute auf die S t r a tz e g in g e i^ (Aba Sachse ruft: Hierauf kommt es nicht an!) Auf Die Sat« sachS'kommt es an, daß die Streilunruhen unmittelbar nach der Versammlung begannen; das d<..gt den Zusammenhang. Die Sachen waren vollständig organisiert mit Radfahrerkundschaftern, mit ausgegebenen Paroleworten. Die Gendarmen wurden am Schutze Der Arbeitswilligen verhindert. Frauen mit Kindern aus dem Arm bespuckten die Arbeitswilligen, bewarfen sie mit Steinen Leute mußten ins Krankenhaus gebracht werden, einer sogar Irrenhaus. Diese „harmlosen" Vorgänge haben Darm bestanden, daß aeaen 14 Personen eine Voruntersuchung wegen der Verbrecht deL komplizierten und einfachen Landsrieden-bruchs schwebt, außerdem sind 135 Strafanzeigen erlaßen und 85 Straff fammeranträge erhoben. . w 6 .._ Nicht zum Schutze des Arbeitgebers, sondern der Arbeitswilligen ist das Militär gekommen. Die zuständigen Behörden hätten sich einer Pflichtvergessenheit schuldig gemacht, wenn sie es nicht gerufen hätten. Die Arbeitswilligen waren in Lebensgefahr. Ohne das Militär wäre alles brünier und Drüber gegangen. Es hätte ein Blutvergießen gegeben, ein großes Unglück wcwe eingetreten. Das Herr Sachse auf dem Gewissen hatte. (Sehr richtig! rechts.) Hätte der Staat nicht geholfen, so hatten Die Arbeiter alles Vertrauen zu ihm verlieren müssen. An Die Dummheiten Sachseö, als ob die Werke in die Luft gesprengt rverden sollten, hat kein Mensch geglaubt. (Lärm b. b. Soz.) Ich uenne Dummheiten nur die Tatarennachrichten. Herrn Sachse gegenüber werde ich einen solchen Ausdruck wenigstens hier nicht gebrauchen. (Heiterkeit.) DaS Militär war ein wahrer Segen. Demgegenüber fällt es nicht so schwer ins Gewicht, wenn hier und da ein Unteroffizier oder ein Leutnant sich inkorrekt benommen hat. Die Mansfelder Knappen sind immer noch rcichs- hxue Männer. Ein alter Bergmann, Der mitgestreikt hatte, erklärte mir offen: Wenn Der Kaiser ruft, Dann jagen wir alle Roten zum Teufel! (Beifall rechts.) In Mansfeld handelte es sich gar nicht um Die Organisation, ; sondern um Die Agitation. Die svzialDemokratische Verletzung ; sollte zurückgewiesen werDen. Gegen christliche Gewerk)chaften : ist man niemals vorgegangen. (Rufe: Oho! im Zentr.) Das । ganze Gerede, daß die staatsbürgerliche Freiheit der Bergleute । beschränkt werden sollte, ist völlig haltlos. Es war em Streik ■ Der Minderheit, bei dem mit Den lächerlichsten Nachr ich- . ten gearbeitet tourDe. So tourDe berichtet, Daß Durch 50 Mil- > tionen aus EnglanD Die Streikkassen so voll seien, Daß DaS Geld auf die Nachbarorte verteilt werden mutzte. Auch Arbeitswilliae dee* Comp^ Liebig, Preis 5 Pfg Morgen Donnerstag, 20. Jan. d. J., G ra t i s- Kostp rob e bei L. Kalkhoft Nchf., Inh. Heinr.Erle,West-Anlage 5 wald, Distrikt Schwarzwald, folgendes Kiefern-Holz versteigert: retour. AU». Carstens. Altona a. E. Nr. 384. Grubenholz n 1i bi i r SOI Die einzige hygienisch vollkommene, in Anlage nnd Betrieb billigste 8 Die einzige hygienisch vollkommene, tn Anlage und Betrieb billigste Mr Heizung für das Einfamilienhaus' Licbigttrastc 13 Fernsprecher 218. (453 Tüchtige Vertreter überall — wo nicht vertreten — gesucht. 8 15 37 4 5 11 1 Kiefern-Stamrn 6 KiefermStämme ii ii 4. 5. 5. 6 272 47 4. 5a 5b 2. Ast. i; 186 183 88 28''0 25—29 12—19 20—24 40 30—39 25—29 Bauholz — 5,60 = 64,52 = 26,01 --- 1,63 = 6,69 = 2,06 ---- 1,86 — 2,66 Permanente Ausstellung landwirtschaftlich. Maschinen und Gerate. — Eigene werkstätte. Winterkurort Catania, kommt eine Nachricht, welche die in Genua erhaltenen Resultate nicht nur bestätigt, sondern noch weit glänzender charakterisiert. Tas Institut für pathologische Anatomie der Königlichen Universität Catania hat nämlich einen Bericht über die mit dem Histosan gemachten Erfahrungen mit den Worten geschlossen: „Nach alledem gereicht es uns zum Vergnügen, Ihnen aufrichtig zu gratulieren, daß es Ihnen gelungen i st, ein solches Heilmittel herzu st ellen, welches mit leichter Anwendbarkeit eine sichere und dauernde Wirkung vereinigt, Histosan darf mit ruhigem Gewissen, nach Ursache wie Wirkung, a l s das befte, wirksamste und geeignet st e Mittel gegen bte Lungentuberkulose bezeichnet werden." Zahlreiche andere Untersuchungen in Krankenhäusern und Sanatorien des In- und Auslandes haben ebenfalls ergeben, daß das Histosan geradezu überraschende Resultate in bezug auf Entfieberung, Aufhebung der katarrhalischen Erscheinungen, Kräftigung und Belebung des Organismus und Erhöhung des Körpergewichtes bewirkt. In den Sanatorien von Tavos, Arosa, Lepsin, auf dem St. Gotthard-Sanatorium, ferner in Bozen, Meran, Abbazia und in vielen H e i l - stätten des deutschen Reiches ist das Histosan in täglicher Verwendung, ebenso in Kinderspitälern und Krankenhäusern. Tie wohltuende Wirkung des .Histosans macht sich sehr bald geltend. Besonders merkwürdig ist, wie gut es gegen die Husten - anfälle wirkt. Die Verabreichung von Codein und ähnlichen Zuschlag bleibt 3 £acje Vorbehalten. Londorf, den 17. Januar 1910. Grosth. Bürgermeisterei Londorf. Ammon. Sg. 2r. vif die Zegrm M . Meine Her ”B eine Anz, gb und müns da) bin bereit die Änord 2 '°ebm bei d J» Mrl ksngegange Details i ^dem später fr Zerren, 3 ’u 'ruh luhig et, Eine erfolgreiche Behandlung der Lungentuberkulose. Die Lungentuberkulose wird bekanntlich durch die Tuberkel- LUillen verursacht. Zur Entfaltung dieser Bazillen gehört vor allem eine gewisse Disposition der Befallenen. Tte Bazillen Müssen einen günstigen Nährboden finden, sonst können sie sich mcht entwickeln und es kann auch keine Ansteckung erfolgen. bald man also den Gesamtorganismus eines tuberkulösen Patienten so zu verändern vermag, daß die vorhandenen Tuberkelbazillen nid# mehr gedeihen können, keinen Lebensboden mehr vorsinden, so muß damit die Heilung des Erkrankten Hand in Hand gehen. Diesem längst erstrebten Ziel sind wir setzt nahegekommen. T t e medizinische Klinik der Universität Genua, wo an Tuberkulösen ausgedehnte Versuche mit dem in letzter Zeil lo viel besprochenen, von Herrn Tr. Zehrlin in Schaffhausen entdeckten Histosan gemacht wurden, veröffentlicht einen Bericht über die mit diesem Mittel gemachten Erfahrungen und schreibt n a.: „Tic prompte und außerordentliche Wirksamkeit dcö Histosans beruht auf einer gründlichen Sanierung d es Blutes und der Gewebesäste, wodurch der erkrankte Organismus schnell in einen Zustand versetzt wird, in welchem dann die Natur eingreifen und die völlige Genesung herbeiführen kann." Und aus einem andern Ort des Südens, wo sich so viele Lungenkranke hinflüchten, aus dem berühmten Holzverfteigermrg. Dienstag den 25. d. Mts. wird im hiesigen Gemeiudc- Abg. Pauli-Potsdam (Kons.): Ter (streit i ft frivol vom Zaune gebrochen worden, weil die Sozialdemokraten endlich im reichstreucn Marisfelder Revier Fuß fassen wollten. Ihr Versuch ist mißglückt. Er war ein ganz gewissenloses Unternehmen, aus Agitationsgründen, die Existenz zahlreicher Arbeiter aufs Spiel zu setzen. (Ledebonr: Davon verstehen Sie ja nichts s Mit Ihnen kann ich mich noch lange messen. Sie haben noch nie eine Lache hier richtig aufgefaßt. (Heiterkeit.) Ohne das Militär wäre es zu Blutvergießen gekommen. Großes Elend wäre die Folge gewesen. Tie Staatsautorität mußte gewahrt werden. Sie stand in Mansfeld auf dem Spiele, weil die paar Gendarmen machtlos waren, durch das Erscheinen der Truppen wurden die drohenden Unruhen vermieden. Tas Militär bat sich durchaus taktvoll benommen. Von den Behauptungen SachseS ist nichts übrig geblieben. DaS ist e ch t sozialdemokratische Art. Für die sozialdemokratische Ordnung danken wir. Tas Volk will in seiner großen Mehrheit von diesen Hetzern nichts wissen, die nur mit dem Knüppel und mit der Knute umzugehen wißen. (Lärm bei den Soz.) Die Behörden verdienen für ibr Verhalten im Dlansselder Falle unseren Dank. (Lebh. Deijall rechts.) Abg. Gothein (Lib Fraktionsgemeinschaft): Wir erkennen durchaus an, daß die Staatsverwaltung bas Recht und unter Umständen auch die Pflicht hat, selbst das Militär zu requirieren, um Ruhe und Ordnung herzustellen. Hier handelt es sich aber darum, ob das militärische Einschreiten unbedingt notwendig war. Nun werde nja in solchen Verhältnissen Uebertrcibungen aller Art verbreitet. KaKum 5 Proz. von dem. was behauptet wird, erweist sich in der Regel als wahr. Militär darf nur in äußerstem Notfälle herbeigeholt werden. Wir leiden an einem übermäßigem Aufgebot von Staatsschutz in Preußen. Der Kriegsminister hat von einem Aufruhr gesprochen. Dec Staatssekretär war vorsichtiger. Er hat sich ge. hütet, Partei zu nehmen, weil er weiß, daß der Streik von dem Arbeitgeber provoziert worden ist. Das Militär hätte taktvoller vorgehen sollen. Es ist geschmacklos, wenn die Offiziere geflissentlich in den Familien der Arbeitgeber verkehren. Das Volk kommt dann leicht in den Glauben, daß das Militär Partei ergreife. Der Kriegsminister hat durchaus Unrecht, wenn er glaubt, Briefe, die mit „Der Streikleiter" unterzeichnet sind, nicht beantworten zu brauchen. Ebenso wie er sicher ein Telegramm des Oberberg- und Hüttendirektors beantwortet hätte, hätte ec dieses Telegramm beantworten muffen, zumal fa auch der Unterzeichner Reichstagsabgeordneter ist. Ebenso wie jede Parteiorganisation sich Ausschnitte aus den Zeitungen sammeln läßt, könnte und müßte es auch in den Ministerien geschehen. Wir werden immer für das Recht der Arbeiter, sich zu organisieren, eintreten und das Recht Wege des schriftlichen Angebots verkauft werden: 3 Fichten-Stänune 3. Klasse 30—35 cm Dchm. ----- 4,93 fm sind bespuckt ivorden, wahrscheinlich im Namen der Koalitionsfreiheit. (Heiterkeit.) Beamte wurden schwer beleidigt. Da kann man eS der Gewerkschaft nicht verdenken, wenn sie nicht alle Leute wieder einstellt. Allgemeiner Dank gebührt dem Landrat v. Hasse, der zur rechten Zeit das Militär herbeirief. Tie „Reichstreuen" haben sich beim Streik durchaus bewährt. ES sind nicht Gesinnungslumpen, sondern treue Knappen. Mit diesem Kern wird es gelingen, den alten Ruhm unseres Bezirks als des reichstreuen Mansfelds wiederherzustellen. (Beifall rechts.) Bei idem Streik handelte eS sich um eine Prinzipienfrage, bei der die Mansfelder Gewerkschaft nicht nachgeben konnte. Sonst hätte sie das Heft völlig aus der Hand verloren. Großer Spektakel ist mit den Maschinengewehren gemacht worden. Schaden haben sie nur in den unklaren Köpfen einiger Demokraten angerichtet, die Sa mit allen Mühlen klappern. Nach dem „Berliner Tageblatt". oaS leider immer noch ernst genommen wird, wären wir beinahe 2u einer Reichskanzlerkrrsis gekommen. Denn es sah die wichtigste Aufgabe des Herrn von Bethmann darin, selbst mit Hint ansetzung seines Amtes für Zurückrufung der Truppen zu sorgen. Es wäre gewiß auch ohne Maschinengewehre gegangen. Wenn aber «ine Truppe ausrückt, dann kann sie doch ihre Waffen nicht ?u Hause lassen. Die Marisfelder wollen von den sozialdemo- ratischen Verführern nichts wissen. W i r sind d i e wahren Arbeiterfreunde. (Gelächter b. d. Soz.) Wir werden die politische Kinderkrankheit, die Sozialdemokratie, überwinden Lein Volk kann sich die Gewaltherrschaft der Sozialdemokratie gefallen lasten. $n Mansfeld ist ein treuer Kern von Arbeitern, der iounn reichstceu fein wird. (Beifall rechts.) Abg. Dr. Fleischer (Zentr.): , _ Die katholischen Bergleute sind nicht mitschuldig an den Vorgängen in Mansfeld. Ihr« Berichte stimmen nicht mit den Schilder ungen des Herrn Sachse, sondern mit der Darstellung des Kriegsministers und des Vorredners überein. (Hört! Hört l im Zentr.) Man hat die arbeitswilligen Arbeiter von oben bis unten bespien. (Abg. Hue: Fürchterlich.) Ich hoffe, daß Ihnes dieser Zwischenruf ernst ist, es war allerdings eine fürchterliche Situation. Die Arbeitswilligen wurden bedroht, daß sie mit Säure begossen werden würden. Die katholische Geistlichkeit hat den larholischeu Arbeitern, die sich an sie wandten, den Rat gegeben, ^Nch am nächsten Tage nicht zur Arbeit zu begeben, da sie al? Samilienväter nicht ihr Leben aufs Spiel setzen dürften. Tie ozialdemokraten haben sich in einer aller Sitte und Gerechtigkeit hohn sprechenden Weise benommen. 'chGroßc Unruhe bei üen Soz. Abg. Hue: Tas ist eine Lüge.) Vizepräsident Dr. Spahn: Demi sich dieser Zuruf auf den Redner bezieht, so rufe ich Sie zur Ordnung. Abg. Dr. Fleischer: Die Sozialdemokraten verunglimpfen und vergewaltigen yeden Arbeiter, der anderer Meinung ist als sie. (Abg. Sachse: Lüge! Vizepräsident Spahn ruft ihn zur Ordnung.) Tie Sozialdemokratea haben keinen Respekt vor. der Koalitionssrei- hertk Gewöhnen Sie sich doch daran, daß es noch andere Meinungen gibt als die Jbrige. Glauben Sie doch nicht, daß Sie Narcoticis wird vollständig überflüssig. Deswegen wird es von vielen Aerzten auch bei gewöhnlichen, nicht tuberkulösen Erkrankungen der Atniungsorgane jetzt allen andern Mitteln vorgezogen. Es liegen hierüber ausführliche medizinische Berichte vor. So berichtet z. B. die Eisenbahnheil st ätte Melsungen bei Cassel, daß das Histosan bei nicht tuberkulösen, bronchitischen Erkrankungen sehr günstig wirke und zwar sowohl auf die subjektiven Beschwerden als auf den Krankheitsprozeß selbst, und bei Keuchhusten, Katarrh, Heiserkeit gibt es entschieden kein Mittel, das auch nur annähernd so zuverlässig wirkt wie das Histosan. Natürlich sind jetzt schon sogenannte Ersatzprodukte aufgetaucht und es sei deshalb hier jedermann gFDarnt, sich solche Mittel unter irgendwelchem Namen empfehlen zu lassen. Es gibt keinen Ersatz für Histosan. Tas Histosan ist kein Geheim mittel, sondern eine Eiweißverbindung des Guajacols, welche bei uns durch das D e utsche Rcichsvatcnt Dir. 162 656 gesetzlich geschützt ist, während die sogenannten Ersatzprodukte keinen Patentschutz gv> nießen, weil sie nur wertlose Nachahmungen des Histosans sind. — Es wird hergestellt in der Histosan-Fabrik in Singen am Hohentwiel. Ein direkter Verkauf des Histosans an das Privatpublikum findet seitens der Fabrik nicht statt; es wird von derselben nur an Großhändler und Apotheken verkauft. Wo das Histosan nicht in Apotheken erhältlich ist, bestelle man es bei der Stadtapothcke in Singen a. H. Eine Flasche kostet portofrei Mk. 3.20. hv. ~~li B. Brennholz: । Rmtr. Scheiter „ Knüppel > „ Stöcke । Wellen. . _ * Kinder haben Sie gegen die der Organisation hier auf das entschiedenste vertreten. (Beifall Vater aufgebetzt, daß sie mitbeulen und johlen sollten. (Pfuirufe | links.) A. Nutzholz: Stamme 6—12 Mtr. lang Rmtr. Scheiter „ Knüppel 2V2 und 3 Mtr. lang. Abg SfgeT (Nakk.): Die Unzufriedenheit ist künstlich in das Mansfeld er Revier hineingetragen worden. Tas Hauptziel, das man damit verfolgte, war die Bekämpfung des neuen Generaldirektors. Ter Redner schildert eingehend die Entwicklung dec Mansfelder Kupfer. Schiefer bauenden Gewerlschaft. Tie Situation der Gewerkschaft ist infolge dec amerikanischen Konkurrenz immer schlimmer geworden. Bisher hatte die Abbeiterschafl ,edoch durchaus Verständnis für die schlechte Lage der Gewerkschaft. Jetzt will sie sich darum nicht mehr kümmern. Es ist ja möglich, daß a u f beiden Seiten im Kampfe etwas über d i e richtige Mitte hinausgegangen worden ist. Aber die Agitation gegen die Verwaltung ist jedenfalls übermäßig scharf gewesen. Wie die katholischen, so haben auch die evangelischen Geistlichen zum Frieden geredet und dabei auch Erfolg gehn!t. Ein großer Teil Der Belegschaft war von vornherein argen den Streik. Wäre das Militär nicht gekommen, so waren Unruhen wohl zu befürchten. Sicherl ch hätten die Arbeiterführer versucht, sie zu verhindern. Ob es ihnen gelungen wäre, ist eine andere Sache. Die Erinnerung an die Maschinengewehre wird gewiß noch lange in Mansfeld erhalten bleiben. Die Situation muß man aber auch nach dem Erfolg beurteilen. Tatsächlich ist alles gut abgegangen. Ruhe und Ordnung wurden aufrecht erhalten, ohne oaß jemand zu Schaden gekommen ist. Ich hoffe, daß die ManS- selber Gewerkschaft trotz deS Sieges, den sie davongetragen hat, aus dem Streike ihre Lehren iin Interesse dec Alwetter ziehen wird. (Beifall.) Dbg. DrefSki (Pole): Die Arbeiter in Mansfeld werden feit langem geknechtet. Trotzdem war alles ruhig. Unruhig waren nur die Behörden und die Polizei. Tie katholischen Arbeiterführer werden aber von Dr. Fleischer nicht sehr erbaut fein. Mit solchen Reden schafft man Sozialdemokraten. Abg. Behrens (Wictsch. Vg.): E? handelt sich in Mansfeld tatsächlich um die Koalikiansfrei-- hnt. Auch gegen die evangelischen Arbeitervereine leisten die Arbeitgeber stillen, aber heftigen Widerstand. Wir wollten bei günstigerer Konjunktur da? öffentliche Gewißen wachrufen, und ich bin überzeugt, auch auf der rechten Seite hätten wir das nötige Verständnis gefunden. Jetzt trifft die Verantwortung der Niederlage lediglich die Organisation. E i n Streik darf nicht zur Unzeit geführt werden, und dazu noch mit ungeschulter, mit unorganisierter Arbeiterschaft; da war das militärische Einschreiten vorauszusehen. Die Streikenden haben die nötige Achtung vor den Nichtstreikenden nicht gehabt. Der Redner setzt sich weiter mit den Sozialdemokraten über Streikdiplomatie und Streik. Politik auseinander. Wir verlangen Anerkennung dec Koalitionsfreiheit nicht theoretisch, sondern praktisch. Ten Mansfelder Bergarbeitern rufe ich zu: Schließt euch den Bergarbeiterverbänden