Ur. 291 Zweiter Blatt 160. Jahrgang frfcbetni täglich mit Au-nohm« deS Sonntag». Die ^Otetzener FamiliendlLtter^ werden dem .Anzeiger* viermal wöcdentltch beigelegt, da» „Krdsblatt für e> Kreis «letzen" zweimal wöchentlich. Die ..randwlrtlchastllchen Lett- fraget erichemen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhchen Montag. 12. Dezember 1910 Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion:^« 112. Tett-Adr.:AnzeigerGieben. ■ Vie zernsprechgebührenordnung in zw.i er Lesung der AULschnsjer. :: Berlin, 10. Dezember. Der Budgetausschuß begann heute die zweite Lesung der Fernsprechgebührenordnung. In der Aussprache kam von seilen der Vertreter mehrerer Parteien zum Ausdruck, daß es sich für sie auch jetzt nur um eine einstweilige Abstimmung handle und sie sich eine weitere Prüfung der Wirkung der Gebührenerhöhung auf die betroffenen Kreise, besonders das gewerbliche Publikum, Vorbehalten müßten. Staatssekretär K r ä t k e Erlebnisse aus den vezembertagen an der Loire vor 40 Zähren. n. Tie schreckliche Biwaknacht bei Lumeau ohne Feuer ohne Stroh bei 10° Kälte war endlich herum. Wir hatten die Nach« durchträmnt, an gar nichts gedacht. Das war unsere Ruhe. Wir waren froh, als wir unter Gewehr standen und wieder in Bewegung kamen. Die bestimmte Nachricht, daß Prinz Friedrich Karl punkt 9 Uhr Artenays angreifcn würde und das; wir diesen Angriff unterstützen sollten, gab auch den niedergcdrüatestcn, den auch körperlich säst Erschöpften neuen Mut. Wir gingen wieder auf das gestern, abend verlassene Poupry vor. Neben dem Torfe lagen niedrige Strohhaufen auf den Feldern, herum. Da wurde $?alt gemacht, die Strohhaufen lvurden vieltackt zum bequemen Sitzen benutzt, bis der eine oder andere entdeckte, daß er auf Leichen saß. Mali hatte die gestern frier Gefallenen auf Hausen zusammengetragen und sie leicht mit Stroh überdeckt. Der fest gefrorene Boden erlaubte auch eine oberflächliche Beerdigung der Leichen nicht. , <. nr . Wir sahen auf die Uhr. Gegen 9 Uhr begann die Artillerie des 9. Korps die Beschießung der Stellungen der Franzosen um Artenap. Unsere Artillerie ging vor und fefunbierte, wir folgten und hatten in der Hauptsache unsere Artillerie zu decken. Mit Infanterie, unseren intimsten Gegnern, kamen wir vor- läüfig nicht in Berührung. In wenigen Stunden hatten wir die Hohe südlich von Urtenay erreicht und nun bot sich dem Soldaten ein prachtvolle^ 'öuo. Air standen nahezu im Zentrum der Schlachtstellung. , L-ehr weit rechts auf dem übersichtlicheii Plateau erkannten wir die 17. Division und noch weiter rechts das 1. bayerische Karps, in ihren langedehuten Kolonnen als Striche kenntlich. Der Mauch ihrer Geschütze flog in der Richtung auf Orleans. Daran erkannten mir, daß wir nicht etwa feindliche Heeresteile sahen. 2uttS von 'ms kämpfte das 9. Armeekorps. Auf unserer Höhe ftanöen zu dieser Zeit 90 Geschütze im Feuer gegen femdlicye Artillerie und Infanterie. Bor uns in der Senkung übersahen wir die Eisenbahn und die große Straße Paris—Orleans. Auf dreier zogen sich französische Insaiiteriekolonnen zuruck nach dem^.alde von Orleans. In den Dörfern und Gehörten an der Straße l'onnie die feindliche Infanterie reine Deckung I1^11 iie brannten alle lichterloh durch das Artilleriefeuer. Wrirden ^n- fanleriekolonnen auf dieser Straße besonders deutlich ttcytbar, bann artete unser Artilleriefeuer m Schnellfeuer aus. ^efrr belebt wurde das Bckd durch die zahlreiche Kavallerie auf unserer Seite. Sie war überall und nicht selten gelang es ihr an pictcin Tage eiir, ’lnc Gehöfte, ja ganze bespannte Batterien mit der Bedienuilgsmannschaft, dem Gegner abzujagen. Vie Demission des Kabinetts vienerth. Die Stellung des Kabinetts Bienerth, das ht Oester- ' reich feit dem November 1908 am Ruder ist, konnte schon seit längerer Zeit als erschüttert gelten, wenn es auch noch keineswegs feststand, wann sein Rücktritt erfolgen würde. Denn ttne es Baron Bienerth gelang, dem Ansturm der Christlich-Sozialen gegen den Kriegsminister von Schoenaich, den sie einer allzugroßen Nachgiebigkeit hinsichtlich der militärischen Forderungen der Ungarn beschuldigten, vorläufig ein Paroli zu bieten, wie es ihm ferner gelang, dem Zwist zwischen beiden Neichshälften hinsichtlich der Bankfrage seine drohende Aktualität zu nehmen, so konnte es auch geschehen, daß der deutsch-tschechische Ausgleich schließlich zustande kam und die Polen veranlaßt wurden, ihre Ansprüche auf den sofortigen Ausbau der galizischen Strecken des Donau-Oder-Kanals und des Donau-Weichsel-Kanals einstweilen zurückzustellen. Sperr v. Bienerth hatte bann, wenn der böhmische Landtag wieder arbeitsfähig geworden war und der Polenkolo ihm weiter Heeresfolge leistete, einen arbeitsfähigen Reichsrat gehabt und sich noch geraume Zeit halten können. Nachdem aber die deutsch-tschechischen Ausgleichsverhandlungen auf ein toteß Geleis geraten sind, steht heute die Sache so, daß die Tschechen dem Kabinett Bienerth auch unter der die Obstruktion erschwerenden provisorischen Geschäftsordnung üble. Stunden genug machen und die Tätigkeit des österreichischen Neichsrats überhaupt lahmlegen können, wenn diese Geschäftsordnung mit dem 31. Dezember ihr Ende erreicht hat. Die beabsichtigte Unterstellung des allgemeinen Wiener Krankenhauses und der Kliniken unter den niederösterreichischen Landtag, wo die Klerikalen dominieren, hat aber außerdem bei den deutsch- sreiheitlick)en Parteien und Sozialdemokraten, wenn in dieser Angelegenheit infolge des Protestes der Professoren und Aerzte auch noch nicht das letzte Wort gesprochen zu sein scheint, so viel böses Blut gemacht, daß Baron von Bienerth auch von dieser Seite her Angriffe zu befürchten hat, so daß er sich im österreichischen Reichsrat augenblicklich allein aus die Christlich-Sozialen und den Polenkolo stützen konnte, mithin seine Stellung eine prekräre geworden war. Und nun fallen auch die Polen von ihm ab. Sie bringen heute mehr denn je auf den sofortigen Ausbau der beiden oben genannten Kanäle, und ihr Obmann Glom- binski hat dem Ministerpräsidenten gegenüber keinen Hehl daraus gemacht, daß bei einer weiteren Weigerung der Regierung die Polen gegen alle int Reichsrat zur Verhandlung stehenden Vorlagen, so auch insbesondere gegen das "üldgetprovisorium, stimmen würden. Die arbeitswillige Mehrheit des Reichsrats ist dadurch gesprengt, und Baron Bienerth sieht sich zu einer Demission seines Gesamtkabi- netts gezwungen, wenn die Einigungsversuche, die noch in letzter Stunde gemacht werden, von keinem Erfolg begleitet sind. Es scheint darauf wenig Hoffnung zu sein, und da es feststeht, daß Baron Bienerth eine neue Betrauung mit der Bildung des Kabinetts ablehnen würde, vielmehr den Wunsch hegt, an Stelle des in den Ruhestand tretenden Grafen Kielmansegg Statthalter von Nieder- osterreich zu werden, so kann das Ministerium Bienerth schon heute als wahrscheinlich zu seinen Vätern versammelt gelten. An seine Stelle soll, wie es heißt, ein aus Sektious- chefs zusammengesetztes Uebergangsministerium treten, dessen Vorsitz der jetzige Unterrichtsminister Graf S t ü r g k h übernehmen wird, und dessen Hauptaufgabe darin bestehen würde, vom Reichsrat die Erledigung der Staatsnotwendigkeiten, also in der Hauptsache des Budgetprovisoriums, zu fordern. Ob das unter den oben geschilderten Verhält- niffen gelingt, ist freilich eine andere Frage. Eine Kavalleriebrigade ging nut ihren reitenden Batterien vor. Das vorderste Regiment in Linie, dahinter die beiden reitenden Batterien, das zweite Regiment schloß hinter den Batterien. Im langen Galopp kamen sie an uns vorbei, die Bewegungen waren so gleichmäßig, die Richtung so gut, daß man hätte glauben können, das Ganze, die Regimenter, die Batterie)' seien aus einem Stück, nur ein Wille herrsche in dem Ganzen. Von dieser Stunde an kam, glaube ich, die ganze sranzösifche Loirearmee nicht mehr zum Hatten. Wir begleiteten die weitere Verfolgung. Nur ganz vorübergehend wurde Widerstand geleistet, außerhalb des Waldes von Orleans. Oesters wurde von uns Halt gemacht, um auf gleicher Höhe mit den im Walde marschierenden und fech-tenden Truppen zu bleiben. So kam der Abend heran und wieder drohte uns ein Biwak, es regnete und schneite trotz der Kälte vorübergehend. Da kam die Meldung unserer 13. Husaren, da'ß das nahe am Waldrand liegende Dorf Chevilly vom Feinde geräumt sei. Sofort ordnete unser Divisionskommandeur die Besetzung des Dorfes an und so kam die Division noch in der Dunkelheit unter Dach und Fach. Als ich mein Quartierzimmer betrat, untersuchte ich zunächst den Backtrog, der, wie in dieser Landschaft üblich, im Wohnzimmer stand, und o Wunder: ich fand darin einen halben Laib Brot. Ehe ich nur den Mantel auszog, kaute ich schon. Wie schmeckte das trockene Brot so gut, das ich seit etma dem 25. November, seit dem letzten guten Quartier in der Perche so sehr entbehrt hatte. Aber bei diesem Brot blieb es auch an die,em Abend, heißhungrig wurde es noch zweimal verschlungen, bis auf den letzten Nest. Am frühen Morgen des 4. Dezember brachen wir mit Tagesgrauen wieder auf. Wie hatte uns die Nachtruhe unter den Dächern von Chevckly so wohl getan. Den kalten Morgen beachteten mir kaum, die geschwundenen Kräfte waren bei uns jungen Leuten durch eine einzige gute Nackst wieder einigermaßen ersetzt. Wir fühlten die Kraft in uns, wieder etwas zu leisten. Unsere A))sgabe blieb dieselbe wie am vorhergehenden -Lage. Wir gingen außerhalb des Waldes von Orleans weiter gegen diese Stadt vor. Der französische Oberbefehlshaber.General d'Au- relle hatte schon gestern erkannt, daß er mit seinen frischgebackenen Armeekorps uns nicht stand hatten könne u. ungeordnet, feine Armee solle Orleans aufgeben und die Loire zivischen sich und deii^ verfolgenden Feind legen. Trotz des bestimmcen Befehls von -rours aus Orleans zu hatte)!, beharrte er auf seinem Entschluß. Diese rasch zusaulmengerassten Armeekorps konnten das kalte Wetter, die Entbeyrungen aller Art, die fortgesetzten Kämpfe, nicht ver- tragen, sie waren mürbe geworben und unzuverlässig, zu einer Gegenwehr sogar unbrauchbar. Ihre Führer hatten das schon seit Tagen erkannt, sie hatten kein Vertrauen mehr zu ihren .Truppen. Das Ministerium Btenerth wäre also den Polen zum Opfer gefallen, gerade derjenigen Nationalität, die seit den ; achtziger Jahren von jedem österreichischen Kabinett ver- ! hätschelt wurde. Ist es doch seit den Tagen Taafes förmlich Tradition geworden, daß der österreichische Finanzminister jedesmal ein Pole ist, so auch heute wieder Ritter v. Bilinski, an dessen Stelle wohl, wenn das Uebergangs- minifterium erst parlamentarisiert ist, woran nicht zu zweifeln, Dr. Glombinsli treten würde. Ist das schon an sich ehr merkwürdig, wenn man die wahrhaft ,,polnische Wirt- chaft" betrachtet, die in Galizien herrscht, so bedeuten die wlnischen Finanzminister geradezu einen Hohn für die Deut- chen, wenn man sieht, wie sie ihre Stellung dazu benutzen, im für ihre Landsleute in Galizien zu sorgen. Galizien kostet dem österreichischen Kaiserstaat mehr, als eS ihm einbringt, und dieses Mehr haben vor allem die deutschen Steuerzahler auf ihre Kappe zu nehmen. Aber die Polen sind nicht zu befriedigen. Wie sie es 1890 durchsetzten, daß Galizien von einem ihm zur Durchführung oer Grundentlastung vorgestreckten Betrage von 100 Millionen Gulden 75 Millionen abgeschrieben, d. h. geschenkt wurden, so wollen sie jetzt über die Leiche des Ministeriums Bienerth hinweg den Ausbau des Donau-Oder- und Donau-Weichsel-Kanals durchsetzen. Diese Kanäle sind zwar in den von Dr. v. Körber 1901 dem Parlament vorgelegten und von ihm gutgeheißenen großen, eine Milliarde Kronen erfordernden Berkehrspro- jekten enthalten, und Galizien ist hierbei der ganz unverhältnismäßig hohe Betrag von 120 Millionen Kronen zugesagt worden, aber damit wollen sich die edlen Schlacht- zizen noch nicht zufrieden geben, denn bei ihrer Wirtschaft bleibt nach dem Lau dec Eisenbahnen für die Kanäle nichts mehr übrig, und die österreichische Negierung will ihnen nicht nodj mehr Geld in den Nachen werfen, erstens, weil sie das bei der gegenwärtigen Finanzlage nicht kann, und zweitens, weil, luie die inzwischen vorgenommenen Feststellungen ergeben haben, an eine genügende Verzinsung deS auf die beiden Wasserstraßen verwendeten Kapitols nicht zu denken ist. Wäre nun Herr v. Bilinski wirtlich der Fiuanzmiuister, als den er sich ausgibt, und Dr. Glom- binsti, der Obmann des PoleuAubs, wirklich der Patriot, als den er sich gerne ausspielt, so wurden sie Qre begehrlichen Landsleute zurüapfeisen. Aber weit gefehlt. Zu 9iufr und Frommen Gal gens soll das Mrnijterium Bienerth daran glauben. Die Demission des Kabinetts B i e n e-r t fr steht unmittelbar bevor. Die Stellung des Kabinetts ist unhaltbar geworden, als die Polen drohten, bei der Abst mmung über das Budgetprovisorium als Arbeitsmajorität auSzutreten. Auf die Frage des Ministerpräsidenten an den Cbmann des Polenklubs, ob die Polen für die zur Beratung stehende Vorlage stimmten, erklärte der Obmann, dies nicht verbürgen zu können. Der Ministerpräsident wartet die definitive Antwort des Polenklubs ab und zielst, wenn diese in demselben Sinne lauten sollte, sofort die Konseguenzen und überreicht die Demission des gesamten Kabinetts. Wenn die Demission angenommen wird, folgt ein auß Sektionschess gebildetes Beamtenmini st erium, an dessen Spitze ein Mitglied des gegenwärtigen Kabinetts ftefren würde. Das lieber» gangSministerinm haue dü ' "fache, vom Parlament die Erledigung der S.aats-otwendigkeiten zu verlangen, um so Zeit für die Budung der berimtiven Regierung zu finden. sprach fein Bedauern aus über die voreingenommene Stellungnahme eines großen Teiles, besonders der hauptstädtischen Preße, die ihren Lesern ein falsches Bild von den ^bsichteti und Wirkungen der neuen Fernsprechgebührenordnung gebe und überdies zu erwähnen vergesse, daß für jeden Ausfall bei der Gebnhrenrege- lung ein Ersatz durch neue Steuern geschaffen werden müsse. Vielfach hätten auch Angehörige des kleinen und mittleren Kaufmannstandes die Berechtigung der neuen Regelung zugegeben. Der Staatssekretär bestätigte auf Anfrage, daß bei der Zählung der Gespräche nur die vom Abonnenten selber herbeigeführten Gespräche. in Betracht kämen und selbstverständlich die Verbindungen, die auf Anruf eines anderen mit ihm hergestellt würden, für ihn nicht gezählt würden. Der Ausschuß änderte die Beschlüsse erster Lesung in einigen wesentlichen Punkten um. Die hauptsächlichste Aende- rung i st b i e Beseitigung der vom Staatssekretär besonders an gefochtenen Einschaltung einer 250 Kilometergrenze mit einer Gebühr von 75 Psg. Der 81 wird in der Fassung der Reyierungsvorlage wieder k-ergestellt: somit wird die Pauichgebühr, die nach dem Beschlüsse erster Lesung je nach Wahl des Abonnenten anstelle der Gesprächsgebühr neben der Grundgebühr entrichtet werden sollte, beseitigt, für jeden Anschluß an ein Fernsprechnetz wird eine Grundgebühr und eine Gesprächsgebühr erhoben und die Pauschgebühr wird nur als Form der Gesprächsgebühr wahlweise neben der Einzelgebühr eingefüfrrt. Tie in erster Lesung beschlossenen Sätze (Einzelgebühr 4 Pfg., Pauschgebühr von 200(7 bis 10 000 Verbindungen abgestuft von. 75 Psg. bis 300 Mk. jährlich, mit der Höchstzahl von 10 000 bei einem Anschluß zulässigen Verbindungensi werden beibehalten. Es wird hinzugefügt: „Wird bei Anschlüssen gegen Einzelgebühr die Höckistzahl überschritten, so ist für jede Verbindung die Einzelgebühr unb für je 10 000 Verbindungen die Grundgebühr für einen weiteren Anschluß zu entrichten. Wird bei Anschlüssen gegen Pauschgebühren die Höchstzahl (10 000) um mehr als 600 Verbin- bungen überschritten, so sind für je 10 000 Verbindungen die Grundgebühr und die Gesprächsgebühr für einen weiteren Anschluß zu entrichten." Weiterberatu)lg: Dienstag. Die ReiHswertziiwachsfteuer. :: Berlin, 10. Dezember. Ter Reichswertzuwachssteuerausschuß beschloß heute nach sehr gründlicher Aussprache mit 13 gegen 12 Stimmen die Beseitigung der Steuerfreiheit des Landesfürsten und der Landesfürstin. Zentrum unb Nationallibera.le stimmten geteilt Tie Steuerfreiheit der Bundesstaaten und bei Gcmeiuben bleibt ailfrechterhalten. Ebenso wirb Steuerfreiheit beschlossen für gemeinnützige Vereinigungen zu Zwecken innerer Kolonisation, zur Errichtung von Wohnungen, Grunbentschulbung u. dgl. Tie Bestimmung der Stellen für die Verwaltung der Steuer (§ 26) soll durch die Landesgesetzgebung, nicht durch die Landesregierung erfolgen. Weiter wird folgender § 37a eiw- gefügt: „Auf Antrag des Grundstücksunternehmers ist diesem von der Steuerbehörde ein Bescheid über die bis dahin feststellbaren Be- rechnungsgrundlagen für sein Grundstück oder für Teile davon zu erteilen, der Bescheid unterliegt dem gegen den Steuer* bescheib gegebenen Rechtsmitteln, bie in dem Bescheid getroffenen Festsetzungen sind für die spätere Veranlagung maßgebend. Die Kosten der Ermittelung unb des Rechtsmittelverfahrens fallen dem , Antragsteller zur Last. Außerdem ist für die Erteilung des Be- , sch ei des eine Gebühr in Höhe von l/8 vom Tausend des Erwerbspreises zuzüglich der Aufwendungen (§ 10, Ziffer 1—4), murdestens aber von 20 Mk. zu entrichten. Weiterberatung Montag vormittag. Die Moabiter 5tratzenkrawalle vor Gericht. 4- Berlin, 10. Dez. Die Verhandlung am Freitag hatte wemg Bemerkenswertes ergeben. Heute beginnt die Verhandlung mit einem Aufmarsch weiterer Polizeizeugen, die sich auf den bekannten Aufruf des Pottzeipräfidenten v. Jagow hin gemeldet haben. Zeuge Rentenempfänger v. Schack bekundet ebenfalls, daß die iuienge sehr schimpfte, während die Schutzleute ruhig vor- gingen. Die Genossen hätten in der Hauptsache junge Burschen gedungen, damit der Krach recht groß war. Wer sich anftänbig betragen habe, sei auch anftänbig behandelt worden. Auf die Frage des Verteidigers Rosenfeld, wie der Zeuge zu der Ansicht Auf unserem weiteren Vormarsch aus Orleans trafen wir vielfach auf Schafherden, reine Merinos, bei denen die treuen Hunde, in der Siegel große rauhaarige Tiere, auSgefralten batten. Die Hirten waren geflohen unb wurden burch Solbaten ersetzt, bie nun das Zünbnadelgewehr umhingen und den Schäferstock zur Hand nahmen. Es war drollig anzusehen, wenn diese, in Schäfer verwandelten Soldaten, die Herden auf die Saatfelder führten und die Hunde ihren alten Pflichten treu, bestrebt waren, die Saaten vor den Schafen zu bewahren. Da gabs em fortgesetzter Streit zwischen Hirten und Hunden. Aber der Zweck wurde erreicht, die Schafherden waren von nun unsere wandernde Proviant* kolmlne, die getreulich bei uns blieb, wgfrrend uns an die fahrende Proviantkolonne vor jedem Gefecht im Stiche ließ. Bei einem längeren Halt wurde schon im voraus geschlachtet^ Alle Metzger waren aus dem Regiment heransgezogen. Sie schlachteten eine große Anzahl der Schafe und im Umsehen war das Feld mit Schaffellen, an denen noch die Köpfe hingen und mit dem Eingeweide der Tiere bedeckt. Die so ausgeschlachteten Schafe mürben auf einem Wagen verladen und dem Regiment nach- gefafrren. An diesem Mittage hatten wir die Freude, den Prinzen Friedrich Karl zu sehen, dessen endliche Ankunft von uns mit io großer Sehnsucht erwartet worden war. Denn von diesem konnte die Armeeabteilung, die durch den Oktober unb November einem weitüberlegenen Feind entgeaenstand, HUfe erwarten. Mit seiner Ankunft faßten wir frischen Mut und seiner Hilfe verdankten mir es, daß Orleans unter unserer Mitwirkung zum zweiten Male eingenommen unt> mm auch sestgehalten werden konnte. Der Prinz kam mit seinem Stabe aus dem Walde von Orleans, in dem er sich über den Stand des Gefechts orientiert haben mochte, bei uns vorüber geritten, die wir gerade die Gewehre zusammengesetzt hatten unb aus den Gewehren frerau5getreten waren. Als wir den Pritrzen erkannten, lief alles, Offiziere und Soldaten, ihm entgegen und umringten ihn, schwangen die Helme und geb erbeten sich wie Kinber, denen eine ganz ungewöhnliche Freude widersährt. Der Prinz schien verstimmt, er saß auf seinem großen Fuchs wie der steinerne Gast. Jetzt hob er die Hand zum Gru ßbeinahe bis zur Nkütze, unb ritt stumm vorüber. Wir wäre)) alle ernüchtert. Unb doch, wir hatten sv großen Respekt vor ihm. Das war ein Soldat. Wenn die Kanonen bon« nerten, war er da, ob das Morgens im Tagesgrauen war öden in der Mittagshitze oder am späten Slbotb, er war da und seine Soldaten fochten unter seinen Augen im vollen Vertrauen auf den Sieg. Noch eines attderen Geschehnisses an diesem Nachmittage must ich geholfen. Wir waren eben an einer verlassenen französischen Batterie vorübermarschiert, in der acht schwere Schiffskanonen! standen, die aufgegeben werden mußten, weil die Stottimg durch ! I SS Aus Stadt unö Land Gießen, 12. Dezember 1910. । I ■ 1 t I l t e b t; l t - fc d r r I « r £ r Am Nachmittag fand bei womöglich nach stärkerem Andrang nn Kirchenkonzert unter Leitung des Musikdirektors O Theiß statt, das einen herrlichen Verlauf nahm. Mitwirkende waren der ^eminarchor " ----- - — (Sopran), Dr. C. Ab 6 c (Violinsolo) und die 1. * Werner nach seiner Verurteilung. Wie uns aus Kaiserslautern berichtet wird, sind dort bei ocit Eltern Werners und beim Rechtsanwalt Dr. Tuteur L Briefe emgegangen, die der verurteilte junge Werner schrieb, nachdem er mit Oberstaatsanwalt Lang eine Unterredung daß wir am 7. morgens in Richtung auf Tours marschieren würde», mrt dem Hnrzufugcn, wir möchten uns mit Lebensmitteln versahen, denn wrc kameu imn in eine durchaus ausgehungerte Landsckasl. — Wir glaubten iclwn, das schlimmste überstanden zu haben, "'(mi solUc es noch schlimmer kommen. Wir rafften zusammen, ma' nnr Eonnten. Es, war wenig genug und wir durften uns auch ■ Nicht zu sehr belasten. , - , an^^enr Jorgen wird ein Ruhetag angekündigt. Gott sei dank! Wir bringen die Mannschaften und uns selbst besser unter. Es wird Hammel- und Rindfleisch in ansehiilichen Mengen geliefert. Ueberall totii) gekocht und gebraten. Darüber geht nuch. manches »au-, durch Uiworjichtigkeit in Flammen auf. Wieder ^en^.?lc £n!?rcn Burschen in einem Häuschen unter» gebracht. , Ihiri) die Besitzer sind anwesend, zwei ältere Eheleute, ^.r ^wiNU sich als bon garcon, aber sie ist eine Zange, der wir erst klar machen müssen, daß wir heute die Herren im Hause sind und nicht sie. Nun schweigt sie ja, aber faucht, wie eine böse jcaße. 1 Das breite Ehebett haben zwei von uns Offizieren in Be- 9/n?m!nei^ "^en mir Liegende stöhnt und ächzt ^'?n=^rt<7 Ich habe schon untersucht, die Matratzen silid mit Eichenlaub gefüllt, es hat lange keine frische Füllung statt- gefunden und das Eichenlaub ist hart geworden wie ein Brett. <- ^it)en ,t>or d«mi Kamin, halten die Händen über die Kohlen und murmeln ununterbrochen miteinander. Wir trinFen k>ls abends endlich einmal wieder Rotwein, eigenes bie Burschen holen den Wein eimerweis herein und teilen ihn ans Kaminfeuer. Ter Wein ist eiskalt, dünn und rn£' Ä wird er doch. Unser Wirt trinkt tapfer mit Schutz. Die yrau keift, aber es hilft ihr nichts Doch He fatie ja eigentlich recht. Wir mußten den Mann nach trunfr»» h%»Ul origen lassen, weil er mehr getrauten hatte, als er vertragen konnte. Unsere Burschen kochten uni) brieten. Ich kontrollierte, denn ich war auch am Herdfeuer der Sachverständigste. Am Svät- nachmlUage des Ruhetages, also am 6. abends, kam der Befehl . Es begann für uns em neuer Kriegsabschnitt. Jetzt sollten wn auf dem rechten Ufer der Loire abwärts marschierend Gun- betta aus Tours vertreiben. Zwischen uns stand aber noch der General Chanzy, den wir zunächst zu verdrängen hatten. Nur Ätut sagten wrr uns, wir können alles wenn der oberste Kriegs- Herr bestehlt. Dor französischen Loirearmee hatten wir in den Känivfcn : Ehge 18 000 Gefangene abgenommen, dazu 74 icme und vier Kanvnenboote, die wegen des starken Eisganges “ auf der Loire zuruckgelassen werden mußten und so in unsere Hande sielen. Gambetta, der von^Tours aus am 5. Dezember nach Orleans ' Whren wollte um die etabt verteidigen zu helfen, machte eiligst Kehrt, al^ er die von ihm geschaffene Loirearmee geschlagen und m heilloser Unordnung über die Loire zurückfluten sah mm kommen die Tage vom 8. bis 11. Tqzernber, die , schlacht bei Beaugency—Cravant, zwischen Blois und Orleans. ■ • — Drahtlose Telcphonie über See. Aus Satt ' ^ranz-isko wird berichtet: Die drahtlose Telephonie, über ' . en Verwirklichung schon wiederholt berichtet wurde, hat eine praktische Probe ihrer Leistungsfähigkeit abgelegt und dabei einen vollen Erfolg errungen. Der Treu ch räubern , "T^nyo Maru", der dem Passagierverkehr zwischen der Westküste Amerikas und Japans dient, wurde kurA , vor seiner Abfahrt aus San Franzisko mit drahtlosen Telephonapparaten ausgerüstet. Sofort nach der Ausfahrt des Scfafses begannen die praktischen Versuche, die über S™™1 r 9imfriß verliefen bis zu einer Entfernung von loO englischen Meilen von der Küste konnte die ständige telephonische Verbindung zwischen dem fahrenden Dampfer und dein Festlande aufrecht erhalten werden. Die Stimmen waren deutlich zu unterscheiden, und die Klarheit und Hör- barkeit ließ nichts zu wünschen übrig. Mit dieser Leistung ist ein neuer Rekord ausgestellt, denn bisher konnte auf eine [o große Entfernung über See eine drahtlose Fcrn- sprechverbinoung noch nie aufrecht erhalten 'werden. mir stehender Soldat, 'eic müssen das Fleisch besser in die Kohlen falteu, dann schmeckts auch etwas salzig. Der Mann hatte recht So essen nur das halb aufgetaute Hammelfleisch in erheblichen Mengen Ich habe mich nur gewundert, daß dies Abendessen nicht mehr Schaden angerichtet hat. Zum Schluß brachte mein -öurfdje in seinem Helm, in dem sich der ganze Feldzugsschweiß vom Juli her verdichtet hatte, Aepfel. Auch von denen wurden noch genug gegessen. Es war Mitternacht geworden. Orleans war von unseren Vortruppen besetzt. Da kam der Befehl, die Truppen sollten sich da, wo sie gerade ständen, einquartieren. Mensch und Tier fand nach längerem suchen, wenn auch nur notdürftige Unterkunft, denn zahlreiche Geoäude mit ihren weiß gestrichenen Wänden, erwiesen . lehr leicht gebaute, recht ärmliche Behausungen, in denen es am^ Notwendigsten fehlte. Aber nur Ruhe und ein Plätzchen zum schlafen. Sieb^efa Stunden waren wir an diesem Tage M den Beinen gewesen in der kalten zehrenden Winterluft. Es scheint einem heute unglaublich, daß man das unter all den Neben- umstanden ausgefallen hat. Vekommen sei, daß die Krawallmacher planmäUy geyemves? hatten, erwidert der Zeuge: Herr Vorsitzender, muß ich dem Vertreter der Genossen Rede und Antwort stehen? Der Vorsitzende belehrt ihn, daß auch die Verteidiger Organe der Rechtspflege seien und daher das Recht hätten, Fragen zu stellen. Der Zeugs will mehrfach gefart haben, daß auf der Straße davon gesprochen wurde, die ganze Geschichte sei eine Probe. Tie Zeugen Strauß und N o a ck bekunden übereinstimmend folgenden Vorfall: Bei der Räumung der Turmstraße wurde ein Mann, der einen Holzfuß hatte, von Polizisten niedergeschlagen. Er verkroch sich unter einen Bäcker wag en und wurde auch hier noch von einem Polizeioffizier und einem Schutzmann mit den Säbeln geschlagen. Der betreffende Polizeiossizier Fvlte erklärt hierzu, daß sich der Vorfall ganz anders abgespielt habe. Er habe den Schutzmann, der den Mann unter dem Wagen hervorfalen wollte, davon abgehalten, ihn zu schlagen und ihn mit nach vorn genommen, da sie bttde schon hinter der Schuhmanns kette zurückgeblieben waren. Die Zeugen bleiben aber bei ihrer Aussage und erklären, Laß noch sechs bis acht andere Personen denselben Vorfall beobachtet hätten. zu Wetzlar, Fräulein I. Müller (Bariton), Seminarist W. Siegfried _ . - -- — Geigenklasse des Seminars. m 0-estsonntag gehörte der katholischen Gemeinde. Auch sie zoa im festlichen Zuge in den Dom, worauf die Segnung des katholischen Teiles des Gebäudes erfolgte. Ein feierliches Amt schloß sich an. Tie Festpredigt hielt Bischof Dr. Komm, der mit bewegten Worten seiner Freude über die Wiederherstellung der in Den letzten Jahren schmerzlich vermißten Kultusstätte Aus- druck gab und seinen ferneren dauernden Fortbestand vom Himmel erflehte, -^as Tedeum schloß die eindruckvolle Feier ab. Der Nachmittag vereinigte die Ehrengäste und die Bürgerschaft beider Konfessionen zu einem F e st m a h l im Schützengarten, an dem weit über 200 Herren teilnahmeiu Oberpräsident Freiherr von Rheinbaben verglich die jetzige Zeit der Neichs- einfait mtt der früheren Zerrissenheit des Reiches, indem er an 4 Daö der Schifsszwieback hernach zur ordnungsmäßigen Verkeilung kam, ist selbstverständlich. Die Mannschafteii hatten sich Durch allzu großen Hunger zu dieser unüberlegten Tat fortreifem Wir .befinden uns in den Weinbergen ^ec ^Dhe liegen einzelne kleine Ortschaften, dazwischen Waldparzetten mit jungem Eichwald bestanden, aus denen wohl die Weinbergpfahle zum Teil stammen. Zahllose kleine Gehöfte liegen auf der Hohe üt den Weinbergen, hier muffen wir sobald der Befehl dazu gegeben wird. Wir baV roir Sotretal und Orleans zum Teil über» Weinberge, dazwischen immer neue ^artm wi Tal. Wir machen Halt und warten Befchle ab. ?Jce iveiten Bogen, den die Loire bei Orleans beschreibt imo deren Biegung ffch alles anpaßt. Es ist bitter kalt, peinig da-. -0e fünf bis zehn Mann tun sich zusam- men und brechen die Weinbergspfähle ab, tragen sie auf einen Haufen zusammen und zünden ihn an. Bald brennen solck-e Leinen tmpliKissimusdichters hatte geradezu einen Sen- satronsersolg zu verzeichnen und wird in dieser Wocfa zwei- mal, am Mittwoch und Freitag, wiederholt; das eine Mal ttncb ,,L) u m Einsiedler" dazugegeben, das andere Mal „Durchs Ohr". Für die jugendlichen Theaterfreunde wird für Samstag und Sonntag nacymtttag das Weih, nachtsmärchen „Die M ä u s e kö n ig in" oder „Wie bet Wald in die Stadt kam" vorbereitet. Das hübsche Werk mit einer reizenden Musik von Pittrich bietet viel zu fehen J??rbc f- 3- in Leipzig 45 Mal nacheinander gegeben. Im Schumanntheater in Frankfurt erringt es zurzeit ebenfalls außerordentlichen Beifall. ., ** Warmes Frühstück. Heute wurde in den Volks^ iS spulen Mit der Ausgabe von warmem Frühstück (Mil» - und Mecke) cm schwächliche Kinder begonnen. . ** Von den Wandernden. Im November io- aterten in der Herberge zur Heimat 1231 Gäste (gegen 1444 int gleichen Pttmat des Vorjahres); davon entfallen oOO, die gegen Arbeitsleistung Wohnung und Verpflegung fanden (837), während 731 Selbstzahler waren (bO/). — Für den Arbeitsnachweis waren int November gemeldet 64 Stellen, darunter 26 von außerhalb Besetzt wurden 45, zurückgezogen 11, durch Fristablauf erledigt 5, der kleine Rest wurde für Dezember übernommen. Die besetzten Stellen kamen an 18 Handwerker und 27 Arbeiter. Seit vielen Jahren war der altehrwürdige Wetzlarer Dom, ba so selbstverständlich das malerische Stadtbild ber alten Lohnst abt krönt, ein Gegenstanb schwerer Sorge für jeden Kunstfreund, ber baS herrliche Kleinod deutscher Baukunst kannte. Der Wetzlarer Dom nimmt unter den alten Gotteshäusern Westdeutschlands eine eigenartige Stellung ein. In seinen ersten Anfängen stammt er wohl aus dem 8. Jahrhundert Dann wurde zu verschiedenen Seiten an ihm gebaut, was sich heute noch an dem stolzen Bau deutlich zeigt Ursprünglich im ^romanischen Sttl errichtet, dann wiederholt im gotischen ©tit erweitert, ift der Kau niemals ganz vollendet worden. Am Anfang des vorigen Jahrhunderts, wo Wetzlar preußisch wurde, machte sich das unzweckmäßige Baumaterial — Schalstein aus der Umgegend von Wetzlar — bedenklich geltend. Tas ganze Gestein zerbröckette und nur durch wiederholte umfassende Ausbesserungen vermochte man den Bau durch das 19. Jahrhundert hindurch zu retten, ihn aber nicht dauernd zu sichern. Das Bauwerk befand sich dann zu Beginn dieses Jahrhunderts xu einem Zustand traurigster Verwahrlosung. Stellenweise falte der Dom ein ruinenhastes Aussehen angenommen, oerabfallende Steine gefährdeten die Umgebung des Domes so, daß durch einen Bretterzaun der Zutritt zu den bedenllichsttn Teilen des Domes aus Gründen der Sicherhett abgesperrt werden mußte Die den Domunterhaltungspflichtigen (der katholischen uni) ber evangelischen Kirchengemeinde sowie ber Stadtgemeinde) — auch der Fiskus nimmt, wenn auch nur in geringem Maße, an ber Unterhaltungslast teil — zur Versüquna stehenden Mittel reichten bei weitern mcht aus, um dem Verfall Einhalt zu gebieten. Da gründete sich im Jahre 1901 unter dem Vorsitze des Land- ratS Dr. Sartorius zu Wetzlar der Wetzlarer Dornbau- v er ein. Es war ein groß angelegtes Werk, das der Verein iibcrnahm; aber zielbewußt und tatkräftig ging er von Anfang an vor. Er wußte nicht nur die höheren Behörden, sondern auch Kunstfreunde wett über die Grenzen des Kreises Wetzlar, ja der Rheinprovinz hinaus, für die Sache zu interessieren. Durch Vermittelung des Oberpräsidenten gingen an sämtliche Städte uni) Gemeinden der Rheinprovinz Aufforderungen zur Anwerbung von Mitgliedern und Sammlung von einmaligen Gaben. Dieser Werbetättgkeck ist es zu verdanken, daß der Dombauvcrein sehr bald zwölf Patrone mit einem einmaligen Beittage von 1000 Mk und 23 Patrone mit einem jährlichen Beiträge von 100 Mk. IP wie rund 1000 sonstige Mitglieder nachweisen konnte. Die Kosten der Wiederherftettung des Domes waren auf 1 000 000 Mk. veranschlagt. Diese Summe sollte aufgebracht tverden wie folgt: ; 800 Mk.; 2. Stadt Wetzlar 20 000 Mk.; 3. katho- ■ M^^ugemeindc 4000 Mk.; 1. evangelische Kirch eng emeinde 16000 Mk ; 5. Kreis Wetzlar 12 500 Mk.; 6. Provinz 120 000 1 Mk.; <• Lotterte 650000 Mk.; 8. Dombauverein 94 700 Mk. < eitll9e dieser Kör peri chaften ohne weiteres auf Grund • tfaer Verpflichtung zur Unterhaltung des Domes zur Zahlung < achvbt hatte. Der junge Munn erführt üt den Briefen, bup ec das Urteil, so hart es für ihn auch ausgefallen sei, als gerecht und dem Gesetz entsprechend anerkennen muß Ar habe allerdings noch wahrend der Verhandlung gehofft, baß man ihn wegen feiner Jugend und der ganzen Der- hältnisse, aus denen heraus er ein Verbrecher geworden sei, milder beurteilen und ihn mit 15 Jahre Zuchthaus würde davon kommen lassen. Nachdem das Urteil gefällt sei, habe er den Wunsch, dessen Rechtskraft anzuerkennen. Er bittet seine Eltern und bcn Verteidiger, ihm darin nicht entgegen zu sein seinem Entschluß zuzustimmen und jeden schritt zu unterlassen, das Unabänderliche durch eine Revision beim Reichsgericht hinauszuschieben und gegebenenfalls nach dieser Richtung bereits unternommene Schritte rückgängig zu machen. Er habe nach seiner Unterredung mit dem Oberstaatsanwalt die Ueberzeugung gewonnen, daß dieser nach entsprechender Zeit, wenn er (Werner) in der Strafanstalt sich gut betrage und zeige, daß er ein anderer und besserer Mensch geworden fei, selbst dafür eintreten werde, daß er (Werner) der Welt wieder zurückgegeben wird. Werner bedankt sich in seinem Briese beim Verteidiger, was dieser für ihn getan hat, er bittet seine Eltern, die es stets rechtschaffen und gut mit ihm gemeint hätten, um Verzeihung für die Schande, die er ihnen bereitet Hai und hofft, daß er ihnen feine Liebe und Dankbarkeit noch beweisen könne. ** W eihn a ch ts sendüngen. Die Reichs-Postverwaltung richtet an das Publikum das Ersuchen, mit den Weih- nachts senduny e n bald zu beginnen, damit die Paket- massen sich nicht tn den letzten Tagen vor dem Feste zu sehr ^sammendrangen. Bei dem außerordentlichen Anschwellen bcs Verkehrs ist es nicht tunlich, die gewöhnlichen Beförderungssriswu einzuhalten und namentlich auf weite Entfernungen eine Gewähr Mr rechtzeitige Zustellung vor dem Wcihnaclstsfeste zu über» nehmen, wenn die Pakete erst am 22. Dezember ober noch später eingeliefert werden. Die Pakete sind dauerhaft zu verpacken Etwaige auf dem Verpackungsstoffe vorhandene ältere Aufschriften und Beklebezette! müssen beseitigt ober unkenntlich gemacht werden Die Benutzung von dünnen Pappkasten, schwachen Schachteln, Zigarrenkisten usw., ist im eigenen Interesse der Absender zu vermeiden. Die Ausschrift der Pakete muß deutlich, vollständig und haltbar hergestellt fein. Kann die Aufschrift nicht in deutlicher Weise auf das Paket selbst gesetzt werden, so empfiehlt sich die Verwendung eines Blattes weißen Papiers, das der ganzen Fläche nach fest aufgeklebt werden muß. Am zweckmäßigsten sind gedruckte Aufschriften auf weißem Papier; dagegen dürfen Formulare zu Postpaketadressen für Paketaufschriften nicht verwandt werden. Bei in Leinwand verpackten Sendungen mit Fleisch und anderen Gegenständen, die Feuchtigkeit, Fett, Blut usw. absetzen, darf die Aufschrift nicht auf die Umhüllung geklebt werden. Der Name des Bestimmungsorts muß stets recht groß und kräftig gedruckt oder geschrieben sein. Die Paketaufschrift muß sämtliche Angaben der Postpaketadresse enthalten, also auch den Frankovermerk, bei Paketen mit Pvstnachnahme den Betrag der Nachnahme sowie ben strömen und die Wohnung de- Absenders, bei Eilpaketen den Vermerk durch Eilboten usw., damit im Falle des Verlustes der Postpaketadresse das Paket doch dem Empfänger ausgehändigt werden kann. Auf Paketen nach großen Orten ist die Wohnung des Empfängers, auf Paketen nach Berlin auch der Postbezirk (C, W, SO usw.) anzugeben. Zur Beschleunigung des Betriebs trägt es wesentlich bei, wenn die Pakete frankiert ausgeliefert werden, d. h. die zur Frankierung erforderlichen Marken schon vom Absender auf der Postpaketadresse aufgeklebt werden. Die Versendung mehrerer Pakete mittels einer Postpaketadresse ist für die Zeit vom 12. bis eiuschl. 24. Dezember weder im inneren deutschen noch im Verkehr mit dem Ausland — ausgenommen Argentinien — gestattet. Nach Argen timen können auch in dieser Zeit mehrere, jedoch höchstens drei Pakete, mit einer Postpaketadresse versandt werden. Gemeinschaftliche Einlieferungsbescheinigungen über mehrere gewöhnliche Pakete werden — abgesehen von Sendungen nach Argentinien — in der bezeichneten Zeit nicht ausgestellt. Kreis Friedberg. 1^. Friedberg, 11. Dez. Den ganzen Tag über, sobald die Züge, die gegen Mittag dahier aus dem Herzen der Wetterau eintreffen, namentlich aus der Richtung von Nidda, brachten sie viele Kauflustige nach hier. Auf allen Stationen von Nidda bis Friedberg stieg viel Landbevölkerung ein. Hier in großer Zahl angekommen, verteilten sie sich in die verschiedensten Geschäfte. Mit Paketen beladen, fuhren sie mit den Abendzugen wieder zurück. Für die ganze Wetterau ist Friedberg, wie schon vor 100 Jahren, die eigentliche Geschäftßstadt. Der heutige Sonntag ist im Ganzen genommen als gut zu bezeichnen. — Unsere katholische Gemeinde ist in den letzten Jahren recht gewachsen, so daß ihr jetzt ein Kaplan beigegeben worden ist. Starkenburg und Rheinhessen. Mainz, 11. Dez. Die Bürgermeisterei hat soeben den Verwaltungs- und Rechenschaftsbericht herausgeqeben. Danach betragen die Schulden der Stadt 42 629 12$ Mk., das Vermögen 77 582343 Mk., wozu noch das Verwögen der ftäbt Sparkasse mit 4 894 627 Mk. und der Reservefonds des Pfandhauses mit 54914 Mk. kommen. Die ftäbt. Gaswerke erbrachten statt im Voranschlag vorgesehene 298000 einen Ueberschuß von 352 440 Mk., also 54 440 Mk. mehr. Das Elektrizitätswerk hat gleichsalls mehr abgeworfen, als vorgesehen Ivar. Der Ueberschuß beträgt 351 667 Mk. (gegen 553 500 Mk. im Voranschlag). Die Wasserwerke brachten 4043 Mk. mehr, nämlich 185060 Mk. (geg. 181018). Die Straßenbahn hatte eine Gesawteimrahme von 1062 374 Mk. rntb ernschl. Rücklagen eine Gesamtausgabe von 1044 772 Mk. Die Rechnung der Armenbeputation schließt ab mit 484 238 Mark in Einnahmen und Ausgaben ^Voranschlag 449 477 Mark), die der Hospiziendeprctation mit 713 091 Mk. Einnahmen und 705 323 Mk. Ausgaben (gegen 606 721 Mk.). Kreis Wetzlar. x Atzbach, 10. Dez. Die Volkszählung ergab 927 Einwohner gegen «878 im Jahre 1905, mithin eine Zunahme von 49 Seelen. Auch die Viehzählung hatte ein zunehmendes Ergebnis, es wurden ausgenommen 38 Pserde, 712 Stück Rindvieh und 572 Schweine. Dre ehemals blühende Schafzucht ist gänzlich eingegangen. O Krofdorf, 10. Dez. Die Gerichtstage in Krofdorf werden im Geschäftsjahr 1911 am 2 Januar, 6. Februar, 6. März, 3. April, 1. Mai, 12. Juni, 3. Jütt, 18. September, 9. Oktober, 8. November und 4. Dezember abgehalten. wandern und Reisen. vbc. Laubach, 11. Dez. Der Zweigverein Laubach des V. H.-C. hat für das Jahr 1911 folgende Wanderungen festgesetzt : 8. Januar: Laubach - Roethges - Nonnenroth - Hungen 5. Februar: Laubach-Weickarlshain-Lehnheim-Atzenhain-Nieber- Ohmen. 5. März: Laubach-Wosisgarten-Sorgenlos-Jägerhaus- Laubach. 30. April: Laubach-Schellerho^-Rainrod-Swöner eiein- Zwiefalten-Eickclsdorf. 25. Mai (Himmelfahrtswanderung): Älainzlar-Staufcnberg-Krofborfer Walb-Gleiberg-Gießen. 1B. Juni: Oberrosbach-Kapersburg-Saalburg-Homburg. 9. Juli: Londorf- Ebsborf-Frauen bei g-Spieac lslust-Nlarburg. 20. August: Renzen- dors-Vadenrod-Meichescr Totenkicche-Storndorf-Alsfeld. 10. Sept.: Wetzlar-Stoppelberg-Lolpertshaujeu-Eleeberg-Butzbach. 15. Ott.; stNdda-Ortenderq-Libberg-Bergheim-Büdingen. 12. Noo.: Familien- herbstansstuq mit Tanz. Näheres wird noch bestimmt werden 3. Tei.: Laubach-Queckborn-Wirberg-Winnerob-NeiSkirchen. Außerordentliche Wanderungeil sind vorgesehen für den 2. Juli (Hohe- rodskopfiest) und 3. September nach Schotten (Gesamtausflug des V. H.-C-). Landwirtschaft« •=<0. Vom Zuckerrübenbau wird uns von der Provinz Starkenburg geschrieben: Agenten holländischer Zuckerfabriken reifen in den hessischen Dörsern umher, die ich mit Zuckerrübenbau befassen, laden die Bauern zu Versammlungen ein und halten ausführliche Vorträge über die Rentabilität des Rübenbaues. Schon seit einiger Zeit zahlen holländische Zuckerfabriken wesentlich höhere Zentnerpreise für hessische Rüben als die Fabriken der Umgebung, und es gehen deshalb große Transporte ben Rhein hinab. Diese Rübenaussuhr hat einen olchen Umfang angenommen, daß die deutschen Zuckerfabriken im Auslände Rüben kaufen mußten, zumal die Holländer frühzeitig zu erscheinen pflegen, um die ganzen Ernten zu günstigen Preisen aufzukaufen. Lustig mutet es an, daß holländische Fabriken in Hessen, hessische Fabriken aber in Holland einen Teil ihrer Rüben kaufen, es ist aber wirklich vorgekommen. Gegenwärtig ucht ein hollänbiscl>er «Agent der Groß-Gerauer Zucker- abrik die Lieferanten labzutreiben, er bietet wesentlich höhere Preise und die Bauern strömen in Haufen in feine Versammlungen. Einstweilen dürfte kein landwirtschaftlicher Zweig so lohnend sein wie dev Rübenbau. Der Rückschlag wird ja auch hier nicht ausbleiben, aber der Rübenpflanzer kann in ungün- tigen Zeiten ohne weiteres wieder andere Produkte anbauen. DcrmüfbU’9. * Grahame White über die Aussichten der Flugmaschine. Der bekannte englische Flieger Grahame White, der nach seinen amerikanischen Triumphen nun nach England zurückgekehrt ist, hat sich m einem Gesoräche über die Zukunft der Flugmafchine geäußert und habet prophezeit, daß oas kommende Jahr als erste Neuheit auf dem Gebiete der Flugkunst eilten vierfitztqen Eindecker sehen werde. „Und ihm werben Maschinen folgen, die 6, vielleicht iogar 8 Passagiere tragen föiuteit. Das französische Kriegsminislerium hat für einen 'Bier- itzer der Lüfte einen ansehnlichen Preis ausgesetzt, atibere Regier- tilgen folgen nnd der gewünschte Apparat wird sicherlich nicht auf ich warten lassen. Tie sportlichen Aussichten aber werden durch zwei neue Typen von Nennmaschinen erhöht. Diese "Maschinen, die einstweilen noch lungsam steigen oder sinken, iverden eine neue beispiellose Fluggeschwindigkeit hervorbringen, wahrscheinlich sogar 100 englische Meilen in der Stunde". Tas Jahr 1911 wird auch die Morgenröte für eine nutzbringende Verwendung der Flugmaschine bedeuten. Schon jetzt iverden Apparate zur Laud- vermesfung gekauft. Im folgenden Jahre iverden sie auch in den Dienst der Forschung treten. ..Die jetzigen Maschinen sind noch unvollkommen, ein großer Schritt vorwärts wird getan fein, wenn ein Apparat mit zwei "Motoren gebaut ist; wenn dann der eine Motor versagt, tritt der andere in Wlrksamiett. Tie stärkeren Motoren und tue dadurch erzielte größere Fluggeschwindigkeit werden es daiin ermöglichen, auch den Sturm zu besiegen, sodaß selbst bei stürmischer Witterung und heftigem Winde gefahrlos geflogen »verden kann". * Ein Eßae schirr für eine halbe Million. Die amerikanischen Millionäre können sich nun rühmen, baß einer her Ihren das kostbarste Eßgeschirr besitzt, bas die Welt wohl keimt. Der stolz-e Eigentümer dieses Schatzes ist Senator W. A. Clark, der „Kupferkönig", der erst kürzlich mit seinem neuen Palais in der 5. Avenue in Newyork an Glanz und Luxus alle seine Millionärskollegen tn den Schatten gestellt hat. Aber den Kupferkönig beunruhigte der Gedanke, daß in seinem Heim, für das er nahe an 30 Millionen Mark ausgegeben hat, ein des Milieus würdiges Eßgeschirr noch fehlt, und er gab schließlich einer großen Golpschmickefirma in Chicago ben Auftrag, ein solches einzigartiges Eßgeschirr herzuftelleii. Es ist nun fertig intb abgeliefert, ein Eßgeschirr für 24 Personen mit allen Tellern, Schüsseln, Platten, Gabeln und Messern und hat alles in allem 120 000 Dollar, also etwa eine halbe Million Mark gekostet. -Fedes Stück ist aus reinstem amerikanischem Silber gearbeitet und mit einem ziemlich dicken massiven Goldrand versehen, der das Monogramm des glücklichen Besitzers zeigt. Zierrat und Ornamentik, Form und Linien sind auf die Architektur des Speisesaals abgestimmt. „Ich habe alle vorhandenen großen Gold- und Silber- Eßgeschjirre der Welt gesehen," erklärte der Kupferkönig mit stolzem Lächeln, „aber id? zögere nicht zu sagen, daß meines das präclstigste ist. Es hat auf ber Welt nicht seinesgleichen und bedeutet ein einzigartiges Meisterwerk der Goldschmiedekunst." *EinWink mildern Zaun Pfahl. Unter den Frauen, die in Spanien viel dazu beigetragen haben, das Ansehen des Königshauses zu schädigen, steht Isabella II. von Spanien, die Großmutter des heutigen Königs, an erster Stelle. Henry Markland, ber £>er Königin im Mmisey Magazine einen Aicksatz widmet, erzählt, wie die Königin an einer fast krankhaften Verschwendungssucht litt. Sie gab Unsummen aus, kümmerte sich nicht um die Rechnungen ihrer Ratgeber; manchmal freilich raffte sie sich mit großer Willensanstrengung zusammen, aber nach wenigen Tagen fiel sie wieder in ihren alten Fehler zurück rntb holte das Versäumte nach. Umsonst bemühten sich Freunde und Ratgeber, die maßlosen ^lusgaben zu beschränken. Eines Tages, als die Königin durch das Schloß schritt, war sie erstaunt, in einem Zimmer einen ganzen Riesen berg von großen Silberstücken zu finden. „Was soll all dies Geld bedeuten?" „Ach, nichts," enoibert Iber Kamm er Herr, der diese seltsame Schaustellung ersonnen batte, mit einer tiefen Verbeugung, „es ist nur das Geld für die Bezahlung ber letzten Handschuhrechuung." Die Königin errötete, lächelte verächtlich, dann aber verstand sie ben Wink mit dem Zaunpfahl, lachte, nickte dem Kammerherrn zu und wurde wirklich auf einige Monate etwas sparsamer. • Perlen staub a l s Schönheitsmittel. Die elegante Pariser Damenwelt befinbet sich in freudiger Erregung. Ein französischer Chemiker, Barbiu, hat aus Perlenstaub ein kosmetisches Nüttel hergestellt, baS bic seltene Eigenschaft besitzt, auch verblühten Gesichtern jugenbliche Frifche zu verleihen unb jugenbltcbec Schönheit ben Reiz ber Anmut zu erhalten. Wre bie 'Märchenerzählung eines orientalischen Dichters klingt bas, roa§ bie in Lonbon er- fcheinenbe deutsche Zeitung „Hermann" darüber mitteilt. Bardin berichtet, daß in ben arabischen Werkstätten, wo bie kostbaren Perlen durchbohrt werben, um zu wertvollen Ketten für die vornehme Damenwelt aneinanbergereibl zu werben, bie 9lrbetlerinncn mit bem Staude, ber bei ber Behanblung ber Perlen verloren ging, ihr Gesicht wuschen unb baburch bie uberrafchenben Wirkungen erzielten, bie mit ber kosmetischen Verwenbnng deS PerlenstaudeS verbunden sind. Einmal mußte das anfänglich streng gewahrte Geheimnis, wodurch die Zuge der 9lrbctterinncn, bie Tag für Tag ui ben luftlofen unb lid)tleeren Räumen orientalischer Werkstätten über ihre Arbeit gebeugt saßen, eine so auffallende Frifche unb Anmut gewannen, an ben Tag kommen, unb fo gelangte eS auch zur Kemitnis von "-Harbin, her den Verlenstavb chemisch untersuchte und behandelte und, mit kosmetischen Zutaten vermischt, auf ben Pariser Schonheitsmarkt brachte. Allerbmgs werben nicht biejoft- baren Perlen zu Staub gerieben' nach wie vor werben die größten unb schönsten Stücke zum Schmuck verwanbt unb nur bic kleinen, muiberweitigeren, bic für ben Juwelier unbrauchbar siub, gelangen in bic "Mühle des Kosmetikers. Wer sich bisher des Perlenstaiides bedient hat, fall entzückt davon sein, vor allem natürlich die ewig jugcidl'.che Sarah Bernhardt. * Jnr Eifer. Bürger (zu einem andern): „Der Bürgermeister hat wieder mal gequatscht!" — Ortspolizist (der das hörte, stellt den Frevler sofort zur Rede und sagt): „Mem Herr, Sie haben eben nut weit vernehmbarer Stimme das Haupt unserer Stadt beleidigt . . > Wie heißen Sie? Ich werde Sie zur Aw zeige bringen!" — Bürger: „Ich habe doll) Ihren Bürgermeister nicht gemeint, sondern bcn von Purzelbach!" — Ortspolizist: „So? Quatscht ber vvch?" * Die gute Freundin. Maria: „Ach Ella, ist ber Hut reizend, den du Aente trägst! Ich werde mir den gleichen befMIen!" — OTla (WM sM: „W, Bag I« e? tttfl , , 8 VU iverde ich meinen — unfrer Köchin schenken!" * Gelungen. Ein Schneidermeister erhält von entart Graphologen, bem er einen Mahnbrief gesandt, folgende Antworte „Sanfter Cl>arakter, genügsam, stets sein Ziel im Auge, jedoch wenig Erfolg!" ——. .. in ■■ ____ _____n:rr- ■ —. ---- VNcheriisch. i— DiedirekteundbieindirekteWertzuwachs- steuer. Heft 6 bes 2. Banbes der „Sammlung nationalöko-« nomischer Aufsätze und Borträge". Von Dr. jur. et phil. MagnuS Bierrner, orbentl. Professor ber Staatswissenschasten an der Universität Gießen. Oktavsonnat. Geheftet Preis 1 M Verlag von Emil Roth tn Gießen. Dieses neue Heft der bekannten Sammlung behandelt nneberum ein durchaus aktuelles Thema Proefssor Biermer zeichnet sich durch große Selbständigkeit dc^ Urteils aus und seine kritischen Bemerkungen über die Reichs^ zuwachssteuer> um die ein lebhafter Kamps entbrannt ist, werden um so mehr Beachtung beanspruchen können, weil dieser National- okonom nicht nur Gelehrter, sondern auch erfolgreicher Kommunal-' volitiker ist. Die ebenso unwissenschaftliche wie leidenschaftliche Propaganda ber Bobenreformer erfährt in ber Biermerschen Broschüre eine scharfe Zurückweisung. Nicht minder leseuswert ist- was über die gegenmätlige Stimmungs- unb Gesetzmacherei auf steuerlichem Gebiete geiagi ist. Eine eingehende Betrachtung finden bie Abwäl^ungsmoglichkeiten ber Wertzuwachssteuer. Hier wird der Autoritätsglaube der Bodenresormer unb ihr naiver Antikapitalismus, ber vorn Nachbameid biktiert ist, verspottet. Der Hauptaulaß aber, weswegen Biermer in ben Kampf ber Meinungen eingreift, ioar bie Schrift bes Halderstäbter Buracr- meisters Weißcirborn, in ber an Stelle der üblichen indirekten Wertzuwachssteuer bie birette in Form von Zuschlägen zur Grunb- steuer nach dem gemeinen Werte vorgeschlagen wird. Professor Biermer bespricht diesen Weißenbornschen Plan ausführlich unb in der Hauptsache zustimmend. In der Tat hat bie direkte Wertzuwachssteuer nach den verschiedensten Richtungen hin erhebliche Vorzüge vor her reinen Konjunktureugewiunfteuer. Die hochinteressante Broschüre ist durch alle Buchhandlungen, sowie gege nVoreinsendung des Betrags auch direkt vom Verlag erhälttich., — Gute Kunst und gute Bilder in die Wo nung en das ist eine bcäieutsame Forderung unserer Zeit. Man! kann für Mk. 1.— bis Mk. 6.— je nach Größe herrliche echtq Künstlerschöpfungen erwerbet, farbenfreudige Originalkunst vort vollendeter dekorativer Wirkung. R. Voigtländers Verlag in Leipzig bringt schon seit Jahren derartige gute Bilder unp sein Verdienst ist es nicht zuletzt, wenn es allmählich besser zu» werden beginnt mit dem künstlerischen Geschmacke des Volkes,' Ein stattliches Prachtwerkck-en mit etwa 200 Miniaturnachbil> düngen seiner farbenfreudigen Originallithographien und interessantem Text läßt erkennen, daß jedem Geschmacke Rechnung getragen wird. Hier findet man für wenig Geld wirklich ßfc* biegcnes. f — Gehaltvolle literarische FefijgaVeHe Weihnachten 19 10 betitelt ]id) ein vom Verlag von Emil R o t Ö in Gießen ausgegebenes handliches Heftchen. Es enthält ein« Auswahl von Büchern in soliden Geschenkeinbänden von bleibendem' Wert für jung und alt. Es bringt außer mehrfach preisgekrönvM Jugendschriften und wertvollen Geschenkbuchcm auch eine reich« Auswahl hessischer Geschenkliteratur. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) In nicht geringes Erstaunen versetzt manchen Burger unser« Stadt der Beschluß der Stadtverordneten über die Festsetzung eines Gaseinheitspreises. Daß man darin oem kleinert Beamten und kleinen Geschäftsmann eine empfindliche Mehrbelastung aufbürbet unb die wohlhabenden Stände! entlastet, liegt klar aus ber Hand. Es kommt dem Wohlhabenden^ dec sich den Luxus leisten kann, seinen Salon oder Wohnzimmer zu beleuchten, gewiß nicht darauf an 4 Psg. mehr oder weniger für den Kubikmeter lGas zu bezahlen, während der geringer^ Familienvater sich begnügt, bei ber Gaslampe ber Küchie seine Abenbsttmben zu berbringen. Es ist zweifellos, Haß viele Leute nach ber Erhöhung der Heizgaspreise, auf den geringen Vorteil dieses verzichten und mit Kohleuseuer unb Petroleumlampe in Zukunft ihre Küchen er-, wärmen unb beleuchten. Spidplan der vereinigten zranksurter Stadttheater. Opernhaus. Moutag, 12. Dezember, abends 77, Uhr: „Der Graf von Luxemburg." DienStag, 13. Dez.*:) „Der fliegende Holländer.« Mittwoch, 14. Dez., abends 71/, Uhr: »Der Zigeunerbaron." Donnerstag, 15. Dez.: „Othellos Freitag, 16. Dezember, geschlossen (Museums-Konzert). EamStaq, 17. Dez.: „Fidelio." Sonntag, 18. Dez., nachmittags 3'/, Uhr: ,®in Walzertraum." Abends 7 Ubr: ^Carmen." (Carmen: Frl. Schreiber a. ®.J Tlontag, 19. Dezember, abends 7'/, Uhr: „Undine." Dienstag, 20. Dez.: „Aida." (Amneris: Frl. Schreiber a. G.) Schauspielhaus. ' Montag, 12. Dez.*): „Rose Bernd." Dienstag, 13. Tez.: Moral." Mittwoch, 14. Dez.: „Eesar Borgia." Donnerstag: 15. Dez.: „Die drei Grazien." Freitag, 16. Dez., abends 71/, Uhr, „Einer von unsere Leut'." Samstag, 17. Dez.: „Die drei Grazien." Sonntag, 18. Dez., nachmittags 31/, Uhr: „Die törichte Jungfrau." Abends 7 Uhr: „Die drei Grazien." Montag, 19. Dez.: .Strandkinder." Dienstag, 20. Tez.: „Tie drei Grazien." Mittwoch, 21. Tez.: „Der Richter von Zalamea." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends unt 7 Uhr, Märkte. F. C. Mainz, 12. Dez. Für den Montagsmarkt sind auS Frankreich wieder größere Transporte von lebenden französischen Rindern hier einqetroffen, so für einen hiesigen Händler eine Sendung von 27 Rindern F. C. Wiesbaden, 12. Dez. An xroei Markttagen hatte bekanntlich im vergangenen Monat der Fleischhändler Ohler-WieS- baben holländisches Vieh in geschlachtetem Zustande qu8 den hiesigen Markt gebracht, gute Ware, die mit 70 unbi 72 Pfg. das Pfund an die Metzger abgefetzt würbe. Da ber Hänbleo an dieser Fleischzufuhr kein vefonbereS Geschäft machte, hat er bavon Abstanb genommen, fürber hollänblsches Vieh hierher zu bringen.___ Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. s c 2 ©i Regentropfen 6,0 6,3 6,9 86 95 96 SW SW SW 10 10 10 735,1 738.1 731,5 6,1 5,2 64 Dez. 1910 Höchste Temperatur am Aiebvigste , „ Niederschlag: — 0,1 mm. 10. bis 11. Dezember ---- 4- 7,6 *6. 10. „ 11. „ - + 0,3 *C. 11.1 2*' 11.1 9tt 12.1 7“ KIOS^G “8 **“10. TQrk, Tabak- & Cigaretten-fabrlk „Klos" o E. Robert B5hme, bresäc Xicjerant der französischen CvoaMfcgie. 6739 6VSX Großartige Auswahl in prakh'fdien ^eihnadifsgefdienken 3ul. Bach ■ Sishsn Erttes u. größtes Verkaufshaus UtpEje, den 12. Dezember 1910. Großh. Bürgenneisterei Utphe. ,______________Schneider. kvbanna Haas, ^ubimnfhane 7. Feinffe und billigere Spelle-Service In allemeuehen Formen o Krilfall-Ürlnk- garnituren » Kaffee-Service » Walch- Garnituren » Einzel-Geldiirre in Porzellan und Glas für den täglichen Bedarf flusffeUung der neueren Küchen in erhkfaii. Arbeit Feine kleine Gebrauchs-Gegenstände In Feinffelngut » Frifchhaltungs-Apparate Prima Solinger Stahlwaren zu billigen Prellen o Lackierte Waren: Ofeafdiirme, Kohlenkalten, Brotbüchsen und -Körb- dien, Kakeskaften etc., WärmflaFchen » Jlofa-SefäHe halfen Getränke tagelang warm und kalt, vorzüglich für Courüfen ££ CHristbänme -Z in größter Auswahl eingeiroffcn und empfiehlt dieselben [010099 Wilh. Hantel. „ Verkaufsstellen: Neuen Baue Nr. 7 und Johannes- stratze Nr.3, gegenüber dem neuen Stadttheater. Gießen, den 10. Dezember 1910. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Nieder-Bessingen, den 9. Dezember 1910. Großherzogl. Bürgermeisterei. Horst. Die Versteigerung unter 2 findet beit.mmt statt. (6752 Geißlet, GerichtSvollzieber. 2 Pferde, 1 Rollwagen, 1 Fabr- x-nö, 1 Halbueideck, 1 Kassen- f chran k, 1Rem ftrie rkasse, ca. 1000 ""er Wein, 1 Ladeneinrichtung, 1 goldene Damenuhr, mehrere Hobelbänke mit Zubehör und Möbel aller Art. (6741 Born, Gerichtsvollzieher in Gießen. Neuheiten in farbigen und weissen Westenstofien Eine grosse Partie Rester Zu Weihnachten. Damen- und Kinder - Schürzen sowie Unterröckc Geschwister Aron, Korsetten-Haus. Tuchhandluns 6egr 1827 (6323) Walltor.tra,.e Nr. 17 Mitglied des Babatt-Sparverelne. Klairi^r- Stimmen Reparieren Polieren to tadeilubei Ausführung durch Wilh. Rudolph tiruüh titws tiuülelerant PUuubatidlg u Reparatur werkstAtle Selterswe« 91 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Utphe für das Rechnunas- « l911 rIie9t vom 141 Dezember 1910 einschließlich ob 8 Tage lang auf dem Bürgermeistereibureau zur Einsicht der Interessenten offen. 1 Bekanntmachung. Behufs einer Ergänzungswahl des VorslandeS unserer Gemeinde für daS nach dem Dienstalter ausscheidende Mit-- glied Herr Geheimer Kommerzienrat S. Heichelheim und das Mitglied Herr -eopold Sonneborn, welches das VorltandZ- amt medergelegt hat, liegt die Liste aller Stimmberechtigten drei ^,age lang zur Einsichtnahme der Beteiligten in ' der Wohnung des unterzeichneten Vorstandsmitgliedes, Schanzen- QC°&6Vsr" 2o n “ff™ unb fSnnen Einwendungen gegen den Inhalt der Litte nur wahrend dieser Frist zugelasien werden. Gießen, den 11. Dezember 1910. B„y, — Sie erhalten dauernde Stellung" auf dem Lande. ^oyncno Nir ieb vtmnnn in der Stadt und er6-*e®‘6ri,tUi6e 2Uat6otc untEI 9740 °» den Gwbcnor Anzeiger WkidimOdesihmii- her SlfinfinMrmfltaitolt WWZWsW mUhe Gaben »„ he,,en. Gaben an Kd ÄeidunaS llcken°Rw8-!k nÄÄ?n,7Ä)7de7LLl^«^ Der Vorstand der tv 'n Nur für WiedeFvepkäulepl der sehr hohen und tätlich weiter steigenden Daumwoll- und Iutegaru- preife habe ich durch recht- Aethne äußerst günftinc Ab- ichlusfe ca. 40000 Stück Lcheuertücber noch zu iebr billigen Preisen ab- zugeben. (6074 Ludwig Lazarus, _ Aitcrwea 53, Fernsvr. 505 Verniet. 605. Wintersport- Artikel in reicher Auswahl. Rodei Skier in jeder Preislage. [D1/,, = Prachtkatalog --- umsonst und portofrei. Frankfurter Spezial-Sporthang KHensler, Frankfurt n.M.7 pulstmknrll mli öilfttrniilkl Olronc Auswahl in seinen u. fernsten ErtraktS u e*‘c» Master ZL Mar.^S°Ug5g7nstb'er'L Julifchs Platz. 6750 Adler-Drogerie, Seltersweg 39 Otto Schaaf. Gullett-Verkauf. Nächsten Mittwoch den 14. Dezember, nachmittags 1 Uhr serfauft'tee Gemeinde Nieder-Bessingen auf der Bürgermeisterei dahier einen zum Schlachten abgängigen Bullen in öffentlicher -Versteigerung. ife-tehnta ift an Güte dem besten, Hefe ersetzenden, Pulver gleich und ift wegen ferner außergewöhnlichen Tretbkrast ganz befand, beliebt. Pack 20 und 10 Pfg. Ad^er - Drogerie Seltcröweg 39 (6480 Otto Schaaf. Versteigerung. Dienstag dcn 13. ds. MtS., nachm. 2 Ubr, versteigere ich yteuhabt 55 dahier gegen Barzahlung: Gospreis. Laut Beschluß der ©tabtnorewhneten • -»erfmnmtuna vom B. Dezeniber 19!0 tritt iwi 1. April 1911 unter Aushebung beS bis- ven«eii Tarlfes für Zeucht- und K-och- ober Heizgas ein Gtnbeitetnctd von 17 Pfg. für ernen ebm (SaS in Straft. _ „ Motoren und IudrtUriebxizgns wird, wenn es besonders Uaneffen wird, wie bisher mit 13 Pfg. für 1 cbm berechnet. Rabatte werben nicht nicht gewährt. t *i,«ffcrn?>l?cr «edaristallc für einen , Bf'lcn «toHCien Mester Miete zu entrichten. 3' S.J?. "Süir"*“1 ^bneümer dw vorläufige tielaffumi eines UtnerfeitS^beantrant^ift iU e",ri*te"' 6iS blc Wegnahme $Rpr<**mHi^äsKr,!un?cü0.n^,olf(^enflß§n,e^crn -ur getrennten Berechnung des Gasverbrauchs werden vom 1. Avril 1911 £ann OH^öcrprtDatcn.QontroUr berklben ketn tur das Gaswerk verbindlicher Siückschluf; ans 1 Angaben des HauplmesserS gezogen werden. * ^51 ”eüen Gasleitungen, welche vor dem 1. Avril 1911 in werden, und die auf die Eimuhrting des Einheitsv^eifis stch gründen, freien die neuen Bestimmungen r Am ^.age der Ingebrauchnahme der Gaöanlage in Kraft. ° SpfhP h7??uhL‘tnir^te 1 ^0 flammige Gasmeffer niiflbhrm Sb3uCr JT),rb l7ud’ ferner moimihd) nnL oem Gavgekd erhoben. 30 flammige und grökere Gas- ineffer find wie bisher käuflich zu erwerben: für Ngcntiims- ga^messer wird eine Miete nicht erhoben. ßr-‘ 61 Ar Anichluh von Lampen an die Wertungen für Mo