Blatt L60. Jahrgang Dienstag 20. September 1S1O Der Gießener Anzeiger _— ° r erscheint täglich, außer d /gy A Be-ugSpreiS. swäsIVHv'IVW'V VIIV ■ wIHvv Fernsprech - Anschlüsse: K ® Chefredakteur: A. Goetz, für die Redaktion 113, Verantwortlich für den DM GemrÄ-Anzetzer für Gbechessen SM v°°rmMaA"suh? RoicMonrdrvck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und vruckerei: Schuistratze 7. ^nz-ig-ni-u^H^B-ck Sur silbernen Hochzeit des badischen Erotzherzogspaarer. Karlsruhe, 19. Sept. Der König von Württem- berg wird an den badischen Hoffestlichkeiten nicht teilnehmen, dagegen traf die Königin am Montag nach- nrittag 5 Uhr 17 Min. in Karlsruhe ein. Mittwoch vormittag 11 Uhr werden tausend Bürgermeister der Land- genleinden und mittleren Städte im Auge nach dem groß- herzoglichen Schlosse marschieren, um dem Großherzogspaar chre Huldigung darzubriugen. Die Bürgermeister werden sodann vom Groß Herzog im Schlosse empfangen und sind abend zur Festvorstellung im Hoftheater geladen. Die Großherzogin-Mutter von Luxemburg mit den Prinzessinnen von Luxemburg, ferner die Herzogin von Anhalt, der Kronprinz von .Schweden und Prinz und Prinzessin Wilhelm von Schweden sind zur Teilnahme an den badischen Hofsestlich- keiten hier eingetroffeu. Anwesend sind noch folgende Fürstlichkeiten: Erbprinz und Erbprinzensin zu Sachsen-Meiningen, Fürst und Fürstin von Waldeck und Pyrmont, Prinz Friedrich zu Schaumburg-Lippe, Fürst und Fürstin zu Lei- ningen, sowie der Herzog und die Herzogin von Altenburg. Im Laufe des Abends treffen weiter ein: die Prinzessin Amelie zu Fürstenberg und der Herzog von Anhalt. Außerdem sind die Vertreter verschiedener Fürstlichkeiten, sowie Mordnungen der Regimenter, deren Chef der Großherzog ist, .hier eingetroffeu. Der heutige „Staatsanzeiger" gibt eine große Reihe von Auszeichnungen bekannt, die zur silbernen Hochzeit des. Großherzogspaares verliehen worden sind. H a. erhielten: den Hausorden der Treue Staatsminister v. Dusch, die goldene Kette zum Großkreuz des Ordens Bertholds I. der kommandierende General des 14. Armeekorps Frhr. v. Hoiuingen gen. Hüne, das Großkreuz desselben Ordens der Erzbischof von Freiburg Dr. Thomas Nörber, die goldene Kette zum Großkrcuz des Zähringer Löwen-Ordens der Minister des großherzoglichen Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten Frhr. Marschall v. Bieberstein, das Großkreuz desselben Ordens der Minister des Innern v. Bodmann, das Kommandeurkreuz der II. Kl. des Zähringer Löwen-Ordens der kaiserliche Gesandte in Lissabon von und zu Bodmann. Dem PräsideMen der Generalintendanz der großherzoglichen Zivilliste Geheimrat Dr. Nicolcn wurde der erbliche .Adel des Großherzogtums verliehen. Prinz Adalbert von Preußen traf heute abend 6 llhr 30 im Sonderzuge zur Teilnahme an den Jubiläumsfeier lichkeiten ein; es fand großer militärischer Empfang iftatt Am Bahnhofe erschienen der Großherzog, der kommandierende General des 14. Armeekorps, der preußische -Gesandte v. Eisendecher, Staatsminister v. Dusch, die Minister Frbr. Marschall v. Bieberstein und o. Bodman, sowie Generaladjutant Duerr. Die Huldigung in der Festhalle. Karlsruhe, 18. Sept. Heute vormittag gegen elf Ahr begaben sich die Groß herzoglich en Herrschaften und die bereits Anwesenden Fürstlichkeiten in feierlicher Auffahrt zum Huldigungsakt. Auf dem Wege vom Schlosse bis zur Fe st halle biweten Vereine und Schulen Spalier. Im -ersten offenen Sechsspänner saßen der Großherzog und die Großherzogin, die Leibdragoner gaben das Ehren- geleite. Vor der Festhalle war eine Ehrenwache des Leibgrenadierregiments mit Fahnen und Musik ausgestellt. Am Eingänge der Festhalle wurden die fürstlichen Herrschaften vom Oberbürgermeister Sigrist, den städtischen Kollegien, sowie den Spitzen der Staats- und ^Militärbehörden empfangen und zu ihren Plätzen geleitet. Hierauf begrüßte Oberbürgermeister Sigrist das i.Großherzogspaar im Namen der Stadt Karlsruhe. Nach einem Hinweis auf das glückliche Eheleben des Großher- 'zogs und der Großherzogin hob der Redner hervor, wie rber Landesherr weise und gerecht, freundlich und gütig der Eheste Freund seines Volkes sei, d^r seine Lebensaufgabe «mit tiefstem Ernst ersaßt habe. Der Großherzog erwiderte mit Worten des herzlichsten Dankes für die treuen Glück- und Segenswünsche, welche der Oberbürgermeister namens der lieben Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe dargebracht habe. Der .Großherzog wies auf die Bande hin, welche das groß- herzogliche Haus von jeher mit der Stadt Karlsruhe verbanden und schloß mit den Wünschen eines stetigen Wohlergehens und einer freien, glücklichen Entwickelung der Stadt Karlsruhe. Der Großherzog brachte sodann ein begeistert aufge- nommenes Hoch auf Karlsruhe und die badische Heimat aus. Hierauf ging ein eindrucksvolles Huldigungs spiel in Szene, welches in dem allgemeinen Gesänge der Fürstenhymne seinen Abschluß fand. Nach Rückkehr der fürstlichen Herrschaften ins Schloß fand Famiüenfrühstück und Marschallstafel statt. Ein Straferlaß des Großhcrzogs. Karlsruhe, 18. Sept. Der Großherzog hat zu seinem silbernen Ehejubiläum nach Anhörung des 'Justizministeriums 36 gerichtlich — zum Teil wegen schwerer Verbrechen — zu Freiheitsstrafen verurteilte Personen durch teilweisen Nachlaß, teils durch die Anordnung der Verkürzung oder der Beurlaubung auf Wohlverhalten nach Verbüßung eines Teiles ihrer Strafe, Gnade erwiesen. Außerdem hat, wre die '„Karlsruher Zeitung" weiter meldet, das Justizministerium .aus Grund der ihm übertragenen Begnadigungzustandigteit aus hem gleichen Anlasse in 5 7 Fällen Gnaden- akte v erfügt. Ferner haben der Großherzog und die Großherzogin dem Ludwig-Wilhelm-Krantenhemi 5000 Mk. gestiftet und den gleichen Betrag dem Oberbürgermeister zur alsbaldigen Verteilung an Bedürftige der Stadt Karlsruhe über- , w eis en lassen^ Bukarest, 19. Sept. Die Meldung ausländischer Blätter über einen g e h e i m e n t ü r k i s ch - r u m ä n i s ch e n Militär vertrag wird von der halbamtlichen „Jndepen- dante Roumaine" dementiert. der Klangart der Des Kaisers Reise nach Wien. Mohacs, 19. Sept. Der Kaiser begab sich gestern rüh um 4 Uhr zur Jagd. Um 9 Uhr wurde in dem Kapellenzimmer des Jagdschlosses Messe abgehalten, der Erzherzog Friedrich mit Familie beiwohnten. Um 11 Uhr war in dem vor der Burg aufgeschlagenen Zelte evangelischer Gottesdienst, art dem Kaiser Wilhelm mit Gefolge und Erzherzog Friedrich mit Familie teilnahmen. Nachmittags begab sich der Kaiser abernrals zur Pürsche, ebenso heute früh um 5 Uhr. Die Abreise erfolgt heute abend. Nach der Pürsche am Nachmittag begaben sich der Kaiser, Erzherzog Friedrich und Familie sowie die Begleitungen zu Wagen nach Prokfok und befliegen den Dampfer „Tausik". Nach 9 Uhr traf der Dampfer in Kiskoeszeg ein. Nach herz- ichen Abschied von dem Erzherzog Friedrich und dessen Gemahlin Isabella bestieg Kaiser Wilhelm den Hofzug und trat die Reise n a ch W i e n -an. Der Kaiser verlieh mehreren hohen Beamten des Erzherzogs Ordensauszeichnungen. Eine Begrüßung durch das amtliche „Fremdenblatt". Wien, 19. Sept. Das „Fremdenblatt" schreibt: Dem deutschen Kaiser, der, aus den Bellyeschen Jagdforsten Botfchafter Nelidow t. In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist der Parßer ru,fische Botschafter Alexander Iwanowitsch Nelidow nach langer Krankheit im Alter von 65 Jahren gestorben. Ein schweres Krebsleiden, das sich erst in allerletzter Zeit offenbarte, hat die einst so kraftvolle Gestalt Nelidows in verhältnismäßig kurzer Frist dahingerafft. Nelidow, im Jahre 1835 geboren, hat während seiner politischen und diplomatischen Laufbahn mehrfach eine hervorragende Rolle gespielt. In den siebziger Jahren zog seine Tätigkeit, so lesen wir im „Lok.-Anz.", zum ersten Male die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich, als er 1877 der Pforte die russische Kriegserklärung überreichte'ünd nad), Beendigung des Feld^rges als Bevollmächtigter des Zaren den FrieoenvonSan Stefano unterzeichnete, dessen Bestimmungen in der Folge durch den Berliner Kongreß zum Teil vernichtet wurden. Später wurde er Gesandter in Dresden und ging hierauf nach Konstantinopel, wo er vierzehn Jahre hindurch als Botschafter tätig war. Im Jahre 1897 kant er nach Rom, seine Versetzung dorthin war durch die russischen Unternehmungen in Ostasien, die den Blick Rußlands von den Dardanellen ablenkten, herbeigeführt. Seine sieben Jahre später erfolgte Uebersiedlung auf den Pariser Botschasterposten, den er bis zu seinem nunmehr erfolgten Tod innehatte, wurde damals auf das Unterbteiben des Zarenbesuches in Italien, das angeblich auf seinen Rat beschlossen worden war, zurückgeführt. Während seiner Pariser Tätigkeit begab er sich 1907 im Auftrage des Zaren zur zweiten HaagerFriedenskonferenz, deren Verhandlungen er als chr erwählter Präsident mit Geschick und seinem Takt zu leiten^ wußte. Der Staatsmann war mrt der Prinzessin Chilkow verheiratet; der Ehe sind fünf Söhne entsprossen, von denen der älteste, ein Marineoffizier, während des japanischen Krieges fiel. Der zweite Sohn, der gleich seineff jüngeren Brüdern den väterlichen Beruf ergriffen hat, ist mit einer Nichte des Fürsten Mawrokordato vermählt. große Streichungen vorgenommen worden, daß in den Ressorts recht gemischte Gefühle vorherrschen. Die Einnahmen des Reichs sind gegenüber den Voranschlägen viel- ach erheblich zurückgeblieben, so daß man die Einnahmen nr 1911 noch vorsichtiger veranschlagen muß. Es ist fraglich, ob ohne neue Deckungsmittel aus die Dauer ausgekommen werden kann, vorläufig, d. h. vor den Neuwahlen, soll versucht werden, auf jeden Fall durch äußerste Beschränkung mit den alten Mitteln eine Balanzierung zu bewerkstelligen. In nächster Zeit werden Konferenzen zwischen dem Reichskanzler, dem Reichsschatzamt und den Ressorts stattsinden, um eine geeignete Grund- age für die Balanzierung des neuen Haushalts zu finden unb eine Einigung über die Wünsche der Ressorts und dem tarken Willen des Reichsschatzsekretärd herbeizuführen. Sehr hossnungsfreudig sind die Aussichten, für die nächste Zeit nicht, und die Regierung befindet sich in keiner beneidenswerten Stellung. Neue Steuern würden die bereits herr- -chende Volksstimmung nur noch regierungsfeindlicher machen. kommend, morgen und übermorgen unser Gast sein wird, eilen die Wünsche guter Freunde entgegen. Gute Freundschaft findet Kaiser Wilhelm nicht nur bei Seiner dNajestät dem Kaiser, mit dem ihn seit vielen Jahren die herzlichste Beziehungen verbinden, und nicht nur im Kaiserhause, auch die Völker dieser Monarchie fühlen für ihn aufrichtige Verehrung und sind ihm dankbar, wenn er sich in ihrem Lande wohl und heimisch, fühlt. Daß er diese Empfindung hat, beweist die Tatsache seiner häufigen Reisen nach Oesterreich-Ungarn. Dem deutschen Kaiser sind die Besuche bei uns eine liebe Gewohnheit und jedesmal eine erwünschte Gelegenheit, ihm unsere herzliche Gesinnung zu bezeugen. In 5en letzten Jahren weilte Kaiser Wilhelm wiederholt bei uns. Im M ai 19 0 8, an einem Tage voll strahlender Weihe, kam er, um an der Spitze der deutschen Bundesfürsten dem Kaiser Franz Josef zum 60 jährigen Regierungs-Jubiläum zu gratulieren, und aus der Hochflut der Knndgebungen jener Tage ragt die einzigartige Huldigung ebenso hervor, wie die Worte uns unvergeßlich geblieben sind, die mit dichterisch getragenem Ausdruck die Stellung unseres Kaisers in der europäischen Fürstenrunde verkündeten. Die historische Stunde ist auf dem trefflichen Bild eures heimischen 5Ain,llers festgehchten, das der Deutsche Kaiser während seines Aufenthaltes in Wien bestch-- tigen wird. Das Bild,, das im Wiener Rathause, dem Prunk- gebäude unserer Bürgerschaft, einen Platz hat, ist für alle Zukunft ein Zeugnis, daß fich das Bündnis zwischen OesterreickMngarn und Deutschland in dem internationalen Verkehr der Höfe bei weitem nicht erschöpft, sondern daß es eine Angelegenheit der Völker ist. In Europa weiß man das und schätzt es nach Gebühr ein. Was aber heute dem Deutschen Kaiser zum Gruße gesagt sein mag, ist ein Wort ehrlicher Anerkennung ür die Rolle, die ihm damals zugefallen ist oder die er sich gewählt hat. Die Rolle eines Befestrgers des ^Dreibundes m dem Rate der Völker, die dem Bunde angeschlossen sind. Katser Wilhelm hat wesentlich dazu beigetragen, dem Dreibünde bei uns die Sanktion einer dauernden Volkstümlichkeit zu geben. Solche Volkstümlichkeit geht immer aus der Schlichtheit unbewußt wirkender Tatsachen hervor und eine davon ist sicherlich der Eindruck der glanzvollen und bezwingenden Persönlichkeit Kaiser Wilhelms gewesen. Vielleicht liegen in der anschaulichen Phantasie des Oesterreichers, dem ausgreifenden Temperament des Ungarn die Wurzeln des unmittelbaren Verständnisses, das man hierzulande seit jeher für die vielseitige, selbstvertrauende Persönlichkeit des deutschen Kaisers gehabt hat, für die Kraft, welche Gegensätze eines rcichbewegten Innern nut höchster Redlichkeit zur Einheit zu versöhnen weiß. Gewiß ist, das; man bei uns den deutschen Kaiser nicht bloß als obersten Repräsentante^r eines Systems verehrt, in dem sie in unserer auswärtigen Politik das Bündnis mit dem Nachbarn die Hauptsache darstellt Aus ■ Begrüßung, die unsere Bevölkerung dem 'Gaste unseres Kaisers barbietetf mag er heraushören, wie viel von dieser Wärme ihm selber gilt. Als eine politische Kundgebung ist der Besuch Kaiser Wilhelms in Wien nicht gedacht. Keine Tatsache, weder eine fertige, noch eine, die fich etwa vorbereitet, ist zu entdecken, auf der sich erne solche Kundgebung begründen ließe. Die leitenden Staatsmänner haben bei ihren letzten Zusammenkünften festgestellt, daß die Ordnung der Dinge, wie sie sich jetzt rn ihrer Politik herausgebildet hat, zum besten Nutzen weiter bestehen kann. Und da diese Entrevucn erst kürzlich stattgefundeii haben, so wird in der Stimmung des diesmaligen Kaiserbesuches noch weniger Raum für eigentliche Politik bleiben. Kaiser Wilhelm kommt nach Wien, um unserem Kaiser zum 80. Geburtstage seine Glückwünsche darzubringen. Das ist der äußerliche Anlaß seiner Reise, bei dem Gefühlsverhaltnis der beiden Monarchen ist dies ein hinreichender Beweggruird. Es bereitet hier eine besoiidere Genugtuung, zu sehen, daß in diesem Falle — wie schon so oft — Kaiser Wilhelm der Dolmetsch seines Volkes ist, das uns bei so vielen Gelegenheiteri durch das Zeugnis der Verehrung für unseren Kaiser erfreut hat. Diese Ver- ehrung wollen wir dem deutschen Kaiser vergelten mit herzlrchem Erwidern. Er hat sich in den Sagen der Probe als ein Frermb von vorbildlicher Treue bewährt. Durch die r i t t e r l i ch e G e st e seiner F r e ii n d s ch a f 1 hat er den C wanken des Bündnisses auch für das Volksempsinden vermenschlicht und für Millionen einfacher Gemüter anschaulich gemacht. Dem Wiener Hof und unserer ganzen Bevölkerung ist Kaiser Wilhelm em lieber Gast, den man gerne kommen sieht und dem man beim Scheiden em Auf Wiedersehen! zuruft. Auch die „Wiener Abendpost" Und ine „Politische Korre- -pondenz" widmen dem Kaiser schwungvolle Artikel. Wir ie grüß en es, daß die Wiener Presse den kaiserlichen Gust 'o hervorragend feiert, wissen aber, daß dies lediglich im Interesse des eigenen Landes geschehen ist. Deutschland hat der ^Habsburgischen Monarchie in eiitscheidendsten Stunden der österreichischen Politik die nachhaltigste Hilfe geleistet. Unsere amtlichen Politirer in der Wilhelmslraße ^werden hoffentlich aus dem guten Verhältnis der beiden Staaten ferner noch größeren Nutzen zu ziehen sich bemühen als bisher. politische Tagesschau. Der Reichsfchatzsekretär in Noten. Die Balanzierung des neuen Reichshaushalts für 1911 macht, wie wir hören, dem Reichsschatzamte diesmal erhebliche Schwierigkeiten. Obgleich die Ressortforderungen schon aus ein Mindestmaß bescksränkt waren, sind doch noch so Deutsches Reich. Die Abreise des kronprinzlichen Paares nach Ostasien erfolgt voraussichtlich in den ersten Tagen des November mit einem Danrpfer des Norddeutschen Lloyds von Genua. Der Reichskanzler ist in Berlin erngetroffen. Aus Mülhausen i. E. wird gemeldet: Die Eisen- bahn-Werkstattenarbeiter sind bei der Verwaltung um eine Lohnerhöhung eingenommen; der Vorstand hatte diese jedoch abgelehnt. Jetzt hat der Eisenbahnarbeiter- Verband beschlossen, die abgelehnte Forderung auf dem Wege einer Bittschrift an den Reichstag geltend zu machen. Bei der am 15. September erfolgten Reichstaasersatzwahl im Wahlkreise Frankfurt (O d er)-Le- bus wurden nach der endgültigen Feststellung insgesamt 28695 Stimmen abgegeben. Es erhielten Schuhmachermeister Faber-Frankfurt a. O. (Söz.) 14 319, Geh. Archivrat Winter-Magdeburg (Natl.) 7754, Arbeitersekretär Dunkel (kons.) 6595 Stimmen. Mithin ist eine engere Wahl zwischen Faber und Winter erforderlich. Als Wahltermin wurde der 26. September bestimmt.______ Ausland. Die Blätter melden aus P a r i s : Die hier streiken- denModi st innen gingen mit S ch i r m s ch l ä g e n gegen die Sicherheitsbeamten vor. Dann zertrümmerten sie die Terr ass e eines Restaurants und schlugen mit Tisch- und Stuhlbeinen auf die Beamten ein. Einige der „Damen" bekamen einige wuchtige Faustschläge. Mehrere von den verletzten Mädchen lehnten die Ueberführung ins Hospital ab, Um in Privatpflege zu bleiben. Die Polizei nahm einige Verhaftmrgen vor. In P a r i s findet gegenwärtig der Internationale Kongreß zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit statt. Nachdem Eochery den Kongreß namens der franzöfrschen Regrerung begrüßte hatte, übernahm Leon Bourgeois den Vorsitz^ Deutschland ist vertreten durch Stadtrat Frschbeck- Berlin, den Vorsitzenden der Landesverjicherungsansllckt Berlin, Dr. Freund, Geheimrat Zacher und Stadtrat Flesch-Frankfurt a. M. NKmenZ der auswärtigen Delo- r gierten sprach Graf Hamilton. Hierauf begann der Kongreß feine Beratungen. Die parlamentarischen Vertreter des Gironde-Departements ersuchten den französischen Kriegsminister telegraphisch, den Offizieren, welche an den Schauflügen in Bordeaux teilgenommen haben, die Ermächtigung zu erteilen, auf dem Luftwege nach Paris zurückzu- kehren, da dies im Interesse der Flugtechniker gelegen äst und auch auf die öffentliche Meinung einen großen Eindruck Hervorrufen würde. Eine amtliche russische Verfügung verbietet von heute an die Einfuhr des „Berliner Taae-! iblattes" nach Rußland. .Das Reutersche Bureau meldet aus Pretoria: Nach einer amtlichen Mitteilung ist Premierminister Louis Botha entschlossen, im Amte zu 6leihen. Ans Stadt nnd Land. Gießen, 20. Sept. 1910. Das 18. Armeekorps im Korpsmauöver. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Werterdienstftelle Gießen. Wetterausstchleu ui Hessen am Mittwoch dem 21. Seplbr. 1910: Nur vorübergehend Wegen etwas nachlassend, dann neuerdings Zunahme der Niederschläge, lebhafter Nordwest, sehr kühl. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) - Kesselvaa), 19. Sepr. )^ei unserer Gemeinde- ratswahl wurden Lteinhauer Wilhelm Ewald mit 71, Landwirt Jakoü. Achomber II. mit 44 iutbi Landwirt - Der Minister des Innern v. Hombergk zu Dach ist aus dem Urlaub zurückgekehrt und hat die Dicnst- 4«schäste wieder übernommen. ** Lehrerpersonalien. Entlassen wurde die Lehrerin Martha Seeger zu Darmstadt auf ihr Nachsuchen. i " i s terinärwesen. Der.Großherzog hat i™1 Krersveterrnararzt des Kreisveterinäramts «ensheun jBÄerinammt Dr. Rudolf Gung er,ich, auf sein Nach- Mchen umd unter Anerkennung seiner langjährigen, mit lD«ue und eifer geleisteten Dienste in den Ruhestand ver- sESt ultd ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 'vergehen ^^bnstordenA Philipps des .Großmütigen : - Für die Sitzung der Stadtverordneten- Wersammlung am Donnerstag, 22.Sept., nachm. 4 Uhr ist folgende Tagesordnung aufgestellt worden: 4. Aus- jlosung von Schuldverschreibungen der Anlehen von 1893 1894, 1895. 2. Mitteilungen. 3. Baugcsuch D. Stamm für Schulstraße 2. 4. DeSgl. W. Möser für Rodheimer Straße 18 5. Desgl. E. Koch für Ederstraße. 6. Dcsgl. A. Scheppel.' mann für Rodheimer Straße. 7. Desgl. I. Wellhöser für Marburger Straße. 8. Desgl. R. Busse für Kaiser-Allee 9. Desgl. I. Matternus für Klinikstraße. 10. Baugesuch Mar Bär für Süd-Anlage 15. 11. Desgl. Emil Schön für Neu- stadt 16. 12. Baugesuche Peter Kroncnberg für die Lonu- straße. 13. Baugesuch W. Möser für Flur XXVIII Nr. 57 (Feldscheuer). 14. Desgl. H. Schauniberger sür Sandgasse 35- h-er: Kannnanlage. 15. Desgl. Professor Walther für Liebig-' straße ; hier: Einfriedigung. 16. Desgl. Buderus Witwe für Ludwigstraße; hier: Einfriedigung. 17. Desgl. Birkenstock Schneider für Friedrichstraße 15; hier: Ballonanlage 18. Genehmigung von Rechnungen. 19. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. 20. Herstellung eines Weges vor den Häusern Ost-Anlage 14 und 16. 21. Verkauf des Liebig. Museums. 22. Vereinigung der Kasse des Gas- und Wasserwerkes mit der Stadlkasse. 23. Fahrplan der Straßenbahn. 24. Straßenbahn nach Wieseck 25. Friedhof sür die israelitische Religionsgesellschaft. 26. äJerJ ttag mit den Kliniken wegen der Berpflegung der! armen Kranken. 27. Kanalgebühren für die staatlichen Gebäude. 28. Gesuch des Th. Rösch um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Walltorstraße 36/38. 29. Desgl d-s Heinrich Rühl für Asterweg 12. 30. Desgl. des L. Schar- mann um Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein inj Hause Lindenplatz 3. ** Sradttheater. Tie Winterspielzeit wird am Dienstag den 4. Oltober ihren Anfang nehmen; an diesem ^ag totro als erste Dienstag-Abonnementsvorstellung D e r Kaufmann von Venedig" gegeben. Am Mittwoch '.olgt „Buridans Esel", ein Stua, das von den meisten Büynen zur Ausführung angenommen ist und am Frankfurter Schauspielhaus schon eine große Zahl von Aus,ührungen erlebt hat. Die er|te Vorstellung im g-rei» tags Avonnmient bringt ebenfalls ein neues Stück, ,;x e r Name", das jeit oiesem Sommer ständig im epieiplan in Franliurt steht. Die Kasse des Stadttheaters wird vom 27. ds. Ws- an geöffnet sein zur. .Ausgabe bei; i bereits genommenen Abonnements, wie auch znr Anrnelduna weiterer Abonnementswünsche. Bis dahin w-olle man ^^^omentsamneldungen an Musikalienhändler Challier ain Neuenweg richten, bei dem auch ein Verzeichnis der I Plätze aufliegt. Die meisten Aussichten, qünstiae 3U erhalten, bietet das Mittwochs-Abonnement. ^5irt Abonnement stattfindende Gastspiele werden in der Re- gel am Mittwoch sein, da an diesem Tage der Direktion die meisten, nicht durch Abonnement in Anspruch genom- menen Platze zur Verfügung stehen. Für besondere Ver- anstaltungen und für nicht im Abonnement stattfindende Gastspiele erhalten die Abonnenten auch in dieser Spielzeit wieder Vorzugspreise. sitz wechsel. Metzger Milh. Reitz hier er- warb für b2 000 Mk. das Besitztum des Metzgermeisters und Wirts Theodor Schmidt, Ederstraße 6. irr- 0Ni Friedberger Attentat. Ueber die Einzelheiten der Vernehmung des Friedberger Bornbenatten- taters Karl Werner, die gestern nachmittag durch Oberstaats-« anwalt Lang und Kriminalkommissar Müller erfolgt ist, muß im Interesse der weiteren Untersuchung strenges Stillschweigen geübt werden. Es steht zweifelsfrei fest, daß- Werner bei dem Attentat auf das Rathaus, sowie auf die pJanL aktiv beteiligt ist. Die Vernehmung Werners hat I gongens für die Untersuchung nichts Neues ergeben. Alle Feststellungen wegen seiner Teilnahme an den beiden Bombenattentaten, die durch die Vernehmung der Zeugen und die daran geknöpften Kombinationen von der Staatsanwaltschaft bereits festgelegt waren, werden durch die An- gabeu des Verhafteten bestätigt. Oberstaatsanwalt Lana wird nunmehr die Anklage erheben und die Eröffnung der Voruntersuchung in der Sache beantragen, die durch den Untersuchungsrichter Geh. Justizrat Wehner geführt wer- oc Tüe Anklage wird sich wahrscheinlich auf die §§ uO6, 307 und 311 erstrecken (schwere Brandstiftung in der Absicht, um unter ihrer Begünstigung Raub und Mord zu begehen), worauf Zuchthaus nicht unter 10 Jahren oder le- bensUingl. Zuchthausstrafe ruht. Es ist aber auch möglich, daß Rauvmordversuch angenommen werden wird. Jedenfalls mutz die Sache vom Schwurgericht abgeurteilt werden. Von einem Augenzeugen wird Werner folgendermaßen beschrie- T,t etn hellblonder, bartloser, schlanker Mensch, von i k? Jahren, dem man eine gewisse Intelligenz ansieht. Er steht osfenbar noch unter dem Schrecken seiner plötzlichen Inhaftnahme und ist in seinem Auftreten zaghaft Man fleht dem Gefangenen in seiner Kleidung und'in seinem Benehmen nicht mehr den netten sauberen jungen Menschen ! an, art a M. ausgesetzt. Zweifellos haben den allergrößten Anspruch daraus der Chauffeur, der mit seinem Auto die Verfolgung des Wingeß seinerzeit aufnahm, und der Schul- kollege des Werner, der in dem Automatenrestaurant in Barmen ihn erkannte und die Verhaftung veranlaßte. Aus I Friedberg wird gemeldet, daß er am kommenden Mittwoch Z-ur Konfrontation mit dem Studenten, mit i)enen er im Burghotel verkehrt hatte, dorthin transportiert werden wird. ..... ... ----------- - .... Wie gern essen es die Kinder, und jede Mutter ÄbifmcMÄZ Sinu^ e,Mr,Cn °ucncn Ilcfcrn| weiß, daß die nahrhafte Milch mit Mondamin gekocht erst recht bekömmlich wird, daß geschmortes, frisches Obst manche Doktor-Rechnung erspart. Suchen Sie nach deulLE sür Gratis-Rezeptbuch in den.Mondgnü ^angsdorf, 18. Sept- Unsere Leser erinnern sich woll noch des prächtigen Sedanfestes, das die Gemeinde Langsdorf nut ihrer Einquartierung am 5. September feierte. Es gab Zeugnis von dem schönen Verhältnis, das zwischen unserer (&> memde und unserer Landesverteidigung besteht. Ein gleiches Lob- lied^wie die 87er wird das Bataillon der 81er, das jetzt dahier rlr ?on- 000 Maim einquartiert liegt, zu singen haben. Angesichts dieses schönen Verhältnisses wird es doppelt bitter empfunden, daß die Manöver für unseren Ort mit einem Mißlang endigten, hervorgerufen durch das unangemessene Vorgehen einiger Fe l d g e n d a r m e, deren Personalien noch fest- zustellen sind. Als nämlich am Samstag morgen die 63er Ar- | tulerie schußbereit dicht am Dorfe auf gefahren war, da war es ' leicht verständlich, daß unsere dura>aus m il i t a r f r e undl iche Bevölkerung alsbald als Zuschauer sich einstellte, und zwar in angemessener.Entfernung, hinter den Geschütz en und ui richtiger Schonung des Felderbestandes; w i e e s eben Bauern mehr als anbei: c tun, weil fie so innig mit den Gewächsen ihrer Felder verbunden sind. Da traf es sich, daß einige Leute avgeerntete Klee- und Maisfelder betraten; Felder, über die zu gehen lein vernünftiger Bauer verbieten würde. Nicht so ein bis zwei Gendarmen und die ihnen beigegebene Assistenz der 6er Dragoner Alsbald wurden die ahnungsloien Leute mit harten, ja mit den heftigsten Schimpfworten und Drohungen gestellt und eine grofee Anzahl mußte der Gendarmerie auf offenem Felde ihre Personalien beantworten. Ja, es wurden sogar Leute zur Anzeige gebracht, die auf ihrem eigenen Grund und Boden verweilten. Das stärkste Stuck leistete jedoch ein berittener Gendarm, indem er einen hiesigen hochangesehenen Ortsbürger und Handwerksmeister vor seinem Pserde hertrieb, als ob er ein Verbrecher wäre, ihm zurufend: „Gehen Sie vor mir her, sonst sollen Sie einmal sehen, wie ich Schlitten mit Almen fnhre t" ‘SVtt Die 25. (hessische) Division war gestern aus der Gegend Fulda tfchon um 4 und 5 Uhr aufgebrochen und gegen Stockhausen und . umr schiert. „ Die letzten Quartiere im diesjährigen Manöver hatten die Hessen nur ungern verlassen, denn sie waren vorzüglich, und nun stehen drei Biwaks und Nachtkämpfe bevor. - e-t£7^eT hatten in Fulda Stadt und Kaserne gelegen, die 116er än Bronzell, Sickels, Mittelrode und Umgebung, die 168er in Ietersberg, Wissels, östlich Fulda, die 24er Dragoner in Ober- bimbach, Großen-Lüder, die 25er Artillerie in Fulda Stadt miüp Kaserne, die Fernsprechabteilung in Petersberg, die Pioniere 9^r. 251 H7er in der Stadt Fulda, 118er in Maberzell und Fulda, 23er Dragoner in Müs, .EichÖmu, .61er Artcklerie ■in Horas, Steinau, Fußartillerie in Bronzell, Kohlhaus, die Trainabteilung in Fulda. Fulda mar mit etwa 7000 Mann belegt Manche Orte um Fulda hatten fast so viel Soldaten als Einwohner. Der Vormarsch gegen den Vogelsberg eröffnete die! ;25. Kavallerie-Brigade unter dem Befehl des Generalmajors von Oertzen. In Rixfeld wurde eine Hauptmeldestelle zurück- Nelasfen und vorwärts eilten die hessischen Dragoner über Engel- irod, Rebgesham, Mrichstein. Hier an dem Wiesenhof bei Höhe 623, ba, wo die Oberwaldstraße und die Lauterbacher Straße in die 'Landstraße Ulrichstein—Schotten mündet, stand Generalmajor uor Serben mit der blauen Vorhut. Die gesamte Kavalleriebrigade — 23nr und 24er Dragoner — hielt bei Rebgeshain. Kundschafter Ärrchjchwlnmtten den ganzen Vogelsberg bis ins Feldatal, Ohmtal, ^lsbachtal, Niddatal, Niddertal, ja bis Schotten und Laubach sucksten sie den .Anmarsch des Feindes festzustellen. Und man lland ihn bald, obwohl auch dort die Kavallerie den Anmarsch -zu verschleiern suchte. Rot — 21. Division — kam aus .ihren .^ua^eren um, Hungen, Langsdorf, Muschenheim, Gambach, .Ech- :zell, Wolservhain, Berstadt, Ober-Widdersheim. Der Marsch ging cher Mouem Wetter das Niddatal bergan über Nidda gegen Bei Götzen und am Ludwigsbrunnen stand die rote MMhUt. Dm Artillerie besetzte den Molkenberg bei Rudingshain, Juni* tner bei Rudingshain, .Götzen und Schotten bezogen die Fuß-1 ftruppen bet 21. Division Biwak, Pie reckenden Truppen sJlot= I quartiere in den nächsten Ortschaften. Generalleutnant Scholz! ttührte das rote Korps Die 25. Division dagegen hatte ihre Maupttnacht unter dem Oberbefehl des Divifionskommandeurs Ge- S träntz in ausgedehnten Biwaks um Lanter- ,$ag gegen, m t^n nächsten Orten waren die stiotquartiere der! ^Marschrichtung beider Heere war gegen Ulrich-- Suchtet und hier wird wahrscheinlich heute die W^R.^gimien. ,^e Biwaks werden vopaussichllich um Mrich- B->beP>«usM fein. Für Gießener es sich, Dienstag nachmittag ober Mitt- wch von Mucke aus das Gefechtsgelanüc auftusuchen Rohere..S&gdSbeig rotTb also in den nächsten Tagen ein voll- WE.3 kriegerisches Gepräge tragen. Am Mittwoch soll um Wudhouses, Elpeurod großes. Friedensbiwak statt- ...... ' *' । Wilhelm Becker II. mit 44 Stimmen gewählt. Das felU herige Gemeinderatsmitglied Wilh. Dietz I. blieb mit 43 Stimmen in der Minderheit, weil bei drei weiteren für ihn abgegebenen Stimmzetteln nicht das Zeichen I. stand L ^'.Düngen, 19. Sept. Der S t e r b e k a s s e v er e i« snr die Fürstlich B r a u n f e ls scheu Beamten unh Wiener wurde am 2. September d. I. aufgelöst Viel, „kleine Leute", die jahrzehntelang erhebliche Beiträa, steuerten, smd hierdurch schwer getroffen, da nur ein gennapr Bruchteil der Einlagen zurückerstattet werden soll. Von Recht? wegen hätte die Auflösung schon vor Jahren erfolgen müssen um Die Mitglieder vor derartigem Schaden zu bewahren. Der Unwill- über diese Geschäftsführung des Vorstandes ist allgemein. Nieder.Ohmen, 19. Sept. Tas Eisenstein, bergwerk bei Bernsfeld wird gegenwärtig mit der oberhessj. ! schen Bahnlinie durch eine Drahtseilbahn verbunden, die I am 1. November ihren Betrieb eröffnen soll. R. L. Darmstadt, 19. Sept. Der an der Ruine Rodenstein dem Freiherrn v. Gemmingen gehörende- Pachthof Rodenstein wurde durch ein gestern früh aus- gebrochenes Feuer bis auf wenige Nebengebäude in Asche gelegt. Verschiedene Umstände lassen auf Brandstiftunq schließen. Der Schaden ist bedeutend, doch soll der Pächter hoch versichert fein. Lustschissahrt. Berlin, 19. Sept. Ein Patriot, der nicht genannt fein der 2o (XB-Mark-Stiftung des Kriegsministeriums für die Oktober-Flugwoche lo000 Mark als zwecken Preis; da- 1 ®e 1 in den von ihm gestifteten c 0 00^M ar k-Pr eis zurück; mithin erhohi sich der Gesamtbetrag der Preisgelder um 5000 Mark auf 75 000 Mark. Braunschweig, 19. Sept. Der Ballon „Braun- s chw etg des hiesigen Vereins für Lustschiffahrt, der gestern nachmittag hier ausgestiegen ist, landete heute um 2 Uhr nach- ^"lags bei Wolmirstedt (Bezirk Magdeburg). Zweck Mckfahren^ Dr. D r e w e s - Helmstedt unb Bergwerksdirektor Krisch.' irL^ ^l»ei so schwer verunglückt, daß ihre Uebersuhrung in das Helmstedter Krankenhaus notwendig wurde. ** Gemarkt. Am 28. September finbet ^er der Herbst-Pferdemarkt mit Prämiierung statt. Der letzte Markt war mit über 350 Pferden befahren und von Händlern, Züchtern und Landwirten sehr gut besucht. Für die Prämiierung ^-s-^^rbe stehen über 2000 Mark zur Verfügung. Von dem Hessischen Landespserdezuchtverein sind 250 Mark Tür Prämien ^T^rudun?o gestellt worden. An Preisen sind vorgesehen: 11- Abtei ung: Reitpferde: 30 und 20 Mk. II. Abt.: Wagenschläge (paarweise): 80 60, 40 u. 30 Mk. III. 2lbt.: Arbeits chläge (paarweise), 2.) schwere: 80, 60, 40 u. 30 Mk.; b) leichte: 60) 40,1 Ä ^OdRk. IV - Wt.: Arbecksschläge (einzeln), a) schwere: i I v0, .2?)r Y- ' V. leichte: 40, 30, 25, 15 u. 10 Mk. IXi (Diese Pserde müssen mindestens sechs Monate,un Besitz von Landwirten sein, die Mitglied des Hessischen Landespserdezuchtvereins oder eines landwirtschaftlichen Bezirks- verems smd): a) einzelne Pferde: 40, 30, 25, 20, 15 u. 10 Mk ; - --- — — - - b) paarweise: 50 30, 20 u. 15 Mk. VI. Wt.: Treisährige Fohlen urck Ihnen fahre!" Den Abg. Köhler-Langsdorf aber, an dessen (geb. 190/): a) Wagenschläge: 40, 30, 20 u. 10 Ml.; b) Arbecks- Kartosfelacker der traurige Zug voroeikam, und der dem genannten 30' 20 u- 10 Mk. VII. Abt.: Zweijährige Fohlen S^^^rverbrecher zurief: „Ei Karl, was ist denn das'?" (geb. 1908): a) Wagenschläge: 30, 20, 20 u. 10 Mk.; b) Arbecks- schnauzte er mit den Worten an: „Stören Sie mich schlage: 30, 20, 20 u. 10 Mk. VIII. Abt.: Zuchtstuten mit Fohlen p^U'^m e i n e m Amt!" — Und so wäre noch manches tress- oder nachweislich gedeckt: a) Wagmschläge: 60, 50, 40, 30 25 llcÖe „Reiterstücklein" zu verzeichnen; doch möge es der kom- 20, 15 u. 10 Mk.; b) Arbecksschläge: 60, 50, 40, 30, 25 20 ^nden Untersuchung anheimgestellt bleiben, näheres tlarzustelleii J5 u. 10 Mk. Der Prämiierungsplan wird von Weinhändler lLmstweilen aber hat der Abg. Köhler-Langsdors folgendes Seit» August Schwan zu Gießen auf Wunsch übersandt. Mit dem gramm an das Ministerium in Darmstadt abgeschickt: „Be- Pferdemarkt ist eine Verlosung von Pferden, Wagen, Fahrrädern v b l k e x u n g ti n d B ü r g e r m e i st e r z u L a n g s d 0 r f d urch Nahmaschmen, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenständen per- d 6 e n d a r m e r i e b e s ch w e r t, b 111 e t, h i e r ü b e r Be- bunden, zu der Lose ä 1 Mk. bei Richard Buchacker und den ? 0 n B ü r g e r m e i ft e r e i Langsdorf einzufor- sonstigen Verkaufsstellen zu haben find. Der erste Preis im Per n- ' -£enn ^uch den Bürgermeister Schiel, der ihm vvr- Werte von 2500 Mk. besteht aus einem viersitzigen Halbverdeck P^"lt wurde, schnauzte der Gendarm an mit den Worten: (von A. Kilbmger) nebst Pferd mit sckberplattiertem Geschirr geht Sie gar nichts an, gehen Sie auf Ihr (von Sattler Spieß). Der zweite Preis im Werte von 1150 Mk PrUrc£u "sw. ^ewiß eine schwere Beleidigung für diesen besteht aus einem Lauterbacher Wagen mit Kutschierbock (von ersten Vertrauensmann der Gemeinde. Aber es ist zu hoffen, Wagner Mühlich) nebst Pferd und Kummetgeschirr 10 Pferde Beleidigung, die ihm angetan wurde, durch des Bürgerund Fohlen werden auf dem Markt gekauft. Mit dem Ankau der ^^sters vorgesetzte Behörde zur Sühne gelangt. Im Reichstag übrigen Gewinne bei den hiesigen Geschäftsleuten soll in diesen Landtag wird man weiter davon hören. Auch davon, daß Tagen begonnen werden. Die Lose finden raschen Absatz und einem Maior von der 63er Artillerie ebenfalls zu „knollig"^ werden voraussichtlich ausverkauft. Die Lotterie bietet große borgekommen zu Jein scheint, weil er dem Gendarm zurief.' Gewinnmöglichkecken. „M ach en Sie sich doch nicht zu wichtig!" Eine Ge- ** Für Mama ein Geburtstagsgeschenk meindeversammlung wird demnächst beschließen, was weiter zu wollte der kleine hessische Erbprinz kaufen. Der Groß-'^^ 1eL Herzog, der über die bestimmt abgegebene Erklärung des deinen Mannes, daß er in Bad-Nauheim das Geschenk selbst aussuchen wollte, seine Freude hatte, gab seinem Söhnchen 10 Mark und nun gings in Begleitung eines Fräuleins in bic Badestadt. Man ging von Schaufenster zu Schaufenster und der Erbprinz hielt genaue Umschau. Seme Begleiterin machte verschiedene Vorschläge zu dem beabsichtigten Einkauf, doch ließ er sich auf feinen davon ein. Plötzlich aber nahm der kleine Prinz fein Fräulein an der Hand, betrat den Laden und verlangte ein Bürstchen, das er in der Auslage gesehen hatte. Man zeigte dem kleinen Junker die verschteoenen Bürsten, er scyüitelte aber immer den Kopf, bis er endlich freudig zugriff, als man ihm eine zierliche, in Elfenbein gearbeitete Bürste vorlegte. Die Begleiterin, wie auch die Verläufer in int Geschäft suchten dem Erbprinzen klar zu machen, daß seine Mama für das von ihm gewählte Geschenk feine Verwendung hätte. Er beharrte aber auf seinem Willen. Der Gegenstand wurde auch von ihm bezahlt und glücklich zog er Damit nach der Friedberger Burg^ zurück. Als der Großherzog, um zu sehen, was sein Söhnchen für die Mama gekauft hatte, das Päckchen öffnete, soll er herzlich gelacht Haven. Es enthielt nämlich eine Sch n u r r b a r t'b ü r st e. D G r ü n b e r g , 19. Sept. Die Erweiterung unseres Wasserwerks im Brunnental ist vollendet und Samstag erfolgt die Abnahme. Die Kosten der Erweiterung betragen 18 000 Mark, dazu tommen noch die Kosten der von der Stadt angekausten Keilsmühle nebst etwa sechs Morgen Gelände in Höhe von 24 000 Mk. Das ganze Pumpwerk wirb mit der Wasserkraft getrieben, die! ^11/liMp hrrti t n l ", 'Tsirm r.rt 'T in ...... (DviginabOrabtmelöutigcite Kaiser Wilhelm in Wien. Bahnhof Hetzendorf, 20. Sept. Heute morgen OV2 Uhr ist K a i s e r W i l h e l m hier angekommen und auf; bem Bahnhof von Kaiser Franz Josef empfangen worden. Bassermann dekoriert. Karlsruhe, 20. Sept. Der Großherzog verlieh dem Reichstagsabg. Bassermann das Komman^ deurlreuz 2. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen. । * , . a d r i d, 20. Sept. Der gestrige Mi nist er rat beschloß, daß das Parlament am 6. Oktober wieder einbe» rufen werden soll. Jetzt ist die rechte Zeit für frisches gekochtes Obst und nachmittags 4 Uhr in Grossen-Linden statt. (5154 1 Treppe, stattffndet. (5106 T Grüningeu bei Gießen. 07795 Wstcmeistcr Ludwig Kreiling, Krvfdsrs Todes-Anzeige Heute nacht V,1 Uhr entschlief sanft im 71. Lebensjahre unser geliebter Vater, Großvater und 33ruber Johannes Linker geb. zu Hörnsheim. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Linker. Kinzenbach, den 19. Sept. 1910. 5143 Die Beerdigung findet Mittwoch den 21. Sept., nachmittags 2 Uhr, statt._________________________________ Konsums Giessen und Umgegend. e. G. m. beschr. H. Mitglieder, die ihr Nabattgut- haben noch nicht abgehoben haben, werden aufmerksam gemacht, daß nächsten MittM litit 21. September, abends von 6—9 Uhr, noch eine Auszahlung Asterweg 6, Jlrfikelgur Schneiderei Ich empfehle mich m Lieferung von Basaltpflastersteinen in allen Dimensionen, sowie Handkleinschlag ab Bruch empfehlen sehr preiswert in erstklassigen Qualitäten 1 HiiMoli Söboe Seltersweg 20, Teleph. 662 Mitglied der Handelszentrale Deutscher Kaufhäuser, Berlin Todes-Anzeige Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, dass heute morgen 51/* Uhr unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Urgrossmutter und Schwägerin Frau Johannes Velten VII. Wwe. geb. Menges im 80. Lebensjahr sanft in dem Herrn entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Velten Familie Weil Grossen-Linden, Lang-Göns, den 19. September 1910. Die Beerdigung findet Mittwoch den 21. September 1910 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hmscheiden unseres lieben Kindes Lina sagen innigsten Dank Familie Karl Hcukelmauu „ Pb. Kreiling VI. Heuchelheim, den 20. 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[OT7M 2öie eine Heldengestalt des klassischen Altertums ragt auö der Geschichte des römischen Mittelalters die Figur Cola di Rienzis, des letzten der Volkstribunen, hervor und sein Bild wird nicht erblaflen, solange man noch mit Bewunderung und Ehrfurcht der Vorkämpfe für Freiheit und Recht gedenkt. Hervorragender Kunstfilm, äußerst spannendes Drama, Länge 360 m, 07786 Benares, Jer Werrich der Xachbarii Brillanter hum. Schlager. Humor ohne Ende. Länge der Giessener Festsaal Telephon 645. (früher Kolosseum) Dir.: Tb. Rösch« Ab Samstag den 17. September 1910 Gastspiel der Orig. Budapester Orpheum-Gesellschafi (12 Personen) bekannt aus dem Apollotheatcr und Kaiserhallen Frankfurt. W 2 SensatiouS-Poffen Nach dem Zapfenstreich MilitärhumoreSke von Satyr. In Berlin, Wien, Budapest über 3000 mal mit ungeh. Erfolg aufgeführt. Die Brautschau Ferner der gläru. bunte Teil, SoliS, Duette ufw. u. a. Max Tellheim und Theo Angell. — Anfang 8'/. Uhr. Eintrittspreise nicht wie irrtümlich berichtet sondern. Logenplatz Mk. 1.50, 1. Platz Mk. 1.00, 2. Platz Mk. 0.60: Gallerte Mk. 0.30.07799 Restaurant Cafe Leib. nt" Vom 16. bis 30. September: Gastspiel des Künstler-Orchesters „Loreley". 6 Damen [07799] 1 Herr Anfang Sonntags 11—1 Uhr, nachmittags 4 Uhr u. abends Va8 Uhr. W* Eintritt frei. "WL W* Eintritt frei. "W Im Saal; Grotze Budapester Abeude. Konsums Giessen und Umgegend Donnerstag eintreffcnd: Frische Schellfische Nur Astcrweg Nur Asterweg Frische Eier empfiehlt (4869 Eberh. Metzger Nacht. MC 11111 bl 11b. Die Krone all.Waeohmittol! Auf jedem Paket großer. Auswahl wertvolL Gratbzugaben <, üeberall erhalt) >/., Pfd Paket nur 15 pfg,