Nr. 268 Zweites Blatt 160. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. , ober sehr von den is eine Andas Ja, (Eine (Eisenbahn quer durch Persien. Lon do n,A4. 9£od. Nach einer Meldung der „Times" ans Petersburg arbeitete ein Syndikat russischer Banken, das über 35 Millionen Pfund Sterling ver- Dienstag, 15. November 1910 Rotationsdruck und Verlag der Brühlfchen Unwerfuäls - Buch- und Stetndruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- strahe 7. Expedition und Verlag: 6L Redaktion: 112. Teü-AdruAnzeigerGießen. .Warte nur", fuhr die Gretel fort, „lind nimmt Die „Oietzener LamMendlätter" werden dem .Anzerqer^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Krcisblatl für den Kreis Stehen" zweimal wöchenilrch. Die „Landwirtschaftlichen Seit« fragen" erschemen monatlich zweimal. der Welt." „Bin ich es?" schreit die kleine Martha freudig erschrocken drein. „Pst! Du wirst den Vater auswecken!" flüstert die Gretel. „Du muht ruhig sein, sonst erzähle ich nicht weiter." Luftschiffahtt. Vereinigung der Firm a Elouth mit 8er Parsevüb Gesellschaft. Köln, 14. Nov. Die Abteilung Luftschiffbau der Firma Franz Clouth, Rheinische Gummiwareufabrik m. b. H. bt Köln-Nippes, hat sich mit der Lustfahrzeug-Parseval- Gesellschaft m. b. H. in Berlin vereinigt, um die gewonnenen Erfahrungen gemeinsam zu verwerten. Die Luftfahr- Engerl jetzt den lieben Gott um den Hals und sagt: _ ich gehe schon hinab. Nicht so hitzig, kleines Ungetüm, ich krieg' ja keinen Atem! ruft der lieoe Gott, und ich will dir wen mitgeben, der draufschaut, daß dich die Dornen nicht stechen und die Steine nicht kratzen und daß du den Kopf nicht anstoßest und nicht ins Wasser fällst. — Ein Kindsmädel? fragt das Engerl. — Nein, einen Schutzengel, sagt der liebe Gott und tut einen Pfeifer. Da slederitzen alle Englein herbei und ruft der liebe Gott eins hervor: du dort, mit dem krausen Haar! Du bist klug und geschickt, du sollst der kleinen Martha ihr Schutzengel fein aus Die (Eröffnung des türkischen Parlaments. Konstantinopel. 14. Nov. In Anwesenheit des Sultans, Der Prinzen und des diplomatischen Korps wurde die Parlamentssession eröffnet. Die vom Großwesir verlesene Thronrede spricht die Befriedigung des Sultans darüber aus, daß die Verfassung immer tiefer in der öffentlichen Meinung Wurzel fasse, betont die Fortschritte der Armee uud der Marine, erwähnt die albanesische Bewegung, die dank der militärischen Operation mit der Wiederherstellung der Ruhe geendet habe, und verweist auf das Defizit des nächstjährigen Budgets, durch das eine neue Anleihe erforderlüch werde. Die Thronrede drückt die feste Zuversicht auf eine günsttge Gestaltung der finanziellen Lage in der Zukunft aus. Heber die auswärtige Politik besagt die Thronrede, die Beziehungen zu Den Mächten seien freundschaftlich. Die auswärtige Politik, die darin bestehe, den Frieden ehrlich und lvurdig zu wahren und die Rechte der Anderen nicht anzutasten, sowie die legitimen Rechte der Türkei zu wahren, werde mit gröKer Sorgfalt verfolgt. Dackk dem durch diese Polittk gesicherten Frieden werde die Zuversicht gehegt, daß das Vaterland fortgesetzt aus der Bahn des Gedeihens und des Ausstieges sortschreiten werde. Die Thronrede wurde beifällig ausgenommen. Achmed Riza wurde zum Präsidenten und die Jungtürken Hairi und Süleyman Boftani zu Vizepräsidenten gewählt. Das Budget des nächsten Finanzjahres weist an Einnahmen 28 612 978 Pfund, an Ausgaben 35 007 446 Pfund aus, die Einnahmen sind um 2 597 877 Pfund, die Ausgaben um 2 009 724 Pfund höher als im Vorjahre. Das Heeresbubget beziffert sich ans 9 070 270 Pfund. Das Marinebubget, das 1 414 261 Pfund beträgt, weist gegen das Vorjahr einen Rückgang von 226 050 Pfund aus. Die Begründung des Budgets rechtfertigt das Defizit mit den Bedürfnissen für die Reorganisation der Wehrmacht und aller Verwaltungszweige; sie kündet ein neues Gesetz über die Patent st euer an und hebt hervor, daß durch die bisher nicht verwirklichte Anwenbung der Patentsteuer auf Fremde, die Türkei finanziellen Schwierigkeiten ausgesetzt sei. Falls die fortgesetzten Schritte, die Einwilligung der Mächte zu erreichen, erfolglos sein würden, werde die Türkei daraus ver- zicl-ten. Die hauptsächlichste Schwierigkeit für die Zollerhöhung bilde die Klausel im Bagdadbahnvertrag, nach welcher die Mehreinnahmen aus der Zollerhöhung als Garantie für den Bau der Bagdadbahn dienen sollen, eine Klausel, in die die an dem Bau nicht interessierten Mächte nicht einwilligen würden. In der Begründung heißt es weiter, daß die fortwährend steigenden Mehreinnahmen der SEtette Publique für den Bau der noch freien Strecke der Bagdadbahn ausreichen würden, so daß die Bahngesellschaft durch Verzicht aus die genannte Klausel nichts verlieren* der Türkei aber einen wichtigen Dienst leisten würde. Ferner werden ein neues Stempelgesetz, ein Petroleummonopol, Beratungen über die Einführung eines Alkohol- Monopols und eines Tabaksteuergesetzes angekündet. Bei diesem wird rn der Begründung bemerkt, daß sich die Verwaltung der Dette Publigue gegen das Banderolesystem, aber für das Rionopolsystem ausgesprochen hat. Das Finanzgesetz ermächtigt den Minister der öffentlichen Arbeiten, einen Vertrag betteff end die Bewässerung von Mesopotamien abzuschließen. Konstantinopel, 14. Novbr. Der V a l i von Smyrna Mahmud Mukchar wurde zum Marineminister ernannt *) Wir entnehmen dies ein wenig allmodiß anmutige Märchen deuz, eben erschienenen „B u Kleinen" (L. Staackmanns Verlag in Leipzig), zahl der schönsten Kuidujchtlderungen des gemütvollen Dichters aus der Steiermark zu einem besonderen Roseggerbände zusammenträgt. wie bin ich auf vie weit gekommen? Von Peter Rosegger.*) Im Sommer, wenns recht heiß ist, legt man sich nach dem Mittagessen gerne ein wenig in die Lcrube auf die Bank. In der grünen, schwülen Dämmerung, die dort und da von einem grellen Sonnenfunken durchbrochen ist, ruht man wie Adam, solange er noch alle Rippen an sich hatte. Dock hat sichs bei mir an diesem Tage bald anders und docy auch anmutig gespielt in der Laube. Meine zwei Tochterlein tarnen herbeigeschlichen, die vierjährige Martha und die elfjährige Gretel. Die eine hatte ein elfenbeinernes Kämmlein in der Hand, um mir das Haar zu strählen, die andere hatte ein Felberzweiglein, um mir die Fliegen adzuwehren. Denn manchmal läutete eine Hummel herum über dem Haupte, oder ein sein summendes Mücklein kreiste um die Nase. Die zwei Dirnlern waren anfangs, als sie merkten, daß ich schlafen wollte, bei chren Beschäftigungen ganz still gewesen, als sie aber sahen, daß ich die Augen schloß, begannen sie leise zu flüstern; sachte wurden sie ein wenig vernehmlicher, so daß — wie fest ich auch „schlummern" mochte — mir kein Wort entging. Nachdem die kleine Martha so eine Weile an meinen Haaren, an der Stirn und den Ohren hernmaetan hatte, fragte sie plötzlich die gegenübersitzende Gretel: „Du, wie bin ich denn hergekommen?" Die Gretel ist schon ein träumerisches Geschöpf, oft in sich versunken und Gedanken spinnend. Wird sie plötzlich angesprochen, so erschrickt sie und gibt verkehrte Antworten. Wenn sie sich aber sammeln kann, bann sagt sie manchmal ein krauses Wort, tote es zwar im Alttage nicht viel Gültigkeit hat, und doch ist es to anders am wie Bogel- stimmenkunde, wer es versteht Langsam wird sie nun inne, was das Schtoesterlein so plötzlich und unvorhergesehen gefragt, aber sie schaute nur verwundert drein. Da fragte die kleine Martha noch einmal: „Wie bin ich denn auf die Welt gekommen?" Und jetzt antwortete die Gretel: „Der liebe Gott hat dich halt vom Himmel herabgetan." „Hat er mich herabgeworfen? Und habe ich mich nicht totgejaUen?" „Weißt Martha, das ist so gewesen", begann nun die Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesien Die Reichsversichernngrordnung. :: Berlin, 14. Nov. .Der Reichsvers'ckcrungsausschuß setzte heute nachmittag die zweite Lesung des Abschnittes über die gewerbliche Unfallversicherung fort. Nach § uüV des Regierungsentwurfs haben nur die unehelichen Kinder Anspruch auf die Unfall-Hinterbliebenenrente. Der Ausschuß hat in der ersten Lesung diesen Anspruch auch den unehelichen Kindern gegeben. In zweiter Lesung wurde bei Stimmengleichheit (das Zentrum stimmte geteilt) gegen die Linke, die Regierungsvorlage wiederhergestellt Ter Ausschuß hatte in erster Lesung in einem 8 614 a einen Ausländerpara- graphen eingefügt und bestimmt, oaß die Hinterbliebenen eines Ausländers, die zur Zeit des Unfalles nicht im Inland ihren gewöhnlichen Aufenthalt hatten, keinen Anspruch auf die Rente haben. Für bestimmte Grenzgebiete sowie bei internationaler Gegenseitigkeit sind Ausnahmen zugelassen. Die Regierung verlangte die Beseitigung dieses Beschlußes unter Bezugnahme darauf, daß die Unfallversicherung an Stelle der Haftpflicht getreten sei und der Ausländer auch im Zivilrecht nicht schlechter gestellt sei als der Inländer. Der Ausschuß bestätigte aber mit 16 gegen 12 Stimmen, gegen Fortschrittler, Sozialdemokraten, Polen, während das Zentrum auch hier geteilt stimmte, den Beschluß erster Lesung. § 626 bestimmt, daß nach Ablauf von zwei Jahren, nachdem die Entscheidung endgültig festgestellt worden ist, eine neue Feststellung nur in Zeiträumen von mindestens einem Jahre erfolgen kann. Durch eine neue Fassung wird der Verletzte während dieses Jahres in dem ungestörten Bezug der Rente auch für den Fall gesichert, daß. in dieser Zeit ein neues Heilverfahren eingeleitet wird. § 632 hat in der ersten Lesung einen Zusatz erhalten, wonach die Rente ruht, so lange der berechtigte Ausländer nicht im Jn- lande seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Hierbei sind dieselben Ausnahmen zugelassen wie bei § 614 a. Dieser Beschluß erster Lesung wird in zweiter Lesung dahin abgemilbert, daß, wenn der Gesundheitszustand den Aufenthalt im Auslande erforderlich macht, die Bestimmung über das Ruhen der Rente nicht Geltung erhält. Dagegen ruht die Rente, wenn der Ausländer wegen strafrechtlicher Verurteilung ausgewiesen ist. Tie Beratung Über § 634, der von der Kapitalabfindung der Ausländer handelt, wird auf Dienstag vormittag vertagt. Gretel, „der liebe Gott sitzt im Himmel oben auf einem Wottenhaufen und hat ein goldenes Gewand an und einen langen schneeweißen Bart, und um und um fliegen Engel, große und kleine, die haben ganz runde Haxeln und goldene Flügel, und tun dem lieben Gott das Haar krauen und den langen Bart und fingen ihm was vor. Und einmal, wie sie wieder so um ihn herumsumpem, streift der liebe Gott mit der Hand rasch durch die Luft, wie wenn er Fliegen wollt' fangen, da hat er auch schon was in der Faust, und das ist ein winzig kleines Engerl. Er macht Die Faust ein bifferl auf, daß man hineingucken kann wie das drinnen Return trab beit, und sagt zu ihm: Kleines Engerl, du sollst auf die Welt hinabivmmen. Ich bin gebeten worden, da ßich ein Kindel schick'. — Ich mag aber nicht, sagt ba$ Engerl, auf der Welt unten ists nicht luftig, das hat die Tuderl gesagt, die schon einmal unten gewesen ist. Da hats so einen scharfen Sand aus der Wett unten, wenn man barfuß gehen will; und wenn man sich den Kvpf wo anstoßt, so tuts weh; und wenn man sich Stachelbeeren pflücken will, sticht ein Dorn, und wenn man beim Wasser Mühlradel spielt, wird man ganz naß am Kleidel und Schürzet, und nachher kriegt man von der Mutter Wix, Wix! Nein, ich mag nicht hinab. — Sagt der liebe Gott: Jetzt laß einmal meinen Bart aus und zupf nicht und tos', was ich dir sage. Auf der Wett unten, wo du hin sollst, haben sie ein weißes Kaninchen mit roten Augen, das steht aus den Hinterbeinen und schnuppert mit Dem dreispaltigen Schnäuzlein, wenn ihm das kleine Dirndl Klee vorhält." „Bin das ich?" fragt die kleine Martha drein. fügt, den Plan zu einer Eisenbahn quer durch Persien vom Kaukasus bis Belutschistan aus; der Vorschlag wird vom Ministerpräsidenten Stolypin, dem Verweser des Ministeriums des Aeußem, warm unterstützt und auch von Tmiriasew, Demiakow und Gutschkow befürwortet. Das Mitglied der Reichsduma, Zwegintkow, trifft morgen in LonDon ein, um auch die Unterstützung Englands für das Projekt zu gewinnen. Teheran, 14. Nov. Die Regierung beschloß, den früherm Gouverneur von Kermanschah Maziam es Salta ne h zum Gouverneur der Provinz Fars zu ernennen. Vtaziam es Saltaneh besitzt ausgedehnte Ländereien an der Hauptstraße Buschir-Schiras und hat in dieser Gegend zahlreiche Gesolgstämme, die man zur Ergänzung der regulären Truppen, zur Bewachung der Straße zu verwenden beabsichtigt. Es ist ein besonderer Ausschuß emaimt worden, um Maßregeln zur Wiederherstellung der Ordnung im Süden zu beschließen. Empfohlen wird ferner die Entsendung zweier europäischer Oftiziere nach Fars, die jetzt in Teheran im Dienst der Regierung stehen. Dem Vernehmen nach beschloß die Regierung überdies eine der kleineren Mächte, wahrscheinlich Schweden, um Offiziere zu bitten. Konstantinopel, 14. Nov. Nach Depeschen des türkischen Konsuls in S e 1 m a s erfolgten Zusammenstöße zwischen Persern und türkischen Kurden, welche die Perser bis Selmas Lurückttieben. Die erregte Bevölkerung erbat von dem Konsul Schutz, der die Kurden zur Rückkehr zu bewegen hofft. vie Moabiter Ztrahenttawalle vor Gericht. 4- Berlin, 14. Nov. Heute beriet zunächst die 2. Sttafkammer unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Westermann über den erneuten Ab- lehnungsanttag der Rechtsanwälte Heine und Bahn. Um 2 Uhi nachmittags wurde den Angeklagten der schriftliche Bescheid der Kammer aus den Ablehnungsantrag zugestellt. Der Beschluß lautet: Tie Ablehnungsanträge sind, soweit über die geltend- gemachrcn Gründe nicht bereits durch den hiermit in Bezug genommenen Beschluß vom 10. November entschieden und daher die. Wiederholung unzulässig ist, unbegründet. Was über die Aufrechterhaltung der Haftbefehle gegen die Angeklagten Weiß, Romanowski in dem Beschluß vom 10. November gesagt wird, gilt auch von anderen Angeklagten. Aus der Nichtgestattung des Wortes an drei, respektive zwei Verteidiger und oer behaupteten Erregtheit und den geltend gemachten Widersprüchen in einzelnen Aeußerungen des Vorsitzenden fann kein Rückschluß auf Befangenheit gezogen werden, selbst wenn diese beiden letz- teren Behauptungen glaubhaft gemacht würden. Tas wettere Vorbringen der Verteidigung, die Ablehnung der vier Richter der 3. Sttafkammer aus § 24 der Straf Prozeßordnung sei im Hinblick auf den weiteren Umstand begründet, daß das Gericht gegen den bei der Verhandlung beteiligten Verteidiger Rechtsanwalt Bahn aus § 180 des Gerichtsverfassungs-Gesetzes eine Ordnungsstrafe von 100 Mark festgesetzt habe, läßt nach Prüfung der vorgebrachten tatsächlichen Momente nach keiner Richtung die Befürchtung zu, daß die vier abgelehnten Richter gegen die einzelnen Angeklagten unbefangen zu urteilen außerstande sein werden. Es liegt somit kein Grund vor, der geeignet wäre, das Mißttauen in der Unpatteilichkett der abgelehnten Richter zu rechtfertigen^ Um 3/43 Uhr betritt der alte Gerichtshof unter Vorsitz des Landgerichtsdirettors Lieber den Saal. Vors.: Wie ich höre, hat die Verteidigung einen neuen Anttag zu stellen. Verteidiger Rechtsanwalt Kutt Rosenfeld: Ich beanttage Aussetzung der Verhandlung bis zur Zustellung jeder Anklageschrift an jeden Angeklagten. Tie Angeklagten sind nicht genügend vorberettel. Tie Vetteidigung hat diesen Puntt von vornherein für sehr wesentlich gehalten. Würde das Gericht den Antrag ablehnen, so würde es sich über ein zum Schutze der Angeklagten erlassenes Recht einfach hinwegsetzen und diesen an Ungewöhnlichkeiten schon jetzt reichen Prozeß um eine andere Ungewöhnlichkeit bereicyern^ Tas Gericht würde einen neuen Grund schaffen, aus dem das Reichsgericht das ganze Verfahren für null und nichtig erklären müßte. Ter Erste Staatsanwalt widerspricht diesem Anttage. § 236 der Sttafprozeßordnung lasse das eingeschlagene Verfahren zu. Sollte aber die Sttafkammer die nachträgliche Zustellung der Anklageschrift für wünsck-enswert halten, so würde die Staatsanwaltschaft aus reinen Zweckmäßigkeitsgründen dem zustimmen. Eine Vettagung sei deshalb aber nicht erforderlich. Nach halbstündiger Beratung verkündet der Vorsitzende, daß der Anttag abgelelM sei, mtb zwar weil jedem Angeklagten der ihn betteffende Teil der Anklageschrift rechtzettig zugegangen sei. Tas hier geübte Verfahren sei keineswegs außergewöhnlich, sondern seit Jahr und Tag werde so vor^egangen. Der Gerichtshof gibt aber der Staatsanwaltschaft anheim, durch Zustellung von Abschriften während des Prozesses jedem Angeklagten die gesamte Anklageschrift zuzustellen. Es beginnt hierauf die Verlesung deS EröffnungSbes sch l u s s es , die eine Stunde in Anspruch nimmt, worauf die Verhandlung auf morgen vettagt wird. „Du bist lieb Greteri, du kannst so schöne Geschichten!" schmeichelt die Kleine unb streichelt sie mit zartem Händchen an der Wange. „Hat sich nachher", fährt die Gretel fort, „der liebe Gott besser zurechtgerückt auf seiner Wolke, hat einen langen Stock genommen und damit durch die Wolken ein Loch gemacht: Jetzt, Martha, guck' einmal hinad. Deine Mutter hab' ich dir ausgesucht, dort unter dem Kirsch bäum die junge blasse Frau mit den schwarzen Augen, das ist sie. Und den Vater kannst du dir wählen. Guck einmal. Dori der große Herr mit dem langen roten Bart, der hat ein schönes Schloß, Roß und Wagen unb viel Geld, magst du Den zu deinem Vater? — Den mag ich nicht! sagt die kleine Martha. — Gut, sagte der liebe Gott, dort ist ein anderer. Der schöne Mann mit dem schwarzen Schnurrbart und dem langen tschepvemden Säbel. Der ist ein tapferer Mann und kriegt balo einen Stern auf die Brust, den wirst du doch mögen. --- Ich mag ihn nicht! sagt die kleine Martha! — Dummes Mädel! brummt der liebe Gott, daß du mir den feinen Offizier stehen läßt! Du willst alfp gewiß den jungen Schäfer mit dem langen Stab, der dort auf grüner Au die Schäslein weidet. — Den mag ich auch nicht, sagt die kleine Martha ganz leise. — Dann such' dir selber einen! sagt der liebe Gott verdrießlich. — Das Dirndel luget unter den Leuten herum und schüttett jo den Kopf. Auf einmal siebt es in der Laube einen liegen und schlafen, der hat ein schmales Gesicht und eine weiße Stirn, der schaut aus, als töt' er gut sein und den will es zun: Vater haben. -- Den kannst du schon haben, drauf der liebe Gott, aber ich sage dir nur, gar viel große Herrlichkeit wirst du bei dem nicht haben, er ist ein Dichter. Aber ich will dich segnen, wenn du ihn nimmst und ich will ihn segnen, wenn er dich zu seinem Kindlein bekommt. Unb wie ber liebe Gott so gerebet hat, Da tut er wieder einen Pfeifer, unb sinb auf einmal allerhanb Tiere da: Lämmer, Kälber, Hirsche, Schweine, Tauben, Löwen, Katzen unb Störche. Unb zu einem langbeinigen Storch sagt ert Du großer Vogel, bu! nimm bieses Kind lein her unb trage es htnab zur Frau, bie unter bem Kirsch bäum sitzt. Kaum, baß bie Frau noch geschwinb bas Schürzet aitfhatten kann, liegst bu schon Drinnen, unb ber Vater steht dabei und ruft hell aus: Ei, ei, das ist ja unsere Fteine Martha! —- Und so, mein Schwesterl", flüstert die Gretel, „so bist bu auf bie Welt gekommen. Pst, hör' jetzt auf zu strählen! er schläft!" Dann sind sie auf ben Zehenspitzen bavongeschlichen. Ich liege allein in ber Laube mit der grünen Dämmerung unb den Sonnenfunten, unb ich weiß nichts ishs ein Wachen gewesen ober ein Träumen. LMg-HMl schäft übernahm das Luftschiff C l o u t h Unb dessen Sonderkonstrnktionen. Max Clouth soll in den Aufsichtsrat der Gesellschaft eintreten. Die Anfertigung von Ballonstoffen, von kompletten Frei-, Fessel- mtb Trachenbollons, sowie ihrer Zubehörteile wird auch fernerhin vcm Franz Clouth betrieben. Ans Stadt und Land. Gießen, 15. November 1910. * * Frauenvorturnerftundc des Gaues Hessen in Wetzlar am 13. November. Erschienen waren der Gau- und Tnrnausschuft und von folgenden Bereinen die Leiter, zum Teil mit Turnerinnen: Alsfeld, Bad-Nauheim (11 Turnerinnen), Butzbach (10 Turnerinnen), ALarburg Tv., Marburg Tgm. (zwei Turnerinnen), Schlitz und Wetzlar (18 Turnerinnen). Außerdem war der zum Lahn-Dillgau gehörige Turnverein Herborn (vier Turnerinnen) vertreten. Eingeleitct wurde die Uebungsstunde mit Ordnungsübungen, die sich atis Taktgehen im Wechsel mit Zehengang, Hopsen und Schottischhüpfen, letzteres auch mit Nebenreihen und Kreisen in den Paaren, zusamnrensetzten. Ihnen schlossen sich zwei Gruppen Freiübungen an, deren Inhalt Schrittstellungen mit Rumpfbeugen und Rumpfsenkcn war, und die trotz ihrer ziemlich großen Schwierigkeit und der körperlichen Anstrengung die sie erforderten, zur vollen Zufriedenheit ausfielen. Tie reigenartigen Hebungen von (Yauturnwart Will, von, 24 Turnerinnen in Dreierreihen ausgeführt, boten unter Musikbegleitung wechselvolle, anmutige Bilder. Die Gesellschafts- Übungen zu je zweien an zwei Seitpferden beftanden in Sitzen, Liegeftützen und Ausknieen mit Kniesprung. Tas Keulenschwingen setzte sich aus Armkreisen, Handkreisen, vor und Hurter dem Körper und Mühlschwingen zusammen^ An den Schwebekanten wurden Liegestütz- mit Sprungübungen, an den Ringen Hangstand-' und Schwungübungen geturnt. Ein heiteres Spiel schloß sich an, alsdann machte ein Keulenschwingen der Frauenabteilung des Tv. Wetzlar unter Leitung des Turn- warts Schüler den wirkungsvollen Schluß. An den Hebungen beteiligten sich im ganzen 54 Personen, davon 45 Turnerinnen. * * Stadttheater. Es sei darauf hingewiesen, daß die Mfführung von „F ö r st e r ch r i ft l" am Mittwoch abend außer Abonnement stattfindet. — Es ist der Direktion gelungen, Herrn Richard Bruno, der die beiden letzten Jahre am Erfurter Stadttheater engagiert war, noch für diese Spielzeit an die hiesige Bühne zu verpflichten und der Künstler hat das Engagement bereits angetreten. Herr Bruno, ein Schauspieler von Ruf wird zunächst am Sonntag als Karl Moor in den „Räubern" und am 25. November in der Festvorstellung zu Großherzogs Geburtstag als „Graf von Gleichen" auftreten. — Die Regie von „Taifun" hat Direktor Steingoetter an Herrn Goll abgegeben: es sei dies an dieser Stelle mitgeteilt, da es auf dem Theaterzettel nicht mehr geändert werden konnte. * * Hube stellbare Postsendungen. Bei der Ober-Postdirektion in Darmstadt lagern folgende Sendungen, deren Absender vielleicht zu unseren Lesern zählen, als unbestellbar: Postantv. über 5 Mk. 5 Pfg. vom 3. 5. 10 aus Gießen an Frau Emma Löwenberg in Schupbach (Limbura, Lahn); Postanweisung über 4 Mk. 85 Pfg. vom 7. 12. 09 aus Gießen 2, Empfänger unbekannt; Wertbrief über 100 Mk. vom 7. 9. 09 aus Bad-Nauheim an Frau Marie Immer in Weimar; Muster, Inhalt drei scheren vom 21. 5. 10 aus Bad-Nauheim an Hr- quhart Bsworth House in Huntingdon (England). Die zur (Hnpfangnahme der Gegenstände Berechtigten müssen sich binnen vier Wochen bei oer Ober-Postdirektion melden, widrigenfalls die Postanweisungsbeträge unb die in den Sendungen enthaltenen oder durch Versteigerung des Inhalts erlösten Geldbeträge der Postunterstützungstasse überwiesen, die Briefe aber vernichtet werden. * * Verlosungskontrolle. Wir verweisen auf die Bekanntmachung im Anzeigenteile unserer heutigen Ausgabe, nach der die Mitteldeutsche Kreditbank, hier, die dauernde Heberwachung von Verlosungen und Kündigungen von Wertpapieren (Losen usw.) weit seither völlig kostenlos unter ihrer Garantie übernimmt. Landkreis Gießen. ' △ Großen-Buseck, 14. Nov. Wie verlautet, irägt man sich mit dein Gedanken, in nächster Zeit mit dem Bau eines neuen Schulhauses zu beginnen. Die Schulsäle und Lehrerwohnungen im alten Schulhause sind schon seit Jahren unzulänglich und entsprechen durchaus nicht mehr den gesundheitlichen Anforderungen. --- Tr eis a. d. Ld a., 14. Nov. Dieser Tage wurde der schon vor etlichen Jahren angeregte Schweineversicherungsverein gegründet. Zum Direktor wurde Weiß- bindermeister Klein gewählt. Das Rechneramt übernahm Schreinermeister Kehr. Zu Taxatoren wurden Joh. Konrad Fritz und PH. Kehr V. gewählt, als Ersatzmänner PH. Muhl unb Schneidermeister. Hch. Will. Zu Ausschußmttgtiedern wurden vorgeschlagen und gewählt: G. B. Fritz, Maurermeister Roth und PH. Becker. Bis jetzt haben sich dem Verein 30 Mitglieder angeschlossen und weitere Anmeldungen stehen in Aussicht. = Langd, 14. Novbr. Das am Sonntag abend im Saale des Gastwirts Ronthaler zu Langd gefeierte 25jährige Stiftung s f e st, des Gesangvereins „Eintracht" verlief in 'schöner Weise. Das Programm war so zusammengestellt, daß das Fest den Charakter eines Volksbildungsabends angenommen hatte. Eingeleitet wurde die Feier durch einen Prolog, den ein Volksschüler sehr schön vortrug. Nach kurzer Begrüßung der Erschienenen durch den langjährigen Vorsitzenden Lehrer Best, überreichte er vier Sängern aus Anlaß ihrer 25jährigen aktiven Mitgliedschaft eine Ehrenurkunde und machte ihre Ernennung zu Ehrenmitgliedern bekannt. Es sind dies die Herren Georg Appel HL, Wilh. Gall, Ernst Walther und Ernst Nagel. Der Gründer und erste Dirigent Lehrer Zimmer von Lich gratulierte schriftlich und stiftete zwei Lieder. In der Festrede versetzte uns der Präsident in die stürmischen vierziger Jahre, in denen man in Langd schon einen Gesangverein gegründet hatte, dem bald ein zweiter folgte, die aber beide rasch untergingen. Der ^Präsident des Kriegervereins, Wilh. Appel, ermahnte den feft- gebenden Verein, weiter zu streben in der Pflege des Liedes. Ten .übrigen Teil des Abends füllten Musikvorträge, Solo-, Quartett-, Chor- und gemeinschaftliche Lieder, drei lebende Bilder unb Gedichte in Wetterauer Mundart in angenehmer Weise aus. Welche Freude am Gesäuge hier herrscht, beweist die Neugründung eines gemischten Chores. — Am 25. November kommt das Rhein- Mainische Verbandstheater hierher, um Minna von Varn Helm zu geben und im Januar 1911 wird ein Lehrer im Kriegerverein einen Lichtbildervortrag halten. Dazu kommt noch eine Abendunterhaltung des Gesangvereins, die sich von Veranstaltungen ähnlicher Art dadurch unterscheidet, daß gute unb gediegene Sachen gespielt werden, um die fade, inhaltslosen und ost zotenhaften Possen allmählich zu verdrängen. Alles in allem muß das geistige Emporstreben eines abgelegenen Dorfes mit kaum 600 Einwohnern hoch erfreuen. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 12. Nov. In Anwesenheit des Vorsitzenden der Schulabteilung des Ministeriums, Geheimerat Süffert, fanb gestern mittag in der Turnhalle des LudwigMwrgs-Gymnasiums der Schl uß des v ierwö ck igen Turnkur sus f ür Volksschullehrer statt, zu dem sich zahlreick>e Interessenten aus Lehrerkreisen cingefunden hatten. An dem unter Leitung des Turninspektors Schmuck stehenden Ausbildungskursus hatten 23 Lehrer aus Hessen teügenommen. Zur Teilnahme waren nur solche Lehrer aus den größeren Gemeinden des Landes zugelasstn, die später Turnunterricht an mehrklassigen Volksschulen übernehmen unb namentlich int Geräteturnen sich bereits ausgebildet hatten. Sämtliche Darbietungen zeugten von einer vortrefflichen Ausbildung, die dem Leiter des Kurses alle Ehre machte. Geheimerat Süffert sprach den Teilnehmern Lob ünd Anerkennung aus und hob den Wert des Stufenturnens für die Volksschule hervor. Er empfahl ben Lehrern, besonders auf dem Lande für die Ausbreitung des Turnens zu wirken unb die fortbildungs- schulpflichtige Jugend zum Turnen zu veranlassen. Mit Worten des Dankes an den Leiter des Unterrichts wurde der Kursus geschlossen. Offenbach, 13. Nov. Ein buntes Leben unb Treiben zeitigte der Verkaufstag der Groß Herzogin, der am Samstag nachmittag iii dem dazu hergerichteten Fabrikneubau des Geh. Kommerzienrats Ludo Mayer abgehalten wurde. Es war eine glänzende Veranstaltung, an der sich alle Schichten und Stände beteiligten; auch von auswärts waren zahlreiche Besucher herbeigekommen, um zu dem guten Zweck der Veranstaltung ein Scherflein beizutragen. Das Großherzogspaar traf beretts am Morgen, gegen 11 Hhr hier ein. An dem Großherzoglichen Stand verkauften außer dem Großherzogspaar u. a. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, Großfürstin Olga, die Tochter des Zaren, Fürstin Birftein und Fürst der Signe. Den Stand zierten eine große Anzahl Lauterbacher Kun st töpfere ien, die eigens für diesen Zweck, nach Entwürfen von Frl. Minna Weber, Lich, gefertigt waren. Vortrefflich hat es die junge Künstlerin verstanden, Monogramm unb Wappen bes Großherzogenpaares geschickt und geschmackvoll mit Form und Farbe der Gesäße zusammen zu stimmen. Erst gegen 10 Hhr traten die Herrschaften im Automobil die Rückreise an, nachdem sie sich über den Verkaufstag sehr lobend und Anerkennend ausgesprochen hatten. Der Ertrag der Veranstaltung kommt der Fürsorge für Lungenkranke zugute und namentlich solchen Personen, die von anderer Seite keine Hnterstützung erhalten. So viel sich bis jetzt übersehen läßt, beträgt die Gesamteinnahme etwa 50 000 Mark. Darunter befindet sich eine Stiftung des Stadtverordneten Louis Feistmann in Höhe von 5000 Mk. -o. Aus dem Rh ein g au, 13. Nov. Der vor Jahren erfolgte Zusammenbruch derZentralver- kaussgesellschaft deutscher Winzervereine, G. m. b. H. (Sitz Eltville), hat tausenden von Winzern den wirtschaftlichen Ruin gebracht. Seine Folgen sind heute noch nicht ganz zu übersehen, da eine Reihe langjähriger Prozesse noch auszutragen ist. Gleich nach dem Riesenzusammenbruch wurde auch die Frage der Regreßpflicht des Aufsichtsrates erörtert, aber bald als gegenstandslos fallen gelassen, da die sämtlichen Herren, die als Mitglieder des .Aussichtsrates in den Büchern standen, brieflich erklärten, ein Aufsichtsrat habe in Wirklichkeit nicht bestanden, sie alle hätten mit einem solchen nichts zu tun gehabt. Das erregte großes Aussehen, umsomehr, als in dem Geschäftsbericht von 1906 hinsichtlich der angeblich pflichtgetreuen Tätigkeit des Aufsichtsrates das höchste Lob gesungen wurde, aber mit der Regreß- pslicht war es unter solchen Hmständerr nichts unb die hauptsächlichste Hoffnung war ben Winzern genommen. Der Streit unter den Hauptpersonen der verschiedenen Prozeßparteien, die sich nach dem großen Krach bildeten, und die verschiedenartigsten Angrisfe auf die Schuldigen haben auch die Oeffentlrchkeit stark beschäftigt, nun aber wird in der „Rheinischen Volkszeitung" in Wiesbaden von genau eingeweihter Seite ein umfassendes Material ver- öjfentlicht, das der ganzen Angelegenheit ohne Zweifel eine andere Wendung geben wird. Es bildet eine schwere Anklage gegen jene Ausstchtsratsmitalieder, die nun einen Aussichtsrat nicht kennen wollen unb oie mit Namen, im Einklang mit dem seinerzeitigen Geschästsbericht der Zentralverläussgesellschast, folgendermaßen aufgeführt sind: 1. Kgl. Oekonomierat Caspers, Generatdirektor der land- wirtsch. Darlehenskasse für Deutschland, in Neuwied (Vorsitzender); 2. Boek, Direktor der Bergisch-Märkischen Bank in Coblenz (stellv. Vorsitzender); 3. Gattung, Kaufmann in Nieder-Wallusf; 4. Justizrat Halbe in Wiesbaden; 5. Kunkel, Oekonom in München; 6. Pfarrer Oertel in Neuerkirch. Es sei nun s e st g e st e l l t, daß sie alle dem Aussichtsrat angehört haben, also ihre seinerzeitige Er- klärung unwahr ist. Der Aufsichtsrat habe öfter getagt, Wahlen vorgenommen, seine Kompetenzen erweitert, er habe die famose Bilanz per 1906 geprüft, auch die Gewinn- und Verlustrechnung, natürlich auch die Bilanz (die falsch war), für richtig befunden, in der Generalversammlung Bericht erstattet, Beamte angestellt, Gehälter erhöht, habe sich sogar seine Tätigkeit bezahlen lassen, indem er die Träten und Tantiemen bezog, die in der General-Versammlung am 10. August 1907 festgesetzt wurden. ch. Bingen, 13. Nov. In Ockenheim hat eine Versammlung von Winzern ftattgefunben, die sich mit der Notlage des Winzer st and es beschäftigte. Die Versammlung kam zu dem Beschluß, an den hessischen Landtag eine Eingabe zu richten. Es soll die Befreiung von der Einkommensteuer, soweit die Weinberge in Frage kommen, die Steuerfreiheit des unbebauten Wein- bergslandes und unverzinsliche Darlehen für die notleiben- ben Winzer erbeten werben. Kreis Wetzlar. O Kinzenbach, 13. Nov. Der hiesige Kaninchenzuchtverein, der älteste Lokalverein des Kreises Wetzlar, hielt heute abend unter reger Beteiligung bei Gastwirt Peitsch am Bahnhof seine erste W in t e r f e stl ich keit ab. Eine große Ausgabe ist dem Verein durch die im nächsten Frühjahr in Aussicht genommene Kreis-Geflügel- unb Kaninchen-Ausstellung gestellt. Kriegsgericht. -th. Gießen, 14. Nov. Am Samstag nachmittag tagt« f« der Zeughauskaserne bas Kriegsgericht der hessischen Division und j verhandelte in vier Fällen. Der Gerichtshof war aus Mcijor N,ü ck e r (Vorsitzender), Kriegsgerichlsrat O d e n a u e r (Verhandlungsleiter), Hauptmann Stephan und den Oberleutnants B o e l tz i g und C o u l m a n n zusammengesetzt. Die Anklage vertrat Kriegsgerichtsrat Heß. Der Musketier Herrn. H über, geboren in Ober-Ingelheim, von der 11. Kompagnie des 117. Infanterie-Regiments war beschuldigt, vor dem Dienstantritt den Knecht Otto Otto in Unter-Widdersheim gemeinschaftlich mit anderen Burschen körperlich mißhandelt j|it haben. Die Beweisaufnahme ergab da§ übliche Bild einer Prügelei. Man weiß wohl, wer die Prügel bekommen hat, aber in der Hitze des Gefechtes ist schwer zu sägen, wer sie ausgeteilt hat. Das Schöffengericht hat bereits mehrere der Teilnehmer an der Affäre mit 10 und 5 Mk. Geldstrafe abgeurteilt. Die Verurteilten, die von dem Kriegsgericht als Zeugen vernommen wurden, stellten' sich dabei so unschuldig wie die 12ammec, und wollten nicht gesehen haben, daß der Angeklagte Huber den Otto Otto geschlagen hätte. Huber selbe-r gab zu, dem Otto einen leichten Schlag mit der Hand versetzt zu haben. Tas Kriegsgericht verurteilte ihn auf Grund seines Geständnisses zu 5 Mk. Geldstrafe. — Der Musketier Joh. Aug. Backes, geboren zu Wetter bei Marburg, von der 3. Kompagnie des 117. Infanterie- ; Regiments, war beschuldigt, vor dem Dienstantritt in feiner Heimat de,i Polizeidiener Hilberg in zwei Fällen beleidigt zu haben. In Wetter war auf dem Felde Kraut gestohlen worden. Der Poltzei- diener wollte mit seinem Polizeihund den Täler ermitteln. Er schilderte als Zeuge, wie das Tier die Spur in das Wohnhaus der Eltern des Angeklagten verfolgt hat, Jn dem er den jungen Backes antraf, der sich dem Besucher gegenüber unaiigemeffen benommen haben soll. Tas gestohlene Kraut wurde im Hause nicht gefunden. Mehrere Zeugen haben gehört, wie der junge Backes den Beamten gerade nicht mit Kosenamen belegt hat, als dieser sich bereits wieder auf der Straße befand. Der Angeklagte behauptete, der Polizei- diener habe ihn zuerst beschimpft, er habe ihn mit Lump und schlechter Kerl angeredet, und er habe diese Beleidigung auf der Stelle erwidert, doch war der Beweis dafür nicht zu erbringen. Backes hat ben Vorgang auch noch in einem aus Weller batltten Artikel der „Oberhessischen Zeitung" in Marburg mitgetetlt, der auch abgedruckt wurde, und darin den Polizetdiener verhöhnt. Das Kriegsgericht war der Ansicht, daß man die Autorität der Polizei auf dem Lande schützen muffe, und erkannte gegen Backes auf eine Gefängnisstrafe von 14 Tagen und Veröffentlichung des entscheidenden Teiles des Urteils in der „Ober-hessischen Zeitung". — In den beiden folgenden Anklagen fungierte Kriegsgerichtsrat Koch als Verhandlungsleiter, wahrend Kriegsgerichtsrat Obcnauer die Anklagen zu vertreten hatte. Der 'Musketier Fr. Ludw. Jung von der 7. Komp, des Kaiser-Wilhelm- Regiments war wegen iviffentlich falscher Angabe bei einer Beschwerde angeklagt, die er mündlich bei feinem Kompagniechef anbrachte, weiter wegen Achtungsverletzung und mutwilliger Be- fchädigung von Umformstücken. Ter Angeklagte wurde von Iustiz- rat M e tz verteidigt. Jung wird als fchlechter Soldat bezeichnet, er ist wiederholt u. a. wegen Unpünktlichkeit im S)teufte bepraft worden. Zuletzt hatte er eine 14tägige strenge Arreststrase zu verbüßen, weil er zum Wachdienst V» Stunde zu spät angetreten war. Zm Arrestlokal bat er um den Besuch seines Hauptmanns, um eine Beschwerde bei ihm vorzubringen. Hauptmann Schröder, der sich zu dem 'Dlann begab, machte ihn darauf aufmerksam, daß er sich wegen der Strafe erst beschweren könne, wenn er sie abgesehen hatte, worauf der Mann erklärte, er wolle sich nicht wegen der Strafe, sondern wegen des Kammerunterofsiziers beschweren, der durch seine Befehle die Schuld trage, daß er zu spät zum Wach-^ dietist gekommen sei. Er habe gegen 11 Uhr seinen Helm tvegen einer Beschädigung umtauschen wollen. Der Kammerunterofsizter habe bet dieser Gelegenheit wahrgenommen, daß er noch seine Manöverstiefel anhatte und ihm befohlen, diese zu reinigen und dann bei der Kammer abzuliefern. Jung will diesen Befehl aus- gesührt haben. Bis er auf der Kammer die anderen Stieiel und einen anderen Helm verpaßt erhalten habe, sei so viel Zeit verstrichen gewesen, daß er nicht mehr rechtzeitig habe fertig werden können. Diese 'JJielbung soll wissentlich falsche Ailgaben enthalten. Tie Achtnngsverletzimg soll barm belieben, daß Jung, als der Diensthabende Unleroisizier die Arrestzelle betrat und den Arrestanten darauf aufmerksam machte, daß eS verboten sei, den Waffenrock abzulegen und ein Halstuch zu tragen, erwidert hat: Es sei ja so viel verboten, man müsse sich nur nicht dabei abfassen lassen, er fügte hinzu: .Herr Unteroffizier, ich bitte, mich nicht zu melden, wenn ein Offizier kommt, werde ich das Tuch abbinben u/1 Ler weitere Anklagepunkt soll dadurch erfüllt sem, daß Jung im Arrest von seinem Rock eine Patte des Aermelaufjchlags abgeilssen und das Futter aus der Alütze entfernt hat. Der ülngeriagie bleibt dabei, daß das, was er dem Hauptmann m feiner Beschwerde angegeben, auf Wahrheit beruhe. Auf Beiragen des Kriegsgerichts- rats Koch bestreitet der Aiann, daß der Kammeruntero'ftzier ihm an jenem Tage bereits vormittags gegen 8 Uhr den Befehl erteilt habe, die Manöverineiel apellmäßig auf der Kammer gegen andere etie’el abzugeben. Die Achtungsverletzung gibt Jung zu, er will die Sache nicht so schlimm gemeint haben. Tie Patte am Rock sei los geivefen und weil dies unordentlich ausgesehen habe, will er sie losgeriffen haben. Tas Mützenfutter habe nur noch an der Kokarde gehangen und sei schmierig gewesen. Er habe es nur entfernt, um es zu waschen, was er ja auch getan hat, er habe dann Radel und Zwirn verlangt, um das Futter wieder einzusetzen. Der Kammerunterossizier und ein Zeuge bekunden, daß Jung bereits am Vormittag um 8 Uhr von dem ersteren befohlen war, die Alanöverstiefeln bei der Kammer umzutauschen, er sei auch bereits einige Atinuten nach 11 Uhr auf der Kammer abgefertigt gewesen. Ein toeiterer Zeuge hat den Angeklagten unb den Kammerunteroffizier an jenem Tage vormittags um 8 Uhr auf dem Korridor der Kaserne zusammen stehen sehen. Betreffs der Beschädigung der Tienftt'leidung erklärt Hauptmann Schröder, daß er anfänglich angenommen hat, die BesäKoigungj sei unbeabsichtigt vorgekommen. Peiter wurde feftgeftellt, baß Jung Nadel und Faden verlangt hat, um das inzwischen gereinigt^ Futter wieder einzunähen. Kriegsgeriäftsrat Ooenauer beantragt auf vier Wochen strengen Arrest zu erkennen. Ter Verteidiger^ Justizrat Metz, ist der Ansicht, daß Jung der Achtungsverletzung schuldig ist; daß er bei der Beschwerde wider besseres WisfeN unwahre Behauptungen aufgeftellt habe, sei nicht erwiesen. DaS, Kriegsgericht erkannte wegen der Beschädigung von Tiensttteidung' auf Freisprechung, verurteilte den Angeklagten aber wegen Anbringung einer wider besseres Wissen auf unwahre Behauptungen gestützte Beschwerde und wegen Achtungsverletzung zu vier Wochen strengen Arrest. Jung nahm die Strafe an. — Die letzte Anklage richtet sich gegen den Sanitäts-Sergeanten R. von der 5. Komp, des Kaiser Wilhelm Regiments wegen Hnterschlagung. Ter Angeklagte, der ein tadelloses Zeugnis wegen seiner Führung besitzt, hat für einen einjährigen Arzt 9 9)iarf vereinnahmt und, wie er selbst zugeftehl, davon einige Mark im eigenen Jnteresst verausgabt, weil er geglaubt hat. es komme dem Herrn nicht darauf an, wenn er auch das Gelo von ihm erst später erhalten würde. Der Einjährige bestätigt, daß er gar nichts dagegen etnzuwenden hatte, wenn R. über das Geld im eigenen Nützen verfügt habe. Das Kriegsgericht war zwar der Ansicht^ daß der Angeklagte nicht recht gehandelt hat. Ein Soldat unti noch dazu ein Unteroffizier hat Geld, das er für einen Drittes O'b e r a 11 erhältlich Jg| Aoergeeenschaft. Berlin 0.17 entnimmt, tunlichst sofort an diesen' aNKuHefertt. Da? Gericht ist aber zur Freisprechung gekommen, weil der Angeklagte hat annehmen können, er könne über das Geld verfügen, wie über eigenes Geld und weil derselbe sich auch wohl nicht klar darüber gewesen fein mag, daß er sich strafbar mache. 10 jähriges Jubiläum des Gesangvereins Liederlran; in Büdingen. -l- Büdingen- 13. Nov. Der Gesangverein Liederkranz gab heute abend km Fürstenhof zur Feier seines 70jährigen Bestehens ein Jubiläumskonzert, das sich eines sehr regen Besuches erfreute. Der Protektor des Vereins, der Fürst Wolfgang nebst Gemahlin und die Prinzessin des Hauses beehrten dcö Konzert mit ihrem Besuch. Eröffnet wurde das Konzert mit dem Hoch - z e i t s m a r s ch aus dem Sommernachtstraum von Mendelssohn- Bartholdy der Mitglieder der Gießener Regimentskapelle, deren übrige Darbietungen, wie im voraus erwähnt werden soll, lebhaft ausgenommen wurden. Die Darbietungen des festgebenden Vereins bestanden lediglich aus Chören, welcher Umstand den Sängern in ihrer Gesamtheit Gelegenheit gab, ihr Können zu zeigen. Die Vorträge, unter kunstverständiger Leitung des Musikdirektors I. Brodt-Hanau kamen in präziser Form zu Gehör. Das Chor- Programm wies folgende Kompositionen auf: Stiftungsfeier von Mendelssohn-Bertholdy; Auf Germania von Hch. Kühn; Was ist des Deutschen Vaterland von Reichardt; Ständchen von Abt; Drei Gläser von Fischer; Nachklang und Sehnsucht von Kreutzer; Pilgerchor aus Tannhäuser; Hochamt im Walde von I. Brodt; So weit von Engelsberg, und D' Hamkehr von Koschat. Dieser Chor brachte mit einem Bariton-Solo des Herrn Adolf Müller- Frankfurt a. M. den vokalen Teil des Konzerts zu wirkungsvollem Abschluß. Die weiteren Solis des Barüonisten A. Müller: Der Wanderer, Du bist wie eine Blume, Gcurz leise, Tom der Reimer, Das SteUdichein, lösten den wohlverdienten Beifall der andächtig lauschenden Zuhörer aus und veranlaßte den Gast zu eurer ebenso freudig am genommenen Zugabe. Als geschickter Begleiter auf dem Klavier erwies sich hierbei Herr Lehrer P epp- I e r. Es kann hier nicht auf die einzelnen Vorträge besonders eingsgangen werden, man war darüber einig, daß das heutige Konzert einen Markstein in der Geschichte des Büdinger Liederkranz bildet. — Der Festredner des Abends, Geheime Justizrar Rab.enau- Büdingen, zeichnete ein treffliches Bild von dem Werden und Wirken des Vereins. Schon in den ersten Jahrzehnten seines Bestehens hatte sich der Verein des Wohlwollens des fürstlichen Hauses und der Sympathie der Einwohnerschaft Büdingens zu erfreuen. Seit 1834 bestand in Büdingen ein Singverein, aus diesem wurde von den Herren Flach, Fi^, Kühn und Kaffenberger der Liederkranz gegründet. Nach den Satzungen übte der Verein neben dem Gesang die geselligen Tugenden. Die dem Verein beitretenden Fremden mußten 6 Kreuzer monatlich im voraus entrichten, ein Beweis, wie vorsichtig der Verein in seiner Finanzgebaruug war. Wahrend der Singstunde durfte von jedem Mitgliede nur ein Glas Bier oder Llpielwein getrunken werden, Branntwein wurde als nicht unbedingt nötig bezeichnet, Tabak durfte nicht geraucht werden, um 10 Uhr war Schluß. Diese an drastischen Sätzen reichen Statuten wurden später abgeändert; die letzten Satzungen datieren vom 10. April 1910. Der Verein entfaltete eine außergewöhnliche musikalische Tätigkeit und stellte sich gern zur Verfügung, wenn es galt, patriotische Feste, das heimische Schützenfest und zum Besten der Wohltätigleit vorbereitete Veranstaltungen zu verherrlichen, trotzdem seine finanziellen Verhältnisse nicht immer günstig gewesen sind. Mit Humor würzte der Redner seine Mitteilungen über die Sängerfahrten des Vereins, deren erste am 17. Juli 1842 nach Friedberg, und zwar mittelst Leiterwagen angetrelen wurde, und zwar nachts 2 Uhr mit Musik, die Rüctiehr erfolgte am über» nächsten Tage um 7 Uhr morgens. Auch - in Aufführung von Theaterstücken leistete der Verein vorzügliches. Der Redner gab daiin noch eine Reihe von Beilstielen bekannt, aus denen hervorging, daß den Mitgliedern neben Pflege des Gesanges auch der Humor nicht fremd war. Von den beiden heute noch dem Verein angehörenden Gememderatsmitglieder Hintel und Drefer stiftele der letztere anläßlich der Geburt seines Stammhalters ein Faß Bier; die bei dieser Gelegenheit geäußerten Wunsche für das Gedeihen des Jungen haben sich cifuld, denn der am 10. November 187b geborene Stammhalter ist heute der „gewichtigste" aktive Sänger des Liedertronz. Das im Jahre 1890 gefeierte öOjährige Stiftungsfest fand den Verein hinsichtlich seiner Leistungen ebenso auf der Höhe wie die stattliche Reche von Gesangwettsttetten, zuletzt dem vom Verein arrangierten im Jahre 1908. Redner gedachte unter herzlichem Ausdruck der Dankbarkeit der Verdienste der früheren und jetzigen Letter des Vereins und zeichnete in trefflichen Worten die Ideale des Mäimergeiangs, wie sie bereits vor etwa 100 Jahren durch Naegeli und Zetter eifrige Förderer gefunden, die, Pflege des Volksliedes, ben Einfluß der Gesangsweustreite und die Aufgaben, die heute an die Leiter und (Sdjüier der dem Gesang pflegendeii Vereinigungen gestellt werden. Mn deui Wunnye, daß der Gesangverein Liederkranz blühen, wachsen und gedeihen, und allezeit sein möge eine Pflegstätte des Gesangs und damtt eure Jieroe der Siaot Buoingen, schloß Justisrat Rabenau seine mit lebhaftem Beifall aufgenommene Rede. — Hierauf überreichte Kreisrat Boeckmann dem Verein unter Anerlennung der hohen Verdienste, die sich der Verein um die Pflege des Liedes erworben und unter dem Ausdruck der Zuversicht, daß dies immer so bleiben möge, die von dem Großherzog verliehene Fahnenschleife. Das von Kreisrat Boeckmami ausgeorachte Hoch galt dem Liederkranz. — Der Vorsitzende des Liedertranz, Dentist L e n h a r d , stattete namens des Vereins und mit dem Versprechen, daß der Verein allezeit die Pflege des Idealen sich angelegen fein lassen werde, den Dank für die verliehene Fahnen,cyieife ab uni) brachte ein Hoch auf den Großherzog aus. Das Schlußwort des Redners brachte den Dank des Vereins an alle Gönner und Freunde desselben zum Ausdrücke; dem an der Spitze der opferfreudigen Gönner stehenden Fürsten, der Fürstin und dem fürstlichen Hause Büdingen galt das von der Festoersammlung freudig au|genommene Hoch. — Dem Konzert reihte sich als würdiger Abschluß der Feier ein Ball an. Am Vormittag wurde dem Fabrikdirektor P o u p i ä in Anerkennung seiner Verdienste um den Verein durch eine Abordnung das Diplom als Ehrenmitglied überreicht. d. Mainz, 14. Nov. Ter 33jährige frühere Gemeinde- einnehiner von Kostheim, Franz I u n t e r, halte sich heute vor der Strafkammer Mainz wegen Vergehens im Amte zu verantworten. Die Verhaftung des Junker erregte tm Ium d. Js. großes Aufsehen, da es sich tu der Gememdelaffe um em Teflzit von 2u 000 Mt. handelte. Junker behauptete, daß er teilt Geld unterschlagen hat, er habe nur bte Bücher schlecht geführt, Posten vergessen emzutragelt und öilers zu Diel Geld heiausgegeben. Es wurde ieitgesieUl, daß Junker bebeiuenbe Betrage voll Pacht rc. von über 1U uOO Mk. gar nicht verbucht hatte. Weiln er das Geld aber nicht iuueiicl)lngeii hat, so baue nach dem Gutachten von Sachverständigen tu der Gememdetasse em Ueberschuß ,eut müssen. Er hatte auch einige Jahre den Aechuerposien der Spar- und Tarlehnskasse m Kostheim geführt und es eigab sich damals auch em Defizit voll 3700 Akk., das durch Aumahme einer Hypothek auf das Hans feiner 'Mutter gedeckt wurde. Die -Ltta-kammer nahm an, daß Jüuler einen großen Teil des Geldes des eniiiaiiOenen Tef^ils unterschlagen habe, und veruileilte ihn zu einem Iaht Gewngnis, abzüglich 5 'Monaten Untersuchungshaft. Dcrimfcbtes. * Von einem interessanten postalischen Notbehelf gibt das Kuraloriiun des Berliner Poflmuseunis Kenntnis. Vor Ponape auf den Karolinen war tm Juli d. I. ulwerhofjt Flottendesuch emgelroffen. der vom 2. dis zum 7. des genannten Monats wahne. Dec Aiamifchaneii bemächtigte sich eine solche Schreibsreudlgkett, daß die vorhandenen Bestände an Fünf- nnd Zehn-Pfetutigmarken nicljl mehr ausreichten. Die Postageulur sag sich genötigt, Zwanzig-Pfennigmarken zu halbieren und etwa 500 Postkarten mit 3 Psg. zu bekleben, die den Ueberbrutf 5 Pfg. erhielten. Die Agenttlr hat damit entgegen den bestehenden Vor- schritten gehandelt, denn es ist den Postanstalten atlsdrücklich verboten, Aushilisroerte dadurch 511 schaffen, daß eine andere Sorte von Wertzeichen mit bem Ausbruck bes Wertes ber fehlenbeu Sorte versehen ober halbiert wirb. Tie philatelistischen Feinschmecker aber finden ihre Takel jedenfalls mit einem neuen Gericht besetzt. * Warum die Leute nicht heiraten. Jahrzehntelang hat die Anschauung geherrscht, daß die Zahl der Ehen mit dem Steigen der Arbeitslöhne tvachsen. Tie Lehre, die zuerst von Mallhus aufgestellt worden war, wird aber, wie Professor Lnjo Brentano tm Sevtemberhest des .Economie Journal" nachtvetsl, durch die Tatsachen widerlegt. Denn trotz des Steigens ber Löhne ist feit 1873 in Großbritannien, Jrlanb, Ritßkanb, Ungarn, Serbien, Italien, den Vereinigten Staaten, Chile, Uruguay imb den australischen Staaten, außer Westuustralien, die Zahl der Ehen gesunken. Unter den Gründen für die Abnahme der Ehen, die für die oberen Klaffen aller zivilisierten Länder gelten und sich auch auf die niederen Klassen erstrecken, wenn man von den alleruntersten ab- steht, nennt Brentano zunächst die längere Vorbereitung auf den Beruf, und die damit znjammenhängende Hinausschiebung der Verheiratung. . Dazu kommen die wachsenden Schwierigkeiten, eine Familie zu ernähren, und die gesteigerten gesellschanltchen An or- Deruiigen. Ein wichtiger Punkt ist das veränderte Verhältnis der Geschlechter zueinander. Tie Stellnng der Frau hat sich uu Verlause der letzten Generationen vöuig verschoben. Aus einer Sklavin des Mannes ist fte zu einer Kameradin und zugleich einer ge'äyr- lichen Konkurrentin geworben. Damit ist eines der wichtigsten Motive, die die Frau zur Ehe treiben, die wirtschaitliche Unselbständigkeit, in Dielen Fällen bedeutungslos geworden. 'Mit der tvirtschaflttchsn Emanzipatton aber hat sich auch die moralische Stellung der Frau ber Ehe gegenüber oeränbert. Nicht bloß schrecken Diele Frauen mehr und mehr Don bem Eintritt m ben „Mabchenkerler utib bas Frauenarbeushaus", tute Vernarb Shaw die Ehe genannt hat, zuruck, joubein fte sinb auch ben 'Männern gegenüber krttlscher geworben, sie lassen sich nicht me.jr so leicht an einen Mann ketten wie früher. Auch bte früher so gern in poetischen Farben ausgemaüen Reize bes eigenen ehelichen Heims haben wie für Diele Männer, so auch für manche Frauen Diel oon ihrer Anziehungskraft oerloreiu Im ganzen freilich hegt auch bte heutige Frau doch uoch mehr Jllustoneu oon der Ehe wie ber Alami. Dieser hat, je weiter er gezwungeu ist, etwaige Heiralspläne hinaus- zuschteben, umsotneyr von seinen Jlliisionen emgedüßi und nur allzu ketchl gelernt, sich mit den Vergnugungei,, bte heute ben Annehmlichkeiten bes Eyelebens so ftarie Konkurrenz ttiachen, zufrteben zu geben. Für beide Teile aber gilt gleichermaßen, daß ain einem höheren geistigen Niveau bie ehelichen Jdeaie lirenger und anspruchsvoller werden. So muß Die ^aljl der Ehen eines Bockes in bem* leiben 'Mage abneijineu, wie bie 'Jlation selbst auf ber Leiter der Zivittsatton emporsleigt. Uebrigend bemerkt Brentano für bas Leutfche Retch, wo m den Jahren 1881 bis 19u0 im Widerspruch mit jenem allgemeinen Gesetz die Zahl der Ehen gestiegen ist, daß diese '«uusnatjme mit der neuen industriellen üage zusammenhange, die die Bauern in den Ltand fegt, in Die Industriezentren em- zuwandern, um dort weit früher zu heiraten, als sie es auf dem Vanöe getan haben würden. In dem bereits so lange induslnall- Herten Großbritannien wirkt die Vervefferung der petuniaren Lage unter den arbeitenden Klanen gerade so, wie unter den Angehörigen der höheren Berufszweige. * Die sprechende Uhr. In Bern, der altberühmten Stätte der Uhrmacherkunst, hat man jetzt eine neue Uhr ersonnen, die die Stunden nicht mehr schlägt, lonoern regelrecht anjagt, eine volltommene sprechende Uhr. Es handelt sich dabei um eine einfache Kombination von Uhr und Phonograph. Alle Viertelfrunde wird der tm Uhrgeyäufe verborgene kleine Phonograph in Tätigkeiit gesetzt und tiiiOet mit lautet menschlicher Stimme die Zeit. Eine einfache Vorrichmng ermöglicht es, während der Nachtflunden den Pyotwgraphen auszuschalten. Die Phonographen sind so vorzüglich gearbeitet, man fvirklich eine Menfcheu- lumme zu Horen glaubt. Verschnappt. Frau (zur Köchin): „Wie können Sie sich von meinem Manne tunen lassen?!" — Köchin: „Ich hab halt gedaa-t, es gehörte da^u, weck ich jetzt ia das beuciauoLe Stubenmädchen vertrete!" * Unglückliche Liebe. Unteroffizier: „Wie der Kerl abgemagert aussiehi! .... ^awmschke. Sie lieben wohl unglücklich?" — Krawutschke: „Jawohl, Herr Unteroffizier! .Tie Madam von Köchin meinige^ schließt alles ab!" * Küchendragoner. Haus stau: „Mit unserem neuen Mädchen scheine ich wieder eine richtige Soldatensee erwischt zu haben, die fchlägt ja jedesmal die Hauen zusammen, wenn man sie anspricht." Tie L.artlpreije für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brorpreise am 14. November 1910. Kälber Schweine Höchste Schlachlviehpreije m F r a n t \ u r 1 a. 'M. 50 Kg. Schiachtgewicht Sl—97 nck. Kg. Schlachtgew. 90-96 Pf. r 7o‘/;—72 Fleischpreise in Gießen >/, Kg. 84-92 Pfg. '/, , 88—90 e Ä^b0-96 , Getretdepreise m Akannheim Brotpreise m Gießen Weizen luo Kg. kO.ou- 21.tu Ack. Roggen 100 Kg. 15.&Q—15.75 Ack. Weißbrot 2 Kg. 52 P,g. cclnuatAbrot 2 üg. 54 l^g. folgt: Wetzen (- (- (- 1) (- (+ 2) (+ (■ (4-2'/,) (- 2) 166 ) von-btsoou-biz 50 89 allere ausgentdiieie . 45—48 86-87 46 86 42 82 47 84 41 76 28—34 62-68 57-62 95-103 Mittlere Mast- und gute Saugkälber . 52—56 87—94 Germgere «Saugkälber 46—51 78-86 Mastlammer u. jüngere Mafthammel 39—00 78—00 39 78 78—74 57 73 auSverkauft, Schaf« (- (- 57 55 (- (- (- (- 36 31 78 71 59 54 48 99 90 82 73—74 70—72 155 155 150 150 150 173 195 195 189 189 195 193 194 194 1 5 104 18J 193 200 200 2) ) 1) ) ) 1) 1) ) ) ) ) 2'/,) 1) 2) 8) ) ) 1) ) 71 65 ) 3) 1) Schlachtwenes, höchstens 6 Jahre alt 49—52 89—90 Junge, fleischige, nicht ausgeinageu und 149 165 150 1571/, 162'/, 140«/, 143 144 138 146 148'/, 149 153 154 150 139 150 150 1521/, 157*/, 107-/, 166 Mais behielt trotz hoher amerikanischer Ernteschätzung ungefähr unveränderte Preise. Ochs en. Vollfleifchige, auSgemäfiete, höchsten der Vorwoche in Hafer Mäßig genährte Kuye nnd Färsen . . K ä l v e r. peinste Mast* (Vollmilcymast) und beste «Laugtäloer 210 (- ) 205 (H-21/,) 222 (— 2) Schweine. Vollfteischlge Schweine bis zu 2 ZenMer Leveiidgewlcht 57—58 Vollsteifinige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht 57—58 Fleischige Schweine 54—56 Ueberstaiid: Rinder Ueberstand, Kälber ausverkaujt, Schweme kleiner Ueberstand. Roggen , (+ 1 Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin Akagdeburg Halte Leipzig Dresden Rostock Hambiirg Tüsjelborf Frankfurt a.M. Akannheun Straßburg Atünchen F.O. Wiesbaden. Viehhof-Marktbericht vom 14. Nov Auftrieb: Rinoer <6, Kalber 6 >, Schafe 29, Schwelue 354. Tendenz: Rmder gedrückt, Kalber gedrückt, Schate mitteb mäßig, Schtveme ruhig. Preis Durch- 1+ (+ (— (- Mäßig genährte junge und gut genährte allere 40—44 80—85 Färsen, Kühe. Vollstelschige auLgeuiasteke Färsen höchst. Schlachtwertes 45—50 82—87 Vollfieifchlge ausgemästete Kühe höchst. Schlachtwertes vis zu l Jahren. . 39—43 75—78 Aettere ausgeinafkeke Kühe und wenig gut entiviaelie juugereKüye u. Färsen 35—38 70—73 163 (+ 3) 162 (4- 2) 167 (- 1) 165 (— ) (- (- Cs stellten sich die Preise «ür inlandifches Getreide am leisten Markttage in Mark vro 1000 kg je nach Onaluat, wobei das Mehr ( + ) bezm. Weniger ( —) gegenüber Klammern () beigefügt ist, wie ' Preis Durch- pro luu Pfü. schutttspreis Lucnö. pro 100 Pfund gewichl wueno» UClUliÖC Mattle. Gießen, 11. Nov. Marttvencht. Auf heutigem Wocden- markte kostete: Butler pr. Pfd. ILO—1.25 Atk^ yuijuereter 1 St. 10—11 Vfg., Euteueier 1 Stuck 0 Psg., Käse pr. et 6—8 Ptt Kasematte pr. St. 5—6 Psg., Lattben pr. Pr. 0,80-1,00 Akk., Hühner pr. St. l,uo—1,60 WiU Hahnen pr. Stück 0,80—1,80 Akt., Enten pr. Sl. 1,80—2,20 Mk^ Gänse das Psd. 65-75 Pfg^ Ochsen- fletsch pr. Pfd. 84—92 Pfg., Rtudsieijch pr. Piund bu—04 Pfg^ Kuyfkeifch 70 Pfg., -Lchweinesketsch pr. Pfund 80—96 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 88—90 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 60—84 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kg. 7.00 bis 7.50 Mk., Weißkraut das Stück 10 bis 20 Pfg., Zwieveln per Ztr. 5,00—6,00 Aik., 'JJdlci) das ittler 20 Pjg., Birnen per Ztr. 10-20 'Mk., Aepfel per Ztr. 0 bis 10 Akk., Zwelfchen per Pfd. 00—00 P,g^ pcufse loo Llnck 40—50 Pfg., per Jtr. 0—00 Att^ Bohnen per Pfd. 00—00 Pfg. Marktzell von 8—2 Uhr. W e k l m a r f t p r e 1 \ e: Wetzen : Berlin Dez. 200.50 (— LOO); Mai 201.25 (—0.25); Budapeil April 186.30 (-t-3.45); Paris Nov. 224. 0 (.+ 2.8-'); Liverpool Tez. 155.05 t— 0.65); Chicago Tez. 139.^0 (+ 105). Roggen: Beilm Tez. 149.25 (— l.ou), Akai IÖ6.20 (— 0.75). Haier: Berlin Tez. 148.50 (— 0.00), Alai 156.50 (H- 0.25) Mk. Meteorologische veobachtungen der Station Sieben- Nov. Wetter 1910 r s E 5' ZI ES e* Ijli c *? 1-d 14. 2” 733,9 10,4 7,1 75 ' 8 14. 9« 733,5 8,1 6,4 79 SB 15. t* 731,5 6,4 6,1 86 SSE Höchste Temperatur am 13. bis 14. Niedrigne , , 13, , 14. Niederschlag. — 0,0 mm. 4 2 2 9 9 9 Sero. Himmel November — 11,1 e =• 3,2 "0« Getreide-Wochenbericht der Preisberu . wirtschaftsrats vom 7. bis 14. November 1910. In der Berichtswoche machte sich nach längerer Pausst wieder etwas mehr Kauflust aus dem Weltmartte bcuierlbar, uiu> zivar traten neben, den Mittelmeerlätivern vor allem rheinische und Antwerpener Fttmeu mit neuen Ansprüchen hervor. Mit ben gebesserten Abfatzverhälttiiiseu sieigerttn bie Exportländer natürlich ihre Forderungen. Die Belebung der ltttternehmuiigsluft und die damit vervutidene Befefttgung der Tendenz war umso bemerkenswerter als irgendwelche Aenderungen, die eine Anregung hätten bieten können, weder in der stattflischen Situation, twch in den argeittiniscyen und australischen Ernteaussichten zu verzeichnen waren. Bis zu einem gewissen Grade mag wohl das die Herbstaussaat beeimrächttgende Wetter in Francreich und die Befürchtung eurer Verminderung der Atibaufläche zu der regeren Betätigung der französischen Staufer mit beigetragen haben. Im Gegensatz hierzu waren die in allen Letten Deutschlands vor- gewmmenen Niederschläge für die Entwickelung und den Ausgang ber spat bestellten Saaten sehr willkommen. Die nach Beendigung der Feldarbeiten erwarteten stärkeren Zufuhren haben sich indes bisher Nicht eingestellt. Wenn angcfichis der verhälttusmäßig geringen Nachfrage für Weizen im Jnlande der bestehende Warenmangel nicht foiiderlich fühlbar wird, so liegt dacm immerhin eine gewisse Stütze für die Preise. Gebote für deutschen Weizen feilens des Auslandes lagen wieder mehrfach vor, führten alnr nur vereinzelt und namenllich nur für fpatcre Lieferung zum Gefchaft. Immerhin zeigte sich im Zusammenhang mit Derartigen Abschlüssen und der feileren Haltung des Welttnarttes tm Liefe- rungsgeschäsi vermehrtes Stau^ und DeckungSbedüriniS, ohne daß sich der daraus resultierende Preisfortschritt wohl zu behaupten vermochte. Bemerkenswert ist der ttnisland, daß bie Zurückhaltang des Angebots bei Roggen mehr alS bei Weizen fuhloar wurde und Hie und da die Staufer zur Bewilligung höherer Preise ver- cmlaßte. Die Lieferungspreise säpoantten bei stcklem Verkehr nur wenig. Für Hafer hielt die Nachfrage für feine Ware allgemein an, touljrenb der Absatz von geringeren Qualitäten zu den von der Provinz geforderten Preisen zu wünschen ubcig ließ. Die in der letzten Zeit merttich zurückhaltenderen rusfifchen Haferofferten zeigten heute wieder mehr '^tachg lebig kett. Futter- gerft^ war in naher Ware befestigt, sonst wenig verändert. Auch Schwachen Magen gekräftigtI Ober-Sorg, 15. April 1910. Ich fühle mich verpflichtet. Ihnen über den guten Erwlg, wetchen ich mit Blofon haue, wenigstens eine kurze Mitteilung zu machen. Ich have 2 Paiete im Monat Januar und Februar verbraucht zur aUgeinemen Kräftigung, aber besonders, weil ich tmolge schwachen Akagens öfters Erbrechen und Kopfweh baue. Ich kann Ihnen nun mit Freude berichten, daß geradezu ein Wunder an mir vorgegangen ist, denn ich habe seit dem Gebrauch Ivies Präparates abiviut nichts mehr zu klagen. Bin wieder der frische uno sröyttche Mensch wie ehedeui. Kraft und Energie haben sich gehoben und ich sehe viel besser aus. Mit Geschmack und Beköuiuitichkeil bin ich sehr zitti'ieden. Ich sage Ihnen herzlichen Danr. Hvcpachleuü! Fräuleiv Emilie Weber, Ober-Sorg, Post Renzendorf tObeihessenl Umerichrifl beglaubigt: Lutz, Gerlchtsafseyor ats Vertreter des ^ioiars Jumzrat Heinrich Reh. ibiofon 111 das beste und billigste Slrustigungsullttel. Paket 3 Mt. in Apolyeren, Drogerien. (b24/Ä „Ich war am ganzen Leibe mit LZW gz o a behaftet, welche mich durch das ewige Jucken Tag mck» dtacht B hh ffe ge W hö Nicvt üi vtuhe Heuen. Nach K J&® H ü S B B ■ einer Einreibung von kaum 8 61 Ns B HÜ ig B sffi Hl 11 Dagen UO ^ruuer'o Patcut' ■ g HA 8 V w w 8 8 Mcdiztuat-«etie waren nt Flecyieii vouh. vericvwund. Ihre Seife ist nicht 1.60 Mk., foni). 100 Act. wert. Sergeam 'M. ui G " ä Srck. 50 Psg. il57°ig) u. 1.50 Utf. (35°,oiß, stark,tc Soem). Dazugeh. Zuck°L--Creme 75 Pfg. u. 2 1ÜL in tamtL uu>otb., Drog. u. 4,arf. ist man *... maca u>„ eine Erkältung cia und die dumme ist öfter belegt und heiser als frei. Das lästige Gefühl der belegLenbtiuuue vergeht, sobald mau ein paar \\ y bert - Tabletten zu sich nimmt, die immer zur Hand sein müssen und iu allen Apotheken 1 Mark pro Schachtel koaten. Bei Erkältung Underu sie den Hustenreiz und bringen den Katarrh schnell zmn Schwinden. Depot in Giessen; Pelikan-Apotheke, Kreuz 2. [ss% Wenn ich huste 6’ Wochentag» 8 Uhr. Anfang Sonntags 5 Uhr. Za haben In allen Apotheken nnd Drogerien. Biograph 0614 Ploekstr. 12 Ploekstr. 12 Beate bei normalen Preisen Bahnhofstrasse 54 09608 Bahnhofstrasse 54 E Großes sensationelles Programm Fernsprecher 231 Pahnhosstrasie 27 Koloss eum W alltorwtraße Dir. Th. Bösch Gießen s 006Ä Der Schlager der Saison. Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen ll n ä re. Der Vorstand. ll , 1560 ll , 2008 fr :A ■ 500 200 und nicht mehr schlucken kann, dann beiten mir sm besten 600 200 100 91 V n , ii , ES wird 1246, 1294, 1306, 130/, 1308, 1311 IM 1347, 1348, 1379, 1688, 1775, 1870 1904, 2000, 2072, 2100, 2132, 2191, 2208 metftet und Lehrer forme hie Herren Geistitchen Versammlung sreundltchst etnladen, er.uc^en nm llchsle Berbrettung dieser Belanntmachung. ließen, 7. Nov. 1910. Der Vorstand deS Krs-tSvereinS Gießen. I. L.: llr. M e r ck, RegieruugSrat. i Erste Sendung Mittwoch früh 9 Uhr eintrrffend. Prima «ngellchellsische, 1—4 pfüudig | ff. Kabliau. topft., Psd. 36 Ps.. imAuSschn.Psd.SVPf. | Frische Bratsischc, See-Aal, Hecht j Heilbutt, Goldbarsch, Natzungen alle- frisch, erstklassig in Qualität. Spezialitätcn-Theater ersten Ranges Heute abend ®,"ör grosse Abschieds-Vorstellung. -J® Auftreten aller engagrertcn Kräfte, &um Schluß Hie Ballettschule ergreifendes Drama. Der verliebte Zwerg, (türmte «xttafeh. Lach-Kuplet, Lonblld, tolonert Für AdrvNM«nungabe von Herren Absolventen der tierärztlichen Hochschule z a b l t höbe Provision. Geil. Offerten erbeten sud L. 11. an Itudoif Moese, Ulm a. I). */» Mittwoch de» 16. November (preufriicher Bub- und BeUag) zwei groge Borilellungeu: München in Giessen a Hetz, a Gaudi; Original-Arrangement beß frestwtrtS Hölz! anS München, echt Münchner Humor, 25 Personen. Tfr Anjana nachmittags 4 Ubr und abends 8 Ubr. ~SS Eintritt: Loge 1 IRL, 1. Platz 50 Pfg., 2. Platz 30 Pfg., Galerie 15 Pfg. 9tR=imtn Wiener Damenorchester. ®^to bei der Lttueldeutichen Mreöilbant zu Frankfurt a. 'ÖL erfolgen kann und datz die Verzinsung mit Ende Februar 1911 aushort. Von den in früheren Jahren auSgelosten Schuldverschreibung« sind noch nicht zur Rückzahlung vorgelegt worden: Serie 11 Ar. 971 über 1000 ML. [eiasle schwere hayerisebe i« Prim Iriscte Store Neue Hülsenfrüchte Erbsen, Linsen, Bohnen, Reis, Gries, Hafer- stockcn alles von den btlligiien biß zu den besten Preislagen. Aufbewahrung in eisernen Standfässern, ob* geschloffen von Staub und Ungeziefer. ___________ ______B5a Montag, 21. November, vormittags 14 Ubr beginnend, werden etwa 130 städtische Trtebvtertel zwischen Kaner-Allee und Mittelweg gelegen sowie ein etngefrtedigter Garten am oberen Eichweg aus 6 Jahre meistbietend verpachtet. Zusammenlunft aus der HatievtlUee, Ecke der Wolfftrabe An demselben Lage, nachmittags 2'/, Ubr begtunend, werdeo Ein längerer intelligenter Schreibgebilse ljedoch nicht unter 17 yahiens wird zum ttlsboietnen Eintritt gesucht. Bewerbungen mit Lebenslaus und Leugn» .loicbtifien sind unter Angabe der GehaltSansprüche aiSbaid bei der Bürgermeisterei einzureichen. IBU/U Sch uh’s Jugend in Stadt unö Land", ö. Anträge und Mitteilungen. Indem wir die Mitglieder des BereiuS und aUe sonptgvn Freunde unserer Beftreoungen, inSdes. dre Herren xkirgec» zu dreier um mog- i 1000 134L Giessener Eisverein E.V. Eintrittsgeld M. L-, Jahresbeitrag M. 3.— Der BeretnSdiener Adots Schwan wird in den nächsten Tagen die Mngliedstaiteu zuuellen und den Beii.ag erheben. Die für KamUleuaugebörige benörtnenben Beikarten zum BorzugSpreije von 50 Pfg. wolle man von beui Vereinsdiener gleichzeitig entnehmen. Nach Erönuung der Vahn bezogene Beitarien kosten Ml. L—. Leikarten tönnen nur für die Hausstands* Mitglieder der engeren ^amilie verlangt werden vnb find nicht übertragbar. Mißbräuchliche Benutzung dieser Marien zieht zunächst den fotoritgen Ausschluß aus dem Verein nach sich und wird gegebenenfalls gerichtlich verfolgt. Neuanmeldungen lüunen beim Bercinsdtener oder auch bei Herrn Ernft Balser, Mausburg erfolgen. vw/u Giehen, 12. November 1910. Die heuen hessischen Volkwblftlter schreiben : .. . ein vortreffliches Buch. ... Ls ist ein über den Tag hinaus bedeutungsvoller Beitrag rar deutschen Literaturgeschichte. Die Frankfurter Zeitung schreibt: Was Neurath im allgemeinen Ober die Kunst liulzamers sagt und im besonderen über die einzelnen Dichtungen, kann man Im großen und ganzen unterschreiben ...... namentlich in der Bewertung und Hervorhebung des Lyrikers LL, in der richtigen Abschätzung seiner meisterhaften Kunst im Erzählen seiner ausgeprägten Eigenart in der Schreibweise und seiner grossen Betätigung zum Essayisten, in der Analyse seiner besten Prosawerke. !>r. Strecker in den Oberhessisthen Volks- bliknern: Diese Lebensskizze verrät überall einen verständnisvollen, tiefempäudenden Verfasser. Hotel Schütz Vom 1. bis 16. November 1910 Grosses Konzert der überall sehr beliebten Schwelger- und KoNchatlieder-SAnger- und Schuhplai tlerTUnxer-Geaellnchaft Schweizer Nachtigallen im Nationalkontüm verschiedene Grundstücke und Gärten der Stadt, der Armenkasse und des HofvitalS auf dem Nahrunasberg, am Altenfeldweg, am Riegelpfad, auf dem SelterSbreg und am Aulweg auf die Dauer von 6 Jahren anderweit verpachtet. Hufammentuilft auf dem Schiffenberger Weg, Ecke der Bergftr. Lltuoch den 23. 'November, nachmittags 21/, Ubr begimieitd, werden verschiedene Gruirdstücke der Armentasse und deS städtischen Hospitals am Hohleichweg, bei dem Schlachthob im Neustadterfeld und in der Schwarzlach aus die Dauer von 6 Jahren anüerwell verpachtet. Zusammenkunft aus der Rodheimer Strasie am Schlachchof» eingang. Die am 27. Oktober stattgefundene Verpachtung von Trieb' viertel und sonuigen Grundstücken ist genehmigt. Die Pächter werden aufgesordert, binnen 8 Tagen aus der Bürgermeiuerei. Zimmer Nr. 15, Bürgschast zu teilten.______________ Bu/n Die zur Erweiterung der Schlachthoianlage nötige HerilcÜung von Terrazzosuhbödeu sowie iLicferung und Verlegung eines ParketvobenS soll lluontag, den 21. November, vormittags 10 Ubr öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen aus unserem Hochbauaml zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind blS zum genannten Termin dorthin emzureicheu. lBuhi Herbstkonttoll-Versammlung. Es baden aus der Stadt (Stehen auf dem Hofe der alten Kaserne am Landgraf Philipp Platz zu erscheinen: L Offiziere, amtaidoifixiere und Beamte der Reserve, (kleiner Diensianzugj; 2. Die Mannschanen der Reserve, sowie die zur Disposition der Truppenteile und Grsatzbehörden Entlassenen aller Lsaffen, einimlietziich nur Garntfo-ndtenitfähtgen und zeitig freit)* und Garnisonoiensl u n fähigen- 3. Dtetenigen der Landwehr L Aufgebots angehörigen Mannschasten, welchen em bdonoeret GestellungSbeehi zum Gricheinen bei der Herbstkontrollversammlung zugehi; und zwar: 23. November, 2 Ubr nachmittags» Jahrgänge 1903 und 1904 aller LVagen, sowie die unter Nr. 3 Ausgesuhrten Landwehr 1. AulgeboiSs, denen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Ziontrollversammlung zugeht. 24. November, 0 Ubr vormittag-, Jahrgänge 1906 und 1906 aller Amgen. 24. November» 2 Ubr nachmittag-, Jahrgänge 1907 bis 1910 aller Wagen, sowie die oben unter vir. 1 Auigenthrren aller Jahrgänge und Waffen der Reserve (CffUiere pp.j. fr*r die auf Vabnbos Gtesreu beschäftigten Beamten und Arbeiter auf Baonoof Ojicncn. L6. vrovember, v Uhr vormittag-. Sämtliche Mannschaften, soweit ne nicht von der Bapn als utiabloinmlicb bezeichnet werden. Dir Ersatz'Nejervitteu haben bei der HerbUtoutrollver- sammlung nicht zu cr,cheinen. Es wird folgendes erinnert: 1. Befreiungsgesuche sind bis spätestens 8 Tage vor dem Appell durch den Lezirlsfeldwebei deS HaupimeldeamtS einzureicheu und müssen durch die Burgermeiiterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein Berucknchtigung kann nur m den dringendnen Fällen staltsinden. 2. Jeder zcontrollpflichtige ersieht die ^ahreSklaffe, zu bet er gehört, aus dem Deckel seines MilitarpaiscS. 3. Die Militärpaise mu eingellebter roter ÄriegSbeorderung bezw. 'Magnotiz und J-ührungszeugniS sind mitzubringen. 4. Die kieuie hallen in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen, Stocke, Schirme, Pfeilen und Zigarren und vorher weg* zu legen. 6. Sämtliche Mannschaften stehen wäbrend deS ganzen Kon* trolltages bis einichilevUch Mitternachi unter dem 'Militär* gesey. Demgemäh werden auch Unpünktlichkeit und Per* säumuts der Kontrollversammlung beitrait. IB^/y Soeben erschienen and durch die Buchhandlungen zu beziehen; Beiträge zur Literaturgeschichte, Heft 59. Wilhelm Holzamer von Karl Neurath Preis L— Mk. Verlag für Literatur, Kunst und Musik, Leipzig, gtliaiinimadjimg. Mittwoch den 16. November 1910 nachmittags 31/2 Uhr findet im Cafä Ebel in Gießen eine öffentliche Versammlung des Kretsvereins Gießen desHessischenVereinssürländlicheHeimat-, Wohlsahrt-undLunstpslegemU folgender Tagesordnung statt: 1. Rechnung für 1909, 2. Voranschlag für 1911, 3. Wahi eines Vorsitzenden, 4. Vortrag deS Herrn Hauptlehrerr Storch zu Butzbach über bad Tyema: „Die Deoeutung der Spiele für die törperlühe und geistige Gnlwickelung der Unser großer Original - Weltschlagcr welcher unter Zugrundelegung des betaunreu Sio maus „Die weiße Stlaviu", von Margarethe Böhm, der aus Wunsch Kaiser Wilhelms ins Deutsche über- setzt worden ist uud vom „Verein zur Betämpiung de- iuteruationaleu Mädchenhandels" wärmstens empfohlen wtrd, inszeniert ist. = Heute neues Projramm. = Stürme des Lebens großes realisiertes Drama von Viktor Jensen -iünstlcrstrciche Originelle Humoreske Das Amulett spannendes Drama, frarbenkinematographte Nic Sinftr, öcr gcjdjictte ScWtiii Humoreore Von Interlaken nach Brienz sehr üntrefionit Naturaufnahme Tonbild: La Traviata II. Akt Gebrüder verdnx Mitglied der Nabatlsparvercinigung. DerToöuoil-wasilaiiii? Volkstümlicher philosophischer Vortrag (mit freier Aussprache and Frage-Beantwortung) Friedrich Jaskowski» Hlttwoch, 16. JWoTt 81/, Uhr« Im Hotel Einhorn EintnbUkarten k 1 Mk. (reservj and ä 0X0 Mk-, Studenten- karten K ÜJO Mk. (offener Sitzplatz) im Vorverkauf in der Hof- und Univ.-Buchhandlung August Frees und an der Abendkasse. Bei der in der Sitzung der Stadwerordneten-Berfammlung vom 10. dieses Monats vorgenommenen planmäßigen Perloiuug der am 1. März 1911 zur Rllckzabluno kommeudeu Schuld* verfchreibungcn des Aulebens der Stadt Gieffru v. Jabre 1901 wurden folgende Stücke zur Rückzahlung bestimmt: Serie 11 dir. 9b, 109, 119, 165, 240, 243, 312 ä 2000 374, 434, 475, 529, 556, 557, 749, 775, 793, 819k 820, 838, 849, 929, 1048, 112L 1162 ---- in 2 Teilen 700 m laug. Das grätzte Kunstwerk der Gegenwart. I. Teil: Die Entführung des Mädchens aus dem Elternhaus durch den Mädchenhäudler. 350 in laug. II. Teil: Tie Befreiung des Mädchens u. die Festnahme der Perbrechcrgesellschaft. 350 m lang. Loticheiis Ä* Elgmenl zum Wälzen. Stereoskopische Blumenstudie ptachlige Naturaufnahme. Eine Jngdgeschichte, humoristisch. 2252, 2401, 2438, 2460, 252b, 2547 _ dies mit dem Ainügen zur öffemlichen KeunmiS bracht, da» die Einlösung dieser Schuldverschreibungen bei der Siaditasse in Gichen, bei dem Banlhause Delbrück, Veo L Go. zu Berlin und 7^)Y t.