Air. 219 Zweites Blatt 160. Jahrgang Montag 19^ September 1910 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag«. Die „Siebener Zamllkenblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, da« „Krtisfclatt für de« Kreis Eietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniverffitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktiön, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Die Wahlen in Südafrika. Als. die beiden Burenstaaten, Tvcrnsvanl- und Orrmje- republik, inr Jahre 1902 mit England den Vertrag von Vereeiriaun-g schlossen, hätten sie sich wohl nid)t träumen lassen, daß gerade die Bestimmung, die den Buren das stecht der Sewstvermaltung verbürgte, bereits sieben Jahre später den Grundstein dafür abgeben würde, Transvaal und Oranjerepublik mit den alter: britischen Kolonien, Kcrpland und Natal, zu einem Staatenbrrnd, den „Vereinigten Staaten von Südafrika", zu verschmelzen. Engländer und Buren, die sich so lange und so erbittert bekämpft, jetzt Freunde und Angehörige eines Staatskörpers — wer hätte das - zu Anfang dieses Jahrhunderts zu glauben gewagt! JInb , doch erwiesen sich die wirtschaftlichen Bedürfnisse Süd- ; | afrikas stärker als die zunächst noch bestehende Feindschaft der es bewohnenden Nationen, und in London war man klug genug, eiltzusehen, daß das britische Südafrika von 3 i einer ^Verschmelzung der holländischen mit den britischen Elementen nur Vorteil haben könnte, nicht nur bei der i i Gemeinsamkeit der Erschließung des Landes und seiner Hebung auf ein höheres .Kulturniveau, sondern auch bei seiner Stellung gegenüber der starken Eingeborenenbevölke- i rung, deren Zuverlässigkeit nicht über allen Zweifel er- ' haben ist. So bereitete man in London einen Verfassungsentwurs j für die südafrikanische Union vor, der schließlich und um so eher auch die Billigung der Buren fand, als darin keine Unterschiede zwischen Briten und Buren gemacht wurden, wenn man es auch in Burenkreisen bemängelte, daß Cin- - geborene, die einem gewissen Zensus genügten, das aktive > ' Wahlrecht haben solkten. Nach dem Verfassungsentwurs ' tür die südafrikanische Union, der im August 1909 von ■ beiden Häusern des englischen Parlaments und zur näm- ; lichen Zeit auch von den vier Kolonialvertretungen >an- • genommen wurde, steht an der Spitze der Union ein vom König von England zu ernennender Generalgouverneur, ' dem ein aus höchstens 10 Männern zusammengesetzter Ministerrat an die Seite gestellt ist. Das Parlament besteht aus dem 40 Mitglieder zählenden Senat und dem 121 Mit- ; glieder umsaMnden Abgeordnetenhaus, von denen 51 auf . die Kapkolonie, 36 auf Transvaal und je 17 aus Natal und Oranjestaat entfallen. Die beiden Nationalitäten weiter versöhüen und die ersten Parlamentswahlen, die noch auf Grund der bestehenden alten Vorschriften für die vier einzelnen Kolonien stattsinden mußten, zu leiten, siel neben dem ersten General- gouvemeur der Union, Mr. Herbert Gladstone, dem ersten Ministerpräsidenten, dem aus dem Burenkriege bekannten General B o t h a, zu. Es war dieses immerhin ein schweres Stück Arbeit, bei der es sich für General Botha um seine Stellung handelte, da die Verfassung verlangt, daß auch die Minister Parlamentsmitglieder sein müssen, und ein ungeschriebenes Recht, das in gleicher Weise in Großbritannien, wie in seinen Kolonien gilt, ihnen nahelegt, Kurück^utreten, falls sie im Parlament über keine ausreichende Majorität : verfügen. Ministerpräsident Botha hatte aber für sich und sein Kabinett, wenn er auch anerkannter Führer der Buren 1 war, bei den Parlamentswahlen um so schwerer zu kämpfen, als er in dem Führer der Afrikander, also der englischen Partei, einen nicht zu unterschätzenden Geaner in Dr. Jam eson, dem früheren Premier der Kapkolonie, hatte, ; und überdies die Negerbevölternng wegen der Haltung der Burenpartei in der Eingeborenensrage nicht für sie zu haben war. So spitzte sich, der Wahlkampf zu einer persönlichen . Fehde zwischen General Botha und Dr. Jameson^zu. Denn, Sozialdemokratischer Parteitag. ■4 Magdeburg, 18. Sept. Mit einer Begrußungsversammlung im festlich geschmückten Saale des in der Nordvorstadt Magdeburgs belcgencm „Luisew- Parks" begannen heute hier die Verhandlungen des diesjährigen Sozialdemokratischen Parteitages. In dem überfüllten Versammlungslokal sitzen an langen Tischen die von den Lokalorganisationen der Partei in allen Teilen des Reiches gewählten Delegierten, ferner die Reichstaqsabgcordncten, unter ihnen die in den sieben Nachwahlen gewählten sozialistischen Vertreter, deren bemerkenswertester Kopf der frühere Pastor Paul Göhrc ist, und die bekannten ^Gewerkschaftsführer. Bor der Rednertribüne zieht sich der langgestreckte Tisch der Presse hin. Hier haben etwa 100 Journalisten aus Deutschland, Frankreich, Oesterreich, der Schweiz, England, Belgien usw. Platz genommen. Die Musik spielt „Mädel klein, Mädel fein" und anbtrre schöne Lieder. Vor dem Lokal mustern zlvei Schutzleute die eintreffenden Delegierten. In einem Nebenraum ist ein besonderes Parteitagspostamt untergebracht. Ms die Massen im Garten immer stürmischer nach einer Versammlung verlangten, bestieg der Vorsitzende der hiesigen Organisation, Holzapfel, die im Garten aufgebaute Tribüne, um die im Garten erschienenen Vertreter der deutschen Sozialdemokratie namens der Magdeburger Genossen willkommen zu heißen. Hierauf nahm der 9fbgcortmete Ledebour das Wort: Der Parteitag ist in einer kritischen Zeit für die Geschicke Deutsjch- politische Tagesschau. Der Inhalt der Milit'ärvorlage. Die „Post" glaubt, in der Lage zu fein, jetzt, nachdem die Heeresnovelle das R e i ch § s ch a tz a m t passiert und in seiner vorläufig abgeschlossenen Fassung, während der Manöver, die kaiserliche Genehmigung erhalten hat, foli gende Angaben über die dem Reichstage zu unterbreitenden Forderungen machen zu können: Es ist zunächst und als im Hinblick auf den in Frankreich bestehenden Vorsprung notwendigste Forderung die Aufstellung von M a s ch, i n e n g e lv e h r - K o m. Pag n i en für die Infanterie vorgesehen. Ebenfalls dringlich ist der Ausbau der technischen Truppen, die zusammen mit den um je eine Kraftwagen-fKompagnie zu vermehrenden Train-^Batailloncu der neuen General- Jnspektion der Verkehrstruppen unterstellt werden. Beil diesen Kompagnien soll in Zukunft die Ausbildung der militärischen .Kraftwagenführer erfolgen, von denen die mobile Armee, dank des bei den 2. Staffeln geplanten Ersatzes des tierischen Arges durch den mechanisck^en, sehr starken Bedarf haben wrrd. Von der Gliederung des Trains in Regimenter bleibt vorläufig abgesehen. Sämtliche Neuformationen und Forderungen der Vorlage werden bi§ 1914 geftaffeit. Für dies Jahr^erst, das dem Reiche durch Freiwerden gewisser Einnahmen größere finanzielle Bewegungsfreiheit gibt, bleibt auch die für die 37. und 39. Division in'Allenstein und Colmar i. E- abgesehen von der Eingeborenenfrage, unterschieden sich die Wahlprogramme der Nationalpartei (Botha) und der Unionspartei (Dr. Jameson) in nichts. Beide verlangten, eine Ausgleichung der Gegensätze zwischen Engländern und Buren, beide die Förderung der europäischen Einwanderung, aber Ausschließung der asiatischen, beide eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, der nationalen Verteidigung, der Staatsverwaltung und die Förderung des Eisenbahnwesens, der Minenindustrie, sowie oer Landwirtschaft. So war es ür die Wähler, wenn man von der Arbeiterpartei ab sieht, )ie kaum von sich reden gemacht hat, von vornherein schwer, ich zwischen Nationalisten und Unionisten zu entscheiden. Höchstens konnte neben der Eingeborenenfrage, die Botha aus der Parteipolitik ausgeschaltet wissen wollte, während Dr. Jameson hierbei mit der Wurst nach der Speckseite warf, die Nationalität und der Charakter der beiden Führer ausschlaggebend sein. Es gruppierten sich auch tatsächlich während des Wahlkampfes Die Engländer um Jameson, die Buren um Botha, nur, daß unter den ersten nicht dieselbe Einigkeit herrschte wie bei den Buren, da -hier gewisse Wählergruppen in Transvaal und Natal zu Botha abschwenkten, teils, weil sie den Einfluß des Minenkapitalismus bekämpfen, teils, weil sie auf die Kapkolonie in punkto Eisenbahnen eifersüchtig sind. War wegen der Ähnlichkeit der beiden Parteiprogramme und der Undurchsichtigkeit der südafrikanischen Verhältnisse bei diesen ersten Parlamentswahlen trotz aller Teilung in Nationalitäten der Ausfall der Wahlen schwer vorauszusagen, und konnte man daher auf mehr oder minder große Ueberraschungen gefaßt sein, so hat das Ergebnis der Wahlen, die am 15. September stattfanden, dennoch alle Vermutungen über den Haufen gestürzt. Denn schwerlich hat man damit gerechnet, daß es die Nationalisten auf eine so schwache Mehrheit bringen würden, und daß drei Minister des Kabinetts Botha, darunter dieser selbst, nicht gewählt werden würden. Das Gesamtergebnis der ersten Parlamentswahlen in der südafrikanischen Union ist daher eine Krisis, die, wie die Verhältnisse einmal liegen, schwer auszugleichen sein wird. Kapstadt, 17. Sept. Eine Blättermeldung aus Pretoria besagt, man habe Grund zu der Annahme, daß B otha den Plan hege, seine Demission einzureichen. ^Eine Krisis bestehe sicherlich. _________________________________________________________ lands zusammengetreten. ' steigt überall der Unwille .über die unglaubliche Fina ",7 mi_J der Regierung und der. herrschenden Parteien, uiü> -^^..^-nat $u Monat .steigert sich dieser Unmut zum tiefen ^rü-Vy\nw>iber den den breiten Massen auferlegten Opfern an Geld in F* * un von Steuern aus Lebensmittel, Steuern, die dazu dienen, eine stetig wachsende Hecres- m a ch t zu Lande und zu Wässer und ne u e r di n g s auch in der Luft zu unterhalten. Daß dem Volke diese ungehmren Lasten guserlegt lverden ohne Rücksicht aus die Lage der arbeitenden Klassen, das danken wir dem Einfluß reichster, ivenN auch kleinster Klassen in DeutsckHand, dem Agrarier- und Junkertum. Das wird nicht früfc ^'Jcr werden, als nicht die brätelt Massen des Volkes eütgr*cien- /Daß dies geschehen ivirb, zeigen die Nachwahlen zum Re^änötage den Landtagen. (Stürmischer Beifall.) Acht neue Kollegen find durch die letzten Nachvahlm in den Reichstag gekommen, unb wenn erst die allgemeinen Wahlen kommen iuterben, ba^n wird ein gewaltiges Strafgericht hereinbrechen' über bic jetzige Cligue im Parlament. (Erneuter Beifall.) $f$cr Einzelne von uns ist berufen, mtt* zuwirken, daß sich diestr Ansicht rorit über Erwarten erfüllt. Wenn noch ein Zeicheist notwe^ig ioar, um anzukündigen, daß das Morgenrot der Freiheit it Deutschland heraufzieht, so mag man an die K u n d g e str n n g Wilhelms II. in Königsberg denken. Der Rednei> TritiUrt diese Rede, die das Sturm- s i g n a l zu Versa st's u n L> - und V o l k s k ä m p f e n gewesen sei und bedauert, daß klein ^?inz von Preußen infolge seiner eigenartigen Erziehung zu^,olck>en Ansichten kommen konnte, wie sie der Kaiser in Königsberg äußerte. Einer muß den andern zum kämpfen veranlassen, dann wird sich im Hinblick auf die kommeubc große Zeit das Ziel Deutschlands, der Sieg der Sozialdemokratie erfüllen. Hierauf begrüßte der Däne Stauning (Kopenhagen), der geistige Leiter des Jntenrationalen Sozialistenkongresses, die Versammlung. Sodann erschien, ebenfalls stürmisch begrüßt, Rechtsanwalt Frank (Mannheim), einer der badischen Bud- getbewilliger, auf der Tribüne. Er kritisierte die letzte Rede des ^onprinzen, der sich dagegen gewandt habe, daß das deutsche Volk internationalisierenden Tendenzen huldige. Nachdem der Vater anderthalb Jahre geschwiegen, jetzt aber wieder rede, habe auch der Sohn mit Reden angefangen. Man könne nur den dringenden Wunsch haben, daß das Beispiel des Kronprinzen nicht von allen seinen Brüdern geteilt werde, sonst würde die Sozialdemokratie mit Protestversammlungen gar nickst mehr nachkommen. Die letzte Schiefertafel. Diese Ueberschrist ftaimnt eigentlich aus Chamissos „Salas h Gomez", sie gewinnt aber augenblicklich für uns eine aktuelle Bedeutung, nachdem in jüngster Zeit nun au!ch! die bayerische Schulverwaltung der guten alten Schiefertafel den Krieg erklärt und bestimmt hat, daß die lleinen ABC-Schützen künftig Ihre ersten kalligraphischen Uebungen gleich mit Tmte im Schreibheft vornehmen sollen — also gleich schwarz aus weiß, nicht mehr weiß aus schwarz, wie in unseren eigenen Kindheitstag en. Damit ist die Schiefertafel nachgerade museumsreif geworden, denn in den meisten Volksschulen Deutschlands ist sie jetzt gar nickst mehr oder nur noch in der untersten Klasse im Gebrauch, und gewöhnlich nur bet den Knirpsen männlichen Geschlechts, nicht bei den Mädchen. Die Zeiten sind somst vorüber, wo sich Versündigungen gegen Kalligraphie und Orthographie schnell und widerstandslos mit dem Schwämmchen oder dem naßgemachten Finger aus der Welt schaffen ließen, und der Ernst des Lebens mit seinen Verantwortungen sängt für das Heranwachsende Geschlecht wieder um eine Zeitspanne früher an. r Seit wann die Schiefertafel der Menschheit gedient hat, ist schwer zu sagen. Die Babhlonier und Assyrer ritzten ihre Keilschrift in ftische Tontäfelchen, die hernach getrocknet unb leicht gebrannt wurden, und die Aegypter schrieben zwar auf Papyrus und geglätteter Haut, aber auch auf dem sogenannten Ostrakon, der Topfscherbe oder dem Splitter weißen Kalksteins, und zwar bis in die römische und arabische Zeit hinein. Das Ostrakon diente zu gewöhnlichen Zwecken, zu denen Papyrus zu schade war: für kleine Rechnungen, Quittungen, Listen, unwichtige Briefe, Nottzen und Schreibübungen, obwohl von allers her für Unterrichtszwecke auch weiß gestrichene Holztafeln, von denen mc Schrift leicht abwafchen ließ, in Gebrauck) waren. Demnach i|t anzunehmen, daß der leicht spaltbare Tonschiefer dort, top er vorkam, schon in alter Zeit nicht nur zum Eindecken der Dächer, sondern wie das ägyptische Ostrakon ebenfalls zum Wtayreiben kleiner Notizen benutzt worden ist. Solcher Tonschiefer, der sich in Platten leicht spalten und schleifen läßt, ist bereits vor ^Jahrhunderten im englischen Wales bei Port Madoe, Bangor, Port Penrhyn und Carnarvon, in Frankreich bet Alligers und Ja- mogne und in Deutschland bei Nuttlar an der Ruhr, &mb am Rhein und Lehesten gebrochen worden. Daß er .aber chon den lugendlicheii Scholaren der in karolingischer Zeit zahlreich errichteten Schreibschulen zu Hebungen niederen Grades gedient hat, ist nicht anzunehmen, beim diese Sclstiler wurden sehr schnell in mediaö res geführt. Die damalige llntemchtsmethodc, im Schreiben muß eine vorzügliche gewesen sein, waren doch sonst die ausgezeichneten Leistungen der karolingischen SckMibkunft und Buchmalerei, wie sie in den Klöstern St Gallen, Aachen, Fulda, Tours, Rheims, Metz, St. Denis, Corbid und Orleans hervorgebracht wurden, kaum zu erflären. < Auch die Folgezeit gibt von der Schiefertafel keine Kunäe. Für llnterychtszwecke scheint die Schiefertafel erst iM 17. Jahrhundert aufgekommen zu sein. Jedenfalls ist sie un 18. Jahrhundert schoii sehr gebräuchlich gewesen, besonders am Rhein, wo sie in Köln einfach „Lei", wohl nach dem englischen „laber", genannt wurde. Bezugsquellen gut ab geschliffener und gerahmter Schiefertafeln und brauchbarer Griffel sind Lehesten, Grafenthal und Steinach im südöstlichen Tbüringer Walde. Int Gräfenthal geschieht die Herstellung der Tafeln im Wege der Hausindustrie. Steinach liefert vorzugsweise Griffel, da sich hierfür in seinem Forst besonders geeignete Brüche finden. Bevor der Schiefer für Griffel zur Verweridung gelangen kann, muß er eine Weile im Keller feucht aufbewahrt werden. Nach alter Methode wird er dann in Griffelform gespalten^und jeder Griffel mit dem Schabmeißel abgeschabt und zum Sch^st geMiffen, nach der neuen Methode besorgen Maschinen das Spalten, Bestoßen der Kanten, Abrunden und Glätten, und zwar die beiden lebten Stadien der Herstellung in der Weise, haß' die Grifft! burd) eine Scheibe mit Löchern zwei- bis dreimal hindurchgetrieben werden. Mit der Tafel wird nun auch der Griffel bald genug aus unserem Volkshaushalt verschwunden sein. Hat ihn dock auch Klio, deren Prädikat er bekanntlich ist, dem Vernehmen nach längst mit ehumi — Füllfederhalter vertauscht, um den gesteigerten Ansorderungeii unserer Zeit nachkommeu zu können... * — Goethe un d die Weimarer Straßenjungen. Eine recht aktuelle Beschwerde Goethes an die Großherzogliche Sächsische Landes-Direktton, die gerade in bieten Tagen des reifen Obstes und der ausplatzenden Kastanien wohl mancher ftiedliche Bürger sich zu eigen machen möchte, ist in dem neuesten, bei der Dieterichsckftin Verlagsbuchhandlung in Leipzig erscheinenden Goethe-Kalender zu lesen, den nach dem Tobe seines Begründers Otto Julius Bierbaum der bekannte Goethesorscher Carl Schüddekops heraus- gibt. Unter dem 15. August 1817 nimmt sich hier Goethe „die Freiheit", auf einige in den Promenaden verübte Unarten aufmerksam zu machen: „In der Ackerwand steht cütc Reihe Kastanienbäume, so nun die Früchte einigermaßen zu reifen anfangen, werfen bic Knaben mit Steinen darnach, ohne sich im muibcftai um die Vorübergehenden zu bekümmern. Ferner wird man nicht nur auf gedachter Straße, sondern auch in den Gärten belästigt: nach Obstbäumen, die an der Mauer her stehen^ werfen unbändige Knaben, bei noch völlig unreifen Früchten, Steine, ja Knittel, und der Besitzer, in Gefahr auf eigenem $runb und Boden verletzt zu werden, sieht sich in der Hoffnung getäuscht, seine Früchte zu genießen. Ja was ganz seltsam scheinen muß, dasselbe geschieht mitten im Winter an unbclaubfen Bäumen, auf denen nicht etwa ein Nest oder sonst etwas zu bemerken ist: welches Aufmerksamkeit oder Begierde erregen könnte. Wie denn der Gensdarmes Senger, dem ich die bis in die Mitte meines Gartens geflogene Steine vorgewiesen habe, bezeugen kann. Möge cs einer hohen Behörde gefallen, diesen, die öffentliche und private Sicherheit gefährdenden Unarten durch weise Anordnung Md kräftige Maßregeln für die Zukunft zu begegnen. Weil ich nicht gern! in meinen Privatangelegenheiten den höheren Behördeii beschwerlich falle, so hielt ich Vorstehendes eine Zeitlang zurück; da ich aber nach meiner Rückkehr von Jena, bei gegenwärtig reifenden Früchten, den Unfug immer wachsend antreffe, so sah ich mich genötigt, dieses geziemende Ersuchen endlich abgehen zu lassen. Wobei ich zugleich bewähren kann, daß es eine öffentliche Sache, sei: beim indem ich, aus meiner Gartentür heraustretend, dergleichen frevelnde Knaben zur Zucht verwies, stimmten inehrere von ihren Krautländern zurückkehrender Menschen in meine Rede mit ein, versichernd: daß sie auf diesem so gangbaren und nn- vermeidlichen Wege durch solchen beschwerlichen Unfug getroffen und verletzt zu werden öfters in Gefahr gerietheu. Weshalb ich denn meinen obigen Vortrag auch im Namen dieser in häuslichen Geschäften, besonders gegenwärtig, nothgedrungen lnn- und hettvandelnden Personen geneigter Gewährung hochachtungsvoll zu empfehlen nicht länger anstehe." — Heber die japanische Expedition nach dem Südpol, die am ersten August von Tokio nbgegangen ist, liegen jetzt eingehendere Mitteilungen vor. Ihr Leiter, der Reserveleutnant Chirape Choku, bat bic Berichte von Nordenskjöld, Peary, Seott und Shackleton über ihre jüngsten Fahrten genau studiert und wird sich die von ihnen gcmoitncnen Resultate bei seinem Unternehmen zunutze machen. Die eigentliche Fahrt geht von den Bonin-Juseln in Australien aus, wo bereits ein Schoner von 200 Tonnen, mit allen nötigen Provisionen versehen, bereit liegt. Choku hofft am 15. November^ bic Eisbarriere yu erreichen, wo Seott im Jahre 1903 sein Hauptlagev aufschlug. Am 21. November will er dann nach dem Südpol aufbrechen und zwar soll seine Expedition in zwei Abteilungen dem Ziele zustreben. Die^erste, deren Fülfrcr er selbst ist, wird außer ihm aus einem Astronomen, einem Geologen und zwei Begleitern bestehen und fünf Pferde mit sich führen, die das Gepäck tragen sollen. Choku rechnet damit, daß er in täglichen Wanderungen von 20 Kilometer wird vorwärts kommen können. Am 28. Januar 1911 würde dann nach seinen Bereckmungen der große Tag gekommen sein, an dem er den Südpol erreicht. Die zweite Abteilung, die hinter der ersten l-erinarschwrt, soll an einem bestimmten Punkte Halt machen und die erste Abteilung bei ihrer Rückkehr vom Pol neu verproviantieren. Der Forscku'r will drei Tage am Südpol bleiben, in dem Eis eine eiserne Büchse zurücklassen, die einen ausführlichen Bericht seines Unternehmend enthält. Die japanische Fahne aufpflanzen und eine genaue Karte aufnehmen. Die Vei-wirNichnng dieses bis tu alle Einzelheiten festgestellten Programms wird freilich von verschiedenen! Umständen abhängen, aber der Leutnant glaubt alle Hcmmnissv so weit als möglich ausgeschaltet zu haben. Shirape Choku hat sich bereits durch seine Erforschung der Kurilen einen guten Ruf in der Wissenschaft erworben und besonders als Geologe Vorzügliches geleistet eine Gemahlin, die kontobank, General- Ans Stadt und Land. Gießen, 19. Sept. 1910. Un(erft einem Gctocrbcbetricb nickid als k> .Gesten beichastigt und infolgedessen berechtigt ist, . Professor Dr I ^stnaßigc Fahrpreisermäßigung zum Besuch der Meltaus- I s^lung tn Brussel tm Interesse seiner Fortbildung in Anspruch Die Zleischteuerung in Paris. O Paris, 17. Sept. „Die Fleischteuerung in Paris wird vielfach auf die starke &Mum der Brehausfuhr aus Frankreich nach. Deutschland und^esterreichchtlnciarn zurückgeführt. Das dürfte aber nur ein Vorwand der Viehgroßhändler sein, tote aus folgender Darstellung klar hervorgehti Am stärksten hat int lausenden Jahre die Schweine-- Lustuhr zu genommen, nämlich von 11000 im ersten 908 und 33 000 im ersten Halbjahre 1909 auf mehr E.^000,?n den ertten >echs Mrmaten des laufenden Jahres Trotzdem i,t der schwelncrl ei, chpreis in Paris zurück- . SiN^Sfn ist der der Hammel, bereit Ausfuhr t jWVj* »fbaben hat, nämlich nur von 3 800 teil» 3600 bfdikutend gestiegen. Andererseits ist in Großvieh die in d^^u a»k 48 000 angewachsen gegen durchschnittlich 25 000 bntk bas kann doch bet dem Konsum von anderthalb Millionen für ein .halb,ahr in Frankreich nicht in Betracht Höhung ausschließlich auf Kälber, so daß das tehr bedeutende Anziehen der Preise für das Rind- finten b tppische Bild eines stärkeren Angebots von Dienstboten besonders in Mainz und Frankfurt a M Von den Organen des Mitteldeutschen Arbeitsnachweis- verbandes wurden, soweit Meldungen von den kommunalen, bezw. Kreisarbeitsnachtoeisen und Herbergen zur Heimat Vorlagen, 11109 stellen vermittelt (gegen 10 096 im Vormonat) darunter: Hersfeld 1, Dolfshagen 1, Corbach 2 N,eder-.^ngelheim 2, Rüdesheim a. Rh. 3, Wcsterbura 5 1 Ichenheim a. M. 8, Wildungen 9, Eltville Ätoungen, (Herberge zur Heimat) 11, Kreuznach 15, Wiesbaden (Kr- berS,e ä“r §eitnat) 15, Kreuznach (H. z. H.) 17, Darrn-- ftabt (H. z. H.) 19, Worms (H. a. H.) 19, Öberlabti-ft stein 22, Fulda 29, Marburg a. L. 31, Bingen 32, Biebrich am Rhein 41, Dietz 43, Weilburg a. L. 43, Wetzlar 48 |a.n°“ a' ™ «k liegen (&■ 8- &) 82, Marienberg 89J ®leKen 95, Mainz (H z. H.) 106,Frankfurta. M. (H. Z. H.) 18.1, Friedberg l H. 246, Limburg a. L. 257, Worms 271 Darmstadt 29b, Offenbachs a. M. 379, Mainz 751, Cassel 123a, Wiesbaden 1361 und Frankfurt a. M. 5265. stempel der Handwerks kämmer, des Jnnungsverbandes, oder der Ortspolizeibehörde. Ter Vorstand der Handlverkska mmer oder des^nnungsvcrbandes _ Die Ortspolizeibehörde." ^rürcisermoßigung mirb nur unter der Bedinquna 'owohl auf der Hin- wie auf" der ftutfretfc direkte Fahrkarten zwischen Abgang statwu und dcr ch Saasen, 18. Sept. Heute waren viele Leute aus der Umgegend von Saasen =“L ^alevdermanns-iGedenkfeier hierher gekommen, um der Gedenktafel für I. K. Justus am alten Sckpilhaus auf dem Bettsberg und der Einweihung des wo*1 tn Saasen beizuwohnen. Unter den Gasten toar besonders Grunberg Oer treten, denn Grünberg ift der Geburtsort des Kalendermannes. Weiter wohnten «d- br.Ci I^essor Dr. Roeschen-Gießen, Vor- sitzender des Glaubrecht-Avmitees, Regierungsrat Dr. Merck ^ulrat KletnschnridtRegierungsbaumeister .Knell-Gießen' 1Tn Mt1 'Tmt ,n°CAV en ^utz der Gemeinde. Lehrer Gorr bei Mmif^fe ^nrte beS Abschieds und nach dem Gesan nfMT Fischte Chors verließ der Festzug den VeitSbera Maries S ivTe rf““^ ■ T9e" Schulkinder und Gesangvereil «arelhlr? 5/ osprach über die Bedeutung bt« ertoarfiflnen18 mP •“ ber fugend, Freund und Berater her k 1 JRcSlerunSSbaumeifter Äncll schilderte bii sr*6” ®aueS' bLC Glückwünsche des Kreisamtes über, ür fflemÄr^S?at ^5 Merck unb herzliche Wünsch, ur Gemeinde, Schule und Lehrer sprach Schulrat Klein schmidt aus. Bürgermeister Schepp öffnete nach Danke» sandln' hi^ o?eU*+U äUl Besichtigung. Allgemeines Lob Dw &nri4tungen und Ausfühnmgen des Baues Baukosten^ bettagen"24^200 M?°^^'^ien CrtttoDlfen' b'= ct.Ä ^öran marschierten die Kinder, geschmückt mit Fahnen, Kränzen und Guirtanden, dann folgten die Fest-^ harnen, btc Ehrengäste, der Gemeindevorstand, die Lebrer der Umgegend, Gesang- und Kriegerverein und der Juaend- verein. ging es über die Bahnlinie hinaus zum Veits-, berg wo das alte Schulhaus steht. Lehrer Herber be- willtommnete -re Ehrengäste. Er wies darauf hin, daß früher dav alte Gebäude das einzige Schulhaus war dann j wurde mn neues erngeweiht. Aber die Schülerzahl lvuchs, dte schule wurde zweiklassig, und die zweite Klasse Wan-, derte wiederum ins alte Schulhaus. Der 1908 beschlossene ireubau war für die Gemeinde ein großes Opfer, aber durch, die Vermittlung des Kreisamts (ließen wurde ein namhafter Staatszuschuß gewährt. Für das neue Schulhaus hat der jetzt aus dem Amte scheidende Schulrat Klein- entnommen sei: Das obere Wiesecktal ist althistorischer' ' Boden, eine alte Burg, Hügelgräber und zahlreiche Fund« melden oon alten Siedlungen. Richt weit Oon hier führte ber Pfahlgraben Oorbei unb mancher Äriegszug durchstreifte die Gegend. 'Ser Urwald lichtet sich, Ritter Manegold baut b.e SBurg Wirrberg sie wird später zum Kloster, in Saasen entsteht eine Mutterkirche, auf dem Veitsberg und in Horbach eine Kapelle. Reben der Kirche wirkte im alten Schulhaus h Aer Grund der Beruf $ ,i^"- Andeutung in der St'raß- burger Pott ist dadurch nuch ^lL^iser iviederholt auf ihn aufmerksam gemacht tovrdeu. • ^Lerdem ist Dr. Böhmer gemanbter Unterfiänblcr, s° daß « im Reichstag, wo em Rückfall gewisser Parteien ur die alte Kolonialqeqner- ’ • aJ/ nicf)t unmöglich ist, StaU-tssekretär v. Lindequist' eine wrrksame Stütze sein wird. Zre vielseitige Beschäftiauua, dre Dr Böhmer in der Verwaltung Jfcs Reichslandes aus- geubt hat, burqt dafür, daß er^ch anlch in die recht mannia- falngen kolonialen Fragen wld ein arbeiten wird. Die Straßburger Post hebt auch lervor, ^daß der Uuterstaats- sekretar rn Berlin recht ausge^hute Verziehungen hat, und ^vao nicht nur lijn den ihm durch LCme Gemahlin, die » des ehemaligen Leiters TiPkontobank, General- konsuls Rüssel nahestehenden Bani-ri^nd Jndustriekreisen. Gr ist w-ieherholt in Berlin gewesen, um im Interesse seiner Metzer Gemeinde zu wirken, so unter anderem vor wenigen Monaten,^ als das Reichsbesteuerungsgesetz im Reichstag stand. In einigen Blättern wird über seine politische Haltung geredet: aber die Angaben darüber gehen so weit anseinarider, daß man wohl den Schluß ziehen rann, er sei überhaupt nicht parteipolitisch einzureihen. Als Bürgermeister von Metz hat er bald mit den Klerikalen vald gegen sie gearbeitet, wie es die Umstände mit sich und Wie es andere Berwaltnngsmänner auch tun.,). - ar--M-y — wc |Ull ClU, Dr. Böhmer, der im 46. Lebensjahre steht, war als Ein- Aufwärtsentwicklung Platz machen lahrig-Freiwilliger Flügelmann tm 3. Gardereqiment. Eine -----' Gedenkrede für Gravelotte, die einen markigen Ton anschluq bterrJ^e»ci!li9er ^griffe in der Heuer besonders lebhaft in Clsaß-Lothringen wühlenden französischen Hetz- presse eingetragen. Wie nun auch die Eigenschaften des Herrn Böhmer sein mögen, er hat, indem er sich in den ihm neuen und sehr schwierigen kolonialen Wirkungskreis dsgeben hat, ein Wagestück unternommen, das hoffentlich für ihn nnt persönlichen Erfolgen verbunden sein und für hie Kolonien gedeihlich ausschlagen wird. Das 18. Armeekorps im Korpsmanöver. m r Akt der H erb ftm a nö v cr, die Korvs« m Homer, haben heute begonnen. Die Divisionsmanöver fanden am ^qmstag ihren Abschluß. Die 21 Divisinn^ £ xen 6cii)en ^agen den Vogelsberg verlassen und ist nack dem Gefechte ^bet Ettingshausen-Münst?r die Wetterau nnfrtnn«^r^ Ä • at Kriegslage geändert, die uuy uii^un|n.gjie ocem^i lieg reiche 41. Brigade befand sich auf dem Rück^ua rnnk Hnll ^therbst oder im Frühjahr einer traf J wurde von der 42. Brigade (Blau) energisch Der* hntm ~ ...... bet Muschenheün endete mit einer em- ac9..etber 5?ten Truppe, 41. Brigade. Den Ober- l befehl über Blau führte Generalmajor von Dörinqshofen über Rot Generalmajor R i e d e l. Am Samstag früh besetzte bw Öoljen um Birklar, Blau entwickelte sich auf der Straß- sü^ttlü-k 9^0^- Die Hohen bei Bettenhausen, Birklar und w ^ben genommen, und Rot mußte über Birklar und Muschenheim auf das rechte Ufer der Wetter zurückgehen gesprengt galten, wurden aus Wagen und Brettern und tergeftent Die gesamte Infanterie eilte hinüber lärmte die Stellung des Gegners, der sich hier noch einmal Mmi) niih Soffen die Artillerie-Regimenter Nr. 63 ein n^i/^9 ^5 Maichinengewehre ins (Gefecht ftnh toUEbc Frieden geschlossen. Der Divisions- und jungen, der Brigadestab nach Berstadt: die 87er Iunö o?er kamen nach Hunaen und Umge6intg, die 80er 81er y™ ^~n^B^s'J?Cr|tai>t' Steinheim ins Quartier, um Montag t>on hier den 08 Kilometer weiten .Kriegsmarsch in den Boaelsbera ^^bung Mrichstein—-Groß-Felda anzutreten, und den Gegner, der von Fulda kommt, aufzusuchen. - ^up^ren hatten Blau (50. Brigade) bei Mten- schlirf-Jlbeshausen Biwak gehabt, die 49. Brigade — Rot — jatte ihre Feldlager bei Hainzell und Meiii-Luder. Um i/29 Uhr Biwaks abgebrochen und westwärts ging es gegen Fulda. Um die Mittagszeit wurde bei Haimbach Mittel- Ni^ b€1 ^berbimbach von den Blauen abgekocht SL1! die Nacht hnrern war fröhlickres Treiben im Feldilagevj ^^efMagen, da alle Minuten alarmiert werden loE Auf dem vmnckx-rg waren die Truppen verschanzt und Schützengraben aus Stroh. Oberst von Müller e i ^ber- Imhrte Rot, Oberst von Oertzen Blau. Nachts 10 Uhr ,'1' Liegen Raketen)ignale auf, Leuchtkugeln und Scheinwerfer bc- -"I gannLn ihre Tätigkeit. Mmählich wurde es im Lager lebhaft , die Infanterie erwartete das Zeichen zum Angriff. Mit Taoes-' anbruch ötbeite das Geplänkel mit der Erstürmung und Einnahme wichtigen Schulzenberges und Heimberges Um morgens trafen die Truppen schon in ihren Quartieren um imlda ein Der hochinteressanten Uebung hatte auch der Korps- kommandeur Exz-eUenz von Eichhorn beigewohnt. Fast säntt^ T Mittag früh beginnt der Kriegs ®r 0 iV bat der Korvskommandeur ^^ogen. Um Groß-rZ-eldä äirften Montag abOid die Biwaks pufgelchlagen werden. verschoben. ! Arbeitsmarkt in Hessen u. Hessen-Nassau tm August (9|o. nnnÄn^nrnl ~age im TOetaHgemerbe bietet trotz aller An- bon benen wir in den früheren Mo- ^"nten, immer noch nicht ein einheitliches ^5^?^bUd. Für dieses Urteil darf allerdiuas ^lc Zahl der gemeldeten Arbeitslosen in Betracht ^^^n, denn deren Zunahme beruht zum weseut- den Zuzug von Arbeitslosen außerhalb des h^nn?nr/?e6iete? ^9enben Orten und dürfte im Zusammeu- hange stehen mit dem Ausstand und der sich daran am end en Aussperrung in ber Werftindustrie. In einigen F l1? unserem Verbandsgebiet wichtigen Zweigender, Metallindustrie ist jedoch zweifellos eine Wendung zur I ^mu?r»nSnrRl^aetreteik .toenn aud> ber allgemeine^Auf- Da?fpn9’inh-Srt,h- Usthjahr des nächsten Jahres auf sich Mrif in ^^^f' Neueröffnung einer Armaturei? ^nkftlrt a M. darf zu diesen günstigen An- vn? ^rEchnct^ werden. In dieser wurden eine Reihe offern, Formern und Drehern eingestellt, weitere oU>?!en |e5en bevor. Als ein weiteres gün- Schluß ^nes Tarifs im Bauschlvsser- kr?.er?C ^nkjurl a. M. zu bezeichnen: dieser Tarif Ctner brei Jahre festgelegten Lohnerhöhung ? Arbeitszeit um eine Stunde vom ^^0 und um eine weitere Stunde vom 1. Sep- gehören zurzeit ca. 150 Ge- ca‘ /00—750 Arbeitern an. Der erwähnte Auf- lchwung in einigen Großstädten trat besonders zu Tage in bec I.^h^ad - und Automobilindustrie, die namentlich Dreher sucht, vorzugsweise jedoch ältere Leute verlangt, yn hen Werken der Elektrizitätsbranche, die sich ^u/au^' SRpfSSf?- bDn Schaltanlagen befassen, war ebenfalls gute Befchastigung zu konstatieren. ! S a tt le r- und Tapcziergewerbe war gegen den Vormonat etwas geringer beschäftigt, eine Erscheinung, E^t dem Ende der Reisesaison Zusammenhängen dürfte. ?ut9bps?ä??? br1C sd^rtefeuilleinbustrie wie immer ^t beschäftigt, besonders das englische und ftanzösische Ex- I^onnte neu belebt werden. Die herbstliche Be- Schaftes hat bereits eingesetzt, da es <2QC^ bcr Aussperrung begonnenen ober weiter qe- ->^b^t^n Bauten unter Dach und Fach zu. bringen Aller I Voraussicht nach dürfte bie burch bie Aussperrung im Früh- jal;r etugetretene Verzögerung bes Aufschwunges, Sie naturJ' d°s ungünsttgste beeinJ1 Gelseuernng auf Ariegsschiffen. Die Oelfeuerung, d h. die Vertoenbung flüssiger Brennstoffe der Dainpftessel, pat sich in letzter Zeit an Bord bwKrregsschafte immer mehr Eingang Oerschafstz Zur reinen Oeftenerung ifl man inbessen erst in einigen Marinen wJr8 ®cretnt9te Staaten, Japan) unb auch nur J“r, .*!.erc Fahrzeuge, wie Torpeboboote und Dorpeboo "bergegangcn. Auf größeren Schiffen bc- b’.c Semi, chte Feuerung, unb zwar geht bie ®nttotcflung in ber Richtung, baß man nicht mehr Kohlen unb Lei gleichzeitig unter demselben Kessel berfeuert, sondern baf; ein bestimmter Teil der Kessel ausschließlich für Kohlen- 2? a"be«J. ausschließlich für Oelheizung eingerichtet trweb. SBie btc letzten englischen Manöber gezeigt Bereitstellung bes flüssigen Brennstoffs sel^t für Torpedoboote noch Schtoierigketten, bie Möglich- feit der,Ergänzung ist noch nicht überall gegeben, so daß auch) aus bie)ent Grunde an eine allaemeine (5*iuführMiin > ■ <> •• i • ->'r ° “o*- ber reinen Oelfeuerung für Liwienschifw und Kreu'pr -nicktt J^?uleiu Oeser. Das Fest nahm einen schönen denken ift. Zweifellos bietet bi? Sertomtoul^ nüffilre1 Cm,>fins ant Bahnhof bie »renuftoffeauch für Hefe Schifte große Vorteile unter denen ^tte fte nach bem neuen Schulhaus. Um ine Möglichkeit schnellen Da mp sm a ck> en s tnnhi im, ftch der Festzug nach dem Veitsberg in Be4 erster Änie M neuneu ift. So sehen nür d^ dlfi tsie'-^ung .Voran marsckfterteu die Kinder, acfrbmürff /ruf^wgen Schiffen gehaltenen Vorräte an Heizöl ständig am steigen begriffen sind. Während man sich oor einigen Zähren noch mit 150 bis 200 Tonnen begnügte ist her Vor- "cv* ke-V«Cn .u?uesten amerikanischen und argentinischen Lime-nichissen )chon aus 600 bis 700 Tonnen gestiegen Die Verbrennung des Oets geht folgenbermaßen vor sich- Das Herzol wird zu diesem Zwecke durch Düsen mit engen Oefs- mntgen getrieben, und zwar geschieht dies unter einem "Druck von 7 bis 8 Atmosphären. Außerdem wird es vorgewärmt: je höher seine Temperatur, desto besser die Verbrennung. Bei 150 bis 160 Grad würde es beim Austritt uus den Düsen in Dampfsorm in btc Feuerung getanaen unb eine leichte unb vollständige Verbrennung gewähr- leisten. Es leuchtet ein, daß sowohl die Rohrleitung wie her Borwärmeapparat hem entstehenden Druck durchaus gewachsen sein muß. Die geringste Undichtigkeit, eine fehlerhafte Kunstruktion oder ein Versehen in der Bebienung Zudem z B. ein Ventil, welches offen sein soll, geschlossen bleibt, kann zu einer Katastrophe führen. Jedenfalls sind ote Gesahreu der Oelseuerung nicht derartig, daß sie nicht durch mrgfome Behandlung vermieden ober doch ganz wesentlich geschränkt werden können. y ö Schulhaus- und Gedenttafel-Linweihung in Saasen. btuilWgWn ve^rgMAftrttön löst. Dre Fa^eiÄrmaUguno für kje Jönt reife i}t bei bcr Fahrkartenausgabe ber Abgangfintion möglichst frühzerttg — spätestens 24 SttrnL>en txrr Abgang des ^ngeÄ — unter Vorlage des Ausweises zu beantragen. Für die Rückreise wird die Ermäßigung von der Fahrkartenausgabe der deuticb-belgischen Uebergangsstation (Herbesthal usw.) gegen Vorlage des AuÄveises alsbald gewährt. Die Ausweise werden von den Fahrlartenausgaben abgestenrpelt und den Antragstellern zurückgegeben. + Ettingshausen, 17. Sept. Bei der heute hier vorgenommenen Ergänzungswahl zum Gemeinderat ging es sehr ruhig her. Die Beteiligung der Wahlberechtigten war im Vergleich zu früheren Jahren wenig rege. Von 154 Stimmberechtigten haben nur 86 Personen gewählt. Obgleich außer den ausscheidenden Gemeinderäten noch drei Kandidaten aufgestellt waren, kann von Parteien gar keine Rede sein. Die drei alten wurden wiedergewählt und zwar Landwirt Joh. Opper III. mit 73, Landwirt Gst. Hch. Keil I. mit 58 und Schmiedemeister Joh. Sann II. mrt 43 Stimmen. = Lauterbach, 17. Sept. Zwei tödliche Unfälle im Manöver trafen am Freitag abend die 50. hessische Brigade. Ein Meldefahrer aus der 11. Kompagnie 118er rannte auf der steilen Straße an der Ortseinfahrt von Maberzell gegen einen Baum, wobei ihm der Kops zerschmettert wurde. Ein Reservist der 118er erlitt einen Herzschlag und starb. — Butzbach, 19. Sept. Am gestrigen Sonntag fand der VerbandStag der Bauvereine im Großherzogtum Hessen hier im „Hotel Taunus" statt. Es hatten sich mehr als 60 Vertreter eingefunden. Außerdem waren anwesend KreiSrat Schliephacke . von Friedberg und Regierungsrat Langermann von Gießen. Der Vorsitzende, LandeSmohnungs- inspektor Gretzschel, begrüßte die Erschienenen mit Worten des Dankes für ihre Beteiligung. AuS dem von dem Vorsitzenden hierauf erstatteten Rechenschaftsbericht ergab sich, daß die Bauvereine auch irrt abgelaufenen Geschäftsjahre gute Fortschritte geinacht und neue Häuschen im Werte von etwa 500 000 Mk. erbaut haben. Den Kasienbericht erstattete der stellv. Verbandsdirektor Doering aus Gießen, deffen Antrag entsprechend dem Rechner Entlastung erteilt wurde. Amtsrichter Müller aus Vilbel berichtete über das Reichsgesetz, betr. Sicherung der Bauforderungen. Der hochinteressante Vortrag soll gedruckt und demnächst veröffentlicht werden. Ueber das Thema: »Wie können die Bauvereine ihre Entwicklung günstig beeinflußen?" berichtete der Vorsitzende an Stelle deS schwer erkrankten Berichterstatters Bürgermeister Treber aus Rüffelsheim. Es wurden folgende Gesichtspunkte hervorgehoben, deren Beachtung zu dem erwünschten Ziele führen könnten: 1. Hebung der Mitgliederzahl, 2. Verstärkung des- Geschäftskapitals, 3. Ansammlung eines möglichst hohen Reservefonds, 4. Praktische, schöne Bauweise, möglichste Billigkeit, 5. Instandhaltung der Häuser und Gärten, etwa durch alljährliche Verteilung einer oder einiger Prämien, 6. Versammlungen mit Vorträgen belehrenden Inhalts, in erster Linie aus den Gebieten der Sozialpolitik und der Kunst, 7. Wohlfahrtspflege innerhalb der Genossenschaft, z. B. Ansammlung eines Fonds, um erkrankten Mitgliedern oder in Bedrängnis geratenen Witwen solche Vorschüße zur Zahlung ihrer Verpflichtungen zu gewähren, Lebensversicherungen der Mitglieder, insbesondere der Hausbesitzer rc. Rach längerer Aussprache wurde auch hier die Drucklegung des Vortrags beschloßen. Als Ort für die nächste Versammlung wurde Heppenheim a. d. B. bestimmt. Im Versammlungslokale warben Baupläne verschiedener Genoßen- schasten, darunter auch einer der Gießener Baugenoßenschaft, ausgestellt. Rach dem gemeinsamen Mittagessen fand noch eine Besichtigung der vom Butzbacher Verein in recht schöner Weise erbauten Arbeiterhäuschen statt. m. Bad-Nauheim, 17. Sept. Infolge des Auto- mobilunglückS auf der Chaussee zwischen Bad-Nauheim und Friedberg im Juli, bei dem der MüllerSsohn Kremer auf seinem Fahrrad totgefahren wurde, hatten sich ca. 100 Radfahrer von Ober-Mörlen und der Umgegend, die täglich die Strecke Ober-Mörlen—Friedberg fahren, in einer Eingabe mit der Bitte an daS Kreisamt gewandt, daß ihnen da§ westliche Bankett der Straße Friedberg—Bad-Nauheim zum Befahren freigegeben werde. Das Kreisamt hat hierzu die Ansicht der Bürgermeisterei Bad-Nauheim eingeholt. Diese meint, daß eine Benutzung des westlichen von Fußgängern, hauptsächlich von Kurfremden, begangenen Banketts für Radfahrer nicht empfehlenswert sei, tritt aber sehr dafür ein, daß das östliche Bankett (jetziger Reitpfad, der so gut wie gar nicht mehr benutzt wird) zur Verfügung gestellt und von Geröll, Steinen usw. sauber gehalten wird. Im übrigen ist die Bürgermeisterei der Ansicht, daß bei dem sich fortwährend steigernden Verkehr etwas für Radfahrwege getan werden müsse. Am besten wäre es für den Verkehr in der genannten Straße, wenn das westliche Bankett lediglich als Fußsteig und das östliche dagegen unter Fällung der so viel Raum beanspruchenden überschüssigen Bäume nur als Radfahrweg bezeichnet würde. I. F r i c b b e r g, 18. Sept. Für die Zöglinge der hiesigen Taubstummenanstalt war der Geburtstag der Großherzogin ein besonderer Freudentaa. Schon vor einer Woche hatte die Landesfürstin die Kinder für diesen Tag zu Kaffee und Kuchen einladen lassen. Welches Gefühl der Freude und des Dankes dies bei ihnen hervorrief, kann nur der ganz ermessen, der weiß, wie so wenig freudvoll im allgemeinen das Leben der Taubstummen dahinfließt und wie dankbar diese Armen für jeden Liebesblick, für jeden freundlichen Zuspruch, für jede Liebestat sind, wie sie für erwiesene Wohltaten ihr ganzes Leben hindurch ein treues Gedenken hegen. — Bei schönem Wetter war die Schar der Zöglinge aufs Forsthaus -Ossenheim gewandert, um sich dort nach vergnügtem Spiel an den gespendeten Gaben zu laben. Ein Hoch auf die gütige, wohltätrge Landesmutter, das ebenso herzlich wie kräftig durch die Wipfel des Offenheimer Wäldchens erscholl, war der Ausdruck dankbarer Gesinnung und aufrichtiger, treuer Wünsche für das Wohlergehen der Spenderin und ihrer Familie. F.C. Ilbenstadt, 17. Septdr. Bei der gestrigen Gemeinderatswahl wurden gewählt: Eberhardt (Soz.) mit 76, A. Zimmermann (Soz.) mit 75, I. Ruß (Soz.) mit 69 Stimmen. Ferner erhielten I. Neu (Zentr.) 62, H. Albach (natl.) 60, G. Wahl (Bund d. Landw.) 39, Pet. Groß (Zentr.) 27 Stimmen. Damit ziehen die ersten Sozialdemokraten ins Gemeindehaus ein. x Rodheim a. d. Bieber, 18. Sept. In der ab- gelausenen Woche wurde Polizeisergean t JakobWetzlar mit seinem Spurhvnd hierher berufen. Es galt den Täter ausfindig zu machen, der au der Schlierbachfchen Dreschhatte zwischen Bieber und Rodheim das Rohr der für beide Orte gemerusaruen Wasserleitung durchschnitten hatte, so daß es am nächsten Morgen an Wasser mangelte und der Hochbehälter am Launscheidsberg vollständig geleert war. Ganz Rodheim war bald auf den Beinen, mit großem Interesse folgte man der Spur des Hundes, der Kleinbahn und dein Breberbach entlang, über einen Garten- zaun nach der Hauptstraße des Dorfes in ein Haus. Da bei einem zweiten Versuch der Hund zu demselben Ziele die Spur verflgote, so dürfte die Polizei ein sicherer Anhaltspuntt für diesen groben Unfug haben. Homburg v. d. H., 18. Sept. Der Kaiser von Rußland mit drei Prinzessinnen traf heute vormittag 1/2II Uhr hier ein und besuchte den Gottesdienst m der russischen Kirche. Darnach ließ er sich die Herren Oberbürgermeister Lüdtke, Stadtverordnetenvorsteher Dr. Rüdiger, Stadtverordneter Justizrat Dr. Zimmermann und Dr. med. Spilmans vorstellen und fuhr kurz nach i/212 Uhr unter den Hochrufen des Publitttms nach Friedberg zurück. Saalburg, 18. Sept. Der Kaiser von Rußland, der Großherzogvon Hessen und drei russische Prinzessinnen trafen kurz nach vier Uhr mit Gefolge in Automobilen auf der Saalburg ein. Nach kurzer Besichtigung des Museums fuhren die hohen Herrschaften in der Richtung nach Bad Homburg weiter. vermischtes. * Der Fesselballon als Schwebebahn. In den lehten Tagen des August wurde in der aufblühenden italienischen Stadt Siareggü) ein eigenartiges Verkehrs-» mittel der Oeffentlichkeit üb ergeben, ein an einem Seil laufender Fesselballon, der die Küste von Viareggio mip den Gipfeln der Apuaner Alpen verbindet. Die Ballone halle befindet sich außerhalb der Stadt. Bei ihr beginnt ein 800 Meter langes und 27 Millimeter diaes Drahte seil, das mit einer Steigung von 40 Prozent direkt zum Gipfel eines der Berge läuft. Die Fahrt des Ballons von der Station aus auf den Berggipfel geht ziemlich! einfach vor sich. Der Ballon ist durch Rollen mit dem' Seil verbunden, und zwar so, daß unter diesem die Gondel hängt, die außer dem Steuermann sechs bis sieben Personen aufnehmen kann. Aufstteg wie Rückfahrt werden durch sechs automattsche Bremsen reguliert, außerdem ermöglichen es noch zwei Handbremsen, jederzeit die Fahrt zu stoppen. Ein Motor von 12 Pferdekräften, der chs Schiff eingebaut ist, gibt den Antrieb bei der jeweiligen Abfahrt. Der Flug des Ballons, der an dem Seil mit einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern aufsteigt, nimmt sich ganz pittoresk aus; er schwebt mit gleichbleibender Sicherheit über Gipfeln wie Ab gründ en. Ausgedacht wurde dies eigenartige Verkehrsmittel von dem Kapitän Frasst-, nelli und dem Ingenieur Porrv-Lodi zu Mailand. * Eine französische Streichholz st atistik. Die soeben erschienene Stattstik über die französische Streichholz- Produktion, die bekanntlich ein Monopol des Staates ist, schließt mit dem Ergebnis ab, daß im letzten Geschäftsjahre nicht weniger als 47 000 Millionen Streichhölzer in Frankreich hergestellt und verkauft wurden. Aber die großen ftanzösischen Fabriken, die in Pantrn, Marseille, Trelaze, Begles, Aix und in Santines Zündhölzer herstellen, decken nicht den gelammten Bedarf, alljährlich werden etwa 6000 Millionen Streichhölzer aus dem Ausland bezogen, davon 84 Mlllionen aus Deutschland. Der Verbrauch von Stteichhölzern in Frankreich hat in den letzten 20 Jahren, seitdem das Staatsmonopol eingeführt ist, gewaltige Fortschritte genommen. Noch im Jahre 1890 betrug der Konsum 16 000 Mlllionen, während er heute fast das Dreifache dieser Zahl erreicht hat. Man hat ausgerechnet, daß jeder Franzose, §tauen und Kinder mitgerechnet, im Jahre 1136 Streichhölzer verbraucht, also etwas mehr als drei am Tag auf den Kopf der Bevölkerung. Im Jahre 1908 gab das französische Volk nicht weniger als 40 Millionen Mark für seine Zündhölzer aus; von dieser Summe sind 24 Millionen Reingewinn, die der .Staatskasse zugute kommen. * Ein B i en en schw ar m, der eine Mineralwasserfabrik in Cardiff zur Einstellung ihrer Tätigkeit zwingt, erregt in der Stadt begreifliches Interesse.! Die Angestellten, es sind meistens Mädchen, sind durch die Bienen derarttg geängstigt worden, daß sie nichts zur Fortsetzung ber Arbeit nach Eintreffen des Bienenschwarmes bewegen tonnte. Tie Bienen langten nämlich in einem derartig großen Schwarm an, daß es auch für die Mädchen fast unmöglich war, ihrer Arbeit nachzugehen. Die Bienen stellen sich aber nunmehr mit großer Regelmäßigkeit täglich ein. Sie erscheinen auf der Bildfläche um 7 Uhr und verlassen ihre Wirkungsstätte um 7 Uhr abends, huldigen also einer zwölfstündigen Arbeitszeit . . . Dieses Schicksal wird der Fabrik alljährlich schon seit fünf Jahren zu Teil. Sonderbarerweise beehren die Bienen keine andere Mineralwasserfabrik mit ihrem Besuch. Ein Bienenexperte fand schließlich auch die einleuchtende Ursache für das Verhalten der Tiere. In der bestimmten Fabrik zu Cardiff wird nämlich zur Erzeugung eines besonderen Mineralwassers ein großer Vorrat von Syrup verbraucht, und es steht nunmehr außer Frage, daß der Bienenschwarm von dieser Süßigkeit angezogen werden muß. * Unter dem Halbmond. Eine amüsante Schilderung der Abenteuer, die die beiden von Deutschland an die Türkei verkauften Schlachtschiffe bei ihrem liebertritt in türkische Dienste zu bestehen hatten, gibt der Konstantinopeler Korrespondent des Corriere della Sera. Die beiden Panzer waren, wie berichtet, sofort umgetauft worden, die „Weißenburg" empfing den Namen „Turgud Reiß", den vor 3 Jahrhunderten ein berühmter türkischer Seeräuber, der zugleich Admiral war, geringen hatte; auch das zweite Schlachtschiff erhielt einen Piratennamen, es wurde „Haireddin Barbarossa" getauft. Admiral Hoch hatte die beiden Schiffe bis zu den Dardanellen gebracht, wo sie von der Türkei übernommen wurden. Um sieben Uhr abends war die Uebetgabe vollendet, die deutschen Offiziere und Mannschaften verließen die Panzer: als letzte Vorsichtsmaßregel wurden noch einmal die Vorrichtungen für drahtlose Telegraphie geprüft, die ausgezeichnet funktionierten. Das war besonders wichtig, well die beiden Schiffe auf der Fahrt nach Konstantinopel die Nacht über drahtlose Verbindung halten wollten. Sie sollten mittags um 12 Uhr gegenüber dem Dolma-Bagscheh-Palast anfern, wo die beiden neuen Schlachtschiffe der türkischen Marine mll großer Feierlichkeit bewillkommnet werden sollten. Da die Reise von den Dardanellen bis nach Konstantinopel nur gegen 10 Stunden erfordert, war die Abfahrt auf Mitternacht festgesetzt. Als ber Morgen kam, hatte die „Haireddin Barbarossa" das Marmara- Meer glücklich erreicht, aber in majestätischer Einsamkeit: von der „Turgud Reiß" war nirgends eine Spur zu erblicken. Der Kommandant wußte, mit welcher Spannung ganz Konstantinopel die beiden Schiffe erwartete, er wollte nicht allein kommen und fehrte also um, um im Marmora-Meer nach dem verschollenen Schwesterschiff zu suchen. Doch alles war umsonst, die „Turgud Reiß" war und blieb spurlos verschwunden. Schweren Herzens fuhr man schließlich nach Konstantinopel zurück und roarf so stolz als möglich Anker, wobei das Schloß des Sultans mit donnerndem Salut begrüßt wurde. Was der Sultan dachte, als er statt ber gekauften zwei Schiffe nur eines ankommen ^h, toeiß ntemanb SU verraten. Als die Dunkelheit kam, sah man jedenfalls die „Barbarossa^ wieder Anker lichten und in Begleitung einiger Torpedoboote von neuem ins Marmara-Meer steuern, das mit .Scheinwerfern abgesucht wurde. Mer alle Mühe war. erfolglos.: ^.^anze Nacht hindurch wurde die Suche fortgesetzt, man war überzeugt, daß eine Katastrophe eingerieten sei. Ws bie Morgensonne aufging, tauchte das verschollene Schiff plötzlich ®tefatU)'. einige 15 Kilometer von Stambul entfernt, Aff- war Zeit, denn 36 Stunden waren inzwischen verstrichen. Offiziell erflärte man dann den Zwischenfall damll, daß die „Turgud Reiß" in den Dardanellen geblieben sei, um Kohlenvorrate aufzunehmen. Aber jedermann weiß, daß beide Schiffe bei der Uebemahmc noch Kohlenvorräte für drei Tage an ^orb batten und daß auf jeden Fall die „Barbarossa" bann nicht allein abgefahren wäre. Durch irgend eine Indiskretion wirkliche Sachverhalt ans Licht gekommen. Die türkischen Offiziere hatten die Schiffe kaum in Händen, als sie jojort an den Telegraphieapparaten zu arbeiten begannen. Zehn Minuten Ipüter waren diese zerbrochen. Ein deutscher Offizier, der vor der Abfahrt der Schiffe um Mitternacht noch einmal an-,unS »°» 1, 1 Pfand-Paket 25 Pfg. Bahn: Braugasse. Telephon 354 Telephon Nr. 87. Der Gemein e-Vorsteher. _______Pau sch. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Familie Daniel Oswald. Wieseck, den 19. September 1910. 'eidliche Bedienung zur Die Arbeiten zur amerikanische Neuplätterei für Herren-Wäsche ZZrofdorfer Str. 12 Telephon 487 Mause -Vertilgung Landwirten, Gemeinden u. Forstbehörden empfehle ich mein seit Jahren vorzüglich ‘•abr«ift-®etreMe SÄ täglich frisch bereitet — Frische Meerzwiebel geg. Ratten. Firma Otto Schaaf, Gießen, SeiterswegBO Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Wegen Neubau der Kreisstraßenbrückc über den Grenzgraben Hattenrod—Harbach wird die Kreisstraße von Hattenrod nach Harbach von Montag den 19. d. Mts. bis auf weiteres gesperrt Der Verkehr für leichtes Fuhrwerk kann auf den alten Feldweg von Hattenrod nach Harbach geleitet werden, während schweres Fuhrwerk über Reiskirchen und Lindenstruth fahren muß. Gießen, den 16. September 1910. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Langermann._____ Verfngnng. Gesellschaft zur Erbauung eilte» Oberhessischen Aus । stellungshauses in Darmstadt, G. m. b. H., in Gießen, i. Liqu. D1r' $>. Winn. Dr. Krausmüller. Fritz Rosenbaum Loweuaasse^o. Tclepbon 692. Reparaturwerkstätte für Musikinstrumente, Musikwerke u. Automaten. 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