Die heutige Nummer umfafet 10 Seiten. Aunst, Wissenschaft und Leben. — Von denAusgrabnngenbei Leihgestern. Am amstag hat man bei den fortgesetzten Ausgrabungen der frän- ichen 'Bestattungen bei Leihgestern überaus seltene, wissenschaftlich »cknnteressante dveitere Funde gemacht. Man fand 3 als Anhänger wakbeitete Goldmünzen (Brakte aten), die tadellos erhalten sind rd ein beredtes Zeugnis für den hohen Stand der fränkischen leinkunst por 1500 Jahren gehen. Tie Zeichnungen der vorderen eite, her etwa wie ein 20-Markstück großen Münzen sind ver- >ieden, eine zeigt in der Mitte ein eigenartig verschlungenes reuz. Tie kunstvollen bildlicl>en Darstellungen auf den Gold- icken fönnen nur mit einem stichelartigen Instrument hergestellt in und sind teilweise gepun^t. Tie Münzen lassen erkennen, daß i der Herstellung viel Flerß verwendet wurde. Die Rückseiten ird — wohl un die Zeichnung gegen Beschädigung durch Reibung i schätzen — nit dünnen Gold Plättchen belegt. Außerdem fand an in dem geöffneten Frauengrab mehrere fränkische ibeln, die teilweise schön verziert sind und noch Spuren von rgoldurg fragen, eine der Nadeln ist mit, Almandinen ochen Granaten) verziert. Wertvoll ist noch eine gefundene pinnwirtel cns gepfiffenem Dugkristall und eine größere Anzahl eilen, Harun er mehrere aus Bernstein. Unter den Beigaben sand an auch crnm römischen silbernen Dinar, dessen Alter sich aus -m noch erhaltenen Bildnis feststellen läßt. Es werden nori) ein bis oei Wochen vergehen, ehe die Schätze im Museum ausgestellt erden. — Di- Ausstellung des Deutschen Künstler- undes, Darmstadt 19 10, wurde heute geschlossen, ach dem «mtlichen Bericht der Ausstellmrgsleitung waren ange- eldet 11(0 Werke, von denen 650 zurückgetviesen wurden. Tie usstellum toar besuckft vmr 13482 Personen. Die Gesamteinnahme 'lief sich auf 13 945 Mark, währ eich im Voranschlag 19 460 Mk. irgesel^n waren. Im ganzen such Kunstwerke verkauft worden LT 84 0(0 Mark. Berlin, 15. Oft. In der neuen Aula der Universität mb an Samstag die feierliche UeberaabedesRekto- a t s turch Professor Dr. Erich S ch m i d t an den Geheimen Zeb^iialrat Prof. Dr. Max Rubner, Tirektvr des Phy- ologichen Instituts, statt. En italienischer Stammbaum der Hohen- oll r n. An knüpf end an eine jüngst erörterte Ueberlieftrung, ach ler da- Gescl-lecht der Hol>enzollern aus der Gegend von agarolo, einer Stadt 20 Kilometer östlich von Rom, stam- cen soll, macht der Kanonikus Luigi Balduzzi im „Giomale riabico Genealogien Diploikratico" einige interessante neue Mitilmgen. Dmiach sind die Vorfahren des Geschlechtes zur Zeit e-- Longobarden. nach Italien gekommen, ließen von ähnlichen Prinzipien ausgehe, wie feine Krebs Heilung, was von den Erschienenen mit großer Kalte angehört wurde, konnte Dr. Marmoreck über fein Tuberkulose-Heilserum sich unter allgemeiner Spannung auslassen. Er gab einen Ueberblick über die Ergebnisse der Anwendung seines Serums in ungefähr 10 000 Fällen, die seit sieben Jahren mit ihm behandelt wurden, und stützte sich in seinen Schlußfolgerungen auf die in 120 wissenschaftlichen Arbeiten niedergelegten Ergebnisse in mehr als 1700 Fällen .Durch disrektale Anwendung des Serums, die die bekannten Unzuträglichkeiten subkutaner Einspritzungen ausscheiden, sind die Heilergebnisse auf 69 v. H. aller Fälle gestiegen. Dr. Mar- mo reck versicherte neuerdings die völlige Unschädlichkeit seines Serums und seine Heilkraft selbst bei schwersten Fällen. An seinen Vortrag schloß sich eine lebhafte Erörterung, bei der die Professoren Arloung, Teissier, Rson und Maragliano aus Genua sonders nachdrücklp für das Verfahren Marmorecks eintraten und bekundeten, daß sich in Frankreich trotz allen Widerstandes der Bwnzen ein Heilserum endailtig den gebührenden Rang in der Tuberkulosebehandlung gesichert hat. d. Die Eröffnung des neuen naturges'chichtj- lichenMuseumsinMainz,dasinden erneuerten Räumers der ehemaligen Reichklarakirche untergebracht ist, wurde am Sonntag vormittag in Anwesenheit von Vertretern des Staates, der Stadt, der Garnison, der Militärbehörde, Vertreter auswärtiger Naturhistorischer Museen durch Oberbürgermeister Tr. Göttel- m a n n vollzogen. Im Namen des Großherzogs überreichte Provinz ialdirektor Geheimerat Dr. B r e i d e r t dem Vorsitzenden der Rheinisch-Naturforschenden Gesellschaft Dr. E g g e r s und dernKon- servator des Museums Dr. v. Reichenau die Urkunden, daß, sie zu Professoren ernannt wurden. Daran schlossen sich Vorträge von Dr. E g g e r s und Dr. v. Reichenau. Wiesbaden, Frankfurt, Darmstadt und Offenbach hatten Vertreter zu der Feier ab< geordnet. Nach einer brieflichen Mitteilung hat Prof. Dr. Viktor Goldschmidt -Heidelberg dem Museum für Neuanschaffungen 10 000 Mark gestiftet. Es folgte dann ein Rundgang durch die prächtig ausgestattelen Sammlungsräume. — Ley dens größtes Verdienst. In Nr. 229 der „Westdeutsch. Volksztg." (begründet von I. Fusangel) lesen wir: „Berlin, 5. Oktober. Der Wirkliche Geheinie Rat Prof. Dr. v. Leyden ist heute hier gestorben, (v. Leyden ist besonders durch die Erfindung der nach ihm benannten Leydener Flasche" (!) in weitesten Kreisen bekannt geworden. D. 3£b.)" — Es ist doch sehr erfreulich, zu sehen, wie die deutsche Wissenschaft aufgefaßt wird. — KurzeNachrichtenaus Kunst u. Wissenschaft. Die A u s il e l l u n g des Deutschen Kunst ! erbunbes auf der M a t y i l d e n h o h e in Darmstadt wird heute, Montaa o.h n e besondere Feier geschlossen. ständige, die sich an den Ausschreitungen in Eormeilles beteiligt haben, sind verhaftet worden. Ein Agitator, der im Automobil durch ganz Frankreich reist und Propaganda für den Ausstand betreibt, wurde in Bordeaux verhaftet. Die militärische Einberufung von Ausständigen. Paris, 16. Oft. Das Kriegsministerium gibt bekannt, daß die zur Bahn einberufenen Eisenbahnangestellten dem Einberufungsbefehl im Verhältnis von 12:13 Folge gcreiftet haben. Von der Zahl derjenigen, die sich nicht gestellt haben, seien jedoch auch die abzuziehen, die versehentlich die Order nicht erhalten haben und diejenigen, die im Begriff seien, die Arbeit wieder auszunehmen. Da8 Verbot einer großen Kundgebung. Paris, 16. Okt. Das Ausstandskomitee der Eisenbahnangestellten benachrichtigte heute den Ministerpräsidenten, daß er für morgen vormittag eine große Kundgebung im Bois de Vinosnes vorbereitet habe und die Verpflichtung übernehme, daß die Ordnung nicht gestört werde und kein Umzug in der Stadt Paris stattfinde. Die Negierung beschloß, die Kundgebung zu verbieten, da der Ministerpräschent der Ansicht ist, daß ihr die Organisatoren den Charakter einer. Herausforderung geben wollten, offenbar in der Hoffnung, daß der Ausstand nicht ohne Störung der Ruhe und ohne heftigen Zwischenfall zu Ende gehe. Deshalb werden strenge Maßnahmen getroffen, um die Kundgebung zu verhindern. Die Polizei, die in Erfahrung gebracht hat, daß in den Geschäftsräumen des anarchistischen Blattes „Libertoir" Leute verkehren, die sich im Besitze von Bomben befinden, nahm heute dort eine Haussuchung vor und verhaftete den Leiter und Geschäftsführer des Blattes, ebenso einen Mann, der versuchte, ein Paket zu verbergen, das drei Gesäße enthielt, die den in der Avenue Kleber und in der Rue de Berri gefundenen Bomben glichen. Der Verhaftete konnte fidj über die Herkunft der Gegenstände nicht ausweisen. Maßregeln gegen die Lebensmittelteuerung. Paris, 15. Okt. Der Ministerpräsident Briand hatte heute als interimistischer Ackerbauminister mit dem Direktor für Ackerbau eine Besprechung wegen der Lebensmittelteuerung. Ministerpräsident Briand bereitete einen Erlaß vor, der die Einfuhr amerikanischer Kartoffeln gestattet, aber lediglich solcher, die zur Nahrung bienen, und unterzeichnete bereits den Erlaß, wodurch die Einfuhr von Rindvieh aus Marokko gestattet wird. Bezüglich des Getreides bessert sich die Lage; die Preise fallen und die Enfte wird als gut bezeichnet. Die Politik Des Grasen Aehrenthal. Im Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten in der österreichischen Delegation hat Graf Aehrenthal, nach- dem von slawischer Seite insbesondere gegen bas Bündnis mit Deutschland polemisiert worden war, nochmals das Wort ergriffen. Er sagte u. a.: Ich glaube, die Schöpfer der Allianz zwischen Oesterreich« Ungarn und Deutschland haben von Anfang an die große Be^ deulung dieses festen Zusammenstehens der beiden mitteleuropai« schen Kaiserinächte richtig eingeschätzt und die Wichtigkeit dieses Bündnisses für die Interessen der beiden Mächte und für den europäischen Frieden erkannt. Die Zuspitzung der Ereignisie brachte eben die Richtigkeit dieser vor 30 Jahren eingeleiteten Politik in das allgemeine Bewußlsem und das ist der große Vorteil sürjeht und furalleZukunst. Gegenüber der Behauptung, daß die Durchführung der Annexion sich in Treviso nieder und errichteten hier ein Schloß. Von dieser Familie, die vom Kaiser mit der Grafschaft Treviso belehnt wurde, stammt ein G r a f P e t e r a b , der nach dem Jahre 1000 infolge der italienischen Kriege und Unruhen in Schwaben ein Schloß baute, dem er den Namen Hoheitzollern gab, was auf italrenisch alto colle bedeutet. Er legte sich hier den Namen Edler von Treviso, bei. Angehörige dieser Familie Collalto sind nach den Forschungen Balduzzis in Deutschland geblieben, und von ihnen stammen die Grafen von Zollern ab. Die Verwandtschaft des Namens Collalto mit Hohenzotlern und die vollkommene Gleichförmigkeit des Wappens sind die Hauptgrundlagen für die Annahme der Verwandtschaft beider Familien. In seinem in Alexandrien am 18. April 1630 gemachten Testament verfügt auch der kaiserliche Feldmarschall Ram- baldo Conte di Collalto, daß im Falle des Aus sterbens der Grasen von Collalto die Majorate von Pirnitz und Rudoletz in Mähren dem Hause der Hohenzollern zufallen sollten als rechtmäßigen Erben: der Marschall von Collalto bezeichnet sie in seinem Testament ausdrücklich als seine Verwandten und nächsten Erben. — Ein Jsolbendrama von Kainz. Kainz, hat außer den bereits bekannten, teils vollendeten, teils fragmentarischen Werken noch ein das Jsoldenthema behandelndes Fragment hinterlassen, welches sich im Privatbesitz eines langjährigen Freundes des Künstlers befindet. Kainz hat durch lange Jahre mit der ihm eigenen Gründlichkeit philologische und archivarische Studien über die Sage von Tristan und Isolde getrieben und als Produkt dieser Studien wollte er ein D r a m a „Isolde" schaffen (an welchem er laut einer aus dem Manuskript befindlichen Aufzeichnung während eines Gastspiels in Breslau am 28. Februar 1896 zu arbeiten begann). Der erste Akt wurde in Berlin am 14. April desselben Jahres beendet. Er ist von stattlichem Umfang und seine Sprache nach dem B B. C. von hinreißett- dem Schnmng. Außer diesem vielverheißenden, große Perspektiven erschließenden Akt ist nur die Aufschrift und eine Dekorationsanmerkung des zweiten Aktes vorhanden. — Auf dem Kongreß der französischen Mediziner, der am Donnerstag unter dem Vorsitze des Dekans der Pariser Fakultät, Professor Landouzy, eröffnet wurde, stand die Behandlung der Tuberkulose im Vordergründe der Erörterungen. Man kann nach dieser Tagung einen Meinungsumschwung unter den französischen Aerzten feststellcn, da augenscheinlich die Ueberzeugung unter ihnen um sich greift, daß eine spezifische Behandlung des schleierhaften UebelS unbedingt erforderlich ist. Nachdem erst Dr. Doyen von seinem angeblich sicher wirkenden Heilmittel gegen die Tuberkulose gesproche i, das in alle dem wäre kein eigentliches Komplott, sondern nur eine Vereinbarung von tätigen Willen zu finden, um den Streikbewegungen einen Gewalttätigkeits-Charakter hu geben. Nunmehr läßt man verkünden, daß die Grundforderung der Eisenbahner, das Fünffrankstück per Tag, spätestens am 1. Mai nächsten Jahres, wahrscheinlich aber schon am 1. Januar für alle Eisenbahnangestellten in Paris als Minimallohn bewilligt werde. Die Gesellschaften begehen aber da eine sehr ungelegene Frivolität, indem sie nur das Fünfsrankstück für den effektiven Arbeitstag bewilligen wollen, aber die gesetzlich festgesetzten Ruhetage nicht zu bezahlen gedenken: damit würde kaum eine Besserung der Lage der Eisenbahner erzielt, da somit 67 Tage des Jahres unbezahlt blieben und der wahre Täge- lohn sich nur auf vier Franks belaufen würde. Die Regierung ist deshalb sehr ungehalten und läßt nachdrücklich erklären, daß sie sich bamit für die Arbeiter nicht begnüge, sondern sehr energisch auf weitere Zugeständnisse der Gesellschaften dringe. Es muß übrigens sehr klar hervorgehoben werden, daß während des Ausstandes, auch in seinem akutesten Stadium, die öffentliche Meinung trotz ihrer Erbitterung gegen die Streikschürer und revolutionären Aufwiegler und trotz der rückhaltlosen Billigung des energischen Vorgehens der Regierung ihre Verstimmung gegen die Haltung der Eisenbahn-Gesellschaften nicht verbarg und daß sie auch jetzt noch gegen diese aufgebracht bleibt, weil sie nicht rechtzeitig die billigen Forderungen der Arbeiter genügend berücksichtigt hätten. Mit ihrer neuesten Haltung können, die Gesellschaften nur das Ergebnis erreichen, ihre Unbeliebtheit bei dem großen Publttüm zu steigern und sich Ungelegenheiten zuzuziehen. In Paris fanden am Samstag mehrere Haussuchungen an verdächtigen Orten statt, so auch in einem Lokale der Rue de Bretagne, in dem sich der sozialdemokratische deutsche Leseklub seit einiger Zeit zu vereinigen pflegt. Der Kommissär drang auch in eine Versammlung dieses, zog sich aber sofort zurück, als er ihren Privatcharatter erkannte. Hingegen wurden in anderen Räumen mehrere als Revolutionäre bekannte Personen, darunter auch zwei Deutsche, fejb genommen. Die Verhandlungen mit den Eisenbahngesellschaften. Paris, 15. Okt. Beim Empfange beim Minister der Oef- fewlichen Arbeiten Mille ran d erklärten die Direktoren der Echenbahnge Seilschaften, bau Den Beamten und Arbeitern aller Eisenbahnnetze, soweit sie in Paris ansässig sind, spätestens am 1. Januar 1911 ein Mindestgehalt von fünf Franks für jeden Tag, an dem sie Dienst getan haben, bewilligt werbe. Das Eisenbahnpersonal werde von dieser Ausbesserung benachrichtigt werden. Nach Erkundigungen im Ministerium der öffentlichen Arbeiten gestaltet sich die Sage andauernd günstiger. Zahlreiche Angestellte der staatlichen Westbahn meldeten sich wieder zum Dienst. Der Vorortverkehr wird wahrscheinlich heute wieder ein vollständiger sein. Aus der Nordbahn wurden gestern 174 Züge abgelassen, gegenüber 124 am Donnerstag. Die Zahl der Reisenden hat sich beträchtlich vermehrt. Eine große Menge Lebensmittel sind abgeliefert worden. Die Nordbahn-Gesellschaft teilt mit, daß der Dienst zwischen Frankreich, England, Belgien und Deutschland wieder vollständig mit normalem Zugverkehr gesichert ist. Die Regierung ist der Ansicht, daß sie gegentoärtig nicht in Verhandlungen mit dem nationalen Syndikat der Eisenbahn-Angestellten und dem Verbände der Heizer treten könne, da diese sich zurzeit in einem Konflikt mit den Militärgesetzen befänden. In mehreren Orten, besonders in der Umgegend von Paris, sind wieder Fälle von Sabotage porgekommen. Etwa zwanzig Aus- )0$ nahe Ende des französischen Llsenbohnausstandes. O Paris. 16. Okt. da die revolutionäre Ausstandsbewe- ung ersichtlich abnimmt, wächst die Wut der Streikschürer, a denen an erster Stelle jetzt die Sozialisten der Kammer ehoren. Diese haben besonderen Grund, sich so rief er, indem er die übertriebenen Ansprüche bt Großagrl bekämpfte, „lassen Sie uns bie Branntweinsteuer reformiere Indem der Redner sich gegen den Getreideexport der Großgrv besitz er im Osten wandte, schloß er mit der Erklärtug, es h« sich ferner um die Zurückdrängung des klerikalen Einflusses. • man überzeugungstreu weit erarbeite, werde die Station . dem Trüben, das ihr anhafte, geläutert werden nn> der Ä werde nicht fehlen. i ReichsbankpräslSent Dr. Kod) f. Der frühere Präsident des Reichsbankdirektoriums, Exz. Dr. Koch, ist am Samstag früh in Charlottenburg ge- sto rb en. Tr. Richard Koch ist am 15. September 1834 zu Kottbus geboren, also 76 Jahre alt geworden. Er studierte von 1851 bis 1853 in Berlin die Rechte und wurde, nackchem er 1858 sein Gerichtsassessor-Examen bestanden hatte, 1862 Stabt- und Kreisrichter in Danzig. 1865 würbe er Mitglied des dortigen land- wrrtschaftlichen Spruchkollegiums, bald aber an das Stadtgericht in Berlin versetzt. Im Juni 1867 wurde er hier zum Stadtgerichtsrat ernannt. Ende desselben Jahres wurde Koch, der bereits verschiedene Schriften auf dem Gebiete des Handels-, Konkurs- und Prozeßrechts verfaßt hatte, als Schriftführer des zur Ausarbeitung des Entwurfs einer Zivilprozeßordnung gebildeten Ausschusses des Norddeutschen Bundes beigeprbnet, in ber der nordbeutsche Eittwurf der Zivilprozeßorbnun^ entstaub. In dieser Stellung war er bis zum Juli 1870 tätig, zu welcher Zeit die Arbeiten des Ausschusses beendet waren. Im Oktober 1870 wurde er als Hilfsarbeiter in das preußische Hauptbankdirektorium {berufen, dessen Mitglied und Justitiar er im Mai des folgenden iJahres unter Ernennung zum Geheimen Finanzrat wurde. Bei >bcr Gründung ber Deutschen Reichsbank am 1. Januar 1876 trat •er in diese über, und zwar wurde er Justitiar im Direktorium. Sm Mai desselben Jahres erhielt er den Titel als Geheimer berfinanzrat. Im Jahre 1886 wurde er von der juristischen Fakultät der Universität Heidelberg aus Anlaß des 500jährigen -Bestehens der Universität zum Ehrendoktor der Rechte ernannt. Zhr folgte im Jahre 1903 die recksts- und staatswissenschaftliche Fakultät in Straßburg i. E. und im Jahre 1908 bie staatswissen- Maftliche Fakultät der Universität München durch Verleihung ber Würbe eines Dvctvr oeconomiae pnblicae nach. Als sich im Jahre .1887 .bie Nvtwenbigkeit der Schaffung einer Vizepräsidentenstelle firm Reichsbankbirektvrium ergab, wurde Koch auf Vorschlag des ^damaligen Präsidenten v. Dechend auf diesen Posten berufen. Schon nach drei Jahren, im Mai 1890, trat er nach v. Techends Tode an dessen Stelle als Präsident des Reichsbankdirektoriums, machdem er zwei Jahre zuvor den Rang der Räte 1. Klasse bekommen hatte. Ende 1907 trat er von seinem Amte zurück. Neben einer.großen Reihe von längeren Arbeiten und Aufsätzen ist von Geheimrat Kochs juristischen Schriften hauptsächlich der gemeinsam Mtt dem verstorbenen Kölner Oberlandesgerichtsprcisidenten Struck- Ddann I) er abgegebene Kommentar zur Zivilprozeßordnung zu ,Trennen. > Kochs überaus große Verdienste um die Entwicklung des Deutschen Geldwesens, die Ausgestaltung des Giroverkehrs, sdie Entwicklung des Scheck- und Abrechnungswesens, die ^Reform des Aktienrechts, das Börsenwesen, um die tapfere Md geschickte Verteidigung der Goldwährung und vieles .-andere srnd, so schreibt die „Köln. Ztg.", der ganzen Welt {bekannt. Mit idem Reichsbankpräsidenten Dr. Koch ist einer her letzten Männer aus dem öffentlichen Leben geschieden, Lie an dem gewaltigen Werke der Einigung Deutschlands "unmittelbaren Anteil gehabt haben. Die Mainzer 5tadtverordnetenwahlen und die politischen Parteien. i. MainK, 16. Okt. Es steht nun fest, daß bei der nächsten Stadtverordnetenwabl die sämtlichen bürgerlichen Parteien sich gegen die Sozialdemokraten zusammenschließen werden. Gestern abend hielt diefortschrittlichePar- tei eine Versammlung ab, in der ein Kandidaten-Programm ausgestellt wurde, mit dem sich heute früh eine in aller Eile ^nsammenberusene Versammlung derVertrauensmanner der Zentrumspartei beschäftigte mit dem Erfolg, daß dem aufgestellten Programm zugestimmt wurde. Danach sollen für die 19 ausscheidenden Stadtverordneten gewählt werden: 10 Freisinnige und Demokraten, 5 Nattonalliberale, 2 Zentrumsleute und 2 Sozialdemokraten, die man angeblich mit Rücksicht darauf auf die bürgerliche Liste nehmen will, daß die Sozialdemokratie die stärkste Partei am Platze ist. Im Stadtteil Kastel sollen Zwei Zentrumskandidaten, im Stadtteil Mombach ein Liberaler und ein Zentrumsmann gewählt werden. Da dies- mal Zentrumsleute nicht ausscheiden, bedeutet der Wahl- plan für daß Zentrum einen Gewinn von zwei Mann, wäh- Die Spannung in Spanien. M adrid, 16. Okt. Heute feierten hier die Republikaner durch einen Straßenumzug die Einführung der republikanische.n Staatsform in Portugal. Nach der Rede eines republikanischen Deputiert-eii, der dazu aufforderte, das Beispiel Portugals nachzuahmen, gingen die Umzügler auseinander. Zwischen einem Zuge katholischer Pilger und Republikanern, die an der heutigen Kundgebung teilgenommen hatten, kam es zu einem Zusammenstoß, der n Tätigkeiten ausartete. Die Ruhe wurde durch das Ein- chreiten der Polizei Wied er hergestellt. Heer und Flotte. Die Jahrhundertfeier der Kriegsakademie in Berlin erreichte in einem Fest, das in Anwesenheit des Kaisers am Samstag in'ber Aula der Kriegsakademie stattfand, ihren Höhepunkt. Der Kaiser sagte: Ich habe am heutigen Tage folgende Kabinettsordre an die Kriegsakademie gerichtet und verlas hierauf die ihm vom Stellvertreter des Chefs des Militärkabinetts General von Oertzen überreichte Ordre, welche lautet: keit übergeben. Vor einigen Tagen ist dem Museum von außerhalb eine größere Sammlung von Gegenständen süd- amerikanischer Länder zur Vervollständigung angeboten worden. Die Erwerbung, die um so wertvoller ist, als das Museum an Gebrauchgegenständen der dort wohnenden Völker noch sehr arm ist, ist beabsichtigt. ** 3nr Stad tth ecrter fand am Sarrrstag abend eine Sondervorstellung für die Mitglieder des All- Kemern en Staats-Eisenbahn-Bereins statt, in her dre beiden lustigen Schwänke: I m weißen Rößl und Als rch tviederkam erwählt worden waren. Das bis auf den letzten Platz besetzte Haus folgte der etwas überstürzten und nicht genügend vorbereiteten Vorstellung mit innigem Vergnügen und dankte nach jedem Aufzug mit lebhaftem Beifall. Hermann Norden spielte die derbe Gestalt des Berliner Fabrikanten mit derbem Humor, fidel und beweglich, Friedr. Timian den Zählkellner flott und possierlich. Der gemütvollen Gestalt des Prrvatgclehrten gab Kurt Gühne schlichte Wärme, und sein Töchterchen wurde von Luise von Gl o eben nett und gefällig dargestellt. Voller Blut und Leben war Hilde Engel als Ottilie, liebenswürdig und geschmackvoll Karl Marx als Sulzheimer^und Oberleutnant. Die Leistungen von Rudolf Goll als Siedler und Lore Scholz als Rößlwirtin sind von der letzten Aufführung der beiden Stücke noch in bester Erinnerung. Auch die übrigen Mitwirkenden waren mit Ersola tätig. — Der Vorstand des Mlgemeinen Staats- Eisenbahn-Vereins, der schon im vergangenen Jahre eine Sondervorstellung veranstaltet hat, verdient besondere Anerkennung für die Art, wie er sich die Unterhaltung seiner MitgllÄ)er angelegen sein läßt. Der Erfolg des Abends sonne das dichtbesetzte Haiis bewiesen zur Genüge, daß man das Streben des strebsamen Vorstandes fteudig anerkennt. "Zudem Ueb erfüll der Backhaus scheu Eheleute in Lauterbach in der Nacht vom 11. auf 12. d. M ist noch nachzutragen, datz am Montaa, 10. d. M., abends um 12 25 Uhr von einem jungen Manne aus dem Postamt in Fulda eine Depesche an Herrn Backhaus aufaegeben wurde, die ihn aus 11 16 Uhr abends an den Bahnhof Lauterbach bestellte, wo ein durchfahrender, naher Verwandter ihn sprechen wollte. Diese De- pesche konnte aber in der Nacht nicht mehr zugestellt werden Wie sich herausstellte, hat der Verwandte die Depesche aber nicht auf- geaeben und ist auch nicht durch Lauterbach gefahren. Es gewinnt al^o den Anschein, als wenn schon am 10. die Familie Backhaus durch andere Personen aus der Wohnung gelockt werden sollte Da aber auch zu vermuten ist, daß der Absender die Depesche nicht selbst aufgab, sondern eine andere Person dazu benutzte, so wäre es im Interesse der Aufklärung sehr erwünscht wenn sich die Person melden würde, die die Depesche auf der Post ausgab, oder andere Personen, die etwa den jungen Mann abends um 1/111 Uhr an dem Postamt gesehen haben, dieses mitteilten. Es ist dabei zu bemerken, daß doch auch das Depeschenformular irgendwo entnommen sein muß, weil es ausgefertigt an die Post gebracht wurde. Auf jeden Fall ließe sich durch die Mitteilungen feststellen, ob die Depesche mit dem Ueberfall in Verbindung steht oder nicht. — Wieck eck, 16. Oft In einer gut besuchten Bürgerversammlung im Saale von B. Wacker berichtete der Betriebsleiter des Gießener Elektrizitätswerks, Direktor St ölte, Über den Verbrauch von Elektrizität zu Licht- und Kraft zweck en für die Gemeinde Wieseck Er legte in seinen Ausführungen dar, wie sich das elektrisck>e Licht infolge seiner ungemeinen Reinlichkeit, seiner leichten und bequemen Hanohabung und auch wegen seiner Billigkeit und Ungefährlichkeit immer mehr einbürgere. Auch bedienten sich die verschiedensten Betriebe der elektrischen Kraft, wodurch neben andern Vorteilen bedeutend billiger gearbeitet werden könne. Postverwalter Guthier hatte gegen die Ausführungen im Grunde nichts einzuwenden, schlug aber der Versammlung vor, an den Ortsvorstand der Gemeinde Wieseck das dringende Ersuchen zu richten, ohne elektrische Bahn auch keine elektrische Kraft zu Licht- und Kraft- »wecken zu beziehen, womü die Versammlung einverstanden ist. Ein Vertreter der Lampenfabrik Gebrüder Kaufmann-Gießen suchte eine Lanze für das Petroleumlicht zu brechen, indem er nachwies, daß die von Direktor Stolte angeführten Berechnungen über die Kosten des Petroleumlichts nach den von ihm gemachten Versuchen nicht stimmten, die Petroleumbeleuchtung also immer noch TaUiger sei. Nachdem noch einige andere Redner zu diesem Gegenstand gesprochen hatten, erklärte Bürgermeister S ch o m b e r, der Gemeinderat werde in dem Sinne an die Erledigung dieser Frage herantreten, ohne elektrische Bahn keine Abnahme von Elektrizität zu Licht- und Kraft- zwecken. X Ostheim, 17. Oft. (Prtoattelegramm.) Der wegen Unterschlagungen flüchtig gewordene Rendant Winter hat, wie sich bei der Kassenprüfung herauSstellte, bei der Spar- "nd Stadtkaffe 15 000 und bei der Kasse des Vorschußoerems 6000 Mk. unterschlagen. d. Mainz, 16. Cft. Vor einigen Tagen wurden Handwerksburschen von zwei angeblichen Werk- meistern in den Herbergen für ihre Fabriken engagiert und ihnen ein Schreiben mitgegeben, das sie in dec Fabrik vorzeigen sollten. Nachdem die «Werkmeister* sich unter allerlei Vorspiegelungen von den Engagierten Geldbeträge leihen ließen, verschwanden sie. Mit der Arbeit war e§ natürlich nichts. Es gelang nun, die zwei Betrüger au6- finbig zu machen. Es ist der Oberheizer Franz S ieben tritt aus Winkel und der Schlosser Hch. Karl aus Hechtsheim. Beide kamen in Haft. Darmstadt, 16. Oft. Die Frau des Installateurs Heppenheimer hat heute in Abwesenheit ihres Mannes sich ^nb ihr achtjähriges Kind durch Dcffncn der Gasleitung im Schlafzimmer getötet. X Rodheim a. d. Bieber., 16. Oft. Unsere im Jahre 1906 gegründete freiwillige Feuerwehr hält am letzten Oktober-Sonntag ihre diesjährige Schluß Übung ab. Zu dieser im größeren Maßstabe geplanten Hebung hat auch die Sanitätskolonne aus dem benachbarten Fellingshausen ihre Mitwirkung in Aussicht gestellt. s) Michelbach bei Marburg, 16. Oft. In Gegenwart von Vertretern der staatlichen und kirchlichen Behörden sand heute hier die Einweihung unserer wieder hergestellten, aus dem 12. Jahrhundert stammenden Kirche statt. Unter der Oberaufsicht der Kgl. Bau- und Oberbauräte zu Marburg, Kassel und Berlin und des BezirkskonservatorS Geh. Rats Prof. v. Drach ist das Gotteshaus durch den Architekten Da über und den Kirchenmaler Nif. Da über aus Marburg wieder seinem historischen Charafter entsprechend hergestellt worben. Besonderes Interesse verdienen die romanischen Gewölbe- und Wandmalereien, die zu den ältesten in Deutschland zählen. sj Marburg, 16. Oft. In feierlicher Weise wurde heute mittag der neue Rektor unserer Universität, Geh. Kon- sistorialrat Prof. Dr. theol. Karl Budde, in sein Amt ein* geführt. Der scheidende Rektor, Prof. Dr. Maaß, berichtete über daS verflossene Universitätsjahr und gedachte deS ver- Itorbenen Geographen Theobald Fischer. Der neue Rektor Dr. Budde sprach dann über das Wesen deS Monotheismus". Die von Prof. Dr. Wechßler verfaßte Reftoratsschrist ist betitelt «Moliöre als Philosoph". Frankfurt a. M., 15. Oft. Der Gesamtinhalt der Sammelkasten des am 11. Oktober abgehaltenen M a r-- g u er itentages usw. betrug 86311,70 Mk. ES stehen noch einige wenige aus, die jedoch das Ergebnis nicht wesentlich ändern. Hinzukomrnen aus Sammellisten etwa 20 000 Mk. Die Opernvorstellung brachte nach Zahlung von 2000 Mk. an die Theater- Aktien-Gesellschast etwa 3600 Mk., die Veranstaltung des Frankfurter Frauenklubs rund 500 Mk., die Stiftung des Verlags der „Frankfurter Nachrichten" zwischen 4000 und 5000 Mk. Außerdem sind Zuwendungen aus Sammlungen in Schulen gemacht worden; bis jetzt von der Souchay-, Westend- und Beth- mann-Mittelschule. Es stehen noch die Erträgnisse von Aufführungen aus, die der Viktoria-Schulverein und das Lehrerinncn- Seminar geplant haben. Die Unkosten: Ankauf der Blumen, Kasten, Drucksachen, Transportkosten, Schreibarbeiten usw. betragen etwa 10000 Mark, so daß der Reinertrag mit rund 105000 Mark anzunehmen ist. F. C. Wiesbaden, 16. Okt. Zum Automobilunglück in Hachenburg. Das Befinden der verletzten Insassen des Automobils, das von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurde, des Sattlers Stahl und des Sattlers Bast ist ein befriedigendes, während sich das des Führers des Autos, des Arthur Henney, verschlechtert hat. Gegen diesen hat die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl erlassen, lieber die Ursache des Unglücks ist nichts positives bekannt. Es heißt, die Steuerung habe versagt. Die Bäume an der Sttaße tragen sichtbare Zeichen, wo das Auto an gerannt, einer ist umgerissen. Der verunglückte Hennep war seit langem wegen seines unsinnigen Fahrens mit seinem Benzwagen ein Schrecken der ganzen Gegend. Landwirtschaft. _ JJcber Fütterung der Z uck err üb enschnlßel. Frische Schnitzel haben einen geringen Gehalt an Protein und Fett, sind jedoch wertvoll durch ihren Gehalt (16°/o) an leicht verdau-- litten Kohlehydraten (Zucker, Stärke usw.). Die frischen Rübenschnitzel sind ein gedeihlich^ Futter für Milchkühe, sowie für Mastzwecke. An Milchkühe kann man nach Pros. Dr. O. Kellner- Möckern bis 40 Pfund, bei der Rindviehmast den Kühen auch 40—50 Pfund am Tag, Mastochsen dagegen 60—80 Pfund auf 1000 Pfund Lebendgewicht und bei der Schweinemast 4 Pfund frische Schnitzel am Tag und 100 Pfund Lebendgewicht geben. An Jungvieh sowie an tragende Tiere soll man frische Rüden-- schnitzel nicht oder nur in kleinen Gaben füttern. Da bei der Rübenfampagne gewonnenen Schnitzel nur zun' kleinen Teile frisch gefuttert werden können, werden die Schnitzel vielfach in Gruben eingesäuert und als Sauerfutter während des Winters an Milch- und Mastvieh verfüttert. Man gibt 50-—60 Pfund am Tag auf 100 Pfund Lebendgewicht. An tragende Tiere werden jedoch die Schnitzel zweckmäßig nicht gegeben, da dieselben sonst leicht verwerfen. Die eingefäuerten Schnitzel werden vom Vieh aern gefressen Es entstehen jedoch bei der Einsäuerung infolge Zersetzungsvorgänge Verluste an Nährstoffen namentlich wenn die Gruben nicht luftdicht abgeschlossen sind. Nach Pros. Marker gehen beim Einsäuern durchschnittlich 25 v. H. der stictttosfbaltigen und 35 v. H. der stickstoffreien Nährstoffe verloren. Es empfiehlt sich zur Gewinnung einer guten Butter Protein- und fettreiches Futter also Lein-, Palm-, Raps- oder Sesamkuchen beizufüttern. Cuftfchiffabrt Clement Bayards Fahrt über den Kanal. Cuise la Motte (Dep. Oise), 15. Okt. Heute früh 79t Uhr ist das lenlbare Luftschiff „C l e m e n t B a y a r d" mit sieben Personen bei gutem Wetter ausgestiegen. Das Ziel der Fahri ist London. London, 16. Cft Das lenkbare Luftschiff „Clement Bayar d", das heute früh 71/* Uhr in Cuise la Motte (Depatte- ment Oise) aufgestiegen war, passierte um 11 Uhr Folkestone, 12 Uhr 35 den Krystallpalast, und um 1 Uhr 5 die St. Pauls- Kathedrale. Dann schlug das Luftschiff die Richtung nach dem westlichen Vororte Shepherds Bitsch ein, wo es uml 1 Uhr 26 Min. vor der für seine Aufnahme bestimmten Halle bei prächtigem Wetter glücklich landtte. London, 16. Okt. Das Luftschiff „Clement Bayard" wurde bei seiner Fahrt über den Kanal von drei französischen Torpedobooten begleitet, ohne die es in dem herrschenden Nebel die Richtung verloren hätte. Später Härte sich das Wetter auf. Das Luftschiff, das der Bahnlinie Folkestone- London folgte, bewegte sich in einer durchschnittlichen Höhe von 650 Fuß und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 englischen Meilen in der Stunde. Gelungene Paflagieifliige ParisBrüfiel. Jssy leS Monlineaux (Dep. Seine), 16. Oft. Heute vormittag 97» Uhr ist Legagneux zum Fluge nach Brüssel aufgestiegen. Jssy les Monlineaux (Dep. Seine), 16. Oft. Wyn - malen ist heute früh 7y< Uhr zum Fluge nach Brüssel aufgestiegen. Brüssel, 16. Oft. Der Flieger Wynmalen ist heute nachmittag 1 Uhr 16 aus Jssy les Monlineaux hier eingetroffen und um 2 Uhr 25 Min. zum Rückfluge nach Paris wieder aufgestiegen. Legagneux ist um 2 Uhr 25 Min. ebenfalls hier angekommen. Beide Flieger führen einen Passagier mit sich. Kleine Nachrichten. Paris, 16. Oft. Während eines Schaufluges bei Stampe s stießen die Flugzeuge der Flieger B r e g i u^d B e h a t zusammen. Beide Aviatiker erlitten schwere Verletzungen. Besonders Behats Zustand, der beide Deine brach, ist bedenklich. Amtlicher Wetterbericht. Verlauf der Wltterung seit gestern früh: Das Hochdruckgebiet ist ostwärts gewandert und bedeckt die östliche Hälfte Europas. Daher wehen leichte Ostwinde, die heiteres und am Tage mildes Wetter gebracht haben. Nur nachts sinkt durch Ausstrahlung die Lemperatur bis nahe an den Gefrierpunkt. Heute früh herrscht in Süd- und Ostdeutschland Nebel. Bei Annäherung einer kleinen Zyklone über England nimmt jetzt die Bewölkung zu. Wetterausstchteu m Hessen am Dienstag dem 18. Oktober 1910: Zunehmende Bewölkung, vielfach nebelig und geringer Regen, südwestliche Winde, etwas milder. 1Z1 A ^-Alasoa<) Kurprinz • o Bismarck ' 8« Naxos Z- A»uSekklm O Jockey Oz PTij. Türk,Tabak- ÄCIgaretten-Fabrlk „Klos" o E. Robert Böhme, Dresden. Lieferant der französischen Zabak-f^gie. In Sptiarlollelii Magnum Bonum. Sylesia, Up te Sates, Woltrnann, Imperator, ärker etc. etc. offeriert ladungsweise billigst |hvI4/io Friedr. 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