Nr. 61 Zweites Blatt 160. Jahrgang Montag 11. März 1910 Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag?. Die „Gießener Zamilienblätter" werden dem ^Anzeiger" viermal wöchentlich bcigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Sleindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion: 112. Tel.-AdruAnzeigerGießen. verbefferimgen im Lisenbahnverlehr. M1 Berlin, 12. März. Wie wär hören, ist für den Sommer 1910 eine Verbesserung des großen Turchgangsverkehrs geplant. Beabsichtigt ist eine neue Verbindung nach dem Westen (Köln, Aachen, Tusseldvrs). In Aachen werden die Zuge vereinigt und nach Paris und Brussel weitergeführt. Diese Verbindung erhält ein Gegenstück in einer Nachmittagsverbindung aus dem Westen nach Berlin. In der Verbindung Be r l in — Fran t f u rt —B a s el wird ein Schnellzug 9 Uhr morgens eingelegt, der 11 Uhr abends in Basel ankommt. Ter Gegenzug geht in Basel um 8 Uhr früh ab und kommt in Berlin um 9 Uhr abends an. Weitere Verbesserungen sind vvrgesel)en, um den englischen Verkehr mehr für die deutschen Bahnen zu gewinnen. Tie Strecke Vlissingen—Asck>assenburg—München wird an die Tauernbahn gut qngegliedert und somit eine gute Ueber- landverbindung von Vlissingen nach Triest geschaffen. Für den Verkehr zwischen Berlin —Posen wird ein neuer Schnellzug zu guter Zeit eingerichtet. Schließlich werden Maßnahmen getroffen, die Post aits dem rheinischEstfälischen Jndustrierevier, die abends bis 8 Uhr zur Aufgabe gelängt, in Berlin mit der ersten Bestellung gbzuliesern. Von weiteren Maßnahmen seien erwähnt: Alle Züge sollen nur drei Klassen führen, in Personenzügen fällt allmählich die erste Wagenklasse fort. Ter Triebwagenverkehr wird zur Förderung des Nahverkehrs, zur Ausfüllung von Zug-Lücken und zur Vermittlung von Schnellzugsanschlüssen auf Schncllzugsstrecken und als Zubringer auf ddebenbalmen weiter ausgedehnt werden. Ter Verkehr deckt vorläufig allerdings nur die Selbstkosten, weil die An- schafsungskosten zu hohe sind. Bis zum 1. Oktober werden alle zuschlagspflichtigen Züge in O-Züge umgewandelt sein._______ aus den ReichstagsausschWn. :: Be r lin, 12. März. Ter Budgetausschuß des Reichstages setzte heute die Beratung über das Auswärtige Amt fort. Ter Haushalt enthält eine Erhöhung des geheimen Fonds, der bisher eine Million betrug, um 300 000 Mark. Diese Erhöhung wird gegen die Rechte, die Nationalliberalen sowie einen Teil des Zentrums abgelehnt. Ein Mitglied der Vvlkspartei spricht über die Angelegenheit des Dr. Zintgrafs. Nack) einer Schilderung der Vorgänge erörterte er die Streitigkeiten zwischen Dr. Zintgrafs und dem deutschen Gesandten in Avis-Abeba Jetzt sei ein Mann auf dem Posten, der noch nie afrikanischen Boden betreten habe. Wie fei eine solche Auswahl möglich? Er könne sich von dem Eindruck nicht frei machen, daß, unsere Stellung in Abessinien in Italien etwas verstimme. Er habe gehört, daß, man sich für die Gesandtschaft in Adis-Abeba ein Maschinengewehr besorgt habe; von welckpeui Fonds sei dies angeschasft? Ein nationalliberales Mitglied spricht in gleichem Sinne. Daß Dr. Zintgrafs nichtachtend behandelt wurde, habe großes Aussehen gemachst. Das durfte einem Deutschen in besonderer Stellung nicht passieren. Staatssekretär von Schoen erklärt: Dr. Zintgrafs .habe sich sehr bewährt. 9htt die Ungunst der Verhältnisse habe seine weitere Wirksamkeit verhindert. Daß er lein Glück habe, sei dem Dr. Zintgrafs nicht persönlich zuzuschreiben. Er nahm ohne Einwirkung von hier aus den Abschied, glaubte sein Leben bedroht, floh in die Gesandtschast, während der deutsche Arzt zum Beispiel blieb. Eine neue Beschäftigung im Reichsdienste, für die Tr. Zintgraff in Aussickch genommen war, lehnte er auch ab. Während seines Aufenthaltes in der Gesandtschaft kamen die Zwistigkeiten mit dem Gesandten. Eine angerufenc Entscheidung in Berlin mußte dem Gesarrdten recht geben. Tr. Zint- grass ging dann aus den ihm angebotenen Posten in Kairo, nahm aber den Abschied und wünschte eine Disziplinaruntersuchung. Diese kann aber nur nach eingehender Prüfung verfügt werden. Zintgraffs Verhalten muß auf Krankheit, auch auf Mißstimmung über das Scheitern seiner Mission, sowie auf die klimatischen Einflüsse in Adis-2lbeba, die herzleidend und reizbar machen, zurückgeführt werden. Das Maschinengewehr habe Dr. Zintgraff hinausgebracht. Es Loste dorthin 8000 Mark; der Posten erscheine in der Rechnung an richtiger Stelle. Ein nativnalliberaler Redner bemerkt, die Behandlung in der Presse lasse scheinen, »als ob die deutschen Interessen in Adis-Abeba nicht genügend gewahrt würden. Er müsse die Entsendung des jetziger: Gesandten bedauern; nach mehr, daß diese mit Herrn Zintgraff nicht ausiomuven konnten. Bei Franzosen und Engläirdern würde das kaum Vorkommen. Besonders der öffentliche Zwist sei sehr unangenehm gewesen; das hätte nicht Vorkommen dürfen. Daß Zintgraff sich der Kaiserin-Eskorte nicht anvertrauen wollte, verstehe er vollständig; auch daß er eine Ermordung fürchtete, für die irgend ein beliebiger Mensch nachher gehängt werde. Jedenfalls hätte die Krankheit des Dr. Zintgraff für den Gesandten genügen müssen, ihm ein sicheres Geleit zu besorgen. Allerdings sei keine Gescmdtschaftswache vorhanden; aber man hätte wenigstens den Stamm zur Bedeckimg heranziehen können, dem Zintgraff vertraute. Dienstag: Reichskontrollgesetz. Ter Kaliausschuß des Reichstages beschäftigte sich mit der Frage einer Vertrustungsmöglichkeit und der amerikanischen Gefahr. Tie Nationalliberalen erklären, es müsse gewiß dafür Sorge getragen werden, daß dem Auslande das Kali nicht billiger abgegeben wird, aber man dürfe die Existenzbedingungen der deutschen Industrie nicht gefährden, und auch Handelsminister Sydow erklärt, der Fiskus dürfe mit Rücksicht auf die deutsch^ Industrie nicht über Leichen gehen. Von fteisinniger Seite wird die Vertrustungsgefahr vollständig bestritten. Das Zentrum erklärt sich gegen den Gesetzentwurf und spricht sich für eine Bettiebs- gemeinschast lediglich zur Siegelung des Auslands Verkehrs aus. Ter Wortführer der Sozialdemokraten meint, daß Regierung, Zentrum und Konservative in dieser Sachs anscheinend schon einig seien und ersucht um die Vorlage des zw ischen den dreien ja wohl idjon vereinbarten Gesetzentwurfes. Handelsminister Sydow verwahrt sich gegen diese Annahme. Dienstag wird die Aussprache fortgesetzt. lieben Arbeitüammern auch Kaufmannsfammern. Aus Berlin wird uns geschrieben: Der Arbeitskammergesetz-Ausschuß hatte am Freitag beschlossen, die technischen Beamten entgegen dem Willen des Bundesrats unter das Arbeitskammergesetz zu stellen. Nach einem weiteren Beschlüsse des Ausschusses sollen für die Handlungsgehilfen besondere Kaufmannskammcrn gcsck>afsen werden. Tiesem Beschlüsse steht die Regierung sympathischer gegenüber, da der Bundesrat der Unterstellung der Handlungsgehilfen unter das Arbeitskammergesetz scharfen Widerspruch entgegengesetzt hat. Die wirtschaftlicheVereinigung des Reichstags hat einen A n t r a g im Reichstage gestellt, die Regierung aufzusordern, einen Entwurf über Kaufmannskammern vorzulegen. In dem Anttage werden den Handlungsgehilfen besondere Verttetungs- organisalionen zugebilligt, die nickst Organisationen für den wirt- 'chastlickien Kampf sein sollen, sondern die sich mit Fragen der allgemeinen Sozialpolitik usw. beschäftigen sollen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Regierung zu der neuen Anregung stellen wird. ____________________________________ 8. ordentliche evangelische Landersynode. R. B. Darmstadt, 12. März. Die heutige Sitzung der Landessynode wurde um 91/* Uhr durch den Präsidenten D. Stamm eröffnet. Der Ausschuß beantragt: 1. Die Synode wolle das Oöerlonsisterium enuchen, eine Vorlage zu machen, nach der der W i t w e n g e h a l t von 1000 Mk. auf 1200 Mk. mit Wirkung vom 1. April 1910 erhöht wird. 2. Einstellung von 192 000 Mk. Nachdem in der Aussprache u. a. Professor Eck-Gießen für den Antrag gesprochen, wird dieser gegen eine Stimme angenommen. w Zu Kapitel K i r ch e n b a u w e s e n regt Syn.-Abg. Dinge l d e y-Darmstadt die Einsetzung einer Kommission an, die zu bestimmten Zeiten die Pfarrhäuser auf ihre Wohnbarkeit revidieren solle. Es gebe Pfarrhäuser, die sich in direkt gesundheitsschädlichem Zustande befinden. — Syn.-Abg. Hainer- Hungen bittet, bei diesen Revisionen die Dekane hinzuzuz ehen. — Präsident D. Nebel stimmt dieser Anregung zu. — Syn.- Abg. Fritsch (Ruppertsburg) schlägt vor, , zur Behebung der finanziellen Schwierigkeiten alsbald bei Fertigstellung eines Pfarrhauses einen Betrag von etwa 1003 Mk. verzinslich anzulegen mit der Bestimmung, daß diese Summe verbleibt, bis Baufälligkeit oder dergleichen eintritt. — Das Kapitel wird dann genehmigt. Ebenso ohne Aussprache eine Reihe weiterer Kapitel. Damit ist der Haushalt erledigt. Um lVt Uhr wird die Sitzung geschlossen. — Nächste Sitzung Montag 9 Uhr. Die Abschiedrseier für Geheimerat Dr. vreidert. Gießen, den 14. März. Dem scheidenden Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert zu Ehren vereinigten sich gestern nachmittag Hunderte von Männern aller Stände zu einem Ehrenkommers in der mit Fahnen und Pflanzen hübsch geschmückten Turnhalle am Oswalds Garten, die förmlich in einen Wald verwandelt war. Die Universität, die (Garnison, die Stadtverwaltung, die Verwaltungs- und Gerichtsbehörden, Bürgermeister, Geistliche und Lehrer aus der ganzen Provinz waren anwesend. Bon den sonnigen Fluren der Wetterau, vom sturmumwehten Vogelsberg, aus der Rabenau, dem Schlitzerland usw waren sie hierhergeeilt, um bei dem Abschied des Mannes zugegen zu fein, der in den 8 Jahren seiner Wirlfamkeit in Oberhessen sich die Wertschätzung, Achtung und Verehrung in den weitesten Kreisen der Bevölkerung erworben hat. Kurz nach 4 Uhr erschien Geheimerat Dr. Breidert, geleitet von Oberbürgermeister Mecum, der im Auftrag der beteiligten Behörden usw. die Vorbereitungen zu der Festfeier getroffen hatte. Alsbald erhob sich der Rektor der Landesuniversität Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Strahl, um mit herzlichen Worten des Landesfürsten zu gedenken. Das auf den Groß- Herzog ausgebrachte Hoch fand begeisterte Aufnahme. Oberbürgermeister Mecum brachte dann in einer treffenden Ansprache dem scheidenden Provinziatdirektor den Abschiedsgruß dar. Er gab darin den Gefühlen der Trauer Ausdruck, die durch die Versetzung des Geheimerats Dr. Breidert gewiß bei allen Anwesenden vorhanden seien, aber auch dem Gefühl der Freude, daß man noch einmal einige Stunden des Abschieds mit dem verehrten Manne verleben dürfe, dessen liebenswürdiges, allzett hilfsbereites Wesen ihn den Herzen der Bevölkerung näher gebracht habe. Er dankte dem Scheidenden für alles Gute und Schöne, was er in seiner langjährigen Tätigkeit in Oberheffen allen gegeben habe. Seine außerordentlichen Gaben und fein liebenswürdiges Wesen haben es zuwege gebracht, daß er nie uns fremd war, daß er hier feine Heimat fand. Seine Eigenschaften machten ihn stark, großes zu beginnen und zu vollenden. Er machte den großen Gedanken der modernen Selbstverwaltung, die Steuerlasten zu vermindern durch Schaffung rentabler Kulturwerke, zuerst für Ober- hesfen nutzbar. Sein Werk, die Wasscroerforgungsanlage bei Inheiden, soll den Gemeinden billiges Wasser geben und das an Frankfurt abgegebene Wasser soll die lieber» schlisse liefern, mit denen Geheimrat Dr. Breiderts zweiter großer Plan, das Elektrizitätswerk zu Lißberg, gebaut werden soll, um den Wohlstand der Provinz zu heben und Industrie und Landwirtschaft zu fördern. Uns und unseren Nachkommen werden diese Werke zugute kommen und mit ihrem Namen wird der Provinzialdirektor Dr. Breiderts auf immer ehrenvoll verbunden sein. Zum Schluß bat Oberbürgermeister Mecum Geheimerat Dr. Breidert, die Provinz und ihre Bewohner im guten Andenken zu behalten und brachte die Dankbarkeit der Oberhessen durch ein dreifaches Hoch auf den Scheidenden zum Ausdruck, in das die Versammlung lebhaft einstimmte. Oberst von Müller dankte dann Provinzialdirektor Dr. Breidert für die ritterliche stets entgegenkommende Art, mit der er die Wünsche des Regiments zu erfüllen gesucht habe und pries ihn als Förderer des Reiifports durch Schaffung guter Reitwege. Tann feierte er die Lebensgefährtin des scheidenden Provinzicuoireltors als die unermüdlich tätige Förderin gemeinnütziger und wohltätiger Werte, namentlich des Säuglingsheims. Er überreichte Herrn Dr. Breidert einen prächtigen Blumenstrauß für seine Gemahlin als Scheidegruß und brachte ihr ein Hoch aus, das ebenfalls lebhaften Beifall fand. Regierungsrat ^velcker brachte die Abschievsgrüße der Beamten und des Bureaupersonals der Provinzialdirettton und des Kreisamts zum Ausdruck, die an Geheimerat Dr. Breidert einen allzeit güttgen, hilfsbereiten Vorgesetzten verlieren. Er ge^acyte ebenfalls der zahlreichen Schöpfungen des Provinzialdircktors für die Provinz, des Riesenwerkes in Jnheioen und Lißberg, mit denen er als erster in Hessen einem Selbstverwaltungsi-örper selbständige Einnahmen Der schaffe, ferner seiner für den Kreis gefdm) jenen Kulturwerte, der zahlreichen Schulneubauten, der Landwirtschaftsschule, der Wanderhaushaltungsschulen, der landw. Fortbildung^ schulen, der zahlreichen Was,erlcitungen usw, die alle unter des Provinzialdirektors taifräfliger Mitwirkung entstanden sind. Oelonomierat Hofmann- Dorf Gull beleuchtete bic Verdienste Dr. Breiderts um die oberhessische Landwirischafi, und insbesondere seine Tätigkeit als Borfitzender des Land wirtsch. Bezirtsvercins. Seine Mitteilung, daß Geheimerat Dr. Breidert zum Ehrenvorsitzenden des Landw. Bezirksvereins ernannt worden sei, fand lebhaften Beifall. Für die Landbürgermeistcr fprack) Bürgermeister L e un - Großen-Linden herzliche Abfchiedsworle. Die Bürgermeister sahen in Geheimerat Tr. Breidert nicht den strengen Ches, sondern einen treuen, väterlichen Freund. Er hoffe, daß künftig dosjelbe gute Verhältnis zwischen dem Kreisamt und den Bürgermeistern herrschen möge. Das Hoch des Redners galt dem Kreisamt Gießen. Geh. Negierungsrat Schönfeld- Schotten übermittelte in einer packenden Ansprache die Scheidegrüße der Verwaltungsbeamten der Provinz, die in dem scheidenden Provinzialdirektor einen allzeit hilfsbereiten Freund und Berater verlieren. Möge Geheimerat Dr. Breidert an den schönen Ufern des Rheins die beim ernsten Chattenstamm Oberhessens verlebten Tage nicht vergessen! Bürgermeister Sann-Weilershain überreichte Herrn Dr. Breidert sooann mit sinnigen W.dmungsworten ein hübsches Erzeugnis oberhesfifchen Kunstgewerbes, einen schmiedeeisernen Rosenzweig. Die beiden aufgeblühten Rosen bedeuten die Provinz und den Kreis, die größere, vor dem Aufbrechen stehende Knospe das Wasserwerk Inheiden, aus dein die kleinere Knospe, das Elektrizitätswerk Inheiden, entsproßt. Die sinnige Gabe fand allgemeine Bewunderung. Die Mschiedsgrüße der Insassen der Provinzialsiechen« anstalt übermittelte Dr. Schäffer. Dem warmherzigen Freund der Schule und der Lehrer, als den sich Gehermerat Dr. Breidert stets erwiesen hat, feierte dann Lehrer Bal. Müller. Weiter gedachte er Herrn Dr. Breiderts Verdienste um den Männergesang, die er sich namentlich durch die Gründung des Mitteldeutschen Sängerverbandes erworben hat. Der Verband glaubte sich selbst zu ehren, indem er dem scheidenden 1. Vorsitzenden die Würde des Ehrenvorsitzenden verlieh. Geheimerat Tr. Breidert dankte in bewegten Worten für die vielen Beweise von Freundschaft und für die Anerkennung, die seine Arbeit gesunden habe. Was er getan habe, habe er nicht allein geleistet, sondern alle dazu Berufenen hätten daran mitgewirkt. Er dankte ferner für die ihm erwiesene Freundlichieit und das Entgegenkommen, das er in den 8 Jahren seines Wirtens gefunden habe. Er habe es als seine Aufgabe betrachtet, die Kräfte der Provinz zu wecken und ihren natürlichen Entwickelungsgang zu fördern. Nur ungern scheide er jetzt aus der schönen Provinz, aber er sei gewiß, daß sein (heute durch Unwohlsein am Erscheinen verhinderter) Nachfolger in seinem Sinne die von ihm begonnenen Arbeiten vollenden werde. Er baute für sich und seine Angehörigen für die schönen in Oberhessen verlebten Jahre, und er tonne sagen, daß er die Provinz nie vergessen werde. Sein Hoch auf Oberheffen und seine Bewohner fand lebhafte Zustimmung. In die Reihe der Ansprachen brachte die Kapelle unseres Regiments durch ihre hübschen Vorträge angenehme Abwechselung. Sieden Uhr war bereits vorüber, als der Saal sich langsam leerte. Allen Teilnehmern an der schlichten aber herzlichen und würoigen Abschiedsseier wird die Feier unvergessen bleiben, die Feier, die einem Manne galt, von dem die Oberhessen mir Stolz sagen können „Er war unser!" 26ns s-ta&t unb Land. Gießen, 14. März 1910. Neber Vogelschutz und Friedhof äußert sich der Ornithologe und Vogelmaler Otto Klein- schm id t in seinem neuen Vogellalender in folgenden Worten: Nur ein Asyl gibt es noch, wo der Mensch dem Vogel eine dauernde, ungestörte Zuflucht in unserer Kulturwelt lassen kann, besser als der einsamste Waldwinkel, dem doch auch eines Tages die Axt und Rodehacke naht. Tas sind alte Friedhöfe, wo Syringen, Rosen, Holunderbüsche und Zypressen modernde Holzkreuze und altersgraue Grabsteine umwuchern. Durch dunkles Astwerk fäut der Blick auf leuchtende Farbenflächen. Wie gern bauen hier Amsel und Hänfling ihr Nest! Tie Nachtigall und alle Edelsänger fühlen sich hier heimisch. Hohe Mauern sichern selbst dem in Stadt oder Dorf gelegenen Friedhof Abgeschlossenhei' und Ruhe. Aber nach einigen ^Generationen kommt die Frage: „Was soll aus dem alten Friedhof werden?" Ter C'lebanie, das Grundstück teilweise zu Bauplätzen ober sonstiger Nutzbarmachung zu verwenden, hat dann stets viele Befürworter. „Nutzbarmachung" de? Geländes, das ist für.das Ohr des Naturfreundes ein schlimmes Wort, -de».l e-> dedLuüü jedesmal, daß der Natur, iusbefoudere aber der Vogelwelt, ein Stück Kapital für immer weggeuommen wird. An der Pforte der alten Friedhöfe, da sollte wenigstens dies Wort Haltmachen, selbst wenn es nur „anderer Leute" Urgroßeltern sind, die dort ruhen. Wenn andere so pietätlos sind, nach den Gräbern ihrer Vorfahren nicht mehr zu fragen, sollten wir es ihnen nicht an Pietätlosigkeit gleich tun. Man fragt: „Wer soll die Kosten für die Pflege der Gräber tragen?" Diese Frage ist überflüssig. Man lasse einen durch geschicktes Nachpflanzen gehegten kleinem Laumwa-e hier aufwachsen, und die Natur wird von selbst das weitere tun. Sie wird Schöneres schaffen, als es der gefaiiätefte Landschaftsgärtuer vermag. Begeisterte Vertreter des Vogelschutzes halten es für wünschenswert, daß jede Gemeinde ihr eigenes Vogelschu;^ gehölz besitzt. Das Ziel wird schwer zu erreichen fei/ Mögen wenigstens die Friedhöfe eine Stätte bleiben, ; * die Vogelwelt eine Freistatt und Frieden findet. , njr * ^een- • • Aus dem Militär-Wochenblatt. Peters, Intcnd.-Registrator von der Jntend. dcS 18. Armeekorps zum Geh. Registrator im KriegSministcrium ernannt. * • Der Verkehrs verein, der morgen seine diesjährige Generalversammlung abhält, versendet soeben seinen Jahresbericht für 1909, der ein anschauliches Bild der Be- tlrebungen des Vereins gibt. Ausschuß und Vorstand, die 19 Sitzungen abhielten, beschäftigten sich hauptsächlich mit der Herausgabe eines neuen Führers, der in 5000 Stücken erschien, wovon 3500 bereits versandt wurden. Zum Verkauf des Führers wurde gegenüber dem Bahnhof ein Automat ausgestellt, nachdem die Eisenbahnverwaltung die Aufstellung im Bahnhof abgelehnt hatte. Der Verkchrsverein beteiligte sich ferner an den Arbeiten für den 1. Gießener VerkehrStag, der einen vollen Erfolg hatte. — Der Verkehrsverein hat die "Aufgabe, unsere Stadt und deren herrliche Umgebung bekannt '311 machen und dadurch nicht nur den vorübergehenden Verkehr, sondern and) seßhafte und kapitalkräftige Leute nach unserer Heimatstadt zu lenken. Auskünfte, zahllose Anfragen 'über Stadt und Umgebung, Wohnungsverhältnisse, Lebensweise, Spaziergänge, wissenschaftliche und gesellschaftliche Unterhaltungen hatte die Geschäftsstelle zu erledigen. Das Interesse für Gießen ist unziveifelhaft lebhafter geivorden. DaS beweisen die vielen Anfragen von außen, von Rentnern, Pensionären, Stiidenten und Abitilrieuten von höheren Lehranstalten, die, wie wir feststellen konnten, vielfach auf unseren Führer zurüekziiführen waren. • * Der Kaufmännische Verein weiblicher Ange stell l ter feierte, wie man un§ schreibt, gestern sein 4. Stiftungsfest im Cafö Ebel. Das von Mitgliedern auSgeführte reichhaltige Programm legte Zeugnis davon ab, daß es auch in den Reihen der Frauen viele gibt, welche über eine große Intelligenz verfügen. ** D e r Verein für Sterbeunterstützung, der ,'tior 4 Jahren gegründet wurde, und jetzt in sein 5. Geschäftsjahr tritt, besteht zurzeit aus 1487 Mitgliedern. Er hatte im verflossenen Gei^astsjahre einen Zuwachs von 53 und einen Abgang von 37 Mitglieder (26 sind gestorben und 11 freiwillig ausgetreten). Während seines 4jüyrigen Bestehens hatte der Verein 82 Sterbefälle unter seinen Mitgliedern wofür 22140 Mk. ausgi^ahlt wurden. Der Reservefond beträgt 11122 Mk. Tas Sterbegeld wird in der Generalversammlung festgesetzt und beträgt für das Jahr 1910 270 Mark. Das Eintrittsgeld beträgt für eine Person: im Alter von 16—25 Jahren 1 Mk., 25—30 Jahren 1,50 Mk., 30—35 Jahren 2,50 Mk., 35—40 Jahren 4 Mk., 40—45 Jahren 7 Alk. Leute, die das 45. Lebensjahr zurück- aelegt haben, werden nicht mehr ausgenommen. Bei der Aufnahme ist außerdem noch ein Slerbesallbeitrag von 25 Psg. zu bezahlen. Für jeden Sterbefall eines Mitgliedes ist ein Beitrag von 25 Psg. zu entrichten, der durch den Vereinsdiener gegen Quittung erhoben wird. Ein von Gießen wegzieheirdes Mitglied kann auch ferner bei dem Verein verbleiben, wenn der Wegzug dem Vorstand mitgeteilt wird. R. Odenhansen i. d. Rabenau, 13. März. Heute tagte der Luind a ta l sä n ger b un d hier in dem Saale des Gast- wirts Belling. Die Vereine waren alle, zum Teil sehr stark, vertreten. Ter Bunüesvorsitzende Lehrer Zügler begrüßte die Erschienenen und nachdem der Gesangverein Eintracht von hier ein Lied gesungen hatte, wurde mit dem geschäftlichen Teil begonnen. Ter alte Vorstand wurde einstimmig wiedergewähU. Als Ausflugsort wurde Höingen bestimmt; der Ausflug findet am 29. Mai statt. An den scheidenden Geheimerat Dr. Breidert wurde ein Begriisungstelegramm abgesandt. Nach dem geschäftlichen Teil wechselten schöne Ehöre, vor getragen vom Männer- gesangverein Allendors a. d. Lda., mit einigen Liedern des Gesangvereins Eintracht Ovenhausen. Der Schriftführer des Bundes, Bahnhofs-Aufseher Weber, ergriff sodann das Wort, um den Sängern wegen der großen Beteiligung Tank ausznsprechcn. Er sprach weiter über den Wert des deutschen Liedes und den Zusammenschluß der Vereine und bat, der Bund möge stets bestrebt sein, das Vo'lislied immer mehr in den Vordergrund zu stellen. Auch gedachte er des scheidenden ersten Vorsitzenden des mitteldeutschen Säuger verband es, Provinz laldireltors Geheimerat Tr. Breidert, dessen Abschied gerade in Gießen gefeiert wurde. Er bedauert den Weggang des allseits beliebten und stets fürsorgeirden Beamten, der auch dem Gesang die größte Sympathie entgegenbrachte, und wünschte ihm.im goldenen Mainz ebenfalls reiche Betätigung auch; aus dem Gebiet des Männergesangcs. Er schloß, mit einem Hoch aus den Scheidenden, in das die Versammlung begeistert einstimmte. l. Friedberg, 13. März. Tie heutige Aufführung der Jahreszeiten von Haydn durch den M u s i k v e r e i n bot miiii l uri nwn—i Gießener Sta-ttheater. Gastspiel uoit Irene Triesch. Frau Irene Triesch ist hier ein lieber und bewunderter Gast, der jebcSmal mit aller Herzlichkeit und freudiger Spannung empfangen wird. Die einfache Schönheit in der Stnnft der gefeierten Darstellerin, die alle Aeußerlichkeiten vermeidet, und aus der „Rolle" ein leibhaftiges, blutvolles Wesen bildet, verleiht ihrem Spiel jene große Wucht, die den Zuschauer vom ersten bis zum letzten Wugenbhcf gefangen nimmt und ihn zum innigsten Miterleben zwingt. So sahen wir die Künstlerin auch am Samstag als Janetta in dem Zwecksluck „Die rote Robe", das vor em paar Jahren die deutschen Bühnen nur allzulang beherrschte. Frau Triesch gab das unglückliche, gefolterte Weib mit der reifen Kunst ihrer starken Persönlichkeit, und gerade das einfache, uugesuchte Spiel, das wie etivas ganz Selbstverständliches aus der- Handlung IjwuiS wuchs, machte die Darstellung - einem tiefgdhendbn Erlebnis. Die Art der Künstlerin, der vornehme Gebraiich der Geste, die Sprache ihrer Hände und ihrer Mienen ist hier in langjähriger Gastfreundschaft wiederholt beiviindernd anerkannt morden und kann daher der eingehenden Besprechung leicht entraten. Reben ihrer hochragenden Darstellung hatten unsere einheimischen Künstler einen schiveren Stand, aber mit Freude kann man feststellen, daß sie in jeder Beziehung auf dem Posten waren. Vor allem Hermann Ba ko f als Vagret, Rudolf Goll als Mouzon und Ferru Daiibal als Pierre. Von der großen Zahl der übrigen Mitwirkenden, die sich unter Bakoftz sorgfältiger Leitung zu einer prächtigen Einheit zusainrnenfanden, sind dann noch Hermann 9torden (Blondoubleau), Kurt Gühne IBlanc), Karl Volck (Tupotzl), Elly Gühne (Rosa) und Half Gunolt (Bunerat) zu nennen. ♦ — M ü n cl) c n, 13. März. Z u r F eierde § 80. © c b u 11 § - q ei3 von Paul Heyie iaud eine Morgenfeier im Residenz- tv pter statt. Ein von Wilhelm I e n s s e n verfaßtes Festgedicht eine großartige Leistung. Reallehrer Fritz U sing er leitete schwungvoll, zugleich sicher und ruhig, die Chöre, die an Sänger und Dirigent hohe Anforderungen stellen. Hervorzuheben sind der „Chor der Landleute und Jäger" und das „Weinlied", beide aus dem Herbst. Weim T-irigent und Chor große, mühevolle Arbeit bis zur Aufführung halten, so leistete bei der Aufführung die größte Arbeit Tr. Karl Schmidt, der das ganze Oratorium auf bent Klavier begleitete. Schon äußerlich betrachtet, stellte die Begleitung hohe Anforderungen, dauerte doch die Aufführung beinahe drei Stunden. Sämtliche Gesänge wurden mit Genauigkeit und Feinheit begleitet. Herr Richard Schmid-Hannover (Baß) fang den Pachter Simon, Fräülein Anna Hesse- Berlin (Sopran' die Hanne und .Herr K. Sattler-Stuttgart (Tenor) den Lukas. Leider war der letztere nicht gut disponiert. Aber nur selten war davon etwas zu merken. Wundervoll gelang das 2nett der Liebe im „Herbst", von ihm und Fräulein Hesse gesungen. In der Sopranistin lernten wir eine Sängerin mit klarer, fester Stimme kennen. Gleich schön klangen auch die Lieder des Bassisten, Herrn R. Schmid. Die Aufführung fand reichliche Beifallskundgebungen. Ter Besuch des Konzerts war gut. X. Hanau, 13. März. Bei den bis jetzt tm Landkreise Hanau vorgenommenen Ersatzwahlen zu den Gemeindevertretungen ist es der Sozialdemokratie in den meisten Orten gelungen, ihre Kandidaten in der dritten Klasse durchzubringen. Rur in wenigen Orten, wie z. B. in Groß-Anheim, Ostheim, Hüttengesäß, siegten die bürgerlichen über die sozialdemokratischen Kandidaten. Die Wormser Mordafiäre vor Gericht. (Fortsetzung.) d. Mainz, 11. März. Ter Zeuge Landgerichtsrat Dr. Jungk erklärte, daß die Scheid sich dahin geäußert habe, sic werde einmal etwas tun, wovon die Zeitungen schreiben würden. Im Nachlaß der Scheid seien die abgestempelten Briese gefunden worden, die an die Rechtsanwälte wegen Zurücknahme des Prozesses gegen Kruger gerichtet gewesen waren. Die Scheide habe die Briefe nach ihrer Aufgabe auf der Post wieder zurückgeholt, ein Beweis dafür, daß sie die Absicht hatte, den Kruger umzubringen. Gutachten der Sachverständigen. Geh. Medizincckrat Tr. Fertig-Worms berichtete über den Befund der Leiche des Sttugcr. Ter Schnitt in den Hals sei mit furchtbarer Gewalt imb zwar aller Wahrscheinlichkeit itad) von vorn nach hinten ausgeführt worden. Nack) feiner Ansicht konnte der Sckstlitt in den Hals nur von einem sehr kräftigen Menschen: geführt worden sein. Zwischen beut Schuß und dem Schnitt müsse eine gewisse Zeit vergangen fein. Kreisassistenzarzt Tr. Fresenius- Worms sagte aus, der Schuß sei in nächster 9lä()e von oben nach unten abgefeuert worden. Ter Schuß fei nicht tödlich gewesen, wohl aber der bald darauf erfolgte Halsschnitt. Tie Person, die den Schnitt ausgesührt, müsse auf her linken Seite des Bettes deS Kruger gestanden haben. Ter Sachverständige äußert über den Geisteszustand Sclzcrs, jedenfalls müsse er ihn als erblich belastet bezeichnen. Tie Witwe Scheid habe auf den Angeklagten einen großen Einfluß ausgeübt, dazu sei noch der genossene Alkohol hinzugekoinTnen. Selzer sei ein willensschwachcr und energieloser Mensch. Ter Sachverständige Gerichtschemiler Dr. Popp-Frankfurt schilderte die einzelneu Vdomente, die gegen einen Selbstmord sprechen. Besonders das Hemd deS Selzer, das an der rechten Aermelseite Blutspritzer aufwies, während der linke Aerntel stark mit Blut durchdrängt war. Als er dies damals dem Selzer int Untersuchungsgefängnis mitteilte, sei Selzer erschrocken gewesen und habe gesagt, „dann hat die Scheid es vergessen, einzupacken!" Außer einer weiteren kleinen Blutschmierung unter der Achselhöhle sei an dem Hemd nichts gewiesen. Unter den Mgeln der rechten Hand des ermordeten Kr. seien rote und blaue Fasern vorhanden gewesen tinb diese Fasern hätten sich an der Kleidung des Selzer bcfmtbcu. Ter Befund spreche dafür, daß der Selzer die Tat ausgeführt habe. Der Sachverständige hält es auf Be- frageit des Verteidigers für ^ausgeschlossen, daß die Person, die Die Schnittwunde aus führte, nicht mit Blut, besonders an den Händen, besudelt worden wäre. Dr. Popp äußerte sich noch über das Testament, das nicht ani Tage der Ausstellung, sondern wahrscheinlick) am Abend vor dem Vdord niedergesdirieben worden sei. Medizinalrat Tr. Balser führte aus, ganz ausgeschlossen sei, baß bie Scheib bei ber Tat in einem Dämmerzustände gehandelt habe. Ten Selzer habe er in der Untersuchungshaft kennen gelernt und sei er von ihm beobachtet iwlorben. Gr habe bei bent Angeklagten weder in feinem Vorleben, noch in seinem Benehmen vor und nach der Tat, sowie im Untersuchungsgefängnis die geringste Andeutungen gesunden, daß er geisteskrank sei. Akedtzinalrat Dr. Balser führte weiter ans, daß, erbliche Belastung etwas ganz anderes sei, als geistiger Defekt. Er, bcv Angeklagte, habe sich bezüglich seines Auffassungsvermögens mit seinem Bildungsgrad im Einklang befunden. wurde von der HosscyaMpielevin Berndl gesprochen. Daran schlossen sich GesangSoortrage Heysescher Lieder und Tonslücke von Brahms, die der Lehrergesangverein auSsührle und VorträgeHeysescher Gedichte durch den Generalrnteiidanlen von P o ss a r l. Den Schluß bildete die Darstellung einer Feflspieldichmng von Ostini ,.Jm Hein der Egcria", in der die hervorragendsten Gestalten der Heyseschen Dichtungen auftraten. Am Nachmittage sand zu Ehren des Dichters em Festmahl stall, bei dem Ludwig Fulda m begeisterten Worten Paul Heyse feierte. — Erzlager in der Mongolei. Nach Berichten russischer Reisenden sind im November vor. Js. int äußersten Norden der Mongolei, nicht ivcil von der russischen Grenze bei Aschenginsk, große Lager von Silbererz, Kupier und Steinkohle entdeckt ivorden. Wenn man den Berichten Glauben schenken darf, sind die Lager geradezu unerschöpflich. In St. Petersburg unterhandelt eine russische Geselljchail mit englischen Kapitalisten wegen Gründung eines großen Unternehmens, um diese Lager ausznbeulen. Bisher >var aiißer den Kohlenlagern am Südrande von Mineralschätzen der Mongolei noch jo gut wie gar nichts bekannt. — Martin Tupper. In biefeit Tagen begeht man in England den Säkular tag von Martin Farguhar Tuppers Geburtstag, eines SOianneS, von bent bei uns heute die Wenigsten aud) nur ben Namen kennen, obwohl icr vor zwei iVdenschenaltern! ber populärste Schriftsteller des englisdien Weltreid)es war, bessert Spruchweisheit unter bem Titel „Proverbial Philosophy" in weit mehr als einer Million Exemplare verlaust würbe. Ms Sohn Arztes im März 1810 zu London geboren, studierte er erst in Oxford, wo er ein Studien genösse Gladstones war, Theologie, bann Jurisprudenz und wandte fid). früh ganz der Schriftstellerci zu. Von feilten etwa 40 Werken hat ihn das oben genannte zu einer beispiellosen Volkstümlichkeit verholsen, die ihn bei mehrfachen, Reisen nach Amerika aud> dort große Triumphe feiern ließ. Seine Sprüche sind in einer an (Jesus Ci rach erinnernden frei rhythmisierten Langzeile abgefaßt und fttdipi zumeist an Banalität ihresgleichen, was nicht hinderte, daß sie ein Lieblingsbuch ber Königin Victoria waren und blieben. Dazu mag einiges auch Tuppers rühreube Schwärmerei für bie Königin beigetragen haben, die er bei jedem freudigen ober ernsten Mrlaß als unfreiwilliger Tcnnyson-Parobist bedichtete. Er eneidjte ein Alter von über 80 Jal-rcu und irar Mitglceb der Royal Society, sowie Ehrendoktor ber Universität Oxford. Die Zeugin Frau Mink war nach ber Morbtat mit ber Scheid im Wormser Haftlokal. Die Scheib hat der Zeugin erklärt, sie habe die Sache nicht allein gemacht, fonbern mit einem an bereit ben sie aber xiickst verrate. Rechtsanwalt Tr. Krämer-Worms hatte in der Tarte l>ens- geschichte mR Kluger und der Scheib zu tun. Er gewarnt den Ein druck, baß bie Scheid bent Kr. nur deshalb die Unannehmlichkeiten gemacht habe, damit er sie heirate. Kruger sei ein gutmütiger, aber etwas beschränkter Mensch gewesen. Er habe den Eindruck von ihm gewonnen, daß er noch mehr zarte Bande mit Niädchen hatte. Rechtsanwalt Dr. Mattes-Mainz hat Kruger ebenfalls gegen die Scheid int Zivilprozeß vertreten. Er habe immer erklärt, die Scheid nickst zu heiraten und habe das Verhältnis gelöst. Kr. sei ein lebenslustiger Mensch gewesen. Zwei Tage vor seiner Ermordung sei er wieder auf feinem Bureau erschienen. Er lmbe damals erllärt, bie Scheid verfolge ihn wieder auf allen Wegen. Er habe das Verspreckieii gegeben, sich- von der Scheid fernzuhalten, doch- habe er den Eindruck gehalst, baß Kruger sein Versprechen doch nicht halten wcrbe. Amtsrickstcr Tr. M i nn i ch-Psebbersheim berichtete von ben Strasen des Selzer. Er fei ein etwas willenloser Meitsck) gewesen, boch habe er ihn für intelligent gehalten. Der Zeuge hatte einmal am Bahnhof in Worms beobachtet, daß sich Kruger und bie Scheib zankten. Ter 9NÄler Abam K r n g e r aus Kriegsfeld ist ber Onkel bes Ermorbcten. Sein Neffe sei eines Tages zu ihm gekommen und habe von ihm 2000 Mark verlangt. Ter Zeuge,wollte in einigen Tagen ihm bas Gelb beschaffeiq, da sei die Schesid bei ihm erschienen unb habe ihn ersucht, seinem Neffen das /Gelb nicht zu! geben, sonst sei es verloren. In kurzer Zeit sei Kr. boch kein Lehrer mehr. Wenn er bas Gelb erhalte, dann bekäme sie es unb er werde sie nicht heiraten. Ter Ermorbete fei bann hinzu- gekommen unb habe die Scheid Mis der Mühle heransgeworftn. Er habe seinem Neffen das Geld doch gegeben, damit er von der Scheid loskomme. Tie Tochter des Zettgen bekundet noch, daß die Sckstib nack) bent Streit in der Mühle gesagt hätte, jetzt werde sie lscchl an bent Kruger rächen, in zehn Tagen fei er kein Lehrer mehr. Ter Schwiegervater bcs Ermordeten, ber Zeuge Gg. Nickel, deponierte, baß die Scheib and) bei ihm gewesen und erklär! hätte, ber Kruger habe sie ruiniert und strn 3000 Mk. gebrackst. Heiraten wolle er sie nicht und sie gehe in beit Tob. Kreisschulinspettor Tr. F r e nzel - Worms behmbete über Tienstwidrigreiten des Kruger. Die Scheib habe ihn einmal bes Morbversudis angezeigt unb ihm alles mögliche vorgeworfen. Tie Folge fei gewesen, baß er vorn Dienst suspendiert wurde. Auch die Geinciube Wack/enheint habe schon vorher um bie Entfernung des Lehrers gebeten. K. habe getrunken und man sei mit seinem außerdienstlichen Berhaltcn nicht einverstanden gewesen. K. sei ein Mensch ohne Ehre imb Charakter, sowie der jdstechteste Lehrer im Kreise gewesen. Ter Vorsitzende wies darauf hin, baß offenbar dieser Niedergang bei dem K. erst auf ben Verkehr mit her Scheid zurückzuführen sei. Früher habe er einen sehr guten Ruf gehabt. Tie Mutter des Ernrorbetcu, die 59 jährige Witive Katharina Kruger, sdstlderte ein Zusammentreffen mit ber Scheib. Diese habe auf sie einzuwirken gesucht, baß ihr Sohn sie heirate. Wenn er sie nicht heirate, habe die Scheid erklärt, dann ruiniere sie ihn und gehe dann mit ihren Kindern ins Wasser. Die Beweisaufnahme war nach 8 Uhr beendigt. Vor Samstag abend dürste das Urteil nicht zu erwarten sein. d. Mainz, 12. März. Heute nachmittag wurdct bas Urteil gefüllt, nadjbem bie Plad boyerS den ganzen Tag gebauert hatten. Selzer wurde durch ben Spruch der Geschworenen bes Myorbes für schuldig erkannt. Tas Gericht verurteilte dann gemäß dem Spruche i-cr Geschworenen bett Angeklagten zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust. Ter Llngellagte nahm bas Urteil zieinlich gefaßt auf, er würbe gefesselt unb unter Bedeckung durch das spalierbilbende Publikmn nad) bent Untersuchungsgefängnis gebracht. Es war 2y2 Uhr, als ber fast drei Tage währenbe Prozeß zu Ende mar. — Das Publikum hatte sich so zahlreich cingefunben, daß bas Justizgebäube gesperrt werden müßte und viele Hunderte stundenlang auf ber Straße ftanben, um dort das Ende der Verhandlung abzuwartett. Ter Verteidiger will beim Gwßherzog ein Gesuch um Begnadigung zu lebeiislänglick)em Zucksthaus cinreidjcit. des Hande! 3'/,% Reichsanleihe.: 200.30 95.40 112.60 93.30 Nordd. Lloyd 165.20 Türkeulvse , 00 Brühl’sche Ünivers.-Druckerei 240.25 112.35 . 136.10 . 258,10 93 50 84.20 V3.50 84.25 Elektriz. Labmeyer . Elcktriz. SHinckert . Eschweiier Bergwerk 180.20 136.00 258.40 154.60 W 6.S0 165 63 214.10 L.uirahütte . . Lombarden E. B. 200.00 174.30 22.90 108.1« 181.60 & In 37,% 37° • 37,°/° 37,°lo L2.8D 161.30 134.50 Berliner Handelsges. x . . Darmstädter Bank . ‘ . Deutsche Rank . . . . Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit ., . Dresdner Bank . . . - • Kreditaktien . . . . . Baltimore- und Ohio-- j7 Eisenbahn . . . . . Gotthard bahn...... Lombard. Eisenbahn.. . . Ocsterr. Staatsbahn . V- . Prince - Henri - Eisenbahn . 105.30 65.-0 66.30 1U0.3J 98.80 94.80 182.00 48.75 91.60 69.30 100.00 107.00 138.90 2'32.00 21530 TeSefomscSw Kursbes°BcOiite Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie^Giessen. Frankimrter Störsu, 12. März, 1.13 Uhr. 47O Ungar. Goldrente ... . 4°/0 Italien. Rente . . 37O Portugiesen Serie I . 37» Portugiesen „ III . 47,7» rass. Staatsaul. 1905 47,7° japau. Staatsanleihe 47» Conv.Türken von 1903 Türkenlosc . . . . ; 47» Griech. Monopol-Anl. . 47» äussere Argentinier !. 37u Mexikaner . . ... 47,7o Chinesen . ■ Aktien: Bochum Guss .... ..... Buderus E. W. Tendenz: ruhig. Berliner C'anada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . ,5 Tendenz: träge. Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paketf. £42.70 Börse, 12. März. Anfan^'cvi». . 182.80 i H:: neuer Bergwerk . KL6IN€ KIÖSÄ Türk.Tabak-& Clgaretten-Fabrlk„Klos“ o E. Robert Böhme, Dresden. do. Konsols v/; - do. Hessen Oberhessen 9200 47» Öesterr. Goldrente100.15 4 7»7° Gestern Silberrente.' 98.70 Harpener Bergwerk ... Laurahütte . .......... 174.50 Nordd. Lloyd .•?.... 108.60 Oberscbles. Eisen-Industrie 104.00 Frachtbriefe ®ö mit Firmeneindruck * Sehr billig Die Gemeinde Odcnbauseu l>at den Bau einer Leichenhalle, vcvnnicblant zu 820 Mk.. zu vergeben. Plan und Kostenanschlag liegen aus meinem Bureau offen. _ w„ Gefl. Offerten sind mir bis emidjl. 21. Marz er. emzuretchen. 40OW HSchUncfcsZdgA-Q H amb urg und .Mannheim Krofdorf, 10. Atärz 1910. Der Bürgermeister: Braun. [BWa 15000 Fichtcn-Wellen, 750 Buchen-Wellen, 27 Nm. Fichten-Stock, 18 Fichten-Stämme und 216 Fichten-Dcrbstangcn aus der Waldung der Gemeinde Leihgestern sollen Mittwoch den 16. März l. I., vormittags von 9 Uhr an versteigert werden Die Wellen lagern meist an, der Kreisstraße nach Gießen. Zusammenkunst am Lickcnberg. 1506 Leihgestern, am 11. März 1910. Großherzogliche Bürgermeisterei. Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Wirtes Heyno BueS in Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. Bu/s Gießen, 10. März 1910. Großherzogliches Amtsgericht. Mamümachung^ Im Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Carl Schäfer in Lollar soll die Schlußverteilung erfolgen. Das Verzeichnis der dabei zu berücksichtigenden Forderungen habe ich auf der Gerichtsschreiberei Großh. Amtsgerichts Gießen niedergelegt. Ter verfügbare Massebestand beträgt per28.Febr.1910Mk.3274.4-l. Die Summe der beteiligten Forderungen beträgt 20489.17 Mk., so daß 15,98"/o Dividende zur Verteilung koinmen. Gießen, 12. März 1910. Julius Löbc rm a n n, Konkiirsverivalter. 1536 Versteigerung. Mittwoch dcu iti. ich. Mts., nachmittags 2 Uhr, werden im Saale zum Psau — Neustadt 55 — versteigert: 1) eine große Partie Herren- u. Knabenfilzhütc, 1 Vertiko, 1 Trumeau mit Spiegel, eine chin. Wasserpfeife. 2) 1 Sosa, 1 Kommode, 1 Tisch, 10 Grabeinfassungen [grauer Sandstein), 1 Glasschrank, 15 Lorbeerbäume, 1 Grammophon mit Platten, 1 Kleiderschrank, 1 Schreibvult, 1 Partie Schubwaren und ^attlerwaren, eine Ladeneinrichtung, 1 Blumengeste U, 1 Orchestrion, 1 Büffel, 1 Waschkommode, 1 vollst. Belt, 3 Stühle u. a. m. Die Versteigerung unter 1 findet bestimmt statt. [1552 Geißler, Gerichtsvollzieher Hühner gar. leb. Ank., 11 Mon. alt, jetzt fleißig legend, ,^arbe nach Wunsch, alles ni.-valm, 6 Stück 13 Mk., 12 Stück 24 Atk., 18St.35M. Streusand,Dzicdiff, Schlesien 139. lbv^/r 2. Ziehung 3. Kl 222. Kgl Preuss. Lotterie. Ziehung vom 12. Mörz, vormittags. Nur die Gewinne über 144 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt, (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 107 530 1.355 2303 426 748 3858 952 88 4025 555 650 74 727 926 5026 173 406 56 529 96 6054 103 67 360 534 6BS 796 827 911 7233 591 [300] 090 741 8043 215 57 420 516 714 822 78 93 939 9079 153 10088 206 18 331 708 890 11333 84 599 703 89 846 12037 516 676 975 13016 293 370 618 25 97 782 87 816 14014 115 255 314 633 38 62 707 [100] 15007 152 328 411 712 61 81 16342 17497 507 660 944 18056 714 93 828 1 9037 221 574 707 26 951 117 80 463 62 788 82 2 93 92 700 88 352 26353 544 99 200'1 133 286 492 683 860 81 2 1 090 249 480 22135 97 343 405 672 808 75 94 912 33 23016 91 498 995 24618 77 724 825 966 25466 1500] 70 531 665 831 27411 504 915 2 3311 87 [300] 601 990 29009 312 791 803 [300] 89 901 30001 79 82 405 55 568 923 31193 516 67 670 90 802 33 40052 225 95 352 68 583 824 44 41140 335 615 919 27 4 2 058 132 602 [300] 728 826 908 58 43023 25 74 282 [400] 553 91 711 67 815 [300] 17 59 97 44182 520 92 661 77 808 968 98 45055 [400] 315 37 483 576 771 888 900 22 4 6’18 320 37 6- [300] 469 729 52 926 88 47102 381 400 37 523 47 747 89 48094 309 10 500 11 744 882 912 .......... 553 907 3 2028 494 597 328 982 3 3 215 425 543 063 60 [3001 34179 291 496 963 3 5118 89 217 548 98 773 897 362 8 353 407 562 9 4 3 7 208 381 88 537 90 602 32 69 867 83 3 8 145 246 82 396 680 844 57 [300] 957 3 9078 367 49057 86 294 644 752 78 851 75 957 50551 673 813 69 926 [300 ] 51075 106 310 424 53- 743 52050 55 164 539 683 771 955 5 3 030 136 418 91 814 54 5 4 215 85 189 504 5 5024 215 5 6059 110 250 303 802 6 73 5 7010 95 200 431 612 870 5 8084 152 73 503 [300] 44 76 38 22 ö03 59184 397 400 20 817 51 56 932 91 60099 128 85 466 92 559 [300] 772 86 946 58 61016 249 303 976 62153 266 316 849 98 962 6 3074 148 609 95 [400] 789 803 68 978 6 4-019 32 212 377 741 827 945 97 65281 378 499 648 743 66-54 467 78 ^"86 887 9.6 67063 70 169 401 627 778 984 6 8139 58 539 719 6900= 86 [890] 297 638 713 [300] 840 995 70065 [400] 233 95 391 445 82 501 26 71022 41 150 255 527 55 CSS 798 839 950 72146 64 245 -56 <57 73391 518 742.36 504 29 763 963 75517 725 79 85 911 760-8 91 100 66 90 297 302 [400 ] 70 749 l!00] 772o^. 310 13 47 481 836 7 8211 27 314 453 99 593 [400] 702 881 79099 211 22 63 550 692 730 [300] 824 «m -v) n13 |300] 8 1 017 59 143 891 939 8 2209 44 92 370 520 ?300] 624 798 914 83031 1’4 29*2 444 49 514 28 53'59 737 70 84063 76 [300 ] 254 534 [ 300] 52 633 806 8 5 006 318 32 14 523 628 729 914 96 8 6 561 84 ( 400) 648 761 74 87115 213 493 [ 300 ] 533 92 677 623 917 67 89 88 90281 6079[30®°92 73Ö 93 91013 184-105 513 ” [3”| S S^k97k;?94E6-E29?;30^O6?3"744';i 881 E 95M33 28 858 [300] 9 6531 754 7 2 856 9 7081 97 250 73 337 606 85 719 52 9 8080 85 367 811 14 943 9 9039 [300lOSO03533734 "954 X «3^ U003 839 912 101019 1’9 67 353 607 1 02 053 77 223 412 609 [500] 851 973 104075 136 43 "95 305 603 709 939 1 0 5 026 337 603 300 62 334 473 520 22 43 88 6 45 [500] 936 [ 300] .107346 408 87 545 [500] ^1 986 108051 78 224 479 ISf 1[5T1332615482 7°63[S 11107-^8°' 33/ 62! =. ,„«75 13001 999 112140 208 326 430 632 823 997 113006 71 272 350 60 654 771 942 H4147 .95 387 =0- S“«S“ 5 5:1 S 'ÄS'L*«/“ » °» « «1 866 M1 1 ISO««?«, 9=5 1310« 154 3«, «3:7«==- 703 132193 297 637 975 1 33186 222 481 548 607 38 70 9.3 134611 886 903 4 3 85 1 3 5 200 787 96 883 1360=1 64 1=2 362 433 54 1 37109 53 235 339 460 IW 2 8. »41.3810 1 116 50 5.66 617 884 139061 157 633 729 46 [500J 81. -9 Ob 140566 [300] 1410-J5 202 88 ”2 634 981 14200. 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[400] 3.0 •>_*9 _ 330 jj! 94 663 88 786 846 287-52 » =1 2890=0 130 00. 518 29805-7 [400] M6 629 771 819 988 2 9 9072 144 50 209 74 ^00118 [300] 231 75 79 453 546 95 664 391003 203 346 Irl" 740 820 23 3 0 2272 307 82 433 83 [300] 80 743 60 [400] 3 03155 217 616 50 ( 500] Am Montag, dem 21. Marz 1910, vormittags 10 Ubr, findet in der neuen Infanterie-Kaserne die öffentliche Versteigerung ausgesonderter 485 wollener Decken, alt. Geräte, alt. Baumaterialien, wie Eisen, Zink, Kupfer re., 243 noch gut erhaltener Konserven- kisten usw. statt, wozu Kauflustige eiugeladen werden. . (DWs Garnifon-Vcrivaltnng Gießen. Versteigerung. Dienstag den 15. dö. Mts., nacbm. 2 Ubr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 1 Möbelwagen, 2 Pferde, ein Fahrrad, 1 Partie Lorbeerbäume, 1 Kaffenschrank, mehr. Hobelbänke mit Hobeln, einen Vollwagen und verschiedene Möbel. Born, Gerichtsvollzieher in Gießen.______<1538 Prim ziWMcOnill. Diese Ware zeichnet sich besonders durch milden Geschmack aus, ist frei von Aetherbeimlschungen, seines in französischer Art verschnittenes Weindesüllat, pro Ltr.- ,0-lasche Mk. 2.25. (1297 Ferner empfehle ich erstklassigen französischen Kognak. E. Dort, Walltorstr. 45. Frankfurt a. M, Gründliche Ausbildung zur tüchtigen Buchhalteriw Korrespondentin (deutsch, französisch, cnnD, Stenotypistin re. Stellennachweis. Anmeldungen täglich von 11—12 Uhr. Näher, bes. d.Prosp. (ssVs Die Direkt.: 6ans. Tel.9340. Tas Entlassungs-Zeugnis befreit vom Besuche der obligat. Fortbildungsschule. Witos Fichtennadel- :: Brustbonäons:: sind zu haben ä 30 u. 50 Pf. bei Gustav Walter, Milusburg 13 [hvu/n] Gebote auf bie diesjährige Lohernle der Gemeinden Dornholzhausen 51, Groß-Rechtenbach 150, Klein-Rechten- bach 80, Niederkleen 24, Oberkleen 300, Reiskirchen 300, Vollnkirchen 150, Volpertshausen 120, Weidenhausen 60 u. Pfarrwald Niederkleen 15 Ztr. sind verschlossen und mit ent- sprechender Aufschrift versehen bis zum 23. ds. Nits. oorm. 11 Uhr einzureichen. Die VcrkaufSbedingungen können hier eingcsehen werden. Groß-Rechtenbach, den 11. März 1910. Der Bürgermeister. Bu/R Bilanz des Lkndmtichsstlichcn KonsmotttinS, mytr.G.m.n.H., zu Huuic« um 31. Iczcmber 1909♦ 1533 Summe der Aktiva 7704.41 Aktiva. JH, Kasscnbcstand 748.95 Warenvorrat 3646.47 Ausstände 3243.99 Mobilien Ende 1908 —73 M. ab 100/0 8 M. 65.00 Passiva. JC Ausgenommen. Kapital 350.00 Geschäftsguthaben der Mitglieder 935.00 Reservefonds 2875.00 Betriebsrücklage 1452.31 Rest des Reingewinnes 2092.10 Summe der Passiva 7704.41 Stand der Mitglieder Ende 1908 96 Während 1909 gingen ab 94 Es gingen zu während 1909 Daher Stand der Mitglieder Ende 1909 4 98 Hörr, Direktor. Ludwig Happel, Rechner. BiiccschAl-Bercm Abt. WustricMle für Fruueubilbung uJrwtii, Sirdjftr. Die diesjährige Ausstellung findet Samstag und Sonntag, 19. und 20. März, von 11—5 Uhr statt. Um regen Besuch wird gebeten. v"/? Oberlehrerin L. Moeser. Fritz Kosen bäum Löwcugasse 20. Telephon 692. Malier 9cr8c,“,“»efic",<6aft uul3euyui Schrciuervcreiuigung Gießen 2. Ziehung 3. Kl. 222. Kgl Preuss. Lotterie. Ziehung vom 12 März, nachmittags. Nur die Gewinne über 144 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 156 65 262 306 59 439 5=4 607 986 1033 [500] 102 262 335 559 CIO 847 63 903 [ 300] 85 [300] 2088 131 333 [330[ 77 817 3203 [400] 322 69 71 439 4137 80 210 55 82 477 94 8=7 5 009 132 68 415 866 982 6036 306 416 709 856 151 *'.= 86 953 7433 396 8037 120 231 80 322 43 55 405 004 875 81 909 29 9164 263 78 337 97 706 19 841 8 1 920 10126 [400] 225 380 486 543 613 53 11053 255 98 389 721 860 988 12035 401 46 5=9 [ 5001 642 [5000] 62 96 719 817 [400] 984 13058 331 96 437 14143 240 45 311 359 15045 286 476 597 767 972 16090 240 [400] 43 47 376 418 20 863 17275 98 834 48 18144 53 279 313 638 72 716 84 19001 79 235 388 412 [300] 630 772 911 20029 67 272 765 903 [300] 44 90 21007 118 217 83 394 [300] 453 853 922 57 2 2059 91 711 932 2 3 021 211 371 497 799 971 2403= 69 134 78 228 573 812 2 5107 230 96 779 [300] 837 57 969 2 6036 118 216 74 396 509 27107 94 291 525 835 2 8091 558 831 973 2 9200 301 549 88 703 802 7 98 3O03S [300] 207 84 439 805 3 1 078 323 538 835 912 73 80 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Klasse König]. Preuss. Kia* sen-Lottcrie findet statt am 8. und 9. April 1910. Spezial-Offerte in wollenen gestrickten Strümpfen. Die Handelszentrale deutscher Kaufhäuser, Berlin, deren Mitglied wir (für Giessen) sind, fabriziert selbst in Chemnitz alle Arten Strümpfe und Handschuhe aus bestem und haltbarem Material. Daher reelle Qualitäten zu allerbilli^sten Preisen. Alle Qualitäten lassen sich anstricken. a»/,_____ Vollständiger Ersatz für HandarbeitI Trotz hoher Wollpreise enorm billig! Kinder-Strümpfe Imitat in allen Grössen Ka” 70,, 65§ 60^ 50^ 4.^ 40^ 85^ Damen-Strümpfe Kinder-Strümpfe Damen-Strümpfe Damen-Strümpfe engl. Länge, aus prima Kammgarn und Imitat engl. Länge, aus prima reinwollenem Kammgarn in allen Grössen zu engl. 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