Rr» 319 Erstes Blatt 160. Jahrgang Montag 19. September 1910 Der Sietzener Anzeiger _—— Bezugspreis: erscheint täglich, außer ’W monatlich75Pi.,viertel- ZZ.«8 HlL* AM AM AM j| M AAi At AM MWK ,wennalwöchentl.Ureir- H HW ■ IV Hä UV ■ ■ HW ■ MW W W T M W W M | IV I diePost Dil.Z.-viertel- biatl für Öen Kreis ©ie&en M W W W W< WM W LZ W< W # W O W LZ M W W jährl. ausschl. Bestellg. SvivnvHvi 4< i n v iuv i =s= General-Anzeiger für Oberhessen MZM m röÄ“u^" RotetioitsOntd mtö Verlag der vrühl'schen Umo.-Y«ch- «ad Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchulstrahe 7. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Der Reichslanzler über die innerpolitische tage. Der Reichskanzler hat es doch für notwendig gehalten, uif hie von der Presse aufgeworfene Frage, wie es sich mit icr angeblichen Wahlp-arote verhalte, mit einer Erklärung ,u antworten, die am Samstag an leitender Stelle in der Iordd. Illlg. Ztg." veröffentlicht wurde. Die Erklärung )at folgenden Wortlaut: Angeregt durch einen Artikel der „Frankfurter Zeitung" hat ich die Tagespresse vielfach mit einer Wahlparole oder einem »Sahlprogramm her Regierung beschäftigt. Solche Er- irterungen finden einen günstigen Boden in der Besorgnis, von >er die besten Kräfte der Nation im Hinblick auf die Verbitterung mter den bürgerlichen Parteien und auf die sozialdemokratischen Erfolge bei den Nachwahlen zum Reichstage erfüllt sind. Ohne Zweifel hat jene Verbitterung bei diesen Erfolgen mitgewirtt. Aas der Reichskanzler in seiner Reichstagsrede vom 9. Dez. 1909 n bezug auf ausgezeichnete Geschäfte des Radikal ismus vorausgesehen hat, tritt leider mehr und mehr in -ste Wirklichkeit. Es ist auch richtig, daß diese Voraussicht nicht um her Pflicht entbindet, nach Möglichkeit Vorsorge dagegen u treffen, daß nicht ein blinder Mißmut, eine ungestüme poli- ische Verhetzung des Volkes eine gefährliche innere Lage schaffe. Wir können aber versichern, daß an der obersten verantwort- ichen Stelle nicht nach Schlagworten gesucht, noch heute chon entschieden wird, welche einzelne Frage bei den nächsten illgemeinen Wahlen zum Reichstage in den Vordergrund zu ücken wäre. Mit Wahlparolen, die sich nicht aus her Natur >er Dinge ergeben, mit künstlichen Schlagworten läßt sich dem lebel, das wir beklagen, überhaupt nicht beikommen. Leistet das putsche Volk in her praktischen Arbeit fortwährend so Großes, ? o wird es sich auch in seiner politischen Betätigung und Kultur >er Herrschaft der Phrase entwöhnen und seine Geschicke so wenig tad), übler Laune, wie nach einseitigen Klassen- oder Jnteressen- vünschen mitbeftimmen müssen. Der Reickiskanzler hält cs für seine Hauptaufgabe, die Reichs- pschäfte so zu führen, daß das her Nation zum Gedeihen ihres Erwerbslebens ebenso wie zu ihrem militärischen Schutze Nötige gesichert und ihre stetige kulturelle Entwicklung gewahrt werde. . s ist Idaher ein im einseitigsten radikalen Parteiinteresse ge- 'ährter Aberglaube, daß irgend etwas einer geistigen oder wirt- chaftlichen Reaktion Aehnliches im Werke sei. Eine solche Ab- >cht liegt allen maßgebenden Faktoren des Reiches fern. Die „Franks. Ztg." mag sich in noch so langen Ar-i ileln .drehen und wenden wie sie will, die amtliche Er- lärung, daß die oberste Stelle nicht nach Schlagworten uche, ist die denkbar deutlichste Zurückweisung des Geredes wn der angeblichen „Schutzzollwahlparole". Weil nun der : Kanzler nicht gleichzeitig einen Berg von liberalen Zugeständnissen aufgetürmt hat, glauben einige Blätter wieder Zum Sturm gegen ihn blasen zu müssen. Die „Voss. Zeitung" Z. B. spricht vost einem Armutszeugnis, einem „OchnmachtsbekenntniL", .indem sie hinzufugt, wie fur^ sichtig müßten die Machthaber sein, die in der tiefen Erbitterung nichts als üble Laune und b'lindeu Mißmut sähen. Offenbar hat das Blatt die amtliche Erklärung nur halb gelesen, denn da steht doch deutlich drin, daß „die besten .Kräfte der Nation" besorgt seien, und die letzten amtlichen ^Sätze können gar beinahe wie ein Versprechen ausgelegb werden. Die „Deutsche Tageszeitung" scheint zu fürchten, daß nicht alles wieder nach ihrem Sinne gehen soll, und sie meint etwas verschnupft, „Schlagworte, wie „Reaktion" und „einseitige Jnteressenwünsche" hätte die „Nordd. Allg. Ztg." .besser vermieden, ha sie mißverstänhlich sind". Auch in der „Kreuzzeitung" kam am Samstag das Bedauern zum Ausdruck, haß Herr v. Bethmann-Hollweg mit der Politik der Rechten nicht durch dick und dünn gegangen sei: „Die Erregung im Volke würde wohl kaum so umfangreich und so tiefgreifend geworden sein, wenn nicht die leiten--? den Regierungskreise zu den gegen die neuen Steuern gerichteten Treibereien beharrlich geschwiegen hätten. Begreiflich mochte unmittefbar nach dem Abschlüsse der Reichsfinanzreform ein solches Schweigen sein, heute ist es aus keinen Fall gerechtfertigt." Es ist doch wahrhaftig ein starkes Verlangen, daß der Kanzler den offenbaren Fehler bei der Verweigerung der Erbschaftssteuer durch die Konservativen nun auch noch verherrlichen soll. Wir erblicken die Bedeutung her neuesten Veröffentlichung des Reichskanzlers gerade darin, daß in ihr eine nicht zu verkennende Mahnung auch gegen die Konservativen liegt, den Parteibogen fürder nicht zu straff zu spannen. Offenbare Fehler müssen wieder autgemacht werden, und bei der schon sichtbar werdenden Morgenröte einer Ergänzung der Reichsfinanzreform sollten gerade die Parteien der Rechten im Interesse des Landes ihre Beschlüsse.nicht in schnellem Kampfeseiser fassen. französisches MWrauen gegen die Türkei. Die wiederholt aufgetauchten Gerüchte von einer politischen Annäherung zwischen der Türkei und Rumänien werden jetzt in sehr bestimmter Form von der französischen Hauptstadt her von neuem ausgenommen. Der Matin meldet nach Berichten aus angeblich absolut sicherer Quelle, daß die Türkei mit Rumänien eine Militärkonvention abgeschlossen, habe. Diese „Entente" sichere den Türken den Beistand der rumänischer Armee für den Fall, daß Bulgarien die Türkei angreifen sollte. Das Blatt behauptet weiter, daß diese Konvention.auf Berliner und Wiener Inspirationen hin abgeschlossen worden und daß Freiherr Marschall von Bieberstein, der deutsche Botschafter in Konstantinopel, einer ihrer vornehmlichsten Urheber- gewesen sei. Man werde diese Nachricht wahrscheinlich dementieren, .sie sei aber trotzdem richtig. Die Konvention dürfte verschiedene .Mächte mehr oder weniger stören. Zunächst werde sie das .ewig unruhige Bulgarien nötigen, Frieden zu halten. Dann aber' werde sie auch Italien beeinflussen, dessen Balkaninteressen denen seiner Dreibundsverbündtten mehr oder weniger zuwiderlaufen. Und bie£ bezeichnet das Pariser Blatt als einen Verlust vom französischen Standpunkte aus. Italien, Frankreich und namentlich Rußland seien auf etwa zehn Jahre hinaus auf hem Balkan lahmgelegt, und der germanische Einfluß habe dort wieder die Oberhand erlangt. In Italien werde man der türkisch-rumänischen .Militärentente daher keinen sonderlich guten Empfang bereiten. Der „Matiw' hat recht, die Meldung wird berichtigt werden, und mehrere deutsche Blätter haben bereits auf den Unsinn des „Matin" hingewiesen. In der französischen Presse hat die Nachricht einen gelinden Sturm erweckt. Der „Temps" fragt: Wird die öffentliche Meinung Bulgariens diese offenkundige Drohung nicht beinahe für eine Herausforderung halten? Wird man in Sofia nicht mit einem gewissen Recht von Einkreisung sprechen? Wird man nicht, um ein Gegengewicht herzu stellen, der griechisch-bulgarischen Annäherung festere Gestalt verleihen? Wir können deshalb in dem türkisch-rumänischen Abkommen keineswegs eine Friedensbürgschaft erblicken. Das „Journal des Debats" meint: Die türkisch-rumänische Verständigung hänge mit dem Dr e i • bnnde zusammen, zum mindesten zwei demselben angehörige Mächte hatten ehrgeizige Absichten in der Richtung von Saloniki. Die Türkei müßte geradezu Selbstmordgedanken haben, um sich ihren Erbschaftsanwärtern anzuschließen. Zu her teilweise scharfen Sprache gegenüber her Türkei hat natürlich auch her letzte Zwischenfall in Smyrna das ©einige beigetragen. Die neueste Beschwerde, die in sehr erregtem Tone vorgebracht wird, besteht darin, daß die Pforte systematisch die Auswanderung cuis Algerien nach Syrien durch Agenten in den französischen Besitzungen Nordafrikas nicht nur fördere, sondern Hervorrufe. O Paris, 17. Sept. Das Pariser „Journal" gibt aus Conftantine folgende Darstellungen: Die Auswanderung unserer algerischen Untertanen nach Syrien wird methodisch fortgesetzt. Die arabische Bevölkerung ist infolge der Dürre uni) -der Heuschrecken in den letzten beiden Jahren sehr mitgenommen toorden. Sie hat zu kabylischen Wucherern ihre Zuflucht nehmen müssen, die ihnen das Fell über die Ohren, zogen. Sobald nun die Unglücklichen völlig ruiniert sind, kommen die türkischen Auswanderer- Agenten an sie heran. Sie haben dann eine leichte Aulgabe: sie versuchen nur den armen Kerlen glänzende Stellungen in Syrien unter der Standarte des Herrschers der Gläubigen vorzuspiegeln. Diese Werber werden übrigens durch die Darstellungen derer unterstützt, die schon in Syrien ansässig sind: denn die türkische Regierung versäumt nichts, um die anzuziehen und zurückzuhalten, an die sie sich wendet. Sie sichert ihnen die Äahrung, sie beherbergt sie und ihre Familien während der ganzen Zeit ihres Aufenthalts in den Häsen bis zu dem Augenblicke, da sie sich an dem von ihnen gewählten Orte niederlcysen. Dort gibt man ihnen noch Länder und )elbft Geld, um sich an- zusiedeln. Kurz, die Türkei treibt offizielle Kolonisierung in Syrien. Nach den hier verbreiteten Gerüchten wäre das ganze Gebiet für die algerischeii Mohamedaner Vorbehalten. — Ilm dieses liebel gutzumachen, studiert der Generalgouverneur Jonnart augenblicklich die Frage und er soll entschlossen sein, der Regierung eine Aenderung in unserer Gesetzgebung und in unserem Gerichtsverfahren vorzuschlagen, da diese mit dem Charakter und den Gepflogenheiten der Eingeborenen nicht in Einklang zu bringen sind. Es hat übrigens den Anschein, daß dieses liebel, das zum großen Teil auf das von heil Auswanderungsagenten ausgebeutete Elend zurückzufuhren ist, gleichfalls der Schlaffheit gewisser Gemeindeverwaltungen zugeschrieben werden muß, die nichts tun, um die Eingeborenen aufzuklären und zu ermutigen. So haben hie Stadtgewaltigen von Ain-Tagrout, wo die Auswanderungsbewegung ihren Anfang genommen hat, nicht einmal den Versuch gemacht, sich dieser zu widersetzen. Der Maire trieb die Nachlässigkeit so weit, nicht einmal die Unterpräfektur davon in Kenntnis zu setzen. Noch mehr, er fertigte Reifeserlaubnisscheine, freilich nicht für. Syrien, sondern, für Tunesien aus, ohne die obligatorische Unterschrift J>e§ Unter- präfekten zu verlangen. Solche Nachlässigkeiten müssen streng bestraft werden. Unsere Regierung hätte die Pflicht, energisch bei der Pforte vorstellig zu werden, deren Agenten unsere algerischen Untertanen mit Versprechen berauschen, und wenn diese Vorstellungen nicht angehört werden, müssen die Sendlinge aus Konstantinopel sämtlich herausgeworfen werden.________________ Die türkisch-griechische Spannung. £ London, 17. Sept. Ein Telegramm her „Daily Mail" aus Saloniki'besagt, daß man hort die türkisch-griechischen Beziehungen Wieden als bedenklicher ansehe, und daß die Sorge, daß es doch Berlin, die Biumensiadt. Eine Epopöe auf das neue Berlin möchte Amedeo Morandotti anstimmen in einem Aufsatz über die Reichshauptstadt, ben er int Corriere della Sera veröfsewlicht, ein Loblied auf die! Blumenfreudigkeit, auf den Schmuck der Straßen. Er verfolgt die ge> ipaltige Entwicklung, die Berlin in den letzten Jahren genommen hat und die hi ihrem Tempo in Europa ohne Beispiel hasteht., Er schildert, wie hie Fluten des Häusermeeres ruckweise Vordringen. Wo vor einem Jahr noch kahles Land sich dehnte, ist einige Monate später wie durch Zauberhanb eine neue, lichte Stadt entstanden; es ist.' fast, als wäre dem noch unbebauten ; Lande um Berlin ein Stempel her Erwartung ausgeprägt, man bat das Gefühl, daß her Boden nur noch 'auf die Häuser harre. Und er braucht nicht lange zu harren. Draußen, an her Peripherie her Häusermassen, schreitet man auf neugebauten, noch kahlen Straßen dahim Der Fahrweg ist von Materialien versperrt, aber schon ist die Straße asphaltiert, und in ihrer Mitte tzieht sich qin grüner Rasenteppich hin, mit bunten, farbigen Blumenmustern geschmückt: an den Straßenrändern grünen hie jungen Bäume, heute noch klein und dürftig, in wenigen Jahren schattige Alleen. Diese Rasenläufer sind langst über die Häusergrenzen hinausgeglitten, sie verraten, in welcher Richtung sich um ein kurzes die Bauten aufstellen werden. Es ist ein seltsames Schauspiel, diese Art, wie Berlin sich aus- dehnt: auf den Pfaden seiner künftigen Entwicklung ftreut es vorher Blumen aus, wie die Italiener, wenn eine Prozessionf heranzieht. Unh die Prozession der Häuser kommt schnell. Dann antworten den Farbenakkorden des Straßenschmuckes die Blumen der Balkons. Das erste Zeichen, daß ein neues Haus bewohnt wird, ist das Auftaucheu der Blumen, einer üppigen Fülle leuchtender Blumen, die über den Balkonrand rieseln. „Die ganze Stadt, buchstäblich die ganze Stadt, Haus um Haus ist so von einer Blumenpracht überzogen, in den vornehmen Merteln wie in den Stadtteilen der Aermeren leuchtet Grün, Rot, Rosa und Weiß, und das Geranium blüht ebenso auf dem schlichten Eisenbalkon von Rirdors wie auf der eleganten Loggia des reichen Charlottenburgers. Ach, diese Balkons! Man kann fast sagen, daß die Häuser nur gebaut werden, um Balkons zu haben. Tie Fassade des deutschen Hauses begnügt sich fast nie mit einer einfachen, geraden Linie, mit einer symmetrischen, ruhigen Fläche. Vor und zurück springen hie Wände, Nischen und.Ausbauten werden geschaffen, Uebcrbautcn getürmt. In unzähligen Variationen wird in den neuen Stadtvierteln das Thema : Balkon abgewandelt! Alle Formen, alle Farben, alle Materialien müssen helfen. Da sind flache Ballons ober steile, schmale, breite, viereckige, mehreckige, ovale, Balkons aus Stein, aus Eisen, aus Holz, aus Glas, freundliche Balkons, ernste, heitere, leichtsinnige und stille, ruhige .... Der Leser dieser Zeilen wird vielleicht eine groteske Vorstellung bekommen und an etwas .Abenteuerliches denken, hi,e Wirklichkeit aber gibt nur einen freudigen, harmonischen, schönen Eindruck. Man famt hie neuen Häuser erst beurteilen, wenn sie ihre Toilette vollendet haben: wenn der Balkon seinen Blumenschmuck hat. In allen neuen Straßen, gibt die Freude am Lickt und an der Farbe den Grundton, die Häuser hüllen sich in lichte Gewänder, überall 'ist der Frühling. Man tut vielleicht darin zu viel, man wählt Farben, die, wie die Damen zu sagen pflegen, „leiden", empfindliche Farben, die der Macht her Zeit nicht trotzen und schnell altern. Doch die fteundliche Frische des neuen Berlins beschränkt sich nicht auf die Außenseite; auch im Innern der Häuser ist alles heiter und hell, und wenn vielleicht die Jahre draußen die Farben bleichen und trüber stimmen, drinnen bleibt das Licht, die Helle unh intimes Behagen. Und dazu treten die neuzeitlichen Bequemlichkeiten, die von Jahr zu Jahr zunehmen. Vor kurzem noch war ein Bah in jeder Wohnung eine Vergünstigung, die den Mieter anlockte, heute ist das eine Selbstverständlichkeit. Zu dem kalten Wasser ist die Warmwasser- leitung getreten. Man kommt um Mitternacht heim, dreht mit einer flüchtigen Bewegung einen kleinen Hahn zur Seite und hat heißes, dampfendes Wasser. Jatoohl, ihr Frauen Italiens, lest dies, staunt unh beneidet: nur einen Hahn braucht man aufzudrehen. Was vor kurzem noch ein Lupus war, ist heute Regel, es ist die Demokratisierung des Luxus. Kaltes Wasser, heißes Wasser, oben und unten und überall, die Badewanne wird täglicher Gebrauchsgegenstand. Und hann das Grün, diese wundervolle Ausstteuung des Grüns, dieser Ueberfluß an Bäumen und Blumen, wo die Baulust nur einen Flecken frei gelassen hat. Die Straße, der Platz, alles wird zum Garten, zum Park, her Boden hat den Zweck, den Bäumen Plötz :u gctoäfyren, von Baum zu Baum ziehen sich reizende Girlanden von Schlingpflanzen, üppige Gewinde, wie man sie in Italien nur in Emilia und in der toskanischen Campagna sieht." * — Im Darmstädter Hostheater wurde her Geburtstag der Großherzogin am Somttag abend durck) eine Festvorftellung vor voll besetztem Hause begangen. Die zur Erstaufführung gelangte komische Oper in zwei Akten „R o - b i n s Ende" von Ed. K ü n n a ck e ist ein anspruchsloses Werk, das mehrere dankbare Spielrollen enthält, aber ziemlich viel musikalisch-technische Schwierigkeiten bietet. Die geschickt gezeichnete Handlung und die drolligen Szenen, wie has gehalwollo Liebesspiel zwischen dem König und her jungen Pächtersfrau verhalfen der Novität zu einem schönen Erfolg. — Noch wirksamer war das Alt-Wienerische Singspiel „B r ü d e r l e i n fein" von Julius Wilhelm mit der Musik von Leo Fall, das am 40. Hochzeitstag des Domkapellmeister Drechslerschen Ehepaars spielt und dem zufriedenen alten Paar durch den Zauber her Jugenb noch einmal hie erste Stunde nach her Hochzeitsfeier vor Augen führt. Die letzte Szene wurde von Frl. Z e i l l e r und Herrn Speiser mit so köstlichem Humor dargestellt, daß sie auf stürmiiches Verlangen da capo gespielt werden mußte^ n. Das „K ü n st l er th e a t e r" i n d er M a i n ze r Stadthalle wird heute zum ersten Male beweisen müssen, inwieweit es den Ansprüchen der Akkuftik usw. genügt. Man bat 'hie Stadt- Halle in zwei ungleich große, getrennte Telle geschieden, wovon der eine ungefähr 2/3 des Raumes umfassende für die Bühne verwendet und der andere in den Zuschauerraum verwandelt wurde. Die Bühne lehnt sich mit faltenreichen, braunen Vorhängen an die Seiten und Decke der Halle, wodurch ein vornehmer, feiner Rahmen gebildet wird. Seitenkulissen werden nicht in Verwendung kommen. Für klassische Stücke schließt ein glatter dumpf- farbener Vorhang den Hintergrund ab. Die Garderoberäume find' natürlich nicht allzu großartig, da die Stadthalle gar nicht für Zwecke wie der jetzige gebaut ist. Im Zuschauerraum bat man durch Aufhängen von Teppichen auch den nüchternen Eindruck her Stadthalle mit gutem Geschmack zu bannen gesucht und man hat es auch stilvoll erreicht, lieber etwaige Mängel, die sich bei her Benutzung her Halle ergeben werden, hilft hie Neuheit hinaus, zumal man in nicht allzu ferner Zeit in ben neu hergerichteten Musentempel überfiebeln wird. — Im Neuen Theater in Mainz brachte Kadelburg, der große „Lustspiel"- unb Schwankfabrikant, am 16. September mit seinem humorspeienden Schwank „Der Weg zur Hölle" eine ungeheure Wirkung auf die Lachmuskeln der Zuschauer hervor. Auch die Ausführung war im ganzen gut. — Das französische Musikfeft begann in Ni ünche n am Samstag mit hem Empfang her Feftgäfte im alten Rathaus- saale, wo nach einem Musikvortrage Bürgermeister v. Brunner die Festansprache hielt. Gras Gaston C h a n d 0 n de B r i a i l l e s erwiderte mit längeren Dankesworten. An den Festakt schloß sich ein von her Stadt veranstaltetes Frühstück an. Abends gab Graf Briailles eine große Feier. Für Dienstag nachmittag hat der Verleger der „Münchner Neuesten Nachrichten", Thomas Knorr, die Feftgäfte zum Tee in feine Villa geladen. — Kurze Nachrichte n aus Kunst u. W i s s e n s ch a f t Frankreich eröffnete auf der Weltausstellung mT ruf 1 e 1 einen neuen Ehrensal 0 n , da die Äbtcilnng für ^eben^- mittel bei dem Brande zerstört wurde, der in per Hal le sur Automobile unh Aeroplane untergebracht ist ^ie ftaiizolyche Abteilung ist wieder vollständig. — Der Maler unb Lehrer an her Akademischen Hochschule, Prof. Wolbemar £ rt c b r 1 eh, ist tut Alter von 64 Jahren in Berlin gestorben. — In der Verl cnep Kunstakademie sind die Modelle zu dem G 0 e t h c 0 c n k m a l aufgestellt, das die Deutsck>en Chikagos dort int -meolnpark errichten wollen. Am Samstag sprach die ^zury den Preis dem Entwürfe des Professors Hahn (München) zu. Der Gnhüiirr stellt eine ideale stehende Jünglingsftgur mtt den Zugen Goethes bar. Der rechte Fuß ruht auf einem Felsftück, und auf hem, Knie sitzt als Symbol ein Wer. Deutsches Reich t Ausland. meine Groß- Frei- Glückwünsche des Großherzogspaares zur silbernen Hochzeit am badischen Hofe zu übermitteln. herzlichste Teilnahme aus. "Vom Grobh. Hofe. In Vertretung des Herzogs begibt sich der Oberkammerherr Niedesel Herr zu Eisenbach heute nach Karlsruhe, um die zeit des Staatsministers Frhrn. v. Starck war sehr reich an organisatorischen Neugestaltungen, insbesondere auf dem Gebiete der inneren Verwaltung und der Justiz. — Der Großherzog richtete an den ältesten Sohn des Ver- Die Wiener „Politische Korrespondenz" bestätigt die Nachricht der „Tribuna", daß der Minister des Aeußern, Graf.Aehren- „ । , ö thal, seine Reise nach Italien zur Abstattung eines Gegen- keit jenseits der türkischen Grenze für absolut sicher hielten, besuch es bei dem Marquis San Giuliano Ende September Grenze■ hätten die meisten Landwirte überhaupt aus-, gehört, ihre Felder zu bebauen, weil sie einen türkischen Einfall wegen der großen militärischen Tätig- darauf hingewiesen, daß alle strategisch wichtigen Punkte im Jahre 1897 der Türkei abgetreten wurden. An der -u einem Kriege kommen werde, auf die finanziellen Kreise ^bereits einen sehr, deutlich erkennbaren Eindruck gemacht Habe. Die Türken brächten starke Militär abtei- storbenen, den Kammerherrn Frhrn. v. Starck, folgendes Beileidstelegramm: Schmerzlich bewegt durch die Nachricht von dem Tode Ihres um mein Land hochverdienten Vaters spreche ich Ihnen und Ihren Geschwistern »cm nun icneociijULi nriliei nes- ' i ? ~ ' v 7/ M ...Unglaubliche aus Baden" und Sektor von Oberhessem brachten sogar diese Begünstigung neutraler Bildungsbestre- ™ bungen seitens des Karlsruher Volksfreunds mit der Bud-, getbewilligung der 17 sozialistischen Landtagsabgeordneten in ursächlichen Zusammenhang. Der Volksfreund legte daraus ,in einem drei Spalten langen Leitartikel das Lächer-, liche solcher Kombinationen dar. Indessen, man merkt diesem Artikel und seinen Nachfolgern an, daß die bcw bischen Sozialdemokraten zu erwarten haben, die Affäre .Arbeiterdistussionsklub werde in Magdeburg zur Abrechnung gelangen. In der Tat ist die Teilnahme und die Begünstigung, die die Karlsruher Sozialdemokraten dem neutralen Bildungs- !fhib angedeihen ließen, auch in politischer Hinsicht pon prinzipieller Bedeutung und in gewissem Sinne ähnlich geartet wie die Budgetbewilligung. Denn in beiden Fällen handelt cs sich darum, ob die Sozialdemokraten Maßnahmen der bürgerlichen Parteien, soweit sie sie gutheißen können, fördern wollen oder ob sie sie von vornherein ablehnen müssen, mir weit jene Maßnahmen der Bourgeoisie ent-t stammen. Ginge es nach dem Willen der Unentwegten in -Berlin und Leipzig, so müßten, wie man jetzt wieder sieht, die Arbeiter, wenn fie echte Sozialdemokraten sein wollen, sich von allen nichtsozialistischen Bildungsbestrebirngen sern- haltcn. Bei den badischen „Genossen" ist aber das Um glaubliche geschehen, daß sie solche Volksbildungsarbeit, noch dazu Veranstaltungen, in denen Pfarrer sprachen, unterstützt haben. Man darf nun auf den Richterspruch in Magdeburg gespannt sein." , ... >~~ J r r ~ ~ 7 .--••*“•**' -v-u.iiyi.vvvy il C UUiliq aosperren, wird der „Wilhelmshavener Zeitung" von maß- geberwster Seite mit geteilt, daß dies aus der Luft gegriffen ist. _ Die „Karlsruher Zeitung" meldet: An dem in der Zeit vom 29. September^is 1. Oktober in München stattfindenden zweiten deutschen I u g e n d g e r i ch t s t a g wird im Auftrage des Justizministeriums auch der Vorsitzende eines badischen Jugendgerichtes teilnehmen. Aus Mohacs meldet man: Der deutsche Kaiser in »gen von Albanien nach Süden, unterwegs die ThristmIbeae^ m^« Samstag schon in küh-st-r Morgenstunde jut Jagd -Atwassnend. Die Iunsttürken und di- Armee seien für den begab fi*&nnins®r bereit. Die einzige Frage , sei ob es Jagdschloß. In Mohnes erkrankten drei Personen unter C?°- oen Machten gelingen werde, die leitenden Persönlichkeiten leraoerdacht. Zwei sind gestorben in Konstantinopel zurückzuhalten. Die Festlichkeiten zur silbernen Hochzeit des badi- in Ä der „Times" ^b"-s°nP Md Lt ÄÄTB türkisch-griechischen Beziehungen be- "rschiedene MsAllunamV" Am^nnwg Men d^Ruär- schaftigt, bezeichnet die Lage als nrcht allzu vertrauensvoll, und Schwimmvereine festliche Veranstaltungen ab Der Reaatta Immerhin hofft der Korrespondent, daß der Entschluß der im städtischen Rheinhafen wohnten der Grotzherzog und die Großgriechischen Regierung, die Reserven von 1907 und 1908 Herzogin bei. Es macht sich bereits ein gewaltiger Fremdenzustrom cinzuberufen, in Konstantinopel kein Aergernis erregen wird, bemerkbar. Die griechische Regierung weise darauf hin, daß diese Maß- ^er f u nd de r Fuhrleute in Bremen wurde regel notwendig geworden sei, weil die Mannschaften be§ ™d)bem bie Zeitgeber eine weitere Lohn Jahres l90ü in einigen Tagen entlassen würden, und du die ZLÄ 3 Pf°nmgen iugcbidigt hatten, für bccnbe Ernten naturl^ noch unbrauchbar seien, die griechische Zu der durch die Presse gegangenen Meldung, di- Marine Armee mgentlrch ganz, unbrauchLar sinn wurde, wenn werde infolge der Bo r k u m e r Sp i o n a g ea s f ä r e die Jnie?n rncht diese Maßregel getroffen würde, die schon Helgoland, Borkum und Wangeroog teilweise völlia mit Rücksicht auf eventuelle Unruhen notwendig sei. Die1 ß fh ,,r r<1 ” " ■ -Verhältnisse im Innern seien nicht normal und wenn man auch nicht direkt mit Unruhen rechnen müsse, so sei es doch durchaus nicht ausgeschlossen, daß in Thessalien zum Beispiel die agrarische Agitation von neuem beginne. Dann werde man in dieser Provinz die Furcht vor einem1 Plötze lichen türkischen Einfall nicht los. Es werde immer wieder ** Ordensverleihung. Der Großherzog hat dag . Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groh. , wütigen dem Oberleutnant Wichert (Wilhelm) im In. fanterie-Lcib-Regiment Großherzogin (3. Großh.) Nr. in 1 verliehen. •• Neuer Konsul. Ter Generalkonsul der Republik Kuba, Manuel Eeay de NojaS in Hamburg, dem das Exequatur des Reiches erteilt wurde, ist zur Ausübung kon- sularischer Verrichtungen in Hessen zugelassen worden. •’ Lehrerpersonalien. Entlassen wurde der Lehrer Leonhard Hoffmann zu Lindenfels auf sein Nach, suchen. — Erledigt sind: Eine mit einer evang. Lehrerin zu besetzende Schulstelle zu O b e r - N a m st a d t. Eine evana. Schulstelle zu Bergheim, mit Organistendienst. .. ** Eine Sitzung des P r o v i n z i a l a u s s ch u s sc s findet am Samstag, 24. September, vormittags 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Enteignung von Gelände in Gemarkung Bad-Nauheim zur Erweiterung des Bahnhofs Bad- Nauheim^ hier Ausspruch der Enteignung. 2. Antrag der Gemeinde t ein furth auf Ablösung der her Gesamtfamilie Löw von und zu Steinfurth obliegenden Verpflichtung zur Anschaffung und Unterhaltung des Faselviehs dieser Gemeinde. 3. Bürget- meifterwohl zu Wohnbach. ** Der Friedberger Bombe Hatten tätet verhaftet! Der zweite der bei dem Friedberger Bombenattentat und Bankraub beteiligten Verbrecher, der 20 Jahre alte Karl Friedr. Werner wurde gestern abend 8 Uhr in das hiesige Untersuchungsgericht eingeliefert. Werner war nach der am 22. Juni erfolgten Friedberger Tat, der eine ähnliche Bombenaffäre in Frankfurt a. M. voran- gegangen war, naefi Lüttich geflüchtet und wollte nach England gehen, wurde aber durch die Maßnahmen des hiesigen Oberstaatsanwalts, der die in Betracht kommenden Häsen überwachen ließ, daran gehindert. Er trieb sich zunächst in Belgien umher, und verstand es lange Zeit, seinen Verfolgern zu entgehen (anscheinend, weil er von irgend einer Seite Nachrichten über die gegen ihn vorgenommenen Schritte erhielt). Anscheinend veranlaßte ihn Geldmangel, wieder nach Deutschland zurückzukehren, und am Samstag abend wurde er in Barmen verhaftet. Er hat dort die Tat bereits eingestanden. Am Sonntag morgen traf hier die telegraphische Nachricht von seiner Verhaftung ein, worauf die Staatsanwaltschaft seine Verbringung in das hiesige Untersuchungsgefängnis veranlaßte, die sofort durch zwei Polizeibeamte erfolgte. Hierzu wird uns noch geschrieben: Nach seinen Aeußerungen, die der junge Mensch heute vormittag machte, hatte er wohl davon Wind bekommen, daß man in den Häfen auf ihn fahndete. Er war in Antwerpen, wagte jedoch nicht über das Wasser wegzugehen. Werner hat, da es ihn an Mitteln fehlte und er sich in Frankreich sicherer glaubte, seinen Weg nach Paris genommen und dort vorübergehend gearbeitet. Aber es zog ihn wieder nach Deutschland und er wanderte über Metz an den Rhein, unterwegs arbeitete er wiederholt. In den letzten Wochen hat Werner von Mainz bis Köln an verschiedenen Orten Arbeit gefunden, bis ihn in Barmen das Geschick ereilte. ** Die Budapester O r p h e u m - G e s e l l s ch a s t, die am Samstag im großen Saale des Eafö Leib mit ihren Abendvorstellungen begonnen hat, ist sehens- und hörenswert und füllt einen Unterhaltungsabend sehr vorzüglich aus. Fast ausschließlich handelt es sich um humoristische Darbietungen, wobei man freilich mitunter etwas zu tief ins Saftige gegriffen haben mag, denn die derben Possen, die zur Ausführung kamen, gingen, besonders was die Ausdrucksmittel betraf, mehreremale ins ganz grobe. In der „Brautschau" im Hause des Schneidermeisters Schimpl benahmen sich der redegewandte Vermittler und sein Ersatzkandidat für den vorsichtig zurückgebliebenen Doktor mit grotesker Ungezwungenheit, und die Wirkung war bei dem guten und ehrlichen Heiratswillen derer im Hause Schimpl nicht nur auf der Bühne, sondern auch bei den Zuschauern durchschlagend. Die Gesellschaft beschäftigte sich besonders „liebevoll" mit immer denselben Gesellschaftslreisen, so gab' der Star dieser Künstler, ein zwergfellerschütternder Tanz- Komiker, eine überwältigende Darstellung einer Soiree bei Silberstein. Auch eine Liedersangerin und zwei andere Humoristen wurden durch großen Beifall ausgezeichnet. Wenn wir offen sein sollen, so lvürde sich vielleicht für die gar zu drastische Mllitärposse „Nach dem Zapfenstreich" ein Ersatz finden, die einige berechtigte ästhetische Emp- indungen etwas mehr berücksichtigt und minder abstößt. Dabei ist freilich gegen das Talent und das famose Zu- ammenspiel der Darsteller nicht das geringste einzuwenden. ** D ie Gießener f r e i w. Feuerwehr hielt gestern ihre S ch l u ß ü b u n g ab. Nach einer kurzen Detailülmng bei einzelnen Geräte auf Oswalbsgarten fand ein Brandangriff statt, wobei die Stadtknabenschule als Brandobjekt diente. Der Hebung, die unter dem Kommando des Brandinspettors Wigandt stand, lag folgende Aufgabe zu gründe: In der Stadtknabenschule /isi im Dachgeschoß des Mittelbaues Feuer ausgebrochen, das Feuei bedrohte die beiden Flügel, so daß die Feuerwehr alarmiert werben mußte. Der als erster eintreffende 2. Löschzug der Feuerwehr unter Führung des Adjutanten Bourgeois kann das Feuer nicht allein bewältigen, so daß der 1. Lchchzug unter Führung bce Brandmeisters Faber zur Hilfe gerufen wird. Die Feuerwehr hatte die Aufgabe, zuerst das Feuer auf seinen Herd zu bc^ chränkcn und gegebenenfalls Menschen zu retten. Ist das Feuei als gelöscht zu betrachten, so müssen die Steiger, da der Treppen bau ungangbar geworden, das Haus durch Leine und Sprung tud) verlassen. Die gesamte Hebung verlief sehr gut. Beüx Löschzüge lösten ihre Aufgabe mit großer Sicherheit, Ruhe unt Gewandheit. Der Hebung wohnten Branddirektor Traber, Bev georbneter Keller, zahlreiche Stadtverordnete, Stabtbaumeiftn Braubach und der Direktor des städt. Gas- und Wasserwerk- Steding bei. Beig. Keller sprach seinen Dank und volle An erkennung über die sehr gut verlaufene Hebung aus und gak dem Wunsche Ausdruck, daß auch bei einem Ernstfälle der Wehr ihre schwere Aufgabe gelingen möge. *• 2) ic Maul- und Klauenseuche ist aus- gebrochen in Tryppehne, Kreis Jerichow 1, Regierungsbezirk Magdeburg, bei Händlervieh; Neu-Grunau, Kreis Flatow, Regierungsbezirk Marienwerder, bei Händlerviel): Lewzen und Hatzlow, Kreis Belgard, RegierungSbezirl Koeslin, am 15. September. * Lollar, 18. Sept. Bei der gestrigen Gemeinderatswahl wurden die Kandidaten der Arbeiterpartei Hüttenarbeiter Forback mit 118 Stimmen und Weißbindermeister Römer mit 98 Stin' men^gewählt, der Kirchendiener Schmidt wurde durch Hitterstützuns der Sozialdemokraten mit 118 Stimmen wiedergewählt. Die seit beugen Gemeinderatsmitglieder Landwirt H. Schadeck VII. erhielt 96, Landwirt H. Schön 84 Stimmen. Der Wahlkampf, an bein ich von 407 Wahlberechtigten nur 293 beteiligten, war sehr heftig, da 29 Kandidaten in Vorschlag gebracht wurden. Die Wahl ging für die bürgerlichen Parteien durch Uneinigfcit verloren. Die Verzichtleistung auf die Nationalversammlung antritt. Graf .Aehrenthal wird am 1. Oktober vom König von der osmanischen Griechen. I Italien in Raconigi in Audienz empfangen werden und ein Konstantinopel, 18. Sept. Infolge der Einwirkung eigenhändiges Schreiben des Kaisers Franz von einflußreichen griechischen Abgeordneteir beim Kriegsminister Josef überreichen. Am 30. September wird Graf Aehrenthal bl25 beim ftuttusimnifter für die Schlichtung des Konflives in Turin eine Begegnung mit Marquis San Giuliano haben mit dem Patriarchat eingetreten. Heute abend übergab das Al,. Ali «' N . , Y. Z. j ocn‘ r .Patriarchat dem Kultusminister eine Note, die der vom Kriegs- k;r'pftin\‘ ben Aer ^^ner al- sinister vorgeschriebenen Formel entsprach, n ach w el che r da s d-r R e r fnnn Jr Fr enen f'üerkic^ten "rckell Nch Patriarchat auf die Nationalversammlung b et d h - r ?lTn öutcr* zichtett Der Konflikt wird somit als erledigt betrachtet on? allerdings Berfpatnngen bis zu mehreren ^nd di- Freilassung der berhasteten Abgeordneten wrrd erwarte,^ Aus Bo r d e d u r wird gemeldet: Präsident Falliäres war am Sonntag nachmittag beim Schluß der Bordeauxer Flug- Rom, 17. Sept. Die „Ag. Stefani" meldet: Die bonHon^urren8 antoefenb. Er dankte den Veranstaltern des Wett- eürigen Blätterir verbreckete Nachricht vom Verkaufe des italie- ^regens, erinnerte an die in kurzer Zeit erzielten Fortschritte tnischen Panzerkreuzers „Pisa" an Griechenland entbehrt und fügte hinzu, daß die Luftfahrten in naher Z u- jeder Begründung. kunft Erfolge erreichen werden, die man gegen- Saloniki. 17. Sept. Ein ® c nb ar merie D f f it i ä V” * J“ U n m ö 3J ‘ a 11 e. und zwei Gendarmen wurden auf dem Wege von Kassandra -iFl» „•l^ensra 92u-bernf1:lre^cr ^udschurei und bon Huhuang nach Jsvor von einer Griechenbande aus dem Hinterhalt ^"^bn^er ch in e) r sch en Regierung ein Memoran- erschossen I?um, m dem sie auf die Notwendigkeit einer auswärtigen — n ■ ■■■ Anleihe in Höhe von einer Million Dollar zu Eisenbahn- ar?=u£en öur Entwicklung de r Industrie Hinweisen. CaßCSfCPOItt I Als Garantie werden die bestehenden Eisenbahnen vorgeschlagen Fortsetzung der Reichsftuanzreform? Znfolge des Widerstandes der Partei der Kaiserinwitwe ist die J , ..... I Verhandlung wegen des Wiedereintritts Yuanshikais in die Re- Reichskanzler von Bethmann Hollweg beabsrchtigt I gierung endgültig fehlgeschlagen. "Nach dem „Tag" am Montag von Hohenfinow in Berlin Der russische Botschafter in Paris Nelidow 'ein^utreffen, unt eine Sitzung des preußischen .Staatsmini- ist gestorben. steriums Au leiten und mit den Staatssekretären zu kon- . Das neue bulgarische Kabinett ist gebildet und 'ferieren. I fetzt sich folgendermaßen zusammen: Präsidium und Auswärtige Den wichtigsten Beratungsstoff dürste die Art der Bilan- Angelegenheiten Ri a l i n o w , Inneres M o s ch a n o w , Hnterricht Gierung bC9. neuen Reichsetats bilden. Der Reichsschatzsekretär ist, I q .0 \, Justiz Kammerpräsident Slawegkow, Finanzen solange er darauf angewiesen bleibt, mit den jetzigen Einkünften ° V eP'und Acker- des Reiches zu wirtschaften, genötigt, die Bilanzierung des Etats °au stew , Lefsentliche Arbeiten T a k e w. .durch große Abstriche an den einzelnen Ressortsorderungen zu ^us Urmia wird gemeldet: Persische Truppen plünderten ^ermöglichen. Da die Erträge der Finanzreform hinter den Er- die sunnitischen Ortschaften Kotolau, Salindar und Jadshin, wo warttnrgen chrer Väter zurückblmbnr, riickt die Gefahr nahe, daß unter türkischen Einfluß geratene Kurten Zuflucht gefunden hatten, nut den Streichungen auch aus das Gebiet der nottvendigen Be- 1ltth y »ürfniffc des Staates hmübeugegriffen ioetben mu6. Daher bürste | unb ftecttcn bte Q^lch-ftm itt Braub._______________________ Mich im Hinblick auf die zu erwartenden größeren Mehrausgaben ----r--------------- cketzt schon die Frage Leprüft meäen, ob allein mit llltV LlHttS. sparsamer Wirtschaft das Gleichgewicht im Reichshaushalt auf- (Sieben 19 19m ! rechterhalten werden kann. . . D * * -LU* Diese Meldung macht den Eindruck, als ob die Reichs-nV .sinanzresorrn, Ivie ja vorauszusehen war, demnächst eine L-lnl ,■**■"* *■*'• **-**• NSSWL'LiL *Ä £‘SÄ . „Munch. Reuest. Nachr. wird aus Karlsruhe lichen Geheimerats und Präsidenten des Ober-Konsistoriums "geschrreven: • August Rinck Freiherrn von Starck, bestand der jetzt Dahin- „Die badischen Sozialdemokraten bezw. ihr Karls- geschiedene am 1. Oktober 1842 am Gymnasium zu Darm- Iruher Parteiorgan, der Volksfreund, haben sich eine neue stadt seine Maturitätsprüfung. Darauf studierte er bis „Todsünde" zu schulden kommen lassen, für welche die Un- Ostern 1844 an der Landesuniversität Gießen und von -entwegten auf dem bevorstehenden Konzil in Magdeburg da bis Herbst 1845 an der Universität Heidelberg. Seine Sühne fordemi werden. Im Karlsruher Arbeiter-, Fakultätsprüfung an der Landesuniversität Gießen legte er ^iskussionsklub, «einem neutralen Bildungs- rm Februar 1846, die Staatsprüfung im Mai 1848 ab. «vereinen dem auch Sozialdemokraten teilnehmen, fand Durch Allerhöchstes Dekret vom 16. April 1850 wurde 'kürzlich.ein Vortrag über Stunden mit Goethe statt, Freiherr von Starck zum zweiten Substituten bei -den ,eiit protestantischer Geistlicher hielt. Hierüber berich-, der Staatsanwaltschaft in Gießen ernannt und ver- ,4ete der Lolksfreund tund er empfahl den Besuch eines tzweiten mahlte sich im Mai 1851 mit Marie Faber aus Gießen. Abends in diesem Klub, an dem wieder ein ob seiner libe-, Durch Dekret vom 7. Januar 1852 wurde er nach Avalen Anschauungen und seiner sozialen Denkunasweise all- Darmstadt versetzt und am 3. Februar 1853 zum Kreis- gemein geschätzter Pfarrer über die Religion Goethes, .sprechen Assessor bei dem Kreisamt Main^ ernannt. Am 1. Oktober toürbe. t ' 1857 wurde er Kreisrat des Kreises Schotten, am 28. Juli Der Berliner ^Vorwärts" und vor allem die Leip- 1859 Kreisrat des Kreises Offenbach, am 28. Dezember öiger.Volkszeitung" schleudern nun wiederholt Artikel iiefJ?870 Krersrat des Kreises Gießen und Provinzial- tigfter Art gegen das „Unglaubliche aus Baden" und direktor von Oberhessen. Am 20. Oktober 1871 erfolgte feine Ernennung zum Ministerialrat im Ministerium des Innern, am 12. September 1872 zum Direktor und am 28. Mai 1875 zum Präsidenten desselben. Präsident des Gesamtministeriums unb Minister des Großh. Hauses und des Aeußern sowie Minister des Innern und Wirklicher Geheimerat mit dem Prädikat „Exzellenz" wurde Freiherr v. Starck am 18. Mai 1876, und am 1. April 1879 erfolgte dann seine Ernennung zum Staatsminister und Minister des Innern und der Justiz. Am 28. Mai 1884 wurde er mit Wirkung vom 1. Juni 1884 auf fein Nachsuchen und mit dankbarer Anerkennung seiner treuen und ausgezeichneten Dienstführung in den Ruhestand versetzt. Die Ursache seines Rücktritts war, daß er ohne Wissen der Landstände die morganatische Eheschließung des Großherzogs Ludwig IV. mit der Gräfin Kolemine vorgenommen hatte. — Die Amts- Auffällig war, daß blc Landwirte fast sämtlich der Wahlurne ifem blieben. 1 -- Stausenb crg, 18. Sept. Zu dem Artikel über die Gemeinderatswahl sei mitgeteilt, d Suche für meme Schwester,, welche Weißnähen erlernt hat Stellung in guter Familie, wo ne sich im Haushalt auSbtlden kann, ohne gegenseit. Bergütung. Gest. Offerten an Gertrud Bamme, Liebigstraße W. _______________. Besseres Mädchen (21 Jahre), welches bürgerlich koch, kann jucht Stelle in ft find erlösen Haushalt. Schriftl. 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September: Turngang nach Grüningen, Abmarsch IV2 Uhr von der Univ.-.Bibllothek. Samstag den 8. Okt., abends 9 Uhr im Vereinslokal (Darmst.Haus): ordentliche Mitgliederversammlung. v18/»)Der Vorstand. Wer gibt Hoseuschneider einige Stücke in der Woche mit. Schrift!. Angebote unter 07765 an den Giessener Anzeiger erb. Gebildete Französin, geprüfte Lehrerin, erteilt grundl. Unterricht im Französischen «Grammatik und Konversation). 5028 Näh. Frankfurter Str. 251. Obst-Versteigerung. TonnerStag den 22. l. Mts., von vormittags 9 Uhr an, soll das hiesige Gemeindeobst, bestehend in größeren Quan- 1 itdten Aepfel (wovon der größte Teil sehr schöneZ Tafelobst) "nd etwas Birnen, versteigert werden. Der Anfang ist am Psingstweg. Klavier- Stimmen Reparieren Polieren In tadelloser AusfOhruM durch Md. Rudolph Großh. Hess. Hoflieferant Planohandlg. o. Reparatur* werkstätte. Selters weg 91 Obstverfteigerung. Donnerstag am 22. 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