Dienstag, 18. Januar 1910 160. Jahrgang Uhr Ick habe aus ben sprechung statt. der svrecken in aleickem fär solle endl'ck den fenfcbaft nickt eine Monaten unter den Nr. 14 scheint (8aH® mV «uSuahm» bei Sonntag». Die ^Etetzenei $ami!tenb!ätter* werden dem Anzeiger* »ternuil wöchentlich betgelegl, bal ^Kretsblatl füi »e» Kreis Stehen'' zweimal wöchentlich Di. ^Landwirtschaftlichen Lett- fragen*' erscheine« monatlich zweimal. Sinne wie die Vorredner. Der Staatssekre- Entwurf borlegen. damit in der Privatbeam- aleicke Erregung entstehe, wie vor wenigen Staatsbeamten. Abg. Nacken (Zentr.): Deutscher Reichstag. 18. Sitzung. Montag, 17. Januar. . Am Tische des Bundesrats: Delbrück, Wermuth. Haus und Tribünen sind fast leer. Vizepräsident Dr. Spahn eröffnet die Sitzung um 1 15 Minuten. Die Pensionsvcrsicherung der Privatbeamten. Hotfl#»n3bfttd enl Verlag bei krühNch« Universität^ - Bilch- and ©tembtudetd. 6t Lang«. Gießen. ist die Zahl auf 40 000 gestiegen. Also rund 20 Proz. der beteiligten Arbeiter sind arbeitslos geworden. Dazu kommt noch,, daß in vielen Betrieben die Arbeitszeit erheblich gekürzt wird. Die Krise dauert fort. Tic Zollbehörden haben in unerhörter Weise die Ar- bei'er benachteiligt und am Viermillionensonds gespart. Man schloß z. B. Zigarrenarbeiter aus, die ihrer Dienstpflicht genügt hatten und nun keine Arbeit fanden. Man bestraft fi( also für ihren Dienst fürs Vaterland. Weiter schloß man Ausländer auS, die seit Jahren in Deutschland ansässig waren, Lehrlinge, die eben ausgelernt hatten, Kistenkleber, Packer und Sortierer. Dasselbe gilt auch von Zigarettenarbeitern. Ueberall ging man in kleinlichster, willkürlichster und rigorosester Weise vor, die in der Regel schwächlichen Tabakarbeiter wollte man zwingen, schwere Erdarbeiten auszuführen. Besonders in Osnabrück schikanierte man sie. Reichsschatzsekretär Wermuth: Die hier borgebrachten Fragen sind bereits bei der Konferenz im Reichsamt des Innern von mir eingehend erörtert worden. Ich habe damals im Namen des Bundesrats erklärt,, daß die Inkraftsetzung der Unterstützungsborschriften naturgemäß mit einigen Unebenheiten und Schwierigkeiten berbunden war. Die verbündeten Regierungen waren und sind auch jetzt noch nachdrücklichst bemüht, dem Gesetze eine warmherzige und weitherzige Auslegung und Ausführung zu sichern. Wir sind txibon überzeugt, daß die Ausführungsbestimmungen, die der Bundesrat am 26. November gab, nachdem erst tastende Versuche gemacht worden waren, geeignet fern werden, diesen Wünschen Rechnung zu tragen.. Die Regierung hat sich davon überzeugt, daß die Behörden eifrig bemüht sind, an der Erreichung dieses Zieles mitzuwirken. Seit dem 14. Dezember ist nichts eingetreten, wodurch eine veränderte. Stellung in dieser Frage notwendig wäre. Ich habe den Vorredner ausdrücklich gebeten, mir sein Material vorher zur Verfügung zu stellen, damit ick auf seine Fragen antworten kann; er hat das nickt getan. ick kann daher auf Einzelfälle nickt einpeben. Dabei handelt es sich noch um eine Angelegenheit, die ausdrücklich den Einzei- staaten überwiesen ist. Es ist nickt einmal festgestellt, ob bei den angeführten Stellen die Landesinstanz erschöpft ist. Auch scheint es mir, daß es sich um Dinge handelt, die vor dem Erlaß der definitiven Bestimmungen.vorgekommen sind Ich bin auch nach der Sitzung vom 14. September mit Vertretern der Arbeiterschaft nt Verbindung gewesen und habe veranlaßt, daß verschiedene Wünsche, die mir vorgetragen worden waren, noch berücksichtigt wurden. Bis Ende Dezember waren von dem Fon^s 1 615 000 Mk. aus- ?lbg. Hormann (Fr. Vp.): Eine Kulissen arbeit scheint im Werke zu sein; die ..Rheinisch-Westfälische Zeitung" hat eine Notiz gebracht, der die Regierung hätte entgegentreten müssen. Wir müssen dringend wünschen, daß die Vorlage noch in dieser Session kommt. Die Regierung sollte sich dock auch wenigstens darüber äußern w a s sic eigentlich willl Will sie die Berufsinvalidität und die Festsetzung der Altersgrenze auf 65 Jahre? Ick halte beides für notwendig, lleberstürzung wollen wir nicht, aber: sobald wie möglich! (Beifall.) Abg. Eontze (natl.) spricht in gleichem Sinne. Er äußert sein Bedauern über die feindselige Haltung eines Teiles der Presse gegen die ^abak- fabrikanten; die Preisaufschläge brächten lediglich die Wirkung der Steuer zum Ausdruck. Abg. Heine (Soz.) k Erklärunaen des Stellvertreters des Reicks- gar nichts gehört. (Sehr wahr!) ES Wenn das Gesetz nicht bald kommt, werden wir bei der Reicks- bersickerungsordmmg entsprechende Anträge stellen. Die Antwort des Staatssekretärs wird bei den Privatbeamten große Beunruhi- gung Hervorrufen. Damit sind diese Interpellationen erledigt. Die Entschädigung der arbeitslosen Tabakarbeiter. Die Interpellation der Sozialdemokraten lautet: Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß die Ausführung Vorschriften über den Bezug von Unterstützungen an arbeitslose Tabakarbeiter (Artikel Ha des Tabaksteuergesetzes) Härten und Mißstände für die Unterstützungsberechtigten ergeben hat? Ist der Herr Reichskanzler bereit zur Beseitigung dieser Mißstände Verwaltungsmaßregeln zu treffen und einen Gesetzentwurf einzubriugen, durch den die im Artikel Ila des Tabaksteuergesetzes ausgeworfene Unterstützungssumme von vier Millionen erhöht wird? Redaktion, Expedition unb Druckerei: Schuk» strage 7. Expedition unb Verlag: 5L Redaktion: SE112. TeU-Adr^ AnzergerGreßen, gegeben. An Gesuchen sind bis Ende 1909 53 586 eingegangen, dauernd arbeitslos sind aber vielleicht nur ein Fünftel dieser Zahl. Auf Vrenßen kommen 25 000 Gesuche, auf Baden 11 000. auf Sachsen 7700 iii'w. Von den Gesuchen wurden bis 1 Januar anerkannt 46 000, abgelehnt 4392, unerledigt 2474. feine lotteriae -Wirtschaft hat also keineswegs geherrscht. Wie bat nun die Stenererböhung auf das Tabakgewerbe und den Zwischenhandel gewirkt? Ick kann feststellen, daß die Bewegung des großen Marktes diesmal lange nicht so tiefgreifend war wie bei früheren Gelegenheiten. (Hört, hört?) Das beste Barometer ist die Einfuhr. Sie zeigt die stärksten Schwankungen im Jahre 1879. Angesichts der drohenden Steuererhöhung fand eine enorme Einfuhr von Rohtabak statt. Sie hatte im Durchschnitt 430 000 Tonnen Doppelzentner betragen unb stieg im Jahre 1879 auf 1 121 000. Aehnlicke Schwankungen zeigten sich auch 1905. 1908 hätten wir im Durchschnitt eine Einfuhr von 700 000 unb 1909 eine solche von 710 000 erwarten müssen. Statt dessen stieg die Einfuhr nur auf 780 000 bezw. 790 000. Die Frage ist nun die, ob die inländische Industrie sich in einer Notlage befindet. Wenn nun nach einer ausgezeichneten Ernte von 1908 und einer guten von 1909 noch so viel Rohtabak eingeführt wird, dann kann von einer Notlage nicht die Rede sein. Wenn trotzdem mißliche Verhältnisse sich geltend machen, so liegt das zunächst daran, daß das Publikum in außerordentlich hohem Maße sich mit Zigarren vor Inkrafttreten der Steuer versorgt hat. Auch ist das Publikum durch einen heftigen Preßfeldzug, der dem deutschen Konsumenten in sehr übertriebener Weise klar macken sollte, welche Lasten er zu tragen hat, mißtrauisch geworden. Der Konsument will daher die Steuer nickt tragen, unb die Zigarren fabrikanten sehen sich der Frage gegenüber, ob sie die alten Muster zu höheren Preisen ober neue Muster zu denselben Preisen abgeben sollen. Der vier Millionen-Fonds ist ohne jeden Vorgang auf dem Gebiete der Gesetzgebung. Seine Vorgeschichte und auch seinerzeit die Aussiihrnngeu im Reichstage lassen ohne weiteres erkennen, daß er nur für Zigarrenarbeiter bestimmt war. Es erscheint durchaus richtig, wenn junge Leute, die in der vollen Kraft ihrer Jahre sind, verhindert werden,, sich auf die Unterstützungen zu verlassen. Es besteht bei diesem Fonds auch noch die Gefahr, daß nach zwei Jahren, ober wenn er erschöpft ist. die Unzufriedenheit noch größer ist als jetzt. Der Fonds darf nicht über seine Zwecke hinaus ausgenutzt werden. Er soll nur denen zugute kommen, für die er wirklich bestimmt ist. (Beifall.) Aus Antrag des Abg. Singer (Soz.) findet eine Be- Abg. Hormann (Fr. Vp.): Herr GiesbertS versuchte eine Pilatnswasche; aber den Arbeitern wäre es lieber gewesen, sie wären nicht in bie Notlage gekommen, als daß sie jetzt Unterstützungen erhalten. Die Tabakindustrie soll sich beim Zentrum bedanken. Auch wir sind zu einer Erhöhung des Fonds bereit. Abg. v. Ocrtzen (Rp.): . Wenn die Regierung den Nachweis bringt, daß die vier MilUo- nen nicht ausreichen, dann sind wir bereit, weitere Mittel zu be- tol[Itaen' Abg. Brejöki (Pole) verlangt auch Berücksicktiaung der Zigarettenarbeiter. Hatten wir gewußt, daß sie ausgeschlossen werden sollen, so waren wir für die ganze Steuer nicht zu haben gewesen. Abg. Molkcnbuhr (Soz.) vertritt die Ansprüche der Zigarettenarbeiter. Die Steuer bringt die Gefahr eines weiteren UebergangeS von der Hand- zur vim- geren Maschinenarbeit. Der karge Brocken von vier Millionen konnte natürlich nicht auSreichen. Die Wirkungen beS Jahre» 1879 waren noch zehn Jahre nachher zu spüren. So wird L auch diesmal sein. Damit ist die Interpellation erledigt. Das Haus vertagt sich. Dienstag 1 Uhr: Interpellation über den ManSfelder Streik, Interpellation Ablaß (Fr. Vp.) über die Ausführung des Vereinsgesetzes, zweite Lesung des Etats (Justizetat). Schluß 6)4 Uhr. kanzlers eigentlich ... , ,, . ... schweben Erwägungen; man weiß nicht einmal, wo sie schweben (.Heiterkeit), nach welcher Richtung sie schweben; die ganze Sache verschwebt in nichts — es ist traurig! Wir halten nur eine Angliederung an die allgemeine Invalidi- tätsversicheruna für möglich. Die Privatcmaestellten aber glauben, sie vergäben sich etwas, wenn sie in dasselbe Lokal wie die Arbeiter gehen. Die meisten Privatanaestelltcn bekommen nicht mehr, zum Teil sogar weniger Gehalt als gutgelöhnte Arbeiter. Abg. Linz (Rp.): ES ist nickt richtig, daß eine größere Zahl von Privatbeamten oder gar Privatbeam^envereiniaungen gegen eine Versickerung ist Ich selbst habe, wie fa eine Reihe anderer Mitolieder dieses Hauses einer Anzahl von Versammlungen beigewohnt, insbesondere auch Sstmngen des Hauvtausschusses und ick kann erklären, daß man nickt einmal von einer Minderheit sprechen kann. Die besten Elemente der Vr;bafbeamfen stehen auf dem Boden ihrer Organisationen So hock wir auch die Erhaltung des berfönTi*<*n Ver- antwortlickkeitLaekühls d-S Einzelnen in ethischer, sozialer und nolitiscker Hinsicht einsckätzen. so steht dock unumstäblich fest dast die Sickerung neuen Krankheit Alter und Inval'dität und die Sickerung der Familie die Arbeitsfreudiokeit hebt und so di- Fürsorge für die Angestellten indirekt dem Arbeitgeberstande selbst zu- nufe kommt. Wenn in der Presse behauptet worden ist. es würden 900 M'll'onen erforderlich fein und im Hin terarunde stehe eine neue Finanzreform, so ist es schwer, den guten Glauben anzunehmen. Denn die Vrivatbeamteu haben ja erklärt, daß sie die «bälfte der Beiträge übernehmen wollen, und daß ein ReichS- zu schuß nickt in Frage kommt. Abg. Breiski (Pole) und Dr Bnrckbardt (Wirtfck. Vg.) Gießener Anzeiger Esneral-Anzeiger für Gbechesfen Abg. Geyer (Soz.) begründet die Interpellation. Die schlimmsten Befürchtungen, die bei der Beratung bcS Tabakgesetzes geäußert wurden, haben sich leider verwirklicht. Die Not ist ungeheuer groß. Vor vier Wochen waren schon 84 000 Unterstützungsgesuche eingelaufen, inzwischen Abg. Stresemann (Natl.): Es ist schon lange Zeit her, daß diese Frage aus dem Stadium ' der ersten Erwägungen in den Kreis fester Arbeit eingetreten ist. Jedermann hatte bte zweite Denkschrift der Regierung als die Grundlage aufgefaßt, auf der sich in kurzer Frist feste Beschlüsse für die endgültige Ordnung dieser bedeutsamen Frage aufbauen würden. (Sehr wahr!) Dem von den Organisationen der Privatbeamten eingesetzten H a u p t au s s H u tz tmrb auch die Regierung bezeugen, daß er in sachlicher intensiver Arbeit die Grundlage gegeben hat, die von den Beteiligten herbeigeschaffen werden konnte. Umsomehr mußte man erwarten, daß diese Frage uns als eine der bedeutungsvollsten beschäftigen würde. Statt dessen ist eine lebhafte Beunruhigung in den weitesten Kreisen eingetreten. Noch vor kurzer Zeit ging eine offiziöse Darstellung durch die Presse, in der es hieß, es seien neue Gesichtspunkte aufgetaucht, die der Regierung ein Vorgehen bedenklich erscheinen ließen, die Kostenftage sei unerschwinglich, nicht einmal die Privatangestellten selbst wünschten alle die Versicherung. Nun, hinter den Organisationen, die sich dafür ausgesprochen haben, stehen über 800 000 Organisierte. Die überwiegende Mehrheit der Angestellten verlangt die Versicherung. Die Stellung der tonangebenden industriellen Organisationen gegenüber dieser Frage ist eine wesentlich andere als bei sonstigen Fragen der Sozialpolitir. Auch der sozialpolitische Ausschuß des Deutschen Handelstages hat keine Zweifel gelassen, daß er mit der Pensionsversicherung prinzipiell einverstanden ist. Wiederholt sind an mich von Großindustriellen Anfragen gerichtet worden, die anläßlich von Geschäftsjubiläen eine Vc^ sicherung ihrer Beamten schaffen wollten, ob es sich denn nock lohne, oder ob in Kürze ein Privatbeamtenversicherungsgesetz zu erwarten sei. Diese Unsicherheit bringt manche Leute um eine Versorgung, die sie andernfalls längst besäßen. (Zustimmung.) Auch in der Kostenfrage kann sicq doch nichts geändert haben, was zu einem Umschwung der Ansicht in Regierungskreisen Anlan bieten könnte. Die Forderung der Privatbeamten, mit den Staatsbeamten hinsichtlich der Beitragspflicht gleichgestellt zu werden, ist ja längst auf gegeben, und es ist auch nicht zu befürchten, daß die Beiträge, Die die Arbeitgeber zu leisten hätten, durch Kürzung von Gehältern ober Hinausschiebung ber Aufbesserungen auf bie Beamten abgewälzt werden könnten. Dasselbe hat man ja auch bei der sozialen Versicherung der Arbeiter befürchtet und jetzt erkennen bte Gewerkschaften sogar selbst an, daß seit dem Beginn der Sozialgesetzgebung eine größere Steigerung ber Löhne in Deutschland stattgefunden hat als in anderen Ländern. Es darf auch nicht eingetoenbet werden, daß die Einzelheiten ber Vorlage noch nicht genügend auSgearbeitet seien; sonst werden wir überhaupt zu keinen neuen Vorlagen kommen. (Sehr richtig.) Entscheidend können auch die finanziellen Bedenken nicht sein, denn die 93eamtenorganifationen haben selbst auf eine Zusteller des Staates verzichtet. Der Hinweis auf bie Privathilfe kann nicht genügen. Es geht nicht an, zwei Kategorien von Privatbeamten zu schaffen, solche, bie bei sozial fort- geschrittenen und materiell günstig gestellten Industriellen in Arbeit stehen und solchen, bie Chefs haben, denen bie finanzielle Macht ober die sozialpolitische Einsicht zur Sicherstellung ihrer Beamten fehlt. (Beifall.) Staatssekretär Dr. Delbrück: bie sich ber Aufarbeitung bes Materials entgegenstellen, sind doch größer, als bie beiben Vorredner onzunebmen scheinen, sie sind iebenfalls so groß' gewesen, daß trotz des Eifers, mit denen meine beiden Vorgänger diese Angelegenheit betrieben haben, bie Arbeiten im vorigen Sommer nicht beiartig fortgeführt würben, baß ich in ber tiagu gewesen wäre, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der den Grundzügen ber Denkschrift entspricht. Ich habe aber nicht nur biefe Lösung, sonbern auch eine Reihe von anderen noch einmal erwogen unb burckgeprüft. Ich habe erwogen, ob es etwa möglich -wäre, im Rahmen ber Reichs- versicherungsorbnung in einer minder vollkommenen Form als bie Denkschrift es Vorsicht, bie Wünsche ber Privatangestellten zu erfüllen. Ick bin aber bei eingehenden Erwägungen zu dem Ergebnis gekommen, baß eine solche Lösung nie - man b befriedigen könnte, daß es unzweckmäßig sein würde, den Privatangestellteii weniger zu bieten, ihnen gewissermaßen eine Abschlagszahlung auf das zu gewahren, was in der Denkschrift versprochen ist. Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, daß es unzweckmäßig wäre, die an sich sckon außerordentlich schwierige Versicherungsordnung auch noch mft dieser schweren Frage zu belasten. Aus diesen rein sachlichen Gründen hat sich für mich bie unabwendbare Notwendigkeit ergeben, die Vorlage eines Gesetzentwurfs über bie Versicherung der Privatangestellten zurückzustellen. Ich bedauere das um so mehr, als ick weiß, daß alle Parteien dieses .Hauses den dringenden Wunsch haben, die Forderungen ber Privatangestellten alsbald verwirklicht zu sehen unb Hoffnungen in Erfüllung gehen zu sehen, deren wirtschaft- licke unb sittliche Berechtigung auch ick anerkenne. (Beifall.) Ick werde mich bemühen, bie Angelegenheit weiter zu förbern, unb werde bestrebt sein, sobald ick dazu in der Lage bin, einen Gesetzentwurf vorzulegen. (Beifall.) Auf Antrag des Abg. Freiherrn v. Hertling (Zentr) wird einstimmig die Besprechung ber Interpellationen beschlossen. Abg. Dröscher (Kons.): Wenn wir unk an der Einbringung b^r Interpellationen nickt beteiligt haben, so soll da? nickt etwa bedeuten, daß wir für bie Privatbeamten weniger Interesse haben, als bie anderen Parteien. Das wäre ganz falsch An unserer stets wohlwollenden Stellungnahme den Privatbeamten gegenüber hat sich nichts geändert. Es ist uns nickt recht verständlich, warum man nickt endlich den Mut der Entschlossenheit hat. Wir wünschen nickt eine Ver- guidfuna mit ber Reicksversickerungsordnung. Diese Sacke, in ber ber Reickstag klipp unb klar sich engagiert hat, will man im Sanbe verlaufen lassen. Ick bin beauftragt von meinen volitischen Freun- : den. hier mit aller Entschiedenheit zu erklären, daß wir mit solchen . Bestrebungen nichts gemein-haben. (Beifall.) Die kurzen Anfragen, die durch die Interpellationen an mich gerichtet worden sind, kann ich sehr kurz unb mit sehr wenigen Sätzen beantworten. Meine beiden Herren Amtsvorgänger haben anerkannt, daß bie Versickerung ber Privatangestellten eine Aufgabe ist, zu bereu baldiger Lösung wichtige wirtschaftliche und politische Erwägungen drängen. Ich habe diees von meinen Vorgängern in nicht ganz vollendetem Zustande Vorgefundenen Aufgaben mit derselben Aufmerksamkeit unb mit demselben Ernst zu fördern gesucht, wie bie vielen anderen Aufstauen, bte mir bei der Uebernahme meines ne-ien Amtes in die Hande fielen. Aber die technischen Schwierigkeiten, die sich bei der Losung dieser Aufgabe zeigen, die technischen Schwierigkeiten, Es liegen Interpellationen der National- liberalen und des Zentrums vor. Die National- liberalen, Bassermann u. Gen., fragen: Ist ber Herr Reichskanzler bereit, Auskunft barüber zu geben, wann ein Gesetzentwurf über die Pensions- und Hinterblievenenversicherung der Privatbeamten zu erwarten ist? Die Interpellation des Zentrums lautet: Ist der Herr Reichskai-zler bereit, über ben gegenwärtigen Stand ber Vorarbeiten zur Pensionsversicherung ber Privatbeamten Auskunft zu geb'.n? Abg. Sittart (Zentr.) begründet die Interpellation des Zentrums. In den letzten Monaten sind allerlei Gerüchte durch das Land gegangen, über deren Untergrund wir etwas wissen möchten; danach soll ber neue Staatssekretär des Innern eine unfreundliche Stellung zu ber Frage ber Versicherung ber Privatbeamten einnehmen. Dazu kommt, daß die Reichsversicherungsordnnng auf diese Frage nickt Bezug nimmt. Alle Parteien des Hauses haben ausnahmslos ihre Sympathie für die Wünsche der Privatbeamten ausgesprochen unb desgleichen die Regierung, zunächst Graf Posaöowsky und bann auch ber Staatssekretär v. Bethmann Hollweg. Der erstere erklärte, über die wirtschaftliche Notwendigkeit und sittliche Berechtigung dieser Pensionsversicherung bestehe fein Zwei- fel; und Herr v. Bethmann Hollweg ließ keinen Zweifel darüber, baß damit nicht gewartet werden Dürfe b i § zu r allgemeinen Pensionsversicherung der Arbeiter. Die neue Konstellation der Parteien wirb an ber Haltung beS Reichstags sicher nichts ändern: ob bas auch bei ber Regierung der Fall ist, möchten wir eben wissen. Es herrscht U n - klarheit barüber, die nieberbrüdenb wirkt auf die Beteiligten und auch auf die Unternehmer, bie bereit wären, bte Zukunft ihrer Angestellten zu sichern, wenn sie eben klar sehen könnten. Die Meinung, unter dem jetzigen Staatssekretär werde die Sache nicht weiter kommen, wird genährt durch eine Aeußerung, die der Abg. Bassermann in Köln getan haben soll, baß die Frage unter ben Tisch fallen wirb; unb ber Staatssekretär soll einem Parteiführer erklärt haben: sie kommt jetzt nicht unb sie kommt später nicht. (Hört, hört!) Wir wollen nicht etwa brängen, mir bie feste Erwartung zum Ausbruck bringen, baß bie Wünsche der Privatbeamten wenigstens bis zu bem Augenblick in Erfüllung gehen, wo bie Reichsversicherungsordnung in Kraft tritt. Geben Sie uns also nicht eine bilatorische, auch eine beutliche Antwort, Herr Staatssekretär. 5 (0 2 <ä> s 3 n LS 3 3 Cy>-- 2 5b 3 — « c ~ c £ O'-’-EC—■. t\D±- o- 19 S er *3 0" ÖBS.O- ^<3 S LtS 5'"/. 3- 3 {-> O n er o «> tt’öo §5 ,3 2,«u - *Su 3 r- Hq 3 2-3- — O> 3 3* er 3* er —’ “• 3 3- O -5 I—11 3 3 0 — (3 * Cu — er -Z- ipgi^E C — D S' -e— *3“ « ?7S- « S'C o Kurt V rt % ^.^'err—^,2. . z> « o a ■ ®»£, tss-K 2 £■ £- « M 3 «*- 5" c^p — — r-> -CT r» a? 3 ta, = £^= 2, er «=>** £’ '*=■ o r^2 er"* (-5 3 3 C: — 2 „ 3 5Ä2:®S® ' <« -' 7 3 3.** SIS- Ä=-« ■3* Cu .2.0’ । o O I 3 ^5*0,? = « 2-2 KZ SLS^ZL r. 3 X'xT1 — er«u o 3 e « 3?-^-.“ o 3 — o—■-•x'q’o' oX’-S' o'S , « 5 3 3 iö 2o ^2 ° re<3 -2.3 ° er-3 ^ -. er "® » - — -^S^- 3 @3*5'3 2 3* 3 OL 3 2 —> 3 >5» 2* “ — 3 3-2 — 3 3T— — 3 3 3 CB-- öti ^_7__ 3 —; CB 3 — -iS- <3 <*, 5 2: - LAZ <3 2." er O ~ er er 3^ *->— 3»°^ ' 3 ro ~ S' 2 5 '"'" 00 Co« --r^3 2 --. 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