r!e* xVy< &GrOhh < he$s iichei ■***55: * ried". Bes c V hub ■svä, 5 H« 4 Selterswq » auf =T: rakigteu Preis?», iltiger, prompter Sfe SentanCTaltn. Sfifii Beitem-Wolle, BeicbiftipoM, Ungeübte I :: )fle liegen 2 Stridonlertungr i, um ganze Kostime, Jackett, Ifltzen etc. selbst zu stritte T o, elegantln izm Jahre gl weil praktisch und Sport ■■ Ile Fabrik Gaoultta ue4 >nn nach. ions-Geschäft Telephee to « W iEj mngs-EinrichtungeB jein - einfache lack, erm^bel u. Matratiea idemisieren alt«r Poj|* isicherung streng red» »dienung- einer« PoWe™g tien. fii,Woh<'**ßr s*** K-s! ortieren-Garnituren obe-W laldachme ■ W za toben bei: UMZ rts««'n ihnen angezogen unb gezwungen, um die Sonne herumzulaufen. Ist ferne Bewegung so kräftig, daß er sich dem anziehenden Einfluß der Lonne wieder entziehen kann, dann läuft er, nachdem er die Lonne umkreist hat, auf der anderen Seite in einer parabolischen ober hyperbolischen Bahn weiter und wieder in den unendlichen Weltenraum zurück. Ist die anziehende Wirkung der Sonne auf ihn sehr stark, so wird er von ihr eingefangen und gezwungen, in einer geschlossenen elliptischen Bahn um sie herum- Rcchtsanwalts Scriba in Bad-Nauheim eine Versammlung der vereinigten Liberalen statt, wo der gemeinsame Kandidat Prof, van (Salier sprach. Er führte Wie das „Wkrinzer Journal" mitteilt, wird zwecks Stellungnahme zur Kandidatenfrage im Wahlkreise Friedberg-Büdingen das Bezirks lomitee der Z en tr um s - lartei, verstärkt durch den Landesausschuß, am kommen- >en Donnerstag in Friedberg zusammcntreten._________ Die Kometen und ihre Erforschung. Von F. Markert, IL Sehr wichtig ist die Messting der Entfernung der Kometen. Vielfach wird angenommen, die von den Astronomen angegebenen Entfernungen des Moinetcn von der Sonne und von der Erde oder die Angaben der Schweiflängen in Millioiren Kilometer könnten dock) wohl nur am Schätzungen beruhen, denen irgend welche (Genauigkeit und Zuverlässigkeit nicht beizumessen scr. Demgegenüber muß betoni werden, daß sich die Lntfernuugs- angaben auf Messungen gründen. Sie werden nach einem Grundsatz durchgeführt, der auch auf der Erde von Geometern und Landmessern angewandt wird, wenn es sich um die Entfer- ilung-messungen in einem unzugänglichen Gelände handelt. Darauf und aus andere Möglichkeiten der Entfernungsbestimmung will ich nicht weiter eingehen. Tie Lauptsache ist, daß die Astronomen solche Messungen ausführen können und daß daher ihre Enl- feriinngeaugaben einiges Vertrauen verdienen. Von der gröfiten Bedeutung für die Erforschung der Himmels- lörpcr und ganz besonders der Kometen ist die Spektralanalyse. Sie gestattet uns auch etwas näheres über ihre chemische Beschossen heil zu erfahren, d. h. über die Stoffe, die die Himmelskörper zusammensetzen. t _ ... Es ist wohl allgemein bekannt, datz Sonnenlicht, das in einem schmalen Streifen auf ein dreiseitiges Glas Prisma fällt, in feine .Bestandteile, b. h. in die sieben Farben des Regenbogens, zettegt wird. Das entstehende Farbenband nennt man Spektrum. Tas gleiche geschieht mit dem Licht aller glühenden festen und flüssigen Mörpcr. Ganz anders verhält sich das Licht, das von glühenden Gasen ober Dämpfen ausgeht. Wird es durch ein Glasprisma zerlegt, so ficht man kein geschloffenes Farbenband, sondern nur einzelne scharf begrenzte farbige Linien, die genau an der Stelle liegen, wo sie im Sonnenlichtspektrum ihrer Farbe nach hin gehören würden. Ihre Lage im Verhältnis zum SonnQtspektrum ist so scharf und genau bestimmt, daß man sie auf Bruchteile r»n Mm. genau messen kann. Man ist daher imstande, an der Art und Lage dieser Linien zu erkennen, welche Stoffe in der untersuchten Lichtquelle, sog. Spek 1 ralauolnse, z. B. einem Kometen, sich im glühenden Gaszustand befinden. 'Daraus tonnen wir auch weitere Schlüsse ziehen auf den Wärmozustand, in dem sich der betr. Himmelskörper befinden !muß. Die Messungen sind auch hier dadurch sehr verfeinert worden, baß man das Spektrum photographiert. Aus Grund der so gewonnenen Beobachtungen und Messungen macht man sich von den an nieten z. Z. folgende Vorstellungen: Die Kometen sind Anhäufungen von kleinen festen Körpern, ;[og. Meteoriten, die sich in großer Menge im Weltenraum vor- sfiiden. .Kommt ein solcher Meteoritenhaufen auf feiner Bahn iGanz besondere Schwierigkeiten macht die Erklärung der Entstehung des Kometenschweifs und vor allem die merkwürdige Tatsache, daß er stets von der Sonne abgewandt ist. Man hat darüber mehrere verschiedene Theorien aufgestellt, von denen ich hier nur Die drei wichtigsten kurz erwähnen will. Die älteste dieser Drei Theorien könnte man die der elektri - chen Abstoßung nennen. Sie nimmt an, daß der Kometen- chweif dadurch entsteht, daß die durch die starke Erhitzung und Vcr- lamysung eines Teils der Meteoriten im Kometen entstchenden Dämpfe und Gase durch eine von Der Sonne ausgeübte ''Hb' stoßungskrafi. nach der ihr entgegengesetzten Richtung wegge- tricben werden und dabei leuchten. Seitdem man weiß, daß die Sonne eine mächtige Elektrizitätsquelle ist und oft sehr starke elektrische Wirkungen auf die Erde auszuüben vermag, nimmt man an, daß es sich um elektrische Abstoßung gleidmanüg elektrisch geladener Teilchen handelt. Auch das Leuchten erklärt man aus elektrischen Entladungserscheinungen. Dadurch, daß Der russische Astronom Bredichin diese Theorie mit gutem Erfolg zur Erklärung der verschiedenen Formen der Kometenschweife benutzen konnte, fand sie bis vor kurzem allgemein Anklang. Eine zweite Theorie ist die des Strahlungsdrucks. Sie stammt von dem berühmten schwedischen Naturforscher Sv ante Arrhenms. Daß Wärmestrahlen einen Druck auszuüben vermögen, war zuerst von Maxwell, Dem berühmten Begründer der elektrischen Lichttheorie, gezeigt worden und wurde spater auch für alle anderen Arten von Strahlen (Lichtstrahlen, clektr. Strahlen) bestätigt. Zunächst war dieser Druck nur theoretisch gefolgert worden. Nach der Einführung verbesserter und außerordentlich verfeinerter Methoden konnte er später auch gemessen werden. Ärrhenius wandte diesen Ltrahlungsdruck auf die Himmelskörper an und versuchte insbesondere auch die Entstellung des Kometenschweifes zu erklären. Er wies nach, daß Der1 von der Sonne ausgeübte Strahlungsdruck bei einer bestimmten Größe der durch .stondensation aus den Dämpfen des Kometenkerns entstandenen Gaströpfchen größer sein muß als die von Der Sonne auf biefe Teilchen ausgeübte Anziehung. Die Tröpfchen müssen dann in einer von der Sonne ausgehenden Richtung abgestoßeu werten. Für die Erklärung .des AeuMens tzes Schweres behvH Sfcjsa. zulaufen. „ t Er wird sich dann in regelmäßigen von der Lange lemcr Bahn und seiner Geschwindigkeit abhängenden Zwischenräumen in Sonnennähe befinden. , In Der riesigen Kälte des Weltenraums von — 273° C. ist der Meteoritenhause zu einem kleinen Klumpen fest zusammen- gefroren und nicht leuchtend. Kommt er in die Nähe der Sonne, so findet zunächst eine Auflockerung des Meteoritenhaufens statt und bann wird er leuchtend dadurch, daß er das auf ihn fallende Sonnenlicht zurückwirft. Er erscheint bann als nicht scharf begrenzte Ncbelmasse. Biele solcher Meteoritenhausen zeigen sich nur in dieser Form im Fernrohr und verschwinden dann wieder; cs sind das Die sog. teleskopischen Kometen, die der Sonne nicht genügenb nahe kommen, um die folgenden Erscheinungen zu zeigen. Findet eine stärkere Annäherung an die Sonne statt, so dehnt sich der Meteoritenhausen durch die Sonuenwarme und dadurch, daß infolge ihrer Einwirkung die einzelnen Meteoriten darin glühend werden und endlich verdampfen, zu gewaltiger große aus, Die Die Größe der Erde oft weit ülvfrifft. Seine Dichte wird, Da Die kleine Masse auf einen so ung euer großen Raum verteilt wirD, außerordentlich gering und beträgt oft nur Vioooo der Erddichte. t m , Im Zusammenhang mit der Verdampfung der Meteorite bilden sich ein oder mehrere Schweife, die durch noch nicht genügend bekannte Wirkungen Der Sonne nach Der ihr entgegengesetzten Seite gerichtet sind. Die Spektralanalyse läßt letzt erkennen, daß der Kern aus denselben Stoffen zusammengesetzt ist wie die Erde. Wasserstoff, Stickstoff, Kohlenwasserstoffe, später Natrium und endlich Eisen lassen sich in ihm erkennen. So entsteht aus dem Meteoritenhausen die Form des cngent- lichen Kometen, in Dem die nicht verdampfte Meteoritenmasse den Kern, Die ausströmenden Dampfe und Gase die Hülle bilden, die in einen mehr ober weniger Hellen und langen Schweif ausläuft. Hat Der Komet seine Sonnennähe, sein Perihel, durchlaufen, so steigern sich infolge der Nachwirkung diese Erscheinungen noch kurze Zeit, bann aber, mit zunehmender Entfernung von der Sonne, nehmen sie wieder ab. Die eben erwähnten Veränderungen bei der Annäherung treten jetzt in umgekehrter Reihenfolge ein. Tie Wärmewirkungen der Sonne werden mit zunehmender Entfernung geringer, Die Verdampfung der Meteoriten wird immer schwächer und hört zuletzt ganz auf. Der Schweif wird kürzer und verschwindet allmählich. Dann hört auch das welche der Kandidat in liberalem Sinne beantwortete. Justtzrat Windecker-Friedberg gedachte der Angriffe, welche er persönlich sowie durch die agrarische Presse er- dulden mußte. Generalsekretär Brett Haupt gedachte des verstorbenen Grasen Oriola, wenn er mich geirrt habe, so müsse man doch seiner gedenken. Hierauf sch kotz der Dorschendc mit einem Hoch aus den Kaiser und Großherzog die Versammlung. etwa folgendes aus: Als der Vorstand des Wahlkreises Frtedberg-Budingen mir die Wahl angctragen hatte, da war ich im Zweifel, ob ich den Antrag annehmen sollte, denn es fällt schwer, frühereFreunde,wennsieauchheuteGegner sind, Ku bekämpfen. Es wird behauptet, ich stehe weit links, aber das ist nebensächlich, ich schaue nicht links, ich schaue nicht rechts, ich vertrete meine Partei, und damit, soweit es in meinen Kräften steht, alle Stände. Ick trete nicht neu ins politische Leben hinein, denn ich stehe in meiner Heimat schon lange Jahre im politischen Leben drin. Ich bin Gelehrter, und zwar Strasrechtslehrer, und wenn es in der Rechtspflege Gegensätze gibt, so gibt es Unzufriedene, und diese Unzufriedenen leiten ihre unzufriedenen Gewässer auf Mühlen, welche das Staatswohl statt fördern, untergraben. Deshalb ist es Pflicht eines jeden Deutschen, welcher es nut einem Vaterlande gut meint, dahin zu wirken, das; eine gesunde Strafrechtsreform ins Leben gerufen wird. Auch bin ich ein großer Freund des Laienrichtertums, jedoch müßten diese Laien aus dem ganzen Volk, das heißt aus allen Ständen, entnommen werden. Ich hatte eines Tages einen Mann als La-en- ridjter am Schöffengericht vorgeschlagen, und Da erwiderte mir ein Herr Kollege mit allen Zeichen des Entsetzens, aber das ist ja ein Sozialdemokrat. Ich erwiderte: das schadet ja gar nichts, denn ich kenne den Mann persönlich, ich habe die feste Ueberzeugung, daß er ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl besitzt und daß er seine Schuldigkeit tun wird, und das ist für mich die Hauptsache. Wir sind dem Ausland gegenüber Konkurrenten geworden, und Konkurrenz schuft leine Freunde, sondern Feinde. Unsere Stellung zwingt uns, ft art nach außen zu sein, das heißt em starkes Heer zu erhalten, um immer gerüstet zu fein, denn wenn du den Frieden willst, so rüste für den Krieg! Die Erhaltung unserer Kolonien zwingt uns zur Erhaltung einer starken Marine. Den Fortschritt der Kolonien verdauten wir dem hochverdienten Staatssekretär Dem- bürg. Ich bin nicht mit allem einverstanden, was dieser Mann getan hat, aber, der Wahrheit die Ehre, seine Kolonialpoliiik steht einzig da. Wäre die Erbf chasts- steuer für das Reich angenommen worden, so wäre die politische Zerrissenheit unseres Vaterlandes unmöglich geworden. Wenn wir heute gegen den B. d. L. an kämpf en, so bedeutet das feinen Kamps gegen die Landwirtschaft. Wir müssen eintreten sür das Wohl und die Interessen der Landwirtschaft, soweit es nur irgend möglich ist, und wieweil ist es möglich? —, soweit, als die Interessen anderer Stände nicht gefährdet werden. Ick stehe im polnischen Gegensatz zur Sozialdemotratie, jedoch werde ich Forderungen von dieser Seite, welche ich für gerecht halte, vertreten. Die Kirche soll sich nicht in Angelegenheiten des Staates mischen und umgekehrt. Großer Beifall wurde dem Redner zuteil. In der Aussprache sprach Dr. Brücher- Bad-Nauheim von der fort- schrittl. Volkspartei und gab seiner Freude Ausdruck über die liberale Einigung. Handelskammer-Syndikus und Notar Stahl-Bad-Nauheim ^stellte mehrere Fragen Hande l s P o li tis ch er Art, sowie über das Kartetlwesen, velagerungrManü in Argentinien. Buenos Aires, 15. Mai. Da die Anarchisten beschlossen haben, bei Gelegenheit der Hunder t j ahr- ei er einen revolutionären allgemeinen Ausland in Szene zu setzen, hat die Regierung unter Zu- timmung von Kammer und Senat unverzüglich über die ganze Republik den Belagerungszustand aus unbestimmte Dauer verhängt. Eine Anzahl Studenten drang tn tue Geschäftsräume eines hiesigen anarchistischen und ctncd ebenfalls tycter- cheinenden sozialdemokratischen Blattes, zerstörte die Via- chinen und richtete auch sonstige Beschädigungen am Nach ihrem Zersiörungswerk setzten die Studenten ihre Kundgebungen fort. Bor dem Hause der sozialistischen Syndikate und an anderen Punkten der Stadt kam es zu Krawallen, bei denen mehrere Personen verletzt wurden. Die Studenten durchziehen die Straßen unter Absingen der argentinischen Hymne._____ Gewitter und Ueberschwemmungcn in Berlin. Berlin, 16. Mai. Heute abend gingen in den westlichen Vororten starke, mit wölken bruchartigem Regen verbundene Gewitter nieder. Vielfach waren die Straßen längere Zeit überschwemmt, so daß der Verkehr unterbrochen wurde. Durch den Regen wurde abends der Bahndamm bei der Station Eich kamp-.Grünewald unterwaschen, so daß größere Verkehrsstörungen eintraten. Auf der Station Grünewald selbst spielten sich aufregende Szenenab, da die Bahnhofsräume die nach vielen Tausenden zählenden, Schutz vor dem Regen suchenden Ausflügler nicht aufzunehmen vermochten. Vielfach sielen Frauen in Ohnmacht und Kramp fe. Kinder wurden von den Eltern getrennt. Auch aus v erschieden en Teilen des Reiches werden schwere, durch Gewitter in den Pftngstteier tagen verursachte Schäden gemeldet, so speziell aus vielen Teilen Mittel-und Näederschlefiens, ferner aus Kassel und dem Fuldatale. Auf dem Wege von Wilhelmshühe nach Kassel wurden zwei Personen vom Blitze getroffen und lebensgefährlich verletzt. Auch in Cuxhaven wütete das Unwetter. Ein Hamburger Vergnügungsdampser ftran- dete bei dem Wetter zwischen Hamburg und Cuxhaven. Die Passagiere konnten von einem anderen Dampfer ausgenommen werden. __________________ ’ Denises Reich. Aus Trier wird gemeldet: Eine spätere Meldung berichtigt die Nachricht von der Wiederherstellung des Frieder Sonne ober einem ber großen Planeten nahe, so wirb er von I Glühen ber Meteoriten auf; bcr Metcoritenhaufe zieht sich ins^ge U " a -■ ~ ...... Ker Abkühlung toieber zusammen, um enblich als kleines Me- | teorilenklümpchen seinen Laus burch ben kalten Weltenraum fort- iujeßen. Man hat bis jetzt etwa 500 größere Kometen beobachtet. Jährlich werben Durchschnittlich 5—8 neue, meist allerdings tele- stopische, durch Die Photographie ausgesunDen. Berücksichtigt man, baß wir nur bie Kometen sehen rönnen, bic zusällig unserer Sonne nahe kommen, so wirb man bie Zahl bcr in unserem Sonnensystem herumirrenben Kometen auf viele Taufende, wohl 6—8000, schätzen bürten. Nr. 112 Erstes Blatt 160. Jahrgang , Dienstag 17.Mai1«10 *** ' BezngSpreiS: Ter Siebener Anzeiger «mm monatlich7bPiviertel- crscheint täglich, außer W ■ . Y ▲ jährlich Mk. 2.20; Durch äääVJlVnvIlVl 4lll)Viyvl ..enuvrech.AnschknSe. politischen Teil: August Sä General-Anzeiger für Gberhessen MM tiir bie TagcLnummer ^ofzttonrdnlck und Verlag der Vrühl'schen Univ. Buch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion. Expedition und Vruckerei: Zchulstraße 7. Anzeigenteil: H. Beck. biS vormittags 9 Uhr. _____________—— Die Totenfeier in London. Nachdem die deutschen Zeitungen so atlacmein dem , verstorbenen König Eduard nach leinen Verdiensten um , das britische Reictf gerecht geworden sind, bemühen sich auch Die eng fischen Blätter, Deutschland gegenüber freundschaftliche Töne anzuschlagen. Tie Jimcs" schreiben: Von allen fremden Leidtragenden, die dem Leichenbegängnis des verstorbenen Königs beiwohnen, gebührt Kaiser Wilhe lm bcr erste Platz, ber auch in Zeiten, in depen die Be- ziclmngcn Mschcn Großbritannien und Deutschland am gespanntesten waren, niemals seine Popularität bei uns tcilorcn hat. Er gleicht darin unserem letzten König, daß er stets die Interessen seines Landes und seine Pflichten gegenüber dem Volte allen persönlichen Rücksichten voran- icßte. Die Achtung und Bewunderung, welche die Deut- jd'c11 neidlos dem Onkel zollten, werden in gleicher Weise i)cm Neffen Durd) die Engländer bewiesen. Den Kaiser begleitet sein Bruder Prinz Heinrich, der Seemann, besten Liebe zu dem Beruf, der in den Herzen der Engländer einen so hervorragenden Platz entnimmt, den unser eigener König Hai, allein schon ihm große Hochachtung in England sichern würde. , , London, 16. Mai. Der König und die Königin, sowie die Königin-Witwe, die Mitglieder des königlichen Hauses, die Kaiserin-Mutter von Rußland, der König und bic Königin von Dänemark und die anderen anwesenden ^ür ft lieh teilen wohnten gestern einem T r aue r g o tt e s- dienst im Thronjaalc des Buckinghampalast bei. Wie amtlich verlautet, wird die Marine in hervorragender Weife bei der Beerdigung des Königs beteiligt fein. Tnrausfichtlick werden 100U Mann von den einzelnen Häfen an bcr Leichenfeier in London teilnehmcn, während jtd) cm großes ^tontmgent von der Marincartillerieschule nut nenn höheren Offizieren nach Windsor begibt. Hun- ri Natrosen bilden die Nianncehrenwache und nehmen ben 2arg bei seiner Ankunft in Windsor in Empfang, andere wundert fahren den Sarg auf einer Marinelafette nach der St. Georgskapelle. Der unvermeidliche Roosevelt ist — ob als Vertreter des Präsidenten Taft? — auf seiner Rundreise nun auch m London aiigclaugl: . London, 16. Mai Roosevelt nut Familie und Lord Tunbouolb, der im Auftrage des Königs dem früheren Präsidenten nach Oucenborough entgegengefahren ist, sind i;ier" eingetroffen. Zur Begrüßung auf devi Bahnhof hatten jtd) euigefunben: bcr amcr,ranifche BotschafterMtt ben Mitgliedern bcr Botschaft, bcr ameritanische O)eneralkonsul und zahlreiche Mitglieber bcr amerikanischen Kolonie. Roosevelt würbe heute vormittag vom König empfangen. Er verblieb fast eine Stunde im Marlbouroughaus, besichtigte den Buckingham-Plast nut dem Botschafter Whitciaw Reib und ging durch das Zimmer, in welchem bcr Sarg mit der Leiche bes Königs ausgestellt war. Etwa 3)0 Mitglieder der englischen prutzlichcn Hauser uud des diplomatischen Korps waren der Einladung zur Be- stchtigung des Sarges gefolgt. Die Agitation im Wahlkreis Friedberg—Büdingen. . Bad-Nauheim, 14. Mai. Heute fand bei volb besetztem Saal im Thalyschcnhof unter dem Vorsitz des )ens im Baugewerbe fiter dahin, daß es sich nur um die dem katholischen Verbände angebörenden Bauarbeiter handelt, die etwa die Hälfte der bisher Äusgefperrten darstellt. Aus Mergentheim wird berichtet: Eine Anzahl Reichstagsabgeordneter ist am Sonntag aus Einladung der Stadt hier cingetroffen und hat die Stadt und das Bad besichtigt. Am Montag begaben sich die Abgeordneten nach Rothcn- burg. Ausland. Rach Pariser Meldungen zerstreute eine Abteilung von 200 Tirailleurs am 7. April bet Agrcdah in Lar-Tama, einem Vasallenstaat Wadais, Räuber Horden von Eingeborenen, welche die Abteilung des Hauptmanns Ficgelisch uh Angegriffen hatten. Tie Eingeborenen verloren 100 Tote und ließen zahlreiche Waffen zurück. Zwölf Tirailleurs wurden verwundet. Das russische Ministerium für Verkehrswege hat einen Gesetzentwurf über einen Verkehrsweg durch das nördliche Eismeer für den Handel zwischen Westsibirien und Westeuropa ausgearbeitet. Tie amtliche „Rossija" erklärt die Aufregung der englischen Handelskammern wegen eines befürchteten Umschwungs im Z o l l - wesen Finnlands für vollkommen unbegründet. Tie geplanten Reformen, welche die Rechte des Landtages in keiner Weise beeinträchtigten, da die Zollgesetzgebung Finnlands immer ein Prärogativ der Krone gewesen sei, beträfen ausschließlich Finnlands Beziehungen zum Reiche. Tie Hcutdelsbeziehungen Finnlands zum Auslande seien durch die russischen Handelsverträge geregelt, plötzliche Veränderungen seien daher ausgeschlossen. Ter beste Beweis dafür sei der russisch-deutsche Handelsvertrag, der die russische Regierung verpflichte, eine geplante Gleichstellung Finnlands hinsichtlich des Zollwesens mit den übrigen Teilen des Reiches mindestens zwei Jahre vorher Deutschland anzuzeigen. Die Aufregung der Engländer sei um so unbegründeter, als die erste Stelle int Handel mit Finnland nicht England, sondern Deutschland einnehme. Wie einem Londoner Blatt aus Fez unterm 10. Mai gemeldet wird, haben aufständische Stämme unter Führung von Abdul Melik, eines Sohnes von Abdul Kader, den Truppen des Sultans etwa 40 Meilen von Fez eine schwere Nieder- lage beigebracht. Der Sultan hat alle verfügbaren Truppen zur Verstärkung gesandt. Ihre Zahl beträgt jedoch nur etwa 500. Die Aufständischen handeln zu gunsten des früheren Sultans Abdul Asis. Ter Präsident der russischen Duma, Gutschkow, erhiett einen Protestvon 60 Mitgliederndes Teutsryen Reichstages betreffend die Finnland-Projekte, ebensy wie einen Protest der Stettiner Handelskammer. Die Duma beabsichtigt, derartige Proteste unberücksichtigt zu lassen. Aus Teheran wird über Petersburg gemeldet: Ein Befehl des Regenten verfügt die Schließung des Justizministeriums auf fünfzehn Tage, weil zahlreiche Beschwerden über d i e Langsamkeit und Ungerechtigkeit der Justizbehörden eingegangen sind. Die Beamten weigern sich, dem Befehle Folge zu leisten.. Sepghdar reichte seinen Abschied ein. Der Präsident der Medschilis besucht die angesehensten Persönlichkeiten, um sie zu bewegen, die Agitation gegen die Justizbehörden cinzustellen. Großer EesangLwettstreit in Großen-Lindcni Großen-Linden, 17. Mai. Ein dreifaches Fest wurde gestern und heute in unserem Städtchen unter großem Menschenaridrang veranstaltet. Aus Anlaß seines 3 0. Stiftungsfestes hielt der hiesige Gesangverein „Germania" einen Gesangswettstreit ab, mit dem das Bundesfest des Wetterau-Lahntal^Sängerbundes verbunden war. Um 6 Uhr rief der Weckruf den feftgebenben Verein auf die Beine und um 8 V» Uhr wurde die Sitzung des Preis-, gerichts bei Gastwirt Philipp Schaum adgehalten. Um V-10 Uhr begann das Klassensingen in der Turnhalle und im Saale des Gastwirts Schaum. Der Zudrang zu dem Klassensingen war äußerst stark, so daß beide Säle überfüllt waren. Anschließend fand das Ehrenpreiöfingen statt. Das Singen um einen gestifteten Hauptehrenpreis wurde in der Turnhalle ausgeführt. Gesungen wurde in vier Klassen: während die 1. Klasse Kunstchöre vortrug, waren für die übrigen drei Klassen Lieder im Volkston vorgeschrieben. Sämtliche^Vereine lösten ihre Aufgaben sehr gut. Als Preise standen etwa .700 Mark zur Verfügung. Außerdem erhielt jeder Verein noch einen wertvollen Kunstgegenstand und ein Ehrendiplome. Neben den wettstrettenden Vereinen hatten sich noch 15 Gastvereine eingefundcn. Etwa 30 Vereine nahmen an dem Festzug teil, der lich nach dem Jestplatz an der Turnhalle bewegte. Dort hielt Hauptlehrer Bach die Festrede, in der er hervorhob, daß das deutsche Lied einen erheblichen Anteil an den Einigungs- befhebungen des deutschen Volkes habe, und daß die politische Einigung wiederum einen großen Aufschwung des Gesanges im Gefolge gehabt habe. Dem deutschen Lied, der frohen Geselligkeit und der deutschen Einheit galt das. Hoch. rhenius das Vorhandensein elektrischer Entladungserscheinungen bei. Ganz vor kurzem, int Februar d. I., ist nun von Zehnder eine ganz neue und eigenartige Theorie veröffentlicht worden, die man die optische Tbeorie nennen £ann. Voraussetzung ist die von den meisten Astronomen angenommene Erfüllung des Weltraums mit feinem Meteoriten, dem sog. Meteorftaub. Rach Zehnders Theorie umgeben die durch die Sonnenwärme tm Kometenkern sich bildenden !Tämpfe und Gase die einzelnen Meteoriten des Meteoritenhausens in Form von kugelförmigen Hüllen. Es entstehen auf diese Weise im Kometenkern unzählig viele kleine Gaskugeln, die infolge der lichtbrechenden Eigenschaften der Gase wie kleine Sammellinsen wirken. Die auf sie fallenden Sonnenstrahlen werden durch sie auf her Sonne entgegengesetzten Seite in unzähligen vielen Brennpunkten vereinigt und beleuchten so den Meteorstaub, der das Weltall erfüllt, an dieser Stelle viel Heller als in der Umgebung Dadurch werden die Lichtstrahlen sichtbar, etwa wie der Staub eines Zünmers in einem Sonnenstrahl, oder die Trübung der Luft im Lichte eines Scheinwerfers. In den Brennpunkten vereinigen sich auch die Wärmestrahlen Die dann sich befindenden Meteoriten werden ebenfalls verdammt und bilden neue Gaskugeln, die wieder als Linsen wirken So pflanzt sich die Lichterscheinung auf große Entfernung vom Me- teoritenkern des Kometen weiter. Auf eine Würdigung und wissenschaftliche Kritik dieser Theorien kann hier nicht weiter eingegangen, werden 36 wollte nur zeigen, welche Fragen die Kometenforschung noch zu beantworten urtd welch schwierige Aufgaben sie noch zu lösen hat. Wenn man die bis jetzt erworbenen Kenntnisse von den Kometen und die noch ungelösten Fragen kennt, versteht man auch das außerordentlich große Jnteresfe, das die astronomische Wiiienschast, befonders die Afttophysik, an her genauen Forschung des Halleyschen Kometen hat. Sie erhofft von seiner genauen und sorgfältig verbreiteten Beobachtung eine wesentliche Förderung ihrer Kenntnisse und Anschauungen über die Natur des Kometen und des Kometenschweifs. • Dm Sonntag früh 3»/, Uhr wurde der Hallehsche Komet aus Treptower Sternwarte beobachtet. Ter Kern war lehr toarf. ‘2er Schweif zeigte zwei Ansätze, die etwa einen Winkel Uon 40 Grah. ptttetnanber bildeten. Namens der Fesidamen übergab Fräulein K. Faber feine Fahnenschleife,^und der Festvorsitzende Mehl dankte mit einem Hochhaus die Stifterinnen. Der Massenchor des Wetteran-Lahn- tal-Sängerbundes trug unter Leitung des Bundeschormeisters Gernhardt - Gießen den Chor „Daheim" von L. Geller (Gießen, vor. Einen zweiten Massenchor leitete Dirig-ent Harnisch- Steinberg, der das Lied „Heimatlicbe" von Wengert birigierte. Daran schlossen sich EinzAchöre der Gastvereine. Auf dem Festplatz entwickelte sich dann ein lebhaftes Treiben. Der Besuch des Festes war cm über alles Erwarten starker, besonders Gießen und die Nachbarorte 'icarcn zahlreich vertreten. Abends 61» Uhr wurde das Ergebnis des Wett- singens befanntgegeben, es war folgendes: 1. Klasse: 1. Preis 150 >Mk. und Ehrenpreis: Männer - gesangverciil Germania-Lollar mit 198 Punkten, 2. Preis 50 Mk.: Germania-Lang-Göns mit 193 Punkten. 2. Klasse: 1. Preis 150 Mi.: Liedertafel-Lollar mit 216 Punkten, 2. Preis 75 Mk. und Ehrenpreis: Frohsinn- Garbcnteich mit 209 Punkten, 3. Preis: Liederlranz-Ockers- hausen mit 203 Punkten, 4. Preis: Orpheus-Wetter mit 198 Punkten. 3. Klasse: 1. Preis 100 Mk.: Männergesangverein-Allen- bori a. d. Lda. mit 218 Punkten, 2. Preis 50 Mk.: Orpheus- Geiß-Nidda mit 216 Punkten, 3. Preis und Ehrenpreis: Ein- tracht-Leihgestern mit 216 Punkten, 4. Preis: Arion-Dotzheun mit 214 Punkten. 4. Klasse: 1. Preis 50 Mk. und Ehrenpreis: Männer- gesangverein-Wetzlar mit 191 Punkten, 2. Preis: Eintracht- Butzbach mit 189 Punkten, 3. Preis: Eintracht-Steinberg mit 178 Punkten, 4. Preis: Frohsinn-Werschau mit 174 Punkten, 5. Preis: Konkordia-Ruttershausen mit 170 Punkten. Den gestifteten Gesamtchrcnpreis errang Männergesangverein-Wetzlar. An der Feier beteiligten sich noch: Eintracht - Klein - Linden, Biktoria-Garbcnteich, Sängerkranz-Watzenborn, Lützellinden, Ein- tracht-.Hörnsheim, Korkordia-Wieseck, Liedcrkranz-Riederkleen. Heule fand das schön verlaufene Fest bei Frühkonzert der Kapelle Harnisch-Steinberg und turnerischen Aufführungen des Turnvereins seinen Abschluß. Ans Stadt und Land. Gießen, 17. Mai 1910. "Tageskale oder für Dienstag, 17. Mai. Overetten- aufführung ini Stadttheater: „Tie geschiedene Frau". * * * Ordensverleihung. Der Groß Herzog hat dem Vorsitzenden des Zentralkomitees der deutschen Vereine vom Noten Kreuz, Preußischen Vize-Oberzepemonienmeister und Kammerherrn B. von dem Knesebeck in Berlin das Großkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. * * In Audienz empfangen wurden vom Grob- Herzog am Samstag u. a. Finanzminister a. D. Dr. Gnauth und Oberaktuar Kohl Heyer von Lich. * * Hessische Biographie. Der historische Ausschuß für das Großhcrzogtuw Hessen ist mit den Vorarbeiten zu einer hessischen Biographie beschäftigt, die alle irgendwie bedeutende Hessen des 19. Jahrhunderts umfassen soll. * * Aus dem Militär Wochenblatt. Illing, Militärgerichtsschreiber-Gehilfe auf Probe bei der Hess. (25.) Div., zum Militärgerichtsschreiber-Gehilfen ernannt. * * Das herrliche Pfingstw etter trieb an beiden Feiertagen die Stadt- und Dorfbewohner in Scharen hinaus in die frischgrünen Waldungen. UcberaU stieß man auf fröhliche Menschenkinder, die sich an der jetzt vollständig erwachten Natur erfreuten. Dies gilt besonders vom Schiffen- berger Wald, Anneröder Wald, Lindener Mark usw. Die Ausflugsorte wie Schiffenberg, Hochwart, Badenburg, Gleiberg, Philosophenwald, Dünsberg, Staufenberg, Rinnsmühle, Jagdschlößchen, Windhof usw., die an Himmelfahrt infolge des kalten Wetters ziemlich vergessen standen wurden an den Pfingsttagen sehr gut besucht. Wer weiter hinausgeeilt war ins Lahntal, den Vogelsberg oder den Taunus, fand dasselbe Bild. Namentlich der Taunus war über die Feiertage von ungezählten Tausenden besucht, so daß die Eisenbahn den Verkehr dort nur unzulänglich und mit den größten Verspätungen bewältigen ionnte. Immerhin gab es wenigstens feine ernsten Unfälle, wie in der Reichshauptstadt, wo schwere Gewitterregen und Ueberschwem- niungen das arg zusammengedrängte Menschengewühl in den Bahnhöfen der Vororte aufs ernsteste gefährdeten. (Siehe besonderen Bericht.) — Lahnamtlich wird uns auf unsere Anfrage mitgeteilt, daß der Verkehr tu Oberhessen sehr stark gewesen sei, vor allem inBad-NauheimundGrpßen- Linden. Genaue Zahlen waren noch nicht zu erhalten, es kommen aber für die beiden Stationen je 3000 bis 4000 Personen in Betracht. • * Die Operettenspicle wurden gestern mit einer schönen Aufführung der alten, ewig jungen Fledermaus eröffnet, die sich den lebhaften Beifall der Zuschauer errang. Infolge der schönen Witterung war das Haus nur mäßig besetzt, aber die flotte, gut vorbereitete Darstellung ließ keine Oede auskommen und Regie und Darsteller bemühten sich gleicherweise mit gutem Erfolge um die Gunst des Publikums. In köstlicher Frische sprudelten die alten, lieben Melodien hervor und glatt und munter rann das Bächlein des schelmischen Ränkespieles dahin. Besonders angenehm herührte das ausgezeichnete Zusammenspiel aller Mit- wirkenden, die sich über alle Krümmen und Schwierigkeiten hinweg zu einer erfreulichen Einheit zusammenfanden. Ebenso ausgearbeitet waren auch die Leistungen der einzelnen Sänger und wenn auch der Darsteller des Eisenstein, Josef Fery, stark erkältet war, so führte er seine Rolle doch mit Schwung und Schneid zu einem guten Ende. Als seine Gattin erntete Martha Werten, wenn sie auch den Charakter der Rosalinde etwas ins kokettenhafte verschob, besonders mit ihrem „Nationallied" sehr starken Beifall. Ein pächtiger Gesängnisdirektor war Erich Schön selber, dem in Richard Heising das Muster eines Gefängniswärters zur Seite stand. Sehr hübsch spielte Alma Walls das Stubenmädchen und sie wurde auch mehrfach laut bejubelt. Karl Melzer lieh dem Gesanglehrer seine hübsche Stimme und Hertha Schrott spielte den Punzen Orlofsky recht angemessen. Von den übrigen Darstellern wären noch Karl Tralow (Falke), Walter Panitz (Advokat) zu erwähnen. Auch das Orchester unter Herrn. Weinacks Leitung und der Chor waren sehr lobenswert. Deutsch e Auslandschulen. Der Reichskanzler hat den vortragenden Rat im Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, Geh. Oberschulrat Nodnagel in Darmstadt, zum Reichskommissar für die Schluß- prüfungen an der deutschen Realschule und der höheren Handelsschule m Bukarest und an der beutschen Realschule m Konstantinopel ernannt. Die Prüfungen werben im Juni abgehalten. * * Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Uebcr die Frage, welche körperlichen Mängel die Fähigkeit, ein Kraftfahrzeug sicher zu lenken, beeinträchtigen, ist n. d^, Darm st. Ztg." denmächst eine einheitliche Regelung für das Reichs^ gebiet zu erwarten. Einstweilen sei darauf hingewiesen, daß jedenfalls solche Personen ziir Fühuing von Kraftfahrzeugen ungeeignet sind, die an einer Herabsetzung der zentralen Sehschärfe, wenn auch nur auf einem Auge, unter zwei Drittel des Normalen (ohne Korrektur) ober an sogen. Nachtblindheit leiden, ferner solche Personen, die fein normales Gesichtsfeld besitzen, endlich solche Personen, die mit Erkrankungen der Bindehaut und der Lider oder mit einer ernsteren inneren Erkrankung deL Auges selbst behaftet sind, durch die eine vorübergehende ober bauernde Verschlechterung bet Sehfllnktion bedingt ist. Personen aber, die die Führung von Kraftfahrzeugen nicht berufsmäßig übernehmen ivollen, können probeweise zugelassen werden, wenn ihre zentrale Seh. schärfe durch eine Brille auf die Norm korrigiert wird und andere der vorbezeichneten Mängel Glicht bestehen. Sie hohen sich in diesem Falle zu verpflichten, bei der Fahrt stets eine Reservebrille mitzuführen und bei Nebel oder regnerischem Wetter jedesmal anzuhalten, falls das den Refraktionsfehler korrigierende Glas angelaufen ober beschlagen ist, und erst nach Reinigung der Korrektionsbrille weiter zu fahren. * * Im Elektrizitätswerk entstand am 1. Feiertag auS bis jetzt noch unaufgeklärter Ursache Kurzschluß, wobei ein Arbeiter verletzt wurde, aber nicht erheblich. Der Unfall hatte eine Betriebsstörung von etwa 35 Minuten im Gefolge, unter dem auch die Straßenbahn zu leiden hatte. * * Die Hessische Landes-Hypothekenbank gibt bekannt, daß der Zinsfuß für Kommunal - Darlehen mit Wirkung für die vom Id. Mai 1910 ab bei ihr eingehenden Anträge bis auf weiteres 4,15 % beträgt. - n. Staufenberg, 16. Mai. In den Waldungen bet Gerneinbe Staufenberg hat ber Gewittersturm am 11. d. Mts. eine Verherung angerichtet, wie sie ivohl noch selten da war. Von fachmännischer Seite wird ber verheile Bestand auf ungefähr 5—6000 cbm geschätzt, worunter ungefähr 100 reife Eichenstämme 1. Klasse sind, die einen durchschnitt- lichen Inhalt von 3—4 cbm je Stamm haben und jeweils einen ungefähren Wert von 90—100 Mk. - l. Allen darf a. b. Lahn, 17. Mai. Eine Pfingst- feier sand gestern im Wäldchen bei Klein-Linden statt, an der sich die Bewohner von Allendors, Lützellinden, Heuchel- heim, Klein-Linden und Gießen zahlreich beteiligten. Auch mehrere Posaunenchöre und kirchliche Gesangvereine wirkten dabei mit, darunter die Vereine aus Allendors und Lützel- linden. Lich, 16. Mai. Das Unwetter am Mittwoch hat, wie jetzt erst annäherungsweise sestgestellt ivcrden kann, weit größeren Schaben angenchtet, als man ursprünglich glaubte. Besonders der Wald nach Garbenteich zu hat außerordentlich gelitten. Der Bahnkörper war von Tclephonstangen und Waldbäumen stellenweise gänzlich versperrt, so daß ber um 9 Uhr abends von Gießen fällige Zug auf zahlreiche Hindc» nisse stieß und erst in den späten Nachtstunden hier ankam. An den Mengelshäuser Teichen liegen Hunderte von dick- stämmigen Eichen und Buchen entwurzelt und abgeknickt am Boden. — In der hiesigen Gemarkiing liegen schätzungsweise etwa 400 Fe st mir. Holz am Boden, zumeist sind die südlichen Waldungen vom Unwetter getroffen worden. Im Hungener Wald wird ber Schaben sogar mit etwa 2000 Metern angegeben. X Bad-Nauheim, 16. Mai. In ber Psingslwoche ist hier cm Detaillist en-Verein ins Leben gerufen worden, dem jetzt schon über 50 Mitglieder beigetreten sind. — Ein Gesuch ber Großh. Bürgermeisterei an bie Eisenbahndirektion betreffs Einstellung eines direkten Wagens Paris—. Bad-Nauheim über Wiesbaden und Homburg v. d. H. ist ohne Erfolg geblieben. Ein durchgehender Wagen von und nach Berlin wird in Zukunft über Homburg-Wiesbaden— Bad'Nauheim geführt. — An den Pfingsttagen erfreute sich das Bad eines außergewöhnlichen Besuchs, besonders der 2. Feiertag , brachte Scharen von Ausflüglern. Gestern gaben die Aschaffenburger Jäger drei Konzerte, mittags am Teichaus, nachmittags und abends auf ber Terrasse; heute war in ben Mittagsstunden Militärkonzert am Tennis- Cafe, wie das stattliche Kaffee in den Kol-onnaden genannt wirb, nachmittags und abends auf ber Terrasse Doppel- Konzert. Dazu kamen an beiden Tagen noch die Früh- konzerte ber Kurkapelle am Kurbrunnen. L. Bad, Nauheim, 16. Mai. Die Grundarbeiten für die Erweiterung u n's eres Bahnhofes ein- schttetzlich des neuen Gurerbahnhofes sowie die Rohbauarbeiten für das Empfangsgebäude wurden gestern morgen der Friedberger Baufirma Reuß übertragen. Man hofft, in zwei Jahren den Bahnbau vollendet zu haben. —- Bei' den Ausgrabungen für die Wasserleitung aus dem Johannisberg fand man hinter dem Aussichtsturm Reste aus der Römerzeit, Schalen, Kruge und Töpfe, die dem Museum in Bad Nauheim üoergeben wurden Bei weiteren Ausgrabungen entdeckte man das Mauerwerk eines römischen Wartturmes. Der Wartturm wird etwas ausgebaut unb seine Umgebung durch Anlagen verschönert Tie ganzen Römeranlagen stammen aus der Zett des Kaisers Augustus. 5a. Bad-Nauheim, 14. Mai. Eine im Nauheimer Kurleben bekannte Persönlichkeit, der Portier des Kurhauses, Karl van Eiff, ist nach 46jähriger Dienstzeit in den Ruhestand getreten. Da er nicht pensionSberechttgt ist, wurde ihm vom Staat ein „Ehrensold" von monatlich M. 12.50 bewilligt. L. Friedberg, 16. Mai. Am 28. Mai findet in Frankfurt eine Zusammenkunft der Lehrerinnen des Großherzogtums statt zwecks .Gründung eines hessischen Lehrerinnenvereins. fc. Friedberg, 15. Mai. DaS Mitglied des Groß- herzoglichen Ortsgerichts in Dorheim, der Landwirt Philipp Fritzel, ist auf Veranlassung der Großherzoglichen Staatsanwaltschaft in Gießen seines Amtes enthoben worden. Die Vorkommnisse werden die Gerichte beschäftigen. ’* Im Odenwald ging am ersten Feiertag vormittags ein furchtbares Gewitter nieder. Bei Hummetroth bei. Höchst i. O. schlug um 10}/2 Uhr ber Blitz in bie Hofreite deS Landwirts Hof erber t ein, wobei bie Scheuer und die Stallung vollständig nieberbrannten. Mit Mühe gelang es, 11 Stück Groß- und Kleinvieh zu retten. Im Felde schlug ber Blitz zwischen Hummetroth und Ober-Kinzig in mehrere Obstbäume ein und zerschmetterte sie. Zu der gleichen Zeit schlug der Blitz in |bie Kirche von Wiebelsbach-Heubach ein, nachdem der Gottesdienst gerade beendet war. Der Blitz' schlug in die Orgel, zerschmolz die messingenen Pfeifen und« tun8 ifc äir^N. 'LZT ?Ä blc mit nnt 2^%, '^stet flnb Mim M&b*b:: cnn ihre,n XW ^Itehen r tb U|D ' der L bel ober L’*et§e'»- - Ql11 1 ?Xo'M rstzS sWr ^^hekenbank I50, t be- eiü: XD /o betragt, 5 b'» Waldungen b, 41mm ton 11. b> ' ’D0[)[ noch jetten i- ?eK vccl)evte 'j)ejlQnh il' "bunter ungG- b,e cmcn durchschnitr. E bjflbc" "Nb jemdi '■ ®ai. Eine fc «tan-fiinben jtatt,^ "ntzcltmden, veudx: KM i’ctcitigten. LuL ^cjangöeveinc ivirk^ ^Ucnöorj und ÜM. er am Mittwoch h- M 'verden fann, m: 1 ursprünglich glaub,- ZU hat mifeerütbentt1; Tclcphonslangen t-i ipettf, jo daß der 3 auf zahlreiche ipink, chlslunden hier anfc- ui Hunderte von L .'jclt und abgefnidt; 9 liegen jchähungsir Qimieiii sind die ji Iwfjen ivorbcn. 11 sogar mit ein In btt MrAwoch n u\§ Leden genij« ziieber beigctreten fmb, ijletei an die WM«. retten Wagend Pond- honibutg v. d. H. - jcnber Wagen von r Hoinburg-Wiesbader- ijingjliagen erfreute jij n LejuchS, bejondn- :n von WflüglvL Jager drei KonzeL abends aus der Terrch, itärtonzerl amXenni; en Kolonnaden gtnaiä der Terrasse Doppk-- Tagen noch die teil. ii Tie Srundm-m e- Bahnhofes ses jowie die ^oh.- wurden gestern « -berimgen. Man HO cndei zu Hadem- niiiq au| dem ^oh etwa* v. Eine M Nauhu^- a>- Kurhe-^k 9'*1*" »»<- 5btSi »»*** **■ MA ,'S-! ÄST» Ms Ms retten- 3,n ö e. 3ubAL^r: Wiebelsbach k--ndet fffl'(ßkiitn zersplitterte die Holzteile vollständig. — Im Felde von Hering, am Schloß Otzberg, schlug der Blitz mehreremal in Cbflbäunie em und richtete großen Schaden an. rni T a r m fta b t, IG. Mai. 2B a h Ib c ei n f fu f f u n gen. In ber hcimgcn Sitzung beo Provinzialausschusses i er Provinz Starkenburg wurde der Rekurs- des Philipp ;.;[C Il.-Bürslabt und ber ber Gemeinde Bürstadt verhandelt. \;lc ji )vau am 21. Juli 19U9 zum Bürgcrincislcr von Bürstadt nnt einer Stimmenmehrheit von 73 Stimmen qegen seinen Gegenkandidaten Franz Hingclbad) III. gc rnahlt worden. Das Kreisamt Bensheim, sowie der Krcis- aussüiuß bestätigten aber die Wahl des I. nicht, da seine politischen Anschauungen nicht dazu geeignet seien und auch jcl seiner Wahl Becinilussungen ocr Wähler dureh Spenden von Freibier vorgckommen seien. Rechtsanwalt Tr. Osann, ocr den I. vertrat, fuhrt aus, daß die Unsitte des Freibiers sich so eingebürgert habe, daß es unmöglich wäre, ihr zu entgehen. Sic sei nur bann anfechtbar, wenn durch diese Spenden die Wähler nachweislich beeinflußt worden mären. Tics sei aber nicht der Fall und so beantrage er die Wahl des I. für gültig zu erklären. Ter Ausschuß verwarf den Rcturs. Tic soften l>ar er zu tragen. — Auch die Gemeinde Bensheim hatte Rekurs eingelegt, doch wurde dieser ebenfalls verworfen, und muß die Gemeinde sowohl Die Kosten, als auch eine .Aversuonalstrafe von 25 Mart zahlen. R.-B. Darmstabt, 16. Mai. Gcsangswett streit. AuS Anlaß seines 30jährigcn Bestehens hatte der Gesangverein „Harmonie" in den Pfingsttagen hier einen nationalen Gesangswettstrcil veranstaltet, an dem zahlreiche Gesangvereine aus Sübwcst-Deutschland teilnahmen. Nachdem cm allgemeiner Kommers am Samstag stattgefundcn hatte, begannen Sonntag vormittag im Mctthilbcnhöhe-Saal und im Rummelbrau-Saal bas Klassensingen ber Stadt- und Lanb ttassen, sowie bas Ehrenfingen. Es fanden Prcissingen in ^wci Stadtklafscn und der Landklassen, sowie Ehrensingen, dazu kam ein höchstes Ehrensingen um zwei Ehrenpreise des Großherzogs und der Kaiserin von Rußland, einen goldenen Becher und einen goldenen Kelch. In der ersten Stabtklassc siegle „Tcutonia"-Sprcndlingen, die auch den ersten Ehrenpreis errang; den zweiten Ehrenpreis erhielt „Liederkranz"-langen und den dritten Preis „Sängerbunb"- Mannheim-Käserthal. In ber zweiten Stabtklassc erhielt „Sanssouci" Rhcyb den ersten Preis, der Brobt'sche Männer chor zu Hanau oeft zweiten und das Männerquartett Ncu- Isenburg den dritten Preis. Tie beiden erstgenannten cr- ! netten auch je einen Ehrenpreis. In der ersten Landklassc bekam den ersten Preis „Germania"-Hausen b. Dieburg, beit zweiten „Frohsinn'-Obertshausen, den dritten „Eintracht Sprendlingen, den Ehrenpreis „Germania"-Hausen. In der zweiten Landklassc erhielt den ersten Preis „Läcilia"- Gonsenheim bei Mainz, den zweiten „Germania"-D u den - :,ofeit, den dritten „Einigkeits-Mainflingen, bett vierten .N'ännergcsangvercin Heppenheim, den Ehrenpreis „Eäcilia"- Gonsenheim. In der dritten Landklasse erhielt den ersten Preis „Evncorbia"-Roßdorf, den zweiten „^ängerlust"- Weiherstadt, den dritten „Sängerlust"-Bretzenheim b. Mainz, den vierten „Polyhymnia "-Nicd.-Roden, den fünften Männer- csangvercin-Kmdheim b. Mainz, den sechsten „Sängerlust"- Iugenheim, den Ehrenpreis „Eoncordla"-Nos;dorf. Im Singen für noch nicht preisgekrönte Vereine erhielt das Doppelquartett -Friedberg den ersten, „Frohsinn"- Bra uns Hardt den zweiten Preis. Im höchsten Ehren, hngen der Stadtklassen um den Preis des Großherzogs inegte „Liederkranz"-Langen, im höchsten Ehrensingcn der ^andklassen um den Preis der Kaiserin von Rußland siegte Eäcilia"-Gonsenheim. Den vom preußischen Gesandten Frhr. v. Rücker-Janisch gestifteten Ehrenpreis für die höchst erreichte Punktzahl erhielt „Sanssouci"-Rheyd. Dieser Verein brachte auch heute früh dem preußischen Gesandten, der bei bem Preissingen selber zugegen war, und die Sänger aufs freundlichste empfing, auf seiner Villa „Nosenhöhc" ein Ständchen dar. Mainz, 17. Mai. Am SamLtag abend um 11 Uhr lürzte der 35 jährige SchifiSlellner Karl Gg. Gering aus .assel auf dem vor Anker liegenden Salonboot „Kaiserin Uugusta Viltoria" über Bord in den Rhein und ertrank. Mainz, 13. Mai. Vor einiger Zeit erregte der Diebstahl einer teueren Platinaschale in der Darm, iiädter Technischen Lehranstalt Aufsehen, bis heute aber hatte man von dem Dieb keine Spur. Nun hat ein Arbeiter, der hier m Untersuchungshaft sitzt. Weil er im Technikum zu Bingen ein wertvolles Reißzeug gestohlen hat, den dringenden Verdacht auf sich gelenkt, auch der Dieb der in Darmstadt gestohlenen Gegenstände zu sein. Neben der Platinschale wurden damals auch Reißzeuge gc- stöhlen. Aus Hessen, 16. Mai. Der vermögende Landwirt Roth aus Florstadt, der kürzlich mit zwei weiteren Wilderern bei Stammheim unter für ihn sehr gefährlichen Umständen abgefaßt und verhaftet wurde, hat sich im Amtsgerichtsgefängnis zu Altenstadt in seiner Zelle erhängt. - - Der Oberrealschüler Roussclle in Klein-Stein- deim erdichtete vor einiger Zeit einen Raubanfall, dessen Opfer er geworden sein wollte. Lange suchte die Staatsanwaltschaft nach dem Räuber, es wurde auch eine hohe Prämie auf feine Ergreifung ausgesetzt. Bor einigen Tagen mußte der Schüler nun, in die Enge getrieben, emgestchen, daß er die ganze Schauermär erfunden habe, und nun hat Rousselle Gift genommen. Er liegt bedenklich krank im Hanauer Krankenhaus. ? Aus dem oberen Kleebachtal, 16. ALai. Jetzt erst läßt es sich übersehen, mit welcher Heftigkeit der Gc- nnttersturm am 11. b. Mts. in den Waldungen unserer Gegend gehaust hat. Rach beit Ermittelungen der Forst- beamten wurden in den Gemeindewaldungcn von Ebers- c-chns, £bcr= und R-iederkleen, sowie in Rieder- und £ber» iaetz über 1300 Festmeler Eichen- mit» Rädelhotz vom Srurmc umgefegt. Auch die in der Touristenwelt bekannte dicke Fichte''am Wege von Bonbaben nad} Laufdorf, ein weit bekanntes Wahrzeichen, ist dem Sturm zum Opfer gefallen. Tie Gemeinde Ober-Wetz verlor 150 Obstbäume. Merkwürdigerweise sind bic in unmittelbarer Nähe gelege- u'.en Gemeinden Groß Rechtenbach und Weibenhausen votl- Mndig verschont geblieben. f] Marburg, 16. Mai. Das seit Jahren schwebende Projekt, die weit auscinanberliegenden Stadtteile Marburgs Lurch eine elektrische Bahn zu verbinden und diese an Stelle der Pferdebahn treten zu lassen, ist neuerdings wieder m den Vordergrund der Betrachtungen getreten. Der vor- beratenbe Ausschuß hat einen Entwurf ausgearbeitet, der rund 300000 Mk. Anlagekosten berechnet, die durch eine tädtische Anleihe aufzubringen seien. Man veranschlagt ine Jahreseiunahme von 59 400 Mk., denen 55 230 Mk. Betriebskosten gegen überstehen. Die Stadtverordneten werden ich nächstens mit der Vorlage beschäftigen. fc. Hanau, 16. Mai. Morgen findet in Hof Trages, ! kreis Gelnhausen, die Beisetzung des am 10. Mai in Münster i. Wests, verstorbenen Dr. jur. Leo v. Savigny, Geheimer RcgierungSrat und 0. 0. Professor der Rechte in der dortigen Familiengruft statt. fc. Wiesbaden, 14. Mai. Der Sohn des wegen Brandlegung auf seiner Hofceite vorgestern verhafteten Landwirts Cramer in Biersladt wurde wegen bringenden Verdachts der Mittäterschaft auch in Untersuchungshaft genommen. <5crtd?tsfaaL Bayreuth, 11. Mai. Tas hiesige Schwurgericht verurteilte nach mehrtägiger Vcrhanblung den 74jährigen Lberlanbesgerichtsrat a. T. Greiner von ftronbatf), der feit vielen Jahren Mündelgclberunter- schlagen unb Akten vernichtet hatte, zu vier Jahren Zuchthaus unb zehn Jahren Ehrverlust. Lechs Monate Untersuchungshaft würben angerechnet. Universitäts-Nachrichten. Heidelberg, 14. Mai. Mit dem heutigen 4. Lage, zugleich dem letzten Auinahmetage, erreichten die I m m a t r i k u - la tionen an der hiesigen Universttät für das laufendeSoinmer- jemesler die Zahl von 1U27 und damit die bisher höchste Aufnahmeziffer. Der Raubmord in Dorndiel. In dem von uns bereits mehrmals besprochenen Mord an dem Spezereihändler W. Bachmann wird uns noch gcidnicbai: Torndiel bei Großumstadt, 16. Mai. Ungeheure Aufregung herrscht in unserem 200 Einwohner zählenden Dörfchen über den in der Nacht auf 11. Mai verübten M ord an dem 36jährigen Spezereihändler W. Bachmann. Fast die ganze Gemeinde verlangt die schleunige Verhaftung eines Mitbürgers, der sich sehr verdächtig gemacht haben soll. Bemerkenswert ist, daß sämtliche Polizeihunde feine andere Spur verfolgt haben, als die nach dem Hause des Betreffenden, eines Nachbars, was aber damit erklärt wird, daß dec Mann auf die Hilferufe der Frau des Ermordeten erschienen unb im Blute herumgetreten sei, wie er selbst angab. Nun wird aber behauptet, daß er überhaupt nicht in das 3immer gekommen sei. Man wird aber die Maßnahmen der Behörden abroarten müssen. Eine Anzahl von Leuten ist so verängstigt, daß nachts Licht in den Häusern gebrannt wird und teilweise ein Erwachsener Nachtwache hält. Lustschiffahrt. Vom Flugplatz Johannistal. Johannistal, 15. Mai. Beim Fliegen um den Früh- preis legte gestern Baron de Caters bic vorgeschriebenen drei Runden in acht Minuten 251/, Sekunden und von Cor- rissen in neun Minuten^ 3'/. Sekunden zurück. Kapitän Engelhard erzielte für den Passagierprcis 17 Minuten. Für den S3 a u c r r l u g starteten Ieannin , ber eine Stunde und 23 Minuten fing, Fre » , ber 35 Minuten in ber Luft blieb; beide mußten aber wegen Gewitters landen. Im Verlaufe der Flugvor- nihrungen ereigneten sich mehrere Unfälle. Heute wurden die Flüge lortgesetzt. Es wurden keine besseren Ergebnisse erzielt. Ein Unfall in Atunchcn. München, 16. Mai. Ter Flieger Henry Weiß aus Paris, welcher hier eine Reihe erfolgreicher Flüge gemacht hat, unternahm gestern mit einem fremden Apparat einen Probeflug. Er stürzte aus einer Höhe von 30 Metern ab. Ter Apparat wurde zerstört. Weiß blieb unverletzt. sagte, erkannte er auch die junge Tarne, mit der er am Morgett geivrochen hatte, bic ihm zum Abschied einen Rosenstrauß überreichte. Ta iagte Bismarck zu ihr: „Wir sehen uns hier unten auf dieser Welt nicht wieder. Ter alte Löwe zieht fick grollend in feine dunklen Wälder zurück. Habe Tank für das, was du mir in meine Einsamkeit umgibst. — Mein Werk, Gott, war nicht vergebens: cs wird fortbestehcn. Denn wenn Deurschland Männer schwach werden, werden feine Frauen stark s ei n." Kleine Tagcschronik. Der „Lokal-Anzeiger" meldet au§ TI ü nchen : Ein 1 4 jäh - tiger Gymnasiast, dec Sohn eines Obersten, hat sich erhängt, wie es heißt, mtS hochgradiger Nervosität. In Rom hielt am Sonntag m Gegenwart des Königs, des Herzogs der Abruzzen sowie einer Reihe geladener Gäste der N o r d p o l f a h r c r P c a r p einen Lichtbildervor- trag über bic Entdeckung des Nordpols. Die Ausstellung München 1910 wurde am Samstag vormittag durch den Prinzrcgcnten eröffnet. £>akiOci und Verkehr, Volkswirtschaft. — I ni Postdien ft treten, wie uns berichtet wird, mit dem 1. Juli eine Reihe von Neuerungen in Kraft, bic ür das Publikum Interesse haben. Jur Erleichterung des Nachnahmegeschäfts wird die Benutzung von Nachnahmekarten und Nachnahmepaketadressen mit anhangender, vom Publikum vorzuschrechender Postanweisung zugelassen, die Entrichtung wird obligatorisch vom 1. Januar 1911 für alle Nachnahmesendungen emgefüftrt. Für einfadK Pakete werden fernen auf Verlangen für eine Gebühr von 10 Pfg. (Smlicfcrungäidicinc ausgestellt. Um den Schalterverkehr zu beschleunigen, ist das V o r s ch r e i b e n der P o st e i n l i e f e r u n g s s ch e i u e für alle Bersenüungsarten seitens des Puhftkums. gestattet. Tte Scheine werden in Blocks kostenlos abgegeben. Die Scheine sind vom Publilum soweit auszusullen, bau der Beamte nur den Postvcrmcrl ausfertigt, stempelt und bet Wertsendungen das Gewicht einrückt. Ferner werden Postanweisungen mit anhängendem Lieferungsschein ausgegeben, die ebenfalls das Publikum aus- üUt. Tiefe Einrichtung soll eine dauernde werden. Ulonatl. Ueversicht Ser Todersälle in der Stadt Sichen. Mouat April 1910. Einwohnerzahl: angenommen zu 31 800 (inlL 1600 Alaun Militär). Kinder Anm.: Die ui Ulanuncrn gejeuun Ziffern guven an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Es starben an: Zusammen: Erwachsene: 1. L im ebensjahr: vom 2.—15. Jahr Masern 2 — — 2 Tiphlhcrie 1(1) — — Kl) Lungeneutgündung anderen Hungen- 13 (3) 10 (3) 2 1 krankheiten 4 3 — 1 Tuberkulose «(4) H(4) — — Herzkrankheiten 6(3) 6(3) — —*• ^chlagflutz Heber- und Darm- 4 4 — — erkrankungen 6(4) 6(4) — •— Blinddarineiitzündung 1 (1) KD — — bösartt Geschlvuljien 6(3) 6(3) — — Selbstmord 3 3 — — Verunglückung KD KD — — anderen Krankheiten 13 (5) 6(3) 4(1) 3(1) Summa: 63 (25) 54 (22) 6(1) 8(2) Allgemeine Wetterlage seit gestern srüh: Unter der Herr- chaft des großen 9lordeuropa bedeckenden Hochdruckgebietes dauert bei nordöstlichem Winde das heitere und recht ivarme Wetter an. Flache Randtvirbel haben gestern nur ganz vereinzelt Gewitter gebracht. Regen fiel nirgends. Tas über ber Bistayasee lagernde Tiefdruckgebiet eulivickelt jetzt über Deutschland stärkere Gewitler- wirbel, so dag setzt zahlreiche Gemüter sich einstellen. Wetteralissichten in Hesfen am Mittwoch dem 18. Mai 1910: Zeitweise wolkig und in vielen Gegenden Gewitter, vorerst noch ehr warm, später kühler. Bismatd über die Krauen. 9uxi) nicht veröffentlichte Aeußerungen des Fürsten Bismarck über die politischen Verhältnisse in Teutschland, insbesondero einige für den großen Staatsmann höchst charakteristische Ausführungen über die Frage, ob und inwieiveit die Beteiligung der b c u t j d) c n Frauen an b c n Kämpfen der Tagespolitik wunsdicnsiuert fei, teilte der konservative Polttiker Wolfgang Eifenhart-Naumburg in cütem Vorträge mit, den er im konservativen ZlreisverSin in Naumburg hielt. Eisenhart berichtete in seinem Bvrtrage, wie wir dem „Weißenfelser Tageblatt" entnehmen, folgendes: Ich bin in der glücklichen Lage, über die Ansichten «des Fürsten Bismarck von der Anteilnahme der Frauen an der Politik eine Anzahl Aeußerungen des großen Staatsmannes hier zum ersten 93talc Mitteilen zu können, die bisher noch niemals veröfsentlickst wurden. Ich verdanke sie der Güte einer Tarne, welche bald nach der Verabschiedung des Fürsten mit diesem in einem ^deutschen Mürortc zusammentras und der es vergönnt war, ein Stündchen mit dem großen .Ä anzler über die Frage sich zu unterhalten, wie wett eine Beteiligung der deutschen Frauen an der Politik wünschenswert sei. Nach den Aufzeichnungen, die die Tarne damals sofort nach der Unterredung sich gemacht hat, äußerte sich ber Fürst darüber folgendermaßen: „WaS ich geworden bin, das bin ich durch meine Frau. Ich achte jede Frau, die uns Männer hoch empor zieht, bic uns Religion und Sitte lehrt, uns unsere Ideale erhalt unb himmlische Rosen ins irdifckw Leben flicht. — Was ich Ihnen sage, werden Sie nicht verstehen; Sie sind noch zu jung; aber erinnern Sie sich meiner Worte, wenn ich nicht mehr bin. Ich wollte bic gebildeten Frauen zur Politik heranziehen, aber mir sind nicht reif genug dazu; wir sind nach in den Äinderschuhem" „Unsere Königin Luise trieb auch Politik, aber eine Politik mit reinem Herzen: Ihr Vaterland wollte sie groß, reich und mächtig machen; kein irdisches Wesen habe ich höher geachtet. In ihrem Salon vereinigten sich die klugen und edlen Geister aller Nationen. Wenn doch unsere vornehmen und gebildeten Tarnen solche Politik wieder treiben wollten! Sie sollen dem Manne nicht ins Handwerk pfuschen, aber sie sollen ihn beeinslussen, besänftigen unb zum Guten führen. Früher wurde en den Salons ber Damen Politik gemacht: aber es waren vielfach Frauen, die nicht gut unb_rein waren, die auch selbstsüchtige Zwecke int Auge hatten. Solche Frauen roill ich nicht, sondern nur solche mit reinem Herzen." „Es wird aber ein Tag kommen, wobie Frauen zur Mitarbeit aufgerufen werden. — Wir Männer und alle täppisch; besonders wir T-eutschen sind immer die plumpen Bären, auch die Tiplomaten. Außerdem käme viel weniger in die Oefientlichkett: berat ein kluger Frauenmunb kann schweigen. Er zieht aber auch dem Gegner im Plauderton manch ^Geheimnis heraus, das er uns Mäwtern nicht preisgibt. So anmutig plaudert ein Frauenmund über bie schwierigsten Sachen, baß man alter Esel gar nicht merkt, daß man mehr gesagt hat, als man wollte. Tenn alles Wechlicke ist uns über an Schläue. Die Frau umschifft getoanbt die Klippen und einigt ohne Austausch von Noten, die gefälscht werden können, zwei Parteien, Sie erzieht uns zu Männern, und roerat sie's röcht versteht, zu deutschem Geist. -5 Tie Falschheit habe ick in der Politik ntc geachtet. Vor allem aber müssen wir Deutsche stolzer werden, wir müssen hineinwachsen in unsere Großma^chtstellung. Ein Kind fütbet sich auch nicht gleich in einem