Nr. 37 ettothd «gNch fttti Wwtratmtf M Vir »Sietzeaer grtmriltenblätter* «erben bem .Anzeiger^ atermo) «Lchenrlich beigelegt, bai „Krtisblati M> bet Kreis (Heften- zweimal »öcbentlittL Die ^Lanbwtrttchastltchev Seit* fragev" «Ichemen monatlich tmeunaL Dienstag, 15. Februar 1910 160. Jahrgang Gießener Anzeiger Eeneral-Rnzeiger für Gberhchen Woteftenfbred «n» fleftog bei «rSHNche» UnUxr|itätfl • Buch, anb 6tetnbtudettti 0L 8 e ■ g e, Gießen. fiebaftton, Expebittm» and Druckerei: Gckml« strotze 7. Expedition and Verlag: e=^ öL 9iebaltton:fc3® 112. TeU-Ad^ Anzeiger es Syndikats es gelingen wird, denZutrittneuer Werke . in entsprechender Distanz zu halten. Der Entwurf . regelt die Verteilung des Inland- und Auslandabsatzes auf die ' Gemeinschaftsmitglieder. Es ist eine billige und gerechte Lösung < der schwierigen Frage gefunden worden, was mit den amerikanischen Vertragen geschehen soll. Der Gesetzentwurf ist das Ergebnis einer langen Beratung und mannigfacher Erwägungen. Es gibt keinen Weg, der weniger als ber von uns vorgeschlagene in die Freiheit des Gewerbes eingreift. Alle anderen Projekte erfordern viel schärfere Eingriffe. Unser W e g ist der geratenste, ber einfachste, und wenn ich L^n Ausbruck gebrauchen darf, ber ehrlichste. Wenn Sie an ber Grundlage dieses Entwurfes festhalten — über Einzelheiten wird sich ja in ber Kommission reben lasten —, so werben Sie dadurch erreichen, baß bie Kaliverkäufe auch künftig im Jnlereste der deutschen Produktion gehandhabt werben, daß bie deutsche Kaliinbustrie unb damit indirekt die deutsche Volkswirtschaft in ihrer Stellung gegenüber bem Auslande gefestigt wird. Werda glaubte, daß damit etwa ber Kaliinbustrie selbst ein großes Geschenk in den Schoß geworfen würbe, ber würbe sich sehr irren (Sehr richtig' links), denn ber Absatz wird ja zwar steigen, aber bie Zahl ber Werke, bie jetzt schon zunimmt, wirb ebenfalls an- tuachsen; immerhin wirb bie Möglichkeit geschaffen werden, bie Einnahmen ber Kaliinbustrie auf einem erträglichen Niveau zu halten. Unb bas ist ja wohl auch ber Grunb, weshalb bie Sali» inbustrie selber mit bem Wege, den wir hier Vorschlägen, im großen und ganzen zufrieden ist. Die Notwendigkeit zwingt zu einer Verständigung. Abg. Dr. Heim (Zentr.): Wir haben wohl Staatsmanopole, aber Privatmonopole mit staatlicher Stempelung kennt man nirgends. In Oesterreich würde man das eine „k. k. Privileg. Gesellschaft" nennen. Von einer Verschleuderung des Kali kann keine Rede sein, benn es ist niemals ans Ausland unter dem Selbstkostenpreise abgegeben worden. Wenn die Regierung es ernst meint, dann hätte sie wirklich früher Maßnahmen treffen müssen. Man hat der Sache ein doppeltes Mäntelchen umgehängt, ein nationales — das deckt ja alles, unb ein agkarisches — bas deckt ja Auch alles. (Heiterkeit!) Ich habe den guten Kern, der in der Vorlage stecken soll, noch nicht gefunden. Jedenfalls b e- halte i ch mir ein abschließendes Urteil vor. Vielleicht erhalten wir in der Kommission noch Aufschlüsse. Bezeichnend ist, daß am letzten Ende alles von ber Entscheibung des Bundesrats abhängt. (Zuruf links. Unb der Reichstag?) Der Reb- ner bemängelt die einzelnen Bestimmungen der Vorlage, die Entscheidung über die Abgabe auf das nacPÄmerika gehende Kali liegt in letzter Hinsicht — gruselt's Ihnen nicht? — bei Herrn Morgan in Newyorkl Wer da noch über die Art der Entscheidung tm Zweifel ist, der ist em Zweifelsathlet. ^Heiterkeit!) Kann nicht anstelle der Betriebsgemeinschaft lieber eine Ausfuhrgesellschaft sürKaligeschaffen werden, durch die der inländische Martt unberührt bleibt t Wir müssen d'e ganze Frage vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachten. Unsere Landwirtschaft muß gegen das Gesetz alarmiert werden! Aber es dürfen feine Maßnahmen getroffen werden auf Kosten der Jnlandsabnehmer. Das ist ber einmütige Standpunkt des Zentrums. LandrvLrtschast. ** £ b ft b au Die Ortsgruppe Gießen des O berbe s i i s ck c n x? b stbauv r r i n s hielt um Samstag abend eine Versammlung ab, die sein lablrcvb besucht war. Ter Geschists- fuhrer, Lehrer Leib, sprach den Wunsch aus, daß die Mitglieder !und Freunde des Obstbaues an allen Veranstaltungen der Ortsgruppe im eigenen Interesse jo regen Anteil nehmen möchten. Zvdann hielt der Sekretär des Oberhess. Obstbauvereins, Dr. .Hvfmann aus Friedberg, einen Vortrag über „Zwerg- und S p a l i e r v b st b a u im fe auSgarte n", in dem er etwa fol- gendes ausgeführt: Wie in dielen anderen Städten, so zeigt auch ein Gang lurck die hiesigS Stc.dl und ihre Gärten, daß Belehrung über Obstbau dringend not tut. Man findet zwar in den Gärten fast überall Zwergobstbäume angepflanzt, die aber oft keine oder mir geringe Erträge liefern, weil sie falsch behandelt werden oder voller Ungeziefer (Blutlaus!i sind, wovon der Besitzer meist leine Atmung hat. feier belehrend und aufklärend zu wirken, ist das Bestreben des Obstbauvercins. Es kann deshalb allen Gartcn- liebhabern.der Beitritt zu diesem Verein, der sich dir Förderung des Obstbaues in Stadt und Land zum Ziel gesetzt hat, nicht warm genug emvsohlen werden. Auch in dem bescheidensten Gärtäl>cn läßt sülz bei inniger Sachkenntnis Spaliervbsrbau mit Erfolg betreiben. Keine Haus-, Mauer- oder Spalierwand sollte in dieser Hinsicht unbenutzt |ein. Zum Pflanzen an die Ost- und Westseite eignen sich Aepscl und Birnen, für die Südwände Wein, Pfirsiche und Aprikosen und für die Norüwände die zum ,Einmachen beliebte Saucrliriche (Schattenuwrelle). Wie ganz anders wirkt doch auch für das Auge eine mit grünen Zweigen bekleidete Wand gegenübereiner kahlen Maner! Ars Formen kommen hierfür in Betracht: der senkrechte und der säwäge SDorbon und die Palmette in ihrer mannigfachsten Gestalt. Lei einiger Kenntnis, die sich der Liebhaber mit leichter Äiühe erwerben kann, ist es möglich, sich alle diese Formen aus einjährigen Veredelungen selbst zu erziehen, und es gewährt eine hohe Freude, wenn man sieht, wie es gelingt, den Wuck^s eines Baumes ganz unserem Äunsclie gemäß zu gestalten. Zur Einfassung von Rabatten ist der wagrechte ein--- oder zweiarmige Kordon (Schnurbaum) besonders geeignet, der bei richtiger Sortemvahl zahlreiche, herch liche Früchte liefert. Ebenso lassen sich über den Gartenwegen Laubgänge von Obstbäumen anlegen, wie solche z. B. in dem Mustergartcn der Obstbauschule zu Friedberg vorhanden sind. Sie gewähren in der Blütezeit ober mit Früchten behangen einen herrlichen Anblick und liefern reiche Erträge, oljite viel Platz in Anspruch zu nehmen. Der Svalierobstbau (und der Zwergobslbau überhaupt- hat vor allem auch iroch den Vorzug, daß der Pflanzer selbst -- auch wenn er schon im höheren Lebensalter steht — .die Erfolge feiner Arbeit noch genießen kann. Während nämlich ein feochsramm erst nach 8—10 Fahren einen nennenswerten Ertrag liefert, ist dies beim Zwergobst schon nach 3—4 Jahren der Fall, und die Früchte sind meist viel ansehnlicher und umfang- reicher. Eins muß jedoch beim Pflanzen des Zwergobstes vor allem berücksichtigt werden, wenn man sich in seinen Erwartungen nicht getäuscht sehen will: Man beziehe jeine Bäumchen nur aus einer renommierten Baumschule, und zahle lieber etwas mehr; es wird sich reichlich lohnen, ^lußerüern verlange inan ausdrücklich, daß die Bäumchen nicht auf Wildlinge, wndern aus Quitten, bezw. Tonern ober Fohamiisapfel veredelt sind. Zwerg- obstbämne mit Mildlingunterlage treiben zu sehr ins feolz, und der Ertrag bleibt lange aus. — Die Geschäftsstelle des Obev- hesfischen Obstbauvereins ist gerne bereit, allen denen, die die Mficht haben, feaus- oder Mauerwände mit Spalic-rovst zu bekleiden, mit Rat und Tat nnentgelttich an feand zu gehen, nenn ein Plänck-en, das über die Watidslächen orientiert, eingeschickt wird. — An den Vortrag, für den der Referent reichen Beisall erntete, schloß sich eine lebhafte Aussprache an, in der Anfragen beantwortet und Erfahrungen mitgeteilt wurden. Von verschiedene^ Seiten wutfee mit Recht auf den Schaden hingewiesen, den die Sperlinge und vor allem die Schwarzamfeln in unseren Gärten durch Abpicken der Knospen u. a. richten. Man war allgemein der Ansicht, daß für ihre Verminderung Sorge getragen werden müsse, zumal auch — wie einige Anwesende aus eigener Beobachtung bestätigen konnten - feststeht, baß bie Amsel bie Brut der nützlichsten Singpögel frißt. Auf der anderen Seite aber muß alles getan werben, um bie nützlichen Insektenfresser, wie Äieisen und Rotschwänzchen, in unsere Gärten zu ziehen. — Für den Sommer lud Dr. .Hofmann bie Mitglieder der Ortsgruppe zu einer Besichtigung des Mustergartens der Friedberger Obstbauschube ein, in dem die verschiedensten Formen des Zwergobstes in schönen Exemplaren vorhanden sind. Auch in unserer Stadt sind für die Mitglieder in diesem Jahre unter sachiündiger Führung Garlenbefid,cigungen in Aussicht genommen, bei denen an Ort und Stelle auf Fehler und deren Abstellung bei Behandlung der Bäume aufmcrfiam gemacht und der Schnitt des Spalierobstes, soweit dies bei einer solchen Besichtigung möglich ist, praktisch vorgeführt werden soll. wandern und Leisen, Lader und Lommersrischen. Die Entwickelung der Billenkolonie Buchfchlag. Wir entnehmen dem 1009 er Jahresberichte des Oberstleutnants z. D. von Sttzemieczny, der in der Gemarkung Buchfchlag ehrenamtlich die Funktionen des Lokalpotizeibeamten übernommen hat, über bie Entwickelung ber 1904 nahe der Maßir-Nerkar-Bahit- slmivn Sprendlmgen auf fiskalischem Qklaitbe gegründeten Billen-- kvlvnie Buchschlag: Der ursprünglich zur Bebauung vorgesehene Teil ist fast gänzlich verkauft und es ist in bem nördlich der Hengsbach zur Verfügung gestellten Waldgelande mit dein Aushieb der Straßen begonnen worden. — Auch iüblich der Kreissttaße hat bie Bautätigkeit eingesetzt. Fertiggestelll unb im Bau sind 92 Villen gegen 67 im Vorjahre, davon bewohnt: 70 gegen 41 im Vorjahre. Außerdem vorhanden: 1 Forsthaus, 1 Restauration, eine Äcmtinf. Geplaitt sind weitere 19 Villen. Im Jahre 1909 wurden 35 Parzellen mit 45 704 Quadratmeter Flächeninhalt verkauft. Die Einwohnerzahl war Ende 1908: *231 diöpfe, Ende 1909: 343 Kopse, mithin mehr: 112 hopfe. Nach Berufszweigen verteilen sich bie selbständigen Bewohner: 1 Arzt, 2 Architekten, 8 .Bank- unb Privatbeamte, 1 Förster, 10 Geschäftsinhaber, )cd)t5 Ingenieure, 5 Künstler und Musiklehrerimien, 1 Missionar, 8 Kaufleute, 2 Professoren und Dozenten, 9 Post-, Telegrapheii-- und Eisenbahnbeamtc, 14 Rentner unb Pensionäre, 2 Ziedatleure unb Zeitungsbesitzer, 6 Vertreter größerer Industriebetriebe, zwei Wirte, 5 verschiedene Berufe. Schuldesuchenbe^ Kinder sind 37 vorhanden. Von diesen besuchen: 3 höhere Schulen in Frankfurt, 4 in Darmstadt, 13 in Laugen, 15 die Vorschule für höhere Schulen in Buchschlag, bie am 15. April 1909 eröffnet wurde. Zuiiächst ist eine Lehrerin an gestellt: eine zweite Lehrerin ist jur vas nächste' Schuljahr gewonnen. Den fall). Religionsunterricht erteilt der Geistliä-c aus Isenburg. Der Walbgotlesdienft wurde währeno der Sommermonate altsonntäglich von euang. Geistttchen des Dekanats Ofsetr- dach unb von Frankfurt abgehatten. Der Waldfriedhof wurde am 28. November 1909 geweiht und seiner Bestimmung übergeben. Ter Ausbau der Straßen ist beschleunigt worden; die Straßen westlich der Hainer tri ft find alle eirtgebecEt; Die östlich davon gelegenen Straßen find gestuckt und mit Bankett versehen bis auf eine kleine Strecke mit ungünstige.n Brden. In den neuen Straßen östlich der Hainertrift, dem Kirchweg und einem Teil des Buck>- Weges find Kanal, Gas- und Wasierlettung fertiggestellt. Die Bildung einer freiwilligen Feuerwehr, die 25 Mitglieder zägtt, bereit Ausrüstung mit Geräten durch die Beihilfe einiger Bewohner, der Vuel iä laggesellschaft und der Brandversicherungsanstalt gefördert ivoröcn ist, hat feere Aug. Kunz veranlaßt. Auch ist Line Hilfsstelle bei Unglücks fällen eingerichtet, die mehrfach in Tätigkeit treten tonnte. Zur Unterhaltung der Straßm und Laternen 25 Stück — ist ein jüngerer Mtamr angestellt, der auch auf den Polizeidienst verpflicht:t ist. Da er auch t'lachiwachc verlieht, wird ihm Aushilfe nach Bedarf beigegeoen. Tie Ver- rcaiiung des ütärbcckcns und die Verwertung uec mit Torf vermischten Rückstände hat die Buck,«ü tagge,ecifclnft übcritoninien. Tie Umänc.rung der Po sthchs,teile in eine Postagentur soll am 1. April eriolgen. Im abgelau,cnen Jahre ist iveoer in der Ein- richiiuig L,y Bahnhofs, noch in dem Ei,enbalMveriehr eine Ver- ändertürg zu verzeichnen. Tie Einführung des Vorortverkehrs durch Einstellung von iNotortriebwagen würde für Buchfchlag einen bedeutenden Fortschritt bringen. Für Wagen Md Automobile ist die neue Straße nach Mitteldick eine groß« Annehmlichkeit, die den Verkehr belebt; der nächste Weg yckii Buchschlag nach Frankfurt ist der Gehspitzer Weg, dessen Verbesserung angestrebt wird. Ein Arzt, Sanitätsrat Tr. Scriba aus Viernheim, hat sich niedergelassen. — In Sprendlingen ist! seit 15. Okt. 1909 eine Apotheke errichtet. Ta Buck schlag fe ther noch dem Ortsg-erichtMingen unterstellt war und dadurch für die Bewohner von Buchschlag mancher zeitraubende Gang nach Langen bedingt wurde, äst der Lokalpolizei- beamte von Buck schlag zum Gerichtsmann des^ Ortsgerichts Langen ernannt und am 14. April 1909 verpflichtet worden mit der Befugnis, den Ortsgerichtsvorsteher zu vertreten. Am 1. Februar trat das für Buchfchlag errichtete Ortsgericht in Wirksamkeit. Ter Gendarmericpostcn in Ncu-Jscnburg wurde an das Telephonnetz angeschlofsen, so daß ip kürzester Zeit die Gendarmerie reauirierfc werden kann. Das Brandkataster für Buchfchlag ist von Langen getrennt und neu ausgestellt worden und es sind nun die Wohngebäude in Uebereinstimmung mit dem Kataster mit Nummern versehen. Außer dem Verletzesoerein und dem .Hausbesitzerverein hat sich ein Gesangverein gebildet. Der Gesundheitszustand in der Kolonie war gut. Erdenket der hungernden Vögel! Sport. — Fußball. Der Gießener Fußballklub von 190 spielte am Sonntag mit seinen beiden erfien RIamischasten gegen den Verein für Bewegungsspiele 'Di a r b u r g und foititie auch in beiden Spielen den Sieg erringen. Das Spiel der ersten Mannschaften fand in Marburg statt. Bis Halbzeit ist das Spiel mit 1:1 Toren noch unentschieden. Dann rückte die hiesige Mannschaft mächtig auf und trotzdem der Marburger Torwächter gut spielte, mußte er zwei weitere Bälle durchs Tor lassen. Mit dem Schlußpfiff erzielt auch Marburg ein zweites Tor, so daß Gießen den Sieg mit 3:2 behielt. Im Angriff war Marburg besser, doch gegen die gute Deckung Gießens, wobei vor allen die Läuterreihe hervprzuheben ist, konnten die Marburger Stürmer wenig ausrichten. Das Spiel der 2. Mannschaften fand in Gießen statt. Trotz ausgewcichtem Boden war dar Tempo ziemlich rasch. Tic hiesige Mannschaft erzielte 3 Tore, während der Gegner leer ausging. Mit diesem Spiele gewann die hiesige Mannschaft die Meisterschaft in der All Klasse ihres Bezirks. Von den )echs ausgelragcnen Spielen gewann sie fünf und verlor ein ^piel. Sie erzielte ein Torverhältnis von 38: 7, also einen lieber- schuß von 31 Toren. Vernrrschtes. * Australisch e Walbbränj) e. Die großen Waldungen b es Staates Viitoria sind durch einen großen Brand verwüstet worden. Am schwersten hatte bas Land zwischen Donald unb Eyaclloii zu leiden. Die kleine Stadt Warre- bayne ist völlig vernichtet unb bie Gemeinde Lohe Benalla nur noch ein trostloser Aschenhausen. Alle Versuche, das Feuer einzudämmen, blieben cr.olg'os. ES brach mit solcher Schnelligkeit herein, baß die Bewohner Launr Zett hatten, ihre Pferde, ans dem Stall zu zerren und in wilder Flucht bckvonzustürmen. Einige Farmer tonnten sich dadurch retten, baß sie im Flusse Schutz suchten. Aus Donald werben schreckliche Verwüstungen gemeldet. Ein scharjcr Nordwind trieb bas Flammenmeer mit gewaltiger Schnelligkeit über daS Land; alle aufgesWielten Getreideoorräle wurden eine Bente der Flammen. Das tragische Verhängnis, das zahllose Familien an den Bettelstab gebracht hat, ist durch einen unglücklichen Zufall entstanden. Ein Landarbeiter hat gestanden, bas Feuer dadurch verursacht zu haben, daß er ein anscheinend erloschenes Streichholz bei|eile warf. Getreide-Wochenbericht ber Preisbericht,relw bcs Tcui|üjm LauüwirtschaftSrats vorn 8. bis 14. Februar 1910. Das Getveibegeschäft hat auch in ber Bcrichtswoche seinen schleppcnben Eharalttr beibehalten. Der allgemein schwierige Meh'l- ubsatz veranlagt bie Mühlen, ihre Anschaffungen rnoglichit cur- zuschränken; anderseits aber ist das Angebot von Weizen nickst umfangreick), ton Stoggen keineswegs drängend, und da vorn Auslände zeitweise festere Tendenz gemeldet wurde, so konnten sich bie Preise verhältnismäßig gut behaupten, wenn auch au- gesicksts mangelnber Kauflust ber Versuch, billiger anzulommen, hier und da von Erfolg begleitet war. Tie überieeisMn Weizew- offerten bekundeten int allgemeinen mehr sJead>giebigieit, nur Rußs- laud blieb verhältnismäßig fest, da ungünstige Wttterungsveo- Wtnisse bie Zufuhr erfchweren unb bie Vorräic in ben Häfen infvlgebesfen baueriib almdjmen. Auch aus Amerika wirb eine; neuerliche Verringerung ber sichtbaren Bestände gemeldet, was im Verein mit Besorgnissen wegen ber Saaten zu einer Erl)olung Veranlassung gab und auch in Europa befestigend wirkte, zumal Argentinien wieder schwere Gewichte zurücklaufte. Wie im War enge scksti st, so war auck) auf dem Lieferungsmartte mangels Anregmtg der Umsatz sehr gering, aber ba Abgcbet vorsickstig operierten, genügten mäßige Deckung en, um einen zeitweisen Verlust em- zuholen. Ta die in den letzten Tagen erhielte Besserung sich zu behaupten vermochte, schließt die Woche mit -st Mark höheren Preisen. Roggen begegnet bei den Mühlen nack> wie vor geringer Kauflust und auch feeivarts gestattet sich der Absatz schwierig. Wenn sich bie Preise auf dem Lieferungsniarlte twtzbem halten tonnten, unb gegenüber letztem Schluß, sogar eine leichte Besserung sestsMlen läßt, io mag dazu der Umstand beigetrageu haben, daß Pt angel an guten Qwuitäien '21 b gebet im Lieferungsgeschäft vorsichtig macht. Auch zeigte sich anfcheiuenb iut Zusamm.nhang mit früheren und auch neuen Exportabschlüssen einige Deckungsfrage. Der Absatz von Hafer läßt sowohl noch der Stufte als auch im Jnlande zu wünsck)-eu übrig, aber die Provinz trägt diesen Ver- Verhaltnifsen keineswegs Ziechnung; die Forderungen waren nur wenig ermäßigt, und daran sehester 1 en größeiT Umsätze. Angesichts der Unnad)giebigfcit des Inlandes uno der festen Haltung Ruß^ lands zeigte sich für Lieferung Deckungsfrage, so daß Ntais zum Schluß li/2 Mark höher notierte. Rufsische Futtergerste war in naher Ware preishaltend, während spätere Licierung mäßig nach- gab. Tie Preise für ÄLais haben sich vei sttllem Verkehr kaum geändert. Es ftellten sich die Preise üir inländisches Getreide om letzten 'Uiarfttage m i'iürf pro 1000 kff je nach Qualität, wobei das Riehr (+) bezw. Weniger (—) gegenüber ber Vorwoche in Klammern () beigeügl ist, rote 'olgt: Weizen Roggen Haier Königsberg 225 (— 2) 162'/, (- V») 160 (— ) Danzig 235 (— ) 165'/, (- ) 164 (- ) Slettin 223 (- ) 161 (- 1) 161 (- ) Posen 229 (- ) 158 (— ) 155 (— 1) Breslau 228 (— 2) 156 (- 2 156 (— - Berlin 227 (- ) 163 (- ) 173 (— ) Mlagdeburg 220 (- 2) 161 (- 1) 172 (— 1) Halle 222 (— 2) 166 (- ) 170 (4- 3) Leipzig 221 (- 2) 162 (- 3) 174 (- 2) Dresden 226 (- 1) 263 (- ) 167 (- 2) Braunschweig 220 (- ) 161 (— ) 173 (- ) Rouocl 215 (- 160 (— 1) InO (- ) 'Jamburg 218 (— 3) 166 (- ) 175 (- 2) H äiinoöer 227 — 2, 161 (— 1) 174 (- 3! Tüjjeldor' 225 (- 3) 166 (— 3) 165 (— 2) Frantiuri a.M. 234 (- 1/ 17U (— ) 170 (- ) MiannhelM 23ö (— ) 172*/, (- ) 172’/, (— ) Straßburg 232'/, (- ) 180 <- ) 177% (— ) Slutigart 2371,, (—2*4) 175 (- 2 /.) 1621/, (- 275) Miünchen 244 (— 2) 160 (- ) 16u (- ) Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Mai 224.00 (4- o 751 Juli 224.25 (-f- 0.75). Budapest April 235.15 (— 3.30). Vari> Febr. 198.70 (4- 1.20). Liverpool Marz 182.80 (— 0.45). Ehieoao Alai 171.60 (st- 3.00). Roggen: Berlin Akai 172.00 (st- o.öO, Juli 175.25 (st- 0."'0). Haser: Berlin Aiai 164J50 (st- IAO), huli 165.50 (st- 0.50) Mik. 53 Märkte. Gießen, 15. Febr. Marktvericht. 2(ui heutigem Woeben- maikte foilete: Butler pr. Pid. 1.00—1.11, Aich Hühnereier 1 Si 9—10 Big., Enteneier 1 St. 0 Psg., Käse pr. St. 6—8 Pf' Erbsen p. Pid. 00—00 Pia., Linsen v. Psd. 00—00 Pfo., Tauben' pr. Pr. 0,80—1,00 Hiihuer pr. St. 1,00—1,60 MU., Löhne pr Stuck 0,80— l,80Mich Gänse pr. Pid. 60—70 Pf., Enten pr. Stuck bis 2,20 Mich Ocbseufleisch pr. Pid. 76—84 Pig., Zluhileisch pr. Pid 60 Pig., llstudsleisch pr. Pfund 70—74 Psg., Schiveiuesleisc pr. Pfund 80—96 Pfg., Sstuveinefleisä), gesalzen, pr. Pjv. 96 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 72—76 Pig., Hammelfleisch pr. Pst' 60—80 Psg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.50—6.00 Mik., Zwiebeln per Ztr. 5,00—6,00 Mich M.ilch per stiler 20 Pfg., Weißkraut pec st stick 10—15 Pig^ per Zeuluer Mik. 0.00—O.ÖO., Aepfel per sttr. 10—18 Mich Birnen per Ztr. 10—15 Mik. Dlüffc 100 Stück 40-^-5i' big., per Ztr. 0—Ou Mik Miarktzeit von 8—2 Uhr. F.C. Wiesbaden. Viehhoi-Miarltbericht vom 14. Febr. Auitrieb: Rinder 81, Kälber 47, Schaie 36, Schweine 426. Tendenz: Rinder mittelmäßig, Kälber mittelmäßig, Schaie unt Schweine mittelmäßig. Preis Turdj- pro 100 Pfd. schnittsprels -ebend. L»lrchc, pro 100 Pfund r» , . gewichi r-eccnd. Lchiachk, O ch f e n. von-biSvon-brS 6erot4t Lollfleischige, ausgemäslete, höchsten Schlachlivertes, höchstens 6 ^ahre alt 43—47 78—84 45 81 Junge, fleisclnge, nicht ausgemä|iete und älteie ausgemäslete 38—42 72—78 40 75 Färsen. Kühe. Voll fleischige aiisgeinäslele Färsen höchst. Lchlachtivenes ....... 39—42 72—80 40 76 Volisieifchrge ausgemästete Kühe höchst. Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. . 35—38 66—73 36 69 'Heitere ausgemästete Kühe und wenig gut entiuictelte jüugereKuhe u. Färsen 29—34 56—67 31 61 Müßig genährte Kühe und Färsen . . 25 — 28 53—58 26 55 Gering genährte Kühe und Färsen . . 21—25 40—46 23 43 Kälber. Feinste Masst (VoUmilchmast) und beste Saugkälber 48-53 80—89 50 84 Mittlere Masst und gute Saugkälber . 41—47 70—7t 44 74 Schate. Maftlämmer und jüngere Masthammel 38—10 76-80 39 78 Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht ..... 56—58 72—74 57 73 Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Leveudgewlcht 56—58 72—74 57 73 Fleischige Schweine 55—58 70—74 56 72 Tie Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brorpreisc am 14. Februar 1910. Familien-Naehrichten. Höchste Schlachtviehpreise m Frankl n r t a. Ml. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 43—47 Mk. */, Kg. Schlachtgew. 52 —56 Pi. 7« „ , 5a-57,00 p */, Kg. 76—84 Psg. 7, , 72—76 , 7. „ 80-96 , Getreidepreise in Di a n n h e i m Brotpreije in Gießen Welzen 10U Kg. 23.50-OU.OU Mtt. Roggen 100 Kg. 17.25-00.00 Mik. Weißbrot 2 Kg. 62 Pfg. Schwarzbrot 2 Kg. 51 ——— Geboren. Herrn Nikolaus Mrüller in Staffel a. b. Lahn ein Sohn. Verlobt. Frl. Käthe Scharrnanu in Wohmelb mit Herr" Christian Slreubev in Grünberg. — Frl. Minna Klingelhöfer in fertiger mit Henn August Steinbach in Marburg. Gestorben. Frl. Iba Jung in Freienseen. — Herr Georg Schneid in Friedberg. — Herr Heinrich Wolf m Qckershausen. — Herr Lorenz Jung m Kirtorf. — Herr Heinrich Jung m Friedberg. — Herr August Saeger, Oberzahlmeister a. D. in Darmstadt. — Frau Klara Engelhardt, geb. Wißner, m Marburg. — Frao Elisabeth Wnershaujer, geb. Heldmarni, in Marbach. — Herr Heinrich Lehr m Nidda. — Frau Luise Leidet' m Wetzlar. — Frau Luise Schmidt, geb. Schweitzer, m Wetzlar. Brüderchen und Schwesterchen. Wer kennt sie nicht, die kleinen Sorgenkinder mit den blassen unb müden Gesichtchen und möchte sie gerne in frohe und blühende Wesen verivandeln. Wie- sich dicS erreichen aßt, verraten die nachfolgenden Zeilen: Erfurt, Hirschlachufer 15, 14. April 1908. „Nachdem ich schon vor mehreren Jahren an meinem Söhnchen bie vorzügliche Wirkung von Scotts Emulsion feftaefteUt hatte, ent- chloß ich mich', auch mein 4 Jahre altes Mädchen Gertrud das Präparat nehmen zu lassen. Das Kind war blaß unb blieb den ganzen Tag über ucrbrießlicb im Zimmer. Noch Verbrauch einiger Flaschen Scotts Emulsion ist ein solcher Wandel eingetreten, daß alle, die das Kind früher gekannt haben, darüber erstaunt sind. DaS vorher so matte Wesen ist fröhlich und lebhaft geworden, und das Kind tummelt sich jetzt den ganzen Tag aus der Straße herum, t fo daß es ordeutlich schwer ist, es wieder ins Zimmer zu bekommen. Die Kleine hat jetzt em rosiges Aussehen, hat tüchtig zugenommen und ist in jeder Beziehung recht vorangekommen." (gez.) Will). Bender. Scotts Emulsion, bei deren Herstellung die denkbar feinsten Materialien verarbeitet werden, ist eines der besten Kräftigungsmittel für groß und klein. Ihre Vorzüge: leichte Verdaulichkeit, Qppetitöci’beffernbe Wirkung, aromatisch süßer Geschmack, verdankt sie dem Scottschen feer» stellungsverfahren, wofür einzig die jeder Prtckimg yxdS1 bcT'eSS aufgedruckte Schutzmarke — der Fischer mit dem lq--Der'ahrmsr Dorsch — volle Garantie gewährt. ScorkS <ämui)tuu wuo von une aueidjitetjU* im mubi। »uauu uuD zwar nte to|e nach (Bereicht ober Matz, ionbern aui in versiegelten Crtginalfluidie:: m Ratton nut unterer Schutzmarke (Fächer mit bem Dorich). tscott u. Bowne, ü>. at b. H., Frankfurt a. M , Seitanbt'tle: Fetnsier tDttbQtnaUUebertren l6O4>. brutto Glvzertn 00^. ttnierDhoepbongtaurer Ralf 44 untervhoövliortg aure» Station 2A). palo Tragant SA fötnfta arab. (ünuur.t pul» 2,0. befrill Wasser 129X) Alkohol lix> Hierzu arontat >.-re Smulnon mtt ?Zimt- ManbeO und iLa.Utkeriao! 2 Trooieu Sanger und Redner. Das Gute bricht sich Bahn. Dieses alte Wort bewährte sich in den letzten Wochen ganz besonders bei den Anstrengungen, welche die Fabrikanten von Wybert - Tabletten gemacht haben, um für ihre seit 60 Jahren hochgeschätzten Produkte neue Freunde zu erwerben. Die Nachfrage nach Wybert-Tabletten ist so groll. dass die Fabrikanten Mühe haben, in diesen Wochen, in welchen Tausende von Gratisproben die glänzendsten Beweise ihres!» ertes erbracht haben, genug Tabletten zu produzieren. Die Stimme wird durch regelmäßigen Gebrauch von Wybert - Tabletten so wohlklingend und ausdauernd, daß Sänger und Redner nur nocu Wybert-Tabletten verwenden, die. in allen Apotheken in Schachteln ä Mk. 1.— erhältlich sind. Depot in fließen: Pelikan - Apo' theke, Kreuz 2. 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