Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. eine ”. Als Schrittmacher, mit in Berlin von seiner Mr sicht über bie jetzige Lage etwas hören wird? Wohl kaum. Wenn er von einer einstigen Rückkehr ins Reichskanzlerhaus träumt, hrtrb er sich in seinen .Aeußernngen Zurückhaltung auferlegen müssen. Bezugspreis: monatlich 75 vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abh^e- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk.2.—vrertel- jährl. ansschl, Bestellg. Zeüenpreis: lokal I5Pft auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz« Verantwortlich für den politischen Teil: August Stunden offen halten. Eine Verschärfung der Strafbestimtnungen für Znwider- hanblungen beabsichtigt die Novelle nicht einzuführen, die geltenden reichen aus. Kardinal Merry de Val. Der „Köln. Ztg." wird aus Rom geschrieben: Man braucht sich nicht zu wundern, wenn die nicht geringen Antipathien, mit denen der Staatssekretär Pius' X. vom ersten Tage seiner Amtsführung an zu kämpfen gehabt hat, angesichts der zunehmenden Zerfahrenheit, die sich in der Geschäftsführung der Kurie kundgibt, in den Kreisen der Prälatur mehr und mehr an Boden gewinnen. Die Demütigungen, die der Hl. Stuhl im Verlauf der Enzyklika-Angelegenheit erfahren hat, sind im Vatikan noch nicht vergessen. Man ist den Ursachen des Unheils, das die unbedachte Redensart über die Reformation hervvr- gerufen hat, nachgegangen und hat feststellen können, daß die einfachsten Ueberlieferungen des Geschäftsganges bei diesem Anlasse vernachlässigt worden sind. Cs ist Brauch, größere päpstliche Erlasse dem Inhalt nach so rechtzeitig der dem Hl. Stuhle nahestehenden Presse sowie einigen Telegraphenagentucen zu übergeben, 0«.- bie’ Oesfenttich keit schon vor dem Versand der amtlichen Publikations- orgone darüber unterrichtet ist, um was es sich handelt. Das ist bei der Borvomäus-Enzyklika nicht geschehen. Es ist so nicht nur ein Schriftstück in aller Seelenruhe htnaus- gegeben worden, das einen Sturm heraufbeschwören mußte, sondern man hat in unentschuldbarer Nachlässigkeit sogar unterlassen, die Oeffentlichkeit rechtzeitig beruhigend über Inhalt und Zweck der Enzyklika aufzuklären. Daß ftarbi nal Merry del Val trotz alledem noch den Papst sich für ihn hat entschuldigen lassen, hat in vatikanischen Kreisen nicht nur Verstimmung, sondern Erbitterung hervorgerufen. Doch war zu erwarten, daß Pius X. in seiner Herzenogüte die Hand über den Staatssekretär halten würde, aber Man fand es in beit beteiligten Kreisen unverständlich, daß Merry bei Val sich an diese Güte wandte. Noch aber sind die unerfteulichen Folgen der Enzyklika nicht beseitigt, und schon sieht sich der Heilige Stuhl in eine neue Ungelegenheit verwickelt. Dieselbe Unfähigkeit, die den Bruch mit Frankreich herbeiführte, geht daran, nunmehr auch mit Spanien sich zu überwerfen. Denn aller offiziösen Klarstellungen des Osservatore Romano ungeachtet wird man in kurialen .Kreisen das peinliche Empfinden nicht mehr los, daß auch hier der Wagen wieder politische Tagesschau. Um Hagen-Schwelm. Zu der Haltung der nationalliberalen Partei und Fortschrittlichen Volkspartei im Reichstagswahlkreis Hagen- Schwelm bringt die „Nationallib. Korresp." folgende Notiz: „Zu den bürgerlichen Parteien im Wahlkreise gehören auch Zentrum und Christlich-soziale; beide verfügen zusammen über 7000—8000 Reichstagsstimmen. Jede einzelne von ihnen kann den Ausschlag zu ungunsten der bürgerlichen Kandidatur durch bloßes Fernbleiben von der Wahl geben. Eine Verständigung ohne ober gegen sie ist daher gleichbedeutend mit freiwilligem Verzicht auf ben Wahlkreis. Die Nationalliberalen halten ein Wahlabkommen für bie Provinz Westfalen mit den Freisinnigen, wie es von biesen vorgeschlagen worben ist, angesichts der verschiedenartigen Verhältnisse in den einzelnen Wahlkreisen für undurchführbar, und zwar um so mehr, als bei dem 1908 für die Provinz Westfalen geschlossenen Landtagswahlabkommen die Freisinnigen in verschiedenen Wahlkreisen Die Ausführung des Abkommens unterlassen haben, und es anderseits eine Lebens- notwendigkeit für bie nationalliberale Organisation in Hagen- Schwelm ist, die Kompensationen für die Unterstützung der Fortschrittspartei hier in Hagen-S chwelm selbst zu finden. Gerade dies ist 1908 voin freisinniger Seite mit aller Macht verhindert worden. Es soll auch fetzt verhindert werden.^Deshalb wurde einer prinzipiellen Erläuterung von freisinniger Seite, wie bie Korrespondenz ergibt, fortgesetzt aus dem Wege gegangen, und bie Vorschläge über ein Provinzialabkommen konnten nur als auf Hinauszögerung gerichtet angesehen werden, und entbehrten jeber praktischen Bedeutung. Die Nativnalliberalen haben eine klare, prinzipielle Stellungnahme des Fortschritts zu ihrem deutlich und richtig verstandenen Angebot vom 12. _ Mar verlangt, ehe sie sich in mündliche Verhandlungen einließen. Um diese klare Stellungnahme hat sich die fortschrittliche Volksparter berum- gedrückt. Die sorischrittliche Volkspartei hat alsdann am 7. Juli 1910 bie Verhandlungen abgebrochen. Das ist die aktenmäßig feststehende Walirheit, an der es nichts ;,n drehen und deuteln gibt.' Fürst Bülow in Berlin. Wie in jedem Jähre, so strebt auch in diesem der frühere Reichskanzler Fürst Bülow aus der Sommerschwüle seiner römischen Villa Malta dem kühlen Gestade von Norderney zu. Er macht diesmal morgen in Berlin Station, eine Tatsache, die keine besondere Beachtung verdiente, wenn es sich nicht gerade in diesen Tagen jährte, daß Fürst Bülow sein Neichskanzleramt niederlegte und Berlin verließ. Aber nicht dieses, wenn man will, rein historische Moment allein sichert dem jetzigen Aufenthalt Bülows in der Reichshauptstadt größeres Interesse, sondern in weit höherem Maße der Umstand, daß sein Nachfolger, Herr von Bethmann-Hollweg sich aufgemacht hat, ihn auf der Durchreise zu begrüßen. Denn unwillkürlich wird man hierbei daran erinnert, was sich alles in diesem Kometenjahr 1910 zugetragen hat, welche Veränderung unsere ganze'politische Entwickelung genommen hat, seit Bülow ging und Bethmann-Hollweg kam. Auch Bülow war kein Großer, wenn man an ihü den Maßstab des schaffenden Staatsmannes anlegt, er blieb hinter dem Riesen von Friedrichsruh weit zurück, aber er war doch immerhin noch der beste Reichskanzler, den wir seit Bismarck gehabt haben. Ob man bei seiner Anwesenheit Funde aus einer alten Kultur. £ London, 14. Juli. Eine Ausstellung von wichtigen Funden aus dem Sudan findet zurzeit in Burlington House, London, statt. Sie besteht aus Statuen, Töpferwaren und Modellen von Götzenbildern aus dem Sonnentempel, defien Ruhm so große Neugierde unter ben Völkern des Altertums erregte,, _uni) der vielleicht im Zusammenhänge steht mit der „Homerischen Sage, wonach Zeus und die anderen Götter alljährlich zwölf Tage unter den „Fehlerlosen Aethiopiern" schwelgten. lieber bie Bedeutung dieser Funde hat sich Professor I. Gar st rang gegen einen Vertreter der „Westminster Gazette!" wie folgt ausgesprochen:. Bis vor kurzem war die wissenschaftliche Erforschung des Sudans infolge der feindseligen Haltung der Eingeborenen unmöglich, aber im vergangenen Jahre wurde mit den Ausgrabungen in Merpe, der alten Hauptstadt kAethiopiens, begonnen. Das wichtigste Resultat wird.vielleicht bie Hinzusugung der äthiopischen Sprache zu der Liste der bereits bekannten Zungen fein. Man hat eine große Anzahl von Inschriften, teils in Hieroglyphen, teils in Kursivschrift entdeckt und hat gefunden, daß die unbekannte Sprache auf dem alpha- bettschen System beruht, wodurch wie Entzifferung der Inschriften bedeutend erleichtert wird. Es ist jedoch eine vollkommen unbekannte Sprache. Die im Sonnentempel und in dem nur etwa eine Mette entfernten Ammontempel gefundenen Gegenstände beweisen, daß der den Sudan bevölkernde Stamm eine hohe Kultur besaß. Geschnitzte Bildnisse des Löwen, des Tetems der Aethiopier, sind mit außerordentlicher Geschicklichkeit aus- aeführt, desgleichen das aus einem vulkanischen (Steine gebildete Mooell eines Frosches, sowie ferner verschiedene Modette von Tempelgeräten, die mit himmelblauer Emaille Kaffeezoll und Reichsfinanzreform. Die vöm 1. August v. I., also seit Inkrafttreten der Zollerhöhung, bis einschließlich Mai in das deutsche Zollgebiet eingeführte, und dem Verbrauch übergebene Menge Kaffee beträgt 1188918 Doppelzentner gegen 1824 464 bezw. 1 501 272 Doppelzentner in den entsprechenden Zeiträumen der Vorjahre ; es ist demnach ein Ausfall von 635 546 bezw. 312 354 Doppelzentner festzustellen. Allein für die ersten beiden Vorjahre eine Mindereinfuhr von 446 261 bezw. 145 071 Doppelzentnern. Die vorstehenden Zahlen zeigen, welche Verluste dem Kaffeehandel im Groß- wie im Kleinverkehr durch die starke neue Belastung erwachsen sind. Naturgemäß entsprechen auch die durch die Kaffeezollerhöhung erzielten Zollerträge in keiner Weise den optimistischen Erwarttingen der Schöpfer der Reichsfinanzreform. Während in den'Monaten August bis einschließlich Mai 1907/08 der Ertrag aus dem Kaffeezoll 60 Mill. Mk., in den entsprechenden Monaten 1908/09 ca. 73 Mill. Mk. betrug, wurde in derselben Zeit 1909/10 eine Einnahme von nur 71,3 Mill. Mk. erzielt. Commander Pcary, der unerschrockene Eroberer des Nordpols, setzt im Corriere della Sera die Veröffentlichung seines Reise- tagebuchcs 'fort und schildert dabei einen aufregenden Zwischenfall, der den ttihnen Pionieren der Wissenschaft in den Gefilden des ewigen'Eises um ein Haar ein tragisches Ende bereitet hätte. Die „Roosevelt" liegt längst hinter den verwegenen Forschern; mit ihren niedrigen Schlitten bahnen sie sich mühsam über die zackigen Eisfelder ihren Weg. nordwärts: dem Pole zu. Marvin, der Zeitlang als Schritttnacher Pearp vorausgeeilt war, hat 56° 34' nördlicher Breite bereits seine verhängnisvolle Rück- Ruheplatz sein Lager auf; rasch werden die Schneehütten aufgetürmt, und das kärgliche Mahl von gedörttem Fleisch, Biskutt und Tee verzehtt. Man hat in sechs Stunden 22 Kilometerzurückgelegt: mit diesem stolzen Bewußtsein kriecht man in die Schneelöcher zur Ruhe. „Ich lag bereits im Halbschlummer, als ich in nächster Nähe meines „Jgloo" das Eis zittern und krachen höre. Aber die Unruhe war nur kurz; ich dachte, sie rührt von dem vor uns liegenden Kanal her, wickle mich wieder in meine Decke und versuche zu schlafen. .Aber plötzlich höre ich außerhalb der Hütte ein wildes Schreien. Im Nu bin ich auf den Füßen, luge durch die kleine Oeffnung des Jgloo hinaus und sehe . . ja, zwischen unserem Lager und Bartlett dehnt sich ein breiter! offener Kanal." Die Eisfläche, auf der man rastete, ist geborsten, und drüben, auf einer mächtigen, losgelösten Scholle, brüllt einer von Bartletts Leuten in jener ratlosen Verzweiflung, die für die Eskimos charakteristisch ist. Pearp weckt sofott seine Gefährten; ein paar Sekunden später ist alles im Freien Dis eigenen Schneehütten liegen bereits hatt an bei Wassergrenze, die Hunde, diese unentbehrlichen Gehilfen, sind in Gefahr, in die Fluten zu stürzen. Daneben schwankt ein hoher Eisblock und fällt krachend nieder, zu!m Glück, ohne- die Hunde zu treffen. Und inzwischen sieht man in dem ungewissen Nebel, wie die Scholle, auf der Battlett mit seinen Gefährten gelangen fitzt, langsam, aber stetig dahin tteibt. Wird es gelingen den Gefährten vor dem Schicksal zu retten? Drüben trifft man bereits alle Maßnahmen, in atemloser Hast werden die Vunte ange,chirrt und die Schlitten beladen, um für jede Gelegenheit gerüstet zu sein. Auch Pearp macht seine Expedition mobil. Gütige Minuten banger Befürchtungen und angstvoller Spannung folgen Da, endlich kamt man wahrnchmeu, wie bie mächtige Eisscholle deut Ufer des Kanals entgegentreibt, der Stelle zu, wo Pearp mit seinen Gefährten hält. Nock) ist die Gefahr, daß der Anprall zu heftig wirkt und neue Brüche in die Eisfläche reifst. Der Zufall muß entscheiden. Am Rande des unsicheren Spiegels steht Pearp, bereit, dem Freunde beizuspringen. Auch drüben hat man die Situation erkannt und ist gerüstet. Da stößt knirschettd die treibende Scholle an den Rand des festen Eises, ein hastiger Zuruf, ein schnelles Handeln; die Schlitten mit ben unruhig bellenden Hunden setzen sich in Bewegung, und wenige Sekunden später steht Battletr nnt feinen Leuten gerettet neben den Genossen. „Bis zu 87° 12’ sind wir gekommen, also erheblich weiter nordwärts als vor prei Jahren," von 8c ------------------------- .— - z - reise angetreten, während Pearp hinter Bartlett unermüdlich vorwärts strebt. Die Kälte nimmt immer mehr zu. Am 27. Mürz genießen die Reisenden einen Anblick, wie nur jene menschenfernen Polarzonen ihn bieten können: der Himmel sttahlt in einem zarten, matten Blau, das Licht spiegelt sich auf der weiten Eisfläche, und überall ist ein Leuchten und Strahlen, das den Augen wehtut. Hier begegnet auch Pearp, fast 240 Seemeilen nördlich von Crantland, zwei Wölfen; es ist der nördlichste Puntt, an Dem je Landtiere gesehen tourten. Der 87. Grad ist überschritten. „Das Bewußtsein, mit Menschen und Tieren in guter Verfassung und mit reichlichem Proviant so toeit gekommen zu fein, ließ mich an jenem Abend in gehobener Stimmung zur Ruhe gehen." Als Pearp am Morgen erwacht, ist Bartlett, der Schrittmacher, mit seinen Schlitten und den Eskimos, bereits aufgebrochen. Pearp folgt ihm, sechs Stunden lang geht der Weg über eine holprige Eisfläche: dann stößt man auf den Lagerplatz Bartletts. Er liegt neben einem großen, seeartigen Kanal, diesem meistgefürchteten Feinde der arktischen Wanderer. Der Himmel ist grau geworden, ein düsterer Nebel senkt sich hernieder und hüllt alles in trostlose Unbestimmbarkeit. Um Ballett nicht in seiner kurzen zeigen ägyptischen und griechischen Einfluß, und es ift bekannt, daß die Herrscher ägyptischen Ursprungs waren. Der Sonnentempel soll von sehr schöner Architettur und auffallend gut erhalten sein. Hinter dem Altäre sand man menschliche Gebeine, die jedenfalls von einem Opfer zurückgeblieben waren. Andere Anzeichen beuten darauf hin, daß die Stabt in der Eile verlassen war, und man nimmt an, daß sie von ben Horden der östlichen Wüste geplündert wurde. * Neues aus pearqs arktischem Tagebuch. Zur Neuregelung der Sonntagsruhe. Man schreibt uns aus Berlin: Ein Entwurf über die Neuregelung der hctndels'gewerb- lichen Sonntagsruhe wird dem Reichstage voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahres zugehen. Die Verhandlungen zwischen dem! Reich samt des Innern und den zuständigen preußischen Ressorts werben in nächster Zett beendet sein, so da»ß eine fertige Vorlage dem Bundesrat im Laufe des Herbstes zugehen wird. In der Hauptsache stehen die Bestimmungen bereits fest. Die Bestimmungen der Novelle werden allgemeinen Charakter haben und den Verwaltungsbehörden die Neuregelung im einzelnen nach den verschiedenen lokalen Verhältnissen -überlassen bleiben. Einzelheiten über die zu beobachtende Praxis werden die Ausführungsbestimmungen enthalten. Der Entwurf geht von dem Gedanken aus, den sonntäglichen Ruhetag ben Angestellten noch mehr zu gute kommen zu lassen wie bisher, ohne bie Geschäftswelt und das Publikum zu sehr zu schädigen. Es ist die Beobachtung gemacht worden, daß für eine Reihe von Branchen eine gänzliche Sonntagsruhe keinen Schaden anrichte und daß das Publikum sich an eine weitere Ausdehnung der Sonntagsruhe ebenso leicht gewöhnen wird, wie früher cm die Beschränkung der Verkaufszeit an Sonntagen. Die Novelle will also Vorschlägen: völlige Sonntagsruhe in allen Betrieben, die mit keiner offenen Verkaufsstelle verbunden sind; für gewisse betriebe und in Festzeiten ober in der Zett der Brauch en-Hochsaison sind Ausnahmen zulässig, doch darf die Arbeitszeit zwei Stunden nicht überschreiten: näheres haben die Ortsstatute anzu- vrdnen. Beschränkte Sonntagsruhe herrscht bei allen offenen Verkaufsstellen, im allgemeinen soll die Ber- kaufszeit bei ihnen aber nur noch drei Stund e n währen, die möglichst so gelegt wird, daß sie vor die Kirchzeit fällt, also die Angestellten nach Beendigung des Gottesdienstes Herren ihrer Zeit sind. Da beobachtet worden ist, daß den Angestellten vielfach die Möglichkeit zum Kirchenbesuch fehlt, so muß der Schluß des Geschäfts bereits 30 Minuten vor Beginn des Gottesdienstes beginnen und nach Beendigung des' Gottesdienstes .die gleiche Zeit bis zur erneuten Ge- schäftsßröffnung verstreichen. Im allgemeinen haben die ufo üu.i di/2 bis IV/2 Uhr vormitt'ags zu schließen. Für die sogenannten Leb ens mittelbrauchen (Fl isch, Materialien, Vorkost, Butter, Backware u-w.) ist die Lieber» schrettung der dreistündigen Maximalarbeitszeit bis zu höchstens 6 -Stundenzulässig. In diesem Falle müssen die 5 Stunden so gelegt werden, daß spätestens um 2 Uhr nachmittags überall vollständige Sonntagsruhe eintritt ; auch die jetzigen Ausnahmen für Bäckereien und Blumengeschäfte sollen sortfallen. Mer noch eine weitere Wohltat für die Angestellten ist geplant. Es soll in Zukunft streng darauf geachtet werden, daß an Sonntagen beim Eintreffen der Schlußzeiten kein Kunde mehr bedient wird, auch bann nicht, wenn er bereits vorher im Laden anwesend war. Die Beobachtung hat gezeigt, daß cm Sonntagen häufig ganz kurz vor Schluß der Laden si.ch noch füllt und die Abfertigung der Kunden sich lange über die gesetzliche Schlußz-eit -ausdehnt. Die Sonntagsruhe der An- gestellten wird dadurch bedeutend eingeschränkt. An Wochentagsabenden ist die Bedienung der beim Schluß anwesenden Kunden zulässig. Der Entwurf verzichtet auf den Erlaß von Sonderbestim- mungen für große, mittlere und kleine Gemeinden, da die Verhältnisse in den Einzelstaaien grundverschieden sind. Hier wird das Ortsstatut eingreifen, um zu verhindern, daß zu Nr. Erstes Blatt 160. Jahrgang Freitag 18. Juli INI« Der Siehener Anzeiger «ro« a erscheint täglich, außer vy Z Gießener Anzeiger für die Redaktion 112, vXjy 'SJr ’S— General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Anzeigen tr W ? Off u.Land" und „Gerichts- bÄ vömüttaA"3"uh7 Roiatioirrdruck und Verlag der vrühi'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftrahe 7. Anzeigen:«^ große Härten au (treten, die derartige gesetzliche Bestim- in nrungen meist im Gefolge haben. Ms sreizngebende Sonntage gelten in Zukunft nur noch die beiden, die den Festen vorangehen, im ganzen also sechs; die Geschäfte dürfen aber auch an ihnen höchstens neun glasiert sind. _. _ , Das älteste der bisher aufgefundenen Objette Datiert hMu ^nhre 600 v Chr. I in trofüofe uiweinnunoarieu. um oaneu kiujl in iculcl iul^ch Die tartf) Ausgrabungen bloßgelegten Gebäude I Rast zu stören, schläst Pearh einige hundert Meter von degei, einmal gründlich Verfahren worden ist. Daß der Zustrom der französischen Kongregationen, der nach dem Inkrafttreten der Trennungsgesetze in Spanien sich bemerkbar machte, sogar innerhalb des spanischen Episkopats mit sorgenvollen Augen verfolgt wurde, ist anscheinend überall im Vatikan bekannt gewesen, nur nicht in den Amtsräumen des Staatssekretärs, der jedoch für die spanischen Angelegenheiten nicht einmal Unkenntnis" der Verhältnisse vorschützen kann. Trotzdem aber hat man die Frage der Behandlung der Kongregationen Jahr für Jahp hinauszuziehen gewußt, bis nunmehr in Madrid ein Mann ans Nalder gelangt ist, der gesonnen scheint, dem Geduldspiel mit dem Vatikan ein rasches Ende zu machen. Wie seinerzeit gegenüber Frankreich, so verlegt der Staatssekretär sich auch jetzt wieder auf das System der öffentlichen Klagen und Beschwerden, das aber nur die Wirkung haben kann, das in Spanien bereits vorhandene Mißvergnügen zu verschärfen. Dies alles hindert nicht, daß die Stellung Merry del Vals nach wie vor als unerschütterlich zu betrachten ist. Pius X. ist nicht nur überzeugt, daß sein Staatssekretär ein Mann von hervorragenden Fähigkeiten und staatsmännischer Begabung ist, sondern auch, daß es lediglich Neid und Mißgunst find, die seine Amtsführung zu tadeln wagen. Da seine Vorliebe für Merry del Val so weit geht, da^ er selbst sehr alten und angesehenen Kardinalen, die gewisse Zweifel an der Ersprießlichkeit der Politik des Staatssetrctärs zu äußern sich erlaubten, zu verstehen gab, er wünsche das Thema der Unterhaltung zu wechseln, ist nicht abzusehen, daß die Verhältnisse sich ändern werden. Das Mißvergnügen in den Kreisen der Kurie ist ganz! beträchtlich. Die Zlottenfrage im englischen Unterhaus. Im englischen Unterhaus erwiderte Asquith den Flotten- nörgleru und fand dabei freundliche Worte des Verstäno- nisfes für Deutschlands Sorgen und Ziele. Ob seine Vergleichszahlen der künftigen Schiffe Deutschlands und Englands richtig sind, wird man ja wohl demnächst hören: London, 14. Juli. Im Unterhaus wies Asquith nachdrücklich darauf hin, wie sehr sich die Regierung in den vergangenen Jahren durch den Wunsch nach Sparsamkeit habe leiten lassen. Niemand, so fuhr btc Premierminister fort, kann die Notwendigkeit vermehrter Flottenausgaben mehr beklagen als ich; abe!r da ist ein anderer sehr wichtiger Grund den Dillon hervorgehoben, und der, wie ich gleich ihm meine, Anlaß zu tiefem Bedauern ist, nämlich, daß die Vermehrung unserer Flottenausgaben mit der Idee verknüpft worden ist, als wären wir in irgendeinem Sinne feindselig gegen die befreundete deutsche Nation, oder als hegten wir irgend welche feindselige Absichten gegen sie. Nichts ist von der Wahrheit werter enfernt als das. (Beifall.) Ich bedaure lebhaft im Interesse der internationalen Freundschaft, daß es Dillon für angezeigt gehalten hat, aus Magazinen anonyme Artikel zu zitieren, um den Eindruck zu erwecken, als ob in einem oder anderen der beiden Länder, die sich zur Vermehrung der Flotten - ausgaben veranlaßt sehen, die feindselige oder aggressive Absicht gegen das andere im Spiele wäre. Nichts ist von der Wahrheit iDcitcr entfernt als das. (Beifall.) Ich kann mit vollkommenster Aufrichtigkeit sagen, daß unsere Beziehungen zu Deutschland vom herzlichsten Charakter getragen sind und ihn noch in diesem Augenblicke tragen. Ich glaube an eine von Jahr zu Jahr zunehmende Wärme und Innigkeit in diesen Beziehungen und begrüße es, wie es jedermann in diesem Hause tun muß, all die verschiedenen Bewegungen durch welche die beiden Völker mehr und mehr zu einem gegenseitigen Verständnis 'gelangen. Deutschland Hot seine eigene .Politik zu verfolgen und seine Interessen zu wahren. Es ist eine große Weltmacht und hat weit entfernte Kolonien, e.s sendet unabläßlich seine Söhne 1 und Töchter in die fernsten Weltteile, sein Handel wächst überall. Die deutschen Staatsmänner und das deutsche Volk glauben ehrlich, und haben ein Recht zu glauben, daß sie die Stellung als große Weltmacht nicht behaupten und den vielfachen beständig wachsenden Interessen in allen Weltteilen nicht ohne die Vergrößerung ihrer Flottenmacht verteidigen können. Die Regierung müsse auf das Schiffbouprogramm der Welt ein Auge behalten und jedes mögliche Risiko in ihrer Rechnung aufnehmen. Für die Steigerung der deutschen Leistungsfähigkeit komme nicht so sehr der Umfan# der Bauten, als die Geschwindigkeit ihrer Durchführung in Betracht. In diesem Augenblick seien in England zehn Dreadnoughts und in Deutschland fünf kriegsfertig. Vom Stapel gelaufen seien in Großbritannien sechs und in Deutschland fünf, dabei seien zwei britische Schiffe mitgerechnet, die int nächsten Monat vom Stapel gelassen würden. Auf den Werften lägen in England vier und in Deutschland drei. Nach Informationen der Regierung habe Deutschland vier weitere Dreadnoughts bestellt. Ende 19 12 werde Großbritannien scchszehn kriegsfertigeDreaditoughts haben, Deutschland . e t f. Im kritischen Monat April 1912 aber würde Deutschland 13 haben, England einschließlich der im vorigen Jahre bewilligten Kontingentschiffe 20. Im Frühjahr 1913, vielleicht schon Ende 1912, würden vier weitere deutsche Schiffe vorhanden sein, was den Gesamtbestand der deutschen Flotte an Dreadnoughts auf 17 bringen -würde. England werde unter Einrechnung der fünf Schiffe des Programms dieses Jahres im Frühjahr 1913 25 besitzen. Der Premierminister fuhr jetzt fort: Ich freue mich, sagen zu können, daß daS Jahr 1911/12 das letzte unter diesem Gesetz ist, in welchem vier Schiffe gebaut werden sollen. Die Zahl sinkt in den folgenden Jahren auf zwei. Wenn es möglich wäre, durch eine Verständigung zwischen den beiden Ländern selbst jetzt । das Baumaß zu verringern, mürbe niemand mehr darüber erfreut fein, als die britische Regierung. Wie das Haus weiß, haben wir uns der deutschen Regierung in dieser Angelegenheit genähert, aber sie hat sich außer Stande gesehen, irgend etwas zu tun und sie -würde nichts tun, ohne den Akt des Parlaments, welcher das Flottengesetz widerruft: sie erklärt uns — ohne Zweifel vollständig der Wahrheit gemäß — daß fie nicht d i e Unterstützung der öffentlichen Meinung Deutschlands haben würde. Derrtyches Reich. Aus Balestrand wird gemeldet: Der Kaiser ist nach guter Fahrt am Donnerstag früh 8y2 Uhr in Balholrnen ein- getroffen. Der König von Sachsen hat beit Staatssekretären Frhr. v Schoen und Dentburg aus Anlaß ihres Llusschewens aus ihren Aerntern das Großkreuz des Albrechtordens mit dem goldenen Stern verliehen. Der Vertreter der „Kölnischen Zeitung" in Bukarest hatte mit Herrn v. Kid erl e n -W ä cht er eine Unterredung. Dieser erklärte die Nachricht von einer bevorstehenden Begegnung mit dem italienischen Minister des Aeußem für unbegründet. Es läge umsoweniger Anlaß zu einer solchen Begegnung vor, als bi San Giuliano erst vor kurzem sich mit dem Reichskanzler über die Politik ausgesprochen habe. Zu ben gestern gemeldeten portugiesisch-chinesischen Kämpfen wird heute weiter gemcLbct; Das Feuer des von Maeao entfanbten Kanonenbootes vertrieb die Chinesen aus dem Fort Colowan. Das Kanonenboot brachte zwei Dschunken mit flüchtigen Chinesen rum Sinken; alle Chinesen ertranken. Auf der Rede von Macao wohnten sieben chinesische Kanonenboote den Kämpfen bei. Tvic chinesische Negierung postierte auf der Insel Wungkum bei Colowan 1M0 Soldaten, welche die Entwicklung der Dinge abwarten. Nach amtlick>cn Nachrichttn aus Lissabons sandte der Gouverneur von Macao 200 Mann Infanterie und einige Geschütze zur Wiederherstellung der Ordnung nach per Insel Eolowan. Die; Einstellung der Feindseligkeiten geschah am Donnerstag früh auf Bitten der eingeschlossenen Piraten. Nach einer offiziellen Depesche aus Holländisch-Jndien ist im Bezirk Moro des Distritts Tapanoeli auf Sumatra eine Patrouille angegriffen worden. Ein europäischer Soldat wurde getötet, wahrscheinlich sind auch acht von ben ein- geborenen Solbaten gefallen. Aus Stadt und Land. Gießen, 15. Juli 1910. Aus der Sitzung der Stadtverordneten. Gestern versammelten sich unsere Stadtväter nach einer längeren Pause, die durch den Urlaub des Oberbürgermeisters hervorgerufen war, wieder zu einer Sitzung. Die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung war recht lang, aber tm allgemeinen umfaßte sie nur kleinere Gegenstände. Dennoch floß der Redestrom recht munter und namentlich in den Vielen gestellten Anfragen kamen verschiedentlich Gegenstände allgemein interessierender Art zur Sprache. Am meisten geht die Oeffentlichkeit wohl die leidige Bieh- t r a n s p o r t f r a g e an, die an manchen Tagen das Passieren der Bahnhofstraße und der West-Anlage geradezu lebensgefährlich macht. Leider bleibt zunächst alles beim alten, die Bahn verschanzt sich hinter den beauemen Ausweg „betriebstechnische Rücksichten" und so bunbt denn der unwürdige und gefährliche Mißstand weiter bestehen. Nach unserer unmaßgeblichen Meinung sollte es doch möglich sein, die Viehladerampe nach der Westseite des Bahnhofs zu verlegen, und da die Personengleise für den Personenzugverkehr hier in der Hauptsache nur zu ganz bestimmten Zeiten in Anspruch genommen sind, dürfte die Verzögerung in den Viehtransporten durch die Ueberführuna der Viehwagen in ben sonst verkehrsfreien Stunden auch von den Viehhändlern um so lieber in den Kauf genommen werden, wenn ihnen damit die Annehmlichkeit des Viehtreibens längs der elektrischen Bahn erspart würde. Hoffentlich trägt die jetzige Verhandlung dazu bei, daß die wichtige Angelegenheit nicht auch weiterhin nur dilatorisch und von der Bahnverwaltung nur unter dem Gesichtspunkt ihrer eigenen Interessen behandelt wird. Auch bei der Antwort auf die Frage des Stadtv. Grünewald, wie es mit der Erweiterung des Viadukts am Neustädter Tor stehe, konnte man sich des Gedankens nicht erwehren, daß die Bahnverwaltuna ihre fiskalischen den Verkehrsinteressen voranstellt. Grundsätzlich steht sie nämlich auf dem Standpunkt, daß die Stadt sich erst zur Zahlung der gesamten Kosten verpflichten soll, ehe auch nur einmal an die Pläne der .'Aenderung gedacht werden soll. Also erst zahlen, wenn auch inzwischen vielleicht dadurch Menschenleben zugrunde gehen; das ist der „entgegenlommende" Standpunkt, den auch in dieser Frage wieder die Bahnverwaltung der Stadt Gießen entgegenbringt. — Aus den übrigen Verhandlungen sei noch hervorgehoben, daß beschlossen wurde, beim Verkauf städtischen Geländes in Zukunft den Agenten Provision zu bezahlen. Man erhofft davon einen besseren Absatz des städt. Baugeländes. — Auch die Frage der Errichtung eines Krematoriums wurde gestreift. Der Platz ist dafür auf dem neuen Friedhof schon vorgesehen und auch eine größere Stiftung — 30 000 Mk. — ist, allerdings noch nicht verbindlich, schon in Aussicht gestellt. — Schließlich wurde noch bestimmt, daß die Versammlung vom 5. August biä 22. September Ferien hält. * Gedenkfeier für Laufach-Frohnhofen. R. B. Darmstadt , 14. Juli. Der Geben ktag von Frohnhofen ist in diesem Jahre besonders feierlich begangen worden. Zur Einweihung des vorn Jnf.-Regt. Nr. 115 gewidmeten Denkmals hatten sich gestern 40 Offiziere und 80 Unteroffiziere und Mannschaften des Regiments, sowie ncmt| Veteranen, die das Gefecht bei Frohnhofen selber mitgcmacht haben, mit der NegimentSkapelle nach dem Gefechtsfeld begeben ; außerdem nahmen die Offiziere beö1 Konigl. bayerischen Jägerbataillons Nr. 2 und Abordnungen von Oberjägern und Jägern teil. Nach erfolgter Aufstellung am Denkmal — die Musikkapelle batte sich nahe der historischen Kegelbahn postiert — wurde die Feier mit dem Niederländischen Dankgebet eingeleitet. Dann gedachte Oberst v. Etzel (Jnf.-Regt. Nr. 115) der gefallenen 25 Kämpfer des Regiments, deren Namen auch auf dem Denkmal angebracht find. Er widmete beit Gefallenen namens bes G r o ß h e r z o g s einen prächtigen Kranz unb schloß mit einem breifachen Hurra auf Großherzog Ernst Ludwig. Die Musik spielte die Landeshymne, worauf mehrere Kpänz-e niedergelegt wurden, fr. a. legte ein Bruder des hier als ersten gefallenen Feldwebels Jakobi von der Leibkompagttie ebenfalls einen Kranz nieder, ebenso Major Hannappert namens des 2. bayerischen Jägerbataillons. Hauptmann L e Gonllon vom 115. Infanterie-Regiment hielt bei der Kegelbahn einen Vortrag über die Beteiligung des Regiments am Gefecht bei Frohnhausen. Kurz vor 2 Uhr fuhren die Teilnehmer der 115er nach Aschaffenburg zurück und die Unter- offtziere und Mannschaften 'marschierten unter Vorantritt der Regimentskapelle nach ber Kaserne der Jäger, wo fie verpflegt wurden. Nach dem Essen wurde ihnen das Schloß und bas Pompejannm gezeigt. Die Offiziere bes Regiments unb bes Jäaerbataillons, sowie die Veteranen vereinigten sich zu einem einfachen Mittagmahl, bei dein der Regimentskommandeur ein dreifaches Hurra auf ben Kaiser, ben Großherzog von Hessen unb ben Prinzregenten von Bayern ausbrachte. * * * Pfarrperfonalien. Der Großherzog hat dem Pfarrer Wilh. Fischer zu Nierstein die evang. Pfarrstelle zu Groß-Bieberau und dem Pfarrer Ernst Wagner zu Geinsheim die zweite evang. Pfarrstelle zu Bensheim übertragen. * * Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Wilh. Schmitt zu Haufen (Kr. Friedberg) eine Lehrerstelle an der Gememdeschule zu Sprendlingen (Kr. Offenbach), der Schulamtsaspirantin Anny Peters aus Parchim eine Lehrerinstelle an der höheren Bürger- (Mädchen-) Schule zu Alsfeld. * * Ernennung. Nach dem „Neichsanzeiger" hat der Kaiser den Postrat Milk au in Darmstadt zum Ober-Post- direktor ernannt. * * Für die 40jährige Gedenkfeier der Schlachten um Metz hat die Bereinigung zur Schmückung und fortdauernden Erhaltung der Kriegergräber und Dcnttträlcr eine itmsasseitde Festordnung auf- gestellt. Bei den vom 15. bis 18. August sich erstreckenden Gedächtnisfeiern auf den einzelnen Schlachtfeldern wird General-Feldmarschalt Graf v. Häseler Vorträge halten. * * In ber nichtöfsentlichen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde der Fluchtlinienplan für den großen Mühl w e g usw. festgesetzt. * * Stadtv. Krum m über- das sozialdemokratische Programm. Im Saale des Cafe Ebel fand gestern eine in erster Linie für die Studenten der hiesigen Landesuniversität^gedachte Versammlung statt, die gut "besucht war. An Stelle des von dem engeren Senat der Landesuniversität bestraften Studenten M. Schmitt führte Rechtsanwalt Dr. Meuser^den Vorsitz. Er verlas ein an den Senat gerichtetes schreiben, in dem die Zweck- mäßiakeit dieser Vorträge behauptet und der Senat zum Besuch und persönlicher Ueberzeugung gebeten wird. Dann wurde dem Stadtverordneten Krumm das Wort erteilt zu. seinem Vortrage: „lieber den prinzipiellen Teil des sozialdemokratischen Programms/' Da mit Herrn Krumm als sozialdemokratischem Kandidaten für die nächste Reichstags- ; Wahl zu rechnen ist, geben wir feine Ansichten wieder, die nichts Neues waren' und einer besonderen Widerlegung kaum bedürfen. An der Hartd ttmfangreichen statistischen $ Materials für das Königreich Preußen sowie fürs Groß- herzogtum .Hessen stellte er fest: In den letzten 25 Jahren geht die Zahl der kleinen landwirtschaftlichen Betriebe stets zurück. Arbeiterschaft und landwirtschaftliches Beaufsich- tiaungspersonat ft eigen in der Zahl. Die kleinen industriellen Betriebe und das Kleinhandwerk werden erdrückt von den an Umf(ina und Zahl stetig wachsenden Groß- S betrieben. Die Zahl der in diesen Betrieben angestellten ' Beamten wächst. Die Frauenarbeit nimmt zu. Diese infolge der Anwendung des Dampfes und der Maschinen hervorgerufene Aenderung früherer Verhältnisse ist noch nicht auf ihrem Höhepunkt angetangt. Wer kann heute schon wissen, wer in etwa fünf, Jahren von dieser immer weiter drängenden Entwickelung weggefegt ist? Das Kapital sammelt sich in den Händen Weniger. Die Mehrheit des Volkes wird (immer Ar ehr zur besitzlosen, vorn Großkapital und Großunternehmertum abhängigen Klasse ausgebeutet. Wir leben in einem kapitalistischen Staate, in dem das Einkommen höchst ungleich und ungerecht verteilt ist. Das sozialdemokratische Programm, das stellenweise von dem Redner vorgelesen wurde, will eine gerechtere Verteilung derart, daß die kapitalistischen Produktionsmittel dahin abgeführt werden, wohin sie ihrer Bestimmung nach gehören, damit der Voltsorganismus wieder gesund werde, der zurzeit auf der einen Seite an Blutüberfüllung leidet und auf der anderen Seite an Bleichsucht zugrunde gehen muß. Dieses Staatsqe- bäude müsse mit Naturnotwendigkeit einmal in sich zu- sammenbrechen, denn ber übertoiegenb größte Teil des Volkes' 'habe kein Interesse für den Fortbestand eines solchen Staates, ber ihm feine sichere Existenz biete u. so wenig für sein körperliches u. geistiges 'Wohl tue. Er denke sich eine Bereinigung aller Betriebe zu großen Wirtschaftsgenossenschaften, au denen jeder schon den Platz erhalte, der ihm nach Intelligenz, Bildung und Brauchbarkeit zukomme und den Lohn, der ihm gebühre. Das brauche alles nicht mit Gewalt zu gehen, auch werde man das Gute und Sraudfbare des jetzigen Staates mit hinübernehmen. Er schloß mit der Aufforoe- rung, das sozialdemokratische Programm zu studieren. Bei ber Aussprache hatte sich nur ein Redner zum Wort gemeldet. Er vermißte die genaueren Angaben über ben sozialdemokratischen Zukunftsstaat. Darauf wurde >ihm die Antwort, das sei zunächst gleichgültig, mache sich auch ganz von selbst. Die als richtig erkannten Ideen aber würden sich durchringeu und dem sozialdemokralffchen Staate würde sicher ein noch besserer solgen. Für nächsten Mittwoch wurde noch Oberlehrer S tr e ck e r - Bad-Nauheim als Redner an- ; gemeldet und dann die Versammlung geschlossen. ** V o n ber Eisenbahn. Zur Beruhigung der Reisen- \ ben verfügte ber Eifenbahnminister von Breitenbach, baß in Fällen, wo ber Zug auf freier Strecke zu halten ge- ! zwungen ist, bas Zugpersonal den Reisenden in angemessener Weise die Ursache bes Aufenthalts mitzu- teilen hat. ** Wär enschwin b el. Gestern kam eine angebliche i Werkmeistersfrau in einen Laben unb kaufte für j 4 Mk. Waren. Auf ihre Bemerkung, sie hätte nicht genügend Geld bei sich, wurde ihr erklärt, daß nicht kreditiert würde. I Hierauf ersuchte sie, ben Hausburschen mitzusenden, dem sie i gegen Aushändigung der Waren das Geld geben würde. Anstatt dies auch zu tun, sagte sie dem Hausburschen, „er sei nur mit geschickt worden, damit er wisse, wo sie wohne." : Wiederholtes Ersuchen um Rückgabe der Waren oder lieber* sendung des Gegenwertes war erfolglos, so daß Anzeige erfolgen mußte. r. Reis kir ch en, 13. Juli. Heute ging ein s ch w er es Gewitter, verbunden mit Hagelschlag, über unser Dorf nieder. Es hagelte etwa 15 Minuten, die Hagelkörner waren so groß wie Taubeneier und die Frucht hatte sehr zu leiben. 1 In ben benachbarten Dörfern hat es überhaupt nicht geregnet. Unser neues S ch u l h a u s wird in diesem Fahre im Rohbau fertig, es kommt im Laufe dieser Woche noch 1 unter Dach. O San bad), 14. Juli. Für den im Marz gestorbenen Bürgermeister Jochem war heute Ersatzwahl nnberaumt. Gewählt wurde mit 215 Stimmen Kaufmann Rudolf Ritter, während sein Gegentandidat, Landwirt^ Pitz, 96 Stimmen erhielt. Die Zahl ber Wahlberechtigten betrug 392. R. B. Da r m st a b t, 14 .Juli. In ber heute nachmittag abgehaltenen Sitzung ber Stadtverordneten wurde u. a. mitgeteilt, daß die am 12. Juni in Wiesbaden verstorbene Witwe Marie S ch m i d t ke, geb. Gilbert, der Stabt Darmstadt ein Legat von 3000 Mk. für Armenzwecke vermacht hat. Die Versammlung genehmigte ein vom Prinzen Otto z u S ch a u m b u r g - L i p p e eingereichtes Gesuch um Dispens für den Umbau seines hier an der Dieburger Straße jüngst erworbenen Palais. — Die vereinigten Bezirksvereine haben an die Bürgermeisterei das Ersuchen gerichtet, eine, elektrische Straßenbahn ins Martiusviertel zu erbauen. — Mit den von der Eisenbahndirektion Mainz gemachten Vorschlägen für das neue Straßeriviertel am Sitd- bahnhof erklärte sich die Versammlung einverstanden. Darm stabt, 14. Juli. Die B ezirks gruppe Darmstadt des Hansabunbes hat beschlossen, bei den komm end en Stadtverordneten wählen mitzuwirken. Es sollen die hierfür in Frage töminenden Schritte gemeinsam mit ben einzelnen Wahlgruppen unternommen werden. Nachdem mehrere Sitzungen eines zu diesem Zwecke gebildeten Wahlausschusses stattgestlnden hatten, ist nunmehr in der am Montag abaehaltenen Sitzung, zu ber 34 den verschiedensten Erwerbsständen angehörende Herren eingeladen waren, beschlossen ivorden, die einzelnen Wahl- -i gruppen sofort von dem Entschluß der Ortsgruppe des Hansabunbes zu unterrichten. Es sollen die Vereine und Innungen, deren Interessen satzungsgemäß durch den .Hansa- • bunb mitvertreten werden, wie mich die vereinigten Be-H zirksvereine und politischen Parteien ersucht werden, bei der Auswahl und Aufstellung von Kandidaten für die kommenden St adtverorduet e n wah 1 en genieinsam mit der Ortsgruppe des Hansabunbes vorzugehen. Herrnsheim, 14. Juli. Bei dem gestrigen Gewitter wurde die 16 Jahre alte Tochter des Landwirts Johann Kaltenthaler, die Feldarbeiten verrichtete, vom Blitz er- schlagen. Sie war auf der Stelle tot. Ihre um 2 Jahre jüngere Schwester, die sich 2 Schritte von ihr befand, blieb unverletzt. [] Marburg, 14. Juli. Ein heftiges Ringen fand gestern früh am Lahnufer unterhalb der Stadt zwischen I c L I £ bi b I 2 ei bi m H ir P a «i § I A I ei 9 Dl bl bi V sc bi Dir. Prof. Schmidt unserer Amtliche BekMtmchLllgen her Ttsht Gieße« IB12/ bei Abnahme von mindestens 6 Zentner 130 Handlung Die Beerdigung findet in Darmstadt statt. [3898 minern, von ümmern, mmern, Nnßkoks 1.25 1.20 1.15 1.10 J. Bett & Co. rmstadt, Giessen, den 14. Juli 1910 namentlich zu .Wahlzeiten. Dank seines aufrechten Charakters und graben Wesens erfreute sich Dr. Eisenhuth allgemeiner Achtung und Verehrung und sein tragisches Ableben, das durch unheilbare Krankheit verursacht wurde, wird weit über die hessische Schul- und Lehrerwelt hinaus aufrichtige Trauer und schmerzliches Bedauern Hervorrufen. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Wetterausfichten in Hessen am Samstag dem 16. Iull 1910 Warm, flrichmeise Regen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Otto Cramer, ISrngt Cramer, Amtsrichter, Kobert Cramer, Eisenbahnbauinspektor. V1SITKARTEN in jeder beliebigen Schriftart und Kartonsorte, -------- -------------- sowie mit Zirkeln aller studentischen Vereinigungen liefert zu mäßigen Preisen die BrühPsche Univ.-Druckerei. Karlsruhe, 14. Juli Die zweite Kammer hat heute das Finanz g es eh für das Jahr 1910/11, das mit einem Fehlbetrag von Mark 1,997,456 abschließt, einstimmig angenommen. Die Sozialdemokraten stimmten für das Gesetz. Konstantinopel, 14. Juli. Wie verlautet, hat die Polizei inr Zusammenhang mit der Entdeckung des Geheimkomitees gestern weitere Verhaftungen, darunter solche türkischer Frauen vorgenommen. Auch in Brussa sind angeblich Mei Verhaftungen erfolgt. Kleine Tageschronik. Bei einem Tunnelbau in Fulda sind infolge eines Seilbruches eine Anzahl Arbeiter aus beträchtlicher .Höhe in die Tiefe gestürzte Einer lvar sofort Lot, mehrere wurden schwer verletzt. Die Stadtverordnetenversammlung in H a n au hat aus Anlaß der 40. Wiederkehr des Sedanstages beschlossen, die Kriegsteilnehmer von 1870/71 und der früheren Fel^üge bis zu 1800 Mark Jahreseinkommen im laufenden Jahr von der G e m e i n d e- einkommensteuer zu befreien. 1 un mv bl. Zimmer, 2 Zimmer für Bureauzwecke, 1 Wert statt, 1 scheuer mit Stallung 1 dreistöck. Lagerhaus mit Pferdestall und .Heuboden, 1 Laden mit 2 Schaufenstern, 2 Zimmern und Lagerraum. Zu miete» gesucht: 35 Wohnungen von 2—7 Zimmern. Unsere «ßarke „^teiürmg66 allein EcSSTnsX Heute vormittag 11V2 Uhr verschied plötzlich und unerwartet unser lieber guter Bruder, Schwager und Onkel Mk. 1.15 „ 1.10 „ 1.05 GerschtssaaL. fc. Weilburg, 14. Juli. In dem Rechtsstreit der Krrchengemeinde Weilburg gegen ben Preußischen F iskus auf Uebernahme der Kosten für die in der hiesigen Stadtkirche neu gelegte Zentralheizung wurde heute der Fiskus vom Landgericht Wiesbaden zur Zahlung von 14 582 Mk nebst den Kosten verurteilt. Bei der Urteilsbegründung stellte das Gericht sich auf den Standpunkt, daß zu den Kirchenbau- l a st e n im modernen Sinne auch eine Heizungsanlage rechne sowie Anlegung eines Blitzableiters. Die von der Stadt ^ei(^ bürg gestellten Forderungen seien deshalb durchaus gerechtfertigt 1 Wohnung von 10—11 Zimmern, 1 Wohnung von 7—8 Zimmern, 3 Wohnungen von 7 Zimmern, 1 Wohnung von 6—7 Zi 1 Wohnung von 6 Zimmern, 1 Wohnung rc_. 5 " x 5 Wohnungen von 5 Zimmern, 2 Wohnungen von 4 „ 1 Wohnung von 4—7 Zimmern, 1 Wohnung von 4 Zimmern Wasserdichte Zeit- n. Wagendecken liefert prompt und billig und steht mit Spezial-Offerte gerne zu Diensten (3841 Ludwig Lazarus, Aster weg 53. Fernspr. 505. j ■ ■ ■ ....... „ N achaii in an pen weise man Ktrröck.*' I Vereinigte Chemische Werke Aktiengesellschaft. Abteilung Lanolin-Fabrik Martlnlkenfelde. Charlottenhurg, Salzafer 16. Verantwortlich für „Feuilleton" und „Vermischtes I. V.: August Goetz. Giessen (Diezstrasse io), den 14. Juli 1910. In der Lrchtenrader Erpressersache sind neue Drohbriefe an die Familie Kraatz .und an das Berliner Polizeipräsidium gerichtet worden. Montag den 18. Juli abends 8 Ubr Uebung der Pflichtfeuerwehr. Antreten am Turmhaus. Gesaugvereiu Harmonie gcgr. 1846. Wir erfüllen hierdurch die traurige Pflicht unsre Mitglieder von dem Ableben unseres langjührigech Mitgliedes Herrn Ludwig Friedrich geziemend in Kenntnis zu setzen. De Beerdigung findet, statt: Sonntag nachm. 3 Uhr vom Portale des neuen Friedhofs aus. Zahlreiche Beteilig- U"° "wünscht Der Vorstand. «W, Bauer'scher Gesangverein. hiermit erfüllen w,r die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Ebrenmitgliedes Herrn Louis Friedrich geziemend in Kenntnis zu setzen. Gieße n 14. Juli 1910. Vorstand. Dre Beerdigung findet Sonntag nachmittag 3 Uhr von der .wauelle des nritrn Molta Eli. i Direktor: Großh. Baurat Klücher. Maschinenbau-, Hoch- u. Tiefbau. Svczialkurfc zur Verkürzuna des Studiums. — Prospekt frei Senssn besonders die vorzüglichen Sonnensenseu, Sicheln, Wetzsteine, Patent-KlMchacken : : Gießkannen : : sowie sämtliche ArtenbM-UtcnßlM rc. ic. empfiehlt in großer Auswahl ß)|ar Gießen Eisen-, Hanö- u. Küchcngeräte- cinem Feldhüter und einem Korbweidendieb sto.1t. Beide stürzten schließlich ins Wasser. Hinzukommende Leute machten dem Kampfe ein Ende. fc. Weilburg, 14. Juli. Am 30. Mai wurden vor dem Kommissar der Negierung in Wiesbaden die D omän en- Aorwerke ttntergladbacher Hof und Obergladbacher Hof in der Gemarkung Villmar für die Zeit von Johanni 1911- bis 1. Juli 1929 verpachtet. Der erstere hat eine Größe von 50 Hektar und war seither für 2055,75 Mk. jährlich verpachtet, letzterer ist 43 Hektar groß und betrug der Pachtzins jährlich 1933,70 Mk. Gebote legten seinerzeit nur die seitherigen Pachter Peter Roßbach V., Untergladbacher Hof, und Otto Nafziger, Obergladbacher Hof, ab und zwar in Höhe von 2055 Mk. bezw. 2000 Mk. Der Landwirt- schaftSminister erteilte nunmehr den seitherigen Pächtern den Zuschlag. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Lehn heim wurde Bürgermeister Seng einstimmig zum fünftenmal wiedergewählt. — In Allendorf a. d. Eder sind eine Anzahl Leute an Typhus erkrankt. ■ Thüringisches -.....——■— —— . — •P n »r e» Elektro-und Maschinen- Techmkwm Jimena» Heute entschlief meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Grossmutter, Schwester, Schwiegermutter und Tante Frau Antonie Cramer geb. Briel. Gr-giriaL-DrahtrneLSungen. Aus der Zweiten Hessischen Kammer. R.B. Darmstadt, 14. Juli. Die 2. Kammer überwies heute den Antrag des Abg. Leun wegen der Abänderung der Bauordnung an den Ausschuß. Zur Wahlkreiseinteilung führte Abg. Reh (fortschr. Volksp.) aus, daß der reaktionäre Block des Hessischen Landtags mit der von ihm beschlossenen Wahlkreiseinteilung nach dem Pluralwahlrecht eine zweite Mißgeburt geschaffen habe, die vom krassesten Parteiegoismus diktiert worden sei. Seine Partei werde zunächst für ihren Antrag, dann für die Regierungsvorlage und in dritter Linie für den Antrag Bach stimmen. Abg. Bach (Natl.) wandte sich gegen die Wahlkreis-Einteilung des Abg. Winckler für Rheinhessen, die geradezu Ungeheuerlichkeiten enthalte. Abg. Winckler (Natl.) polemisiert gegen die Ausführungen des Abg. Reh. Die von ihm beantragte Wahlkreiseinteilung enthalte nichts, was nicht jede andere Partei in gleicher Lage auch getan habe. — Die Sitzung dauert fort. Die Beerdigung findet Sonntag den 17. Juli, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 3896 Geheimerat Dr. Eisenhuth f. R -B. Darmstadt, 15. Juli. Geheimerat Dr. Eisenhnth ist heute nacht gestorben. Der Verstorbene, der 58 Jahre alt wurde, war seit Jahren schwer zuckerkrank. Ans Verzweiflung über die unheilbare Krankheit öffnete er sich gestern abend die Pulsadern und an den Folgen der Verletzungen ist er wenige Stunden später gestorben. Geheimerat 'Sr. Heinrich Eisen Huth war am 12. Aug. 1851 zu Vöhl (Herrschaft Itter) im ehemaligen hessischen Hinterland geboren und bestand im Juni 1872 die akademische Schlußprüfung in Gießen. 1873 wurde er Lehrer an der Realschule in Darmstadt, 1875 Rektor der Knabenmittelschule in Darmstadt und 1880 Direktor des Lehrerseminars in Alzey, wo er bis 1892 blieb. In diesem Jahr wurde et als Direktor der Viktonaschule und des Lehrerinnenseminars nach Darmstadt berufen. Seine Berufung in die Minrsterialabteilung für Schulangelegenheiten als Vortragender Rat erfolgte sckwn 3 Jahre später und schon 1897 wurde feine ersprießliche Wirksamkeit durch seine Ernennung zum Geh. Schulrat anerkannt. Als 1899 Ministerialrat Soldan infolge der Schillerafsäre von der Leitung der Schulabteilung zurücktrat, wurde Dr. Eisenhuth sein Nachfolger. Mit ihm trat zum erstenmal ein Fachmann an die Spitze der Schulabteilnng und das hessische Schulwesen hat dies nicht zu bereuen gehabt. Ministerialrat — seit 1905 Geheimerat — Dr. Eisenhuth war ein gründlicher Kenner des gesamten Schulwesens und hatte einen offenen Blick für die Bedürfnisse der Schule und der Lehrerschaft Er führte sein Amt ganz im Geiste des vorbildlichen Volksschulge- setzes von 1874, dessen Revision er nicht mehr erleben sollte, und förderte auch das höhere Schulwesen, stets den Bedürfnissen der Zeit Rechnung tragend. Er war ein schlagfertiger Redner, der im parlamentarischen Kampf seinen Mann stand. Seine Rededuelle mit dem Abg. Dr. David bildeten früher stets Höhepunkte der hessischen Kammerverhandlungen. Politisch gehörte der Verstorbene, der unverheiratet geblieben ist, der nationalliberalen Partei an 3n den letzten Jahren trat er, wohl infolge seiner Krankheit, politisch nicht mehr hervor, aber während seiner rheinhessischen Zeit stand er mit in der vordersten Reihe des politischen Lebens, lene Karteffeh, „Kaiserkrone", gibt ab per Nach' nähme inklusive Sack ab Berstadt pro Zentner 3.50 Mk. (3895 Hofgut ötphe, bei Berstadt. H. Jacobi. Himbeersaft, garantiert rein, empfiehlt Oar3 Scäawamb, Telephon 27. P000) Seltersweg 23. Lanolin and B’ Lanolin n „ „ Über 400 „ „ 1.00 Im Gaswerk findet nur Verkauf von über 5 bte meisten hiesigen Kohlenhändler verabfolgen Gaskoks auch in Mengen unter 5 Zentner. Für Anfuhr an das Haus werden 10 Pfg für den Zentner berechnet. Für Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich die Preise außerdem um den Betrag der Oktroirückvergütung von 4 Psg. für den Zentner. Lodwig F riedrich, Monteur Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Neue Kartoffeln (Pfälzer Kaiserkronen) empfiehlt billigst 3748 J. Weisel, Sonnenstr. 6. Montag den 18. Juli ds. Js.. nachm. 2 Uhr, (3903 werden auf dem Lager der Firma Bär L Wetterhahn dahier, Bahnhofstraße, 50 Zentner Brennerei treber auf Grund handelsgesetzlicher Bestimmungen versteigert. Geißler, Gerichtsvollzieher Der blllrge Preis wird nur für den Koks gewährt, der bis 1. September 1910 abgenommen wird. Vom 1. September ab treten die Wintervreise in Kraft.__________________________________ ßi/7 _ _z. Ter letzte diesjährige öffentliche Impftermin für die (5MhF^tItö£. der ^tadt Gießen findet am Mittwoch den 20. Jul, d. I. statt. _________________________________________(bi5/7 Betrifft: Gesuch der Firma R. Sternberg zu Weilburg um Genehmigung zumUmbau derSeifenfabrik in Gießen. Marburger Str.44. p,.. , Die Firma R. Sternberg, Weilburg beabüchligl aus dem Grund- stuck Flur II Nr. 257 und 256 9/l0 der Gemarkung Gießen eine Seifensabrik umzubauen. n- r-, .'^äne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieses in der Darmstädter Zeitung bezw. im Kreisblatt für den Kreis Gießen an gerechnet, auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Gießen zur Einsicht der Interessenten offen. Etwaige Einwendungen find binnen dieser Frist bei Meidung des Ausschluffes bei Großh. Bürgermeisterei Gießen vorzubringen. Gießen, den 11. Juli 1910. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. B. gez.: L a n g e r m a n n.________________(Bls/7 „Der Installateur Heinrich Blum dabier ist zur Ausmbrung von Anlagen im Anschluß an das Gas- und Wasserwerk auf Grund der Bestimmungen vom 29. Dezember 190° zugelafien worden.________________________________________B15 7 Zu vergeben find 240 Mk. Zinsen der Stiftung der Friedr''. Textor Eheleute an verschämte Arme in Gaben nicht unter 50 Mk. Meldungen nimmt das Armenamt, Asterweg 9, bis 31. Juli 1910 entgegen. b,£77 Stadt. Arbeitsnachweis Gießen, Afterweg 9. Es können eingestellt werden: bi5/7 a. bei hiesigen Arbeitgebern: 2 Schreiner, 1 Maschinenschreiner, 1 Buchbinder, 1 Weißbinder- banblanger, 1 jung. Arbeiter, 1 Ladenmädchen, 1 Laufmädchen, 1 Dienstmädchen, 1 Putzfrau. Lehrlinge: 1 Spengler, 1 Tapezier und Polsterer. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 Bäcker, 2 Schuhmacher, 1 Wagner, 2 Anstreicher, 5 Sattler, 2 Schmiede, 5 Erdarbeiter, 1 Ziegeleiarbeiter, 1 landw. Knecht. Lehrlinge: 1 Schmied, 1 Wagner. Es fuckcn Arbeit: 2 Glaser, 2 Tapezierer und Polsterer, 1 Eisendreher, ein Metalldreher, 1 Weinküfer, 1 Elektromonteur, 2 Schreiner, ein Buchbinder, 2 Weißbinder und Anstreicher, 1 Maschinist, zwei Aanschlosser, 5 Halisburschen, 12 Arbeiter, 2 Fuhrknechte, ein Zimmermann, 6 Putz- und Lauffrauen, 3 Waschfrauen, ein Laufmädchen, 1 Krankenpflegerin, 1 Büglerin, 1 Dienstmädchen, 1 Schreiber. Städt. Wohnungsnachweis Gießen, Afterweg 9. Es find zu vermivten: ■ " ■-< M Mr A zW £ M' ■ MM 8 i M M M W W 1 M ■ IB^X- ■ - ____________________________________________________________________■ MW ; IM 9 ■ ‘ - I Ä MM WM WM ■ CAFE ASTq Morgen Samstag abends 6 Uhr ERÖFFNUNG [Dtt/, Parke Giessener Rudergesellschaft M ast Sonntag den 17. Juli 1910 XV. Ruder-Regatta IV. Regatta des Lahn - Regatta -Verbandes Bohnermasse 14 Vereine 46 Boote 22S Ruderer Begann der Regatta nachmittags 3l/2 Uhr •i eilens Gelegenheit! Freitag abend v Linkt!. um 9 Ubr als Goethestr. Alle Grössen! So lange Vorrat! Der Vorstand. 3894) Giessen wozu freundlichst einladet Dl6/7 Der Kirchcnvorstand. Giessener Pröbel-Seminar. 4 Zimmer Lade, Pinsel, Parkettwachs usw. 3901 Mnsburg 13 Gustav Walter Tckphvu 386 Geschäfts-Eröffnung Markersbach 69. Ihv7/a tag den 17. Juki. Heinrich Decker, MMWWWW M lterld|iet.ruto F3 Samstag den 8S« Ju!i9 51 /2 Uhr nachm Sonntag den 17. Juli, 8 Uhr voran. für Parkett, Linoleum, Gestrichene Böden. Dekanatsnnsswnsfeß in Hausen Station Schiffen berg Sonntag den 17. Juli, nachm. 3 Uhr 9»2 ab 9« M 939 Y 92 1 96i Y 92 an T/isiten&arten liefert rasch and billigst Brüh Cache Oiiri»-Dreckeret Sonntag de« 17. Juli 1910: MW im Hardtwaldchen. Abmarsch nachm. 3 Uhr von der Lahnbrücke. Bei ungünst. Witterung Tenors Hardt (grober Saal). Die Herren Studiereuden $e> nießen an der Abendkaste Preis- ermatzigung. 3775] Steinstrabe 51 pari, schöne 5-Zimmer-Wohnung mit Bad per 1. August zu vermieten. Nab, b. E. H. Müller,Schillerstr.26 Zwei 4—5-Z. Wohn. in einem Hause zu mieten gesucht. Schristl. Angebote unter 05874 an den Gietzener Anzeiger erb. Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten. (v14^ Der Vorstand. liii uevnürtcn Fabrikanten: vereinigteFarben- und Lackfabrilen G. m. b. H. vormals Finster L Meisner, München X. Damit behandelte Böden s können naß gewischt wer- S den, ohne daß sich Flecken bilden und der Glanz ver- == loten geht. ~ - E Kein Staubt rri K-in Geruch! Keine Glatte! 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Juli verkehren außer öttt fahrplanmäßigen Zügen nachstehende Züge: 1233, 115, 250, 805, 845, 91b ab Gießen an 707, 1250, 140,305, 8*>, 9w 12«, 125, 2">, 816, 8^2, 9Z an Heuchelheim ab 657, 1210, iso, 255, sso 900 der Bjafen 333016-Zim.-Wobn. spart. 0.1. Stck.) m. Badezim. u. all. Zub. ev.Stall 2c. ii. Gart, p. 1. Okt. Bergstraße 1. Touristen-Hemden in vorzüglichster Ware Jüngere Köchin ? Beiköchin per Anfang oder R.-KL ,Hassia‘. Samstag den 16. d. Mts., abends 9 Uhr: Mitglieder-Versammlung im Bootshaus. (3902 Dienstmädchen zum 1. August gesucht. (BI5/7 _______Chirurgische Klinik. Zuverlässige saubere Lauffrau für einige Stunden vormittags gesucht. Frau Pros. Poppcrt, 3905) Wilhelmstraffe 15. 3904 Inhaber: Ernst Ueinr. Beutner Eigene Konditorei Langjähriger Leiter und Inhaber erstklassiger Etablissements. Eigene Konditorei 05819 Gut erh.weiß emaill. uerntet. Herd u. Ofen preiswert zu ver- kaufen. Ludwigstraftc 37 p. 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