6?S Freitag 15. April 1910 160. Jahrgang Erstes Blatt Nr. 87 Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten. Bei der Reichstags. JobannlSburg, 14. April. Em Unsali der Abg. Grafen Griola. Berlin, 14. Llpril. Reichstagsabgeordneter Graf Oriola wurde, als er vor dem Reichstagsgebäude beim Ueberschreiten des Straßendamms einem Wagen der elektrischen Straßenbahn ausweichcn wollte, von dem in entgegengesetzter Richtung kommenden Straßenbahnwagen ersaßt, zwischen den beiden Wagen hin- und hergeschleudert und zu Boden geworfen. Er zog sich dabei eine A n z a h l V e r l e tz u n g e n zu, die aber sämtlich leichterer Natur sind. Er konnte sich ohne Hilfe in das hiesige Palasthotel, sein hiesiges .Absteige- quartier, begeben. Spätere Meldungen sagen: Im Befinden des Grasen Oriola ist eine Verschlechterung nicht eingetreten. Tie Wunde am Schienbein, die sich der Abgeordnete, als er zwischen zwei sich entgegenfahrenden Wagen zu Fall kam, zuzog, konnte ohne wertere Folgen genäht werden. Außerdem wurden Quetschungen am Rücken und an der linken Schulter festgestellt. Innere Verletzungen trug der Graf nicht davon. Eine Rede Dernburgr. Berlin, 14. April. Der Slaaisset'retär des Reichskolonialamts, Wernburg, sprach heute abend aus Veranlassung des Deutschen .Handelstages im Mozartsaat über Baummollsragen Der Staatssekretär ist m der Lage, seine vor drei Jahren ausgesprochene Anschauung ausrechtzuerhalten, wonach er als Hauptausgabe der deutschen kolonialen Entwickelung eine weitgehende Befreiung der deutschen Industrietvirtschast von der Bevormundung durch andere Nationen, welche die unentbehrlichen Rohstoffe beherrschen, bezeichnete. Für manche wichtige Rohstoffe ist die feste Baus gewonnen, die uns mit Sicherheit im Verlaufe von kurzen Fristen einen großen Teil des betreffenden Rohmaterials liefern wird. Innerhalb ganz kurzer Zeit wird z. B. in den deutschen Kolonien soviel K o v r a gezogen werden, als im Jahre 1907 der deutsche Import war. Hinsichtlich der Hanfstofse wird jeder deutsche Bedarf schon in etwa 1—2 Jahren gedeckt werden. Aunft, Wissenschaft und Leben. — Die Frankfurter Theaterfragc. Man schreibt uns aus Frankfurt a. M. unter dem 14. April: Es ist wohl mehr ein Zufall, als ein Vorgehen nach einem bestimmten Plane, wenn jetzt plötzlich durch verschiedene unerwartete Kundgebungen unserer städtischen Theaterverwaltung die so lange schlummernde Theaterfragc zu einem Gegenstände der lebhaftesten öffentlichen Erörterung gemacht worden ist. Was bisher nur ganz wenige Eingeweihte wußten, daß nämlich neben den verschiedenen orwaten Absichten zum Bau eines neuen ernsthaften Theaters für das Schauspiel auch von Seiten der Stadt, bezw. der ,,Neuen Theater-A.-G/', der Plan eines neuen Theaters, des dritten in städtischer Verwaltung, betrieben wird, ist nun seit heute publici iuris. Ter Aufsichtsrat und der Vorstand der Neuen Theater-A.°G. haben in einer merkwürdigen Kundgebung die wir in un'crer gestrigen Nummer veröffentlichten. T. 9t.\ selbst diesen Plan — uns dünkt ein wenig gar zu vorzeitig, ehe noch die wichtigsten Fragen erledigt sind — der Oeffentlichkert mitgcteilt, — lediglich den Plan im Allgemeinen, ohne nähere Angaben über die Grüße, die Lage und das Programm des neuen Theaters, ohne nähere Angabe aber vor allem, vorher die Mittel zu dem Bau und Betrieb genommen werden sollen. Merkwürdig aber ist diese Kundgebung deshalb, weil die Neue Thcater- A.-G. mit ihr sozusagen Einipruch erheben will gegen ein anderes, privates Theaterproiekt, das schon ziemlich weit vorgerückt ist und an dessen Spitze zwei zurzeit noch dem städtischen Schauspielhause als Mitglieder angehörendc Darsteller, die Herren Hell- m c r und Reimann, stehen. Die Kundgebung bezeichnet dieses private Unternehmen als schädigenden Wettbewerb. Man ist über diese Auffassung der N. Th.-A.-G. allgemein ziemlich erstaunt, und die beiden privaten Unternehmer bezeichnen diese Konkurrelrz- befürchtung mit wohlverständlicher Ironie als ein, Kompliment. Tie Kundgebung ist um so weniger verständlich, als sich die Gebiete des geplanten dritten städtischen Theaters, wie hier nicht naher ausgeführt werden kann, lind des Hellmer-Reimannschen Projektes recht woht vo,leinander abgrcnzen lassen, so daß für beide Theater Raum wäre. Es handelt sich also woht um einen übereilten Schritt, den man bei ruhiger Ueberlegung selbst bedauern wird, und die Entwickelung der brennenden Theaterfrage wrrd hoffentlich von nun an in ruhigeren und friedlichen Bahnen verlaufen. Für die städtischen Theater kann eine ernsthafte Inangriffnahme der Neubaulrage sowieso erst nach endgültiger Erledigung der Intendanten frage erfolgen. Diese steht noch 'cheinlich. , . . , .... . Die deutschen Kolonien zeigen eine sehr schone und stetige-Kurve. Ostasrika hat im Jahre 1902 mit 370 Kgr. be- gönnen, im Jahre 1904 188000 Kgr. gebracht und un ^zahre 1908 247 000 Kgr. gleich etwa 1000 Ballen Baumwolle der ägyptischen Varietät. Togo, welches 1901 mit 10 000 Kgr. anfing, hat 1908 420 000 Kgr. gleich 1620 Ballen produziert. Was hier geschehen ist, ist eine reine Versuchsarbeit. Durch die Arbeit des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees und der Regierung ist sestgestellt morden, daß auf größeren Flächen erhebliche Quantitäten gezogen werden können. Eine Reihe von Industriellen hat sich veranlaßt gesehen, größere Flächen Baumwollbodcns in den. Kolonien zu belegen und man wird für das Jahr 1909 zum ersten Male das Ergebnis dieser jetzt im Betrieb genommenen Anlagen in der Exportstatistik vorfinden können. Dabei wird c- sich im Vergleich zu den bisherigen um erhebliche Quantitäten handeln. Das Plus aus O st a f r i k a in den erften 3 Quartalen des Jahres 1909 ist etwa 700 Ballen, in Togo etwa 180 Ballen. In Ostafrika bestehen letzt 17 mittlere und kleinere Europäern, Pflanzungen, die 2000 Hektar mit Baumwolle, ferner 24 Pflanzungen, die in Zwischenkultur etwa 3300 Hektar mit Baumwolle verpflanzt haben. In Entwicklung begriffen sind 12 Baumwoll- plantagen, die ini ganzen 85 000 Hektar belegt haben. Alle diese Neuanlagen find erst möglich geworden durch den Bau der o|t- afrikanischen Zentralbahn, die heule bereits ungefähr. 550 Kilometer von der Küste erreicht hat und in rascher Folge bis nach Tabora vorgestreckr wird, das 1000 Kilometer von bet Küste entfernt, das Zentrum desjenigen Distrikts wird, welcher allem Anschein nach entsprechend der Intelligenz seiner Bevölkerung und der Qualität seines Bodens, soweit sie bisher bekannt ist, verspricht, ein größeres Baumwoltgebiet zu werden, vorausgesetzt, daß die Niederschläge günstig sind. Der Tabora^ 2 i ft r i k t hat etwa die Größe des Königreichs Bayern, de^ daran nördlich anstoßende Muansa-Distrikt die des Königreichs Sachsen.. Bei diesen Versuchen hat sich herausgestellt, daß Togo eine Baumwolle produziert, welche Ersatz für amerikanische Baumwolle zu bieten geeignet ist, und auch Ostafrika eine gleiche Qualität ab- geben wird, wie dies die angrenzenden englischen Nyassa-Ländep zeigen. Bisher wird in Ostasrika nur die sehr hochwertige ägyptische Varietät gezogen. Auch in Kamerun, in beni Grasland nach Adamaua zu, dürfte eine der llpland-Baumwollc gleichwertige Sorte gedeihen.. Aber ein wirklich durchgreifender Versuch, die Baumwolle als Plantagen- und als Eingeborenen-Kultur in großem Maßstabe einzufü'hren, war mangels der Verbindungen einerseits und wegen dem Mangel der Erfahrungen andererseits doch noch ein wenig aussichtsreiches Unternehmen. Jetzt erst scheint der Zeitpunkt gekommen, wo die weitere Fortführung der Versuche einen solchen Erfolg zu versprechen scheint, wo die in dieser Industrie investierten Kapitalien einen Umsang annehmen, daß auch die Reichsregkerung zur Fortführung der Arbeit und zuvi Schutze der Prosperität dieser Anlagen das ihrige beizutragen veranlaßt ist. Hai sie bisher ihre Hauptaufgabe darin gesehen, durch Erfchließnngsbahnun jiber- hauvr erst den Boden vorzubereiten, so wird jie jetzt mit der Privat inbuftric in eine Arbeitsteilung cintretcn können, von der man sich Nützliches versprechen darf. Unsere Ct-aiicen dabei sind nicht schlecht, ^unächu verfügen wir in dem wiiienschast- lich und wirtschaftlich vorgebilderen deutschen Landwirt über eine Unterstützung, welche den anderen Kolonialnatiouen nicht zur Hand ist: bann ist bas landwirtschaftliche Versuchswesen bei uns auf eine bemerkenswert. Höhe gebracht. Der Beweis, daß Baumwolle gut gedeiht, ist erbracht. Wir haben eine starke. sich an die Arbeit verhältnismäßig leicht gewöhnende schwarze Bevölkerung, wie jene etwa 60 000 Schwarze in Ostasrika beweisen, die heute regelmäßig Arbeiter bei Bahnen und Plantagen sind. In bezug aus Löhne find diese Leute nicht verwöhnt. Wir haben eine leistungsfähige und ciiergnajc Saunahrr uno i-inreiiyende Schienenwege. Wir haben zuletzt eine stacke und leiltungssähige deutsche Industrie. Die Arbeit wird dahin zu teilen sein, daß die wissenschaftliche Erforschung der Arbeit der Reichs-Kolonialverwaltung, die praktische Exploration Die dec hei:, ich: i Interessenten sein wird. Ersatzwahl im Wahlkreise Allenslein 3 wurden 23 737 gültige Stimmen abgegeben. Hiervon entfielen auf Kochan (Natl.) 12 655, auf Brämer (Kons.) 10 161 und auf Linde (Soz.) 910 Stimmen. Zersplittert waren 11 Stimmen. Kochan ist somit gewählt. Graf zu Stolberg-Wernigerode war bei der letzten Wahl als Kandidat der Konservativen mit 20 343 Stimmen gewählt worden, denen 833 Freisinnige imö 630 Sozialdemokraten gegenliberstanden. Gewählt hatten 21 860 Personen. Der Ausgang der neuesten Wahl wird den Konservativen zu mancherlei Betiacyuingen und Erwägungen für die Zukunft Anlaß geben. Vie Gbersiächiichiett des Monismus. Mit gesunden und sympathischen Urteilen geht Pfarrer Traub aus Dortmund, der Sprecher einer freiheitlichen Auffassung im kirchlichen Leben, in der „Köln. Ztg." gegen die Großsprechereien eures flachen Monismus vor. Er schreibt u. a.: Wie wir auf dem Gebiet des kirchlichen Lebens für die Freiheit als unentbehrliches Element geistigen Fortschritts kämpfen, fo sind wir der llebcrzeugiing, daß in der Lehre kein Widerspruch zwischen dem wissenschaitiichen Forschungstrieb und der religiösen Ueberzeugung Platz greisen kann. Die Entwicklungslehre ist eine Sctbstvemänblicbkeit. Freilich wissen wir, daß auch sie nur ein Forschungsmittel, also ein Reiz zu neuem Suchen und Finden, keinesfalls eine endgültige Erklärung des Lebens und der Geschichte darstellt. Auch die Ein- heitlichteit des Weltplans und Weltzwecks steht uns fest. Wir weisen ebenso mit dem Programm des Monistenbundes eine „Gegenüberstellung von Golt und Welt, Geist und Natur" in dem Sinne zurück, als ob cs sieh um ein „willkürliches Eingreifen Gottes oder übernatürlicher Uräfte nach Belieben in den Welllaus" bandeln könnte. Die Gewißheit von der Gesetzmäßigkeit alles Geschehens ist geradezu dic Grundlage unserer sittlichen und religiösen Ueberzeugung. Aber wir kennen neben einer „Gegenüberstellung" von Mächten nach dem Muster patriarchalisch-orientalischen Regiments auch eine Gegenüberstellung von Mächten, die sich in der Spannung von Kräften ausdrückt und ohne dic der tatsächliche Fortschritt in der natürlichen und geistigen Welt undenkbar märe. Darum ift unser Gottesglaube nicht etwa eine Konzession, die wir eben notgedrungen der Kirche machen, um das Recht unseres Aufenthalts in ihr zu sichern, sondern der Angelpunkt unseres Gewissens und Lebens. Um Sinn und Zweck in Watur und Geschichte wirklich begreifen zu können, ist es ein trügerisches Spiel, nur die Verknüpfung aller Dinge zu suchen, und zu forschen, wie und wodurch etwas so geworden ist, wie es ist; solange über das Ganze alles Geschehens, vor allem über das Ganze der Menschheitsentwicklung, keine einheitliche Gewißheit verbürgt ist, stehen Forschung wie Lebenshaltung in sich widerspruchsvoll do. Solche Verbürgung kann nie äußerlicher ober trabitioneUer Art sein. Desto nottoenbiger ist ihre Vertiefung in Wollen und Denken. Hier gcrabe setzt unsere Abweichung vom Monismus ein. Was wir ihm zum Vorwurf machen, ist in erster Linie dies: Er hat cs Taufenden seiner Anhänger unheimlich be- a u c m gemacht mit der Formel seiner Weltanschauung. Sie ist cm vieldeutiges Programm, aber keine Lösung. Tas Wort „Mo-, iiismus" besagt zuletzt ebensowenig wie ba-j scheinbar entgegcn- stehende „Tualisrnus". Der Rausch, ben bic bloße Nennung des Wortes „Entwicklung" bei vielen erzeugt, ist gcrabe bei ben wissenschaftlich Ernsten schon lange verflogen. Sie verwerfen bas Wort nicht: im Gegenteil, sie banken ihm. Aber bas verwerfen ve, was heute viele Monisten teilweise in, unausstehlichem Maße bezeugen: Tic Meinung, nun fertig 511 l'ein unb den Schlüssel zu allen Geheimnissen zu besitzen. Die monistische Bewegung hat in Hunderten von Köpfen den wissenschaftlichen Ernst gemindert, und das ist uns Protestanten, die wir mit der wissenschaftlichen Freiheit groß geworden sind, von Herzen leib. Gleichzeitig hat ber Monismus ein Grunbgesühl beS Ntenschcnrums angegriffen unb schwer g e f ä h r b c t: Die Ehrsurcht. Die Goethesche Stimmung ber Ehrfurcht gegenüber dem, was über uns und um uns und unter uns ist. gilt tu vielen monistischen Kreisen als überflüssiger Ballast. Auch wir rennen keine Wunder im dogmatischen Tinn des Worts: aber wir kennen überall Geheimnisse. Wir verbinden uns davor nicht die Augen: aber wir sehen auch nicht darüber hinweg und leugnen sie nicht. Endlich danken wir dem kirchlichen Christentum trotz aller herben Kritik, die wir an der Kirche üben, daß cs für die sittliche Lebenshaltung des einzelnen unb bes Volks einige große gesunde Leitgedanken ausgestellt unb vor allem bic Möglichreit persönlicher Schulb unb bie Notwcnbig- feit opfcrnber Liebc gegenüber ben Schwachen unb Elenbcn stets betont hat. ' „ . Die im letzten Absatz ntedergelegteu Gedanken können Auch beim Kautschuk. bei dem Deutschland 1907 etwa 100 Millionen Mart an das Ausland zu bezahlen hatte uns das ganze Quantum aus den deutschen Kolonien bisher nur erst 10 Prozent des gesamten deutschen Bedarfs ausmacht, wird sim dieses Quantum in kurzen Jahren mindestens verdreifachen. Und diese Ergebnisse sind erzielt, ohne daß die Eisenbahnen bei der Steigerung ber Probuktionszissern bisher irgenb eine Rolle haben 'vielen können. Denn wenn auch bas bcutkbc Volk innerhalb ber letzten drei Jahre nicht weniger wie etwa 300 Millionen Wart für dic Erbauung kolonialer Eisenbahnen bewilligt hat, so haben diese doch, mit Ausnahme des älteren Teiles der Usambara- Bahn, noch nicht zur Hebung ber Bodenkultur beitragen können. Außerdent können ohne eine intensive Fürsorge für bie den belresscnden Ländern angepaßten Kulturen auch bic Eisenbahnen allein dic Länder nickt ersckstießcn und für sich selbst nicht prosperieren. - Die gesamten Zuschüsse des Reichs für die K 0 Ionien betragen für 1910 etroa 21 Millionen Ma r Die Nettoleistung des Reichs aber nur etwa 7 Millionen, Somit ist jetzt cm Stand erreicht, welcher gestattet, zur wetteren kulturellen Erschließung zu schreiten. _ Zur Zeit befinden sich der Baumwollhandcl, die Spinnerei und Weberei und der Vertrieb der Erzeugnisse tit einer außerordentlich schwierigen Lage. Vielleicht ist die Fabrikation in ihren Einrichtungen dem Bedarf der Welt an Waren vorausgeeilt unb die Rohstoffversorgung hinter diesem Bedars zurückgeblieben. Für die verschiedenen Baumwollproduktionsgebiete beginnen sich fetzt bereits KonsumtionSzentren und -Kreise zu bilden. Der neueste ist der ostasiatisch-indische, in dem Japan owohl aus China als auch aus Indien direkte Rohstoffbezuge vor- nimmt, um seine eigene geringe Produktion zu ergänzen. Etn anderer Kreis ist ber russische, welcher bie turkestantschc, persische unb kleinasiatische Baumwolle an sich heranzieht, zur Ergänzung seines ameritanischen, allerdings zollbelaftetcn Imports. Ter dritte und gewaltigste Kreis sind die Vereinigten Staaten selbst, welche bei etwa 29 Millionen Spindeln eine Konsumkraft von bis 5V- Millionen Ballen besitzen. Für die Versorgung des europäischen Kontinents an Rohbaumwolle bleibt lediglich der Ueberschuß der Baumwolle aus den Vereinigten Staaten und Indien. Tas indische Areal für Baumwolle,nimmt nur langsam zu. Der Schlüssel der Situation liegt al,o für den europäischen Spinner unb Arbeiter in ber Beurteilung der Lage in ben Vereinigten Staaten. Der Staatssekretär, ifl auf Grund eingehender Untersuchungen zu folgenden.«chlüNcn gekommen: 1 Für die Annahme einer sehr großen Vermehrung der amerikanischen Anbaufläche unb Produktion in kurzer Frist bestehen hinreichende Anhaltspunkte nicht. 2. Eine wesentliche Verbilligung der Baumwollprobuttion durch" bessere und intensivere Arbeitsmethoden auf dem gegenwärtigen Areal ist gleichfalls für bic nächste Zeit nicht wahr- mir Wort für Wort unterschreiben. Tas in ben ersten I Sätzen erwähnte Willensproblem, die Abhängigkeit von un-j erkennbaren Gesetzen und Mächten, möchten wir dagegen nicht so apodiktisch beurteilt wissen. Wir möchten auch in diesen Betrachtungen das von Traub herangezogene „Grunbgesühl des Menschentums" voll und ungehemmt mitsprechen lassen. ___________________________________ Der Sieg der Nationalliberalen im Reichstage Wahlkreis Sletzkorqck-Zohannisburg. immer aus; es gehen natürlich auch über dic Frage des neuen Leiters ber Frankfurter städtischen Bühnen zahlreiche Gerüchte um, eine Entscheidung dürfte aber auch bei den wirklich maßgebenden Männern noch nicht gefallen sein. Tie Kandidatur Gregor ist wohl aufgegeben. Sehr lang ist nach Streichung dieses Namens die Kandidatenliste nicht mehr, und allzulange wird die Entscheidung nicht mehr auf sich warten lassen. Dann erst wird man über das Dritte städtische Theater, das ohne Zweifel kommen wird, flat und nüchtern iprechcn tonnen. Inzwischen wird sich hoffentlich das Hellmer Reimannfche Theater, das ebenfalls ohne Zweifel foinmen wird, in Ruhe weiter entwickeln. G. Z. — Vom U h l a nd h au s in Tübingen. Das den Erben des verstorbenen Professors v. Sigwart gehörende Uhlandhaus in Tübingen, in dem Uhland von seinem fünfzigsten Lebensjahre bis zu seinem Tode gewohnt hat, und das bisher pietätvoll in seinem alten Zustande erhalten wurde, steht in Gefahr, durch Verkauf in andere Hände überzugehen und vielleicht zu geschäftlichen Zwecken ausgebaut zu werden. Es wäre in hohem Maße bedauerlich, wenn das an der Neckarbrücke gelegene Haus mit feinem terrassenförmig auuu ig:nbc;i a s i;i,tsrci_.en Garten b. zu hergcgcben würde. Es hat jedoch den Auichein, als. ob diese Ge.ahr noch rechtzeitig abgewanDt werden könnte. Tie Tübinger Stadtverwaltung erwägt den Gedanken, das Hans zu erwerben^ D später in städtisches Museum daraus zu machen. Auch der Schwäbische Lchiller-Vcrein und der Bund für Heimatschutz haben Schritte getan im Sinne der Erhaltung der denkwürdigen Stätte. — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. In Münster hat sich ein Verein Münsterseher S t u d e nt 1 n ne n gebildet, oer bereits Die Genehmigung des Rektors erhalten hat. Seine Bestrebungen decken sich im allgemeinen nut Denen ber gemäßigten Frauenbewegung und sind naturgemäß in erster Linie auf bie Interessen bes Frauenstudiumä und der studierenden Frauen gerichtet. Neben idealen Zielen hat der Verein auch praktische Zwecke ins Auge gefaßt imb eine Auskuuitsslelle für Studien- und Wohuungsangelegenheiteu errichtet. — Zu r P liege der Zähne hat ein Unbetaiinler der „Britisch Dental Allociatlon" vier Millionen Marl zur Verfügung gesielll. Im ganzen Lande iolleit Kliniken eingerichtet werden, die Die Bevölkerung über die Bedeutung gejunDet Zahne anUlären und namentlich den Schul- tIndern (o)tenioie oder doch sehr billige zahnärztliche Hilfe gewähren jollen. — In Straßburg ist der aus Belgien flammende cin't berühmte Flötenoirluose Rüquory heute im Alter von Su I a b r 5 :: g est 0 r b -n. MGichener AmeigerM Fernfprech-Anschlüsse: UM 01 Verantwortlich für den für die Redaktion 112. _ 'V politischen Teil: Auaust MM General-Anzeiger für Oderhesfen WW für bie Tagesmnnmer und Verlag der Vrübl'schen Univ.-Vuch- und ZteindruSerei B. Lange. Bedaktion, Lrpedition und Druckerei: Schnlstrahe 7. Anzeigen'teü^H. Äck. bis vormittags 9 Uhr. _______________ isch. BiegiSmu’nb, Ho!buchhand!uu Ausgabe von Siecher!: uartietlifle -es -eutjör ’ntine nad) -em Glaube doti mäßig erscheinende 91rxx\telrz minenslellung aller In/r.r ntlicher 'Mabe btt t aüti wUnsmerte ’M ). öalbmonatsjchrilt für Alb ofef'ßitlmfler, Verlag: 6ac 5 2. Aprilhell ist joeben r ireb Slaar: Tie Rnfi? br : 'Bruno Wille (ntil fjotta. !che Romane. - Karl EMlich silier: Aeinsladt. -■ r L des Auslandes WIk. ändljcher Lnel). - : ' Nachrichten. - Zulchujl’»- °» das amtliche Bialt l im 7. veil folgende Be^ utot auf der Probe. .bü6ue..ted>*i6cW; t'Die »Ml*«“»«»* Sreignilic aus dm W" tietie und StalNene^^ lachrichtem SSSm 6. Aprtl 1910- §chkifterkläru«g- Uhr. zimgeselWst' hr. Predigt- ... 6.30 • zcs- er toarmen Stube hatten i draußen in der winterlichr stcn Leute weichen Een' Man tmrf. Kultur, 'vlkerichastm Ä? A den ältcftMi Wischer &tr:j den Menschen gckchi! 1 dhYIwlogycher Trieb, dr außemrdentlicher Kräfte s afe beim Mutz der Cm ff Aast geben, m Bruche ü'oeminden int! 1 empftnLrn. 2 483 000 3 240 000 4 260 000 6 360 000 710 000 2 286 000 2 372 000 1 705 000 5 800 000 6 411 000 2 290 OuO 4 679 000 6136 000 5 824 000 13. Irrel—Igel e) Zur Beschaffung von Fahrzeugen Lin grotzer Tag im englischen Unterhaus. i London, 14. April. 3m Unterhaus gab Premierminister A s quith die gewöhnliche wöchentliche Ueberficht über den Lauf der parlamentarischen Geschäfte uno erwähnte hierbei, daß dnS Budget bis zum 27. April erledigt werden solle. Tie Regierung werde Vorschlägen, dos; sich das .Haus am 28. April für die ,^-rühjahrspauie vertage; diese solle sich auf drei Wochen • erftrecten. (xuie Sitzung werde jedoch vielleicht noch am 20. April nötig sein, um die Königliche Zustimmung zur Finauzbill entgegenzunehmen. (Beifall bei den Ministeriellen.) or, Betoentsch I i c ß u nge n, deren Erörterung durch die Abstimmng uani 7. April beschränkt wurde, ist mit 361 Stimmen gegen 246 stimmen angenommen worden. । Verlaufe der Verhandlungen kam es zu äußerst er- r egt en Austritten Man crwarrete, dag Premierminister ! Asquith eine wichtige Erklärung über die künftige Politit der Regierung abgeben wurde. Staunt Halle er sich zu diesem Zwecke erhoben, und die Worte geäußert: „Wenn die Lords die Ent- schlletzung nicht annehmen,' so unterbrach ihn Balfour unter dem Beifall der Opposuwn und Ruse.i der Ministeriellen mu der an den Vor, wenden gerichteten Bemerkung, da» Asquith gegen die Regeln des H aus es handele, wenn er eine Erklärung in diesem Stadium abgebe. -Jer Borsitzenoe crwiderre, eine Erklärung fonne nur mit der Erlaubnis des Hauses abgegeben werden Battour beharrte bei ,euwin Wwersprum mir der Begründung, daß tur bic Aussprache über die Erklärung Zeit bewilligt werden mußte. Der Boriitzende ersuchte daher den Premierminister, keine Erklärung abzugeben, lauter Widerspruch und Zurufe der Ministeriellen.) ' Premierminister Asquith kündigte sodann an, daß er die Erklärung am Schluss der heutigen Sitzung abgeben würde (Beifall der Ministeriellen.) ' ... .Die Entschließung, welche die Dauer eines Parlamentes auf MM Jahre beschrankt, wurde nut 334 Stimmen gegen 236 (gtim- men^angenommen. 1 Die Beto-Bill wurde formell eingebracht. Premierminister Asquith erklärte am Schlüsse der Sitzung unter betäubenden Beisallvcusen der Ministeriellen, wenn die Lords die Politik der Beloentschließungen nicht annehmen sollten, so würde die Regierung der (strone unverzüglich den Ratschlag unterbreiten welche ^djattc ju tun seien, um fid>er zu stellen, daß diese'Politik zum Gesetz wurde. Wenn sich aber die Regierung nicht in der Lage sehen sollte, diese fidjcr zu stellen, so würde sie entweder a b d an fen oder das Par la ment auflösen (Stürmischer -Oppo t'nU/ er Ministeriellen; Gegenknndgcbungen der ÄS. .°n Witten-W-st nach einem geeigneten Dünkte der Bahnstrecke ^^Im-Sannen- CYJ.HnrahAulon (ÄriinÖCLlDerb......... JJU. Rittershausen, (4runDeriuerb. . -•••••• b) Bum Baue von Nebenbahnen. 1. Marggradowa—Ezymochen » 2. Prust-Bagnitz-Tuchel . .... • » 3. Guefen-PZszcgyn—Revier (Schobben) . 4. Konlopp—L>chwiebus........ 5. Tantow-Gartz (Oder) . ... . . . 6. Fürstenwerder—Strasburg (Uckermark) . 7. Arendsee-Geestgottberg (Wittenberge) . 8. Merseburg—Zöschen ....... 9. Bock—Wallendori—Neuhaus (Rennweg) Igelshiev mit Abzweigung von Ernsltal nach Lauschau........ . 10. Heiligensladt - Schwebda (Eschinege) . . 11. Elauslhal—Zellerfeld—Altenau . . . . 12. Sankt Wendel—Tholay Der Staatssekretär schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, -daß die deutsche Kaufmannschaft und Iber Wichtigkeit des Gegenstandes ihrerseits u'ck erwhrncn werde 'um mit möglichst starker Beteiligung eine Aufgabe zur Losung zu bringen, wie sie in gleichem Umfange ^Un gestellt worden ist. Sie werde die Rcichsrcg,erung mit Rat und Tat an ihrer ^eite linden. Die Ausgestaltung der preußischen Eisenbahnnetzes. H- Berlin, 14. April. Ferner werden gefordert 41332 000 Mark zur Herstellung des zweiten, dritten und vierten Gleises auf den Strecken: 1. Neu- rode-Glatz 3 094 000 Mark, 2. Äohlfurt—Niesky und Mücka— Hohenbocka 5 040000 Mark, 3. Malente—Gremsmühlen—(Surin 396 000 '7Nark, 4. Wegeleben—Thale 2 030 000 Mark, 5. Weimar— Göschwitz 2 430 000 Mark, 6. Eoburg—Ereidlitz 223000 Mark, 7. Löhne—Minden einschließlich Umgestaltung des Bahnhofes Oeyn- Hausen-Rord 12122 000 Mark, 8. Emden (Abzweigung nach dem Außenhafen) und Verlegung der ostfriesischen Mstenbahn von der West- auf ine Ostseite bet Stadt Emden 2 900 000 Mark, O.Börnig— Kastrop 440 000 Mark, 10. Bochum Nord—Präsident uiü) Präsident—Riemke 2 950 000 Mark, 11. Essen West—Hauptbahnhof 3 900 000 Mark, 12. Höchst a. M.—Niedernhausen 3 3U0 000 Mark, 13. .Trier—Karthaus 2 507 000 Mark. Schließlid) werden gefordert: 1 435 000 Mark für die Erweiterung des oberschlesischen Sd>malspurnetzes, 1080 000 Mark für die Fertigstellung des Ausbaues der Nebenbahn Allenstcin— Kobbelbude zur Hauptbahn, 240 000 Mark für die Fertigstellung des Baues der Verbitidungsbahn Danzig—Holm, 11/0 000 Mart ,für die Herstellung einer Verbindungsbahn bei Halle a. S., [75 000 000 Mark zur Beschaffung von Fahrzeugen für die bestehenden Staatsbahnen, 5 000 000 Mark zur weiteren Förderung des Baues von Kleinbahnen, 141 000 Mark zur Gewährung eines unverzinslichen Zuschusses an das Reid) zu den Baukosten einer Bahn Bettsdorf—Walderich—Merzig sowie 18 324 000 Mark zur Deckung von Mehrkosten bereits bewilligter Bauausführungen. Insgesamt fordert der Entwurf 199 983 000 Mark, davon 'finb 102 390 000 Mark durch Anleihe zu decken. Die preußischen Lanölagsabgeorbneten und die Luslschissahrt. i Berlin, 14. April. Die Anlagen desLu f t s ch i s f e r- ibataillons wurden heute vormittag von 10 bis lV/z Uhr von etwa 300 Landtagsabgeordneten, die mit dem Präsidenten und den beiden Vizepräsidenten erschienen waren, besichtigt. Zum Empfange waren anwesend: der Inspekteur der Beriehrstruppen, Freiherr v.Lyncker, viele Generalstabsoffiziere und sämtliche Offiziere des Luft- schisferbataillons. Gleich nach der Begrüßung der Herren trafen die Mann- st'chaften mit den Gasmagen und dem Drachenballon auf dem Gelände ein. Der Ballon wurde sofort gefüllt, was zwei Minuten in Anspruch natym, und stieg dann mit einem Offizier urrd dem Abg. Arrnm-Zuesedom auf. Nachdem die Luftschiffer einige Gefechtsmanöver ausgeführt hatten, besichtigten die Abgeordneten die Werft des Lustschiffcr- Bataillons und hierauf das Luftschiff „M 111“ in der Ballon- Halle, wobei Major G r o st Erläuterungen gab. Dann wurde der Luftkreuzer nach dem Schießplatz gebracht, iöü er unter Führung des Majors Sperling und des Oberingenieurs .Basfenack; um 11 Uhr 10 Min. mit verschiedenen Abgeordneten aufstieg. Tas Luftschiff manövrierte etwa 20 Minuten bei Südwind über dem Platze, wobei es sowohl Höhen- wie Seitenbewegungcn aussuhrte, die vorzüglich gelangen. Um 11 Uhr 2/ Alin, erfolgte die Landung an der Aufsieigftelle. Hierauf machte der Kugelballon „Para" eine Freifahrt. Bessere Nachrichten aus MarseMe. Marseille, 14. Aprll. Die Arbeit auf den Kais wurde wieder ausgenommen. Die Zahl der auf den verschiedenen Arbeitsstätten sich meldenden Arbeiter ist so groß, daß sie nicht alle Verwendung finden konnten. In der Gasanstalt und in den anderen Fabriken wird normal gearbeitet. Paris, 14. April. Der Kongreß der Eisenbahn- arbeiter ernannte einen Ausschuß, der über die Frage des Ausstandes beraten soll. Marseille, 14. April. Die eingeschriebenen Seeleute beschlossen in einer gestern abend abgehaltenen Versammlung, den Ausstand allein fortzusetzen, die übrigen Verbünde aber aufzufordern, die Arbeit wieder aufzunehmen. Die österreichische (82 Millionen-Anleihe im Abgeordnetenhaus. Wien, 14. Apru. Zn der heutigen ersten Sitzung des Abgeordnetenhauses nach den Osterferien war das Haus saft vollständig versammelt; alle 'Minister waren anwesend. Die Tribünen sind dicht besetzt. Aus der Tagesordnung steht die 182 Millionen-Anleihe, die Tienstpragmatik für Staatsbeamte und weitere Vorlagen. Finanzminister Bilinski wandte sich zunächst gegen den Vorwurf, daß er mit einer 182 Millionen-Anleihe das Haus über Nacht überrumpelte. Der Minister erinnerte an fein früheres Expose, in dem er ankündigte, daß für das eigentliche österreichische Budget eine Anleihe notwendig fein werde und daß für das von den Delegationen zu bewilligende Budget, anläßlich insbesondere der bosnischen Wirren, eine besondere Anleihe aufzunehmen fein werde. Er habe die gesamte Summe beider Amehensbedürfnifse rund mit oOu Millionen beziffert. Tas Defizit rühre nicht von den militärischen Ausgaben her, fondern lediglich von den inner» österreiastschen Verhältnissen, da die Regierung gemäß den Beschluss en des Abgeordnetenhauses kulturelle oder sonstige Bedürfnisse zu erfüllen hat. Es habe keines, wie immer gearteten Austrages vont Kriegsmtnisterium zur Leistung von Vorschüssen bedurft, da sich der österreichische und der ungarische Finanzminister bewußt gewesen feien, daß infolge der innerösterreia)ischen um) der innerungarischen Verhältnisse die Armee sich nicht auf dem Stande der Vorbereitung befand, wie es gegenüber dem drohenden Kriege notwendig war. Die gegeuioärtige Regierungsvorlage bedeute eine Art Indemnität. Tie Rede des Finanzminifters wurde wiederholt durch Zwischenrufe der Svzialdemotraten unterbrochen. Der Minister fuhr dann fort: Unter den 182 Millionen befinden sich lediglich diejenigen Ausgaben für die Marine, von welchen ui oem Motivenbericht die Rede sei. Die Ausgaben für die Dreadnoughts sind in diesem Betrage nicht enthalten. Der Minister bat schließlich um rasche Erledigung der Vorlage. Hieraus wurde die Veri/andlung abgebrochen. Nächste Sitzung: Storgern Deutsches Aeich. „B. Z." meldet aus Oppeln: Wie die „Oppelner Nach- richten" melden, wurde bei deutsche Staatsangehörige Kiejer, als er die r u s | i s che G r e n z e ohne Paß überschreiten lvollte und dem Halleruse der Grenzwache keine Folge leistete, auf russischem Gebiet erschossen und seiner Barschaft van 1200 Marl beraubt._________________________ Ausland. Aus Madrid wird gemeldet: Ter König unterzeichnete das Dekret über die Auslösung der Kammern, deren toiBungcnjeit dem Sturze des Ministeriums fUlaura suspendiert waren. . Die Neuwahlen für die Teputiertenkammer sollen am 8. Mai, die für den Senat am 22. Mai stattfinden. Die ueneii stainmern werden ihre Sitzungeii ant 15. Ium beginnen. Der oritte Aaiserbejnch m Eichen. Gießen, iü. April. Die Stadt ist festlich geschmückt, ^n der Frankfurter Straße nach dem Selterstvr zu und an den Straßenecken, die der Kaiser auf seiner Fahrt zum Trieb und dann bei seinem Einzug in die Stadt zur Kaserne am Brand passiert, grüßen deutsche und hessische Fahnen von schwarzweißrolen und rotweißen Masten und dunkles Tannengrün. Tie Einzugsstraßen und die Umgegend des Trieb sind boit zahlreichen Zuschauern umlagert. Aber trotz des Zusammeu- strömens jo vieler Menschen ging alles, so viel uns bis jetzt bekannt i|t, — bis aus eine bedauerliche Ausnahme (s. lot. Teil) — ohne Unfall ab, so daß das zahlreiche Polizeiaufgebot — es waren für den heutigen Tag zahlreiche aus- lvärtige Gendarnten hierher lommandiert — außer feiner Beteiligung ant Ordnungsdienst keine Gelegenheit zur „Arbeit" fand. Die Abfahrt des Kaisers in Homburg — und dem- gemäg auch feine Ankunft hier — erfolgte etioas früher als ursprünglich vorgesehen luar. Ein Privattelegramm aus Homburg v. d. H. meldet uns darüber: Ter Kaiser, der die U n i j o r in seines hessischen Infanterie-Regiments trug, begab sich heute vormittag 9 Uhr mit militärischem Gefolge, den Generaladjutanten General-Oberst v. P l e f f e n, Generalkapitän v. ch o 11, General Frhr. v. L y n ck e r, Generalmajor ä la suite v. Lauenstein, Flügeladjutant Graf v. Wede 1, Oberstallmeister Frtzr. o. Reischach und der Leibarzt Dr. Ni ebner, in 4 Automobilen nach Gießen. Ter Himmel ist bedeckt. Tie Fahri ging über Usingen, Grävenwiesbach, Braunseis und Wetzlar, so daß die zahlreichen hessischen Orte in den Kreifen Friedberg und Gtegen, die sonst ihren Anteil am Gießener Kaisertag halten, diesmal vis auf Klein-Linden auf die Lurch,ahn verzichten mußten. Braunfels wurde, wie uns von dort drahtlich berichtet wird, Punkt, 10 Uhr durchfahren. Ein offizieller Empfang fand nicht statt. Tie Stadt trug reichen Flaggen- Ichmuck und das zahlreiche Publikum begrüßte den Kaiser mit lebhaften Hochrufen. Die Ankunft m Wetzlar erfolgte etwa um 10.20 Uhr. Die Fahrt ging durch die Silhö,erftraße und die Altstadt nach der Frankfurter Straße. Tie Stadt war reich qe- fchmuckt und auch zahlreiche auswärtige Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, den Kaiser hier auf der Durchfahrt zu sehen und zu begrüßen. Tie Schulkinder bildeten in den breiteren Straßen und auf den Plätzen Spalier und auch das Publilüm war zum größten Teil auf die freien Plätze angewiesen, da die engen Straßen der Altstadt keine größeren Ansammlungen von Menscl-en zulassen Tie Durchfahrt erfolgte im allgemeinen im raschen Tempo. Mir am Dom wurde die Fahrt üerlangfamt. Dann ging die Weit erfahrt über Dutenhofen Dieser letzte prentzifche Ort hatte alles aufgeboten, nm den Kaiser würdig zu empfangen. Schulkinder bildeten Spalier der Kriegerverein ljatte Aufstellung genommen, ebenso der Orts- vorstand, und die Straßen waren festlich geschmucri. 'Lie Turchfahrt durch Klein-Linden, das einzige hessische Torf 'auf der Fahrt, erfolgte um Punkt 30.40 Uhr. Tie Wetzlarer Straße prangte im Fahnenschmuck, am Ortseingang hatten die Schüler eine schöne Ehrenpforte erbaut, Schüler und Krieg er verein bil beten Spalier, die Kleinkinder- fchulen standen ebenfalls in der Wetzlarer Straße. Ter Kaiser schien besonders über die Kinderschar erfreut zu fein und lachend winkte er den Kleinen zu, die ihre bunten Fähnchen schwangen. In nicht zu rascher Fahrt erfolgte die Fahrt durchs Dorf und weiter nach Gießen. Wenige Mimtten später war das Weichbild der Stadt erreicht. Böllerschüsse verkündeten das Nahen des Kaisers uni) um 103/4 Uhr begannen die Kirchenglocken zu läuten. Längs der Frankfurter Straße, der Süd-Anlage, Garien- straße und Kaiser-Allee standen heben den Einheimischen auch zahlreiche auslvärtige Besucher und begrüßten den Kaiser auf der "Durchfahrt zur neuen Kaserne. In großen Scharen waren insbesondere auch unsere Schönen vom Lande gekommen. Manche Gießener sind es übrigens gewöhnt, sich die Beine in den Leib zu stehen, so daß sie die Müdigkeit nicht so leicht spüren. Bei der Kaserne stieg der Kaiser zu Pferde, einem kräftigen Braunen, und ritt mit seinem .Gefolge die Grünberger Straße hinauf. Am Schützenhaus melbctc fich Provinzialdirektor Dr. Ufinger beim Kaiser und begrüßte chn un Namen der Provinz und ihrer Bekuohner. Für die Landesuniverfität hieß der Rektor, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Strahl, den kaiserlichen Gast willkommen. Tann trat Oberbürgermeifter Mecum aus der Mitte des Stadtvorstandes — mit den Beigeordneten waren die meisten Stadtverordneren erschienen — hervor und richtete folgende Worte an den Kaiser: Euere Kaiserliche Majestät rvollen mir und dem hier anwesenden Stadtvorstandc huldvollst gestatten, Allcrhöchstihnen im Namen der Stadt Gießen ehrfurchtsvollen und herzlichen Willkommensgruß darzubringen. Wohl sind wir uns bewußt, daß der Allcrhöd)stc Besuch nicht uns, sondern Eurer Majestät Regiment gilt; aber die Beziehungen zwischen dem Regiment und der Bürgerschaft sind .ebenso mannigfach wie erfreulich, und die Ehre, die Euer Majestät heute dem Regiment erweisen, wirst Hellen Wiederschein auf die Stadt und ihre Bürgerschaft zurück. Daher danken auch wir dafür, daß es uns vergönnt ist, Euer Majestät heute wiederum in Gießen weilen zu sehen. Diesem Dank fügen wir das Gelübde hinzu: wir wollen allezeit treu zu Euer Majestät, zu Kaiser und Reich stehen und stets gute Bürger des Reiches und des Landes bleiben. Der Malier oaiiue ucn iyn begrüßenden Herren, indem er ihnen die Hand reichte. Dem Reltor gegenüber äußerte er, daß die Studenten wohl den Alkohoitonsum jetzt etwas eingeschränkt hätten. Auf die Begrüßungsansprache des Oberbürgermeisters bemerkte der Kaiser, daß er gerne wieder nach Gießen gekommen sei, das ihm als wasfensrohe Stadt bekannt sei. In der Nähe hatten außer den älteren Schülern der hiesigen Schulen die Kriegervereine des Hassiabezirks Gießen in stattlicher Zayl Ausstellung genommen. Der Kaiser begrüßte sie herzlick) und zog den Bezirtsvorsteher, Lehrer Da ab von Lollar, sowie Postsetretar a. D. Meyer in ein Gespräch, Alsdann begab sich der Kaiser mit seinem Gefolge und dem Korpslommandeur General der Infanterie von Eichhorn, der um 101,4 Uhr von Frankfurt gekommen war, zu seinem Regiment, das mit der Front nach der Kaiser-Allee zu Auisteilung genommen hatte. Der Monarch begrüßte die Musketiere mit den Worten: „Guten Morgen, Kameraden", worauf ihm der laute Rus antwortete: „Guten Morgen, Majestät." Alsdann nahm der Kaiser die Meldung oes Regimentstommatldeurs Oversts v. M ü 1 - l er entgegen Und ritt unter den Klängen des Präfeiitier- marfches die Front ab. Hieraus begann die Besichtigung des Regiments mit dem Vorbeimarsch dreier Kompagnien. Es folgte Einzelexerzieren derselben Kompagnien und ein Gefecht, an dem das ganze Regiment octciligt war. Es bewegte sich von der Richtung aus Wieseck her über den ganzen Exerzierplatz, inner anoercni waren der Eulenkopi uno die Hühneugräber besetzt. Auch eine Anzahl hessischer Gardedragoner von Darmstadt nahm teil. Etwa um um zwölf Uhr mar die Regimentsbesichtigung zu Ende. Es folgte eine Kritik, die eine Viertelstunde in Anspruch nahm. Hierauf erfolgte ein einmaliger Vorbeimarsch in der Regi- inentyfoloiine. Der Kaiser setzte sich an die Spitze der Fahnenkompagnie und ritt unter lebhaften Hochrufen des Pubiikums ui oic Stadt ein. Rechts vom Kaiser ritt Oberst von Müller, links General von Eichhorn. Ter Weg ging durch die Kaiser-Allee, die Gartenstraße, die Oft-Aniage und die Landgrafenstraße nach der Kaserne am Branv, deren stattlicher, schloßartiger Bau sich in seinem einfachen Schmuck sehr schön ausnahm. Im Offiziertasino begann um 1 Uhr die Frühstücks- täfel, zu der außer dem kaiserlichen Gefolge und dem Offtzierkorps des Regiments als Vertreter der Behörden der Rektor der Landesuiiioersität Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Strahl, Provinzialdirektor Dr. llfinger, Oberbürgermeister Meeum und Landgerichtsprafident Tr. G u n g e r i ch geladen waren. Ferner hatten die vier Herren Einladungen erhalten, die den Feldzug 1870—71 im Regiment als Offiziere mitgemacht haben: die Stadtvv. Kommerzienrat Emmelius uno Medizinalrat Tr. Haberkor n , Oberst z. D. Weimer aus 'Nidda unb“ Oberstleutnant a. D. Naumann, sowie der zufällig hier anwesende frühere Kommandeur des Regiments Generalleutnant v. Ma dai und —wie bei den beiden früheren Kaiserbesuchen — Prof. Tr. Biermer. Tas Essen, das, wie manche unserer für gastronomische Genüsse empfängliche Leser interessieren wird, aus Kraftbrühe mit Mark, Forellen, Hühnerpastetchen, Heidschnuckenrücken, Kirschkuchen mit Schlagsahne, Käse uno Kaffee bestand, war zum dritten Male von Frau Spuck zubereitet, während Konditor Geißner den traditionellen Kirschkuchen und den prächtigen Tafelaufsatz angefertigt hat. X'öifet verlieh an die Offiziere des Regiments eine Reihe von Auszeichnungen, u. a. erhielt Oberst v Müller den Kronenorden 2. Klasse. Ueber den Zeitpunkt der Abfahrt des Kaisers ist etwas beftimmtes mcht festgesetzt. * ~6iix Weiterer Kaiferbefuch in Oberheffeu. Aus Schlitz geht uns folgende Mitteilung zu: Nach einer hier eingetroffenen Nachricht wird S. M. der Kaiser am Sonntag den 8. Mai, morgens, zu 5 w. e 11 a_g i g e m Besuche des Grafen von Görtz in un|erer ötabt eintreffen. v * Wie verlautet, hängt dasFernbleibendesGroß- Herzogs von der Regimentsbesichtigung damit zusammen, daß in der öamtlic her Schwester des Kaisers in Cronberg eine Kinderkrautheit herrscht und der Ansteckungsgefahr begegnet werden soll. a ö 3. Klasse verliehen. folgt: gegen da? Vorjahr Tic mit einem coang. Lehrer zu Bassist der Darmstädter Hofoper, mit Frl. Wiest de Haan, der als Pianistin hochgeschätzten Tochter des Leiters der Hofmusik und Oper in Darmstadt, hier auf Veranlagung der seit zwei Jahren bestehenden Konzertoereinigung im großen Saale des Hotels zum „Solmscr Hof" einen Liederabend, in dein Lieder und Balladen von Schumann', Schubert, Brahms, Loewc und anderen zum Vortrag koinmcn. Man darf hoffen, daß das seltene künstlerische Ereignis zahlreiche Kunstfreunde aus nah und fern hicrherführen wird. Das Konzert ist mit Rücksicht darauf auf abends 8 Uhr gelegt worden. Vielleicht nimmt auch dieser und jener Freund des Vogelsbergs, der sich den Frühlingssonntag zu einer Wanderung durch den Vogelsberg vorgesehen hat, Veranlasiung, schon Samstag abend in unserem im ersten Frühlingsschmuck reizend gelegenen Städtlein Rast zu machen und den Kunstgenuß mitzunehmen; bcnn von hier aus führen die schönsten schattigen Wald- und Wiesemvege in den Vogelsberg hinein. ch. Butzbach, 14. April. Tie in der Nähe von Garn- bad) gelegene Kreuzmühle, genannt Waschmühle^ging von der seitherigen Inhaberin, der hiesigen Firma „W. Lichtenstein & Söhne", einschließlich Inventar m den Besitz des langjährigen Geschäftsführers Martin Kramer aus Gamback) über. Ter Kaufpreis beträgt 40 000 Mark. W Lichtenstein & Söhne hatten die Mühle vor einigen Jahren von der Pfisterschen Konkursmasse zum Preise von etwa 32 000 Mk. ohne Inventar übernommen. hc. Darmstadt, 14. April. Geh. Medizinalrot Dr. Adolf Weber in Darm st adt wurde aus Anlaß seines 80. Geb u r t s- tagcs vom Vereine hessischer Acrzte zu Darmstadt in Anerkennung seiner hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen und volkshpgienisckZen Bestrebungen, sowie seiner langwhrigen regen Betätigung im ärztlichen Vereinsleben zum Ehr en mit- qliebe ernannt. Der hochverdiente Ovhthalmologe, em Schüler Albert von Gräfes, übt seit etwa einem Dezennium lerne Praxis mehr aus und beschäftigt sich gegenwärtig hauptsächlich mit literarischen Studien. Albrecht von Gräfe zeichnete seinen hervorragender Schüler seinerzeit dadurch aus, daß er chm ictn gesamtes I nstrument arium letztwillig vermachte. rü. Alsheim, 14. Aprü. Der Nestor der israeli- tischen Lehrerschaft in Hessen, Lehrer i. P. Karl Marx hier, ist am Mittwoch daselbst im Alter von 86 Jahren gestorben. Der Verstorbene war einer der ersten jüdischen Lehrer in Hessen, der eine seminaristische Bildung (in Bensheim) erhalten hat. Er war Mitbegründer der Achawa, eines Unterstützungsvereins für jüdische Lehrer-Witwen und -Waisen, der seine Verbreitung über ganz Deutschland gefunden hat. Marx gehörte dem Vorstand des jüdischen Lehrerverelns m Hessen an und war lange Jahre im Vorstand des hessischen schicdeneu Ortsstraßen bauliche Veränderungen, Derbreite- rungen usw. vorgenommcii, so daß sich unser Ort nad) Fertigstellung aller dieser Arbeiten in einem bedeutend chönercn Bilde zeigen wird. ch. Pohlgöns, 14. April. Infolge der Erbauung der Bahnlinie Butzbach — Ebersgöns erhall auch unsere Gemeinde eine B a h n st fahren aber ein wahres Schreckensregiment ausübt. Ein Fall, der fid) vor kurzem ereignete, hat, wie man dec „Inf." aus Newport )d)rcibt, unter der Bevölkerung wieder die lebhafteste Beunruhigung hervorgerufen, weil die „schwarze Hand" bisher aussd)ließlid) ihre Tätigkeit gegen Italiener zu richten pflegte, nun aber zum erfreu Male an einem Amerikaner ihr verbrecherisches Werk verübt hat. In der 56 Straße, die mitten im Geschäftsviertel liegt, wohnte ein bekannter Börsenmakler, Philipp Bonnis, der als mehrfacher Millionär gilt und durch seinen Geiz einen traurigen Rus genießt. Bonnis ist Junggeselle und lebt in Gesell- diaft seiner Adoptivtochter. Eines Tages fand er plötzlich an seiner Wohnnngstür ein Papier mit der Aufforderung, auf dem Pvstamte in der 92. Straße 50 000 Dollar ±11 hinterlegen. Bonnis hielt die 5ad)e für einen fchlechren Scherz und kümmerte sich nicht weiter darum. Zwei Tage darauf erhielt er einen Brief mit der Mitteilung, er habe noch drei Tage Frisü Mr. Bonnis wurde nun zwar etwas besorgt, allein es fiel chm nicht ein, die 50 000 Dollar -n hinterlegen. Nach Ablauf der drei Tage war feine Tochter verschwunden und auf seinem Schreibtische lag ein Brief des Inhalts, daß das junge Mädchm in Gewahrsam gehalten werde und daß sowohl sie wie and) er getötet werden würden, falls er sich der Aufforderung der „schwar- . zen Hand" nid)t füge. Nun erstattete er Anzeige. Sogleich , wurden alle möglichen klnterfuchungen angestellt. Bonms 1 selbst wurde Tag und Nacht von zwei Detelnvcn über* > wacht. Als er drei Tage später über die Straße ging, ' sauste plötzlich ein Auto um die Ecke und überfuhr ihn; er ’ blieb auf der Stelle toi. Tas Auto enttarn. Bisher sind > alle Untersuchungen vergeblich gewesen. Ochsen Faielochsen Kühe . Rinder Stiere . ..... Pferde Kälber Schweine...... yänunel Schafe Ziegen • Ziegenlämmer .... Spanferkel Schaflämmer .... Summa: _____ Im ganzen wurden also 78 Tiere mehr geschlachtet. Die Großviehschlachtungen allein stiegen um 415 Tiere, wobei allerdings bet den Schlachtungen der schwereren und qua- litätsreidfen Ochsen em Rückgang von rund 100 und bei Kühen ein Zugang von rund 300 Schlachtungen sich ergibt. Dem Weniger von 1100 Schweinen steht eine Zunahme um 750 Kälber und Hammel gegenüber. Jedenfalls zeigen die Schlachtungen, wenn man die Vermehrung der Bevölkerung berücksichtigl, daß man sich im Fleischgenuß ein» schränkt, itamcntlid) werden geringere Fleischsorten erheblich Härter begehrt, als dies friU-er der Fall war. ** Ein Automobil uns all, der glücklid-erweisc ohne ernstere Folgen blieb, ereignete sich heute auf dem Ludwigsplatz am Beginn der Kaifer-Allee, als gerade die Schulkinder, die an her Spalierbildung beteiligt waren, vorvcizogcn. Ter Monteur Herbert vom städtischen Gaswerk wurde überfahren und an den Beinen verletzt. Er wurde iojort in die Klinik gebracht, wurde aber noch am Vormittag wieder nach Hause entlassen, da die Verletzungen weniger erheblich waren als man dachte. " Haftentlassung. Der auf Veranlassung der Frankfurter Kriminalpolizei hier wegen Notzucht verhaftete Schuhmacher ist wieder aus der Haft entlassen worden. Wie man hört, hatte ihn eine Frau beschuldigt, die sittlich einen schlechten Leumund hat. Auf deren Bekundung allein hin wurde der Verdacht nicht für begründet erachtet. •• Fahrraddicb. Gestern abend wurde von einem Unbekannten aus einem Hausflur in der Plockstraße ein Fahrrad, Marke »Presto^, mit der Plz.-Nr. G. 4813 und der Fabrik.-Nr. 158288 gestohlen. •• Für Besitzer von Kraftfahrzeugen wichtig ist die neue Verordnung über die Regelung des Verkehrs mit Kraftfahrzeugen, die im heutigen KreiSblatt veröffentlicht ■ liefert billigst die Brühl’sche mit !■ I FIYISI Universitäts-Buch-undStein- IxUVvl Ulli rlllllU druckerei,Gießen,Schulstr.7 böÄWt. .... r^biort/‘ ^ll,: •her, bic'S erbM 'QTer bieff «ietn n,®4Ä®a'Kn '«Staaten ■ *Stoßens?1'" h.>9ete «äw 9c- '«8 iit das i'4 die £*anbegS;?amcn • Strahl, Ccu*n aus her mx« ä“?net™ Ä Ä» S »Snntnt und Md bi! , Wim ESsischast zurüö 61er / W- rieiem Tank en allejm treu zu Euer b stets gute Bürger dcc- lßenden Herren, indem \ Mellor gegenüber )i _ den AlkohoikonsMi •uf die Bcgrüßungs- nerfte der Kaiser, daß men sei, das ihm als älteren Lchülern der lCl? hassiabezirks ing genommen. 2er den Bezütsvorsteher, sestetar a.2. Meyer r mit seinem Äejolgc il der Infanterie von l Franlsurt gekommen s mit der Front nach mnen hatte. 2er Moden Worten; „Guten : kaute Rus antlvonac; xnn nahm bei Kaiser w-5Cueqta v. Mülangen des Präsenüer- g des Reg'Mnts mit en. Es folgte Änzel- und ein Gefecht, an [t war. Es bewegte her über den ganzen -u der isulcntDpi und eine Anzahl hessischer laljm teil. Etwa um udiiigung zu Gndc. Es niöe m Anspruch * rdeimarfch m der Regi- jjch an die Spitze der ebhaücn Hochrufen de- ; vom Malier ritt £ber|t chhorn. Ter Weg gmg iftraße, die Osb-Änt^ -r Kaserne am örano, ,,ch in, seinem emiaajen iiim (-icjolgc und.dem Steter to Ä-S°-d°> ’s uiing", cd«' ifcgerMjt^wfSLei ni'"Ä £bcr"- md°EVL ss»s-** SKS- ’S-/*“ wird. "Von den A-B-E-Schützen! EinLehrec schreibt uns voui Lande: Bei der Aufnahme der kleinen Btirschen fallen immer wieder die drolligsten Dinge vor. Sitzt da ein kleiner Kerl und heult. „Was fehlt Dir denn, lieber Otto?* fragt der Lehrer und Otto gibt zur Antwort. „Ich will haam, loß mich haam, Herr Lehrer". Als dec Lehrer fragte: „Ei was ivlllst Du bcnn zu Haus?" da streckt der kleine Fritz den Finger und sagt: „Ei, dec will seiner Dlottec ln'S Kochdlppe gucke". — Emc Bauersfrau kommt vom Feld heim. Ta steht ihr kleiner Hannes mit der Schere m der Hand vor dem Spiegel und schneidet festaiif seine Haare ab, ordentliche Löcher in die schönen Locken. Als die Mutter ihm zankend die Schere abnehmen will, schreit er ganz entrüstet: „Loß mich doch, ich wollt mer ja bloS e Gl atz schnei de. Unser Schullehrer hat doch aach ei und die hot mer so gut gefalle!" ** Warnung. Das Amsterdamer „Handelsblad" schreibt: Durch die Firma I. Meyer u. Co., Prinsengrackit Rr. 343, werden in den Tageblättern Annoncen veröffentlicht, worin sie mittcilt, Konzessionärin von dem „Grand.Cafe Hollandais" zu sein, das auf der dieses Jahr in Brus sei abzu- haltcubcn Weltausstellung errichtet werden soll. Sie bietet verschiedene Konzessionen zum Kauf an, wie Lieferung von Lebensmitteln, die Vermietung von Blumenkiosken, usw., wahrend zugleich verschiedene Stellungen, u. a. als Büsettchef, Kellner rmd onberc, bei ihr zu erhalten wären, für die fedoch von den be- ! reffenden Bewerbern vorher ein Geldbetrag hmterleat werden mutz. Der Hauptpolizeikommifsar Hierselbst macht auf Grund ihm von offizieller Seite erteilten Auskunft bekannt, daß die t^rma nicht befugt ist, sich als Konzessionärin auszugeb.en und daß von der Errichtung eines solchen Cafes nichts bekannt ist. Bei der Anknüpfung von Geschästsvcrbiiidungen ist daher Vorsicht geboten. ch. Münster (Kr.Gießen), 14. April. Ter in unsrer Gemarkung gelegene Steinbruch der ,-Lberhessischen Kall- unb Stein-Industrie" in Butzdach erhält immer größeren Betrieb. Für die hier und in der Nachbarschaft ansässige Arbeiterschaft ist dies sehr angenehm, da ihr dadurch Gelegenheit geboten wird, zu Hause ihrem Verdienst nach- 1908/09 1909/10 mehr weniger 1062 964 — 88 218 189 — 29 465 749 299 —- 1068 1277 219 760 765 14 —* 156 172 16 —— 7 515 8168 653 — 12 491 11390 — 1101 865 895 30 —• 247 316 69 — 56 30 — 26 —— 24 24 —— 24 9 — 16 — 13 13 — 24 882 24 960 1337 1259 Bnnt M schwarze Damen- n. lera-Sfelel in den Preislagen von 10,30, 12,50, 14,50, 16,50 und höher. Tennis-Schuhe und -Stiefel in grösster Auswahl Sandalen in allen möglichen Ausführungen 2242 Telephon 741 Ausgabe von Rabatt-Marken Marktplatz 2 Ballettmeisterin am Großh. Kur-Theater Bad-Nauheim. ES ist von Flasche M. 1.85 und M. 3.70. gesucht. (03161 Grosser Posten Strümpfe Socken • Sommer-Unterkleider. J. Kaan jr., Kreuzplatz 10 Der Vorstand. 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