Nr. 267 M. Jahrgang 9 monatlich Vie Kanalisierung von Mosel und Saar. Trier, 13. Nov. Die heute hier unter dem Vorsitze I des Oberbürgermeisters v. Bruchhausen veranstaltete Versammlung des Verbandes für Kanalisierung der Mosel und der Scuir gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung für diesen Plan. Prof. v. Hermann Schumacher-Borm sprach über die Volks- und weltwirtschaftliche Bedeutung des Planes, während die Dringlichkeit seiner Ausführung und die parlamentarische Lage von Landtagsabgeordneten Landgerichtsrat Schreiner -Trier und Landgerichtsdirektor Dr. Röchling-Berlin erörtert wurden. Die Versammlung nahm folgende Entschließung an: Tie l>eutc unter starker Beteiligung von Vertretern der Stadt- und Landgemeinden, Handelskammern und anderer Körperschaften des Handels und der Industrie, Landwirtschaft und des Weinbaus anS dem westlichen Deutschland in Trier tagende Hauptversammlung des Verbandes für Kanalisierung der Mosel und der Saar Doutag, M. November J9|O Bezugspreis: Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich GiehenerFamlUendlätter; «vermal roöd)cntl.Krei$« blatt für den Ureir Stehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land* wirtschaftlich« Leltftaar, Fernlprech - Anschlüsse; für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: «nzetger Gießen. zu korrespondierenden Mitgliedern unter anderen die llniversitäts-' Professoren Hillebrandt und S kutsch in Breslau, L. Hei> m ann-Kömgsberg, Bernheim-Greifswald, und ferner eine Reihe ausländischer Gelehrter, unter ihnen den Konservator des Antiken Museums in Brüssel, Dumont — Das Pisa wird gemeldet: In Gegenwart des Königs imb einer Kommission ton Regierungsvertretern gelang es heute Marconivcmder Statiov Eoltano aus direkte Telegramme mit Morconistationen in Canadü und mit der italienischen Kolonie Erythracq zn wechsel — Ern Tierparad,es im Isartal. Ein großartiger Tierpark nach Hageirbeckschem Muster wird in dem malerischen Isartal südlich von München in Hellabrunn erstehen und einen neuen Anziehungspunkt für die boijerifdje Residenz bilden. Wie die „Bcmwelt" erfährt, ist nach fünf fahren emsigen Schaffens und eifriger Agitation das Millionenproiett nunmehr in Angriff genommen worden. Für den Tierpark Hellabrunn hat die Münchener Staütgemeinde dem Verein „Zoologischer Garten", von dem das Unternehmen auSgeht, 70 Tagwerke Grund zur Verfügung gestellt. Der erste Bauteil — 25 Tagwerte — soll bis zum Juni 1911 dem öffentlichen Besuche zugängig gemacht werden. Die Pläne für die ganze Parkanlage, sowie für die zahlreichen Einbauten, die Haupt- und Waldrestauratum, das Glesantenhaus usw., sind von Professor Emanuel von Seidl geschaffen. — Kurze Nachrichten aus K u n st u. W i s s e n i et? q i t. Der diesjährige Nobelpreis für Chemie wurde dem Professor Otto Wallach aus G-rtingen wegen Arbeiten über die organische C Henne mrd über die (£ntwuMimg der chemischen Industrie zu- erkamü. — Die Lttaümüe der MftknjchLfteü m Mün cheu waMe fährt, ausschl. Bestellg. Zeilerrpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuilleton", .Vermischtes" und Die Spione von vorkum englische Gfiziere. Der „Daily Expreß" sagt beute m einem längeren Artikel über die Spionagenangelegenhell von Borkum, man habe hier ja von vornherein gewußt, wer die beiden von den deutschen Behörden verhafteten Herren tparen, aber man habe nichts gesagt, um kein böses Blut zu machen! Jetzt aber, wo die beiden Herren den Antrag gestellt hätten, vor dem Reichsgericht in QffiZiersuniform abgeurteilt zu werden, brauche man die Identität der beiden nicht weiter zu verheimlichen. Sir William Bull habe daher jetzt erklärt, daß der eine der beiden Verhafteten sein Schwager Leutnant Brandon sei, ein aktiver Marineoffizier, und der andere Hauptmann Trench von Royal - Marine Light Infantry. Meser sei nach Deutschland gegangen, um die Sprache zu lernen. Leutnant Brandon war der hydrographischen Abteilung zugeteilt und befand sich auf Urlaub. Der ,,Expreß" meint, daß die Behörden und Wohl auch die Redaktionen der leitenden deutschen Zeitungen die ganze Zeit hindurch genau gewußt hatten, wer die beiden Verhafteten waren, aber man habe nichts gesagt, und diese Zurückhaltung auf beiden Seiten sei außervldm'lich lobens- toert Weiter führte Sir William Bull aus, daß Hauptmann Trench zu einer wohlbekannten irischen Familie gehöre. Sein Vater ist Mr. Lewis Trench, der an der Spitze der Jngenieurabteilung der Nordwestbahn steht. Er ist ein Vetter des Obersten Trench, der vor einiger Zeit Militär- attacl>e in Berlin war. Ein Oheim Mr. Trenchs war einmal Erzbischof von Dublin. Bezeichnend für die englische Auffassung und den englischen Standpunkt ist, daß sowohl Sir William Bull wie auch die englischen Zeitungen besondere Betonung darauf legen, daß die Familie des Justizrats von Gordon, dem die Verteidigung übertragen worden ifc eigentlich aus Schottland stammt. Weiter erzählte Sir William, daß den beiden Verhafteten erlaubt worden sei, englische Bücher zu lesen, eine Erlaubnis, von welcher sie reichlichen Gebrauch machten. Sonst sei aber die str en g sie Gefängnis- disziplin durchgeführt worden, zum Beispiel habe man ihnen während der beiden ersten Monate nur zweimal erlaubt zu baden, trotzdem sie wiederholt darum gebeten hätten. Nach Ablauf der zwei Monate sei den beiden Verhafteten zu ihrer großen Freude erklärt worden, daß ihnen ein Bad die Woche bewilligt worden sei, alle anderen Arrangements für ihre Toilette sei von den Beamten des Gefängnisses überwacht worden, die sich auch um die Behandlung ihrer Hände gekümmert hätten. Wo ist Tolstoi? Tolstoi, der die Welt schon so oft in Staunen gesetzt hat, scheint wieder sie aufs neue zu verblüffen. In gesellschaftlichen und sportlichen Kreisen Petersburgs ist nämlich, wie der „Ins." von dort geschrieben wird, das Gerücht verbreitet, daß Tolstoi sein Landgut Jasnaja Poljana tn Begleitung seines Arztes und Äkretärs verlassen habe, um ganz als Einsiedler von der Welt abgeschieden zu leben. Wie man sich erzählt, will er nach Art der indischen Weisen seine letzten Lebensjahre völlig einem beschaulichen Dasein widmen, ungestört von dem Trubel der Welt. Auf seinem Gute bat er nicht die Einsamkeit, die er wünscht. Abgesehen davon, daH seine Bauern ihn völlig als ihren Vater und Ratgeber betrachten, zu dem sie in allen schwierigen Lebenslagen gehen, erhält er täglich aus der ganzen Well ungeheure Massen von Briefen und Büchern, die ständig den Zusammenhang zwischen ihm und den Vorgängen draußen herstellen. Selbst wenn er an eine Beantwortung aller der Schreiben nicht denkt, so genügen sie doch, um ihn von seinen Absichten fern zu halten. Er will sich also angeblich verstecken. Wohin er gegangen ist, weiß man nicht. Die Familie will auch nicht nachsorschen, da dies sein Wunfch ist. Bisher ist eine Bestätigung der Meldung noch nicht zu erlangen gewesen. Nur eine Nachricht könnte man als solche auffassen. Ein russischer Flngkünst- ler hatte sich telegraphisch an Tolstoi gewandt, rhm einen Besuch in Jasnaja Poljana zu gestatten, um seine An- Kten über den kulturellen Wert des Luftschiffes zu errett- Tolstoi hatte im seinerzeit eine Zusammenkunft zugesagt. Auf seine Anfrage, ob der Besuch jetzt stattfinden tonne, erhielt der Flieger von der Gattin des Dichters ein Telegramm, in dem er ersucht wurde, von einem Besuche Abstand nehmen zu wollen, da Tolstoi nicht anwesend sei. Tula, 12. Nov. Es bestätigt sich, daß Tolstoi fein Gut Iaßnaja Po liana mit unbekanntem Resseziel verlassen hat. In dem von ihm zurückgelassenen Briefe heißt es: Die Verhältnisse, in denen er lebe, ständen mit den von ihm gepredigten Gedanken in Widerspruch. Es wnne nicht länger jo bleiben und er werde, auch wenn sein Aufenthalt entdeckt würde, nicht zurückkehren. Tolstois Angehörige, mit Ausnahme feinet tm Auslande weilenden Soynes Leo, sind in Jaßnaja Poljana beisammen; ihr Kummer, besonders der der Gräfin, ist unbeschreiblich. Der Dichter ist zum letzten Male am 10. November zunächst in einem Wagen der Bahnstrecke Moskau-Kursk und später in einem Qucpe der Rjaesan-Bahn in Begleitung seines Arztes Makowezn gesehen worden. Es ist Grund zu der Annahme vorhanden, daß der Dichter sich in ein alles Kloster im Gouvernement Kaluga begeben hat. Petersburg, 11. Nov. Wie aus Tula gerüchtweise verlautet, machte die Gräfin Tolstoi zweimal einen Selbstmordversuch. Moskau, 13. Nov. Hier eingetroffenen Nachrichten zufolge befindet sich Tolstoi in dem Schamardinsky- Frau en kl ost er im Gouvernement Kaluga. Petersburg, 13. Nov. In dem Kloster, in dem Tolstoi derzeit vorläufig rastet, ist seine Schwester seit 12 Jahren Nonne. In der Nähe dieses Klosters liegt das Optrnakloster. Hier war Tolstoi am Donnerstag abgestiegen. Aus seine Frage, ob seine Gegenwart nicht unangenehm berühre, da er aus der Kirche ausgestoßen sei, lautete bte Antwort: „Nein, wir freuen uns sehr!" ganze Küste empor brs nach Queenstown. Salutschüsse wurden abgefeuert und Raketen stiegen auf. Bei seiner Landung in Oueenstown erklärte Redmond, die Wärme seines Empfanges in Amerika fei unvergleichlich gewesen. Die Summen, die er durch Subskription für die irische Sache erhalten habe, beliefen sich auf 200 000 Dollars. Auch dem irischen Nationalisten- führer O Connor, der soeben von einer politischen Reise durch Kanada, zurückgekehrt ist, wurde von den in London lebenden Iren eme begeisterte Kundgebung dargebracht. O'Eonnor erklärte, Amerika sei bereit, die Bestrebungen der Iren zu unterstützen. Mehrere konservative Londoner Zeitungen erheben seit dem Scheitern der V e t o k o n f e r e n z heftige Vorwurfe gegen das S-a2inetV der irischen Unterstützung abhängig sei. Nicht nur England allein, sondern das ganze britische Reich sei der unerhörten Beschämung und Gefahr ausgesetzt durch den Versuch, die britische Verfassung mit ameri- r a n i f ch e m G e l d e zu zertrümmern. Dieier Vorwurf bezüglich der irischen Homerule wird wahrscheinlich der Hauptpunkt bei konservativen Wahlparole sein. Der Schatzkanzler Lloyd George hat den Zeitungen em Schreiben zugesandt, in dem es heißt: „Wir haben vergebens ledes Mittel angewandt, auf versöhnlichem Wege für alle Brite» die gleichen politischen Rechte zu erlangen. Jetzt sind wir zum Kampf getrieben um eine unparteiische Behandlung im Heimat- land Wir weisen den Anspruch der 600 Tory-Peers zurück, daß fte dazu geboren seien, über das Schicksal von 45 Millionen Landsleuten zu verfügen und deren Wünsche nach einer guten Regierung mit Füßen zu treten." spricht ihre Ueberzeugung dahin aus, daß eine Kanalisierung der Mosel und der Saar für alle Erwerbsstande günstige Erwerbs- bedingungen erhoffen läßt und daß sie insbesondere auch ton großem 83ort eil für die Stellung unserer deutschen Eisenindustrie auf dem Weltmärkte ist. Darum kann die Versammlung die Er- llarung der preußischen Regierung vom 7. April d. I., die nur die inländischen Wettbewerbsverhältnisse zweier Gruppen der deutschen Eisenindustrie und nicht ihre volkswirtschaftliche Gesamtlage ms Auge gefaßt, nicht als geeignet betrachten, die Bestrebungen nach der Kanalisierung jener Flüsse auch mir zeitweise zur Ruhe kommen zu lassen. Sie gibt sich vielmehr der Hoffnung hin, daß dte Regierung ihren bisherigen Entschluß, den sie selbst durch das Wort „Zur Zeit" als einen nur vorläufigen gekennzeichnet hat, durch eine endgültige Entscheidung ersetzt, die getragen ist von staatsmännischer Einsicht, in die große Volks- und weltwirtschaftliche Bedeutung dieses von Natur wie Geschichte vorgezeich- neten Projettes, das unter allen Wasserprojekten Deutschlands nicht nur als daS rentabelste, sondern auch für die Ge samtiuteressen bedeu teudste bezeichnet werden muß. Tie von dem elsässisch-lothring. Landesausschuß gefaßte Ent- schlleßung, den Ban einer Kanalstrecke Meh-DieteriHofen möglichst von Landeswegen in Angriff zu nehmen, begrüßt die Versammlung als für das Gesamtunternehmen fördernd, sofern der Ausbau dieser Strecke in den für den Großkanal vorgesehenen Abmessungen erfolgt. ..Sie gibt ferner der Hoffnung Ausdruck, daß die elsässisch- lothringische und die großher^oglich luxemburgische Regierung nunmehr alles, was an ihnen liegt, zur baldigen Verwirklichung dieses großen Unternehmens tun werden. General-Anzeiger für Gberhefsen für bte Tag es nu nun er Botaflembrnt! mtb Verlag ber vrShl'schen Univ.-Vach, «nö Steinbruderei H. tauge. Bebaftion, Expedition und Druderet: Schulstratze r. rath; für .Stadt^und bis vormittags 9 Uhr. Expedition sür vüdingen: vahnhofttroße 16a. - Telephon Nr. 50. monatlich 75 Pf^ viertel- Jk jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen ” monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.—viertel- kustschiffahrt. Ein Neberlaudflug von Ulm uä'ch' FrLed,rtchiL^ Hafen. Stuttgart, 12. Nov. Wie der „Schwäbische Mer^ kur" meldet, wird auf Veranlassung des zum Studrum bet Flugsayrt in Berlin befindlichen Oberleutnants Schott von Ulm der Verein deutscher Flugtechniker im nächsten Frühjahr einen Ueberlandflug von Ulm nach Friedrichshafen veranstalten, der gleichzeitig eine Huldigung der deutschen Flieger für den Grafen Zeppelin bilden soll. Fast alle deutschen Flieger, darunter Hans Grade, Jeannin und Wiensciers haben ihre Be-^ teiligung zugesagt. Graf Zeppelin hat, um die Bestrebungen der Flugtechniker zu Unterstufen und um $u einem Zustandekommen einer Flugveranstaltung in Württemberg beantragen, einen Preis von 25 000 Mk. gestiftet. Bon Paris nach Brüssel. Paris, 13. Nov. Der Flieger Leaagneux ist mit seinem Bsgleiter heute früh 6 Uhr 43 Minuten bei Südwind von Jssy les Moulineaux auf einem Zweidecker auf- gestiegen. Er will versuchen, Brüssel Ku erreidjen. 63 »st auch wirklich mit seinem Begleiter um 10 Uhr 10 Minuten dort auf dem Etterbeckplatz eingetroften, nachdem er in Compiögne eine Zwischenstation gemachi hatte. Dev außerordentlich heftige Wind trieb den Flieger so starf, daß er nach Abrechnung der Zell für zwei Zwischenlandungen die Fahrt von Paris nach Brüssel von) 280 Kilometer Länge in drei Stunden führte. Line amtliche Lrtläning. Berllin, 12. Nov. In ihren Rückblicken bemerkt die ^Nordd. Allq. 3tg.' zu den Betrachtungen der Presse über den Haushaltsentwurf für 1911, daß die Reichsfinanz. Verwaltung bei ihren Einnahmefchätzungen mit völliger Objektivität, niemand zu Leide, niemand zu Gefallen, verfahren sei, ohne danach zu fragen, wie daß gefundene Ergebnis nach der einen oder anderen Richtung auSgebeutet werden könnte. Ihre Schätzungen für 1910 dürften sich int Gesamtergebnis mit fast mathematischer Genauigkeit als zutreffend erweisen. Versuche, aus dem Etat ein Fiasko der Finanzreform nachzuweisen, müßten mißglücken; denn daß die er- rechneten Steuererträge von 417 Millionen Mark jedenfalls in nächster Zeit nicht voll zu erwarten seien, sei vom Regierungstische in der Etatsdebatte des vorigen Jahres ausführlich bargclegt worden. Schließlich erklärt die ,Rordd. Allg. Ztg.^ in Bezug auf eine Meldung von Differenzen zwischen dem Kriegsminister, dem Staatssekretär des ReichSmarineamteS und dem Staatssekretär des Reichsschatzamtes bezüglich der Forderungen des MarineamteS für den Ausbau der Flotte und des Kriegsministeriums im Interesse der HeereS- oerstärkung: „Es kann versichert werden, daß der Ausbau der Flotte programmgemäß erfolgen wird, daß von dem Bettage, den das Kriegsministerrum für 1911 im Interesse der Heeresverstarttrng für erforderlich gehalten hat, nichts abgesetzt ist. Wie fast immer, gehören auch diesmal die schön aufgeputzten sensationellen Nachrichten über persönliche Zusammenstt^, Entlassungsgesuche, Vermittlungen mih dergleichen in das Reich der Fabel." Vie Iren und die parlamentarische Lage in England. London, 13. Novbr. Der irische Nationalisten- 'übrer Redmond ist am Samstag abend von seiner Reise nach Amerika zurückgekehrt. Ihm wurde ein glänzender Emp- ang bereüet, wie er seit der Rückkehr Parnells aus Amerika im Jahre 1880 nicht mehr vorgekommen ist. Als sein Dampfer gesichtet wurde, loderten Freudenfeuer auf den Höhen längs der Der tlaiser in Donaueschingen. Donaueschingen, 12. Roo. Der Kaiser ist um 12 Uhr 35 Mim mittels Sonderzug hier eingetroffen. Am Bahnhos war der Fürst zu Fürstenberg, ebenfalls in Hofjagd- uniform, zum Empfange erschienen. Draußen bildeten Veremd und die Schuljugend Spalier. Die Fahll ging durch den Park nach dem Schloß, wo das Jagdpersonal aufgestellt war und den Kaiser mit Fanfarenklängen begrüßte. Am Schloßportal wurde der Kaiser von der Fürstm zu Fürstenberg unS den beiden Prinzessinnen begrüßt. Donaueschingen, 13. Nov. Der Kaiser nahm heute vormittag mit dem Fürsten von Fürstenberg am Gottesdienst in der evangelischen Kirche teil. Später unternahm der Kaiser eine Rundfahrt durch die Stadt, um bü neu aufgebauten Straßenzüge zu besichtigen. Nachmittage unternahmen der Kaiser, der Fürst und -die Fürstin von Fürstenberg eine Automobilfahrt nach Kloster Beuron. Anträge an die hessische Zweite Kammer. Der hessischen Zweiten Kammer sind, tote wir ba» Lcmdtagsdrucksachen entnehmen, einige sehr bemerkenswerte Vorstellungen und Anträge zugegangen: Die Abgeordneten Leun und Senßfelder brmn tragen: Die Zweite Kammer wolle beschließen, Vroßh. toegtcrund M ersuchen, im Bundesräte dahin »u wirken, daß bte Hebungen der Mannschaften des Beurlaubteidstandes wesentliche Beschränkungen finden und die so zu erzielenden Ersparnisse den Kriegsteilnehmern von 1870/71, soweit diese weniger als 1200 Mark Jahres einkommen haben und weder Pension oder Unterstützung noch Vetrrarumbeftfllft be-iehen» als Ehrensold überwiesen werden. Der hessische Gauverband aegen bett Alko-' Holismus hat über die bekcrmllltch beantragte Win-i zer-Unter st ützung eine Vorstellung eingereicht, bet wir folgende Stellen entnehmen: Es gibt nicht wenige Kenner der WeiudauverhMnisse, dÜ dem rhemhesjischen Weinbau eine ungünstige Prognose stellst und eine Besserung der Verhältnisse nur ton dem Anpflan^u —"—i0—p—a—™— teuungen Kaninchen unb Tauben sehr schone Exemplare Die Ausstellung wurde Samstag nachmittag durch den und alles M kommt." den Abteilungen Kaninchen und Tauben sehr schöne Exemplare sehen. Die Ausstellung wurde Samstag nachmittag durch den Haltestelle in Birkenau—Tal, wenn auch vorläufig mir nach Bedarf, veranlassen, von welcher auch die Bahn durch regere Inanspruchnahme nicht unbedeutende Vorteile geniesten würde." Ferner ist der gedruckte Bericht des Sonderausschusses für die Verwaltungsgesetzgebung über den Entwurf betr. die Landgemeindeordnung zugegangen. su helfen. Llbg. Korell und Genossen haben folgende dringliche Anfrage eingebracht: „3ft die hessische Regierung bereit, bei der hohen Reichsregierung sofort die Anwendung des 8 4 Abs. 3 des Reichsgesetzes zur Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen zu beantragen tun, damit die baldige Anwendung zur Ausführung seiner Ausführungen sei die Mitteilung gewesen, daß die berechtigten Wünsche der Handwerker unterstützt, unberechtigte aber zurückgewiesen werden. — Im Anschluß daran sei noch erwähnt, daß in mehreren Handwerkeroersammlungen im Gewerbehause die Stadtvv. Petri und Winn unberechtigte Forderungen von Handwerkern zurückgewiesen haben. ” Die Gießener Familienblätter können wegen eines MafchinendefektS statt heute erst morgen beigelegt werden. Ein schönes Heimatrecht haben sich im Lause der Zeit die Ztüchenhelfer der renommierten Firma R. v. Hünersdorff Racyfolger in (Stuttgart bei • unterer Frauenwelt erworben, so daß die von genannter Firma alle Jahre aus den Markt gebrachten Neuigkeiten mit einer ge- wissen Spannung erwartet werden. Der heute beiliegende Prospekt enthält auf der ersten Sette vier solche Neuigkeiten, die ganz besondere Beachtung verdienen, während auf den anderen Setten die btsherigen Artikel in empfehlende Erinnerung gebracht werden. Daß die Mnersdorff'schen Küchenhelfer auch vorzügliche Geschenk- arttfcl btlden ist bekannt. us54/* Vorsitzenden Ludwig Gerhardt im Beisein des Gemeinderats eröffnet. Der Besuch der Ausstellung war dank des schönen Wetters sehr stark. Unter den zahlreichen Preisen befanden sich solche von der Gemeinde, Brauereibesitzer Melchior-Butzbach, Brauerei Jhring-Lich, von den Vereinen Butzbach, Gambach und Bad- Nauheim und von Privaten. Die Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: Für die beste Gesamtleistung erhielt Ludwig Gerhardt einen Ehrenpreis. A. Hühner: Wyandottes: Ehrenpreis Hch. Röhrig, 3. Prelise W. Wagner II. und Hch. Nern, lobende Anerkennung Hch. Röhrig und Hch. Nern; Plymouth Rocks: Ehrenpreis Hch. Hannack, 3. W. Schepp; Orpington: 1. Will). Hofmann II., 2. Wilh. Wagner, 3. Will). Hofmann; Minorka: 2. Anton Hannack II., 3. Hch. Schneider II.; Italiener: Ehrenpreise: Anton Brückel, Ludw. Gerhardt, 1. Joh. Söhngen, 2. Ld. Gerhardt, K. H. Hannack, Anton Brückel, Ld. Bach, Wilh. Gärtner, 3. Wilh. Euler, Kl. Müller, Kl. Velte, Hch. Sommerlad; Hamburger: 3. Wilh. Schepp; Rhode Island: 3. Jak. Tbeisenbach; Bantams: 1. W. Hofmann II.; Truthühner: "Ehrenpreis Ld. Gerhardt unb Will). Gartner, 3. L. Gerhardt und Anton Brückel. B. Gänse: Ehrenpreis Wrlh. Euler II., 2. Hch. Zöller. C. Tauben: Drei Ehrenpreise: Anton Hannack II., 2. Hch. Hannack, Ant. Hannack, K. Hch. Hannack, 3. A. Hannack, Hch. Röhrig, A. Hch. Hannack, Wlh. ; vermalter Hch. Horn zu Bad-Nauheim auf sein Nachsuchen. ' Der Großherzog hat ihm aus diesem Anlaß das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift »Für treue Dienste" verliehen. ** Vom Denkmalschutzgesetz. Der Installateur Bernhard Schiffmann besitzt im Salmengäßchen in Mainz ein kleines Haus, an dem sich eine alte g o - thische Figur befindet. Tie Figur steht unter dem ' Denkmalschutz. Auf Anstiftung des Antiquitätenhändlers Friedrich Broo, der früher in Mainz und jetzt in Köln wohnt, hatte Schiffmann an ihn die Figur für 150 Mk. ; verkauft, während Broo von einem Liebhaber 3000 Mk. 1 erhielt. Die Figur soll aber einen bedeutend höheren Alter- ’ tumswert haben. Broo und Schiffmann hatten sich jetzt 1 wegen Vergehens gegen das Denkmalschutzgesetz vor dem Schöffengericht zu verantworten. Broo wurde zu 100 Mk., Schiffmann zu 10 Mk. Geldstrafe verur teilt. ** 3u d en Stadtverordneten Wahlen wird uns mitgeteilt, daß der Nordostverein in seiner kürzlich abgehaltenen Generalversammlung außer seinem Vorsitzenden noch die von der Handwerkervereinigung aufgestellten Herren Franz Brück, M. Jaskowski, E. H. Müller und Petri III. nominierte;, der noch weiter aufgestellte Herr Adolf Klingspor, durch dessen Abwesenheit von hier eine frühere Entscheidung nicht zu erlangen war, hat nunmehr eine Kandidatur enogültig abgelehnt. Bezüglich der ausscheidenden Stadtverordneten hat die Versammlung die Liste des Bürgervereins im allgemeinen gutgeheißen. ** D er Abgeordnete Köhler-Langsdorf veröffentlicht in der Friedberger „Neuen Tageszeitung" einen Artikel, in dem er sein Verhältnis zum „Gießener Anzeiger" darstellt. Er teilt Gründe dafür mit, weshalb er bisher gerade unserem Blatte seine Zuschriften geschickt habe, und fährt dann fort: Von heute an kann ich meinerseits nur sagen: Das war einmal! Nachdem der Herr Professor Gisevius sich entschlossen hat, wie er sich ausdrückte, „das große Opfer" zu bringen, wird der „Gießener Anzeiger" dieselben Wege wieder wandeln, wie im Jahre 1906—07. (Die Katze läßt das Mausen nicht.) Und daß er das gewiß und sicher tun wird, geht daraus hervor, daß er 1. mir gelegentlich der Beratung der Reichsfinanzreform meine gegen die Witwen- und Waisensteuer gerichtete Artikel ablehnte; 2. daß er meine gegen die unwahre Behauptung des Professors Gisevius, ich hätte ihm versprochen, nicht wieder zu kandidieren, gerichtete Erklärung nicht aufnahm. Wir haben dazu zu bemerken, daß diese Erklärung über die Behauptung des Professors Gffevius nicht in unsere Hände gekommen ist. Selbstverständlich würden wir eine solche Feststellung Köhlers ohne weiteres veröffentlicht haben. Daß wir bisher seine Zuschriften, auch soweit sie humoristischer Art waren, ausgenommen haben, sollte Herrn Köhler doch beweisen, daß wir immer unsere Aufgabe erfüllt haben, dem Wahlkreise vom Tun und Treiben seines Abgeordneten Kenntnis zu geben, und wir verstehen es nicht, wie er es uns im Ernste zutrauen kann, eine so bemerkenswerte unb sachlich tatsächlich wichtige Notiz, wie die oben erwähnte, zu übergehen. Daß diese Zuschrift Köhlers nicht an uns gelangt ist, ist be- icruerlich und vielleicht nur folgendermaßen zu erklären. Aus technischen Gründen haben wir jeit An farm dieses Monats ein Voftf Hungen, 13. Novbr. Der Geflügel-Zuchtverein für Hungen und Umgegend hatte unter Mitwirkung des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für Oberhessen im Saale der „Traube" eine Bezirks-Geflügel- und Kaninchen-Ausstellung veranstaltet. Die Ausstellung gab ein schönes Bild tüchtiger züchterischer Leistungen. Unter den Hühnern waren die Italiener in allen Farbenschlägen durch gute Exemplare stark vertreten. Es war daher kein Wunder, daß bei der etwas geringen Zahl der Preise so mancher Züchter leer ausgehen mußte. Das früher so geschätzte Minorkahuhn scheint bei uns sehr in der Abnahme begriffen zu sein, denn es waren nur wenige Nummern ausgestellt. Wassergeflügel war schwach vertreten. Dagegen wiesen die Abteilungen Tauben und Kaninchen, besonders belgische Riesen, schöne Ausstellungstiere auf. Allgemeines Lob fanden die Kürschnerwaren der Firma F. Kick-Alsfeld und die Futtergeschirre von Robert Wagner-Echzell. Die Eröffnung der Ausstellung fand durch Lehrer A. Staubach am Samstag statt. Er wies auf die Bedeutung der Kleintierzucht als einen wesentlichen Zweig der deuffchen Volkswirtschaft hin. Auch enge Kreise könnten hier gutes leisten, das zeige die heutige Ausstellung, in der sich viel Fleiß und Sorgfalt äußere. Seit Angliederung der Kaninchenzucht sei zum ersten Mal eine Kaninchenausstellung damit verbunden. Der Sekretär der Landwirtschaftskammer, Herr Schwarz- Gießen, sprach sich sehr anerkennend über die Ausstellung ans. Unter den gestifteten Ehrenpreisen waren 8 ä 15 Mk. von der Landwirtschaftskammer, 2 von der Stadt Hungen, je einer von der Spar- und Leihkasse Hungen, vom Vorschuß- und Kreditverein Hungen und der Unionbrauerei Gießen. Als Preisrichter war Herr Ostheim-Echzell tätig. Die Prä- ntii eru n g hatte folgendes Ergebnis: A. Hühner,: 1. Italiener: Ehrenpreise der Landwirtschaftskammer: Wilh. Bommersheim-Bettenhausen, Hch. Schäfer - Villingen, 1. Preis Gustav Kohlheyer - Hungen, 3. Preise Gustav Kohlheyer - Hungen, Karl Schäfer - Bettenhausen, Hch. Weinel - Hungen, Ludwig Velten-Langd; 2. Minorka: Ehrenpreis der Landwirtschaftskammer: Emil Schäfer- Langd, 1. Preis Wilhelm Bommersheim - Bettenhausen; 3. Andalusier: 1. Preis Ernst Jung-Villingen: 4. Rode Island: Ehrenpreis: Hch. Heßler-Hungen, 3. Preis Gust. Lohlheyer-Hungen; 5. Sammelklasse: Ehrenpreis der Landwirtschaftskammer: R. Weiß-Hof-Gratz, 2. Preise R. Weiß-Hof- Graß, Wilh. Pletsch-Hungen. Forstwart Heßler-Hungen, 3. Preise Ludwig Velten II.-Langd, Wilh. Stoll-Riedmühle. B. Wajser - geflügel: 1. Enten: 2. Preis R. Weiß-Hof-Graß, 2. Gänse: Ehrenpreis der Landwirtschaftskammer: Wilh. Koch II.-Villingen, 3. Johs. Böcher - Zellmühle, W. Fritz-Langd. C. Tauben: 1. Kröpfer: 1. Preis Gg. Jung-Villingen, 3. Hch. Fritz- Hungen, Hch. Draut-Hungen; 2. Brieftauben: 3. Hch. Draut-Hungen; 4. Strasser: 2. Bürgermeister Fendt-Hungen. D. Kaninchen: 1. Belgische Riesen: Ehrenpreis: Ernst Jung-Vülingen, 2. Ernst Jung-Villingen, 3. Forstwart Heßler- Hungen, Hch. Fritz-Hungen; 2. Holländer: 2. Preis Friedr. Löffler-Hungen; 3. Russen: Hch. Bomeier-Hungen; 4. Albinos: Otto Föller - Hungen; 5. Deutsche Riesenschecken: 3. Preis Adolf Schwarz-Hungen. > Kirch-Göns, 13. Nov. Eine Geflügel- und Kaninchenausstellung hielt heute unser Geflügel- und Kaninchenzuchtverein im Saale der Joh. Müller IV. Wttwe ab. Die Ausstellung war sehr reich beschickt und zeigte, daß besonders die Geflügelzucht in unserem Dorf bedeutende Fortschritte gemacht hat. Neben den Prachttieren der Geflügelzucht tennte man in Nern. V. Kaninchen: Belg. Niesen: EhrenPÄ!lset WW Schepp, Verein Kirch-Göns, 2. Ludw. Gerhardt, 3. Wllh. Schepp, K. Hannack, L. Gerhardt, Hch Hannack; Schecken: Ehrenprüs Wilh. Euler, 2. Wilh. Euler und Kl. Hannack, 3. Hch Hannack intb Kl. Hannack; Silber: Ehrenpreis Hch Hannack, Ludw. Gerhardt (drei), 2. Hch. Sirppes, Hch. Röhrig, Hch. Zöller, 3. W. Nern, L. Gerhardt, W. Euler; Russen: Ehrenpreis L. Gerhardt, 2. Hch Rau, 3. B. Bopf, Hch. Fuchs und L. Gerhardt; Schlachtzucht: 1. W. A. Langsdorf, 3. L. Watz, L. Gerhardt. Kollektion Geflügel mit Geflügelhof: Ehronpreise: K. Velte und L. Gerhardt. Sehr schöne Pelzsachen hatte H. Zöller ausgestellt. Ausland. Aus Pray wird gemeldet: In der S p r a ch e n f r a g e, bereit Schwierigkeiten in den letzten Tagen zu einem Stocken der Verhandlungen geführt hab-en, ist von den deutschen Parteien ein neuer Gesetzesvorschla g ausgearbeitet worden, welcher die Schaffung eines Landes-Ein- reichungs-Amtes vorsieht, wobei deutsche Einwohner tschechischer Gemeinden deutsche Eingaben und umgekehrt tschechische Einwohner deutscher Gemeinden tschechische Eingaben einbringen können. Prag soll nach dieser Vorlage vollständig zweisprachig amtieren. Die Tschechen nehmen zu diesem Vorschläge noch nicht offiziell 'Stellung, doch verlautet, daß er für sie unannehmbar sei. Das russische Ministerium des Innern hat einen Gesetzentwurf über die Stärkung des russischen Elements unter den Ansiedlern der M u r m a n k ü st e des nördlichen Eismeeres ausgearbeitet. Das Ministerium hält es für notwendig^ die Vorrechte für die fremdländischen Ansiedler der Murmanküste abzuschaffen. Die Einwohner zu Birkenau und anderer Orte bringen folgende Bitte vor: Tie Zweite Kammer wolle die Errichtung einer Aus Stadt und Land. Gießen, 14. ^)iooember 1910. ** Pfarrdienstnachrichten. Ernannt wurden Pfarrassistent Hartmann zu Gustavsburg zum Pfarrverwalter in Eberstadt (Dek. Eberstadt); Pfarrassistent Zentgraf zu Schönberg zum Psarrassistenten in Gustavsburg; Pfarramtskandidat Hellwig zu Kirch-Göns zatm Pfarrvikar in Maar. Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben die evang. Ptarrstellen zu Eberstadt (Dek. ®bei> stadt) und zu Ober-Wiodersheim. ” In den Ruhestand veffetzt wurde der Kurhaus- Kleine Tageschronik. In Kiel wurde ein Studentenheim in Anwesew heit des Prinzen Waldemar von Preußen, des Großadmirals von Koester, der Spitzen der Marine und städtischen Behörden der Professorenschast der Universität, der Studenten und zahb reicher geladmer Gäste feierlich eröffnet. Im Verfolgungswahnsinn hat am Samstag in Berlin die Frau des Maurers Richter in der Geitenfeldstraße in der Abwesenheit ihres Mannes ihre beiden Kinder erdrosselt und sich dann selbst erhängt.____________ Wetterausslchten in Hessen am DienSlag dem 15. Novbr. 1910: Wolkig, geringe Niederschlage, südwestliche, spater westlkche Winde. Temperatur wenig verändert. Kreis Büdingen. —e. Büdingen, 14. Nov. Der hiesige Gesangverein; Sieber Frans feierte gestern sein 7 0jähriges Stiftungs- f e st durch ein glänzendes Konzert mit anschließendem Ball. Die Festtede hielt Geh. Juftizrat Rabenau, während Kreisrat Boeckmann mit einer Ansprache eine dem Verein vom Groß- Herzog verliehene Fahnenschleife überreichte., Kreis Lauterbach. es Lanzenhain, 12. Nov. Bei sehr lebhafter Beteiligung fand heute hier die Wahl eines Bürge.r- meisters statt. Der seitherige Bürgermeister Gg. Döll IV., her seit drei AmtZperioden hindurch die Geschäfte geführt, batte wegen hoben Alters eine Wiederwahl abgelehnt. Bon 104 Stimmberechtigten machten 86 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Gewählt wurde der 46 Jahre alte Landwirt und Darlehenskasserechner Herm. Jöckel mit 51 Stimmen. Sein Gegenkandidat Wilh. Lipp erhielt 35 Stimmen. Uetzhausen, 12. Nov. Bei der heutigen Stichwahl zwischen dem Beigeordneten Joh. Adam Schäfer uni) Hch. Sippel wurde ersterer mit 21 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Sippel erhielt 20 Stümpen, Von 44 Stimmberechtigten machten 41 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Bei der ersten Wahl waren drei Kandidaten auf- gestellt, wobei Schäfer 20, Sippel 19 und Joh. Weber eine Stimme erhielten. Kreis Schotten. 4- Laubach, 12. Nov. Der hiesige Gemeinde- rat beschloß in seiner letzten Sitzung einstimmig den Anschluß an das Elektrizitätswerk der Provinz Oberhessen. Starkenburg und Rheinhessen. nn. Darmstadt, 13. Nov. Tie Einweihung des Backesdenkmals auf dem hiesigen Friedhöfe vollzog sich' i heute unter außerordentlich großer Beteiligung. Ter Darmstädter Lehrergesangverein eröffnete die Feier durch einen Choral, worauf der Obmann des L-andeslehrervereins, Oberlehrer Huff, die unvergeßlichen Verdienste des „Vater Backes" schilderte. Tarauf ' dankte der Sohn des Verstorbenen, Schulrat Backes, in herzlicher Weise, besonders für die Liebe und das Vettrauen, das man ! dem Verblichenen entgegengebracht hat. Mtt einem weiteren Choral schloß die sehr erhebende Feier. Das von dem Bildhauer W. G ö tz ausgesiihrte Denkmal besteht aus einem hohen Dolomit mit dem Bronzerelief von Backes; es macht einen würdigen Eindruck. — Der Allg. Deutsche Lehrerverein, Berliner, Darmstädter und andere Lehrer-Vereinigungen legten Kränze nieder. — Der SS e re in „Hessisches Lehrerinnenheim" tagte heute hier im Rathaussaale unter dem Vorsitz von Frl. L. W o l f s k e h l, und war aus allen Landesteilen gut besucht. Frl. Müller gab den Geschäftsbericht, nach dem der Verein jetzt 684 Mitglieder zählt. Zuwendungen erhielt der Verein von der Firma Rothschild-Offenbach 200 imb von der Aufführung Don, Schulkuchern in Worms 300 Mark. Starkenburg und Rheinhessen. w. Darmstadt, 13. Novbr. Prinz Heinrich von Preußen weilte heute nachmittag wieder auf dem Euler- schen Flugfeld. Nachdem der Prinz mit Herrn Euler einen längeren Passagierflug auf einer neuen Eulermilitärslug- maschine ausgeführt hatte, welcher über Bäume und Telegraphenleitungen hinwegführte, flog der Prinz allein etwa zwei Kilometer auf einer anderen Eulermaschine. Kurz darauf traf Prinzessin Heinrich auf dem Flugplatz ein und unternahm mit Herrn Euler einen Passagierflug von etwa 20 Kilometer Länge. Bei diesem Fluae wurden Höhen von über 120 Meter erreicht. Die Landung erfolgte glatt im Gleitfluqe mit abgestelltem Motor. Prinz Heinrich unternahm dann allem noch mehrere wohlge- i lungene Flüge über- die ganze Länge des Platzes hin, die zeigten, daß der Prinz die Steuerung der Maschine vollkommen beherrscht. Erst als die hereinbrechende Dunkelheit den Flügen ein Ziel setzte,. verließen der Prinz unb die Prinzessin den Flugplatz, nachdem, sie Herrn Euler ihre Anerkennung für die wohlgelungenen Flüge ausgesprochen hatten. Anwesend waren als amtliche Zeitnehmer des deutschen Luftschifferverb^ndes Leutnant von Hammacher, Leutnant von Hiddessen, Leutiv^rt Heinrich Seanzoni von Lichtenfeld und mehrere Offiziere der Darmstädter Garnison. Herr Euler erbat sich von dem Prinzen die Erlaubnis, die Ergebnisse | der heutigen Flüge der Presse mitzuteilen, die der Prinz gab; bisher wünschte der Prinz Geheimhaltung der Flugversuche, weil er erst Mitteilungen in die Presse gelangen lassen wollte, wenn er selbst von seinen Flugleistungen befriedigt wäre. Während der letzten sechs Tage waren die Flugübungen durch andauernden Sturm und Regen unterbrochen. — Heute mittag nach dem Gottesdienst in der russischen Kapelle wohnten der Kaiser von Rußland und die Großfürstinnen-Töchter, der Großherzog unb bie Großherzogin von Hellen unb Prinzessin Heinrich von Preußen einer k i n e m a t o gr a p y i s ch e n Separatvorstellung im Foyer bes Hoftheaters bet. Der Zar, her Großherzog unb Prinz Heinrich von Preußen wohnten heute abend der Mfführung ber1 „Meistersinger" .im Hoftheater bei. Hessen-Nassau. w. Frankfurt a. Nt., 14. 9ioo. Bei den gestrigen Stadtverordnetenwahlen wurden zehn Kandidaten der Gereinigten liberalen Parteien und acht Sozialdemokraten gewählt. Stichwahlen haben 11 stattzusinden. <ßerid?tsiaaL Trier, 12. Nov. Breuer; wurde heute wieder zum Tode verurteilt. Bullerr-Verkauf. Die Gemeinde Treis a. Lda. hat einen abgängigen fetten Bullen auf Lebendgewicht zu verkaufen. Offerten können bis zum 16. November l. I. vormittags lO1/^ Uhr bei unS eingereicht werden, da um diese Zell die Eröffnung stattfindet. Die Bedingungen können auf Großh. Bürgermeisterei dahier eingesehen werden. 6253 Treis a. Lda., am 13. November 1910. Großh. Bürgermeisterei Treis a. Lda. Bremer. V/S.ITKA RTEN *n Jec^r beliebigen Schriftart und Kartonsorte, ■ ■ ---- sowie mit Zirkeln aller studentischen Vereinigungen liefert zu mäßigen Preisen die BrühTsche Univ.-Druckerei, Marktstr. 3 G. Schultheis Marktstr. 3 Grösstes Pelzwarenlager Alle Pelzarten in unerreicht schöner Kürschnerarbeit Die neuesten Modelle in Kolliers Schals, Modemuffen, Pelzhüten Herrenkra^en und Mützen Jagdmuffe und Fusssäcke —Auto-Pelze ==-.= Fachmännische Bedienung! Auswahl-Sendungen auch Zivile Preise! 6243 nach auswärts! Versteigerung. Dienstag den 15. ds. Mts.^ nachm. 2 Uhr, versteigere tch 9teu- habt 55 babter gegen Barzahlung: 1. freiwillig im Auftrag der Firma Spernau & Co. in Frankfurt a. 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Die tieftrauernden Hinterbliebenen; i. d. N. Gertrud Schmidt, Um stilles Beileid bittet 09577 im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: um 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Allen Verwandten und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Karoline Günther geb. Schneider am SamStag morgen um 81/, Uhr sanft entschlafen ist. ■j'V' M Franz Günther, Schaffner. Gießen (Diezstr. 15), StraßeberSbach, Frankfurt a. M., den 14. November 1910. Die Beerdigung findet Dienstag den 15. d. M. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme an dem Schmerze um unseren lieben Heimgegangenen, besonders für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Sommerlad und den erhebenden Grabgesang des Vereins Sängerkranz, sagen wir innigsten Dank. Familie Balthaser Kloos. Watzenborn, 14. Oktober 1910. t < t --_________________-_______________-Sfr- Bekanntmachung die Wahl der Mitglieder der Stadtverordneten-Veriammlnng betrefft nd. Dienstag den 22. Novbr. 1910 von vormittags 11 Ubr bis abends 7 Ubr soll die Wahl von 13 Stadtverordneten der Stadt Gießen vorgenommen werden. Die Wahl findet in dem in Zimmer 6 n 8 11 12 Neben der regelmäßigen dreijährigen Ergänzung der Stadt- verordneten-Versammlung durch zehn Mitglieder und der auf Grund Bürgermeistereigebäude (Gartenstraße 2) statt und zwar haben die Stimmberechtigten, deren Namen mit den Buchstaben beginnen: A bis einschließlich Go Gr „ „ Li . Schl Tchm „ * B abzustimmen. des Orisstatuts vom 17. Jult 1907 vorzunehmenden Verstärkung derselben um zwei Mitglieder (diese 12 Mitglieder find auf 9 Jahre zu wählen) ist noch ein Ersatzmitglied auf die Dauer von sechs Jahren zu wählen. Nach Art. 11 der Städteordnung muß die Hälfte der Stadtverordneten dem böchstbesteuerten Drittel der Wählbaren angehören. Die im Amt verbleibenden 21 Stadtverordneten gehören sämtlich diesem Drittel an. Der genannten Gesetzesvorschrift ist sonach genügt. Alle Stimmberechtigten werden hiermit eingöladen, an dein genannten Tage sich persönlich einzufinden und ihre Stimmen ab- zugeben. Zugleich wird daraus aufmerksam gemacht, daß diejenigen Stimmberechtigten, welche mit der Entrichtung der Gemeindesteuern zur Zeit der Wahl sich länger als zwei Monate im Rückstände befinden, zur Abstimnmng nicht zugelassen werden und daß daher alle diejenigen, welche bis zum 19. November mit der Entrichtung des 2. Zieles der Gemeindesteuern im Rückstände waren, nur dann abstimmen können, wenn sie einen solchen Rückstand noch bis zur Wahl absühren und daß solches geschehen der Wahlkommission durch Vorlage der Steuerguittung nachweisen. Gießen, 14. November 1910. Großherzogliche Bürgermeisterei. Mecum. B14/n Günstige Kaufgelegenheit. Eine große Partie eingerahmter Bilder gebe ich zu bedeutend ermäßigten Preisen ab. 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Johann 1750.- 1715.- Detmelsberg Fernie Kure (Erz) Fernie Obli- 6750.- 6650.- sah. Die Kurse bröckelten im großen ganzen ab. 3600.- 3450.- ..... galionen 4% 94.- 92.- Das Geschäft stagnierte vollständig, nur Graf Schwerin und Dennelsberg waren befestigt. Man glaubt, daß das jetzige Kuröniveau zu Käufen geeignet ist. Prämien-Kursbericht« Nov. w Lombarden. . Oest. Su 'ts- bahn . Balttmore . Nordd. Lloyd. Hamburg- Amerika 1902er Rusten. ^^bumerGuß v {ent . . . Vunir . . . Deutsch Luxemburger V, 1V< IV, IV» IV, V, 2 2 2 2V» 2 V, 7/S 2/8 2 2 «/< 3 * 3 3 33/< 3 OHn Nov. Deutsche Bank Berliner Handels. . Darmstädter . Dresdner . . Disconto Comm. . . Kreoit . . . Prince Heuri. l3/e & k IVs IV, r/4 IV, ' IV, t IV, K 2V» Biograph JPlockstr. 12 09578 Plocksfr. 12 Durch de« autzerordeutlich starken Besuch unseres Theaters am Samstag «. Sonntag find mir in die angenehme Lage versetzt de« geringen Preisaufschlag von 5 Pfg. ------------ fortfallen zu lassen. ----------- Bei normalen Preisen wird vorgeführt und zwar: heute und morgen Der Vorstand. Giessener Eisverein LV. Eintrittsgeld M. 1—, Jahresbeitrag M. 3.— Der Vereinsdiener Adolf Schwan wird in den nächsten Tagen die Mitgliedskarten zustellen und den Beitrag erheben. Die für Familienangehörige benötigenden Beikarten zum Vorzugspreise von 50 Pfg. wolle man von dem BereinSdiener gleichzeitig entnehmen, Nach Eröffnung der Bahn bezogene Beitarien kosten Mk. L—. Beikarlen können nur für die Hausstands- t v Mitglieder der engeren Familie verlangt werden und sind nicht übertragbar. Missbräuchliche Benutzung dieser Karten zieht zunächst den sofortigen Ausschluß aus dem Verein nach sich und wird gegebenenfalls gerichtlich verfolgt. Neuanmeldungen können beim BereinSdiener oder auch bei Herrn Ernst Balser, Mäusburg erfolgen. v:4/u (Sieben, 12. November 1910. Donnerstag den 17. November, abends 8'/, Uhr pünktlich io der groneu Univ.-Aula IV. öffentlich. Vortrag Herr Jng. Emil Fromholz, Dortmund: Oer Dortmund-Ems-Kanal Unser großer Original - Weltschlager der mit beispiellosem Erfolg bei uuS und in den größte« Theater« des In- und Auslandes gespielt vmrde. Ferner unser großaüigeS Programm In der Börse von New-York hervorragendes amerikanisches Drama, Länge 340 Meter. Frauenlist große köstliche Humoreske mit dem bekannten Nie Winter in der Hauptrolle, Länge 260 Meter. Zerrissene Strümpfe amerikanische Huuiocesle. Das hochinteressante Path^-Journal Tonbild: Liebes Männchen solge mir. DerT od und—wasdänn? Volkstümlicher philosophischer Vortrag (mit freier Aussprache und Fraje-Beantwortung) Friedrich Jaskowski (Leipzig) Mittwoch, 16. KovM 8j/j Uhr, Im Hotel Einhorn EintritUkarten ä 1 Mk. (reserv.) and A 0.50 MJg, Studanten- karten k 0J50 Mk. (offener Sitzplatz) im Vorverkauf In der Hof- und Univ.-Buchhandlung August Frees und an 62W der Abendkasse. seine Schiffshebewerke mit Lichtbildern. [v«/n Eintrittskarten sind zu 1 Mk. abends an der Kaffe zu haben. Angehörige unserer Mitglieder zahlen die Hälfte. Garderobe ist abzugeben. Hüte dürfen nicht aufbehalteu werden. Kaufm. Verein «. Ortsgewerbeverein. Hotel Schütz Vom 1. bis 15. November 1910 Grosses Konzert der überall sehr beliebten Schweizer- und Koschatlieder-Sttnger- und Schuhplattler-Thnzc r-tie»ellschaft Schweizer Nachtigallen im Natiunalkostüm Anfang Sonntags 5 Uhr. 00260 Wochentags 8 Uhr. 8^* Eintritt frei. heute Erötinung der KonH und Feinbäckerei __________Roonstrasse 38. _____ 09581 Zm Gießener Fröbel-Seminar indet em Kursus iu Fröbel'scheu Beschäftigungen für Mütter und juuge Mädchen statt. De. Kursus umfatzt 6 Abende in der Zeit vom 15. Novbr. bis 15. Dezbr. Anmeldungen u. nähere Auskunft: Garlenstr. 30. 109443 IColosseum Gießen uns Dir. 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Teil, sowie die übrigen vorzüglichen Programm-Nummern. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Versteigerung. Mittwoch den 16. Novemb. nachmittags 2 Uhr werden im Biekerschen Saale, Steuuaüt Eö, veruergert: L stöbet aller Arten, 16 Lorbeer- bauuie, 7UU Blattpflanzen, eine Parrie Stroh- und ütlzhüre, 3 Kastenwagen, 1 Pferd, eine Partie Schuh- und Sattlerwaren, 16 L)ttsweetsenster, acht &ub Äeiffwem, 120 Flaschen Champagner, 10 Erabeinian- ungen aus grauem Sandstein, 12u Alpenveilchen, 1 Erammo- Phon MU Platten, 1 Polyphon- inurumem ü. Saal) em Hauen« schrank, em Fahrrad u. a. m. IL 1 Pianino ischwarz). Die Berstelgerung unter II fuihet bestimmt statt. Äeiffler, Eerrchtsvollzicher ♦ Mäuseplage 62571 Gebe em Oluanmeu Mäuse- Lyphus-Bazillen biu. ab: 1 Röhrchen für 1 Mora. Land reich. 40 Pf. Dies bill. Angebot gilt nur o.nachst. Samstag. Anerttbenes Mittel zur Radikalvernigg. d. Klause. Proip. u. Gutachten grat. Aotzel, oront; furt a.Ä-t.,Bornhm.Lalidwehr26. 3n ii ernt i et eit '»* W M V (JM..1 V«, v, M vro 1. 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