Nr. 218
Zweites Blatt
ISO. Jahrgang
Samstag 17. September 1910
Gießener Anzeiger
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Oberheflen
Die „Siebener Kamilienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, da2 „Kreisblatt für den Kreis Eietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen ZeU- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Rotationsdruck und Berlag der Brühl'schea UniversitätS - Buch» und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: ea^5L Redaktion:^K112. Tel.-Aüru AnzeigerGießen.
Zur Verhaftung des Leutnants Helm.
£ London, 16. Sept.
Die Angelegenheit des Leutnants Helm hat, vorläufig wenigstens, einen für den Angeklagten bedenklicheren Charakter erhalten, denn der öffentliche Ankläger hat sich entschlossen, die Anklage zu verschärfen, indem er behauptet, daß Leutnant Helm die Skizzen gemacht habe m der Absicht, seine auf unerlaubte Weise erlangten Informationen einer fremden Macht zu übermitteln. Das ist ein Verbrechen, auf welches hohe Strafen stehen. Natürlich ist dem nach wie vor entgegen $u halten, daß die skizzierten Forts, von denen die Anlage ein ganzes Dutzend aufzählt, durchweg veraltet und absolut wertlos sind, so daß sie von den Zeitungen auch heute wieder Postkartenforts genannt toerbens Es wird also abzuwarten sein,' ob die Geschworenen, vor die der Offizier zweifellos kommen wird, sich von dem' Vertreter der Anklage überzeugen lassen werden, daß Leutnant Helm wirklich Staatsgeheimnisse erkundet hat. Mr. Bodkin, der gestern die Anklage vertrat, betonte mehrmals ausdrücklich, daß man nicht im ge^ ringften glaube, daß der Angeklagte von Deutschland in irgend einer Weise beauftragt oder veranlaßt worden sei, diese Skizzen zu machen, sondern er habe das offenbar ganz aus eigenem Antriebe getan. Die von Mr. Bodkin gestern gegebene Darstellung der Vorgänge deckt sich in der Hauptsache mit der gleich nach der Verhaftung bekannt gemachten Schilderung. Nur werde jetzt behauptet, daß Leutnant Helm, als er die Offiziere auf sich zukommen sah, versuchte, so schnell wie möglich zu entkommen, allerdings ohne zu laufen.
Miß Woodhouse, die Person, die die Anzeige erstattete, wurde als Zeugin vernommen, und man gab sich offenbar alle Mühe, zu verheimlichen, wer sie eigentliche ist. Aus der Darstellung der mysteriösen Person geht aber jedenfalls hervor, daß Leutnant Helm mit einer geradezu unglaublichen Naivität vorgegangen ist, denn er stritt sich mit chr über den Wert britischer und deutscher Kriegsschiffe herum und ebenso über den Wert der Forts und zeigte ihr dabei alle seine Zeichnungen, bat sie aber obendrein noch, niemanden etwas davon zu verraten. Ebenso suchte er ihr zu beweisen, daß seine Skizzen sehr geschickt angefertigt seien, was sie bestritt. Ein Hauptmann Twiß von der indischen Armee, der beauftragt worden war, die Notizen Leutnant Helms aus dem ^Deutschen zu übersetzen, konnte nur einige Ueberschriften und Bezeichnungen aus den Skizzen anführen, er bemerkte einige mysteriöse Fs, die er nicht erklären konnte. Sonst fand er noch ein Gedicht und eine poetische Skizze mit der Ueberschrift „Eine wahre Geschichte".
Der neue preußische Lotterieplan.
Mit dem Beginn der 224. Lotterie, also mit Anfang Dezember 1910, wird die Verwaltung der Königlich Preußrschen Klassenlotterie in dem Reichsland Elsaß-Lothringen ihre Tätigkeit eröffnen. Um die im Reichsland zu errichtenden Lotterieeinnahmen mit Losen zu versorgen, sowie um die in der letzten Zeit im bisherigen Lotteriegebiet in verstärktem Maße hervorgetretene Nachfrage zu befriedigen, ist eine Vermehrung der Lose der .Massenlotterie um 76 000 Stück, also auf 380’000 Stück (348 000 Stammlose und 32 000 Freilose), in Aussicht genommen. Die Lose sollen ^gleich, abweichend von dem bisherigen Brauch, in zwei Wteilungen (I und II) eingeteilt werden. Jede Abteilung erhält daher die Nummern 1 bis 190 000. Das Nummerrad braucht somit bei der Ziehung nur mit 190 000 Nummerröllchen ausgerüstet zu werden, weil jedes gezogene Nummerröllchen für beide Abteilungen gleichzeitig wirken und für beide Abteilungen je einen gleich hohen Gewinn herbeiführen soll,
der durch die Entnahme des zugehörigen Gewinnröllchens aus dem Gewinnrade bestimmt wird. Auch in das Gewinn- rad ist nur die Hälfte der sonst erforderlichen Gewinnröllchen einMfüllen, weil auch jedes gezogene Gewinnröllchen doppelt, nämlich für 2Lose (je eines in den Abteilungen l und II) seine Wirkung äußert. Die Maßnahme dient mithin zu einer erheblichen Entlastung der Ziehungsräder und befördert dadurch eine durchgreifende Mischung der Losnummer- und Gewinnröllchen, hinsichtlich deren in letzter Zeit mehrfach Wünsche laut geworden sind; sie verkürzt ferner die schon bei der jetzigen Losezahl sehr ausgedehnte Ziehungszeit, beschleunigt die Herstellung der Gewinnlisten, die ja nur die Hälfte der Gewinnummern zu enthalten brauchen, weil jede Nummer eben für beide Wteilungen gilt; sie erleichtert aber auch aus demselben Grunde wesentlich die Veröffentlichung der Listen in den Zeitungen und verlängert endlich die Zeit zum Verkauf der Lose für die folgende Lotterie. .
Da auf jede gezogene Nummer zwei gleich hohe Ge- tvinne (je einer in beiden Wteilungen) entfallen, so werden auch das sogenannte große Los und die Prämie zweimal gezahlt und in dem Lotterieplan vorgesehen sein. Auch sind alle Hauptgewinne nunmehr ebenfalls der Zahl nach durch 2 teilbar, wie überhaupt alle Gewinne bei* Lotterie. Die burch bie Vermehrung ber Lose gewonnenen Mittel sollen zu diesem Zweck nach Abzug ber Reichs- stempelabgabe unb ber Einnehmergebühr voll verwendet werden. Namentlich die mittleren Gelvinne sollen dabei gleichfalls eine erhebliche Mehrung erfahren.
Im übrigen bleiben die bewährten Einrichtungen ber Preußischen Klassenlotterie bestehen. Die Lose werben nach wie vor in ganzen, halben, Viertel- und Achtel-Losen aus- gegeben. Nur bie Zehntellose finb zur Vereinfachung bes Losevertriebs in Ueb er einstimmun g mit beit Wünschen ber weit überwiegenben Mehrheit ber Lotterieeinnehmer aus gegeben worben. Der geringste Wschnitt eines Preußischen Loses (ein Achtel) kostet mithin künftig 5 Mk. statt bisher 1 Mk. (ein Zehntel) für jebe Klasse.
Magdeburg.
X Magdeburg, 16. Sept.
Die altehrwürdige frühere Erzbischofstadt Magdeburg bildet vom Sonntag ab den Schauplatz des diesjährigen Sozialdemokratischen Parteitages. Er übertrifft alle seine Vorgänger an Teilnehmerzahl. Mit 451 Delegierten und 71 Pressevertretern hat er selbst den großen Demonstrations-Parteitag in Halle 1890 überschritten, der 420 Teilnehmer aufwies. Am letzten Parteitage in Leipzig waren nur 339 Teilnehmer einschließlich der ausländischen Gäste erschienen. — In der ersten Reihe der Teilnehmer des Parteitages stehen naturgemäß die Mü- glieder des sozialdemokratischen Parteivorstandes, dem u. a. Bebel, Singer, Pfannkuch, Gerisch, Molkenbuhr angehüren. Paul Singer, der mit wenigen Ausnahmen allen bisherigen Parteitagen präsidierte, wird diesmal den Verhandlungen fernbleiben müssen, Sa sein schweres Augenleiden noch immer nicht behoben ist. Dagegen rechnet man bestimmt mit dem Erscheinen August Bebels, obwohl auch dieser der Kopenhagener Tagung infolge KranÄ^it fernblieb und sich mit schwerer Krankheit entschuldigte. Auffallend groß ist diesmal die Zahl der weiblichen Parteitags-Delegierten, von denen besonders Klara Zetkin, Frau Zietz aus Hamburg und Ottilie Baader, die „Vertrauensperson" der rund 82000 Genossinnen Deutschlands, zu nennen sind.
Ursprünglich hatten die Damen die Wsicht, auch diesem Parteitage wieder eine sozialdemokratische Frauen-Konferenz voraus gehen zu lassen, weil ber Parteitag allzuoft die Frauenfrage lau behandelt hat. Allein da dem Kopenhagener Internationalen Kongreß bereits eine Internationale Frauen-Konferenz voraufgegangen war, so fürchtete man wohl eine zu geringe Teilnahme und verschob die nationale Frauen-Konferenr daher auf das nächste Jahr. — Auch Rosa Luxemburg soll mit einem Mandat versehen sein, obwohl ihr die Mitteilungen der „Fränkischen Tagespost" über ihre angebliche Tätigkeit als frühere russische Potizeispionin in ihrem Ansehen ziemlich geschadet haben.
Der Kampf um Rom.
(September 1870.)
Ferdinand Gregorovius, der große Geschichtsschreiber, der den letzten Akt der italienischen Einheitsbestrebungen, den Kampf um Rom, als Augenzeuge miterlebt hat, schildert die politische Situation Europas, wie sie voü den großen Ereignissen des schicksal- schweren Herbstes 1870 bestand, mit diesen Worten: „Im Programm der Seltener Jesuiten stand schon längst der Krieg gegen das protestantische Preußen, gegen dieses durch Denken und' Wissenschaft verderbte Deutschland überhaupt. Phantastische Weltpläne wurden in den Köpfen mancher Dunkelmänner ausgesonnen. Sie träumten von einer neuen Weltepoche allgemeiner kreuzritterlicher Reaktion und der Katholisierung der Völker, und einer päpstlichen Weltherrschaft nach den Grundsätzen des Syllabus und den Dekreten des kommenden Konzils, und ibr konnte, so meinte man, ein Krieg Frankreichs gegen Deutschland wohl die Wege bahnen.. Dieser Krieg, von den nie besiegten Legionen Napoleons geführt, mit den gegen Deutschland erfundenen und bei Mentana erprobten Chassepots und den Mitrailleusen, mußte unzweifelhaft die protestantische Macht Europas zertrümmern und die Einigung Deutschlands unter der Dynastie Hohenzollern unmöglich machen. Aus dem unbezweifelbaren Siege Frankreichs folgte selbstver- stönblich der Zerfall Italiens in seine Atome und die Wiederherstellung des Kirchenstaates, wie zu Consalvis Zeit. Dann würde Napoleon, der Retter und Wvokat der Kirche, die Stellung Karls des Großen einnehmcn; dann die beruhigte Menschheit um die beiden großen Metropolen der Welt wie um ihre Achsen sich zu drehen haben: um Paris, den Sitz der in der Cäsardespotie zentralisierten menschlichen Kultur, um Rom, die infallible Quelle der im Jesuitismus göttlich geoffenbarten Wahrheit." Diese ungeheuren Pläne, die das tausendjährige Reich Roms herbeiführen sollten, schienen sich zu verwirklichen. Am 18. Juli 1870 wurde das Dogma der Unfehlbarkeit verkündet, einen Tag darauf brach der Krieg aus, durch den die katholische Vormacht Frankreich den Protestantismus zerschmettern sollte. Man schien nahe dem Ziel zu sein. Doch schon sechs Wochen darauf existierte weder ein französisches Kaiserreich mehr, noch das uralte weltliche Reich des Papstes.
Der Kampf um Rom, dessen allerletzte Phase in die Sep- tembertage des Jahres 1870 fiel, war so alt wie Sie italienischen Einheitsbestrebungen. Am dramatischsten gestaltetei ei sich seit 1866. Langst hätte er sich zu Gunsten des unter der Dynastie Savoyen geeinigten Italiens entschieden, wäre nicht Napoleon als defensov ecclesiae aufgetreten. Er war der einzige Schutz, seitdem Oesterreich, das Rom durch das mächtige Festnngsviereck am Po gedeckt hatte, gezwungen worden war, seine italienische Politik aufzugeben. Doch auch dieser Schutz drohte zu versagen. Gemäß der Konvention vom 15.^ September 1864 mußte die französische Okkupationsarmee,
die Napoleon in Rom unterhielt, zu Ende des Jahres 1866 die ewige Stadt räumen. Mit Schrecken erwartete Pius IX. diesen Augenblick, voll der höchsten Hoffnungen ersehnten ihn die Anhänger Mazzinis und die Scharen GaribalSis, während das florentinische Kabinett zweideutig blieb. Am 14. Dezember schifften sich die letzten französischen Truppen in Civita Vecchia ein, am selben Tage forderte das geheime römische National- K'omitee zur Befreiung Roms auf und am 17. Februar des neuen Jahres gab die mazzinistische Partei Roms durch geschleuderte Petarden ihr erstes Lebenszeichen. Die Aufregung wuchs in ganz Italien. Insgeheim bildeten sich Banden zur Befreiung Roms, Garibaldi wurde, als er zu ihrer Führung eben aufgebrochen war, unter dem Drucke Napoleons von der italienischen Regierung verhaftet, wußte aber zu entweichen und stieß trotzdem zu ihnen. Unter seiner heldenhaften Führung begann dann jener wilde Freischärlerkrieg um Rom, der erst durch eine erneute französische Truppensendung niedergeworsen werden konnte. Die Schlacht bei Mentana machte dem Bandenkrieg ein Ende.
Dies war das Vorspiel zum letzten Entscheidungskampf gewesen. Es war für Rom scheinbar so glücklich verlaufen, daß die mächtige Partei des Kardinalstaatssekretärs Antonelli, die den Papst beherrschte, ihre großen Pläne wieder aufnehmen konnte. Am 8. Dezember 1869 trat jenes Kirchenkonzil zusammen, das dann ein halbes Jahr später die Unfehlbarkeit des Papstes der Welt verkündete und damit das tausendjährige System ber römischen Ideen krönen wollte. Wer ein beinahe widerstandsloser Kampf genügte, die irdische Herrlichkeit dieses gewaltigen Systems in Trümmer zu legen. Mit dem Ausbruch des deutsch- ftanzösischen Krieges war Napoleons Macht in Italien matt- gesetzt, die Okkupationsarmee verließ zum zweiten Male Rom, die italienische Regierung erklärte den Vertrag, der die Integrität des Kirchenstaates bezweckte, mit Napoleons Fall für null und nichtig. Am selben Tage, da die deutsche Armee Paris mit eisernen Klammern umschloß, rückten 30 000 Italiener vor Rom an und am 20. September um 5 Uhr morgens fiel bei der Porta Pia der erste Schuß. Der Widerstand der päpstlichen Truppen war sogleich gebrochen. Schon unt 11 Uhr zog das einige Italien durch die Bresche der Porta Pia, umjubelt von ganz Rom, in dem sich sofort Tausende von Trikoloren erhoben. So erlosch die tausendjährige weltliche Gewalt des Papstes fast unbemerkt.
Roma caput mundi
Regit frena orbis rotundi.
Dieser alte Wahlspruch der ewigen Stadt, der sie als Haupt der Welt feierte, war wesenlos geworden, aber ein neuerstanden.es fügendftisches Reich erhielt zur Hauptstadt die „Mutter Jta Uens", um die es so lange und tapfer gerungen hatte,
x
Pfannkuch hat im Verein mit dem Parteikassierer Gerisch an erster Stelle dem Parteitag den Geschäftsbericht des Vorstandes zu erstatten. Dann soll August Bebel die badische Budgetbewilligung -besprechen. Es liegt jedoch ein Chemnitzer Antrag vor, die Sache erst als vorletzten Punkt der Tagesordnung zu behandeln, was natürlich einem Begräbnis erster Klasse gleichkommen würde, da ber Parteitag Not und Mühe haben wird, seine sonstige reichhaltige Tagesordnung im Laufe der dafür vorgesehenen sechs Tage zu erledigen. Neben der badischen Frage hat sich der Parteitag dann mit der Wahlrechtsfrage, der Reichsversicherungsordnung, der Genossenschaftsftago und der Maifeier zu beschäftigen. Hierzu tritt noch die Berichterstattung über den Internationalen Kongreß in Kopenhagen, der Bericht der Kontrolleure und ber parlamentarische Bericht, ganz abgesehen von den einigen hundert Anträgen, die aus den einzelnen Parteiorganisationen zum Parteitage eingegangen sind, und in denen alles Mögliche und Unmögliche zur Besprechung angeregt wird.
Die Zrage der Jugendfürsorge auf dem Kongreß für Armenpflege und Wohltätigkeit.
4 Königsberg i. Pr., 16. Sept.
Bürgermeister Dr. .Schmidt (Mainz) hielt den einleitenden! Vortrag über die Organisation der Jugendfürsorge. Die Mainzer Stadtverwaltung sei bereits im Vorjahre mit einer Zentrale für Jugendfürsorge vorgegangen. Es handele sich 'um die Frage, ob für eine solche Organisation allgemeine Grundsätze ausgestellt werden sollen, und diese Frage fei zu bejahen. Es sei eine Abgrenzung der öffentlichen von der privaten Jugendfürsorge zu schaffen. Für den Staat bestehe im allgemeinen keine gesetzliche Verpflichtung zur Jugendfürsorge. Nur in einigen Reichsgesetzen werde die Materie behandelt, so in der Reichsgewerbeordnung, im Bürgerlichen Gesetzbuch beim Thema „Fa- rnilienrecht" und im Kinderschutzgesetz. Auf bie Gesetzgebung dürfen wir nicht warten, die private Organisation muß vorangehen. Die Bestrebungen der städtischen Verwaltungen, welche Zentralen für Jugendfürsorge schaffen, seien umsomehr zu begrüßen, als eine gesetzliche Regelung ber ganzen Sache noch fehle.
Fräulein Dr. D u e n s i n g führte aus: Neben der staatlichen und kommunalen Jugendfürsorge steht als unentbehrlicher gleichwertiger Faktor der allgemeinen Jugendwohlfahrtspflege die freiwillige Jugendfürsorge der Gesellschaft. Sie darf sich nicht be=» schränken entf bie fürsorgerische Liebestätigkeit der Kirche unb der Fürsorgevereine, sondern sie ist eine soziale Bewegung. Die mannigfachsten gesellschaftlichen Organisationen beteiligen sich daran: Lehrervereine, Arbeiterorganisationen, Aerztevereinigungen- kaufmännische Verbände, Handels- und Handwerkskammern, landwirtschaftliche Gesellschaften, industrielle Unternehmerverbände, ferner die Frauenbewegung, die Antialkoholbewegung, die Sitt- lichkefts- und Volksbildungsbewegung mit ihren verschiedenen Organen, politische Parteiorganisationen usw., alle ringen und kämpfen um günstigere Bedingungen für die Entwicklung der gesamten Jugend, um eine entschiedenere Berücksichtigung ihrer berechtigten Interessen. Hebung der Volksgesundung, ber Volkskraft und des Volkswohlstandes, das ist der überwiegende Teil unserer Arbeit. Die fteiwillige Jugendfürsorge ist zur Ergänzung und Unterstützung der amtlichen Fürsorge und zur gegenseitigen Ergänzung und Unterstützung in ihren eigenen Bestrebungen zu organisieren. Es soll das nach drei Richtungen geschehen: in Vereinigungen zur Fürsorge für die hilfsbedürftige, gefährdete unbT verwahrloste Jugend, dann in Verenigungen zur Fördnung der Jugend unter 14 Jahren. Ihre Tätigkeit bildet bie wichtig^ Vorbeugungsarbeit gegen den Verfall der Jugend in hygienischer und sittlicher Beziehung. Eine dritte Gruppe von Vereinigungen, soll sich mit ber Frage der Förderung der schulentlassenen Jugend beschäftigen. Sie unterstützen und ergänzen die Tätigtet der Fortbildungsschulen. Es sind besondere Gruppen für die männliche und für die weibliche Jugend zu bilden. Wo die bereite vorhandenen Jugendvereinigungen nicht ausreichen, sind im Anschluß an die Fortbildungsschulen Vereinigungen für Fortbildungsschüler zu bilden. Die staatlichen und Fomnumaten Behörden haben im eigenen Interesse die Organisation ber ft eiwilligen Jugendfürsorge ber Gesellschaften auf alle Fälle zu fördern.
Zu dem Thema liegen eine Reihe Leitsätze vor, die Bürgermeister Schmidt (Mainz) schon früher über die Jugendfürsorge der Kommunen veröffeittlicht hat. Er verlangt darin, daß eine
— Hammer st eins Große Oper in London, lieber ben Plan Oscar Hammersteins, in London ein großes Opernhaus zu errichten, werben jetzt nähere Mitteilungen bekannte Ter unternehmende Direktor des Manhattan Opera House in Newyork, der freilich vor einigen Monaten seinen Frieden mit der von ihm befehdeten Metropolitan-Opera machen und sich aus Newyork zurückziehen mußte, hat bereits Grund und Boden am Kingsway in London erworben und wird in nächster Zeit mit der Ausführung des Baues beginnen. Es soll ein Opernhaus modernster Konstruktion mit Sitzplätzen für über 3000 Personen werden. Er hofft, den Bau so beschleunigen zu können, daß er bereits im Herbst nächsten Jahres vollendet sein wird^ Tas Repertoire der neuen Londoner Oper wird französische^ italienische und deutsche Werke umfassen, barunter auch eine Anzahl Opern, für die er sich die ausschließlichen Rechte erworben! hat. Viele Künstler, die früher zur Manhattan-Oper gehörten, sind für ba§ neue Unternehmen gleichfalls bereits verpflichtet^ Das „London Opera House", wie der Titel des neuen Unternehmens lauten wird, soll das ganze Jahr hindurch große Opern geben. Hammerstein, der in nächster Zeit von Newyork nach London kommt, hat sich durch die Warnungen von befteun- beten Kennern der englischen Hauptstadt von seinem Plan nicht abbringen lassen. Er glaubt, daß London ent ergiebigeres musikalisches Feld darstellt als irgend eine andere Weltstadt, da esl das Zentrum eines Weltreichs ist, zu dem das ganze Jahr über aus allen Ländern die Fremden kommen. Newyork hat dagegen' gerade die Schwierigkeit geboten, daß es nur eine kurze Saison haben kann, da wegen der unerträglichen Hitze im Sommer alle Leute, die als Publikum in Betracht kommen, die Stadt verlassen. Die neue Oper soll auch zwei große Logen enthalten^ die ausschließlich dem König und dem Lord-Mayor zur Verfügung stehen,
— Der Rückgang ber Gletscher ist imtrfer noch eine allgemeine Erscheinung auf ber ganzen Erde; dasl geht ans dem im Globus wiedergegebenen Bericht übev bie periodischen Schwankungen der Gletscher, der von Brückner und Muret verfaßt wird, auch für das Jahr 1908 hervor. Dabei sind immer einzelne Ausnahmen zu ver-, zeichnen, indem einzelne Gletscher unter dem Einfluß bar} Witterung einmal in einem Jahre einen Stillstanb erfahren^ ober auch ein geringes Vorschreiten aufweisen können. Fn-^ bessen schließen biese sich jedesmal im folgenben Jahrs dem allgemein herrschenden Rückgang an. So hat sich auch bas Vorrücken der norwegischen Gletscher, das int Jahre 1907 beobadjict wurde, unb bas sich bei den schwer bischen Gletschern fühlbar machte, jetzt bereits wieder etwas vermindert.
59
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Es starben an:
Zusammen:
Gegen das Altern
D8/
•• Abrudern.
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F.C. Wiesbaden. Viehhoi-Marktbericht vom 16. Sept- Austrieb : Rinder 93, Kalber 140, Schafe 37, Schweine 244.
Tendenz.: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine mittelmäßig, Preis Durch- pro 100 Pfd. schnittspreis
Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst.
Schlachtwertes 44—50
Vollflelschige ausgemästete Kühe höchst.
Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. . 40—44
Aeltere ausgemästete Kühe und wenig
gut entwickelte jüngereKühe u. Färsen 35—39 70—75
Mäßig genährte Kühe nnd Färsen . . 30—34 66-68 Kälber.
Dr. Hommel’s Haematogen
WARNUNG1 Man verlange ausdrücklich den
Namen Dr. Hommel.
Siehe das hochbedeutsame Werk: „Das Altern von Dr. Lorand Cap. X, 3.
Lebend- Schlacht, aewich:
Anm.: Die in Klammern geicuint Ziffern gcuen an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Monati Ueberficht der Todesfälle in der Stadt Siche«.
Monat August 1910.
Einwohnerzahl: angenommen zu 31,800 (inkl. 1600 Alaun Militär).
Sterblichkeitsziffer: 17,7 °/M, nach Abzug von 29 Ortsirentden: 6,8 °/oc.
Bull ^n.
Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes........44—48
Vollflerschige, jüngere 42—44
Mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere..........36—40
Färsen, Kühe.
Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht........56—57
Dollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht........56-57
Fleischige Schweins ..... 54—55
Kinder
Erwachsene: im vom
1. Lebensjahr: 2.—15. I
Feinste Mast- (VollmUchmast) und beste Saugkälber......... 60—66 100-110
Mittlere Mast- und gute Saugkälber . 53—59 88-98
Geringere Saugkälber 48—52 80—87
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—■— ~ und Abbildungen. fssM/8
Untersuchung der vom Auslande eingeführten Lebensmittel und deren Rohstoffe sollte möglichst allgemein an den Grenzen in Verbindung mit der Zollabfertigung erfolgen. Im Jn- lande muß überall regelmäßige Beaufsichtigung des Nahrungs-.„ r ., - - , - , . . ----—. -----
Mittelverkehrs stattfinden. Die Kontrolle darf sich nicht aus Vettsbera. Er beschäftigte srch vrel mit der Sternenkunde; die verkaufsfertigen Handelswaren beschränken, sondern hat sich insbesondere verfaßte er Kalender für den Hausgebrauch, auf die Herstellung, Bearbeitung, Zubereitung und Aufbewah-l Jn weiten Kreisen ist Justus bekannt geworden durch Oeser- rung der Lebensmittel zu beziehen.
LeatralfiMe für ^geiidfücsorge, die Schuß- und Erziehungs-1 teiligen werden, kommen verschiedene Wettkämpfe in Gia-
In der Aussprache führt .Kirchenrat v. Schlosser (Gießen) ~lc.„ kombinierten Vierermannschaften — auS Senioren und aus, daß es jetzt an der Zeit sei, die Frage her Jugendfürsorge I Anfängern ausgelost — betreiben in den letzten Tagen mit zu einer großen öffentlichen Angelegenheit des Staates, der Korn- besonderem Eifer ihre Uebunasfahrten. Selbst in später schiedenen Gesetzgebungen ab. Nötig ist aber mehr Einheit, und e,nLer L(”erne am Bug weithin sichtbar sind, beobachten. Die daß die spätere Gesetzgebung den modernen Gesichtspunkten Rech- zahlreich emgelaufenen Meldungen gewährleisten spannende uung trägt. Man darf nicht vergessen, daß Jugendfürsorge etwas Kämpfe, zumal sich auch noch Herren vom Limburger R.--V. gar^ anlnwes ist als Armenpflege. In hohem Maße ist die Mit- von 1895 und vom Weilburgs R -V an den Nennen be- wrrkung der privaten Organifationen iwtwendig, besonders auf dem . 1 CL!r9C*' s cn L.
Lande. Da fehlt es an Fürsorge in der Zeit von der vollendeten !C öu *3en ^ennen ^kwa 40 Ruderer gemeldet
Schulpflicht an bis zur Kaserne. Es müßten offiziell eJu- haben, durste sich auf unserer idyllischen Lahn ein regeS gendrät-e gebüdet werden, denen Pfarrer und Lehrer an-1Treiben entfalten.
der städtischen JugeMürsorge tz-mdurg. Pc-., ~ ®* * ® “ für Taubstumme findet am
t er s en, meint, daß auf dem Gebiete jetzt sehr viel Zufallsarbeit am 2o. September, wie zuerst vorgesehen)
getan werde, es müßten alle Organisationen systematisch zu- nachmittags 2 Uhr im Konfirmandensaal in der Liebigstraße lammenwirken. Dazu gehöre eine neue Wgrenzung der amt- (Pfarrhaus) statt. - wichen und privaten Tätigkeit. — Dr. Recke von der Preu- — Stausenbero 16 ßSpffern fnnh nnf Sem
ßischen Landeszentrale für Mutter- und Sauglingsschutz: Die L. l J"9' 16‘ f’ n
Bestrebungen für den Säuglingsschutz seien grundlegend für jeden! kstgen Rathause die Gemeinderatswahl statt. Die Schutz der Jugend. Die private Tätigkeit auf dem Gebiete des sozialdemokratische Partei hatte anfgestellt: Schreibgehilfe Fürsorgeschutzes sei sehr tüchtig. Trotzdem sei die Schaffung von Heinrich Becker, Landivict Ludwig Jung V. und Hütten- ss-ä-ä * «*, .........y»w
müßten. — Bürgermeister Hollendar (Mannheim): Auck) ich wählt wurden. Die bürgerliche Partei, die auch Kandidaten hatte die Einrichtung von Jugendsti.rsorgeämtern für nützlich, I ausgestellt hatte, unterlag. — Nächste Woche verläßt Lehrer aber nicht für allzusehr iwtwendig. Die Vereinheitlichung der Konrad Beppler aus Lang-Göns unsere Gemeinde, um SSS'ttxS'-®Ä»K>*** »fr a. M.) schließt sich dem Berichterstatter an. etnen tüchtigen Lehrer, der sich bei Alt und Jung der
Es wurde schließlich eine Entschließung borge!egt, die es für I größten Beliebtheit erfreut.
die vornehme Pflicht der Gemeinden erklärt, die Fürsorge für O Saasen, 17. Sept Morgen Sonntag findet, wie Miiwerjahrlge, soweit dies möglich ist, in ihre Hand zu nehmen. I schon mitgeteilt wurde, die Einweihung unseres — Stadtrat Munsterberg bittet, keinen Beschluß zu fassen, Schuld aus es statt Mit dieser ^-eier wird die Enter v^ttaue, datz die Aussprache der öffentlichen Meinung Ge- hülluna der Gedenktafel f orSb
legenheit geben werde, sich mit der Fürsorge zu beschäftigen. — EL ' •> ’U « x
Von der Annahme einer Entschließung wurde Abstand genommen. L ! <$C11 Vertvberg , verbunden
Darauf wurden die Ausschußmitglieder wiedergewählt. Diel 1 Uhr wrrd sich der Festung an der ersten Schule
nächstjährige Tagung soll in Dresden stattfinden. I austtellen. Um li/2 Uhr erfolgt der Abmarsch zum alten
■ "'i' —- ...--- - . -s I Schulhause. Nach Begrüßung der Festversammlung durch
Hauptversammlung der Deutschen Vereins ILehrer H erbe r wird Professor Dr. R o e s ch e n aus'Gießen
ffir nffpnflirho (Vorsitzender des Glaubrecht-Komitees) die Festrede über die
sllr ossenmche GesUN0yert5pslege. Bedeutung des Kalendermanns halten, worauf die Ent-
14 Elberfeld, 16. Sept. I hüttung der Tafel erfolgt. Nach Mschiedsworten des Leh- Auf der diesjährigen Tagung des Deutschen Vereins füri^ers Gorr vom alten Schulhause zieht die Versammlung
ömntliche Gesundheitspflege, über bereit Beginn wir bereits be- zum neuen Schulhause. Hier wird die Weiherede durch
richtet haben, kam es zu interessanten Erörterungen über die den Vorsitzenden des Schulvorstandes, Pfarrer Siebeck-
Ueberwachung des N a h ru n g s m i 11 el v e r-Wirberg, gehalten werden, worauf durch die Reisbau-
£ eBi t U k® hOTQrfeathrifet (S8crhn) 6atte 6icr«11 wfpcftion und die Kreisschul-Kommission der Schlüssel zum Leit.atze vorgelegt, m denen es heißt. I neuen Schulbau an den Bürgermeister übergeben wird -
Nach dem Werke von Professor Dr. Roesch en: Durch Vogelsberg, Wetterau und Rhön (Marburg bei N. G. El- wert, 1910), wirkte I. K. Justus von 1784—1785 auf dem
10 a bis 25 a ausschließlich, 17 7*34 von 25 a bis 1 ha ausschließlich, und 1631 von 1 ha und darüber mit Tabak bebaut. Die Ernte ergab einen Ertrag von 281 783 dz Tabak in dachreifem, trockenem Zustands, also auf 1 ha einen Durchschnittsertrag von 17 dz (1908: 344 088 dz bezw 24 dz). Der G eschm twert der Tabakernte ausschließlich der Tabaksteuer wurde auf 18794517 Mark ermittelt; der mittlere Preis für 1 dz Tabak betrüg demnach 67 Mk. (ohne Steuer).
Im Deutschen Reiche waren im Rechnungsjahre 1909 int Betriebe 1035 (1908 : 956) Fabriken, die nur Zigaretten Herstellen, 301 (1908: 317) die Zigaretten und Zigarettentabak Herstellen, 48 (1908: 42) hie nur Zigarektentabak, und 45 (1908: 38), die nur Zigaretten« hüllen Herstellen. Insgesamt wurden hergestellt: an Zigaretten 6866 (1908 : 6024) Millionen Stück, an Zigaretten« tabak 7557 (1908: 7718) dz; versteuert: 6746 (1908: 5914; Millionen Stück bezw. 3074 (1908: 2470) dz. Der Gesamts ertrag aus den im Rechnungsjahre 1909 verkauften Zigarettensteuerzeichen ergab 22,0 Millionen Mark gegen 17,1 Millionen Mark im Vorjahre,
Paris, 16. Sept. Der französische Botschafter ließ drr österreichische. Regierung wissen, daß, wenn die Forderungen der Societe franyaise des petrole-. nicht erfüllt werden, in sehr kurzer Zeit das in Hamburg verladene und in französischen Häfen gelöschte Petroleum einer Niederlags- ahgabe unterworfen werde, von der es jetzt befreit ist, und daß die an der Ostgrenze gelegenen Zollämter, bei denen jetzt Petroleum nm geführt werden kann, für diese Einfuhr gesperrt werden würden. Eine eventuelle Entscheidung der österreichischen Regierung ist, besonders mit Bezug auf den französischen Champagner, nicht bekannt.
Gebend- Schlacht- pro 100Psuud
Ochsen. 9fro,tit . - ' -'
Dollfleischige, ausgemästete, höchsten von-blsvon-biS
Schlachtivertes, höchstens 6 Jahre alt 48—53 87—92
Junge, fleischige, nicht ansgemäslete und ältere ausgemästete......42—47
Mäßig genährte junge und gut genährte ältere .........38—41
„ . .. In weiten Kreisen ist Justus bekannt geworden durch Oeser-
rnng der Lebensmrttel zu beziehen. Die Zulassung gewisser Glaubrechts vielgelesene Bolkserzählung: „Der .Kalender- N-chrungsmittelbctrict>c uncj ®. von Molkereien und Milch- mann vom Veitsberg", die indessen seine Persönlichkeit no-
hte Entnahme von Proben zur Untersuchung ist durch beamteteI v J geboren.
Nahrungsmittelchemiker, die Untersuchung der Lebensmittel für o /*■ stacttttche Wasserwerk
Zwecke der amtlichen K-onttolle ausschließlich in unabhängigen, Lauter-Bad-Nauherm wird außer Langsdorf in der nächsten aus öffentlichen Mitteln unterhaltenen Anstalten auszuführen, ö^t noch Münster angeschlossen.
Zur Sicherung einer erfolgreichen Lebensmittelaufsicht sind ge-I ----- B a d - 9! a u h e t in, 16. Sept. Bis zum 15. Sept, sind hJar?/ 1U Ä' S' der Bun- 31 3 7 4 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage
desrat, unterstützt durch Gutachten ernes ihm beizugebenden qq^q J < r y
ckus Vertretern der Wissenschaft, der Industrie und Handel ^^^3 anwesend waren. Bader wurden bis zum bestehenden Lebensmittelbeirats, Fkstsetzungen über die normale! September 404 347 abgegeben.
Beschaffenheit von Nahrungsmitteln mit bindender Kraft für L. Friedberg, 16. Sept. Prinz Waldemar von di- Gerichte, Äorschriftm über bic Bezeichnung von Nahrungs- Preußen ist heule früh 8 Uhr zum Besuch im Großherroa- ÄlÖ »tfWnmg ber Untersuchungen Schlöffe eingetroffen. - Kurz nach 9 Uhr heute morgen
In ber Aussprache wendet sich der Leiter der Zentralstelle ’T Bahnhof Prinz ess i n Heinrich von
des Bundes deutscher Nahrungsmittel-Fabrikanteir und -Händler! ben em. Vom Großherzoglichen Paare abgeholt, Dr. Gerl ach (Wiesbaden) gegen einzelne zu weitgehende Aus- führen die hohen Herrschaften im offenen Wagen nach dem Mrimgen. Die Durchführung der Kontrolle bezüglich der Milch Schlosse. Auch FriedberqZ Bürgerschaft, die dicht qedränat le: lehr schwierig, ia beinahe unmöglich. Stadtbaurat R e b e I u n g nnf spr ©nifprftrnGo ftnnh 1
(sttaßburg) verwirft ebenfalls .„ m°
so u:
L> | ’3i
>'
z* f*1 -<(* ;£;-r~w
Otzstverstergevung.
An den Kreisstraßen des Kreises Gießen soll das aus meist besseren Tafeläpfeln bestehende Obst wie folgt versteigert werden:
H. Winn.
AusAtzahlliliü SUnÄ Herren-Mak Anzüge u. Palet, von 20 Mk. an. Muster u. Maß' Anleitung auf Wunsch. <4877 F Wlllamowski, Tborn Ältst.
Bekanntmachung.
Die unterzeichnete Gesellschaft hat in der Hauptversammlung vom 23. Juli Ifb. JZ. ihre Auflösung beschlossen. Zu Liquidatoren wurden die seitherigen, unterzeichneten Geschäftsführer bestimmt. Berechtigte Forderungen an die Gesellschaft sind bei den Liquidatoren (Bergstraße 9) bis zum 15. Oktober I. Js. anzumelden.
Gießen, 16. September 1910.
Gesellschaft zur Erbauung eines Oberhesfischen Aus- ftellungshauses in Darmstadt, G. m. b. H., in Gießen,
Drucksachen aller Art Ausstattung stilrein u.preiswert .. ...... die Brühl’sche Univ.-Druckerei.
i. Liqu. d17/,
Dr. KrauSmüller.
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ansfall verhindert, Schuppen befeit.MlTrtanno**. Fl.Mk.0 75u. 1.50.Tausendsachbew. Haarwasser. Universitäts-Apotheke, Marktplatz.
Reparaturwerkstätte für Musikinstrumente, Musikwerke u. Automaten.
Streichinstrumente repariere unter Garantie künstlerischer und fachkundiger Ausführung. (5051 Ferdin. Bauer, Wolkeng. 11.
dankend abgelehnt.
67740
Todes-Anzeige.
Heute vormittag entschlief sanft nach schweren, mit grosser Geduld getragenen Leiden mein lieber Mann
Herr Lehrer Johannes Eissfeller
im 52. Lebensjahre.
Für die trauernden Hinterbliebenen: Auguste EissfeBler, geb. Göbel.
Reiskirchen (Kr. Giessen), den 16. Sept. 1910.
Auf seinen Wunsch findet die Einäscherung in aller Stille in Offenbach statt.
Beileidsbesuche und Blumenspenden im Sinne des Verstorbenen
Benennung der Straßenstrecken
Zeit der Versteigerung
Zusammenkunft und sonstige Bemerkungen
Gießen, am 16. September 1910.
Der Großh. Kreisbauiuspektor des Kreises Gießen.
I. V.: K n ö l l. b17/6
1
Gießen—-Rodheim
26. Sept.
Dornt. 8 Uhr
350
An Baum Nr. 1
2
Kirchberg—Sichertshausen
ii
„ 9-/,
35
An Baum Nr. 1
3
Odenhausen—Staufenberg
u
„ 11 „
20
An Baum Nr. 1
4
Gießen—Lollar
1!
„ 8V- „
6
Nächst Lollar
5
Beuern—Allertshausen
II
„ 9V, „
6
Ortsausgang Beuern
6
Beuern—Allertshausen
ff
nachm. 1 „
9
Am Waldeck nächst Allertshaus.
7
Climbach—Beuern
fl
Dorrn. 11 „
9
Am Waldeck nächst Climbach
8
Hof-Albach—Steinbach
ff
„ 9„
74
Abzweig nach Albach
9
Steinbach—Gießen bis Wald
II
„ 11 ..
40
Ortsausgang Steinbach
10
Gießen—Leihgestern
21. Sept.
„ 8V, „
40
Am Kreismagazin
11
Leihgestern—Steinberg
ii
„ 11 „
2
Nächst dem Ort Leihgestern
12
Watzenborn—Garbenteich
n
„UV- „
36
An Baum Nr. 1 (Birnen)
13
Gießen-Reiskirchen
n
„ 9V« „
200
An der Gansenburg
14
Reiskirchen—Hattenrod
ii
n-chm 121/,,,
8
Am Ortsausgang Reiskirchen
15
Reiskirchen—Lindenstruth
ii
.. ZV- „
52
Am Ortsausgang Reiskirchen
16
Lindenstruth—Grünberg bis
Abfahrt nach Queckborn
ii
„ 3 V, „
58
Am Ortsausgang Lindenstruth
17
Rüddingshausen—Deckenbach
ii
„12V, „
20
An Baum Nr. 1
18
Hungen—Inheiden
ii
Dorm.91/,,,
36
An Baum Nr. 1
19
Inheiden—Utphe
u
3
Fortsetzung
20
Utphe—Berstadt
ii
„11-/- „
90
Am Ortsausgang Utphe
21
Wieseck—Alten-Buseck
ii
„ 9 „
4
AmOrtsausg.Wieseck(Birnen)
22
Wieseck—Trohe
ii
„ 10 „
8
An Baum Nr. 1
23
Trohe—Rödgen
„ 11 „
8
An Baum Nr. 1
24
Klein-Linden—Dutenhofen
28. Sept.
„ 8V, „
280
An Baum Nr. 1
25
Klein-Linden—Lützellinden
u
II
11
Fortsetzung (Birnen)
26
Lich—Nieder-Bessingen
n
II 0V2 II
126
An der Kreisbaumschule
27
Nieder-Bessingen—Münster
n
nachm. 1 „
70
AmOrtsausg.Nied.-Bessingen
28
Grünberg—Beltershain
u
vorm. 9 „
140
Nächst Grünberg
29
Beltershain-Geilshausen
II
„ n „
25
Nächst Beltershain
30
Geilshausen—Kesselbach
nachm.12^2,,
80
Am Ortsausgang Geilshausen
31
Gießen—Steinbach bis Wald
29. Sept.
vorm. 9 „
112
Nächst d. Provinzialsiechenhaus
32
Lich—Colnhausen
ii
„ 9V2 „
93
Am Stadtausgang Lich
33
Lich—Steinbach bis Wald
ii
„11V2 „
50
An der Turnhalle Lich
34
Grünberg—Lindenstruth
u
11 11
65
Nächst Grünberg
35
Grünberg—Göbelnrod
II
„w,'t „
7
An Baum Nr. 1
36
Grünberg—Mücke
II
naä>m.l2r/2„
120
An der unteren Ziegelhütte
37
Kesselbach—Londorf
II
vorm. 8V2,,
5
Nächst Kesselbach
38
Londorf—Nordeck
II
11 0 „
40
Am Ortsausgang Londorf
39
Hungen—Langsdorf
II
11 11
30
Am Stadtausgang Hungen
40
Grünberg—Röthges
30. Sept.
n 91/2 „
50
Am Stadtausgang Grünberg
41
Lich—Langsdorf
u
11 0 „
230
Am Stadtausgang Lich
42
Klein-Linden—Groß.-Linden
3. Okt.
„ 8-/2 „
335
Am Ortsausg. Klein-Linden
43
Großen-Linden —Lang-Göns
rt
„UV- „
154
Am Ortsausg. Groß.-Linden
44
Grünberg—Weickartshain
ii
11 0 „
25
Nächst Weickartshain
45
Eberstadt—Ober-Hörgern
ii
„10V2 „
65
Nächst Eberstadt
46
Ober-Hörgern—Kreisgrenze
n
„11V2 „
14
Nächst Ober-Hörgern
a«/. als beste, billigtse, kulanteste Bezugsquelle
Todes-Anzeige.
Gestern nacht 3 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit Geduld getragenem Leiden unsere innigst geliebte Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante
Fräulein Luise Oswald
im 26. Lebensjahre.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Familie Daniel Oswald.
Wieseck, den 16. September 1910. 5074
Die Beerdigung findet Sonntag den 16. September, nachm. 3 Uhr, vom Sterbehaus, Wageng. 9, aus statt.
Ein gebrauchter einspänniger Kastenwagen zu kaufen gesucht.
Schriftl. Angebote unter 5076 an den Gießener Anzeiger erb.
Todes-Anzeige.
Heute morgen 6 Uhr verschied sanft nach kurzem schweren Leiden unser innigst geliebtes Kind
Lina
im Alter von 3 Jahren.
L Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Henkclmann und Familie Philipp Kreiling VI. u. Familie.
Heuchelheim, den 17. September 1910.
Die Beerdigung findet Montag, 19. September, mittags 1 Uhr vom Trauerhause, Sandweg 7, aus statt. (07728
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Giehen, am 17. Sept. 1910. 07725
Seipel, Gerichtsvollzieher.
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Ich sage es einem Feden, dah ich durch Krankheit meinen ganzen Haarwuchs verloren habe und mich schämte, unter die Leute zu Sehen. Durch Benutzung des etzlerschen Kammfettes bekam ich in ganz kurzer Zeit meine Haare in verdoppelter Stärke wieder. (4627
Hermann Belte.
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