ielschreiün He Arbeiten gesucht. N6.I.6.6., Wetzlar. 3314 Ifaeim, Wlhelmstr.il er. zuverlässiger Jläller & ', [3316 mer, Untermithle, M hender Kellner lger gesucht. Cast -eitler. s. zuverlässiges ftinbtr für 2 Zinder im Sfe Ei 3 Jahren aus 1. Quh Liierten mit Bild uti tspr. an Frau Lange. !silla Bietsch. Ki che em Dienstmädchen, jüngeres für Zinder inksurter Straße 30. j, gebildetes Mädchen Hiebe Arbeiten, Schrei u, Stenographie gesntn [. Meldungen uni iießener Anzeiger erb liigc ftöd)in> Hausarbeit übernimm, oder 1. Juli gesucht. KÄ Ülarvurger Ärasie » °-KSZ§ ^uSb"d-^'s.kiE Ä6 ttt3^WT -LÄrr,^' ^sMaLchen.nlr M iurgenarbeit geiuchi. ' -ScrgftroRclfJL Ä ifidersreundl^Mdchtt iyef. Grabenitr.^U, r^TÄSengM selbständig kochen en Hausarbeiten bew^ SßSZ ZZM MM j WM, 18 901»'’ iSZK Wdcheniurb>er si politnebe Tagesschau. Für b:e Stichwahl in Friedberg-Büdingen. Die ^Nationalllberale Korrewondenz" fordert ein entschiedenes Eintreten der Nationalliberalen für v. Helmolt in der Stichwahl: Es wird nun für die Stichwahl darauf aukoinmen, alle Kräfte z u s a m m e n z n r e i ß e n , uni das Mandat wenig- si e n s nicht d e r S 0 z i a l d e >n 0 k r a t i e a >r h e i in f a l l e n ju lassen. Wenn die mehr als 4000 Stimmen der Nati 0 nalliberalen geschlossen für Dr. v. Helmolt abgegeben werden, so ist es sehr ivotil möglich, die Sozialdemokratie trotz ihres großen Vorsprungs ans dem freite zu schlagen.^ Es ill nicht zu verkennen, ein wie schweres Spier eine solche Ltimmabgabe für die nationalliberale Partei des Wahlkreises bedeutet, nachdem sie von dem Bund der Landwirte in einer Weise verleumdet und verdächtigt wurde, die zwischen nationalen Parteien bisher noch Die Eröffnung Oes spanischen Parlament;. M 0 dri d, 15. Juni. In der Thronrede, die der König Alfonso heute bei Eröffnung des Parlaments verlas, wird er- llärt, daß die Beziehungen Spaniens zu allen anderen Mächten andauernd freundscl-aftliche seien. Die hohe F ü r s 0 r g e d e s P a p- st e s und die Empfindungen kindlicher Hochachtung, welche man dem Papste schulde, ließen hoffen, daß unter voller Wahrung der wechselseitigen Achtung vor den beiderseitigen Prärogativen die glückliche Entente zwischen Spanien und dem »ethgen Stuhle keine Unterbrechung erleiden werbe. Mit Frankreich durch em Band loyalen Zuiammenwirkens ver- bilnden, fahre Spanien fort, innerhalb der durch internationale Abkommen gezogenen Grenzen sich an der Reformarbeit zu beteiligen. Die Regierung werde darauf hinwirken, dan die Korporationen dem bürgerlichen Beremsgesetz unterworfen werden, ohne daß damit ihre geistige Unabhängigkeit berührt würde. Tie Verhandlungen mit dem Ä e i l i g e n 1-0 t u h l e wegen Aushebung der nickt unbedingt notwendigen Klöster würden sortgefetzt. Das Vereinsgesetz vom 30. Juni 1887 solle einer Revision unterzogen werden. Die Regierung werde ferner eintreten für bic al I» gemeine Wehrpflicht, für ein starkes, über alle modernen Errungensclwften verfügendes Seer. Auch die Marine solle reorganisiert werden. In der Thronrede wird dann eine Steuerreform angekündigt, nach der die Verteilung der Lasten in gerechterer Weise erfolgt. Ebenso soll die Erbschafts- ftener in dem Sinne abgeändert werden, daß sie eine mäßige, aber entschiedene Progression zeige. Ferner sollen Vorlagen emge- vraa.n werden, bctrefrcnb das Wahlrecht, Fünorge für tue Ardener, den öffentlichen Unterricht ufw. Ausland. Aus W i en wird gemeldet: In der Sitzung des Deutschen! Nationalverbandes am Mittwoch befürworteten der Ministerpräsident, der Unterrichtsminister und der Justizminister eingehend den Einigungsvorschlag der Regierung bezüglich der Errichtung einer italienischen Rechtsfakultät, welcher daraus oinausgehl, daß binnen 3 Jahren, spätestens zum Wintersemester 1914/15 eine selbständige italienische Rechtsfakultät in einem Orte innerhalb des Wohngebietes des italienischen Volks- stammes in Oesterreich errichtet wird. Spätestens im Jahre 1912 soll diese Angelegenheit verfassungsmäßig erledigt werden. Inzwischen wird die Regierung ermächtigt, für die Dauer des oben festgesetzten Zeitraumes eine selbständige italienische Rechtsfakultät provisorisch in Wien ins Leben zu rufen. Die Minister verwiesen auf die schweren Verwicklungen, welche eine Ablehnung des Vorschlages nach sich ziehen würde. Die Beratung wird fortgesetzt. Die Agence .Havas meldet aus London: Das AuswärtigL Amt schlug den Schutzmächten vor, ihre Streitkräfte in den Gewässern von Kreta zu verstärken, um imstande zu sein, eine Landung vorzunehmen, falls der Widerstand der Kreter dies notwendig machen sollte. Die Londoner BoN'chaAr ber Schutzmächte teilten den Vorschlag ihren Regierungen mit. Wir glauben zu wissen, daß die englische Regierung bereits den Befehl erlassen hat, diese Maßregel unverzüglich zur Ausführung zu bringen. Aus Petersburg wird gemeldet: Die kaiserliche Familie begab sich am Mittwoch nachmittag auf her Jacht niemals erreicht worden ist. Trotzdem darf für liberalen Bübingen-Friedbergs kein en d u g en bl 1 a ein Zweifel be ft eben, wohin sie die Pflicht rüst. Sobald sich auch mir ein kleinerer Teil der Stichwahl fern hall, ilt der Lozial- demokratie der Sieg sicher. Tas aber ist aut irden ,;all zu vermeiden'. Tas g e m e i n f a m e bürgerliche In t e re \ l e hat ui diesem Augenblicke allen anderen, noch so ver>landlichen Ruck- chleu und Gefühlen vor anzustehen. Ob die Freisinnigen auch eine Stichwahlparole heraus« Deutsches Hcidb In Berlin fand am Mittwoch eine D e l e g i erte nv e r-t fammlung des Hansabundes statt, wobei der geschäfts-. führende Direktor Oberbürgermeister Knobloch ^Berlin) den Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr erstattete. Der Bum» zähle 35 Bezirksgruppen und 145 Ortsgruppen. In etwa 900 Orten seien Vertrauensmänner des Bundes vorhanden. Der Bund habe bereits unentgelttiche Buchführungskurse für Handwerken eingericktet, auch auf anderen Gebieten sei er tätig gewesen und habe namentlich eine rege Versammlungstätigkeit entfaltet. Die Reden wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Nach einem kurzen Schlußworte des Vorsitzenden Geheimrats Rießer wurde die Versammlung geschlossen. Das Schiedsgericht int Baugewerbe fällte in Dresden den Spruch, welcher lautet: Die gegenwärtige« tariflichen Löhne werden während der Vertragsdauer im allgemeinen um 5 Pfennige erhöht. In den Orten, die nach der letzten Volkszählung wenigeralsdOOOEinwohner haben, wird der tarifliche Lohn um vierPfennige erhöht. Gehören solche Orte nach dem letzten Tarifvertrag zu dem Vertragsgebijetl eines größeren Ortes, so tritt anch hier eine Lohnerhöhung um 5 Pfennige ein. Die Anrechnung bisher gewährterLohnerhöhungar ist technisch schwer möglich, würde zu Ungerechtigkeiten führen unb den Abschluß der Bewegung stark verzögern und mußte daher a b g e l e h n t werden. Tic Lohnerhöhungen haben folgendermaßen stattzufinden: 1. Wo 5 Pfennige gewährt werden, sofort ein Pfennig, am 1. April zwei Pfennige und am 1. April 1912 zwei Pfennige. 2. Wo vier Pfennige gewährt werden sofort ein Pfennig, ab 1. April 1911 zwei Pfennige, am 1. April 1912 wieder ein Pfennig Vollzogen von den Urparteiischen: Oberbürgermeister Dr. Beutler, Geh Regierungsrat Wiedfeld, Regierungsrat Prenner. Die Beschlüsse über die Abkürzung der Arbeitszeit werden den weiteren Verhandlungen überlassen, ebenso verschiedene andere Punkte, wie die Frage des Teuerungszu-t schul'ses usw. Die bayerische Regierung über den päpstlichen . Hirtenbrief. In der bayerischen Kammmer hat der Kultusminister i Wehner auf eine Anfrage über den Hirtenbrief mitgeteilt, daß die bayerische Regierung in Rom ähnliche Schritte getan habe wie die preußische. Auch der Erfolg sei derselbe gewesen: Mu nchen, 15. Juni. In der heutigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten begründete Casselmann (lib.) die Anfrage über den Borromäns- Hirt end rief. In allen Kreisen der deutschen Protestanten und bis Tief in die Reihen der Katholiken hinein, hätten die Worte über die Reformation und die Fürsten Entrüstung hervorgerufen, denn deutsche Männer und deutsche Fürsten seien an der Reformation in erster Linie beteiligt gewesen. Auch wenn man über die Geschichte der Reformation verschieden urteile, habe die oberste katholische Stelle keinen Freibrief zur Beschimpfung der Reformatoren, und die dogmatische Intoleranz dürfe zur Kritik, aber niemals zur Kränkung und Beschimpfung Andersgläubiger führen. Wer die Rechte der Souveräne beanspruche, habe auch die Pflichten der Souveräne zu üben. Das gelte auch für den Papst. Man brauche in Deutschland dem konfessionellen Frieden. Die Liberalen wollten sich durch die Enzyklika nicht hindern lassen, mit ihren katholischen Mitbürgern in Frieden zu leben. Daß der Papst jetzt sein Bedauern ausgesprochen habe, sei zu begrüßen, aber das Unheil, das die Enzyklika angerichtet habe, lasse sich dadurch nicht gutmachen. Cassclmann forderte im weiteren Verlaufe seiner Rede eine amtliche Erklärung von der bayerischen Regierung, nrad sie zum Schutze der Protestanten getan habe, die einen Drittel der bayerischen Bevölkerung aus- mnd)teu. Tief bedauerlich sei, daß der Erzbischof von Bamberg den Hirtenbrief als erster veröffentlichte. Zur Förderung des Einvernehmens zwischen der tonfest'ionell gemischten Bevölkerung Frankens könne das nicht beitragen. Kultusminister v. Wehner erklärte, die bayerische Regierung fei, sobald sie von der Enzyklika Kenntnis erhalten 'habe, nicht im Zweifel gewesen über deren Wirkung. Die Staatsregierung betrachte die Erhaltung des konfessionellen .Friedens als eine ihrer wichtigsten Ausgaben. Die Enzyklika wurde wegen ihrer Art und Form, 111 der über die Reformation geurteilt wurde, in protestantischen Kreisen als eine schwere Kränkung empfunden. Es bestand Gefahr, daß das ungestörte Zusammenleben der Konfessionen beeinträchtigt werde. Andererseits dürste die Staatsregieruna auch nicht außer 9lcht lassen, daß die katholische Kirche in kirchlich en Dingen innerhalb der versafsungK- mäßigen Grenzen selbständig ist. Die Staatsregic- rung hielt hier und in Rom mit ihrer Anschauung nicht zurück, wie verletzend die En- zyklika auf die Protestanten getoir ft I) aj?e und wie die S r aa t s r eg i e r u n g dies vom Standpunkte des konfessionellen Friedens bedauere. Ter Kardinal-Staatssekretär erwiderte, daß nicht im entferntesten die Absicht bestanden habe, die Protestanten zu beleidigen. Auch in dem in der vergangenen Nacht eingetroffenen Telegramm desbaveri - s ch e n G e s a n d t e n i n R 0 m sei ihm seitens der Kurie eine offizielle Antwort erteilt worden. Der Nuntius wies bereits die bayerischen Bischöfe an, dieEnzyklitaweder in den Kirchen, noch in den Amtsblättern zu veröffentlichen. Daß in Bamberg die Veröffentlichung bereits erfolgt sei, seieine ihn unangenehm b e r ü h r e n d c T a t s a ch c. Auf eine Anfrage tn Bamberg teilte der Redakteur des dortigen Erzdiözesanblattes mit, daß die Veröffentlichung ohne Wissen des abwesenden Erzbischofs geschehen ist und daß er sein übereiltes Vorgehen lebhaft bedauere. Tic .StaatSregierung wird nach wie vor alles tun, um den konfessionellen Frieden zu wahren. Sie hoffe, daß die beteiligten Konfessionen alles fernhalten würden, was den Frieden stören könne. Die ftemdenfeindliche Gefahr in Nanking. £ London, 14. Juni. Zu den Unruhen in China wird dem „Standard" aus Schanghai geschrieben: Aus Nanling wird noch über ein gut Teil fremdenfeindlicher Gefühle berichtet, aber da )ie Regierung in Peking von den Mächten offen gewarnt worden ist vor den Konsequenzen, die eintreten wurden, wenn ein fremdenfeindlicher Ausbruch ftattfrnben wurde, bat man keine Zeit verloren, Truppen aus Schantung dorthin zu entsenden und den lokalen Truppen die Munition abzunehmen Um aber nichts dem Zufalle zu überlassen, entsendete England zwei Kriegsschiffe und Deutschland eins nach Nanking, und es verlautet, daß einer der beiden englischen Kreuzer während der ganzen Dauer ter Ausstellung im Flusse bleiten wird, der nur drei Meilen von der Ausstellung entfernt ist. Nanling eignet sich nicht für Straßenkrawalle, da die Straßen breit und gerate trug sind und gut disziplinierte Truppen in kurzer Zeit die Strapen räumen könnten. Ater die Zerstörung der Ausstellungsgebäude wäre eine ganz andere Sache, und die fremden Marinetruppen würden drei Meilen wert zu markieren haben, bevor sie den Schauplatz erreichen würden. Gegenwärtig ist die Stadt mit Plakaten gegen die Unruhen ausgestattet. Für den Augenblick ist Die Ankunft einer großen Menge Reis aus Saigon und dre Besetzung der Stadt durch neue Truppen wirksam genug, aber die Bevölkerung betrachtet jeden Ausländer mit großem Argwohn. „ , . Was die Ausstellung selbst angeht, so ist sie (wie gewöhnlich) noch nicht annähernd fertig, aber die Art, in der die Chinesen einen absolut wüsten Strich Lautes in so kurzer Zeit mit großartigen Bauwerken, meistens fremder Art, bedeckt haben, ist geradezu wunderbar. Gute Wege führen zu der Ausstellung. Ein imposantes Gebäude wird für den Vertreter ter chinesischen Regierung aufgefichrt, und unmittelbar außerhalb ter Ausstellung geht die Stelle für die neue Provinzversammlung ihrer Vollendung entgegen. Der Steubteingang ist ebenfalls sehr imposant, und die Türme und hauptsächlichsten Gebäude sind für China in der Tat sehr schön. Tie Ausstellung wird durch elektrisches Licht beleuchtet, das von englischen, deutschen und amerikanischen Firmen installiert worden ist. Vorläufig aber ist noch nicht ein einziger Ausstellungsstand fertig, und die Wege find noch aufgeschottert." Nachdem gegen die Stimmen des Zentrums die Besprechunqder Anfragebeschlosfen worden war, erklärte Abg. Dr. D all er (Zentr.), daß feine Partei die gleiche Siellung einnechme, wie das Zentrum im preußischen Abgeordnelenhause und die Beteiligung an der Be- jprechung ablehne. Aus die Förderung des lonfessionellen Friedens nehme das Zenrruui stets bedacht. Abg. B e ck h (freie Vereinigung, beteuerte die Beschimpfung der Reformation durch die En-Yklika. man müsse aber den konfessionellen Frieden wahren. Müller (Soz.) folgerte aus der Enzyklika die Notwendigkeit einer Trennung von Kirche und ^taat. Günther (liberal) erklärte sim mit der Erklärung des Ministers im allgemeinen einverstanden, nur hätte sich der Minister nicht au den Redakteur, sondern an das Domkapitel menten sollen. Kultusminister 0. Wehner erwiderte, er habe, da ter Erzbischof abwesend ist, sich an das Ordinariat Bamberg gewendet, das seinerseits auch die Antwort gegeben habe. Gleick-zeitig habe das mit der Redakrion des Erzdiözesanblattes beauftragte Domkapitel Die mitgeteitte Auskunft erteilt. Damit schloß die Besprechung. * Dresden, 15. Juni. Der aposwlifche Vikarbischos Dr. Schäfer ist heute mittag vom König in Audienz empfangen worden. . . , , , Berlin, 15 Juni. Der hiesige K i rch c nr c ck ts t c tzr er Geheimrat Kahl, der die Versammlung im Zirkus Busch leitete, nimmt in der ,, Täglichen Rundschau" zur Antwort Roms Stellung. Die Untecbrückunq der amtlichen Publikation der er .'jfiita fei zweifellos cm großer Erfolg dec preußischen Ltaats- regierung, ja ein einzigartiges Ereignis, ein. voller Ruckzug, eine glatte Niederlage Roms. Daß die preußische Regierung du weitergehenden Mitteln nicht gegriffen hat, jei zu billigen. Indem sic ihren Einspruch mit einer geschichtlich u n e r h o r - ten Schnelligkeit durchgesetzt hat und im Bewußtsein ihrer Kraft auf das Aeußerstc maßvoll verzichtete, habe sie lub um ba» Vaterland und den konfessionellen Frieden verdient gemacht. Paris, 15. Juni Die Presse beicbärtigt sich eingehend mit der Antwort des Heiligen Stuhles auf bie preußische Einspruchnote. Der „Temps" schreibt: Aus die vom preußischen Gesandten überreichte h o s - liche . aber tr 0 ckene und strenge N 0 te hat der Vatikan mit einer Mäßigung erwidert, welche seiner Antwort den Cha- ratter einer Entschuldigung verleiht, -^iklt! Antwort komme einem Widerruf der Enzyklika gleich. Ter iöeuigc Stuhl hat sich der deutschen Regierung gegenüber geschmeidiger und versöhnlicher benommen, als dies sonst seine Art war. Tie Nützliclsteitspolitik, beten er sich diesmal fähig gezeigt hat, wäre ihm auch bei anberen Gelegenheiten von Das^^ou^n al desDebats" schreibt: Wenn man sieht, daß ein Zwist von solchem Umfange auf diese Wem geregelt werden konnte, so kann man nur auf das tiefste bedauern, dasi die Unfähigkeit und unverständige Leidenschaft unserer Politiker Frankreich eines solchen Mittels zur Verteidigung seiner Inter essen und seines Einflusses beraubt hat. geben werden? _______ Aus Hessen. R.B. Darmstadt, 15. Juni Der So überaus- chuß für bic Verwaltungsgesctzrcvision behandelte in seiner heutigen Sitzung die Borschristen Der Artikel 51—102. Diese Artikel beschäftigen sich mit der Einleitung und Durchführung der Wahl zum ^meinberat, der Besetzung der Bürgermeistereien, der Wahl, den Dienst- bc-ügen und tem Ausscheiden des Bürgermeisters und Der Beioeorbneten aus dem Amt, der Tätigkeit des Gcmeinde- rats und der Genehmigungspflicht der Geschäfte und Be- chlüsse des Gemeinderats. Die Vorschriften über bas Wahlverfahren sind neu gefaßt und einheitlich in der ©tarne* und Landgemeinteorbnung bem Verfahren über das Reichslagswahlrecht entsprechend gestaltet worben. Die Abstimmung erfolgt mit Stimmzetteln, die der Abltimmendc selbst dem Wahlvorsteher in einem atm 1 ich gestempelten Umschlag überreicht. Tic Stimmzettel müssen von weißem Papier ohne Kennzeichen sein, die Umschläge von bunkelfarbigem, undurchsichtigem Papier, auch muß ein her Beobachtung- unzugänglicher Raum oder eine Vorrich.ung mit ^isch vor- l’anben sein, damit der Wähler unbeobachtet seinen Zettel in den Umschlag stecken kann. Bei Art. 85, der die Ster* fchriften über die Bestätigung der gew-ihlten Bürgermeister und Beigeordneten enthält, wurde die Bestätigung oer Bürgermeister und Beigeordneten durch den Kreis- und Pro- vinztalausschuß beibehalten. Tic Vorschriften über bie Dienstbezüge der Bürgermeister in der Landgemeinbeordnung l aben in der Regieriingsvorlage eine neue Fassung erhalten. Der Ausschuß hat jedoch die Entscheidung in dieser wichtigen Frage vorläusig ausgesetzt und will die Frage ter Besoldung'ter Landbürger meister durch besondere Vorschriften festgelegt wissen. Tie Bure au kosten sollen lediglich bem tatsächlichen Bedürfnis angepaßt werden, und die Ver- gütuna, welche ter Bürgermeister für die Verrichtung von Privatbefchäftigung erhebt, sollen in die Gemeintekasse fließen. Der Ausschuß will über diese Bestimmungen zunächst die Ansichten der Regierung hören. Die Fortsetzung der Beratung erfolgt Donnerstag vormittag. Nr 138 Erstes Blatt 1«O. Jahrgang Donnerstag 16. Juni 1910 Bezugspreis: Der -iehener Lyelger jnM ä • monatlich 75viertel- A*t AU 11 4 A* A ESS wirtschaftliche Seitftagen W W RS ▼ ” ” ” a H V Chefredakteur: A Goetz. KJ M ä Seneral-Anzeiger für Gberhesien WM Annahme von Anzeigen v 1 .... 7 (aal": E. Heß: für den iur 01c Tagesniumner Ttotatitttsbrud und Verlag der Srübl'schen Univ.-Vuch- und Steinbruderei R. Lange. Redaktion, Expedition und vruaeret: SHilinraye u Anzeigenteil: H. Beck, bis vormütagS 9 Uhr. 3 __ >,Alexandria" nach Kronstadt unb'- wird von dort die Weiter- reise nach dem Baltischen Meer antreten. Aus S c r o j e w o wird gemeldet: Als der Landeschef Gcireral Va rc s an i n v. Ba res von der Eröfsnungches Landtages zurück- Vehrtc, feuerte aus der Kaiscrbrücke der S o z i a l d e in 0 k ra 6 Bodd an Karajic gegen den Wagen des Landeschefs fünf R c v o I v e r s ch ü s s c ab, jedoch ohne den Landeschef jjit treffen. Mit bcm sechsten Schubse entleibte sich der Täter selbst und war auf der stelle tot. Provinzialtag der Provinz Gberhessen. # Gießen, 16. Juni. Anwesend waren im NegierungZgcbände die Mitglieder des o b c r l) e s s i s ch e n P r o v i n z i a l t a g e s versammelt. Gestern waren außer dein Vorsitzenden Provinzialdirektor Dr. Nsinger imb dessen Stellvertreter Regierungsrat Wclcker folgende Mitglieder des Provinzialtages: Bürgermeister Alles - Rieder- Florstadt, Hermann Bauich-Rieder-Wöllstadt, Hch. Brauer-Niedcr- Ofleiden, Riühlenbesitzer Erck-Ridda, Atützlenbesitzer Falk-Friedberg, Gel). Justizrat Dr. Gulfleisch-Gießen, Koinmerzienrat Heuligenstaedk- Gießen, Bernhard Hoos-Laulerbach, Geh. Jnstizrat Jöckel-szried- berg, Hch. Koch VII.-Alsseld, Bürgermeister 9!eeb-Rieder-Dhmen, Bürgermeister Risvel-Gcdcrn, Geh. Justizrat Rabenau-Büdingen, Jobs. Reiblinq-BrallersÄ)ivend, Gral Wilhelm zu Solins- Laubach, Forstmeister Dr. Weber-Konradsdori, Apotheker Welckcr-Allendorf a. d. Lda., Bürgermeister Zimmer-Grünbcrg und Bürgermeister Zinser-Schlitz: ferner die Mitglieder des Provinzial-Ausschusses, die Kreisräte der Kreise Friedberg,'Schotten, Büdingen und Lauterbach, Baurat Diehm-Gießen, Baurat Schwveberl und Geheimerat Kittlcr von Darmstadt, und andere Sachverständige. Previnzialdirektor Dr. U s i n g c r eröffnete die Sitzung und stellte den Bcrwaltungsbcricht des Provinzial- Ausschusses für 1908 zur Beratung: Er ergibt in Einnahme 1 215 063,84 Mk., denen 1 182 706,27 Mk. Ausgabe gegcnübcr- ftchen. Die Rechnung wird genehmigt und die Entlastung des Rechners ausgesprochen. Hierauf folgt die Beratung des Voranschlags der P r o v i n z i a l ka s s c 19 10, die in Einnahme und Ausgabe mit 656 497,57 Mk. abschließt. In der Einnahme befindet sich als Beiträge der Kreise der Betrag von 406 000 Mk. und ein Kassevorrat von'32 357,57 Mk., dem gegenüber ein Ausgabeposten als Reservefonds von 4514,57 Mk. und an Betriebskapital in bar von 23 000 Mk. steht. Außerdem! zeigt die Ausgabe als Belastungs- oder Uebcrschußposten nach den Betrag von 36 015,50 Mk. Bei der Position Straßcnuntcr- haltung 281457,35 Mk., der um rund 21 000 Mk. gegen den Voranschlag überschritten ist, bemerkt Dr. Usinger, daß dies daher rühre, daß im Kreise Schotten im kommenden Jahre mit den Walzarbeiten vorgegangen werden soll. Für außerordentliche Herstellungen bei Straßen sind 10 341,75 Mk. und für Neubau von Kreisstraßen 52 524,40 Mk. in den Voranschlag eingestellt. Kreis- rat Dr. Schönfeld-Schotten bedauert, daß nicht auch für einige andere Straßen im Kreise Schotten Mittel zur Verfügung gestellt sind. Baurat Die hm erklärt, daß es hierzu einer rechtzeitigen Einreichung von Vorschlägen unter Vorlage von Plänen bedarf, ebenso sei die Zustimmung der Gemeinden zur unentgeltlichen Geländestcllung erforderlich, diese Vorbedingungen seien nicht erfüllt. Der Voransclstag wird nach Vorlage vom Prrwinzial- tag sonst ohne Debatte gutgeheißen mit dem Zusatz, daß für das laufende Jahr das erstemal ein Beitrag von 300 Mk. für die historische Kommission des Großhcrzogtums Hessen in Ausgabe gestellt wird. (Rheinhessen und Starkenburg geben für den gleichen Zweck je 1000 Mk. jährlich. Es folgen daraus Anträge des Provinzial-Ausschusses, betreffend die Nutzbarmachung der Wasser schätze der Provinz Oberhessen durch Errichtung einer elektrischen Zentrale bei L i ß b c r g. Den Mitgliedern des Provinzialtagcs ist hierzu eine umfangreiche Druckschrift zugcgangen, die folgende Anträge des Provinziale Ausschusses enthält: 1. das elektrische Werk Lißberg nach dem vorliegenden Projekt zu bauen, unb den Provinzial-Ausschuß zu ermächtigen, die nötigen Grundcrwerbsvcrträge abzuschließen, 2. von den Anlagekosten in der Gesamtsumme von 3100 000 Mk. a) ücut der Provinz Obcrhessen den Betrag von 2 500 000 Mk., b) von den übrigen Beteiligten (Kreise Gemeinden) den Betrag von 600 000 Mk., denk Werk gegen eine Verzinsung zur Verfügung zu stellen, die nickst rveniger als 3 Proz. beträgt und nicht über 5 Proz. steigt, 3. dem elektrischen Werk Lißberg bis zum 11. Betriebsjahre aus Provinzmitteln einen Barzuschuß zu geben, im Betrage von jährlich 25 800 Mk., 4. den beteiligten Kreisen und Gemeinden, Gemarkungen und Großalmehmcrn die von ihnen aufzubringenden Anlagekosten auf Wunsch zum Selbstkostenpreis darzulcihcn und demgemäß die (summe von 3 100 000 Mk., insoweit sie nicht aus Ersparnissen des Wasserwerkes Inheiden gedeckt werden kann, durch ein Provinzanlehen aufzichringen, welches mit höchstens 4 Proz. zu verzinsen und vorn 6. Betriebsjahr an mit mindestens 1 Proz. zu tilgen ist. 5. den Provinzial-Ansschuß zu ermächtigen, alles zum Bau und zur Ausführung des Werkes Notwendige zu veranlassen, sobald nach Ansicht des Provinzial- Ausschusses die für Erzielung der voranschlagsmäßigen Einnahmen erforderlichen Anschlüsse gesichert sind. Der Provinzialdirektor von Rheinhessen, Geheimerat Dr. B r e i d e r t, begründet die Vorlage. Von Anfang an sei beabsichtigt gewesen, mit dein Wasserwerk Inheiden auch die elektrische Zentrale Lißberg zu schaffen. Wenn mit letzterem bis jetzt gewartet wurde, so lag dies daran, daß man durch das Werk Inheiden die Mittel gewinnen wollte, um das Licht und Kraftwerk Lißberg für die ersten Jahre unterstützen zu können. Die lieber« schlisse des Wasserwerks seien voranschlagsmäßig zweifellos zu erwarten. Man habe über die elektrische Zentrale schon seit Jahren beraten und könne nrtt der Ausführung des Werkes nicht länger zögern, wenn man sic nicht überhaupt in Frage stellen wolle. Jetzt sckwn stehe fest, daß die Erbauung des Wasserwerks Inheiden erheblich weniger erfordere, als man annahm. Man hat dabei gespart und wird weitere Ersparnisse beim Bau machen, damit wachse aber auch der llcberschuß des Werkes, durch die Ersparnisse gewinne man Mittel, die man bei Lißberg verwenden könne. Geh. Justizrat I ö ck e l - Friedberg erklärt, er könne sich heute nicht für die Annahme der Vorlage entscheiden. Die vorgesehene Reserve Dmnpfanlage beweise, daß die vorhandene Wasserkraft nick ans- reick-e, nm die. nötige Energie zu erzeugen. Die bei der Rentabilitätsberechnung vorgesehenen Absckweibungen seien viel zu gering. Der angegebene Energieverbrauch beruhe lediglich auf einer Schätzung. Dann spreche die Vorlage von einer zu bildenden Aktiengesellschaft, an der sich außer der Provinz die Kreise und Gemeinden beteiligen sollen. Es fehle aber an jeder Handhabe, wie Man sich die Bildung einer wichen Gesellschaft denkt. Die Sache sei noch nicht spruchreif. Es fehle dem Projekt noch jede Grundlage und es sei nicht geschäftsmäßig, einfach ja zu sagen, deshalb stelle er den Antrag, die Vorlage an den Provinziäl- Aussckstih noch einmal zurück zu verweisen. Hch. B r a u e r - Ober-Ofleiden ist für die Anträge des Provinzial-Ausschusses. Es sei richtig, daß nur ein Teil der Provinz von dem Werk Vorteil habe, aber es könne nicht ausbleiben, daß man ein gleicher Weise auch für andere Telle Oberhessens sorgt.« Geheimerat Dr. Br ei dort widerlegt die Einwendungen Jöckels. Mit der Annahme des Antrages Jöckel sei das Projekt begraben, denn wenn man die Beschlußfassung vertage, so sei die Geduld der Städte und der Gewerbetreibenden, der Großabnehmer, zu Ende und das Projekt werde unausführbar oder nur mit sehr großen Opfern möglich. Geh. Baurat Schoeberl erklärt, daß die vorgesehenen Abschreibungen reichlich benteffen sind. Abschreibungen für Wasserbauten, die mich vorgesehen sind, merben vielfach überhaupt nicht vorgenornmen, weil der Wert der Wasserkraft, durch die fortgesetzte Preissteigerung der Kohlen, im Werte steige. Mühlenbesitzer Falk- Friedberg sprickst gegen die Vorlage. Er l)ält die Lage nicht für günstig. Der Bezirk, den man mit clcklrisck-er Energie versorgen wolle, sei wenig lohnend für ein solches Werk, cs liegen viele Heine Orte darin, die keine Energie gebrmlchen. Besonders fehle cs an einer genügenden Anzahl von Lichtabnehniern. Dr. W c b e r - Konradsdors lstilt die Annahme der Vorlage für richtig. Mit dem größeren Rest des Ucberschusses vom Wasserwerk wird man einen Provrnzialfonds bilden, dessen Zinsen zu den allgemeinen Ausgaben dienen können, um die Lasten der Provinzbewohner zu vermindern. Professor Dr. B i c r- m e r erklärt, daß er vom rein kaufmännischen Standpunkt sich sagen müsse, wir- übernehmen mit der Annahme der Vorlage ein gewisses Risiko, aber er habe trotzdem im Provinzial-Ansschuß für den Antrag gestimmt, weil er sich gesagt habe, die Provinz könne dieses Risiko übernehmen. Das Unternehmen in Lißberg sei dazu beftimmt, der Landwirtschaft zu helfen und dies sei nur möglich mit Hilfe der Städte. Geh. Justizrat Dr. Gutfleisch erklärt, man solle die Gelegenheit benutzen, um durch Annahme der Vorlage zu zeigen, daß keine Gegensätze zwischen Stadt und Land vorhanden sind, sondern daß die Interessen die Glxick-en sind. Jedes Unternehmen ist mit Risiko verbunden, die Gefahr eines Verlustes müsse man übernehmen. Die Abstimmung ergibt die A ii n o b m c der Vorlage gegen vier Stimmen von Mitgliedern aus dem Kreise Friedberg. Ein weiterer Antrag betrifft das Provinzial-Wasserwerk Inheiden. Er lautet: In der Sitzung des Provinzialtags vom 21. Dezember 1908 wurde der Antrag gestellt, für den etwaigen Ausfall, der durch das Wasserwerk Inheiden an der W a s s e r m e n g e de r^H o r - Io ff entstehen könnte, Ersatz in Natur durch Anlage von Stau- >v e i h e r n im oberen Laufe der Horloff zu schaffen. Dieser Antrag ist von dem Provinzialtag nicht grundsätzlich abgclehnt worden, sondern nur deshalb nicht zur Annahme gelangt, weil man ihn damals für verfrüht hielt. Wenn auch jctzt^kcinc Erfahrungen vorlieqen, welche die Notwendigkeit solcher Stauweiher beweisen, so muß doch aus Zweckmäßigkeitsgründen dafür Vorsorge getroffen werden, daß, wenn demnächst tatsächlich ein Wasserausfall in der Horloff entstehen sollte, dafür Ersatz geschaffen werden kann. Ter Provinzialausschuß hat sich deshalb ein, sich zur Anlage eines Stauweihers eignendes Gelände oberhalb Hungen gesichert. Dieses Gelände gehört der Fürstlich Solms-Brannsels- i'chen Standesherrschaft und ist zurzeit an die Landwirtschasts- kammer verpachtet. Durch Verträge, die mit beiden abgeschlossen worden sind, ist cs der Provinz möglich, jederzeit dieses Gelände in Besitz zu nehmen. Der Provinzialausschuß beantragt daher, diesen Verträgen vorsorglich die Genehmigung zu erteilen. Der Antrag findet einstimmig Annahme. Es folgen darauf Wahlen die bis auf einen Fall durch Wiederwahl der auS den betreffenden Körperschaften ausscheidenden Mitglieder erledigt werden. Geh. Justizrat Dr. Schäffer hat fein Amt als Mitglied des Provinzialausschusses niedergelegt. Geh. Justizrat Rabcnau- Büdingen schlägt an dessen Stelle Prof. Dr. Biermer vor, der seither 6 Jahre hindurch dem Provinzialausschuß als stellv. Mitglied angchört bat. Braucr-O.-Ofleiden schlägt Forstmeister Dr. Weber vor. Dieser sei der eigentliche Urheber der wasserwirtschaftlichen Vorlagen und deshalb sei er im Provinzialausschuß an der Stelle, wo er für die Sache weiter Mitarbeiten könne. Falk-Friedberg tritt für die Wahl des Prof. Dr. Biermer ein. Man habe wegen Lißberg wieder mit den Banken zn verhandeln und durch Dr. Biermers Erfahrung in solchen Geldsachen hat man der Provinz bei der Geldbeschaffung für Inheiden 68 000 Mark erspart. Wenn man Dr. Weber wähle, so fei dies eine Ungerechtigkeit gegen Gießen, denn diesem gehört seinem Steuerkapital nach der Sitz. Bei der Abstimmung werden für Professor Dr. Biermer 12 Zettel und für Dr. Weber nur 7 Zettel abgegeben. Dr. Biermer ist somit gewählt. Der Provinzialtag wählt an Stelle Biermers als Ersatzmann für den Provinzialausjchuß Landgcrichts- rat Dr. Friedrich-Gießen. Aus Stadt und Land. Gießen, 16. Juni 1910. ** Tageskalen der für Donnerstag, 16. Juni: 3. 91 b o n- n ein e n ts k o n z e r t der Regimentsmusik in Steins Garten. Anfang 8 Uhr. * **§cffifcf)cr(5täbtctag. Die llirzlich einberufene und wegen Verhinderung einzelner Städteverwaltungen ver- schobene Besprechung von Vertretern der Bürgermeistereien und der Stadtverordneten-Bersammlungen der fünf größten hessischen Städte über die Frage der Besteuerung des landwirtschaftlich b c n u tz t e u G r u n d b e s i tz e s und über die Einführung der B i l l c t t st e u e r soll nunmehr crnr Samstag, 18. Juni, zu Mainz stattfinden. ** Evang. Bund. Man schreibt uns: Für die morgenabcndin Steins Garten stattsindende Protest- Vcrsammlung gegen die B o r r o m ä u s - E n z st k l i k a har sich ein reges Interesse geltend gemacht, was freilich bei der tiefgehenden Erregung über die päpstliche Kundgebung kaum verwunderlich sein kann. Es sind drei Ansprachen vorgesehen, wie aus dem Anzeigenteil zu entnehmen ist. Geh. Kirchenrat Professor D. Dr. Krüger wird die Enzyklika besprechen im Lichte der Geschichte, Landgerichtsrat Dr. Friedrich ihre Bedeutung für das staatliche Rechtsleben zeigen und Professor D. Dr. Schian sie in Beziehung setzen zur kirchlichen Gegenwart. Die Namen und Themata der Vortragenden bieten von vornherein eine Gewähr dafür, daß auch die Gießener Versammlung sich würdig allen übrigen evangelischen Protest-Versammlungen in der Angelegenheit der Enzyklika anschließen wird: gilt doch auch sie nicht irgendwie dem Kampf, sondern lediglich der M- wehr und damit dem konfessionellen Frieden. Auch in anderen oberhessischen Gemeinden 'hat man zu der Sache Stellung genommen. Protezterklärungen nahmen u. a. die Deka- natssynode des Bezirks Grünb erg undder Zweigvcr- ein Alsfeld des Evang. Bundes an. ** Schülerwetturnen. Der Vorsitzende des Ausschusses für das Schülerwetturnen, Oberlehrer Prof. Dr. Kraus müller, bittet uns um Aufnahme folgender Feststellung: !Tas hiesige sozialdemokratische Organ bringt in seiner Dienstag-Nummer einen Artikel über „das 25 jährige Jubiläum des Gießener Männerturnvereins", der in seinen Schlußsätzen sich auch mit dem Schülerwetturnen beschäftigt. Ich würde auf die Ausführungen, deren Zweck nur der ist, verhetzeitd zu wirken, prinzipiell nicht eingehen, wvnn sie nicht direkte Unwahrheiten) und Ungenauigfeiten brächten, die geeignet sein könnten, den Lesern ein gänzlich falsches Bild zu geben. Es heißt dort: „Tie Zulassung (d. h. zu dem Schülerwctturnenl war davon abhängig, daß die Eltern die Jungens mit einem einheitlichen, vom Turnausschuß vorgeschriebenen Tumkostüm aus- rüftetcu. Hatten die Eltern nunmehr geglaubt, damit aller übrigen Verpflichtungen enthoben zu sein, so hatten sie die Rechnung ohne den Festausschuß gemacht, der heute von lebem mitwirkenden Schüler 20 Pfg. Eintrittsgeld verlangte. Ist das richtig, und wir haben keinen Grund, an dieser uns wiederholt gewordenen Mitteilung zu zweifeln, dann verdient die Handlungsweise des Festausschusses die allerfckstirfstc Verurteilung." Gegenüber diesen Ausführungen stelle ich fest: 1. Ter Ausschuß für das Schülerturnen beschloß nach wieder- hpltcn Beratungen, den Anzug für das Schülerturnen in das Belieben des Einzelnen zu stellen und nur Turnerhemd und Gürtel einheitlich zu fordern. Gleichzeitig wurden aber von Freunden des Schulertrirnens namhafte Beträge zur Verfügung gestellt, um dadurch unbemittelten oder wenig bemittelten Schülern Gelegenheit zu geben, sich Turnhemd und Gürtel,, ja auch Turnschuhe anschaffen zu tonnen. Diese Beträge fanden durch Vermittlung der betr. Lehrer in sehr diskreter Weise in vorstehendem Sinn Verwendung. Die Teilnahme an dem Schülerwetturnen war aber außerdem vollständig freiwillig. Kein Süler, der sich anfangs gemeldet und dem dann die Anschafsungskosten von Turnhemd und Gürtel vielleicht zu hoch gewesen wären, war verpflichtet, am Turnen tcilzunehmen. Noch in letzter Stunde tonnte er sich abmelden. 2. Geradezu unerhört ist aber die Behauptung des sozialdemokratischen Blattes, daß „von jedem mitwirkenden Schüler 20 Pfg. Eintrittsgeld verlangt" worden sei. Diese 'Behauptung ist eine grobe Unwahrheit, die umso schlimmer ist, als auf allen! Plakaten und in den Annoncen auch für die Redaktion des sozialdemokr. Organs ausdrücklich gesagt tvar, daß nur. die „nicht- m’itturnenben" Schüler am Montag 20 Pfg. Eintrittsl- geld zu zahlen hatten. Die „m itwirkcnde n" Schüler hatten freien Eintritt, aber nicht nur für den Montag- sondern für das ganze F e st. ** Der Kriegervereins Bezirk Gießen hält fein B e z i r k s f e st am 3. Juli in Londorf ab. Es sollen auf der Strecke Gießen—Lollar—Londorf zwei Extrazüge gehen: Gießen ab 12 Uhr, Londorf -ab abends 1/28 Uhr. An dem Feste' werden etwa 40 Vereine aus dem K'reiis^ Gießen und den angrenzenden preußischen Orten teiluehmen. ** Der Vortragsabend der Schülerinnen der Gesanglehrerin Fräulein JdaStammler, der am Mittwoch in der Lage stattfand, hat einen erfreulichen Verlauf genommen. Den zahlreich anwesenden Hörern wurden schöne, abgerundete Vorträge geboten, und wenn auch die Leistungen, wie sich das bei Schülern ganz von selbst versteht, auf den verschiedensten Stufen der Ausbildung standen, so hatte es die verständige Auswahl der Anfaabe ermöglicht, daß die jungen Damen in zwei gebotenen Rahmen Gutes, teilweise sogar Vorzügliches ooten. Besonders angenehm überraschte die gleichmäßige Ausbildnug der Stimmen, die gute Aussprache und namcittlich in den Ensemble- gefangen die schöne Tonreinheit. Herr Julius Haht^ hatte die Beglcittnig am Flügel übernommen, ihm unterstützte, mit bestem Gelingen, Herr Dr. med. Mueller. **Giit 7 5 0Psund schweres Rind, das 21/»Jahre alt war, wttrde heute morgen von Metzgermeistcr S. Rothschild im hiesigen Schlachthaus geschlack>tet. -r. Ulrichstein, 15. Juni. Die Ausstellung, die der „Geflügelzuchtvercin von Ulrichstein und Umgegend am kommenden SainStag und Sonntag hier veranstaltet, verspricht stark beschickt unb besucht zu werden. Es wurde eine große Anzahl wirklich ivertvoller Preise gestiftet, die im Schaufenster des Uhrmachers Scheid in Ulrichstein ausgestellt sind'. An beiden Ausstellungstagen tuirb die Kapelle des Jnf.-Regts. Nr. 116 (Gicßcu) konzertieren. R.-V. Darmstadt, 15. Juni. In einer heute abend abgehaltenen Versammlung der freien Vereinigung der Bau- Unternehmer, sowie der Maurer- und Zimmermeister ist be- schlosscu worden, die Sperre im Baugetvcrbe auf- zuheben und die Arbeit morgen früh im vollen Umfang wieder aufzunehmen. Ter Schiedsspruch geht dahin, daß allen im Baugewerbe Beschäftigten sofort 1 Pfennig, vom 1. April 1911 ab 2 Pfennige und vorn 1. April 1912 ab weitere 2 Pfennige Zuschlag zürn Stundenlohn gezahlt tuerben sollen. — Die Arbeitnehmer haben in einer heute abenb abgehaltenen Sitzung dein Schiedsspruch noch nicht zugestimmt. w Offenbach, 15. Juni. Die Schuh- und Schäfte- f a b r i k c n kündigten sämtlichen 9( r b e i t e r n, 1000 an der Zahl, zum 21. Juni, weil in einer Schuhfabrik ein Streik ausbrach und eine Einigung nicht herbcigeführt werben konnte. F. C. Dietzenbach, 15. Juni. Der evang. Pfarrer Marr. Äilh. Hotz hier, ist gestern im Kranken Hause in Wiesbaden gestorben. Der Verblichene, der ein Alter von. 36 Jahren erreicht hat, wirkte früher in Schlitz als Seelsorger. Auf dem Gebiete der Volkskunde war Hotz besonders tätig und ein eifriges Mitglied der „Hessischen Vereinigung sür Volkskunde". Eine Santmlnng von Flur- und Gewann-Namen im Schlitzerland ist sein Werk. ff M a r h u r g, 15. Juni. Die Anregung, daß Studenten während der großen Ferien bei Landwirten Beschäftigung finden, dürfte in diesem Sommer hier zum erstenmal erprobt werden. Wie di? hiesige Freie Studentenschaft mitteilt, steht sie wegen dieser Frage mit einer Anzahl Gutsbesitzer in Unterhandlung. w. Frankfurt a. M., 15. Juni. Gestern abend gegeti 11 Uhr wurde an der Villa des Bankiers Alexandey Maser, Unterlindau 2, im vornelimsten Viertel des J-rcmk- furter Westens ein Attentat, a n s ch e i it e n d mittels einer Bombe, verübt. Tie Explosion, die in der ganzen Stadt gehört wurde, war so heftig, daß mehrere Seiten be» Hauses stark demoliert wurden und in weitem Umkreise Fensterscheiben zersprangen. Verletzt wurde N-iemWid. Der Schaden soll etwa 5000 Mk. betrage». Polizei und Staatsanwaltschaft sind mit der Untersuchung des Vorfalles be- schäftigt. tzochwaffer. Gießen, 16. Juni. Die schweren Gewitter, die in den letzten Tagen Süd- und Westdeutschland betroffen haben, haben größtenteils unabsehbaren Schaden angerichtet. An manchen Orten ist die Ernte vollständig vernichtet, und die Bewohtter, die nur knapp ihr Leben retten konnten, haben im besten Falle nur ihre .Habe verloren; viele Familien aber betrauern ertrunkene oder vermißte Angehörige, lieber das Schicksal von 70 Menschen ist man noch vollständig im Unklaren. Genaue Angaben über die Zahl der Ihn gefönt men en lassen sich noch gar nicht machen, da es sich meistens um ausländische Bahnarbeiter handelt. Militär ist eifrig nm Werk, um die Brücken und Wege wieder in Stand zu setzen, damit vor allem die abgeschnittenen Ortschaften mit Lebensrnitteln versehen werden können. Schreckliche Einzelheiten werden einem Berliner Berichterstatter von Augenzeugen mitgeteilt. Bei Erpel landete man ein Mädchen, das mir einem Strick an einer Kuh festgebunden war und gleichzeitig mit ihr den Tod gefunden hatte. Oberhalb dieser Stelle warf die Ahr die Leiche einer Fran und eines Kindes ans Land, das seine Mutter fest umschlungen hielt. Ein Ingenieur sah sechs seiner Leute auf einem Giebel beranlreibeu. Sie schrien unaufhaltsam um Hilfe, die ihnen aber nicht gebracht werden konnte. Vor den 9£ugen des Ingenieurs versank die Gruppe, als der Giebel gegen eine Felswand anprallte. Im preußischen Abgeordnetenhause sprach der nationalliberale Wgeordnete Engelsmann über die Sckiäden und forderte unter dem Beifall des Hauses von der Regierung sofortige und ausreichende Hilfe. T^r M i - nister des Innern, v. Moltke, der das betroffene Gebiet bald nach der ersten Katastrophe im Kraftwagen bereift hat, schilderte seine Wahrnehmungen und sagte soforttge Hilfe zu. Nachdent der Ort Adenau wieder einigermaßen frei geworden, habe ich, so führte der Minister aus, das Gebiet im Automobil bereift und folgendes festgestellt: In dec Nacht war der Ort Adenau vollständig überflutet und von jeglichem Verkehr abgeschnitten. Telephonische und telegraphische Verbindung war nicht zu erhalten. Am gefähr- national Gebrüder Berdux Fernsprecher 231 Bahnhofstraße 27 3u verkaufen Griglnal-Drahtmel-nngen. (Jiitc neue Ertränkung des Kaisers. Neues Palais, 16. Juni. Beim Kaiser hat sich ein Erg uh im rechten Kniegelenk gebilbet, anscheinend infolge der ersten Nitte, die der Kaiser nach der Genesung machte. Der Kaiser verzichtete deshalb auf die Teilnahme an der heutigen Truppenübung in Toberih, sowie auf die Neisen nach Hannover und Hamburg. Tas Allgemeinbefinden des Kaiters ist in keiner Weise gestört. Tie Körpertemperatur hat sich nicht erhöht, Schmerzen sind so gut wie nicht vorhanden. Tie Aerzte betonen ausdrücklich, daß kein Zusammenhang zwischen der Knieafiektion und dem Furunkel besteht. Die Etichwachl in Friedberg-Büdingen. Jl‘§itc(hing, bjf 'rch'tein und Um. Sonntag hier ver. O'cht i'i werden. A * Preise geflifki, 'M in Ulrichstein nggtngen wird dii J") konzertieren. geborsten. Der Brücken, Wegen, R. B. Friedberg, 16. Juni. Obstbaum-Karbolineum und andere Bedarfsartikel für Landwirtfchast und Gartenbau. 3116]Adler-Drogerie, Neltvrsweg 39. lichsten hrrt das Hochwasser aus der Strecke der Ahr vom Müsch ins zur >trersgrcnze hei Pützfeld gewütet. Bei Müsch mündet der Trierbach in die Älftr, die das Hauptwasser gebracht hat. Die neuen Sa^-n arbeiten iinb an allen Stellen erheblich beschädigt. Sämtliche .Holzbrücken nstv. sind fortgerissen, ebenso eine große Anzahl Kantinen fortgeschiveinmt. Auch eine große Anzahl von Steinbrücken wurden zerstört. Das Unwetter brach mit elementarer Gc walt herein, und zwar ganz plötzlich. Eine .Kantine bei Antweiler ist vollständig weggeschivemmt. Die Leute wurden gerettet. Weggeschwemmt ist eine Kantine bei Müsch, .Kantinenwirt und etwa 25 Mann ertrunken. Fort- geschwemmt ist die Kantine von Krecklau bei Fuchshosen, 20 Mann sollen ertrunken sein. Die Kantine bei Dümpelfeld ist auch zer^tän, die Leute werden vermißt. Tie Zahlen sind aber unsicher, etwa 12 Leichen waren bei meiner Anwesenheit bereits geborgen, vermutlich sind aber noch mehr Leute ertrunken, und zwar alles Arbeiter und Vorarbeiter der Neubaustrecke bzw. .Kantinenpersonal In den überfluteten Ortschaften konnten die Leute gerettet werden, teil- weise mit großer Mühe. Eingesessene der Ortschaften sind, wie bis jetzt festgeisteIlt, nicht verunglückt, dagegen die Woh nungen sehr erheblich beschädigt, so in Liers, Insul, Schuld, Dümpelfeld. Bei Kirmutscheid am Trierbach ist die Pro- vinzialstraße auf 200 Mtr. weggerissen. Bei Müsch ist die internationale Telegraphenleitung zerstört. Ebenso ist die Telegraphenleitung bei Hönningen zerstört. Zerstört ist ferner das Eisenbahngeleise bei Brück und bei Hönningen. Auch in Süddeutschland, in der Schweiz und dem it o i b l i di r n Alpengebiet nimmt das Hochwasser einen bedrohlich, n Charakter an. Wir erhalten darüber folgende Drahtnachrichten : M ü n che n, 15. Juni. Infolge des seit 36 «atunben an? boltcnden Regens ist der Bodensee teilweise über die Ufer getreten Ter Bahn verkehr zwischen Lindau und Kempten ist unterbrochen. Der Verkehr nach München und Lindau wird über Memmingen geleitet. Die Ammer hat die Bphu geleise bei Weilheim überschwemmt, wo ein Durchbruch des Bahndammes droht. Der Verkehr D i e s s c n - W e i l h e i m ist eingestellt. Die Loisach ibn t fa st alle Brücken f o r t g e r i i" 1 e n. Allenthalben droht Einsturzgefahr. Ter Bahu- bot Gar misch ist von dem £rtc aus nicht mehr zu crrcidhm. Das König Ludwig-Denkmal ist zerstört. Garmisch ist fast von jeder Verbindung abgeschnittcn. Weilheim, 15. Juni. Ter Pollinger Bach ilt aus getreten und überflutet die ganze untere tiefer gelegene Stadt. Schon wahrend des Vormittags wurden die Einwohner ans den Hauieru zum Teil durch die Fenster herausgeschafft. Feuerwehr? und Pionicre sind ans München zur HiljeleilNing eiugetrosteu. Eisenbahiisignalmasten und Delegravhenstangen wurden fortgespült. Der Bahndantm ist völlig w e g g e s ch w e m m t. Tas Wasser steigt noch immer. Ti? .’Oäufcr der unteren Stadt stehen jetzt ganz unter Wasser. .. ■ Ola r mild), 15. 3 uni. Mittags 1 Uhr beginnt das Waner zu fallen. Ta die Soifachbriicken zerstört find, wird die Verbindung durch Seile aufrechterhalten, woran Lebensmittel htn- überbcfördert iDcrben. Tas Elektrizitätswerk ist bescßä- digt, so daß Garmisch unbeleuchtet ist. Ter Verkehr nach München ist nur über Kochel möglich. Innsbruck, 15. Juni. I m st iit grotztenteils über schwemn. J,n Nassereilh, das völlig überschwemmt Ut, ertrnnf ein Kanzleibeamter bei den Rettnngsarbeitcn; mehrere Personen werden vermißt. Bern, 15. Juni Aus der ganzen Zentral und DUMvetz kommen bedrohliche H o ch w a s sc r d e r i ch t e. In Altdors wurde um Mitternacht ein Hans durch einen Erdrutsch verschüttet Die ganze Familie des Briefträgers Ziegler ist unter ben Trümmern begraben. Drei Kiilder konnten lebend bn-vorg.zogcn werden Tie M u 11 ■? r u it b z e hn Kinder im Alter von eins bis 16 Jahren sind tot. Ziegler hatte Nadstdienft im Postgebäude. In Bern mußte zur Räummtg uon Wohnungen in den tieferen Stadtteilen, die durch die Aare unter Wasser gesetzt wurden, die Feuerwehr ausgcboten werden. In Luzern sind der >^?c und die Neuß über die liier getreten, so daß die Feuerwehr ebenfalls Hilfe leisten mußte. Der Zugverkehr zwudren Zürich und Chur ist unter brockten, da dre Bphndrucke in Landguart durch den hochangesdrwollenen Landguartiluß weg gerissen wurde. Zwisckien Luchjingeu und dem Linttal, sowie auf der Sihltaibahnlime ift der Verkehr gleichsalls unterbrochen. Auck' die Gotthardbolm meldet Verkehrsunterbrechungen. Nach Weggis und Vitznau mußten Militär und Feuerwehr zur Hckie leismng gesandt werden. In Adliswil bei Zürich, wo die Lidl über die User getreten ist, sollen zwei Männer ertrunken sein. Bei Weinfelden wurde rmc Notbrücke der Miltelthurgaudahn durch die hochgebende Thur weggerissen. Bern, 15. Juni Ter durch das Hochwasser in der inneren Schweiz und der Dst'chweiz angerichtete S ch a d e n ist u n a b I c h - bar In Zürich hat .die städtische Gassabrik den B e ' Wiesen, Meliorationsanlagen, Aeckcrn und Gärten ist einstweilen noch nicht annähernd zu schätzen, jedenfalls aber ganz gewaltig. T-as Hochwasser ist jetzt im Fallen begriffen. Ich lmbc gleich anf die ersten Berichte hin ein Gutachten des Oberpräsidentcn cingefordert, ob ein Notstand e.ingctreten ist. Sollte der Oberpräsident diese Frage besahen, so wird die Staat sregicrung selbstverständlich in demselben Maße ei unreifen, wie daS in ähnlichen Fällen bisher geschehen ist. (Beifall.) Sollte sich weiter Herausstellen, daß für die Notlage eine schnelle erste Hilfe erforderlich ist, so soll auch diese nach bestem Vermögen durch die Regierung erfolgen. ^Leb^after Beifall.) Der Antrag des Abg. Engelsmann wurde dann einstimmig angenommen. M oln , 15. Juni. Die „Kölnische Zeitung" veröffentlicht einen Aufruf um Hilfe für die durch das Hochwasser Gesd>ädigten int Ahrtalr Der Verlag dec „Kölnischen Zeitung" iDcnt>et" 2000 Mark, Kommerzienrat von Guill >aume Köln 10 000 Mark Insgesamt sind bisher 16 000 Mark eingegangen. Neuwied hat 1000 Mark gestiftet. ßPcSllt "Scitle v. Mk. 1.35 ab Tie Eisenbahnstrecke bet Hönningen ist Schaden sowohl an den Bahnarbeiten, wie Gerichessaal. (]. Mainz, 15. Juni. Ter Sergeant Will;. Kugler aus Witten von der 1. Komp, des Pionicr-Bats. Nr. 25 hat l'id) vor dem Gouvernementsgericht zu verantworten, weil er am 21. Mai auf dem Doyheimer Exerzierplatz als Gruppenführer seine Mann- sdmften während der Gesedftsübung aujgewiegelt haben soll. Ter Angeklagte ist iinbestrast und hat eine sehr gute Führung. Er war vier Jahre in Südwestafrika, hat dort den Feldzug mit gemacht und besitzt das allgemeine Ehrenzeichen. Aus dem Exerzierplatz batte der Zug in dem sich der Angeklagte als Gruppen führet" befand, in einer Mulde Aufstellung genommen, hier gab der Zugführer, ein Leutnant, die Instruktion, es sollten beim Vorgehen kurze, lebhaste Schritte gemacht werden Beim Vor gehen soll nun der Angeklagte gesagt haben: „Gelaufen wird nicht, und wenn er fidv aws den Koipf Helfe Wenn er will, laßt ihn nur lausen!" Ter Sergeant soll beim Vorgehen zurückgeblieben sein und nicht den vor'christsmäßigen Abltand, zehn Schritte vor der Front, ciugehalten haben. Die Anzeige von der Aeußeruug des Angeklagten wurde zwei Tage später von dem Gesreiten Folk aus Hamburg gemacht. Der Angeklagte behauptet, daß er beim Dienstantritt schon sehr ausgeregt ge wesen sei, es habe eine große Hitze geherrscht, er sei nicht mehr genügend widerstandsfähig gewesen und habe während dem Vorgehen Hustenanfälle gehabt. Es täte ihm sehr leid, rocnn^cr die Aeußerung getan habe, er wisse es jedoch nicht mehr. a.er Leutnant selbst hat die Aeußerung nicht gehört, er betrachte sie auch nicht als eine Auflehnung gegen seinen Befehl, sondern er hält sie für eine unüberlegte Redensart infolge körperlicher Müdigkeit. Der Gefreite Falk erklärte unter Eid, daß der Ser geont obige Aeußerung getan und auch den vorschriftsmäßigen Abstand vor der Front nicht eingehalten habe. Sie wären aber, um nicht aufzuiallen, mit den anderen Zügen aus gleicher Höhe geblieben. Auf die Frage des Verhandlungsleiters, warum er die Sache erst zwei Tage später gemeldet habe, bemerkte Falk, 1 r btn «0,^« I Hilfeleistung abgegangen. . „ Oraviczabany (Ungarn*, la. xsuni. xer n Zierte! des djei n en b mittels ton, die in der gany: >ß mehrere Säten » in weitem Ilmkr^ wurde jemand, a Polizei m'd stE ng des BorMes bt liberale Partei hat beschlossen, in der bevorstehenden: Stichwahl mit allen Mitteln für die Wahl v. H c l m o l t s cinzntreten. Sie wird in diesem Sinne eine rührige "Agitation entfalten, an der auch Tr. Becker-Sprendlingen leit- nehmen wird. * H ü it i u g e n , 16. Juni. Tas Hochwasser des R Hein s hat die hiesige Schissbrücke wcggerisseu. Tie rai'di abwärts treibenden Trümmer rissen die Neuenburger Schiffbrücke weg, auf der sich etwa 30 Personen befanden. ... Konstanz, 16. Juni. Bodeu | ce und Rhein und über die Ufer getreten. Amtlicher Wetterbericht. Verlaus der Witterung seit gestern friihj Lustwirbel nm West- raude bc-3 und) Rußland abziehenden Tieidruckgebieles haben gestern bei fühlen nördlichen Winden geringe Regemälle gebracht. Tie -Jlbtül)hing ift jetzt auch bis zur Weichsel vorgerückt, dabei sind gestern in Ostdeutschland strichiveise statte Wcivitterrcgcn geiallen (Dresden 31 mm). — Das westliche Hochdruckgebiet scheint fehv be- sländia zu fein; es ist nur ivuiiig ostwärts vorgerückt, io daß das kühle Wetter anhält; dock) macht sich morgen der Einfluß de§ ootjcn Druckes bemerfbar, so daß die Bewölliuig abnünrnt. Wetleraussichleu ui Hessen am Fieitag dem 17. Juni 1910: Zeitiveise heiler, etwas wärmer, trocken. Märkte. (In einem Teil der Auslage wiederholt.) ic. Fraulsurr a. 3)1., 15. Juni. (Crifl.-Tclegr. deS „Giey. ‘Jlmtlidie SHoticvmigcn der heutigen Frurh tmarf tpre is e: Weizen Pik. 18.80—00.00, Kurhesnschev Mk. 19.80-00.00, La >Vlata KansaS Bit. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) 'Ulf. 15.00 bt4 Mk. 15.10, Gerste (Wetterauers -A’lt. 16.50—17.00, Gerste Franken Pfälzer Ried Mk. 16.50-17.00, Kleie 3)1 f. 00.00-00.00, Haier 14.80—15.50, Mais '.Wf. 15.60—16.00, Weizenmehl 0 Mk. 27.50 bis 00 00, 2. Dualität Mk. 23.75-00.00, 3. Dualität Mk. 22.2o bi4 Mk. 00.' 0. 4. Qualität Mk. 00.00-00.00, Roggenmehl 0 Mk 22.00—22.50, 1. QualilätMf. 19.00—19.50, 2. Qual. Mk. 00 00 Ins 30.00, Weizeutteie Mt. 9.00 bis Alk. 9.50, Weizeuschale 9)11. 00.00—00.00, Roggeickleie Alf. 9.50 bis Alf. 10.00. Malzfenne Mk. 00.00—00. 'Ü. Biertreber 12.60—13.35 --Ilies vcr 100Kg. ab liier. trieb einstellen müssen, so daß die Stadt teilweise in Dunkel gehüllt ist. Vielfach sind Menschen ertrunken Vvn der in Altdors in ihrem Hause verschütteten Familie Ziegler ist das zwölfte Opser, ein 14 whnges Mädchen, im Spital geworben. München, 15. Juni. Tas wassertechnische Amt teilte heute mittag mit: lieber mäßig starker Regen betraf von gestern auf heute noch das obere Ammental lLmderhoi Eine n>cfentliche Aendeiung der Lage in Cbcrammergau, da fortroäh renb Regen gemeldet nnrd, ist für beule kaum zu erwarten. -Aus Garmisch und Mittenwald lauten die Nachrichten babui, daß der H öch st p u n k t der Flutwelle b e r e i t s ü b e r s d> r i 11 e n ist. Audi der Mangfall, ist schon wieder am Fallen _ Tie Isar in Münclxm crrddite gestern nacht 11 Uhr ihren Höchststand uns ist bis beute früh 10 Uhr um 50 Zentimeter gefallen. Die Iller und die Ledi sind weniger betroffen, fchwellen icdoch infolg des anhaltenden Regens ebenfalls an. Die Inn in Rosenheim steigt langsam. Tie Donau wirb rasch^ auf der ganzen Länge steigen und kamt insbesondere aus der Strecke Pilsbosen bts zur LandeKgrenze eine beträchtliche Höbe erreichen. Am s ch w e r ft c n betroffen erscheint das obere Ammergebiet und das obere Loisackgcdiet Tas Hochwasser war hier hoher als 1899. Voraussage: Tas Hochwasser ist für alle süd- baDerifdien Flüsse noch anhaltend, für die Tonau im Mittel fränkisch-cn ist es in Sicht. | Lindau, 15. Juni. Ter Bodensee ist bis mittags um weitere, acht Zentimeter g e st i e g e n. Tie Rathausstraße und der Kornhausolatz .sind überschwemmt. Tte Straße nach Bregenz sicht in der Näl>e der Bregenzer Klause glcid)falls unter Wasser. ,. , Wien, 15. Juni. (W. B.) Aus dem nördlichen A l v enge b i e t trefien andauernd Meldungen über sdiwere Hochwasserschäden ein. Infolge starker Regengüsse überfluteten die Salzach und ihre Nebenbädic im D b e r p i n z g a u die Ufer in mehreren Gemeinden, setzten große Strecken Landes unter Wasser und zerstörten vielfach Wege und Brücken. In Bregenz und Umgegend sind alle Wasserläuse ausgetreten, mehrer? Brücken sind zerstört. Tie Eisenbahnverbindungen mit Innsbruck, dem Bregenzer Wald und Liirdau sind unterbrodien. Tic Reidis- straßen im ganzen Bezirk von R e n 11 sind zerstört. Tie Wild- dache gehen hoch. Mehrere Ortschaften sind unter Waifer, zwei Häuser sind einqestürzt. Ter Verkehr ist nur über München offen Tie Gefahr w ä ch st immer mehr, da es weiter in Strömen gießt. Ter Schaden, den das Hochwal'scr an den .Kulturen angerichtet hat, ist groß und vor der Hand nicht zu ermessen, da mit beit Seitentälern der Verkehr abgeschnitten ist Zur .Hintanhaltung weiterer Gesahr sind zur Wiederherstellung des Verkehrs von Innsbruck 100 Mann der Kaiserjäger nad) Lermoos abgegangen. Ter Lech ist aus 5 Meter gestiegen. Di? Scdiregulierung ist in Gesahr. Ter größte Teil von Feldkirch ist unter Wasser. Tie Brücke beim Jesuitenpenswitat ist weg- gerisl'en Tas Elektrizitätswerk der Stadt ist außer Betrieb. 50 Mann der F-eldjägcr von Innsbruck sind zur )>> einer heute abend ■Reinigung der Bau- jinunenueiiler ist bt. lange werbe aus« • t) im vollen Umfang "ch geht dahin, bat iort 1 Pfennig, vom j im 1. Slpril 1912 at ' «lohn gezahlt werben j iner heute abend ab- I loch nicht jiigeflimml. ’ Huh-und Schäslt« 1 rbeitern, 1000 an einer Schuhsabrik ein . . herbeigesührt werben Sicßcn, 16. W, Ät SSa: mit entern Stellt i»*1' (nm aher yLeur» , d-M, giS |c (pro* N'L in und Z, w 9'la6 cr^ltcn' Die Krone aller alkoholfreien Getränke ist Banka Zur Erzeutrunff der Grundstoffe diesem heiTlichen Getränkes werden kein Aether oder sonstige künstliche Geruchsessenzen verwendet, sondern nach eigenem Verfahren wirkliche, natürliche Früchte in Verbindung mit aus Früchten gewonnener Säure. Sämtliche übrigen Bestandteile sind dem Aahrungsmitteb gesetz aller Länder entsprechend. 12950 1 Teil Banko, 9 Teile kalten Wassers. Alleinverkauf für Giessen b« Emil Fischbach. "°US beÄ I m »Ott St ± ML "Sri'1?'™'" ^Ultus Eln^ihm unter: • Md. Mueller T«b,ba§ 2v,3ühtf SCHIRME AL Gebr. Waag Mainzer Aktien Mer Vj Flasche 20 Psg., V-» Flasche 10 Pfg. 23rd empfiehlt Gotthilf Rohrte, 7- Berdux’ geröstete Kaffees sind vorzüglich in Qtialität. Per Pfunb Mk. 1.10, 1.30, 1.50, 1.70, 2.00 Heute Rösttag. — Schon verzollt! — Verlangen Sie Muster! — D«/.f G. Henneberg, Zürich. er habe sich die Sache reiflidi überlegt und sei zu der Ansicht gekommen, daß es seine Pslictu sei, ben Voriall zu melden Zwei andere Pioniere machen dieselben Aussagen wie der Gesreire. Drei im zweiten Miede stelurndc Pioniere hatten nichts gehört. Der Kompagniefeldwebel H o l st e kennt den Angeklagten seit seiner Rekrut en zeit und schilderte ihn als einen vorzügiicbeu. tüchtigen Unteroffizier, im selben Sinne äußerte sich auch Sanitätsfeldwcbel Schwarze. Audi der .Kompagniechcs gab dem Angeklagten cm sehr gutes Zeugnis. Das Gericht sah in der Aeußernitg des Angeklagten Auiw,egelung und Achtungsverletzung vor versammelter Mannsdiaft unter Gewehr und verurteilte >hn zu 5 I a b r c n 1 Tag Gefängnis uud Degradation. Ter Verurteilte ist erst seit Marz d. I. verheiratet.. Parts, 15. Jmu. Tas Zilchlvotlzeigerlcht m R e i m S verurteilte die ivepCH Betrugs angellagten M i l i l ä r l i efern u t e n zu (^ciängnisstraieii^ von 4 bis 18° Monaien. Dem Kriegsministerium ivuvbe ein Schadenersatz von 30 000 Franks zu- cif.ninl lüinft und Wiiicnfcbaft. — Eine Erklärung des BaronS v Berger. In dem Streit des Barons von Berger gegiit ben Direktor Kochne des Deulsdien Schauspielhauses in .Hamburg vcröfscntlicht jetzt Tr. Suse, der Anwalt des Barons von Berger, im Namen icuteö AustraggcbcrS eine Erllärung, in der er lagt: Durch Beendigung bc* Vertrages des Barons mit dem Schauspielhaus lei der „Debetposten" erlösche n. Diesen unter allen Umständen erloschenen Posten mochte Herr Kochne wieder ausleben lassen Die Behauv hmg .Koelmes, Baron Berger wolle sidi von ihm seine persönlichen Schulden bezahlen lassen, ist ir'rig. — D e r C b c r r c o t i l c u r der Wiener Ho | ovcr, v. Whmetal, ist vom Jahre 1912 ab als D^rndtrektor nadv Franksurt a. M. verpflichtet worden. er hat die Zu|ttm> mung zu seiner Entlassung aus dem Verbände der Hofoper von der Wicnei Jiil^ib>?n^ brieiis erwiikt. __ Adler-LLrcibmaschine, gebr., billig zu verkaufen. Schriiil. Anfragen unter 04^0 an den Gießener Anzeiger erb. 049771 Ei>i englisch. Rebpinicher, 1 Jahr alt, icbr wachiam, ftuben rein, ist preiswert 511 verkaufen. Roheres im Bahnhof (Kam back i. Hessen._______________ 04970) Kleines, sehr rcnmbl. 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Juni, abends 8'/, Uhr, in der Restauration «vuck, Nord-Anlage, stattfindenden ardentlilhen Kentralotrsaniniiunii durch freundlichst eingeladen. Tages-Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Rechnunaöablage. 3. Borftandswahl. 4. Anträge, welche aber 3 Tage vorher beim Vorstande em- gereickt werden müssen. 5. Mitteilungen. 6. Dortrag. D,6/6 Giehen, den 14. Juni 1910. Der Vorstand. »BllimiBiaillllBBBI Kreiziiekr firalaiinl Neuen Bäue 17 Seltersweg 2' Studts av« Gerade jetzt in den heissen Tagen, wo Verdanungs- beschwerden und Darmerkrankungen so häufig vorkommen, ist von ganz besonderem Wert. Es hält den Magen stets in Ordnung und unterzieht den Körper einer ständigen Reinigung, wodurch Krankheitskeime ausgeschieden werden. Bei Zuckerkrankheit leistet es wegen seiner blutreinigenden Wirkung ganz hervorragende Dienste. Zum Salzen der Brote wird nur Kreuznacher Salz verwandt, welches aus den stark Radium haltigen Kreuznacher Solquellen gewonnen wird. 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