* Fragen von nennenswerter Bedeutung. Auch ein reicher Rhein-Mainischen Verbandes in Frankfurt o. M. hat den Verein geselliger Teil ist vorgesehen, darunter sind Ausflüge in, bur(fy leihweise Ueberlassung einer Wanderbibliothek unterstützt. vötrgeiivcji niu/i wunci jo genau gcriumuien, uitu c» jun niiuuu u. ifinuuw, ---- Z- C c. • r-, ttt ,geschehen sein, daß er „einen Fuhrmann mit hochbeladenem Fracht-1 langte Heinrich von Navarra durch die Ermordung Heinrichs LU.., daß Bechstein eine kleine Gestalt und „eine etwas stubengelehrbe Weise" hatte. „Man sah ihm die Beschäftigung mit der Bühne an, die etwas gründlicher war als die des leichtgemuten Improvisators: nur ist auch bei ihm später zu Tage gekommen, daß eine mäßige Dicht er gäbe sich nickt zu gefälliger Wirkung zu^behaupten vermag, wenn ne sich zu sehr mit dem Ballast von Studien beschwert." Trotzdem Bechstein kein hohes Alter erreichte, hat er doch eine llnmenge heroorgebracht, Romane, Novellen, Epen, Gedichte, sein verdienstvollstes Werk aber, „das deutsche Märchenbuch", erschien zuerst im Jahre 1844 und erlebte zahlreiche Auflagen. ou,uiaDteiluiig Geh. i>vetiuiu*i"u. >«. ordnagct die Veriammlung herzlich willkommen und schilderte dann Spieß als den eifrigsten Förderer des demscken Turnunterrichts. Provinzialdirektor c v wies auf die hohe Bedeutung des Turnens hin, das nicht ^acne eines einzelnen Standes, sondern des ganzen Volkes sei, rote es auch sowohl in der Volksschule, wie in den höheren schulen, und in der Armee mit gröi'iem Erfolg gepliegt werbe. Namens der S.'adl begrüßte Beigeordneter Müller die Versammlung, namens des Zentralausschusses der Württembergischcn Turnlehrer sprach Pros. K c n l c r - Stuttgart, namens des Verbandes für Sckulgcsundheitspflege Oberlehrer Roller- DarmUadt. Alsdann hielt Schulrat Schmuck einen interessanten Vortrag über Mol' Spieß, wobei er namentlich die Spievid)en Grund?ätze für das Schulturnen warm verteidigte. Dann sprach Oberlehrer P i e t - c - k o v - Stettin über die Mittel zur Einschränkung der Befrelungen vom Turnunterricht in der Schule; am Schlüsse legte der Redner oerschi ebene Lettiatze vor, denen die Versammlung zusiiinrnte. Es werden darin besondere Turnabteilungen für körperlich im- tüchtige Schüler, ferner die Anstellung von Schulärzten, Bereitstellung gut eingerichteter, völlig einwandsfreicr Turnhallen und Spielplätze usw. verlangt. — Am Nachmittag fanden in der Turnhalle der Turngemeinde am Woogplatz turnerische Vorsüh- rungen verschiedener Schulklassen tpnd am Abend intereliantc. Sckwimmübungcn von Schülern der Realschule in der neuen Schwimmhalle statt. Die Beratungen werden morgen sortgcletzt. ließ. Vor der Lächerlichkeit, dies gedruckt zu sehen, habe ihn nur ein Redaktionsstift bewahrt. Zu dem Bilde, das Ehezy von Bechstein entwirft, paßt auch eines, das Gutzkow von ihm zeichnet. Beckstein war im Jahre 1831 Bibliothekar in Meiningen geworden und hielt sich 1835 in Frankfurt am Main auf, um mit dem Stegreifdichter O. L. B. Wolff eine Reise iiach Paris zu macken. Gutzkow, der beide in Frankfurt sah, meinte. Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Unwersuäts - Buch- und Cteindruckerei. R. Lange, Gießen. geselliger . ... —~ bemerkenstverte Städte der Nack-barschaft geplant, so daß Die E««etzeuer Famillenblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich be,gelegt, das „Kretsblatl fflr öen Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich Die ..candwtttschaftlichen Seit- fragen" erlchemen monatlich zweimal. 21 it» Stadt und €aiid. G i eß c n, 14 Mai 1910. Redaktion, Expedition und D ruderet: Schul- ftraße 7. Expedition und Berlag: e^51. Redaktwn:e-sS112. Tel.-2ldruAnzelgerGießen. ’ne Enoe Mai beschlossen, zu der Frau Geheimrat Lehmann einen zweiten Vortrag in Aussicht gestellt hat. Tic Vor- jiyende ber hiesigen Abteilung des Koloniatfrauenbundes, Attru Professor Bötticher, Hofmanustraßc 11, ist bereit, nähere Auskunft zu geben und BeitrittserNarungen ent- qegen^unehmcn Aufmerksam gemacht sei auch auf ein Kvlo- ?.tat c i der Ma b ig.r Abt ilung, das am 15. Juni in den »Nil /Beater ^eicrt-g ffl o mortale alausnahmen. ! Klavier a aus den Zeit" ■ 1843 Sehr W« ichläfer jenen. ierdr-M' :k« W Mfnahme. i ausgiebig gesorgt. (!) Hungen, 13. Mai. Sehr vom Glück begünstig t' wurden drei hiesige Einwohner, die gemeinschaftlich mehrere Lose der Tarmstädter Pferdelotterie gekauft hatten. Auf zwei der betreffenden Lose fiel nämlich je ein Gewinn von einem Pferd. '--'Grünberg, 13. Mai. Die mit der Vorbereitung des Gau tu rufest es betrauten Ausschüsse sind jetzt in rühriger Tätigkeit. Am Montag tagte der Wohnungsausschuß zwecks Zusammenstellung der Ergebnisse bei dem Suchen nach geeigneten Quartieren. Von der Ein wohnerschaft sind bereits 420 Quartiere zugesichert worden Am Donnerstag fand unter dem Vorsitz des Festpräsidenten Schäfer eine Sitzung des Festausschusses statt. Die Vorsitzenden der Einzelausschüsse erstatteten Bericht über die Ergebnisse ihrer Verhandlungen und Sitzungen in der letzten Zeit. Im Laufe des Abends wurde die Festordnung für die drei Festtage festgelegt. Neben den eigentlichen Festveranstaltungen ist an den drei Festtagen auch durch Schau - und Verkaufsbuden, Dampfkarussell usw. für Zeitvertreib — Dcr To ndichter Karl Goldmarck in Wien begeht am 18. Mai feinen 80. Geburtstag. Er stammt aus Keszthely in Ungarn. Am bekanntesten sind seine „Königin von Saba" (1875-, „Merlin" (1876), „Das Heimchen am Herd" (1886), „Götz von Berlichingen" (1902). Ferner sind zu neunen: die Vorspiele „Penthesilea", „Im Frühling", „Der gefesselte Prometheus", „Sappho" und die symphonische Dichtung „Zrinyi". , — Bo in Erreger der Schlafkrankheit. Der m Berlin dieser Tage vorgekommene Todesfall an Schlafkrankheit Hai die Gelahr dieser tückischen Tropenkrankheit wieder recht eindringlich zutage treten lassen. Allerdings handelte es sich nur um einen aus Afrika eingeschleppten Fall, und eine Ansteckungsgefahr war nicht mehr vorhanden, weil die Uebertragung nur von Blut zu Blut möglich ist. In den Tropen ist es bekanntlich die Tsetsefliege (glossina palpalis), durch deren Stiche die Krankheit übertragen wird. Ein sranzösiicher Forscher, M. R o u b a u d , hat nun am mittleren Kongo eingehende und wertvolle Studien über das Leben, die Gewohnheiten, die Entwicklung dieses den Menschen io schwer schädigenden Insekts gemacht und festgestellt, daß die Glossina palpalia ausschließlich die bewaldeten Ufer von Wasserläufen nn äquatorialen Afrika bewohnt. Tabei ist sie sehr empsindlich für den Einfluß von Feuchtigkeit und Wärme. Wenn in der trockenen Jahreszeit die kleinen Flüsse und Bäche ein- trocknen, so wandert sie an andere feuchte Stellen. Die günstigste Wärme liegt für die Fliege zwischen 25 und 28 Grad Eelsius, erbebt sich die mittlere Temperatur über 30 Grad Eelsius, so sterben sie sehr bald. Für ihre Fortpflanzung machen sich dieselben Einflüße geltend Bei einer Wärme von 30 Grad und bei Sättigung der Luft mit Feuchtigkeit hören die Tiere mit dem Eierlegen auf. Im Durchschnitt findet die Ablage der Eier alle 10 Tage statt, also in einer Häufigkeit, die eine rasche Vermehrung ermöglicht. Was die Bekämpfung dieses Schädlings betrifft, so sieht auch Roubaud in bei völligen Zerstörung der Lager der Glossinen und in einer leilweisen Abholzung bis zu dem Grade, daß den Sonnenstrahlen sicherer Zutritt zum Erdboden gewährt wird, das beste Mittel. — Kurze Nachrichten aus Kunst ir Wissen sch ast. Geheimrat Tr. Phil. Siegfried Friedländer, a. o. Professor für landwirtschaftliche Technologie in der Breslauer phito- sophischoir Fakultät, vollendet am 16. Mai das 75. Lebensjahr. aph Ploästratzc i: M Schiller. :rk wird infolge jer senden Handlung: Wellung allgeun' ?n. Ms Michlt. eizvoües Bild. ir dem M moreske. — Der letzte Ritter auf Frankrerchs Thron. Am 1 4. M a i 1610 wurde das Haus Habsburg von enter großen Gefahr befreit: sein unversöhnlicher Gegner, Heinrich IV. von Frankreich, wurde, als er an diesem Tage im offenen Wagen zu Paris eine enge Straße durckfithr, von Franz Ravaillac erdolcht. Diese Tat machte die gewaltigen Pläne des französischen Königs zunichte und gab dem Schicksal Europas einen anderen Laus. Heinrich IV. war einer der interessantesten Menschen und Herrscher seiner Zeit: wollte man ein Schulbeispiel für Macckiavellis Fürstenspiegel finden, man konnte neben einigen Mediceern kein passenderes denn ihn nennen. Dem Streben nach der höckpttn Macht ordnete Heinrich alles Andere unter; Religionswechsel war für ifjn keine Gewissens-, sondern eine Zweckmäßig t'ecksfrage. Als Protestant (1553 in ^ain geboren, nnirbc er nach dem Tode seines Vaters schon mit 16 Jahren zum Oberhaupt der Hugenotten gewählt. Er entging dem Gemetzel der Bartholomäusnacht und kämpfte an der Spitze ber Hugenotten gegen die Liga, die sich aus den grofccn katholischen Mächten gebildet hatte. In diesem Kamps geriet er zu dem Papst in die sellsamste Stellung, die sich je zwischen einem protestantischen Fürsten und dem Oberhaupt der katholischen Kirche gebildet hat. Sixtus V., selbst ein Feuergeist und gewaltiger Machthaber, bewunderte die beiden Vorkämpfer des Änttkatholizislnus, Heinrich von Navarra (so hieß der nachmalige König damals itodj) und Elisabeth von England, aufs böd)fk. Während er öffentlich die Liga segnete, schickte er, wie sein Biogi -ob Gregorio Leti berichtet, Heinrich insgeheim Grüße und Zetel?n seiner Bewunderung; er könnt? sich nicht dazu enri schließen, die Liga gegen Heinrich zu unterstützen unb mußte von Philipp II. von Spanien, der sich päpstlicher als der Pavlt erwies, immer wieder daran gemahnt werden — der Zwiespalt, in den er hierdurch geriet, hat sein Ende beschleunigt. Bald darauf^- I Trrnate* Heinrich von Navarra durch die Ermordung Herurtchs . do..igen Stadl ä.en statt indet. Po st ausweis karten. Für den inneren deutschen Verkehr besteht die Einrichtung der Postausweiskarten, die dazu bestimmt ist, beim Empfang von Postsendungen Weiterungen zu vermeiden, und aus die wir bei Beginn der Retsezett besonders aufmerksam mad)cn möchten Die Karten dienen als vollgültiger Ausweis an den Postschaltern wie auch gegenüber dem Postbestellversonal. Bei der Abtragung von Postanwetsungen sowie von Wert- und Einschreibsendungen an einen dem bestellenden Boten unbekannten Empfänger, der sich durch Vor legung einer PoslauSweiskarte ausweifen kann, bedarf es daher der sonst vorgeschriebenen Bürgschaftsleistung durch den Gastwirt ober eine andere bekannte Person nicht. Die Postausweis- karten haben eine Photograplfie, eine kurze Personalbeschreibung unb die eigenhändige Unterschrift des Inhabers zu enthalten. Für ihre Ausstellung ist eine Schreibgebühr von 50 Ppg. zu entrichten. Anträge auf Ausstellung sind an ein Postantt Person sich unter Vorlegung einer unausgezogenen, nickt zu dunklen Photographie in Visitformat zu richten. Dem Postamt unbekannte Personen haben sich durch eine andere bekannte Person oder in sonst zuverlässiger Art auszuweifen. Postausweiskarten sind ein Jahr, vom Tage ber Ausstellung ab gerechnet, gültig. Postausweiskarten, währenb deren Gültigkeitsdauer im Aussehen des Inhabers solche Aenderungen eintreten, daß die Photographie oder die Personalbeschreibung nicht mehr zutrefsen, müssen schon . vor Ablaus der F-rist erneuert werden. Die in Deutschland aus- 1 gestellten Postausweiskarten werden auch im Schutzgebiete xeutw- > Südwestasrika, in Oesterreich, Belgien, Dänemark, Luxemburg, Norwegen, Schweden unb in ber Schweiz bei ber Aushändigung . von Postsendungen als vollgültige Ausweispapiere angesehen. ** Bo m Stadttheater. Der Theaterbauvermn G. m. b. H. in Gießen hat mit Direktor H. Steingoctter einen neuen Vertrag abgeschlossen, wonach dieser auf weitere 5 Jahre die Leitung unserer Bühne über- tragen erhält. — In der Spielzeit vom 1. Oktober 1908 bis dahin 1909 hat Direktor Steinaoetter an Pacht für das Theater 18 800 Mk. (20 Proz. der Einnahme) abgeliefert. Die Bilanz des Theatcrbauvercins für das ab- gelaufene Rechnungsjahr schließt bei einer Abschreibung von 18 800 Mk. mit einem buchmäßigen Fehlbettag von 1.) 700 Mark ab. Die Einnahmen übersteigen also, ohne Berücksichtigung der Abschreibungen, die Ausgaben nm 3840 Mk. 4. Lich, 13. Mai. Der im Winter gegründete Volksbildungsverein wird jetzt seine Tätigkeit mit Eröffnung ber Bibliothek beginnen, ber von verschiedener Seite schon Geschenke zugewiesen worden sind. Auch die Geschäftsstelle des ** Vom Bertehrsverein wird uns geschrieben: Wie ein Netz spinnt sich über das Reich eine Organisation von Verkehrs-Vereinen. Man ha.t allerorten erkannt, daß man nicht ruhen darf, wenn man die Vorzüge der Heimatsstadt beim großen Publikum zur Geltung bringen will, und um nette Besucher und Bewohner zu werben. Diese Verkehrs^Vereine haben sich zu einem Bunde vereinigt, der jedes Jahr Zusammentritt, um alle gemeinsamen Fragen zu erörtern. So findet in den Tagen vom 17. bis 22 Mai in Braunschweig die diesjährige Bundesversammlung statt. — Auch der Gießener Verkehrs-Verein, der besonders in den letzten Jahren, nachdem Gießen ein neues Gewand erhalten hat, eifrig wirkte, wird dort vertteten sein und zwar durch seinen Geschäftsführer Stadtv. Fr. Helm. Die Tagesordnung bietet eine Reihe interessanter Vorträge, wie: „Geogr. Grundlagen des Fremdenverkehrs in Deutschland", „Vereinheitlichung der deutschen Eisenbahnen", „Bedeutung der elektrischen Triebwagen für den Verkehr", zweckmäßige Herstellung und Versendung voti Karten, Planen, Prospekten und Plakaten, verknüpft mit einer Ausstellung derselben im Marmorsaale des Wilhelms- gartens. Ferner wird verhandelt über: „Auskunstsstellen im Auslands", über die Vermehrung der Eilzüge usw. Alles zu erwarten ist, daß die Besucher reiche Anregungen emp- fangen werden. Auch in Gießen sind noch zahlretche Aufgaben zu lösen, an die freilich unser Verkehrs-Verein nur herantteten kann, wenn er bei der gesamten Bürgerschaft Anerkennung seiner Bestrebungen und reichere Unterstützung findet als seither. ** Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft. Man schreibt uns: Frau Geheimrat Leh- mann-Marburg hielt auf Aufforderung der hiesigen Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins am Mittwoch, 11. Mai, einen Vortrag über den Frauenbund der Deutschen .zwlonialgesellschaft, der deutschen Frauen und Mädchen bei Einwanderung in die Kolonien Hilfe leistend und beratend zur Seite steht. Frau Lehmann verstand es, für diese nationale Aufgabe so lebhaft zu interessieren, daß sie dem Bunde durch Beitritt von Mitgliedern sogleich eine neue Ab.teiluna in Gießen gewann. Ta angenommen wird' daß auch weitere Kreise den BesttebUngen ihr Interesse entgegenbringen, wurde eine Versammlung Aunft, Wissenschaft nnd Leben. — Tic Zweihundertjahrfeier der Berliner Charite fand gestern statt. Wir erhalten darüber folgende Drahtnachricht: Berlin, 13. Mai. Tic Charite beging heute vormittag die Feier ihres 200 jährigen Bestehens. Zunächst überreichte der Kultusminister mit einer kurzen Ansprcu^ eine Anmhl Ordensanszeichnungen: iobaiui gab Generalarzt Scheibe einen arickichtlich.-n :HücQmct über die Entwickelung der großen Heft- Bech st c t n. Ludwig Bechstein, dessen Andenlen vor einem Jahre, durch Enthüllung eines Märchen- denkmals in Meiningen geehrt wurde, starb heute vor einem halben Jahrhundert,, am 14. Mai 1860. Der Vater des jetzigen „Theater Herzogs", Herzog Bernhard II. von Meiningen, war ein tatfräftiger Gönner des Dichters gttvcsen, der in Weimar am 24. November 1801 das Licht der Welt erblickt batte. Ursprünglich zum Apotheker erzogen, durste sich Bechstein erst verhältms- mäßig spat literarischen Studren widmen, nachdem er durch seine .Sonettenkränze" im Jahre 1828 die Gunst des Meininger Herzogs erworben halte. Er erhielt die Mittel, in Leidig unb München Philosophie zu studieren, und währenb seiner Studienjahre hatte er mit seinem Epos „Die Haiinonskinder" einen schönen literarischen Ersotg. Wilhelm von Ehezy, ber in München -zu seinen Freunden gehörte, gibt ein drolliges Bild von Bechstein -.aus biefer Zeit. Beckstein war damals dabei, einen Roman zu schreiben, itnb begann diese Tätigkeit, indem pr das Papier gleichartig hcfuiitt und falzte und die Blätter mit Nummern versah: ein «rstes-Pack Blatter mit einer ^römischen Eins unb arabischen Notenzahlen, eine gleiche Anzahl bann mit einer römischen Zwei und ben. gleichen Unterzahlen. So bestimmte er sich pedantisch im vornherein das gleiche tägliche Pensum, bas er,arbeiten wollte. Wenn er morgens aufstand, machte er erst ein Gedicht, bann bereitete er sich den Kaffee, bann kamen zwei Quariseiten Roman terau, unb so ging es mit pedantischer Gewissenhaftigkeit weiter Den ganzen Tag hindurch. Sein Zimmer war dabei von peinlichster Ordnung, unb die einzige Unregelmäßigkeit, die er beging, fioai- bie, daß er, wenn ihn ein Buch fesselte, nicht zum Mittag bisch aiisging, sotrdern sich selbst £in einjaches Essen bereitete, ®u welchem Zweck er sich stets Kartofseln, Butter, Salz unb Brot M Hause hielt. Ebenso pedaMisch wie in seiner Lebensführung war Bechstein aber oujh in seinem dichterischen Schaffen: er löefleißigte sich ber größten Treue in geschichtlicher unb örtlicher kJeziehung. Freilich behauptet Ehezy, er habe es mit entfernteren »Gegenden nicht immer so genau genommen, und es soll einmal ln8ettn ’ 00 -Di,“9« Mw, '^'Nrogram tertag Ä n*tta9»iu” wagen mtö vier ftarrcnqäulcn" frischweg in Venedig cinfabrm I tnrrdi innen großen Sieg bet 0111(0 seineiO - ........... - e , . • I Uebertritt zum .statholtztsmus dte höchste Macht, von ber aus er die alte habsburgische unterjochen wollte. In ber Erinnerung des französischen Volkes lebt ber „lustige König" nicht sowohl um seines bekannten Wortes willen sott, baß m feinem Lande am Sonntag jeder Bauer fein Huhn im Topf haben solle, als in feiner Eigenschaft als ro i galan fromme, ein Ruhm und ein Beiname, den ihn von späteren Herrschern nur noch Viktor Emanuel II. streitig machte. Heinrichs Reckerstandbild schmückt feit einem Jahrhundert den Pont Neuf in Paris. »c11 Ä Aus Sem hejsijqen Zinanzausjchutz. B B. Darmstadt, 13. Mai Im Finanzausschuß her Zweiten Kammer kam beute die eingehend begründete Vorstellungder Aktuare Distel, Jullmann, Kaiser und Weimar zur Beratung, in welcher bie Genannten das Ersuchen an die ?tammcr stellen, sie möge der Regierung die Mittel an die Hand rieben, bie am 21. Mai 1901 erlassenen Bestimmungen zur B e - solbungsordnung in dem Sinne an'uwenden, daß den Bittstellern die gleiche Gehaltszulage als Gehalt bewilligt wird, die guck einem erst später angeftcllten Beamten zu Teil wurde. Abg. Dr. Gutfleisch, ber über die Sache Bericht erstattete, beantragte, die Vorstellung als gercchttertigt zu erllären und die Regierung zu ersuchen, der Bitte Folge zu geben. Der Ausschuß beschäftigte sich sodann eingehend mit dem Gesetz rntrourf, betreffend die Abänderung des Fürsorge- kassengesetzes. Tie Vorlage beantragt die Abänderung ber Art 3, 15, 18, 25, 37, 54, 55 unb 58 des Gesetzes unb bezweckt, euch einer Reihe von Perioncnklasscn ein Beitrittsrecht zur Für- sorgekassc zu gewähren, die dieses bisher nicht besaßen. -Lad Ministerium des Innern soll das Reckt erhalten, nach Anhörung des Verwaltungsrats der Fürsorgekasse weiteren Personenklasscn dieses Beitrittsrecht einzuräumen, die zumeflt mit entsprechenden Vorstellungen an die Regierung herangetreten sind. Dafür kommen rach ber Darlegung ber Regierung besonders in Betracht: Tie Beamten und Bediensteten der dcr Zentralstelle für die Gewerbe n nterstehenden gewerblichen Unterricklsanstalten, die Beamten und Vfebinrftrien ber land- und forsUoirtschaftlichen Berrifsgenossenschaft, die Lehrerinnen der Alcke-Jndustricschulen und solcher Frauen- rrbecksschulen, die nach Art der Alice-Jndustrieschulen organisiert sind, die Beamten unb Bebiensteten solcher rechtsfähigen Der- eine, die sich der Krankenpflege widmen, die OrtsgerichtSvorsteher, diirf) wenn sie bad Amt eines Bürgermeisters nicht versehen, und endlich die Beigeordneten ber Landgemeinden. Ter Ausschuß, i:i dem Abg Tr. Osann ausführlichen Bericht darüber erstattete, stimmte darin überein, oiefe Personenklasien nicht einzeln im Gesetz aufzusühren, sondern der Regierung dafür einen größeren Spielraum zu überlassen. Weiter wird in ber Vorlage statt ber bisherigen einen entscheidenden Instanz noch eine zweite geschaffen. Es hat sich nicht als zweckmäßig erwiesen, daß in den in Art. 54 d. > Gesetzes erwähnten Fällen der Verwaltungsaerichtshof^ in erster und letzter Instanz entscheidet, da es sich vielfach um Tatfragen bandelt, die zweckmäßiger durch den Provinzialausschuß geklärt werden. Es sollen deshalb 3 m e i Just anzen eingesetzt merbeti; brr Vciwaltungsgerichtshvs soll, entsprechend der Regelung im Entwurf des Berwaltungsrechtspflegegesetzes, in zweiter Tnstanz als Berufungsgericht entscheiden und als erste Instanz ivr Provinzialausschuß entscheiden. Diese Aenderungen wurden ron; Finanzausschuß genehmigt. Die nächste Sitzung des Ausschusses findet am Mittwoch rach Pftiigsten statt. ES findet die Fortsetzung der Beratung Laicr die Gemeinden m lagenreform unb speziell über die Gewerbesteuer gemeinsam mit der Regierung statt. Die Beratung im Ausschuß soll so beschleunigt werden, daß die aanze Sorlage im Herbst von der Kammer beraten unb verabschiedet urrbciT kann______________________________________________________ Deutscher Turnlehrertag. R.B. Darmstadt, 13. Mai. Der 17. allgemeine deutsche Turnlehrertag hat r. eitern abend mit einem zahlreich besuchten Bearüßungsabend im Taisersaal feinen Anfang genommen. Heute früh sand zunächst unter Vorsitz des Prof. Tr. Ko hl rausch eine V erriet erver- fammtung statt, an ber 165 Vertreter aus allen Teilen Deutschlands, auch weibliche, teitnahmen. Nachbarn der Vorsitzende b.-nt früheren Vorsitzwiben, Turninspektor Böttcher für seine Amtsführung Tank ausgesprochen hatte, wurde der geschäftliche Teil erledigt unb ber Jahresbericht unb Kassenbericht oorgeiragen. Bki ber Vorstandswahl wurde Direktor Dr. Diebow von ber Landes-Turnanstalt in Berlin einstimmig jum ersten Vor- itbcnben gewählt. Um 11h.. Uhr begann die allgemeine Vn> inntmlung im „Kaisersaal", zu ber sich zahlreiche behörbliche Vertreter emgefunben hatten. Prof. Tr. Kohlrausch begrüßte iramentlich die staatlichen und städtischQt Vertreter und die Lehrerschaft. Er warf bann einen kurzen Rückblick auf die Geschickte rnb die Erfolge des Deutschen Turnlehrervereins und gedachte warn ent lich der VerdiiUlste des unvergeßlichen Adolf Spieß, der f in Hesse war und in Darmstadt seine letzte Ruheftätte fand. Daraus hieß namens des Ministeriums des Innern und ber Nr. 111 Zweites Blatt 160. Jahrgang Samstag 14.Mai191v ©icfjciict Jlnjciger General-Anzeiger für Gberheffen --- LcruLerNach, 13. M'ai. lieber beit Schulbesuch der Gevßh. Web schule im Jahre 1909—10 ist fru be- rrchten, daß der 2. Jahrcsrnrg aus 4 Schülern bestand, die sich Ende April der Abgangsprüfmig unterzogen haben^ da 13 Schuler neu eingelreten waren, sind im ganzen 17 Schüler- vorhanden gewesen. Bon diesen waren 15 aus Lauterbach und 2 aus Maar Ange fertigt wurden 589 Stück verschiedene Waren für Fabrikanten aus Lauterbach Schlitz, Frischborn, Alsfeld, Grimberg und Lardenbüch wofür 2505.64 Ml. Weblolni verernnahint wurden. Außerdem wurden für 278.75 Mk. für auf eigene Rechnung gefertigte Waren verkauft. Die eigenen Einnalpnen der Schule betrugen 2996 Mk Das Mchnungsjahr schließt mit einem kleinen Uebcrschuß ab. Der Wintersonntagsbrrs Ivar von 4. Teilnehmern besucht. Zahlende Tagesschüler im theoretischen Kurs waren tn diesem Jahre nicht vvrljanden. Der Erfolg war zufriedenstellend. Jni Laufe des Jahres Tonnten wieder einige srtihere Schüler durch Vermittlung dar Schule Webmeisterstellen in Webereien erhalten. Da von den am Sck)lusse des Berichtsjahres vorhandenen IG Schülern 12 Schüler in der Schule verbleiben, im neuen Schuljahre 10 Schüler zugegangen sind und weitere zwei Schüknr am 1. Mai noch dazu kam en, begann das neue Schuljahr mit 24 Schülern. L. Friedberg, 13 Mai. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten wurde der städtische Voranschlag für 1910 beraten. Es war ursprünglich ein Satz von 105 Proz. als Steuer- ausscklag vorgesehen. Nach eingehender Prüfung durch den Finanzausschuß und den Bürgermeister soll der Satz von 102 Proz. wie im Boriahr erhoben werden. Der Voranschlag schließt in Einnahme und Ausgabe mit 648 563 Ml. ab. Weiter wurde beschlossen, daß die Stadt clekttische Energie aus bemt Lißberger Werk beziehen will, wenn diese zu annehmbaren Bedingungen geliefert wird. Die beantragte Ausstellung von Warnungstafeln für Kraftfahrzeuge an der Ortsdurchfahrt ist vom Kreisamt abgelchnt worden. Tie Kosten für einen zweiten Polizeihund für den Stadtteil Fauerbach werden bewilligt. [] Marburg, 13. Mcn. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde mitgcteilt, daß der verstorbene Lokal- hjstoriker Volksschullehrer a. D. Dr. Wilhelm Bücking den Armen der Stadt ein Legat von 2000 Mk. ausgesetzt hat. — Den Verträgen wegen Verkaufs städtischen Geländes an den evang. Diakonissenverein zu Frankfurt a. M. und den hessischen Diakonissenverein zu Kassel, die hier Anstalts- gebäude errichten wollen, wurde zugestinunt. X. Hanau, 12, Mar. In der heutigen Sitzung der Stadtverordnetcnversauunlung wurden 244 000 Mk. für die Sanierung der Altstadt bewilligt. Es werden 21 väuser angelauft und bein Abbruch geweiht. Ferner wurde eine Ordnung angenommen über die Heranbildung des städtischen Beamtenpersonals für den Bureau- und Kassendiensl nut Assistenten- und Sekretärprüfung. — Zum unbesoldeten ersten Beigeordneten wurde Fabrikant Alex. Jung gewählt. Gerrchtssaal. (Stuttgart, 13. Mai. Tie Strafkammer verurteilte den 21 Jahre alten Former Josef B a l e n t a von Brandeis in Böhmen wegen Einbruchdiebstahles in neun Fällen und wegen Bedrohung zu7 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, den 29 Jahre alten Kellner Walter>S chil - ling aus Eisenberg wegen Embruchdiebstahls in fünf Fällen zu 3Vz Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust und den ledigen 31 Jahre alten Kellner Gustav Rode aus Stuttgart wegen, gewohnheitsmäßiger üxblcrei zu l1/» Fuhren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Dalenla trat einem Kammermusiker, der ihn in seiner Wohnung bei einem Diebstahl überraschte, mit einem Revolver entgegen. Rode machte an Gerichtssaal einen Selbstmordversuch. Kairo, 13. Mai. Ter Mörder des Ministerpräsidenteil Rutros Pascha, Wardani, wurde zum Tode verurteilte Braunschweig, 13. Mai Die Strafkammer des Lanb- gerichls verurteilte den MttiKitteur Wesemeyer des sozialistischen Blattes „Volksfreund" wegen Beleidigung des braunschweigischen Landtages und der Polizeibehörde zu neun Monaten Ge - füngnis und zur Tragung der Kosten. Nach der Verhandlung gegen Weserncher hatte sich vor dem Gerichtsgeboude eine ungeheure ^Nenschcmneuge angesammelt, die beim Anblick des aus dem Gericktsgebäude heraustretcnden Verurteilten und seines Verteidigers in stürmische Kockruse aus Wesemeyer ausbrack und schließlich die Marseillaise sang. Eine große Anzahl von Schutzleuten zerstreute die Menge. Luftschiffahrt. “ Berliner Flugwoche. Johannisthal, 1.3. Mai. Nach emem schweren Gewitter trat Windstille ein. Scann in stattete für den Frühpreis um 4 Uhr 40 Min. und erledigte die drei Runden und gewami den ersten Preis. Kapitän Engelhardt startete um 4 Uhr 50 Min., erledigte ebenfalls die drei Runden und gewann den zweiten Preis. Er flog dann aber weiter für den. Dauer preis zwei Stunden 21 Minuten und 45 Sekunden. Er mußte landen, weil sich eine Stange des Apparates losgelöst hatte. Jeannin startete ebenfalls für den Dauerprcis und slog zwei Stunden 39 Minuten 25 Sekunden. Die anderen Flieger führten mehrere Flüge von je einigen Mimcken aus. Verunglückter Flieger. Lyon, 13. Mai. Bei dem heutigen Wettfliegen stieß Michelin beim Aufstieg en mit feinem Apparat heftig gegen einen Pylon, der zertrümmert wurde und im Fallen 'den Flieger schwer verwundete. Der Zustand Michelins, der einen Schädelbruch erlitt, ist hoffnungslos. Lyon, 13. Mai. Michelin ist seinen Verletzungen erlegen, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Straßburg, 12. Mai. Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag, dem 18., 19. und 20. Mai, finden in den Morgenstunden internationale wissenschaftliche Ballon. Aufstiege statt. Es steigen Drachen, bemannte ober unbemannte Ballons in den meisten Hauptstädten Europas auf. Der Finder eines jeden unbemannten Ballons erhält eine Belohnung, wenn er der jedtzm Ballon beigegebenen Anleitimg gemäß den Ballon und die Instrumente forg'ältig birgt und an die angegebene Adresse sofort Drahtnachricht fenbet. Breslau, 13. Mai. Der Magistrat hat beschlossen, den Grafen Zeppelin und den Major Groß als Ehrengäste der Stadt Breslau einzuladen und das ostdeutsche Flugamt ersucht, Vorbereitungen für eine Landung der beiden Luftschiffe zu treffen, die au, dem Flugplatz WilhelmSruh ftattfinben soll. Breslau, 13. Mai. Der Breslauer Flieger Friy.kei- d e n r e i ch hat gestern mit einem Flugzeug eigener Erfindung auf dem 200 Morgen großen Flugplätze Wilhelmsruh in einer Höhe von acht Meiern einen großen geschlossenen Ruiidslug erzielt. Dar Grubenunglück in Whitehaven. Die bei dem entsetzlichen Grubenunglück in Whitehaven von der Außenwelt abgesperrten Bergleute sind jedenfalls, wie wir gestern schon befürchteten, einem grausamen Tod verfallen, soweit sie überhaupt noch am Leben sind. Wie aus Privattelegrammen ersichtlich ist, scheint man nur die notdürftigsten RettungSgerbte zur Verfügung zu haben, so daß die Lilfsrnaiinschaften öor dem Feuer zurückweichen mußten. Zum Entsetzen der vor dem Gruben - cingang versammelten Menge wurden am Mittwoch abend die Rettungsarbeiten eingestellt^ und mit bcc Vermauerung des Grubeneingangs begonnen. Seither sind unS fvlgende Drahtnachrichten ^gegangen: Whitehaven, 14. Mar Die vier Mann, bic mit dem Tenkerley-Rettungsapparat in die Grube fliegen, um einen letzten Rettungsversuch zu machen, kehrten in früher Morgenstunde ohne Erfolg zurück. Zwei von ihnen hatten sich bemüht, den dächten Qualm zu durchdringen, dock) die furchtbare Hitze trieb sie zurück. London, 13. Dcai. Die Hoffnung auf Rettung der bei dem Grubenunglück bei Whitehaven eingeschlossenen Bergleute wurde anfgegeben. Die Grube wird zugemauert, um d§s Feuer zu ersticken. Dcrnv »tbfes. * Deutsche Turners chast. Die Sitzunigen des Hauptausschusses der jetzt etwa 9500 Vereine mit über 900000 Mitgliedern umfassenden Deutsckien Turuerschaft werden am 21.—23. Juli in Straßburg abgehalten werden. Nach dem letzt erschienenen Kassenbericht oerlügt die D. T über ein Vermögen von 229 867,15 Mk., abgesehen natürlich von den Kasscn- beständen der einzelnen Vereine, die etwa 14 Millionen betragen. Von diesen 229 867,15 Mk. befinden sich tn der Hauptkasse, einschließlich des Werts des Jahnmuseums in Freyburg a. U„ 100 837,76 Mk., in der Abgeordneten- und Kamvinchterkassc 23 208 Mk., in der Dr. Ferdinand Götz-Stislung sür Errichtung deutscher Turnstätten 95 425,44 Mk. und in der ehemaligen Deutschen Jahnstistung, deren Ertrage sür Unterstützimg alter Turu- lchrerwitwen Verwendung ftnden, 10 395,95 Mk. Aus der Dr. Ferdinand Götz-Stiftung sind 9950 Mk. Beihilsen zum Bau von Turnhallen gewährt worden. Die Deutsche Turnzeitung, das wöchentlich einmal erscheinende Amtsblatt der Deutschen Turnerschaft, hatte bei einer Auslage von 10 500 Exemplaren einen lleberschuß von 10 668,67 Mk. aufzuweisen. * Auch ein Nachruf für König Eduarb. König Eduards Schneider hat nicht versäumt, seinem verstorbenen Herrn einen Nachruf ,yi widmen. Der Gil Blas veröffentlicht diese Klage des Künstlers der Schere und des Zwirns um den Fürsten, der af£ der eleganteste Mann Europas galt/ „Ich habe nie jemanden kennen gelernt," so erklärt der trauernde Schneider, „der ein solches Genie — ja, Genie ist das einzige Wort für diese Gabe — besaß für die Wahl seiner Kleidung. Wenn er nicht König gewesen wäre, durch seinen erlesenen Geschmack allein wurde er ein berühmter und reicher Mann geworden sein. Während andere Menschen ost eine halbe Stunde gebrauchen, um eine Stoffprobe auszuwählen, tonnte König Eduard in zehn Mimiken zehn Stoffe auSwählcn mit einem Geschmacke, der untadelhaft und untrügerifd) war." Gewöhnlich besuchte der Schneider den König um 11 Uhr im Schlosse: es gab ein besonderes Anprobezimmer, der König war stets aus die Minute pünktlich. „Natürlich legte der König für seine Stosse gute Preise an, aber es ist falsch, zu glauben, daß er besonders große Summen aufwandte. Für eine Hose bezahlte König Eduard gewöhnlich 40—50 ML, für einen ganzen Anzug 160—200 Mk., für einen Gesellschaftsanzug 280 oder 300 Mk. Die Kleider des Königs waren sehr mannigfaltig; ein Beinkleid Pflegte er höchstens drei- oder viermal zu tragen. So verbrauchte er im Jähr etwa l/undert Beinkleider Jedes Jahr bestellte er ein Dutzend Fracks, ebenso viel Gehröcke und Anzüge, 15 Ueberzieher, so daß er, die Uniformen abgerechnet, 20—25 000 Mk. für Kleider ausgab. Der König Pflegte sich viermal am Tage umzuziehen: das ging aber bei ihm außerordentlich schnell, ich habe nie einen Kunden gehabt, der sich so geschickt umkleidete. In seiner Jugend hatte er eine Vorliebe für stark ausgedrückte Muster, aber mit den Jahren hat sich seine Geschmacksrickftung immer mehr den einfachen Farben und Mustern zugewendet. Eine besondere Neigung zeigte er dabei für marineblaues Tuch." Börsen Wochenbericht. — Frankfurt a. M., 13. Mai. Der Thronwechsel inEngland hat auf die Stimmung der Börse kaum nennenswerten Einfluß ausgeübt. Nach der Abschwächung, welche die Nachricht am Schluß der Vorwoche an der Londoner Börse hervorgerusen hatte, konnte sich die Tendenz dort wieder befestigen, da man der Ansicht ist, daß der Thronwechsel in den Verhältnissen des Landes keine Aenderung zur Folge hat. Hier konnte man der Londoner Aufwärtsbewegung um so williger folgen, als auch der englische Geldmarkt, dessen Verfassung monatelang eine große Sorge für die t n t c r n q t i o =< nalcn Geldverhältnisse bildete, Besserung erkennen ließ. Seit etwa einer Woche ist man nicht mehr im Zweifel darüber, daß der Status der Bank von England sehr wohl die Herabsetzung der Diskontrate ermögliche. Wemi die Leitung des Instituts aber non einer solchen Maßnahme abgesehen hat, so geschah es, um dem spekulativen Treiben in Kautschuk- und Oelatticn keinen Vorschub zu leisten. Ueber kurz oder lang wird man sich aber doch in England zu einer Diskontermäßigung entschließen, zumal wenn es den Vereinigten Staaten nicht gelingen sollte, ihr nach London gebrachtes Gold durch den Verkauf ihrer Eisenbahnbunds wieder zurückzuholen. Die Erleichterung in England hat sich auch bei uns fühlbar gemacht, indessen sind die Geldverhältnisse noch nicht sonderlich flüssig, obgleich neuerdings daraus hin- gearbcitet wird, der Aufwärtsbewegung durch ermäßigte Zinssätze Nachdruck zu verleihen. Geld bleibt stark gesucht, da die Unternehmungslust zurzeit große Mittel absorbiert. Wenn sich auch vorübergehend der Zinssatz bei uns ermäßigen wird, so wird von ausgesprochen billigem Gelde, sowie von einer Aenderung unserer Diskontrate in absehbarer Zeit kaum die Rede sein. Wenn die Börse trotzdem in ihrer Zuversicht verharrte, so stützte sie sich aus die Nachrichten aus Amerika, die etwas Vertrauen erweckender lauteten. Man rechnet drüben nickst mehr damit, haß Präsident Taft eine gewaltsame Lösung des Trustproblems versuchen wird. Da ferner in der Union die Ernteaussichten günstig liegen und cs Wallstreet gelungen ist, in Europa große Bvndsbeträge zu placieren, konnten die bärtigen' Magnaten nicht umhin, gegen die stark angeschwollenen Kontre- mincpositionen vorzugehen, zumal auch vom Kupfermarkt nach langer Depression eine leichte Besserung gemeldet wurde. Die Newyorker Kursbesserungen versehlten nicht ihre günstige Wirkung in London und Pans, so daß die deutschen Märkte ihre scstc Grundstimmung beibehalten konnten. Zudem ist man der Hoffnung, daß die Besserung im Wirtschaftsleben nock weitere Fortschritte machen wird, wenn Amerika eine größere Gcschäfts- belebung aufzuwcisen hat. Steht die heimische Industrie zum Teil auch unter dem Einfluß der Aussperrung im Baugewerbe, so glaubt man doch damit rechnen zu können, daß nach Beendigung des Ausstandes der Bedarf um so dringender hervortreten werd?. Im Hinblick darauf konnte sich die Hausseströmung verallgemeinerns meim auch verschiedentlich Mattstellungen und Mwrnnrealisätionen vorgenommen wurden. Das Interesse für Elektrizitätswe.rte hat sich verringert, dennoch erzielten einzelne Aktien weitere Avancen. Höher stellten sich Maschinenfabrik - Aktien, chemische Werte, Gummi- und Zuckersabrik-Aktien. Neben .Kassa-Jndustricpapieren zeigten Montanwerte besestigte Haltung, ebenso konnten Bankaktien meist etwas anzichen. Bahnen und Schiss- fohrtswerte lagen recht sest, nur Schantungbahn und Anatolier stellten sich niedriger. Für Kali-Aktien ftinrulicrtc die Verabschiedung des Kaligesetzes im Reichstag, da die Kati- Jndustrie nunmehr sür längere Zeit von ruigünstigen Einflüssen verschont bleiben durste. Erhöhte Kauflust trat vorübergehend sürKolonialpapiere hervor auf die günstigen Ausführungen im Gefchästsbericht der South-Westastica-Company. Heimische Fonds find wenig verändett, von sremderi Renten waren ''Argentinier, Russen und Türken mehr gefragt. PrivatdiSkonto 3°/o. Handel. " Konkurse tn Hessen, lieber den Nachlaß des Holz., Kohlen- und Baumaterialienhändlers Philiop Höhl III. inGries - heim bei Darmstadt wurde am 6. Mai das Konkursverfahren eröffnet. Amtsgenchtstaxator Ernst Wolff in Darmstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursiorderungen sind btt zum 25. Akai bet dem Amtsgericht Darmstadt II anzumelden. — Ueber das Vermögen des Kaufmanns Paul Rotzig tn Bingen wurde am 4. Mai das Konkursverfahren eröffnet. NechtSonwaltö- gehilfe Hch. Achenbach tn Bingen wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 28. 'Dlai bei dem Amtsgericht Bingen anzumelden. — Ueber das Vermögen des Bäckermeisters Liidwig Braun zu Alten-Buseck wurde am 9. Mai das Konkursverfahren eröffnet. Kaufmann 2ouis A l t h o f s in Gießen wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforder- unqen stnd bis zum 1. Juni bei dem Amtsgericht Gießen anzumelden. — Ueber das Vermögen der Frau Marie Schreiber in Neu-Isenburg wurde am 6. Mai das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwall Dr. E u l a u in Offenbach wurde 5um Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 2. Juni bei dem Amtsgericht Offenbach angumelden. — Ueber da? Vermögen des Friedrich W e n z Ul., Maurermeister m Alsbach, wurde am 9. Mai das Konkursoeriahren eröffnet. Ludwig Simon von Zwingenberg wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursiorderungen sind bis zum 11. Juni bei dem Amtsgericht Zivlngenberg anzumelden. Märkte. fc. Franksurt a. M., 13. Mai. Heu- und Strohmarkt Angciahren waren 12 Wagen Heu und 2 Wagen Stroh. Man notierte: Hen 4,40—5,00 Mk., Stroh (Kornlangstroh) 3,00 bis 0,00 Alk., Wirrstroh 2,50—0,00 Mk. Alles per 50 Kilo. Geschäft mittelmäßig. Die Zufuhren waren aus Oberhesfen und dem Kreis Hanau. F.C. Wiesbaden. Dtehhoi-Marktbericht vom 13. Mai. Austrieb. Rinder 54, Kälber 189, Schafe 58, Schweine 278. Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine gut. Preis Durch- pro 100 Pfd. fchnlttspreiS Ochsen. gebend- Lcktachl» pro lOO Psund gertHtr t xiefcenb. Siijlad::, V0N-biSv0N-b»S 6aeufct Dollfleifchige, ausgemästete, höchsten Scblachtivertes, höchstens 6 Jahre alt 43—48 78—84 45 Junge, fleischige, nicht ausgemästcte und ältere ausgemästete 38—42 73—76 40 Mäßig genährte junge und gut genährte ältere ........ 34—38 68—73 63 Färsen, Kühe. Pollfleischige ausgemästete Färsen höchst. Schlachtwertes 42—47 76—82 44 Lollfleifchige ausgemästete Kühe höchst. Schlachtwertes bis zu 7 Jahren . . 35—39 67—70 37 Aeltere ausgemäftete Kühe und wenig gut entwickelte jüngq:eKühe u. Färsen 30—35 60—65 82 Mäßig genährte Kühe und Färsen . 24—31 49—62 27 Halber. 81 74 70 79 68 62 55 Feinste Mast- (Vollmilchmast- und beste Saugkälber 56-62 92—103 59 97 Mittlere Mast- und gute Saugkälber . 50—56 84—93 53 88 Geringere Saugkälber 45—50 75—82 47 78 Schake. Mastlämmer und jüngere Masthammel 41—42 82—84 41 83 Schweine. Vollflcischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 54—55 69—71 54 70 Vollfleischige Schweine über 2 Zentner t'ebenögeiDidjt 54—55 69—71 54 70 Fleischige Schweine 52—53 67—68 52 67 Schöne, starke Zähnchen. Hainsberg bei Dresden, Alter Bahnhok 1, 31. Mai 1908. „Nachdem mein Töchterchen verschiedene Mittel ohne Gckolg gebraucht hatte, und es besonders den gewöhnlichen Lebertran nicht vertragen konnte, veiluckte ich eSschließlich mit Scotts Lebertran-Emulsion. Ich war glücklich, daß die Kleine das Präparat sofort gern nahm und fetzte daher dessen Gebrauch eine Zeitlang fort. Der Erfolg war offenkundig, denn das Kind bekam nun eine Reihe schöner, starker Zähnchen, es wurde lebhafter und kräftiger, und sein Aussehen itz in jeder Beziehung ein zufriedenstellendes und rosiges geworden. Das Kind, das vorher nie schlafen wollte, bekam einen ruhigen Schlaf, der Appetit ist vorzüglich geworden, und ich will nur noch erwähnen, daß ihm die Emulsion so gut schmeckt, daß es immer noch mehr davon haben will. Die Kleine ist nun beinahe 7 Jahre alt. Durch Ihre Scotts Emulsion sind wir bet Sorge tum unser Töchterchen enthoben, die wir drei Jahre lang um es hatten." (gez.) Hermann Staunt. Bei Kindern, die nicht recht gedeihen wollen, zurückgeblieben und zart sind, begünstigt der m Scotts Emulsion enthaltene Lofoten (Norweger) Lebertran das rasche Wachstum kräftigen Fletsche«, während die mineralischen Substanzen bei der Bildung weißer, starker Zähnchen vorzügliche Dienste leisten. Für die echte Scotts Emulfton bürgt die bekannte Schutzmarke — der Fischer JridS“ btTeäb nnt dem Dorsch —, woraus beim Einkauf stete tat* zu achten ist. 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