Erstes Blatt 160. Jahrgang Samslag 1?.September 1810 erscheint täglich, atmet 68 W' A Bezugspreis Sonntags. - BeUagen: j J ▼ M V monatlich75Ps.,viertel- WDMknbilbz AUnlttvi BSB „ KJ , sä« MK General-Anzeiger für Oberhessen bis vormittags 9 Uhr. Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Ruch- und Lteindruckerei K. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7 _______— ' u Anzeigenteil: H. Beck. Die^>eutige Nummer umfatzt 14 Seiten. politische Wochenschau. Gießen, 17. SepL Die Reichstagsersatzwahl in Frankfurt a. d. Oder, die am Donnerstag mit knapper Not eine Stichwahl zwischen dem nationalliberalen nnd dem sozialdemokrarischcn Kandidaten ergab, läßt die gegenwärtige Lage der bürgerlichen Parteien wieder in einem düsteren Zwielicht erscheinen. Erfreulicherweise ist der nationalliberale und nicht der konservative Kandidat mit dem Roten in die Stichwahl gekommen und so besteht wenigstens ein Schimmer von Hoff- nung, daß der nationalliberale Geh. Archivrat Winter mit konservativer Hilfe zum Siege gelangt, vorausgesetzt, daß die bei der Hauprwaht fern gebliebenen Wahlberechtigten sich zum größten Teile um die nationale Fahne scharen werden. Jrür die Konservativen liegt die von ihnen beabsichtigte Stichprobe — aus die Gewinnung des Mandates tonnten sie kaum ausgehen — vor; sie haben keinen Grund, sich darüber zu freuen. Wer die Roten für die Retter der Zeit hält, der mag sich die Hände reiben. Seit der tzauptwahl im Jahre 190? ift sowohl das nationalliberale, wie das konservative Barometer stark gesunken, die Ratio- nallibcralen verzeichnen eine Einbuße "von über 2300, die Konservativen von reichlich 1100; die Wahlbeteiligung war schwächer als das letzte Mal, und die roten Rächer der neuen Steuergesetzgebung haben etwa 1800 Stimmen neu hinzugewonnen. Tas alte, trübe Bild. In den bürgerlichen Lagern arbeitet man nun wieder mit Wenn und Aber, das Berliner Tageblatt rechnet z. B., der liberale Kan-, didat hätte bessere Erfolge gehabt, wenn er von vornherein nicht erklärt hätte, daß im Falle einer Stichwahl zwischen dem Konservattven und dem Sozialdemokraten die Parole für den ersten ausgegeben werden müsse, und von anderen Seiten bedenkt man, wieviel Sttmmen die Konservativen wohl weniger aufgebracht haben würden, wenn sie nicht einen Arbeitersekretär als Kandidaten aufgestellt haben würden. Tie 9Lationalliberalen berufen sich zum Tröste chrer großen Stimmeneinbuße auf das Hauptwahlergebnis von 1903: damals standen sie mit 7025 Sttmmen hinter den Konservattven zurück, die 8268 bekommen harten. Es ist nutzlos, sich in weitschweifige und mehr oder weniger gekünstelte Vergleiche einzulassen. Ein paar ernste, karge Worte sagen das Ergebnis, stellen die Lehren dar. Trüb sind die Aussichten auch im Frankfurter Wahlkreis, weil man nicht gerade Hauser darauf bauen kann, daß die konservativen Wähler vollzählig für den Liberalen arbeiten werden. Bitter berührt es auch, daß das Werk, das selbst in trüben Tagen alle Deutschen einig, begeistert und hoffnungs-, ftoh zusammengeführt hatte, Schlag auf Schlag erleiden muß. Wieder ist ein Zeppelinsches Luftschiff vernichtet! Zweifler und Pessimisten lassen den Kopf hängen und sagen, das Werk des greisen Erfinders sei doch noch allzu unfertig und unsicher. Aber wenn es auch begreiflich ist, daß ein allgemeines Bedauern über die Katastrophe bei Oos um sich griff, so wird doch jeder Verständige so hämische und törichte Betrachtungen, wie sie ein Hauptzentrumsblatt, die „Germania", verbreitere, weit von sich weisen. Brachte doch dieses Blatt es ferttg, unter allerlei gttesgrämischcn Nörgeleien die Frage aufzuwerfen, „ob wir denn überhaupt nut der Luftschiffahrt nicht vielleicht auf völlig falschen Wegen" uns befänden? „Drum besser wär's, wenn nichts entstünde." Brauchen wir Luftschiffe? Das macht hoffärtig und erstickt die Frömmigkeit? „Wenn man sich so wenig auf die Luftschiffe verlassen kann, dann ist es ebenso gut, man hat gar keine", so schreibt das Blatt wörtlich. In Wahrheit aber handejt es sich bei dem Unglück in Oos um eine Unvorsichtigkeit, die man künftig zu vermeiden trachten muß. Die Motore müssen nicht notwendig mit Benzin gereinigt werben, namentlich dürfen sie in so gefährlichem Augenblick nicht angekurbelt werden. Die Luftschiffe erheischen eine gut geschulte Bedienungsmannschaft, die'künftig solche Lehren und Erfahrungen beherzigt. Glücklicherweise wird die Zeppelin-Gesellschaft nicht im Sinne der „Germania" sich in die Wüste zurückziehen, sondern wird ein neues Luftschiff, den Ersatz für „Deutschland", in wenigen Wochen zur Stelle schaffen. Und ganz so gering sind die Leistungen des L. 1V 6 eben doch nicht gewesen. „Wir sind in 20 Tagen an 18 Tagen gefahren und haben an diesen 18 Tagen 34 Fahrten gemacht, also fast zwei Fahrten den Tag. . Wir haben in 18 Togen ungefähr 3150 Kilometer zurückgelegt, was eine Durchschnittsleistung von 100 Kilometern für den Tag bedeutet. Wir haben diese Fahrten nicht nur bei günstigem Wetter ausgesührt, sondern häufig gegen heftige Böen gekämpft. Wir sind um Gewitter herumgefahren und haben alle Fährlichketten vermieden. Diese 3150 Kilometer haben wir insgesamt in einer Fahrdauer von 65 Stunden zurückgelegt, was eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 47 Kilometern in der Stunde bedeutet. Wir sind beispielsweise bei einer Fahrt nach Mannheim mit einer Windstärke von neun Sekundenmetern von Oos weggefahren und sind gegen dieselbe Windstärke nach dreistündiger Fahrt glücklich wieder in Oos angekommen." Leider werden die schönen Herbsttage nicht weiter für die Passagierfahrten von Baden-Baden aus ausgenutzt werden können. Mit dem verunglückten Luftschiffe waren in den erwähnten 18 Tagen nicht weniger als 60000 Mark an Fahrgeldern und 25 000 Mk. Eintrittsgelder für die Halle vereinnahmt worden. Die vor 4 Wochen in Griechenland gewählte Nationalversammlung ist am Mittwoch mit einer Ansprache des Königs Georg eröffnet worden und hat gleich in der ersten Sitzung die Streitfrage aufgeworfen, um die es sich seit langer Zeit in Griechenland handelt. Die eine Gruppe der Erwählten will, der neuesten Thronrede des Königs entsprechend, daß die Verfassung unversehrt aus derselben Grundlage erhalten bleibe und daß nur die nicht gründe legenden Besttmmungen revidiert werden sollen, die andere Gruppe will beschließen, die Nattonalversammlung möge als konstituierende Versammlung erllärt werden, womit nach der Erklärung des leitenden Ministers sofort ein Regierungswechsel ein treten würde. So erkennt man, daß die alten radikalen Forderungen noch immer weiter brodeln, wenn auch der Thron des Königs Georg heute weniger erschüttert erscheint als vordem.' Wahrscheinlich werden die ruhigeren Auffassungen einstweilen siegen, so daß die Nattonalversammlung tatsächlich int Rahmen der ihr durch die Abgeordnetenkammer im Frühjahr gesteckten Aufgaben sich hatten wird. In dieser Erwartung hat auch die türkische Regierung ihre früheren kategorischen Forderungen wegen der Beteiligung der Kreter'in der Nationalversammlung fallen lassen oder wenigstens stark ein* geschränkt, sobald aber die Nationalversammlung zur konstituierenden Versammlung erllärt würde, müßte die Kriegsgefahr unmittelbar heranrücken. Aber auch wenn her vom König angebeutete friedliche Weg verfolgt wird, lauern in der nächsten Zukunft alteret „schlangenhaarigte Scheusale". König Georg selbst sprach von einer Grundlage, „auf der die Verwirklichung der nationalen Ideale günstiger sein wird". Die Kreta-Frage birgt die gefährlichsten Keime. Es ist nicht daran zu denken, daß die griechischen Wünsche irgendwie gefördert werden können, und die Jungtürken in Konstantinopel haben dafür gesorgt, daß die griechischeü Bäume nicht in den Himmel wachsen. Durch den Ankauf der zwei deutschen Kriegsschiffe haben sie diesmal eine Flottenmacht, über die Griechenland nicht verfügt, und in Konstantinopel hat man es verstanden, durch die Anknüpfung neuer Fäden insbesondere mit Defter- reich und Deutschland die Stimmung der Mächte sich gün-- ftiger zu gestalten. Die Griechen müßten von Sinnen sein, wenn sie jetzt der Stimmungsmache der kretsicken Führer Gehör schenken und die Türkei herausfordern wollten. Schon wird aus Konstantinopel gemeldet, daß für alle Fälle kriegerische Vorbereitungen getroffen worden seien. Durch die gleichzeitige Eröffnung einer Nationalversammlung auch, der osmanischen Griechen ist die Empfindlichkeit der Jung-' türken aufs Höchste gesteigert worden. Lin neuer Unterstaatssekretär im HolonidlämC Berlin, 16. Sept. Der Bürgermeister von Metz, Geh. Regierungsrat Dr. jur. Paul Böhmer, ist zum'Unterstaatssekretär im Reichskolonialamt ernannt worden. Dr. Böhmer war bis zu seiner vor nicht ganz zwei Jahren erfolgten Wahl zum Bürgermeister von Metz Dezernent für Kunst- angelegenheiten im elsaß-lothringischen Ministerium in Straßburg. Dr. Böhmer galt, so entnehmen wir einer aus Mek datierten Mitteilung der „Franks. Ztg.", als persona grata beim Kaiser. Er ist geboren in Gammertingen in Hohenzollern im Jahre 1864. 1892 trat er in den elsaß-lothringischen Vermal tungsdienü über und war zuletzt von 1906 bis 1908 als Dezernent int Straßburger Ministerium tätig. Er ist für die Hebung der Stadt Metz, insbesondere für die Ausschließung des lothringü scheu Industriegebietes mit vielem Ersolg eingetreten. Als Vorsitzender des Verbandes zur Kanalisation der Mosel und Saar hat er gleichfalls eine rege Tätigkeit entfaltet. In politischer Hinsicht galt Dr. Böhmer wegen seiner .Haltung gelegentlich des Umbaues des llerikalen Hospitals Bon Secours als Parteigänger des Zentrums. Im liberalen Lager hat sich jedoch in der Folge die Ansicht entwickelt, daß Dr. Böhmer mehr aus Gründen der Opportunität sich der llerikalen Majorität des Metzer Gemeinderats angeschlossen hatte. Persönlich hat der jetzige Unterstaatssekretär des öfteren seine Zugehörigkeit zur klerikalen Partei energisch bestritten. Die griechische Nationalversammlung. Athen, 16. Sept. Bei Beginn der heutigen Sitzung der Nationalversammlung beantragten die'Revisionisten die Vereidigung der Mitglieder, dem heftig widersprochen wurde. Es kam zu lärmenden Zwischen-» fällen, bis Dragumis die Ruhe wieder herstellte. Dio Eidesleistung wurde vertagt; dann trat man in die Aussprache über die Befugnisse der Versammlung ein. Dim itrakopuleos warnte vor unliebsamen lieber^ raschungen und redete einer Constituante mit weitgehenden gesetzgeberischen Befugnissen das Wort. Die Sitzung wurde bann bis zum 9fbenb aufgehoben. Im Laufe bet Zwischenfälle, die sich in ber heutigen Sitzung ereigneten, würben einige Abgeordnete hanbgemein, was zu lang anbauernbem Tumult führte. Nachdem die Ruhe wiederhergestellt war und Ministerpräsident Dragumis unter lebhaftem Beifall seine Mißbilligung über den Fall ausgesprochen hatte, wurden zwei Anträge angenommen. Der eine, von den Anhängern der Verfassungsrevision ausgehend, besagt, daß die auf gesetzliche Weise gebildete Nationale Versammlung ihr Recht bestätige, die nichtgrundlei g cn b en Bestimmungen b er Verfassung zu revidieren und ihr neue zuzufügen. Alexander v. Humboldt in Mexilo. In der Stadt Mexiko ist am Mittwoch unter großen Feierlichkeiten ein Standbild Alexander v. Humboldts errichtet worden. Es ist dies nicht das einzige Gedenkzeichen, das an den Aufenthalt des berühmten Naturforschers und Reisenden in der Hauptstadt des alten Aztekenlandes erinnert. In der Ästla der dortigen Bergingenieurschule (Colegio de mincria) hängt schon ein Bild des großen Forschers, das ihn als Mann von 34 Jahren darstellt und zum Gedächtnis seines Besuchs in jener 1792 gegründeten und noch heute unverändert fort beliebe nben Akademie gestiftet worden ist. Die Porträtähnlichkeit des Bildes, das dem Schöpfer der Statue wahrscheinlich als Modell diente, wird von solchen, die den berühmten Gelehrten in seiner letzten Lebenszeit gekannt haben, trotz des Unterschieds der Jahre als eine überraschend große bezeichnet. Humboldt ist in ungekünstelter Haltung an einem Tische sitzend dargestellt, auf dem sich Papiere und physikalische Instrumente befinden. Sein Anzug besteht in einem dunkeln Uniformfrack mit umgeknöpften hellen Rabatten, hohem steifen Kragen und herabhängenden Schulterschnüren, einer weißen Weste und ebensolchem, Beinkleid und einem Halstuch von weißem Batist. Das Gesicht ift völlig bartlos, die leicht gelockten Haare sind cm den. Schläfen nach vorn gekämmt und bedecken zum Teil die hohe geistvolle Stirn. Die Augen sind die eines Denkers: der geschlossene Mund deutet auf Beharrlichkeit; eine gleichsam Philosophische Ruhe liegt über der ganzen Erscheinung. Das Bild ennnert, wie schon angedeutel, an Hunrbolbts Besuch in jener Fachschule m der zweiten Hälfte des Oktober 1803. Die „Voss. Ztg." gibt einen Bericht der „Gazeta de Mexico" wieder, der zugleich als Beweis der außerordentlichen Schätzung bienen kann, die man der Person und den Besttebungen des deutschen Forschers damals schon in der neuen Welt entgegenbrachte; er besagt über die Veranlassung folgendes: „An den Nachmittagen des 1 <. bis 21. Oktober" die Worte sind treu aus dem Spanischen übersetzt — „hielten die Alumnen des Königlichen Seminars für Minenwesen ihre schriftlichen und mündlichen Prüfungen ab in Gegenwart ihres Vizepatrons, des königlichen Ober-Tribunals, und zur Besttedigung eines zahlreichen und glänzenden Zuhörerkreises." Nach längeren Ausführungen über die Fortschritte und 'Leistuw gen der Zöglinge, ihre Kenntnise in Mathematik, Geologie, Ma^ ichlnemechnik usw heißt es dann weiter: „Zu dem außerordentlichen Glanze dieser Festlichkeiten trug in hohem Grade der Eifer ber gelehrten Examinatoren bei, unter denen sich Herr Alexander Baron v Humboldt besonders hervortat, der als leiben• schaffticher Verehrer der betreffenden Wissenschaften: und als warmer Freund der Seminaristen feine Mübe scheute. .Mit unoerkenw- barem Vergnügen wohnte er dem festlichen Akte bei, examinierte persönlich alle Schüler, und an zwei Nachmittagen sah man ihn sich von seinem Sitze erheben, um bei der Anwendung der Apparate hilfreiche Hand zu leisten, nachdem er an den oorhergegange- nen Tagen in vertraulicher Weise mit den Alumnen in den Kabinetten und Laboratorien verkehrt, und ihnen seine Freude geäußert hatte, so fleißige und wohlunterricHtete junge Leute kennen zu lernen. Nach Schluß der Prüfungen hielt der Domherr D. Joso Beriftain eine Ansprache, in der er den Alumnen und Professoren zu ihrem Erfolge Glück wünschte, und, um sie zu neuem Fleiße auzuspornen, stellte er ihnen als Muster den Herrn Baron v. Humboldt hin, von dessen Persönlichkeit er eine kurze Skizze gab, in der er die Kenntnisse, Tugenden und alle hervorragenden Eigenschaften dieses Helden der Wissenschaften rühmte, dessen Beispiel in höchstem Maße geeignet sei, den jungen Leuten als leuchtendes Vorbild ihrer Bestrebungen vorgeführt zu werden". Die obengenannte Patronatsbehörde beschloß darauf, den illustren Gast um die Erlaubnis zu bitten, ein Bild von seiner Person an- fertigen lassen zu dürfen und es zur Erinnerung an seinen Besuch in einem der Säle des Kollegiums aufzuhängen. Humboldts Verdienste um die wissenschaftliche Erschließung und den wirtschaftlich-politischen Aufschwung Mexikos können nicht hoch genug angeschlagen werden. Sein „Essai politiaue für le Rovaume de Nouvellc Espagne" ist für die gcographisch-statistische nnd ebenso für die geognostisch-mineralogisck)e Erforschung des Landes bis heute grundlegend geblieben. Er lenkte zuerst hie Aufmerksamkeit der Welt auf die. bevorzugte Lage, die es zwischen dem Atlantischen und Stilleir Ozean einnimmt; er gab zuerst Aufschluß über seine unerschöpflichen Reichtümer an Metall und Bodenprodukten: er erkannte schließlich in der Regeneration der eingeborenen Bevölkerung die notlveirdige Bedingung für den materiellen und sozialen Fortschxüt des Landes. Wiederholt hat er auch später noch Ieinem Glauben an die große Zukunft Mexikos Ausdruck gegeben. Die Regierung und Bevölkerung des Landes sind für diese Shm pathien des großen Gelehrten nicht undankbar geblieben: sie ernannten ihn 1827 (zugleich mit seinem treuen Gefährten Bow Pland) zum Ehrenbürger nnd noch heute geniest der „Bürger zweier Welten" — wie man Humboldt mit Reckst genannt hat — nirgends in d^r Welt, selbst in seinem Vaterlande nicht, größere Verehrung als beim mexikanisck>en Volke. — Die amerikanische Bühne als moralische A n st a l t. Der befannte Newyorker Theatermanager Charles Frohman, ber bisher der Hauptgegner aller Theateraufführungeit. am Sonntag war, tritt nun mit dem Vorschlag eines besonderen: amerikanischen Sonntagstheaters hervor. Er will eine Aenderung des Gesetzes erwirken, das bisher dramatische ?lufführimgen am Tage des Herrn verbot, unb er behauptet, gerade mit letxfin Plan durchaus konseguent^die Bemühungen weiter zu verfolgen, mit denen er bisher den Sonntagsvergnügungen entgegengetreten ist. Sein Sonntagstheater soll nämlich dem großen Publikum, dem bas Anhören einer Predigt zu langweilig ist, die .Arche ersetzen; von der Bühne herab sollen die großen moralischm Probleme in einer Weise behandelt werden, die zugleich anregt und bessert. Es sollen nur Werke aufgeführt iverben, die dem Herzen eine feiertägliche Erbauung genüihren, es mit ernsten und weihevollen Gefühlen erfüllen und zur Erziehung und Besse rung ber Menschheit beitragen. Die Werke sollen in jeder Gemeinde von einem besonderen Komitee ausgewäblt werden, das ihre moralische Tendenz verbürgt. „Meine besonderen Sonntags ailfftihrungen," so erklätte Frohman, „sollen die llngerechtig feiten und Schäden unseres gegenwärtigen sozialm unb politischen Lebens barstellen und dadurch zur Reform und Besserung her Zustände beitragen. Eine Anzahl von Dramatiken^, so John Gals- worthy, Granville Water unb Bern ar d Shaw, widmen jetzt all ihre. Aufmerksamkeit dem Vorsatz, Stt'icke zu schreiben, die mit eindrucksvoller Beredsamkeit, Rechtlichkeit, Bn'iderlichkeik und Mensckienfreundlichkeft lehren. Bisher konnte bas Publikum, das am Sonntag nicht die .Arche besuchte, sich nur in Vergnügnngs- lokalen niederer Art amüsieren, nnd viele konnten die Sehnsucht nach einer höheren Form der Unterhaltung nickst befriedigen. Mit einem Sonntagsdrama möchten ich nun die Gedanken des Publl kums auf höhere Ideale richten." Frohman hat bereits zwei Stücke ft'ir diese Sonntagsaufsührungen int Ange, die alle feine Anforderungen erfüllen, nämlich „Gerechtrgkeit" von John Ctol* worthy und das in London mit vielem Erfolg aufgefübrte Schau spiel „Smith". — Kurze Nachrichten ar? s Kunst n. W i ssen schaft. Der Altettumsforscher Hormund Rassan ist in Brighton gestorben. — In Freiburg i. Br. ist der Proftffor ber Mai he matif Dr. Jakob Lüroth im Alter von 66 Jahren g e sto rden Der Verstorbene war ein geborener Mannheime r. — Der spanische Kriegsminister beauftragte den gegenwärtig in Berlin weilenden Militärarzt Angel Morales, sich nach Franllurt a. M. zu begeben, um das Heilmittel Hata 606 zum Zwecke der Anwendung m der spanischenArmee zu studieren Zögernd wird ihm geöffnet klein, nur ein Teil der M Der ttaiser und die Zahrhunüertfeier in Mexiko. Die „Norddeutsche Mg. Zig." meldet: Der Kaiser richtete an den Präsidenten von Mexiko ein Telegramm, in dem er ihm und der mexikanischen Nation WC Jahrhundertfeier der Unabhängigkeit des FreistaateS seine und des deutschen Volkes wärmste Glückwünsche ausdrückt. Das im Namen des Kaisers aufgestellte Denkmal Mexander von Humboldts möge stets ein Wahrzeichen der Freundschaft und der gegenseitigen Hochachtung zwischen Deutschland und Mexiko sein. Zum Zeichen seiner persönlichen Wertschätzung für den Präsidenten Diaz verlieh der Kaiser dem Präsidenten die Kette zum Großkreuz des Roten ÄdlervrdenS. Auch zu dem achtzigsten Geburtstage des Präsidenten am 15. September hat der Kaiser den General Porsirio Diaz telegraphisch beglückwünscht. Der Präsident richtete an den Kaiser ein Telegramm, in dem er ihm im Namen des mexikanischen Volkes, der Regierung und zugleich in seinem eigenen Namen für die Ueberweisuug der Humboldt-Statue den lebhaftesten Dank abstattet und hervorhebt, daß die Statue mit großer Feierlichkeit auf einem der schönsten Plätze der Hauptstadt Mexikos ausgestellt worden sei. Der andere Antrag, der von den Abgeordneten ausging, die der Nationalversammlung konstituierenden Charakter zuerkannt haben wollen, erklärt, die Nationalversammlung sei in Ausführung ihres Souveränitätsrechts 'zur Mleistung des Eides nach Artikel 68 der geltenden Verfassung bereit. In der Aussprüche über diese beiden Airträge, die in der Nachmittagss-rtzung fortgesetzt wurde, erklärte Ministerpräsident Dragumis, wenn der Antrag, der die Nationale Versammlung ‘ zu einer konstituierenden Versammlung Machen wolle, angenommen werde, werde die Regierung zurücktreten. Konstantinopel, 16. Sept. Heute abend wurden vier weitere Abgeordnete der Nationalversamm-4 lung des Patriarchats verhaftet, unter ihnen der Direktor der Athener Bank. Der griechische G e-i sandte in Konstantinopel ist von seiner Regierung Der ständig! worden, er werde möglicherweise nach Athen berufen. Athen, 16. Sept. Wie die Blätter melden, sollen zwei Jahrgänge Reservisten Mitte Oktober zu den Herbstmanövern cinberufen werden. Deutscher Reich. Aus K i s - K o s z e g wird gemeldet: Der deutsche Kaiser ist im Hofzuge um 13/< Uhr am Freitag nachmittag hier ein- getronen und am Bahnhof von Erzherzog Friedrich und Erz- berzogni ^'abelw empfangen worden DÜ Fürstlichkeiten fuhren alsbald zu r-dim nach dem jenseitigen Ufer, auf dem sie sich gte'ch aus die Pürschc begaben. Ausland. ßBie bie „NeUe «Freie Presse" aus Innsbruck meldet, erweist sich die passive Resistenz auf der Südbahn als ziemlich erfolgreich. Es to erben Zugverspätungen bis zu drei stunden gemeldet. Um den Anschluß nach Deutschland einzuhalten, werden Vorzüge abgelassen; namentlich der Frachtenverkehr ist sehr behindert. . englische Finanz Minister Lloyd George hielt am Donnerstag eine Rede, in der er die Lage der deutsch en Lehrer «mit der der englischen verglich. Deutschland habe die Frage der Lehrerbesoldung gelöst. Die Nation, welche die Bedeutung des Lehrers im Leben des Volkes erkenne, sei wert, in ihren besten Einrichtungen nachgeahmt zu werden. Der Finanzminister kündigte ferner an, daß er im nächsten Jähre einen großen ,B erst cherungsent Wurf vorlegen werde, durch den der ^gewöhnliche Tagesarbeiter von der gu ölen den Sorge um das tägliche Brot enthoben werden solle. Ein derartiger Entwurf sei in Deutschland schon Gesetz. Er hoffe aber, daß der in England einzuführende Entwurf besser sein werde, als der deutsche. Der außerordentliche Landtag des G r p ß f ü r st e n t u m s Finnland wurde am Freitag — wie üblich — mit einer Rede des Generalgouverneurs und des Talmans eröffnet. Dem Landtage gingen mit einem Begleitschreiben des Senators Markow die vom Ministerrat ausgearbeiteten Gesetzentwürfe zu. Nach einer Meldung der „Neuen Freien Presse" aus Konstantinopel sind die Militärattachees Enver Bep «Berlin) und H a k k i Bep (Wien) abberufen und dem Generalstab des dritten bezw. zweiten Armeekorps zugeteilt. Aus Evi an les Bains wird gemeldet: Die gegenwärtig in Frankreich weilenden 2 0 0 deutschen Aerzte sind am Freitag hier eingetroffen. Nach BesiLlstigung der Stadt wurden die Herren von den städtischen Körperschaften und der Aerzteschaft empfangen, die ihnen zu Ehren ein Frühstück gab, bei dem herzliche Trinksprüche ausgebracht wurden. Die deutschen Aerzte unter- uahmen am Nachmittag eine Spazierfahrt auf dem Genfer See. Die Ersatzwahl in Srautfnrt a. G. Auf eigenartige Weise ist in Frankfurt a O. eine sozialdemokratische Versammlung zustande gekommen. Der „Vorwärts" berichtet darüber folgendes: Alle Versliche, im Innern der Stadt Frankfurt ein Lokal zu bekommen, scheiterte für die Sozialdemokraten am Widerstand der Gastwirte. Da begab sich der Berliner Genosse Wels zu dem Wirt des städtischen Gesellschaftshauses, des größten Saales der Stadt, um für einen allgemeinen Diskussionsabend für Angehörige aller Parteien den Saal z-u mieten. Natürlich wäre der Wirt nie zu bewegen gewesen, einer sozialdemokratischen Versammlung Obdach zu gewähren. Aber diese Wsicht bestand ja auch gar nicht, und so gab er schließlich eine Quittung über den bezahlten Mietsbetrag für eine in seinem Lokal abzuhaltende Wähler Versammlung aller Parteien. Durch Handzettel wurde zu dieser Versammlung eingeladen. Kaum roaren die Handzettel verbreitet, da schwante dem Wirte wohl Unheil, beim er glaubte offenbar, daß cd sich um eine sozialdemokratische Versammlung handle. Schließlich nahm er am Dienstag früh durch Telegramm an die Berliner Adresse des Genossen Wels seine Zusage zurück. Wels aber erwirkte durch einen Rechtsanwalt eine einstweilige gerichtliche Verfügung, die ihm die Ausübung seines Mietsrechts sicherte Aber der Wirt respektierte das nickst, Wels rief den Gerichtsvollzieher. Der Vollstteckung stellten sich zuerst Widerstäirde entgegen. Der eine der drei Frankfurter Gerichtsvollzieher ist zurzeit auf Urlaub, der andere war dienstlich außerhalb und der letzte zuerst nick)t zu finden. Inzwischen ist es Abend geworden, das Gesettschaftshans liegt völlig im Dunkeln da. Taufende von Menschen umwogen es, Hochrufe auf die Sozialdemokratie werden laut. Ein wohlbeleibter Polizeikommissar fordert die Wartenden auf, nach Hause zu gehen: das Lokal ist geschlossen, die Versammlung findet nickst statt. Da plötzlich erscheint, snbelnd begrüßt, der sonst nickst gern gesehene Vollzieher des gerichtlichen Willens. l. Doch die Räume erweisen sich zu ------ — .... .... ... Massen findet in den Lokalitäten ein Plätzchen. Unter lebhafter Zustimmung verlegt Wels die Versammlung in den großen Garten des Lokals. Triumphierend schließt der „Vorwärts" seine Erzählung mit der Bemerkung, daß man sehe, daß die Genossen auf einen Schelmen anderthalbe zu fetzen wüßten. Die KöniginvonSch weben und die G r o ß h e r z o g i n o uif e vort Baben sind Freitag nachmittag von Schloß Mainau in Karlsruhe eingetroffen. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Hamburg: In dem Hasengebiet kam es, als Arbeitswillige die Werkstatt verließen, zu ernsten Ausschreitungen ausständiger Werft- a r b e i t e r. Zwanzig bis dreißig Streikende fielen über die . rbeckswilligen her. Einer der Beteiligten wurde schwer verletzt ms Krankenhaus gebracht. Drei Haupttäter wurden verhaftet. ** Erledigte Lehrerstellen: Die mit einem evcmg. Mehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gunzenau. Mit der Stelle ist Organisten-, Lektor- und Kantordienst verbunden. Ihrem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden. Zwei evang. Schulstellen in Nix- feld. Mit der einen ist Organisten- und Vorlesedienst verbunden. Zu den Stadtverordnetenwahlen rüstet man bereits in der Stille. Kürzlich soll eine vertrauliche Besprechung stattgefunden haben, bei der vorgefchlagen wurde, die Wahl wie das letztenmal wieder durch einen alle Vereine umfassenden Bürgerausschuß vorzubereiten. Der Vorstand des freisinnigen Vereins wird in den nächsten acht Tagen zu der Frage der Stadtoerordnetenwahl Stellung nehmen. Auch über Wahlvorschläge hört man schon reden. *"Von der Straßenbahn. In der ersten Hälfte des September benutzten die Straßenbahn im Ganzen 44 544 Fahrgäste, darunter 698 städtische und 397 Postbeamte. Die durchschnittliche Tagesfrequenz betrug 2967 Personen. Die beiden besten Tage im September waren bisher Sonntag, 11., und Montag den 12., den Tagen, wo wir Einquartierung hatten und der Verkehr besonders durch die Kirmes in Ann er od> gehoben wurde. An diesen Tagen fuhren 4756 und 3229 Personen. Blüten und Früchte. Heute morgen wurde uns ein Zweig mit vollständig entwickelten Apfelblüten überbracht, der an einem Baum in dem Garten des Herrn Aug. Schwan, Seltersweg, neben reifenden Früchten gefunden wurde. ** Bil 1 igund schlecht. In einem Hofe der Bahnhofstraße hat seit 8 Tagen ein auswärtiger Geschäftsmann ein Wanderlager eröffnet, in dem unter anderem auch email- lrerte Geschirre billig zum Verkauf kommen. Die Polizei entnahm von diesen Emaillewaren mehrere Proben und ließ sie beim chcm. Untersuchungsamt untersuchen. Hierbei 'teilte es sich heraus, daß zwei der Proben stark bleihaltig waren. Auf die gegen den Verkäufer und den Fabrikanten erhobene Anzeige hin ordnete das Gericht die Beschlagnahme der noch vorhandenen Waren an und die Polizei beschlagnahmte sie daraufhin heute morgen. Es handelt sich um rot und weiß, und blau und weiß gesprenkelte Emaillege- chirre. Den Käufern dieser Töpfe können wir nur raten, ie nicht zum Kochen zu verwenden, da das Blei der Gesundheit sehr schädlich ist. ** Warn u n g. Das Darmstädter Polizeiamt veröffentlicht folgende Warnung: In letzter Zeit sind in größeren Wochenschriften Ankündigungen eines Professors Randolf Roxroy in London erschienen, der sich erbietet das ,Lebensschicksal des An fragen den vor- a u s z u faße n". Nach den gemachten Feststellungen handelt es sich dabei um ein Schwindel-Unternehmen, das nur daraus berechnet ist, leichtgläubischen und abergläubischen Leuten das Geld aus der Tasche zu locken. Wahres Geschichtchen. In einem hiesigen Gasthaus wurden dieser Tage drei elektrische Birnen Der türkisch-französische Streitfall. Paris, 16. Sept. Die Meldung, daß die französische Regierung rn Konstantinopel auch gegen die Wiederbesetzung der Oase Djanet im tunesischen Dinterlande Einspruch erhoben habe, wird offiziös als unrichtig bezeichnet. Der Minister des Aeußeren habe bisher keine amtliche Nachricht über die Besetzung erhalten und wolle, bevor er bei der Pforte einen Schritt unternimmt, die Mitteilung abwarten, ob die türkische Flagge in der Oase Djanet tatsächlich gehißt worden sei und ob dies seitens der hierzu berufenen Perfönlick)keiten im Namen der türkischen Regierung geschehen sei. Falls die Meldung sich als richtig erweisen sollte, würde die französische Regierung die erforderlichen Maßnahmen treffen, um unverzüglich ihren unbestreitbaren Rechten auf die Oase Djanet Geltung zu verschaffen. Der „Temps" schreibt über das Vorgehen der türkischen Behörden gegen Tunesier und Algerier und die Wiederbesetzung der Oase Djanet: In dem Augenblicke, wo die Türkei fid), an uns wendet, um ihr Defizit zu decken, sind diese Vorfälle ein Beweis für eine feindselige Politik gegen Frankreich: das alles stoßt uns kein Vertrauen zu den Jungtürken ein. Man muß sich deshalb darüber freuen, daß Minister Pichon nicht nnr Bürgschaft für das Geld und die Interessen Frankreichs in der Türkei fordert, sondern daß er auch den Zwischeirfalk von Smyrna benutzt, um der unerträglichen Lage, welche die türkische Regierung den tunesischen und algerischen Angehörigen Frankreichs bereitet, ein für allemal ein Ende zu machen. Der für den 21. September nach Paris einberufene j u n g äg y p t i s ch e Kongreß, dessen Abhaltung von der französischen Regierung untersagt worden war, wird am 22. September in Brüssel stattfinden. Wie verlautet, erfolgte das Verbot lucgcn der Angriffe der Jungägypter auf die französische Politik in Marokko und weil sie durch ihre Treibereien unter der muselmanischen Bevölkerung der französischen Besitzungen in Afrika Unruhen anzustiften versucht hatten. * D i e Großherzogin feiert heute im Kreise ihrer Verwandten, die sich diesmal besonders zahlreich um sie versammelt haben, ihren Geburtstag. Im ganzen Lande wird man des Wiegenfestes der Fürstin, die ihr Genüge in Werken der ^Nächstenliebe und Wohltätigkeit findet, gerne gedenken. Die Schulen des Landes haben geschlossen und die öffentlichen und zahlreiche Privatgebäude haben geflaggt. ** Die Verkehrs-Einnahmen aus dem Personen-und Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feststellung: 1. für die Eisenbahndirektionsbezirke Frankfurt a. M. und Mainz: im Monat Juli 12323 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 147 000 Mk. ---- 1,20 Proz.: in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 46120000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 2 307 000 Mk. = 5,27 Proz.; 2. für die Preußisch-Hessische Eisenbahngemeinschaft: im Juli 1910 177 383 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 9 286 000 Mk. 5,52 Proz.: rn der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 663 817 000 Ml. oder gegen das Vorjahr mehr 36 205 000 Mark --- 5,45 Proz. durch neue ersetzt und die alten einem Koch -4Lehr mädchen übergeben mit der Bemerkung, „die können Sie sich einmacherr". Zum größten Erstaunen des Hotels Besitzers fand er denn auch richtig abends die drei Birnen sorgfältig in Essig mit Zwiebeln und Pfeffer eingelegt. Das Geficht des Bestellers dieser „eingemachten" Birnen soll nicht sehr geistreich gewesen sein. = Garbenteich, 17. Sept. Unsere KirineS findet ; bereits morgen und übermorgen statt und nicht erst am । 25. und 26. d. Mts., wie infolge eines Irrtums gestern be» richtet wurde. Unsere Kirmeswirte haben eifrige Vorbereit, nngen getroffen, um die bei dem schönen Wetter sicher zu erwartenden zahlreichen Kirmesgäste bewirten zu können. fi- Reiskirchen, 16. Septbr. Morgen findet hier Gemeinderatswahl statt. Es sind vier Mttglieder zu wählen, drei, die allSscheiden, und einer für PH. Stumps V., der vergangenen Sommer zunr Beigeordneten gewählt wurde. A Lich, 16. Sept. Ein Soldat wurde beim heutigen DivisionSmanöver vor Hitze tobsüchtig, so daß ihn vier Soldaten festhalten mußten. Man brachte den Bedauerns- werten ins Licher Hospital. )( Lauterbach, 15. Sept. Der Stadtvorstand beschloß die Ausführung des von der Kultttrinspektion.Gießen ausgestellten Ka nal i s a ti o n s p r o j e kt es für die gesamte Stadt. Die Baukosten sind auf rund 1/4 Mill. Mark Die Anlage ist als Trennsystem gedacht, d. h. die Küchen-, Haus- und Aborttvässer uni) die Regenwässer werden in zwei gesonderten Kanälen geführt. Durch diese Anlage ist es ermöglicht, das Regenwasser unmittelbar in den nächsten Wasserleitungslauf zu führen, wodurch der Rohrquerschnitt entsprechend kleiner wird. Andererseits lann infolge des Trennsystems die Kläranlage bedenkend Heinere Abmessungen erhalten, was eine weitere Ersparnis bedeutet. Die alte Bach wird wegen der wiederholt beobachteten Typhusgefahr in große Rohre gefaßt; damit verschwindet wieder ein Stück Alt-Lauterbach. Die Arbeiten werden sofort begonnen. X Bleichend ach, 16. Sept. Bei der heutigen Bür- g er m ei st er w a h l wurde der seitherige Bürgermeister Naumann mit 17 Stimmen Mehrheit wieder gewählt. Der Gewählte erhielt 91 und der Gegenkandidat, der vor 9 Jahren ebenfalls kandidierte, erhielt 74 Stimmen. Der Wahl enthielten sich 17 Wähler. Der Wahlkamps war sehr lebhaft. = Schlitz, 16. Sept. Am Mittwoch sand aus Schloß Nichthof bei Schlitz die Verlobung der ältesten Tochter des Grasen zu Schlitz genannt von Görtz, Gräfin Anna, mit dem Marquis Mac Swiney os MashanaalaSS itatt. Gräfin Anna Karoline Marie Franziska zu Schlitz ist am 9. Januar 1877 zu München geboren. M. Bad -;N anheim, 16. Sept. Die Ortsgruppe Bad- Nauheim des Oberhessischien Obstbauvereins veranstaltet vom 24.-26. September im Saalbau „Thälysienhof" eine Ob fti ausstellung, verbunden mit Gemüse-, Pflanzen-, Blumen- und Geräte-Ausstellung. Für die Gesamt-An^ stellung ist eine Prämiierung vorgesehen. B. Friedberg, 16. Sept. Aus Anlaß des morgigen 40. Geburtstages der Großherzogin fand heute eine Beleuchtung statt. Der Triumphbogen sowie das Kriegerdenkmal erstrahlten in den Solmsschen und hessischen Farben. Am Triumphbogen waren die Initialen mit elektrischen Glühbirnen angebracht. Von öffentlichen Gebäuden sind erwähnenswert das Rathaus, das Predigerseminar, die Reichspost, das Bahnhofsgebäude, sowie eine sehr große Anzahl von Privathäusern. Um H.»8 Uhr erschien ein Hof- wagen im Burgtor und das Großherzogspaar machte unter dem stürmischen Jubel der Bevölkerung eine Rundfahrt durch die Stadt. Nach der Rückkehr fuhr das Zarenpaar mit den Großfürstinnen, die Prinzessin Heinrich, Prinz Waldemar vott Preußen in vier Automobilen durch die Stadt. Die Menschenmassen, die hier zusammengeströmt waren, können mindestens auf 20000 geschätzt werden. Aus der ganzen Umgebung waren schon tagsüber viele Leute angenommen. Als das Großher^ogspaar sich dem Kriegerdenkmal näherte, spielte die Stadttapelle die Nationalhymne, die von dem Publikum begeistert mitgesungen wurde. — Bei der gestrigen Fahrt nach Lich hatten" die Herrschaften bei Nieder- Mörlen einen Motorendefekt, weshalb sie in ein Reserve- 1 automobil umfliegen. Zur Festtafel im Friedberger Schlosse konzertiert heute die Kap e 11 e des Jnf.-Regiments Kaiser Wilhelm unter der Leitung des Obermusikmeisters Löb er. — 9üif dem Turm der Stadtkirche sp-ielle heute früh der Posaunenchor einige Choräle zur Feier des Geburtstages der Großherzogin. O. Friedberg, 15. Septbr. Die Großh. Taub- stummen-Anstalt wird morgen nachmittag einen Ausflug nach dem Offenheimer Wäldchen machen. Dort wird sie die Großherzogin festlich bewirten lassen. X Fflie dberg, 16. Sept. Die Großh. Handelskammet Friedberg hat sich in ihrer gestrigen Plenarsitzung im Prinzip gegen eine Wertzuwachssteuer als Reichssteuer ausgesprochen. M. Ober-Mörlen, 16. Sept. Die diesrnaliae Gemeinderatswahl, die nächste Woche stattfindet, wird ganz besonders die Gemüter erregen. Die Sozialdemokratie, die schon bei der vorigen Wahl einige Erfolge erzielte, wird diesmal eigene Kandidaten aufstellen, ohne mit dem Zentrum Vereinbarungen einz>lrgehen, wie das schon nicht mehr bei der letzten Beigeordnetenwahl der Fall nxrr. 6ber-’ Mörlen hat über 600 Wähler. S. Offenbach, 16. Sept. Der Stadtverord-, netenkampf hat begonnen. Eröffnet wurde er durch eine vom „Verein zur Wahrung städtischer Interessen" heute abend im Stadtgarten abgehaltene öffentliche Versammlung. Der Verein hatte vor einiger Zeit an die Vorstände der verschiedenen bürgerlichen Parteien die Aw frage gerichtet, ob sie zu einem Zusammengehen bei den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen gegen die Sozialdemokratie bereit feien. Von der hiesigen nationalliberalen Partei erging alsbald Zusage. Die Zentrumspartei nahm gestern abend mit allen gegen eine Stimme die vom Vorstand vorgeschlagene Entschließung an, daß die Zem trumspartei prinzipiell nicht abgeneigt ist, den Wahl- kämpf gemeinsam mit den übrigen bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie zu führen. Das Zentrum will jedock, insofern selbständig vorgehen, als es eigene Versammlungen abhalten und sich auch die ausschließliche No-, minterung der ihm zugestandenen Kandidaten Vorbehalten will. Der Vorstand wurde ermächtigt, über die Zahl der Kandidaten Abmachungen mit dem Verein zur Wahrung städttscher Interessen, bezw. den anderen Parteien, zn treffen. Die fortschrittliche Volkspartei wird wohl tarn der Einigung beitreten. Es soll ein Vorstandsbeschluß vorliegen, der ein Zusammengehen mit dem Verein zur Wab- rung städtischer Interessen so lange als ausgeschlossen be- Aus Stadt und Land. Gießen, 17. Sept. 1910. ** Tageskalender. Gießener Festfaal (seither Kolosseum). Owstspiel der BudapesterOrphemngesellschast. Samstag abend 81/, Uhr u. f. T. Kinematograph: Neuer Spielplan. Biograph: Neuer Spielplan. trachtet, als der Verein seine Aufgabe in der prinzipiellen Bekämpfung der Sozialdemokratie erblickt. Das wurde dem genannten Verein auch aus seine Anfrage rnitgeteilt. I Mainz, 16. Sept. Der Streik im Dachdeckergewerbe ist nach längeren Verhandlungen bei gelegt ] worden. Die von den Arbeitern geforderte Zulage von 10 Pfg. für die Stunde wurde auf 3 Pfg. herabgesetzt und vom April k. IS. ab um 2 und 1 Pfg. erhöht. Der Vertrag, der bis L April 1913 gültig ist, erklärt Akkordarbeit | als zulässig. d. Mainz, ,16. Sept. Der 29jährige verheiratete ; Magazinier Jakob Daub aus der Mittleren Bleiche wurde an Alkoholvergiftung in bewußtlosem Zustande von der Feuerwehr ins Rochusspital gebracht. Dem D. wurde sofort der Magen ausgepumpt, der Mann ist nicht unbedenklich erkrankt. — Die 41jährige Haushälterin Elise Diehl, die sich erst seit 14 Tagen hier befindet, wurde wegen allzu vielen Alkoholgenusses geistesgestört und mußte von der Polizei ins Rochusspital gebracht werden. [1 Marburg, 16. Sept. Wie schon kurz mitgeteilt, haben die Stadtverordneten das Projekt des Magistrats, am Ortenberg unterhalb des Hauptbahnhofs 257 373 Quadratmeter Bau- und 17 500 Quadratmeter Platz- und Wegegelände für 294114 Mark zu erwerben, abgelehnt, nachdem eine überfüllte Bürgerversammlung sich dagegen ausgesprochen. Man befürchtete allgemein das Risiko, das die Swdt durch die mit großen Kosten verbundene Erschließung des Geländes übernehme und empfahl, zunächst erst die neuen Straßen und die sonstigen Berglagen zu bebauen. Ein Antrag, fertiges Baugelände hinter Weidenhausen durch einen Fluchtlinienplan zu erschließen, fand Annahme. 2Cird?e rind Schule. Das Lehrerinnen - Zölibat. Der Landesverein preußischer Volksschullehrerinnen beschäftigte sich auf seiner in diesem Sommer in Berlin abgehaltenen Tagung eingehend mit dec Frage der Verehelichung der Lehrerinnen. Dec Landesverein erkürte in einer Entschließung, daß er sich außerstande sehe, für eine Beseitigung der Verheiratungsklausel in den Anstellungsurkunden der Lehrerinnen einzutreten, obgleich er in dieser Klausel eine Beschränkung der persönlichen Freiheit erblicke. Demgegenüber haben sich die Kämpferinnen für die Eheberechtigung zu einer ^Freien Vereinigung deutscher Volksschullehrerinnen" zusammengeschlossen, die jetzt mit einer Erklärung in die Oeffentlichkeit tritt, in der es heißt: „Die Resolution bleibt hinter dem .Erlaß des preußischen Kultusministers vom 8. November 1907 zurück, der tatsächlich an der Zölibatsklausel rüttelt, indem er die Fortsetzung des Volksschuldienstes auch als Gattin und Mutter vorsieht. Wir verstehen es durchaus, daß die alleren Kolleginnen, die die Majorität hatten, so und nicht anders beschließen mußten. Sie sind im Zwangszölibat grau geworden. Auf der anderen Seite aber steht das lunge .Geschlecht, das, unter der Sonne der deutschen Frauenbewegung herangewachsen, sein einfachstes Menschenrecht und zugleich das Recht der Selbstbestimmung fordert. Unter diesen Frauen sind viele, die dem Staate gesunde, hochbegabte Kckrder schenken könnten. Sie wollen aus der Berufsarbeit die Arbeit ihres Lebens machen unb dem Werke der Volkserziehung treu bleiben durch alle Wechselfälle des Lebens. Sie sehen in der Ehe die große Erziehungsschule für den Volkserzieher und zugleich eine Kraftquelle für Mann und Weib. Sie haben eingesehen, daß der Zwang zu einem ehelosen Leben die normale .Entwicklung der Persönlichkeit behindert, und sie halten es für ihre Pflicht, dieser Beschränkung der Entwicklung zur Persönlichkeit entgegenzutreten." Eine Anzahl von Frauen mit bekannten Namen aus anderen Berufsständen hat diese Erklärung mit NamenS- unterschrift unterstützt. So Gabriele Reuter, Marie Stritt, Minna Cauer, Anita Augspurg, Ricarda Huch, Maria Lisch- newska, Teresina Sommerstorff-Geßner, Irene Triesch. Die Cholera. Berlin, 17. Sept. Unter Choleraverdacht wurde gestern nachmittag ein 20 jähriger Arbeiter Henkel in das Rudolf-Virchow-Krankenhaus gebracht Er war mit polnischen Arbeitern aus dem Lehrter Bahnhofe angelo.mmen und alsbald so schwer erkrankt, daß ein Schutzmann-nach der Charck6 schaffen mußte. Dort erachteten die Ac .e Eholcra- verdacht für vorliegend und ordneten seine Ueberführung nach dem Rudolf-Virchow-Krankenhause an. Rom, 16. Sept. Während der letzten 24 Stunden sind in Apulien neun Erkrankungen an Cholera und fünf Todesfälle vorgekommen. O f e n p e st 16. Sept. Die bakteriologische Untersuchung ergab heute sechs Fälle von Cholera afiatica, nämlich in Eresi zwei und je einen in Szegszard, Gran, Mohacs und Szoenh. Bei insgesamt 38 Fällen i)t die bakteriologische Untersuchung beendet, die in 21 Fällen Cholera asiatica ergab. Lustschiffahtt. Eine gelungene Fernfahrt des P. 6. München, 16. Sept. Das Luftschiff „P. 6" Uitternahm heute nachmittag unter der Führung des Oberleutnants Stelling eine Fernfahrt nach Chiemsee. Nach einer Schleifenfahrt über Prien und nach einem Besuch von Herrenchiemsee nebst Fraueninsel überquerte das Luftschiff die ganze Breite des Sees, fuhr bis Trauenftein und kehrte dann über Wasserburg nach München zurück. Die ganze 200 Kilometer lange Fahrt dauerte 4y2 Stunden und ist durchaus glatt verlaufen, obwohl streckenweise eine starke vertikale Lustbewegung, N e b e l b ö e n und Wirbelwinde herrschten Zur Verbrennung des L. Z. 6. Bad'en-Oos, 16. Sept. Die behördliche Untersuchung der Katastrophe des „L. Z. 6" konnte auch heute nicht zu Ende geführt werden, da die Staatsanwaltschaft in Karlsruhe, die ihrerseits gleichfalls Erhebungen macht, noch nicht in Oos eingetroffen ist. Baden-Oos, 16. Sept. Ende Oktober wird das Lustschiff „Ersatz Deutschland" auf der Fahrt von Friedrickis- hafen nach Düsseldorf hier Eintreffen und einige Tage in der hiesigen Lustschiffhalle stationiert werden. Vom Mai. nächsten Jahres an soll dann das Luftschiff längere Zeit in Oos verbleiben. Ein schöner Flug. Berlin, 17. Sept. Auf dem Flugfelde M a r s bei Brandenburg flog gestern der deutsche Flieger Grade mit seinem neuerdings verbesserten Zweitaxmotor 64 Minuten 30 Sekunden. Nur die eintretende Dunkelheit zwang ihn zur Landung. verrutschtes. * Eine riesige Feuersbrunst wird aus Petersburg gemeldet: In Zarizin in Südrußland brach 'ein ge- waltigesFeuer .aus, durch das in vier Tagen 2600Häuser vernichtet und 15 000 Menschen obdachlos wurden. Zwei Knaben sollen den Versuch gemacht haben, Watte zu per- brennen, dadurch fielen Funken in eine Niederlage von Watte. Im Laufe weniger Minuten bildete sich ein Flammenmeer. Bevor die Feuerwehr eingreifen konnte, wurden die benachbarten Hauser ergriffen. Beim Zusammensturz eines Hauses sollen 30 Menschen unter den Trümmern begraben worden fein. Viele Kinder werden vermißt. In manchen Holzhäusern sind die Bewohner beim Retten ihres Eigentums verbrannt. * Eine heroische Errettung vom Tode des Ertrinkens einer Lebensmüden hat kürzlich nachts mitten in der Themse statt gesund en. Die Lebensmüde, eine Frau von 32 Jahren, batte famüiären Streck gehabt und war in ihrer Aufgeregtheit sofort zur Themse geeilt, um sich von der Chelsea-Brücke in der Strom zu stürzen. Ihre Verzweiflungstat hatte ein Mädchen, das glücklicherweise eine geübte Schwimmerin ist, mit angesehen und war der Lebensmüden sofort ckr den Strom nachgesprungen.. Ms sich das beherzte Mädchen in der Nähe der Lebensmüden befand, wehrte sich diese mit allen ihr zu Gebot stehenden Mitteln der Rettung und beide wären fast ein Opfer der Wellen geworden, wenn nicht des heroische Mädchen die Geistesgegenwart gehabt hätte, der lebensmüden Frau einen heftigen Schlag auf die 9iase zu versetzen, so daß sie außer stände war, sich fernerhin ihren Rettung zu widersetzen. *Ueber einen augenscheinlich von Gewissensbissen geplagten Dieb berichten Londoner Zeitungen. Eine Tirellorin einer Mädchenschule hatte nämlich ihren Urlaub in Southsea zugebpacht, wo rhr auf tollkühne Art eine Handtasche gestohlen wurde. Die Dame hatte nämlich auf einer Bank in einer öffentlichen Anlage Platz genommen und ihre Handtasche neben sich auf die Bank gelegt. Mit blitzartiger Geschwindigkeit hatte ein vorübergehender Mann die Handtasche an sich gerissen und konnte auf seiner Flucht nicht ergriffen werden, da eine entt Strand angesammelte Menschenmenge, unter welche sich der Räuber mischte, eine Verfolgung unmöglich machte. In der Hand- ialchc befand sich ein ansehnlicher Geldbetrag, eine Eisenbalm« fahrtarte, eine goldene Uhr und noch weitere Wertgegenstände.^ Nicht unerwähnt darf bleiben, daß sich in der Handlasche eine v rx ?^c -er $amc mit genauer Adresse befand. Die Daurc, dre srch seit längerer Zeit wieder in ihrer Berufstätigkeit in einem Heinen Ort in Wales befindet, erhielt nun dieser Tage mittels emgelchrtebener Post ihre Handtasche mit dem vollständigen In» halt zurück. Gleichzeitig traf ein Schreiben ein, in welchem der niwefannte Dieb um Entschuldigung sür seine ruchlose Tat bat. Ms Beweis dieser Reue schicke er die gestohlenen Gegenstände an ihre rechtmäßige Eigentümerin wieder zurück. * Beschei d. Fremder: „Kann man hier in diesem Teiche angeln?" — Einheimischer: „Nu allemal. Es is Se aber so kreenes Zeug, drinne, daß de Würmchen meerschtenteels de Fische itefjeiL" Kleine Tageschronik. Sn Hageni. W. fuhr ein Automobil gegen einen elektrischen Leitungsmast. Dre fünf Insassen wurden herausgeschleudert und nrehr oder weniger schwer verletzt. Der Kraftwagen wurde zertrümmert. In Berlin sand heute früh an der Kreuzung der Müllerund Sellersttaße ein Zusammenstoß zwischen einem Kraftomnibus und einem Wagen der elektrischen Straßenbahn statt. Zehn im Straßenbahnwagen befindliche Personen wurden leicht verletzt. Beim Bau der Edertalsperre stürzten drei Monteure von einem Gerüst ab. Zwei von ihnen wurden aus der Stelle getötet, der dritte aber dadurch gerettet, daß er aus die in der Tiefe liegenden Kameraden fiel. In Roda vernichtete ein Sch adenseuer 16 mit Ernte- Vorräten, Holz und Kohlen gefüllte Scheunen. Um 2 Uhr nachts traf der Herzog auf der Brandstätte ein. Bewaffnete Banditen überfielen das Gemeiiideaiut zu Hali ne an der russische^ Grenze; sie erstachen einen Wärter nnb erschossen die Frau des Gemeindevorstehers. Es gelang ihnen aber nicht, sich der Gemeindekasse zu bemächtigen, da durch den Schuß alarmierte Bauern ihnen entgegentraten. Im .Mittelpnnll von Ofenpest stürzte am Freitag beim Abbruch eines alten Hauses die Giebelwand ein und begrub mehrere Arbeiter und Passanten unter sich. Bis zum späten Abend wurden 8. Tote unb zwei Schwerverletzte geborgen. Vücherüjch. — Dis Standorte des deutschen Reichsheeres mit Armee-Einteilung und Verzeichnis der Oiegimenter nach dem Stande vom 1. Okt. 1910. Leipzig, F. A. Berger. Der Tckel gibt den Inhalt des kleinen Heftchens wieder, das allq am 1. Oll. 1910 eintretenden Veränderungen enthält und als Hckfsmckttk zum Nachschlagen besonders geeignet, bequem und durchaus zn> verlässig ist. Für Besitzer von Ranglisten eine willkommene Ergänzung. Amtlicher Wetterbericht. Oessentliche Wetterdienststelle Gießen. Verlauf der Witterung seit gestern früh: Im hohen Nordosten ist eine kräftige Zyklone erschienen, die in südöstlicher Richtung vorüberzieht. Das russische Hochdruckgebiet ist hierdurch verdrängt worden, so daß jetzt nur das englische Hoch auf unsere Witterung einwirkt. Nach emem warmen und wolkenlosen Tage ist daher wolkiges, kühles Wetter und Nordwind eingetreten. Im Nordwesten und Nordosten Deutschlands fallt geringer Regen. — Dre Nordostzyklone bringt auch morgen zeitweise Bewölkung. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag dem 18. Septbr. 1910: Vielfach wollig, doch nur strichweise etwas Regen, kühl, windig aus Nord. nd wasser Bouillon-Würfel liefert schnell und bequem eine Tasse bester Fleischbrühe Preis nur 5Pfg MM 'M .M I Hausbesitzern heben Rabatt! Tsnpfon Rolle von 10 Pfg. an Elog.Goidtapeteä Rollev.20Pfg.an Echte Lincrusta . ä Mtr. v. 35 Pfg. an Decorirte Lincrusta ä „ „ 65 „ M Ersatt-Llncrusta . ä „ „ 20 „ „ Versende fro. geg. fro. Karte 5l v.10-45 Pfg. Karte 52 v.48-160Pfg. Ringfreie Tapeten Industrie c Kunsch Frankfurt a. M. RI IKUpSUl, Altegasae 27,29. , SS24/1» ÖT- 40 000 Mark können Sie durch eine gute Idee schnell verdienen, wenn Sie uns Ihre Adresse sofort einfenben. Internationale Handelsgesellschaft für Pa- lem-Neuheiten-Vertrieb so» C.Kröggcl LEo., Cöln a.RH. ma—a—— Die von Frau Buderus bewohnte Besitzung Ludwig straffe 70 ist zu verkaufen, eventuell zum 1. Avril 1911 ganz oder teilweise zu vermieten. 07727 Näheres Ludwigttr. 61. Mein Stimmer trifft in den nächsten Tagen dort ein und bitte Reflektanten um sosor tige Aufgabe Ihrer Adresse. Pianosorte-Fabrik 5090 Wilh. Arnold, Aschaffenburg. Geld wird von Mk. 500 bis 100000 auf Akzept gegeb. Hypothekenkapital an 1. und 2. Stelle, auch für industrielle Werke in jeder Höhe. Gründungen von Aktiengesell- schasten und G. m. b. H. Beschaffung von Teilhaber sowie Betriebskapital, Finanzierung v. Bergwerken, Diskontierung von Akzepten, Wechselaustausch. [5096 Fricdr. Ärausbauer Bank- und Hypothekengefchäft, Frankfurt a. M., Zeil 14—16. Teleph. 5835. Sprechstunden nur von 3—7 Uhr nachm. Gegr. 1896. ________la. Referenzen.__ 07730) Suche Anfangs Oktober Möbeltransvortgelcgcubeit nach Cleve. Wilh. Pfe iffer, Liebigstr. 7L Meine sehr schön gelegene Leppermühle mit 22 Morgen Land, einigen hundert Obstbäumen usw., sofort zu verkaufen, evtl, zu verpachten. Ebenso mein kleines, gutes Geschäftshaus Lindeuvlatz Nr. 8 preiswert zu verkaufen. 107734 Jae. Persyn Groffen-Buseck. MWAW Ich beehre mich der werten Einwohnerschaft von Gießen im Ofenseben und -putzen zu empfehlen unb sichere Ihnen eine prompte und reelle Bedienung zu. Philip Ämiültr Sonnenstr. 9, 2 Trp. (07694 07674) Gründlich. Unterricht im Uleidermachen u. Musterzeichn. wird etteilt^ Diczstraffe 13 LL_ In bester Geschäftslage Wetzlars ein gutgehendes, eingeführtes Putz-Geschäft preiswert zu verkaufen, od. Lokal mit Wohnung zu vermieten. Schristl. Angeb. unt. 5095 an die Geschäftsstelle des Gieß. Anz. erb. Wohnungs-Mn-emg. Wohne von heute ab Neustadt 55. Zu Umzügen jeder Art halte mich nach wie vor bestens empsohl. Frau H. Wcidenbaus Wwe. Möbeltransport-Geschäft. Stolze-Schrey. Leichte Erlernbarkeit bei guter praktischer Verwertung. nächster UutemW-Kursus für Damen und Herren beginnt Dienstag den 20. September, abends 9 Uhr, im Vereinslokal „Schlpkavaß", Bahnhofstraße7. Honorar Mk. 6.-. (v“-/» Der Vorstand des Stcnograpb.- VercinS Stolze-Schrcv Gießen. Visiten/iarten liefert rasch and billigst Brühl’scho Uaiv^Druckcrd. Bäuerischer Gesangverein Sonntag den 18. September abends bei Mitglied Arnold lSchipkapaß). Dienstag den 20. September: WitderdegimderTillBullk. Wegen dringender Vereinsangelegenheiten bitten wir um vollzähligen Besuch. v17/») Der Vorstand. B^DalrtH fiieta HuuchcrsuMlung am 1. Okt., abends 8»/2 Uür, im Cafe Ebel. Anträge s. 8 10 der Satzungen. [v17/e Der Vorstand. Sonntag den 18. September, nachm 2Vs Uhr, ffndet die diesjährige Schlussübung statt. Die Mannschaften haben vollzählig und pünktlich um VI* Ubr anzutrctcu. Rach der Hebung ffndet eine kleine Feier im Gießener Festsaal, Cafö Leib, statt. vIfl/a) Das Kommando. Zur Besprechung^einec geselligen Vereinigung werden alle jungen Leute von 20 bis 25 Jahren auf Taulstug abeub ^8 Uhr in die neu hergerichtete Wirtschaft d. Frau Strodel, Brand- gasse 3 (nicht Brandplatz) freundlichst eingeladen. 07647 Tafel- und KecMcMade I Konfitüren, Kakao, Bonbonnieren, Kakes und Biskuits sowie Kaffee und Tee empfiehlt . Frida Richter, Schokoladen-Spezial - Geschäft, Neustadt 8. (2550 Erstklassige Neuheiten. 07697 5072 porös u. Anfang 8 Uhr. [5091] Eintritt frei. verreist [5089 b. Wieseck Schöne Kegelbahn. Telephon- UM die alten Mitglieder. 5066 Mehrere GemeinderatSrrritglieder. im Felsenkeller. Der Vorstand. 5094] z Färberei Gebrfiöyer Chem.Waschanstalt. Anfang 4 Uhr. Gäste willkommen. Hotel Schutz, Giessen. Gastspiel der berühmten Original-Tiroler-Sänger- Gesellschaft und Schuhplattler - Tänzer - Truppe Dr. med. Karl Klein Spezialarzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten Dies bedenken Zie, dnnnch hnndeln Zie. Der Ausschuß zur Herbeiführung des 1-Uhr- 5 rtikel Gemeinderatswahl Lollar Gegen das im gestrigen Anzeiger erschienene Inserat, in welchem verschiedenen Gemeinderatsmitgliedern der Vorwurf gemacht wird, sie erstrebten Vorteile für sich, müssen wir ganz entschieden Protest erheben. Wie eS scheint, bezieht sich die Aeußerung in dem Inserat aus eine einzelne Person, waS dadurch zum Ausdruck gekommen ist, daß der Auftraggeber des Inserats eines der alten Mitglieder weggelaflen und einen neuen Kandidaten vorgeschlagen hat. Hies ist als Gehässigkeit anzusehen und empfehlen wir Vor einigen Tagen regten wir die Einführung des 1 Uhr-Laden- schlaffes an Sonn- und Feiertagen an. Zahlreiche Unterschriften ermutigen uns, die Angelegenheit weiter zu verfolgen, da wir zu der Ueberzeugung gekommen sind, daß wir auch den in Frage kommenden Firmen einen Dienst erweisen, wenn wir den Wunsch vieler in die Tat umsctzen. Nachdem bereits die Städte Frankfurt a. M., Darmstadt, Offenbach, München, Nürnberg usw. die völlige Sonntagsruhe eingeführt haben' neuerdings Wiesbaden und Mainz kurz vor Einführung derselben stehen, so glauben wir, daß der 1 - Uhr-Ladenschluß für Gießen'ohne jeden Nachteil für die Geschäftsinhaber durchführbar ist, zumal eine 2-stündige Verkaufszeit beibehalten wird. An alle diejenigen, welche bis heute ihre Zustimmung noch nicht gegeben haben, sowie diejenigen, denen unsere Liste noch nicht vorgelegt wurde — weil wir den Beschluß der General-Versammlung des Detaillisten- Vereins abwarten wollten — richten wir die Bitte, sich durch den in schwacher Versammlung durchaus nicht einstimmig gefaßten Beschluß nicht beirren zu lassen, sondern ihre Zustimmung durch Einzeichnunq in die Liste zu geben. Jedermann wird zugeben, daß für den Geschäftsinhaber noch mehr als für den Angestellten die Arbeitskraft, die geistige Frische ein wichtiger geschäftlicher Faktor ist, „ Anfang 4 Uhr' abends 81/» Uhr. Anmeldungen nehme in meiner Wohnung, Wolf straße 9, entgegen. »77» Hochachtungsvoll Th. Bäulke, Tanzlehrer. VIS/ TKA R TEN in ieder beliebigen Schriftart und Kartonsorte. । । H ■ ii -■ sowie mit Zirkeln aller studentischen Vereinigungen liefert zu mäßigen Preisen die BrühTsehe Univ,-Druckerei, amrtertmta: dicht, gute Qualität Stück 2.75, 2.25 NB. Diner von 12—3 Uhr. Reichhaltige Abendkarte. Soupers. Weine erster Firmen. Pilsener Urquell. Münch. Löwenbräu. Pfungst. Märzenbier G. Pfeil, "Restaurateur. Der dritte Junge angekommen. Lehrer Kling und Frau. Giessen, 16. September 1910; Schluss des Preisschiessens Sonntag den 18. September l. IS., nachmittags 3 Uhr, Schützenhaus. Monats-Versammlung Dienstag den 20. September l. IS., abends 9 Uhr, im Bereinslokal. 1. Verteilung der Schleppreise. 2. Verschiedenes. Der Vorstand/ Herrlich gelegener Ausflugsort direkt am Wald, an der Buseckei Straße. Guter bürgerlicher Gasthof mit separaten Zimmern Aufruf an die Freunde des 1-Uhr-Ladenschlusses an Sonn- und Feiertagen ______________________Der Vorstand. Ziegenzucht - Verein Giessen Cafe „Ernst Ludwig Morgen Sonntag KONZERT lutes Biller, Giessen, Steinstr. 11 empfiehlt sein reichhaltig. Lager in Kohlen jeher Art, Briketts, Koks ms Brennholz. g Jeder Fleck ve8ro“‘ Dr. Bufleb's Ideal-Fleckwaster L30Pf. Bet: Carl Seibel, Drog. Mittwoch dcu 28. September, nachmittags 2 Uhr: Ziegenmarkt W auf der LÄmmerwelde, Alter Anneroder Weg. Direktion: B. Pontiller. Anfang Wochentags: Abends 7 Uhr. 5065 Sonntags: Nachmittags 4 und abends 8 Uhr. Vorm. v. 11—1 Uhr groß. Frübichovv. Konzert. l4 Personen. 6 Damen und 8 Herren. 14 Personen. sIW Sonntag den 18. September 1910 Familienunterhaltung mit Tanz Institut Boltz Ilmenau i. Tbür. [hvn/> Ein].-, Fähnr.-, Prim.-, Abltur.-(Ex.) Schnell, sicher. Pr. frei. Es empfiehlt sich bestens 4^^=5__s=H__^dwi^^erner^^ineTöIroaff^Q6rtt TMein diesjähriger M TANZ-KURSUS beginnt Donnerstag den 13. Oki., Zwiebebta Montags, Mittwochs u. Freitags 3847 Hofbäcker Noll. Meier Meta i IR (Ziehung 29. September) sind in allen durch Plakate kenntlichen Geschäften zu haben. Hauvtgew. 2 Einspänner, acht Pferde u. Fohlen, Fahrräder, Nähmaschinen, Uhren, nützliche Haushaltuugssachen rc. General-Bertrieb: Richard Buchacker, Gießen, Neuen Baue 11. Daselbst 11 Lose für 10 M. 25 Pfg. nebst Liste und Porto, solange Vorrat. “6M Herren-Capes aus Loden 5.25,6.75 u. höher Posten Strümpfe f. Kinder, Frauen u. Männer 75, 65, 45 u. 20 Pfg. Posten Schürzen für Damen u. Kinder Masten-Auswabl 2.25,1.75,1.25,0.75 Mk., 35 Pfg. HIMMareo in allen Breiten weit unter dem Preise. ttpWsWta 14 Bahnbofflr. 14 Ecke Tiefenweg. [OT679 Die diebische Elster großartiges, spannendes Detektiv-Drama nach einer kürzlich erfolgten wahren Begebenheit, Schlager. Eine eifersüchtige Gattin, humoristisch. Das Bildnis tadellose effektvolle amerikanische Komödie, Schlager. Das Paths-Journal, weltberühmte Wochenschau. Gerechte Strafe äußerst spannendes, sensationelles Drama, Schlager. Der Koffer des Malers, ^mÄe. Der Nachtwächter und sein Kind, Drama. Tonbild: HuinimWe NnterhaltuiiM in einer Bonernschenkt Restaurant MetropoB Sonntag, 18. September -- KONZERT um Biograph lockstrasse 12 Hochstrasse 12 ■ _ Gewerbeschule - kV Nidda. Ä Staatsaufsicht j Abgangsprüfung ■ jfr Fachunterricht : jru Beginn 31. Okt. : - \ Programme I \ Dn/e) kostenlos : r ' Die Direktion. ; Einfache, doppelte u. amerikan Buchführung Stenographie. üasehineDsehreiben. alle Dandeleläeher Einzel- und Gesamtkurse lehrt gründlich unter Garantie eines sicheren Erfolges C07667 Hermes Lehr-Institut Giessen, Bahnhofstr. 39 p. Giessener Festsaal Telephon 645. (früher Kolosseum) Dir.: Tb. Rösch. Ab Samstag den 17. September 1910 Gastspiel der Orig. Budapester Orpheum-Gesellschaft (12 Personen) bekannt aus dern Avollotheater und Kaiserhallen Frankfurt. W 2 SeniationS Posten ~WX Nach dem Zapfenstreich Militärhumoreske von Satyr. In Berlin, Wien, Budapest über 3000 mal mit ungeh. Erfolg aufgeführt. Die Brautschau ®Sö.f,c ferner der glänz, bunte Teil, Solls, Duette usw. u n ,Hax Tellheim und Theo Angell. ~ Anfang 8V< Uhr. Eintrittspreise nicht wie irrtümlich berichtet sondern: Loaeuplatz M k. 1.5V, 1. Platz Mk. LOO, 2. Platz Mk. 0.60, Gallerte Mk. 0.30- 5008 Bahnhofstr. 54 o?672 Bahnhofstr. 54 Im Auto durch Berlin, äÄS'. Die Bekehrung des Wilddiebes Kunstfilm von Pathe frereS, herrlich koloriertes Drama. DüA ttf humoristisch. Kiinstlergiück ein Bild aus dem täglichen Leben. Nunne auf dem Geschäftsrade, 6uSfe?er le^leu 4>lumeu, ergreifendes Drama. Wo bringen wir ta Gemälde linier? .oder: Anna macht kurzen Prozeß; größte Heiterkeit. Die geschiedene Frau, Tonbild._______ Restaurant Cafe Leib. w bis 30. September: Gastzptel des Künstler-Orchesters „Loreley". 6 Damen [5099) 1 Herr Anfang Sonntags 11-1 Uhr, nachmittags 4 Uhr u. abends 8 Uhr, Eintritt frei. /TO w Eintritt frei. TO Im Saal; Große Budapester Abende. Giessener litherklub GIESSEN, Marktpl. 18 Reinigung von Damen, Herren- u. Kinder- Garderobe, Spitzen, Handschuhen, Decken, Vorhängen, Teppichen etc. ._________________________________________________________________________ Tanz-Musik Morgen Sonntag Restaurant Bäulke Kaiser Allee. 05956 Ladenschlustes an Sonn- und Feiertagen Ludwigsburg