L- w#le6tnn famllieRbiatter" werben btm ettitKU)etmel Wöchentlich. Olt ^Landwlrijchaktlt-e« -eU- kragtR- eilet) em en nwnaUtdj irocunaL m. 290 Sroelker Vlatt M. Iahrqmg .......— Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Cberhesfen Sam$tag, 10. vezember 1910 8totatt»nte rechtsstehenden Parteien haben sich nach Ästigen F^l-drn nut ihm doch nneder in seiner Kandidatur zusammengeiunden und durch die fast ernstinnnige Ausstellung tne politische Lage in indcrm Wahlkreise einen weiteren aus klärenden <5d)ritt vorwärts grbiadjt. Ntan kann dieses Verhalten der Freunde Köhlers die ihn nach schwerem Ringen in den Sattel gehoben haben, wohl verstehen; es roar nicht zu erwarten, daß man ihn der össach- litDrn Meinung nochaebrnd kurzerhand zu dem Alteisen warf, nedjbem er sich selbst wieder als Kandidat proklamiert hatte' Wir nülssen uns mit bei Tatsache absuiden, daß das liberale Burgerium, rechts diesen zähen einseitigen Vertreter der Agranec, links daS Gegenstück, den einseitigen Vertreter der sozwLbenwkratischen Arbeiterschaft und sonstiger unzufriedener Gle- nuute, einen scharfen Kamps auszusechtem hat, aus dem es nur durch große Geschlossenheit siegreich hervorgehen kann. Als bürgerliche liberale Kandidatur ist biS jetzt die des DvosessorS der Landtvinschast Gisevius ausgetaucht, die in grschickier Weise das Interesse des Bürgertums und der Land- winschaft verbinden konnte, und die der leider eingetretenen unheilvollen Entfremdung von Stadt und Land zu steuern ge- eipitrt war Sie hat nicht den Beifall derjenigen Extremen gesunden, denen bad Allgemeinwohl ^Nebensache, das Paneiinler- esse Zweck deS Daseins ist; man ist ihr mit gehaltlosen Schlagworten — die bei der Masse ziehen, ohne nachgeprüft zu werden — wie Agrarier, mangelhafter Aozia (Politiker usw., entgeg enge treten. Den Beweis dafür bei^ubringen hat man bis jetzt nicht für nött(i erachtet DaS Programm von GiseviuS enthält, mit ehrlichem, Willen gelesen, auch nichts, was ihn als Agrarier ersäxnnen lassen, es enthalt auch ebensowenig etwas, was ihm als mangelndes soziales Verständnis ausgelegt werden kann. Das Interesse des schlver barnieberhegmben Handwerks, sowie die schmierige Lage, in der sich insbesondere der Kleinhandel, das Detailgeschäft, befindet, erfotbert es dringenb, daß man die sozialpolitischen Fragen nicht einseitig betrachtet, sondern, daß man Können und Leisten genau miteinander abwügt; und das vertritt Gisevius. Deigenige, den der Sckxuh nicht drückt und dessen Existenz davon nid)t berührt wird, hat es leicht. Andern Verpflichtungen auszuladen und sich damit den Schein des Volksbeglückers zu geben. Die Gesunderhaltung des landwirtschaftlichen Standes, der doch sicher ebenso wie jeder andere seine Existenzberechtigung hat, ist der Erwägung wert. Jeder Uebergriff aber der Agrarier, wie er sich in neuester Zeit wieder in deutlicher Weise gezeigt, insbesondere bei der Fleischversorgungsfrage, wo man sogar die dringend nötig gewordene Einfuhr gefrorenen Fleisckzes, das doch sicher nichts mit der Seuchengefahr zu tun hat, mit allen Mitteln zu verhindern versuchte, sowie das Verlangen eines lückenlosen; Zolltarifs für landwirtschaftliche Produkte, muh scharf zurück-- gennefen werden. Kein anderer Berus kann sich lückenloser Unterstützung rühmen, und er darf es auch nicht, da nichts verbitternder und zerstörender wirkt, wie die Bevorzugung eines einzelnen. Standes auf Kosten der Allgemeinheit. Das Programm eines bürgerlichen aussichtsreichen Kandi- daken zum Reick)stag kann also nur auf einer sorgfältig gleich- mäfügen Abwägung der Interessen aller Berufsstände basieren steine Einseitigkeit, komme sie von rechts oder links. Wer das Programm von Professor Gisevius gelesen hat, muh sich bei ausrichtiger Gesinnung sagen, daß kein anderer bürgerlicher Kandidal wert davon abrücken taiin Trotzdem geh, man mit dem Gedanken um, einen zweiten bürgerlichen Ver tretet aufzustellen, und das ist bedauerlich, denn das Endergebnis ist sicher das, dost feiner der beiden liberalen Kandidaten den Sieg davon zu tragen vermag. Der dem politischen Treiben etwas abseits Stehende sieht mit lebhaftem Bedauern den Zeitpunkt immer näher rücken, wo unser, liberale Universitätsstadt, unsere liberale Stadt- und Landbevölke rung durch die Uneinigkeit des liberalen Bürgertums, oder viel mehr feiner Führer, dauernd der Vertretung der extremsten Klassenparteien anheimfallen wird Was ist damit erreicht? Der Kreis ist für bürgerliche Fragen und Interessen nicht mehr zu haben, et ist ausgejchaltet von txr Mitarbeit an der gedeihlichen W eiter enttoicklung unteres Vater' landes. Das aber tun? Die berufenste Instanz, die liberalen Parteileitungen an ihre Pflichten der Bürgerschaft gegenüber zu erinnern, sie zum Besinnen aus sich selbst zu zwingen, der Hansabund, muckst sich nicht, er leidet an Altersschwäche. Wate es nicht eine nationale Tat, die schönste und wichtigste, die er zeitlebens vollbringen formte, eine Einigung der liberalen Parteien, "des Bürgertums hetbeizuführen? Liegt bet Gebanst so fern? Junge, tatkräftige Leute an die Spitze, um das fast Versäumte nachzuholen! Es kann und muh gelingen, die politischen Heißsporne aus bem Tressen zu bringen Es sinb bercr zu viele, bie bem bebauerlick-en Weiterfressen bes Zerwürfnisses unter den liberalen Bürgern Einhalt gebieten möchten, denen aber durch ihre politische Zugel/ürigkeit Fesseln angelegt sinb Das Bürgertum will bie V e r st ä n b i g u n g , es will keine Vertiefung der burch politische Aergernisse schon ausgedehnten Kluft. Die Verheerungen, die durch bie Wahlkämpfe erzeugt werben, haben sich im Klanen jetzt b< i den Stadtverorb- netenwahlen gezeigt. Sollen bie früheren Zustänbe, bie zu bireften Verseinbungen ber Burger unter- einanber führten, lieber einreißen? Entspricht bas liberalen Grundsätzen und ist das liberale Denkungsart? Sicherlich nicht! Also aus zu gemeinsamem Handeln! hessische Zweite Kammer. Darmstadt, 9. Dezember. iAm Ministettische: Minister des Innern v. Oombergk, Geh. Rat Dt. Best, Geh. Obermedizinalrat Dt. Lorenz Vizepräsident Korell eröffnet die Sitzung gegen l/;10 Uhr Zur vorläufigen Beratung im Plenum in Gemäßheil dos Artikels 33 und 35 der Geschäftsordnung steht ein Antrag des Abg Korell und Genossen, Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen betressend. Abg. Braun (Bb.) bittet den Antrag anzunehmen, der im Sinne der geftrinen Ausführungen des Abg. Korell gehalten fei. Die Dringlichkeit des Antrages rojrb beschlossen. Abg. Orb (©ojJ erwähnt einen Fall von Schlachtung kranken Viehs aus Heidelberg zum Beweis bafür, wie leicht bas Reichsgesetz umgangen werden kann. Abg. Köhler (ttrilb) begrüßt ben Antrag, baß einheitlich unb gleichmäßig vorgegangLn wirb. Der Antrag wird daraus einstimmig angenommen. Als Mitglied des Finanzausschusses wird aus Vorschlag des Abg. Brauer Dr. Heidenreich einstimmig gewählt. Hieraus wird in bet Generaldebatte über die Stadteordnunz fortgefahren. Abg. Dr. Zuckmaher (Ztr.): Die Polizeiftage fei so schwierig, baß sie ein Gesetz für sich verdiene. Das Gesetz atme fortschrittlichen Geist und sei nicht reaktionär. Vor allen Dingen sei das Prinzip der Selbstverwaltung nicht nur beibehalten, sondern erweitert worden. Die Bewegungsfreiheit bei der Einführung der Städteordnung bei den Gemeinden sei ebensalls nur fortschrittlich, da sie erst verpflichtet seien, bei einer Seelenzahl von 15 000 die St.-O. obligatorisch einzusühren, aus der anderen Seite aber die Möglidsteit -Hütten, dies schon bei 3000 Einwohnern zu tun. Bei der Magiftrcttsverfassung sei es, ebenso. Auch die Aushebung der Bestimmung, die den Höchstbesteuetten nUr auf Grund ihrer Besteuerung einen Sitz in der Stadtverord- leicnörrjumniluno zu gestand, sei fortschrittlich, desgleichen die Ein- uhrung dos Wahlrechts der Haussöhne. Wenn Abg. Ulrich gegen st.es Wahlrecht gesprochen habe, widerspreche das dem Prinzip einer Partei, der Einführung des allgemeinen Wahlrechts. Die Lrweiterung des passiven Wahlrechts sei ebenfalls ein Fort- chritt. Die Bestimmung, die der Regierung das Bestätigungs- •'cht der Beigeordneten usw. zugesleht, sei so nötig wie ie. Die Gemeinden seien berufen, die Staatsordnung aufrecht zu erhalten, deshalb könne man dem Staate nicht zumuten, für loldie Stellen Leute zu genehmigen, die diese Ordnung untergraben wollen. Der Redner ersucht zum Schlüsse, die Städte- .Lvuuiig |u, rote |ie borliegt, zu genehmigen. Abg. Reh (Freis.): Bei genauer Betrachtung der Städte- jrimung könne man nicht dem uneingeschränkten Lobe der meisten Redner dieses Hauses beitreten. Z. B. sei das Aufsichtsrecht )es Kreisrates über die Stadtverwaltung zu roeitgehond. Der liedner (egt sodann an einigen Fällen dar, wie das Aufsichtsrecht ies Kreistates das Selbstverroaltuugsrecht überschreitet. Tas Be- ^ätigungsrecht der Krone müsse aus der Städteordnung heraus. Zn Baden sei man so weit, ohne schlechte Ersahrungen gemacht zu haben. Die St.-O. enthalte noch viele kritische Beüimmungen, Jte entfernt werden müßten. Abg. Orb (Soz.): Kollege Zuckmaher sei wenig auf das Gesetz eingegangen und habe ein zu großes Loblied auf das Gesetz gesungen. Es sei ganz unwesentlich, wenn den Gemeinden die Einführung der Städteordnung in den Grenzen von 3- bis 15 000 Einwohnern freigestetlt sei. Wer das Gesetz mit ofienen Augen ansehe, könne von einem Selbsloerwaltunasrecht, gehalten in fortschrittlichem Sinne, nicht reden. Das Wahlrecht der Haus- löhne sei eine zurückschrittliche Bestimmung, begünstigt würden durch sie die Besitzenden gegen die Nichtbesttzenden. Das Wahlrecht sei reaktionär unb nur Flickschustereien seien an bemselben öorgenommen. Richt reaktionär sei man, wenn man das gleiche und direkte Wahlrecht vom 21. Jahre ab auch für die Frauen einführe. Tas Bestätigungsrecht der Regierung solle lediglich verhindern, daß ein persönlich Unfähiger gewählt werde, solle aber nicht auf die politische Gesinnung des Betreffenden einen Einfluß haben. Wetrn Abg. Dr. Zuckmaher behauptet habe, die Sozialdemokraten hätten republikanische Ideen, so sei das doch längst bekannt, aber es hätte Zeilen gegeben, wo auch Zentrumsmänner solche Ideen gehabt hätten, allerdings hätten die Zeiten sich geändert. Wenn die Sozialdemokratie am Ruder wären, kämen solche verfassungswidrigen Anwendungen der Gesetze, wie sie in Monarchien üblich leien, nicht vor. Abg. Raab (Soz.) will baS Zugestänbnis bes Abg. Dr. Zuckmaper feftnageln, bie Bestimmung des Bestätigungsrechtes sei wegen der Sozialdemokratie in das Gesetz gekommen. (Lebhafter Wwerspruch.) Abg. Dr. Zuckmaher habe große Furcht vor der Sozialdeutokratie, obgleich man in Deutschland in den freien Reichsstädten schon drei Republiken habe und jede Stadt eine Republik sei. Die Sozialdeutokratie dränge in gewissem Sinne auf Umsturz bes alten unb forbcrc gleiches Recht für alle. Das Bestätigungsrecht sei seinerzeit eingesührt worden, um bie Wahl von Idioten zu verhindern, während es heute nur gegen Sozialdemokraten angewandt würde. Die Stimmung im Lande gegen diese willkürliche Gesetzesverletzung sei außerordentlich gewachien. Die weitere Nichtbestätigung von Sozialdemokraten sei eine Agitation für seine Partei, wie diese sie nicht besser machen könnte Die Nichtbestätigung von Sozialdemokraten auf Grund des Bestätigungsparagraphen und auf Grund der Verfassung sei eine Rechtsbeugung. (Ordnungsruf des Präsidenten.) Minister des Innern v. vombergk: Aus die im einzelner^ gegen das Gesetz gemachten Anstände werde ich Gelegenheit haben, bei der Spezialdebatte zurückzukommen. Nur auf bie Bestätigungs- frage möchte ich alsbald eingehen. Mit Recht ist melnlach hervvr- gehoben irrorben, daß das Recht der Bestätigung von der Regierung nickt eingeführt wurde mit Rücksicht auf die Sl^iatdemokratie,' aus bem einfachen Grunde, weil es bamals noch gar keine gab, (Zttruf bes Abg. Ulrich: Oho!) Wenigstens hat sie damals noch keine Rolle gespielt. Tas Bestätigungsrecht ist das natürliche Recht der Negierung, sich den Gewählten daraufhin anzrusehen, ob er die persönlicksen Eigensckxislen besitzt, die ihn daM befähigen, hohe staatliche Funktiotten auszuführm. Es handelt sich in bart Entwurs nickst um die Einführung bes Bestätiaungsrechts, fon* bem um bie Frage, ob bie Regierung in ber Lage ist, bas Be- (Siebener Ktcrdtthcatcv. Hohe Politik. Lustspiel von Richard Skotvronnek. Gießen, 10. Dez. Richard Skoturonnek hat der deutschen Literatur schon manches unterhalrsanie, vergnügliche Werk geschenkt, und schon die Art, wie er fid) gibt, sichert ihm eine größere Beachtung, als sie den Schwankdichtern sonst gemeinhin zittetl wird. Skowronnek findet sich und das Publikum nicht nur mit billigen Späßchen ab, er müht sich redlich, so sehr manckMal sogar, daß man die Tätigkeit zu spureit glaubt. Auch in seinem neuesten Lustspiel Hohe Politik finden sich davon Spuren, mitunter wertvolle Spuren sogar, tvenn )te auch rasch verweht sind. Dies ist der Jli- halt des lustigen Werkes: __ Cttomaiyber jugenbliche Herzog von Laxenburg Wettenstein, ist ein arg verliebter Herr unb seine einzige Tätigkeit besteht barin..daß er in ber Pose des „Ginfamen, Trostlosen" auf galante Abenteuer ausaeist. Dabei gerat er an eine temperamentvolle Malerin, die junge Gattin feines Lorpsbruders Dr. Billung, den er kürzlich als Akademic- btreftor berufen hat. Ionas, der Kommissionär der Kunft- Irnn, erfährt davon und in Gemeinschaft mit dem Minister soll der abenteuerlustige Herzog ohne Wissen der übrigen in der Maler-Werfstätte mit der Prinzessin Adalgifa bekannt gemacht und zur Heirat förmlich gezwungen werden. Dieser Plan der hohen Politik gelingt und Ionas eryau zum Lohne den heißersehnten Drben. Die Gestalt be5 Ionas ist mit Liebe und Hingabe gezeichnet unb in ihr erhebt sich bas Spiel steNeuivoise vom Schwank zum Lustspiel^vom platten Kl^chee zum Charakter, stellenweise, nicht immer. Der arme Jube, der vom Lavcn- bicucr alle Berufe durchlaufen hat, in denen er es ZU etwas zu bringen vermeinte, ist trotz seiner offenbaren Berechnung der liebenswürdigste und angenehmste Mensch des ganzen Stuckes. Alle ädrigen Figuren waude^ in den bekannten Bahnen bewährter Schwanktechnik. Das ganze ist nett und vergnüglich, lustig, nicht ohne Neme Koketter en. Die Darstellung, von Hermann r d e n tadellos vorbereitet, hatte es samoS verstanden, dem Werke deni Gr olg äu sichern, und so fehlte es denn nicht an lebhaftem Beifall und ununlerbrockstmer Heiterkeit. Als Ionas Herrn. Norden vielleicht das beste, was wir seither von tijni gejchen haben. Ohne [löcenbe Uebertreibnngen 6er- lieh er dem burdf-tricbcnen, warmherzigen Manne ein ungemein lebendiges, unbedingt ansprechendes Relief. Hübsch, unb auch in den kleinen Unmöglichkeiten von Haltung, ivar Karl Marx als Herzog, er hatte jeboch lieber im gewöhnlichen Rock ersdzeinen sollen, als in in ber unglaublich ärmlichen Uniform eines Linieninfanterie- rcgirnents, unb bazu nr^(> mit einer Husareurnütze. Kokett und neckisch war Franzi Koch als Malerin, vorzüglich in seiner herablassenden Würde der Minister Kurt Gühnes. In den kleineren Rollen zeichneten sich besonders Karl Bo Ick als Billung, Lore Scholz als Rosa und Hilde G n g e t als Adalgisa aus. N. — EineösterreichischeSahara-Expedition. Ein Unternehmen, das wohl als das schwierigste und gefährlichste der ganzen Afrikasorfd)ung bezeichnet werden muß, hat fid) eine Expedition zur Ausgabe gestellt, die den Namen „Die österreichische Sal-ara-Expedition" führt und von dem Wiener Afrikarcisendeu Otto Gesar Artbauer geleitet wird. Gs handelt sich bei dieser Forschungsreise, die wissenschaftlidien Zwecken gewidmet ist, um nichts mehr und nichts weniger als die Erforsd)ung von T i b e st i, jenem von räuberischen Horden umgebenen und bewohnten Lande, in das bisher nur ein Forscher, nämlich Gustav Nachti- gal, 1869, hat eindringeu können. Wie der Globus mitteilt, sollte der Aufbrud) der Gxpedition im Laufe des November erfolgen und der Ausgangspunkt Tripolis sein. Geplant ist eine Durchkreuzung Tibestis von Gatrun oder von Kufra aus mit Wadai oder denn Tsadsee als Schlußziel. Die Voraussetzungen für eine Reise nach Tibesti siiid heute schlimmer als jemals, weil jetzt fast alle, Tibbu-Stämme unter dem Einstuß der als besonders gefährlich bekannten Senussi stehen. Man glaubte daher, daß ein Gindringen in Tibesti heute nur an der Spitze einer bis an die Zähne bewaffneten Mannfd>aft möglich sei. Artbauer aber, der von dem österreid)isd>en Overlenttiant Kraft von Helm- h acker begleitet wird, will nun dies Wagnis auf dem Wege einer friedlichen Forschungsreise unternehmen. Der kühne Reisende ist zu diesem Unternehmen geeignet, wie kaum ein anderer; er hat Jahre lang als Araber unter Arabern gelebt, spricht mehrere arabische Mundarten unb kennt bie Länder des nordafrikanischen Islam genau. Seit dem Jahre 1906 schioebt ihm der Plan vor, Tibesti zu durdiziehen. In Oesterreich bringt man seinem Unternehmen das größte Interesse sowohl in wissenschaftlicken wie in wetteren Kreisen entgegen; an der Aufbringung der Kosten haben sich u. a. ber Kaiser und ias Unterrid)tsmintt l'ierium beteiligt. — Da s KunstmuseumimFischerdorf In einem IX ein en Fischerdor e ,t.i Süd ra i kn ich in bei Gmi drM a r« tigueS, dem proven^alischen Venedig", in dem Ziern jahrelang lebte und eine Reihe seiner besten Meisterwerke schuf, ist seit kurzem ein Museum entstanden, das heute bereits überslM Werke der Malerei zählt. In dem malerisch: gelegenen kleinen Martigues fand Ziem Ersatz für die Schön* heiten des 'Lidos und die lichten Wunder Konstanttnopels^ und als er bei dem Besuche der italienischen Flotte iit Toulon von der Regierung den Auftrag erhielt, das denkwürdige Ereignis in einem Bilde tu verewigen, da stiftete der Meister den Fischern, seinen Gastsreunden, eine Replik des berühmten Gemäldes. Die wackeren Leute sannen hin und her, was geschehen müsse, um diesem Gesd)enke eine würdige Statte zu bereiten, und daraus entwickelte sich sd)ließlich das heutige Museum, dem man in dankbarer Anhänglichkeit an den verstorbenen Meister den Namen „Ziem-Museum" gab. Der Ortsvorstand von Martigues: versandte mit Hilfe der Freunde Ziems an zahlreiche Künstler ein Rundschreiben; alle, die in dem pittoresken Dorße einige Monate zugebracht hatten, erhielten die Ausforde- rung, bon ihren Werken etwas für das Ziem-Museum bet- zusteuern, unb auf biefe Weise strömten in verhältnismäßig kurzer Zeit eine ansehnliche Menge von Bildern zusammen. Heute besitzt das Museum drei Bilder von Ziem, im übrigen aber vorwiegend Werke der jungen provenealisd)en Schule. Das Heine Museum hat seinen eigenen Direktor, seinen eigenen Konservator und gab vor kurzem sogar einen Katalog heraus, der beweist, wie ernst es das kleine Fischerdorf mit der Pflege der Kunst nimmt und welche Früchte der langjährige Aufenthalt Ziems unter den Fischern getragen 1)üL — Kurze Nachrichten auS Run ft u Wissenschaft. Der Malheinaüker Geh. Ho^rat Prolessor Dr. Johannes Thomae in Jena leiert am 11. b. Mis. feinen 70. G-burtSiaa. Gr flammt aus Laucha a. d. lluftr. — In Klein-Sedlitz bei Pirna slarb, der emerit. Prozessor der patbologifcbeu Anatomie der Tierarzt-, lieben Hockfchfchule zu Dresden Geh. "Medizmalrat Dr. med. et pbil et Dr med. vet h. c. Albert ft o b n e tm Alter von 71 Jahren. — Die ,£)orf)Sd)ulfovr/ mc b t: Ter Göttinger Necktsleürer Juflizrat Pro , . . .... „ - , , . 5 kngeL7ru" L^e't? äJ alphabetische Namensverzeichnir Mn8d,06Süenbmü Ärf?« dnST P“ iebermanns Linsicht in unserer Leschästssielle offen. Bei der Abstimunmg über Artikel 2 bezweifelt Abg Ulrich en, Adreßbuches die Beschlubsähigkeit des Laufes. Sine Zählung ergib, die Äi^ fÖt ök Stflöt UNd ötlt Hf CIS GtetzeN nur 22 Abgeordneten, wahrend bei Abstimmungen! 7/(1 über Geietzesanderungen mindestens 27 Abgeordnete gegenwärlia SU/MfltUge i/9* |etn Stuf ^11^09 des Abg. Ulrich wird daher die Sitzung um 12V» Uhr geschloßen. 8 0 m Sitzung: Dienstag, ten 13. Dezember, vormittags 1U Ugt. ° ** Statistik der evangelischen Kirche ttt Hessen 19 09. Seelenzahl: 797 078; Ucbcrgctcctcnc von der kathol. Kirche 148, von sonstigen Gemeinschaften 20 von den Juden 5; Ausgetretene zur kathol. Kirche 10, m sonstigen Gemeinschaften 61, ohne llebcrtritt 64; Zahl'd>x Kommunikanten 182 962 männliche, 2.3 373 weibliche- bürgerliche Trauungen rein evangelischer Ehen 5633, kirchliche Trauungen 5507; bürgerliche Trauungen bei Mi ck- ehen 1420, kirchliche Trauungen 694; Geborene in rein evangelischen Ehen 18 966, Getaufte 18 561; Geborene in Mischehen 4473, Getaufte 2456; geborene Uneheliche 1610 Getaufte 1531; Zahl der Konfirmierten 16149; Zahl her Gestorbenen 12323; Zahl der kirchlichen Beerdigungen in33; nach Herkommen ohne Geistlichen beerdigte Kinder ** Aus dem Pfarrdienst. S. K. H. der Großherzog hat dem Pfarrer Heinrich Wagner zu Nordheim die evangelische Pfarrstelle zu Beuern übertragen. ' ** Kunstverein. Die gegenwärtige Ausstellung ist nur noch morgen, Sonntag, zu besichtigen, von Montag an bleibt die Ausstellung wegen vollständigen Wechsels der Gemälde vier Tage geschlossen. Verkauft wurden aus der Ausstellung bis jetzt „Stilleben" von H. Koberstein- Berlin, zwei Aquarelle von E. Proch-Dack-au und eine Bronco „Zopfflechterm" von H. Liebmann-Berlin. Tie Bilder gingen in hiesigen, und die Lronce nach Marbura in Privatbesitz über. ö ** Stadttheater. Zum Gastspiel von Rita Sac- chetto am Montag den 19. Dezember sei bemerkt, bau der zweite Abschnitt des Ermatztgungskupons gilt, so daß Abonnenten bei dessen Vorwecs nur gewöhnliche Preise gegenüber erhöhten zu zahlen haben. Es ist zu hoffen, daß von dieser Vergünstigung bei dem außerordentrichen Gastspiel der berühmten Tänzerin recht starker Gebrauch gemacht wird. mit bundes staatlichen Rechten zu geben. Im Namen ter Freiheit verlangt man eine Selbstverwaltung, die beutfdK Gesinnung werde dann von selber kommen, eine vollständig verkehrte Annahme, denn es fehlen die Voraussetzungen, die einen solchen Schluß erhoifen lassen. Erst wenn, wie der Reichskanzler v. Bcth- mann-Hollwcg im Dezember vorigen Jahres erklärte, die Bürgschaften vorhanden sind, bann kann von einer Verfassung die Rede sein. Wie aber i|t es mit diesen Bürgschaften beschallen? Lie sind keineswegs derart, daß durch die Schaffung eines neuen Bundesstaats, der noch dazu an der Grenze liegt, eine Schädigung des StaatSwohls, eine dauernde Beeinträchtigung des Reichs als Ganzes ausgeschlossen erscheint. Man wurde dadurch die Vcr- wclichung in Dauer erklären. Der durch Besitz und Ansebn hervorragende Teil der rcichsländischcn Bevölkerung neigt entschieden französischem Wesen und franzöiiicher Denkungsart zu. Ter aus Ultramontanen, Sozialdemokraten und Französlern, aber auS wenig Deutschen, gebildete Landtag, vor allem aber das Haus der Notablen, Herrenhaus genannt, müssen geradezu zu Do- müncm französischen Geistes werden. Wer es also gut mit dem Deutschen Reiche meint, kann vorläufig seine Zustimmung zur Erteilung einer Verfassung an Elsaß-Lvthringen nicht geben, so wünschenswert es auch unter andern Umständen wäre, ein neues, schasfenssreudigcs Glied dem Ganzen einzusügcn. _ . Die bei der Einverleibung Elsaß-Lothringens zum Deutschen Staatsschuldbuch. Die am 2. Januar 1911 allrneu Zinsen der in das Hessische Staatsschuld- buch eingetragenen Forderungen werden bei allen in Be- kracht kommenden Hessischen Kassen und bei den Reichs- baitkanstalten vom 18. Dezember 1910 ab gezahlt. Vom gleichen Tage ab wird die Staatsschuldenkas,e die durch ”7 v.\ “*2,tvl/.vVUÖ C9 !ul allgemeinen recht lange I dle Post oder durch Gutschrift auf Reichsbank-Girokonto und wäre sie auch so^wichtig." EinlEtelw wi>s'de? Vor- V ^'^^enden Schuldbuchzinsen Überweisen. sitzende der Ortsgruppe Gießen, Freil-err v. Liebig, darauf Empfänge. S. K. H. der Großherzog empfing hin, wie vor einigen Wochen in denselben Räumen von berurciier am. Dezember den Oberleutnant Coulmann vom Jnsan- Seite über die Auigaben und Ziele der O st m a r k e n p o 1 j t i k kerre-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, ber aufklärenden Tätigkeit des AU- den Kirchenrat Strack von Leihgestern, die Professoren * ™ h Deutsch- klar dar- Pfeifse. und 2)t. ©meiner von ©(eßen. * potoit ^"D!^-lfatl°!hringffck^F^7'mol" L " Lrdensangelegenheit. S. K. H. der Groß, unmer noch in Güte und vom allgemein menschlich-idealen ^^9 hat dem Geheimen Vaurat Dr. Es er zu Bad-Nau- staiidpunkt aus lösen. Das werde niemals geringen Man l^cim Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihm muiie vielmehr den tatsächlich bestehenden Veihältninen Rechnung ^on Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser Derlienenen Alldeutsche Verband, und jeder Beitre- stählernen Südwest-Afrila-Denl'munze, sowie des ihm von s^o^e deutsä--nationale Jntcrenen und keineswegs chau- meiner Majestät dem Kaiser von Rußland verliehcneu dnrV kL^man ,n Deutschland zu warnen St. Annenvrdens II. Stoffe' erteilt. * ’““ Darauf nahm der sieUvertretende Vorsitzende des Alldeutschen L ^"besstatistiL. Heft 904 der Mitteilungen der Verbaiids, Superintendent Klingemann, das E W ^cl>- Zentrale )ur bu Landesstatistil hat folgenden zu seinem Vortrag „Die Weittnartenpolilil". Er führte dabei aus Inhalt: Anzerge. — Ter Verkehr nach wichtigeren Gütern Aus gewiiier Sette machte man ernstlich den Vorschlag, bie in bcn größeren Hess. Rheinhäsen lu06/03. — Der ^efamt* ^n°hrp is7in°.ln$Lr ,a°c zu lösen, daß man die im guterver.ehr in den größeren hessischen und deutschen R.fein- W* ^!.w^ergewonnenen Provinzen zurückgeben solle. Ein Häsen Lt8o bis 1909 - Eingetragene Erwerbs' und Wir- LL ÄÖeÄ d?r ÄÄ 7 natio. fchastsgenofsenscha.ten 1910. 1 KÄ teiissreunde in München, wonach Die Festung Metz ^und^dcr T ^1- und Telegraphenver- Tnl Lothringens mit französisch redender BevoUerun/an F-ank- , .^odessalle im Juli und August 19,0. — r"ch abgetreten werden soll, kann uniere Zujiimmung nicht linden Warenverkehr zwischen He.sen und Bremen 1872 bis 1909 und ist für jede Erörterung ausgeichlosten. Denn erstens bt> ~ der evangelishen K.rche loOU. — Der Arbeits- iriedigt em ,olches halbe Zugeständnis doch nicht, und dann ^arlt iin 3. Vierleljapr 1J10. — ta^^mänll.^^^e^ ,3-01:1- der grove Zahl zuge^ogener rein deutscher Elemente bildungsschulen 1919/10. — Tätigkeit der Gewerbe- und hnf ^Q!t- auföcl,ie^er^ 2i>as aber soll geichehcn? Ätan Kausmannsgerichte 1909. — Kurie der hessiscben Staats- Hot den .Antrag emgebracht, dem Lande eine Sonderversasfung l anleihen 1909 bts 1910. .MJWn UtaatÄ- * Maul- und Klauenseuche. Als verseucht gel- ten zurzeit alle östlich der Elbe gelegenen Gebietsteil« . des Deutschen Oieid^ä. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus: 1. Ortshausen, Kreis Gandersheim, Herzogtum Braunschweig; 2. Hatdlfing, Bezirksamt Landau a. Isar, Regierungsbezirk Niederbayern. Kreis Alsfeld. b. Mücke, 9. Tez. Tie kleine »Mücke^ wächst jedes Jahr mehr. Tie Einwohnerzahl steigt von Jahr zu Jahr vedeutend. Vor etwa 10—12 Jahren war die Mücke noch ganz unbedeutend, jetzt aber hat sie laut Volkszählung vom l. Dezember die Seelenzahl von 120 erreicht, darunter sind 57 männliche und 63 weibliche Personen. S^ch dem Bekenntnis unterschetden sich die Bewohner in 115 Eoangelijche, 4 Katholischen und 1 Israeliten als Gast. An Haushaltunger? hat Rtücke 24 und das benachbarte Flensungen 71. Flensungen mit Mücke hat 472, ohne Vtücke nur 352 Seelen. Die .Merlauer Mücke", die etwa dieselbe Größe wie die ,Flen- sunger Drücke^ hat, ist in obigen Zahlen nicht enthalten. Die ,ganze Mücke" dürfte demnach etwa 240 Seelen zählen? sie bittet also schon ein kleines Dorf. Kreis Schotten^ $ Rudingshain, 0. Tez. Der hiesige Gesang, verein begeht am 11. und 12. Juni das Fest der Fahnenweihe. Gleichzeitig verbindet der im vorigen Jahre gegründete .Oberer Niddatal-Sängerbund^ damit jem ' erstes Jahresfest. Kreis Lauterbach. --r Lauterbach, 8. Dez. Der B e z i r ks v er ei n L au" terbach des Oberhessischen Obstbauvereins ter- anstattete gestern unter Führung des Obstbautcchnikers Koch- Atsseld einen Rurrdgang durch die hiesige 'O b ft b a u in * Pflanzungen und hielt abends eine Verlamm lung ab, m der Herr Koch über Obstbau sprach. Der Redner führte aus, daß eine Obstpslanzung zum Geldenverb nur wenige, gute Sorten; aufweisen soll, die der Vodenbefchaffenheit der Gegend angepaßt ind und nach jeder andern Richtung hin bereits die Probe bestanden haben, nur dem Liebhaber soll gestattet sein, beliebig viele Sorten anzupslanzeu. Es sollen außerdem nur solche Sorten! gewählt werden, die Nicht häufig in der Ernte versagen, sondern r weniastens immer noch einen Durchschnittsertrag geben. Auch die Anforderungen des Marktes sind zu beachten, es gibt hier gewissermaßen „Ääodesorten", welche das Publikum bevorzugt und belfer bezahlt, als nicht so bekanme, toenn auch vielleicht gerate bestere Sorten, welche schwer abzusetzen sind und keine Preiss - erzielen. In ter Wetterau z. B. zieht man aus diesem Grunde die Schafsnase massenhaft, die zwar kein Tafelapfel, dafür aber ein umso bekannterer Wirtschaftsapfel ist, gern gekauft wird und icher im Ertrag erscheint. Bäume, die nicht regelmäßige Ernten ! bringen, sind zu emfernen oder wenigstens umzupsropfen, falls sie noch genügend Wachstum »eigen. Deshalb plant die Laute f wirtschaslskarnmer in den einzelnen Gemarkungen auch sogenannts Obstbaummeliorationen, man. will die minderwertigen vorhaw- " >enen Obstsorten durch bessere ersetzen. Einzelheiten hierüber f inb noch nicht bekannt geworden. Auch die vielfach noch vor-, handenen veralteten und mintertoertigen Birnensorten seien durch neue, gute Sorten nach und nach zu ersetzen. Weiter ist eins Verjüngung der Bäume am Platz, d. h. ein starker Rückschnitt der Aeste des durch langjährige Fruchtbarkeit erschöpften Baumes, hierdurch erzielt man wieder bessere Erträge und vollkommenere grüchte. Ein Hauptaugenmerk ist auch auf das gute Holzwachstum namentlich der jungen Obstbäume zu richten. Hört das .Volz- ■ Wachstum des Baumes auf, so läßt auch der Ertrag nach. Auster- dem ist eine zweckmäßige Düngung notwendig, es wird noch zw« viel unrichtig nur mit Jauche und Stallmist gedüngt. Es müsfcn diese Dungfwffe mit mineralischen Düngern, Kalk, Kali, Phote s Pborfaure, abwechseln. Schließlich ging Redner auf die laute \ läufige Meinung ein, als sei unsere Gegend mit ihren rauheni Winden für den Obstbau nicht recht geeignet. Der Vortragente kann dieser Ansicht nicht beiflichten, viel wichtiger als die gelegentliche Temperatur der Luft sei die Beschaffenheit des Bodens, in gutem, den Bedürfnissen des Obstbaumes genügendem Boden werden schon reichlichere und vollkommenere Blüten ausgebildet, 1 diese erfrieren und verderben dann nicht so leicht, wie ant Baum mit schlechtem, ungeeigneten Standort. Diese Erfordernisse richtig zu bewerten und fick nutzbar zu machen, ist die । Aufgabe des Obstzüchters, und — richtige Sorten, reichliche Ernten! sellschaftsordnuug zu stürzen. (Beifall.) Meine Herren! Es wird von der Linken so oft behauptet, daß die Handhabung tes Bestätigunasrechts ein Reckstsbruch sei. DaS muß zurückgeivieseu weiten. In der Bestimmung, daß alle Hessen vor dem Gesetz? gleich sind, kann dock) nichts anderes gegeben werten, als daß kein Hesse im Nahmen der Gesetze bevorzugt wrrten kann. Das geschieht auch nickst dadurch, daß die Regierung von einem ihr zustehenden Gesetze Gebrauch mackst. Darin kann um so weniger ein Reckstsbruck) gesehen werden, als die Regierung doch auch bic Pflickst hat, ten Teil ter Staatsbürger, ter an der besdehenten Rechtsordnung festlstilt, zu fckstitzen. (Erregter Zuruf tes Abg. Ulrich.) Jawohl, zu sckstitzen! Und ickz kann sagen, daß ick^ so lange ick) ter Regierung angehore, diesen Standpunki bcibehalten werde. (Lebh. Bctfalt Zurufe von ten Sozia Id.) Meine Herren! Der Abg. Ulrich hat gQvünscht, daß die Regierung sich einmal in ten Orten um» sehe, wo bestellte Büryermeisber sind. Ich habe daS getan und kann ..... nur sagen, daß ich in Mühlheim nur Anerkennendes über den I Neich gehegten Hoffnungen, wonach der Jahrhunderte lang ge* * Manu gel;ört habe, der unter ten schauerigsten Verhältnissen rni. trennt lebende Bruderstamm wieder zurückerobert werde, haben größter Selbstaufopferung arbeitet Die Regierung hofft auch in I stch nidjt eriüllt. Es läßt si chdiese Erscheitiung wenigstens zum Zukunft solche Männer zu finden. (Beifall. Unrute bei den Teil erklären aus der altgermanischen, alemannischen Art, die Soziald.) Die Regierung wird also unter allen Umständen au fest und zah am Alten hängt. Sie läßt sich auch begreifen, wenn tem Bestätigungsreckst festl-alten. (Beifall.) man bedenkt, welche Vorteile das fest gefügte französ. Staatswcfen Abg. Dr. Zuckmaher (Zentr.) verwahrt si»ch gegen bie leinen Bürgern bot, das die Revolution überdauerte und unter Steuerungen der Sozialdemokraten. Abg. Orb habe seine Aus- Napoleon I. ulle andern Staaten an Ruhm weit Überstrahlte, fuhrungen falsch gedeutet und Abg. Raab seine Ansicht über das! Dagegen das Deutsche Reich durch Kriege geschwächt, die kaiser- Bestätigungsrecht genau in daS Gegenteil veikehrt. Tie Republii lid)e Macht nur ein Schatten und ter Deutsche Bund mit feiner Hamburg habe eines der reaktionärsten Wahlsysteme. In Wrimar- Kleinstaaterei ein Hemmschuh aller freiheitlichen und geistigen Eisenach sei das Bestätigungsrecht aufgehoben. Entgegen seinen Entwickelung; doch das war alles einmal. Heute liegen Die jetzigen Ausführungen habe der frei)innige Vertreter im Aus- Verhältnisse anders. Und wir wären in Elsaß-Lothringen weiter, ichusse für das. Bestatigungsrecht gestimmt. loenn man bei der Verwaltung sich nicht von falschen Grund- Abg. Ulrich (Soz.) macht zunächst einige Bemerkungen gegen lätzen hatte leiten lassen. Man wollte durch em allzu weites Aog. Dr. Zuckmaher, der Merkwürdiges gesprochen haben müsse. I Entgegeiikommen die führenden Kreise gieroinnen und schob den Redner werde das an der Hand des Steiiogrammes nachweisen. I unter schwierigen Verhältnissen deutsch gebliebenen Mittelstand Weiter erklärt Redner, er bleibe niemand etwas schuldig, auch beiseite. Man bediente sich der französischen Sprache, wo es tem Herrn Minister nicht, der sich selbst als Geschäitsjührer der ganz und gar nicht am Platze war und bestärkte dadurch das besitzenden Kreise des Landes vorgestellt habe. (Oho!) Auch hier Volk in dem Glauben, der fein durck-gebüdeten französischen Sprache wolle er an der Hand des untorrigierteu Stenogrammes Nachweisen, gebühre der Vorzug, wie man beim heute noch in jenen Landen toie absichtlich parteiisch der Minister arbeite. Das natürliche die deutsche Kultur als nicht vollwertig ansieht. Dabei schaltet Recht werde widernatürlich gehandhabt, toenn sozialdemokratische, man absick-tlich alle historischen Tatsachen aus, die geeignet find, aber fähige und geistig intakte Manner Nicht bestätigt würden bas Gefühl für deutsches Wesen und deutsche Macht zu erzeugen Die authentische Erklärung des Ministers, er werde Sozialdemo- und sordert auch in bcn nicht französisch rebenben Teilen bes Traten nie bestätigen, werte Redner sich merken. Er verweist Landes in bcn Volksschulen bie französische Sprache als zweite sodann auf bcn Mühlheimer Fall, wo angeblich ein politisch Unterrichtssprache neben ber beutschen. Man bedenkt dabei nicht, unfähiger Mann als Bürgermeister gewählt worben sei. In Zu- daß hierdurch die Gefahr einer Zwitterkultur bedingt wird, bic Tumt würden nach dem Bestätigungsrecht nur die gewählt werden keine Geistesfrucht tragen kann. Die geschichtlichen Tatsachen begönnen. bie indolente Politiker und harmlose Leute seien. Mil Höngen denn auch, baß bis jetzt noch kerne geistigen Größen Elsaß- dem allgemeinen gleichen Wahlrechte, das allen Hessen nach der Lothringens zu nennen find, die in französisch-nationaler Hin- Verfassung gewährleistet ist, habe sich ter Minister in Wider- licht Nennenswertes geleistet hätten. Ein Volk kann nur bann fprud) gesetzt. Wenn der Minister versuche, Leute seiner (Redners) etwas leisten, wenn es seiner Eigenart treu bleibt, auf bie Reick)s- Partei von staatlichen Funktionen fernzuhalten, hätte er früher lande angewandt, wenn ihre Bewohner sich voll und ganz dem Minister werben müssen. Er hätte in bie Sphäre vor 200 Jahren deutschen Wesen zuwcnden, wohin sie ihrer Art nach gehören, bener gepaßt. Die Sozialdemokratie werde sich aber gegen der- . Wie sind nun diese Schwierigkeiten zu entwirren? Nur durch artige lieber griffe zugunsten einzelner Klassen zu mehren wissen, geduldige Arbeit, Vorsicht und Besonnenheit. Schon hat sich im Die Negierung wolle sich die Posten für Kreaturen ihrer Ge- -aude selbst ein Heiner Kreis deutsch gefilmter Männer zusammen- Unnung offen halten, das spreche jedem Liberalismus Hohn, geschärt: Volksschullehrer, mittlere Beantte und Bürger. Nur Der Mmuter habe sich als Kommis der besitzenden Klassen hin- durch rielbewußte Arbeit kann es dahin kommen, daß aus dem gestellt (Ordnungsruf des Präsidenten), durch seine Erklärung Holze der Vogesen, wie Rückert sich in dem Gedichte „Die Straß- sei aller Liberalismus zu den Hunden geflogen. burger Tanne" auSdrückt, bas ber Vortragende verliest wieder Minister des Innern v. Hom berg k: Er habe nicht ge- deutsche Häuser gebaut werden. Nur dadurch können bie dem lagt, bie Regierung wolle bie Besitzenden schützen, sondern die Reiche drohenden Gefahren abgetoenbet werden, bie darin be- staatserhaltenden Elemente. Auch richte sich bie Nicht- stehen, daß untere natürliche Westgrenze verschoben würbe unb bestatigung nicht gegen bie Sozialdemokratie, wie ein Fall im deutiche Art, Sprache unb Kultur aus unserm mit so vielen vorigen Jahre in Oberhessen beweise. Die Negierung stehe auf Itotvercn Opfern gewonnenen Bruderlande verschwinben würben dem Stanbpunkte, baß Akte ber vollziehenben Gewalt nicht in Der so harmlosen aber burchaus gefährlichen Forderung: Elsaß- tee Hande der Sozialdemokratie gelegt werden bürsten. Lothringen ten Elsaß-Lothringern setzen wir ben burchaus de- Vlbg. R e h (Freis.) Tlärt seine Stellung zum Bestätigungsrecht cechtigten Rus entgegen: Elsatz-Lothnngen dem Deutschen Reich, ^by/j^r den.^"skührungen bes Dr. Zuckniayer auf. Die von großem Verständnis für bic einschlägigen Fragen rnm Bestatigungsrecht. zeugenden Musjührungen sanden ungeteilten Beifall? 9 er Minister Tonne keinen Bürgermeister ober Beigeorbneten H Säuglingsheim oder Läuglingr-Nranknanftalt? Von RegiemngSrat P i st o r, Darmstadt. Die Großh. Zentrale für Mutter- und Sünglingsfürforge wird | mre in anderen Kreisen, so^anch für den Kreis Giefeen eine 3 11? c i 1 (teile errichten. Sie hat hierzu der zukünftigen Zweigstelle einen Kredit von 500 Mark zur Verfügung gestellt, welcl>e ^umme die Bezüge der Zentrale ans dem Kreis (Shefeen erheblich ilbcrsteigt. Daraus geht ohne weiteres hervor, baß die Ansicht, cs würden Gelder aus Gießen in Darmstadt verwendet, nicht IXiItbar ist.*) Die Zweigstellen regeln im Anschluß und mit Unterstützung der Zentrale das gesamte Gebiet der Mutter- und Säuglings- sürsorge für ihren Bezirk, d. h. sie suchen alle Hilfsmittel dieser Bewegung, den örtlichen Verhältnissen folgend, bon durckWusühren, wo sie wirksam sein können. Wie bekannt, unterscheidet man eine offene unb' eine geschlossene Fürsorge. Die offene Fürsorge wirkt durch Propaganda, Bclel>- nnig, Erziehung und Unterstützung, olme an eine Anltalt gebunden zu sein. Jl)re Mittel sind il a. die Beratungsstellen, die Mitarbeit der Hebommen-Vorträge usw. Die geschlossene Fürsorge beschränkt sich auf gesclstosseue Anstalten. Zhr sind u. a. die 2üuglings-Pflegeanstalten (Säuglingsheime) und die Säuglings- krauteiranstalnm gewidmet; ihre Bedeutung ist bekannt. Wie eine geordnete Säuglingsfürsorge ohne offene Fürsorge nicht denkbar ist, so braucht sie für bie geschlossene Fürsorge die beiden Arten von Anstalten. Für ein Mnd, dessen Aufnahme z. B. in einer Säuglings- Pflegeanstalt (Säugtingsl-eun) bearttragt wird, gibt es in der Hauptsache nur drei Möglickfkecken: entweder bad Kind ist zwar durch die äu feeren Verhältnisse (z. B. Wohnungsnot, Trunksucht ober Tudarculose in der Familie, verwahrloste Mutter eine- uneheltchen Kindes) gefährdet aber gefunb; dann gehört es, wenn es bei der Mutter nidjt bleiben kann, sobald wie möglich m eine durch die Beratungsstelle üderwackste Eckizelpflege, die nur den dritten Teil der Anstaltspflege kostet. Derartige Kinder in ein Säuglingsheun zu lassen, rechtfertigt sich nur so lange, als wegen mangelnder Organisativtt die 93 e = au s s i ch t i g u rr g durch eine Beratungsstelle nicht durch- f ü b r b a r i jt Handelt es sich um ein von der öffentlichen Armenpflege unterstütztes unel)eliches Kind, so wird es fdxm auf diesem Wege der Beratungsstelle als Organ der gesetzlichen oderderSammelvormundschaft zuzuführert jein; (vergl. die Leitsätze der Zentrale). **) Die -weile der erivähnten Möglichkeiten ist die: Das Kind zeigt Symptome einer vielleicht unschwer zu bekämpfenden Gesundheitsstörung (Ernährungsstörung). Gelingt es, ihr in einigen Wochen in dem „Säuglingsheim" Herr zu werden, so gehört auch dieses Kind alsdann in Einzelpflege. Gelingt dies nicht, so gehört es in eure Säuglings-Krankenanstalt. Als dritte Möglichkeit kommt die in Betracht, dafe ein offenbar krankes Kind Aufnahme begehrt. Dies muß unmittelbar einer Säuglings-Krankenanstalt überwiesen werden. Diese Ueberlegung hat zu dem von den bedeutendsten Kinderärzten vertretenen und allgemein anerfannten Grundsatz geführt, daß das gesiuide Kind in die billige Einzelpflege, das gc- sundyeulich gefährdete (womöglich mit der Mutter) in eine Säuglingspflegeanstalt (Säuglingshe im), das kranke Kind aber in eine Säuglings -Krankenanstalt gehört. Es war natürlich, dafe dieser Grundsatz, einmal erkannt, auch dort : seine Wirkung ausüben mußte, wo keine Krankenanstalt, sondern nur ein Säuglingsheim bestand. Die nächste und naturlidje Konsequenz war bie, dafe man in dem Säuglingsheim Betten für kranke Säuglinge bereitstellte. Wo dies nach ben ' Platzverhältnissen möglich war, hat man diese Krankenbetten in einer Abteilung abgesondert. Man tarn dadurch Überall in Dentsch- i land wenigstens im kleinen zu den beiden Arten von Anstalten, , bie sich notwendigerweise ergänzen müssen. Ein Säuglingsheim ohne die Möglichkeit der Abgabe tranrer Säuglinge in geeignete Anstaltspflege und ohne das Prinzip der baldigen Unterbringung gesunder Säuglinge in überwach!e Einzelpflege ist imvoUtommen. Die dafür aufgewandten Beträge tragen mäst die Früclste, die sie tragen sollten. Es handelt sich hier, wohl bemerkt, nicht um eine strittige Frage, fonbern es gibt neben diesem, von allen Autoritäten emp- fohlelien Weg keinen zweiten gangbaren. Hier allein ist die Antwort ans die Frage zu finden, die uns doch allen am Herzen ; hegt: „Wie sorgen wir am besten für die armen gefäl)at)ctai ' Kstider, deren Obhut wir übernommen haben und übernehmen • sollen?" Alle persönlichen Bedeiitcn müssen davor fchwecgew. Das in Gießen beftel)eiibc Säuglingsheim hatte danach ! imbcbingt die Aufgabe, sich auch der kranken Säuglinge anzuneh- ■ men, so lange die erwähnte Ergänzung durch eine besondere Säug- , lingS-Krankenanstalt nicht bestand. Bon diesem Geiichtspuntte ließ sich auch das SaugliNgsl-eim bis vor kurzer Zeit iCiten. Es entsprach damck einem allgemein anerkannten Gebot der W i s, e n- - fchast mid der sozialen Einsicht: Wenn das Säuglingsheim imd dessen Leitung zurzeit ein anderes Prinzip verfolgt, ' unb teuie kranken Kinder melyr aufnimmt und auch offenbar gesunde Kinder nicht balbmöglidyft in Einzelpflege gibt, io ist dies ’ bei den gesuiidcn Kindern ein kostspieliger Fehler (da Anstalls- nflege weitaus teurer ist wie Einzelpflege) und bet den tranlen , Lindern -nm mindesten verfrüht (da eine Krankenanstalt noch nicht besteht) Dabei mag anerkannt werden, daß diese Behandlung der Angelegenheit in der besten Absicht und mit dem Streben ■ gewählt wurde, der Sache zu bienen. ' Leute handelt es sich darum, einen Weg aus dieser Enge heraus zu finden. Wie bekannt, erftrebt die Zentrale mit allem ' Nachdruck die Einrichtung der schon in ihrer Satzung und seit 3 den ersten Verhandlungen immer wieder erwähnten Kinderklinik, f für die bereits ein Foiids dank einer aufeerhessischen Schenkung : besteht. Dafe man bie nicht ausdrücklich zu diesem Zweck gespendeten ' Mittel der Zentrale für dieses (das Gebiet privater Wohltätigkeit •’ nicht unmittelbar berührende) Institut nicht verwenden wird, • versteht sich ebenso von selbst, wie die Erwartung, daß eine solche Kinderklinik, ohne die der vorgeschriebene Unterricht der Medi-in- ' Studierenden nur notdürftig erteilt werden faiui, spater vorn ' Staat erhalten wird. Aber vielleicht darf man doch bie Hoffnung aus sprech en, dafe sich der für diesen Ziveck bereits vollzogenen Stiftung weitere private Stiftungen anschtießen. Denn es handelt sich immerhin um eine für die Saugtingssursorge im ' Großherzogtum dringlichste Anstalt. (Auch nach lleberuahme durch 1 ben Staat wäre übrigens bie organische Verbindung des für bie ' „gefährdeten" Kinder bestimmten und wesentlich burd) Private Wohltätigkeit unterhaltenen Säuglingsheims mit ^er Säugling^ 1 klmik wohl für alle Beteiligten das Beste und Billigste.) Die Leitung des Säuglingsheims könnte nun bis diese Kranicnanstall ■ in Betrieb ist, zuruckkehrcn zu dem früher vertretenen r i ch- tigen Prinzip, auch kranke Säuglinge aufzunelnnen. ^»amtt wäre ein. schwer haltbarer Zustand sofort beseitigt und Die Grundlage einer Unterstützung durch bie Zentrale gegeben. Das Säuglingsheim kann aber auch trotz der dagegen stehenden Bedenken den fetzigen Zustand aufrecht erhalten wollen. -kann ' müßte d.e Errichtung der ergänzenden Kinderknntt nau) wcoglichkett 1 beschleunigt werden. Diese bräd’te, fertiggesiellt und in Dttr«L ; fleie/t, die (allcidings verzögerte) Lösung des Problems. Denn Lie Unterbringung gesunder Kinder in Einzelpflege wird sich dann ohne weiteres schon als eine f i n anzie l le öcottvendigttil ergeben, wenn man wirklich die Säuglinge fassen will, die in ein solches Heim gehören und für die framen Kinder wäre bann 611 Nun*iioch ein Wort von der Anstalt in ^Darmstadt: Es wirb verwundern, daß diese noch nicht eröffnet ist. Dazu ist folgendes zu sagen: Die Zentrale ist ein Landes - I n st i t u t. Sw verwendet die ilyr zusließenden Mittel verhattnismäßrg i ni ganzen *) Die Zentrale hat in Gießen 4 persönliche Mitglieder mit einem Jahresbeitrag von zusammen 50 Mark Tie Bettrage der Provinzial-Direkii-m, des Kreises und per Stadt Gießen (2U JJctj betragen zusammen 170 Mark; der Vereine 40 l/tarf. Äese Regelung wird bemnächst tu.DarmstaDt durchgeMrt feiu. Die oderhesstschen vollrMIuligrergebniffe. Kreis Giefecn. Gemeinde A H e n d o r s a. Lumda. Zahl der Haushaltungen 264, Einwohnerzahl 1180, davon sind 1005 evangelisch, 9 katholisch, 76 israelitisch. (1905: 1125.) Gemciiide Hungen. Zahl der Haushaltungen 390, Einwohnerzahl 1678. (1905: 1522.) Kreis AlSsctd. Gemeinde B r a u e r s ch w e n d. Zahl der Haushaltungen 119, Einwohnerzahl 545, davon sind 540 evangelisch, 4 katholisch, 1 israelitisch. (1905: 539.) Kreis Büdingen. Gemeinde Gl au berg. Zahl der Haushaltungm 118, Einwohnerzahl 646, davon sind 613 evangelisch, 32 israelitisch, 1 anderer Religion. (1905: 674. Gemeinde Wolf. Zahl der Haushaltungen 77, Einwohnerzahl 410, davon sind 407 evangelisch, 3 katholisch. (1905: 403.) KreiS Friedberg. Gemeinde Büdesheim. Zahl der Haushaltungen 256, Einwohnerzahl 1204. (1905: 1112.) KreiS Lauterbach. Gemeinde Landenhausen. Zahl der Haushaltungen 154, Einwohnerzahl 739, sämtlich evangelisch, (1905: 735.) KreiS Schotten. Gemoinde Ober-Schmitt tu. Zahl der Haushaltungen 110, Einwohnerzahl 494, davon sind 479 evangelisch, 15 katholisch. (1905: 462.) Gemeinde Ruppertsburg. Zahl der Haushaltungen 143, Einwohnerzahl 660, davon sind 643 evangelisch, 9 katholisch, 7 israelüisch und X ohne Koniession. 328 mannt 332 weiht (1905: 632.) Land. Gin SäuglinaSdettn oder eine SäugNngS-KrcmkcnanIHalt kommt aber in erster Linie der Stadt w gut, tn der es errichtet wird. Die Stadt Darmstadt hat die Veryandlnngen über einen größeren Zuschuß noch nicht abgeschlossen. Sie zahlt bis jetzt 20 Mark Beitrag. So lange diese Frage nicht geregelt ist, kann ferads im Jntereffe der außerhalb Darmstadts BeitrageTiden an )ie Eröffnung nicht herangetreten werden. Die Zentrale kam mit dem Beginn ihrer Arbeit gerade in die Zeit einer allgemeinen inanziellen Depression. Es ist nicht zu verwundern, dafe auch sie wie andere Stellen dadurch in manchen Punkten gehemmt wurde. Ein solcher Punktist die Anstalt in Darmstadt, da, wie bekannt, Anstalten dieser Art erhebliche Summen verschlingen. Daß die Bewegung im ganzen trotzdem nicht aufgehalten wurde, gibt, wie die analoge Entwicklung in ganz Deutschland Zeugnis davon, dafe ihre Bedeutung für die VolkSwohlfahrt von vielen erkannt ist. Schwurgericht. th. Gießen- 10. Dez. Gestent verhandelte bad Schwurgericht gegen den 28 Jahre alten Landwirt Wilh. Lindmeyer aus Utphe wegen vollendeten Verbreck)eus der Notzucht. Die Anklage vertrat Staatsanwalt T r i m p e r t. Die Verteidigung führte Rechtsanwalt Arnold. Es waren 6 Zeugen gelaßen; als Sachverständiger wohnte Me- dizinalrat Dr. Haberkorn der Verhandlung bei. Der geständige Angeklagte, Vater von 6 Kindern, sah eine ehemalige Schultreundin. eine verheiratete Frau von Utphe an seinem Hause vorüber ins Feld gehen. Er ging ihr vermummt nach, verlegte ihr den Weg unb verging sich an ihr. Die Verhanblung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Aus dem öffentlich verkündeten Urteil ging hervor, dafe die ®efd>roorenen die Schuld,rage, aber auch das Vorliegen mü- dernder Umstände bejaht hatten. Der Gerichtshof erkannte auf eine 3 jährige Gefängnisstrafe. Staatsanwalt Stimpert hatte 5 Jahre Gefängnis beantragt In unserem gestrigen Schwurgerichtsbericht ist durch Verheben zweier Zecken der Wortlaut mißverständlich geworden, weshalb wir ihn hier nochmals wiedergeben: Der Spruch der Geschworenen lautet auf Bejahung der Schulbfrage unter Zubilligung mildernder Um- stände. Der Gerichtshof berurteilte ben Angeklagten zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 1 Monat der erlittenen Untersuchungshaft AuS Hessen. Darm stabt, 10. Dez. Die Zahl der Einwohner beträgt 86 975, bavon 42 013 männliche unb 44 962 weibliche, ncaen 83132 im Jahre 1905. Hierin sind erngeschlossen 4195 Militärpersonen. Da zurzeit 480 Mann der htestgen Garnison auf dem benachbarten Truppenübungsplatz Griesheim lagern, geht diese Zahl an der Gesamtzahl von Darm- tadt ab. Der Zmoächs von Darmstadt beträgt also seit 5 Jahren 3852 Einwohner, eine tm Verhältnis zu dem Wachstum anderer Städte nicht große Zaht Martte. Gießen, IX Dez. Marktbericht. Auf heutigem Wocbeu- maifte loliete; Butter pr. Pid. 1,20—1.25 9)lt, Hühnereier 1 St. 10—11 Bfg^ Euteneter 1 Stück 0 Pfg., Uäse pr. St 6—8 Pi„ Kasematte pr. St 5—6 Pfg^ rauben pr. Pr. 0,80—1,00 Mk., nüßner pr. St 1,UU—1,60 Mk* tbabnen vr. Stück 0,80—1,80 AN., Anteil pr. St IM—2,20 Mk* Gänse das Pfd. 65—75 Big* Ock)sen- sleisckr vr. Pid. 84— 92 Pig* Rindfleisch pr. Pfund 8i>—84 Pfq., ttnyfteisch 70 Pig., Schweiuefleifch pr. Pfund 80—96 Pfg* Kalo- fleisch pr. Pfd. 84—88 Pfg* pcmunelfleisch pr. Pfo. 60—84 Pfg., iiavtoffeln vr. 100 Kg. 7.00 bis 7.50 Mk., Weifekrant das Stück 10 bis 20 Pfg* Zwiebeln per Ztr. 5,00—6,00 Mk* MiUy das Liter 20 P,g* Blnien per Ztr. 12-15 Mk., Aepfel per Ztr. 0 bis 10 Mk* Russe 100 Stück 40—50 Pfg., per Ztr. 0—00 Rlk* Bohnen per Pid. 00-00 Pig. Aiarklzeit von 8—2 Uhr. F.C. Wiesbaden. Vlehho'-Riarttberlchl vom 9. Dez. Austrieb: Rinoer 87, Kälber 103, Schaie 32, Schweine 221. Tendenz: tHmöer mittelmäßig, Kälber gedrückt, Schme mittel- mäfeig, Schweine gedrückt. Preis Durch- pro lou Pfd. fchnutspieis Ochsen. 52 91-94 93 36-89 45—49 47 87 80—85 82 40-44 42 82—87 47 84 71-80 75 40 34 64-69 66 naiver. (Zunge, fteiscknge, nicht ausgemä|icte und ältere ansgemäpete...... 'Mäßig genährte junge und gut genährte altere......... parsen, Kühe. Bollfletschige ausgeinastete ü)ia vc» fceiuidjc ttixno- L an ach l- pro 100 Pfund ßeiuidjt - - - • - Dollfleischige, auSgemäslete, höchsten Dcn bUDOn bu Schlachtwerte.^ höchstens 6 Jahre alt 50—54 Aemfle Plast- (Bottnnlchmaft) und beste Saugkäloer......... 56—60 93—100 58 96 Mittlere Mast- und gute Saugkälber . 50—55 83-92 52 87 Geringere ^augtalber . .... 45—50 75—83 47 79 cüia’e. Masckämmer u. jüngere Maschanrmel 39—00 78—00 39 78 Schweine. Dollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner ^eoenbgewichl 58—55 68—70 o4 69 Bollfieischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht . . 53—55 68—70 54 69 fleischige Schweine ...... 52—54 67—69 53 63 fc. Frautfurt a. M., 9. Tej. Heu- und öt rot) mar ft. Ungefähren waren 18 Wagen Heu und 2 Wage» Stroh. Man notierte: He« 8,00—8,50 Mk., Stroh (Romlangflroh) 8,70 a 12 Lür nachte nur für dringend« Fälle e«eh r anzntreffen 1 D ie/lf Dr. Richter, Frankfurter Strasse 4. 8anitättirat Dr. Zinsner, Goethestrasee 10. kirchliche riachrichten der evangelischen Gemeinde Büdingen. 3. Advent, 11. Dezember: Vormittags lo Uhr: Pfarrer Schäfer. lltachmulags 2 Uhr: Kindergoltesdienst. Abends 5 Uhr: Kirchenkonzert. Tie Amtswoche bat Pfarrer Göbel. Stanüesamtsnachrichte». (Rachiräguch emgegi ngen.) vad-Nauheim. Aufgebote: November 7. Johs. Schnell, Finanzaspirant, mit Christine Ludwig, beide in Bad-^lauheim. — 8. Albert Fisch, Schreiner, mit Margarete Stamm, beide in Bad-Nauheim. (Miefen ngen; November 1. Ernst Moritz Einstein. Kausinann, in Bruchsal mit Paula Stein in Reichensachsen. — 5. Paul Gotthold Richard LucaS, Schriftsetzer, in Bad-Nauheint mit Wallburga Gerngrofe in Plankstetten. — Viktor Alfred Volk, Buchhalter, mit Antonie Jenny Iiudelius, beide in Bad-Nauheim. — Georg Hofmann, Handarbeiter, in Mdgen b. Bad-Nauheim mit Katharina Anna Marg. Pfeffer in Bad-Nauheim. — 12, Wilhelm Salzmann L, Weißbinder, mit Charlotte Wilhelmine Oehler, beide m Bad-Nauheim. — 19. Johann Heinrich Langsdorf, Polizeiamtsgehilfe, mit Pauline Emma Boll sack, beide in Bad-Nauheim. — 26. Johannes Schnell, Finanzaspirant, mit Christine Ludwig, beide in Bad-NauheiM. — 26. Karl Heinrich Salzmann, Telcgraphenarbtiter, mit Friedericke Reich, beide in Bad-Nauheim. Geborene: November 4. Dem Herrenschneider Karl Hohe ein Sohn, Wilhelm Karl. — 7. Dem prüft. Arzt Dr. Karl Christian Wckhelm Martin Siegfried ein Sohn, Max Maria Gustav Werner. — 15. Dem Hilfspförtner Georg Knietiem IL eine Tochter, Micha Anna. — 16. Dem Zieglermeister Friedrich Wckhelm Konrad Winter eine Tochter, Auguste L-ouife. — 2L Dem Schuhmacher Peter Becker ein Sohu, Hans Wckhelm. —i 23. Dem Weißbinder Bernhard ftraufe ein Sohn, Karl David. — 24. Dem Metzger Johannes Heinrich Blaurock ein Sohw» Hans Richard. — 25. Dem Bürgermeistereigehckfcn Georg Kräh eine Tochter, Marie Margarete. — 26. Dem Postboten Reinhard Hebbel eine Tochter, Anna. — 27. Dem Masseur Georg Hensel eine Tochter, Margarete. — 28. Dem Obsthändler Wilhelm Krämer ein Sohn, Wilhelm Heinrich. Gestorbene: Slooember 1. Karl Ludwig Werner, 2lpv- theker, 71 Jahre alt. — 11. Bernhard Julius Stöbert Salzmann, Buchbinder, 33 Jahre all. — 30. Friedrich Venitz IL, Kutscher, 76 Jahre alt. Yenern. Anfgeb'ote: Dezember 2. Ludwig Kriegti:, Taglöhner^ in Wieseck mit Maria Lepper in Beuern. — 3. Jakob HemtiA Otto, Landwirt, mit Maria Lindenstruth, beide in Beuern. Nidda. Geborene: Dezember 3. Dem Dienstknecht Friedrich Karl. Franz Krabbes ein Sohn, Hermann. Gestorbene: Dezember 7. Wilhelm Braun IL, Mühlenc bescher und Landwirt, Nidda. wieseck. Aufgebote: Dnember 2. Ludwig Krieger, Tagköhnc^ in Wieseck mit Maria Lepper in Bcuern. Eheschliefeungen: Dezember 8. Wckhelm Ofewald, Musketier, mit Louise Weller, beide in Wieseck. Geborene: Dezember 6. Dem Landwirt Ludwig Völzel eine Tochter, Emma. Gestorbene: Dezember 3. Hedwig Döringer, 2 Monate alt. — 6. Margarete Römer, geb. Mank, 61 Jahre all. ffldrorofofliW veobachtungen der Station Gießen. r 23 Wett« W D1/, 8. 8. Dez. 1910 5,9 °L 2,3 “0. 1« Bed. Himmel Nebel ' WARNUNG! Man verlange ausdrücklich den Namen Dr. Hommel. Ö-5 y G Gegen das Altern Dr. Hommel’s Haematogen bis 9. Dezember = 4- w 9. , “ “T Höchste Temperatur am 9ltebviflfte , , Niedeiichlag' — 0,1 mm. B o 5 * -d Wenn man Ihre Offerte liest, so kann man sich eines Mißtrauens nicht erwehren, wenigstens mir ging es so. Einen so vorzüglichen Tabak für so billigen Preis, das hält man einfach nicht Tür möglich Ich habe Tabak geraucht pro Pfuich für 5 Mk.> derselbe hat mir bei weitem nicht so vortrefflich geschmeckt als« der von Ihnen gesandte. Ich freue mich allemal, wenn ich jetzt eine Pfeife rauchen kann. Nicht allein der Geschmack, auch baS Aroma ist hochfein. Ich werde Sie empfehlen, wo ich nuy Gelegenheit finde. Ich bin froh, endlich wieder mal einen vernünftig schmeckenden Tabak rauchen zu können. Setzen Sie über Jlwe Offerte das Motto: „Heberscugung bringt hohen Genuß". Lange Jahre habe ich nach wohlschmeckendem Tabak gesucht und fetzt endlich gefunden was ich suchte. Ihr Tabak muß selbst den verwöhntesten Raucher befriedigen. ^Obenstrheiide Anertennung empfing die bekannte Firma Emck Köller in Bruchsal i. Buden von ihrem Kunden Herrn G Zeichenlehrer am Realgymnasium in W. . . . unaufgefordert unb bemerkt die Firma Emil Köller in Bruchsal i. Baden, daß Herr G. . . ., ihren in Raucher-Kreisen berühmt gewordenen Jagdeanastep 9 Pfund zu 6 Mk. 50 Pfg. raucht. (D1^, Ein ausführliches Jnicrat der burd) ihre Reellckat allscttsf belieben Firma finden Sie in heutiger 97unimcr dieser Zeitung^ 1 9. 2“ 736,8 5.8 6,1 88 8E 8 10 9. 737,2 4.5 6,1 97 SE 2 10 10. T* 785,6 4,8 96 SE 2 10 1 1 Zahn-Creme Mundwasser 6722 Crnff Bloedner Ilachf Seifersweg Ecke Plodtlfra&e Anfang 4V2 Uhr. Eintritt 45 Pfg. R?kliiimiii M Kay-Ws« Dwe« Marktplatz 5 OIOIM Marktplatz 5 Nr. 831 abgeschlossen. •10186 Butterfässer VERSPIELT ernreifenbeß Drama 010145 4 i? I(* £ Näuchcrschränke Jleischhack- und Wurstfüllmaschinen Ocfeu uud Herde kupferne und auheikerue Lina Bernard Biamarckstr. 6 >• Metzen, den 10. Dezember 1910. Seioel, (Aerichtsvollz ieber. SämHkfte Wefhnadifsgelcfienfce ..... mit 10’/« Rabatt ..... V*-' ®Cr bitte 97?(Hilt, zum Wälzen EeeieNAröHe, siunstfilm von Paths Frerä«, berrl. kolor Kittlicb Willi» »niet Stellung ü» BlnmvgtM, Humor. 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