Ur. 290 ntonathd)?bV^DieTteI* jährlich Rlk. 2.20- durch Äohole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährt. auSfchl. Bestell-. Zeilenpreis: lokal ILPh, auswärts 20 Pfennig. Erster Vlatt M. Jahrgang Samstag, 10. Dezember 1910 sMetzenerAnzeige GM General-Anzeiger für Gberhefsen znfleomuiuner 6ock Mit Verlag der vrllhl'lchtll Unio.-Vuch- «nd Stelndruckrrel R. Lange. RedaNIon, Lrpedlttoi, mid Druckerei! Schulstratze r. Lan^ - Kdkn bl« »enniuafltaUbt. LsprOitko, für BÜMngen: vahnhosstraht 16a. - Telepyon Nr. 50. Atttkigent'eü: H. Bkkk^ Die heutige Nummer umfaßt 24 Seiten. politische Wochenschau. öHrfern, 10. Dezember. SrickMahl in Labicru-Wehlou ist zu unguiifien der yonfervahDen entschieden mürben; sie hatten bei der Hauptivahl am 2. Dezember schon die äußersten Anstrengungen gemacht, so daß sie gestern dieselbe (Stimmen» zahl nur knapp erreichten. Dagegen haben ihre Gegner noch über 500 Wahlsäumige ausgerüttelt, die damit ossen- bar die beabsichtigte Lehre gegen die Konservativen haben unterstreichen mol len. Die Stunmung derer um v. Heybe- brand ist bedenklich, und der Kampf um La- biou-Wehlcm hat besondere Parteigespräche ernxch oder fortge spönnen. Herr v. Heybebranb und sein Anhang meinen, eS müsse etwas geschehen. Halte nurn dein jetzigen Kanzler schon öjter vorgeworsen, haß er in der Agitation g eg eit die neuesten ReichSfinanzgejehe nicht hemmend eingegrissen habe, so ging man dieser Tage noch einen Schritt weiter. Die „Kreuzzeitung" beklagte es, daß Herr v Bethrnann-Hollweg zu maßgebenden Parteiführern zu wenig Beziehungen unterhalte, und sie holte srch dabei bekanntlich jene Richtigstellung der „Nordd Allg Zta ", in der zu lesen stand, daß der Kanzlersitz Hohenfinow in diesem Sommer öjter der Schauplatz von Gesprächen des Kanzlers mit Parteipolitikern gewesen sei. In verschie- baini Blättern wird nun diese Feststellung ergänzt. Reben konservalwen und frerkonservativen Führern hatten auch Ranonalliberale an den Besprechungen teilgenommen, wobei es sich um die Schaffung einer gemeinsamen Front gegen die Sozialdemokratie gehandelt habe. Es scheint nichts Rechtes habet herausyekommen zu sein; des Kanzlers Wille ab«, sich nicht einteilig von den Konservativen ins Schlevp- tau neunen zu lassen, wird eifrig alofjiert „Wo ist der J«nd? — Der Feind? Alllsier! — Den Finger braus, den schlagen wir!" Sw ruft man dem Anmarsch der Umsturzpartei entgegen, aber die Ausführung ist nicht leicht. Das aibt auch Herr Julius Bachem im „Tag" zu: „Die bürger* sichen Parteien sind viel zu weit auseinanber, und es fehlt auch viel zu sehr die gemeinsame Basis." Die freikonserva- tibe „Posk" erklärt, die Zusammenkün te beim Kanzler hätten auch lern Ergebnis in Der Richtung der von den Konservativen gewünschten gesetzgeberischen Dekämpsuna der Sozialdemokratie gehabt, Denn der Kanzler habe sich ab» lehnend gezeigt, die bestehenden Gesetze für ausreichend erklärt. Diese Vorgänge muß man sich vor Augen halten, wenn neuerdings auch die Konservativen und das Zentrum mit Grundsätzen bei den Stichwahlen drohen. Der frühere Mimst« v Köller hat in einer Stettiner Rebe erklärt, man könne den heutigen Liberalen nicht unter allen Umständen Sltchwahll)ilse angebcihcn lassen, und die „Kreuzzeitung" spcrrm diesen Faden gestern in einem Leitartikel roeitcr, in dem sie ausführte, die Konservativen führten zwar nach wir vor einen bedingunaslosen Kamps gegen den Umsturz, sie müßten aber dem Liberalismus zu bedenken geben, baß er nur, wenn er Gegenleistungen gewähre, in Stichwahlen aus konservative Hilie rechnen könne. $err Bachem erhebt in dem schon erwähnten Artikel gleichfalls warnend den fanget, und seine Gedankengänge sind so bemerkenswert, daß mir sie hierher setzen: 9iu-manb kann es ferner liegen als mir, die nächsten Reick^S- tagSwablen unter das Zeichen des Hasses stellen zu wollen. Ich möcküe nur, daß nüchterne Erwägung und Billigkeit gegenüber verliebenden Schlagivörtcrn red»zeitig ein wenig zur Geltung läuten, damit aus den nächsten Wahlen wenigstnts eine arbeitsfähige ^olÜbertretung hcrvargche und wir vor einem Schauspiel beioalyrt bleiben, wie es aitdcrswo zum größten Schaden des Parlameius selbst nur zu ofi in die Erscheinung tritt. Dazu ist nötig, daß man die Tinge sieht, wie sie sind, und daß unsetro Liberalen sich grünblid) von der Vorstellung freimaä>en, als könnten sie gleichzeitig Wahlhilse nach links gewähren inib Doifl rechts ent gegen nehm en und dadurch zu einer beherrschenden Stellung im Teilt scheu ReickStage gelangen. 9?ein, wenn nicht alle Anz«ck)en trügen, so wird keine Partei in bie Lage kommen, im nächsten Reichstage eine Herrschaft aurSzuüben, soweit im Deutschen Reiche bei der stacken Stellung diÄ Bundesrates überhaupt von Partriherrsckwst die Rede sein kann; es kann sich mir darum handeln, ob der Reichstag so zusammengesetzt sein wird, daß er die ihm obliegenden Aufgaben in angemessener Weise zu erledigen vermag. Wenn das der Fall fern soll, so dürfen nicht Wahlparolen audgegeben werden, nxldy Panei en, die all« Wahrschemliä-ckeit nach mehr oder minder au fern ander angewiesen fein werden, unheilbar gegeneinander verhetzen. Herr Bachem rechnet mit einer Ueberslutung des Reichstages durch die Sozialdemokratie. Seine G.danken scheinen uns durchaus nicht nur eine Gespenstersurchl des Zentrums zu sein. Sie sollten auch den liberalen Parteien ernstlich zu benten geben. Was wirb nach ben Wahlen werden, wenn Der Liberalismus in zwei Lager feindlicher Brüder sich scheiden wird? „Bedenket das Ende!" Tiefer Stimmung entspringt auch die Zuschrift „Was nun?", die wir heule wiedergebcn imb bie jene Sorgen mit ben derzeitigen Ver- hälttiisjen unseres Wahlkretses Gießen-Grunberg-dribda mißt. Frankreich ist tu seinem Kongobesitz durch eine Schreckensnachricht überrascht worden Wadai, das Steppengebiet, in dem seit über 10 Jahren die Trikolore weht, ist vom östlichen Teil her durch fanatische Regerstämme bedroht worden Dir haben berichtet, daß der französische Oberstleutnant Moll, dem in jenem Gebiete nicht viel mehr als 3000 Mann Kolonialtruppen zur Verfügung standen, im Anfang November mit den Massalit einen Zusammenstoß hatte, der 36 Franzosen, darunter dem Befehlshaber Moll, das Leben kostete. Es heißt zwar in französischen Blättern, das Tressen habe mit einem französischen Siege geendet, denn mehrere Hundert der Mafsalit-Leute hätten das Schlachtfeld bedectt, allein in Wahrheit herrscht die größte Besorgnis in Frankreich. Einige Abgeordnete haben in der Kammer bereits die Anträge gestellt, warum Mol! mit seinen Truppen jenen Vorstoß in ein Gebiet gemacht habe, das für Kiilonialzwerke gar nicht geeignet sei. In der Tat ist „Dar Massalit" nach den Berichten der Forscher ein walires Felsenlabyrinth, und die Massalit selbst, ein mohammedanischer Negerstamm, der vor etwa 20 Jcrhren blutige Kämpfe mit den Mahbisten bes Sultans zu bestehen hatte, sinb streitbare, tollkühne Kerle. Oderstleutnan! Moll, der übrigens auch die iGrenzregulierung zwischen dem Tfck)at>- pebiete und Kamerun hat burchsühren helfen, hat, wie aus seinen Briefen hervorgeht, ben Vorstoß für unumgänglich nötig gehalten, um bas französische Ansehen unb Eigentum zu schützen. Am 22. Februar bioses Jahres schrieb er, nach neuen Pariser .Melbungen, an einen Freunb: „In meinem unglückseligen Gebiete gibt es fefyr viel zu tun. Ich übernahm den Oberbefehl in einem schlimmen Augenblicke. Wir sind von allen Seiten ernstlich bedroht und haben leider jüngst bei bedauerlichen U eher rumpel u nge n eine ziemlich große Anzahl Offiziere, Uüterosfiziere und Soldaten verloren. Das ist die Folge einer zu raschen Ausdehnung unserer Herrschaft ohne Mittel ober richtiger ohne Nachschübe. Ich schreie laut nach Verstärkungen. Mer werden die denn ! e m a l s e i n t r e f f c n ?" Man kann sich danach denken, in welchen Bahnen die angekündigten Kammerverhanblungen sich bewegen werben. Bor einigen Monaten hatte in bcmselben Wabai-Gebiete eine andere französische Truppe, unter dem Hauptmann Fliegenschuh, der gleichfalls getötet wurde, ein ähnliches Mißgeschick. Die Lage ist für Frankreich sorgenvoll: einesteils wird es peinlich darauf bedacht sein wollen, sein Ansehen zu behüten, aus der andern Seite werden die Erzberger in der Kammer, und zwar nicht mit Unrecht, daraus Hinweisen, daß das Wadaigebiet nie eine nützliche Kolonie werden kann. Das hindert aber überschwängliche Patrioten nicht, in glänzenden Zukunftsbildern alle Bedenken zu ersticken. So leistete sich die „Action" folgende Sätze: „Die Stunde, der Tag wird kommen, wo ganz Nordwest- asrika von Tunis bis Brazzaville und von Easablanca bis jenseits des Tschad-Sees, vom Atlantischen Ozean bis zum Mittelländischen Meer, ein einziges zweites Frankreich, eine herrliche Verlängerung und Erneuerung des ersten Frankreich, bilden wird." Nur schade, daß selbst dann noch die größte Wüste unserer Erde, bie Sahara, bazwischen liegen würbe. Marokko ist allerbings schon so gut wie französisch. Der Sieg öe$ fortschrittlichen Kandidaten in £abiau=U)el)lau. £ ab tau, 9. Tx». (10y9 Uhr abenbS.) Gezählt find für Wagner (fortschr.) 9762 Stimmen, für Burcharbt (kons.) 7140 Stimmen. Zwei kleine .Bezirke stehen noch aus. Wagner ist gewählt. Bis 9i/j Uhr abenbs waren gezählt für Burchardt 6006, Wagner 7683 Stimmen. Es stehen noch einige Bezirke aus. Um 10 Uhr war eine DLajorttät für Wagner von etwa 2500 Stimmen vorhanben. Bei ber Hauptwahl am 2. Dezember hatte Herr Burck-arbt 7216, Wagner 6527 und ber Sozialdemokrat 3706 Stimmen erhalten. Nach dem vorstehenden Ergebnis hat der konservative Kandidat noch einige Stimmen weniger als bei der Haupkvahl erhallen, wähnend die SoKialbemo- kraten offenbar vollzählig für ben fvrtfchrittlichen Kan- bibaten entgeltet en sind, dem noch über 500 Stmrmen mehr als bei der Hauptwahl zu gekommen sind. politi|d?€ LagtOschatt. Der Gruhkomment zwischen Konservativen und NntivvaMLernle» im Reichstage. Der hannoversche Kontier" hatte dieser Tage Klage gesül-rt über eine Zuspitzung bc8 persönlichech Verhältnisses zwischen Konservativen and Rational liberalen im Reichstage, und behauptet, daß» der Grußkomment zwischen beiden Fraktionen seit dem Zusammeiitritt des Reichstages aufgehoben worden sei. Die vom „Hannoverscyen Kliun«" erpu baren IHnytn ftnäf schwarz in schwarz gehalten. Eine beabsichtigte Aufhcdnna dcS Gtußlvmmems zwischen Abgevrbnctcn beider Fraktionen, bit fdMxe Sckmller an Sänüter zusammen gearbeitet haben, besteht nicht. Allerdings scheint eine Verstimmung zwischen beiden Fraktionett zu bestehen, die ihren Grund .hat in mancherlei Vorkommnissen des vergangenen Sommns. Im Verkehr pvischen beiden Fraktionen mag eine kühlere Reserve wohl beobachret werben, von einem gegenseitigen „Schneiden" kann ab« nicht die Rebe sein. Wenn in dem national liberalen Blatte gesagt wird, diese Refer« Briefe an Heinrich Heine. Unter dem Titel Heine-Reliquien «scheint biefn: Tag: tnt Verlag von Karl Cuttius in Berlin ein Buch, das allen t)eineforiehern und Hernesreunden eine willkommene Gabe sein wird. Es enthält Aufsätze Heinrich Heines unb Briefe, bie von ihm geschrieben unb an ihn gerichtet sind. Als Hmausgeber des Werkes sind der vor Jahresfrist verswrbene Gustav Karpeles und Maximilian Freiherr v. Heine-Geldern genannt Mit freundlicher Erlaubnis b« Verlagsbuchhandlung entnehmen wir dem Weck Pvei Briefe, den einen, ber die literarisch sehr mcrfruflrbigni Seitelyungni zwischen Georg Herwegh und Heinrich Heine be- hairdelt, unb einen zweiten aus der ft-eber Salomon Heines, der, wie man weiß, aus den berühmten Neffen nicht allzugut zu fprcdxn war, ihm seine finanzielle Untmstützung ab« nicht entzog. Georg Herwegh an H. Heine. Mein lieb« Heine! Es scheint mir nötig, mich mit Ihnen über einige Punkte auS- einanderzuseyen, elx es zu weiteren Mißverständuissen kommt. Ihre verbindlichen (?) Aeußerungen über mich, die mir täglich durch ein Duzend bereitwilliger Kanäle zugetragen werden, fangni an, mich, gelinde ausgedrückl, zu ennuyiren. Sie ziehen mich in eine abgeschmackte Lileraturafsaire herein, bif mein« ganzen Natur pnuiber ist; wer mich kennt, weiß, daß ich mich in meinem Leben den Teufel um eine Kritik für ober gegen mich ob« meine Freunde gescheht habe, u. es kann mich nur wundern, daß Sie nach etn« Längeren Erfahrung nicht zum mindsten ebenso indolent u. dickhäutig wie ich qiegcn die kritisä).en Ergüsse sdiesseits u. jenseits unsres freien Rt-ein geworden sind. Nun kommen Sie ab« u spielen die Sensitive, u. das bei einer Gelegenlxit, wo Sie Tventg Grund haben wie bei dem Artikel der Revue beS beiir M., von dem ich reden nälll, u. bei dem Sie mir eine Del Heiligung zu schreiben, bie wenigstens nickst ganz so groß fein dürfte, als Sie zu vmstehen geben. Obschon ich Jlwe Entrüstung etwas luftig finbe, da Ihr Buch doch kein so schaalloses Ei ist u. Haar genug auf ben Zähnen bat, um sich all« Kritik »um Trotz durck>- zubeißen; obschon Sie mein ungeheucheltes Uriheil darüber aus meinem Munde vernommen haben, will ich Ihnen doch ein für alle Mal folgendes «klären. Es pat sich Niemand mehr über Ihre Unzufriedenheit gewundert als d« Berf. des Artikels, dem ich ßlrr Mähccken mitgcteiO u. vorgelesen, der bis zur Stunde ümer dem Zauber dieses Buck-es sbclst il bona fibc eine ent- huswßüche Lobrede auf Sie zu schreiben vermeinte. Ich habe den Artikel vor ber Abgabe zum Druck gelesen il, obschon ich selbst natürlich von aunz ano«n Gefickstspuuklen auSgcgangcai wäre, in; Detail Nichts gefunden, was Sie irgend perrountxnt könnte Im Uebrigen l-abc ich solchen Abscheu vor Allem, was entfern! an literarische Jntriguen streift, daß ich in dieser Beziehung selbst für meine Freunde zu keinerlei Dienst bereit bin il mich wohl hüten werde, auf irgend eines Menfck)en Unheil anders als durch Darlegung mein« Mcinio^ zu influiciren; ich habe noch nie einai Artikel betrieben iuxt) bin tert rieben. Sie haben also, wie Sie sehen, keinen Grund, sich über mid) zu beklagen; mit dem Verf. des Artikels halten Sie's wie Sie wollen, er wird in jedem Fall Rede zu stehen wissen. Komisch aber wäre es, wenn Sie beharrlich mein Gegner verbleiben wollten, wo Sie nur einen Verein« vor sich hoben. Ich grüße Sie freundlich G Herwegh. Salomon Heine an H. Heine. S. wohlgebor. H«m Doct. Heinrich Heine Paris me des mantres 23 Hamb den 24. (Dez.) 1839. Herru 58 Hen Heine Paris Zwey Bries habe «halten, wofür danke, bitte Deine Frau zu grüßen und zu danken, ich w«de Ihr Gcsckxnk annehmen, um gebogen gebe ihr f 400 auf f onco unn Wrinnachlen, ick) nehme aus Grundfay von keinem em Geschenk u. alle lassen es, unb v«schon«i mich FPc die Folge muß ich bitten, nicht wieder zu tun, jeden Fall keine u. diese ist der meinigen, meine sel. Frau und Kind« haben mir nie was schenken dürfen. Hast Du noch kein Hein Tichlerch-en, besser nicht, grüße die . . meine Zeit ist kury, ich habe diese Art Brief zu viel, also entschuldige wenn Tein Onkel Salomon Heine Deinen Namen führt ♦ * * (Eine vulkanische Station in Neapel. Welche außerordentlichen V«dienste das von einem Privat- manne, dem kürzlich verstorbenen Professor Anton D o b r n begründete Zoologische Institut in Neapel um die Wissenschaft von der Wasserlebewelt sich «worben hat, ist allgemein bekannt. Nicht bekannt aber ist, daß in der schönen Gvlfftadt seit Jahren ein anderer deutscher Privatgelchrtcr mit echt Rutscher Bcl)arrlick>- feit für die Gründung eines anderen naturwissenschaftlichen Instituts tätig ist, für das Neapel ebenso günstige, ja einzigartige Sonderbcdingungen darbielel, wie für das Studium ber MeereS- lierwclt. Aus dem letzten Internationalen Geotvgenkongreß zu Stockholm legte Immanuel Friedländer, der seit °0 Jahren das Studium des Vulkanismus zu seiner Ausgabe gemocht hat, ben Plan zur Errichtung cüieS „Jruramlwnalai Vulkanischen Institutes" in Neapel vor, unb d« Konc^eß nahm chn an, nachdem der Direktor des Geologischen Institutes in Rom, L. Baldacci, Eornelius Dolt« in Wien und E. Otdonez vom Geologischen Jnstttut in Mezrko ihn gcpcüjt unb emMohtcu hallen. Aufgabe bt? Instituts soll fein, eine shstematische unb dauernde Unt«suchung d« vulkanischen Erscheinungen zu ermöglichen, wozu bie Mhe des fortwährend tätigen Vesuvs die beste Gclegcnhrit bietet, da man hi« sowohl in den häufigen P«ioden sckfwächerer ober [härterer Tätigkeit wie in den Pausen bie Bewegungen registrieren, die Gase nach Beschaffenheit und B«- halten untersuchen, reaelmäßige Tempcraturrnessungen vornehmen kann usw. — was bisher seitens des kleinen Desuv-Observatoriunrß nicht geschehen ist; roeber Organisation unb Arbeitskräfte noch Geldmittel haben dazu audgereidjt. Es bedarf dazu groß« Summen, wie nur eine internationale B«einrgung sie schassen Uuu^ unb ferner rin« mit Laboratorien, Instrumenten, Bibliothek ufm ausgerüsteten Arbeitsställe für bie Gelehrwn aller Land«. Es ist anzunehmen, daß die Kontinuität unb Kombination» der Beobachtungen und die Häufung d« Erfahrungen auch praf*’ tische Vorteile zeitigt, in dem Sinne, daß ber Zusammenhang ber, vulkanischen Erscheinungen mit lokalen Zu ständen und atmosphärischen ober anderen Bo rto mm Nissen besser «farmt unb dadurch eine genauere Vorhersagung von Erdbeben und Ausbrüchen ermöglicht wird. Friebländ« w«st darauf hin, daß manche jüngeren Vulkane in ihrem Fumarolengebiet kleine Erzmengen beh«bergen, die noch in der Entstehung begriffen sind, weshalb eine eingehendere Untcrfndnmg der Gesteinsumwand- jungen, die man an vulkanischen Gasentwickelungsgebietcn beob» achtet, vielleicht Erzlagerstätten verraten Önnat Schon auf solchen praktischen Erwägungen sollten die Rationen, die in ihren Kolonialgebieten Vulkane besitzen, bie geplanten Untersuchungen' fördern. DaS T^ulkanische Institut soll von einem ^Direktor geleitet w«den, bem wenigstens drei Assistenten zur Seite stehen. Es wird, wie die Zoologische Station in Neapel, eine größere Zahl von Arbeitsplätzen ben Fachgelehrten zur Verfügung fieilnt. Die Mittel sollen aus Beiträgen der Regierungen nni> aus Sammlungen fließen. Die freiwilligen Zeichnungen tollen unverbindlich sein, wenn nicht bis 1. Januar 1912 wenigstens Vfa Mill. Franken für den Bau und die Einrichtung und eine Rente von jährlich 50 000 Franken für den Betrieb gesichert sein werden. Der Urheb« des Plaues ist in bet günfhi ich Laae, die Sammellisten persönlich mit einer Summe oon 100 000 Franken für ben ersten und jährlich 10 000 Franken tür bat zweiten Fonds «öffnen zu können. 1 r m Aus den ReiHrtagsausMssen. 6 r *•- P Al in F C U' rr 1 I I r * r T F Vie Wahlen in England. London, 10. De^. (1 Uhr borm.) Gewählt sind 163 Liberale, 209 Konservative, 29 Anßehörige der Arbci.erpartci, 64 Rcdinondistcn, ö ßtrriniften., Minister Mc Keima ivurbc roiebcr» gavählt Marburg, 9. Dez,. Die Strafkammer verurteilte ^,den bekannten Herl aus Buchenberg, der kürzlich aus bcnt ^lüngntS in Bohl entwich, redoch in Cölbe wieder ergriffen o**“«- ^vu-u. wcBc|uyun. I ünhia q111^ Edi rbringhausen begangenen Schaidleb- Das Pcangsche Kölner Komödien. | 3 3ud,t{laui’’ ^rDed»'t Stellung um« Au- Stadt und Land. Sieden, 10. Dezember 1910. I TageTkalender für Loimtag den 11. Dezember: Stabt« Ssf Q(l-- V Utzr: ,Dle Räuber." Abends 71/. Uijr: .Die Forsle»Chr>ilel." '• y R o l o ff c u m; Vielter Spielplan. Kinemalograph: Neuer Epielplan, Biograph: Neuer Sptelplan. A n l a g e in u | t f fällt aus. • | - Die Kohlenproduktion in Hessen weis! für November folgende Zahlen nach: Rn Nohbraunkohlen wurden gefördert 40775 Tonnen, verkauft 91 Tonnen. Der grüßte Teil dec Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur! wetteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden erzeugt 2875 T. Braunkohlenbriketts und 818 T. Raßpreßstclne. Unter Berücksichtigung der auS Vormonaten übernommenen Bestände, sowie dcS Absatzes und Lelbitoerbrauchs verblieben absatzfähig 54 T. Rohkohlen, 450 T. Briketts und 9557 T. Ratzpreßsteint, zusa mnieit 10061 T. Braunkohlen und Braunkohlenprodnkte im Gesamt- werte von 110 400 Mk. L i ^O- Dez. (P riv att e legramm.) DaS Kriegsgericht des 18. Armeekorps verurteilte nach zwei- tägiger Verhandlung den Zeugfeldwebel Ernst Mül« Lc C lncY-^ai1 xU/ I^^lcher im August seine frühere Geliebte! rJarc ' iie urchts mehr von ihm wissen tootlte, erschossen 6ntte, iDcgen Totschlags und Bedrohung zu: lo Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Ausstoßung aus dem Heere. Der Vertreter der Anklage hatte die Todesstrafe beantragt. Landkreis Gießen. >< Reiskirchen, 8. Dez. Heute beendete die Wander. Haushaltungsschule ihren sechswöchentlichen Kursus. W einem von den Zöglingen zubereiteten Fressen, wezuH- Cltern der Mädchen eingeladen waren, beschloß man Lehrgang. Tie vvrgelegten Handarbeiten sanden alloe. meines Lob. Von hier kommt die Schule nach R.dgen und- von da nach Göbelnrod. L + Saasen, 8. Dez. Der Landwirt S. Pseifer von DoNnbach v e r u n g lü ck t c gestern dadurch, bau t.,m b in Holzfällen eine Buche auf den Kopf flcst Der Mann w- rvn nach Hause gebracht und be,indet stch in ärztlicher lMldlutig. W Kreis Büdingen. -- Büdingen, 9. Dez. Tie Mitglkederversammknnq dec hiesigen B e z i r kß f p a r k a sse bewilligte für sämtlich^ Znduttrie sch ulen des Soarkassebezuks einen Zuschuß 00n 4530 Dlk., jo daß dnrchscimittlich auf eine Gemembe öle 5mnme von 140 Rlk. entfällt. — Dec im hiesigen Sirc.fe gegrünbete Wohlfahrtspflegeverein hat beschloss^ auch den Vogelschutz im Wmtec durch Anlage von Füllet Plätzen unb Anbringen von Futterkästen zu fördern. — Büdingen, 9. Dez. Im nächsten Frühjahre wird einem dringenden Bedürfnisse Rechnung getragen, mbe,n fämtl iche Telephondrähte in dec Innenitabl durch Erdkabel gelegt unb erst in ber Altstadt wieder burch ö‘ie Luft geführt werben. Au- Hessen. Darmstadt, 9. Dez Dec aus Mitgliedern beider Ständekammern zusammengesetzte BereinsachungS- und Ersparnis.Ausschuß ist auf Dienstag den 20. Dezember zur Abhaltung einer Beratung über eine Anzahl von der Regierung ui Anregung gebrachter Erspar- uisvorschläge einbeaifen worden. — Das Ministerium des Innern hat zwecks Vereinfachung der Staatsvenoaltung im Verkehr mit den Gemeinden die Anordnung getrossen, I haß ihm in Zukunft die alljährlichen Gemeindevoranschläge nüht mehr eingereicht zu werden brauchen. Dagegen sollen die KreiSämter über die Höhe der Erhebung der Gemeindeumlagen Bericht an das Ministerium erstatten. Das Ministerium behält sich nur für besondere Fälle die Einforderung der Gemeindevoranschläge vor. sei schon ein Vorspiel für die nMflen Wahlen, so sei daran erinnert, daß bereits jetzt mit Rücksicht auf örtliche Verhältnisse Verhandlungen ne fuhrt werden, die auf eine St i ch w a h l u n t e r st ü tz u n g zwischen Konservativen und Nationalliberalen hinzielen. L, ,** Der hessische Landesverein für Totenein- Tin r m diesjährige Mitgliederversammlung in m 'l a nmiix b damit g eß eben, bad durch die Be- I des un ^adre 1886 unter Oberbürgermeister Ohly rö 2° nad) fQ,t 25 jährigem Bestehen, jetzt endlich Aussicht sei, dost das geplante Krematorium in Darmstadt, oas aus Unrrag des Spraa-vercuis „Fiammeni-atle" gerauft tver- lm nächsten Jahre auf dem neuen, tvestlich des neuen Hauptbahnhofs zu errichtenden Friedhöfe, zu erbauen. Die Mittel 00 >2UueU|dx'iue/ Stiftungen ustv. I erOärt und die Stadt hat sich zur Ausführung bereit [erflart *2^^ die Verlegung des Friedhofes hat sich die Erbauung hlnausgeiciwben, letzt soll nach einem Weihen her Bürgermeisterei der Bau im Jal-re 1911 sertiggestellt werden. Dkr -Personalbestand derLandeSuntoersität für dar Wmtersenikster 1910/U ist erschienen und für 20 Pfo. käuflich zu Haden. ••Sie Gieffener Rudergesellfchaft von 1877 veranstallet am 21. Januar 1911 in den Räumen deS Gesell. schastSoercins ein großes Winterfest, das als Blumensest gedacht und diirchgesührt wird. (ßcridnsfaaL Ortskrankenkasse und Aufsichtsbehörde. der 9‘ 2n. dem bekannten Zwist zwischen tchtsbehö^rde und der biengen Ortskrankenkasse, dessen b -blC Beschickung von Kongressen und Anfertigung eines umfangreichen Geichastsberichts verausgabten Gelder cüZ OJ ben öeroaltong«foften gehörend, zurückerstatten soll, IS? bÄ^brUmstanzlicher Termin vor dem diesigen Amtsgericht tbCA Beirat des Magistrats. Justizrat « a ^-?ndp^nkt stellte, daß die betret,enden beiL bezahlt werden dürfen, behauptete der Loriitzeiide der Orts krank en kajje, Schiistsetzer Weber, der iin Namen des gesamten beklaaten Vorstandes sprach, das Gegenteil. Er wies darauf hin, dast bei der neuen Reichs- SiSr'n?So?IUin9 selbstverständlich die Krankentassen anr l meisten lntereifiert seien und fich orientieren müssten. Die Ber- sn von über 1000 deutschen Krankenkassen beschickt gewesen und in feiner Stadt habe man daran etwas Ungehöriges erblickt. Es sei die Absicht der Regierung, die Kranken- Mssen zu Horen, twrnn sie habe ia selbst ihre Vertreter zu der Tagung entianM. Ten Einwand des Klägers, bag hier endlich einmal ent)d)iet>en werden soll, ob die Kasien solche Kosten zu decken Hutten trat er mit dem Hinweis auf Entsck)eidunaen des 400(1 MCm bQbe die Marburger Kasse etiua 4000 Mitglieder, weshalb 2 Vertreter niM zu viel seien. Die Urteilsoertünbung wurde ausgesetzt. vre Zagdgesellschast öcs Maliers. Saupark bei Springe, 9. Dez. Krtrz vor 3 Uhr kraf die Jagdgesellschaft im Jagdschloß Springe ein und nahm alsbald ihre Stände ein. Bester Schütze am ersten Jagdtage blieb der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand. Kurz nach 4 Uhr traf der Kaiser und die übrigen Gäste wieder im Schlosse ein, wo Abendtafel stattsand. Der Reichskanzler wird sich entgegen seiner ursprünglich en Absicht, heute abend nach Berlin zurückbegeben. § 16, der den Fall behandelt, daß die Zahlung der Zu- Wachssteuer nach dem Vertrage vom Erwerber ubernom- ae£ lÄr5^alt ^cnde I-afsung: „Wird bie Zahlung der Zuwachssteuer nach dem Vertrage von dem Erwerber über- nommni, so ist ein nach den sonstigen Vorschriften dieses Gesetzes berechneter L-teuerbetrag dem Veräutzerungspreiic hinzuzurecl)neu, und hernach die Steuer zu berechneu." Die 17 bis 19 werden nicht geändert. H ^0 wird der Taris solgei,dermaßen geändert: Die L-ieuec betragt zehn vom Hundert bei einer Weristeiae- rung von mcht mehr als zehn vom Hundert des Cnnoerbo. Preises und steigt mit je 20 Dom Hundert des Grwerbs- Vteties um eins Dom Hundert bis 19 Dom Hundert bei eUtclrS^-elt11JleWC/?Unß D0H "^hr 2lS 1.0 Dom Hundert bis einschließlich HO Dom Hundert des Erwerbspreises Von nun an steigt bie Steuer um je eins Dom Hundert schon bet lebet Wertsteigerung Don zehn (statt 20) Dom Hundert ieä i-rwerb. preis es bis zu 00 vom Hundert b.i einer Wert- steigerung Don über 2„0 dom Hundert des LiwetbsDteil s ^.ec Steueriav ermäßigt sich sur jedes Dolleud.te Zaht der für dte ^teuerberechnung maßgebeiiden Beichoauer bis zum M. sichre um euts Dom Hundert seines Äetragcs Bei der Die Bcformcn in China. Die ,kölnische Zeitung" meldet aus P e k i n g , 8. Dezember' Der Großrat luirb a b g e f dj a f f L Die Ministerien werocn von heule ab nur von einem Präsidenten geleitet werden, herben Tuet Minister erhält. Die Vizepräsibetiien werden beseitigt. Die zehn Tachuiinister bilden den Muiistercat, hei durch zwei Minister ohne Potteseullle, den Minister pro sidenüm und den Vizepräsidenten vervollständigt ivird. Ministervräsidem wird der bisherige Finanzmiiiister Herzog Tsaitse, Vizeprä,ideni her Grobrat Fürst Sulau. Die beiden sind zugleich die Vorsitzendeu des neuen VersassungSausschusses. Minister des Aeustern wild der jetzige Großrat Susetfchang, Finanzminister der Grotzrat N a t u n g , Handelsminister der bisherige Minister beä Aeußcrn Tsou tschtialai, von dem eS neulich fälschlich hieß, er fei -um Kriegsminister aus erwählt. Die übrigen Minister behalten j chre Portefeuilles. Das fo gebildete Ministerium soll her Volksvertretung verantwortlich sein uni) auch die Staatsakte des Kaisers verautioorilich gegenzeichnen und durch eine Mißtrauenstundgebmig des Parlaments gestürmt werden können. ' ^nrurecynung 511m ErwerbspretS, Die in Höhe von zwci- ■ ^uhalb vorn Hundert zuzüglich der Ausio.-ndungen s.r Bau- > ten, Umbauten und sonstige dauernde besondere Verbesserungen (nach § 10 Ziffer 4) erfolgt, wird auf Zentrunis- Weinberge die Höchstgrenze auf 200 Mk. statt 100 Mk. für den Ar festgesetzt. Ferner wird solgenoer Zusatz beschlossen: „Den De- >l,pc.r,5 D?u O)rund,tücken, bei denen der Erwerbspreis zu- zuglich der in § 10 Ziffer 3 und 4 genannten Aufwcn- düngen (selbstge)chafsene Werterhöhungen auf landwirt- schastlich, gärtnerisch, forstwirtschaftlich bemühten Grund- anr -5 Aufwendungen sür Bauten ufiu.) 100 bczw. 200 nicht übersteigt, werden auf ihren Antrag an stelle der tn § 10 Absatz 4 vorgesehenen Zinsberechnung von 4 Prozent die in § 20 Ab). 3 vorgesehenen (soeben erwähnten) Zurechnungen zuaebil.igt. Steuererträgnisfe werden freigelasjen bis zur Hohe von 20 Mk. statt wie nach dem Beschlug zlvciter Lesung nur bis zur H^he von einer •‘7 “Cb« § 21, bei dem die Streichung des zweiten und dritten Absatzes (betrcjjcnb Uebernahme der Haftung für die Steuer durch den Erwerber) beantragt ist, wird bie Abstimmung nach längerer Erörterung ausgesetzt. Zu 8 22 I Anträge vor auf Streichung der Steuerfreiheit des Laiidesfurstcn unb her Landes,ürstin, ferner des Bundesstaates, endlich auch der Gemeindeii. Dag.gen werden weitere Steuerbefreiungen für geuieinnützige Vereiiiigunaen zum Zweae der inneren Kolonisation, Arbriteran,iedluna usw., von Zeritrumsseite auch des gemeinnützigen Woh» nmigsbaus beaiitragt. Tie Erörterung hierüber wird am Montag fortgesetzt werden. Der Ausschuß über die S ch i f f a h r t S a b g a b e n ho fjan» heute die Sitzungen, ohne noch zu einer sachlickien Beratung zu kommen. B.i Begiiin der Sitzung lauen An- trage des Zentrums und ber Nationaliiberalen vor, die ans Leschasiung umfänglichen Materials zur Beurteilnna der winscha,ilichen Folgen des Gesetzes abzielten. Diesen Antraaen schloßen sich dann Anträge ber Freisinnigen und ^ozialoemotraten an. Dir Regierung sagte eine Dent- jmri|t im Sinne der Anträge zu, uno darauf wurde die Sitzung bis nach Weihnach ten vertagt. DeutjcL-es Neictz. Eine Novelle zum M i l i tä r st ra fg e s etz b uch üntb zur Militärstrafgerick-tsordnung ist dem Reichstage Smgegangen. Die Slovelle, bie nur formelle Bedeutung hat, ist notweiidig gcuovrden durch bie im Haushalt für 1910 vorgesehene Umwandlung ber Veterinär-Beamten- stellen sowie bie Umgestaltung ber Militärveterinär-Ata- bemie. Die blsberigen Bestimmungen für das Sanitätskorps in den beiden Gesetzen gelten nunmehr auch für das Veterinärtorps. Die Zentrumsfraktion beschloß mit gvofcer Mehrheit, dm Abgeordneten Spahn in die Fraktion aufzuneh- men. Dazu hat hie Zentrumsfraktiou folgeube Erklärung be-l schlossen: । „Nack)bcm her Reichstags ab georbnele Professor Dr. Spahn >uver die vmi ihm vor 12 Jahren zum Grafen v. Hoensbroocl» angeknüpften Beziehungen sein Bedauern ausgesprochen unb nachdem ferner über die beanstandeten liLiariscl-en Kundgebungen Lefriedigeube Eitlaruugrn von ihm abgegeben luvrueu |uu>, bol trachtet die Fraktion des Zentrums die Bedenken gegen eine Auf» nähme des Professors Dr. Spalm in bie Fraktion für aufgeräumt." Die Sitzung hat etwa 4Vr Stunden gebauert. I ra ** V 0 m Konzertverein wirb uns geschrieben: Die La m n 9 des Konzertvcrrins war von e wa 3O Mitgliedern besucht. Der Bocsitzenhe rechtfertigte die Maßnahmen des engeren Vorstandes in Betreff des Liederabenhs von Robert Kothe, bie inzwischen vom Gesamt- Vorstand gebilligt worden sind, an Hand Der zwischen dem und dem Vorsitzenden der hiesigen Ortsgruppe Ein Verbandes geflogenen Verhandlungen. Cut Mitglied tadelte bie Haltung des Vorstandes in scharfen Worten, ein anderes Mitglied bedauerte sie, alle andern ! Redner traten für den Vorstand ein. Ein von dem ersten Redner beantragtes Mt^tcaucncvotum g gen den Verstand sand in der Versammlung keinerlei Unterstützung und wurde einstimmig abgelehnt, dagegen ein Vertrauensvotum ein* 1 jimmtg angenommen. Tie allgemeine Lage unseres hiesigen Konzertwefens wurde von allen Rednern besprochen oder gestresst. Em vom Schriftführer ausgearbeileter Bericht über bie Verhältnisse des Konzerlvcreins seit bet Neu- i orbnung Don 1101, insbesondere über die sinanzi.llen Kragen konnte wegen Dorgctüdiet Zeit nur teilweise zum Bo» trage kominen, ist aber zum Druck vorgesehen. ** Kolosseum. ".....41_vulCi, Junuu Ensemble übt andauernd seine gewolpite Zugkraft aus. I folgende ^age werden die neuen Schlager- Er I Sie und der Andere" und „Der Garnisons-Trottel" auf- ' "Ckr9e^jLnben bie ^hten Sonntagsvorstellungen der Nachmittagsvorstellung gelangt, wie aus °Len^?zü^ ÄZNng.^' Öa3 u"gtturzte Programm wie ^*Die Zahl der Kontoinhaberirn Postscheck- tst im November auf 48300 gestiegen (Zugang im Monat November allein über 1130). Auf diesen Ufo ft» I !n>e^tünlle^to-urben “n November gebucht über 938 Mill. ' k Gutschri,ten und O3^i/z Millionen Mark Lastschriften. Das Gefamtguthaben der Kontoinhaber betrug Ende November über Ul Millionen Man, ihr durchschnittliches Ge* samtguthaben Wahnno Milben Monats tO.i/j Millionen Mart, ^m Venehr der Reichspostschociämter mit dem Pa st. lparka,senamt in Wten, der Post.pana^se in Budapest, den schweizerischen Postschcabureaus und ber seit 1. November an diesem Verkehr nuttci ne.,menden b.lg schen P^siv.rrval- tun91ll??,ucbci1 uber Millionen Mark uingisetzi und Arnar auf 1J8U Uebertragungen in der Richtung nach und auf 70801 Uebertragungen in der Richtung aus dem Auslande- , :: Berlin, S. Dez. ' Der Reichsversicherungsausschuß begann Heute die zweite Lesung des Buches „Kr an ke n v er s ich o I,u n g", § 1/7 ff. In erster Lesung hat der Ausschuß die Versicherungsgrenze von 2000 Mk. Jahresarbeitsverdienst auf 2500 Mk. herausgesetzt. Ein Mitglied der Reichspartei Beantragte Wiederherstellung der Grenze von 2000 Mk Aach eiuer Aussprache darüber ergibt die Abstimmung bie Wieberherstellung her 2000 M L-Grenze. Ta- gegen stimmen die Sozialdemokraten, zwei Zentrumsmit- glieder, das polnische Mitglied des Ausschußes und von! den Freisinnigen der 2ldg. Herniann. Im übrigen wird ^schnitt bis § 180 mit unwesentlichen Aenderungen des Beschlusses erster Lesung angenommen. Mchste Sitzung: Dienstag vormittag. ,, Der R e i ch s w e r t z u w a ch S st e u e r a u s s ch u ß beschloß m feiner heutigen Sitzung beim § 15, ber von ben -vorn VeraußerungspreiS in Abzug zu bringenben Beträgen lOlgenden Zusatz: „Ist statt des Erwerbspreifes I der Wert zu einer späteren Zeit als der des Erwerbs maß- gebend, so surd die drei vom Hundert nidjt von diesem Wert, sondern von dem Enverbspresie zu berechnen, den der Steuerpfltchtige ober sein Rechtsvorgänger vor jener gezahtt ha^"^ steuerfreien oder steuerpflichtigen Erwerb Lustschiffahrt. Wettbewerb sur Deutsche Motoren. | Fr an ff it r t a. M., 8. Dez. Der deutsche Flieger^ 6u”b- welcher snncrzeit den ersten U e b er 1 a n b H u g ,n Deuljchland Deranstaltet hat, beabjich.igt. im Jahre 1911 einen großen Wettbewerb für den b e ft e n de ut - • *e? ^°l°r auszuschreiben. Er geht Don der Ansicht aus, daß die Ichung der Motoronsrage zurzeit die dringeno,ie I' und ihr mehr Interesse gebührt, aij allen sonstige» >l5eraii|ta(tungen. Ltne größere Eeidsumine ist dem Lund sur seine Plane Don g-rennben des Flugsports bereits zu. gesichert worden. 0 = 0 r t e n b erg, 9. Tez. Durch den steigenden Vcr. kehr aus brr 9li'btnUal)nlinte ist die Anlage tmec $reb. Ischeibe aus dem hiesigen'Bahnbose nölig geioorüen Ärcis Friedberg. L. Friedberg, «. Dez. lln^er nationallibe. raler Berel n hielt gestern abend eine Berjammluii- ab, in der beschlöße., wurde, den Borsland auf 30 SJiiU 8>l^der äu erhöhew In den hiesigen Blättern bittet ba Erstand des Vereins die Wägier^chast Friedbergs außer b‘e ^.Cl beiumjrten Stadträte Langsaorf, Openheuner und Rcufch energisch für Gymnafialoberlehcer Dreher ber sich um ben Friedberger Geschichtsverein große Vei> Dienste erworben hat, einzutreten. Daun einen Vertreter Dcö Handwerks, Zimmermeister Füller, und enblid) den Vor- senden des hiesigen Schwimm* und Badeklubs, Wilhelm Georgi, zu wühlen. --- Hier besteht ein Verein, der iy Weihnachten arme Kinder durch freiwillige Go- bbn. unter stützt. In allen Wirtfchaslsiotalen hat er Sam. melbuchfen ausgestellt. Ueber 118 Mk. befanden sich bei der letzten Entleerung in den Sammelbüchsen, wofür arme pinfeer zu Wechncul)ien Geschenke erhalten. 1 Starkenburg und Rheinhessen. n«, rtat>t# 9- Dez. Das vorgestern im Kaisersaal oor ausoerkaustem Hause veranstaltete W o h l t ä t l a ke i t s- onäertzum Besten der Sli,tung „Töchterhort" für v.r- maijte Töchter von Reichspost- und Teiegraphenbeamten unter Leitung des Ober-Postpraktikanten Roth, fand in* rolge des anregenden Programms und Der ausgizcichnetei? Achtungen aller Mitwirkeiiden ungeteilten Beifall. Der Reinertrag beläuft sich auf etwa 450 Mark. n t.X tO. Dez. Die in der vorigen Woche der- starbene Witwe und Prwatin Heim, die stuher em offent* i Haus besaß, hat die Stoot mit einem größeren Legat beacht. Wre bedeutend die Hinterlasfenscl-asi fern muß, geht aus der Tatsache hervor, daß sich im 9iachlaü ollem für 100 000 Matt Brillanten besiitdem J ö M a i n z, 9. Dez. Auf dem Guterbahnhos in Gustavs- bürg fuhr gestern abend eine Ra ng ter a b terlu na heftig aus den auf Gleis 17 hinterstellten Leerwagen- Su.tz- Mehrere Wagen entgleisten unh wurden teil, weise erheblich beschädigt. Der die Bremse bt> inende Rangierarbeiter wurde zwischen zwei Wagen fest- « geklemmt und s ch w e r v e r l e tz t. Erne Störung ?m Per. sonenverkehr ist Nicht eingetreten. Untersuchung ist 'ein* geleitet Dem verletzten Rangierer mußte ein Bern angenommen werden. tfrtnc Tn«fmmantxmtmftrafc in Berlin rr- b ent ei en tn brr Jiadjt zann Freitag (Sinb rettet tausend goldene Herren- uad Damenuhren und 800 Marl in Dar. In Genf brachen in der Nacht zum Freitag Diebe in das Bijvuleriegesckjäst von Theurillat und Boettcher in der Rue des Allemand ein, erbeuteten dreihundert goldene Uhren und fünfhundert Uril- [antrmge im Gesamtwerte von hunderttausend Franks. Durch eine Sch l a g lv e t t e r - E n t z ü n d u n g, die sich in der Nacht zu in Freitag aus der Zeche „Holland" inWarten s ch e i d ereignete, tuurden vier Bergleute getötet und fünfunschernend schwer verlettt. Ern Mann wird vermibt. Im Ärsenal zu Brest ist heute früh 5 Uhr in den Zentral- werlstatirii der jUnieeuie Feuersbrunst ausgebrva>en, Du ^iDd Drittel der Gebäude zerstörte. Die Materialvorräte jinb gerettet. Das Feuer ifl wahrscheinlich durch die Un- oorslchngkeit eitles Arbeiters entstanden, der eine brennende Zigarette in einen Haufen Holz und Werg fallen ließ- Odrsen Wochenbericht. = A r a n f! u r t a. M., 9. Dezember Das Geschält an der Börse Icblei’pte sich in dieser Woche be- mnglos reetter, sodaß an manchen lagen für einzelne Werte Notierungen mangels Zntercsse nur mühsanl zustande kamen. Auch der Ausblick auf eine leichte Te^eniber-Viquibduon infolge Ber- nngerunfl der Verpflichtungen und der zunelmicnden Zuflüsse auS- ä"dikt)er Gelder konnte keine besondere Uiiteinebmiiiiqsluft er- iDcden, da die Berichte aus dem Wirtschaftsleben nicht ent'chieden Anregendes bieten und Amerika noch immer als unsicherer Hakt 'r in Rechnung gezogen werden muä. Auch diesmal machte rim Rew-Pork ui der Rolle des Stören'rieds recht unliebsam geltend, wenn auch di» Schärfe des von drüben ausgebeuden Kurs- di uck» nur der Aiarkt amerikanischer Werte empfindlicher verspür le mährend die sonnigen Gebiete wieder eine bemelkenswerte Widerstandskraft befunöeten. Die Botschaft des Präsidenten der Per» einigten Staaten an den Kongieß hat den Erwartungen entsprochen, trotzdem haben daraufhin tn Wullslreet ilmfangrelche Realisationen floiiqecvl, West-Anlage 20111. 44 Fassendes Weihnachtsgeschenk I Dv- filb. Teelöffel (Jugendstil) ganz neu vrw.z. verk. Hommstr. la. Einser Pastillen Altbewährt gegen Husten, Heiserkeit. prang’? Kölner Komödien. Konzertbeginn 8 Uhr. Anfang 8l/3 Uhr. 2“ Heute unil folgende Tage: Sm die neue Sensat. Novität: Mie und der Ändere! Burlesker Schwank in 2 Akten bearb. v. P. Pony und Der Garnisons-Trottel! ♦ Lachetürme Sonntag II. Dez. (letzte Sonntagsvorstellung). 2 grosse G-ala-VorStellungen nachmittags 4 Uhr und abends 81/« Uhr. “°1"' 1 Die Nachmittags-Vorstellung ist genau so gehalten wie abends. IW* Im vorderen Restaurant: Oesterr Damenorchester. erin leöer beliebigen Schriftart und Karton« I lll a fvrte. sowie mit Strkeln oder pudenttsrden VIpliMilvIl Vereinigungen, liefert zu mahigen preise« vrühl'sche Unlversttats-Vruckerei, Schulstraste Z Bürgerverein Giessen. Donnerstag, 15. Dezember, abends 8% Uhr im großen UniversttätS-Hörsaal Oeffentl. Vortrag für Damen und Herren „DieWieiMnlellm des Liebig-Laboralorin&is das zukünftige Liebig-Museum“ Referenten: die Herrn Prof. Dr. Sommer, Privatdozent Thomae und Architekt Burg. Wir laden die gesamte Einwohnerschaft unserer Stadt hiermit zu dem Dortrage ein und bitten um zahlreichen Besuch._________________v«yi*__________Der Vorstand. Spinnräder in jeder beliebigen Ausführung liefert schnellstens oioiss Drechslermeifter Bähr ______________Schmalbach bei Wetzlar.______________ Bürsten waren Türvorlagen, Fensterleder, Kämme, Schwämme, Korbwaren usw. empfiehlt in großer Auswahl I. Leichtweis, Börslkimchtl! 6731)__Sonnenstraße 18. Bekanntmachung. Der Neuewcg ist wegen Herstellung der HauSanschlMse an dir Kanalisation bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt, Büdlngen, den 9. Dezember 1910. Großh. Bürgermeisterei Büdingen. Kendt. 0081 Amtlicher LeU» Bekanntmachung. Bet T.'l Gesuch der Gewerkschaft „Louise" r» Tssen tt. 8. R. um Genehmigung zur Aufstellung eines Dampfkessels^ Die Gewerksä)aft Louise zu Essen a. d. Ruhr beabsichtigt auf dem Grundstück Fl. V Nr. 196 und 129 der Gemarkung Weickarls- hain eine Dampfkessclanlage zu errichten. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieses in der Darmstädter Zeittmg bezw. im Kreisblatt für den Kreis Gießen an gerechnet, aus dem Bureau der Groß« herzoglichen Bürgermeisterei Weickartshain zur Einsicht der Interessenten offen. Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei Meidung des Ausschlusses bei Großherzoglichcr Bürgeruretj^rei Weickartslwm vorzubringen. Gießen, den 8. Dezember 1910. _ । Großherzogliches Kreisamt Gieße«. ___________ I. V.: Langermann.______________ Bckatttttmachnng. Betr.: Abwehr der Maul- und Klauenseuche. Im Anschluß an unsere Bekanntmachung vom 28. November 191O (Krcisblatt Nr. 91) geben wir nachstehend eine Zusammenstellung aller zurzeü als verseucht zu betrachtenden Gebiete Deutsch- IaItb^reußen: Die Provinzen Ostpreußen, Westpreußnr, Brandenburg, Pommern, Posen, Schlesien, Sachsen: ferner die Rv, gierungsbezirke Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Stade, LrnS- berg, Kassel, Düsseldorf, Köln, Trier. Weiterhin das ganze Königreich Sachsen. In Bayern: Die Regierungsbezirke Oberbayern, Nieder* bayern, Pfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. In Württemberg: Der Neckarkreis. I n Baden: Freiburg, Karlsrul-e, Mannheim. In Hessen: Die Provinz Starkenburg. Weiterhin: Sachsen-Meiningen, Sachsen-Mtenlmrg, Koburg». Anhalt, Schwarzburg-Rudolstadl, Reuß ältere Linie, Reuß lüngews SJinic Sippe. Schließlich in Elsaß-Lothriugen: Ober-Elsatz müj Unter-Elsaß. .. ._r Die Ortsposizeibehorden werden hrermrt Vorstehendes ortsüblich bekannt zu machen «Gießen, den 9. Dezember 1910. Kroßberzogliches Krersamt Gießer^ I. V.r Mangetmana, Hof-Möbelfabrik DARMSTADT Telephon 35 Grossh« Hess. Hoflieferant HalserL Buss. Hoflieferant Ausstelungshäuser: Elisabethen-Str. 34 und Zimmer-Strasse 2 u. 4. FabriKgeb. Kirschenallee 12 Turin 1902: . . . Gold. Medaille Sl Louis 1904: . Gold. Medaille Mannheim 1907: Gold. Medaille Darmstadt 1901: Pia Kette Darmstadt 1904: Plakette Darmstadt 1908: Plakette Erstklassige Möbelfabrik von Weltruf Hervorragend leistungsfähig in bezug auf Qualität, Formenschönheit und Preise. Ständig wechselnde Ausstellung von mehreren hundert kompletten Wohnungs-Einrichtungen in allen Preislagen. Sämtliche Räume, auch die einfachsten, sind von ersten Künstlern entworfen. Eigenes Atelier für Innen-Architektur. 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