Nr. 2 // Erstes Blatt 160. Jahrgang Dienstag 4. Januar 1910 Der Gießener Anzeiger Ä ä vezugsprees: erscheint täglich, anher RN MM DA monatlich75Pchviertel- Sonntags. — Beilagen: m™ jSr0 * k a a ▲ j* j. ▲. a a jährlich Mk. 2.20; durch sEasfiit Atf 11 blatt für den Ureck Sichen ■ W ■ K^Ä W3F 9 9 Br 9 zV 'N 9 Är 9 9 9 9r 9 idt>cL ausjchl. Bestellg. (Trenstag und Freitag); ML W M W Wk W W m W WX. W W W D-'Ä $3 Wi W «äk W Zeilenpreis: lokal löPß, zwetmal monatl. Land» iMe™^ ö Wg wfa/ tz-Z W» &?»r Sä UI auswärts 20 Pfennig, wirtschaftliche Settfragen V D M ▼ W Chesredakteur: A Goetz Fernsprecd - Anschlüsse: cl JmSf W Verantwortlich für den sür die Redaktion 112, £>9? aft, die sie bei einer ganzen Reihe ton. Wahlen der Sozialdemokratie zugewandt haben, keine andere Wirkung haben konnten, als in der konservativen Wählerschaft eine immer stärkere Entrüstung und eine wachsende Abneigung hervorzurufen, sich in Entscheidungskämpse zwischen freisinnigen und sozialdemokratischen Kandidaten einzumischen. Bis jetzt ist es den konservativen Parteiführern noch immer gelungen, diese Abneigung zum Schweigen und die Wählerschaft zugunsten des Freisinns wider die Sozialdemokratie an die Wahlurne zu bringen. Dafür aber, daß das bei der Fortdauer der freisinnigen Taktik auch in Zukunft gelingen werde, körnten wir und kann die konservative ^rteileitung eine Garantie nicht übernehmen. In Königsberg 1 Pr. ist kürzlich, so schreibt das Blatt zum Beweise der Sachlichkeit des Konservatismus weiter, der Fall etngetreten, daß bei den Stadlverordnetenwahlen die Bürgervereine, erbittert durch die liberalen Agitationen, in Aufrufen und Versammlungen die konservative Wählerschaft aufgefordert haben, sich der Stimme zu enthalten. Sofort aber ist die konservative Parteileitung mit Gegenaufrufen, die außer vom Vorstande noch von vielen Hunderten von Parteimitgliedern unterzeichnet waren, in Aktion getreten und hat bewirkt, daß die bürgerlichen Stimmen nur unwesentlich zurückgegangen und die sozialdemokratischen Eroberungen auf vier Sitze beschränkt worden sind. Selbst fi’etftpnigc1 Blätter haben, wie beispielsweise die „Vossische Zeitung", die korrekte Haltung der Königsberger Konservativen uneingeschränkt anerkannt. * Deutschfeindliche Ausschreitungen im Elsaß. In der „Taverne" in Straßburg,, die schon früher der Schauplatz deutschfeindlicher Kuntgwungen gewesen ist, hat sich vor einigen Tagen wieder ein peinlicher Zwischenfalt ereignet, über den die „Straßburger Post" folgendes mit teilt: „Drei Studenten älteren Semesters, von denen zwei einer hiesigen schlagenden Korporation angehören, während der dritte Mitglied einer katholischen Studentenverbindung ist, besuchten abends gegen lOVs Uhr in vollkommen einwandfreier Verfassung die „Taverne", um dort einen Ka,,ee zu trinken, beit der eine von ihnen, Stammgast des Lokals, besonders rühmte. Im vorderen Raume der „Taverne" laßen die MichKeoer eines altelsäsf Ischen „Cercle", etwa 20 an der Zahl. Als die drei Herren lUctisies FenMeron. — Vom Hoftheater in Darmstadt. Dem auch hier gut bekannten 5) e l d e n t e n o r Heinrich S p e m a n n ist die erbetene Entlassung bewilligt worden. Spe- rnomns Abschied ist als die Folge seiner Beziehungen zu der Freifrau von Schilling-Cannsladt in Darmstadt anzusehen. Sein Nachfolger ist der ausgezeichnete Sänger Becker vom Stadttheater in Mainz. — Hierzu meldet unser Mainzer Mitarbeiter: Unser Heldentenor Becker, der nach Darrn- stadt verpflichtet worden ift wird aller Wahrscheinlichkeit nach durch seinen Vorgänger in Darmstadt, Heinrich Spe- mann, ersetzt werden, der sich vorerst, auf Reisen begeben wird. n. Mainzer Humor. Am Neujahrstage hielt, wie schon fürs gemeldet, Prinz Karneval Einzug in seine getreue Stadt Moguntia, bei dem dec manchmal etwas rauhe Humor der Mainzer wieder prächtige Blüten trug. Einige seien wiedergegeben. Auf der Kriegskasfe, einem großen Möbelwagen, standen folgende Mahnungen: ,^Jhc Starre, jcljuift be Draht evei — Dann es der Zug bald in de Reih!" und ,Hhr Narre lauft Eich Stern un Kapp — Sunst nimmt's de Steuerrat Eich ab' In der Stadthallc und rechts und links der Bühne waren folgende Sprüche zu lesen: „Dreitausend Mark zum Karneval gab uns der Stadlrat her — Habt Dank! Die Starrheit hat geiiegt, mir nemme aach noch mehr!" und der zweite: „Drei Zipfel sind vom Paradies: Der Wein, die Lieb, das Tanzen — Und wenn's dort noch was Schön'res gibt, Respekt bann vor bem Ganzen!" — Zum Gedächtnis MultatuliL. Im Jahre 1910 werben 90 Jahre verflossen sein, ba Eduard Touwes Dekkei in Amsterdam das Licht der Welt erblickte, und 50 Jahre, seitdem er unter dem Decknamen „Multatuli" seinen berühmtesten Roman „Max Havelaar" veröffentlichte. Aus Anlaß dieser Gedenktage beabsichtigen in Holland lebende Verehrer des Dichters, ihrem berühmten Landsmann ein würdiges Denkmal in seiner Geburtsstadt zu errichten. Entsprecheudc Ausrufe zu Geldsamm- lungen für diesen Zweck sind, wie das Bert. Tgbl. mitteilt, in Holland bereits ergangen. Man gibt sich der Hoffnung hin, daß auch in D e u t s ch l a n d , wo die Gemeinde der Multatuli-Berehrer in den letzten Jahren sich außerordentlich vermehrt hat, Geldbeiträge für bas Denkmal gestiftet werben. Tie holländische Schriftstellerin Frau Maria Anderson, die Jugendfreundin und Biographin Detters, die gegenwärtig hochbetagt in M ainz lebt, ist bereit, solche Sammlungen aitzunehmeu und sie an die ßentralitellc in Holland gelangen zu lassen. An bem schlichten Landhaus „Auf der Steig" in N i e d e r - I n g c l h e i m, wo Multatuli die letzten Lebensjahre verbrachte und starb, ist im vorigen Jahre bereits eine Gedenktafel von Frcundeii des Dichters angebracht worden. — Der Münchener Karneval, der bisher teilweise unter Ausschluß der Qessercklichkeit gefeiert wurde, soll von nun an -treng in Züchten und Ehren begangen wexden. Die Polizeibehörde hat bereits im November neue Vorschriften für — von denen zwei durch ihre äußere Erscheinung sich sofort als Angehörige einer schlagenden Korporation kenntlich machten — an ihnen vorüber tarnen, ertönten aus bet Mitte des Kreises ohne weiteres die Rufe: „Was rodle b ie Söuschrooro e?" „Nüs mit bennc © djrooro etairo e." Einer her Betroffenen trat alsbald an den Tisch des „Cercle" heran und stellte einen der Rufer zur Rede, wtm.de aber sofort von ihm an die Brust gepackt und mit den Worten: „Du Kneckes, Du Witt ebbes hier mit uns!" zurückgestoßen. Als dem also Angerempetten sein Fremid sofort helfend beisprang, fiel der ganze „Gerde" über die drei Studenten her, worauf eine allgemeine ^Holzerei" entstand. In diese Holzerei mengte sich auch der Wirt. Obwohl es seine Ausgabe gewesen wäre, für Ruhe zu Jorgen und bie Streitenbcn zu trennen, ging er sogar bazu über, ohne sich zu vergewissern, auf welcher Seite bas Unrecht lag, mit samt der Kellnerin und feinem Zapfer auf die in der Minderheit Befindlichen rin-ujchlagen." Außerdem bemerkt bie „Straßb. Post": „Das Sonderbarste dieses Vorfalles ist, daß die drei Studenten keinenfalls die Vertreter eines alldeutschen Chauvinismus sind, als die man sie hinzustellen beliebte, sondern, daß zwei von ihnen Alteinheimische (Lothringer) sind, der brüte durch Geburt und Erziehung mü dem Elsaß auf das engste verbmiden ist." Die Angelegelcheck ist übrigens von den drei Studieren- deu alsbald bei der Univerfitätsbehorde zur Anzeige gebracht worden, und es sind Erhebungen im Gange. Natürlich wird man den Wirt und die übrigen Radaubrüder gehörig darüber aufllären müssen, daß beriet pöbelhafte Aus- schrmtungen in Deutschland nicht geduldet zu werden Pflegen. ‘_______________________________ Line Erkrankung des Prinz-Regenten von Bayern. München, 3. Jan. Heber das Befinden bes Prinz- Regenten, der sich in den letzten Tagen eine Erkältung zugezogen hatte, wurde heute folgender Krankheits- bericyt ausgegeben: Der Prinzregent leidet infolge Erkältung an verstärktem Bronchialratarrh ohne weitere Komplikationen. Bei genügender Schonung steht Besserung in kurzer Zrit zu erwarten. Der Prinzregent konnte heute nachmittag eine Spazierfahrt nach Schlag Nymphenburg unternehmen; im Befinden des Prinzregenten konnten die Aerzte beim Wendbesuch eine leichte Besserung' feftstellen. Riejenunterschlagüngcn im russischen Äegebaiiimnijterium. Enorme Unter, ch leise, die sogar die gewaltigen Summen, die in der Intendantur des Zaren.eich.s v runtreut w rd.n, erheblich übertreffen sollen, werden aus der ru,,if^enHaupd ftadt an der Newa gemeldet: Petersburg, 2. Jan. Ein Panama des ALiniste- riums der öffentlichen Arbeiten, das sogar das der Intendantur zu übertressen verspricht, sieh: nach dem B. L. A. [einer Enthüllung durch Revisionen, die in die Hände des Senators Garins und des Moskauer Untersuchungsrichters Brafchili gelegt sind, entgegen. Die Betrügereien bei Bestellungen von Loiomot'ioen und Waggons sokue bei Ausführung von Wasserbauten überschrecken, dem Vernehmen nach, viele Millionen Rubel. Alle Anstrengungen den Betrieb von „Redouten" erlassen, und diese neuerdings toieder- holt. Die Vorschriften begnügen sich nicht mit allgemeinen Anordnungen. Zunächst wird die Bereühaltung von ganz oder teilweise abgeschlossenen Räumlichkeiten verboten. An vorhandenen Abteilen dürfen Vorhänge auch nicht als Zierrat angebracht werden. Die lichte Weite deö Eingangs muß sich mit der Breite des Abteils decken. Die Abteile müssen ständig beleuchtet sein. Die Rückwände der Gelasse dürfen 1,40 Meter nicht übersteigen. Wenn jetzt bet Münchener Karneval nicht sittenrein wird, kann man bie Schulb wenigstens nicht der Polizei in die Schuhe schieben. — Die Dortmunder Femli nde. Die Femlinde, bas alte Wahrzeichen der Stätte bes ehemaligen Ob-ersttchls, wird bem Verkehr zum Opfer fallen. Noch Fricbrich Willjelm IV. hatte besohlen, baß bei bem Bau der Bergisch-Märkischen Bahn auf die Linde Rücksicht genommen werde. Tie alte Richtstätte, an der 1802 der Freigras zum letzten 9)lalc seines Amtes waltete, ist nur noch ein alter Stumpf, der, mit eisernen Banden umgeben, letzt ins städtische Museum wandern soll. Ter' alte Stamm hat aber noch einen Sprößling gezeitigt. Tiese junge Linde wll auf dem Bahnhofsvorplatze angepflanzt werden; der Freistuhl und der Tisch, auf bem Iber alte brutsche Reichsadler prangt, füllen in der nahen Umgebung ausgestellt werben. Es ist zu hoffen, daß bie junge Linde ttäftig gedeiht als lebender Zeuge dafür, baß man auch im hastenden Ruhrrevier sich. Heimatsfinn unb Heunatpslege bewahrt hat. — B j o rn s o n§ G e ne s un g. Aus Paris wird berichtet: Björnson hat dieKrise überwunden; der 78jät)rtge hat erfolgreich dein Tode getrotzt und ist fetzt aut dem Wege zu völliger Genesung. Tie Aerzte bringen zwar noch auf Schonung unb Ruhe, unb Besucher iu-erbm einstweilen nicht emp,äugen. Aber in seinem Zimmer in ber Sine be Rivoli laßt sich der greife Dichter täglich bie Zeitungen vvrlesen, sein Interesse für bie Zeitereignifse ist fo frisch unb Icbenbi® wie je, unb jetzt hat er auch person-lich derr Bries des Königs von Süorwegeu beantwortet, ber ihm in einem Hcuwschreiben baldige Genesung gewünscht ljatte. — Die verkannten Klassiker. In dem Blatte des Verbandes süddeutscher katholischer Arbeiterinnenvereine „D i e Arbeiterin" wird in einer Neujahrsbetrachtung, bie „Zur Erbauung" überschrieben ist, folgendes verkündet: „Neulich haben sie in allen deutschen Gauen beit Dichter Schiller verherrlicht aus Anlaß seines 150. Geburtstages. Ob man gerade den 150. (!) Geburtstag in allen unseren Volksschulen feiern mußte, roo Kinder fitzen von 6—13 Jahren, ist doch sehr fraglich. Die Verdienste Schillers um unsere Schuljugend scheinen denn doch nicht gar s o hervorragende zu sein. Da hatten Canisius, Aloysius, Christoph v. Schmidt, Sailer usw. ganz andere Verdien st e aufzuweisen. Ob ihrer in Jubiläen gedacht wird? Wohl kaum! Warum? Darum!" Es erübrigt Jid) wohl, hierzu noch eine besondere Bemerkung gu machen. Dieses glänzende Wissen, daS sich mit feinstem Verständnis für bidjteriidje Leistungen paart, spricht deutlich für sich iclber, wenn es uns auf bie wahren Klassiker aufmerksam macht. interessierter Kreije, die Revision zu veryrnoern, sind vorläufig gescheitert. Die Untersuchungen werden drei Länderkommissionen unb die Wkrtsd-nftskomitees der Wasserbauten, Kunststraßen unb Eisenbahnen umfassen. Deutsches UeLch. Der württemberg.sche „Sum.sanzeiger" schreibt: Laut, einer Verfügung ber Generaldirektion der Posten unb Telegraphen vom 28. Dezember sind vom 1. Januar 1910 ab bie Einschreib- unb Eilbriefe wieber mit dem Ankunftsstempel zu beb rucken. Wie wir von der Leitung ber Staatlichen Erfin- bungs-Ausstellung, bie Enbe nächsten Monats in Stuttgart sbattsinden soll, hören, sinb bie Vorarbecken für bie Prüfung ber eingebundenen Anmeldungen nunmehr so weck beendigt, baß für den größeren Teil der Anmeldungen bie Ausfteiiungsnrobelle ein gefordert sinb. Es sinb bisher ungefähr 1000 v er schiebene Anmeldungen als vorläufig ausstellungsfähig betradjtet. Um eine Orientierung über das auf der Ausftellung Gebotene zu erleichtern, wird beadsich- tgt, den Bezug bes Ausstellungs-Katalogs, welcher das gesamte zur Verwertung angebotene Material enthalt, auch aiq' buch händlerischem Wege in ganz iDeutschlaub zu ermöglichen. Die „Hamburger Nachrichten", denen wir die Verantwortung für diese Mitteilung überlassen müssen, melden, daß bie bisher bem Bibliographischen Institut (ALeyer) in Leipzig gehöretrbe „Tägliche R u n b s ch a u" für 1250 000 Arirrt in den Besitz der nationalliberaleu Partei übergegangen sei. In dem Redaktio ns stabe werbe bem Vernehmen nach nichts geändert. — Uns scheint bie Meldung nicht sehr glaublich. rrusiand. Kaiser Franz Josef empfing am Montag mittag ine in Wien eingetroffene chinesische Mission zum Siudium aus- länbischer Flotteneinrichtungen unter Führung des Prinzen Tsaihsun. Der Kaiser sprach sämttiche Vtüglieber an und verlieh dem Prinzen Tsaihsun bas Großkreuz des Leopold- orbens, sowie den anberen Herren hohe Orbensauszeichnungen. In London wird der Notenaustausch zwischen Deutsch- Nind unb England über die Verlängerung des Schiebsgerichtsoertrages vom 12. Pich 1904 auf weitere vier Jahre veröffentlicht. Wie Konstantmopeler Blätter melden, beschlossen Offiziere unb Mannschaften ber ganzen türkischen Armee, ihr Gehalt von zwei Monaten in Raten für Flottenzwecke zu stiften. Auch sonst wirb in ber Provinz die Subskription für die Flotte eifrig betrieben. Der Flottenverein soll in ber nächsten Zeit bem Schatze als erste Rate 150 000 Pfund zum Ankauf eines Kriegsschiffes überweisen. Die Regrerung gedenkt zum Wiederaufbau ber Flotte eine innere Anleihe aufzunehmen. Der Generalstabschef bei Marine trat eine Reise an, um ben in Genua im Lau befinblichen türkischen Kreuzer und dann in England einen Dreadnought zu besichtigen. Tie Notabeln von Drama werden für die Flotte einen Torpedobootszerstörer stiften. Infolge eines Meetings in Barcelona, das zugunsten der während der Unruhen im Juli v. Js. Verhafteten abgehalten wurde, ivaren Gerüchte im Umlauf, daß der allgemeine Aufstand — Tie lustigenBlätter begehen in diesen Tagen ihren fünfundzwanzigsten Geburtstag, zu dessen Arier eine sehr reich ausgestattete Festnummer erschienen ist. Sämtliche Mitarbritei des seit seinem Bestehen im Verlag von Dr. Evsler u. Co. erscheinenden srischgeistigen und gediegenen Witzblattes haben an diesem stattlichen Band nutgearbeitet, so daß rin äußerst an- spreck-ender, stattlicher Band dem freubigen Ereignis ein würdiges Denkmal weiht. Seit ihrem Bestehen war es das stete Bemühen der Lustigen Blätter, allem öden Phittsterrirm, das in dieser Skimmer io köstlich als dösiges Nilpferd dargestellt ist, mit Humor zu be- geg-neu ober auch einmal mit bem eisernen Besen ber Satire brrinzukahcen, wenn es gar zu toll Hergang. Tic Lustigen Blätter haben in bie] en fünfundzwanzig Jahren mit fröhlicher, befmenber Lustigkeit eine staunenswerte Arbeit geleistet, bie gewiß nicht immer Luftig war — sondern ein ernstes Kulturwerk. Rtögerc bie Lustigen Blatter bad folgende VierteljahrhunbeLt mit gleichem Erfolg strecken. — Der erste Briefmarkensammler. Zu der Frage, wer als erster Briefmarken yi sammeln begonnen hat, brachte ber Collectuoneur be timbres-poste die Mitteilung, daß dies ein Herr Legrand gewesen sei. Jetzt meldet sich ein Herr Wetzel aus Lille in Frankreid), der ebenfalls darauf Anspruch erbebt, weil er bald icach dem Erschrinen der ersten englifd-en Postwertzridjen (6. Mai 1840) mit bem Sammeln begonnen haben will, aifo demnächst sein 70 jähriges Sammlerjubiläum feiern kann. Tie Frage wirb kaum mehr endgüttig zu lösen sein, weil mm auch ein Herr William Kcatter in Sidney, der hochbetagte Sohn eines nach Australien auSgeivanderten Deutsch-Oesteririchers, mit der Behauptung hervortritt, baß schon sein Vater damit ben Anfairg gemacht habe, als am 3. Viooeuiber 1838 in SLeu-SübwaleS die ersten amtliaien Briesumfd-läge mit Stempelausbruck zur Ausgabe gelangten. Bewieserr für die Priorität als Sammler ist da- mck eigcntlid» nichts und so wirb viellrid)t demnächst auch nod) ein Nad-lomme beS Herrn bc Valayer in Paris aufticteu, der unter Ludwig XIV. im Jahre 1653 gestempelte Driefschleifen (BiUets be Port payL) für die Pariser Stadtpost zum Preise von 1 Sol (jou) zu verausgaben begann und als Erfinder der Postrvcrtzcicheir anzuspredjeu ist. — Tie Verwandlung der Elemente. Das langersehnte Ziel ber alten Alchemisten hat kürzlich durch eine Uutcr- [ud>ung der Chemiker Ramsay unb Ja. L. Usher eine neue Bestätigung erfaljrm. Da niclst nur stiadmrn selbst sich in Helium verwandelt, sondern bie vom Radium aus gesandte Einanalion bie Umuxmbluug anderer Stosse cinzulecken vcrniag, so stellten sie Vnftcche mit den Gasen an, die sich aus einer mctallisdjcs Radium- brvmid enthaltenden Lösung entwickelten. SLachdem diese geringe Mengen von Radiumemanation enthaltenden Gase in ein Glao kölbck-cn gelecket waren, das zunächst leergepumpt und tarnt mit verschiedenen Lösungen, gefüllt Ivar, wurde der J^chalt vier SBod^ii laug fid) selbst überlassen, bis bie Energie der Emanation völlig erschöpft war. Nmr rourtan die vorher völlig Lohtenstosffteien Lösungen untersucht, unb es stellte sich heraus, daß sie geringe Ptengen Kohlenstoff in Form von Kohlensäure und rkohlenoxch aUbteilen, die nur aus ben bei EmanarirnrSwckttm j unteiuwijenefi. bet Straßenbahn. Die fyccqucnj der Elektrischen Bahn stellt sich in der abgelausenen Woche wie folgt: Sonntag 5571, Montag 4483, Dienstag 3087, Mittwoch 2780, Donnerstag 2812, Freitag 3009 und Samstag 3649 zahlende Personen. Im ganzen wurden in der Vorwoche befördert 25 393 Fahrgäste oder täglich im Durchschnitt 3627. Die durchschnittliche Beförderung der Personen betrug seit der Betriebserüffnung der Bahn 3824 täglich. Die gesamte Betriebseinnahrne ergab bis 31. Dezember rund 16 000 Mk. ** Aus dem Stadttheater wird uns geschrieben: Es sei darauf hingewiesen, daß die morgige Vorstellung von .Aschenbrödel" die letzte des hübschen und effektvoll aus- gestatteten Märchens ist. — Auf zahlreiche Anfragen sei mit- geteilt, daß am nächsten Sonntag nachmittag .Der sidelc 'Sauce* und Sonntag abend das Lustspiel „Die Liebe wacht" gegeben wird und daß diese beiden Vorstellungen bei kleinen Preisen staltfinden. " Die Eroberung der Luft, und zwar nicht nur Zeppelins Flug nach Berlin, sondern auch Aeroplan-Flüge von Wright, Latham, Voisin usiv. an verschiedenen Orten, auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin und gelegentlich der Flüge bei Reims in Frankreich werden gegenwärtig im Kaiserpanorama gezeigt. Dieser Zyklus hat überall das größte Interesse wachgerufen und dürfte auch bei uns durch reichen Besuch ausgezeichnet werden. ** Turnerisches. In der am 2. Januar in Darmstadt abgehaltenen Sitzung des gesä-äftssührenden Ausschusses des Mittel- rhcmlreises wurde für das Jahr 1910 folgender Arbeitsplan ausgestellt : 30. .Jan.: 1. Kreisvorturnerslunde (Tgde. Frankfurt), 13. Febr.: Sitzung des geschaftsführcnden Ausschusses mit dem Ortsausschuß für das 29. dt reisturnfest in Kreuznach. 6. März: Kreisoorfechterstunde (Tv. Wiesbaden). 16. April: Sitzung des Kreisausschu^es, 17. April: Krelsturntag, beide voraussichtlich in Loerlahnstein. 25. Sept.: 2. Kreisvorturnerstunde (Tv. Limburg?. 30. Olt.: Fraueiworturnerstunde (Tgde. Hanau). Die schon lange geplante Kreiszeitung >oll von Mitte Januar ab erscheinen. An dem vom 3.—16. Jan. in Darmstadt startsindenden Lurnlursus für Turnwartc und Vorturner nehmen 31 Personen -- Daubringen, 3. Jan. Unter sehr starker Sc- terltgung fand gestern bei Gckst.iirt W.irner die Fa^ress tzuna ru6” r 1 e 9 e.r D c r e i n § ftatt. Ter langjährige Präsiden Erolz warf mit kurzen Zügen einen Rückblick auf das vergangene Jahr und ermahnte die Mitglieder, auch feiner - hin den Verein in der hergebrachten Weise zu unterstützen, länn mit großem, Beifall aufgenommenes Hoch aus Kaiser und Großherzog schloß die ?ln,prack)e. Der von dem Vereins- rechner, Wagnermeister L. Dort erstattete Recl)nunqs- abschluß ergab einen annehmbaren Ueberschuß, der dem Vereinskapital zugeschrieben werden konnte. Präsident Grolz dankte dem Rechner für seine Arbeit und betonte, daß er seine Geschäfte als Rechner während seiner 15jährigen ununterbrochenen Tätigkeit stets treu und gewissenhaft er- le.£)19? .habe. Ansprachen und patriotische Gesänge hielten die Teilnehmer bis zur späten Abendstunde zusammen. = Daubringen, 3. Jan. Am 1. Januar hielt der M a n n e r t u r n v e r e i n (dem Lahn-Dünsberg-Turnerdund angehörend) seinen Jahresabschluß ab, bei dem die Entlastung des Rechners vorgenommen wurde. Dann erfolgte die Neu- ivahl des Vorstandes. Wiedergewählt wurden Schneidermeister Joh. Reif zum 1. Vorsitzenden, Ludwig Schäfer IV. äuw 2. Vorsitzenden, Ludwig Hofmann III. zum Rechner und Ludwig Vogel III. zum Schriftführer. Neugewählt wurden Turnwart Wilh. Schwalb und Zeugwart Wilhelm Fuchs III. Obwohl der Verein kaum drei Jahre in Tätigkeit ist, hat er alle Turngeräte durch eigene Mittel käuflich erworben und verfügt außerdem über 50 Mk. in bar. — Lollar, 2. Jan. Heute wurde in dee Kirch« zu Kirchberg Pfarrassisient Gerig aus Altenschlirf von Dekan Sfrack in feierlichem Gottesdienste ordiniert und in sein Amt als Assistent des Kirchspiels eingewiesen. Da das Kirchspiel Kirchberg fast die Seelenzahl von 5000 erreicht hat, die auf 5 Gemeinden sich verteilen, war von der Kirchen- behördc die Anstellung als notivendig erachtet worden, maS von den Gemeinden auch als billig und gerecht genehmigt wurde. r^ÄUuJenl>£L9' 3: 2an. Am Sonntag den 2. Januar hielt der Turn-Verein seine Generalversammlung, ?oe • öahlrcnchZiesack,t war, ab. Der Vorsitzende erstattete Berich, über die Tätigkeit des Vereins im verstossenen Jahr. (£r uaiilte den Preisturnern, bi: im vergangenen Jahre mit gutem Urchige hermgegangen waren und trat mit der Bitte an sic i^rau, lid) von neuem ans das ibmmende Jahr zu rüsten. Ter Turmvart er)tattete iüeridit über den Besuch in ben abgehaltenen Turnstunden £er Rechner fonnte m seinem Bericht über das Vermög.-n des Vereins trotz ben außergeivöhnlichen Ausgaben, einen s.hönen Ablchlntz be aiuttgeben. Ber brr Vorslanbsüxcht wurden einstimmig Wieoergewaliü als Rechner Lnbw. Dietz und neu als erster Tnrn- wart Hch. Zech«:, als zweiter Wilh. Grölz und als Zeugwart K. Muller, ^.er Vorsitzende dankte zuletzt ben Vorstandsmitgliedern ifr. ^ung und L. reibet, die ,10 Jahre ununtcrbrmj-.cn bem Tor- staild uiid dem Vercul treu zur Seite gestanden haben, und brachte ein Gut Heil aus die beiden Preisturner, den Verein und ixm Turnglnl Hessen aus. Erlös der ihr zu überweisenden und zur Veräußerung zu bringenden Grundstücke zu decken. /o ^ür die Erbauung einer Hauptwerkstätte (Lokomotwwerfftatte) in Darmstadt werden im neuen Etat ebenfalls 200000 Mk. mehr angefordert, nachdem in den vorhergegangenen Etats bereits die veranschlagte Gesamtsumme im Betrag von 4 687 000 ML bewilligt worden war Ms Ursache dieser NachforderunL wird eben die Steigerung der Bodenpreise angegeben. — Für die Erbauung einer Fett ga sanstalt auf dem Bahnhof Darmstadt wurden im vorigen Jahre als erste Rate 50000 Mk. bewilligt. Für wird als zweite und letzte Rate noch der Betrag von 60 000 Mk. angefordert. — Ferner soll eine Erweiterung des Bahn h o fs Kranickftein erfolgen, wofür von der 1269,000 Mk. veranschlagten Summe als erste Rate 50000 Mk. angefordert werden. — Für die Erweiterungsbauten des Bahnhofs Bensheim werden als dritte Rate 500000 ML, für Bahnhof Grünberq als letzte Rate 40 000 ML, für Bahnhof Friedberg als zweite Rate von dem auf 653000 ML berechneten hessischen Anteil 50000 Mk. und zur Auswechselung der eisernen Lieberbauten der Ersenbahnbrücke über den Rhein oberhalb Mainz (Gesamtkosten 2 980000 ML) als dritte Rate 1000 000 ML gefordert. x Nid da, 3. Jan. Gestern abend wurde uns rin lZbsigen Kasino ein seltener Kunstgenuß geboten buidj musikalische Vorträge instrumetitalcr und vokaler Art von feiten des Fräulein Stammler (Gesang ',„d der Herren Gernhardt (Violine und Cello) und y a h n (Klavier), sämtlich von Gießen, in Gemeinschaft mit Gewerve- letjrer Endres. Der bis zum letzten Platz gefüllte Konzert- raum lauschte init Spannung den herrlichen Liedern, welche Frl. Stammler mit ihrem Mezzosopran seelenvoll und formvollendet vorlrug, von dem ernsten Pieta Signore von Stra- della, der Zigeunerin üon Doiiizetti bis zu dem heiteren „Dort in den Weiden" von Brahms und „Vom lustigen Grasmücklein" von Tauber!. Die Begleitung des Gesangs durch Herrn Hahn war den Liedern durchaus angepaßt unb sehr fein und dezent. Die Vorträge des Herrn Gernhardt: Brise de mer von Leoncavallo und die Elegie von Holzhaus für Cello unb Norwegische Rhapsodie von Venzoni sowie Anoso von Hummel, für Violine, begleitet von Herrn Endres, gaben ein treffliches Zeugnis von der künstlerischen Auffassung, und Wiedergabe der Kompositionen. Den schönen Abschluß des Ganzen machte ein Trio für Gesang, Violine und Klavier: Lustiges Vöglein im Walde von Sieber Reicher, immer sich wiederholender Beifall lohnte die Darbietungen, und der Direktor des Kasinos, Herr Oberst Weimer, sprach den herzlichen Daiik der Anwesenden aus mit dem Wunsch auf Wiedersehen. F. C. Meerholz , 3. Jan. Nachdem gestern nach- mittag im Schlosse zu Gettenbach eine Trauerfeier für bie am 29. Dezenter dort verstorbene Prinzessin Marie verwitwete Erbgräsin zu Isenburg unb Vübingen- Meerholz abgehalten worden war, wurde die Leiche in die Schloßkirche zu Meerholz überführt. Der Uebcrfübrunq vohnten Graf Gustav zu Isenburg und Bübingen-Meei> )olz, die gräflichen Forftbeamlen und Bürger von Gelten- rach bei. Pfarrer Kohlenbusch-Meerholz, die Kirckenalte- ten und die Mitglieder des Gemeinderats von Meerholz und Hailer empfingen den Trauerzug am hiesigen Schloß- garten, worauf die Aufbahrung bei Leiche in der Schloß- itefie erfolgte. Heute nachmittag leitete in der Schloß, irche ein Gollesdienst die Beisetzungsfeier ein. Pfarrer Kohlenbusch hielt die Trauerrede. Unter Glockengelüute etzte sich sodann der Trauerzug in folgender Ordnung nach dem Friedhöfe m Bewegung. Die Lehrer und die Schuld fügend von Meerholz und Hailer, die Meerholzer und Hailerer Vereine, die Geistlichen der Standesherrschaft, ber Leichenwagen, zu beiden Seiten bie männliche Dienerschaft des Schlosses Gettenbach unb das Forstpersonal Ihm olglen Graf Gustav zu Jsenbura unb Büdingen-Meerholz, Prcnz Albert zu ^ch.eswig.Holftein-Sonderburg-Grüä^burg der Graf zu Isenburg und Büdingen^Phi-ippseich, die Fürsten zu Isenburg und Bübingen-Büdingen, Isenburg und Vudingen-Wachtersbach und Isenburg-Bilstein, Prinz Al- red zu Isenburg unb Bübingen-Büdingen, die Verlreter des Großherzogs von Hes,en unb der Fürsten Reuß, sowie die verschiedener fiaiibcv .c. rii.bcr Hän,ei aus Prens>en und Hessen. Beamte uns Päa)rer, bic 5^urgccmei|tcr, d.e Kirchen- ältesten una .Grme.nderaiS-M.tgl.eb/r aus den Or.schasten nommen. ** Studentische Unterrichtskurse für Arbeiter und Unterb camte. Im Anschluß an die Kurse werden ans Wunsch der Hörer im Januar und Februar wieder leichtverständliche Einzelvorträge aus den verschiedensten Gebieten des Wissens gehalten. Den ersten Vortrag hat Professor M i t r e r m a i e r übernommen. Er wird über „Strafrechtsfragen" sprechen. Der Vortrag findet (Zreitag, 7. Januar, abends, im Hörsaal 13 des Uni- versitätsgebäudes statt. Eingeladen sind: Arbeiter, Arbeite- rinnen und Unterbeamte, — einerlei ob sie an den Kursen teilnehmen ober nicht — unb ihre Familienangehörigen Auf Beschluß des Vertrauensleuteausschusses der Kurse wird von jedem Besucher eine Gebühr von 10 Psg. erhoben. ** Vom hessischen Staatsverlag. Die G Io n g h ans'sche Hofbuchhandlung, — Verlag — ist nach 112 Jahre langem Bestehen am 1. Jan. in Liquidation getreten. Der Verlag, dem feit Jahrzehnten vom Großh Ministerium b. I. bie Geschäftsleitung bei Buchhandlung, des Großh. Staatsveilags unb ber Darmstädter Zeitunc übertragen war, ging zum größten Teil an ben vom 1. Jan. ab vom Staate in eigene Regie übernommenen Großh Staatsverlag über. Zugleich trat der langjährige Geschäftsleiter und Prokurist Jean Fischer in den Dienst der Großh Regierung. Verbindung en itmnmen konnten. Daraus ziehen die Chemiker bat Schluß, daß die in jenen Verbinduirgen enthaltenen Elemente der. Kohlenitoffreil-e (Silizium, Titan, Zirkonium, Thorium, Blei) ohne Ausnahme uiUcr Einwirkung der Radiumemanation Kohlen- swffverbindungen liefern, d. h. also, sich teilweise in Kohlenstoff verürandeln. Am geringsten i)t diese Tendenz der Verwandlung beim Blei. — Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Ter dänische Eskimosorscher Knud Rasmussen, der erst kürzlich von einem fast zweijährigen Aufenthalt in Nord-Grönland zurückgekehrt ist, rüstet sich zu einer neuen Expedition, die das Studium ber zentralen Eskimos im nördlichen Amerika zum Ziel nimmt. — Dem „Geogr. Anzeiger" zufolge will auch der amerikanische Meteorologe E. Baldwin Nansens Drift auf dem „Fram" nachahmen, aber bebeuteni» östlich von Nansens Route: für die Reise sind fünf Jahre in Aussicht genommen. — Marcella eembridj hat ihre amerikanische Konzertreise nie gen einer schweren Erkrankung ihres Gatten abgebrochen. Sie brachte den an einer Lungenentzündung Erkrankten sofort mittels Sonder- zuges nach Los Angeles, wo durch bas südliche Klima Hoffnung aus rasche Genesung vorhanden ist. — I s a d o r a D u n c a n ist von Amerika nach London zurückgekehrt und wird sich nach Aegypten begeben, um dort die Tänze der alten Aegypter zu sturer en. Ihr erstes Auftreten als altägyptische -l a n ä er t n wird in Deutschland flattfinben. — TerVer - banb deutscher Bühnenschriftsteller hat unter seinen Mitgliedern em neues Betriebskapital von 110 000 Mark zur Erweiterung seiner Geschäfte aufgebracht. Außerdem wurde ihm von erften Autoren ber Vertrieb der neuen Stücke zugesagt, u a auch vonSudermann—Zur Erhaltung und Förderung ber hermis che n Bauweise wird im Sicgerlande ein Wettbewerb ausgeschrieben. Es handelt sich um Entwürfe für Kleinwohnungen int Kreise Siegen, bie Architekten im Re- gierungsbezirk Arnsberg bis zum 15. Februar 1910 beim Krcis- Us'Huß etnhefem können. Drei Preise von 600, 400 und 250 Mark gelangen zur Verteilung, weitere Ankäufe sind Vorbehalten — Das Grab Max Schenkendorfs auf dem Coblenzer ötieöbotc ist von der dortigen Freimaurerloge in Pflege genommen worden. Der Grundstein, der sich stark gesenkt hatte, wurde aufgenchtet, die Inschrift erneuert und das falsche Geburts' datum durch das richtige ersetzt. — Das 50 rührige Jubiläum als ordentlicher Professor begeht am 4. ds. der bekannte Frauenarzt, Wirklicher Geheimer Rat Exzellenz Dr. Bernhard S m u l tz e in Jena, wo er seit Herbst 1858 als Dozent tätig ist Schultze -sicht tm 83 Lebensjahre. — Cornelius Gur litt, der aus gezetchnete Vertreter der Stillehre an der Dresdener Technischen Hochschule, beging gestern seinen sechzigsten Ge burtstag. — Otto Julius Bierbaum ist, wie aus Dresden gemeldet wird, an einer Hals- und Ohrenentzündung er- hraitft. Eine Operation ist günstig verlausen, jo dag Luic Ge- fahr für das Leben des Kranken nicht destel)t. q n ba/- f d. Kr eisturnfest in Kreuznach sind der 3 0. ^Julibrs 3. Aug uft vorgesehen. , . Tclb Das Froschwerfen in ber Neujabrs-- si ° Dt ist einem Ujabrigen Jungen schlecht bekommen. Der Knabe hatte die Frosche m der Hosentasck)e und steckte in Gedanken einen bereits angezündelen dazu. Die Frösche erplodierten in der Lasche und der ^migc wurde am Unterleib schwer v -- r i - fi t gr mußte in bie Klinik ausgenommen werden und liegt noch schwer ttank öarnicber. ):( Annerod, 3. Jan. Am Abend de§ Neujahrstacses hielt der Gesangverein ,Heiterkeit im Saale des Gastwirts Will sein Winteroergnügen ab. Ter Saal war gut besetzt und die Vereinsinitglieder ernteten mit ihren Tar- bietungert vielen Beifall. Die von Musiklehrer Kasten- Gießen, dem Dirigenten des Vereins, einaeübten Lieder ae- ftelen besonders gut. 9 R. B. Da.rmstRusikvereins noch erhöht wurde. Viel zu früh mußte geschieden werden. Um 81/2 Uhr in Schotten ab, nach Mitternacht in Frantfurt und Offenbach an — eine bittere Beigabe, diese unendliche Eisenbaynfahrt mit ihren winkeligen Umwegen nach dem jo nahe gelegenen Vogelsberg. ___________________________________________ Vereintstes. * Land- u nd Stabil, e. Völkern ng in Deutschland während des letzten Menschenalters. Deutschland hat in den letzten 30 Jahren in zunehmendem Maße das Gepräge eines Industriestaates angenommen und das eines Agrarstaates verloren. Diese, Tatsache kommt in der Erscheinung zum Ausdruck, daß der Prozentsatz der städtischen Bevölkerung stetig steigt, während der der ländlichen abnimmt. Im Jahre 1870 hätte Deutschland rund 41 Millionen Einwohner; von diesen wohnten auf dem Lande 26ist Millionen, öder 63,9 Prvz., dagegeü in den Städten einschließlich der Landstädte bis zu 2000 Einwohnern herunter nur 14% Millionen ober 36,1 Pro-. Die Landbevölkerung ist nun auf diesem Stande bis 1890 etwa stehen geblieben und hat seitdem ein langsames Sinken gezeigt, so daß die letzte Volkszählung von 1905 nur noch einen Bestand von 25822481 Einwohnern ergab; von nahezu 2/3 war die Landbevölkerung auf weniger als die Hälfte, genau 42,58 Prvz. berabgcgaitgeit. In dem gleichen Zeitraum batte sich die Stadtbevölkerung mehr als verdoppelt; sie betrug 1905 34 818 797, d. h. während sie vor 35 Jahren hinter der Bevölkerung des flachen Landes um IIV2 Millionen zurückgeblieben war, übertraf sie diese jetzt um 9 Millionen, und das Wachstum der städtischen Bevölierung schreitet noch vorwärts. An diesem Fortjchcitt haben die Großstädte mit mehr als 100 000 Einwohnern den größten Anteil. Während sie im Jahre 1871 von der Gcsamt- bevölleruug Deutschlands erst 4,8 Pmz. beherbergten, hatte sich diese Zahl bis zum Jahre 1890 schon auf 12,1 gehoben, und nach der Zählung von 1905 waren von 100 Einwohnern des Deutschen Reiches fast 19 Bewohner einer Großstadt, d. h. der Anteil hat sich beinahe vervierfacht, während er in den Mittelstädten mit 20—100 000 Einwohnern mir von 7,2 auf 12,8 gestiegen ist, d. h. sich noch nicht einmal verdoppelt, in den kleinen Städten» (5—20 000 Einwohnerj nur die mäßige Steigerung von 11,2 aus 13,74 erfahren hat und in der Landstädten sogar von 12,4 auf 11,81 her abgegangen ist. Von den 42,58 Pvoz. der Bevölkerung, die 1905 auj dem flachen Lande wohnte, gehörten 1,4 Proz. Gemeinden mit weniger als 100 Einwohnern, 1 i solchen mit 100 bis 500, 13,31 Gemeinden mit 500—1000 Einwohnern an, der Rest von 10,87 Proz.' Gemeinden mit 1000—2000 Einwohnern. * D i e Z a hl 3 im Leben König Alberts. Es scheint, als ob die Zahl 3 dazu berufen sei, in dein Leben des jungen Königs von Belgien eine bcüeiiiianie Rolle zu spielen. Allerdings hatte sich die bayerische Wahrsagerin geirrt, als sie nach Geburt ihres zweiten tinaoen dem Prinzen und der Prinzessin Albert prophezeit hatte, dem Pnnzeupaar wurden hintereinander drei Knaben geboren werden; aus dein dritten ist nämlich em Mädchen geworden. Soun aber wird die Geschichte nut der für König Albert so vielsagenden 3 so ziemlich stimmen. Prinz Albert iuar zum Beispiel der dritte präsumtive Erbe des belgischen Königsthrones; der junge Hei wg von Brabant, einziger Sohn Leopolds II., ferner jein eigener älterer Bruder Balduin standen ehedem vor ihm aus der Lijie der berechtigten Throuanwärter. Er ist der dritte belgische König, und die dritte Morgenunnde des 17. Dezember, also des 12. Monats int Jahre, begrüßte m ihm den neuen Souverän. Allerdings hat er nicht den Eitet eine» dritten Leopold angenommen. Dafür setzt sich fein Name Albert aus zweimal 3 Buchstaben zu- anunen. Er wurde geboren in Bruxelles — 3mal 3 Buchstaben — am 8. April — (8. und 4. Monat gleich 12, teilbar durch 3) des Jahres 1875, dessen Taujendslel ebenfalls durch 3 teilbar ist. Prinz Albert trat 18d0 in die Militärschule und damit in das öffentliche Leben em, welche Zahl ebemalls durch 3 zerlegbar ist. Er nahm 181)6 als Hauptmann zum ersten Uiale au den großen Manöver» teil; desgleichen. Am Samstag den 3. Ottober 1900 heiratete er in München Prinzessin Elisabeth und zog am 6. mit ihr in Brüssel ein. Sein ältester Sohn ivurde an einem 3. November geboren. Als Prinz haue er einen Hofhalt von 3 Würdenträgern, hatte > Wohnungen, von denen seine ständige Residenz m der Rue de la Science die Hausnummer 33 hatte. Am 3. April 1909 chissle er sich in Soiithamptoii nach dem Kongo ein und die Karawane, an deren Spitze er von Süden zum Kongo vordrang, bestand aus 800 Trägern. Am 18. Juli traf er ui der Hauptstadt Boma ein. . . Hoffentlich leistet er nun auch als Monarch das Dretfache dessen, was man von ihm erwartet. * Rinaldini in der Mongolei. Aus Petersbttrg ivird geschrieben: In der östlichen Mongolei treibt nun schon seit Jahren em sagenumwobener Rauberhaupunann mit einer vorzüglich organisierten Bande Räubereien m einem solchen Umfange, daß sie neuerdings sogar zu diptomatischen Verhandlungen geführt haben. Ter Vizeköuig der Aiandschurei hat nach Peking berichtet, daß er mit den ihm zur Verfügung stehenden Truppen machtlos gegen die Bande sei, weil diese offenbar von der russischen Regierung unterstützt würde. Die russischen Blätter verwahren sich eiitschieden gegen diese Unterstellung, doch ivohl nur mit formalem Rechte. Ter mongolische Schmderhanues heißt Tochtocho. Er hatte einen kleinen Beamienposten bekleidet und bei einem Konflikt nut Chinesen und Japanern einige erschlagen und andere schiver verwundet. Er mußte flüchten mid gründete, kurz entschlossen, eine Räuberbande, die so starken Zulauf fand, daß sie gegenwärtig Den Umfang einer kleinen Armee Hai. Bei den Ueberfällcn wurden immer nur Chinesen auSgevaubt, während Tochtocho die 'Mongolen sorgfältig schonte. Ta diese einen gewisse» Haß gegen die Chinesen hegen, weil sie in ihr Gebiet einwanöern und sie zu uerörängen suchen, findet Tochtocho von mongolischer Seite alle mögliche Unterstütz- ung. Er entging durch feine Kühnheit bisher allen Nachstellnngen der Chinesen und hat sich bei ihnen einen weithin gefürchteten Namen gemacht, während die Mongolen ihn als cme Art Ncuionnl- helden betrachten. Er haust zur Zeit in den unzugänglichen Klüften des Changan, wo die Chinefen ihn nicht taffen können, und wenn die ruffijche Regierung ihm auch nicht gerade hilft, fo fcheilit es doch, als wolle sie ihm aiis Rücksicht auf die Mongolen nicht an den Kragen gehen. Und fo unternimmt denn Tochlocho förmliche Feldzüge, plündert ganze Ortjchaften und füll schon legendenhafte Schätze aufgehäust haben. Kleine Tageschronik. Der älteste deutsche Schauspieler, der braun- fchweigischc Hofschauspieler i. 9t. Heinrich Köhler, ist im Alter von 96 Jahren in Braunschweig gestorben. Allgemeine Wetterlage seit Montag früh: Unter der Wechselwirkung hohen Druckes im Süden und liefen tm Norden dauert das dunstige Wetter mit nur ganz geringem Regen a». Die Temperaturen sind überall in den Ebenen MitleldculschlaudS gestiegen, im Gebirge dagegen bis 1 Grad Wärme gesunken. Eine intensive Zyklone ist über ganz Nordosleuropa ciusgebreitel, bis zur deutschen Ostseeküsle stürmischen Nordwest verursachend, während m 'Mitteldeutschland nahe dem Vocbbrucfgcbtct das Wetter ruhig ist. Ter Einfluß der nordöstlichen Zyklone wird sich auch bei uns bemerkbar machen. Wetleraussichten in Hessen am Mittwoch dem 5. Januar 1910: Niederschläge, int Gebirge Schnee, etwas kälter und windig aus West. OrrginaL-Drahtmeldungen. Verkauf der Tägl. Rundschau? München, 3. Jan. Zu bet Meldung, die bisher bem Bibliographischen Institut (Meyer) in Leidig gehörende Tägliche Rundschau zu Berlin, gebe am 2. Januar lüt 1250 000 Mark in den Besitz der Rat 10»allivoralen Partei über, berichtet das Berliner Bureau der „M. R. R/I Wir haben uns über die Richtigkeit dieser Meldung beim hiesigen Zemralbureau der nativ' naUiberalcii Partei erkundigt und die Antwort erhalten, daß allerdings Verhandlungen ivegen Anlaufs der Täglichen Rnndscl-au schweben, aber n o ch nicht zum Abschluß gebracht seien. * • Köln, 4. Fan. Der Korrespondent der „Köln. Zig." telegraphiert aus Tanger: Wie ich bestimmt erfahre, ist die Ausführung der Laracher Hafenbauten durch eine deutsche Gesellschaft allein infolge des Zustandekommens dec Anleihe, ficheegestellt. Die Münchener Firma Sager u. Wöcner, die für Marokko mit der bekannten Baufirma Holzmann u. Co. in Frankfurt a. M. sydiziert ist, wird den Hafenbau in Larache ausführen, sobald die Einzelheiten wegen der Zahlungsraken mit dem Wachsen geregelt sind. Es handelt sich um die Larache vorgelagerte Barre, die das Löschen von Waren bisher mitunter monatelang unmöglich gemacht hat. Die deutsche Einfuhr nach Marokko hob sich infolge der Einführung deutschen Zuckers im Verhältnis von 4 zu 9 Pcoz. Paris, 4. Jan. Der Präsident der Republik wird im Sommer dieses Jahres an der Feier der 50jährigen Zuge hörigteit Savoyens zu Frankreich teilnehmen und int Anschluß daran der Schweiz einen offiziellen Besuch abstatten. Den besten Schutz gegen Entkräftung bildet ein guter Appetit. Stellt sich aber Appetitmangel ein, was oft gerade dann dec Fall ist, wenn der Körper ganz besonders einer zweckmäßigen Ernährung bedarf, so eignet sich Scotts Emulsion in hervorragender Weise zur Anregung dec Eßlust. München, Rosenheimerstr. 129, 12. April 1908. „Unser Töchterchen Maria war im Alter von 8V, Jahre» verhältnismäßig sehr groß, aber immer mager. Die Eßlust lag vollständig darnieder, und der Zustand des Kindes verlangte dringend nach einem Kräftigungsmittel. Der gewöhnliche Lebertran hat vollständig versagt, da die Kleine trotz Zwang ihn nicht zu nehmen vermochte. Bekannte empfahlen uns, doch einmal die wohlschmeckende, leicht zu nehmende Scotts Lebertran-Emulsion zu versuchen, was wir dann auch taten. Scotts Emulsion Hal imsere Tochter andauernd ohne Widerstreben, ja so gern genommen, daß sie, wenn wir fort waren, allein an den Schrank ging, wo die Flasche stand. Ter fortgesetzte Gebrauch des Präparates ist t ihr ansgezeichnct bekommen, der gesunkene Appetit kehrte bald wieder, und heute hat das Kind ein anderes Aussehen und die meiste Zeit rosige Backen. Es ist gerade das Gegenteil von früher, lebhaft und frisch, worüber wir ganz glücklich und froh sind/ (gez.) Michael und Fanny Kugler. Als Kräftigungsmittel hat sich Scotts Emulsion auch in diesem Falle wieder bewährt. Die Vorzüge von Scotts Emulsion: Leichtverdaulichkeit, appetitanregende Wirkung werden nur m?" f*61 durch die im Scottschen Verfahren so vorzüg- - dem Garantie, llch Devaubciteten aucr[cin|icn Nohlnaterrauen %ea\krfai)ittUU erreicht. Scan« Emulsion wird von 11118 auSschliehttch tm groben vertan», und »war nie lose nach «Lewichi oder Mah, lonbevn nur tu versiegelten Orlginalflaschcn tn Renton mit unserer Schutzmarke «Fischer mit dem Dorsch). Scott u. Bowne, (iS. m h. H., Franksurt a. M- Bestandteile: Feinster Meduinal-^'eberlran 150,0, prima Glyzerin 60,0, unten»tioBpborigiaurei Kalk 4,5. unicrpboSvliorio on 7—10 W-i. per Tag. Prosp.frei. ss^/n)Leitender Ai/.i : Dr. med. Litzncr. MWU Kauft nur 9 Marke auf der Sohle, f /Fabrikat 'e, ISC,U^L Der Einsturz der Bismarcksäule in Landau, worüber wir bereits berichteten, erfolgte, wie man jetzt ermittelt hat, dadurch, daß unter dem Denkmal ein aus der Festungszcit stammender verborgener Minengang entlangführtc^ handeU fc. Friedberg, 3. Jan. „Lotei Trapp" hier fand am 31. Dezember die 9. Außerordentliche Gen eralver- fammlung ber Landwirtschaftlichen Haiiptge nvs- scnschaft für Obcrhesfcn, G. m. b. H., in Friedberg statt, unter dem Vorsitz des stellv. Vorsitzenden Kühler-Langsdorf. Vertrete» waren 47 Gnwssenfchasten. "Rach Beratung verfchiedencr interner Angelegenheiten wurde der Um,atz des a)g:iau|cnc;t Jahres bciannl gegeben, derselbe beziffert sich aus eiwas über 900 O00 Mark, der l)öa?itc, der seit der Gründung der Haupt genoss enschajt erzielt wurde. Mur echt t.p8a6°m: mi l llreiecK'/MEpsi Eine erfolgreiche Behandlung der Lungentuberkulose. Die Lungentuberkulose wird bekanntlich durch die Tuberkelbazillen verursacht. Zur Entfaltung bic;cr Bazillen gehört vor allem eine gewisse Dispofitton der BLfallencn. Die Bazillen müffen einen günstigen Nährboden finden, sonst können sic sich nicht entwickeln unb es kann auch keine Ansteckung erfolgen. So- balb man also den Gcsamtorganismus eines tuberkulösen Patienten so zu verändern vermag, daß die vorhandenen Tuberkelbazillen nicht mehr gedeihen können, keinen Lcbensbvdcn mehr vorfinden, so muß damit die Heilung des Erkrankten Hand in Hand gehen. Diesem längst erftrebten Ziel sind wir jetzt nahegckommeii. Die medizinische Klinik der Universität Genua, wo an Tuberkulösen ausgedehnte Versuche mit dem in letzter Zeit so viel besprochciien, von Herrn Tr. Fchrlin in Schaffhausen ent- bedten Histosan gemacht wurden, veröffcntlickst einen Bericht über die mit diesem Mittel gemachten Erfahrungeri und schreibt u. a.: „Die prompte und außerordentliche Wirksamkeit des Histosans beruht auf einer gründlichen Sanierung des Blutes und der G e w e b'e s ä f t c, ivo- burd) b er erkrankte Organismus schnell in einen Z u ft a » b versetzt wirb, in welche in bann die Natur ei »greifen unb b i c völlige Genesung herbei- führen kann." Unb aus einem andern Ort des Südens, wo sich so viele Sungcntranlc hinflüchten, aus bcm berühmten Winterkurort Catania, kommt eine Nachricht, welche die in Genua erhaltenen Resultate nicht nur bestätigt, sondern noch weit glänzender charatteriiiert. Das Institut für pathologische Anatomie der Königlichen Universität Catania hat nämlich eine» Bericht über die mir dem Histoscui gemachten Erfahrungen mit den Worten geschlossen: „R a ch alle - dem gereicht es uns zum Vergnügen, Ihne» aufrichtig zu gratulieren, daß es Ihnen gelungen ist, ein solches Heilmittel h c r z u st e l l e n , welches mit leichter Anwendbarkeit eine sichere und dauernde Wirkung vereinigt, Histofan bar) mit ruhigem Gewissen, nach Ursache wie Wirkung, als bas beste, wirksamste unb geeignetste Mittel gegen die Ln n g e n t n ber kulo se üe zciä) n e t w erd en." Zahlreiche andere Unteiliidjinigcii in Krankenhäuiern und Sanatorien des In-- unb Auslandes haben ebenfalls ergeben, baß das Histofan geradezu uberrafd)e»de Resultate in bezug auf Entfieberung, Aufhebung der katarrhalischen Erscheinungen, Krästtgung und Belebung deS Organismus und Erhöhung des Körpergewichtes bewirkt. In den Sanatorien von TavoS, Arosa , L e y - s i n, auf dem St. Gotthard-Sanatorium, ferner in B o z c n , Meran, Abbazia und in vielen Heilstätten des deutschen Reiches ist das Histofan m täglicher Verwendung, ebenso in Kinderfpitälern unb Krankenhäusern. Tie wohltuende Wirkung des Histosans macht sich sehr bald geltend Besonders merkwürdig ist, wie gut es gegen die Husten- anfälle wirtt. Die Verabreichung von Eobem unb ähnlichim Rarcottcis wird vollständig überflüssig. Deswegen wird es von vielen Aerzten auch bei gewöhnliche», nicht tuberkulösen Erkrani ungen der Attnungsorgane jetzt allen ander» Mitteln vorgezvgei!. Es liegen hierüber ausführliche medizinische Berichte vor. So berichtet z. B. die E i s e n b a h n h e i l st ä 11 e M c l f u n g e n b e i Cassel, daß das Hiftosan bei nicht tuberkulösen, bi onchi tischen (Sr.fr anl'ungen sehr günstig wirke und zwar sowohl auf die subjektiven Beschwerden als auf den KrciNsheitsprOKU selbst, unb bei Keuchhusten, Katarrh, Heiserkeit gibi es entfdjieben fein Mittel, das auch nur annähernd fo zuverlüpig wirkt wie das Histofan. Ratürlick) sind jetzt schon sogenannte Ersatzprodukte ausgetandn unb cs sei bcshalb hier jedermann gewarnt, sich solche Mitte» unter irgendwelchem 'Rainen empfehlen zn lassen. Es gibt keinen Ersatz für H i st v san. Das Histoscui ist kein Geheimmittcl, sondern eine Eiweißverbindung des Guajacvls, ivclche bei uns durch das Deutsche R'k i ch s P a t e it t Rr. 162656 gesetzlich gc.chiitzt ist, während die fogenannten Eisatzprodukte feinen Patenuchutz genieße», weil sie nur wertlose Raämhmungen des Histoians sind. — Es wird hergcstellt in der H i sto s a n - F ab r i t i n Sing e n am Hohentwiel. Ein direkter Verkauf des Histosans an das Privatpubliknin findet seitens der Fabrik nidst statt; es wird von derselben nur an Großhändler und Apotheken verkauft. Wo do Histofan nicht in Apotheken erhältlich ist, bcftcHc man cbei bei Stabtapotheke in Singen a. H Eine Flasche koste' upiio- fret Mk. 3.20, Vv ".-7- Am Donnerstag den 6. Januar beginnt unser ** Inventur-Räumungs-Verkauf in alien Abteilungen, d Gehr. Jiuhenser, Marktpl. 9-10 Kolosseum Giessen Walltorttraste 36—38 (09827J Televbou 644 LAden etc. en gros en detail nach 057 große Vorteile zu bieten. 115 Max Baer 5 Süd-Anlage 15 Räumungs-V erkauf 3 Zimmer mit I5°/o Rabatt Schluss am 20. Januar 1=5 gegenüber der Stadtkirche in Privathaus. 1049 2 Zimmer lenes SMItaler -and. ordtl.LaWüdchelges 49J_______Walltorstrane 711. Langsdorf. >96 4 Zimmer MietgelÜche Verl'chiedenvS (Offriir Stell en u tternttetßh MWDWjD in bte eigens dazu hergerichteten Lokalitäten verlegt habe. 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