Nr. 205 Der Sicherer Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamilienblätter; zwetrnal wöchentl.Areir: blatt fürden Ureis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech -Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen Anzeiger Gieße«. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt 160* Jahrgang Freitag 2. September 1910 Giehener Anzeiger —— Verantwortlich für den General-Anzeiger für Gderhesien MW Rotafioitsftrud' und Verlag der Vrühl'schen llnio.-vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. W"" ®U&e6*'aX —nwiwTWB—m■■■■ ________________________ u Anzeigenteil: H.. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. vom hessischen Schulwesen. Poldordens. Sun Giuliano überreichte dem Kaiser ein Hand-1 Geschichtsprofessur berufen schreiben des Königs Viktor Emanuel, in dem der König | Ztg." die darob mit Rec Ischl, 1. Sept. Die heutige Audienz des italienischen Ministers des Auswärtigen Mxrrchese di San Giuliano bei dem Kaiser dauerte über eine halbe Stunde. Der Kaiser verlieh dem Minister das Großkreuz des Leo- Der „Genosse" David gegen die „Sozialdespotie". Die Auseinandersetzungen unter den hessischen Genossen über die badische Angelegenheit dauern fort und nehmen allmählich einen heftigen Charakter an. So ergreift, in der „Mainzer Volkszeitung" Dr. David in einer Artikelserie „Demokratie und Disziplin" zu den Vorgängen in Baden das Wort. Er fuhrt u. a. aus: „Die Art Disziplin", wie sie von gewissen Seiten gefordert wird, sei die gefährlichste Feindin der Demokratie, — würde sie sich durchletzen, „dann könnte es nur geschehen mit Umwandlung der Sozialdemokratie in eine S o z i a l d e s p o t i e". — „Die Durchsetzung der politischen und wirtschaftlichen Emanzipation der Arbeiterschaft ist das höchste Gebot aller unserer parlamentarischen und sonstigen Praxis. Stellt sich in einer gegebenen Situation heraus, daß irgendein Beschlußirgendeiner Parteiinstanz in Widerspruch mit diesem höchsten Prinzip stehl, so muß er durchbrochen werden". — „Disziplin im Sinne blinder Befolgung einmal gegebener Befehle ist nicht oas Prinzip der Demokratie. Das ist vielmehr das Prinzip des Absolutismus. Das ist Kadavergehorsam, einerlei, ob diese höhere Instanz ein Monarch, ein Parlament, oder ein Parteitag ist". Mau darf darauf gespannt sein, ob z. B. aus Gießen, das ja der hessische Hauptsitz dieser so gekennzeichneten „Sozialdespotie" ist, auf diese gründlichen Festnagelungew eine Antwort erfolgen wird! Nun wird es verständlicher, warum die Herren berger und Graf Oppersdorfs die Wahl dieses Mannes um jeden Preis verhindern wollten. Ein Katholik von anti- ultramonipner Gesinnung als Mitglied der Zentrums- fraktion! Man wird sich mit der vollzogenen Tatsache allerdings irgendwie abzufinden haben. Da Spahn d. I. es bisher gut verstand, seine antiultramontane Gesinnung zu verbergen, um mit Hilfe des Zentrums Professur und Man-- dat zu erreichen, so kann man doch erwarten, daß er jeht aus Dankbarkeit den Antiultramontanismus wieder ao- schwört, um vielleicht doch noch ein nützliches Mitglied der Fraktion zu werden, die ihm mit so lebhaftem Mißtrauen' entgegensieht. Gesterreichisch-italienischez Händedrücken. Im gegenwärtigen Zeitpunkt kann der Verlauf der Begegnung zwischen den führenden Staatsmännern Oesterreichs und Italiens in Ischl als ein neuer Erfolg des Frhrn. v. Aehrenthal angesehen werden: Ischl, 1. Sept. Das Wiener Korr.-Bureau verbreitet folgende Veröffentlichung: Die Reise, die der Marchese di San Giuliano nach Ischl unternommen hat, um sich dem Kaiser Franz Josef vorzustellen, sowie die Begegnung des italienischen Ministers des Auswärtigen mit dem Grafen Aehrenthal, die vorher in Salzburg stattgefunden hat, sind ein neuer Beweis für die freundschaftlichen und vertrauensvollen Beziehungen zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn. Die Entrevue der beiden Staatsmänner gab ihnen die Möglichkeit, einen den Allianzverhältnissen entsprechenden intimen Gedankenaustausch über die allgemeine Lage in Europa wie auch speziell über die Verhältnisse im nahen Osten zu pflegen. In der Beurteilung dieser Fragen ergab sich eine erfreuliche Ueber- ei n stim mungi der Ans' Fen der Vertreter der beiden Kabinette, die vor allem auf die Aufrechterhaltung des Statusquo und des Friedens gerichtet sind. Insbesondere erhoffen sie von dem neuen Regime in der Türkei eine Konsolidierung dieser letzteren. Sie werden auch loeiterhin das Gedeihen der Balkanstaaten mit ihren Synrpathien begleiten. seine dem Kaiser zum Geburtstage telegraphisch übermittelten Wünsche in herzlichsten Worten erneuert und dem verbündeten Herrscher seiner freundschaftlichen Gefühle versichert. Der Kaiser sandte dem König ein Danktelegramm, in dem er den König bittet, überzeugt zu sein, daß er die ihm ausgedrückten Gefühle aufrichtiger Freundschaft und Bundesgenossenschaft auf das Wärmste erwidere. Weiter betont der Kaiser, daß es ihn mit besonderer Genugtuung erfüllte, den hervorragenden Staatsmann Giuliano empfangen zu können. , Martin Spahn. Die Zentrumsfraktion des Reichstags ist durch die Wühl Professor Marrin Spahn-Straßburg zum Abgeordneten für Warburg-sHöxter an Stelle des verstorbenen Landgerichtsrats Schmidt um ein interessantes Mitglied bereichert worden. Wir glauben nicht, so schreibt die „Natl. Korr.", daß die fraktionelle Opposition gegen diese Kandis datur allein durch Spahns antidemokratisches Bekenntnis, das er im Juliheft des „Hochland" niederlegte, und durch 'eine Gegnerschaft gegen die Uebertragung des Reichswahl-, rechts auf Preußen hervorgerufen ist. Der jugendliche Pro- essor hat anderseits doch unmittelbar vor der Wahl noch alles das feierlich beschworen, was dem Zentrum lieb und teuer ist: seine Jesuitenfreundschaft, seine deutschfeindliche Haltung in der Ostmarkenfrage, sein streng-katholisches Glaubensbekenntnis u. a. m. Und orann denkt ja doch die ganze Zentrumsfraktion von der Beglückung Preußens mit )em Reichswahlsystem genau so, wie der gelehrte Sprößling des alten Peter Spahn. Nur sagt sie's nicht und hält es auch für inopportun, wenn ein anderer es ausplaudert. Aber diese Fürwitzigkeit des Bewerbers um das Marburger Mandat kann u. E. den ungewöhnlichen Schritt der 14 Fraktionsmitglieder nicht hinreichend erllären und man wird weiter in die schon so reiche Vergangenheit des jungen Universitätslehrers zurückgehen müssen, um das Pronun- ciamento zu verstehen. Martin Spahn ist nämlich nicht nur in Einzelfragen, wie dem preußischen Wahlrecht, der Out-» iderei verdächtig, sondern er steht ganz allgemein stark im Geruch antiultramontaner Eigenbrödelei. Als er 1901 nach Straßburg für die katholisch-konfessionelle r... r t wurde, beschwichtigte die „Bonn. ___ . Recht erregte Oeffentlichkeit durch Die Zahl der Lehrstellen an den Gymnasien, Realgymnasien, Oberreal- und Realschulen einschließlich der Vorschulen, die mit ihnen organisch verbunden sind, beträgt nach dem Staats-Hauptvoranschlag 1910: 28 Stellen für Direktoren, 409 Stellen für fest angestellte und 60 Stellen für provisorische Oberlehrer, 10 Stellen für Zeichenlehrer und 79 Stellen für seminarisch gebildete Lehrer, zusammen 586 Stellen. An den höheren Bürgerschulen waren am 1. Juli 1910 folgende Lehrstellen vorhanden: 51 Stellen für fest angestellte und 27 Stellen für provisorische Oberlehrer (einschl. der Leiter); 36 Stellen für fest angestellte und 14 Stellen für provisorische semina- risch gebildete Lehrer, 25 Stetten für fest angestellte und 13 Stetten für provisorische Lehrerinnen, zusammen 166 Stellen.^ Besucht waren: die Gymnasien von 2715 Schülern und 41 Schülerinnen; die Progymnasien (Alzey und Bingen) von 178 Schülern und 7 Schülerinnen; die Realgymnasien (Darmstadt, Gießen, Mainz) 1478 Schüler, 71 Schülerinnen; Oberrealschulen 4440 Schüler, 59 Schülerinnen; Realschulen 1532 Sck)üler, 104 Schülerinnen; Landw. Schule (Groß- Umstadt) 30 Schüler; Höhere Bürgerschulen 1415 Schüler, 1201 Schülerinnen; Höhere Mädchenschulen 3250 Schülerinnen; Lehrerinnenseminare: in Darmstadt 109, in Mainz 54 Schülerinnen. Die Vorschulen der Gymnasien und Realanstalten zählen 1524 Schüler und 2 Schülerinnen; die Vorschulen der höheren Bürgerfchulen 1612 Schüler und 224 Schülerinnen. Die Befähigung zum einjährig-freiwilligen Dienst erlangten in den hessischen Schulen 1201 Schüler, im Jahr zuvor waren es 1053 gewesen. Das Abiturientenexamen wurde von 468 Primanern abgelegt, gegen 443 im Vorjahre; die meisten Abiturienten, nämlich 49, widmeten sich der Medizin, 24 der evangelischen, 16 der katholischen Theologie, 23 der Rechtswissenfchaft, 38 der Philologie; von den Abiturientinnen wollen 3 Medizin studieren, 7 Philologie, 2 Mathematik, 1 Naturwissenschaft, 1 sonstiges Studium und 3 kein akademisches Studium. Von den Abiturienten hatten 57 ihren Vater durch den Tod verloren. Von den Seminaristinnen waren neun 18 Jahre und nur 4 über 22 Jahre alt. Volksschulen besitzt Hessen 903 gemeinsame, 38~ evangelische und 40 katholische. Nur in 13 wird noch Schulgeld erhoben. Besucht waren sie von 100 791 Knaben und 101703 Mädchen, die von 3159 Lehrern und 507 Lehrerinnen unterrichtet wurden. Erweiterte Volksschulen gibt es 6 (Darmstadt, Offenbach, Gießen). 101 Lehrer und 43 Lehrerinnen unterrichteten dort 2478 Knaben und 2592 Mädchen. In den beiden Taubstumme n a n st a l t e n in Bensheim und Friedberg waren untergebracht 53 männliche und 48 weibliche Zöglinge; in der Blindenanstalt Friedberg waren 24 männliche und 10 weibliche Zöglinge. Von den Taubstummen waren 22, von den Blinden 11 aus Rheinhessen. In den 45 Pr iv a t- schulen unterrichteten 99 Lehrer und 125 Lehrerinnen 1137 Knaben und 2528 Mädchen. Mainz zählt allein fünf Privatschulen. In den Lehrerseminaren in Bensheim, Friedberg und Alzey betrug die Zahl der Sckchler 467; die Abgangsprüfung legten Ostern 1910 141 ab. Söhne von Lehrern waren 14, von Landwirten 180, von Handwerkern und Geschäftsleuten 210, von Beamten 63. Im Seminar für Volksschuttehrerinnen zu Darmstadt betrug die Zahl der Schülerinnen 138 gegen 138 im Vorjahr. Zu Ostern^ 1910 bestanden die Abschlußprüfung 23 Schülerinnen, außerdem 13 „Kurseanerinnen der ®n "" lein zu Mai " ' ten in ?'jr- russische Sprache verstehen. Daß bei dem regen Verkehr, der von Rußland nach Finnland stattfindet, im Betriebswesen der finnischen Staatsbahn eine so überaus geringe Kenntnis des Russischen herrscht, muß allerdings auffällig erscheinen. Gerade die Sprachenverhältnisse dürsten den Finnländern, die sich bisher um das Russische so gut nxie- ;ar nicht gekümmert haben, noch manche Schwiemgkeiterr aereiten, da die Regierung auf Grund des Gesetzes über Finnland sich auch für eine weitere Anwendung der „Reichs- 3ra.(l)e" im Großfürstentum sorgen wird. Petersburg, 1. Sept. Eine Entscheidung des Ministerrates verbietet die Einfuhr von Schießwaffen mit Ausnahme glattläufiger Gewehr^ nach Finnland. politische Tcigssscha«. Allerlei Persönliches vom Reichskanzler teilt ein Leser der „Schles. Ztg." mit, der zurzeit in Eberswalde, in der Nähe des Herrn v. Bethmann-Hollweg gehörenden Gutes Hohenfinow weilt. Er schreibt: Da jch gerade in der Nähe der Güter des Reichskanzlers weile, entschloß ich mich, seine Residenz aufzusuchen. Ich kam in der Nachmittaasstunde um o Uhr in Hohenfinow an, wo er augenblicklich Erholung sucht, und begegnete ihm, als er, von einem Spaziergang kommend, seinem Schloß zuschritt. Am Eingang trat ihm ein Mann entgegen, der Stroh kaufen wollte. Anstatt ihn an seinen Inspektor zu weisen, unterhielt er sich wohl zehn Minuten lang mit ihm. Ich konnte dies von meinem Gasthause aus beobachten. Interessant ist eine Mitteilung von dem Wirte des Gasthauses. Bei einer Geburtstagsfeier dieses Mannes, )ie vor seinem Hause vor einigen Jahren abgehalten wurde, kam unser Reichskanzler, der damals noch Staatsminister war, vorbei. Auf die fröhliche Stimmung aufmerksam gemacht, näherte er sich den Festteilnehmern und erkundigte ich nach dem Grunde der Feier. Er gratulierte dünn )em Wirte mit herzlichen Worten und entschuldigte sich, dies augenblicklich nur mit schlichten Worten tun zu können. Arn nächsten Tage war v. Bethmann-Hollweg auf der Hirschjagd, bei welcher Gelegenheit er den besten der erlegten Hirsche dem Geburtstagskinde zum Geschenk machte. Ein weiterer Beweis für die Güte dieses Mannes ist )ie Tatsache, daß er seinen Beamten schon als San brat )es Kreises Oberbarnim besondere Order gegeben hat, mit den unbefugten Beerensammlern nicht so streng ins Gericht zu gehen, sondern Nachsicht mit ihnen zu üben, wenn sie ohne Erlaubnis Beeren sammeln oder seinen Wald betreten, der von seinem Sitz Hohenfinow bis Sommerfelde reicht. Auch das Ergehen der Jugend läßt sich der Kanzler angelegen sein. Vor kurzem hat er mehrere Klassen der Eberswalder Knaben zu sich zu einem Kaffee mit Kuchen geladen. Rußland und Finnland. Die russische Regierung trifft Maßregeln, für Verbreitung der Kenntnis der schwedischen und der finnischen Sprache unter den Russen zu sorgen. Ein vom Kaiser bestätigter Beschluß des Ministerrats besagt^ daß in den Lehranstalten von Helsingfors fo ft en freien Unterrichtin den beiden Sprachen stattfinden soll. Den Schülern, die sich an diesem Unterricht beteiligen, wird' freiaefteUt, dafür nicht am Unterricht in Deutsch und Französisch teilzunehmen. Personen, die besondere Erfolge im Schwedischen und Finnischen aufweisen können, erhalten Stipendien. Schließlich will die Regierung, so schreibt man der „Köln. Ztg.", für Personen, die ihren Unterricht bereits abgeschlossen haben, besondere Studienreisen nach Schweden und Finnland einrichten. Zweifellos ist diese Maßregel der Regierung ein neuer Schritt zur Russisizierung Finnlands, indem es ja der Regierung darauf ankommen wird, allmählich^ immer mehr russische Beamte im Verwaltungswesen Finnlands unter- ^bringen, und dabei ist es von Wert, daß diese Russen auch die einheimischen Landesfprachen verstehen, aber bisher gibt es wenig Russen, die des Schwedischen oder Finnischew mächtig sind. Gleichzeitig werden von russischer Seite nr Finnland immer höhere Forderungen betreffs der Kennt-* nis des Russischen gestellt. So hat der Chef be£ Truppentransportwesens im finnländischen Mllitärbezirk^ Graf Kamenski, an die finnländische Eisenbahnverwaltung das Ersuchen gerichtet, dafür zu sorgen, daß an näher bezeichneten Eisenbahnstationen die Stationsinspektoren die Graf Aehrenthal gab abends ein Essen, an dem Marquis di San Giuliano, sowie die beiden Botschafter teilnahmen. Presscstimmen. Wien, 1. Sept. In der Besprechung des heutigen Communiques sagt die „Neue Freie Presse" am Schluß ihres Artikels: Die Intimität des Verkehrs der Staatsmänner, von der es spricht, und die fieundschastlichen und vertrauensvollen Be- ziehungeir, welche es feststellt, haben insofern eine breite Grundlage auch in der öffentlichen Meinung, als in Oesterreich-Ungarn, wie in Italien, sich die Ueberzeugung emgelebt hat, daß das Bündnis beiden Teilen den größten Nutzen bringt. Das „Neue Wiener Abendblatt" schreibt: Es ist eine höchst bedeutsame Kundgebung, welche hier der Oeffentlichkeit übergeben wird. Die starke Betonung der Aufrechterhaltung des Friedens und des Statusquo wird auf dem Balkan und überall dort sehr deutlich verstanden werden müssen, wo man etwa^noch immer Ambitionen zuneigt, welche durchaus nicht im Sinne der den Frieden hütenden Mächte gelegen sein können. Der Dreibund ist der Friede, das zeigt wieder die Kundgebung über die Ministerkonferenzen. Beide Blätter melden übereinstimmend, daß die Erörterungen über die Frage der Gren^zwischenfälle zwischen den beiden Ministern soweit gediehen seien, daß von dem Zusammentritt eines besonderen Ausschusses zur Regelung dieser Angelegenheit Abstand genommen werden könne. Mainz". Die Le h r erpr äp ara n?> enan stal- Lich, Lindenfels und Wöllstein hatten 244 Schüler, von denen nur 17 die Söhne von Lehrern, 92 Söhne von Landwirten, 37 Söhne von Beamten und 98 Söhne von Handwerkern und Geschäftsleuten waren. In den Lehrerseminaren und den Präparandenanstalten waren nur vier Schüler israelitischer Konfession. -I die Behauptung, der Mann sei ja gar nicht so schlimm- - habe er doch sogar der — ^Täglichen Rundschau"^ seine Mitarbeit angeboten; er fürchte sich wegen des väterlichen Zornes nur, sein antiultramontanes Her^ offen aller Welt darzulegen.Das fand denn auch seine volle' Bestätigung. Spahn mußte am 4. Oktober 1901 in der „Bonner Ztg." zugeben, oaß er dem Grafen Hoensbroech^ (damaligen Mitherausgeber der „Tägl. Rundschau") bemerkt habe, daß er (Spahn) des Grafen H. „Vorgehen gegen das Ultramontane in der Kirche und die Kirchenlehre selbst in vieler Beziehung als berechtigt und mün* schenswert" anerkenne: „Auf einen höflichen Brief Hoensbroechs habe ich geantwortet, daß ich gegebenenfalls' meine Anschauungen auch in der „Täglichen Rundschau" vertreten würde; mir jedoch Vorbehalten müßte, die Gei legenheit dazu selbst zu bezeichnen. Zu solcher Mitarbeiter-, ichaft ist es nicht mehr gekommen." Durch diese letztere, Behauptung nun füate Martin Spahn zu dem „Schimpf" antiultramontaner Gesinnung seiner Person noch den Makel der Unwahrhaftigkeit hinzu. Denn Graf Hoensbroech stellte in einer Erklärung vom 6. Oktober fest, daß Spahn ihm für dre Aufnahme eines Beitrags in die „Tägliche Rundschau" die Bedingung gestellt hatte, seinen Namen nicht zu nennen, und daß der Artikel Spahns dann in dem genannten Matt ohne Angabe des Verfassers erschien. Deutsches Ueich. 9Tnt Donnerstag vormittag hielt der Kaiser ctuf dem Tempelhofer Felde Parade über das gesamte Gardekorps oH; die Parade kommandierte General von LoeMerrfeld. Der polnische R e i ch s t a g s a b g e o r d n e t e, ,Dr. v. Ska rz y n s ki, ist Donnerstag vormittag gestorben. Er vertrat den Wahlkreis Kosten-Schaniegel-Erntz-Neutomischel, der seit 18(57 stets durch einen Polen vertreten war. Bei der R e i ch s t a g s e r s a tz w a h l für den Wahlkreis Warburg-Höxter, 5. Minden, Mtrde-n nach der amtlichen Meldung von 19 245 Wahlberechtigten 12 023 Stimmen abgegeben. Davon erhielten Universität-Professor Dr. Martin Spahn-Straßburg (Ztr.) 11 301, Schäfer- Meyer (SozZ 579, Pfarrer Dr. Hille (Ztr.) 101 Stimmen. Zersplittert waren 42 Stimmen. Prof. Spahn ist somit gewählt. Aus A a ch e n wird gemeldet: Der 11. Allgemeine Deutsche Bergmannstag trat tmt Donnerstag hier unter zahlreicher Beteiligung zusammen. Im historischen Krönungssaale des Rathauses fand morgens die erste Sitzung statt, zu dem der staatliche und private Bergbau aus dem In- und Auslande zahlreiche Vertreter entsandt hatte. Die Versammlung leitete Berghauptmann Baur aus Bonn. Handelsminister Sydow überbrachte die Gruße der Königlich Preußischen Bergwerks-Verwaltung und w-ünschte der Tagung reichen Erfolg. Im Namen der Stadt begrüßte Oberbürgermeister Fekdtmann die Versammlung. Daraus wurde in die Tagung eingetreten. Aus Hamburg wird gemeldet: Die Organisationen der streikenden Werftarbeiter lehnten den Gegenvorschlag der Werften ab, eine Besprechung mit den Vertretern der Arbeiterorganisationen unter Hinzuziehung je eines Vertreters der Hirsch-Dunckerschen und der christlichen Gewerkschaften, sowie dreier Vertreter der nationalen Arbeitervereine auf den Wersten abzuhalten. Dieser Beschluß' macht die für Anfang nächster Woche beabsichtigte Besprechung unmöglich. Aus Bremen wird gemeldet: lieber 2000 ausstän - digeWerftarbeiter versammelten sich am Donnerstag auf dem Spieplatz an der Nordstraße und veranstaltete?! einen Kundgebungszug durch die Stadt nach dem Vürgerpark. Die Polizei schritt nicht ein, obgleich der Umzug nicht angemeldet war. AnslcrnS. Am Donnerstag fand in Flo i n g bei Sedan die Enthüllung des D e n k in. a l s zu Ehren der bei der berühmten Attacke der Division Margueritte am 1. Septemb.'r 1870 gefallenen Reiter statt. Von den verschiedenen Rednern wurde der Heldenmut jener Soldaten gepriesen, welche durch ihre Todesverachtung selbst den Gegner zur Bewunderung hingerissen haben. Das Denkmal wird zur Erinnerung an den damaligen Ausspruch König Wilhelms als das „Monument des braves gens" bezeichnet. Tie verschiedenen Gruppen der katholisch-demokratischen Vereinigung „L e S i l l o n" wurden, wie aus Varis gemeldet wird, für nächsten Sonntag zu einer Versammlung einberufen, um über die von ihrem Präsidenten Marc Sangnier infolge des päpstlichen Schreibens beantragte Tfiiflöfiing endgültig Beschluß zu fassen. Tas Organ der Pariser brasilianischen Kolonie „Le Br6 si I" hatte den Plan gefaßt, zu Ehren des Marschalls Hermes da Fonseca ein Bankett zu veranstalten und zahlreiche politische, diplomatisch? und finanzielle Persönlichkeiten, darnnter der Deputierte Deschancl, der frühere Botschafter Reverseaux und der damalige Gesandte Anthouard, hatten bereits ihre Teilnahme Zugesagt. Die Letztgenannten haben nun unter höflichen Ausflüchten mitgeteilt, daß sie verhindert seien, dem Festmahle beizuwohnen. Man verniutet, daß der Grund für diese Absage in der Verstimmung zu suchen sei, welche durch die beschlossene Verlvendung deutscher Jnstruktionsoffiziere für die brasilianische Armee hervorgerusen wurde. Das Bankett wird infolgevbssen nicht ftattfinden. Km Donnerstag erfolgte in den Dardanellen durch feierlichen Flaggenwechsel die Uebergabe der deutschen Schiffe an die türkische Marine. Die Schiffe werden Sonnabend im Hafen von Konstantinopel erwartet. Nach einem Telegramm aus Manila ist unter Führung ■Ton Simoon Mandae, dem gerichtlich verfolgten früheren Gou- .verneur von Jleces Norte, in der Provinz Nucva Vizcaya ein A ufftand ausgebrochen. Zur Unterdrückung des Aufstandes sind Polizeiabteiluugen abgegangen. Heer nnö Flotte. G euer al stab s chef v. Moltkc ist erkrankt, er wird Eventuell bei den Kaisermanövern vom 6. bis 10. September von dem Generaloberst von der Goltz vertreten. 2lu$ Stadt und (and. Gießen, 2. Sept. 1910. Bom Manöver. Alsfeld, Laubach, Lauterbach, Lich und Fulda gleichen jetzt wahren Kriegslagern. In Fulda, wo feit dem 24. August schon die Infanterie-Regimenter 115 und 116 üben, ist jetzt das Jnfanterie-Viegiment 168 eingetroffen. Der Stab der preußischen Artilleriebrigade liegt in Laubach, wo auch das Artillerie-Megiment Rcr. 63 einquartiert war, der Regi mentsstab rst in Freienseen. Ti.e 27er Artillerie hatte im Wiesecttal bei Reiskirchen eine Uebung gegen die 23er Dragoner. Gestern rückte dieses Regiment von Butzbach aus, die Vorhut lag in Klein-Linden und sollte Gießen auskundschaften, wurde aber zurückgewieseu. In der Gegend von Herbstein, Altenschlirf üben die 24er Dragoner gegen die bei Lauterbach stehende 23. Artillerie-Brigade. Der Brigadestab der Artillerie traf in Lauterbach ein. In Allmenrod, Frischborn, Meuters liegen die 61er Artillerie, in Wernges, Lauterbach und Maar die 25er. Beide Regimenter haben heute Scharfschießen Um Lich ist der Uebungsptatz der 41. Infanterie-Brigade; mehrere Gefechte fanden in den letzten Tagen bei Birklar, Langsdorf usw. statt. Sehr dichteEinquartierungistzu erwarten während den Tivisions- und Brigademanövern, so z. B. am 8. u. 9. Sept, in Ulfa und Dobeuhauseu, vom 12. lbis 14. Sept, erhält Gedern allein etwa 500, vom 14. bis 16. Sept. Laubach fast 2000, Ruppertsburg 500, Wettersetd 500, Groß-Eichen 300, Freienseen 400, Nieder-Ohmen 550, Homberg 600. Um diese Tage zieht sich das Manöver von Ruppertenrod gegen Laubach und Grünberg hin. • •* Ordensangelegenheit. Ter König von Preußen hat dem Generalleutnant z. D. Kor man zu Darmstadt den Stern zum König!. Kronen-Orden 2. Klasse verliehen. — Dec Großherzog hat dem Leibkutschcr Karl Schneider und dem Leibsahrer Gg. Laun die Annahme und das Tragen deS ihnen von dem König von Spanien verliehenen Silbernen Kreuzes des JsabellenordenS erteilt. •• Eine Prüfung für Geometer 2. Klasse findet :n Hessen vom Jahr 1913 bis auf weiteres nicht mehr statt. "Ter Wassergenossenschaft D t eb er q g ru pp e ■rn < gut leben wolle. Nachdem dec früfjerc Gehilfe Tikomeits bejaht hatte, daß letzterer ihm von seiner Tätigkeit in China und von der Bekanntschaft seines Lehrmeisters in Berlin mit Prof. Hildebrand erzählt, habe, gab er Auskunft über die verschiedenen Tees, die sie den Patienten verabfolgt. Dann kamen Zeugen aus Orten des Sieben*. , kopfer und Dillkreises, sowie des Gießener Kreises, die durch i die Kuren Dikomeits geheilt und gebessert, teils schwer an ihrer i Gesundheit geschädigt sein wollten. Einer der letzteren, ein Mann aus Oberscheld, hatte Strafantrag wegen Körperverletzung gestellt., ! Der Landwirt Heuer aus Dainerd bei Alsfeld bekundet, daß seine zwei an Augenentzündung erkrankten Kiirder durch Diko- i weit Heilung gefunden hätten, nachdem er vergeblich bei Aerzteir gewesen. Ein Förster aus Tringenstein wollte von ihm auf Rheumatismus kuriert worden sein, ebenso ein Mann aus Hartenrod auf Bartflechte und eine Frau aus Weidenhansen auf Handflechte und zwar mittelst Baunscheidtscher Methode. Die AerM und Kliniken hätten ihnen keine Hilfe gebracht. Die Sachverständigen überzeugten sich von der erfolgten Heilung. Ein Mann ans Blasbach wollte Heilung von seinem Blasenleiden gesunden, und ein Einwohner aus Weipoltshausen versichert, daß seinen beiden Jungen mittelst Pflaster die Brüche geheilt worden seien. In Kicchvers sollte eine Frau auf Anordnung des Aerztes zur Opc- । ration in die Gießener Klinik, weil sie sonst in 24 Stunden tot fei. Ihr Mann sagte, daß sie durch Dikomeit wieder völlig her« j gestellt fei. In zwei Fällen soll sich IctUcrer der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gemacht haben und znwr durch Ver- schlimmening der Diphtherie in Tringenstein und bei einer alten Fran in Wommelshausen, die bereits tot ist Beim ersten Fall soll es sich um Diphtherie gehandelt haben, was Dikonreit bcsttttt. B Kapitalien I Näh. Ausk., Ti 8 Dorschow. 1 472' Bahnhofstrasse 4 Bahnhofstrasse 4 Fernruf 132 Feinste Referenzen Laden Bahnhofstr. 65 Fernsprecher 367 Zimmertüren und Fenster Innenausbau ^olfetta zwei Erkrankungen und ein Todesfall, in Margherita bi Savoia zwei Erkrankungen, in T ri- uitapoli zwei Erkrankungen und zwei Todesfälle, in San Ferdinando drei Erkrankungen und zwei Todesfälle und in C e r i g n o l e eine Erkrankung und zwei Todesfälle. Die Lholera. Nom, 1. September. In den letzten 24 Stunden wurden in Barletta acht Erkrankungen und drei Todesfälle an Cholera festgestellt, in Andria zwei Erkrankungen und ein Todesfall, in Trani drei Erkrankungen, in Spinazzola zwei Erkrankungen und zwei Todesfälle, in Die Geschichte der Lholera in Berlin. . Befürchtungen, daß die Cholera (asiatica) in Berlin 'Hause, haben sich glücklicherweise nicht bestätigt. Trotzdem wird ^d^^byant sein, einiges über das frühere Auftreten der Seuche inlder Reichs Hauptstadt zu erfahren. Aus der Geschichte der Cholera in Berlin ergibt sich, daß die Seuche gerade in Berlin bisher sein wenig Boden gesunden hat und hoffentlich auch lveiterhin wenig Bo- den Nnden wird. Wenn auch die Sicherheitsmaßnahmen nidji unter allen Umständen ein völliges Ausbleiben der Cholera gewährleisten, so ist doch mit Sicherheit anzunehmen, daß die Fortschritte aus dem Gebiete der Desinfektwit auch die Sicherheit gegen das Eindringen der Cholera erhöhen. Es ist bekannt, daß die Cholera zum erstenmal im Jahre 1831 nach Europa kam. Sie wurde aus Indien auf Dampfschissen mitgeschleppt. Schon im Jahre 1817 sollen einige Cholerafälle in Europa festgestellt worden sein In Deutschland rst sie aber in diesem Jahre bestimmt noch nicht gewesen. Deutschland erhielt den Besuch dieses schrecklichen Gastes zum erstenmal im Jahre 1831 und zwar gleicherweise wie in diesem >zahr aus seinem Nachbarstaat Rußland. Damals war man gegen die Cholera noch nicht so stark geschützt wie jetzt und es ist darum nicht verwunderlich, daß viele tausend Menschen an ihr zugrunde gingen. In diesem Jahre 1831 zog die Krankheit in Berlin zum erstenmal ein. Nun blieb unsere Reichshauptstadt viele ^ahre lang verschont und wurde erst wieder im Jahre 1854 bon ihr hcun9dud)t. In diesem Jahre trat die Epidemie z B rn München sehr stark auf. Dagegen war Berlin im Jahre 1836, wo München eme schwere Choleragefahr durchmachte, vollständig seuchenfrei geblieben. 1854 gab es in Berlin verhältnismäßig wenig Falle, während in München besonders im Winter eine merkwürdig starke Ausbreitung der Krankheit festgestellt wurde 11 ^ahre später, während des Krieges 1866, wütete die Seuche wiederum in Berlin, und, zwar mit sehr großer Gewalt. Schon damals hatte man sich auf Grund der Untersuchungen P e t t e n - ko fers in weitestem Umfange gegen die Epidemie zu schützen versucht. Die unruhigen Kriegszeiten haben aber wohl völlig durchgreifende Massnahmen verhindert. Zum letztenmal haben wir in Berlin im Jahre 1873 ein starkes Auftreten der Cholera zu verzeichnen Auch in diesem Jahre fielen der Krankheit wieder sehr viele Menschen zum Opfer, und erst im Winter dieses Jahres war ein,Nachlassen der Furchtbarkeit zu verspüren. Seitdem war Berlin säst völlig von der Cholera verschont geblieben, da die Vorsichtsmaßnahmen von Stadt und Staat scharf beachtet wurden Man kann sogar annehmen, daß Berlin ähnlich wie Lyon in Frankreich „zu beit immunen Orten Europas gehört. Es ist nämlich auffallend, daß die große Fabrik- und Handelsstadt Lyon, trotz^ihres umfangreichen Handelsverkehrs, int allgemeinen von der Cholera verschont geblieben ist, ähnlich wie es jetzt in Berlin der Fall ist So war z. B. im Jahre 1883 die große Epidemie tn Berlin fast gar nicht zu spüren und wütete am -schlimmsten rn Aegypten und natürlich in Rußland, wo die hygienischen Maßnahmen sich darauf beschränken, daß die Gouverneure angewiesen werden, revolutionäre Aerzte nicht zu beschäftigen. Auch im ^ahre 1892, wo Hamburg furchtbare Zeiten durchzumachen hatte, sind in Berlin kaum 30 Cholerafälle sestgestellt worden. Von den letzten Jahren, wie z. B. 1905, ist es bekannt, daß in Berlin die Cholera wohl hin und wieder in vereinzelten Fällen aufgetreten ist, daß aber von einem epidemischen Auftreten keine Rede sein kann. Auch in diesem Jahr haben wir, trotzdem Rußland bereits weit über 100 000 Fälle zu verzeichnen hat, in Berlin nur zwei russische Auswanderer gehabt, die an Cholera gestorben sind. Spandau hat allerdings drei Fälle aufzuweisen. Aber selbst wenn in Berlin noch einer oder der andere Fall von Choleraerkrankung vorkommen sollte, so. ist darum noch nicht von einer Epidemie zu sprechen. Handel. L Friedberg, 2. Sept. Ter Geschäftsbericht der o"^.^iabrik Friedberg für 1909/10 stellt in Gescmiteümabme auf 1 581 (38 Mk. denen 1 422 988 All. Ausgaben gegenüberstehen. Der Reingewinn beläuft sich auf 131 098 Tlf. Essen, 1. Sept. In der heutigen Versamnilung des Roh- e i s e n v e r b a n d e s wurde die Aufnahme der Norddeutschen Hütte in Bremen, der Buderusscheu Eisenwerke zu Wetzlar und des Eisenwerkes Jung beschlossen. Morgen findet in Coblenz eine Besprechung mit der großen Luxemburger Gruppe statt. Emil H. Müller Giessen 4690 Märkte. fc. Frankfurt a. M., 2. Sept. Heu- und Strohmarkt. Angeiahren waren 14 Wagen Heu und 4 Wagen Stroh. Mau notierte: Heu 3,00—3,50 Mk., Stroh (Korulangstroh) 2,50 bis 0,00 Mk., Wirrstroh 0,00-0,00 Mk. Alles per 50 Kilo. Geschäft langsam. Die Zufuhren waren aus den Kreisen Oberhessen und Dieburg. U Marburg, 1. Sept. Auf dem heutigen Schweinern a r k t standen rund 1053 Ferkel und Läufer zum Verkauf. Es kosten 6-8 Wochen alte Ferkel 35 bis 50 'Mk., 10—12 Wochen alte 60—80 Mk. und größere Ware 100-130 Mk. das Paar. Das Geschäft ging flott. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Welteraussichten in Hessen am Samstag dem 3. Sept. 1910: Wolkig und in vielen Gegenden Regen, Temperatur wie heute. Iinuliilir Möbel weltberühmt durch ihre Formenschönheit, Solidität und ihren billigen Preis liefert Ihnen vollständig frei ins Haus unter Garantie D,4/e] von 10 Jahren das Nach einer Lloydmelbung aus Punta-Arenas ist'dos deutsche Schiff „Schulau" von Antwerpen nach Calao fr stimmt, in gefährlickter Lage in der Nähe von New-Island frn Feuerland verlassen worden. Die Mannschaft wurde in Uschuwaia gelandet. Wie die Petersbu-rger Telegraphen-Agentur mitteilt, gibt die Vorweisung der Mitgliedskarte den sämtlichen ausländischen Mitgliedern des 5. Gynaekologischen Kongresses ohne Ausnahme der Konfession das Recht, die russische Grenze zu passieren, auch wenn sie nicht über einen von dem russischen Konsul visierten Paß verfügen. Die dänischen Dampfer „Riberhus" und „Octa" stießen am Donnerstag abend auf der Reede von Ko r s ö r zusammen. „Octa" „^lltschiffs getroffen und sank sofort, „Riberhus" blieb unbe|chadigt. Die „Octa" war mit 80 Rindern von Korsör nach Kiel unterwegs, die sämtlich ertranken. in grosser Auswahl Mas Harum Schreiner-Gesellen nicht organisierte, erhalten dauernde Arbeit bei hohem Lohn. ms Emil H. Müller, Hchbearbeitungssabrit. Luftschiffahrt. Neustadt, 1. Sept. (Priv.-Tel.) Von der Luftschiffabtei- lung m Baden-Baden ist heute vormittag die Meldung hier cin- getwffen, daß das Luftschiff „L. Z. 6" Somitag früh 9 Uhr nach Mannheim fahren wird. Auf der Rückfahrt wird „L. Z. 6" den Weg längs der Haardt nehmen. Berlin, 1. Sept. Heute vormittag unternahm Theelen vdm Flugplatz Johannisthal einen Aufstieg mit der Absicht, bis in die Nähe des Tempelhvfcr Feldes zu fliegen, ungünstige ^uftverhaltnis)e zwangen ihn jedoch, in Rixdorf kehrt zu machen; Kapitän, der den Versuch wiederholen wollte, mußte aus dem gleichen Grunde nach einigen Runden wieder landen. Paris, 1. Sept. Der Marineminister hat verfügt, daß in Toulon em Luftschifferpark errichtet werde, der zunächst mit einem Lenkballon und drei Flugmaschinen ausgestattet werden soll. — Der Präsident der Republik wird in Begleitung des Ministerpräsidenten und des Kriegsministers den für den 14. September bei den diesjährigen Hcrbstmanövern ge- planten Lenkballon- und Flieger-Uebungen beiwohnen. Darmstädter Möbel - Einrichtungshaus £odwig Stritzmgtr Kunstgewerbliches Etablissement für Innenausstattungen Telephon 1441 DARMSTADT Beinrichstr. 67 Portofreie Zusendung meines Prachtkataloges. Wenn es nun auch dem völlig gesunden Organismus möglich ist, sich eine Zeitlang der Bakterien zu erwehren, so vermag dagegen der Körper bei einer auch noch so geringfügigen Schwächung der Gesundheit den Kampf nicht mehr erfolgreich aufzunehmen. Aber wie in der Sage die guten Feen den Menschen vor den bösen Gnomen schützten, so findet er jetzt in den Mitteln, welche die moderne Wissenschaft zur Vernichtung der Bakterien aufgefunden hat, einen starken Bundesgenossen im Kampfe gegen diese kleinen Lebewesen. Eines der allerwichtigsten Mittel dieser Art sind die Formamint-Tabletten. Die Formamint - Tabletten vernichten die giftigsten Krankheitserreger, z. B. die Diphtherie-, die Typhus-, die Influenza-Bazillen usw. in allerkürzester Zeit. In der Mundhöhle scheiden die Formamint- Tabletten ganz allmählich ein keimtötendes Mittel ab, welches mit dem Speichel alle Winkel und Falten derselben durchdringt und überall die Bakterien unschädlich macht. Daher bieten die Formamint-Tabletten einen vorzüglichen Schutz gegen alle die drohenden Ansteckungsgefahren, denen wir jederzeit und überall auf der Straße, auf der Eisenbahn, im Bureau usw. ausgesetzt sind. Formamint- Der Kampf gegen die Infektionskrankheiten. Böse Gnomen, die mit vergifteten Pfeilen aus dem Hinterhalt auf ahnungslose Menschen schießen oder sich zur Nachtzeit an den Schläfer heranschleichen und ihm das Blut aus den Adern saugen: — das ungefähr war die Vorstellung des Mittelalters und Altertums von dem Wesen der Infektionskrankheiten. Zwar wissen wir heute, daß es keine bösen Geister gibt, die die Gesundheit der Menschen bedrohen; aber wenn wir auch an die Macht einer bösen Gottheit nicht mehr glauben, die Sache ist dieselbe wie früher: „Den Bösen sind wir los, die Bösen sind geblieben." Ein Heer kleinster, allerkleinster, für das unbewaffnete Auge völlig unsichtbarer Lebewesen, die sogenannten Ballte rien, bedroht unsere Gesundheit auf Schritt und Tritt. In der Luft, die wir atmen, in unseren Kleidern, auf ^unserer Haut, in unseren Nahrungsmitteln find sie in ungeheurer Menge verbreitet, und wir nehmen sie tagtäglich !auf alle mögliche Weise in uns auf. Naturgemäß ist die Haupteinaangspforte für die Bakterien die Mundhöhle, die mit ihren zahlreichen Winkeln und Falten und ihrer dauernden Feuchtigkeit und Wärme einen geradezu idealen Nährboden für sie bietet. Drucksachen aller Art Ausstattung stilrein u.preiswert ■■■ ——.die Brühl’scheUniv.-Druckerei. Emaille-Waren spottbillig- Porzellan, Steingut pr^ert Steintöpfe, Einmachgläser x Glaswaren fabelhaft billig Bürsten- u. Besenwaren in allen Preisen Galanteriewaren und Geschenk-Artikel, reizende Neuheiten, von 90 Pfg. an 1^9^ Extra - Abteilung: sämtl. Schuh waren !berügl. der Srmi meint her ärztliche Sachverständige, es "fei nicht u bie Zähren schwerkranke Frau an den Folgen Behandlung nach Baunscheidtschcr Methode gestorben sei. Nach i Uhr wurde die Verhandlung abgebrochen. Pianos Flügel Harmonioms Ständiges Lager von 150 bis 200 Instrumenten Vertretung von : : Grotrian - Steimveg JVachfl., .Ibach : : Schiedinayer & Söhne, Hand, Römhildt ns*\ Annahme gebrauchter Instrumente. 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Weder die Insassen, noch der Lenker des Antoinobils wußten, daß hier Brückengeld gezahlt werden muß. Das Automobil wollte die Brücke paslieren, als die sechzehnjährige Tochter der Brückengelderheberin dem Wagen nachrief. „Aieine Herren, Sie müssen Brückengeld bezahlen! Das Automobil hielt und das junge Mädchen begab sich zum Wagen, um das Brückengeld in Empfang zu nehmen. Als der Kronprinz das Brückenfräulein freundlich an- lachelte, aber keine Miene machte, ihrem Wunsche aus Bezahlung uachzukonunen, wurde das Fräulein ungemütlich und rief: „Bitte mein Herr, bezahlen Sie, für Automobile kostet es vierzig Pfennig- ick) habe nicht Lust, eine Stunde darauf zu warten." Dieser resolute Ton stimmte den Kronprinzen nod) heilerer. Er fragte zunächst das Mädchen, ob es ihn kenne. Als dieses verneinte, gab der Kronprinz ein Dreimarkstück, woraus die Brückengelderheberin fragte, ob „der Herr" für beide Automobile zahlen ivollte. Der Brnckengelderheberin freunbltd) zunickend, fuhr der Kronprinz, ohne auf Wechselgeld zu warten, davon. Kleine Tageschronik. Im Riesengebirge herrscht seit gestern ununterbrochen starker Regen. Auf der Schneckoppe wurden 80 Millimeter Niederschläge verzeichnet. Die Aupa führt Hochwasser. In Hirschberg wurde ein Mann von den Wellen mitgerissen und ist ertrunken. Der Münchener Kunstmaler Franz W i d n m a n n, Pro- essor an der Kunltgewerbeschulc, ist zu R o d e n e ck im Pustertal an einem Herzschlag verschieden. Er war ein Schüler Pilotys. In Moisling bei Lübeck wurden zwei Kinder durch die Straßenwalze überfahren, eins i st to t, das andere schwer verletzt. Der deutsche Dampfer „Margarethe Ruß", von Peneacola nach Sheernest unterwegs, gilt als v c r l o r e n. 21 Mann der Besatzung dürften umgekommcn sein. Passagiere waren nicht an Bord. nihnnn nn a.d. Erlebensfall b.d. seit 1838 in Berlin besteh. 1H1 H Hi! I*reu8s. Renten Versicherungsanstalt, iiuiui vii üh Oeffentliche Versicherungsanstalt Frankfurt, 2. Sept. Der russische Minister Iswolski ist hier eingetragen. ftönigftein, j. Sept. Die Königin-Mutter d er Niederlande ist gestern abend 9 Uhr zum Besuch der Großherzogin-Mutter von Luxemburg hier eingetrofsen. Madrid, 1. Sept. Der König unterzeichnete einen Erlaß, durch welchen in der Provinz Bilbao die konstitutionellen Garantien aufgehoben werden. Nachmittugs kam es in Bilbao mieber zu Ausschreitungen. Die Gendarmerie mußte wiederholt Ausständige, die Arbeitswillige zum Niederlegen der Arbeit zwingen wollten, auseinandertreiben. Saragossa, 2. Sept. Seit gestern herrscht hier der Generalausstand. Die Läden sind zu unb die Zeitungen erscheinen nicht. Die Stabt ist ruhig. Liverpool, 2. Sept. Drei englische 'Schifffahrtsgesellschaften beabsichtigen, zur Verbesserung der Verbinbung mit Sübamerita 10 Dampfer mit einem Kostenaufwand von 40 Millionen Mark zu bauen. Washington, 2. Sept. Die Einwohnerz-ahl von Groß-Newyork beträgt nach der amtlichen Zählung 4 766 883. Sie ist seit 1900 um 1329 681 gestiegen. San Francisko, 1. Sept. Das erste Sänger- fest des Pacific-Sängerbundes hat heute begonnen. Der deutsche Kaiser und der Kaiser von Oesterreich haben kostbare Preise gestiftet. Tabletten haben einen sehr angenehmen Geschmack und sind völlig unschädlich, so daß sie selbst Kindern ohne Bedenken gegeben werden können. Die günstigen Erfolge, die mit Formamint-Tabletten erzielt worden sind, werben von mehr als 10 000 Aerzten, unter benen sich bie bebeutcnbften Professoren befinden, in wissenschaftlichen Veröffentlichungen, brieflichen unb münb- lichen Mitteilungen bestätigt. Gerabe in ber jetzigen Reisezeit ist ein Schutz gegen bie brohende Ansteckungsgefahr besonders geboten. Schon wiederholt hat man bie ungeheure Menge von Bakterien, bie sick) in bem Staube ber iEisenbahn-Kupees trotz aller hygienischen Maßnahmen immer noch finbet, nachweisen können. Eine neue Veröffentlichung über bie große Verbreitung der Bakterien in ber Eisenbahn, auf ber Straße usw. unb über ihre wirksame Bekämpfung unb Vernichtung burch Formamint wirb jedem Interessenten auf Wunsch völlig kostenlos zugesandt von der Firma Bauer & Cie., Berlin SW. 48, Friedrichstraße 231. Ein Versuch mit den Formamint-Tabletten kann jedem nur bringend empfohlen werden. B 9088. j Einkommenserhöhnng, Altersversor- uuu Kapitalversicherung für Studium. -- ■- Militärdienst, Aussteuer. — Aufnahme I ohne ärztl. Untersuchung. Portofreier Ren [ tenbezug ohne Debcnszengnis unter den »W v d Direktion zu erfahrenden Bedingungen. — Strengste Verschwiegenheit. ' hv14/i . Tarife u. Prospekte kostenfrei bei: Chr. Emil Derschow. Frankfurt a. ML. Kaiserstr. 14. Kaiserplalz. Wo kauien Sie a . vorteilhaftesten ? 1.20 Mk. 5.25 Mk. 35 50 Pf. 1.50 Mk. 60 1.50 Mk. 50 Pf. la. 0.75 90 Pf. 40 Pf. 50 Pf. la. 55 Pf. 60 Pf. 1.80 Mk. 5 Zimmer Stangenbohne» 4701 H. Freund E. Moos Konversation). 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