Dienstag 14« Juni 1910 160. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 136 ma. 04856 iend noristisch. nnenbes Drama. Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Siebener KamilienblStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Selb fragen" erscheinen monatlich zweimal. w 54 SS* Hu *i# •* t Miß, Pyrenäen, >nte Naturaufnahme. r^tör reis^ SDIZ *» r Bund *8 es WcöWX. n. t gehalten: ichtt der Geschichte irchlicheGegenwiU! Eintritt ir^ Gießener Anzeiger General-Anzeiger str Sberhessen Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UniversitätS - Buch- und Steindruckeret. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expeditton und Verlag: e^5L Redaktton:e^AII2. Tel.-Adr^AnzeigerGießen. sie alle auszählen. Am letzten Sonntag sprach im Hotäl Trapp endlich der Kandidat der Bündler Dr. v. yelmolt. War es seine neun inbneunzigste ober hundertste Verfamm- luna, die er im Wahlkreise seit Februar oder Marz, als hätte er in die Zukunft gesehen, abhielt? Jedenfalls war er im guten Training und entwickelte das, was man ein politisches Programm nennt, geschickt in gewohnter Aufeinanderfolge ab. Er setzte den Friebberger Sur gern barmt eine Kost vor, bie burch manches frische Blatt mcht zu Mannheimer Rechtsanwalt, Ml hören: ruhige klare Darlegung ber politischen Vorgänge ber letzten Jahre. Im letzten Drittel seiner Rebe würbe er warm, als er auf den Bund der Landwirte zu sprechen kam, dem er vorwarf, durch sein Auftreten den Hansäbund, ben Deutschen Bauernbund geschaffen und der Sozialdemokratie durch seine weiteren Forderungen Vorschub geleistet zu haben. Bulow bezeichnete er als den größten deutschen Staatsmann unserer Zeit, er habe die liberalen Parteien zur Mitarbeit heranziehen wollen in der Erkenntnis, daß sich diese nicht bauernd beiseite schieben lassen würden. Jetzt seien die Konservativen und das Zentrum ganz wieder unter srch, nachbem auch Derüburg ausgeschieden sei. Die Sureaufraten könnten nun ihre Akten wieder in aller Ruhe heften. Es gab wohl kein Zweig der Staatsverwaltung, den der Redner unberührt gelassen hätte. Mit Nachdruck betonte er, wie es gerade die nationalliberale Partei gewesen sei, bie ben Zolltarif geschaffen gegen bie Führer des Bundes der Landwirte und eines Teils der Konservativen. Der Sozialdemokratie trat er mit Schärfe entgegen. Das geflügelte Wort von Bassermann bis Bebel verliere damit die Unterfunktionierte vorttefflich. Die liberalen Parteien hatten bie größere Arbeit, und sie haben alles getan, was ohne jebe vorbereitende Organisation zu tun möglich war. Ter Wahlkampf aber ist entartet. Wenn ich früher davon schrieb, daß insbesondere bie Rebner zweiten Ranges sich gegemeitig zerfleischen, so muß ich bekennen, baß ich beit Ausdruck zu milde gewählt habe. Es wurde leiber in recht . . . , . . vielen Versammlungen mit Waffen gekämpft, deren Qualität I verdient. Ueberhaupt hat flck Äerr v. Helmolt den man hier von ich iu beschreiben unterlasse. In früheren Jahrzehnten dieser Sette noch mcht kannte, als recht geschickter Redner er- h-lbc ich^manck^n W-chlkMPf durchsecht-7, sehen.und>durch- ^H^w-rdmmorg--l di-Würfel fallen? Es ist diesmal schwerer führen Horen, in ben fiebriger, achtziger, "AAger v^chrQi, sonst, eine Voraussage zu wagen. Von der großen Mehrhett der in allen ging es )oyijagen anständig zu. Diese Jtote tann (jjrafert Oriola war früher ein iebcr Agrarier und man unserem Wahlkampf im Wahlkreise Frtedberg-Bubingen Nationalliberaler in einer Person, und wie jetzt die notwendig nicht geben. Ich muß gerechterweise eine Partei von btqer gcrooTb€ne Scheidung sich vollzieht, ist schwer zu sagen. So viel >Beurteilung ausnehmen — die sozialdemokrattsche Partei, sieht fest, daß in den Städten die agrarische Kmidibatur sehr iin ber es allerdings bisher keine Diskussion gab. Was in wenig Anklang gehmben bat. Daran hat auch bie Tatsache nichts her aottaeseaneten Wette rau in ber Agitation geleistet worden zu ändern verimxht, daß der Bund ber öanbperfer, d. h. ferne ^n0on3e&^tottiltani>CTe^Ift^, dre » zusammenraffenb, abwenden. .. . r ® " Mm hätte bie Macht haben müssen, allgegenwarttg Izu jein. Wahlverjammlungen an allen Enden. Wer kann» läge. Rechtsanwalt Brücher-Mannheim sprach namens der Fortschrittspartei, versicherte treue Wahlhilfe ohne jede Bedingung und forderte seine politischen Freunde auf, ibet ber Wahl für ben nationalliberalen Kandidaten vollzählig einzutreten. Das Schlußwort hatte Justizrat Windecker, der mit flammenden Worten die Versammlung fortriß zu lebhaftem Beifall. Tas waren einmal wieder Worte, bie man in jenen großen Tagen hörte, als das Deutsche Reich unter} Blut und Eisen in aller Herrlichkeit wieder entstanden war. Was wird nun morgen werden? Der Bund der Landwirte geberdet sich siegesgewiß. Die liberalen Parteien -sind ihrer Sache nicht sicher, sie haben nicht gearbeitet, als es gut war. Der alte Fehler rächt sich immer aufs Neue. — Und doch, ich halte Ueberraschungen für möglich. In l vierundzwanzig Stunden ist die Entscheidung gefallen. Wir müssen uns ihr fügen ob sie uns lieb ist oder leid. ♦ Büdingen, 13. Juni. Der anfangs lau geführte Wahl^ kämpf ist mittlerweile heiß geworden, heiß im buchstäblichen Sinne des Wortes. Bei ber tropischen Glut der letzten vierzehn Tage haben bie bezahlten Agitatoren chr Brot mtt bem Schweiße ihres Angesichts erkaufen müssen, unb die weit zahlreicheren unbezahlten Werber haben ein achtungswertes Opfer ihrer Ucberzeugung gebracht. Noch nie haben so viele Größen in unserem Wahlkreis gleichzeitig gearbeitet: neben den Rcichstagsabgeordneten Basser - ntann, Dietrich Hahn, Fuhrmann, Erzberger, Paasche, Osann, David unb de Wcnte mehrere Landtagsmitglieder wie Raab, Lohmann unb Schrempf (Stuttgart- unb ein ganzer Stab von Parteiiekrelären unb anbere berufsmäßigen Agitatoren. Auch die Kandidaten selber haben sich in keiner Weise geschont. So sollte am gestrigen Sonntag Prof, van Calker sprechen (unb er hat es wohl auch getan- um 1 Uhr in Wisselsheim, um 2 in Steinfurth, um 3 in Münzenberg, um 4 in Fauerbach, um 5 in Langenhain, um 6 in Oberrosbach, um 8 in Rodheim. Alle Achtung vor einer solchen Leistung! — Trotzdem ist es dem gewaltigen Aufgebot an rednerischen Kräften nicht gelungen, die Wählermassen recht in Feuer zu bringen; der heurige Wahlkampf bleibt nach wie vor hinter früheren an Enthusiasmus und Leidenschaftlichkeit weit zurück, erfreulicherweise auch an Verhetzung und Gehässigkeit, die so oft die unschönen Begleiterscheinungen per Wahlbewegung bilden. . Am Samstag hat nun auch hier ber bündlerische Kandidat Dr. von Helmolt in schwach besuchter Versammlung gesprochen. Hatte bei der nationalliberalen Versammlung, wie früher berichtet, das bäuerliche Element sich gänzlich ferngehalten, so glänzten diesmal die städtischen bürgerlichen Kreise durch Abwesenheit^ Der Umstand, daß gleichzeitig Dr. D a v i b im ehrwürdigen Rat- hMissaale vor einer starken Hörer schar sprach, ist sicher nicht die alleinige Ursache gewesen, daß von all den Bürgern, Handwerkern und Geschäftsleuten auch nicht ein einziger erschienen war. Und das war schade, denn was Dr. v. Helmolt und der konservative Abg. Schrempf über die Gemeinsamkeit der Interessen von Stadt und Land gesprochen haben, die sonst meist als unversöhnliche Gegensätze hingestellt werden, hätte einen größeren Hörerkreis verdient. Ueberhaupt hat sich Herr v. Helmolt, den man hier von ife Amend. Täglich der A Salrt* Eintritt frei- ' SäSS LJda Stammler, nachm. 4'/3 Uhr, Hem 3251 der Unkosten. Dann fährt Bassermann fort: Er sei gekommen, um für den Am Vorabend der Wahl in Zriedberg-Südingen. ®"n: Die Entscheidung naht. Wir geben über die letzten An-! bedacht worden. So würde im Laaer des Dr. v. Helmolt die strengungen der Parteien heute wieder einige Berichte wieder. Märe von dem ^ksabmarsch der bie sich ber Dbjetiwität b-flcißigen. Eimge Urteile bann über »1« »,^6 unterem« (M— W den wahrscheinlichen Ausgang und über die Scharfe be§ geändert habe, sie sei nach wie vor national Kampfes gehen auseinander. Aus der neuesten Nummer der und liberal. Die Pattei sei unter dem Kanonendonner Korrespondenz deS deutschen Bauernbundes tritt eine I von Koniggrätz geboren, Ter Ausbau, die innere Einrichtung pessimistische Auffassung hervor. E« heißt da u. a.: des nod, b.heirschten, in'der die.^^.., ... — . .Leider ist dieser Wahlkreis bisher der bündlerischen Agitation wirtschaftspolitischen Erötterungen die Wähler noch nicht so ausem- Inhalt: bie schärfste Bekämpfung, zaVerunglimpfung, ocr ganz allein überlassen gewesen. Der Graf Oriola hatte c§ anberfübrten. Und an den großen nationalen Zielen hat bie I natiünalliberaien Partei, in ber sich ber hochg efeierte tpraf mit großer Kunst verstanden, jede parteipolitische Organisation Partei sestgehalten durchs! die (We m benen M.Qtioto so viel politische Freunde ^worben hatte, von denen l fprnL.hnrten Daaenen bat der Bund der "andwirte galt, durch eine kräftige Wehr zu Was, er und zu Land lparcn vor einigen Monaten feine eigenen; dort fernzuhalten. dagegen hat oer zouno oer ^.anoiuiue, ^.jedniggewähr zu schaßen. Dann gibt es auch imRi ' - fAtnprrn irrens trennte auf dessen Mitglieder er sich vor allem stutzte, na$ ^ec 3nnern bed fRcubc5 fragen, bie über bie toirt^^^aft^l(6en 250 , J ^„hihaten d sielmolt fvracb bcc Stuttgarter Rrantfurter Reituna' dort 3300 organisiertr SWit- reffen hinausragen und zu nationalen Fragen werden. Die gluck- Nach bem Kandidaten v. Heimo lt fpracy oer rig rsJ Ma Qpnfnim über 2100 Stimmen licke Lösung der deutschen Sozialpolitik war nicht nur Redakteur, der konservative Abgeordnete Schrempf. Er glieber. Da außerdem das Z hjh , eine soziale und wirtschaftliche, sondern auch eme nationale Arbeit, mit sachlichen unb ruhigen Auseinanbersetzungen vor, verfugt, so kann man sagen, daß der Kandidat deS von der nationalliberalen Pattei durchgeführt worden sei ^r der ruhige Ton ging später wieder unter, als ber Bundes der Landwirte felbft ohne Mitläufer über Hie Partei habe auch nicht, wie das tm Wahlkampf so oft behauptet ^a-tionalliberale Parteisettetär Dr. H u g 0 infolge ber groben 5300 Stimmen verfügen müßte. Mithin blieben , da wird, versagt, als es galt, den Mittelstand zu b^en durch staat- ... - Perchn unb auf seine Partei sich energisch di° Sozialdemokraten - 7234 Stimmen - mindestens aus liche^Oraamsation des ^b.^werks Zn^ner nattonalens Eßte. 8000 Stimmen kommen durften, von den 20 500 9Ca anbroirti'thait geworden, die gerade in diesem Wahl- Heute, am letzten Abend vor der Wahl, wird, man nur 7000 für Herrn van Kalter übrig. Da selbstverständlich einem der heftigsten Angriffe gegen die Nationalliberalen x^nnte sagen, auf jedem Orte des Wahlkreises gesprock>en. aber die 3300 orqanifierten Bündler fraglos auch noch zahl- gemacht wirb. Es sei bas bie krasseste Ungerechtigkeit, die lemals ^r hatten wir das Vergnügen, den Fahrer der National- reiche Mitläufer haben, die sie beeinfluffen ist ein Sieg W etanSM ®«“‘“ den Rerchstagsabgeordneten B assermann.^en dort nicht leicht. Es ist zu berücksichtigen, daß außerdemI beutr<ßer Landwirtschaft eingeleitet worden ist, ist von den - ea. 1200 antisemitische Stimmen im Kreise sind, die eben- I Nationalliberal en mit durch gesetzt^worden nicht falls den Kandidaten des Bundes der Landwitte unterstützen, aegen die Sozialdemokraten, sondern g eg en d ie F nhr er des > Immerhin bedeutet d.e jetzige Wahlarbeit dort ohne Frage fc» den Anfang der notwendigen Vorarbeit für bie allgemeinen I ^en Redner betont, daß er, der doch als junger h Reichstagswahlen." Polttiker bie Zolltarifkämpfe persönlich miterlebt W, auch aus . ! diesem Grunde hierher gekommen fei, um das den Serleum-L (Bassermann in Friedberg.) I düngen gegenüber zu sagen unb zwar als ehrluher Liberaler. «, • I Die demaaoqische Kampsesweise des Bundes der Landwitte kann X Friedberg, 13. Jun. kie Nationallckeralen zwar schädigen; der Bund sellst hat aber Nur noch wenige Stunden sind's, bann werden die Wahl- den Nutzen davon nicht. Die Ernte, die durai solcke Kampfeswene lokale in Stabt unb Land ihre Türen offnen, bie eilten Wähler gesät wird, würde nur tut bie Sozialdemokraten reifen. Xer werden ihre Stimmzettel zur Urne tragen. In ganz ^eutichland Kund der Landwirte kämpft gegen den Dausabund und den neuen sucht man gespannt unb erwartungsvoll ber Entscheibung des Bauernbund. Diese waren aber nicht entstanden, .^nnbie Block- morgigen Tages entgegen, die für das Reich unb die Partei- Politik des Für.steii Bülow hatte weiter bestehen ^«nen Ba ser- grupcherung von der größten politischen Bedeutung fein wird, mann unterstreicht es: Der K^labund ist em Kind de^ Herrn --MGHUWW grotze Versammlungen anberaumt In Lu dingen fprach Ge ^er Deutlchland gekommen sind. Mit der Politik des neraliekretär >r. Hugo von hheiaiei octo, schwarz-blauen Blocks habe eine Periode eingesetzt statter Miß- bach der natwnalliberale Abg. Dr. Lohmann und der frei I im a , sozialdemokratischer Erfolge. Trotz allen finnige Parteisekretär Kuhlmann in Bad-Nauheim der na-1ft^feU, ^r^n’;äeleYoptimiftisch' weil er als Liberaler tionalliberale Reichslagsabgeordnete Fuhrmann undJ>er^erteauen ^um deutschen Volke unb zu seinem gösunden Sinn liberale Oberlehrer Dr. S t r e ck e r stir die Kandidatur van Calker. ^rranen^ -ML das richtige treffen, wenn er Prof. In keiner der Versammlungen meldeten sich Gegner zum Wort. (falfcr wähle, ber ihm als em vortrefflicher Mann mtt Eine Hauptanziehungskraft hatte der Saalbau in 5r t c l> <= I ehr^cr liberaler ©eHnnung und als erfahrener Kolkswirtschastler I berg ausgeübt, wo ber Führer der Nationalliberalen des -neichc», I,, n langc bekannt sei. . . Reichstagsabgeordneter Bassermann, eine grobe, Nach bem tosenden, mehrmals eimetzenden Beifall, der den von hohem, polttischem Emst getragene Rede hielt, nachdem er einstündigen Ausführungen des Redners folgte, sprach der von einer bald 1000 tööfigen Menge unter fiürmifäen Kund- Besitzende der fortschrittlichen Volkspartei des Wahlkreises, Rechts- .qebungen begrüßt worden war. Er dankte zunächst für ben (Srnp* I anWalt Dr. Brücher-Bad-Nauheim, indem er unter lebhaftem lang und führte bann etwa folgendes aus: In wenigen stauben I ^Beifall nochmals kurz bie Stellungnahme feiner Sartet für die würden nach einem beispiellos heftigen Wahlkampfe die Würfel I Kandidatur van Calker begründete. Darauf richtete der Ber-I fallen. Als Führer der nationalliberalen Partei des Reiches, ^mmlungsleiter, der Wahlkreisvorsitzende der nationalliberalen als Mann, der fein ganzes Leben der Fahne des Nationalliberalis- Partei, Justizrat W inb ed e r-Friedberg, in feinem Schlutz- mus gefolgt sei, habe er es für seine Pflicht gehallen, in buiem roort ^chmals einen Aufruf an die Wähler und schloß mit einem Wahlkampf wo von gegnettscher Seite mit den unehrlichstenI ^gch Vaterland und die liberale Sache. ^te Versa mm-I Mitteln gekämpft werde, persönlich zu erscheinen, um ^ugm5 h u n g, bte wohl eine der eindruckvollsten im Wahlkampfe war, ab zu leg en über bie Anschauungen ber nationalliberalen Partei, I murbe ^uch von den anwesenden ,Sozialdemokraten m ihrem um Dinge zu berichtigen, die vom Gegner entstellt und gcsaffcht ^gen Verlauf nicht gestört, in die Wählermassen getragen toorben seien. Ueberall wirb fetzt ♦ werden ^auch" die nächsten°allg^mechen^ Reichstagswahlen zeigen. Von einem anb ec-en Mita.rb eiter erhalten tote bie wie jede ber Ersatzwahlen nach ber Reichsfinanzreform er- folgenbes Stimmun gsbtlb: messen lassen, welch Unheil schwarz-blaue^Block in ^ullch- glücklicher Zufall hat mich einige Tage von bem S* fern gelten'Tagelang toar ich Nicht Zeuge Mdin^i^u erhalten unb nicht einem Radikalismus von rechts der Wahlschlachten hier. Ich kam in eine burchans teteb-| ofc'’r links in bie Hände zu liefern. Sozialdemokratte unb Wuid I Lanbschaft hoch über dem Rheingau, tov die Menschen der Landwirte seien als extreme Klassenbewegungen beide in ihrer! s^sedlich, unbefangen miteinander leben, sich nicht gegen- Art gefährlich. Eine Bevölkerung mtt einer durch günstige Zolle behorchen, ob sie einen politischen Freund ober jur geschützten Landwirtschaft, mit einem gesunden Attttel- unb jix-einen sogenannten Todfeind sich gegenüber beiterftanb, ein Staat, der eine mächtige C^wicklung ber ^^n. Der Schnelhug brachte mich leider zurück in dies dusttte unb des Handels aufweist, etn ^ches S aaiswe.en ka Kampfgetümmel, in dem die einen mit wackerer nickt geführt werben unter ^ Parole der Klaßemnsteregen, jon miv » eaner aegenübertteten, andere mit vergifteten -L-ii-n, ohne sich dieser Schmrde recht keine Wahlkämpfe mehr obe. würben Blocks, ber durch den polttifchen Unverstand der konfervativen I auf das allernotwenbigste Maß zurückgeschraubt. Jeder Pattei herbeigesühtt, nachdem kurz vorher zur Befriedigung weiter Wahlkampf bedeutet einen Rückschritt in ber Gefittung ber liberaler Kreise des Volkes durch die Reichstagsauflosung wenn auch im engeren Kreise. Was an guten ÜSSÄSWÄ ’Z‘»ÄS Sf4“Ä", > dk. E“ k- — I- -I« - merft da sie im Wohlkampf schon genug erörtert worden wäre. I wafchen als. sie erworben wurden. Tic gesunden Grundgedanken, die Fürst Bülow in der Reform Wie ich vorausfagte, ist in ben letzten ad)t -tagen von vereinigte, waren, soiagte er, die folgenden: auf der einen Sette den bürgerlichen Parteien alles ausgeboten, um sich den bei großem Staatsbedarf einen größeren Teil auf ine mbireften I ,u verschaffen. Tie Bündler, bereit Organisation vor- Steuern zu legen; zum andern lag in seinem Plan das große ^fslich ist, hatten bie leichtere Arbeit. Die Maschinerie soziale Moment ber ausglcichenden Gerechtigkeit durch die di- ■ rette Heranziehung des Besitzes, ein Gedanke, der im deutschen Volke durchweg sympathisch begrüßt wurde, ursprünglich selbst in Zentrums kreisen und bei einem Teil der Kowervativen. ^aß! die ganze Reform in dieser Weise iiicht durchgefühtt wurde daß I Bülow gehen mußte, das sei in letztem Grunde die ^schuld der Führer des Bundes der Landwitte gewesen. Aus fleinen Anfängen ist die Bewegung gewachsen, das schlaue Zentrum hat bie Stimmung ausgenutzt. Die Frage, ob die konservativ^ Partei damtt Geschäfte gemacht habe, verneinte der Redner. Sie ver- liere im Gegenteil ben Boden unter ihren Fasten, das habe schon Lyck-Oletzko bewiesen. Außer diesem Bezirk sei lioch manl^r im fernen Osten reif für die nationalliberale Patten ^r Redner führt weiter aus, daß ber schwarz-blaue Block eine starke ton- servative Umwandlung des Beamtenkörpers im Gefolge habe. Tief bebauert Bassermann das Ausscheiden Dernburgs, dieses einzigen liberalen Ministers, für ben allerdings unter dem !schwarz-blauen Kurse kein Raum mehr feL Wir leben heute iroieber in einer Zeit, in ber ber Bureaukratismus ■in philosophischer Erwägung vom grünen Disch aus bie Geschicke des Laubes leitet. Eine wettere Folge dieses Wandels in der Politik ist das erneute Emporwach,Qi ber Soziclldeswkrcttie. Das heweiftn ja apch schon bie Ersatz- ^wahleL, 5. Sitzung Ärotzherzoglicher Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. , Protokoll-Auszug. Lauterbach, den 3. Juni 1910. Anwesend sind' bid Herren: Kommerzienrat Heichelheim als Vorsitzender, Kommerzienrat Schirmer als 1. stellvcrtr. Vorsitzender, Kommerzienrat Gri'inewald als 2. stellvertr. Vorsitzender, Dürbeck, Friedberger, Hoos, Klingspor, Noll, Ramspeck, Rinn, Röhr, Mhl, Stammler, Wallach, Zur buch und der Syndikus. 1. Geschäftsbericht. 1. Tie Handelskammer hatte unterm 16. November 1909 beim Großh. Ministerium in Anregung gebracht, daß für das Großherzogtum Hessen ein einheitlicher Gebührentarif für W e i n u n t e r s u ch u n g e n ausgestellt werde, welcher entsprechend niedrige Sätze vorsieht. Wie nun das Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe unterm 23. April d. I. mitgcteilt hat, sei nach einer Note des Herrn Reichskanzlers (Reicysaml des Innern, die einheitliche Regelung der Untcrsuchungsgebühren für das Reich beabsichtigt. Es sei deshalb für das .Großherzogtum Hessen von besonderen Maßnahmen abzusehen. 2. Die Handelskammer halle Gelegenheit, sich zu einem Anträge üuf Beseittgung des Einsuhrzolls sür Sojabohnen gutachtlich zu äußern. Aus der Sojabohne — der Frucht einer ostasiatischen Staudenpflanze — wird in neuerer Zett'Oel gewonnen und dieses ^ojabohnenol eignet sich besonders gut zur Scifenerzeugung. Es haben daher die deutsche Ocl- rnduslrie wie die Seisenindustric an der zollfreien Einfuhr der Sojabohnen ein wesentliches Interesse, und umso mehr, als bereits die Teutschland benachbarten Staaten die Sojabohnen zollfrei eingehen lassen. Im Falle der Beibehaltung eines Einfuhrzolles für Sojabohnen würde die deutsche Oelmüllerci bezüglich des Sojabohncnols vom Wettbewerb mit dem Ausland ausgeschlossen und dadurch indirekt auch die Seifenindustrie in Mitleidenschaft gezogen werden. Im Interesse der Selsenurdustrie ihres Bezirkes hat die Handelskammer die zollfreie Einfuhr der Aolabohnen als wirtschaftlich gerechtfertigt befürwortet. 3. Tie Handelskammer hatte Bedenken gegen die Zulassung des zollfreienVeredclungSverkehrs mit ausländischen hölzernen Felgen für Fahrräder nicht geltend zu machen, dagegen hat sie sich den Bedenken, welche von verschiedenen Seiten gegen die Zulassung des zollfreien Vcredelungsvcrkchrs mit ausländischem, rohem zweidrähtlgen festen Kammgarn aus Glanzwollc zum Bleichen, Färben, Bedrucken und Zurichten geltend gemacht worden sind, angeschlossen. Ebenso sah sich die Kammer genötigt, int Interesse des Brauereigcwcrbes im Bezirke gegen den Antrag auf Zulassung des zollfreien Veredelungsverkehrs mit Rollgerste (Graupen- Stellung zu nehmen. 4. Der neue japanische Zolltarif-Entwurf sieht für eine ganze Reihe von Exportartikeln wesentliche Zollerhöhungen vor, insbesondere für Metall- und Holzbearbeitungsmaschinen, wo die Erhöhung das 5—lo fache des setli-erlgen Zollsatzes, zehn Prozent des Wertes, beträgt. Tie Handelskammer l)at sich im Interesse der Werkzeugmaschinenindustrie ihres Bezirks veranlaßt gesehen, beim Reichsamt des Innern vorstellig zu werden und die Wünsche dieser Industrie in bezug auf einen Handelsvertrag mtt Japan vorzubringen. 5. Gemeinsam mit den Handelskammern Wetzlar, Limburg, Dillenburg und dem Berg- und hüttenmännischen Verein für die Lahn-, TÜl- und benachbarte Reviere sind von der Kammer bei dem Herrn preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten folgende Anträge gestellt worden: Ausdehnung der Sätze des Brennstofftarifs vom 15. Januar 1905 auf alle Stationen des Lahn- und Dillgebiets, Ausdehnung dieses Tarifs auf die Gruben und Eisengießereien, Ausdehnung des Erzausnahmetarifs vom 10. August 1902 auf die Bezüge im Binnenverkehr, Ermäßigung des jetzigen Tarifsatzes für Steinkohlen und Koks von der Ruhr nach Sieg, Lahn und Till auf den Erzsatz und .Ermäßigung des Tarifs für Roheisen. 6. Von dem Siegerland war beantragt worden, Braunkohlenbriketts in den Ausnahmetarif für Steinkohlen, Steinkohlenkoks und Steinkohle n - briketts zum Betriebe der Hochöfen, Stahlwerke, Siemens-, Martin-, Puüdel- und Schweißöfen der Walz- und Hammerwerke des Sicgerlandes und des Dillgebietes aufzunehmen. In einem Bericht an die Kgl. Eiscnbahn-Tirektion Frankfurt a. M. hat sich die Handelskammer dahtn geäußert, daß |ie ihre früher gegen denselben Antrag erhobenen Bedenken fallen lasse, wenn der sog. Notstandstarif nur für die Siemens- und Märtin-Oefen, welche zwischen Betzdorf und Finnentrop liegen, eingeräumt und auf die hessischen Braunkohlcnbrikettstationcn ausgedehnt wird. 7. 'Tie Handelskammer hatte einen von der Handelskammer Altena bei der Kgl. Eisenbahn-Tirektion Elberfeld gestellten Antrag wegen Einlegung von neuen Eilzügen auf den Strecken Hagen — Betzdorf — Gteßen und Siegen — Betzdorf — Köln bei der Kgl. Eisenbahn-^Tirektion Frankfurt a. Di. unterstützt. Nach einer Mitteilung der letztgenannten Behörde hat sich diese mit der beteiligten Eifenbahnverwaltung zwecks Anstellung von Erhebungen ins Benehmen gefetzt. 8. Tie Handelskammer war dem Wunsche von Interessenten entsprechend bei der Kgl. Eisenbahn-Direktion dahtn vorstellig geworden, daß seitens der Eisenbahnverwaltung Bestimmungen getroffen werden, wonach bei Probewiegungen sowohl der beladene als auch nach dessen Entladung der leere Wagen gewogen wird und eventuelle Frachtzuschläge nur unter Berücksichtigung des festgestellten .Gewichts bet doppelter Verwiegung erhoben werden. Daraufhin erteilte die genannte Behörde einen ausführlichen Bescheid, aus dem folgende Stellen von allgemeiner Bedeutung hervorzuheben find: „Um die Interessen der Verfrachter so weitgehend als möglich zu wahren, haben wir bereits Ende 1909 ungeordnet, in denjentgcn Fällen tunlichst auch das Leergefvicht des Wagens festzustellen, in denen die Erhebung des Frachtzuschlages in Frage kommt, das ermittelte Mehrgewicht die zulässige Abweichung von 2 Prozent jedoch nur unerheblich überschreitet; im besonderen soll der Wagen auch dann möglichst leer gewogen iverden, wenn infolge von Witterungseinflüssen zu vermuten ist, daß das wirkliche Eigengewicht z. Z. höher ist, als das am Wagen angeschriebene Gewicht. Darüber hinaus zu besttmmen, daß in allen Fällen der beladene und leere Wagen gewogen wird, ist aus Betriebsrücksichten nicht angängig, praktisch auch kaum durchführbar. Periodische Gewichtsnachprüfungen sind insofern angeordnet, als außer täglich vorzunehmenden Probeverwägungen zweimal im Monat tunltchst alle Wagen nachzuwägen sind. Bei dieser Gelegenheit möchten wir noch auf einen Punkt besonders aufmerksam machen. In neuerer Zeit ist fest- gestellt worden, daß viele Verfrachter gewöhn- heitsmäßig bei verpackten Gütern, die nach dem Reingewicht behandelt werden (Getreide, Malz, Oelsaaten), im Frachtbriefe nur dieses Reingewicht, nicht aber das frachtpflichtige Rohgewicht, das die Verpackung in s i ch schließt, angeben. Die Verfrachter sind hierbei vielfach der Meinung, daß ihnen ein frachtfreies Gutgewicht bis zu 2 Prozent der Frachtbriefangabe rechtlich zusteht. Diese Auffassung ist falsch: maßgebend für die Frachtbcrechnung ist stets das wirkliche Gewicht. Nur da cs wegen der nicht immer ganz überein st immendarbeitendenWagen zweifelhaft ist, ob der Unterschied bis zu 2 v. H. nicht hierin feinen Grund hat, greift die Ausnahme Platz. Wo aber fest steht, daß das Gewicht absichtlich zu niedrig angegeben ist, muß Mehrfracht und Zuschlag erhoben werden, unter Umständen auch gerichtliche Verfolgung eintreten. Wir würden es freudig begrüßen, wenn Sie in diesem Sinne aufklärend und belehrend auf die Verfrachter einzuwirken versuchten." 10. Der Königl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. ist der regelmäßige Halbjahrsberi,cht über die Lage des Eisenerzbergbaues im Kammerbezirk erstattet worden. Hiernach ist int Erzgeschäft wahrend der Zeit vom 1. Oktober 1909 bis 31. März 1910 eine Besserung nicht eingetreten. Gegen Ende des Jahres 1909 hatte sich wohl eine lebhaftere Nachfrage nach Eisenstein geltend gemacht, aber bessere Preise waren nidjt zu erzielen; zu Beginn des Jahres 1910 war ein Stillstand zu konstatieren. 11. Bei der ständigen Tarifkommission ist beantragt, durch eine Ausführungsbestimmung zu jenem Paragraphen der Eisenbahnverkehrsordnung auch Frachtbriefvorschriften des Inhaltes zuzulassen, daß das Gut bei Eintritt eines Ablieferungs- Hindernisses ohne vorherige Benachrichtigung des Versenders entweder a) sofort bestmöglichst verkauft oder b) an einen anderen Empfänger weitergesendet werde. Die Anregung zu den Vorschlägen geht vom Verein der Fisch- industriellen Deutschlands in Altona aus. Nach Anhörung der beteiligten Streife hat die Handelskammer in einem Bericht an das Tarifamt der bayerischen Staatseisenbahnen rechts des Rheins die Frage, ob ein allgemeines und dringendes wirtschaftliches Bedürfnis vorliegt, verneint, dagegen die Frage, ob erhebliche Bedenken gegen die Anträge bestehn, bejaht. Und zwar wird in den Sir ei) en des Fischhandels befürchtet, daß durch die vorgeschlagenen Tarifmaßnahmen das Abgehen unbestellter Fifchsendungen ganz erheblich gefördert werden würde, was durchaus nicht im Jntepesse des Kleinhandels mit Fischen gelegen sei. 12. Beschwerden über die Ueberlastung der Telephonleitungen Gießen—Frankfurt a. M. und dadurch verursachte Verspätungen in der Vermittlung von Gesprächen zwischen beiden Städten hatten der Handelskammer Veranlagung gegeben, entsprechende Erhebungen anzustellen und sich bet dieser Gelegenheit überhaupt über Wünsche bezüglich den F e r n s p r e ch v e r h ä l t n i s s e n i m Kammerbezirke zu unterrichten. Als Ergebnis ihrer Erhebungen hat die Haitdelskammer bei der Kaiser!. Ober-Post- direktion Darmstadt folgende Anträge gestellt: Herstellung einer weiteren Leitung Gießen—Frankfurt a. M., Herstellung von direkten Leitungen Gießen—Berlin unb Gießen—Limburg, Zulassung des Fernsprechverkehrs zwischen Lauterbach einerseits und Alfeld (Leine), Herzberg «Harz), Münden (Hannover), Wasungen (Werra), Rheydt, Magdeburg und Rathenow andererseits. Wegen Stellung eines Antrages auf Herstellung einer direkten Fernfprechleitung Gießen—Erfurt schweben zurzett Verhandlungen mit der Handelskammer Erfurt. 13. Die Abhaltung des halbenNachtdienstes beider Fern sprech-Vermittlungs stelle Gieße n entspricht einem offenbaren Bedürfnisse: int abgelaufenen Jahre war nur em Fehlbetrag von 16,80 Mk. zu decken. Die Einrichtung ist auf ein weiteres Jahr verlängert worden, nachdem die Handelskammer wiederum die Gewährleistung einer Mindesteinnahme von 650 Mark für das Jahr übernommen-hat. 14. Bei der ständigen Tarifkommission der deutschen Eisenbahnen ist beantragt worden, den Artikel „G o n d r o n a n st r i ch" in denSpezialtaris 11 aufzunehmen. In der Begründung dieses Antrages wurde „Gondroiianstrich" als Dachschutzanstrichmasse bezeichnet, die aus Steinkohlenteer und verschiedenen mineralischen und langfaserigen Bestandteilen zusammengesetzt sei und deren Handelspreis 22 Mart für 100 Kg. betrage. Die Handelskammer hat int Hinblick darauf, datz der Artikel Rohasphalt auch unter Spezialtarif II geht, den Antrag bei der Kgl. Eisenbahn-Direktion Kattowitz unterstützt. 15. Die Handelskammer hat einen von der Generaldirektion der Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen bei der ständigen Taris- lommijlion eingebrachteu 'Antrag aus Ausnahme von Bohnen- k l e i e und Bohnenschalen in den Spezialtarif III bei der Eisenbahn-Direktion Mainz befürwortet. 16. iDer Syndikus erstattet ferner Bericht über die Verhandlungen des Hess. Handelskammertages (10. April l. Js. in Mainz), des Deutschen Handelstags (13. und 14. April in Berlin), sowie des 2. Verbandstages des Vereins der Detaillisten im Großherzogtum (22. Mai in Friedberg), an welchen Vertreter der Handelskammer teilgenommen haben. 2. .Arzneimittelversorgung an Krankenkassenmitglieder (§§ 404—406 des Entwurfs einer Reichsversicherungsordnung). Die außerordentliche Apotheker-Versammlung jam 13. April 1910 in Berlin hat beschlossen, den 8 405 wie .folgt zu fassen: „Die Apotheken haben den Krankenkassen nach näherer Bestimmung der obersten Verwaltungsbehörde einen Abschlag von den Preisen der deutschen Arzneitaxe zu gewähren, falls die Krankenkassen alle Arzneimittel aus den Apotheken beziehen." Es wird also damit die Forderung ausgestellt, daß die dem freien Handel durch die Kaiserin Verordnung vom Jahre 1901 freigegebenen Arzneimittel der Lieferungsmöglichkeit an die Krantenkafsen-Mitglieder entzogen werden sollen. Hiergegen wenden sich nun die Drogisten mit aller Entschiedenheit in Eingaben an den Reichstag ünd erbitten hierzu die Unterstützung der Handelskammern. So hat sich auch der Bezirksverein Hessen des deutschen Drogistenverbandes mit der Bitte an die Handelskammer gewendet, zu befürworten, daß, soweit freigegebene Arzneimittel in Betracht kommen, Drogisten zur Lieferung an Krankenkassen bezw. Krankenkassenmttglieder zugelassen werden und die 404—406 der Reichsversicherungsordnung eine entsprechende Abänderung erfahren. — Die Handelskammer beschliesst in einer Eingabe an die Reichstagsloinmisfion, welcher der Entwurf einer Reichsverficheriingsordnung zur Vorberatung überwiesen worden ist, die Wünsche der Drogisten, da sie dieselben als durchaus berechtigt anerfeimt, zu befürworten. 3. Eingänge. Von unterrichteter Seite liegen noch Mitteilungen vor über die Internationale Hygiene-Ausstellung in Dresden 1911, sowie über zweifelhafte Firmen in Belgien, Aegypten, Niederlande, Oeftcr- reich-Ungarn, Rumänien, Rußland, Spanien und europäische Türkei. Interessenten erfahren Näheres hierüber auf dem Sekretariat der Handelskammer. Das 2s.Gberhessische Zeuerwehrsest. X Butzbach, 12. Juni. Aus allen Teilen Oberhessens trafen heute über 1000 Feuerwehrleute hier ein, um an dem Feuerwehrtag für Ober- Hef) en teilzunehmen. Butzbach prangte im schönsten Festschmuck, besonders der altertümliche Marktplatz mit seinen malerischen Fachwerkbauten. Gestern abend nahm das Fest durch einen Kommers in der Festhalle seinen Anfang. Der Kommandant der hiesigen Wehr, Herr Herb old, begrüßte die Vertreter der Behörden. Turnerische Vorführungen, Gesangsvorträge des Gesangvereins Orpheus und das Konzert der Hanauer Ulanen verschönten die Feier. Heute vormittag tagte im Taunushotel die Delegiertenversammlung unter Leitung des Vorsitzenden für Ober- hesfen, Vetzderger-Nidda. Ärcisamtmann Dr. Gaßncr- Fnedberg sprach namens der staatlichen Behörde, und Beigeordneter Flach namens der Stadt Butzbach. Die Verhandlungen befaßten sich mit organisatorischen Fragen. Es wurde beschlossen, an den Landesausschuß für Hessen eine Eingabe zu richten, daß bei Befreiungen von den Hebungen unbedingt Gleichmäßigkeit herrschen solle. In den Provinzialausschuß für Oberhessen wurden wiedergewählt: Vetzberger-Nidda, Ferdinand Damm-Friedberg, Brandmeister W i e g a n d t - G i eßen und Kommandant Herbold- Butzbach. Das 22. Oberhessische Feuerwehrfest für 1911 erhält Ober-Rosbach. Das Landesfcuerwebrfest für Hessen findet 1912 in Friedberg statt. Unter Leitung des Pro- vinzialvorsitzenden Vetzderger wurde auf dem Marktplatz eine Hebung der hiesigen Wehr abgehaltcn, bestehend aus einem Brandungriff und Geräteexerzieren. Dann sand das Festessen im „Hessischen Hof" statt. Herr Vetzderger brachte das Hoch auf den Kaiser und den Großherzvg als den Protektor der hessischen Wehren aus, Herr Da m m - Friedberg toastete auf die Stadt Butzbach, Beigeordneter Flach auf die hessischen Feuerwehren, der Vertreter von Herbstein auf die Bedeutung des Feuerwehrwesens. .An dem Festzug beteiligten sich 40 Feuerwehren, darunter die Wehren aus Gießen, Lauterbach, Büdingen, Friedbergs Alsfeld, Herbstein,, Vttbel usw. Auch die Wehren von Hanau und Wetzlar hatten Abordnungen entsandt. Auf dem schönen Festplatz entfaltete sich bei Konzert und Tanz ein lebhaftes Treiben, dichte Menschenmassen wogten umher. An den Bahnhöfen herrschte großer Trubel. Die Butzbach—Licher Eisenbahn hatte Sonder- zügc eingelegt, die sämtlich stark besetzt waren. Heber Lärm und Geräusch. Heber dieses Thema hat kein Geringerer als der Philosoph! Schopenhauer eine Abhandlung verfaßt, welche mit folgenden Ausführungen beginnt. „Kant hat eine Abhandlung über die lebendigen Kräfte geschrieben, ich aber möchte einen Trauer- und Klagegesang über dieselben schreiben, weil ihr überaus häufiger Gebrauch im Klopfen, Hämmern und Rammeln mir mein Leben hindurch zur täglichen Pein gereicht hat. Allerdings gibt es Leute, ja recht viele, die hierüber lächeln, weil sie unempfindlich gegen Geräusch find, es sind jedoch eben die, welche auch unempfindlich gegen Gründe, gegen Gedanken, gegen Dichtungen und Kunstwerke, kurz gegen geistige Eindrücke jedcr Art sind, denn es liegt an der zähen Beschaffenheit und handfesten Teklur ihrer Gehimmasse. Hingegen finde ich Klagen über die Pein, welche denkenden Menschen der Lärm verursacht, in den Biographien fast aller Schriftsteller, z. B. Kants, Goethes, Lichtenbergs, Jean Pauls." So weit Schopenhauer, der die allgemeine Toleranz gegen unnötigen Lärm geradezu als ein Zeichen der allgemeinen Stumpf-' heit und Gedankenleere ber_ Köpfe bezeichnet. Es isst! kein Zweifel, daß unsere liebe Stadt, wie in so vielem anderen, auch in der Toleranz des Lärms ohne Rücksicht auf den Nachbarn obenansteht. Ein angenehmes Geräusch ist hier das des Teppich- und Bettenklopfens, welches aus allen Ecken von morgens bis abends ertönt. Aber man nimmt es hin, denn es hat wenigstens einen Zweck, es dient der Reinlichkeit, die mit Recht zur Religion des modernen Menschen gehören soll. Und so muß man sich auch an die Geräusche der Gewerbebetriebe gewöhnen, zwischen die der ruhige Bewohner hier in Gießen so angenehm überall eingeklemmt ist. Auch sie haben ja einen Zweck und unter dieser geräuschvollen Arbeit hat man doch wenigstens einen himmlisch trostreichen Gedanken: Es gibt einen Feierabend! Um 6 Uhr herrscht Ruhe, die nun doppelt, wohltut. Temzuliebe verzeiht man dem Gewerbe endlich seinen etwas harten Lebensodem. Aber welchen Zweck hat der Lärm und Radau, der nicht nur am Tage sich breit macht, sondern erst nach Feierabend seine höllischen Orgien beginnt. Da werden Signalhörner aus dem Fenster geblasen, im Hause daneben kräht ein gemeines Grammophon, dessen Schallwellen angenehm durchkreuzt, aber leider nicht vernichtet werden von den Tönen einer Ziehharmonika aus dem anderen Stockwerk. Von rechts und links ertönen zwei Pianinos, von denen das eine auf den Chopinschen Walzer „femper idem", das andere bloß aus die „Dollarprinzessin" Ebenfalls Marke fernher idem) dressiert ist. Auch „ein Leu", Mitglied eines Gesangvereins, „mit Gebrüll richtet sich auf", aber niemals wirds still! Selbst Darwin, der so vieles über Zwecke erforscht hat, würde nicht herausbekommen haben, was diese Emanationen für einenZweck haben, wenn es nicht der ist, seineMttmenfchen zu ärgern. Denn wenn das nicht die Absicht wäre, ließe sich die Frage nicht beantworten, warum werden zu all dem Skandal die Fenster geöffnet. Man ließe sich gefallen, wenn die vielseitigen Künstler ihre „Musik" in ihr stilles Stämme-rlein einschlöffen. Sie sollten doch erwägen, daß ihre prunkvollen Leistungen, mit denen sic die Mttwelt beglücken wollen, nicht bloß von der Kritik der unfreiwilligen Zuhörer, sondern vor allem durch die Konkurrenz aus den Neben- fenstern völlig. tot gemacht werden. Der Mensch darf auch einmal luftig sein, und dabei einen gemäßigten Lärm vollführen, der vorübergeht, aber der hier bezeichnete Lärm kehrt alle Tage wieder und ist keine Aeußerung lustiger Lebensgefühle, fondern bloßer Monomanie, die aus einem dunklen Triebe blasen, quieken, klimpern, brüllen muß. Ein «einfaches Mittel gibt es dagegen nicht. Schopenhauer, Kant, Goethe lesen diese Leute nicht. Polizeiverordnungen, die, wie die Sage geht, auch hier verlangen, daß Musikathleten ihre Fenster schließen sollen, kümmern sie ebenfalls nicht. Aber es gäbe dennoch ein Mittel der Abhilfe, und wie wir hören, wird dasselbe in der Stadtverwaltung erwogen. 'Utan.. will im Anschluß an die Neubauten jenseits der Lahnbrücke eine städtische Lärm- und Radauhalle bauen. Wie man Gelegenheit schafft, daß die Fußball- und Tennisspieler statt in den Straßen, auf eigenen Plätzen ihre Kräfte aus- toben, so sollen auch die Geräuschathleten ihren Radausaal haben. Ein großer Paukboden für Klaviere soll zur Verfügung stehen, Hörner, Harmonikas, Trommeln und Grammophone stehen in Menge bereit. Jeder Spieler hat an feinem Platze ein Trittbrett, durch dessen Druck sich sämtliche Fenster öffnen, um den Bewohnern der benachbarten Neubauten, deren Gehirnmasse die passende Beschaffenheit besitzt, den Mitgenuß der „Musik" zu ermöglichen. Spielplan der vereinigten frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Mittwoch *): „Der Freischütz." Donnerstag: „Ter Barbier von Sevilla." Freitag, abends 71/, Uhr: „Die geschiedene Frau." Samstag, abends 6 Uhr: „Die Walküre." Sonntag: ,2er Gras von Luxemburg." Montag, abends 7'/, Uhr: „Cavalleria rusticana/ Hierauf: „Der Bajazzo." Dienstag: „Das Glück." Hierauf: „Die Regimentstochter." Mittwoch geschlossen. Donnerstag, abends 6 Uhr: „Die Meistersinger von Nürnberg." Schauspielhaus. Mittwoch'): „Brand." Donnerstag, abends 71/, Uhr: „Tas Konzert." Freitag, abends 7'/^ Uhr: „Ein Sommeruachlstraum." Samstag: „Buridans Esel." Sonntag, abends */,7 Uhr: „Faust." Erster Teil (mit Prolog im Himmel). Montag: „Ter Raub der Sabinerinnen." Dienstag: „Moral." Mittwoch: „Ter Raub der Sabinermnen." Donnerstag, abends 7'/, Uhr: „Die Braut von Messina." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. liiuuer »cye ouveuiman. Mass erwärme der Lahn 161/, °R. Meteorologische Beobachtungen der Station (Siegen. Wetter eo S I 2 WNW NW 2 2 7 10 10 Juni 1910 GD 22,9 °a 14,8 °C. Höchste Temperatur am 12. bis 13. Juni — 4- Riedrigste , , 12. , 13. „ = + Ifi IIP CO x> 5-1 13. 2« 741,8 21,4 13,3 70 13. 9“ 742,5 19.4 14,3 86 14. 7« 744,6 17,2 13,2 91 Für Bleichsüchtige ein Wink. Hanau, 16. Okt. 1909. Teile Ihnen hierdurch ergebenst mit, daß „Bioson" den Appetit anregt und für Bleichsüchtige ein sehr erfolgreiches Nähr- und Kräftigungsmittel ist. Schon nach kurzer Zeit machte sich die günstige Wirkung durch besseres Aussehen bemerkbar. „Bioson" ist sehr angenehm zu trinken, da es den Geschmack des Kakaos hat und sehrbekömmlich ist. Hochachtungsvoll Fr. Hüge, Portier am Landkrankenhaus. Unterschrift beglaubigt Iuinzrat Carl Hecht, Notar. „Bioson" in das beste und billigste Kräftigungsmittel. Paket 3 Mark in Apotheken, Drogerien. 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Am, der nicht mir ’ch ucicrabenb seine gnalhorner aus ber. 1 gemeines Gramm» "it, aber leider nichl hharmonifa aus bem tonen zwei Pianino- Ujer „jemper ibcm" ijebenjalld Marke Mitglied eines Geäder niemals Wirts e erforscht hat, würde itionen für einenZwnk zu ärgern. Denn wem ge nicht beantroftta, r geöffnet. Man Ich er ihre „Musik" u ollten doch erwägen, . sie die Mitwelt teer unfieiroilltgcn 3n< rmz aus den Neben« ein, und dabei einer, cht, aber der hier be> > ist keine Aeuberuilg Manie, die aus einem irüllen muß. nicht. ZchopeuhM' crDrimungcn, die, te ' $hi[Weten ihr. alls nicht. Ibhilse, und wie wir ung erwogen. Mm seits der Bahnbrücke len. Ä . Mall- und Iciuti?1 .änen ihre Kräfte au:- iren Radausaal haben ,ur Verfügung stehen, ammophone flehen in [ Platze ein Triltbiel:, >n, um den Bewohne" nasse die passende uj[f" zu crmögME IttSÄ* «Stag: ,$«*= Die qefdnebene Sonntag: ,2er : „Cavalleria rusücan» Gluck/ vieraus..^ Tonnel'slag, aDt‘" sgsfffjnK' l«‘ ,8 »t»S »'• ÄxS-z, Ks- Man O'Z: *?> C* 3. ^beAumK- 12212—r* © 2.© L 2 «■ 5 2. 3 -S Ö Cr? (er © 3 5 3 W © o 5T © 6S a =' ttU l'o' Zi ro ' to <=< •«3.L 5-F «-■© ©- = 2 2 =•© Statt jeder besonderen Anzeige. Das feierliche Requiem Die Beerdigung ist in der Stille. vormittags 10V2 Uhr, findet statt: Donnerstag den 16. Juni, in der Pfarrkirche zu St. Ignaz. Heute entschlief nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Grossvater Herr Christoph Eckert im fast vollendeten 63. Lebensjahre. Marie Eckert geb. Müller ProL Dr. Christian Eckert Heinrich Eckert Gerichtsassessor Dr. Gerhard Eckert Nini Hnveler geb. Eckert Emmy Eckert geb. Kyll Else Eckert geb. Bauer Lisbeth Eckert geb. Krebs Peter Hnveler und 5 Enkelkinder. Die trauernden Hinterbliebenen. In deren Namen; Für die bewiesene Teilnahme bei dem schweren Verluste, der uns getroffen hat, sagen wir unseren innigsten Dank. Heugrasversteigerung. Fürstlich Lolmsischc Obcrsörstcrci Hohensolms. Donnerstag den 16. Juni, vormittags 9 Ubr, Gemeinde Oberlemp 18 Morgen, Anfang „auf der Kämpers nachmittags 4 Ubr Gemeinde Mudersbach 24 Morgen; Anfang Teich Nr. 1. Freitag den 17. Juni, vormittags 9 Ubr, Gemeinde Erda 40 Morgen, Anfang „Krähwiese"; nachmittags 3 Ubr Gemeinde Hohensolms 35 Morgen, Anfang „Bornwiese". „Blasbacher Grund" etwa 5*/i Uhr. Die LohmühlSwiese wird mitoersteigert. Samstag den 18. Juni, nachmittags 4 Ubr, Gemeinde Frankeubach 34 Morgen, Anfang „Langwiese". B13/a Zw augsv ersteigeruug. Das nachstehend bezeichnete Grundstück, das zur Zeit der Eintragung deS Versteigerungsoermerks auf den Namen der Bauer III. Philipp August Ehefrau Wilhelmine geb. KrauSkopf zu Gießen im Grundbuch eingetragen war, soll Montag den 19. September 1910, nachm. 4 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht auf dem Rathause zu Trohe versteigert werden. Die Versteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvollstreckung. Der Versteigerungsvermerk ist am 14. Februar 1910 in das Grundbuch eingetragen worden. Insoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks auS dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, sind sie spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegen» stehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle deS versteigerten Gegenstandes tritt. Gießen, den 9. Juni 1910. Großherzogliches Amtsgericht. (b“/6 Bezeichnung des Grundstücks. Grundbuch für Trohe, Band I Blatt 53: Kis- und Fliegenschriinke, Gasherde, Gartenmöbel, Saftpressen, Einkochapparate re. empfiehlt Edgar Bormann Gießen 2395 Eisen-, Haus- u. Küchengeräte- Hanülung. Einzelne Möbel Schränke, Tische, Kommoden, Vertikos, Büfetts, Sofas, Divans, Chaiselongues, Trnmeans, Spiele], Uhren, Kinderwagen. Plockstr. 14-16 Beaueme Ratenzahlung AnMW von Mk. 3.—an. Rechtsschutzstelle erteilt unentgeltlich [D*/i Rat und Auskunft an Frauen und Mädchen. Sprechstunden Mittwochs von 5—7 Uhr, Alieestraste 31III. Insektenpulver Adler-Medizinal-Drogerie Otto Schaaf, Seltersweg 39. 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