Dienstag 14. Juni 1S10 160. Jahrgang zu politische Tagesschau Ein neuer Fall Staub? Dazu schreibt die .Nhein.-Westf. Ztg.' aus Dortmund: Wie wir erfahren, sind die Tatsachen, die. der Anzeige zugrunde liegen, unrichtig dargeslellt. Pfarrer Traub hat 1. wie auch schon früher auf die Ablegung eines Bekenntnisses überhaupt verzichtet. 2. Er hat nicht ein eigenes Be- kenniniS gemacht, sondern den Kindern überhaupt kein formuliertes Bekenntnis abgenommen. 3. Ec hat nicht die übrigen agendarischen Fragen eigenmächtig geändert, sondern die von Dr. Sm end empfohlene Straßburger Agenda benutzt. Gegenüber der Beschwerde, die von einem Kaufmann Reich eingelegt ist, haben die Eltern der Kinder an die kirchliche Behörde eine Gegeneingabe gerichtet, durch die Pfarrer Traub gedeckt wird. In der letzten Nummer des „Alten Evangeliums" ist lesen: zu richten. Die Staatsminister sprachen im Namen der evangelisch-lutherischen Landeskirche Ihrer Majestät für deren gnädige Entschließung ihren wärnisten Dank aus. München, 13. Juni. Die liberale Landtagsfraktion hat in der Kammer der Abgeordneten folgende Anfrage eingebracht: „Die Unterzeichneten ersuchen bic Staatsregierung, den schweren Beleidigungen, welche dem Protestantismus des Königsreichs Bayern, wie allen evangelischen Glaubensgenossen durch die Borromäus- enzyklika zugesügt wurden, entgegenzutreten." werden. Auch auf den anderen oberhessischen Strecken ind manche Mängel vorhanden. Wir wollen ganz ab- ehen von dem schlechten Wagenmaterial, das die preußische Verwaltung anscheinend mit besonderer Liebe uns Oberhessen schickt. Daß es bei einigermaßen heftigem Regen in manche auf der Strecke Gießen—Fulda und auf der Vogels- bergbahn verkehrende Wagen hineinregnet, mag ja noch hingehen, wenn es auch die Freuden einer Fahrt nicht gerade erhöht. Schlimmer ist es schon, daß auf manchen Bahnhöfen örmliche Turnübungen nötig sind, um den Wagen verlassen oder betreten zu können. Die Zahl der auf den einzelnen Strecken verkehrenden Züge ist ja in den letzten Jahren vermehrt worden, aber die Anschlüsse sind viel- ach sehr schlecht und scheinen oft geradezu nach dem Äesichtspuntt eingerichtet zu sein, die Reisezeit möglichst zu verlängern. Eigentümlich ist dabei, daß im allgemeinen )ie Verbindungen nach den preußischen Konkurrenzstädten bedeutend besser sind als nach den hessischen Städten, besonders nach bezw. von Gießen. So hat z. B. der einzige auf der Strecke Gießen — Fulda verkehrende Eilzug keinen Anschluß an die Vogelsbergbahn, wie denn überhaupt Gießen bei den Anschlüssen nach dem Vogelsberg in Lauterbach sehr schlecht gestellt ist. Auf der Strecke nach Gelnhausen läge eine Wciterführung des um 2.16 Uhr hier abgehenden Zuges, der jetzt nur bis Borsdorf geht, mindestens bis Büdingen im allgemeinen Interesse. Oberhessen hat sonach allen Grund, fich über die Behandlung zu beschweren, die ihm die preußischen Eisenbayn- behörden zuteil werden lassen. Und bp. nach bcnt Gernein- chaftsvertrag der hessische Teilhaber an dem gemeinsamen Geschäft nicht viel zu sagen hat, ist; die öffentliche Besprechung der hervorgetretenen Mängel die einzige Möglichkeit, der oberhessischen Bevölkerung in ihren berechtigten Beschwerden Hilfe zu gewähren. Wir fordern daher alle, die es angeht, Behörden und Private, auf, bic Dinge nicht mehr wie seither einfach gehen zu lassen, sondern ich nachdrücklich zur Wehre zu setzen, wenn es nicht anders ;eht, durch die Gründung eines Schutzverbandes gegen Verkehrsverschlechterungen und Ver- tehrsversteinerungen. Gerade in dem Fall, der die Veranlassung zu diesen Ausführungen gab, ist noch Abhilfe möglich. Dre Erfüllung des Homburger Wunsches, die unsere heimatlichen materiellen und ideellen Interessen aufs schwerste schädigen würde, ist nur durchzusühren, wenn die Strecke Friedberg Homburg zweigleisig wird. Dazu ist aber die Einwilligung der hessischen Volksvertretung erforderlich, und wir dürfen ru ihr das Vertrauen haben, daß sie die aberhessischen Interessen dadurch schützt, daß sie bei dieser Bewilligung sich nicht mit der Verheißung begnügt, man werde die hessischen Wünsche „tunlichst" berücksichtigen, sondern auf genaue gesetz- liche Festlegung der gegenseitigen Rechte und Pflichten bestehl.___ Die Verlängerung der Fahrzeit von Gießen nach Frank- 1 furt um eine halbe Stunde, die bei der Durchführung des gloriosen Homburger Planes für einen Teil der ohnehin nicht allzu schnellen Zugverbindungen ein treten würde, bedeutet eine weitgehende wirtschaftliche Schädigung des , ganzen westlichen Teils der Provinz Oberhesseu, von den Nachteilen ganz abgesehen, die in politischer und ideeller Beziehung dadurch entstehen, daß man den Verkehr zwischen 1 tacn beiden hessischen Gebietsteilen verlängert und — bei Ker bekannten Fiskalität der preußischen Eisenbahuverwab- kung ist dies nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen r- nchließlich auch noch verteuert. V Näher als solche merkwürdige Maßnahmen läge es nach unserer Ansicht, daß man den jetzt sehr langsamen und mangelhaften Verkehr auf dem südlichen Teck der Main-Weser-Bahn zu v e r b e s s e r n suchen wurde Dre Schnellzüge fahren auf der 66 km langen Strecke durch- -schnittlich 70 Minuten, erreichen also noch ferne 60 km Durchschnittsgeschwindigkeit. Rur der bloß 1. und 2. Klasse Mrende V-Zug, der abends 10.31 Uhr in Frankfurt abgeht, fährt die Strecke in 63 Minuten; er liefert also den Beweis, baß es auch schneller geht. Von dem Schneckentempo der Personenzüge, die man vielfach benutzen muß, wenn man zu einer bestimmten Zeit in Frankfurt sein will, wollen mir ganz schweigen. Wir sind aber der Ansicht, wenn es in einem Falle möglich ist, die Fahrt in 114 Minuten zu machen, müßten Fahrzeiten von 2i/2 Stunden unter allen Umständen vermieden werden. Mit der geringen Zahl der zuschlagfreien .Schnellzüge hat sich die Bevölkerung wohl oder übel abgefunden, aber unangenehm und höchst nachteilig wird allgemein die schlechte Verteilung der Schnellzüge hinsichtlich der Abfahrtszecken empfunden. Namentlich die Pause von mittags 12 Uhr bis abenbs 6 Uhr ist entschieden zu lang, aber leider hat sich die Bahnverwaltung allen Versuchen gegenüber, in dieser Zeit einen weiteren Schnell- oder noch besser Eilzug nach Frankfurt einzulegen, ablehnend verhalten. Auch die letzten Abend- verbindungen von Gießen nach Frankfurt sind sehr mangelhaft. Während von Frankfurt nach Gießen zwischen 11 und 12 Uhr noch je eine Schnell- und Personenzugverbindung vorhanden ist, geht hier der letzte Schnellzug schon 9.21 Uhr und der letzte Personenzug 10.01 Uhr. Wer also aus den Zwischenorten das Theater, Konzerte usw besuchen will, ist unbedingt auf Frankfurt angewiesen, während die he,fische Provinzialhauptstadt nick ihren regen geistigen und künstlerischen Interessen das Nachsehen hat. Ein Unikum besteht auch auf dem Gebiet des Güterverkehrs und zwar für unsere Nachbarstadt Großen- inden Nachdem Großen-Linden es sick) jahrelang gefallen lassen mußte, den Strom des Verkehrs an sich vorüberfluten zu sehen, erhielt es endlich unter großen finanziellen Opfern eine Haltestelle, die späterhin unter abermaligen Opfern der Gemeinde Gütervertehr er- hielt. Dieser ist aber merrwurdigerweise höchst einseitig da aus betriebstechnischen Gründen die von Süden tom- menden Züge nicht in Großen-Linden halten. Nun sollte man meinen, die Leute in Großen-Linden, Leihgestern u,w. wären schon dadurch genug bestraft, daß sie Guter cms Süden nur auf dem Umwege über GiCtzcn, also mit erheblicher Verspätung, erhalten. Die Bahnverwaltung denkt aber anders darüber. Sick läßt für ihre technische Rückständigkeit die daran unschuldigen Güterempfänger einfach eine besondere Gebühr bezahlen! Statt des Homburger befremdenden Planes wüßten wir sür die Eisenbahnverwaltung eine andere Erwägung, die eine Verkürzung der .Strecke und damit and) der herbeiführen würde. Ein Blick auf die Karte zeigt, daß preußischer LiseiwahnparttkulariLMur. Gießen, 14. Juni. Vor etwa 14 Tagen teckten wir mit, daß gegenwärtig der Plan erwogen wird, den Bahnverkehr von Gießen nach Frankfurt ganz oder teilweise über Homburg v. d. Höhe zu l eiten. Die Nachricht klang jo unwahrscheinlich, daß wir Bedenken getragen hätten, sie aufzünehmen, wenn sie nicht von durchaus zuverlässiger Seite gestammt hätte und wenn, wir nicht in Oberhessen und besonders in Gießen im Lause der Zeit es verlernt hätten, über die Verkehrsfürsorge der preußisch-hessischen Eisenbahn-Gemeinschaft uns zu verwundern. Wir gingen deshalb der Angelegenheit näher nach und können nunmehr Mitteilen, daß in der Tat an bestimmten Stellen die Absicht besteht, den wichttgen Verkehr zwischen Gießen und Frankfurt in der angegebenen Weise zu verschlimmbessern. Der geniale Plan, eine seit Jahrzehnten bestehende durchgehende Verkehrslinie künstlich zu verlängern, geht vom Magisttat der Stadt Homburg aus, der damit wohl die Konkurrenzfähigkeit der als Badeort etwas ins Hintertreffen geratenen Taunusstadt erhöhen will. Das Projekt liegt zurzeit der preußischen Eisenbahn- Direktion in Frankfurt vor, und eS ist nach einer uns von unterrichteter Seite gemachten Mitteilung nicht ausgeschlossen, daß es durchgeführt wird. Inwieweit bei der Verwirklichung dieser Verkeyrsverschlechterung die Rücksichtnahme auf die Gunst mitspricht, deren sich gerade Homburg von hoher Stelle erfreuen darf, mag hier unerörtert bleiben. Aber es muß in der Tat in ganz Hessen bittere Gefühle wachrufen, wenn man sieht, wie sofort die Interessen eines großen hessischen Bezirks in den Hintergrund treten sollen, wenn es wirkliche ober vermeintliche Vorteile einer preußischen Stadt erheischen. Ist doch ohnehin in den weitesten Kreisen der oberhessischen Bevöllerung die Meinung verbreitet, daß ihre Interessen von der preußisch-hessischen Gemeinschaftsverwaltung nicht genügend berücksichtigt und oftmals zugunsten preußischer Interessen benachteiligt l »erben. Widerspruch gegen den römischen Vries. Dresben, 13. Juni. Bereits am Samstag, den 11. Juni sind die in Evangelieis beauftragten Staats- minifter zu einer Sitzung zusammengetreten, um zu dem Borromäus-Hirtenbrief Stellung zu nehmen, eie nahmen mit tiefem Bedauern von der die Reformation verunglimpfenden und damit die evangelisch-lutherische Kirche schwer verletzenden Kundgebung Kenntnis und teilen die Entrüstung der evangelllchen Volk-- kreise des Landes hierüber. Sie weisen jene Angriffe aus das Schärfste zurück. Von dem lebhaften Wunsche erfüllt, daß der bisherige konfessionelle Friede zum Segen der Bevölkerung gewahrt werde, halten sie sich versichert, daß die Königliche Staatsregierung eintretenden Falls nach Maßgabe der Landesgesetze für den erforderlichen Schutz sorgen werde. Ferner verbreitet das Wolss'sche Bureau folgende Meldung: Der König berief die in Evangelicrs beauftragten Staatsminister, um mit ihnen die durch den Borromäus- Hirtenbrief geschaffene Sachlage zu besprechen. Der König erklärte seine lebhafte Genugtuung darüber, daß seine Bestrebungen, den konfessionellen Frieden zu schützen, in seinem Lande bisher immer von Erfolg gekrönt waren, llrnso- mehrbedauereer, wenn diese seine Besttebungen gegenwärtig durch so schwere Angriffe auf die der evangelisch- lutherischen Landeskirche angehörende überwiegende Mehrheit seiner Untertanen durchkreuzt werde. Se. Majestät eröffnete den Staatsministern, daß deshalb aus Allerhöchst eigener Bewegung in Aussicht genommen fei, ein Handschreiben sn den Kapst die Main-Weser-Bahn südlich von Vilbel einen großen Bogen nach Westen zu macht, durch den die Länge der Bahn um etwa 4 km vergrößert wird. Diese längere Linienführung ist nicht etwa durch besondere Terrainschwierigkeiten bedingt, sondern auf den Eigensinn des letzten Kurfürsten von Hessen zurückzuführen, der „sein" Land möglichst frei von Eisenbahnen gehalten haben wollte. Aber jetzt, wo kein eigenwilliger Despoi mehr der Verkehrsentwicklung seine Schrullen in den Weg legen kann, könnte man wirklich daran denken, den Schienenweg durch eine Verlegung abzukürzen, zumal die an der jetzigen Strecke liegenden Orte durch den Ausbau des Frankfurter Straßenbahnnetzes sür den etwaigen Fortfall der Stationen reichlich entschädigt Aus Hessen. R.B. Darmstadt, 13. Ami. Die Zweite Kammer der Land stände ist nun, wie wir bereits vov einiger Zeit in Aussicht stellten, auf Mittwoch, den 22. Juni, zur Abhaltung einer öommertagung zusammenberusen worden. Die Tagesordnung umfaßt 48 verschiedene Beratungsgegenstände, darunter eine Anzahl Anträge und Vorstellungen, die nahezu regelmäßig wiederkehren, wie die Vorstellungen verschiedener Beamtengruppen um Gehaltsoerbesserung und die bekannten ^chulanträge des Abg. Ulrich. Eine Neuerung, die hoffentlich noch weitere Nachahmung finden wird, ist unter den acht „zur vorläufigen Beratung im Plenum" verzeichneten Vorstellungen, während dieser der seit Jahren geübten Gewohnheit gemäß sämtlich sofort gedruckt und jedem Kammemickglied zu- gestellt wurden, ist diesmal bet drei Vorstellungen die Bemerkung angefügt: „Nicht gebrüht", und zwar bei der Vorstellung des Hessischen Landeslehrervereins, bett, die Aenderung der Ferienordnung für die Volksschulen, bei der Vorstellung der vereinigten hessischen Bierbrauereien, betr. Stundung der Brausteuer und bei der Vorstellung des Pächters der Domäne Rockenberg, betr. die Veräußerung des Hofgutes Rockenberg. Der Abschnckt 16, Vorstellungen von Beamten und Lehrern, betr. Gehaltsaufbesserungen bezw. Teuerungszulagen, umfaßt 38 Nummern von Druckjaches. Des wichtigstes Md umfangreichstes Beratung^ «ezugspret»: monailid)75 Df., vierteljährlich Ml. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.—Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; sür .Femlle- ton* und .Vermischtes* K. Neurath; für »Stadt u. Land" und .Gerichts- Nr. 136 Erstes Matt Der Siebener Anzeiger Ä 'W<' A erscheint täglich, außer WGlehener Anzeiger für die Redaktion 112, -r w- ** General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Anzeigen V • faa[*. $ $e&: für ben jüt bte Tag^nummer Rotationsdruck Uttb Verlag der Vrühl'schen Unio.-Yuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: SHulstrage *e Anzeigenteil: H. Beck. bis vormittags 9 Uhr. __________________ __ Aus dem englischen Unterhause. London, 13. Juni. Im Unterhaus kündigte Asquith an, dem Hause würden morgen königliche Bot- chaften zugehen, welche die Zivil liste und bic Einführung eines Regentschaftsgesctzes zum Gegenstand haben wurdcnu Am Donnerstag werde die Regierung beantragen, einen Auslchuß zu ernennen, der sich mit der Zivilliste und der Einführung eines Rcgentschastsgesetzes befassen solle. Auf eine Anfrage teilte der Premierminister mit, die Regierung beabsichtige, demnächst eine Vorlage cinzubringen, durch die der Wortlaut des bei der Thron- b e st e i g u n g vom König zu lei st endenEides geändert werden solle. Der Abg. Bewies (liberal) fragte, ob der aus Anlaß der Borremäusseier veröfsentlichte Hirte nbriefdesPav- stes, der an der Reformation Kritik übt, und die Reformowren verdammt, der britischen Regierung mitgeteilt worden sei. Werde Grey, luenn dies der Fall sei, dem Hause eine Uebersetzuug des lateinischen Textes zugehen lassen und wolle er erklären, ob die englische Regierung beabsichtige, beim Vatikan Vorstellungen über diesen Gegenstand zu erheben'? Greyerwiderte.der Hirtenbrief sei der englischen Regierung nicht mitgeteilt worden. Im weiteren Verlaufe der Sitzung fragte Lord Charles Beresford den ersten Lord der Admiralität, Mc. Kenna, ob er dem Hause über die Stapellegung zweier österreichischer Linienschiffe oder Panzerkreuzer des Droad- nought- oder des Jnvincibletyps in Triest bezw. in Pola Auskunft geben könne und ob er amtliche oder nichtamlliche Mcktei- lungen darüber erhalten habe, daß zwei andere Schiffe der gleichen Klasse auf österreichischen Wersten auf Stapel gelegt feien oder gelegt würden. Mc. Kenna erwiderte, daß die 3icgicnmg nur ans den Blättern davon erfahren habe. Lord Beresford fragte weiter, ob die Admiralität amtliche oder nichtamtliche Mcktei- lungen darüber erhalten habe, ob die drei Schlachtenichifte des Dreadnoughttyps und die Invincible-Kreuzer, ine im dieslahrigen deutschen Marinehaushalt enthalten Md, schon vergeben seien und wenn dem so wäre, in welchem Monat des Jahres 1912 diese Schisse fertig sein dürften. Der Parlamenlssekretar der Admiralität erwiderte, daß nach deutschen Feitungsmeldimgen die Bauaufträge für diese Schifte schon erteilt seien. Mer Voraussicht nach dürste unter normalen Verhällmlsen keines dieser Schiffe eher fertig sein als 1913. „Bei feiner letzten Konfirmation in St. Reinoldi bat Pfarrer Liz, Traub die Konsirmanten n i ch t d a s a post o 11 sche. ondern einbefonderes vonihmgegebenes Glanbens- rekenntnis bekennen lassen, auch die übrigen agen* darischen Fragen eigenmächtig geändert. Da, wie wir Horen, Beschwerde aus der Gemeinde hiergegen eingelegt worden ist, wird die Behörde darüber entscheiden müllen, ob diele neue Art, Konfirmation zu halten, bei uns tntte werden kann." gegenstand wird bekanntlich die Regierungsvorlage über die Gemeindeumlagenreform bilden, mit welcher ebenfalls eine größere Anzahl von Drucksachen zur Erledigung gelangt. Deutsches Reich. Die Einnahme des Reichs an Zöllen int Mai betrug 46Va Millionen Mark. Für die Zeit vom 1. April bis Ende Mai stellt sich die Solleinnahme auf 91 Millionen Mark, das heißt 2‘/2 Millionen weniger als in den entsprechenden beiden Monaten des Jahres 1909. Gegen den Voranschlag für das Rechnungsjahr 1910 bleibt (i>ie Solleinnahme für April und Mai 1910 etwa 14 Millionen zurück. Zu dem Friedcnsschluß im Baugewerbe scheint es, als ob nur in einer kleineren Zahl von Orteni eine Verständigung zwischen den Arbeitgebern und den Arbeiterorganisationen über die Ortsverträge zustande kommen wird. Wenn eine Verständigung nicht zustande kommt, dann dürfte das Schiedsgericht von der nächsten Woche abinmehralslOOO Fäll enzuentscheiden haben. Aus Swincmünde wird gemeldet: Der bei der Hauptwahl als freisinniger Kandidat im Del brück scheu Wahlkreise durchgefallene Justizrat Herrendoefer empfahl in einer freisinnigen Versammlung für die Stichwahl die Unterstützung des Konservativen von Böhlendorfs. Die Mehrheit vertrat die Ansicht, daß der Sozialist Kuntze das „rleinere Ueb-el" sei. Aus Straßburg wird berichtet: Unter dem Vorsitz des Statthalters fand am 13. d. M. zwischen dem Staufs- seckretär Dr. Delbrück und den Mitgliedern der el s a ß - l o t h r i n g i s ch c n R e gi c r u n g eine a ch t stü n - dige Beratung statt, die fortgesetzt werden soll. Die Teilnehmer beobachteten bis jetzt über das Ergebnis strenges Stillschweigen. Abends fand im Statthalterpalais ein Essen statt, zu welchem außer Staatssekretär Dr. Delbrück und Vertretern der Regierung auch Abgeordnete der verschiedenen Parteien des Landesausschusses geladen sind, darunter der Präsident des Landesausschusses v. Jaanez und der Reichstagsabgcordnete Vonderscheer. Ausland. Im ö st e r r e i ch i s ch e n A b g e o r d n e t e n h a u s sagte bei der Besprechung der Frage der italienischen Rechts-. fakultät der M i n i st e r p r ä s i d e n t, daß die überwiegende Mehrheit des Hauses von der Ueberzeugung erfüllt sei, daß den Ansprüchen der Italiener die Erfüllung nicht länger vorenthalten werden dürfe. Zur Nationalitätenfrage erklärte der Redner, daß die Schlichtung des Streites in Böhmen beginnen müsse, wo der Boden dafür am besten vorbereitet sei. Tie Regierung habe daher eine Einladung zu einer vorläufigen Besprechung de r böhmischen Frage erlassen., von der sie sich nach dem zustimmenden Beschlüsse der Mehrzahl der beteiligten Parteien wertvolle Anhaltspunkte für die Friedensattion versprach. Leider habe die' böhmische Partei, die früher stets am wärmsten für eine Verständigung eingetreten fei, beschlossen, die Lösung der Sprachenfrage auf einem anderen Wege anzustreben und sich an den gegenwärtigen Besprechungen nicht zu beteiligen. Der Minister beklage dies auf das tiefste, gebe aber nicht die Hoffnung auf, daß es wenigstens zu unverbindlichen Besprechungen lommen werde. Sollte diese Methode nicht zu einem Ziel «führen, dann freilich müßte man es auf andere Weise zu erreichen suchen. Kommt eine Annäherung einmal zustande, schloß der Minister, und sie muß zustande kommen, dann ist der Zusammenschluß aller großen nationalen Parteien zu gemeinsamer Arbeit auf kulturellem und wirtschaftlichem .Gebiete gesichert, bann wird das Haus die Kraft und die Verantwortungsfreudigkeit zur Lösung der schwierigsten Aufgaben finden, sodann wurde die Hauptaussprache über bas Budget geschlossen. Wie bas Reutersche Bureau erfährt, ist der englischen Regierung seitens der französischen Regierung der Vorschlag gemacht worden, über die K'retafrage in London eine Konferenz abzuhalten. Der Vorschlag wurde gegenwärtig von der englischen Regierung erwogen. Aus Serajewo wird gemeldet: .Der Kaiser ernannte Ali Bal) Firdus (Muselman) zum Präsidenten, Vejislav Sela (^erbe) und Dr. Nykola Monbie (Kroate) zu Vizepräsidenten bes bosnisch-herzegowinischen. Landtages. 25jährige Jubelfeier des Mnnerturnvererns. X Gießen, 14. Juni. Der Montag war der Jugend gewidmet. Um U/2 Uhr sammelten sich die Schüler aus Oswaldsgarten, und im Verein mit dem M. T. V. ging es durch die Stadt nach dem Festplatz. Der Festpräsident Rechtsanwalt Kaufmann hielt an die jugendlichen Wettkämpfer eine Ansprache, woraus die 320 Schüler, die im Alter von 9—18 Jahren standen, zu den Freiübungen antraten. Diese boten schon ein gutes Zeugnis dafür, daß unter der Gießener Jugend das Turnen aus der Höhe steht und eifrig gepflegt wird. Besonders die Turnlehrer können mit den Leistungen des Nachmittags zufrieden sein. Die Freiübungen leitete 1. Turnwart Weiß. Tas sich anschließende Einzelwctturnen bestand in Wettlauf über 100 Meter, Frcihochsprung, Weitsprung, Steinstoßen und Freiübungen. Professor Dr. Krausmüller hatte die Oberleitung. Es war erstaunlich, was die Schüler leisteten, so wurde von mehreren der 100 Meter-Lauf in 12 Sekunden zurüä- gelegt, im Freihoch wurden bft 1,65 Meter, im Weitsprung bis 5,50 Meter erreicht. Der Turnplatz war den ganzen Nachmittag von Hunderten der Eltern und Angehörigen der Schüler belagert. Ohne jeglichen Unfall ging alles von stallen. Die Fest- Halle war zuerst recht leer, erst gegen 6 Uhr, als die Radfahrer und die Frauenabteilung ihre Reigen zur Aufführung brachten, füllte sie sich. Infolge der zahlreichen Beteiligung am Wett- tumen war es erst nach! 9 Uhr möglich, die Preisverteilung zu beginnen. Professor Tr. Krausmüller betonte, daß die Leistungen die Erwartungen bei weitem übertroffen hätten. Das Schülerwetturnen solle in späteren Jahren wiederholt werden, um bei der Jugend schon das Interesse für das Turnen zu Wecken. Tie Ansprache wurde wiederholt von fröhlichem Beifall der Jugend unterbrochen, die vor dem Musiktempel aufgestellt war. Tie drei ersten Preisträger in jeder der drei Stufen (Ober-, Mittelund Unterstufe) erhielten noch besonders einen Eichenkranz, alle Preisträger bekamen eine Ehrenurkunde und eine Denkmünze. Bei der Auskämpsung um den Jahnschild siegten die Turner der Unterstufe von der Ober-Realschule mit einer Gesamtpunktzahl von 985 Punkten. Der Festpräfident hob diesen Sieg um den Jahnschild ganL besonders hervor. Oberlehrer Weber übernahm für die Oberrealschule den Jahnschild und brachte ein Gut Heil auf den M. T. V. aus. Tann folgte die Preisverteilung: I. Oberstufe (16—18 Jahre alt) : 1 . Preis 88 Punkte A. Holschuh, 2. 87 Willy Reuß, 3. 86 Gg. Krauskopf, E. Koch, 4. 84y» Alb. Schmidt, 5. 84 Otto Lehr, W. Frohnhäuser, 6. 83y2 W. Schulte, 7. 80 E. Töpfer, 8. 79 Hch. Spitznagel, 9. 77»/° W. Dürbeck, 10. 761,3 F. Freund, A. Hahn/ 11. 76 W. Kopp, 12. ,75i/5' Ernst Scbürmann, 13. 741/2 H. Bene, 14. 74 H. Rau, O. Wvchow, 15. 73 E. Höxter^ 16. 72i E. Himmler, 17. 7iy2 W. Schmidt, Fricdr. Schauß, Kl. Nickel, 18. 71 Ed. Hoffmann, 19. 70y2 Jakob Räder, Hans Happel, 20. 70 Walth. Schäfer, 21. 67> 2 Ernst Christ, Ä.Erb, W. Hold, 22. 66'° I. Breitstadt, 23. 66 Willi Tröste, 24. 65y2 Hch. Areularius, 25. 63’/2 Friedr. Schmidt, 26. 61 Wilh. Fahz, 27. 60»/° Karl Zülch, 28. 57 Wilhelm Horn, 29. 54 August Weber. II. Mittelstufe (14—16 Jahre alt): 1. Preis 891/2 Punkte Wilh. Lahr, Fcrd. Schott, 2. 89 Ludw. Schadeck, 3. 88 Adolf Jaeger, 4. 85y2 Max Spengler, 5. 84 Ernst Geitz, 6. 831/2 Hch. Kempf, Adolf Docrmer, 7. 83 Ludw. Kröck, 8. 821/° Erwin Jen sch, 9. 82 Paul Güngerich, 10. 81 Fritz Sauer, Hch. Euler, 11. 80y2 Wilh. Engelhardt, 12. 791/2 Walter Welsch, 13. 76L/° Eduard Krombach, 14. 76 Hans Schenk, 15. 74y2 Lldolf Bierau, 16. 73 Hans Körcs, Hch. Grünewald, 17. 71»/° Rudolf Fourier, 18. 71 Franz Bauer, 19. 70 Rudolf Görlach, 20. 691/2 Peter Becker, Aug. Mattern, Hch. Lohr, 21. 67 Karl Zimmer, 22. 66 Hans Becker, 23. 65 Otto Grümer, 24. 64 Alexander Persin, Hch. Wack, 25. 631/2 Rudolf Werner, 26. 62 Konrad Ploch, Theodor Haas, 27. 58 »/2 Walter Jung, 28. 58 Arthur Struck, 29. 56 Theodor Zimmer, 30. 551/2 Ernst Wiegelmann, 31. 55 Albert Kreiling, 32 544ä° Hch. Luft, 33. 53 Herrn. Kloos, Aug. Noll, 34. 521/2 Rud. Peppler, 35. 49 Karl Schäfer, 36. 48»/2 Ludw. .Schlaudraff. III. Unterstufe (9—14 Jahre alt): 1. Preis 90 Punkte K. Kröck, 2. 89V2 Otto Allmendinger, 3. 88 G. Kutzner, Alb. Gerhardt, 4. 8712 Reinh. Schulte, 5. 861/» Fritz Wacker, 6. 86 W. Bruttelier, S. Eck, 7. 85 W. Arnold, 8. 83 Fr. Schwalm, K. Frey, 9. 82»/2 Hch. Nikolaus, Br. Fix, 10. 82 Rud. Mitt, 11. 81 W. Bimbach, Hch. Urbach, 12. 80 Wilh. Marker, 13. 791° K. Graushaar, 14. 79 Ph. Eckhardt, 15. 781,2 Frz. Kurz, 16. 78 Ernst Grein, Wilh. Liß- mann. Kl. Strack, 17. 771/2 Pl. Mannfeld, 18. 77 K. Guhnd, K. Blick, 19. 761,2 H. Frohnhäuser, 20. 76 Albert Jung, H. Wagner, Gg. Heiner, Kl. Dehn, Kl. Kuhl, Alb. Weinberg, W. Flamme, Hans Gerhardt, Bernh. Marx, 21. 75 Kl. Balser, Kl. Volpert, W. Führer, Jak. Siegel, H. Klingelmeier, 22. 741/2 Fr. Köhler, 23. 74 Kl. Euler, .Ad. Biedcnkapp, 24. 73'/° Kl. Philipp, 25. 73 Ad. Möhl, 26. 72y2 Kl. Hergett, 27. 72 Gg. Stern, Br. Christ, Hans Sommerkorn, 28. 7iy2 Kl. Nagel, W. Reinhart, Hch. Otto, W. Gemmecker, Fr. Baumann, 29. 71 Hch. Besold, K. Zöller, Rud. Köhler, Alb. Müller, W. Margolf, Hans Möhn, Ludw. Römer, 30. 70y2 Kl. Klotz, 31. 70 Fr. Kalesky, Kl. Lachmann, H. Roth, Alfr. Weifsenbach, Hs. Hauser, W. Zuliani, 32 691/2 Hch. Rausch, Ludw. Günther, 33. 69 Kl. Leißler, W. Schlapp, W. Schaaf, Kl. Sann, Fritz Berg, Hs. Aßmann, Pl. Breuning, Ad. Waldschmidt, 34. 68/2 Phil. Weber, 35. 68 Kl. Albert, Rud. Dietrich, Andr. Kühne, Hch. Weller, Hch. Burkhardt, Kl. Pfeil, 36. 67i/° Herrn. Röhm, Ph. Fleck, 37. 67 Otto Neun, Nestor Rühl, Jak. Schmidt, Gottl. Nowack, Wilh. Müller, 38. 66'/2 Wolfgang Dörnberg. 39. 66 Otto Hof, K. Taab, Ernst Schneider, 40. 65y2 Rud. Lang, 41. 65 Ludw. Töth, Ludw. Vorbach, Hch. Ludwig, Herm. Treb- binger, Will). Heimes, 42. 64y2 Alf. Hermann, Hch. Mönche, Ed. Wöll, Neining, 43. 64 Aug. Wagner, Gg. Pfaff, Otto Sackse, Hel. Müller, 44. 63'/2 Alb. Schneider, 45. 63 Rud. Dahmer, Wilh. Döring, Fritz Zimmer, Fr. Bickhardt, 46. 62y2 Ludw. Weimer, Fr. Wellhöfer, Th. Simon, Eug. Strack, W. Stehling, Gg. Amend, 47. 62 K. Lauer, Will). Anton, Paul Herber, 48. 6iy2 Fr. Will, Frz. Stamm, Walter Scholz, Ernst Greb, K. Schäfer, 49. 61 K. Braun, Rich. Köhler, Adam Bodenbänder, Willi Schenk, Ludw. Wildenberg, Otto Köhler, Fr. Laun- spach, 50. 601/° K. Klingler, 51. 60 Aug. Kling, Rud. Helm, Hch. Greb, Hs. Neuenhagen, 52. 59'/° W. Borger, Gust. Schenk, Emil Krämer, Hch. Müller, Val, Grothe, Gg. Amendt, 53. 59 Herrn. Kersten, K. Schmidt, Hans Schmitz, 54. 58'/° Hch. Lich, 55. 58 Otto Bender, Wilh. Kern, Herm. Haubach, Kurt Hansult, 56. 571/2 Hch. Wagner, Hs. Bauer, 57. 57 Frz. Ritsert, Arthur Sack, Jul. Güngerich, Wilh. Rahnefeld, Wilh. Allendorf, Ernst Hempel, 58. 56y2 Otto Schlemm, Aug. Fechter, Hch. Theiß, Herrn. Klös, 59. 56 Th. Müller, Arnold Raßmann, 60. 55y2 Rud. Fischer, 61. 55 Fr. Konrad, Fel. Weiß, 91 ob. Eise, 62. 541/2 Ad. Schwan, Kl. Herzberger, W. Heiner, Gerh. Bötz, 63. 54 Jul. Schmitz, Kl. Vogel, Kl. Renk, 64. 53y2 Will). Körber, Kl. Germann, Phil. Schick, 65. 53 Emil Krüger, Th. Dietrich, 66. 52 Otto Männche, Kl. Lindenstruth, O. Biedenkopf, 67. 51 Fritz Schmitz, Hch. Appel, Rich. Arnold, 68. 50/° Wilh. Kleber, 69. 50 Ernst Baum, 70. 48. Hugo Rühl, 71. 47y2 Arthur Koch, 72. 46i/° Kl. Hammel, 73. 45y2 Ludw. Bernhardt, Ad. Deibel. Nach der Preisverteilung verliefen sich die Massen rasch, die Jugend eilte beglückt nach Hause, die Erwachsenen nach der Festhalle, um nochmals das F e st s p i e l zu 'sehen. Der Ausschutz zu Laubach. r. Laubach, 13. Juni. So rasch und rücksichtslos die moderne Zeit über Veraltetes oder Althergebrachtes wegschreitet, hier dem Volke in Laubach hat die moderne Zeit sein Ausschußfest nicht geraubt. Nachdem zuzeiten des 30jährigen Krieges unter den damaligen traurigen Verhältnissen das echte Ausschuß- fest viel eingebüßt hatte, ja völlig verschwunden war, wird diese Feier seit 1844 wieder regelmäßig gehalten. Ihr Jr> halt ist kurz folgender: Sonntags findet auf der sog .„Helle" ein allgemeines Volksfest statt. Während der Nacht spielt die Musik vor den einzelnen Häusern ein Ständchen auf, wohl oft nicht zur Freude der Ruhebedürftigen. Früh am Morgen schon wird es im Städtchen lebendig; junge Mädchen und Schulkinder sammeln sich im Feststaat. In den einzelnen Lokalen versammeln sich die Schießsektionen, um ihre Führer zu erwarten. Die Führer haben sich um den Hauptmann versammelt und bald darauf rückt die Führerschaft mit dem Hauptmann zum Schützenhaus. Während- oessen hat sich am Marktplatz ein Festzug der Schützen und Korporationen aufgestellt, der sich nach dem Eintreffen der Führer mit dem Hauptmann in der Mitte und mit den Gabenträgern zum Schloß bewegt. Dort ist der vom Grafen als Ehrenpreis gesttstete schwarze Hammel, mit Blumen und Bändern geschmückt, entgegenzuneymen, der Hauptmann hält eine Ansprache an das gräfliche Haus und ladet zum Besuche des Festes ein. Die Wahl des Hauptmanns und der Sektionsführer erfolgt Wochen vorher, dabei spielt die Fähigkeit der Betreffenden, am Fest ein Fäßchen zum Besten zu geben, eine gewisse Rolle. Diesmal war Restaurateur Boehm Hauptmann. Er begrüßte am Schloß die gräflichen Herrschaften, worauf Graf Wilhelm dankte: „Tas Ausschußfest ist nicht zu vergleichen mit alten Bauten, die unter Denkmalsschutz gestellt werden, sondern der Ausschuß ist mit Liebe uni) Hingebung fest im Laubacher Volke eingewurzelt und wird sich erhalten bis in ferne Zeiten." Unter der Versicherung, daß die alten guten Beziehungen des Grafenhauses zur Stadt auch ferner bestehen bleiben werden, galt sein Hoch der Stadt Laubach,. — Unter dem K'lange zweier Musikkapellen bewegte sich hierauf der Festzug zur „Helle", woselbst sich alsbald unter dem Schatten oielhundertjähriger Linden ein echtes deutsches Volksfest entwickelte. Es sind feine großen Einladungen nötig, der „Ausschuß" wird doch besucht. Sehr bald geht die Schießerei los und auch die Grafen lassen es sich nicht nehmen, ihren Ehrenschuß zu tun. In den Zelten erschallen hier und da die Hochs auf die Sektionsführer, Bierfässer stehen auf den Tischen. Am 'Nachmittag wächst die Spannung am Gabenstand und es wird auch bald bekannt, tuer als Hammelschütze in Betracht kommt. Gewöhnlich bleibt dem Sieger nur die Wolle übrig. Konzert, Tanz, uni) allerlei Belustigung sorgen für Unterhaltung bis spät zur Nacht. Am Dienstag ist Markt, mittags volkstümliche Unterhättung, besonders für die Jugend, mit Laufbalken, Hahnenschlag usw. Ter beste Schütze hat die Kette bekommen, einen Wanderpreis, gestiftet vom gräflichem Hause. Er trägt sie auch im nächsten Jahr zu Beginn des Festes, bis ihm ein anderer den Rang streitig macht. Aus Stafct und Land. Gießen, 14. Juni 1910. * * Tageskalender kür Dienstag, 14. Juni. Stadt- theater: ,Frühling 2 luff. Anfang 8 Uhr. • • Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Hofpianisten Emeric 0. Stefaniei) in Darmstadt das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. * * Titelverleihung. Der Groß he rzog hat dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Fürth Friedr. Bickel Haupt den Charakter als Amtsgerichtsrat erteilt. • • Bestätigte Bürgermeisterwahl. Der Großherzog hat der am 27. Mai erfolgten Wiederwahl des Oberbürgermeisters Köhler in Worms zum Bürgermeister der Stadt Worms auf Lebenszeit die Bestätigung erteilt. • • Erfolge der deutschen Landwirtschaft. Bei der am 3. Juni in Buenos Ayres eröffneten Tierschau erhielten 21 deutsche Pferde 18 Preise, davon 3 goldene/ und 5 deutsche Rinder 5 Preise. * * Stadttheater. Nochmals sei auf die heutige Aufführung von „Frühlingsluft" hingewiesen. Die reizend- melodwse Operette hat gestern abend am Nauheimer KUr- theater einen durchschlagenden Erfolg errungen. Namentlich Frl. Brill, die ja auch hier sehr beliebt ist, glänzte als! „jganni" und mußte fast jede ihrer 9himmern wiederholen. X. Büdingen, 13. Juni. Zn dem Konkurse über das Vermögen der Bankfirma Max Wertheimer & Co. hier ist mitzutellen, daß die Differenzen zwischen der Konkursverwaltung und den Inhabern der Hessen-Philipps-, thaler Obligationen erledigt sind. Von den seinerzeit aus- gegebenen 150 Obligationen sind 139 gegen Zahlung von je 500 Mark eingelöst worden, lieber die Frage, ob die in der Masse liegenden Ober-Mockstädter Hypotheken heraus-, zugeben sind, ist noch ein Prozeß anhängig. ** Straßenbahn und Turnfest. Das Turnfest hat der Straßenbahn am Sonntag eine außerordentlich starke Einnahme gebracht. Am Sonntag mürben 11 573 Personen, am Montag 8700 und am SamStag 5622 Personen befördert, zusammen also an den drei Tagen des Festes rund 26 000. Der Sonntag war der beste Tag, den unsere Straßenbahn bis jetzt hatte, und übertraf dieser den Eröffnungstag um etwa 2300 Personen. ** Der Israelitische Lehrerverein für Hessen hält am Sonntag den 26. d. M. in Frankfurt a. M. seine Jahresversammlung ab. Außer der Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten wird der Schulverwalter Grünebaum-.Gießen einen Vortrag über das Verbandsthema „Nutzen und Bedeutung des biblischen Unterrichts in der Religionsschule" halten. (Es ist bedauerlich, daß rein hessische Vereinigungen ihre Versammlungen in Frankfurt a. M. und nicht auf hessischem Boden abyalten. Man könnte doch ebenso bequem nach Offenbach oder Friedberg gehen, wenn man beraten will) * Der Unterricht in der Volksschule fiel gestern zum Erstaunen vieler Eltern aus. Man nahm nämlich vielfach an, der blaue Montag sei aus Anlaß des Turnfestes gemacht worden. Diese Annahme ist aber irrtümlich. Die Buben und Mädchen konnten zu Haus bleiben,, weil der Schulinspektor die Lehrer zu einer Konferenz eingeladen hatte. * * Achtung vor Hausdieben. In einem Hause in der Friedrichstraße legte heule morgen eine im 3. Stockwerk wohnende Frau ein Zweimarkstück vor die Tür, das für den Milchmann bestimmt war. Kürze Zeit darauf war das Geldstück verschwunden. Vor den Brauch, das Geld für die Morgenbrötchen ober die Milch auf diese Art zu zahlen, sei ausdrücklich gewarnt. * * Unfug. An der Ecke der Wolfstraße und der Kaiser- Allee wurde heute nacht ein wertvolles Firmenschild durch einen Stockhieb so beschädigt, daß es für den Besitzer wertlos ist. Der rohe Täter ließ nach vollbrachter Heldentat seinen Stock am Tatort, zurück. • • D ie Maul- und Klauenseuche ist au§gc-: broch en in Schwibdern, Kreis Johannisburg, RegierungS- bezirk Allenstein. —l. Garbenteich, 13. Juni. Wie sehr bei uns die Sangeskunst gepflegt wird, geht daraus hervor, daß unsere drei Gesangvereine dieses Jahr wieder auf Gesangwettstteiten Preise errungen haben. Der Gesangverein Viktoria erhielt in Heldenbergen bei dem Gesangmettstreit in Klasse 2 a den 2. Preis: der Gesangverein Frohsinn kürzlich in Großen-Linden in Klasse 2 den 2. Preis und der Gesangverein Liederblüte in Großen-Linden in Klasse 3 den 2. Preis. = Dorf-Gill, 13. Juni. Einen großen Genuß bot das gestrige Gesangsfest bes Kreises Gießen des .Christlichen Sängerbundes deutscher Zunge-. Dieses Fest lieferte wieder den Beweis, baß unser Volk für berartige Veranstaltungen Verstänbnis hat. Von nah und fern kamen die Besucher herbei und lauschten drei Stunden lang den An- prachen und Gesangsoorträgen. Ter Ton, der durch die Ansprachen und Lieder hindurchklang, mar das Lob Gottes und die Bitte an die Zuhörer, ihr Leben Gott zu weihen. Erschienen waren etwa 300 Sänger und ein Posaunenchor von 60 Mann. Es dürften etwa -2000 Menschen an dem Feste teilgenommen haben. = Grünberg, 13. Juni. Die Bau arbeiten auf dem Festplatz für das Gauturnfest, der „Käswiese", wo alljährlich int Oktober der weit bekannte Gallusmarkt abgehalten wird, haben begonnen und schreiten zusehends vorwärts. Ter Haupteingang befindet sich an der Gießener Straße, zur Rechten des Eingangs ist ein großer Rasen als Juxplatz für Volksbelustigungen und Schaustellungen aller Art vorgesehen, geradeaus gelangen wir durch kunstvolle Baum- und Garten-Anlagen zu dem der Turnerei gewidmeten Schauplatz, der sich in gewaltiger Ausdehnung den Wirtschaftszclten, Tanzböden und Schaubuden und dem Musrk- tempel vorlagert. J2ie Bauten gruppieren sich in Form eines nach dem Turnplätze ^offenen Hufeisens und bieten bequem für über 3000 Zuschauer Sitzplätze. Der Bauausschuß, an dessen Spitze Forstmeister Schneider steht, wird dem Feste einen würdigen Raum schaffen, der allen Wünschen und Bedürfttissen der Besucher gerecht werden wird. — Bis jetzt sind 70 Musterriegen gemeldet (darunter drei Fechttiegen unb zwei Damenriegen', eine recht hohe Zahl. Auch die Meldungen zum Einzelwetturnen gehen recht zahlreich ein. — Bezüglich der Bahnverbindung fei nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß am Festsountag (3. Juli) der Zug dec Nebenbahn Lich—Grünberg in Lich 92u abgeht anschließend an den um 9” in Lich cintrcffenben Niddaer Zug. Außerdem ist auf dieser Strecke ein Sonderzug eingelegt: Lich ab 11", Grünberg an ungefähr 12"; dieser hat ebenfalls Anschluß an den Zug von Nidda, der um II34 in Lich eintrifft. j - u _ * hat die -hrL-iH aösr» 3uni 1910_ Ühr. Stadt. Hypotheken heraus ngig. 1't. Las Turnfesl »ußerordentlich starke •n 11573 Personen, 522 Personen befö» cn deZ Festes rund : Tag, den unsere :as dieser den Groß« rer herein für R. in Frankfurt ab. Außer der Gr« wird der Schulvtt- i Vortrag über da; $ des biblischen lln- M ist beöaucilid). ;en ihre Versamm- auf hessischem wen so bequem muh man beraten nnll loltsfdpite fiA Man naljm näm* S Anlaß des Turn» ,t ist aber ncwm- i zu tzaus bleiben, ,u einer Konferenz In einem Sause in ine im 3. ^toaimik ior die Tür, das l>u Zeit darauf war dc- Vrauch, dos Geld ft ese Art ru zahlen,!° iraßc und der Kassa w-»IchM,du-»°» iitzer wertlos tft «• seinen Stock am Taste euche ist ausge> inisbnrg, Regierung Kif. sehr bei uns,i« 'ni hervor, daß um auf GesangwmAeuc Viktoria erh ck ilasse Ladens k-en-Lmden tit ‘ Lüt Großen-^ $5* ’lHöt bet«** * »' M V» 00 Menschen an wjn W j-ie", wo : haben ^Ks KZ üt-V'fC »'S«** 6 ®t06müiigcn 4eifö ?Qt 11 ^elhaupt ,®tt »toi. •" DÄemihl b(> -7 10 9utl9 erteilt 7',"ich-st. 3,i 3 Selbe»,, ieulige n ^auheuner ÄUr- Ä- Namentlich bt lft glänzte als ^ern wiederholen, l Konkurse über Wertheimers eWn zwischen der er Hessen-Philipps- den seinerzeit aus- M Zahlung von je • Frage, ob die m = Niedergirmes, 12. Juni. Hier hielt heute der Mitteldeutsche Kaninchen- und Geflügel- ^üditcrocrbaitb eine außerordentliche Gcneralver- sammlung ab, um zu dem von dem Bezirk! spreuß. Vereine- gefleltren Antrag aus Auflösung des Verbandes Stellung zu nehmen. Werkmeister Schmidt- Kinzenbach brachte die Gründe des Antrages vor, worauf Herr Pannecke- Klein-Linden in längerer Aussprache erläuterte, daß kein Grund zur Auslösung vorliege. Nachdem. noch die Herren Eckhardt, Leimbach, Aeinandt-K'tein-Linden, Artz-Großcn- Linden und Kreiling-Meßen entschieden gegen eine Auflösung gesprochen hatten, wurde zur Abstimmung geschritten, die das Ergebnis erbrachte, daß der Verband weiter- bcstcht. Geleitet wird er fortan von &errn Karl Eckhardt- Leimbach. — Odenhausen a. d. Lahn, 12. Juni. Zu dem diesjährigen Bundesfeste des Turnerbundes Lahn- DünSberg, das am 18., 19. und 20. Juni hier statt- findet, sind bis jetzt 20 Wetturner und 19 Muster- riegen angemeldet. m. Münchholzhausen, 13. 3uni. Hier ist nunmehr der Neubau einer Kirche beschlossen; es hat sich ein Kirchbauverein gebildet, welcher die Sache weiter zu fördern sucht. Es befiehl die Absicht, das neue Gotteshaus auf der Stelle des seitherigen zu errichten. X Biedenkopf, 13. Juni. Der hiesige Bahnhof soll eine Erweiterung erfahren. Es sind drei Bahnsteige, nämlich zwei für die Bahn Marburg-Kreuzthal und ein dritter für die neue Bahn ins Dilltal vorgesehen. Ohne die Kosten für den Neubau des Gebäudes sind 115 000 Ml. hierfür eingestellt. — In We idenau ivnrbe ein mit Dolch, Ncvolver und Gummischlauch bewaffneter Mann fest- gcomtuen, der eine 11jährige Zuchthausstrafe zu verbüßen hatte und vor einigen Jahren in Nietlcbcn bei Halle aus einer Heilanstalt durchgebrannt war. Gerichtssaal. R.B. Darmstadt, 13. Juni. Tas Schwurgericht hatte sich heule mit einer Anklage wegen betrügerischen und einfachen Bankerolls zu beschäftigen. Ter Schuhwaren- fabrifant Joh. G. Calla in Offenbach halte daselbst etwa 40 Arbeiter und einen Jahresumsatz von rund 100 000 Mark; da aber das Geschäft nicht blühte, hatte er es im Januar d. I. dem Kaufmann Ehr. Kaufmann überlassen und war dann bei diesem als Geschäftsführer tätig. Trotzdem wurde am 24. Februar aus Antrag eines Gläubigers über das Vermögen Catlas der Konkurs eröffnet, und bet der Voruntersuchung ergab sich so viel Belastungsmaterial, daß gegen E. Anklage erhoben wurde. Er hatte u. a. crflävt, daß er keine Geschäftsbücher geführt habe, man sand aber verkohlte Reste von solchen vor. Ferner halte er vor dem Konkurs die etwa 3700 Mark betragenden Außenstände an den Buchhalter Hubert für 2500 Mark verkauft, während er sie während und nach dcrn Konkurs einzog, so daß bei der Konkurserklärung dem etwa 17 000 Mark Passiva eine Aktivamasse überhaupt nicht gegenüberstand und der Konkurs wegen Massemangels nicht eröffnet werden konnte; auch halte er bei der Geschäftsgründung 1907 die Aufstellung einer Eröffnungsbilanz Unterlasten. Unter Zubilligung mildernder Umstände wurde der Angeklagte zu 9 Monaten Gefängnis ab 3 Wochen für Untersuchungshaft verurteilt. Sport. * 2 5. Mainzer Regatta. Tie zweitägige Regatta des Mainzer Ruder-Vereins, die dnt Samstag den 18. und Sonntag den 19. Juni auf der Strecke Weisenauer Zementfabrik—Eil'en- bahnbrücke ftattfinbet, verspricht wieder ein glänzendes wasser- sportliches Fest zu werden. Am Samstag finden 10 und am Sonntag 12 Rennen statt, bei denen 117 Boote mit^ den besten Mannschaften Süddeutschlands starten werden. Tie Straßenbahn bat für beide Regattatage einen vermehrten Verkehr nach dem Festplatz eingerichtet. Ter Großherzog und die Großherzogin werden voraussichtlich am Sonntag erscheinen. *♦ Der Mainzer Ruder-Verein gewinnt abermals den Kaiserpreis in Berlin. Mit einem^ großartigen Erfolg hat der Mainzer Ruder-Verem mit feiner Senior- Mannschaft, den Herren Falk, Minthe, Cordes, Eismayer und Strohschnitter (Steuer) die diesjährige Ruderzeit eröffnet. Gegen die besten Mannschaften von Norddeulschland konnten die Mainzer den im vorigen Jahre gewonnenen Herausforderungspreis des Kaisers Friedrich stegreich verteidigen und haben gleichzeitig eine außerordentlich günstige Zeit gefahren, indem sie die kürzeste Zeit für die Rennstrecke brauchten, die bisher gefahren wurde. Zum Kaiser-Vierer hatten außer dem Mainzer Verein noch 7 Boote gemeldet. Das Ergebnis des Rennens war: 1. Mainzer Ruder- Verein 6,59, 2. R.-Kl. Hellas-Berlin 7,02, 3. Berliner Ruder- Verein 7,07, 4. R.-G. Spinglersfeld 7,08, 5. Berliner Ruder- Klub 7,19. Zwischen Hellas und Mainz entwickelte sich ein fdxtrfcä Rennen über die ganze Strecke, bei 1300 Meter nimmt Mainz die Führung und geht fast mit einer ganzen Länge als Sieger durch das Ziel. Gleich nach dem Remien wurden die Mainzer auf die Kaiserliche Jacht befohlen und vom Kaiser und der Kaiserin beglückwünscht: die Kaiserin überreichte den Preis. — Berliner Regatta, 13. Juni. Viktoria - Vierer. 1. Mainzer Rnderverein. Berliner Rv. uiib Viktoria- Berlin aufgegeben. Berliner Ruderklub wegen Kollision ausge- schlossen. — Teutscher Vierer. 1. Sport Germania-Stettin, 7 Min. 53;,/6 Sek. — Junior-Einer. 1. Brandenburger Ruderklub 8:37, 2. Petersburger Rkl. 8 :51%. — Zweiter Vierer ohne Steuermann. 1. Spindleräselder Ruderverein 7:16. — Großer Einer. 1. Lueas- Mainzer Ruderverein 8:01, 2. Schiemann-Potsdamer Rkl. 8:151/,. Stahnke-Breslau ausgegeben. — Junior-Achter. 1. Hellas-Berlin 6:51, 2. Wiking-Berlin 6:56, 3. Berliner Rkl. 7:01. — Vierer ohne Steuermann. 1. Mainzer Ruder- d e r e i it 7:28, 2. Spindlersielder Rv. 7 :48. Ter französische Eintonnerpokal. Bei der gestrigen zweiten Regatta um den Erntonnerpokal siegte die norwegische Jacht „Dia", zweite wurde „Agnes II, Schweden. Es folgten „Windspicl"-Teutschland und „Arc-en- Ciel"-Frankreich, die beide gleichzeitig durchs Ziel gingen, „Necr- lanbia III"-Holland und „Albatros"-Tünemark. Der „Eor- renzia"-England brach der Mast.____________________________ Hochwasser im Ahrtal. Ahrweiler, 13. Juni. (Priv.-Tel.) Heute nacht gingen schwer e Gewitterreg en über die ganze Eifel nieder. Bei Antweiler und Schuld ging ein Wolkenbruch nieder, der große Verwüstungen anrichtete. Die ganze Ernte ist vernichtet, Häuser beschädigt und viel Dreh getötet worden. Tie Ahr ist ein rasender Fluß geworden, in dem Möbelstücke, Fässer, Hausgeräte und dergleichen schwimmen. Tie Eisen- ba bnbauten sind zerstört, Brücken wurden fort- gerissen. Tie Eisenbahn Remagen—Adenau kann nur bis Walportzheim verkehren. Die Feuerwehren sämtlicher Ortschaften arbeiten unaufhörlich. In den tiefer gelegenen Straßen Altenahrs steht das Wasser einen Meter hoch. Ahrweiler 13. Juni. Tas Hochwasfer im A h r- tal nimmt ungeheure Ausdehnungen an. Die Verwüstungen sind furchtbar. Els Steinbrück en für den Fußverkehr sind bereits e i n g e st ü r z t. Die Ahrtalbahn kann nicht mehr verkehren, da Eisenbahndämme unterspült und der Einsturz verschiedener Brücken befürchtet wird. Das Tal zwischen Neuenahr und Remagen gleicht einem großen See. In Schuld sind^mehrere Häuser so r t g e f ch w e m nit worden. Ter Schaden tvird bis jetzt auf 1 4 Million geschätzt. Weitere schwere Regengüsse fallen beständig, Telephon und Telegraph oberhalb Walportzheim sind zerstört. Tie Provinziallandstraße im Ahrtal ist nicht mehr gangbar; sie steht an vielen Stellen bis zu einem Meter unter Wasser. Ter ganze Kurpark bei Neuenahr ist ebenfalls über schwemmt. An der Oberahr von Walportzheim bis Kreuzberg sind alle Bahndämme w e g g e r i f | e n. Die Provinzial- jandstraße ist bei Map schoß, Altenahr, Dernau, Rech und an der Bunten Kuh vollständig in den Fluten verschwunden, so daß der nackte Fels hervortritt und der Fährverkehr un Ahrtal auf Wochen hinaus unmöglich fein wird. Tie Eisenbahn wird erst in acht Tagen wieder oberhalb Ahrweiler fahren können. Regierungspräsident M c c p e l - Koblenz ist in dem Ueber- schwemmungsgebiet cingetroffcn. Militär rückt in Automobilen mit Nahrungsmitteln an. Es wird ein neues Telephon und ein Telegraph über die Eisei gelegt, um Nachrichten von den abgeschnittenen Orten erlangen zu können, lieber .Verluste an Menschenleben war bis jetzt noch nichts zu erfahren. Ahrweiler, 14. Juni. Bei der Hochwas,erkatastrophe i|t eine große Anzahl Menschen umgekommen. 11. a. wurde eine Kantine mit italienischen Arbeit,rn hinweggeschwemmt. 15 Arbeiter wurden als Leichen aufgefunden, während über den Verbleib der übrigen noch nichts bekannt ist. Weiler wurden die Leichen von acht Kindern und E r w a ch s e n c n ausgefunden. Im ganzen werden 87 Personen vermißt, doch hofft man, daß davon verschiedene noch lebend gerettet worden sind. Seit gestern abend ist das Wasser um zwei Meter gesalleu. Die Gewalt der Wassermassen war so groß, daß an einer Stelle eine 20 Meter tiefe Schlucht entstanden ist. Pioniere und Ju- fantcric sind damit beschäftigt, an Stelle der 2 0 wcggcssc - neu Straßenbrücken Notbrücken hcrzustellen. Die Straße ist, allerdings noch nicht ganz gefahrlos, wieder bis Rech passierbar, während die Bahn ihren Betrieb bis Walportzheim ausgenommen hat. •[i= Köln, 14. Juni. (Priv.-Tel. ) Tie Ueberichwemmung im Ahrtal ist die größte und folgenschwerste Hochwasserkatastrophe, die Teutschland seit langen Jahren hatte. Nach dem „Bonner Gen.-Anz." sind 150 Leute tot ober noch vermißt, darunter zahlreiche Bahnarbeiter, die in den Kantinen von den plötzlich hereiiibrechenden Äafsermassen überrascht wurden. Erst gestern abend gelang es, die betroffenen Ortschaften mit Lebensmitteln zu, versehen. _ VcrinnchreA. * Französische V o 1 k s s chu 1 st a t i st i k. Tie Abschaffung der Crbcndfongrcgationcn in Frankreich hat auch einschneidende Veränderungen im Schulwesen zur Folge gehabt, wie eine kürzlich erschienene Statistik über die Elementarschulen Frankreichs beweist. Während im öfsentlichen Unlerrichtswesen die Kongregationsschulen von 1902 bis (Smbe 1907 213 052 Zöglinge verloren, haben die Laienschulen 620 530 Schüler gewonnen. Im privaten Unterricht haben die Ordensanstalten um 1120 701 abgenommen, die Laieuschulen dagegen sind um 795 953 Schüler vermehrt worden. Die Zahl der Elementarschulen selbst ist im gleichen Zeitraum von 85 225 auf 81653 gesunken. * Teurer Schmuggel. Dem cnergiichen Vorgehen, mit dem die amerikanischen Zollbehörden in den letzten Monaten den von vielen wohlhabenden Amerikanern geübten Schmuggeleien cut- gegentreten, schließt sich nun auch die amerikanische Rechtsprechung an. Vor dem Staatsgerichtshof in Trenton in New Jersey wurde gegen Mrs. Mathilda Chesbrough, der Gattin des 'großen Schiffsreeders Chesbrough, wegen Schmuggel verhandelt. Der Richter erklärte, daß nur das Gnadengesuch der Geschworenen ihn davon ablyaltc, eine längere Freiheitsstrafe über die Angeklagte zu verhängen. Mrs. Chesbrough wurde kurzweg zu 20 000 Mark Strafe verurteilt. „Tie Gewohnheit, zu schmuggeln," so erfiärte dc4 Richter, „hat bei den reichen Reisenden io überhand genommen, daß die Behörden nun zu drastischen Mitteln greifen müssen, um ein für allemal diesem Unwesen ein Ende zu machen," Kleine Tagcschronik. Am Montag entstand auf dem Maunesmann-Röhren- werke in dem Stadtteil Saarbrückcp-Borbach beim .Aufstechen einer Charge eine schwere Explosion, bei der drei Arbeiter und ein Hüttenmeister schwere Verletzungen erlitten: ein Arbeiter ist seinen Verletzungen bereits erlegen, die drei anderen hofft man am Leben zu erhalten. Vierzehn Arbeiter sollen leicht verletzt worden sein. Aus den Thyssen-Werken in Mülheim (Ruhr) explodierte in der Abteilung II Des Blechwerks ein Karbit- kessel. Einem Arbeiter wurde von den umherfliegendcn Eisen- stücken die Schädeldecke weggerissen, so daß der Tod sofort eintrat. Ein ziveitcr Arbeiter, der ebenfalls verletzt wurde, ist infolge der heftigen Erschütterungen irrsinnig geworden. Bei einer von der Tübinger Burschenschaft „Gerrna- n i a" auf dem Neckar veranstalteten Bootfahrt fuhren drei Boote auf einen Pfeiler und kenterten. Der Eigentümer eines Bootes ertrank, während die Studenten gerettet werden konnten. Gestern nachmittag wurden infolge Pfeilerbruches auf der Zeche „Goufolibation" bei Gelsenkirchen im Schacht I wieder vier Bergleute abgefdmitten. Die Rettungsarbeiten wurden sofort ausgenommen. Um 5 Uhr wurde einer mit leichten Verletzungen, um 9 Uhr ein zweiter t o t geborgen. Infolge der heftigen Regengüsse ist die Tundsckw aus den Ufern getreten und hat in Adrianopel einige Stadtviertel überschwemmt. Das Militärgefängnis .ist eingestürzt, wobei mehrere Soldaten getötet wurden. In der portugiesischen Stadt C l a s a stürzte ein Balkon, auf dem sich 200 Personen befanden, in die Tiefe, als eine Prozession vorbeizog. Bisher wurden vier Tote und 32 Schwerverletzte geborgen. In Ssokolow (Gouv. Sjedlico) wurden 200 Häuser durch eine Feuersbrunst eingeäs.chert. In Moskau ist durch den Brand des Elektrizitätswerkes der Straßenbahn-Verkehr vollständig unterbrochen. , t _ In Montreal wurden die Geschäftsräume des „Tmly Herald" durch Feuer zerstört. Der Turm des Gebäudes stürzte durch das brennende Dach. VierzigPersonen, zumeist werbliche Angestellte, sind in den Flammen umgekommen. __________________ Märtte. Gießen, 14. Juni. Marktbericht. Auf heutigem'Wochen- nlarkte kostete: Butter pr. Pfd. 1.20—0.00 Mk* Hühnereier 1 St. 7—o Pfg^ Enteneier 1 Stuck 8 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pf^ Kasematte pr. St. 5—6 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Alk., Hahnen pr. Stuck 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Alk., Ochsenfleifch pr. Pfd. 80 bis 88 Pfg^ Kuhfleisch und Rindfleisch pr. Pfund 70—74 Pfg, Schweinefleisch pr. Pfund 80—96 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 80—84 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 60—84 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.00 bis O.Ou Alk., Zwiebeln per Ztr. 9,00—10,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Kirschen per Pfund 35—40 Pfg., Russe 100 Stück 50 bis 00 Pfg., per Ztr. 0—00 Alk. Marktzeit von 7—1 Uhr. F.C. Wiesbaden. Viehhos-Marktbericht vom 13. Juni. Auftrieb: Rinder 90, Kälber 28, Schafe 30, Schweine 296. Tendenz: Rinder gedrückt, Kälber gedrückt, Schafe mittelmäßig, Schweine ruhig. Preis Durck)- pro 100 Pfd. schnittspreis Ochsen. 47 85 41 75 70—73 37 71 73-83 43 78 38 71 68-74 66 56 64—68 50-62 33 28 Redend« Schlacht« pro 100 Pfund gcwlchk - - - -- von-biSvon-bir Uedend. Schlacht« kcwichc Vollfleischige, ausgeniästete, höchsten Schlachtivertes, höchstens 6 Jahre alt 45—49 81—89 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete......40—43 73—78 Mäßig genährte junge und gut genährte ältere.........85—39 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgeniästete Färsen höchst. Schtachtivertes........40—46 Vollfleischige ausgemästete Kühe höchst. Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. . 37—40 Weitere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte siingereKühe u. Färsen 32—35 Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 25—31 Kä 1 be r. Feinste Mast- (Vollmilchmast) und beste Saugkälber......... 57—60 95—100 58 97 Mittlere Blast- und gute Saugkälber . 50—56 84—93 53 88 Geringere Saugkälber . . .... 45—50 75—83 47 79 Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthammel 41—42 82—84 41 83 Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht........ 52—53 67—68 52 67 Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht...... . 52—53 67—68 52 67 Fleischige Schweine.......öl—52 64—66 51 65 ES wurden verkauft zii 68 Alk. — 60 Schweine, 67 Mk. — 3 Schweine, 66 Mk. = 55 Schweine, 65 Alk. = 5 Schweine, 64 Alk. — 5 Schweine. Lj fc. Frankfurt a. M , 14. Juni. Heu- und Stroh markt. Angesahreii waren 11 Wagen Heu und 2 Wagen Stroh. Alan notierte: Heu 3,80—4,20 Alk., Stroh (Kornlangstroh) 3,00 dis 0,00 Mk., Wirrstroh 0,00—0,00 Alk. Alles per 50 Kilo. Geschäft gedrückt. Die Zilfuhren waren aus Oberhessen und demKreis Hanau. — Kartoffel markt - Bericht uom 13. Juni 1910. Friedberg (Hessen): Rote Sorte Mk. 1.60—1.75, Magnum bonum 2.00—2.10, weiße runde 1.70—1.85, Gelbfleischige, blaue, 0.00—0.00, rote 0.00—0.00, weiße 2.00—2.10. Dort- >n und: Rote Taber 0.00— 0.00, andere rote Sorten 0.00 bis 0.00, Magnum bonum 2.60—0.00, weiße runde 2.00—0.00, Gelbsleijchige blaue 0.00—0.00, rote 2.70—0.00, weiße 0.00—0.00. Hagen i. W.: Rote Taber Mk. 0.00—0.00, andere rote Sorten 0.00—0.00, Magnum bonum 2.50—2.60, weiße runde 2.00—0 00, Gelbfleychige blaue 0.00—0.00, rote 0.00—0.00, weiße 0.00—0.00. Kempen: Rote Taber 0.00-0.00, andere rote Sorten 2.80—0.00, 'Dlagmun bonum 2.50 bis 0.00, weiße runbe 0.00—0.00, Gelbfleischige blaue 0.00.—0.00, rote 0.00—0.00, weiße 0.00—0.00. Krefeld: Rote Sorten 0.00—0.00, Magnum bonum Alk. 2.30—2.50, weiße runde Mk. 0.00—0.00, Gelbfleischige rote Mk. 2.30—2.50, weiße 2.30—2.50, Köln: Rote Sorten 0.00—0.00, Magnum bonuM 2.50—0.00, weiße runde 1.90—0.00, Gelbfleischige blaue 0.00—0.00, rote 2.50 bis 0.00, weiße 0.00—0.00. Plaidt: Rote Taber 0.00—0.00, andere rote Sorten 2.00— 0.00, Magnum bonum 2.20—0.00, weiße runde 2.10—0.00, Gelbfleischige, blaue 0.00—0.00, rote 0.00 bis 00, weiße 0.00— 0.00. Saarlouis: Rote Taber 0.00—0.00, andere rote Sorten 2.10—2.20, Magnum bonum 0.00—0.00, weiße runde 2.10 bis 2.20. Gelbfleischige, blaue 0.00—0.00, rote 0.00 bis 0.00, weiße 0.00—0.00. Mannheim: Magnum bonum Mk. 3.10—0.00, weiße runde 0.00— 0.00, Gelbfleischige blaue 0.00 bis 0.00, rote 0.00—0.00, weiße 0.00—0.00. Frankenthal: Rote Sorten 2.00—0.00, Magnum bonum 3.00—0.00, weiße runde 3.00 dis 0.00, Gelbfleischige blaue 3.00—0.00, rote 3.00—0.00, weiße 3.00—0.00. 211 ü nchen : Magnum bonum 3.00, weiße runbe 3.00, Gelbfleischige weiße Mk. 3.00. Regensburg: Rote Sorten 2.00 bis 0.00, Magnum bonum 0.00—0.00, weiße runbe 2.00—0.00, Gelbfleischige blaue 0.00—0.00, Gelbfleischige rote 1.80 - 0.00. (Alles zu 50 Kilo.) Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Verlauf der Witterung seit gestern früh: Flache Lustwirbel haben gestern strichweise in Hessen rnieber Gewitterregen gebracht und auch im übrigen Teutschland hat es noch vielfach geregnet, lieber Nacht sind Nordwinde eingetreten, die stärkere Abkühlung mit sich führen. Unter dem Einfluß eines westlichen Hochdruckgebietes dauern die Nordwiiide an und bringen eine kühlere Wetterperiode. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch dem 15. Juni 1910: Geringer Regen, kühler, windig. GrigSnal-Drahtmeldungen. Ein Mord bei Weilburg? fc. Weilburg, 14. Juni. Ter 26 Jahre alte Sohn des Müllers Fey von der Eiselsmühle bei Obershauien wurde gestern auf der Landstraße zwischen Lbershausen und Nenderoth .neben seinem Rad tot ausgesunden. Anscheinend liegt ein Mord vor. Ms Täter kommen drei Burschen aus Nenderoth in Betracht. Ter Polizeihund „Greif" aus Wetzlar wurde auf die Spur gesetzt und nahm sie auch auf. Ein Bursche wurde verhaftet, aber bald wieder entlassen. Paris, 14. Juni. Nach dem „Petit Parisien" hält die gesamte Diplomatie die Lage der kretischen Frage für sehr beunruhigend. Es könne sich nicht mehr um provisorische Maßnahmen handeln, sondern es müsse entschieden werden, ob die Insel griechisch werden oder unter türkischer Oberhoheit bleiben solle. Der von Minister Pichon angeregte Gebaute, zur Regelung der kretischen Frage, eine Konserenz der Schutzmächte in London abzuhalten, wurde von Italien und Rußland günstig auf genommen, während Englands Antwort noch aussteht. 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Wir werden für diesen Schein eine Ersatzurkunde ausstellen, wenn sich innerhalb zweier Monate ein Inhaber dieses Scheins bei uns nicht melden sollte. (Dl4/6 Leipzig, den 14. Juni 1910. Leipziger Lebensversicheruugs- Geiellschast auf Gegenseitigkeit (Alte Leipziger). 04949) Silberne Dameuulir mit gramertem Anhänger verloren. Abzugeben gegen gute Belohnung Landgrasenstraffe 3 I. Cafe Amend. Täglich Kiinsller - Koazerl der Ungar. Salon-Kapelle. Eintritt freu l«68 Jeden Mittwoch, Samstag n. Sonntag v. 4 Uhr ab Konzert. fllotdntw am Sonntag auf dem «ÖITIUITII Festplatz 1 goldenes Armband mit Fuchszähnen. Abzugeben gegen Belohnung «°°°) SelterSweg 79 im Laden. Kind in gute Pflege zu gcbew 01960_________Marktplatz 17 II. '/»jähr. Junge beff. Herkunft wird geg. Vergütung v. Leuten, die ihn als eigen erziehen wollen, ges. Schristl. Angebote unter 049/1 an den Giebener Anzeiger erb. 04953] Unabü. Frau sucht Stelle für ganze Tage und zur Aus- hilfe. 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