Nr. 110 Erstes Blatt 160. Jahrgang Freitag 13. Mai 1910 Ter Siedener Lnzetz« 4MV M Q m^natü&to^Diertel- SN'ÄS 4?. A|. AM Hl *♦ 4Af A AM EüäS ssQ)lCnCHCt Zlllwluvi Femsorech-Anschlüsse: N M UM BerantmortlicJ föt ben für die Redaktion 112, z1L. r r ** polmfchen Leit: Lupust SS General-Anzeiger für Oberhessen -DZM Annahme von Anzeigen v . IH . , fOalw: E. Heß; für den für ote Tagesnuminer Roiaffon5dnrck Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und vniaeret: dchulnraye c. Anzeigenteil: H. Beck, bis vormittags 9 Uhr. __________________ ____ ■F Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten. wesentlichen frei, mit ein wenig belegter Stimme in eng — Kurze Nachrichten auS Kunst u. Wissenschaft. Ter Astronom und Physiker William Duggins ist in London gestorben. — Tie lange für verschollen gehaltenen Brautbriefe Klaus Groths sind kürzlich gefunden worden und sollen nun im Einverständnis mit den Grothschen Erben von Professor Hermann Krumm in Kiel herausgegeben werden. Wahrscl'einlich werden die gemütstiefen Briefe, von denen sich manche zu stimmungsvollen Prosagedichten runden, zuerst in „Westermanns Monatsheften" veröffentlicht werden. — Lberkonsistorialrat Dr. theol. et vhil. Paul Kleinert, ord. Professor für praktische Theologie und alttestamentliche Exegese in der Berliner theologischen Fakultät, begeht am 15. Mai das 50 jährige Lizentiateniubiläum. — Der deutsche Tech - nikerverband, der 28000 Mitglieder zählt, hält während der Pfingstfeiertage seine Tagung in Stuttgart ab. Vie Eröffnung der Darmstädter ltunstaurftellung. Aus Darmstadt wird uns unterm 12. Mai geschrieben: Tic Ausstellung des D eut sche n Kü nstlerb u ndes aus der Künsllertolonic ist infolge der Hoftrauer heute nachmittag ohne besondere Feierlichkeit eröffnet worden. Tas Großherzogs- vaar hatte die Ausstellung schon vor der offiziellen Eröffnung in Begleitung des Grasen und der Gräfin T-ohna-Schlob'.tcen und der Prinzessin Dorothea zu Solms-Lich besichtigt. Unter den Gästen, die sich im Ehrensaal versammelt hatten, befanden ftch Staatsmniistcr Ewald, Finanzminister Braun, Geh. Staatsrat Krüg p. Nidda, Geh. Rat Frhr. v. Biegeleben, Provinziatdirettor Geh. Rat Fey, Oberbürgermeister Tr. Glas- fing, der russische Gesandte Exz. v. K n o r r i n g , die Künstler^ schäft mit dem Vorsitzenden des Deutschen Künstlerbundes, Gras Leopold v Kalckreuth. Geh. Rat Röm Held eröffnete tm Namen des Großherzogs die Ausstellung und lud zu einer Be- sichügung der Ausstellung ein. . Tie Ausstellung scheint, soweit nach einem ftuckstigen Rundgang geurteilt »verden kann, die bedeutendste zu sein, .die der Deutsche Künstlerbund bisher veranstaltet hat. Sie ist in ihrer Gesamtheit außerordentlich anregend und interessant, wctl sie ein umfassendes Bild von allen modernen Kumtitrömungen gibt, freilich enthält sic neben Genialen! und Schönem auch vieles!, was Widerspruch und schärfste Kritik herausfordert. Es darf aber mit Befriedigung festgestellt werden, daß das wirklich Gute und Schöne start überwiegt. Bon der Reichhaltigkeit der Ausstellung, die nur Gemälde und Plastik umfaßt, mag die Tatsache zeugen, daß an den etwa 500 ausgestellten Werken 243 Künstler beteiligt sind; recht erfreulich ist der Reichtum an guter Plastik Bei einem nickt geringen Teil der ausstcllenden Künstler ist ohne Frage das Können weit hinter dcnl Wollen zurückgeblieben, aber einige von ihnen sind 'mit Werken von wunderbarer Schönheit vertreten. Vor allen ist Franz v. Stück zu nennen, dessen herrliche Salome und die kleine Aphrodite Kallipygos allgemein entzücken. Richt immer einverstanden sein kann man mit der Auffassung, in der Lovis Corinth den Kieper gibt, aber ferne ganze Komposition und Malweise sind ungemein charaktertsttsch und fesselnd. Auch die Plastik bietet mancherlei reizvolle Aktbi der Gleich im Mittelpunkt des ersten Saales nt ein von Alfred Sohn-Rethel m eigener Auffassung ausgeführtes Bildnis Roosevelt über Welttullur. Der gestrige Vortrag Roosevelts in der Aula der Berliner Universität >vird schwerlich dargetan haben, daß ein so außerordentlicher Aufwand beim Empfang und Besuch oieses Privatmannes nötig war. Er hat uns nichts Neues gesagt, und wenn wir zugeben, daß seine Gedankengänge fesselnd und anregend sind, so brauchen wir doch diese rednerische Leistung keineswegs als eine kulturhistorische Großtat anhuschlagen und anzustaunen. Es wäre schlimm, wenn wir in Deutschland keine Rkänner mehr hätten, die ebenso aus dem Staub der wissenschaftlichen .Kleinarbeit und der Tagesstreitigkeiten ben Blick HU umfassenden Bc- krachtungeii aufwärts richten könnten. Vielleicht geschieht dies bei uns zu wenig, und dann hat uns der weltmännische Jlmcrilancr mit seinen Seiten hieb en auf schroffe Arroganz und dogmatische Intoleranz mancher Männer der Wissen- ichaft in der Tat etwas Nutzbringendes gegeben. Aber sollen wir die Roosevelt'schen philosophischen Streifzüge außerdem noch besonders bewerten, weil es ein Frem- ber ist, der sie unternimmt? Roosevelt hat wissenschaftlich nichts Greifbares vorgebracht, logisch sind feine Erörterungen luftig und allzu sprunghaft; so plaudert ein weitgereister und vielfach interessierter, geistig begabter Mann >on reicher Erfahrung am Kaminfeuer, indem er sich be- inühl, die großen Zusammenhänge wieder vvrs Auge zu bannen. £b solche Reden des früheren Präsidenten das ganze Wesen des Mannes ausmachen, steht jedoch dahin. 2rine lirerarischen Erzeugnisse bieten andere Bilder. Doch was er uns gestern gesagt hat, besonders in seinen Schluß - l"ofgerungen, ist richtig, und die Ziele, auf die er hinweist, sind trotz aller gar 'zu äußerlicher Betrachtung der neuen „Weltlültur" des Beifalls wert. Fn Paris hat er r-en Gedanken, daß man zuerst ein guter Bürger des eigenen Landes, und erst bann ein Weltbürger sein dürfe, schon einmal ausgesprochen. Roosevelt hat auch den Deutschen rinige kleine Lobzuckerplätzchen mitgebracht. Seine ethischen Staatstheorien sind gut und interessant, aber da der ilrHeber immer wieder ganz im allgemeinen reale Not- :nenbiglcitcn durchschimmern läßt — in der Friedensfrage B. die Ralionaladwehr gegen alle Unbilligkeit — ,so Uyimt alles darauf an, wie ein solcher Staatsmann seine Grundsätze in die Wirklichkeit umzusetzen weiß. Bon Roose- nelt weiß man, daß er stets ein Mann guter Worte ge- ipefen ist, der aber im Hinblick auf seine wirklichen Leistungen das Lob nicht immer verdient hat, das ihm der Rektor der Berliner Universität und die amtlichen Begrüßungen gespendet haben, daß er nämlich die ethischen Mächte'des Gewissens allezeit als Leitsterne vor sich gehabt hätte. Dazu ist Roosevelt viel zu sehr der Mann her großen Menge, der Götzendiener feiner eigenen Triumphe. Berlin, 12 Mai. Um 111/2 Uhr begann die Feierlichkeit zu Ehren Roosevelts in der Aul a der U niv er si- tat Zu Seiten des Katheders nahmen der Senat und der Lehrkörper der Universität Platz, davor die geladenen Gäste, sowie die Studentenschaft. Unter den Gästen befanden sich der Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg, Kultusminister ü. Trott zu Sols, der amerikanische Botschafter Hill, die Witwe des Botschafters Frhrn. Speck von Stemburg, Reichs- tagspräsident Graf Schwerin-Löwitz, Staatsminister a. D. .j/Stubt u. a. Roosevelt würbe von bent ältesten Dekan eingeführt, worauf er bei ben Professoren Platz nahm. Gegen Schluß ber Hymne betraten, geführt vom Rektor Geheimrat Schmibt, ber einen ge- gestickten Purpurmantel und einen Degen trug, die M a 1 e |‘t ä t e n und die sonstigen Fürstlichkeiten, die Aula. Rach einer Begrüßung des Rektors an die kaiserlichen Gäste und Roosevelt trat Roosevelt vor und hielt vom i.scher Sprache: *3d) begrüße mit großer Freude die Gelegenheit, vor bei Universität von Berlin in dem Jahr, in dem ite das erste Jahrhundert ihres Bestehens abschließt, eine Ansprache halten zu dürfen. Es ist für Sie in der alten Welt schwer, bic Genihle eines Mannes, der von einer noch im Werden begriffenen Ration in ein Land mit einer in unvordenkliche Zeiten zurückreichenden Vergangenheit kommt, zu verstehen; und das ist besonders der Fall, wenn dieses Land, mit seiner alten Geschichte hinter sich, bennod) voll stolzen Vertrauens in die Zukunst blickt und in der Gegenwart all die überschäumende Kraft froher Jugend zeigt. Tas ist der Fall mit Deutschland. In dieses Land komme ich als Angehöriger eines inngen Volkes, das mit jeder der großen Nationen des mittleren und westlichen Europas blutsverwandt und doch wieder von jeder verschieden ist; das von jeder viel ererbt oder erworben hat, aber dock) jede Erbschaft und jede Erwerbung in etwas Neues und Fremdes verändert und entwickelt. Der deutsche Anteil an unserm Blut ist groß, denn fast von Anbeginn an ist das deutsche Element unter den einander folgenden Wogen von Ankömmlingen groß gewesen; und ich selbst führe meine Abstammung auf jenen Zweig der Niederdeutschen zurück, der Holland aus der Nordsee empor gehoben hat. Und noch mehr, wir haben von ihnen nicht nur einen groben Teil des Blutes, das durch unsere Adern rinnt, entnommen, «sondern auch einen großen ^,eu der Gedankenwelt, durch die unsere Denkarbeit bestimmt wird. Generationen amerikanischer Studenten sind zu Ihren Unwersi- täten gezogen, und dank.der vorausschaucnden Weisheit Seiner Majestät des gegenwärtigen Kaisers ist das innige und freund- schastliche Verhältnis zwischen beiden Ländern jetzt in jeder Beziehung enger, als es je zuvor war. Deutschland ist ganz besonderstem Land, in dem tue Welt- kultur-Bewegung von heute in «all ihren vielfachen Erscheinungsformen deutlich sichtbar wird. Die ersten Kulturen, von denen wir unzweideutige Zeugnisse besitzen, waren die, die in Mesopotamien und im Niltal etwa vor sechs- oder achttausend Jahren entstanden. Der Fall der Juden war ziemlich exzeptionell. Sie bildeten ein kleines Volk von kaum größerer Bedeutung als bic Schwesternationen der Moabiter und der Leute von Damaskus, bis alle drei samt den anderen kleinen Staaten desselben Landstrichs amter das Joch der Fremdherrschaft kamen. Dieses überlebten ibie Juden, während die Stammcsgenossen utntergingen. Auf geiftigem Gebiet steuerten sic eine Religion bei, .die der stärkste aller Faktoren in der Einwirkung auf die weitere Entwicklung der Menschheit gewesen ist, aber teilt anderer Beitrag der Juden kann sich mit dem messen, was uns die Griechen und Römer hinterlassen haben. Die griechisch-römische Welt erlebte eine bei weitem glänzendere, mannigfachere und intensivere «Kultur, als irgend eine ihrer Vorgängerinnen besessen hatte, und zwar eine, die einen bedeutend größeren Teil der Erdoberfläche umfaßte. Zum erstenmal begann da etwas, was wenigstens eine Weltbewegung in dem Sinn iandeulete, daß es einen erheblichen Teil der Erdoberfläche betraf. Von dieser Breite und Mannig- s a l t i g k e i t intellektueller Betätigung und ^allgemeiner Kenntnis hatte man früher nichts gewußt; und zum ersten Male begegnen wir den großen geistigen Führern, Philosophen und Schriftstellern, deren Werke einen Teil.dessen bilden, was in der heutigen Geisteswelt am höchsten gilt, b-eren Werke heute noch so lebendig sind wie zur Zeit ihres Erscheinens. In mancher Hinsicht übertraf bas Mittelalter aus dem einfachen Grunde, daß es «christlich war, die glänzende heidnische Kultur der Vergangenheit; und es gibt einige Punkte, in denen die nachfolgende Kultur unter das Niveau des Zeitalters gefallen ist, das so gewaltige Meisterwerke der Dichtkunst, der, Architektur — ganz besonders der Kirchenarchitektur — und so erhabene Leistungen geistlicher und kraftvoller weltlicher Führerschaft hervorgebracht hat. Aber es waren trotzdem Jahrhunderte voll roher Gewalt, Raubes und grausamer Rechtspflege, und die Wahrheit galt so wenig, daß die edlen und kühnen Geister, die ihr nad>» spürten, namentlich auf wissenschaftlichem Gebiet, dies mit stetem Bangen vor Rad und Scheiterhaufen taten. Endlich, vor etwas über.vierhundert Jahren, wurde die unterbrochene Bewegung in der Richtung auf eine W e l t k u l t u r von neuem ausgenommen. Der Beginn dieser neuen Bewegung kann als ungefähr mit der Erfindung der Buchdruckerkunst und des Großherzogs ausgestellt, daneben sehen wir eine FrühlingKstim- mung von Hübner, an anderer Stelle leuchtet uns C. B a n tz e r mit einem lichten, entzückenden „Familienbild" entgegen u. gegenüber sehen wir das prächtige, sonnige Werk von Otto Höger- Weimar, für das dem jungen Künstler der Villa-Rvmana-Preis zu teil rourbe. Ludwig 0. Hofmann bringt „Schwärmende Mänaden" und ein Bild der Küste von Sorrent, Graf K a l ck - reutb erfreut uns mit zwei Landschaftsbildern und dem großzügig durchgeführten Bildnis einer Dame. Van Max Liebermann ist sein schon bekanntes Selbstporträt, Wolfgang Merkel- München eine Porträtgruppe „Anatomie", L a m - brccht-München „Birken int Schnee", Leo König-Berlin eine hübsche Szene beim „Lesen der Zeitung". Tie Münchener Se'.elston ist durch Stück,Haberman n, G röber, Pietz sch Münzer, Leo Pütz u. a. vertreten. Tie Stuttgarter weisen Prof. v. Haug, Adolf Hölzel, Alfted Schmidt und P ö tz e l - berg er, die Karlsruher Wilh. Trübner, Hans v. Bolk- mann. Hellwag , Ludwig Will, die Berliner Max L i e b e r - mann, Eorinth, Slevogt, Emil Orlik, Max Beckmann, die Worpsweder Otto M 0 ders ? ' n , Heinr. Vogler, Mackensen, Karl V i e m a n auf. Aus du hessischen Künstler werden wir noch näher zurückkommen. Männern der Wissenschaft erörtert worden ist. Eine der H a u p t g e f a b r c n d c r iK u l t n r ist stets ihre Tendenz gewesen, den Verlust an männlichen Kampfeigenschaften, an Kampflust herbeizusühren. Wenn die Leute zu bequem werden und ein zu luxuriöses Leben führen, so ist immer die Gefahr vorhanden, daß diese Verweichlichung sich wie eine Säure in die Mannessiber einsrißt. Ich will nun nicht behaupten, daß die moderne zivilisierte Gesellschaft diese Tendenzen vollständig unterdrückt hat, aber ihre Unterdrückung ist mit sehr viel größerem Erfolg versucht worden, als unter den alten Kulturen. Allmählich ist bis heute im wesentlichen jede Armee eine aus Landeskindern geworden und der Söldner fast ganz verschwunden. Ein anderer starker Gegensatz zwischen dem Lauf der Ent-» Wicklung moderner Kultur im Vergleich mit den späteren Stadien der griechisch-römischen oder klassischen Kultur ist in den Beziehungen zwischen Reichtum und Politik zu finden. In den klassischen Zeiten, als .sich die Kultur ihrem Höhepunkt näherte, wurde die Politik ein anerkanntes Mittel zur Erwerbung großer Reichtümer. Cäsar stand immer wieder am Rande des Ban- kerotts; er gab ein enormes Vermögen aus und entschädigte sich dafür durch das Geld, das er durch seine politische Laufbahn, erwarb. Augustus stellte das römische Kaiserreich auf feste Grundlagen mit dem riesigen Verniögen, das er durch Plündern erworben hatte. Was für einen Gegensatz bietet hierzu die Laufbahn eines Washington und Lincoln! Allgemein gesprochen, kann heute Reichtum das öffentliche Leben stark beeinflussen, aber er wird nicht mehr im öffentlichen Leben erworben. Aber aut meisten fällt doch die Tatsache in die Augen, daß in Bezug auf geographische Ausbreitung, die Mannigfaltigkeit der Interessen und die äußerste Schnelligkeit der Bewegung die heutige Kultur mit nichts verglichen werden kann, was vor ihr war. Sie ist jetzt buchstäblich eine Weltbewegung geworden, und diese Bewegung wird immer schneller und unterwirft sich immer neue GÄiete. Wir haben vollständige Gewissensfreiheit etabliert und als Folge davon vollständige Freiheit geistiger Betätigung. Alle freien und wagemutigen Seelen haben ein i)'o ziemlich unbegrenztes Feld für Bestrebungen jeder Art vor sich. Ich persönlich glaube nicht, daß unsere Kultm: untergehen wird. Ich glaube, daß wir im ganzen besser und nicht schlimmer geworden sind. Ich glaube, daß im ganzen die Zukunft für uns noch mehr sogar enthält, als die große Vergangenheit für uns enthalten hat. Aber sicherlich werden sich die goldenen Ruhmcs- treume der Zukunft nicht erfüllen, wenn wir sie nicht mit hochgemutem Herzen und mit starker Hand, durch unser eigenes tatkräftiges Handeln zur Erfüllung bringen. Wir können es uns nidjt erlauben, eine besondere Reihe von Eigenschaften, eine besondere Reihe von Betätigungen zu entwickeln und dafür andre, gleich wichtige verschwinden zu sehen. Wir bcdürsen vieler Eigenschaften, wenn wir unser Werk gut tun wollen. Wir bedürfen zuerst derjenigen Eigenschaften, auf deren das Leben des Individuums, der Familie beruht — der h ausb ackenen, alltäglichen, allgemein wichtigsten Tugenden Aber diese Eigenschaften reichen nicht aus. Es muß jene Orgonisations- Ferdinands des Katholischen und Iwans des Schrecklichen über alle Ozeane und alle Kontinente erstreckt. An emigen Stellen ind die Eroberungen ethnologischer Natur gewesen, d. Y. es hat eine Völkerwanderung statlgefunden und neue Staaten sind entstanden, deren Bevölkerung ganz oder hauptsächlich von europäischem Blut abstammt. An anderen Stellen ist die Erobcnmg rein politisch gewesen, endlich zeigen sich hier und da Bcispielc dafür, daß eine Eroberung überhaupt nicht stattgefundcn bat, sondern daß ein fremdes Volkk durch die bloße Einfuhr von westlicher Kultur gründlich und vollständig verändert worden ist. Das außcrordentlichste Beispiel hierfür ist natürlich ^apan, denn Japans Wachstum und Umwandlung während des lebten halben Jahrhunderts ist nach vieler Hinsicht die ausfallendste Erscheinilng der gesamten Geschichte. । Stolz auf die Geschichte seiner Vergangenheit, tief ergeben gewissen Ueb erlief ertrug en feiner Vergangenheit, bat es sich mit einem einzigen Ruck von allen alten Fesseln befreit und mit einem Sprung Ieinen Platz unter den führenden Kultnrnationen >der Menschheit eingenommen. Ungefähr im Jahre 150 veröffentlichte der Geograph Ptolc- maus eine Karte von Zentralafrika und den Rilquellen, und diese Karte war genauer, als irgend eine andere, die wir bis zum Jahre 1850 besaßen. In den Tagen des Plinius wußte man mehr von der Physik und kam man durch Vennutungen der Wahrheit über physikalische Erscheinungen näher, als bis zum Beginn der modernen Bewegung. Dieselbe Erscheinung trifft auch Tür bic Kriegswissenschaft zu. Am Ende des Mfttelalters waren die Waffen dieselben, die sie immer gewesen waren: Schwert, Schild, Bogen und Speer, und jede Verbesserung wurde mehr als wett gemacht durch die Einbuße an militärischem Wissen, an Irtegc- rischer Organisation und an Eigenschaften militärischer Führung seit den Tagen Hannibals 'und Eäsars. Vor hundert Jahren, zur Zeit der Gründung dieser Universität, unterschieden sich die Trans- porttnittel im wesentlichen nicht von dem, was sie unter ben' hochzivilisierten Völkern des Altertums gewesen waren. Es gab viele Gegenden (ftiropas, wo die Wege sicherlich schlechter waren, als die alten römischen Poftstraßen, und das Mittclmeer erfreute sich z. B. keinesfalls einer so vortrefflichen Secpolizei wie zu den Zeiten Trajans. Heute chabcn Dampf und Elektrizität einen vollständigen Umschwung herbeigesührt, und die sich daraus ergebende unendlich erhöhte Leichtigkeit bes Verkehrs hat wiederum einen vollständigen Wechsel auf allen physischen Gebieten des menschlichen Lebens hervorgebracht. In mancher vitaler Hinsicht unterscheidet sich die moderne Riesenstadt mehr von allen früheren Städten, als sich diese Untereinander unterschieden, und die gigantische Fabrikstadt bildet aus und in sich selbst eins der furcht barsten Probleme des modernen Lebens. Dio Fortschritte int Bereich des reinen Intellekts sind von gleicher Bedeutung gewesen, und sie waren sowohl intensiv wie extensiv. Große jungfräuliche Gebiete ber Kenntnis und des Wissens sind entdeckt worden: zur selben Zeit ist die Bildmig der Massen in einem früher ungeahnten Maße verbreitet worden. '-Bilbuna, Luxus und Raffinement, große materielle Güter, großer Landbesitz, Zunahme in der Meistermig mechanischer Hilfsmittel und angewandter Wissenschaft — das sind alles Kennzcichcn unserer Kultur, wie sie Kennzeichen der wundervollen Kultur waren, die vor zwanzig Jahrhunderten an den Gestaden des Mittelmcers blühte, und sie gingen dem Zusammenbruch der älteren Kultur voraus. Doch auch die Unterschiede sind zahlreich. Die einzige Tatsache allein, daß die alte Kultur auf Sklaverei basierte, zeigt die weite Kluft, die zwischen beiden gähnt. Lassen Sie mich nock) einen anderen und sehr bedeutenden Unterschied in der Entwicklung der beiden Kulturen liervorheben, einen Unterschiü), der so klar ist, daß es erstaunlich ist,' daß er noch nicht Don Schumann (1. komische Alte) vom Stadttheater in Bern, Here Karl Melzer (1. Tenorpartien) vom Stadttheater in Lübeck, Herr I. Fcry von Wien und Herr Erich Schönfelder (drastischer Komiker) vom Stadttheater in Mülhausen. Herr K. Traloiv und Frl. Schroth vom Hoftheater in Oldenburg werden möglicherweise auch in ersten Partien auftrcten. Das Arrangement der Tänze und Balletteinlagen liegt in Händen der graziösen holländischen Ballettmeisterin Anny van der Veer. ** 2 a m m l u n g d e r F l u r n a m c n. An der auf An regen der „Hessischen Vereinigung für Volkskunde" unternommenen Sammlung der Flurnamen im Großherzog tum Hessen arbeiten allein in Obcrhc s s e n zurzeit über SO Herren, die aus den öerfd)4cöenftcn Kreisen kommen Forstleute, Geometer, Lehrer, Oberlehrer, Pfarrer, Land wirte, Gerichtsbeamte, Aerzte und Referendare. Die Kreise Lauterbach, Büdingen und Gießen sind schon zum größten Teile vergeben. Zn den Kreisen -schotten, Alsfeld und Friedberg dagegen haben sich in manchen Dörfern und Heinen Städten noch keine Bearbeiter gefunden. Und doch ist die Arbeit nicht« schwer und für die Geschichte der Heimat überaus fruchtbar. Für manche Dörfer und Orte fehlt cs ja an schriftlichen Ueberlieferungen ans der Vorzeit fast ganz: da reden eben die Fluren, die Gelnannamen. Wer einen Ueberblick über das Gebiet bekommen will, lape sich von Pfarrer Schulte-Großen-Linden das Werbehest schicken, das über Zweck, Wert und Art der Arbeit genaue Auskunft gibt. Es wird umsonst an alle Interessenten abgegeben. '* Sie S0an( für Handel und Industrie, Niederlassung (Siegen, schließt am Pfingstsamslag ihre Kaffen bereits um 2 Uhr. (S. Anzeigenteil). •• Urlaub. Gestern wurden unsere 116er in den Psingsturlaub geschickt, von wo sie am 18. d§. Mt§. abends zurück sein müssen. "Der als vermißt Gemeldete heißt nicht Ball- mann, wie es in der gestrigen Nummer hieß, sondern B o l l in a n n. 4± Bad-Nauheim, 12. Mai. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde beschlossen, die hier noch bestehende G em e i n d e - S ch äse re i auch ferner beizubehalten, wohl bis zur Durchführung der Feldbereinigung. — Für die durch Neueinrichtung von Klassen bedingte Anschaffung von Mobiliargegenständen für die Volksschule wurde ein größerer Betrag bewilligt, ebenso für die Einfriedigung des großen Platzes vor der Stadtschule. — Für den im September hier stattfindenden Allgemeinen Deutschen Genossenschaftstag wurde von der Versammlung eine Doputation gewählt, die sich aus drei Stadtverordneten zusammensetzt. L. Friedberg, 12. Mai. Der Detaillisten - Verein hielt gestern abend eine sehr gut besuchte Versammlung ab, zu der sämtliche Friedberger Geschäftsinhaber geladen und auch größtenteils erschienen waren. In ruhiger sachlicher Weise besprach die Versammlung den neu gegründeten Konsum v e r e i n „Beam tenvere inigung" und beschloß, in allen Fragen dem Konsumverein wohlwollend, aber geschlossen gegenüberzutreten. — Der Vorstand der E v. Vereinigung hat zum Bau eines Vereinshauses als erste Spende 100 Mk. gegeben. 6. Mainz, 12. Mai. Ter Fabrikant Hch. Swinget aus Nauheim, auf den am 8. April in seinem Bureau von außen ein Schuß abgegeben wurde und dec schwer tm Rücken verletzt worden war, ist heute als vollständig geheilt aus dem Rochushospital entlassen worden. kraft hinzukvmmen, jene Fähigkeit, gemeinsam zu einem gemeinsamen Ziele hinzuarbciten, welche das deutsche Volk im letzten halben Zahrhuiidertinsohervorragender Weise gezeigt hat. Außerdem aber, die Nahrung des Geistes ist noch wichtiger als die des Leibes. Wir können wobt ohne die schroffe Intoleranz und fruchtlose intellektuelle Verflachung aus- kommen, die die theologisch 'n Systeme der Vergangenheit aus- füllten, aber nie ist ein größeres Verlangen nach höbe nt und feinem religiösen Gefühl notwendig gewesen, als zur heutigen Zeit. So, währeird wir gutlannig über einige Prätentionen der modernen Philosophie in ihren verschiedenen Zweigen lachen können, würde cs mehr als töricht sein, unsererseits unser Bedürfnis nach geistiger Führerschaft zu igno rieren. Ihr eigener großer Friedrich sagte einst, wenn er eine Provinz bestrafen wollte, so würde er sic von Philosophen regieren lassen: der Spott halte ein Element der Gerechtigkeit in sich: und dock tonnte keiner besser als der große Friedrich den Wert der Philosophen, den Wert der Männer der Wissenschaft, der Schriftsteller, der Künstler. Es würde in der Tat wenig einpfehlensweir sein, Tolstoi als Führer in sozialen Fragen und in solchen der Moral anzunehmen; aber es wäre in der Tat schlimm, keinen Tolstoi zu besitzen oder nicht von der erhabenen Seite seiner Lehren zu profitieren. Es gibt genug Männer der Wissenschaft, deren schroffe Arroganz, deren zynischer Materialismus, dcreii dogmatisch- Intoleranz sic auf dieselbe Stufe mit den bigotten Kirch entehren des Mittelalters stellen, die sie verurteilen. Und doch ist unsere Tankesschuld an die Männer der Wissenschaft unberechenbar, und unsere heutige Kultur wäre all dessen beraubt, was sie am höchsten auszeichnet, wenn die Arbeit der großen Meister der Wissenschaft der letzten vier Jahrhunderte ungeschehen oder vergessen wäre. Nie haben Philanthropie und Humanität eine folic Entwicklung wie heute gesehen und nur auf den Linien, die von PhilaMhcopcn, von Menschenfreunden nicdergelcgt worden sind, können wir sicher fein, unsere Kultur aui eine höhere und dauernde Grundlage des Gedeihens zu bringen. Ein ungerechter Krieg ist zu verabscheuen: aber wehe der Nation, die sich nicht bereit hält, sich in Zeiten der Not gegen alle zu behaupten, die ihr schaden: wollen, und dreimal wehe der Nation, in der der Durchschnittsmann den Kainpfesmut verliert, die Kraft, als Soldat zu dienen, wenn der Tag der Not Ijerantommen sollte. Schließlich sollte diese Shilturbcroegung der Well, diese Bewegung, deren Pulsschlag jetzt in jedem Winkel der Erde gefühlt wird, die Völker zufammen bringen, während sie doch im Einzel- hürger jene Vaterlandsliebe unberührt läßt, die im gegenwärtigen Stadium des Weltfortschritts wesentlich für das Gedeihen der Welt ist. Sic, meine Hörer, und ich gehören verschiedenen Nalioneii an. Unter modernen Verhältnissen dienen die Bücher, die wir lesen, die Nachrichten, die wir unfern Zeitungen telegraphieren, die Fremden, die wir treffen, die Halste der Dinge, die wir jeden Tag sehen und tun — alles das dient dazu, uns mit andern Völkern tn Berührung zu bringen. Jedes Volk kann sich selbst nur dann Gerechtigkeit widerfahren lassen, wenn es gegen andre gerecht ist: aber jedes Volk kann nur dann sein Teil an der Kulturbewegung der Welt beitragen, wenn es zunächst seine Pflicht in seinem eigenen Haushalt erfüllt. Der gute Bürger muß zuerst ein guter Bürger seines eigenen Landes sein, ehe er mit Vorteil ein Bürger der ganzen Welt 'werden kann. Ich wünsche Ihnen Gutes. Ich glaube an Sie und Ihre Zukunft. Ich bewundere und staune an die außerordentliche Größe und Mannigfaltigkeit Ihrer Errungenschaften auf so weiten und so vielen Gebieten: und meine Bewunderung und meine Anteilnahme sind um so größer, weil ick so fest an die Einrichtungen und an das Volk meines eigenen Vaterlandes glaube. Stürmischer Beifall, Trampeln und Händeklatschen belohnten Roosevelt. Dann hielt der Dekan der philosophischen Fakultät eine Ansprache an Roosevelt, von Humor getragen. Die Fakultät ehre in Roosevelt den geschichtlichen und naturlvissenschaftlichen Sinn. Er sei Demolrat vom reinsten Wasser und doch habe sein leuchtendes Auge gezeigt, daß er unseren Kai er liebe und verehre. Vor allem ehre die Fakultät in Roosevelt den Willen zur Wahrheit, den der Doktoreid betone. In lateinischer Sprache folgte durch den Dekan dann die Promotion Roosevelts zum Doktor honoris causa. Der Rektor brachte ein dreifaches Hoch auf die Majestäten aus. Die Ehrungen für die Majestäten unb Roosevelt setzten sich draußen fort. B e r l i i,i, 12. Mai. Staatssekretär Frhr. v. Schoen gibt heute ein Frühstück in kleinem Kreise, zu welchem Roosevelt und der amerikanische Botschafter mit ihren Familien geladen sind. Zu dem Diner, das der Reichskanzler zu Ehren Roosevelts gibt, sind außer diesem und seinem Sohne folgende Herren geladen: Botschafter Dr. Hill; die Staatsminister Dr. Delbrück, v. Tirpitz und Freiherr von Rheinbaben; die Staatssekretäre Dernburg und Freiherr v. Schoen: ferner Graf Henckel, Fürst von Donnersmart, Gras Zeppelin, Großadmiral v. Köster, Generaldirektor Dr. Ballin, Legationsrat Krupp v. Bohlen und Halbach, Generaldirektor Dr. Emil RathenaU, Baukdirektor v. Gwinner, die Präsidenten der Parlamente, Graf von Schwerin-Löwitz, von Kröcher und Freiherr v. Manteuffel, Universitätsdirektor Geh. Rat Dr. Erich Schmidt, Staatsminister Graf v. Zcd- litz-Trützschler, königlich bayerischer Gesandter Graf von Lerchenfeld, Oberbürgermeister Kirschner, Direktor Heineken, Geh. Rat Professor Dr. Robert Koch, Chef des Generat- stabs v. Moltke und Gesandter Bünz. Berlin, 12. Mai. Bei beni Diner, das der Reichskanzler heute abend zu Ehren Roosevelts gab, kam eine sehr lebhafte Unterhaltung in Gang. Roosevelt führte nicht nur mit dem Reichskanzler ein angeregtes Gespräch, sondern auch mit seinem Nachbarn zur Rechten, Staatssekretär von Tirpitz. Kurz nach 1410 Uhr begab sich die Gesellschaft nach den oberen Räumen, wohin der Reichskanzler zu Ehren des Gastes ungefähr 80 Einladungen hatte ergehen lassen. Roosevelt verweilte bis 10V4 Uhr unter den Gästen des Kanzlers, v.on denen er sich dann herzlich verabschiedete. Die übrigen Gäste weilten noch lange in anregender Unterhaltung zusammen. Die letzten Gäste verließen erst gegen Mitternacht das Reichskanzlerpalais. Die Unruhen in China. Die Nachrichten über schwere Unruhen in China werden von der Liebenzeller Mission bestätigt. Es geht aus den Meldungen, drc dorthin gelangt sind, hervor, daß cs sich um sehr ernste Vorgänge^ handelt, die von weiteren Folgen begleitet sein können Stuttgart, 12. Mai. Zu der Meldung des Reuterschen Bureaus über den Ausbruch von Unruhen in Pucnchau erfahren wir daß auch bei der L i c b c n z c l l c r Mission in Liebenzell ein Telegramm cingetrossen ist, daß in Puenchau Unruhen ausgebrochen sind, doch sehlcn auch hier Einzelheiten. Die Missionsstation Pucnchau steht unter der Leitung der Missionare Witte und Witt: außerdem befinden sich noch zwei Miffionarinucn dort. Weiter ging der Liebenzellcr Mission in Liebenzell ein Telegramm zu, wonach in Changsha fast alle Mifsions- st a t i 0 n e n zerstört und verbrannt wurden; auch i>ic englische wurde von diesem Schicksal betroffen. Die Lieben- zcller Missionsstation jedoch, die sich außerhalb Changsha befindet, wurde nur a u s g e p l ü n d c r t und zerstört, doch wurde sie nach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten nicht niedcrgebrannt. Die drei in Changsha bcsiudlichen Missionsschulen blieben eigentüniüdierrocüi? stehen. Von den drei Schulen gehört eine der englischen .China-Inlandmission, die beiden anderen gehören loHfiigen Missionen. Alle Missionare mußten flüchtci und gingen zum Teil nach Hankou. Missionar Hollenweg von der Liebenzeller China-Inlandmission und Dr. Keller voi der cnglifchen Mission blieben zurück und übermittelten die vor liegenden Nachrichten: sie verweilen etwa 15 Kilometer unterbot! Choiibsha aus einem Schisse, um dort abzuwarten, was evenlucl für die Christen getan werden könnte. Deutsches Aeich. Der Bundesrat erteilte den Gesetzentwürfen betr die Zuständigkeit des Reichsgerichts, der Aenderung bei Rechtsanwälte«.dm na, dem Gesetzentwurf zur Aus.ührunc der revidierten Berner Uevereinkunft zum Schutze der Werk, der Literatur usw. seine Zustimmung. Angenommen wur den ferner die Vorlagen betr. Ausführungsbeitimmungce zum Wechselstempelgefetz und betr. Erstattung zu viel erhobener Reichsstempelbeträge. Wir lesen in der „Poft" folgende Notiz: (Gegenüber einer Zeitungsnotiz wiedcrholcit mir, daß die bis herige Betriebsmittelgemermchaft dcr „Post" mit der „National Zeitung" auf Grund freundschaftlicher Ucbcreinfunrt am 1. Iut gelöst wird und daß unser Blatt von einem zahlreichen K 0 n - s 0 rtium von Freunden aus verschiedenen Teilen des Reichc- felb ständig weitergeführt wird. Das Konfortium, den übrigens zufällig Industrielle nickt angeboren, wird die „Post' genau auf dem bisherigen nationalen Boden und ir verstärkter umfangreicherer Form roeiterfübren. Ausland. Aus London wird gemeldet: Etwa 120 Mitglieder de- britischen Parlamentes, ein großer Teil der Liberaler und 15 irische Nationalisten, richteten an die Duma zwe Schreiben, in denen sie die gcvlante Beschränkung bei alten Freiheiten Finnlands scharf.verurteilen. Di« Absender betonen ausdrücklich, sie wünschten nicht, sich in dic inneren Angelegenbeiten Rußlands einzumischen; ' sie seien einzic von dem Wunsche beseelt, die günstigsten Bedingungen der eng^ lisch-rusfischen Freundschaft aufrecht zu erhalten. Jede Beeinträchtigung dcr konstitMionellen Regierung in Finnland müfft einen schmerzlichen Eindruck in «Großbritannien Hervorrufen. Auf der Regierungswerft in Brooklyn erfolgte in Gegen wart des Präsidenten Taft und einer glänzenden Festversamm lung der Stapellauf des größten amerikanischer Dreadnoughts, des 21000 Tonnen haltenden Schlacht schiffes „Florida". Brooklyn prangte im Flaggenschmuck. Di« Taufe wurde von Fräulein Elizabeth Fleming aus Jaksonvillc (Florida vollzogen. Eine Depesche aus Peking an den „Newyork Herald" besagt, daß alle russischen Konsuln in Korea sich nach S o e u l begeben, um eine Besprechung betreffend der bevorstehender D11 ne ftierung durch Japan abzuhalten. Dem Vemehmer nach ist die Konferenz durch die Forderung aus Petersburg veranlaßt worden, einen eingehenden Bericht einzusenden über bit im ganzen Lande herrschenden Verhältnisse, die dortige allgemeine Lage und insbesondere die Möglichkeit eines erneuten Aufstandes infolge der Annektierung. Zur hessischen Bauordnung. Wie uns-, mitgeteilt wird, sind sämtliche vor Herrn K ö h l e r-La n g s b o r s in Nummer 107 uut 109 bes Gießener Anzeigers mitgeteilten Situation^ vläne nicht allein den M a fe e 11 und der L a g e n a ch c n t st e l l t, sondern geben auch insofern ein vollständig falschesBild, als in ihnen ganze Gebäude und Gebäudeteile weg - gelassen sind, die in den cingc reichten Plänen eingezeichnet waren und gerade für die Frage der Notwendigkeit bet Brandmauern von entscheidender Bedeutung sind. Ern ft e Beurteiler werden sich daher vorsehen müssen, ob sie auf gründ eines derartig oberflächlich zusammengestelltcn Materials zu der Frage der Reforrnbedürstigkcit der Bauordnung Stellung nehmen wollen. Aus Stadt und Land. Gießen, 13. Mai 1910. * * Vom Gr0ßh. Hofe. Graf und Gräfin zu Dohna-Schlobitten sind am Mittwoch nachmittag in Darmstadt eingetroffen und haben im Neuen Palais Wohnung genommen. * * Trauerfeier für Staatsmini st er von Hofmann. Aus Berlin wird uns berichtet: Der gestern für den Staatsminister v. Hofmann abgehaltenen Trauer feier wohnten seitens des Staatsministeriums Geheimer Regierungsrat v. Eichmann und im Namen der hessischen Regierung der Gesandte von Gag er n bei. * * Ernannt wurde der Schreibgehilfe Ioh. Ernst Gebauer in Alsfeld zum Registrator bei dem Amtsgericht Alsfeld. " Aus dem Militär-Wochenblatt. Mueller, RechnunqSrat. Garn.-Vecivalt.-Direktor in Darmstadt, auf feinen Antrag mit Pension in den Ruhestand versetzt. •* Der KreiSrechnerverband hält am nächsten Mittwoch nachmittag seine Jahresversammlung im Cafe Ebel. ** Zigaretten st euer. Im Interesse der Leser, die mit Waren, die,der Zigarettensteuer unter.iegen, Handel treiben, machen wir auf die Bestimmung in § 15 des Ziga rettensteuergesetzes besonders aufmerksam, wonach der, der sicb gewerbsmäßig mit dem Berkaus von Zigaretten, Zigarettentabak, Zigarettenhülsen unb -Blättchen befaßen null, dies vorher der Steuerbehörde anzuzeigen hat. Die Anmeldung hat im Bezirk eines Steuerairttes bei diesem, im übrigen aber unmittelbar bei dem zuständigen Hauptsteueramt zu erfolgen. — Die Beachtung dürfte umso' mehr erforberlid) sein, als Zuwiderhanblungen gegen bie betreffenden gesetzlichen Vorschriften mit Strafen bis zu 300 Mark geahnbet werben. ** Musterschutz. Der Hofmöbelsabrik Th. Brück, Gießen, würbe vom Kaisers. Patentamt unter Nr. 420 681 unb Nr. 420 685 D. R. G. M. erteilt für Matratzen mit boppelter Hülle unb mit Polsterung versehener Sprungsebermatratze. ** Unter bent Zeichen «des K0meten. Welche Sorgen bas Kommen bes Kometen in manchen Köpfen hervorrust, geht aus nachstehender Briefkastenanfrage hervor, dic uns aus dem Leserkreis heute zuging: „Möchte bei Ihnen hierdurch Anfragen, was mit dem Geld, geschieht was auf Banken und Kassen ist, wemi am 18. ds. Mts. die Welt untergeht." Wir können dem besorgten Frager nur raten, daß er sich genau 11 Minuten vor dem Weltuntergang seine Guthaben non Banken iind Sparkassen zurückgebcu läßt, sich ein Luftschiff mietet und versucht, damit der Katastrophe zu entgehen. Heiterer fassen die Marburger Studenten den nahcndcn Kometen auf. Sic veranstalteten gestern einen nllhaften Umzug, „die Flucht vor dem Kometen" barstellend. Ein mit fröhlichen Zechbrüdern besetzter mit Pferden und Kühen befpannter Wagen, ein Efels- gcspann unb allerhand seltsame «Gestalten belebten den Zug, dessen Schluß zwei Teufel, dic den Kometen trugen, bildeten. •• ©ta btt l)ea ter. Außer Herrn Richard Heksing vom Oldenburger Hoftheater, der bei den Operetten-Gaslspiclen als Oberregiffcur und Charakterkomiker fungiert, wirten folgende erste Kräfte mit: Frl. Alma Walle (erste Soubrette) vom Stadttheatcr in Basel, Frl. Martha Werten (erste Gesangs- Partien), früher am Metropoltheatcr m Köln, Frl. Elly Der Sturm am Mittwoch abend. ** Gießen, 13. Mai Der Gewittersturm, der am Mittwoch abend in unserer Gegend hauste, hat, wie gestern sckwn mitgetcilt wurde, überall großen Schaden angerichtet. Namentlich dcr S t a b t iv a l d wurde arg mitgenommen, und wer auf dem alten Schifftnbcrgcr Weg nach dem Schiffenbcrg zu wandert, dem bietet sich ein trauriges Bild der Verwüstung. Schon gleich der S ch u tz st r c i s c n an ber Irrenanstalt ist übel zugcrichtet. Dutzende von Bäumen sind glatt umgeworsen worden und ein sehr großer Teil ist in ein paar Meter Höhe abgebrochen, so daß nut noch die Stümpfe Heben. Vor dem noch im Ban begriffenen Teil, desfcn stark vergitterten Fenster den Eindruck eines Gefängnisses machen, ist saft kein Baum verschont geblieben. Die Warnungen, dic der (4eh. Fvrstrat W i m m c n a u c r s. Z. erhob, haben sich nun als vollständig berechtigt crwftsen, unb cs wird wohl iwckmals auf die Streitfrage um den Schutzstreifen zurückzukomnren sein. Der Sturm hat natürlich da am fchlimmstim gehäuft, wo er die besten Angriffsflächen fand, und so find cs denn meistens die schönsten und stärksten Bäume, die ihm zum Opfer gefallen sind. Zwischen der zweiten und dritten Schneise liegen auf Ser linken ^>citc des Weges, etwa 50 Däeter im Walde, an zwanzig prächtige Bäume wirr burcheinander, ein anderer Teil wurde tm - ‘ür neue praktische und jtwlnnbf msenae Der TelailUsjen, ■ gut besuchte 'Seqamr- Geschäftsinhaber gelabe n- In ruhiger sachliche 1 neu gegründeten Kot ung" und beschloß, lwollcnd, aber ^schlos'- dec Ev. Perecnigu: 18 erste Spende 100 ? 173 500 26 000 60 60 10 100 11600 100 500 440 1 100 Gröhes Grubenunglück. Ein neues Grubenunglück, eine Explosion schlagender Wetter, die allem Anschein nach schwerwiegende Folgen haben wird, hat sich bei Whitehaven in der Graschaft Cumberland ereignet. Tie Zahl der in der Grube ein- geschlossenen Arbeiter soll weit über hundert betragen und seither sind erst vier gerettet worden, lieber bav Schicksal der anderen Arbeiter ist man vollständig im Ungewissen. Seither sind folgende Drahtnachrichten eingegangen: Manchester, 12. Mai. „Evening Ehroniclc" meldet, daß in einer Kohlengrube bei Whctehaven gestern abend eine Explosion ftattgcfundcn hat. 136 Mann befanden sich in der Grube. Tie Rettungsmannschaften arbeiteten die ganze Rächt, förderten aber nur vier Mann zutage. Man bc|ürd)tet, daß die übrigen umgetommen sind. London, 12. Mai. Die Nachricht von dem Grubenunglück bei Whitehaven betätigt sich. Tre Rettungsmannschaften fahren fort in ihren Anstrengungen, sind jedoch bisher wegen des dichten Rauchs und infolge der weiten Entfernung der Unglücksstelle vom Schachierngang nicht imstande gewesen, zur llngiücksstelle oor^uöringen. London, 12. Mai. Nack) der letzten Alllldung sind fünf Körper aus der Kohlengrube in Wyüehaven gefordert worden. Der König sandte an die Besitzer der Grube ein Telegramm, in welchem er seiner großen Teilnahme an dem Unglück Ausdruck gibt und um weitere Atitteilungen bittet. i. Gemeindehaushalt eine recht erhebliche und vielfach ausschlaggebende Einnahmequelle. Für die Jagden des ganzen Landes berechnet sich nach der jährlichen Pacht ein Kapitalwert von 36l s Millionen Mark bei Annahme eines Zinsfußes von 4 Proz. und von 48'/, Millionen Mark bei 3 prozenliger Verzinsung. Der Jagdeigentümer hat daher ein lebhaftes Interesse, diesen Wert zu erhalten, weshalb es ihm beispielsweise auch nicht gleichgültig sein darf, ob seine Jagd nach weidmännischen Grundsätzen behandelt, gehegt und gepflegt wird oder nicht. Es berbient dies bei Jagdverpachtungen voll beachtet zu toerben. Ter 1908 er Wildnand des Großherzogtums dürste gegen wie folgt zu veranschlagen sein: Gerichtsjaal. F.C Darmstadt, 12. Mai. Nach einer Entscheidung des Landgerichts Darmstadt gehören zu den nach § 811, o ber Zivil- . ozetzordirung bei Handwerkern zur persönlichen Fortsetzung ber 1 .roerbvtätigten unentbehrlichen Gegenstände auch sollt;« Werk- uge, die der foanbioerfct von dem Standpunkt einer enb rwlcitcn Icdnüf ans zur Ausübmig seines Berufes braucht. 9lad) insichi d^s Gerichte kann ess dem Handwerker nicht zugevrutet „erden, lief) enter anderen, weniger zweckmäßigen ober ausgie- i jgen Borrichtung z. B. statt einer Maschine sich der Handarbeit i. bedienen Bon dieser Ansicht ausgclnmd wurde eine Sohlen-- i'a lze, die zur Festigung der'Sohlen dient, als unpfänd- b ar dem Schuhmachergewerbe erklärt. F.E. Wiesbaden, 12. Nlln. Ern eigenartiges In-' 1 11 ä u nt Eonnic heute der hiesige 65 jährige Tagelöhner Peter noeberfe. r feiern, indem er zum 10 0. Male vor dem . t ras richt er stand. Das Strafregister Gocdeckers, der seit ...ihren cm steter Gast im hiesigen Gefängnis ist, weist in der Hauptsache gcajynbctc Beteidigmtgen und Betteleien aus. iDies-- rZal schimpfte er als er beim Betteln abgewiesen wurde, eine Tarne einen „alten Besen" und „alten Drachen". Wegen Beeidigung verurteilt? ihn das Schönengericht zu einem Mdnat fiesängnis und tvcgen Bettelns zu einer Woche Haft. Chemnitz, 12. Mai. 'Xcr 21 jährige Handlungsgehilfe u rd barbt, der am 2. ^Närz den 75 jährigen Kassenboten 2-oerfel int Hausflur eines BMtklurnses am RooSmarkt durch ei neu Schlag auf den Kops scküver verletzte und um 30 000 Mark ii berauben versuchte, wurde vom Schwurgericht wegen versuchten 'chweren Raubes unter Ausschluß mildernder Umstände zu zehn Stück Rotwild, „ Damwild, , Schwarzwild, , Rehivckd, , Hasen, „ Kaninchen^ „ Auerwtld, , Btrkwtld, u Haselwild, , Trutwild, Rotwein 1, Flasche 60 Psg. ohne Glas. Gebrüder Adami, Mausburg 14. (Itiöl Stau PannmuRpünc und Gallwelfe verwendet man besser Karn's Panamaseifc zum Waschen von weißen und farbigen Stoffen jeder Art. Stück 25 Pfg. nur Central Drogerie, Schul,trabe. (1448 Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns w schwer betroffenen Verluste, sowie für die zahlreichen Blumeufvenden und die irostreichen Worte des Herrn Pfarrer Glück sagen wir auf diesem Wege allen unseren innigsten Dank. Ferner honten wir Herrn Lehrer Wolsschmidt und seiner Klasse für das Geleit zum Grabe. Schlosiermeister Reidel u» Familie. Aiiilliche Lekaulllmillhllllgelt 6er StaDt Hießen. Die Friedhöfe stnd vom 16. Mai bis 15. August von Heute morgen x/23 Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden unser guter Vater, Großvater und Schwiegervater Herr Thomas vchneiiier im 80. Lebensjahre. „ von ber Gesamtjagdslache nahezu 80 Prozent aus die Gemeindejagden entfallen. Diese bilden im 331 230 Stück 22 U00 , 168 000 , 2 000 , 9 000 „ 1000 , Höne ItaiM War a. ö. lall. 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Allgemeine Wetterlage seit gestern früh: Der füdwestliche Druckwirbel zieht langsam westwärts weiter mib lagert heute morgen vor dem Kanal, jetzt in Westlrankretch starke Regengüsse hervorrufend. Ganz Nordost-- und Atitteleuropa dagegen wirb von einem mit seinem Zentrum von 780 Mm. über Finnland lagernden Hochdruckgebiet beherrscht, so daß bei östlichem Winde das heitere und ziemlich warme Wetter anhält. Tie gestrigen Nachmittagstempe- ratnren haben nahe 20 Gr. erreicht. — Gs ist feine wesentliche Aendernng der europäischen Druckverleilung in Aussicht. WetterauSsichten in Hessen am SamStag dem 14. Mai 1910: Heiter, trocken, warm. Die 3agöergebniffc in Hessen. Nach dem Stand im Jahre 1908 war in Hessen eine Fläche von 698 263 Hektar in 1384 Bezirken nebst 953 zugehörigen Gnllaven für 1 329 419 Mark ober für 1,90 Mark für das Hektar verpachtet. Hierzu kommen n. d „Tarmsl. Ztg." noch 65 784 Hektar selbstbeschossene Privatjagden in 135 Bezirken. Unterstellt man für diese den gleichen durchschnittlichen Pachtwert, so ergäbe sich für die Jagdeigentümer auf 764 047 Hektar Gesamtjagdstäche ein Pachtwert von rund 1 454 600 Mark. Außer dieser Summe haben die Jagdpächter unb Jäger noch aufzubringen: für Jagd-- waffenpäfse 155 725 Mark, die im einzelnen nicht jestgestellten Unkosten für Wildschadensersatz, Jagdaufsicht, Munition, Treiber- löhne unb sonstige Ausgaben. Tie jährliche Gesamtausgabe für Jagden kann sonach wohl aus reichlich 2 MUlionen Mark veranschlagt werben, toahrend dieser Ausgabe nur eine Einnahme von etwa 903 770 Mark für erlegtes Wild gegenübersteht. Die Jägerwclt bezahlt also in Hessen das reine Jagdvergnügen mit über 1 Million Mark jährlich. Der Einnahme aus Wild liegt folgender anläßlich der im Mai 1910 in Wien stattfindenden „Ersten Internationalen Jagdausstellung" durch Abschätzung ermittelte Wildabschuß cuftschlffahrt. Berliner Flugwoche. FlugplatzJoh5oses gelegenen Distrikts Höler sind ebenfalls eine «irofee Menge der stärksten Fichten und Buchen vom -türm mit großen Ballen Erde und Wurzeln aus dem Boden gerissen und viele andere Bäume wie Streichhölzer in der Mitte des Stammes entzwei geknickt. Wo Tags vorher noch der schönste Blüten- und Waldesschmnck des Wonnemonat Mai zu sehen war, ist heute ein Blld der Zerstörung und die Starke und Folgen sicher uns so ost überrascheirden Naturereignissen zu sehens ein Bild des Jammers! Bon Nidda wird uns geschrieben: Nachdem während des Tages ein heftiger Sturm getobt, trat gegen Abend eine bc- ingstigende Schwüle ein: der Himmel wurde gegen Westen ganz •ahl, und mit einem Mal bicyb ein Gewitter mit ortanarti^em,^türm und schweren Regengüssen los. Im Augenblick waren die Straßen mit abgerissenen Zweigen bedeckt und von Wasserströmen übet- ckutet. Von den Dächern vrasselteit Ziegeln und Schiefer nieder. Sesonders in Ober-Schmitten hat das Wetter übel ge- ! jault. Tort wurden ganze Finten von Häusern und Scheunerr ibgedeckt und eine große Anzahl starker Bäume entwurzelt. Die Nidda führt gelbgcfärbtc Fluten. Bon Ulrich st ein geht uns über das Unwetter folgende anschauliche Schilderung zu: „Es muß doch endlich Frühling werden!' Er ist nun hoffentlich ganz abgezogen, der lange, eisige hinter. Ausverkauf in Wetter scheint er gestern noch gehalten -u haben Alle Sorten hat er nochmals über uns ausgeschüttet. ES regnete, es schneite, der Wind heulte und dazwischen lugte ,ib und zu einmal durch brechendes Gewölk ein rascher Sonnen- 'rabl Da gegen acht Uhr abends zog es dunkel, schwarz heran. Ein heftige- Gewitter entlud sich über unseren Bergen. Biele Bäume wurden geknickt oder entwurzelt. Zweimal hat der Blitz in Felde eingeichlagen, ohne jedoch Schaden anzurichten. — Inb heute lacht heller Sonnenschein, die Fluren scheinen mit einem /täte viel grüner, es ist warm und endlich Frühling geworden. In Wiesbaden ist am Neubau der Infanterie^Kaserne in ber Schiersteiner Straße infolge des starken Sturmes die 10 Meter höbe aus schweren Sandsteinblöcken bestehende Giebelkuppel des reiftodigen Manunergebäuhcd in die Diese gestürzt. Sie durch- »lug einen Deck der Vorderfront bc-5 obersten Stockes, mitsich- i kißend do s na , ic Otebält zweier decken und bte Betondecke des Erd- (.schosses vollständig. Verletzt wurde niemand, da die Arbeiter ber Zeit des Einsturzes Vesperzeü hielten. a oooooooooo Künstl. Dünger: Ehllisalpeter, Guano, .^nocheu- mehl, Universal' Gartendünger, Hornmehl, Pflansen Nahrung für Topfgewächse. (2695 Adler Drogcric, Selteröweg 39. och aW. Gi-ßen, 13. Mai ttodi abckid in unterer tzt mitgetcill wurde, übttdi ft ber StobtroatbiDurh alten Sckisienbcigcr Se: m bietet sich em tranngti ber Lchukstrnseu-- Nutzende von Häumen |oil hr großer Teil ist m ca ch nur noch bte StuW riffenen Teil, heilen -s Gejängnissts ntarnn, n Jie Sßarnungen, bie he 3. erhob, liabcn na> nn ,d es wirb wohl *■ eisen zurückzukommn I« ii schlimmsten gehaust, v b so sind cs d-M mstw c ihm zum Opier ff en Schneise liegen ■ter int MK an W'; * >mfT au anoeren w. ,n Tic pratfitige ssg ,»A-- öS*« W •’Ät ri i* m= T1 »er S»*1 6 t»6 W i vngro^rt'0? i I* Ä «ff» 1M0 »■W , M KM unbtr i't opi« .> EZ j verstV?,,. - lsbcinall' „r lyiardnrg^ frisch gestochen. <04033 Lchinenb. Weg 30. Cbr. Pfeiffer. Eicr - Erhaltung. Nach 1 Jahr noch vollständig frisch. St rüg All. 1^0. (2721 Adler-Drogerie, SeUersweg 39. Stadt. WohnuugsnachwciS Gießen, Asterweg 9. 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Pfingstfeiertage Militär-Konzert ausgeführt von der 2733 Kapelle d. 2. Grossh. Hess. Inf.-Regts. „Kaiser Wilhelm“ Nr. 116 unter persönl. Leitung des Obermusikmeisters Herrn W. Löher. Anfang 4V9 Uhr. Eintritt 40 Pfg. fiießener Unionbräu. Münchener Biirgerbrän. Biograph Plockstratzc 12 04024 Plockftratze 12 Heute zum letzten Male st Vorzüglich gespieltes und inszeniertes Sensationsdrama aus dem Großftadtlebeu, äußerst spannend, Länge 360 Meter. NB. Dieser Film wird als Einlage neben dem erstklassigen Programm nur von VaH Uhr abends vorgeiübrt. Wieseck, „Zum Gambrinus“ 2. Feiertag = Tanzmusik. Eö ladet freundlichst ein 04011 B. Wacker. KonkursvetfaHren. In dem KonkurZver ähren über das Vermögen des Vtecha- nikerS Wilhelm Schmidt in Gießen ist zur Abnahme der Schlußrechnung deS Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußver- zeichnis der bei der Verteilung zu berücksichtigenden Forderungen, sowie zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen — und z^r Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren Vermögensstücke — sowie zur Anhörung der Gläubiger über die Erstattung der Auslagen und die Gewährung einer Vergütung an dieMitgliederdeS Gläubiger- auSschusseS — der Schlußtermin auf Dienstag den 7. Ium 1910, nachmittags 4 Uhr, vor dem Großherzoglichen Amtsgerichte Hierselbst, Zimmer Nr. 18, bestimmt. Bi3/6 Gießen, den 11. Mai 1910. Der Gerichtsschreiber des Großherzoalichen Amtsgerichts. „Sie wirkt füurcbinbenb und anti- sevtisch, sie entfernt somit nicht bloß die Grund-, sondern auch die VeranlassungS - Ursache von Hautkrankheiten." So schreibt Herr Dr. med. W. über Ekzeme, Furunkel Hautjucken ustv. und deren Be [eitinunn durch Zucker 0 Patent Medizinal - Seife, ä Stück 50 Pf. (15°/otn> u. 1.50 M. >35"/.,ig. stärkste Formt. Dazugeh. 3ncf”5 Eremc w Pfg. u. 2 Mk., ferne» Zuck^-Seise(mild)50Pf.n.1.5OM. An der Universität^-, Engel-11 Hirfch-Apvthckc, bei Ang. Noll, 6. Seibel, W. Zlilbinger und Otto Schaaf. (s187/m Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Händlers Leo Kaßner in Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins und Vornahme der Schlußverteilung hierdurch aufgehoben. B”/5 Gießen, den 10. Mai 1910. Großherzogliches Amtsgericht. Versteigerung eines Pferdes. Morgen SamStag den 14. d. Mts., vorm. 11 Ubr, versteigere ich im Hofe der Firma Goldenberg & MarkuS, Schanzenstr. 22, meistbietend gegen Barzahlung ein zum Konkurse d. Bäckers L Braun von Alten-Buseck gehöriges Pferd. Versteigerung bestimmt. (2759 L> Allhoss, Konkursverwalter. Braunfels. Hotel-Pension Bellevue. Gut. bürgerl. Haus. 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Mai 1910, abends 8 Uhr Unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Infanterie - Regiments „Kaiser Wilhelm" Nr. 116 Die Fledermaus. Operette in 3 Akten von Johann Strauß. Dienstag den Mal 1910, abends 8 Uhr Unter Mitwirkung der Kapelle deö hiesigen Infanterie - Regiments „Kaiser Wilhelm" Nr. 116 1. Abouncmcutvorstellung. Novität! Die geschiedene Frau. Operette in 3 Akten von Leo Fall. W17IU hl*r Ranglogen und I. Rang Borderplatz 4.50 M - Uli -PlUgC. 1. Parkett und I. Rang Mittelvlatz 4 — M, II. Parkett und I. Rang Rückplatz 3.- M., III. Parkett u. II. Rang Borderplatz 2.- M., II. Rang Mittelplatz 1.25 M, 11. Rang Rück olatz 75 Pfg. und Galerie 50 Pfg. (au/$ Die Herren Studierenden genießen un der Abendkasse Ermäßigung- MT Der Stadtanslage der heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt der Ftrma Fr. ttrogmanu, Gießen über „Adler-Bäder“ bei. !2770