Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. ammlung der otto Regierung wurde die Nationalvers manischen Griechen eröffnet. Bi ,is l1II Uhr mittags hat die Regierung elf Abgeordnete verhaften lassen. Die elf Delegierten sind bis auf einen wieder freigelassen worden, nachdem sie eine Erklärung unterzeichnet hatten, daß sie sich an der Ver- sammlung nicht beteiligen würden. Die Versammlung wurde Zum Jubiläum Mexikos. Unter den süd- und mittelamerikanischen ehemaligen spanischen Kolonien, die in diesem Jahre das hundertjährige Jubiläum ihrer Unabhängigkeit feiern, nimmt neben Argentinien und Chile Mexiko, das alte Aztekenreich, eine Hauptstellung ein. Demi feine geordneten staatsrechtlichen Verhältnisse, der wirtschaftliche Aufschwung, den es im letzten Menschenalter genommen, die kulturelle Bedeutung, die ihm sein jetziger langjähriger Präsident Porsirio Diaz gegeben, lassen für Die Ankunft vielleicht erwarten, daß Mexiko, das ja schon jetzt die führende Macht in Mittelamerika dar- stellt, unter Umständen die übrigen kleineren mittelamerikanischen Republiken aufsaugt, ebenso wie es nicht ausgeschlossen ist, daß Argentinien, Chile oder Brasilien dasselbe in Südamerika erreicht, wofern nicht der nord amerikanische Imperialismus es auf dem Wege der Monroedoktrin fertig bringt, diese Dreiteilung des amerikanischen Kontinents zu verhüten und den Union Ma-ck auch über den mittel- und südamerikanischen Republiken zu hissen. Der Streit, Den die Union jetzt mit Nicaragua vom Zaune gebrochen hat, ihre fortgesetzte Einmischung in die inneren Verhältnisse der mittelamerikanischen Republiken und nicht zuletzt die ja gerade jetzt wieder im Mittelpunkt des Interesses stehenden Befestigungspläne für den Kanal von Panama lassen vermuten, daß man in Washington danach trachtet, die Gründung eines mittelamerikanischen Staatenbundes unter mexikanischer Führung um jeden Preis zu verhindern. Doch das sind weitausschauende politische Kvmbinationen, die hier nur in einem Augenblick angedeutet werden müssen, wo Mexiko sich auf dem' Höhepunkt der für die Feier seiner hundertjährigen Unabhängigkeit angesetzten Festlichkeiten befindet. Wir alle haben in unserer Jugend mit größter Spannung die Entdeckung und Eroberung Mexikos (1518 bis 1521) durch Fernando Cortez gelesen und wissen, mit welcher Tollkühnheit die Spanier in Mexiko eindrangen, aber auch, mit wieviel blutigen Opfern sie den Besitz des hochkultivierten und reichbevölkerten Azteken reich es, das für sie das Goldland war, erkauften. Die Herrschaft der Spanier dort, die Mexiko durch Vizekönige regieren ließen und Die unglücklichen Indianer in jeder Weise knechteten und aus- beuteten, dauerte Drei Jahrhunderte lang. Erst als Napoleon I. die Bourbonen aus Spanien vertrieben hatte, begannen auch in Mexiko unter dem 56. Vizekönig, Don Jose Jnturriaaray, Unruhen (1808), besonders deshalb, weil dieser die bisher unterdrückten Kreolen den Spaniern gleichstellen wollte. Don Jose wurde gefangen genommen, nach Spanien geschickt und an seiner Stelle 1810 von der spanischen Zentraljunta in Mexiko Francisco Lavier De Venegas zum Vizekönig erhoben, der aber, da er das Land int Gehorsam gegen die spanische Regierung zu erhalten suchte, einer Verschwörung zum Opfer fiel, an Deren Spitze Der Pfarrer von Dolores, Don Miguel Hidalgo Castilla, stand, in Dem man also den eigentlichen Begründer der mexikanischen Unabhängigkeit zu sehen hat. Nach jahrelangen Kämpfen, die schließlich mit einem Siege der Revolutionäre endigten, und nachdem Mexiko auch eine kurze Periode als Kaiserreich (1822—1823) unter dem Obersten Augustin Jturbide durchgemacht hatte, wurde es am 16. Dezember 1823 zu einem selbständigen Bundesstaat erklärt, dessen republikanische Verfassung am 4. Oktober 1824 in Geltung trat. Erster Präsident der Republik, die Spanien erst nach dem Fall des Forts San Juan d'Ulloa, seines letzten Stützpunktes, anerkannte, wurde der General Guadeluppe Vittoria. Es hat der jungen Republik in den folgenden Jahrzehnten nicht an inneren Kämpfen und Ver- zweite Sinfonie meinte der Tondichter, daß er, wenn er ein großes musikalisches Gemälde konzipiere, immer auf den Punkt komme, wo er das Wort als Träger seines musikalischen Gedankens heranziehen müsse. In der „Achten" sinkt das Orchester geradezu zur Begleitungsmusik herab; rein instrumental gehalten und fast nur die Üeberleitungen. Wollten wir mit Worten rechten, so ließe sich sagen, Mahlers achte Sinfonie ist keine Sinfonie, sondern ein Oratorium oder eine gewaltige „Kantate". Mit einer Kantate „Das klagende Lied^ (1880) hat Mahler sich seine ersten Ruhmeskränze geflochten. Mahler liebt innerhalb seiner Sinfonien oft schroffe Kontraste, die sich auch auf den vokalen Teil erstrecken, so z. B. in der „Dritten", in der Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra" und ein Chor: „Es sangen drei Engel einen süßen Gesang' die Ergründung des einheitlichen Grundgedankens nicht leicht machen. Auch zwischen den beiden Dichtem, deren Verse den zwei Teilen der „Achten" zu Grunde liegen, scheint sich auf den ersten Blick aesehen, eine Kluft aufzutun: Der Mainzer Erzbischof aus dem Zeitalter Karls des Großen und Goethe. Das gemeinsame zwischen dem Hymnus: „23 eni creator spiritus" des Hrabanus Maurus und der letzten Faustszene ist der Erlösungsgedanke, und so stellt sich das Werk in der Tat ideal als eine höhere Einheit dar, wie viele frühere Sinfonie-n Gustav Mahlers, in denen sich oft mystische Klänge und Wiener Tanzweisen brutal ablösten. Letzteres ist übrigens auch ein Zug, den der Komponist mit Bruckner, der Ende der 70er Jahre am Wiener Konservatorium sein Lehrer gewesen, gemeinsam hat. Nur daß Mahler dies steigert und verschärft. Vielleicht weil er em grüblerischerer Geist ist, als der lediglich seiner Empsiiidung folgende ehemalige Dorfschulmeister und Autodidakt Anton Bruckner. In Mahlers Instrumentation und Harmonik läßt sich die Verwandtschaft zwischen Schüler und Lehrer, der als erster einst Die Ausdrucksmittel Richard Wagners in den Konzertsaal trug, unschwer nachweisen. Ohne, weitere Einleitung werden wir in Mahlers „Achter sofort auf das Sehnsuchtsthema hingelenkt: „Komm', Gott Schöpfer, heiliger Geist, besuch' das Herz der Menschen Dem". (Ich glaube, daß es Dem Leser lieber ist, daß ich Die Stellen aus Dem lateinischen Hymnus des Hrabanus Maurus deutsch zitiere, obwohl er in der Ursprache gesungen wird.) Besonders reizvoll ist die Entwicklung des As-dur-Satzes: „Du bist der Tröster genannt". Das Thema des Sopransolos „Mft Gnaden [ie füll" taucht nn Gustav Mahlers achte Sinfonie. München, 12. Sept. Mahlers Kunst hat heute noch neben begeisterten Anhängern ihre scharfen Gegner; aber kein Musikfreund verhält sich semem Schaffen gegenüber gleichgültig. Die Uraufführung einer Mahl ersehen Sinfonie ist stets ein tünstlerisches Ereignis, zu dem sich die bedeutendsten Musikästhetiker Deutschlands und Oesterreichs zusammenfinden. Von unfern zeitgenössischen Meistern ist es wohl einzig nur noch Richard Strauß, dessen Schöpfungen mit so allseitiger Spannung erwartet werden. Noch ein rein äußerlicher Anlaß kommt dazu, den Ausführungen Mahlerscher Sinfonien den Stempel des Außerordentlichen aufzudrücken, es ist dies der mit jedem Werk wachsende technische Apparat, dessen Mahler bedarf, um seinen inneren Gesichten Ausdruck zu geben. Der Aengstliche sagt dann wohl, weiter geht es nicht mehr. Nun, Der gleiche Vorwurf traf in früheren Tagen das „Gesamtkunstwerk" Richard Wagners, Beethovens „Neunte", Mozart — es hat keinen Zweck, noch 'weiter in der Entwicklung der Musik zurückzugreifen — immer Da, wo die Grenzen weiter hinausgesteckt werden, glaubten die in geordneten Pfaden Wandelnden, daß die äußerste Ent- wicklungsmoglichkeit erreicht sei. Freilich die rein technische Häufung Der Ausdrucksmittel ist an sich noch kein Beweis schöpferischen Ueberschwanges. Ob Gustav Mahler wirklich in künstlerisches NeulanD führt ober sich nur als derienige erweist, der aus Den Richtlinien seines großen Lehrers Bruckner unD Liszts Die letzten Folgerungen zog, das werden erst die feststellen können, die nicht mehr unter seinem persönlichen Eindruck stehen. Erst ganz wenige Jahre sind es her, daß Brahms und Bruckner, dem Streit der Meinungen entrückt, als unbestreitbare Potenzen unseres musikalischen Lebens feststeyen und ein Beethoven-Brahms- Brucknerzyklus, wie ihn der Meisterdirigent FerdinandLöwe kürzlich in der Münchener Ausstellunas-Festhalle (dem Schauplatz des heutigen Mahlerereignisses) bot, hat noch immer den Eharakter einer Propaganda, selbst für Beethoven, obwohl zu dessen populär gewordener „Neunten" die Massen strömen. Beethovens „Neunte!" In ihr wurde zum ersten Male unternommen, die strenge Form der Sinfonie zu sprengen und das Instrumentalwer!' mit einem. Vokalsatz zu krönen. Als weiteres Beignet darf man Liszts „Faustsinfonie" nennen, in der sich aus dem £rd)öfter die nämlichen Faustworte loslösen, die Gustav Mahler für feine Achte heranzog. Schon im Hinblick auf feine Faustteile wieder auf bei Den Worten der einen Büßerin (sonst Gretchen genannt): „Vom eDlen Geisterchor umgeben Wird sich der Neue kaum gewahr^ .Er ahnet kaum das frische Leben So gleicht er schon Der Heiligen Schar." Mahler hat Diese Musikalische Analogie in Den utarkantest Hauptteilen beharrlich Durchgeführt, um hierdurch Die geistige zu betonen. In Der Erfüllung steigen die im sehnsuchtsvollen Flehen abgeschlagenen Tone von neuem herauf. Von einer gigantischen Kraft ist die Stelle, in der alle Soli unD Chore einsetzen: „Zünd uns ein Licht an im Verstand". Zunächst vom Kinderchor eingeführt, erscheint ein neues Thema: „Du bist mit Gaben siebenfalt", das in mancherlei Modulationen Verwendung findet und zu dem Anfangsmotiv: „Veni creator spiritus" in gewaltiger Steigerung zurückführt. Von den isolierten Holzbläserin, deren selbständige Behandlung für Mahler immer charakteristisch war, in seiner Wirkung vertieft, bietet der Chor die den erstens Teil machtvoll schließende Lobpreisung Gott Vaters: „Gloria in saeculorum saecnla". Dieses Thema wird im zweiten: Teile, das mit einem in düsteren Farben gehaltenen Vorspiel beginnt, von Dem Chor der Engel wieder aufgenommen. Irr mystischen Tonen erklingt der Chor: „Waldung, sie schwankt heran, Felsen sie lasten dran". Für die Strophen des pater ecstaticus hat Mahler Tone von herrlicher Klangschonhett gefunden. Eine leise Erinnerung an Walter Stolzings Preislied scheint uns hier für einen ?lligenblick vorbei zu huschen. Ursprünglich und von zwingendem Eindruck ist die Partie des pater profun dus; im Chor seliger Knaben tauchen leise schlichte Melodien tnt Volkston auf. Eindrucksvoll und lieblich erhaben ist Die Gretchen- partie, von milder Majestät das Madonnenmotiv. Zu inhrüm stiger Steigerung erhebt sich der Hymnus des Doktor Marianus: „Höchste Herrscherin Der Welt, Lasse mich im Blauen, Ausgespannten Himmelszelt, Dein Geheimnis schauen". Der Chorus mysticus erklingt, in ihm taucht das Motiv der Gottesmutter nochmals auf, in Orgeltönen von stets wachsendem crcfccnDa ertönt das Thema des Anfanges „Veni creator spiritus", mit Dem Das Oratorium fein Ende erreicht. Die von Mahler für Die Aufführung Der Sinfonie gefordert^ Zahl von Mitwirkenden hat die Zahl tausend erreicht. Das Orchester des Konzertvereins war auf 146 Musiker verstärkt worden. Zwei bedeutende Chorvereinigungen loarcy, aus dep 216 Erstes Blatt 16V. Jahrgang Donnerstag 15. September 1V1V Der Siehener Anzeiger je*™* -wrT O Bezugspreis: erscheint täglich, außer Äw pf V monatlich 7b Bf., viertel- WZOleMim Anzeigers- •ä» General-Anzeiger für Gberhefsen Annahme von Anzeigen V ’ ft ! ! u. Land" und „Gerichts- to Hatafiowsönid mid Verlag der vrShl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei - Schulprahe 7. ^‘"i:ge®ief1e:6:^’öerf' erhalten will. Es wurde der allgemeine Wunsch ausge- sprachen, daß nur Die nicht grün D legenden Bestimmungen Der Verfassung reviDiert werden sollen. So wurDe oas Volk Dazu berufen, Die doppelte Zahl der Abgeordneten zu Dieser Verfasfungsrevision zu erwählen. „Ich freue mich. Sie hier begrüßen zu können. Ich freue mich umsomehr, als die überaus friedliche Weise, in welcher Die Wähler von ihrem höchsten politischen Recht Gebrauch gemacht haben, von neuem unter ungewöhnlichen UmftänDeit die Reife des griechischen Volkes bewiesen hat. Sie werden auf diese Weise für die im Anschluß an Ihre Tagung stattfindenden regelmäßigen Sitzungen der Kammer eine Grundlage finden, die der Tätigkeit Der staatlichen Organe, Der Wiederherstellung der politischen Ordnung zuträglicher und der Verwirklichung der nationalen Ideale günstiger sein wird." Nach einer Meldung Der Agence d'Atheues wirD die Regierung aus Versöhnlichkeit Die griechischen Offiziere, Unteroffiziere und GenDarmerie, Die Kreta verlassen, nicht ersetzen. Die Konzentrierung türkischer Truppen in Mona stir erregt in Athen Besorgnis. Konstantinopel, 14. Sept. Trotz Der Maßnahmen der Wickelungen mit auswärtigen Mächten gefehlt, Die das Land nur zu oft an den Abgrund des Verderbens führten. War es doch im Jahre 1861 so weit, daß Mexiko Den Staatsbankerott erklären mußte und Die im Lande lebenden Ausländer nicht hinlänglich schützen konnte, so Daß EnglanD Frankreich und Spanien Die Konvention von LonDon schlossen unD im Jahre 1862 zu einer bewaffneten Jnteuvention in Mexiko schritten. Eine Folge Dieser Intervention, von Der sich EnglanD unD Spanien nur zu balD zurückzogen, war die Errichtung des mexikanischen Kaisertums unter dem Habsburger Maximilian (1864), Der, von Den Franzosen bereits im Mäi^ 1867 verlassen, Der Revolutionäre unter Juarez, Die sich Der Unterstützung Der Union erfreuten, nicht Herr werden konnte unD am 19. Mai trotz aller Bemühungen der fremden Gesandten in Quretaro standrechtlich erschossen wurde. Trotzdem hörten auch in Den nächsten Jahren Die inneren Unruhen in Mexiko nicht auf, bis endlich im Jahre 1876 der jetzige Präsident, Porsirio DiaK, Der sich schon bei Den Kämpfen gegen das Kaisertum Maximilans ausgeKeichnet hatte, zum erstenmal an Die Spitze der mexikanischen Regierung trat. Es bedeutet eine Abtragung des Dankes, Den Mexiko diesem Mann schuldet, toenu es Den Hauptfeiertag seines Jubiläums auf Den 15. ^September, den 80. Geburtstag seines jetzigen Präsidenten, gelegt hat. Denn auf seine außerordentliche Energie, seine Rechtschaffenheit unD Intelligenz ist es zurückzuführen, daß Mexiko, dem bis Dahin Der Ruf der Unehrlichleit, Anarchie unD Unkultur anklebte, sich jetzt der Hochachtung aller Mächte erfreut. So ist Porfirio Draz zum zweiten BegrünDer der Selbständigkeit Mexikos, zum Urheber einer Entwickelung geworden, wie sie glänzender und vielversprechender kaum gedacht werden kann. Nachdem er Mit Hilfe des von ihm reorganisierten Heeres die Gegner der politischen Ordnung in Mexiko, die nur in ihre Taschen wirtschafteten, unter seine Macht gebeugt und auch den im Innern des Landes immer wieder und> wieder auftauchenden Räuberbanden das Handwerk gelegt, ging er an die Erschließung Mexikos durch Eisenbahnen, an die Förderung des Wirtschasts- und Erwerbslebens, sowie an den Ausbau des Bildungswesens, und hatte hierbei Erfolge zu verzeichnen, die ihm ein ewiges Ruhmesblatt in Der Geschichte Mexikos sichern. Mexiko ist unter der sechsmaligen Präsidentschaft Porfirio Diaz ein moderner Kultur-' fiaat geworden, und es ist für uns Deutsche hocherfteulich, daß, feitbein Alexander v Humboldt (1810) zum ersten Male auf die Entwicklungsmöglichkeiten Mexikoschingewiesen hat, es neben Engländern und Nordamerikanern vor allem Deutsche waren, die das ihrige zur Hebung des Landes beitrugen. Proftrio Diaz sowohl als auch sein wahrschein-. Hcf)er Nachfolger, Roman Corall, sind ausgesprochene Deutschfreunde. Hat doch der erste Den Deutschen sschon öffentlich folgendes Löb gesperrdet: Die Deutschen sind überaus tüchtige Menschen. Meine Sympathien für Deutschland find nicht nur Gefühlssache, sondern der Ausfluß eines auf langer Erfahrung begründeten Urteils. Der deutsche Tag, Den Mexiko bei der Ueberreichung Des Jubiläumsgeschenkes Kaiser Wilhelms, einer Hmmboldtstatue, feierte, stellt nicht nur einen Programmpunkt Der Festlichkeiten Dar, nein, er WirD auch zum Sinnbild dessen, was Deutschland, wie in Argentinien und Chile, so auch in Mexiko an Kulturarbeit geleistet hat.___________ Die Eröffnung der griechischen Nationaiversammlung. Athen, 14. Sept. Bei der um 11 Uhr erfolgten Eröffnung der Nationalversammlung sagte Der König in seiner Rede: Die BeDingungen, unter Denen Die Nation Den Beschluß Der Kammer vom 18. Februar annahm, hätten bewiesen, daß das ganze Volk die Verfassung und Die Kraft des Landes unversehrt auf derselben Grundlage aufrecht in Anwesenheit von sechzig Delegierten eröffn n e t unD für beschlußfähig erklärt. In seiner EroffnungsreDe betonte Der Patriarch, Daß Die Griechen Die WieDerherstellung Der Verfassung freuDig aufgenommen hätten, Daß jedoch Die Ereignisse Die Gleichheit unD Freiheit, sowie Die Privilegien des Patriarchats verletzten, ihre Hoffnungen getäuscht hätten. Nach kurzer Aussprache wurde ein Antrag des Patriarchen angenommen, nach dem die Arbeiten bis zum 23. D. M. vertagt werden. Inzwischen soll der, Patriarch bei Der Regierung auf Die Beseitigung Der Hindernisse für Die Anerkennung der Gesetzmäßigkeit der Versammlung hinarbeiten. Beim Verlassen Der Sitzung wurden neun Delegierte verhaftet. Der Patriarch verlangte sofort durch einen Abgesandten vom Kultusminister ihre Freilassung. Der Kultusminister erwiderte,^ lange das Patriarchat nicht auf die Abhaltung der Versammlung üei> zichte, könne er Die Maßregeln nicht widerrufen.________________ politische Tagesschau. Eine bureaukratische Schererei. Der Reichstaasabgeordnete Dr. Struve mÄcht rn bet „Kieler lZtg." folgende Mtteilungen: Ein Landmann auf der Insel Fehmarn mietete sich am? 12. November 1908 eine polnische Galizierin Josefa K a st a n, zunächst auf ein Jahr.^ Da das Mädchen seinen Dienst zur Zufriedenheit der Herrschaft ausführte, wurde der Dienstvertrag nach seinem Ablauf auf ein weiteres Jahr verlängert.j Plötzlich — am 5. Januar 1910 — wird das Mädchen auf Anordnung des Landrats des Kreises Oldenburg verhaftet. Als Grund für die Verhaftung wird angegeben, das Mädchen hätte als Ausländerin das deutsche Staatsgebiet spätestens a m 2 0. Dezember 1909 verlassen müssen. Ich bin ün Augenblick nicht in der Lage, angeben zu formen, auf welches Gesetz der königliche Landrat sich bei seiner Maßnahme gestützt hat: Sachsengängerinnen polnischer Nattonalität sollen ja bis zum 20. Dezember in die Heimat zurück gekehrt sein. Ob man aber den Begriff „Sachsengängerin" auch auf ein Mädchen antoenDenj kann, das schon seit dem 12. November 1908, also bei seiner Verhaftung schon seit fast 14 Monaten seinen Dienst auf einer unD Derselben Stelle ausübt, kann ich nicht ewscheiden, zweifle aber keinen Augenblick Daran, daß der Landrat bei Dem Erlaß Des Haftbefehls sich formell im Recht zu befinden glaubte. Der Landwirt, Der sein Dienstmädchen gern wieder haben wollte, wendet sich an feinem Amtsvorsteher, wendet sich an den Landrat: alles vergebens, das Mädchen bleibt in Haft. Endlich wird als letztes Mittel ein Gesuch an den RegierungspräsideMen in Schleswig im Namen des Dienstmädchens gerichtet. Der Fehmarner Landwirt schließt sich dem Gesuch, tote er schreibt, voll und ganz an: „Die Gesuchstellerin ist nach jeder Beziehung ein einwandfreies Mädchen." Die Regierung antwortet — man darf sagen — leider des mc immer —, die Sache sei zur weiteren Veranlassung dem Herrn Landrat zu Cismar übergeben. Und dieser teilt am 9. Juni dem Dienstherrn mit: „Auf Ihr Gesuch eröffne ich Ihnen, daß die Entlassung der Josefa Kaftan aus der Polizeihaft nach Lage der bestehenden Vorschriften nicht angängig ist." Das Mädchen muß also weiter fitzen und hat weiter gesessen. Noch den Monat J-uni, Juli und noch August. Heute erfahre ich, daß vor einigen «Tagen das Mädchen durch einen Gefangenenwärter nach Neu- Münster gebracht worden ist. Ob sie dort im Zentralgefängnis' weiter sitzen soll, oder ob sie einen: Sammeltransport von Neumünster aus übergeben wird, steht heute noch dahin. Der Landmann soll seinerseits für jeden Tag, den das Mädchen in Haft JOB/ 80 Pfennig bezahlen. Er weigert sich natürlich, diese Summe — über 200 Mark — zu entrichten. Auf die Art der Eintreibung rönnen wir also noch Wärtern Auch wenn man die Möglichkeit zugibt, der Landrat und mit ihm der Regierungspräsident hätten auf Grund rrgenderner alten und verrosteten Vorschrift so und nicht anders handeln müssen, ist doch der ganze Vorfall einfach ein Skandal, den die preußische Regierung wird klar- ftellen müssen, wenn sie nicht das Ansehen des Staates her- absetzen will. Aus Stadt und Land. Gießen, 15. Sept. 1910. ** Tageskalender für Donnerstag, 15. Sept.: K o n z e r t Münch'schen Soloquartetts. Abends 9 Uhr in Steins Garten. Ausland. Der Wiener Stadtrat beschloß, für die Ausschmückung der L-tratzen und des Rathauses aus Anlaß der Ankunft des deutschen Kaisers 20 000 Kronen zu bewilligen. Das „Neue Wiener Tageblatt" meldet: Nachdem in der Konferenz des D:rektoriums der Südbahn am heutigen Mittwoch . beschlossen worden ist, verschiedene von den Beamte:: der Südbahn gestellten Forderungen nicht zu erfüllen, hat die Leitung der Südbahnangeftellten beschlossen, heute nacht um 12 Uhr auf allen österreichischen Linien der Südbahn mit der passiven R e s i st en z zu beginnen. Jin russischen Kriegsrat ist eine Vorlage betreffend die Aufhebung des Postens eines Oberkomman- dier end en der Truppen am Anrur gebiet eingebracht worden. G e n e r a l B o t h a erklärte in Johannesburg in einer Rede, aus den aus Südafrika zu Gebote stehenden Mannschaften könne Ein Augenzeuge erzählt Folgendes: Bei der Nachmittagsfahrt war an einem mit einem neuen Lager versehenen Motor eine ungleiche Gangart entstanden. Das neue Lager lief warm und man kehrte deshalb sofort zur Halle zurück, l'-in Monteur suchte den Schaden auszubcssern. Dabei verwendete er, wie es heißt, ein Lötlampe. Gleichzeitig 'habe man den etwa 2 Meter höher liegenden Benzinbehälter auffüllen wollen und das Benzin habe Feuer gefangen. Es entstaub eine starke Explosion und das Luftschiff stand in Flarmnen. eie schlugen etwa 10 Meter über das Dach empor. In wenigen Minuten war das ganze Luftschiff vernichtet. An der Halle ist bloß die Bedachung beschädigt. Einige Mon^ teure sotten leichtere Brandwunden erlitten haben, aber niemand lebensgefährlich verletzt sein. Eine Beileidsdepesche. Karlsruhe, 14. Sept. Die „Karlsruher Zeitung" meldet: Sofort nach Bekanntwerden des Unglückes, beml das Luftschiff „L. Z. 6" zum Opfer gefallen ist, richtete der Minister des groß herzoglich en Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten, Frhr. v. Marschall, folgendes Telegramm an die Deutsche L u f t sch i f f a h r t s- Aktiengesellschaft in Baden-Oos: „Namens der großherzoglichen Negierung spreche ich der Deutschen Luft. schiffbau-Aktiengesellschaft an dem schweren Unglück das sie neuerdings durch die Zerstörung des Luftschiffes Z. 6" betroffen hat, das wir Badener in den letzten Wochen so oft freudig begrüßt haben, aufrichtige Teilnahme aus. Minister v. Marschall." ** Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulverwalter Karl Becker zu Götzen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst; dem Schulverwalter Ernst Sames zu Rodhcim (Kr. Friedberg) eine Lehrerstelle an der Gemeindeschulc zu Steinhein: (Kr. Gießen). — Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Solms-Braunsels auf die erledigte erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Villingen präsentierte Lehrer Karl Schmidt daselbst. ” Der Verein der Detaillisten hielt gestern abend im Kaiserhof eine außerordentliche Hauptversammlung ab, in der zu der von dem Deutsch-nationalen Hand- lmigsgehilsenverband eingcleiteten Bewegung auf Herbeiführung des 1-Uhr-Ladenschlufscs an Sonntagen Stellung genommen wurde. Die Versammlung war gut besucht. Von verschiedenen Seiten wurde daraus hingewiescn, daß die- Neichsregierung die einheitliche Regelung der Sonntagsruhe im ganzen Reiche für die nächste Zeit beabsichtigte und daß man gerade mit Rücksicht hierauf von einer Aenderung der zurzeit bestehenden Verkaufszeit absehen solle. Nach längerer Besprechung wurde folgende Entschließung angenommen: „Die am 14. Septencher 1910 im Kaiserhof auf Veranlasse des Vorstandes des Detaillisten-Vereins einberufene Mitglieder-! Versammlung faßt nach eingehender Debatte den Beschluß, vor-' erst und zunächst bis zur reichsgesetzlichen Regelung der Sonntagsruhe eine abwartende Stellung einzunehmen und es demnach vorläufig be: dem seitherigen Ladenschluß von 3 Uhr zu belassen^ Der Vorstand des Detaillisten-Vereins wird beauftragt, in diesem Sinne bei der .Behörde vorstellig zu werden." '* Vom Gießener Markt. Von Samstag den 17. September an beginnt der Markt mit Wagenladungen jeweils um 8 Uhr aus Oswaldsgarten. — Die Maul- und Klauenseuche ist au 8 gebrochen in Markowitz, Kreis Strelno, Regierungsbezirk Bromberg, und in Nieder-Steinkirch, Kr. Lauban, Regierungsbezirk Liegnitz, am 12. September. ---Alten-Buseck, 15. Sept. Die Mäuseplage tritt hier gegenwärtig so heftig auf, wie seit vielen Jahren nicht. Wenn nicht baldigst etwas durchgreifendes geschieht, wird die Kartosselernte usw. sozusagen ganz vernichtet werden. Ueberall sicht man die Gänge der Mäuse, deren jtn- Derrtsche Kolonien» • ^omerun droht, wie die „Vossische Zeitung" meldet, eure Skandal geschuhte, da die Leute des „King" Bell in einer .nzeige an das Reichskolonialamt zwei jüngere Asses- U? X-? n ™ *^01.0 allerlei Verfehlungen bezichtigen, bei denen auch ^vewer wieder eine Rolle spielen sollen. In dieser Angelegenheit ist 17 I ^okomalamt ein amtlicher Bericht eingelaufen und eine wa 11 Anschuldigung in die Wege geleitet worden. Cs vLewt aozuwarten, ob es sich nicht auch in diesem Falle, wre )e:nerzeu bei dem Angriff der Akwaleute vor fünf Jahren, um unwahre oder übertriebene Beschuldigungen handelt. L. 3. 6 verbrannt. D^e großartige Ersin düng Zeppelins wird hartnäckig vorn Mißgeschick verfolgt. Wiederum ist einer der stolzen Segler der Lüfte ein Opfer der Elemente geworden, und wte bei Echt er ding er: ist es abermals durch Feuer zu Grunde gegangen. Noch ist nicht festgestellt, ob das Unglück durch ein Anlaufenlassen der Motoren oder durch eine Lötlampe entstand, aber jedenfalls hat das System Zeppelins nicht bas geringste zu tun. Ueberraschend groß rst allerdings die Zahl der Unfälle, die den Z.-Lchiffen beiden letzten Jahre zustieß. Im August 1908 verbrannte der erste Zeppelinballon nach seiner Fern-» fahrt bis Mainz bei Echterdingen. Später dannte ein J.-Kreuzer bei Göppingen gegen den einzigen Baum, der in Weit ent* Umreis vorhanden war, und in diesem Jahre sind bereits drei Katastrophen zu verzeichnen. Am 25. April zerschellte das Militärluftschisf „Z. 2" an dem Werbersberg be: Weilburg infolge mangelhafter Verankerung und ungenügender Aufsicht, am 28. Juni ging die „Deutschland" (L. Z. 6) im Teutoburger Wald zugrunde, als er in eine vertikale Zyklone geriet und in den Bäumen havarierte. Damals zeigte dasPersonale in heldenmütiges Verhalten und auch diesmal waren die Leute ganz aus ihrem Posten. Teilweise sollen sie sozusagen mit den bloßen Händen versucht haben, das Feuer zu löschen. Einer der Arbeiter, der auf einer Leiter an dem Luftschiff beschäftigt war, konnte sich nur durch einen Sprung aus etwa 10 Met er Höhe vor den Flammen retten. Merkwürdig ist, daß der Stofsbezug des hinteren rechten ^ettenfteuers nicht verbrannt ist. Auch viele andere Teile, wie Lager, Wellen, Zahnräder sollen unversehrt sein. Der Ballon, der einen Wert von 600000 Mk. hatte, soll bei mehreren Gesellschaften für 480 000 Mk. versichert sein. b e ste V erteidigungsheer der Welt gebildet wer- fluche Großbritannien um seine Mitwirkung bei der Schaffung e:ner solchen, aus Angehörigen beider Rassen zusammengesetzten Streitmacht. Seiner Ansicht nach köime Lord Methuen mit der L)rgan:wtlon der Truppe betraut werden, oder falls ein anderer britischer Offizier dazu notwendig sei, möge sein alter Kriegskamerad Lord Kitchener die Aufgabe übernehmen. D:e argentinische Regierung unterbreitete dem Kon- greß ewen ®e)efcentttnn:f, nach dem als Münzeinheit der Goldp:aster im Werte von 2,20 Franks angenommen werden soll. deine gekommen. Der Wiener Singverein (250 Sänger) hat uns bereite einige Tage zuvor durch eilte von dem Hofkapellmeister -w a l k geleitete mustergültige Aufführung von Beethovens Missa wlemnüZ feme hohe musikalische Kultur erwiesen und der Riedel- v crem aus Leipzig (260 Personen) ist am Mittwoch (14.) mit Handels „Deborah" selbständig vor unser Musikpublikum getreten. Hier fügten sich beide mit den 350 Säugern des Kinderchores der Zentralsingschule München glanzvoll in den Rahmen des ganzen. Gustav Mahler dirigierte selbst. Man weiß, daß er nicht nur als Komponist hohe Beachtung verdient, sondern daß auch die- lenigen, welche sich dem Schaffenden gegenüber ablehnend verhalten, mit Mahlers Fremwen üb er ein stimm en m der Bewunderung seiner großen Tirigentenfähigkeiten. Diese sind es auch gewesen, die Mahler die Laufbahn erschlossen, die dem Korn- poniften die Wege ebnen sollten. .Er führt die Battuta mit einer Elastizität und Frische der Bewegung, die es kaum glaublich erscheinen läßt, daß der Künstler vor zwei Monaten bereits ein halbes Jahrhundert vollendete. Aeußerlich gleicht Mahler im ganzen kaum einem Musiker. Es ist weniger versonnenes Künsller- tum, das aus den festelnden Zügen spricht, als ein durchdringender Verstand, der hinter den scharfen Gläsern der Brille hervorleuchtet. In die Solopartien der llraufsührung teilten sich die Damen Forstel, Wintermitz - Dorda, B e l l w i d t, Ottilie M e tz- ger und Er ler-Schnaudt, sowie die Herren S eni us, G e i ß e - W i n k e l und Richard. Di a y r , lauter im Oratorium- gelang bewährte Künstler, deren mächtige, llangschöne Stimmen trotz der gewaltigen Größe unserer Festhalle zu imposanter Geltung kamen. Da;? tiefergreifende Werk rief beim Publikum eine stürmische Begeisterung hervor. Gradezu unbeschreiblich war der Jubel, der sich am Schluß erhob. 20 Minuten lang wich und wankte das Publikum nicht aus der Festhalle; immer wieder wurde Mahler hervorgerufen und die Beifallsstürme, die ihn umrauschten, mochten nicht enden. * Hans Bege. — Tas Befinden von Joses Kainz war am Mittwoch in den späten Abendstunden wechselnd. Als schlimmstes Zeichen wird von seiner Umgebung eine zunehmende Apathie betrachtet. Er ittteressiert sich nicht mehr 1T)^e b^.her für seine Umgebung und seine Freunde. ;>m Gegensatz hierzu meldet die ,;'Ä0. Z." aus Wien: In dem Befinden von Kainz ist, wie es scheint, im Laufe der Nacht rine überraschende Besserung eingetreten. De. Künstler verbrachte eine größtenteils schmerzfreie Nacht und fand kräftigenden Schlaf. Wie sich nun auch dieser neue Unfall abgespielt haben mag, das eine ist jedenfalls in erster Linie zu fordern: daß in der Heranbildung eines gut geschulten Personals die größte Sorgsamkeit walten muß und daß aus dieser Katastrophe neue Lehren für den Betrieb gewonnen werden. Nicht das System trägt die Schuld, sondern das unglückselige Zusammentreffen verschiedener widriger Umstände, die uns bei der Eisenbahn- und der Schiffahrt, dem Automobilverkehr nur deshalb nicht mehr überraschen, weil wi^r es gewöhnt sind. Es ist deshalb kein Grund vorhanden, der Luftschiffahrt eine ungünstige Zukunft zu weissagen, denn jeder Fortschritt erfordert seine Opfer — es kommt eben nur daraus cur, sie unter Beobachtung aller Vorsichtsmaßregeln auf eine möglichst niedrige Zahl zu beschränken. Ueber die Einzelheiten des Unglücks, das wir gestern nachmittag sofort durch eine größere Anzahl von Sonderblättern bekanntgaben, haben wir folgende Drahtnachrichten erhalten. Die Katastrophe. Baden-Baden, 14. Sept. Das Luftschiff „Z.6" ist heute nachmittag 3y4 Uhr infolge einer Explosion des Hinteren Motors beim Ausbessern eines Schadens, welcher das Luftschiff zur Rückkehr von der Fahrt nack) Heilbronn in die Luftschisfhalle bei Oos gezwungen hatte, vollständig verbrannt. Die Halle ist unversehrt. Mehrere Arbeiter erlitten leichte Brandwun- d e n. Das Feuer ist dadurch entstanden, daß bei dem Reinigen des Motors mit Benzin, das sich naturgemäß in offenen Behältern befand, eine Explosion erfolgte. Die Flamme schlug hoch empor, worauf das Luftschiff Feuer ing. Innerhalb 10 Minuten stand das ganze Luftschiff in Flammen. Auch das Gerippe ist vollständig zerstört. Es ist nichts übrig geblieben als die beiden Motore. Ein Hilfsarbeiter, der mit dem Reinigen des Motors beschäftigt war und ein Monteur sind verletzt worden. Die Verletzungen sind ni ch t l e b e n s ge f ä h r°^ lich. Baden-Baden, 14. Sept. Das Luftschiff „LZ.6" ist heute nachmittag um 374 Uhr infolge Explosion des Hinteren Diotors beim Ausbessern des Motorschadens, der es zur Rückkehr von der Fahrt nach Heilbronn gezwungen hatte, in der Lustschifshalle in Oos verbrannt. Die Halle ist unversehrt. Mehrere Arbeiter erlitten leichte Brandwunden. Baden-iOos, 14. Sept. Die Lu ftschiffkata- strophe ereignete sijch nachmittags 3 Uhr 17 Min. Von der Ballonhalle ist nur die G l a s b e d a ch u n g infolge der Hitze teilweise geschmolzen, im übrigen blieb sie aber völlig unversehrt. Verletzt wurden nach den letzten Mitteilungen vier Leute, jedoch keiner von ihnen schw-er. Die offizielle Darstellung. Baden-iOos, 14. Sept. Von der Führung des „L Z. 6" wird dem „Südd. Korrespondenz-Bureau" über den Unfall folgendes gemeldet!: Das Feuer ist dadurch enti standen, daß bei dem Reinigen des Motors mit Benzin, das sich naturgemäß in offenen Behältern befand, eine Explosion erfolgte. Dse Flamme schlug hoch empor, worauf das Luftschiff Feuer sing. Innerhalb 10 Minuten tand das ganze Schiff in Flammen, auch das Gerippe ist vollständig zerstört. Es ist nichts übrig geblieben als die beiden Motore. Verletzt ist ein Hilfsarbeiter, der mit den: Reinigen des Motors beschäfttgt war, und ein Monteur. Die Verletzungen sind aber nicht lebensgefährlich. Baden-Oos, 14. Sept. Zu der heutigen Fahrt des „L. Z. 6" wird von der Luftschiffahrtsgesellschaft mitgetellt: Das Luftschiff „L. Z.6", das sich aus der Fahrt nach Heilbronn befand, mußte infolge eines Motorschadens wieder umkehren und ist glatt vor der Luftschiffhalle gelandet. Es ist dies die erste Fahrt, die nicht p r o g r a m m ä ß i g verlausen ist, nachdem „L. Z..6" nunmehr in 18 Tagen bei teilweise ungünsttgem Wetter 34 Fahrten ausgesührt V Die Gesamtstrecke, die das Luftschiff dabei zurücklegte, beträgt 3100 Kilometer. Mehr als 300 Passagiere wurden von dem Luftschiff befördert. Die Durchschnittsgeschwindigkeu betrug 47 Kilometer pro Stunde. Baden-Baden, 14. Sept. Auf Anfrage in der Lustschiffhalle wurde uns mitgeteilt, daß die Ursache de- Brandes des „L. Z. 6" noch nicht aufgeklärt ist. Eine Explosionhatjedenfallsnicht stattgefunden Das F^rer griff, obwohl man alle Anstrengungen machte es zu löschen, außerordentlich schnell um sich. Als die Hülle Feuer gefangen hatte, wußte man, daß das Luftschiff verloren war. Das Personal verließ eiligst die Halle. Die Hitze wurde so stark, daß das vordere große eiserne Tor aufgedrückt wurde. „L. Z. 6" lag innerhalb zehn Sekunden in Trümmern. Die Halle ist, wie bereits kurz gemeldet, bis auf eine geringe Beschädigung des Daches unversehrt. Fünf Mann der Besatzung'wurden zum Teil erheblich, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt. Graf Zeppelin und Direktor Eolsmann wurden von der Katasttophe sofort verständigt. — Die Behörden haben sich, wie uns weiter berichtet wird sofort nach der Unfallstette begeben. Von fachmännischer Seite erhält ein Berichterstatter folgende nähere Angaben, wonach die erste Meldung hi einigen Punkten der Berichtigung bedarf: Die Hintere Gondel, Triebwerk usw. nmrde, wie üblich, mit Benzin gereinigt, da^ auf noch unaufgeklärte Weise Feuer si.ng. Die Flammen schlugen bis zutn Luftschiff hinauf. Zwei der kleinen Benzin- behülter, in denen die Reiniguiigslappen angefeuchtet werden, wurden alsbald aus der Gondel entfernt. Es gelenq das Feuer zunächst zu löschen. Da fing jedoch das dritte kleine Reinigungsgefäß Feuer, das sich schr rasch verbreitete Das Luftschiff brannte von einem zum anderen Ende aus Von einer eigenartigen Explosion sei nicht zu reden. Vier Monteure sind leicht verletzt, ein Arbeiter erlitt ernstere Wunden. Es ist zu bewnen, daß die Katastrophe mit dem Fahrbettieb als solchem nicht das mindeste zu tun hat und daß in der Luft niemals offenes Benzin in den Gondeln vorhanden sein darf. Die Reiniaung mit Benzin ist eine man muß schon sagen, eingewurzelte llnfitte bei Mechanikern' die mit Feinmaschinen zu tun haben und ssich des Benzins bedienen, weil das Rosten dann ausgeschlossen ist. Der Schaden an der 5)alle wird auf 20 000 Mark geschätzt. Das völlig leergebrannte Metallgerippe liegt langgestteckt in der Halle. Die Motore und Gondel sind so gut wie nicht • beschädigt. Ein Ersatz wird in dem für das Luftschiff „Deutschland" im Bau begriffenen und in wenigen Wochen vollendeten neuen Luftschiff zur Verfügung stehen. Line Kabinettsfrife in Bulgarien. S-o f i ti, 14. Sept. Der Ministerpräsident überreichte dem König die Demission des Kabinetts. . In erngewerhten Kreisen werden als Ursache der unerwartet getomnrenen Demission des Kabinetts die in letzter Zeit aufgetauchten Meinungsverschiedenheiten zwischen der Krone und dem Kabinett über die Rege- tung der türkisch-bulgarischen Streitfragen angenommen. von den franzöfischen Manöoern. Grand Villiers, 14. Sept. Präsident Falliöres, Mi- nifterpräsürent Briand und Kriegsmimster General Brun sind heute vormittag im Marwvergelände in der Picardie eingetroffen; sei wurden von der Bevölkerung lebhaft begrüßt. Nach Beendigung des heutigen Manövers fand ein „militärisches" Frühstück statt, be: dem Präsident Fallieres einen Trinkspruch ausbrachte und ausführte, die Anwesenheit der ftemdländischen Offiziere bereite ihm große Freude. Die Auf- mchme, die ihnen die französischen Kameraden bereitet hätten, Men ihnen bewiesen, daß die Waffenbrüderschaft eine rührende ^atsachv sei, welche gegenseitige Achtung zwischen den Soldaten ddr verschiedenen Länder Hervorrufe, die den gleiche:: Begriff < von Pflicht und Verehrung der Fahne hatten. Präsident Fallieres toastete schließlich auf die Souveräne, Staatsoberhäupter, Regcerungen und Nationen, die hier b er treten sind, insbesondere auf alle fremden Offiziere. Der Präsident beglückwünschte sodann Ine franzöfischen Truppen, deren Eifer nicht vermindett fei und bu, wie die gesamte Armee, ein Gegenstand der Fürsorge der öffentlichen Gewalten und der Natron seien. Deutsches Reich. Der Vorstand des Gesa mt v erbandes Deutscher M etallrndustrieller hat, wie wir erfahren, beschlossen, auf Donnerstag den 22. September- eine Ausschußsitzung nach Berttn emzrwerufen, welche über die Ge sa mt a us spe r r u n g zugunsten der angegriffenen Seeschiffswerften Beschluß fassen soll. In Bremen hat am Mittwoch abend eine Versammlung der Fuhrleute mit großer Mehrheit beschlossen, sofort in den aw: sstand einzutreten. Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Addis Abeba, daß d:e deutiche Regierung zur Freude der abessynischen Regierung die ftüher abgelehnte Bitte genehmigt habe, einen beut- jähen Offizier zur Vermessung der Grenze nach dem rtaliemschen Semalilande zur Verfügung zu stellen. In Mühlhausen i,G. sind die Schmiede und Installateure stn eine Ausstandsbewegung eingetreten. Am Mittwoch hat der * ÄUsftanb begonnen, obschon die Arbeitgeber den Arbeftern wett entgegen gekommen waren. Die Führer beharren aber auf ihren Forderungen, welche in der Hauptsache in der 9y2 stündigen Arbeitszeit bestehen. Beim Absuchen beS rMotor 8" ।.i ■—Thüringisches 1 . - — B ■■ hr Elektro-und Maschinen- Technikum Jimenau Werkmeister. Prospekt* Staatskommissar während der Arbeit bekämpft man vorteilhaft durch Trinken kräftiger Fleischbrühe, hergestellt durch einfachen Aufguß kochenden Wassers auf einen OXO Bouillon-Würfel der OornpL Liebig. — Preis 5 Pf. mit einem Rittergut, sowie mit drei Millionen Mark bar bedacht. Freilich wird gerade dieser Bevorzugte am wenigsten seinen ihm zugefallenen Erbteil genießen können, denn er lebt als Ordensmann in einem Kloster zu München-Gladbach. Das ihm zugefallene Rittergut dürste in ein Kloster umgewandelt werden, da der Erblasser bestimmte, daß das. Schloß mit den besonders vermachten drei Millionen Mark in ein Kloster umgebaut werden soll. Der reich bedachte Ordensmann stammt von hier. .Hoffentlich geht es mit dieser Riesenerbschast nicht, wie mit so vielen anderen Erbschaften, die nie an die Erben kamen. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Schwer verletz-t wurde ein Bergmann aus Köppern, der in dem Bergwerk bet Ob-eEosbach einen Schädelbruch erlitt, ins Friedberger Krankenhaus gebracht. Man zweifelt an seinem Äuftommen. — In Gelnhaar wurde der Gastwirt Ritzel mit 80 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Sein Gegner bekam 45 Stimmen. Der alte Bürgermeister Groth verzichtete wegen vorgerücktem Alter auf etwaige Stimmen. Gestern abend gab es ein Freigetränk und Freiessen, bei dem Großartiges geleistet wurde. — In Rixfeld wurde Bürgermeister Rahn wied er g ew ählt. Frische Bücklinge Frischen Rauch-Lachs „ Rauch-Aal Neue Rollmöpse Neue msrimerte Heringe sehr preiswert, empfiehlt Georg Wallenfels Marktplatz 21 Telephon 46 gegenüber d. Engelapotheke. [4782 Grrginal-Drahtmeldungen. Plauen, 15. Sept. Rach einer amtlichen Erklärung ist der Schlächtermeister Hofinann nicht an Cholera, sondern an Unterleibstyphus oder an einem Nierenleiden erkrankt. Brüssel, 15. Sept. Das belgische Königspaar ist- heute zum Besuch des holländischen Hofes nach Anist erd am abgereist. Panama, 15. Sept. Pablo Arosenama wurde zum provisorischen Präsidenten bestimmt. (ßcridytsfaaL Rewhork, 14. Scpt. Jgerbracht, der frühere Geschäftsträger des Zuckertrustes, wurde zu zwei Jahren Gefängnis und 5000 Dollars Geldstrafe verurteilt, weil er die Regierung durch falsche Angaben über das Zuckergewicht betrog Der Rechter gestattete die Berufung an das höhere Gericht und setzte die Kaution auf 25 000 Dollars fest. heimliche Wühlarbeit selbst vor Gebäulichkeiten lttcht .Halt macht und FU einer allgemeinen Gefahr geworden ist. Die 'gesamten Einwohner würden es mit Freuden begrüßen, ,tpenn der Gemeindevorstand alsbald einheitliche Ber- tilgungsmaßregeln gegen die kleinen Schädlinge in die Wege leiten und auch die Nachbargemeinden zu gleichem Borgehen veranlassen würde. Die Lholera. Cholera in Deutschland. Danzig, 14. Sept. Die Regierung in Danzig erklärt zu den Cholerafällen in Marienburg, daß seit Anfang September s ü n f P e r s o n e n unter Eholeraverdacht g e st o r b e n sind 80 Choleraverdächtige finb in zwei Häusern in Marienburg zur Beobachtung untergebracht Als besondere Vorsicht wurde sofort für den ganzen Kreis Marienburg die oMtp gatorische Leichenschau angeordnet. Köln, 14. Sept. Heute vormittag ist ein Schiffer, der mit einem Schiff von Danzig hierher gekommen ist, u nt er cho l er a- verdächtigen Erscheinungen in die hiesige Krankenanstalt in Lindenburg eingeliefert worden. Inwieweit sich der Choleraverdacht bestätigt, wird erst die batteriologische Untersuchung ergeben. Es sind.sofort alle erforderlichen Maßregeln ergriffen worden. Es liegt zurzeit noch kein Grung zur Beunruhigung vor. Die Cholera im Ausland. Petersburg, 14. Sept. In den letzten 24 Stunden wurden 49 Neuerkrankungen und 9 Todesfälle an Cholera festgestellt. Die Gesamtzahl der Kranken beträgt 600. Petersburg, 14. Sept. Nach einer amtlichen Verfügung werden alle aus Odessa kommenden Schiffe in Kronstadt einer sanitären Untersuchung unterzogen. Bukarest, 14. Sept. Gegen die Cholera g/fahr, die von Oesterreich-Ungarn droht, trafen die Sanitätsbehörden umfassende Maßnahmen. Die Einfuhr von Nahrungs- mftteln in frischem Zustande und von grünem Gemüse wurde verboten. Vergessen Sie nicht bei eintretendem Bedarf in Bindfaden, Packstricken meine Spezial - Preisliste zu verlangen. (4535 Ludwig Lazarus, Asterweg 53. Fernspr. 50o. △ Lauterbach, 14. Sept. McmävergeländeS fanden Schulkinder bei Sickels einen Rahmen mit Patronen. Sie steckten ein Feuer an und warfen die Patronen hinein. Bei der Explosion wurde ein achtjähriges Mädchen am Kopfe schwer verletzt; ein Ztißtata Montags, Mittwochs u. * Freitags y*7 Hofbäckcr Noll. Soeben erschienen und durch die Buchhandlungen zu beziehen: Beiträge zur Literaturgeschichte, Heft 59. Wilhelm Holzamer von Karl Neurath Preis 1— Mk. Verlag für Literatur, Kunst und Musik, Leipzig. Die Neuen hessischen Volksblätter schreiben: . . . ein vortreffliches Buch. ... Es ist ein über den Tag hinaus bedeutungsvoller Beitrag zur deutschen Literaturgeschichte. Die Frankfurter Zeitung schreibt: Was Neurath im allgemeinen über die Kunst Holzamers sagt und im besonderen über die einzelnen Dichtungen, kann man im großen und ganzen unterschreiben ..... namentlich in der Bewertung und Hervorhebung des Lyrikers H.» in der richtigen Abschätzung seiner meisterhaften Kunst im Erzählen seiner ausgeprägten Eigenart in der Schreibweise und seiner grossen Betätigung zum Essayisten, in der Analyse seiner besten Prosawerke. Dr. Strecker in den Oberhessischen Volksblättern: Diese Lebensskizze verrät überall einen verständnisvollen, tiefempfindenden Verfasser. Militärarzt legte den ersten Verband an. = Bad-Nauheim, 14. Sept. Mit einer ganz besonderen künstlerischen Veranstaltung schließt am Freitag, 16. Sept., die Reihe der diesjährigen Künstlerkonzerte ab. Em neuer Stern am Kunsthimmel, Herr Tamini von der Internat. Opera Co. London, wird singen. Nach den Berichten der englischen Zeitungen muß hinter Herrn Tantini etwas sehr bedeutendes stecken, ©in Sänger, der in „Albert Hall" zu London, singt, muß ein Llusnahme-Sänger sein, da er als Durchschnittskünstler den Riesenraum gar nicht hätte beherrschen können Gleichzeitig tritt neben Herrn Tamini Mrne. Carola T u r g e n y vor das Publikum. Auch diese Dame soll sich einer ausgezeichneten Stimme erfreuen. Als Solist unserer Kurkapelle wird Herr Szanto ein Konzert für Violine von Pierre Stajanowits spielen. Namen, wie Liszt, Wagner, Weber, Glinka usw. zieren den Zettel des Konzerts für diese Saison. Friedberg, 13. Sept. Der dritte Verbandstag des südwestdeutschen Milchproduzenten-VeretnS findet, einem Beschlüsse des Verbandsvorstandes zufolge, den dieser in seiner in Darmstadt abgehaltenen Vorstandssitzung faßte, am 3. und 4. Dezember in Friedberg statt. Am 3. Dezember ist Delegiertenversammlung und Begrüßungsabend im Hotel „Drei Schwerter", am 4. Dezember VerbandStag im „Hotel Trapp". Verbandsvorsitzender ist Oekonomierat Fritsch- DilShosen. 8. Offenbach, 15. Sept. (Tel.) Zwei Knaben im Alter von 11 und 12 Jahren, die sich Geld zum Besuche des Kinematographen verschaffen wollten, entrissen einem neunjährigen Mädchen das Handtäschchen. — Der Kunstmaler Völlmer, der sich das Adelsprädikat beigelegt hatte, wurde verhaftet. ! Mainz, 14. Sept. Beim Einfahren einer Maschine in den Lokomotivschuppen wurden heute nachmittag gegen 3 Uhr zwei Heizer durch ejne losgegangene Kuppelstange fest gegen einen Torflügel des Schuppens gedrückt, so daß sie nur mühsam befreit werden konnten. Hierbei erlitt der eine Brüche der beiden Unterschenkel, während d«n anderen eine Ferse abgedrückt wurde. Hackenheim in Rheinhessen, 13. Sept. Eine Riesen - erbsckaft ist einigen Familien von hier, Frei-Laubersheim und Kreuznach zugefalleu. Einer ihrer Verwandten starb als Besitzer mehrerer Rfttergüter in Deutsch-Polen und vermachte, da er kinderlos war, sein Vermögen von vielen Millionen Mark feinen Verwandten. Das Barvermögen allein soll rund 37 Mil- Itonen Mark betragen. Einer der Erben wurde noch besonders! Kuverts mit Hirma billigst vrühl'sche Universitäts-Druckerei. R. Lange, Stehen Daran ist doch wirklich nichts wunderbar, M daß Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen die Schleimhäute des Halses, die Bronchien und nebenbei auch die Schleimhäute des Magens und des Darmes so ungemein wohltätig beeinflussen. Die Sodener Quellsalze lind eben ein Spezifikum für die Atmungsorgane, und die ausgezeichnete Wirkung der Salze bei Säureansammlungen im Magen ist wissenschaftlich doch auch längst festgestellt. Daraus folgt, daß Fays ächte Sodener nirgends und in keinem Haushalt zu entbehren sind. Die Schachtel kostet nur 85 Pfg. und ist in allen einschlägigen Geschäften zu haben. (ss4/ OPEL® Fahrräder-Nähmaschinen Liebigshöhe Täglich frischen Zwetschenkuchen /4 736 Landwirten, Gemeinden u. Forstbehörden empfehle ich mein seit Jahren vorzüglich bewahr- Gift-Getreide täglich frisch bereitet — Frische Meerzwiebel geg.Ratten. Firma Otto Schaaf, Gießen, Seltersweg39 Ermüdung Häusner’sr Wendelsteiner m Brennessel- = Spiritus = Flasche Mk. 1.— und 2 — echt Marke „Wendelsteiner Kircherl“ bleibt und ist immer und immer wieder das beste und er folgreichste Haarwasser gegen Schuppen. Haarausfall. In Apotheken, Drogerien Central- Drog. E. Karn. Herrliche Locken erzeugt Lockenwasser ,,ISiüA“, EineUeberraichung füriedeDame ä Fl. 50 Pfg. Bei: Carl Seibel, Drogerie. Grossh. Gewerbeschule Giessen. — Abschlußprüfungen vor staatlicher Prüfungskommission — Das Wintersemester beginnt am Montag dem 24. Oktober ds. IS., vorm. 8^2 Uhr. Anmeldungen sind bis 20. Oktober an die Schulleitung (Kirchstraße 16) zu richten. Gießen, am 1. September 1910. D79 Der Auffichtsrat: Die Schulleitung: L. Heyligenstaedt. Traber. iRom, 14. Tept. In den letzten 24. Stunden wurden tu Apulien vier Erkrankungen und zwei Todesfälle an Cholera f e st g estell t. Kleine Tageschronik. In den Steinbrüchen von Huntersfield bei Glasgow stürmte eine Tunneldecke ein; sieben Arbeiter, wurden von den Steinmassen begraben. Es gelang, drei Männer herauszubringen, von denen einer bald darauf tarb. Vielleicht ist es möglich, die übrigen vier Ber- chütteten zu retten. Bei dem Orte Abanilla (Provinz Murcia in Spanien), ist ein'Er d st urA niedergegangen. DickSteine durchschlugen das Strohdach einer Hütte, wodurch drei Personen getötet wurden. ________________ Amtlicher Wetterbericht. O öffentliche Wetterdienststelle Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag dem 16. Septbr. 1910: Vorwiegend heiter, trocken, nachts falt, tags mäßig warm, Ostwind. Zum Schulbeginn Schal-Strümpfe, reine Wolle und plattiert ..... Sweaters für Knaben und Mädchen Mädchen-Reform-Beinkleider Mützen mit Abzeichen und Bändern, dunkelblau, in Tuch und Cheviot Mädchen-Schul-Schürzen, Kimono-Hänger ...... offerieren wir folgende Kinder-Artikel preiswert ........liir 6 bis 9 Jahre 65 Fig. and Mk. 1.05, Inr 9 bis 12 Jahre Mk. 1.05, 1.25 ....................ZD Mk. 4.75, 3.25, 2.00, 1.50, 1.00 ...................Zfl Mk. 3.75, 2.75, 2.50, 2.00 ................. zi Ik 3.00, 2.00, 1.50 und Pfg. 90, 60 ................ M. 1.75, 1.35, 1.25, 1.20, 1.00 üöd Plg. 85 Golf-Kinder-Jacken, weiss und farbig, in allen Grössen. a16/. Telephon 662 A. Holtcrhoff SÖhUG Seltersweg 20 Ausstellung der neuesten Mode 5006 für Herbst und Winter in garnierten und ungarnierten Damen» und Kinder-Hüten rSpfS5.e t^',Zufafen wje Fassons’ Sammefe U. Seidenstoffe, Bänder, Federn, Reiher, Phantasien etc. - Sleldizeifla brlnaen unser -—----—5 ager i"Jlerren’> Damen- u. Kinder-Wäsche, Korsetts, Schürzen, Handschuhen, Kleidchen, Schals, Häubchen, Mützen Damen=Pelz=Kragen und Feder=Boas etc. In Erinnerung. □ , n , „ _ , Ausgabe von Rabatt-Marken des Defailllsfen-Verelns “ Richard hoeroenfhal & Co., Giessen IRarktsfr. IN- gemeinsamen Großartige spannende Tragödie. Giessen, den 14. September 1910. Grossh. Kreisschulkommission Giessen MOS r~jusT-—। 1 > r Mm (D“/a Gelegenheit! Steife und weiche Hüte 5020 lNK. 1.50, 2.25, 3.—, 4.50 ll. 6.50 ab Privat Lehrinstitut für Schnittzeichnen und Kleidermachen. 4847 Gebrüder Umheuser Marktplatz 9/10 Marktplatz 9/10 S> grohe Posten letzter Saison In nur :: guten Qualitäten geben zu :: den äußerst billigen Preisen von Lispeln, schwere Zungen heilt Dir. Fs Baum Darmstadt, Bismarckstraße 48. Kursus in Giessen. Anmeldung, sofort nach Darmstadt. Empfohlen durch das Ministerium. ____ Leite Kurse der Schulen. 4196 Zur Gemeinderatswahl Lollar! i Nummer liegt ein Prospekt über uen- und Moden-Zcituug bei. [ss8/,] Zahn-Atelier Ol£a Theiss befindet sich jetzt Plockstrasse 5 TTT “' 1 (Caf6 Metropol) । Der Fürstliche Baurat: _____Seiler. .WOLFRAM V LAMPE 1 Mitgliedern zur gefl. ..... -C;uy.t Listen zur Ein zeichnung für den b,C 6iCfiSE Heinrich Schön III., Landwirt Philipp Schmidt V., Landwirt - ----- ^,/enlegung am 20. September. „Zugleich bitten wir, die Keller- raume zeitig in den Stand zu setzen, damit die Abladung flott vor sich gehen kann. *'O4)_________Der Vorstand. Rechtskonsulenten Sippel <& Stappel, Sonnenstrahe 31, Tel. 634, erteilen Rat in Rechtssachen, empfehlen sich in Anfertigung von Gemmen, Steuerdeklarationen, Ein- -tehung von Austenständen, Vertr.. m Erbschaftssachen vor Gericht. Lv"/. Aufstellung von Bermög.-Verz. ?c. Plockstrasse 12 Plockstrasse 12 zu veranstalten. Hierzu werden die Schu&orstände, Ortsvorstände, Lehrer und Lehrerinnen des Kreises, sowie Freunde und Bekannte des Scheidenden freundlichst eingeladen. 9l«»mitta68furk beginnen wieder 19?®- Anmeldungen sowie Prospekte täglich. - Auswärtige Damen können Pension erdalten. Marie Sack, Mmisch gebildete Lehrerin Schauzcnstrafte 22 (Stic West Anlage Wie Amalie einen Gatten sand, humoristischer toCxXoTfcHC Sensationsdrama. große WMiegeii in Umkreich. Wunderbare, nicht alltägliche Ausnahmen, hochinteressant. Ein komischer Held. Humoristischer Schlager. Die Verhaftung der Herzogin Beery. Spannendes Drama. ((y7628 6in kWMMM EinbruD-LAtzmittel, hum. Schlager. Tonbild: Wir Weiber. Franz Weiß, Kaufmann Ludwig Rohrbach VII. Mre^timme^aus beide Auf der "Rückseite von Dr. Oetker’s Vanillinzucker-Päckchen finden Sie ein vorzügliches Rezept für Vanille-Creme. , Pka?eiLSie «onst noch Interesse für die bewährten Rezepte von Dr. Oetker, so erhalten Sie dieselben umsonst in jedem Geschäfte, welches Dr. Oetker s Backpulver führt, oder auch umsonst und portofrei von der Backpulverfabrik Dr. A. Oetker, Bielefeld. bie inBetracht kommen, entweder auszuscheiden oder wiedergewählt zu werden. — Von verschiedenen Setten ist eine Anzahl neuer Kandidaten aufgestellt worden. Läßt man nun diese im Geiste ms?!?« man,(5,llb uns dieselben auch keine goldenen Berge versprechen können. Den wenigsten gilt es darum, das ■ LU? Gememderatsmitgliedes nach Recht und Gerechtigkett xe .Gemeinde und deren Einwohner zu verwalten, ?te I^brzahl gehört dem sogenannten Strebertum an, ^e nur darnach trachten, ihren Ehrgeiz zu befriedigen und im ^r?*fnbhpnfPnUhJl6m>x ™ brauchen im Gemeinderat ehrlich und, I ^brecht denkende Männer, die ihre eigene Meinung besitzen und dieselbe zu vertreten tuütande sind. Die sich nicht, sei es durch Befangenbett oder sonsttge Nachteile, von anderen tnS Schlepptau nehmeu lassen und tanzen müssen wie einzelne pfeifen. Darum muffen wir uns liberale uneigennützige Manner wählen, die im Gememderat eme wirkliche Arbeit leisten und nicht solche Streber, deren liberale Versprechungen bald verraucht sind, welche die Meinung vertreten, wer dreimal soviel Steuer bezahlt rote ein anbeter, müsse auch^ dreimal soviel Recht in der Gemeinde haben I ääiKäßfi?**’" "•*“ “ I" ßetön? ^on verschiedenen Seiten wird bemängelt, I die Leute wären mitunter zu alt, es müßten hinge und neue Kräfte I in den Gemeinderat. Bei der letzten Wahl E wir nach diAm Ersatz gehandelt und es ist auch nicht bester, eher schlechter! 8h.10 Kr,fa!!ren Ultr wohl am besten, wenn wir! die drei alten Mitglieder wtederwäblen. Hätte auch manches I in der Gemeinde anders werden können, wie es geworden | ift, so müssen wir ihnen doch das ^euanis ausstellen I Jie immer nach bestem Wissen gehandelt ^aben und vor allen! Dingen stets gerecht durchgegangen sind. Diese Anerkennung können I ro^sL6neMm besten dadurch beweisen, daß wir unsere Stimmei wieder auf sie vereinigen, wäre es doch undankbar gehandelt, Leute I £lC Schuldigkeit auf diesem (den Strebern sei's gefugt) nicht | en dosten getan haben, so saus facon beiseite zu )®teüen. (5015 __Biele Wähler. Gemeinderatswahl in Lollar. Wähler! , der Fähigkeit, eine Gemeinde wie die unftifte 11 fnXm ru können unb ftetS auf K ! samstem Wege gerecht ou wirtschaften, damit uns die Lasten nicht 11 ^bnen^drn Zerren" miC te gegenwärtig bestehen, empfehlen wir t)v»ivn uic