rrr. 289 Tvt rddirtai auier 6: '»' .&«« «"d Cfftbition tfir vüdingru: Bal)nl?ofttraße 16». - Teleph»« Nr. 50. Sreßsg, 9. Dezember MV yezn gSsreiSr monatlich 75 "Bf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Pik. 2.— viertel- jährl. ausschl. BeileUq. Zeilenpreis: lokal 15Pf., auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Voetz; für .FeuiUe- Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten. Erzherzog Franz Ferdinand in Berlin. Berlin, 8. Dez. Der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Fcr- b tn an b ist um 5 Uhr 12 Min. hier eingetroffen und begab sich im Automobil mach dem Neuen Palais in Potsdam. Dazu wird uns noch aus Berlin geschrieben: In Begleitung seines Vetters, des Erzherzogs Fried- Ach, will der österreichische Thronfolger sich von Berlin ms in das Hofjagdrevier bei Hannover begeben, öo am Freitag und Samstag in Gesellschaft des deutschen Kaisers gejagt werden soll. Dieser Jagdbesuch des Erzherzogs ist natürlich in erster Linie als eine Erwiderung des Gesuches aufzufassen, den ihm Kaiser Wilhelm im September »ttses Jahres in den ungarischen Jagdrevieren bei Mo ha cs rbstatlete, in zweiter Linie aber dürsten mit diesem Besuch lolitische Erörterungen verknüpft sein, woraus schon die 'mw es en heil des deutschen Reichskanzlers und des österreichisch-ungarischen Botschafters in der Göhrde ljinbeutet D-enn die Persönlichkeit des österreichischen Thronfolgers ft im Gegensatz zu der anderer Kronprinzen, die sich vor edem Eingreifen in die Ereignisse des Tages hüten müssen, ine so hochpolitische, daß sie auch in der iym vom deutschen Mer verliehenen Hofjagduniform von der großen Politik kickt zu trennen ist. Und die jüngsten politischen Erörte- nngen gelegentlich des Zarenbesuches in Potsdam geuen fanz von selbst das Thema für politische Unterhaltungen H'diP* bedeutsamen Charakters. Was freilich in Potsdam rnrtcrt und vielleicht auch beschlossen wurde, entzieht suh n seinen Einzelheiten der öffentlichen Kenntnis. Man Dein jetzt, daß sich die Unterhaltungen des Kaisers und des ;Grcn. sowie der sie begleitenden Staatsmänner, in der! Uchlung einer deutsch-russischen Annäherung bewegt haben, nb glaubt auch zu wissen, daß Kaiser Wilhelm hier den ehrlichen Makler" zwischen dem seit den jüngsten Orient* mrten verfeindeten Rußland und Oesterreich-Ungarn ge* ■ piclt, ja, vielleicht hem Zaren eine Begegnung mit dem kreisen Beherrscher der Donaumonarchie nahegelegt hat. 2aüon ist es ja freilich inzwischen stille geworden, aber nftreitig haben sich die Beziehungen zwischen Petersburg i nb Wien seit dem in die gleiche Zeit, wie die Potsdamer > Honarchenentrevue, fallenden Rücktritt Iswolskis gebessert, • der wenigstens eine Nuance erhalten, tote sie bei dem ersönlichen Gegensatz zwischen den beiden Ministern des luswärtigen, Aehrenthal und Iswolski, nicht möglich war. Allerdings, eine völlige AusMinung zwischen Peters- urg und Wien steht noch rn weitem Felde, mag auch Iswolskis Nachfolger, Sassanow, in der russischen Orient- «littk einige Sclzritte zurückgewichen [ein. Wer da be- d)tet hat, wie vor kurzem der österreichisch^ungarische trieasminister, Baron v. Sä-önaich, vor den Delegationen ruf Die gefährdete Lage der Do naumo na rchie hin wies und Luf die Möglichkeit, ja, notorische Gewißheit, daß Oester- eich-Ungarn einmal einen Krieg nach mehreren .Fronten rin (Rußland, Serbien, Italien) zu führen haben inerbe, >ür[te lwraus entnehmen, daß die Verhältnisse der nternationalen hohen Politik auch heute noch, namentlich n punkto Balkanfragen, keineswegs geklärt sind. Feste Abmachungen in dieser Beziehung kann man na- ürlich im Jagdschloß der Göhrde kaum treffen, wie es nöglich wäre, den österreichisch-italienisch-russischen Tiffe- enzen alle ihnen gegenn>äctig noch anhaftende Sclzarfe zu iel)men. Hierbei dürfte sowohl die Persönlichkeit des Grasen Aehrenthal, der wohl and) deslzalb den Erzherzog nd)t begleitet, als ^uch. die ja in sicherer Aussicht stehende Vermehrung der österreichischamaarischen Truppenmacht uni) Flotte eine ganz hervorragende Rolle spielen. Denn Aehrenthal ist und bleibt für Rußland, solange er an der Spitze der auswärtigen Politik Oesterreichs steht, der schwarze Mann: die Verstärkung der österreichischen Wehrmacht aber wird, zumal wenn die neuen Truppen in die südlichen Grenzgarnisonen gelegt werden, in Italien als ein Akt der Feindseligkeit empfunden. Ob es Kaiser Wilhelm und seinem Kanzler gelingen wird, den Erzherzog davon zu überzeugen, daß in Petersburg und Rom der Wille zur Verständigung mit Oefterreid^Ungarit vorhanden ist, wenn man in Wien den Grasen Aehrenthal opfert und die neuen Regimenter im Innern des Landes garnijoitierm läßt, steht dahin. Jedenfalls müßten diese Akte in einer Form erfolgen, daß sie in Paris und London nicht als Zeichen der Schwäche ausgelegt werden können. • An den vorstehenden Ausführungen unseres Berliner Mitarbeiters wird doch wohl manches nicht zutreffend sein. Daß die Berliner auswärtige Politik darauf hinarbeiten soll, den Grafen Aehrentl)-al zu stürzen, ist kaum glaublich. Der „brillante Sekundant" erfreut sich ja wohl auch heute noch der Anerkennung Kaiser Wilhelms. Graf Aehrenthal ist ein so kluger, weitblickender Staatsmann, wie ihn Oesterreich sich nur wünschen kann, und der Erzherzog Thronfolger wird schwerlich darin unserem Kar, er nach ei fern, daß er feinen Bismarck entläßt. Ter neueste Jagdbesuch braucht nicht notwendig so hochpolitischer Natur zu fein, daß man an einschneidende Verschiebungen auf dem diplomatischen Schachbrette denken müßte. Die französischen Kämpfe im Vadaigebicte. ck Paris, 8. Dezember. Zu den Unglücksnachrichten cmS dem Wadai, die im Laufe des Mittwochs dahin ergänzt wurden, daß die französische Kolonne außer dem Oberstleutnant Moll, zwei Offiziere, ferner zwei Feldwebel, drei Sergeanten und 28 Tirailleurs an Toten, außerdem 11 Vermißte zu beklagen habe, während ein Offizier, ein Feldwebel, drei UnteroffHieve und 69 Tirailleurs verwundet wurden, werden von den Zeitungen sehr verschiedenartige Hinzu- setzungen und Kommentare gemacht. Während nämlich die einen die offiziöse Darstellung glatt hinnehmen, daß die französische Kolonne die Feinde zurückgeschlagen habe, sich in guter Ordnung in eine gedeckte Stellung zu begeben vermochte, wird das von anderen sehr energisch bezweifelt. Die Fanatiker könnten sich wohl vor dem Kugelregen in die Büsche zeitweilig zurückgezogen haben, hielten ober wahrscheinlich die Kolonne umklammert. Ueber- haupt sei die Lage int Madai-Gebiete, vielleicht selbst in ganz Französisch-Zentralasrika, sehr, sehr ernst. lieber das Vorgehen Frankreichs in der Tschad-Gegend hat eine hervorragende Persönlichkeit der Kolrnial-Verwaltung einem Mitarbeiter des „Petit Parisi en", des Organs des Handelsministers Dupuy, eine Reihe interessanter Mitteilungen gemacht. Zunächst dürfe man nicht die Tragweite des traurigen Ereignissen übertreiben, da Frankreich nach wie vor über Abecher und die dort aufgestapelten Vorräte und Munitionen verfügt. Vielleicht habe sich Oberstleutnant Moll von seinem Temperament zu weit fortreißen lassen, um durch einen kühnen Handstreich ein ähnliches Ergebnis zu erreichen, wie die Einnahme von Abecher. Angesichts der schweren Verluste der französischen Truppen müsse man aber auf neue Angriffe der Snufsi gefaßt sein, gegen die wohl die 1500 Mann unter den Befehlen des Majors Maillard für den Augenblick ausreichen dürften. Selbst wenn die Franzosen Drijole räumen müßten, so wäre doch der Eindruck, den der Tod des Sultans und die Verwundung Dudmuras auf die Fanatiker gemacht, ein nachhaltiger. „Der Schluß, der aus diesem «Handel zu ziehen ist, geht dahin, daß so rasch als möglich ein französisch-englisches Eiw vernehmen über die Frage der Grenze des Darfu- und des Wadai-Gebiet.es erzielt werde. Gegenwärtig versieht Frankreich allein die Polizei jener Gegenden." lAbg. Messimy, ein persönlicher Freund und Kamerad des Oberstleutnants Moll, will die Regierung über ihre zukünftige Haltung in jener Gegend interpellieren, die für Frankreich nickt den gering st en Wert hat und in die man von keiner französischen Kolonne aus direkt bringen kann. In der Tat kostet die Polizeiaufsicht Frankreich in der Sahara alljährlich mindestens zwanzig 9Jiillionen. Wenn Abg. Mesftrny auch nicht die Räumung jener Gebiete fordert, so will er dock) wenigstens klar und deutlich die Absichten der Negierung kennen. Falls diese für Beibehaltung der Truppen im Wadai-Gebiete ist, dann muß sie den Offizieren klipp u. klar vorschreiben, sich streng an) die ihnen erteilten Weisungen zu halten und sich nicht auf Abenteuer einzulassen, wie das die meisten tun, weil sie im Falle des Gelingens auf Belohnungen und Beförderungen zahlen zu dürfen Dauben. Paris, 8. Dez. Die Kammer beschloß einstimmig eine Kundgebung für die üit Wadai Gefallenen. Der Minister der Kolonien legte vor dem Ausschuß der Kammer für auswärtige Angelegenheiten die Lage im Wadai dar und die Maßnahmen, die die Regierung zu treffen gedenke. Der Präsident des Ausschusses bat die Negierung, die notwendigen Vorkehrungen $u treffen, um eine Wiederkehr ähnlicher Vorfälle zu vermeiden und wenn er es nötig erachte, über eine genaue Regulierung der Grenzen in Unterhandlungen zu treten. Aus den hessischen Aummerausschüssen. Darmstadt, 8. Detz. Der FinanzansschußderErstenKarnmer war am Mittwoch und Donnerstag unter Vorsitz des Grafen zu Erbach-Fürstenau zu Beratungen versammelt und erledigte eine Anzahl kleinerer, von der Zweiten Kammer verabschiedeter Beratungsgegenstände. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hielt heute nachmittag ebenfalls eine Sitzung ab. Der ftellbertretenbc Vorsitzende, Abg. Molth an, gedachte zunächst des bisherigen Ausschußpräsidenten, Abg. Reinhart, zu dessen Ehren sch) die Mitglieder von den Plätzen erhoben hatten, und teilte weiter mit, daß er namens des Ausschusses am Grabe des Dahingescchedenen etneii Kranz niedergelegt habe. Der AussckMß wählte alsdann einstimmig den Abg. Dr. Osann zum Präsidenten gemäß dem Brauch, daß die stärkste Fraktion der Kammer den Präsidenten zu stellen hat. Die WahL eines weiteren Ausfch.ußmitgl'iedes als Ersatz für Herrn Reinhart wirh in der morgigen Vollsitzung der Kammer erfolgen; es hierfür Herr Dr. Heid en reich vorgesehen. Der Ausschuß beschäftigte sich darauf mit dem neuen Gesetzentwurf über die Schuldentilgung, worüber eine eingehende Aussprache stattfand. Geheimerat Dr. Becker gab dabei an Stelle des noch wegm Krankheit verhinderten Fincm^- Ministers eine nähere Darstellung über die Ziele und Absichten des neuen Schuldentilgungsgesetzes, sowie über die Unterschiede gegenüber den früheren Bestimmungen. politische Tagesschau. Der Profefsorenstrelt in Berlla. Nachdem Professor Bernhard am Mittwvch bei Eröffnung des Kollegs über den Professorenstreit geäußert hatte, daß er es acs seine Pflicht erachte, seinen KathÄer zu verteidigen, ist am gestrigen Freitag am Schwarzen Brett der Berliner Universität ein Anschlag erschienen, der von den Professoren Sch moller, Sering und Wagner unterzeichnet ist und besagt: Professor Bernhard sprach damit eine Beschuldigung öffentlich aus, welche bisher nur von anonymen Berichterstattern in brr Öffentlichkeit gegen uns erhoben wurde, daß wir fein Recht auf die Teilnahme der sogenannten Hauptwortes an gen über Nattonol- ökonomie verletzt hätten. Er erhob die Beschuldigung, obwohl eine vom Rektor mit ehrengerichtlichen B e f u gnissen aus- gestattete Kommission eingesetzt wurde. Bernhard hat sich aus diesem Anlaß schriftlich verpflichtet, sich der Oessentlichkeit in jeder Form zu enthalten. Wir erklären hiermit jene Be- schuldiglmg für umvahr und werden den Beweis dafür in der Kommission erbringen. Auf die Sack-e selbst hier einzugehen. Lhambord. 9. Dezember 1870. Bei den weiteren Kämpfen auf dem rechten Loire-Ufer war 5 einmal nötig, eine größere Abteilung Franzosen, die sich n dem Schloß Chambord festgesetzt hatte, aus ihrer Stellung u vertreiben. — Dieses große Schloß gehörte dem Grafen >e Chambord und liegt mitten in einem Park, der einen Umfang vn zwer Meilen hat und ringsum mit einer Mauer eingeschlvsstn st. Fünf Tore, an denen Gebäulichkeiten stehen, führen in den ßarf hinein. Dieses Schloß sollte von dem 2. Bataillon des L Regiments am 9. Dezember genommen werden, und einzelne lömpagnien begannen den Angriff an verschiedenen Toren; die Kompagnie, unter Hauptmann Ka11rein, erbrach das nörd- iche Tor, dessen Gebäude zur Befestigung eingerichtet, aber nicht Dn Soldaten besetzt waren, und marschierte auf ben großen lLarkweg aus das etwa noch breiniertel Meile entfernte Schloß vor. Der Major des Bataillons, B e ch st a t t, setzte sich mit der 6. mb 7. Kompagnie in ben Besitz des Haupteinganges, wo eine kindliche Abteilung von 40 bis 50 Mann durch Gewehrfeuer »urch das Torgitter hüidurch vertrieben wurde. Nun ging die > Kompagnie unter Hauptmann Scriba in der Hauptallee gegen *ad Schloß vor, während die 7. Kompagnie vorläufig noch das Lor besetzt hielt. Es fing schon an zu dämmern, als Hauptmann Dcriba um 1/^5 Uhr den Vormarsch aus das Schloß antrat, iine die Flanke der Kompagnie bedrohende feindliche Abteilung wn 2 Offizieren und 25 Mann wurde sofort umzingelt und fangen genommen. Als der Hauptmann bei völliger Dunkelheit an der über den Schloßgraben führenden Brücke ankam, orderte er die jenseits stehende feindliche Abteilung auf, sich u ergeben Eine Gewehrsalve war die Antwort und der Haupt- rian mußte sich daraus beschränken, die Brücke besetzt zu halten. Da kam Hauptmann Kattrein mit 2 Zügen, im ganzen 3 Of- iziere und 51 Mann, in der Nähe der Schloßbrücke an. Erlegung, l>aß die Dunkelheit dem Feinde die kleine Anzahl der Ingre,senden verbergen mußte, faßte Hauptmann Kattrcin den übnen Entschluß, das Schloß mit Sturm zu nehmen. Seine apsere Mannschaft kam seinem kühnen Befehle nach. SBie ib-r Hauptmann befohlen, führte die Kompagnie den Angriff durch, »hne einen Schuß zu tun. Als die kleine Heldenschar, die Osfi- iere an der Spitze, mit gefälltem Bajonett und mir lautem Hurra U)er dü Brücke stürmte, gab die französische Linie noch eine, aber nicht treffende Salve, dann stob alles in wilder Flucht auseinander. Ein eben abgeprotztes Geschütz wurde sofort genommen und seine sich wehrende Bedienungsmannschaft zum Teil nieder- gemacht. Ein anderes aufgeprotztes Geschütz, das umkehtte und im Galopp durch den Schloßhof flüchten wollte, wurde von dem Gefreiten (späteren Korporal) Meyer mit 3 Mann eingeholt und genommen; 3 andere Geschütze und 12 Munitionswagen waren bei dem allgemeinen Schrecken so ineinander gesahren, daß an eine Flucht nicht mehr zu denken war. Am Eingang des Schlosses gaben ein verwundeter Oberst und 2 Statbsoffiziere ihre Degen ab, und die etwa 300 Mann betragenden Soldaten, die sich ins Schloß geflüchtet hatten, ergaben sich ohne Widerstand, lieber 2000 Mann waren in wilder Flucht durch das südliche Parktor entkommen. Altes dies war das Werk weniger Minuten und die Arbeit von nur 51 hessischen Soldaten unter Anführung von 3 Mutvollen Offizieren; des Hauptmaims Kattrein und der Leutnants Neßling und Weber. Die gleich nachfolgende 6. Kompagnie, sowie die ebenfalls dämmende 7. Kompagnie fanden jeglichen Widerstand gebrochen und beteiligten sich an der Besetzung der Ausgänge und der Entwaffnung der ins Schloß geflüchteten Soldaten. Nach einigen Sinnden kam auch die Schwadron Dresky vom 1. Retter-Regiment und hatte lange zu tun, den Knäuel von Pferden und Fahrzeugen zu entwirren, um zunächst diese und die Gefangenen fottzuschasfen. Ein glänzender Erfolg war errungen, denn des Schloß hatte eine wichtige Lage; es war darum von dem General Morandi mit 6000 Mann schon seit einigen Tagen besetzt gewesen, und dieser sollte noch 3000 Mann mit 5 Geschützen als Verstärkung erhalten. Als diese Verstärkung um 5 Uhr von Blois ans angekommen mar, war sie sehr erstaunt, statt des Generals Morandi, der schon am Mittag um 3 Uhr, als die hessischen Tirailleure an der Parkmauer sich zeigten, nach Bracieux abmarschiert war, bereits deutsche Truppen im Park anzutreften. — Am 6. Februar 1871 waren die 6. und die 8. Kompagnie mit dem Bataillons-, Regiments- und Brigadestab, wie mir im Landkalender für das Großherzogtum Hessen lesen, noch einmal im Schloß Chambord einquartiert. Am Mittag spielte die Regimentsmusik im Schloßhvse, die Soldaten tankten dazu und feierten damit die Erinnerung an ihre Kähne Tat vom 9. Dezember. — Eine kostbare Gemäldesammlung. Ans Newport wird berichtet: AuS Madison in Newjersep kommt die Nachricht, daß die große Kunstsammlung des verstorbenen Dr. Leslie D. Ward, des einstigen Vizepräsidenten der Prudential-Ver- sichenmgsgesellschaft, im Januar versteigett werden soll. Sack- verständige unb Kunstkenner schätzen ben Wert dieser ausgezeichneten Sammlung auf weit über 800 000 Mark. Die Gemäldegalerie Wards enthält eine Reihe köstlicher Werke der Schul« von Barbizon, drei Corots, die man zusammen auf über 80 000 Mark schätzt, eine Landsckwft von Daubigny, zwei prächtige Tierbilder von Van Maroke, den „Araberschei^' des bekannten, vor einigen Jahren verstorbenen Crvnberger Tiermalers Schreyer, „ein alter Mann" von Israels, mehrere Werke von Duprös und zahlreiche andere Stücke, deren Verkauf bei Kunstfreunden lebhaftem Interesse begegnen wird. — Die Memoiren der Markgräfin. Das Erscheinen einer neuen grohen Ausgabe der berühmten Memoiren ber Mark- geäftn Wilhelmine von Bayreuth im Leipziger Insel-Verlags erinnert uns bar an. baß in diesem Jahre gerade ein Jahrhundert verstrichen ist, seitdem die einst viel beachreten Denkwürdigkeiten vjoii Friedrichs des Großen geistreicher Schwester zum ersten Male im Druck erschienen. Und zwar kamen sie, obgleich im Original französisch gefdjrieöen, zuerst in einer deutschen Heber* setzung bei I. G. Cotta in Tübingen heraus und unmittelbar darauf rn einem Braunschweiger Verlage. Zwischen den beiden Herausgebern entspann sich alsbald ein scharfer Streit um die Echtheit, da jeder behauptete, im Besitze des Originalmanuskriptes zu fein: die Ausgabe von Cotta umfaßte nur die Jahre vcm 1709 bis 1733, die brauuschweigisckie dagegen die Zeitspanne tton 1706 bis 1742. Viel später stellte es sich heraus,, daß beide Ausgaben nur auf Abschriften beruhten: das Original-, manuskript wurde erst 1848 von dem Historiker Georg Friedrich Pertz, ber bamals als Oberbibliothekar in Berlin wirkte, gelegentlich einer Äücherversteigerung zufällig entdeckt unb zum Gegenstand einer besonderen Schrift gemacht (Berlin 1851). DaS Manuskript hatte sich im Nachlasse bc5 Dr. non Suppervitt«, ehemaligen Leibarztes ber Markgräfin, vorgefunden und enthielt außer den eigentlichen bis 1742 reidxmbcn Memoiren noch das mit dem Vermerk „ceci ne doit Pas etre imprime" versehen«, versiegelte Tagebuch aus Italien, das bis 1754 reicht. Dieses bisl^er imveröffentlichte Tagebiick befindet sich gegenwärtig im Besitze von Schillers Urenkel Alexander Frei Herrn v. Gleichen* Rußivurm, der eine Publikation für dis nächste Zett vorbereitet^ * ----------- 6 Deutsche» rreich. i toieb fe der GJeftern hatten unsere Stadtverordneten eine lange und tntmHn« Tn«».'.'»Sho.. . ... . _ .w ° der Unionisten» Die Blätter melden aus Beuthen: Wenn sich die Nachricht bestätigt, baß auch der polnische Reichstags- ab geordnete Korsanty nicht mehr kandidieren will, so würde von den jetzigen polnischen Abgeordneten Ober» schlesrens keiner meyr in den Reichstag zurückkehren. in der seiner \ t>es alphabetischen Namensverzeichnisser Tiegen am 9., 10. und 11. Dezember zu jedermanns Einsicht i, unserer Geschästsstelle offen. Verlag des Adreßbuches für die Stadt und den Kreis Gietzei Schnlstraße 7/9. Ä !1>Uun' ”W ü"’Ä fei« ZX'to graMM burdiiufiihrtm unh Knfc x;. U'1 Schwurgericht. th. Gießen, 9. Dezember» Die Brandstiftung vom Henriettenhof bei Ruppertenburg. »Id Liga Ausluud. Aus Toulon wird gemeldet, daß gegen einen Marine- Iieferantcn, einen Arsenalbeamten und einen Arbeiter öic strafrechtliche Untersuchung wegen Entwendung von Sinnbarren eingeleitet ivurbe. Ter Arbeiter wurde verhaftet Das „Journal oyi-icU" veröffenUicht eine Kundmachung deS französischen M a r i n e in i n i st e r s , wonach ein anonymer Spender 100 000 Franks für eine Rettungs- Vorrichtung gewidmet hat, die der Besamung von Unter- leebooten gestatten soll, ihre Boote im Falle eines Unglücks unter Wal,er zu verlassen und lebend an die Meeresoberfläche zu gelangen. An der .PreiSberoerbung können nur Franzosen teil» nehmen. Sn M oSkau versuchte am Mittwoch eine Anzahl Studenten, die Vorlesungen zu stören, wobei blutige Sckstägereien entstanden. Die Polizei umzingelte das Universitälsgebäude und nahm mehrere Verhaltungen vor. 3.n der türkischen Kammer besprach der Großwesier auch den Plan des Amerikaners Ehester betr. einen 2000-kito- meingen Bahnbau in Ostanatolien und teilte mit daß mi&er der wionvpolscage für den Minenabbau an der Linie noch Schtvrerigkeilen wegen des Ausgangspunktes beständen, was mit dem Vertrag der Bagdadbahn Zusammenhänge. sst IMS "^rsagt. Ebenso muß der mitunter^ ckmete Professor Sering beit Nachweis der Unwahrheit der gegen ihn Oefscittlichkeit noch besonders erhobenen Verdächtigung hre vor der Kommission vorlegen. Wir bitten die Kommilitonen, ihr eigen. .' Urteil bis zum Urteilsspruch der Kommission zu vertagen. Diese Erklärung erfolgt mit Genehmigung des Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses. TaS ArScitSprogramm deS Reichstags nach Neujahr. Der Jmmobiliarschaden beträgt 2500 Mk. Der Wert der vermchttten, Vorräte etwa 1000 Mk. Medizinalrat Haberkorn ist der Ansicht, daß der Angeklagte für seine Tat strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden muß. Gläser sei ein Alto- lwliker, aber Nicht bevarug degeneriert, daß er nieht wisse, was er getan habe. Dadurch, daß er zeitweise im Gefängnis Ivar, wo er ohne Schnips leben mußte, habe sich der Angeklagte immer wieder erholt, so daß man nicht von einem Säufer sprechen könne. Zweifellos aber hat man es mit einem Menschen zu tun, bet »urch den Genuß des Alkohols erheblich in feiner WillcnSkrah gejästvacht ist, was bei der Abmessung der Strafe als Milderungs- gründ angesehen werden könne. SÄ'® bi? P^pht-zciungm und ertläcen, e/ Uegc 2 Regierung ettoeber Adreßbuch Die Buchstaben Damit ist die Beweisaufnahme beendet. a Qr2iek Geschworenen gerichtete Schuldsrage wird -ul 8 608 b. R.Str.-G. formuliert: „Brandstiftung an einem Gc- baude, welches zur Aufnahme von landwirtfä-astlichen Vorräten bc* ihmmt m '' Die Wahlen in England. »nT , ni u°in'n8" ®ei-. Uhr.) GooLhtt sind I 4 3 Libe- 19A Un,° nisten, 26 jßertretcr der Arbeiter- Partei, 4 5 Redmondi st en, 5 Obrienisten Die Li- 19' ble Arbeiterpartei 4Sch- Mc Kinnon Wood, Unlerfefret4r im Auswärtigen Amt, wurde in Glasaow mit cuicr Liehrhcu von 1917 Stimmen gewählt. *^IC Wahlen in den Städten sind mit dem neftrinpn ±a.°c Abschluß gelangt und brachten den Uiüaniften einen Am" timriprnng. Leide Parteien scheu jezt mit Ü ru">e d n Sen *n tirQ'fd,aftm »» die Äi Ä DaS Schicksal des Arbeitskantmergesehes ssitt, so schreibt man uns aus Berlin, nach den Beschlüssen der Vollversammlung des Reichstags für besiegelt. Da auch die brüte Lesung des Entwurfs in der Vollversammlung kaum ein anderes Ergebnis zeitigen und die Stellung der Regierung jedenfalls in den ftrütigen Tragen die gleiche bleiben luirb, so darf das Gesetz schon jetzt als gescheitert betrachtet werden. Wie wir hören, ist beabsicl)tigt, eine unverbindliche Stellungnahme des Bundesrats zu den Beschlüssen ztueiler Lesung herbei-! zujühren. Nach den vorläufigen Festlegungen des Reichstags ist beabsichtigt, vom 10. Januar ab zunächst die erste Lesung der Novelle zum Strafgesetzbuch und die zweite Lesung des Hausarbeitsgesetzes vorzunehmen. Hierauf sollen die noch ausstehenden kleineren Vorlagen und bad Arbeitskammer- gesetz in.brütet Lesung erledigt werden und im Anschluß daran mit der zweiten .Haushaltslesung begonnen weroen. Ta man annimmt, daß die zweite Hausyaltslesung bis Mitte Marz erledigt fein kann, so soll die Reichsversicherungsordnung, die im Ausschuß auch erst im Februar zu Ende beraten sein wird, erst nach dem Schluß der Haushaltsberatungen auf die Tagesordnung gesetzt werden. TaS Ein- führungsgesetz der Reichsversicheruugsorduung, das gegenwärtig noch dem Bundesräte vorliegt, und das mit der Reichsversicheruugsordnung in Verbindung stehende Gesetz betreffend die Aufhebung des Hilfskassengesetzes werden dem Reichstage erst gegen Ende Januar zugehen, wenn! der Neichöversicherungsausschuß sich dem Schlüsse ihrer Be- ratungen nähern wird. I und fange bei dem Nachbar an. Nachmittags gegen 4 Uhr sah ! der Zeuge den Angeklagten, der angeblich einen Rock holen wollte, im Henriettenhof. Müller sah, wie der Angeklagte eine kleine Srune, mit Schnaps gefüllte Flasche aus seinem Bett holte unö in die Tasche steckte. Betrunken sei der Angetlagte an dem Tag nicht gerne,eil. Mitknechte bezeugten, daß Gläser stets ein Fläscb chen mit schnaps in der Tasche getragen habe und nicht sinnlos be* tPnfcn öcmefen sei. Die 7jährige Diehl aus Ruppettsburg hat einen Mann an jenem Abend von der Sttaße aus in die abgc brannte e^euer steigen sehen. Kurz darauf sah es Rauch aut steigen. Der 1 Jahr ältere Bruder des Mädchens kam cm Weilchen später vorüber, und nahm wahr, wie ein Mann aus einer Luke der Scheuer stieg. In der Scyeuer sah er Lick wie von einer Laterne. Als er nach Ruppertsburg kam, stürmte cS und die Scheuer brannte lichterloh. Andern Zeugen ist Gläsn aus dem Wege nach Villingen begegnet. Auf Befragen IiatU er geantwortet, er wisse nichts von dem Feuer. Der Sekretor des Schatzamts in Washington, Mac XJcagb, befürwortet in seinem Bericht an den Kongreß noch dringender als bisher eine R e f o r m des G e l d u m l a u f e s! Falls es dazu nicht sofort kommen sollte, empfiehlt er den Na- twnalbanken die Errichtung auswärtiger Filialen und den Eintritt hi, ^biete des inländischen Geschäfts zu gestatten, mnron C5. ber- Trustkompaanien Vorbehalten waren. Unser System, beißt es m dem Bericht, kann füglicher- ?aC a n 1 r erzeugendes System genannt werden, flT0X uattonale Bank^Umlaufssystem auf wirkt. Wir haben kein System von Re- serven. Wir konzentrieren unsere sogenannten Reserven in New-! York und daun zwingen wir die Newyvrler Banken, Darlehen öu.gewahren und heben so die stieserven wieder auf, Heer und Flotte. ct' Die von verschiedenen Zeitungen ge- brachte Nachricht, ein Unteroffizier habe sich hier zu landesverräterischen r — 1 brauchen lassen, ist unrichtig fest, daß irgendwelche Geheimgegenstäni,^ uu^yeneTeri fmb. Bei der Denunüatwn, die zur Verhaftung des Unter-! ofsiziLrs führte, handelt es sich, wie eS scheint, um die nPhJin0^ VnCs P*110 6an- zuverlässigen Mannes, geben^^ eutgeieileie Untersuchung näheres er-! Budingen, 7. Dez. Nachdem die Einwohnerschaft von Büdingen der Vorteile der Gasbeleuchtung sowohl im öffentlichen Verkehr wie im privaten fett drei Wochen teilhaftig geworden, wurde eS von der Stadtverwaltung kür zweckniäßig erachtet, den Nutzen deS Kohlengases auch nach einer anderen Seite hin weiteren Kreisen I darzulegen. Zu diesem Zwecke war Ingenieur Bruns IAus Hannover zu einem Bortrage über die moderne Küche unter besonderer Berücksichtigung des IKochens mit Gas gewonnen worden. Der Vortrag fand heute abend int Saale des Fürstenhofes statt und hatte einen zahlreichen Besuch, besonoers von Frauen, auf» I zu weisen. Im Vorsaal hatte die Firma H. Schön-Bü- I dingen eine Anzahl Kochherde uni> Kochgeschirre aus- aestellt. Im Saale spendeten zahlreiche Lampen und Bc- leuchtungstörver in allxn möglichen Ausstattungen eine ö'Iut von „Pintsch-Licht", und ein sechspserdiger Motor der Gasmotorenfabrik Aktien-Gesellschast K ö l n - E h r e n f e l d, Zweigniederlassung Franlsurt a. M., lenkte besonders die Aufmerksamkeit unserer Handmerks- meister auf sich, der während der Pause seine „schwnng- stjaste" Tätigkeit entsaltete und bet manchem den Wunsch nach einem solchen „Christkindchen" erregte. Auf einer ^bu Tasel vor der Bühne waren neben einer Auswahl I Gestern verhandelte das SckMurgericht gegen den 46 Mf nxoberwen Gusküche, besonders alten Gelegenheitsarbeiter Wilh. Gläser geboren zu Cölleda Backereien^ aller Art, die Fabrilate der Firmelt C. H. zuletzt auf dem Henriettenhof, wegen schwerer Brandstiftung. Die sc n o r r »Heilbronn, Nährmittelsabrik „Hansa" in .Ham- Anklage verttitt Staatsanwalt Trümpert. Als Verteidiger bürg mit Backpulver, Puddingpulver usw., H. Schlinck Ä Rechtsanwalt Raab bestellt. Es sind 8 Zeugen geladen unk u. Co.-Mannheim mit Palmin uitb Palmona u. a. ausgestellt Haberkorn als medizinischer Sachverständiger IStaM","4?*“ ? ÄS* “A„b,4,SÄH "" s"2" «•£ banl'te füV baf infirrHrfP Ur«rf ^llUUUi’ ®u! deren Zweck, mit Grummet und Stroh gefüllt war, angczündet zu haben,'w!^ oanlte fUr oas zahlreiche Erscheinen und stellte sodann aber angetrunken gewesen sein. -nCC ?or‘ > Jugenteur Bruns aus Hannover ver- Der Vorsitzende Landgerichtsrat Schmidt bemerkt haft an ftanb ausgezeichnet, bie Ausmerksamkeit ber Zuhörer dem Abend als der Brand ausbrach, auf dem Gleis der Neben- zu |e))clit. Er entarte von vornherein, daß es ihm fern bahn Villingen—Ruppertsburg verschiedene landwiiüfchaflliche Ge- liege, den Hausfrauen von Büdingen und denen, die es r“te .un?r c’n Wagenrad gefunden worden feien. Da Gläser bw werden toolieii, bas Kochen zu lehren, denn damit würde I “^ttteil:ar an der Bahn herlausende Straße benutzt hat, sei er er jedenfalls gründlicki hereinfallen, er wolle ihnen aber ein-? Eisenbahntransport gefährdet zu haben. Der GimSm gemeldet: Im Anschluß an die seinen, wie sie gut, schnell und praktisch kochen können, I ^^o^ate erwidnt, dieser.Sache gar Nichts weiß. Enthüllung des S t eu b e n d e n l m a l s sand am Mittwoch abend "Ud dies ist ihm nach dem ungeteilten Beifall aller n0 gestaltet sich sehr einfach. Pachter -M^lied des Uo?gresses, Hörer vollkommen ge^unaCn,Tltd^um TÄ ^age beschädigt. ErM Bernstorfs hielt einen Trinkwrt^ An-r Einladung des fl genommenen Doken hnrn.rolAt. ms... leinen SM« Ti.rfm,, Präsidenten folgend, gab der Newyorker Liederkranz im Weißen Hause, wo die Gaste von der Gattin des Präsidenten auf das liebens würdigste empsangen wurden, einen eindrucksvollen deutschen Liederabend. , - - r . «. -"-7 imi------- -- immer sehr brav und ordentlich getan. Am . - . . aber um so wirk,amere und Morgen des Brandtages, einem Montage, sollte er mit 3 Polen .m gern genommenen Dosen dargereichte Würze, nämlich einen Acker Dickwurz ausmachen. Als der Dienstherr zum Früb- den Humor. Er besprach in verständlicher Weise die Ver» stack aus das Feld kam, erllärte der Angeklagte seinem Herrn, er Wendung des Heizgases für die Zwecke des Haushalts vom ar*cl$e dickst mehr bei ihm, er habe bereits einen neuen Herrn wirtschaftlichen unö hygienischen Standpunkte und zoa an» JQn0e sbci «rem ^^ar an. Nachmittags aegen 4 Uhr sah schauliche Vergleiche zwischen GaS- und Kohlenfeuerung. b & a ben 9ümefIflaten- bpr flnoer,firfl oiter erläuterte er an Hand der von der Gerrnania-Ofen- und Herdsabrik Winter u. Co. in Hannover ausgestellten Apparate und Herde ihre Handhabung und Bedienung, betonte ferner unter Anfügung einer Reche von Vorsichts» | JnaBregcln bte Ungefährlicykcit ber Anwendung des Gases bei Beobachtuna der auch bei der bisherigen Kohlenfeuerung notigen Vorsicht, die Billigkeit des Gasverbrauchs und die Vorteile in Bezug aus bessere Bereitung der Speisen jeder Art durch Erhaltung der wichtigsten Nährstoffe. Wahrend deS Vortrages konnten sich die Zuhörer und Schmackhastiy^ü der auf GaSseuer her» aefteufeit Napfkuchen und sonstigen von den mit Herstel- lung von Prcwaraten beschäftigten Firmen in Fülle gebotenen LeckerbiOen überzeugen. Unterdessen brodelte, buk und briet es auf den blitzblanken Gasherden nach HerzenS» fl!rtUnrer einer ganz in den „Ätam" passen- Um tr ieb e n ' o71l?cn^ünnte Ängenteur Bruns fein gegebenes ,Ver- ü. Zweifellos s?ehi huiterm Herd'/, den Zuhörern einwandfreie Speisen iwe nicht ausgeliefen Äscher wie vermutet, einigen. Ein saftiges! ein knusperiger Hahn, ein auS KalbSfcieandau, Makkaroni, ^uppe und Dunstobst bestehendes Mahl für u Personen, ein unten nicht angebrannter und oben nicht meyr ,,patschiger", sondern prompt geratener Rapskuchen und eine Anzahl schmackljafter Weihnachtönaschereien vil- Kück^ ^beit in der modernen .vt- om Hh6i>nischen Standpunkt aus interessierte ein L-terilisierapparat, mittelst dessen in einigen Augenblicken -'N g-nrzer Korb Zeller und^Schüsseln, Beten Relniauna IS'iF 0„n mnoroirnaiaTtiugen Vorräten■ b ihUaS “Ära besorgt wird, Aus Antrog des Verteidigers wird noch die Frage nach mist uiiyuLanr, rroaen, warm und battenensrcr gemacht luuibe. beimben Umitdnben gestellt. w waren bie Ausführungen bcs . Staatsanwalt Trümvert plädiert für schuldig im Sinne 9Wnrpi?h ib b/e kosten der Gasfeuerung im b?L^nnfa9L mE lft „bcrn glicht, daß e5 im vorliegenden Fall Vergleich zur Kohlenfeuerung. Als Beispiel führte er an auch ay jedem Umstand mangelt, der geeignet wäre, mib Kohlenfeuerung das Kochen von 2 Liter Wasier -ugunsten des Angeklagten verwertet zu werden'und bittet. 20 Minuten beansprucht und ßi/2 Pfg kostet bei Gas^,/ Ibie ^richtete Frage zu verneinen. rung nur 8 Minuten und «/< Psg. Srntcn Die vicrriditmin a b üe?uc?,t QuJ bic Darlegung be5 Medd eines Vollbades beansvruckt 10 Min nrrn1* hl^»at^E' S?bCElorn/ nacb btcr man mit einem vom Alkohol iq o i iu JJtin. uiio kostet etiuQ | begenenertcii Menfchen zu tim habe Das l»in Mnni.'nt Mmi» itaaiS eC« SÄS** 8‘" - Ä tosSSSttÄSSiSBlM“ " """"' ' r® «iE — «.tz;;», U11O ‘ 5)1 b 7608 gegen 6406, also 19 v. H.; Hannover und Berlin bie Gasbeleuchtting einführien Si f .M, 8 “■Ö;, , bezeichnete Gas und Elektrizität als glelchbercchtwte aficin aus die La^d-Sirren7nsttlt 491 "Ä1”^ valm, doch besitze das Gas den Vorzug der 2,ahre 1905, als die Jrrrenanftalt noch nicht eröffnet war, zählte S- B. in Berlin in einigen die Stadt 7488 Einimihner ^ Stadtteilen das elektrische Bogenlicht der Preßgasbeleuck, Aus Dem übrigen Reich. tuna wegen des höheren Lichteffektes der letzteren habe Bochum. 132829 gegen 118455 im Jahre 1905. weichen muffen und gab auch einige Ausschlüsse über die L x Düsseldorf. 356 733 (253 274). Ohne die eingemein- Herstellung des Gases. Die Berbesfcrung der Beleuchtung beten Borotte beläuft sich bic Zunahme auf 34 322 oder 13,6%. wurde von beit Anfängen ber Gasbeleuchtung burch 9w ?" rt mund 212862 gegen 175557 im Jahre 1905. führung eines Schnittbrenners, des Arg'ntbrpi,' Kiel 208845 gegen 182501 im Jahre 1905. ners, des Jnvertlichtes, des Pintschbrenners Breslau. 510929 gegen 470924 im Jahre 1905. Lu den neuesten Errungenschaften ber Beleul-htnni-^ - Berlin hat nach vorläufiger Ermittelung 3680000 Eiii- Gaswesen eingehend^daracleat und die Nerock^n^^ wohn er; tm Jahre 1905 wurden im Ganzen 3 205 578 gezählt ha 1 Berechnung der Karlsruhe zählt 133963 Perumen gegen 111249 omr -2 buraj Vorfuhrung einer Hefnerkerze der Ver. 1. Dezember 1905. 16^ich mit den neuzeitlichen Beleuchtungskörpern gezooen ----------- - Einstimmig waren bie Zuhörer ber lleberzeugung, einen Koche mit Gas! l-h-'und genußreichen Abend verlebt zu hadew Rauschen. , U-b-r die Verwendung des Gases beim Kochen wurde ymnTfüi feine 3nßEllleu' in Budmgeu ein interessanter Vortrag gehalten, der auch > 1 1 1 Zuführungen. anberwärts interessieren bürste. Mctn berichtet uns baruber: recht groß lvar und zeitweise etwas sehr durcheinander ging. Eingeleitet wurde die Sitzung mit einer scharfen Erklärung des Stadtv. Dr. Ebel wegen seines Antrages auf Schaffung eines neuen Stadtwgppens, ober bis zum Schluß der Sitzung war eine Klärring auch in dieser Sache eingetreten und das Wappen wird demnächst die Versammlung wieder beschäftigen. Tie Anträge der Buraer- meisterei wegen der für das nächste Jahr vorzusehenden S t r a ß e u -W i e d e r h e r st e l l u n g e n gab Anlaß zu einer fast uferlosen Aussprache, die schließlich mit der Annahme der Vorschläge endigte, da man den Ausweg sand, alle weiteren Wünsche für 1912 zurückzustellen. Sie sollen dann an erster Stelle berücksichtigt werden. Auch die Durchführung des 71/2 Minuten Verkehrs b i s zum Schützenhaus brachte wieder längere Erörterungen. Der Antrag wurde diesmal angenommen, da der Abschluß des ersten Aetriebsjahres der Babu si chgünstig gestaltet hat. Es wäre zu wünschen, daß diese gute Entwickelung der Straßenbahn auhält, damit die weiteren Ver- kehrSwünsche später eine ebenso wohlwollende Förderung _ finden wie der gestern vorliegende. — Dem Beispiel anderer Städte folgend wird die Stadt vom 1. April 1911 ab einen einheitlichen GaSpreis von 17 Pfg. für Leucht-, Koch- und Heizgas einführen, währnu) für das sog. JuduslriegaS, das auch fernerhin 13 Pfg. tosten soll, der seitherige Rabatt von 1U Proz. in Fortfall kommt. Außerhalb der Tagesordnung brachte Stadtv. Winn das Klcevachtal-Bahnprojekt zur Sprache, das auch fernerhin von der Stadt Gießen aus eifrig weiter verfolgt werden wird, trotz der von Wetzlar aus gemachten Anstrengungen, die Ztleebachtal-Orte, die wirtschaftlich durchaus nach Gießen neigen, durch die Führung der Bahn nach Wetzlar abzuziehen. Der öffentliche T'1 der Sitzung schloß mit der (auch von uns schon öfters t. . nten) Mahnung an die Einwohner sch ast „Kauft am Platze « * * Tageskalender für Freitag, 9. Dez. Stadtthea- ker: Hol)e Politik. Anfang 8 Uhr. Alldeutscher Verband. Vortrag von Superintendent K l i n g cm a nn-Efsen: Die Westmarktufrage. Abends 8y« Uhr in Steins Garten., * * Ordensverleihung. Der Koni7 von Preußen hat dem Hauptmann a. D., Freiherrn van der p zu Schmüle nn Kreise Biedenkopf, bisher im 5. Hessisch. Infanterie-Regiment Nr. 168, den Roten Adlerorden vierter Ülasse verliehen. * * Eisenbahnpersonallen. Die unkündbare An- stellung in der Hefs.-Preuß. Elsenbahn^emeinschast wurde dem Eisenbahn-Assistenten Ludwig Bernhard hier verliehen. **GudrunHildebrandtsTänze, die uns gestern abend in Steins Garten vorgeführt wurden, waren voll anmutiger, frischer Natürlichteit. Die Künstlerin, von frühester Kindheit Terpsichore ergeben, hat doch nicht daS geringste Komödiantenhafte an sich. Ihr bewegliches und beseeltes Minenspiel begleitet die geschmeidigen Schwingungen ihres Körpers mit herzlichster Empfindung. So reiht sie die Zuschauer mit sich hin, ob sie eine Traum- stintmung tanzt, oder „Rosen aus dem ©üben" uns vorgaukelt, ob sie die Holzschuhe der holländischen Bäuerin hebt oder rassischen spanischen Weisen sich hingibt. Ihr wohlgebauter, biegsamer Körver scheint keiner Kraftan- ftrengungen zu bedürfen, wie die Musik uns durch weiche und leichte Ansätze am wonnigsten durchdringt, so schwebt Gudrun Hildebrandts beseelter Tanzrythmus dahin, von den leisen Takten der Fußspitzen zu graziösem Springen und Hüpfen oder tollem Wirbeltanz sich steigernd. Immer doch lächefnd, voll Heiterkeit. Gudrun Hildebrandt, die Achtzehnjährige, streut auch den Zauber der Jugend und Schönheit um sich aus, sie endet ihren schlichten Tanz im Bauernstil mit dem immer flinkeren seitlichen Heben der Glieder, lachend und joud^cnb, sie gibt, wenn sie die Jahreszeiten verkörpert, dem Frühling die Zartheit seines Wesens, dem Sommer üppige Glut, dem Herbst das fröhliche Jagen und dem Winter Flockentanz und Schellenklang. Wie sie tanzend von Lebenslust sprüht und auf sentimentale Stimmungsmache Verzichter, so sind auch ihre Vorträge meist von lieblicher Schalkhaftigkeit getragen. Ein Liebestanz- fbicT auS der Biedermeierzeit, das die Künstlerin mit ihrem Bruder Siegfried Hildebrandt tanzte, erweiterte die mimische Darstellung zu humoristischer Unterhaltung, ohne trivial zu werden. Alles war entzückt von dem schönen, lustigen Abend, zu dem Herr Siegfried Hildebrandt noch einige Schwänke und heitere Dichtungen beigesteuert hatte. •* Briefbestellun g. Um dem Publikum nach Wegfall des AnkunstSslempels die Kontrolle darüber zu erleichtern, ob die Briefe rechtzeitig bestellt werden, geben wir nachstehend eine Uebersicht, welche Briefe in Gießen bei den einzelnen B"stellgängen planmäßig abgetragen werden sollen: Bei der 1. Bestellung (715 V.) solche Briefsendungcn, die spätestens um 637 V. mit der Briespost von Llch, bei der 2. Bestellung (1030V.) solche, die spätestens um 106 mit Zug 71 von Frankfurt, bei der 3. Bestellung (215 N.) solche, die spätestens um 120 N. mit Zug 45 von Frankfurt und bei der 4. Bestellung (61ö N.) solche, die spätestens um 545 R. mit den Schnellzügen von Kassel und Frankfurt hier eingehen. •• Unfall. In einem Neubau der Lahnstraße fiel gestern em im Treppenbau beschäftigter Weißbinder von einer Leiter und brad einen Arm. L» tdkreis Gießen. r. Inheiden, 8. Dc-. Hier wurde heute eine Frau, als sie die Ferkel unter den im Hofe stehenden Pferden heraustreiben wollte, von einem Pferd derart an den Kopf geschlagen, daß der T 0 d alsbald eintrat. = Hungen, 8. Dez. Die dritte Jnstruktions- stunde |ür 1910/11 des Verbandes der Krankenkassen und der Gemeinden als Träger der Krankenversicherung im Großherzogtum Hessen sindet Sonntag, 11. De». 1910, nachmittags 21/» Uhr, hier im Hotel zur Traube statt. Es werden besprochen: Gefchäftsergebnifse für 1909. Der Kreis der nach dem Krankcnversicherungsgesetz versicherungspflichtigen Personen. Die Meldepflicht der Arbeitgeber nach dem Kranlenversicberungs- gesetz und die sich infolge Versäumung der Meldepflichten ergebendem Strafen und etwaigen Ersatzansprüche. Weiter werden die Behandlung der „Sammelmappen" und die vom Perband eiugeführten Musterformulare erläutert., Kreis Alsfeld. — Alsfelds 8. Dez. Am 6. Dezember fand die konstituierende Sitzung der Zweigstelle Alsfeld der Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge statt. Außer den sonstigen in Betracht kommenden Stellen gehören der Zweigstelle sämtliche Aerzte des Kreises Alsfeld an. Der Aerztliche Kreisverein hatte vorher, nach^ einem Vortrag von Professor Dr. Ko epp e, zu der Frage Stellung genommen und die vorgeschlagene Regelung gutgeheißen. Die Versammlung war von ca. 25 Personen besucht, die sämtlich in den Ausschuß der Zweigstelle, der zugleich der Zentrale angehört, eintraten. Der Vorsitz wurde Kreisrat Dr. Heinrichs übertragen. Der Zweigstelle ist ein Kredit von der Zentrale eröffnet. Sie beginnt mit einer Beratungsstelle für die Stadt Alsfeld, die von den Alsfelder Aerzten übernommen und von der Zentrale eingerichtet wird. Die Beratungsstelle wird im Januar eröffnet. Ein Lokal hat die Stadt Alsfeld zur Verfügung gestellt. Für die Arbeit in den Landgemeinden wurde em Ausschuß gebildet, dem u. a. der Vorstand des Kreisgesundheüsamtes und sämtliche Aerzte des Landkreises angehören, Kreis Friedberg. x D ad-Nauheim, 8. Dez. Vor Eintritt in die Tagesordnung der heutigen Sitzung der Stadtverordneten gab Bürgermeister Dr. Kayier das Ergebnis der Volkszählung in unserer Stadt bekannt, wonach Bad-Nauheim jetzt 5629 Einwohner zählt. Es bedeutet das seit dem Jahre 1905 eine Zunahme von rund 600 Personen. — Von den Stadtverordneten ist die Anlegung eines großen städtischen Spiel- und Sportplatzes vorgesehen. Der Platz soll im Hochtoald angelegt werden. — Es wurde beschlossen, daß für Benutzung des Stadtbaussaales zu Versteigerungszwecken 3 Mk. für die Stunde, 5 Mk. für eine längere Zeit bezahlt werden müssen. — Die Urlaubsordnung der städtischen Beamten soll nach der Gehaltsskala bemessen werden, es können vier, drei, und zwei Wochen Ferien gewährt werden. — Damit die Vorbereitungen zur Kaisers- Geburtstagsseier rechtzeitig getroffen werden, wurde em Ausschuß zu diesem Zweck gewählt. — Bei der Neuwahl des Schulvorstandes wurden die'seitherigen Mitglieder Dr. Hahn, Rentner Wallmann und die Stadtverordneten Wörner und Grünewald wiedergewählt. — Auf eine Eingabe des Bürgervereins hin, die Bürgersteige in den Straßen, die von der Stadt gekehrt werden. Familie >■ :>.. Gießen, Süd-Anlage 7, den 9. Dezember 1910. 6682 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Kronenberg. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Frau ßljrijtiiit ßcmiie Werner Wine, sagen wir allen unseren innigsten Dank. Todes-Anzeige. Heute mittag entschlief nach langem Leiden unser guter Barer, Schwiegervater, Großvater, Bruder imb Schwager Herr Jacob Maid Rendant der Spar- und Darlehenskasse im 68. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Maid „ Jung „ Brücke! „ Gg. Häuser „ Äath. Häuser Watzenborn-Steinberg, den 8. Dezember 1910. Die Beerdigung findet SamStag den 10. Dezember, nachmittags 31/* Uhr, statt. 01013o . ff“» liefert billigst die ßrühi’sche lwV0i ls 1111 i Mi $1(1 druckereLGie^eihSchulstrJ ** ’ 'M M Wz* - ILLUSION 6RALLE .ti /> O exn* « «1' «* BlütendufL In allen Jahreszeiten den köstlichsten Blütentropfen ohne Alkohol im Lenchttunn. Täuschende Naturtreue. Ein Atom genügt! 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Bernhardt kam jüngst beim Stoßballwersen so unglücklich zu Fall, daß er einen Schenkelbruch davontrug. Der zugezogenc Arzt ordnete die Ueberjührung des Jungen in die Gießener Kiinik an, zumal man noch innere Verletzungen besürchtcte. tz Marburg, 8. Dez. Gestern und heute fanden hier sür die ausgeschiedenen Stadtverordneten Dr. Wallenfels, Prof. Neißert und Färbermeister Estor bet starker Beteiligung die Er - s a tz w a h l e n statt. In der 1. Abteilung wurden Prof. Dr. Bredt und in der 2. Abteilung Kaufmann Tromm mit großer Stimmenmehrheit gewählt. In der 3. Abteilung muß Stichwahl stattfinden zwischen dem Bürgerkandidateu Töpfermeister 5tvrl Eckhardt und dem Beamtenkandidaten Postfekretär Frese. * Von der Edertal sperre, 8. Dez. Zn den dem Untergang geweihten Ortschaften beginnt man bereits mit dem Verkauf der Wohnstätten. So wurden in Asel Häuser und Scheunen zum Preise von 50—1000 Mark aus Abbruch verkauft. Die alte Klosterkirche in Berich soll in Neu-Berich wieder aufgebaut werden. sc. Wiesbaden, 8. Dez. Die hiesige Stadtveruml- tung hat in ihrer Sitzung in vergangener Woche zur Inangriffnahme von Notstandsarbeiten eine Summe bewilligt. Bis heute haben sich bereits 4 0 0 A rbcit S - lose gemeldet, von denen jedoch nur 200 eingestellt werden können. LLrecHUcys LleicyrrcHten. Katt)oli|d)e .einöe. Samstag nachmittag und abeud wird ein srcmder Priester Beichte gören. Amtlicher Wetterbericht. Wetterausnchten m pegen am Same lag, dem 10. T?z. 1910: Wolkig, trüb und Regen, mild. Letzte Nachrichten. Aus Der Zweiten Henischeu Kammer. R.B. D a r m st a d t, 9. D^. Inder heutigenSitzung der Zweiten Kammer wurde zuerst ein dringlicher Antrag des Abg. Korcll verhandelt, der die Regiermig ersucht, den Artikel 4 Llbsatz 3 des 9t c i ch s v i e h s cu ch e n g e s c tz e s energisch durchzuführen. Nachdem der Antrag von Abg. Brauer kurz besprochen war, wurde er einstimmig angenommen. Anstelle des verstorbenen Mitgliedes des Finanzauofchustes Reinhart wurde Dr. Heidenreich geivühlt. In der Besprechung der Städte- ordnung sprach Dr. Zuckrnaher zu gunsten der ^lusschlust- beschlüsse über den Enüvurf, wäl-rend Abg. Reh Kritik übte und namentlich das AufsicÄsrecht über die Städte sowie die Magistratsversassmrg bemängelte. Abg. Orb polemisierte gegen die angebliche Reaktion und das ZeMrum. Abg. Raab griff die Qtegierung scharf an uild behauplele, daß das Beslätigmrgsrechr nur der Sozialdemokratie wegen ausgenommen worden sei. Die Nichtbestätigung der Si^ialdemokraten sei das beste Agitattons- mittel für sie. Minister des Innern Hombergk zu Bach betonte, daß dieser BeslLtigungsparagraph schon ausgenommen gewesen fei, als die Sozialdemokratie noch nicht die Rolle gespielt habe wie heute. Bei der Beslütigungsfrage handle die Regierung durchaus gesetzmäßig und so lange er die zu vertreten die Ehre habe, werde er an dem BestLtigungsrecht festhalten. (Hört, hört! Zustimmung.) Die Sitzung dauert fort. * Intendant Claar bleibt in Frankfurt. Frankfurt a. M., 8. Dez. Der Intendant des hiesigen Schauspielhauses, Claar, erklärt die Meldung, daß er die Leitung der Wiesbadener Hosbühne an Stelle von Mutzenbechers übernehme und zwar in der gleichen Form wie Hofrat Sarnau in Hannover, für eine den Tatsachen nicht entsprechende Kombination, da er sich verpflichtet habe, bis 1912 in Frankfurt a. M. zu bleiben. Die Wahlen in England, London^ 9. Dez. (1 Uhr 15 nachts^ Bis jetzt sind gewählt: 147 Liberale, 193 Unionisten, 28 Mitglieder der Arbeitspartei, 45 Redmondisten und 50 Brienisten. Die Liberalen gewinnen 13, die Unionisten 19. und die Arbeitspartei 4 Mandate^ * Paris, 9. Dez. Die Kammer beschloß, über die Anfrage der Abgeordneten Messimy und Bienaime, über die Vorgänge in 23 a t> a i am 16. Dezember zu verhandeln. Darmstädter Mel weltberühmt durch ihre Korinen- schönheit, Solidität und ihren billigen Preis liefert Ihnen vollständig frei ins Haas unter Garantie DM/J von 10 Jahren daa Darmstädter Möbel- Einrichtungshaus Efldwig Mringer Konstgewerbllches Etablissement für Innenausstattungen Telephon 1441 DARMSTADT Heinrichstr. 67 Portofreie Zusendung meines Prachtkataloges. Besonderes Vergnügen am Weihnachtsabend bereiten Sie einem jeden Raucher in Ihrer Familie, wenn Sie unter dem Weibnachtsbaum zu den Geschenken aller Art I Kistchen Zigarren mit beilegen. Sie erhalten solche m bekannt guten Qualitäten von 25 Stück & Mk. 1.25, Mk. 1.50 usw., 50 Stück ÜMk. 2.50, Mt.3.— usw , 100 StückäMk. 4. Mk. 4.50, Mk. 5.— usw. m dem Zigarrengeschäft von Richard Ruchacker, Neuen Baue II. Mitglied der Rabatt-^>ar-Vereinigung. 6670 Das neue Äartpfltgemittel Struwwelin gibt dem Bane jede Form ohne zu kleben, ohne Brenneisen und oljne Barlbinde, hergestcUt v. (£. D. 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