Montag 13. Juni 1S10 160. Jahrgang folgt: „Der Deutsche Evangelische Kirchenausschuß hält es nicht nur für sein unveräußerliches Recht, sondern betrachtet es auch als seine unabweisbare Pflicht, namens der in ihm zusammengeschlossenen deutschen Landeskirchen diesen durch nichts begründeten Angriff gegen die evangelische Kirche mit voller Entschiedenheit zurückzuweisen. «• . Zwar sind ähnliche Vorstöße nicht neu. Sw werden m gelehrten wie populären Schriften vielfach zutage treten, ohne daß eine andere Abwehr erforderlich schien, als die Korrektur, die die geschichtliche Wahrheit von selbst herbeiführt. Anders verhält es sich aber, wenn, wie es unlängst rn der Eanasius-Enzyklika vom 1. August 1897 geschehen ist unb nun hier in noch schärferer und verletzender Weise wiederholt wird, das Haupt der römisch-katholischen Kirche selbst das Wort nimmt. Mit der vollen Wucht höchster kirchlicher Autorität werden hier Behauptungen ausgesprochen, die durch auffallenden und weitgehenden Mangel geschichtlicher Einsicht Unkundige irre führen müssen. Und nicht nur dies, sondern durch die herabwürdigende Beurteilungen der reformatorischen Großtaten, aus denen unsere evangelische Kirche ruht und die unser evangelisches Volk unter seinen heiligsten Erinnerungen bewahrt, werden KircheundVolkaufdasTiefsteverletzt,un^ das friedliche Einvernehmen der Konfessionen wird schwer gestört. m Indem wir als einen durch btc Reformatwn errungenen Bentz die Freiheit des Gewissens fordern, achten wir jede religiöse Ueberzeugung, die anderen heilig ist, und verwerfen rede Kampfes-» art, die diese Achtung vermissen läßt. Wir trachten um unseres deutschen Volkes tote um des! Evangeliums willen danach, daß der unvermeidliche Gegensatz, der Konfessionen sich umwandele in einen heiligen Wettstreit des Ringens um die ewige Wahrheit zur Entfaltung und Erweisung der in ihr beschlossenen Kräfte der Liebe. Darrn erblickt die evangelische Kirche den allein gewiesenen Weg zu dem für unser Vaterland unentbehrlichen Frieden der Konsesswnen. Eben darum aber können wir nicht anders, als mit heiligem Ernste der Wahrheit im Namen dec in dem Deutschen Evangelischen Kirchenausschuß zusammengeschlosseuen Landeskirchen Deutschlands auszusprechen: Wir weisen zurück dieunbegründetenSchmahungeu unsererReformatoren, deren hohe und gewechte Gestalten I unser evangelisches Volk als Bahnbrecher und Väter seines Glau- | bens zu verehren und hochzuhalten niemals aufhöreu wird. Deutsches Reich. Der neu ernannte Staatssekretär des R e bch! s kolonialamts v. Lindequist übernahm am Samstag vormittag formell die Leitung der Geschäfte, indem er bee vortragenden Räte, die Hilfsarbeiter in den ZivilabLev- tun gen, die Sperren vom .Kommando der Schutztrnppen undi die Vorsteher der einzelnen Bureaus in dem großen! Sitzungssaal des Reichskolonialamts um sich versammelte. Nachdem der Staatssekretär die großen, unvergänglichen! Verdienste seines Arntsvorgängers, der übrigens die Beamten noch zu einer besonderen Abschiedsseier in seinem Heim begrüßen wird, mit herzlichen Worten gedacht hatte, behandelte er in kurzen Zügen die nächsten Ziele ber; deutschen Kolonialpolitik und drückte die Hoffnung aus, daßj! die koloniale Beamtenschaft, mit der er in teils bis in die neunziger Jahre zurückreichenden gemeinsamen Arbeit ver-, bunden war, ihm bei der Lösung der schmierigen Aufgaben- mit dem alten Pflichtgefühl unb Einmütigkeit unterstützen werde. Zu seinem 80. Geburtstage wurde dem R-eichks targis^ und Landtags-abgeordneten Albert T'DL-geD der Kronenorden zweiter Klasse verliehen. Die 9. Huuptversarnmlung des D^e-uärsäh-» Evangelischen Kra^uenbundes ist für 22./2S. Juni nach Coblenz einberufen worden. Die verschiedenen Berrchd. erftatterinnen werden aus ihren in den AibeitsausschüLeU Zum päpstlichen Hirtenbrief. Köln, 12. Juni. !Die „Köln. Ztg." meldet aus Rom: Wie in gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautet, ist auch der bayerische Gesandte vom Heiligen Stuhl, Freiherr v. Ritter, beauftragt gewesen, im Namen seiner Regierung Vorstellungen wegen des Borromaus-Hirten- brief es bei der Kurie zu erheben. Berlin, 12. Juni. Aus Anlaß des Borromäus- Hirtenbriefes sand heute eine vom Vorstand des Evangelischen Bundes einberufene Volksversammlung im Zirkus Busch statt, die von mehr als 4000 Personen besucht war, darunter von Professor Harn ack, einer Reihe von Theologieprofessoren und Geistlichen. Es sprachen unter anderem unter großem Beifall der Anwesenden Landtagsabgeordneter Strosser, Professor Hans Delbrück, Rerchstagsabgeordneter Friedrich Naumann und Professor Kahl. Sämtliche Redner wiesen darauf hin, es sei höchst bedauerlich, daß gerade in der jetzigen Zeit, wo das deutsche Volk des konfessionellen .Friedens am meisten be- >ürfe, eine derartige Kundgebung zu erlassen. Es gelangte chließlich folgende Entschließung zur Annahme: Die heutige Versammlung im Zirkus Busch weist die durch keinerlei Herausforderung begründete, vielmehr mutwillig unternommene und zweifellos in beleidigender Form voraebrachten Angriffe des Papstes auf die Reformation und den Protcßan- tismus mit dem Ausdruck tiefsten Befremdens und unverhohlener Entrüstung zurück und erhebt Einspruch im Namen der Geschichte gegen die Verunglimpfung der Reformation und ihrer leitenden Männer als „Verderbern des Glaubens" und „Wottführern sittlicher Zügellosigkeit, im Dicnfte korrumpietter Fürsten und Völker", im Namen des konfessionellen Friedens gegen die schimpfliche Unterstellung, der Protestantismus sei Pest und Ketzerei, und du evangelische Freiheit sei eine Seuche, ein Laster und Zuchtlosigkeit, und im Namen des deutsch-nationalen Ehrgefühls gegen die Anmaßung, das zwar nicht ausdrücklich genannte, aber folgerichtig am schwersten betroffene Mutter- l a n d d e r R e f o r m a t i o n , das zu drei Fünftel Proteitachen zählt — an der Spitze der deutsche Kaiser — trotz amtlich geregelter Beziehungen öffentlich -u beschimpfen. Indem die Der- sammlung die Schuld au dem unerhörten Vorgehen und feinen unberechenbaren Folgen ausschließlich der römischen Kurie beimißt erinnert sie die katholischen Mitbürger an den schreienden Widerspruch zwischen der jetzigen Herabwürdigung des Protestantismus und der früheren Erklärung des Papstes, nirgends sei der Katholizismus so gut aufgehoben wie in Deutschland und erklärt zugleich, dem von Rom gegebenen Beispiel, den Streit der Bekenntnisse mit vergifteten Waffen und sittlicher Schmähung zu führen, nun und nimmer folgen zu Mollen und ruft alle Vaterlandsfreunde auf, sich der ziel- bewußten Abwehr der sriedensstörerischen päpstlichen Kundgebung rückhaltlos anzuscUießen. Es wurde beschlossen, die Kundgebung dem Mmrster- präsidenten v. Bethmann Hollwea zu übersenden. Die Versammlung sang alsdann den ersten Vers von: „Ein feste Burg ist unser Gott", worauf sie um 21/* Uhr nachmittags geschlossen wurde. Die Kundgebung des Deutschen Evangelischen Kirchenäusschusses lautet im Auszuge wie Ans Hesse». Die Bekämpfung der Schnakenplage wird in der Zweiten hessischen Kammer durch eine Anfrage der Abgeordneten Molt Han und Dr. Schmitt geforderte Sie lautet: Seit Jahren leidet der in der Nähe des Rheines befindliche Teil ber Provinz Rheinhessen sehr stark unter ber Schnakeiiplage. Die Versuche einzelner Gemeinben zur Bekämpfung biefer Plage sind» ergebnislos geblieben. Wir fragen beshalb: .Ist die Großherzogliche Regierung gewillt, staatlicherseitS- Maßnahmen zu ergreifen, um eine einheitliche unb gemeinsame Bekämpfung dieser Plage burchzusühren 1° VezugSPretS: monatlich75Ps^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Ab hole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch Der Naher in Schwerin. Aus Potsdam wird gemeldet: Der Kaiser begav sich ant Samstag vormittag 10 Uhr 52 Min. mit Gefolge im Sonderzug nach Schwerin zu den Tausseiei lichkeiten. Schwerin, 11. Juni. Im Schloß begrüßte ber Kaiser die Großherzogin und die fürstlichen Gäste. In der Schloßkirche versammelten sich inzwischen die zur Taufe, des Crbgroßherzogs geladenen Damen und Herren. Am Altar hatte sich die Geistlichkeit ausgestellt. Die Großherzogin Alexandra erschien allein im Gotteshaus und nahm neben dem Lausbecken Platz. Die Fürstlichkeiten begaben, sich vom Salon der Großherzogin Anastasia in feierlichem Zuge zur Mrche. .Hierbei führte der Kaiser die Groß- Herzogin-Witwe Marie. Oberhofprediger v. Wolfs vollzogt die Taufe mit I o r d an w ass e r, während ein Salut von 21 Schuß abgegeben wurde. Der Erbgroßherzog erhielt die Namen Friedrich, Franz, Michael, Wilhelm, Nikolaus, Franz' Joseph, Ernst, August, Hans. Der Kaiser empfing im Großhcrzoglichen Schlöffet den Prinzen und die Prinzessin Heinrich XVIII. von Reuß und nahm den Dee bei der Großherzogin-Mutter. Um1 7 Uhr 30 Minuten abends war Familicntafel unb gleichzeitig im Goldenen Saal Marschalltafel. Der Kaiser ist um 10 Uhr abends abgereist. Der Großherzog geleitete ihw im Automobil zur Bahn. ' Tie erste Ausgabe der neuen Gesetzgebunb muß es sein, die Grund- und Gewerbesteuer einer durchgreifenden Reform zu unterziehen, die Grundsteuer, die bei dem Grund und Boden auf den alten Grundsteuer- kapitalien von 1824 und bei der Gebäudesteuer auf Schätzungen der 1860er Jahre beruhen, unb ber Gewerbesteuer, bereu Aufbau ebenfalls auf veralteten Grundlagen gestützt ist; ie können unter feinen Umständen aufrecht erhalten werden, ja sic weder Rücksicht auf das im Gewerbe arbeitende Anlage- und Betriebskapital nehmen, noch auf den Ertrag. Wir werden auf diese und andere wichtige Ausschußbeschlüsse noch näher rnrückkoinmen. Das neue hessische Gemeindeumlagengesetz. i. Der hessische! Landtag wird sich in der zweiten Hälfte dieses Monats mit der abermaligen Beratung des Gesetzentwurfs über die Gkmeinbefteuerreform zu beschäftigen haben und damit hoffentlich eins der wichtigsten Gefetz- gebungswerke fertigstellen, die in der gegenwärtigen 34. Tagung der Kammer überhaupt zur Verabschiedung gelangen. Nachdem der „Gieß. Anz." in der Samstags-Nummer bereits eine allgemeine Bettachtung darüber zum vu>^ druck gebracht hat, wollen wir nun an der Hand des soeben erschienenen umfangreichen Ausfchußberichts auf die Gestaltung des Gesetzentwurfs im Ausschuß und dessen wichtigeren Beschlüsse näher eingehen. Der Ausschußbericht ist vom Abg. Molthckn sehr eingehend und klar abgefaßt worden und enthält auch interessante tabellarische Nachweise und Zusammenstellungen über steuerliche Probeveranlagungen usw. Als im Juni 1905 die Erste Kammer ihre Zustimmung zu dem früheren Gesetzentwurf versagte und ihn mit dem Ersuchen um eine entsprechende Umarbeitung an die Regierung zurückgab, richtete sich das hauptsächlichste Bedenken der Kammer.izegen den Vorschlag der Regierung, bei der Veranlagung zur Grundsteuer lediglich den gemeinen Wert als Unterlage gelten zu lassen unb den Ertragswert auszuscheiden. Man verlangte u. a_, daß an die Stelle des gemeinen Wertes der wirkliche Erfrag des Grundstücks trete und begründete diesen Wunsch mit dem Mißverhältnis, das tn vielen Fallen zwischen dem gemeinen Wert und dem Ertragswcrt, z. B. bei Wald- unb sonstigem landwirtfchaftfchaftlichem Besitz, vorhanden sei. Bei der Neueinbringung des Gesetzentwurfs wurde anerlannt, daß dieser infolge mamristsacher Aende- rungen gegenüber der früheren Vorlage als eine geeignete Grundlage für eine Verständigung zwischen den beiden Kammern betrachtet werden könne. Den gegen bic Nichtberücksichtigung des Ertrags in ber Ersten Kammer erhobenen Bedenken ist bic neue Vorlage zum Teil dadurch gerecht geworden, daß beim Waldbesitz die Berücksichttgung des Ertrags unb nicht bes gemeinen Werts in Vorschlag gebracht tourbc und der Finanzausschuß ist dann, wie ber Ausschußbcrichterstcrtter näher barlegt, nach drefer Durchbrechung des früheren Prinzips ber weiteren Anregung gefolgt, auch bei dem übrigen landwirtschaftlichen Grundbesitz das Er tragsm om en t bis zu einem gewissen Maß ;u berücksichtigen. Es wurde im Ausschuß mit ZustimmunH der Regierung nach langen Verhandlungen ein Antrag des Mg Dr. Weber angenommen, nach welchem in Fällen, wo eine erhebliche Abweichung des gemeinen Werts landwirtschaftlicher Grundstücke gegenüber ihrem Ertragswert vorliegt, eine Berückjickstigung bes Ertragswertes vorgesehen wirb Mit ber einstimmigen Annahme dieses Antrags scheint dem Ausschußberichterstatter eine weitere erwünschte Unterlage für eine Verständigung mit der Ersten Kammer gegeben' zu sein, wenngleich sich der Ausschuß nicht dazu verstellen tonnte, dem weitergehenden Wunsch zu willfahren, daß lediglich der Ertrag bei der Grundsteuer nraßgebeiw Wir mcifcit zurück bic Verunglimpfung ihres Werks, durch welches das evangelische Volk sich bewußt ist, den einigen Hohenpriester Christus und den Weg zum Heil, die Freiheit von aUcfl Menschensatzung und das allen zugängliche Wort Gottes gesunden zu haben. . ,. ,. , „ Wir weisen endlich zurück die sittliche H er ab wur dl- gun g der F ü r st e n und Völker, die Träger der reformatorischen Bewegung geworden sind und deren Nachkommen Ins heute den vollen Beweis geliefert haben, welche geistlichen, sittlichen, kulturellen Kräste durch jene Bewegung entbunden und bet ihnen wirksam geworden siiid." , X. Han au, 12. Juni. Im heutigen Hauptgottesdienst der Marien- und Johanneskirche ist von der Kanzel herab chic Entschließung des Presbyteriums verlesen worden, die sich gegen die in dem bckannteii päpstlichen Hirtenbrief enthaltenen Angriffe auf die evangelische; Kirche wendet. ~ „ . _ , B Im dicht besetzten großen Saale der Festhalle in Karls- ruhe sprach am Freitag abend der Reichstagsabgcordnete '£r, Evcrling über den BorromäuS-Hirtenbrtcf. Die Rede wurde des öfteren von stürmischem Beifall begleitet. F. C. Wiesbaden, 13. Juni. Ende dieser Wocl>e wird hier eine große öffentliche Widerspruchsversammlung> gegen den päpstlichen Hirtenbrief veranstaltet, in der Professor Krüger-Gießen sprechen wirb. Madrid', 11. Juni. Die „Gazetta de Madrid" veröffentlicht ein Dekret, welches die Auslegung des Dekrets vom 23. Oktober 1876 über die öfse nt l ichen B er sa m mmlungen) der nichtkatholischcn Sekten enthält. Das neue Dekret bedeutet keine Acnderung der Verfassung. Rom, 12. Juni. Der „Osservatore Romano" veroffcnt- licht solgende Nate: sobald der Heilige Stuhl die bc- stimmmte Nachricht von der bevorstehenden Veröffentlichung de« gestern in der „Gazetta bc Madrid" erschienenen >löniglicl>en. Dekrets erhielt, eines Dekrets, das das K o n k o r d a t ve r le tz t, hat er nicht verfehlt, der spanischen Regierung einen formell ciy! Protest zugehen zu laßen. , . . . „ . y Lissabon, 11. Juni Die Regierung wird in ber Patrs- kämm er über den Brief gefragt, den Mc r r l) bei Bal an bcn| Erzbischof von Braga schrieb, um eine ben Franziskanern gehörige katholische Revue zu unterdrücken Mehrers Pairs sind der Ansicht, daß der Brief Merry del Vals einen Angriff auf die Prärogative der Krone bedeute^ Der'Minister geht mit einer Untersuchung üor sein solle. • Wie schon bei der früheren Beratung, so war auch diesmal wieder durch die eingebrachten A n t r a g e d e s Abg. S ch ö n b e r g e-r die Frage zur Erörterung gebracht worden, die einfache lieber tra gu ng der Staatssteuer- qesetzgebung auf die Gemeinden unb bannt bie Abschaffung der Realsteuern zu veranlassen, wobei zugleich folgerichtig vom Antragsteller bas Verbot bes Schuldenabzugs bekämpft wurde unb, wie bei der staatlichen Em- konrmens- unb Vermögenssteuer, lediglich das Prinzip der Leistungsfähigkeit des Steuerzahlers auch rn der Gemeindesteuer zur Geltung kommen sollte. Der Ausschuß ist diesen Anregungen nicht gefolgt; er hall vielmehr im Einklang mit ber Regierungsvorlage an dem Grundgedanken fest, baß die Abschaffuna ber Realsteuern in ber Ge- meindesteuergefetzgebung unb ihr Ersatz durch Zuschläge zur staatlichen Änfommens- und Vermögenssteuer keineswegs den Interessen der Gemeinden entsprechen würde. „Nichts wäre verfehlter, als eine rein schematische Gl eichmäßig kett m beiden Gesetzgebungen herzustellen; die Verhältnisse tn der Gemeinde sind ganz anders, als diejenigen im Staate gelagert. Bci den Gemeinden kommt in erster Lime ber Grunbsatz von Leistung unb Gegenleistung in Betracht. Zahlreiche Auswendungen der Gemeinde kommen nur einzelnen, bestimmten Erwerbsklaffen zugut, und es wäre deshalb unbillig, namenttich in solchen Fällen, wo, wie in rem l '’N Gartensrüih. >rsach ein, ohne w; Jen hatte bas u«. mau stand an* M durch das Hn- l erfahren hat, bc Wd. tcin, 11. Juni, heute, am 6. Tag! irbe, hatte schon art dem Gerichtsgebaub hnen jedoch durch bm noch niemandem ach: tritt gestattet verbell sehr müden Ginbrd m ut der Umgebin/. tten in den Saal g- ur herrscht, wahres :t. ng mit der Mitteilung Oberstleutnant Tut- der nächsten Tage ar. int angeregt, am Angeklagten zwei 2cc.' bann mit, baß er il >en schau, die Sei : merik'. Sodann v: enb das flublihim ■ Sahn, bm Wo laden. Tiefer hat an oen gerichtet, in dem zn tonnen, et fei bn gen könne. Ter w ung vorliege, die w alles flargetegt werde. leichardiPotenim' in) über die Borger; Jen Das Gesicht icntlid) an der redjtc Tic Kugel ilt an» iehirn fteden gebig' O U bic &*»• [toben, der an der N ch fiel das in her an? lieber eine angeb u Zchönebcrk kaum |i ibieW’Ä ichi-M«WU' - *1« M ft um»' Ä f erben toi*. & iSSg’Ü * LL *»£ sttS t, lt»b c'1°,"' nli: r nom h , ut[ ©oben hf(Ö ij-0: ttsindeu- ,ch &XW*, ?n und '^[L-vn, ebev ■ Äfl* IS ÄS ' r«E »Xt rauD' s MN hatten «2 W ’cn^r^V- N 3« «SH a M., 11. Juni. Ter Wiener Korre- Ztg." meldet aus Wien: (Entgegen allen über die Verurteilung des Oberleutnants von wohlinsormierter Seite, bafi H o f-- Üntcrsuchung abgelegtes Geständnis widerrufen hat und somit nicht zum w. Frankfurt spondent der „Franks, bisherigen Meldungen Hoirichter erfahre ich richter sein in der w. Wien, 12. Juni. Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, können die neuerdings über den Verlauf der kriegsgerichtlichen Verhandlung über das Urteil gegen tzofrichter verbreiteten Nachrichten wiederum nur auf Kombinationen beruhen, da die nach der Straf Prozeßordnung zu beobachtende Gcheimlwltung ein Bekanntwerdcn der Tatsachen vor der Urteilsverkündigung ausschließt. ■ Dcrmiicbte». * Furchtbarer Blitzschlag. In der Nähe des Schwimmbades Ploetzensee wurden gestern nachmittag 6 Personen durch Blitzschlag getötet und viele schwer verletzt, lieber die näheren Umstände wird uns gemeldet: Am ;3mine des neuen Johannisfriedhofes Ijatten etwa 1000 Menschen Schutz vor dem Gewitter gesucht. Ein Blitz fuhr durch den Schornstein in das Schützenhaus, umtanzte dort den in der Mitte des Saales hängenden Kronleuchter, fuhr in die Erde und wurde unter ih-r weiter nach dem Zaune des JolMrnisfriedhofes geleitet, wo er an dem Ltacheldraht entlang lief. Etwa 80 Personen wurden vom Blitz getroffen. Tie Verunglückten wurden nach dem Birchow- Krantenhause gebracht. * G m Unfall des Konventionalzugcs wird aus Konstantinopel berichtet: Der am Samstag früh aus Europa kommende K o n v c n t i o n a 1 z u g ist auf der Brücke bei L u l c - bourgas entgleist. Einige Waaen, darunter der Postwagen, wurden zertrümmert. Neun Personen sind verletzt, darunter drei schwer. Die Brücke wurde durch die Wucht der aufeinander gestürzten Wagen völlig zerstört, so daß der Verkehr, nur durch Umsteigen möglich ist. Die Entgleisung ilt auf einen verbrecherischen Anschlag zurückzuführen, da Blüzen aus den Schienen entfernt worden sind. Der Inhalt des Postwaggons wurde gerettet. Der Zugführer wurde unter dem Waggon zermalmt ausgefunden. Kleine TageSchronik. Bei Gelsenkirchen gelang es am Sonntag, die auf der Zeche „(5 o n s o l i d a 1 i o n" verschütteten beiden Bergleute als Reichen zu bergen, lieber die Ursache des Unglücks ist inan sich noch nicht klar geworden. Zwischen Kahl und Dettingen stieß am Samstag das Gepäckautomobil der Oesterreichisckien Taimlerwerke, das die Preise der Prinz .Heinrich-Fahrt enthielt, an einer Straßenkreuzung mit einer Lokomotive zusammen. Der Lenker und ein Mechaniker lvurden nicht unerheblich verlebt, während der Wagen etwa 100 Meter weit geschleift und stark beschädigt wurde. Die Kiste mit den Preisen soll unversehrt sein. , x Zn der amerikanischen Universitätsstadt Seattle (Washmgton) zerstörte eine Jeuersbrinist zehn Blocks von Gebäuden. Viele Menschen sind u m g k o m m c n. Der Schaden wird auf eine Million Dollar geschätzt. Fünfhundert Personen sind obdachlos. Um eine Million Franks hat in Brüssel der Bankbeamte Buisset sein Geschäftshaus betrogen. Der Betrüger ist wahr- schcinlich nach Amerika geflüchtet. ______________ Amtlicher Wetterbericht. Deffentlidje Wetterdienststelle Gießen. WetterauSsichten in besten am Dienstag dem 14. Juni 1910 Regeniälle, strichweise mit Gewitter, eiwas kühler. KieiNC KI05™ Türk. Tabak-& agaretten-Fabrik„Kios" o E. Robert Böhme, Dresden. Gefängnis verurteilt. * Der Fall Hofrichter. vor bem Kriegsgericht---------- Tode verurteilt werden konnte. Tas Kriegsgericht verurteilte ihn zu 20 Jahren schweren Kerkers. Das Urteil dürste vom Militärobergericht bestätigt werden. Griglnal-DrahtinelSuttgen. Zum Eisenbahnausstand in Frankreich. Toulon, 13. Juni Auf dem Bahnhof der -Süd-» bahn wurde von einem Unbekannten ein Stein in ctite Weiche geklemmt, und zwar derart, daß es nur von einer mit dem Mechanismus vertrauten Person geschahen sein kann. Ta der Anschlag entdeckt wurde, konnte eut Unglück vermieden lverden. Paris, 13. Juni. Der Ausschuß der Ostbahn-» a n a e st e 11 t e n erörterte in einer Versammlung die Frag» der L o h n e r h ö h u n g. Ein Antrag, unverzüglich rn ben Aus st and zu treten, wurde nicht angenommen, da man sich vorher mit dem Generaldirektor iber Gesellsckfaft w-S Benehmen setzen unb ihm bic Wünsche der Beamten unterbreiten will. Zusage der Beerdigung innerhalb der Reihengräber. Tie drei nur wegen dieses Punktes Angeklagten erzielten somit gänzliche Freisprechung. Die sechs übrigen Angeklagten wurden gleichfalls, freigesprochen. Von der Anklage der Beleidigung des Zeugen Jlhardt (§ 185 des Strafgesetzbuchs) dagegen wurden drei von ihnen wegen Nötigung desselben Zeugen, seine Zustimmung zur Beerdigung seines Vaters außerhalb der Rcihengräber zu geben (§ 240 des Strafgesetzbuchs), zu je 3 00 Mark Geldstrafe, eventuell 60 Tagen Gefängnis und die drei übrigen wegen desselben Vergehens zu je 150 Mark Geldstrafe, eventuell 30 Tagen 71/2 Uhr mvrnens ab 23 Läufer abgelaffen tatrben. Die ersten fünf Läufer erhalten Ehrenpreise unb zwar: 1. Julius Nieß - Berlin in 2 Stunden 49 Min. 13i/s Sek.; 2. Mar Wils-Berlin, 3. Johann Chrrftensen-Kopenhagen, 4. Hempel- Berlin, 5. Adolf Eiselt-Ehemnitz. Infolge des nachts nieder- gegangenen heftigen Regens waren die Wege teilweise aufgeweicht. Trotz des sehr flotten Laufes tourte der deutsch Rekord nicht erreicht. — Bei dem heutigen Spielenjuurben verschiedene neue deutsche Rekords ausgestellt. Im Stein» stoßen siegte Otto-Darmstadt mit 8.88 Metern und Waitzer-München mit 8.74 Metern. Beide Ergebnisse sind neue deutsche Rekords. Im 5000 Meterlaufen wurde erster Dvorak-Prag in 16 Rdin. 12i/5 Sek., zweiter Busser-Rotterdam in 16 Min. lö^/s Sek. Beides fino neue deutsche Rekords. Im Stattt-ochsp'ringen verbesserte Pasem cm n-.Kiel den von ihm ausgestellten Rekord von 3.51 auf 3.54 Meter. — Die Länder ft asfette zwischen Frankreich und Deutschland, die über 1600 Meter führte, gewann die französische Mannschaft überlegen über die deutsche. Ter französische Eintonnerpokal, der am Sonntag in Kiel ausgefahren wurde, fiel der englischen Jacht „C o r r e n z i a" zu. Tie übrjgen Jachten gingen in olgender Reihenfolge durchs Ziel: „Ola"-Norwegen, ,.Alba- iroß"-Dänemark, „Neerlaneia II"-Holland, „Are en Etel"- Frantreich, „Windspiel 13"-Deutschland. Dce schwedische Jacht „Agnes II" gab auf. Büdingen, 12. Juni. Die evangelischen Kirchs- Vorstände des Dekanats Büdingen vertfseutltchen eine Er- Harung gegen die im Borromäus-Hirtenbrief entl)altenen Angriffe. Berlin- 12. Juni. Der 80. Geburtstag des Ab- geordneten Traeger wurde heute durch Glückwünsche ferner Parteigenossen, der Berliner Rechtsanwaltichast, aus literarischen Kreisen, insbesondere auch der Tagcsvresfe und der) gesamten Berliner Gesellfchast gefeiert. Geh. Rat -träger emp- rtnq im Lause des Vormittags in seiner Wohnung fortdauernd persönliche Glückwünsche auS allen Kreisen. Untor den Gratulanten befanden sich der frühere Staatssekretär Dernburg, die Parteiführer der liberalen Partei des Abgeordnetenhauses und des Reichstags, führende Persönlichkeiten der Berliner ^tadt- Verwaltung, sowie Vertreter zahlreickwr humanitärer Vereine, an deren Tätigkeit der Abgeordnete Traeger hervorragend beteiligt ist. Zu feinen Ehren fand abends im Hotel „ftailcrhof ein Bankett zu 200 Personeii statt, bei welcke-m der Reichstagsab- qeordncte Paper die politisckie Tätigkeit des Jubilars würdigte. Der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses wies auf du: Verdienste Draegers hin um die Entwickelung des Standes der RechtsanNwlt- schäft. Ludwig Fulda führte der Tischgesellschaft in mit großem Beifall aufgenommenen Versen die literarische und gescllschast- liche Persönlichkeit Traegcrs vor Augen. Es folgte iwch cme Reihe anderer, mit großem Beifall aufgeirommencr Ansprachen an den Jubilar, der schließlich in eindrucksvoller Weve lernen Dank für bi.€ dargcbrachtcn Aufmerksamkeiten ausiprach. O f c n p e st, 12. Juni. Ter d e u t s ch c F lic g er Kapitän Engelhard, der an der hiesigen Flugwoche terl- nimmt, unternahm mehrere vorzüglich gelungene Aufstiege mit einem Passagier bis zu 20 Minuten Tauer, ^er Flie^r wurde dem Erzherzog Josef vorgestellt, der feinen Wright- apparat eingehend besichtigte. Saloniki, 12. Juni. Bei der Ankunft eines österreichischen Llohddampfers aus V o l o versuchten Türken die Ausschiffung der griechischen Reis en den zu verhindern. Ein Bootsmann wurde von den -turfeit so mißhandelt, daß er ins Krankenhaus geschafft werden mußte. Tie Einschiffung der Post durch btc fremden Postanstalten auf einen griechischen Tampfer begegnete großen Schwierigkeiten. Tic Leiter der Postanstalten waren genötigt, bic Post persönlich an Bort bcs Dampfers zu. geleiten. {n Scharen in ANenstem eingetroffen, um die Allensteiner Ge- werbeausstellung :>n besichtigen. Dazu kommt, daß heute hier eme große Tierschau ftattstndet, die ebenfalls tausende von Besuchern angelvckt hat. (ßertcbfsfaaL W. Metz, 11. Juni. Die auf heute nachmittag angesetzte BerLindigung des Urteils in dem Gertinger Friedhofs- p r o z e ß ergab bk Freispre chu n g sämtlicherneunAn, geklagten von der Beschuldigung der Nötigung des Bürger mersters 114 des Strafgesetzbuches, zur Zurückziehung seiner Die Prinz-k)einrich-5ahrt. Der neue Prinz-Heinrich-Preis. Frankfurt a. M., 11. Juni. (Priv.-Tcl.) Nachdem Prinz Heinrich für die nächsten drei Jahre wiederum einen Preis für eine Touren-Wagenfahrt gestiftet hat, wurde beschlossen, den Preis im nächsten Jahre zunächst in einer zwischen dem Kaiserlichen Automobilklub und dem Rohal- Automobilklub zu veranstaltenden Fahrt auszutragen. Der Preis wird teils in Deutschland, teils in England ausgefahren werden und es soll sich daran jeder der beiden Klub- mit 50 Wagen beteiligen. Eine Geschwindigkeitsprüfung "findet nicht mehr statt. Ter Preis fällt nicht mehr an eine Person, sondern an einen der Vereine. Als Sieger soll der Verein ftervorgehen, dessen Wagen in der Gesamtzahl die wenigsten Strafpunkte auf» zuweiscn hat. Alle weiteren Bestimmungen werden von den beteiligten Klubs ausgearbeitet und seiner Zeit bekannt gegeben werden. .H o m b u r g v. b. H., 13. Juni. Wie ber „Taunusbote" irfal)ren hat, soll ber Start zur nächsten Prinz-Heinnck^ Fahrt in Homburg v. b. H. stattfinden. Die Fahrt, ine auch z. T. durch Eiigland führt, wird jedenfalls un Juni stattfinden und zwar int Anschluß an die Kronungsfeier des Königs von England. Sport. W Frankfurt a. M., 12. Juni. Anläßlich der Ausstellung für Sportund Spiel wurde der diesjährige Marathonlauf in Frankfurt a. M. zum Austrag gebracht. Der Start befand sich in Darmstadt, wo von Versteigerung. Dienstag den 14. ds. Mts., nackim. 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Bar zahlung: ~ r. r 1 Rollwagen, 1 Kaßenschrank, '/? Mille Zigarren, 5 Hobelbänke mit Zubehör u. 30 Hobel, 1 Break und Möbel aller Art. Born, Gerichtsvollzieher in Gießen. (3279 usfeld Julius zu Schlitz am 11. Juni durch einen sanften Tod heimzurufen. 3283 Otto Äusfeld, Pfarrer der Johannesgemeinde. Statt besonderer Anzeige. Es hat Gott dem Herrn gefallen, meinen lieben Vater, den Gräflich Görtzischen Rentamtmann i. P. Berkans von Pflanzen. Wegen Raummangel kommen am Mttwoch den 15. Juni, nachmittags 3 Uhr, zum öffentlichen Verkauf: ungefähr 100 Kakteen verschiedener Art, „ 50 Orchideen, _ o. , „ 50 verschiedene Warmbausvstanzen roic Palmen, Philodendron und dergleichen mehr, viele für Blumentische geeignet. Die Pflanzen können vorher benchttgt werden. Meldung bei dem Fürstlichen Obergartner Bufeck. Braunfels, den 9. Ium 1910. Fürstliche.vothallungsverwaliung. (DlV6 Heugrasversteigerung. Fürstlich *Solmsischc Oberförsterei Hohensolms. Donnerstag den 16. Juni, vormittags 9 Ubr, Gemeinde Oberlemp IS Morgen. Anfang „aus der Camper"; nachmittags 4 Uhr Gemeinde Mudersbach 24 Morgen: Anfang Teich Nr. 1. Freitag den 17. Juni, vormittags 9 Ubr, Gemeinde 0 rda 40 Morgen, Anfang „Krahwiese", nachmittags 3 Ubr Gemeinde Hohensölms 35 Morgen, Anfang „Bornwiese". „Blasbacher Grund etwa 5V» Uhr. Die Lohmühlswieie wird mitverfteigert. Samstag den 18. Juni, nachmittags 4 Uhr, Gemeinde Frankcnbach 34 Morgen, Anfang „Langwiese". Bu,'e Heinr. Trechsler, Giessen Steinsir. 48 Fernspr. 581 empfiehlt das vorzügliche Flaschenbier, hell sowie dunkel :: nach Münchener Brauart :: aus dem Giessener Brauhaus A. und W. Denninghost. Brauerei-Füllung direkt vom Lagerfaß in die Flasche, daher saiiberste Abfüllung garantiert; kein Verlust an Kohlensäure. — Größte Bekömmlichkeit. — 3276 „Ich war am ganzen Leibe mit Flechten behaftet, welche mich durch das ewige Jucken Tag u. Nacht nickt in Ruhe ließen. Nack einer Ein reibung von kaum 14 Tagen mit Zuckcr's Patent = Medizinal Leise waren meine Flechten voll ständig verschwunden. Ihre Leise ist nicht 1.50 Mk., sondern 100 Mk. wert. Sergeant M. in G " ä St. 50 Pf. 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