jährt. ausscht. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den polltifchen Teil: August Goetz; für „Feuille- ton* und .Vermischtes* K. Neurath; für.Stadt u. Land" und „Gerichts- Nr. 188 Erstes Blatt 160. Jahrgang Samstag 13. Angnst 1010 Der Siebener Anzeiger ä VezugSpretS: erscheint täglich, außer Jw W Ms W monatlich 75Pf., viertel- Gietzener Anzeiger gernsprech-Anschlüffe: R M _ MM für die Redaktion 112, 1V^ — % =S== Generalanzeiger für Kberhe en Annahme von Anzeige« t/ V Off w «otaAonsdrack und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei - Schulstrahe 7. L°r-'ig-nt-Il°? H^B-ck. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. politische Wochenschau. Gießen, 13. Aug. Der Weltkongreß für freies Christentum und religiösen Fortschritt hat, was die Aufmerksamkeit der weiten Oeffent- üchkeit anlangt, in einer für ihn günstigen Zeit statt- aefundcn. In der Stille, die jetzt herrscht, vernahm man das Säuseln der freireligiösen Lüste deutlicher. Es war kein Sturm, der ettooS hinweggefegt hätte, keine einheitliche Kundgebung, die nach einer neuen Reformation geschrien hätte. Neben den Gelehrten unserer protestantischen Theologie tauchten politische Freigeister aus, Leute, die, wie Maurenbrecher, ihr Reich längst nicht mehr in „jener" Welt suchen, ferner Sektierer oder Apostel anderer Glaubensrichtungen. Was Wunder, wenn die konservativen Blätter sich zur Abwehr erhoben: „Berufe nicht die wohlbekannte Schar, die strömend sich im Dunstkreis überbreitet. . Es wurde wirklich izu viel gesprochen, die Rednerliste war zu groß, und die Stoffe, die niederaelegt wurden, glänzten in den buntesten, widersprechendsten Farben. Manche gedankentiefe Darlegungen, viele von wohltuender Duldsamkeit beseelte Vorschläge, aber auch Abgesandte jenes Schwarmes, von denen gesagt wird: „Sie stellen wie vom Himmel sich aesandt, und lispeln englisch, wenn sie lügen." Wie viel bedeutender und besser wäre es, wenn alle diejenigen deutschen Theologen von den Lehrstühlen und Kanzeln, die orthodoxen Ballast los zu werden wünschen, zu einem deutschen Kongreß sich zusammensinden könnten, um neue Bahn für ein freies Christentum zu schaffen! Die ernsten Männer vom Fach aber standen diesmal augenscheinlich nur in der zweiten Reihe, und wir werden uns wohl nicht täuschen in der Annahme, daß mancher von ihnen bei allzu Phrasenhaften Redeblüten irgend eines Ausländers oder freigeistigen Freischärlers ,sich seufzend abgewandt haben wird. Trotzdem: geschadet hat der Kongreß nicht. So widerspruchsvolle Bekenntnisse im einzelnen abgelegt wurden, so vernehmlich klang doch aus den meisten Vorträgen der eindringliche Ruf nach Toleranz, der vielfach ernsten Widerhall gefunden haben mag. Wir könnten uns freuen, wenn aus der einen Seite der geistige Hochmut eines strengen Dogmatismus zu christlicher Duldung gemildert, und andererseits das Schaumgebilde des Materialismus oder Monismus weggeschwemmt würde, die alle Ehrfurcht ersticken und die harmonischen Geistes- und Sinneskräste des Menschen zu einem öden Prinzip verkneten. Dann dürften Lessings Worte ihren alten, schönen Klang behalten: Es eifre jeder seiner unbestochnen, von Vorurteilen freien Liebe nach. . . Wenn man davon absieht, daß auf dem Balkan die Aschenhaufen wieder einmal rauchen, auch in Persien die Hydra des Aufruhrs noch Leben zeigt, so wai?s stille in der Politik. So schweifte denn das Interesse ab auf die unsittlichen Gräuel des Rektors der Berliner 40. Gemeindeschule, oder auf die Fliegertage in Ostfrankreich, wenn man nicht, wie manche Politiker, den Fliegern auf der Landstraße wieder härter auf den Pelz- gerückt ist, um das Ventil lang zurückgehaltener Wut zu offnen und dem Automobilis- mus überhaupt die Fehde anzusagen. Wir, die wir milder über die Schattenseiten der neuen Verkehrsmittel denken, begrüßen es, daß künftig den Fliegern auch der Weg durch die Lüste mehr und mehr eröffnet wird. Gegenwärtig sind die Franzosen in der Flugtechnik zweifellos allen anderen Völkern weit voraus, und die zierlichen Eindecker Bleriots vor allem, deren wundervollen Flug wir im vorigen Herbst auch aus der Frankfurter Jla haben bewundern können, haben ganz Frankreich in einen Rausch des Entzückens versetzt. Bleriot ist den Franzosen, was uns Deutschen Gras Zeppelin ist. Lsblanc, der bisher immer Sieger geblieben ist,, hat auf seinem Eindecker die Fahrt von Nancy nach Möziöres in zwei Stunden und 5 Minuten zurückgelegt. Wenn man bedenkt, daß es sich hier um 160 Kilometer, eine Strecke also von der Luftlinie Frankfurt-Stuttgart, Frankfurt-Kassel oder Franlfurt-Köln, handelt, und daß besondere Terrainschwierigleiten zu überwinden waren, so wird man die Begeisterung der Franzosen nachfühlen können. Man würde in einem Bleriotschen Gefährt die Reisen von Frankfurt nach den drei erwähnten Städten um etwa eine Stunde rascher zurücklegen als ein O-Zug! Allerdings hat eine solche Reise in der Flugmaschine auch einige Beschwerlichkeiten; der Fahrer muß eine eiserne Natur haben, denn er ist dem ungeheuren Luftdruck, auch der Kälte und Nässe, schutzlos preisgegeben. Die Franzosen setzen ihre Zukunft dennoch auf ihre Flugmaschinen. Und wer weiß, ob man die jetzt vorhandenen Mängel und Schwierigkeiten nicht bald durch neue Vorrichtungen wird mildern oder gar ganz beseitigen können? Schon heute meldet die Pariser Presse mit großem Stolz, daß Flugmaschinen künftig ins Heer eingestellt werden, daß bei den diesjährigen Herbstmanövern auch die Flieger zu Hebungen herangezogen werden sollen. Auf dem Papier ist alles schon in bester Ordnung: wie schön klingt es doch, wenn es heißt, jedem Lenkballon solle eine Flug- masckine für den meteorologischen Ausklärungsdienft beigegeben werden! Wenn wir auch in Deutschland keinen Grund haben, über die neuen französischen Fortschritte in Unruhe zu geraten, so sollte doch die deutsche Technik alles daran setzen, den Vorsprung unserer westlichen Nachbarn einzuholen. Wir dürfen uns nicht damit begnügen, gute Luftschiffe zu haben, das Problem der Ein- und Zweidecker sollte nicht nur Franzosen und Amerikaner beschäftigen. Was bisher über die gegenwärtigen Flugtage in Johannistal berichtet wurde, waren so bescheidene Ergebnisse, daß man angesichts der französischen Erfolge sich beinahe schämen mußte, davon zu sprechen. Hoffen wir, daß wir die Scharte bald werden auswetzen können) Die Zeit fr'edllcher R'che u’rb Stille scheint einigen sozialdemokratischen Eiferern nicht in den Kram gepaßt zu haben. Denn nach allem, was bisher über den neuen Ausstand der deutschen Werftarbeiter verlautet ist, handelt es sich dabei um eine sozialdemokratische Machtprobe, um Schürung von Unzufriedenheit, die dem weiteren Anschwellen 'der roten Flut zugute kommen soll. Erst im Mai des Jahres 1907 sind die deutschen Werstbesitzer den Arbeiterwünschen entgegengekommen, indem nach gemeinsamen Verhandlungen die Arbeitszeit der Woche von 60 auf 56 oder 57 Stunden herabgesetzt wurde. Auch in der Lohnfrage, über Akkordarbeit, Ueberzeit und andere Dinge wurden neue Abmachungen getroffen, lieber die Geltungsdauer dieser Vereinbarungen wurde nichts festgesetzt, aber die Arbeitgeber sollen ausdrücklich daraus hingewiesen haben, daß ein weiteres Entgegenkommen unter allen Umständen so lange nicht erfolgen könne, bis der Geschäftsgang bei den Werften sich wieder gehoben haben würde. Eine solche Hebung in diesem Wirtschaftszweig hat aber nach übereinstimmenden, zuverlässigen Berichten inzwischen nicht stattgefunden, ja, man kann sogar von einer bedrückten Lage der Werstindustrie sprechen. Die Arbeiterführer mußten dies gewußt haben: trotzdem überreichten sie am 11. Juli dieses Jahres neue Forderungen. Sie bestehen nicht nur, wie wir schon berichtet haben, aus einer 53 Stunden-Arbeitszeit, sondern auch auf neuen Bestimmungen in der Entlöhnungsweise und der Art der Arbeitsleistung. Wenn es nun gewiß auch im allgemeinen Interesse liegt, einen allgemeinen Ausstand mit seinen Dielen schädlichen Folgen zu vermeiden, so wird man doch von den Arbeitgebern nicht verlangen können, daß sie sich in dieser Machtprobe wiederum bücken und beugen, zumal nach dem Ausbruch der Streitigkeiten an die Stelle der eigentlichen Vertreter der Werftarbeiter alsbald der sozialdemokratische Metallarbeiterverband getreten ist. So sind wir denn heute so weit, daß in Hamburg, Bremen, Stettin und Danzig etwa 30000 Werftarbeiter ausgesperrt sind. Am Ende wird man die Regierung wieder als Mittlerin anrufen. Da bei den Arbeitgebern offenbar allgemeine Verbitterung über das Vorgehen der Arbeiter herrscht, diese hingegen auf die wohlgefüllte Kasse ihrer Organisation weisen,' wird der Kampf altem Anschein nach lange dauern und tausende Familien in Not versetzen. Ob es den sozialdemokratischen .Führern so leicht wird, die sckstvere Verantwortung dafür zu tragen? Rampolla redivivus? Man schreibt uns aus Berlin: Bei der Undurchdringlichkeit der Mauern des Vatikans ist es für die Außenstehenden äußerst schwer, zu entscheiden, ob die Nachricht des „Daily Expreß", nach der Kardinal Rampollas Einfluß von neuem im Steigen sei und er jetzt wieder die vatikanische Politik leite, wenn man auch Merry del Val in seinem Titel und seiner Würde als Staatssekretär belassen wolle, zutrifft oder nicht. Dagegen spricht eigentlich nur das persönliche Wohlwollen, welches der Papst für Merry del Val und seinen spanischen Anhang hegt. Alle übrigen Momente sprechen so sehr für die Richtigkeit der Daily Expreß-Meldung, daß man wohl nicht umhin kann, sie für wahr zu halten und in Kardinal Ranrpolla den Mann zu sehen, der jetzt, wenn auch inoffiziell, die Politik des Vatikans beeinflußt. Schon im September 1908 gingen ähnliche Gerüchte durch die Presse. Man prophezeite damai". oaü Cardinal Rampolla in absehbarer ins Staatssekrechiiar zurückkehren würde, weil sich im Kardinalkollegium eine wachsende Mißstimmung gegen Merry del Dal geltend machte. Gab man ihm doch dort, und zwar mit Recht, Schuld daran, daß die Kirche im Kampf mit Frankreich unterlegen wäre, daß sich die Beziehungen des Vatikans zu Oesterreich infolge des ungeschickten Verhaltens seines Nuntius Granito di Belmonte in der Prvfessorenfrage gelockert hätten, daß das Verhältnis des päpstlichen Stuhles zu Italien ein unsicheres und zu den Vereinigten Staaten ein äußerst kühles wäre, und daß die katholische Geistlichkeit trotz aller Bekämpfung des Modernismus nach wie vor in zwei Lager gespalten sei. Seitdem aber hat sich das Konto diplomatischen Ungeschicks Merry del Vals noch bedeutend vergrößert. Der Erlaß des Borromäus-Hirtenbriess mußte in höchstem Grade aufreizend auf den Protestantismus wirken, und zwar insbesondere in Deutschland, auf dessen Freundschaft doch der Vatikan in hohem Maße angewiesen ist, will er die Fiktion einer politischen Macht überhaupt noch aufrechterhätten. Und nun Die Ueberlandflüge in Gstfrantrcich. O Paris, 12. Aug. Die dritte Strecke des Ueberlandsluges durch Nordostfrankreich hat abermals als Sieger Leblanc zu verzeichnen, der seinen bisherigen Mitbewerber Aubrun nicht mehr, wie bei den ersten beiden Strecken um einige Minuten, sondern gleich um 2 Stunden geschlagen hat^ Da die beiden allein noch für das Gesamtergebnis in Frage kommen, ist, wenn nicht etwas ganz außergewöhnliches eintritt, Leblanc's Triumph mehr als wahrscheinlich. Man darf auf diesen Umso mehr rechnen, als die zweite und dritte Strecke entschieden die schwersten der ganzen Flugfahrt sind. Führten sie doch über bergige Gegenden, Vorläufer der Vogesen und der Ardennen, in denen die Luftströmungen besonders in diesem auch weiterhin außergewöhnlichen Sommer gefährlich und rasch abwechselnd sind. Umso verblüffender müssen die Leistungen Leblanc's erscheinen, der überdies etwas leidend ist und seit einigen Tagen nur von Eiern und Tee lebt. Aber er zeichnet sich nicht nur durch körperliche Geschmeidigkeit, durch Kaltblütigkeit und sicheren, scharfen Blick, sondern vielleicht mehr noch durch eine erstaunliche Fähigkeit aus, von den Lüften herab einmal gesehene Punkte schnell zu erkennen und nach ihnen seine Richtung sicher zu nehmen. Bei dem Donnerstagsfluge war ihm sogar gleich zu Anfang die Landkarte durch einen Windstoß fort- gerissen worden, so daß er ausschließlich sich auf sein ; Gedächtnis verlassen mußte. Daher kam es auch, daß er । sich auf dem ersten, ihm weniger bekannten Teile der ! Strecke von Nancy nach Msziöres in dem dichten Nebel verirrte und reichlich eine Viertelstunde verlor. Erst als er die Maas erreichte, fand er sich wieder zurecht und die Schuppen von Douzy, die ihm von seinen früheren Flügen her bekannt waren, dienten ihm als willkommene : Wegweiser; von da an flog er sicher und glatt zum Ziele, Um ohne Schwierigkeiten um 7.35 Uhr nach einem Fluge von zwei Stunden und vier Minuten ui landen. Natürlich wurde er mit überströmendem Jubel empfangen und abermals als „Ueberluftmensch" gefeiert. Er erklärte, Furchtbares ausgestanden zu haben, als er sich nicht in dem Nebel zurechtzufinden vermochte. 9hir mit Aufbietung seiner ganzen Willenskraft habe er sich in den Lüften zu halten vermocht. Sicherlich hat es ihm viel genützt, daß er dank seiner Wegkenntnis schon vor 8 Uhr in Msttöres anlangen konnte, da er so den Regensturm vermied, in den Aubrun hineingeriet und der diesen weit verschlug. Der zweite Bleriotflieger mußte deshalb in CHLlons eine Zwischenlandung vornehmen, wo ihm die Offiziere mit Karten und Wegaufklärungen sehr behilflich waren. So ist er auch schon deshalb nicht mit Leblanc aus eine Stufe zu stellen, da dieser stets ohne jede fremden Wegnachweisungen oder andere Hilfeleistungen alle drei Strecken zurückgelegt hat. Als Ergebnisse kann man jetzt wohl folgende feststellen: Die Blsriot-Eindecker sind außerordent- lich widerstandskräftig und geschmeidig, da bisher weder Gestelle noch Motoren der von Leblanc und Aubrun gesteuerten Apparate einen Schaden erlitten haben. Sie fliegen leicht ab und landen glatt, so daß alle Welt den Eindruck empfängt, die Führung solcher mechanischer Vögel könne jeder erlernen. Nur bleibt natürlich die Frage offen, wie weit für Ueberlandslüge die Körper durchaebildet werden müssen und ob nicht besondere Naturanlagen immer für sie erforderlich sein werden, so daß sie nur von außergewöhnlich Befähigten ausgeführt werden können. Denn nicht nur die Führer, sondern auch die Begleiter auf solchen Flügen müssen bei dem bisherigen Stande der Dinge mit einer ungewöhnlichen Widerstandskraft gegen die W i n d st ö ß e, die besonders den Nacken zu- jammenpressen, ausgestattet sein. Sehr deutlich ist bewiesen worden, daß die Kenntlichmachung von Punkten auf weite Entfernungen und in hinreichender Anzahl mit scharfer Beleuchtung während der Dunkelheit unumgänglich ist, wenn die Flugschiffahrt durch die Lüste in noch so beschränktem Maße für praktische Zwecke dienen soll. Die französischen Zeitungen sind freilich zu solchen nüchternen Erwägungen augenblicklich noch ganz ungeeignet, da sie sich in einem wahren Rausche befinden, nach dem die Ernüchterung nicht ausbleiben kann. Paris, 12. Aug. Dem „Journal" zufolge arbeitet man augenblicklich im Kriegsministerium die Reglements aus, nach denen die an den diesjährigen Mcmovern teilnehmenden Flugmaschinen nebeneinander manövrieren sollen. Als Grunüsav soll gelten, daß jede Flugmaschine, die in der Lust von einer anderen durch eine arößere Höbe übertroffen wird, als unterlegen betrachtet und infolgedessen für den Manövertag außer Gefecht gesetzt werden soll. Dem „Journal" zufolge werden an den großen Manö- vern in der Picardie eine Anzahl Flug Maschinen und die beiden Lenkballons „Liberte" und „Colonel Re- nard" teilnehmen. Jedem Lenkballon wird eine Flugmaschine zugeteilt werden, die den meteorologischen Aufklärung s di en st zu besorgen haben wird. Jedes der beiden an den Manöveni teilnehmenden Armeekorps erhält je vier Flugmaschinen. . — Professor Ehrlich über sein Syphilis- mittel. IM überfüllten Hörsaal des städtischen Krankenhauses in Frankfurt a. M. besprach gestern mittag Professor Herxheimer die Ergebnisse mit „Präparat 606" an Pattenten des Krankenhauses; er bezeichnete das Mittel als von unschädlicher, aber überraschender und verblüffender Wirkung. Geheimrat Dr. Ehrlich legte dar, daß Nachrichten über 3300 behandelte Fälle vorliegen, doch dürfbe die Zahl der mit „Präparat 606" behanüellen Pattenteu schon 4000 betragen. Bon 2000 Fällen könne gesagt werden, daß die Kranken durch eine Injektion tatsächlich vom Tode gerettet wurden; bisher wurden nur vier Todesfälle beobachtet. Bon dreien sei jedoch (wie m Nr. 186 des Gieß. Anz. schon mitgeteilt. Die Red.) mit größter Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß nicht das Mittel als solches, sondern die körperlick)e Beschaffenheit der betteffenden Pattenten die Todesursache war. Geheimrat Ehrlich widerlegte eingehend die von Zeitungen ye- brachten Erblindungsfälle und stellte fest, daß kein einziger Fall von Sehnervenerkrankung oder sonsttger Erkrankung des Auges durch „Mittet 606" bekannt geworden sei. Noch könne nicht gesagt werden, ob die Dauerwirkung des Präparats eine vollkommene sei, da die Beurteilung mindestens zwei bis drei Jahre erfordere, doch sei zu hoffen, daß „Präparat 606" nicht nur eine soforttge, sondern auch eine dauernde Wirkung entfalte. — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. In Straßburg starb gestern früh der Professor a. D. Dr. pbil. Michaelis. Er ist der Begründer des kunstarck>äologischen Museums in Sttaßburg. — Die Bayrische Gewerbes chau in München, die ursprünglich für 1911 geplant war, ist auf das 5>abr 1912 verschoben worden, da maßgebende Stimmen aus Industrie und Handwerk im Interesse einer gründlichen Vorbereitung eine Verschiebung gewünscht haben. das Ultimatum ent Spanten in dem Streit um das Konkordat! Die Entwickelung der Dinge dort hat gezeigt, daß nicht nur die größte Mehrheit des spanischen Volkes hinter Canalejas steht, sondern auch der König selbst, so daß der Vatikan gezwungen war, ebenso wie in der Frage der Borrornäus-Enzyklika, den Rückzug anzutreten. In welchem Maße man diese Tatsachen im Vatikan zu verschleiern beliebt, tut nichts zur Sache. Jedenfalls hat die Politik Merry del Bals auch in diesen beiden Fällen eine Schlappe erlitten, die geeignet ist, das Ansehen des Vatikans aufs ärgste zu schädigen. Daß man das in gewissen Kreisen des Kardinalkol- legiums einsieht, und deshalb Merry del Pal, der seit sieben Jahre der Kirche nur Mißerfolg über Mißerfolg gebracht hat, gern in seiner politischen Betätigung beschränken möchte, kann keinem Zweifel unterliegen. Aber so lange inan nicht lveiß, über welchen Einfluß diese einsichtigen Kardinäle im Kollegium und vor allen Dingen bei PiuS X. selbst verfügen, läßt sich schwer entscheiden, ob sie imstande sind, den jetzigen Staatssekretär, den der Papst sogleich nach seinem Regierungsantritt aus persönlichem Vertrauen ins Amt berief, zu stürzen. Es kommt vielmehr alles darauf an, wie Pius X. selbst über die diplomatischen „Fähigkeiten" Merry del Vals denkt, und ob er sich unter Umständen dazu bereit finden läßt, ihn auf einem anderen Posten zu verwenden. Das scheint nun ttarf) der Daily Expreß-Meldung nicht der Fall zu sein. Der Papst will den Mann seines ersten Vertrauens trotz allem, was er verbrochen, schonen, aber er will gleichzeitig den Kardinal Rampolla, den besten Politiker, über den der Vatikan verfügt, als inoffiziellen Ratgeber für die auswärtige Politik heranziehen. Der Vanlan würde darin nur gut fahren. Denn es ist schade, daß Mariano Rampolla, Marchese di Tindaro, der schon von Pius IX. zum Prälaten und Sekretär der Propaganda ernannt wurde, und 1887 unter Leo XIII. , nach dem Tode Jaeobiuis zum Staatssekretariat gelangte, in dem für vatikanische Verhältnisse noch immerhin jugendlichen Alter von 67 Jahren feiern muß, weil sich untei; Pius X. ein Systemwechsel im Vatikan vollzog. Wohl hat dieser seinem Gegenkandidaten bei der letzten Papstwahl das einflußreiche Amt eines Erzpriesters an St. Peter verliehen, aber was bedeutet das, mag auch sein Einfluß im Kardinaltöllegium inzwischen noch so sehr gestiegen fein, für einen Mann, wie Rampolla, dessen Fähigkeiten eben hauptsächlich auf diplomatischem Gebiet liegen? Die Mißerfolge seines Nachfolgers mögen Rampolla in seiner unfreiwilligen Muße mehr als einmal ein Lächeln abgeloctt haben. Aber er hat warten gelernt und weiß, daß seine Zeit einmal kommen muß. Ob er mit dem Aufgehen in Studien und literarischer Tätigkeit nur seinen Ehrgeiz zu beschwichtigen sucht, oder ob er uach dem ^taatsselretärposten überhaupt nicht mehr trachtet, und sich deshalb jetzt mit der inoffiziellen Stellung eines Ratgebers des Papstes begnügt, mag utientschteden bleiben. Jedenfalls wird man seine geschickte Hand, wenn die Meldung des „Daily Expreß" richtig ist, in der auswärtigen Politik des Vatikans und zunächst bei der Abwickelung des Konkordatstreits mit Spanien zu spüren bekommen. Die Würde eines Staatssekretärs aber kann er umso eher verschmerzen, als, wenn Pius X. die Augen schließt, seine Wahl zum Oberhaupt der katholischen Christenheit, wie die Stimmung im Kardinalslollegium einmal ist, fast sicher erscheint. Deutsches 2L:idi>» Aus Wilhelmshöhe meldet man: Der Kaiser hörte Freitag vormittag nach dem gewohnten Ausritt den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts. Zur Frühstücks- tafel beim Kaiserpaar waren geladen Geheimer Regierungsrat Direktor Friedrich Heußner, erster Staatsanwalt Ganz- landt, Ober-Landesgerichtsrat Dr. Sommer, Ober-Regie- rungsrat Dr. Blanckenhorn und Professor Dr. Knackfuß. Neber 500 Teilnehmer des Weltkongresses für freies Christentum und religiösen Fortschritt, trafen Freitags Mittag, mittels zweier Sonderzüge, vom Hauyt- ausschuß am Bahnhof begrüßt, in Eisenach ein. Nach kurzem Aufenthalt in der Stadt begaben sich die Teilnehmer nach der Wartburg, wo ein Frühstück stattfaud. Daran schloß sich eine Schlußfeier im Wartburger Hose. Die deutsche Gesandtschaft in Peking machte dem Direktorium der I u t e r u a t i o u a l e n Hygieneaus- stelluug in Dresden 1911 die Mitteilung, daßChina sich offiziell an der Ausstellung beteiligen wird und beabsichtigt einen eigenen Pavillon zu errichten. Astslaud. Das Präsidium des Wiener G e m e i n d e r a k s, das über Maßnahmen zur Behebung der großen Schwierigkeiten in der Versorgung der Stabt nt i t Fleisch beriet, sandte an den Handelsminister eine Depesche, in der dieser ersucht wird, im Interesse der Wiener Bevölkerung einen sofortigen Erlaß eines zeitweiligen Ausfuhrverbots für Schlachtvieh und Fleisch zu bewirken. Wie das Reutersche Bureau erfährt, reift die Mission zur Ankündigung der Thronbesteigung des Königs Georg an den verschiedenen Höfen unter Lord Roberts am 17. August nach Petersburg ab und geht von dort nach Bukarest, Belgrad und schließlich nach Berlin. Aus St. Quentin wird gemeldet: In Tergnier sind am Donnerstag morgen 8 0 0 A r b e i t e r d e r Eisenbahnmaterialwertstätte. infolge der Entlassung eines. ihrer Kameraden in den A u s st a n d gettctc n. In einer Versammlung entfalteten die Streikenden eine rote Fahne, die von der Polizei loufiszivrt murbe. Tas „Paris Journal" .berichtet zu dem Anleihe- a b s ch l u ß b e s türkischen F i u a n z rn i u i st er s Dck a- v i b B e y über 140 Millionen Franks, daß die französische Regierung dem türkischen Finanzminister erklärt habe, die Kotierung der Anleihe an der Pariser Börse würde nicht bewilligt werden, so lange nicht gewisse, zwischen der Türkei und Frankreich strittige Fragen gelöst und so lange nicht Aufträge der Türkei uach Frankreich vergeben würden. _ Wie „Tanin" berichtet, ist der türkische Gesandte in o f i a beauftragt, gegen ein in Londoner Blättern er- schienenes Rundschreiben der bulgarischen Gesandtschaft zu vrotestieren. In dem Rundschreiben war eine Erklärung her türkischen Gesandtschaft in London, die bestreitet, daß der der Entwaffnung der m a z e d o n i s ch e n Be- v ö l t e r u ii g (Gewaltakte vorgelornmen seien, als den Tatsachen widersprechend bezeichnet worben. Eine Unter- )ucf)ung der bulgarischen Beschwerden ist angeregt wor beu. Wie „Sanin" weiter erklärt, lenkte die' bulgarische Regierung in her Frage der Entwaffnung der mazedonischen Bulgaren auf die Ratschläge der Mächte hin, ein. Ter .„Matin" meldet aus Tanger: Nach Berichten aus zuverlässiger Quelle haben El Mokri und Ben Ghabrit Fez verlassen, um sich sofort über Tanger nach Paris zu begeben. El Mokri soll vom Sultan beauftragt worden sein, direkt mit der französischen Regierung über einen neuen Vertrag von höchster Wichtigkeit zu verhandeln. Nach Abschluß würde sich 9Nnley Hafid nach Rabat begeben, wo er sich in einigen Monaten mit der französischen Gesandtschaft treffen würde, um den neuen Vertrag entgültig zu ratifizieren. Der Abg. Köf)!er=£angsöorf und das Automobil. Der H c f fisch c Au t o m c> b i l k l u b in Darmstadt ersucht uns um Aufnahme folgender Zuschrift, die wir, um einige unnötig scharfe Ausdrücke gekürzt, hier wiedergeben: Die im Gießener Anzeiger und anderen Blättern zum Abdruck gebrachten Aeußerungen des Herrn Köhler-Langsdorf über das „Moderne Ungeziefer" nötigen den Hessischen Automobilklub zu folgender Erwiderung: Der Unwille der Landbevölkerung über das Automobil ist bekannt und bis zu einem gewissen Grade auch begreiflich. Keinesfalls aber ist es angebracht, in dem von dem Herrn Köhler-Langsdorf gewählten aufhetzenden Ton von dem Automobil und seinen Besitzern zu reden. Mit Rücksicht darauf, daß Herr Köhler seinen bäuerlichen Freunden den schlechten Rat erteilt, gegen die die Landstraße passierenden Automobile mit dem Revolver in der Hand vorzugehen, soll doch im Interesse unserer Landbevölkerung Stellung zu den Aeußerungen des Herrn Köhler-Langsdorf genommen werden. Wir lehnen es ab, dem Verfasser in dem ihm eigenen „Ton" zu erwidern. Die von dem Hess. Automobilklub im Einverständnis mit den Polizeibehörden herausgegebenen „10 Gebote für Fuhrleute" stellen keineswegs eine Anmaßung der Automobilbesitzer bar, sondern sind dem ehrlichen Bestreben entsprungen, Unfälle auf der Landyraße nach Möglichkeit dadurch zu verhüten, daß die auf derselben passierenden Fuhrwerke auf die gewissenhafte Befolgung der polizeilichen Vorschriften erneut und nachdrücklichst hingewiesen werden. Der Hess. Automobilklub hat seit einigen Wochen unter Zuziehung von Beamten des Polizei- und Sicherheitsdienstes sog. Polizeifahrten nach allen Gegenden der Provinz Starkenburg unternommen und es wurde bei diesen offiziellen Fahrten statistisch nachgewiesen, daß etwa 40 Prozent aller Fuhrwerke auf der Landstraße entweder falsch gefahren oder nach der falschen Seite hin ausgewichen sind. Diese Fahrten sollten namentlich auf die Landbevölkerung wie Automobillenker erzieherisch und ausklärend wirken im Interesse der Vermeidung von Unfällen, welche durch beu Zusammenstoß von Automobilen und sonstigen Fuhrwerken leider so häufig entstehen. Es ist deshalb eine abgeschmackte Anmaßung des Herrn Köhler-Langsdorf, diese von der gesamten Qeffentlichkeit anerkannten Bestrebungen des Hess. Automobilklubs in der bereits gerügten Weise zu kritisieren. Einem gewählten Vertreter des Volks steht es wirklich schlecht an, seine eigenen Wählern. Gesinnungsgenossen zu Gewalttätigkeiten u. Begehung strafbarer Handlungen aufzureizen. Darin zeigt sich bei dem Verfasser eine Verachtung und demonstrative Verhöhnung der Gesetze des Staates und des in ihnen ausgesprochenen Willens der Staatsgewalt. Ein derartiges Unterfangen ist auch gemeingefährlich insofern, als die Wirkung der Aufofrderung von dem Verfasser nicht übersehen und beherrscht werden kann, ob und inwieweit der in die Menge geschleuderte Funke zünden, ob er einen verheerenden Brand entfachen oder aber spurlos nnb unschädlich verglimmen wird. Ter Hess. Automobilklub hat deshalb Strafantrag wegen Vergehens gegen t? 110 des Strafgesetzbuchs gegen den Herrn Köhler-Langsdorf bei der Staatsanwaltschaft üt Darmstadt erstattet. Aus Studt und Land. Gießen, 13. August 1910. * * Tageskalender. K i n e m a t o g r a p h: Neuer Spiel- plan. Biograph: Neuer Svielplan. Au läge musik am Sonntag vormittag 11’/, Uhr in der Süd-Anlage. Svielplan: 1. „Largo", von Händel. 2. Ouvertüre zur Oper „Mignon", von C. Thomas. 3. Wotans Abschied und Fenerzauber aus dem Musikdrama „Tie Walküre", von R. Wagner. 4. Armeemarsch Nr. 62 (Marsch d. kaiserl. ruf). Leil^ garbe Semenowskschen Regiments). * ** Ans demMilitär-Wochen blatt. V.Linde- qui ft, Oberstlt. beim Stabe des Jnf.-Regts. KaiserWil - Helm Nr. 116, unter Beförderung zum Obersten, zum Kommandeur des 1. Hannov. Jnf.-Regts. Nr. 74 ernannt. Heuer, Oberstlt. im Jnf.-Regl. Kaiser Wilhelm (2. Großherzogt. Hess.) M. 116, unter Enthebung von der Stellung als Bats.-Kommaubeur zum Stabe des Regts. übergetreten. Frhr. v. Bibra, Major beim Stabe desselben Regts., zum BatS.-Kommandeur ernannt. * * Finanzminister Dr. Braun wird am kommenden Montag nach Beendigung seines Urlaubs die Dienst- geschäfte wieder übernehmen. * * Die Einnahmen aus dem Gießener Schlachthofsbetrieb betragen für das Rechnungsjahr 1909/10 53 071,42 Mk. gegen 53 557,06 Mk. oder 485,64 Mk. weniger als 1908/09. Im einzelnen betragen die Einnahmen: Schlachtgebühren 36 414,60 Mk. (gegen 31502,80 Mk. im Jahre zuvor), Befchaugebühren 8 071,23 Mk. (12 971,71 Mk.), Trichinenschaugebühren 4 630,55 Mk. (5 084,10 Mk.), Wiegegebühren 2954,54 Mk. (2927,25 Mk.), Stallgebühren 130 Mk. (153 Mk.), Futtergelder 868,40 Mk. (917,90 Mk.), Verschiedenes 2,10 Mk. (0,10 Mk.). Der erhebliche Rückgang der Gebühren aus Fleischbeschau gegen das Vorjahr, der rund 4900 Mk. beträgt, erklärt sich durch die Ermäßigung der Gebührensätze. Ungefähr der gleiche Betrag wurde an Schlachtgebühren 1909/10 mehr vereinnahmt als 1908/09, weil im letzten Jahre etwa 400 Stück Großvieh mehr geschlachtet wurden als im Jahre zuvor. * * Ein Zug-Abrufapparat befindet sich schon seit längerer Zeit im Wartesaal 3. Klasse des Bahnhofs Gießen im Betrieb. Schreibmaschinen sind bei den Direktionen und Inspektionen der preuß.-hess. Eisenbahn - verivaltung schon seit Jahren in dienstlichem Gebrauch. * * Ungemütlich. Ein Bewohner der Walltorstraße schlug in verflossener Nacht einem seiner Nachbarn alle Fenster an der Wohnung mit einem Stock entzwei. Eifersucht soll der Grund zu dieser Tat gewesen fein. Jedenfalls wird die Angelegenheit noch ein gerichtliches Nachspiel haben. — Steinberg, 13. Aug. Der Turnverein „Gut Heil" hält m feinem Vereinslokal morgen fein 21 bturnen ab, das mit einer kleinen Festlichkeit verbunden ist. u. Schlitz, 12. Aug. Im benachbarten Heckershausen geriet der 18jährige Sohu des Gastwirts Karl Schäfer unter einen Erntewagen und wurde am rechten Dbav schenke! schwer verletzt in das hiesige Gräfliche Hospital verbracht. 1. Friedberg, 11. Aug. Heute feierte der älteste Einwohner Friedbergs, der Rentner Justus Wiechard, in körperlicher und geistiger Frische seinen 90. Geburtstag. rm. Darmstadt, 12. Aug. lPrivattclegramm.) Aus der Landstraße Darmstadt-Ebcrstadt st ür z t e'gestern abend der Gefreite H a n n e m a n n aus Mettenheim von der 2. Batterie des Großh. Artitteriekorps. Er fuhr mit einem ^r^^lt,a9en "ach der Kaserne, als die von Schnaken belästigten Pferde scheuten, wobei das Reitpferd stürzte. Hannemann fiel unter den Wagen und die Räder gingen iljm über die Brust. Er starb nadi kurzer Zeit. s. C f f en bad) a. M., 12. Aug. Gegen die von hiesigen Großindu)triellen, u. a. der Bketallschraubenfabrik von Gebr. Heyne, aus Anlaß des Konflikts im Vorstand der Ortskrankenkasse geplante Errichtung von Betrieb s kr an ke n ka ss e n nahm heute abend eine vom Vorstand des Gewerkfck)aftskartells einberufene, stark besuchte Versammlung im Gewerk,chastshaus Stellung. Nach Berichterstattung des Arbeiterselretärs G r ä s - Frankfurt und des Redakteurs Kaul vom Offenb. Abendbl. wurde dhne Besprechung einstimmig eine Eirtschließung angenommen, worin bic, beabsichtigte Zerplitterung des Krankenkassen- wefens aufs entsd)iedenste widersprochen wird. Es wird erwartet, daß sich die Bürgermeisterei entschieden dagegen wendet, das Kreisamt aber der Gründung von Betriebs- kantenkassen die Genehmigung versagt. Die Leitung der Versammlung wird beauftragt, beim Kreisamt dahingehend vorstellig zu werden. Die Arbeiter der Betriebe, die die Gründung von Betriebskrankenkassen beabsichtigen werden anfgeforbert, unter allen Umständen, und sei es durch Arbeitsniederlegung, die Gründung zu verhindern. Die Arbeiterschaft Offenbachs werde den eventl. im Kampfe stehenden Arbeitern die weitgehendste Unterfttitzung zuteil werden lassen. -Heppenheim, 12. Aug. Begünstigt von prächtigem Wetter feierte das Korps Starke nburgia am /. und 8. l. Mts. feilt 70jähriges Stiftungsfest nach altem Herkommen in den Mauern Heppenheims. Am Samstag um 6 Uhr sammelten sich die alten und jungen Starkenburger am Bahnhof: bann ginge unter Vorantritt der Ka- pelle^ Mickley durch die in Flaggenschmuck prangenden Straßen in festlichem Zuge nach den geschmückten Räumen des „halben Monds". Dort wurde zunächst ein einfaches Abendessen eingenommen, worauf der Stiftungsfestkömmers unter Teilnahme von etwa 120 Personen seinen Anfang nahm. Die Begrüßungsrede hielt der Vorsitzende des Festausschusses, Forstmeister Ebel, Lorsch. Für die Aktiven sprach auf die alten Herren der erste Chargierte, stud. Bundschuh. Bürgermeister Höhn brachte den Willkommen- 9ruß der Stadt Heppenheim. Namens der alten Herren sprach Geh. Forstrat Joseph, Eberstadt, der Vorsitzende des A. H.-Bereins. Den jungen Nachwuchs zugleich 'mahnend und aufmunternb, hielt er Rückschau nach „der alten Burscheiiherrlichkeit", in den Jubelmf ausklingend: „Die alten Burschen leben noch"! und schloß mit einem Salamander auf ewiges Blühen und Gedeihen des Korps. Die Jubelgrüße des ältesten 65jährigeu Kartellkorps Saxo-Bo- russia-tzeidelberg überbrachte Oberamtsrichter Frhr. von la Rockie-Starkenfels aus Heidelberg, diejenigen der übrigen Karrell- und befreundeten Korps Rechtsanwalt Dr. Bill- Hardt-Mainz. Der Toten gedachte Divisionspfarrer Büttel- Schleswig und weihte ihnen ein stilles Glas. Um Mitternacht stieg nach altem Herkommen der feierliche Lanbes- vater. Als die letzten Kommersgäste sich trennten, erwies sich das von den freundlichen Heppenheimer Quartierwirten bereit gestellte Licht längst als überflüssig. Kurz war die Nachtruhe. Um MO Uhr wurden die Gräber der 7 auf dem Friedhöfe ruhenden Starkenburger mit Kränzen ge- fchmückt: am Grabe des hochverdienten Ehrenmitgliedes Medizinalrat Werls wurde von Divifiouspfarrer Büttel nochmals der Toten gedacht. Alsdann sand feierlick)er Korpskonvent statt, bei dem außer einigen anderen Auszeichnungen an die „alten Herren" Dr. Bottler-Jülick) unb- Forstmeister Heyer-Jugenheim bic Ehreiimitgliedschaft verliehen würbe. Um i/jll Uhr zog man mit ben inzwischen zahlreich eingetroffenen Damen' zur alten Feste Starkenburg, hie Provinz und Korps ben Namen gab, zum Frühschoppen. Am Stiftergebentftein, wo ein Kranz niebergelegt würbe, würbe kurz verweilt: bann entwickelte sich ein reges, buntes Treiben, bis um 1 Uhr bas Signal znm Rückmarsck) ertönte. Um 2 Uhr begann das Festessen (etwa 160 Personen), bei dem Forstmeister Ebel der Mütter, Gattinnen, Töchter und Schwestern bet Starkenburger gedachte, während Dr. Bottler dem Festausschuß Dank und Anerkennung .zollte. Von M Uhr ab war Gartenfest: cs wurde kon- zerttert und getanzt, wobei man sich im Garten zu reger, Unterhaltung, gemeinsam mit den liebenswürdigen Quartierwirten, zusammenfand. Die späten Abendzüge ent- führten viele der Festteilnehmer, viele aber harrten bis Dienstag, ja sogar bis Donnerstag aus. O Krofdorf, 12. Aug. Unsere Gemeinde, bic durch bas Suchen nadj einer Quelle mit ber Wünschelrute berühmt geworben ist, steht jetzt vor ber Entscheibuiig. Nach- bem bic Wünschelrute versagt hatte, verpflichtete mau einen Bohrmeister, ber am Wißmar er Walb nach einer Quelle schürfte unb audj eine sand. Sachverstänbige behaupten aber, baß bic vorhanbeiie Wassermengc nicht hinreiche, um bas Dors zu versorgen. 9hin hat Bürgermeister Brann, um für alle Fälle sicher zu gehen, der Gemeinde eine Quelle bei Bieber gesichert, die so reichlick) Wasser gibt, baß damit mehrere Gemeinden versorgt werden können. Zur rationellen Ausnutzung dieser Quelle wäre die Erbauung eines Gruppenwasserwerks das beste, ein Vorschlag, der auch gemacht iüurbc. Der Gemeinderat hat sich nun in der nächsten Zeit schlüssig zu machen. Man darf ivohl hoffen, daß er weitsichtig genug ist, um einen Beschluß zu fassen, der nicht nur ben Augenblicksbebars in Anschlag bringt, so daß man nicht genötigt ist, in 5 oder 6 Jahren wieder nach mehr Wasser zu suchen. # Kinzenbach, 12. Aug. Die Straße von hier nach Rod he im, besonders bas Stück bis zur Landes- grenzc, ist schon lange in einem schlimmen Zustande. Seit einem halben Menschenalter ist an der vor alters befestigten Straße nichts mehr ansgebessert worben, babei hat bas Regenwetter den Weg vielfach ausgewaschen und zerstört. Es wäre angebracht, wenn die Aufsichtsbehörde dafür sorgte, baß bic Straße ordnungsgemäß hergestellt und unterhalten wird, wie man dies im Zeitalter des modernen Verkehrs wohl verlangen kann. X Aus dem Wohratal, 12. Aug. Noch im Laufe dieses Jahres soll mit dem Ban der Bahn burd) das Wohra ta£ von Kirchhain nach Gemünden begonnen werden. Die neue Bahn wird eine Fortsetzung der Bahn Zimmersrodc- - Gemünden, einen Abzweig der Main-Wcscrermifcbtcs. * Der verhaftete M ä d ch e n s ch u ld i r e kt or Bock läßt durch seinen Rechtsanwalt erklären, es sei unrichtig, daß ihm bisher auch nur ein einziger Fall sittlicher Verfehlung nachgewiesen sei- Es handle sich auch nur um die Anzeige wegen eines Schulmädchens, das die betreffende Beschuldigung schon wiederholt zurückgezogen habe. Im übrigen kämen nur ein oder zwei Fälle längst schulentlassener Mädchen in Frage, auch da bestreite er jede schuld. Kleine Tageschronik< Der „Lokalanzeiger" meldet aus Emmerich: Durch ein berannahcndes Automobil scheute Bit dem Zollamt das Pferd eines Fuhrwerkes, auf dem sich der Mehlhändler Summ und seine brri Kinder befanden. Der Wagen wurde die Straßenböschung her un ter gerissen. Summ wurde sofort getötet, seine Kinder schwer verletzt. Aus Leipzig wird gemeldet: Freitag vormittag ist der Kaufmann Hartmann iLerpzig) auf der Fahrt nach Weißenfels mit einem Automobil gegen einen Baum gefahren. Das Fahrzeug wurde zertrümmert, Hartmann tödlich verletzt, während Frau Hartmann und der Chauffeur unverletzt blieben. Die Blätter melden aus Berlin: In der Nacht zum Freitag imirbc einen: Landwirt, der vor einiger Zeit nach Berlin gekommen war, und sich ein Haus kaufen wollte, eine rot lederne Brieftasche mit 2 2 000 Mark, eine goldene Uhr und Kette gestohlen. Ter Täter, der Agent Johannes Guhl, der sich auch Hans Marton' aus Dresden nannte und in Freiberg in Sachsen geboren ist, wurde verhaftet. Aus Gera wird gemeldet: Am 11. August 5,30 Uhr nachmittags wurde auf dem unbewachten W e g ü b e r g a n g c der Nebcnbahnsttecke Triptis—Marxgrün von einem zehn AHscn starken P c r s o n e n z u g ein leererLeitcrwagen des Schwciue- bändlcrs Staps aus Moßbach überfahren. Der Hintere Wagentcil wurde völlig zertrümmert mtb die auf diesem sitzende Ehesrml und die siebenjährige Tochter des Geschirrführers, des Schweinehändlers Staps, burdi Ueberfahren getötet. Der auf dem Vorderteil des Wagens sitzende ^taps und dessen elst iährige Tochter wurden leicht verletzt. Die Pferde, welche nach dem Zusammenstoß durchgingen, blieben unverletzt. Offenbar übcr- hürte der Geschirrführer durch ocit-. Geräusch des in schneller Gangart befindlichen Leiterwagens auf der unebenen Straße das Läuten der Lokomotive. Tic Blätter me-ldcu aus B r e st: In dein Dorfe Kcrglofs - en Saint Thoin fanden die Behörden eine 36 jährige Frau, welche von ihre,: Verwaiidten seit einem Fahre in einem Stall ein gesperrt gehalten worden war. Tic Unglückliche verfügte über eine Iahrcsrcntc von 8000 Franks. Der Schwager der Frau wurde in Untersuchungshaft genommen. Vorsen-Wochenbericht. — Frankfurt a. M., 12. Aug. Wie schon seit einiger Zeit, blieb das FntereÜe der Börse auch in den letzten acht Tagen vorwiegend auf I n d u st r i e v a p i e r e gerichtet. Neben der Spekulation hatten sich neuerdings auch Kapitalistenkreise wieder mehr am Geschäft beteiligt, angeloett durch die Aufwärtsbcwcgung der Kurse und die Besornis, möglicherweise den Anschluß zu versäumen. Wenn trotzdem habet bi? Han' .tendeuz vorübergehend etwas ins Wanken kam, so war dies in der Hauptsache darauf zurückzuführcn, daß nach den vorausgegangencu Kurssteigerungen vielfach auch wieder Abgaben vorgenomiiten wurden, um die erzielten Gewinne einstweilen sicher zu stellen. Daß die aligem einen Börsen- und wirtschaftlichen Verhältnisse aber nach wie vor zuversichtlicher Beurteilung begegnen, geht schon daraus hervor, daß die feste Grundstimmung nach jeweiligen Abschwächungen immer loieber bic Oberhand gewann. Die Anregungen', die die Börse in der letzten Zeit durch die Vorgänge im heimischen Wirtschaftsleben, insbesondere durch die Kartellierung in der Eisenindustrie und durch die Konzentrations bcwegung im Montan- und Elektrizitätsgewerbe empfing, wirken noch immer nach. Durcl> den Anschluß noch außenstehender Werke an das Roheisen-Syndikat haben bic Aussichten auf ein allgemeines Syndilat der Roheisenwerke weiter wesentlich zugmom- men. Dazu kam, daß die Besorgnisse, die man mancherseits noch wegen der geplanten Fusion zwischen Deutsch-Luxemburg und der Dortmunder Union hegte, nunmehr beseitigt sind, da die Verhandlungen mit Erfolg beendet wurden. Eine weitere Anregung boten aber auch die Jahresabschlüsse verschiedener Hüttenwerke, die vorwiegend recht günstige Beurteilung fanden. Auch die auf dem Kupfermarkt sich weiter bemerkbar machende Erholung wirkte stimulierend und ließ das Interesse für Hütten- und Bcrgwcrksaktien nicht erlahmen, wenn auch die Kauflust durch weniger günstige Nachrichten vom amerikanischen Eiscn- markt zeitweise einen Dämpfer erhielt. Neben Montanpapieren, die 2— 4 Prozent anziehen konnten, blieben E l c k t r i z i 1 ä t s - werte andauernd Gegenstand erhöhter Aufmerksamkeit int Hinblick auf die gebesserten Aussichten, die sich auch der Elektrizitäts- Industrie eröffnen. Ter Jahresbericht der Bank für elektrische Unternehmungen, die bekanntlich in enger Beziehung zu der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft stebt und die neuerdings anläßlich der geplanten Uebernahme her Lahmeyer-Gcsellschaft viel von sich reden mack te, gab neue Anregung für elektrische Werte, von denen neben Edison auch Schuckcrt und Siemens & Halske besonders begünstigt waren, weil verlautete, daß die Gemeinschaft zwischen den beiden letzten Gesellschaften noch enger gestaltet werden solle. Andere Fudustriepapiere, wie chemische Werte, Holzverkohlung, Gummipetcr, Waghäusler und Frankenthaler Zuckerfabriken, sowie Mocnus, Faber & Schleicher und Klcycr - Aktien waren ebenfalls lebhaft gefragt und höher. Auf den übrigen Gebieten waren die Umsätze eng begrenzt. Transportanstalten blieben gut behauptet, nur amerikanische Bahnen stellten sich im Einklang mit den Newyorker Notierungen 1—2 Prozent höher. Besonders anregend für diese Werte wirkte der günstige Abschluß und die Tividendcncrhöhung der Panama-Pacific-Bahn auf 7 Prozent für die Stammaktien. Schiffahrtsaktien lagen fest, ebenso Banken, nur österreichische Werte schwächten sich etwas ab. Für Anlagewerte ist das Interesse zurzeit nur gering. Heimische Fonds sind wenig verändert, von fremden Renten geben Russen auf ©eroinnabgaben und Meldungen über Cholerafälle etwas nach, während Türken sich befeftigen. Erhöhtes Interesse zeigte sich für Portugiesische Eisenbahn-Obligationen, die etwa. 1 Prozent anzvgen. Der Geldstand hat eine wesentliche Aendcrung bis jetzt nicht erfahren, doch rechnet man damit, daß sich die erhöhten Ansprüche zum Herbst bald fühlbar machen werden. — Privatdiskonto 314 Prozent. tzarrvel. Dort mn n d, 12. Aug. Nachdem alle Sanierungsversuche gescheitert sind, hat die Verwaltung der Dortmunder ärau- haus - Aktieu - Gesellichasl gestern abend den K 0 u f u r « über das Vermögen der Gesellschaft beantragt. ~ Amtlicher Wetterbericht. Ocffentliche Wetterdic n st st c l l c G t e ß e n. Welterausnchten in pesien am Sonntag dem 14. Augup 1910: Nur vorübergehend ausheittrnd, svaler neuerdings Trübung und Regen, starker Südwest, mäßig warm.________________________ Griginal.Drahtnielvungen. 8. Offenbach, 13. Aug. (Privattelegramm.) Im städtischen Fuhrwesen wurde eine 'U r k u n d e n f ä l s ch u n t in Verein in i t Betrug entdeckt. Die auf Rechnung der ^tadt zn leistenden Fuhren werden gegen Ausgabe von K entrolle zetteln den Privatsuhrleutcn 'überwiesen. Ein Vorarbeiter machte nun.die Wahrnehmung, daß ihm eine ganze Anzahl der nummerierten Kontrollzettel abhanden gekommen war. Die Untersuchung ergab, daß ein junger Mann des Fuhrunternehmers Breitung auf einen Teil der Scheine bei der Stadtlassc schon 115 Mark erhoben hatte, während für 130 Mark Kontrollzettel noch in seinem Besitz waren. — Eine Abstimmungwegen der von der Firma Heyne beabsichtigten Gründung einer B e t r i e b s k r a n k e n k a s s c ergab: Bon 600 Arbeitern stimmten 407, ab: von diesen stimmten 307 gegen die Kasse, 95 gaben weiße Zettel ab, und nur 5 stimmten dafür. Köln, 13. Aug. Tie ,,Kölnische Zeitung" meldet aus Berlin: Um die S i ch e r h e i t d e r d e n t s ch e n K 0 l 0 n i st e n zu gewährleisten, ist ein türkisches Kriegs sch if f mit Truppen in Haifa e i n g e tr of f en. Der Walt befindet sich an Ort und Stelle und leitet die Untersuchungen. Wegen der Ermordung des Deutschen Unger sind bisher 17 Verhaftungen vorgenommen worden. Köln, 13. Aug. Ans die Ausführungen russifcher und englischer Blätter über unbefugte Eingriffe des deutschen Gesandten bei den Unruhen in Teheran erfährt die „Köln. Ztg.", daß Gras Qüadt sich an dem fraglichen Morgen nach der Stadt legeben habe, um nachzusehen, yb sich die deutschen Einwohner in Sicherheit befänden. Er traf dabei .zufällig mit Satar K Han zusammen, der ihn um seine Vermittlung bat. Lediglich, um 11 nnützes Blutvergießen zu verhüten, kam Graf von Quadl diesem Wunsche nach. B e r l i n, 13. Aug. Gestern abend sand in der türkis ch c n Botschaft ein Diner zu Ehren des Finanzministers D j a- v i d Bey statt, an welchem der Staatssekretär des Auswärtigen v. K i d er l cn-W ä ch t er und der Direktor der Deutschen Bank v. G w i n n e r teil nahm en. Wien, 12. Ang. Der türkische Großwesir Hakki- Pascha ist hier eingetroffen. Wien, 13. Aug. Der „Rathauskorrespondenz" zufolge beantwortete der H an d e l S m in i st e r ein wegen der Flci schien e r u n g an ihn gerichtetes Telegramm des Vizebürgcrmeisters von Wien dahin, daß er telegraphisch den Auftrag erteilte, unverzüglich Verhandlungen über daS Ausfuhrverbot von Schlachtvieh und Fleisch einzuleiten. Gleichzeitig ersuchte der Handelsminister den Ministerpräsidenten, dem Letter des Ackerbauministeriums entsprechende Wcisun.gen zukommen zu lassen. Paris, 13. Aug. In Tour hielten etwa 2000 Eisenbahn- beamte eine Versammlung ab, in der sie sich mit dem A u s sta nd einverstanden erklärten und gleichzeitig beschlossen, auf das erste Zeichen hin die Arbeit niederzulegen. Nach Schluß der Beratung zogen sie, die Internationale fingenb, durch die Stadt. Sofia, 12. Aug. Die Agenec Bulgare ist ermächtigt, die Meldung des „Tanin" zu dementieren, wonach der türkis ch c. G cs a n d t c in Sofia wegen des Rundschreibens der bulgarischen Gesandtschaft in London Aufklärungen verlangt habe, ebenso die Meldung desselben Blattes, daß Bulgarien seine Haltung in der Frage der Entwaffnung der mazedonischen Bulgaren auf die Ratschläge der Mächte geäubert hatte. Caraba irchel (Provinz Madrid!, 12. Aug. Durch einen Dammrutsch wurden hier fünf mit einem Eisenbahnbau beschäftigte Soldaten verschüttet. Drei von ihnen |infr getötet, zwei schwer verletzt worden. Toaes - Anzeige Herr Edmund Wetter VdO Uhr unerwartet verschieden ist. im 61. Lebensjahre Donnerstag abend Giessen (Süd-Anlage 18), den 12. August 1910. 4393 Die Beerdigung findet Sonntag vormittag 11 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Zu wtaiH Villa SS28/? 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Abends im Kurhaussaale Tbeater: Fräulein Josette - meine Frau. Donnerstag. Das Abendkonzert der 5kurkapelle unter Leitung deS Kgl. Prof. Hans Winderstein. Bei günstiger Witterung Lampionbelcuchtung auf der Terrasse. Freitag. AbendS im Kurhaussaale letzte Operette: Die lustige Witwe. Samstag. Abends 8V< Uhr im neuen KonzerthauS 9. Künstler Konzert der Kurkapelle unter Leitung des Kgl. Pros. Hans Winderstein und unter Mitwirkung der Kammersängerin Frau Minnie Rast- Dresden. Vorläufige Anzeigen. Sonntag, 21. August. Auf der Terraffe Militär- Konzert. Abends im Kurhaussaale Theater: Als ich wiederkam. _________________vu/t _________________ Maschinenbauer-Gtsangvcrein Sonntag den 14. August findet auf der „Karlsruhe" Familienunterhaltung mit Tanz pu deren zahlreicher Beteiligung wir unsere Mitglieder freundlichst ersuchen. - Anfang 4 Uhr. - Preisfchießen - Kinderspiele. Freunde und willkommen. [06679]_________Der Borstand. W-ßMM erteilt zu jeder Tageszeit Th. 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