Freitag, 11 Februar 1910 Drittes Blatt 100 Ial^aang Nr. 34 G^chevu «art® mH «uSnabm, M vonnlay» 1 Uhr Ich glaube nicht, daß die Generäle Herrn n 13.3*R lwandrno ilWlL^ T'OfttÖWO'. i Mtah «M nen^iatkii ital»Mle: - ®te .»ietzrue, SantiHenblätter «erben bem Anzeige^ rtermal wörtzenillch de,gelegt, das 'urtisblatl W **» Kreb filefien* »meima« »ödjenthcb Di. ^£anömtrt|d)aftltd)ee Lett ftaaeo* erjchemev monailtd? ppeunaL hreiöen. Da kommen doch ganz andere Gesichts- Der Luxus überschreitet jÄbft in Offiziers« JtotaftenOnid en» ftertag 6ew SrÜhNch« Unieeiiuät» - ®ud> anb StetnbrudcuL K 1 • * g e, Suche» 2» «>'1 Sebaftton, eyvebtrton «nd »ruderet. Schul« ftraßt 1. LroedlNoa and Verlag teSS 6L iHebaftu>n;e»8# 112. teL-^lbu Dietger .H-l *' 'I , |l^ Off#' I lv 1 'uivi! ' . i I Eingegangen ist das Stcllenvermittlungsgesetz. Ter Militärelat. Die zweite Lesung des Militäretats wird fortgesetzt beim Kapitel: Höhere Truppenbefehlshaber. Abg. Dr. Müller-Meiningen (Fr. Vp.): Es Ware interessant, zu erfahren, wieviel auf einen k o m - mandierenden General beim Wohnungsgeld auf das Feuerungsmaterial entfällt. Die Behauptung, daß die kommandierenden Generäle die einzigen seien, die nicht aufgebessert wurden, mutet eigentümlich an. Infolge der Debatten der letzten Wochen habe ich eine Reihe von Zusendungen über unglaubliche Zustände in einzelnen Regimentern erhalten, die Namen der Einsender darf ich natürlich nicht nennen. Trotz der gegenteiligen Behauptungen des Kriegsministers läßt sich auch unzweifelhaft nachweisen, daß eine Bevorzugung des Adels inden höheren Stellen stattfindet. Bei den Leutnants ist das Verhältnis zwischen Bürgerlichen und Adligen 3 : 1, bei den Oberstleutnants dreht c5 sich bereits zum Gegenteil um. Herr o. Einem war mit dieser Entwicklung der Dinge nicht einverstanden und hat Abhilfe erhofft. Ter jetzige Kriegsminister aber sucht diese Verhältnisse lediglich zu beschönigen und zu entschuldigen. Mir ist mitgeteilt worden, daß ein Hauptmann, der vor drei Jahren wegen Mißhandlungen strafweise nach Breslau ver- letzt wurde, jetzt unter Bordatierung seines Patents um etwa 4 Jahre zum Major und Adjutanten des Generalkommandos befördert wurde. Ich bitte den Minister um Aufklärung über diesen Fall. Wenn er sich bestätigt, so müßte man darin eine direkte Verhöhnung des Parlamenis und aller uns gegebenen Zusagen und eine beispiellose, Geringschätzung des gesamten Volrsempfindens erblicken. (Beifall links, Unruhe rechts.) „ Abg. Zube,l (Soz.) führt Beschwerde über Gefährdung benachbarter Grundstücke bei dem Schießplatz Sperenberg. Kriegsminister v. Heringen: Ich mutz doch das bestreiten, daß aVxbc Offiziere sich scheuen, hervorzutreten. Haben Sie berechtigte Klagen, so können Sie sicher sein, daß sie sachgemäß geprüft werden. Entgegen dem Abg. Müller-Meiningen bleibe ich überzeugt, daß gerade die kommandierenden Generäle die verhältnismäßig schlechtest besoldeten Offiziere sind. Auf die hohe Gehaltssumme kommt es nicht an, denn gerade an die kommandierenden Generäle sind die Ansprüche sehr hohe. Auf die Statistik des Herrn Abgeordneten über den Adel in der Armee gehe ich nicht näher em. Im praktischen Leben fühlt die Armee jedenfalls keinen Unterschied zwischen Adligen und Nichtadligen. In dieser Beziehung besteht auch kein Gegensatz zwischen meinem Amtsvorgänger und mir. Ich kann nur bestätigen, daß ich genau so wie mein Amtsvorgänger es nicht billigen kann, wenn sich sogenannte adlige Regimenter formieren. Geschieht dies doch, so jedenfalls nur aus Traditionsgründen. In der Sache sind Herr v. Einem und ich ganz einig. Was den Fall des Hauptmanns v. Grolmann anlangt, so ist d^-selbe ja seinerzeit wegen der Mißhandlungen strafversetzt worden. Nachdem er sich aber eine Reihe von Jahren trefflich geführt hat in seiner Dienststellung, soll man ihn dann noch weiter bestrafen? (Sehr richtig! rechts.) Nein Amtsvorgängcr hat das verneint, und ich tue das auch. Die Verhältnisse in Sverenberg, die Herr Zubeil erwähnte, sind mir nicht bekannt Ich werde aber Untersuchungen anstellen. Abg. Dr. Müller-Meiningen (Fr. Vp.): Was würde der Herr Kriegsminister mit den Offizieren tun, die sich bei uns p. schweren, wenn ich ihm die Namen nennen würde? Sie wären die längste Zeit in der aktiven Armee gewesen. Sie haben keinen Begriff, Herr Kriegsminister, wie außerordentlich in den bürgerlichen Offizierkreisen diese Zurücksetzung empfunden wird. Sie würden staunen über den Ton, in dem die .Herren sich an uns wenden DaS kann mit derartigen allgemeinen Redewendungen nicht abgemacht werden. Aber es scheint, daß man bei der allerhöchsten Stelle einfach auf Granit beißt. Auf den Fall des Hauptmanns v. Grolmann ist eine Antwort vorher nicht erfolgt. (Unruhe rechts.) Ist es wahr, daß er ein Verwandter des kommandierenden Generals ist? (Unruhe rechts.) Wir wünschen, daß auch andere Leute, di« etwas pexiert haben, eben so milde behandelt werden. Abg. Gans Edler zu Putlitz (Kons.): Die Gehälter der kommandierenden Generäle sind eher zu gering als zu reichlich. Kein Offizier kann Brigadekommandeur oder kommandierender General werden, wenn er nicht Privat- vermogen hat. Die Herren haben hohe gesellschaftliche Verpflichtungen, weil sie Verkehr pflegen müssen. Suchen Sie mit der Laterne eine Institution, wo so toenig Nepotismus vorhanden ist, wie in der Armee. (Heiterkeit.) Auch in der preußischen Verwaltung ist er nicht zu finden. Dort sitzen mehr liberale als konservative Beamte. (Lachen links.) . Abg. Erzberger (Zentr.): Die Generäle erfreuen sich besonderer Vorteile. Sie beziehen eine hohe Pension und sollen nun auch in Preußen ein erhöhtes Wahlrecht erhalten. (Heiterkeit.) Eine Neuregelung der Rationsgebühr ist durchaus erforderlich. Recht sonderbar ist die auffällige Beförderung hes Hauptmanns von Grolmann, der 4% Spalten in der Rangliste übersprungen hat, und dessen Patent außerdem noch vordatiert wurde. (Hört, hört!) Gegenüber solchen Vorkommnissen kqsin man kaum glauben, daß es der Verwaltung ernst mit der Bekämpfung der Soldaten Mißhandlungen ist. (Beifall.) Preußischer Kriegsminister v. Heeringen: nicht der Fall wäre. Wir dürfen aber nicht in Abrede stellen, daß bei unseren niederen Volksschichten hier und dort eine andere Auffassung besteht. Dieser müssen wir Rechnung tragen. Darum müssen wir die ganze Frage vorsichtig behandeln. Trotz all^ Leistungen, die ich vollkommen anerkenne, müssen totr unL auch bei den jüdischen Einjährigen fragen, ob ihre Persönlichkeit geeignet ist, die Autorität unter allen Umständen vor der Front zu sichern. Tie vielen Anzapfungen, die in bezug auf die Parteilichkeit unserer niederen Vorgesetzten gemacht werden, haben schon dazu geführt, daß bei den Truppen F ü h r u n g s l i ste n über öte Wochenleistungen der Einjährigen angelegt sind. Sie geben manchmal ganz andere Urteile, aI5 die jungen Herren für sich in Anspruch nehmen. Die Wahl zum Reserveoffizier liegt durck)aus im freien Ermessen der Offizierkorps. Der Kaiser lehnt es ganz ab, und ich stimme ihm durchaus bei, in diese freie Bestimmung einzugreifen. .Gerade die Linke sollte doch mit diesem geradezu demokratischen Grundzug im Heere einverstanden sein. Diese freie Wahl hat eine weitgehende Bedeutung, die Sie vielleicht nicht ganz schätzen. Ich kann in voller Uebere'.nstimmung mit meinem Vor- gänger erklären, daß wenn ein jüdischer Vizefeldwebel oder Wachtmeister von einem Offizierkorps vorgeschlagen würde, der Kaiser ihn auch ohne weiteres befördern würde. Tas ist kein Stoßseufzer! (Heiterkeit.) Auch die Anspielung auf den Grund des Scheidens meines Vorgängers war verfehlt. Wenn man ,echs Jahre Kriegsminister gewesen ist, hat man wohl die Berechtigung, von diesem Posten abzutreten. (Heiterkeit.) Abg. Gothein (Fr. Vg.): Die heutige Antwort des Kricgsministers bedauere ich leb» haft: sie 'st ein wesentlicher Rückschritt gegen die seines Vorgängers. (Sehr richtig? links.) Er hat es fertig gebracht, Entschuldigungsgründe und Gründe dafür vorzubringen, daß ^uden nicht avancieren. Wird etwa durch die Taufe die achtunggebietende Erscheinung herbcigefuhrt? Damit also lassen wir uns nicht abspeisen. Der Kriegsminister hat den antisemitischen Tendenzen Vorschub geleistet. (Unruhe rechts. Sehr wahr! links.) Kriegsminister v. Heeringen: Ich will mich nur ganz kurz verwahren, als ob meine Worte in irgend einer Weise in antisemitischem Sinne aufgefaßt werden könnten. Das hat mir ganz fern gelegen. Herr Gothein wird sich aus meinem Stenogramm davon überzeugen. Zweitens verwahre ich mich dagegen, irgend etwas anderes gesagt zu haben als mein Amtsvorgänger. (Der Kriegsminister verliest die Stelle aus der Rede des Kriegsministers v. Einem.) Abg. Dr. Mugdan (Fr. Vp.): Seit 1880 ist lein einziger jüdischer Einiähriger Offizier geworden. Wollen Sie wirklich behaupten, daß in diesen 28 Jahren nicht ein einziger befähigt gewesen sein sollte, Vorgesetzter zu sein? Die Herren dort drüben, die Korpsstudenten waren, haben in dieser Zeit eine ganze Anzahl jüdischer Korpsbrüder gehabt. Es ist einfach nicht wahr, daß es eine Eigenschaft der Juden sei. Nicht Vorgesetzter sein zu können. Der Kaiser hat den Eid auf die Verfassung geleistet; in dem Augenblick, wo Sie die Inden anders behandeln wollen als die anderen, machen Sie dieses Wort des Kaisers unwahr. Dann wundern Sie sich aber nicht, wenn von anderer Seite die Verfassung auch nicht geachtet wird. Die Aussprache schließt damit. Die Bildung eines Veterinäroffizierkorps hat bte Budgetkommission nach sehr eingehender Beratung mit großer Mehrheit genehmigt. Abg. Dr. Osann (Natl.) erklärt die Zusfimmung seiner Freunde. Abg. v. Lieber! (Rp.): Ich hatte in der Kommission anfangs Bedenken. Als aber dann im „Berliner Tageblatt" Herr Gädke sich auch dagegen er klärte, war ich dafür, denn mit Herrn Gädke möchte ich niemals einer Meinung sein. Ließe sich statt „Veterinär" nicht ein deutsches Wort setzen? etwa Militärpferdearzt? Veterinär soll Herkommen vom lateinischen vehere, bedeutet also nur Fuhrmann Abg. Sommer (Fr. Vp.): Auch der größte Teil meiner Freunde ist für die neue Ein>» richtung. Die Korps st absvcterinärc sollte man den Generaloberärzten gleichstellen und den Regimentsveterinären den Rang der Stabsoffiziere geben. Die Vorlage wird genehmigt. Abg. Zubeil (Soz.) hält eine lange Rede über die Militärkapellen und ihre Äon« kurrenz gegen die Zivilmusiker. Die Offizierkorps sollen sich ihre Kapellen selber halten und bezahlen. Abg. Dr. Goercke (Natl.): Die Offizierkorps halten die Kapellen nicht zu ihrem 13er« gnügen; vi.le Offiziere seufzen unter der ihnen dadurch entstehenden Ausgabenlast. Die Verfügung der Militärverwaltung wird von den Zivilmusikern im allgemeinen als ausreichend anerkannt, aber sie wird leider nicht vollständig innegehalten. Der Redner bittet auch, dafür zu sorgen, daß die Militärbüchsenmacher dem Handwerker nicht Konkurrenz machen. Abg. Göring (Zentr.) stimt zu. Wir Handwerker klagen darüber, daß ein Pfuscher tum großgezogen wird. Den Militärbüchsenmachern sollte wenigstens verboten werden, fremde Hilfe zur Erledigung von Zivilaufträgen heranzuziehen. Mit den Militärschmieden und den Regimentssattlern ist es dieselbe Geschichte. Abg. Ko p sch (Fr. Vp.) spricht in ähnlichem Sinne über die Musiker, Abg. Sommer (Fr. Vp.) über die Büchsenmacher. Oberst Wandel teilt die Instruktionen mit. Nach weiterer Auseinandersetzung hierüber erhebt Abg. Wehl (Natl.) Beschwerde darüber, daß das Proviantamt Hannover einen Teil seines Bedarfs an Heu durch Zwischenhändler au5 Holland beziehe und einheimische Angebote zurückgewiesen worden seien. Abg. Dr. Goercke (Natl.) äußert Beschwerden über die Preispolitik der Proviantämter. Oberst v. Zastrow: Grundsätzlich decken wir unseren Heubedarf zunächst im Iw» lande. Meist macht das Treiviertel der Gesamtmenge aus. Im vorigen Sommer mußte das Proviantamt in Hannover nach Holland gehen, weil es im Jnlande nicht genügend Material erhielt. Abg. Wehl (Natl.): Angebote bon Heu wurden mit der ErKarung ckbgelehnt, daß die Militärverwaltung ihren Bedarf voll gedeckt habe. Durch ausländisches Heu wächst auch die Seuchengefahr. Tas Haus vertagt die Weiterberatung auf Freitag, 1 Uhr. Der Präsident stellt Abensitz ungen in Aussicht. Schluß 6y, Uhr. preußische Armee, die in ihr nicht existieren und früher nicht da- gewesen sind. Dagegen protestiere ich. Abg. Gothein (Fr. Vg.): Ehe der Kriegsminister mit nicht höflichen Redewendungen gegen Mitglieder des Hauses vorgeht, soll er sich erst überzeugen, was ich gesagt habe. Ich habe b‘ n kommandierenden Generalen keine Direktiven für ihre gesellschaftlichen Verpflichtungen gegeben. Das können sie machen wie sie wollen, nur soll nicht verlangt werden, daß wir die Gehälter erhöhen. Wollen Sie den Gegensatz beseitigen, so gibt es nur ein Mittel: die Abschaffung des Adels (Sehr richtig! links, Lachen rechts.) Aber die Herren werden sich schwer hüten denn sie kennen die Vorteile. In den Patenten der Leutnants soll noch jetzt von der „Wahrung der Prärogative des Standes" die Rede sein. Wie steht das im Einklang mit der Verfassung? Kriegsminister v. Heeringen: Nur eine ganz kurze Erwiderung. Erstens: D:e Militärver- waltung hat überhaupt leine Erhöhung der Gehälter der kommandierenden Generäle verlangt. Die Stellung von Pferdcgeldern ist aus einem ganz andren Gesichtspunkte verlangt worden; zweitens: wenn in den Patenten steht, sie sollen die Prärogative ihres Standes wahren — zu meiner Sdionoe muß ich gestehen: ich weiß nicht, ob es drin steht — (Heiterkeit!) Aber wenn es so ist: WaS sind denn di-se Prärogative? Seine Pflicht und Schul- bigteit bis zum äußersten jiu tun, das bedeutet nun und nimmer Ueberhebung gegenüber anoeren Ständen. Abg. Dr. Müller-Meinigen (Fr. Vp.): Die Prärogatibe der Osfizi-re werden durch die neue Wahlrechtsvortage in Pr ußennoch sehr interessant erweitert. (Heiterkeit.) Ter zehnjährige Leulnantsdiensi wird ja dem zehnjährigen Ticnst hier im Parlament gleichgestellt. _ (Heiterkeit.) Der Kriegsministe. sa,n: to,r tragen Gegensätze inj)te Armee (Baberischer Militärbevollmächtigter von Gebsattel: Sehr richtig!). Sehr unrichtig. Sie scheinen keine Zeitungen zu lesen lGroße Heiterkeit.), sonst würden Sie wissen, daß nicht bloß wir hier diese Kritik an den Zuständen unserer Armee üben, sondern auch eine Reihe glänzender Namen früherer Offiziere. (Zuruf rechts: Gädke!) Beim Kapitel .Gouverneure, Kommandanten und Platzmajore führt Abg Mommsen (Fr. Vg.) Beschwerde über bie Rayonbeschränkung in Danzig. Die Entfestigung der Stadt wäre ein gutes Stück Ostmarkenpolitik. Oberst Wandel: Die Frage hat den Reichstag schon wiederholt beschäftigt. Schon in den Jahr-n 1907 und 1908 st von der Militärverwaltung erklärt worden, daß Danzig keineswegs als Festung aufgegeben ist, und auch als Festung eine erhebliche Bedeutung nach tote vor bat Daher ist es nicht möglich die Rayons zu beseitigen. Wie sie zu gestalten sind, das schreibt das Rayongesetz vor. Bezüglich der Grabdenkmäler ist nichts besonderes bestimmt, nur allgemein über massive Anlagen. Wir sind gerade Danzig in weitgehendem Maße entgegengekommen. Nachlässe, die die Leistungsfähigkeit berühren, können nicht erfolgen. Bei der Abgabe von Gelände sind mir durchaus loyal vorgegangen. Verschenken können wir staatliches Eigentum nicht. Abg. Dr. MÜllcr-Meiningen (Fr. Vp.) kommt auf die Frage: Kriegsministerium und M i l i t ä r k a b i n e 11 zurück. Bis 1883 unterstand das Militärkabinett dem Kriegsministerium, und diese staatsrechtliche Situation mutz wieder verlangt werden. Nach der grnnolegenden Bestimmung über das Militärkabinett bat es auch die gerichtlichen Angelegenheiten usw. zu beurteilen. Darin liegt ein verrassungswidriges Moment. Es ist gesagt worden, daß die Offiziere den Eid nur dem allerhöchsten Kriegsherrn leisten. Das ist richtig, beweist aber nichts. Denn der allerhöchste Kriegsherr hat selbst den Eid ans die Verfassung geleistet, und deshalb kann kein Widerspruch zwischen seinem Eid und dem der Offiziere bestehen. Wenn darüber doch noch Zweifel herrschen würden, müßte das Parlament einen Antrag einbringen, daß das Heer auch auf die Berfas- sungeinen Eis leisten muß. Die Ausführungen des Kriegsministers über die weitere Ausdehnung der Militärgewalt führen zu der Konsequenz, daß es keinen Verfassungseid, keine Achtung vor den bürgerlichen Gesetzen für den Offizier gibt. Alles ist nur Ausfluß der obersten Kommandogewalt. Das ist eine Negation unserer ganzen Verfassung. Auf diese Art und Weise erweitert man lediglich den verhängnisvollen Konflikt zwischen Krone und Volk. Davor bewahre uns der Himmel? (Lebhafte Zustimmung links.) Kriegsminister v. Heeringen: Ich kann auch heute nur wiederholen, was mein Amtsvorgängcr und was auch ich bereits erklärt haben: Wollen Sie, daß der Kriegsminister hier auch für die Handlungen des Chefs des Militärkabinetts verantwortlich gemacht werden soll, bann müssen Sie bie Verfassung ändern. Abg. Nehbel (Kons.) fordert eine Erhöhung des Pferdeetats bei der Feldartillerie. Auch Leutnants und Oberleutnants sollten beritten gemacht werden. Sie sollten ebenso gestellt werden wie die Kavalleristen. An eine Reorganisation der Felda rtrllerre wird gedacht werden müssen. Der Redner fordert eine Teilung der Armeekorps im Osten. Eine Bevorzugung der adligen Offiziere findet nicht statt. Zwischen bürgeilidjen und adligen Offizieren herrscht die beste Kameradschaft. (Beifrll rechts.) Abg. Gothein (Fr. Vg.): Der Redner führt Beschwerde über bie Zurücks« tz u r> g der jüdischen Einjährigen im Heere. Ter frühere Kriegsminister v. Einem habe seinerzeit eine Verfügung erlassen, wonach lediglich die Tüchtigkeit bei der Beförderung maßgebend sein solle. Er fügte damals seinen Worten hinzu, daß man sie ihm wohl übel nehmen werde. Tas klang wie ein Stoßseufzer. Vielleicht hängt die Sache mit seiner Verabschiedung zusammen. (Lachen rechts.) Preußischer Kriegsminister v. Heeringen: Die allgemeinen Bestimmungen über die Behandlung von Mitbürgern jüdischer Konfession sind dieselben geblieben wie früher. Auf ihre Ausführung wird streng geachtet. Herr Gothein hätte mir, wie Dr. Müller, sein Material vorlegen sollen, dann würde es gründlich untersucht werden. An einzelnen Stellen mag eine durchaus nicht gerechtfertigte Abneigung gegen jüdische Einjährige vorhanden sein. Aber das ist nicht alles. Zum Offizier gehören nicht nur Können, Wissen und Charakter, wir müssen auch verlangen, daß die ganze Persönlichkeit, die vor die Front tritt, achtunggebietend ist. (Sehr richtig! rechts.) Ter Mann muß Auloritä, ’^en. Es liegt mir fern, etwa grundsätzlich behaupten zu wollen,, daß das bei den jüdischen Mitbürgern Vertreter 1 $rrnunluiic । r/rhn flciiiil! w bfiaicuitci: ^rlinN. Ich verurteile es nicht, wenn aktive Offiziere sich an einen Abgeordneten toenben. Ich lehne es aber im Namen der Armee ab, daß sie das mit der gleichzeitigen Bitte tun: Um Gottes willen nennen Sie meinen Namen nicht! Das ist eine merkwürdige Auflassung. Wer Tatsachen weiter verbreitet, der hat auch die Pflicht, dafür einzutrc ten. Ich ..ichl, d»ß LL Hrrrn. Gothein das Recht geben werden, ihre gesellschaftlichen Verpflichtungen borzusthreiben. Da kommen doch ganz andere Gesichtspunkte in Frc ge. Vci chchsi - treiscn, die gesellschaftlichen Verkehr haben müssen, nicht das notwendige Maß( Acußerunpen in Offizierskreisen über bie Bevorzugung gegenüber bürgerlichen Kameraden wirb viel zu viel Bedeutung bcigcjlegt. Es wäre gegen bie Kameradschaft in oerArmeej die doch unter allen Umständen besteht und erhalten werben muß./ Sie bringen durch diese Statistik Gegensätze in die m. (yintnr jveri . Fed» MhWg( ■] Ji«'1 is tsu rt’CCftre 3 a ä (?15t 3 2 S sto« •• 8 »tÄ '!*-* SSff ==t5* gjras 3 »S K rost’r«. s K Die f) S S-. to ff ffG* ff W CktS c ff i =? ess ZL T - H. -s Ä-S e Ä 3 öl V ÖB (3302 Cu ÖL ^CO^ZE e '—$= Si £6 :ff 35 r 2 p» n f- o a öoH.a 3 =3^ 2 ~"‘2 ZK to § 52^^ re.- ff Ao* ZA' 5» io “ ^2 S'B '<5 Ä 3a aiA s; IffW ff re «res? => V to-' 2s7 Z§ Lff u S rö S ?)«3(0v5'Ö* SE-^JF» 2 Z.Z G)W^«©§. .°°3 ** .-or^A 3Z 5=9 to"to. 3 ff [=9 555 5 Z 2 2 ‘öte <3g - ff ff£ >>> 3 2. 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