Zweiter Blatt Nr. 264 160. Jahrgang Donnerstag, 10. November 19(0 Erscheint «glich mtt AuSrmhme bd Sonntag*. er Nachdem als einige Frucht der preußischen Unionspolitik am März 1850 der Reichstag zu Erfurt zusammmpetrelen war. Die ^Oietzever ^cnnUlcnblötter* werden dem .Anzeiger" Biennal wöchentlich beigelegt, daS „Krdsblatt fflt bei Krell Kletzen" zweimal wöchentlich. Die ^LanbwlNschastllchc» Leit- frage 1^ nschemen monaUid) *i»äftlichen Beziehungen zwischen aroßen DerkehrSplätzen daS Bedürfnis beraus^estellt, Züge mit großer Reisegeschwindigkeit zu schaffen, btc ausschließlich dem Verkehr großer Städte untereinander bienen sollen. In Erigland, Frankreich, Amerika gibt eS bekanntlich schon jetzt derartiae Schnellzüge. Die Erfahrung hat gezeigt, daß auch bet unL eine große, sich ständig steigernde Zahl von Reisenden die durchgehenden Züge von chrem AuSgangS- vlatz bis xum Endpunkt benutzt. Es besteht, wie wir hören, Die Absicht, bei der wetteren Ausgestaltung des Fahrplans au? Einlegung einzelner schnellfahrender Züge Bedacht zu nehmen, die im allgemeinen nur der Verbindung großer Verkehrspunkte dienen, möglick)st wette Strecken ohne Aufenthalt durchfahren und die deshalb eine nicht unbeträchtlich kürzere Reisezeit haben werben als bisher üblich. Für den großen Verkehr Berlin—Köln ist schon rpit solchen Zugverbindungen ein Anfang gemacht. Zunächst kommen Berlin—Breslau und Berlin—Hamburg in Frage; wetterhin wird man u. a. an Berlin —Fran k- furt a. M., Hamburg (Bremen) —Frankfurt a. Main und demnächst auch wohl an Berlin-^Danzig—Königsberg denken können. Die Ersahrungen laffen erwarten, daß solche Züge nur durch den Verkehr zwischen den Hauptplätzen eine so ausreichende Besetzung «halten, daß zum Zweck, der Wagenaus Nutzung ein häufigeres Anhalten nicht erforderltth ist. Ihr Zweck wäre aber auch verfehlt, wenn sie an mittleren Zwisä/enstationen halten würben, denn dann ließe sich die nottvendige Reisegeschwindigkeit nicht erreichen. Eine Be- einttächtigung der UnterwegSstationen kann hierin nicht gesunden werden. Diese behalten selbstverständlich ihre bisherigen Zuverbindungett. Eine wesentliche Verbesserung deS großen durchgehenden Reiseverkehrs soll keineswegs die wettere sorgsame Pflege und Fortentwükelung auch deS mehr lokalen Verkeprs aus schließen.^ Mtt uneingeschränkter Freude werden nur die Bewohner der Großstädte diese Nachricht vernehmen. Wenn auch den soa. UnterwegSstationen darin die Versicherung gegeben wird, daß sie ihre bisherigen Zugverbindungen behalten toerben, jo muß man nach den bisherigen Erfahrungen ein aroßeS Fragezeichen dazu machen. Hat man dock seinerzett bei der Einführung deS Sck)nellzug-Zujchlages versprochen, daß auf den einzelnen Schnellzugs stt eck en eine ausreick-enbe Zahl (zuschlagsfreier) Eilzüge verkehren werde, ohne sich nachher viel an dieses Versprechen zu kehren. Gnade in Oberhessen und besonders in Gießen weiß man ein Lied davon zu singen, wie die preußisch-hessische Eisen- bahngemeinschaft derartige Versprechen zu halten pflegt. Wenn man z. B. bemimmt, daß auf der Sttecke Mainz- Darmstadt—Aschaffenburg nicht weniger als acht zuschlagsfreie Schnellzüge verkehren, so ist die Eilzug-Verbindung zwischen Frankfurt unb Gießen mtt drei und zwischen Gießen unb Kassel mtt zwei zuschlagsreien Zügen boch gerabezu jämmerlich zu nennen. Aus ber Strecke Gießen— Köln verkehrt sogar nur ein Eil zu g und der nur zwischen Mrteorologische veodachtungen der Station Gießerr Nov. Wetter 1910 Höchste Temperatur am 8. bis 9. November — Stiedngsle , , 8. „ 9. = 4- 7,3 9liederjd)(ag: — 0,5 mm. Acergesellschaft Berlin 0.17 Ueberall erHäHtlicEi -E S Bed. Himmel Bew. 3 a"5 X "d N 5 CSD Bf p “■e 1-Sgl Universitäts-Nachrichten. Verleihung des Professorentitels an tp Kritische A erste. — Konfessionelle Medizinal- (praktikanteu stellen. Die Verleihung des Professortitels km praktische Aerzte wurde kürzlich in einer Sitzung der Aerzte- tammer der Provinz Sachsen beraten. Nach der „Münch. Aled. Vochenschr." wurde aus Antrag Prof. Schmibt-Rirnplers folgender Antrag emstimmig angenommen: „Um Mißgriffen in ;der Verleihung des Professortitels an praktische Aerzte möglichst vorzubeugen, empsiehlt sich die strenge Beachtung des Ministerial- reftripts vom 16. Dezember 1896, wonach sie nur auf Grmib ^,w i s f e n s ch a f t l i ch e r L e i st ungen von hervorragender Bedeutung" erfolgen soll. Gegenüber dem bisherigen jVersahren erscheint es uns zweckmäßig, daß die betreffenden Ent- l'cheidungen erst nach Anhörung einer medizinischen Fakultät und des zuständigen Aerztekauunervorstandes getroffen werden. — Die mehrfach vorgekommene Abweisung von Medizinal- vraktikantenin Krankenanstalten aus konfessionellen Gründen hat derselben .Aerztekammer Veranlassung gegeben, ebenfalls auf Antrag Prof. Schmibt-Rirnplers, folgenden Beschluß zu fassen: „Der Aerztekammerausschuß möge den Reichskanzler bitten, amtlich zu publizieren, daß es unllatthaft ist, das Ersuchen eines Wedizinalpraktitanten um Beschästigung in einem Krantenhause aus konfessionellen Gründen abzulehnen. Nur rein konfessionellen Krankenhäusern kann das ausnahmsweise erlaubt werden, ist aber alsdann in dem amtlichen Verzeichnis der zur Aufnahme von Praktikanten ermächtigten Krankenanstalten ausdrücklich hervorzuheben," Luftschiffahtt. Europäischer Rundflug. Berlin, 10. Oki. Der große internationale europäische Rundflug für dessen erste Etappe die Berliner B.-Z. am Mittag den B.-Z.-Preis der Lüfte (100 000 Mark) gestiftet hat, nimmt, wie jetzt feststeht, am 4. yum 1911 von Paris aus seinen Anfang. Es werden auf dem Fluge nach Berlin die Städte Aachen, Düsseldorf, Bielefeld, Hannover unb Magdeburg berührt werden.. Die Weiterfahrt nach Brüssel soll von Berlin über Hamburgs Bremen, Oldenburg, Münster und Köln erfolgen. einer ted&t danach, zu genießen, mit zu genießen wie die Großen. „Das Recht zu leben" wollen sie auch haben. Aber diese schwachen Menschen, die ja nie ihr Leben recht genießen werden, sie werden auch nicht an dem Genießen der Großen befriedigt sein. Ein Charakter, dem die eigenen Verhältnisse nicht den hinreichenden Genuß am Leben bieten, ist nicht imstande, der immer wachsenden Versuchung in höheren Verhältnissen standzuhalten. Freilich, wer sich mit mühevoller Arbeit zu einer höheren Stufe emporgearbeitet, der hat eben schon einen großen Teil seines Lebens richtig genossen, aber wer verzagt und immer rückwärts geht, den werden die Arme des Elends und des Verderbens bald umfangen halten. — Der biedere Bauer auf dem Dorfe wird nun bald ein wenig Ruhe haben von seiner harten Arbeit des Jahres. Und die Mädels und die Burschen, sie treffen sich abends beim Lampenschcin im Stübchen El ein. Spinn st üben! Ach, die Bedeutung dieses Wortes, sie ist nicht mehr, was sie war. Spinnstuben, nein, die gibt es nicht mehr: fragt die heutigen Burschen und die Mädchen, ob sie jemals gesehen haben, wie gesponnen wird. Vielleicht, daß ein Mägdelein vom Lande das alte verstaubte Spinnrad noch einmal vom Speicher holt und es probiert — zum Spaß. Wie ein altes Mütterlein den langen Winter vor dem Ofen saß und die Wolle und den Flachs auf die Spule laufen ließ, das kennt man nicht mehr. Und wie der schmucken Mägde Schar mit ihren Rädern, blank geputzt und den Rocken straff gewickelt, hinaus geht zur Kamerädiu, zu spinnen für die Tage, da der eigne Herd gegründet wird. Nichts mehr. Der Hausierer kommt heute und bietet feil von Sinnen fein und Strümpfe, Hemden, alles fix und fertig. Dann kommt ein anderer, ein vielgewitzter Kurschneider, der hat die schönen Sachen all zum Putz. Wers Geld nun hat, läßt's rollen, wer wenig hat, gibt's aus, wer gar keins hat, der pumpt. Das ist die Zeit, und nichts ist dran zu ändern. Selbst wenn von oben etwa oder von Vereinen, oder sonst von Gönnern versucht wollt werden, wieder zu dem Spinnrad zu bewegen, niemand wird dies noch erreichen, es sei denn, daß man als Aufmachung, als „Spiel" Spinnstuben- Mädchen konstruiert. Aber zur Sparsamkeit sei gemahnt. Nicht alles was man sieht, und was uns schön däucht, muß man haben. Die unvernünftigen Fratzen aus der Stadt, die laßt mir weg vom Land. Bauernvolk ist Bauernvolk und stolz drauf kann es fein, wenn's bleibt. All das Gerede und Getue hat keinen Wert, wenn der Bauer nicht stolz ist aus seinen Stand unb ihn erhält. Schwindel gibt's beim echten Bauern nicht. Dem Menschen, der noch Liebe hat zum Volk, ist ein Gesang ber Burschen und der Mädchen von dem Land so wertvoll, wenn nicht mehr, als eine Oper unb Theater in der Stadt. Es sei drum, daß die Jugend sich mög' besinnen auf die Art der Alten, tut was sich ziemt, zur Zeit sich freut, so vorwärts schreitet mit der Welt und angesehen ist und bleibt vor allen Menschen. yerbstgedanrcn. Ein freundlicher Oktober hat uns manche Herbstessreude bechert, aber nun ist es draußen im Felde stiller geworden. Nur die Büchse des Jägers schallt ab und zu in wiederholtem Echo über die Täler, ein Schwarm Raben fliegt ausgescheucht davon und ein geängstigtes Häslein sucht sich in Sicherheit zu bringen. Allerheiligen, Allerseelen ist vorbei und mit ihnen die letzte goldene Pracht des Herbstes. Die Sonne lacht nicht mehr so freundlich auf uns hernieder, von Nebel und Ziegen beschwert fallen noch ein paar Blätter in den grauen Schmutz der Straße. Mit einer gewissen Melancholie rüstet sich der Mensch für den nahenden Winter, und wer weiß — lange wird er nicht auf sich warten lassen. Die Großstädter, die die letzten schönen Tage noch auf dem Lande verbracht haben in reinem Naturgenießen, sie sind abgezoaen nach der Stadt, wo bereits „die Wintersaison" begonnen hat. In Hasten und Drängen muß man sich dort jetzt für Feste und Veranstaltungen vorbereiten, soweit die Großen in Betracht kommen. Eine wildstürmende Schar Kleinerer, deren Bör^e nicht reckst dazu geschasfen, meint auch so großtun zu müssen und gar mancher, ber am Abend kaum ein hinreichendes Abendbrot hatte, glänzt im hellen Schein des Lichts als Löwe des Tages. Und auf was er ausgeht: die reinsten Absichten sind es vielfach nicht. Die Kleinen aber, die mit dem Hunger und der Entbehrung zu kämpfen haben, deren Weib und Kinder am Sams- tag auf den Lohn der Woche warten, sie sehen auch manches Stuck von all dem Glanz, der die Großstadt birgt und manch Airche rind Schule. V. Gießen- 9. Nov. 3 2. Jahresfest des Ober- hessischen Vereins für innere Mission. (2. Tag.) die heute morgen im Saale der Johanneskirche abgehaltene öffentliche Jahresve r s a m m l u n g wurde um 10 Uhr mit einer von PfarrerSchm a l tz-Rockerrberg gehaltenen Morgen- andacht über Col. 1, 9—14 eröffnet. Daraus folgte nach einigen geschäftlichen Mitteilungen des Vorsitzenden Geh. Schiilrats D. Stamm der von Kirchenrat D. Schlosser erstattete Jahresbericht. Gv gibt zunächst einen kurzen Ueberblick über die Geschichte des Oberhessischen Vereins für innere Mission, gedenkt sodann, ttAe auch vorher der Vorsitzende bereits getan, der im letzten Jahre verstorbenen Vorstandsmitglieder, des Kaufmanns Windecker^ießen und des Frecherru von Leonhardi-Groß-Karben. Die TekanatSkrankcnpslege arbeitet in mustergültiger Weise. Es soll auch wieder ein Kursus gtu; Ausbildung von Landkrankenpflegerinnen eingerichtet werdet. Das Eleonorenhvspiz in Bad- Di anheim ist erweitert worden, so daß es jetzt 100 Gäste ausnehmen kann. Die Herberge zur Heimat hier hat sich gleichfalls wieder bewährt. Mit der Jugeridfürsorge ist man besonders aus dem Lande über Anfänge nicht hinausgekommen: kirchliche Gemcinde- .abende sind' fot allen Tellen Oberhessens gehalten worden.. „Ueber Frauenhllfe in der Gemeinde" referierte sodann Pastor Arnold- Barmen, Der alte Grundsatz der Ausschließung der Frau vom Dienst an der Gemeinde, kann in der modernen Zell nicht mehr aufrecht erhalten werden, vielmehr ist diese Hilfe der Frau zu einer unbedingten Notwendigkeit geworden. Sie zeigt sich in der Ausübung christlichen Liebesdienstes, die in Frauenvereinen organisiert werden muß. Dadurch ist es möglich, die notige Hilfe in der rechten Weise $n bringen und allerlei sonst unausbleibliche FehLer zu vermeiden. Die regelmäßige Zusammen- ckunst des Frcmenvereins solle dazu benutzt werden, das kirchliche .unb soziale Interesse der Frauen zu wecken und zu beleben und phneu daS Verständnis für die Nöte sowie die Notwendigkeit der fcHfe beizubringen. Die Arbeit deS Frauenvereins erstreckt sich aus Armen- und Krankenpflege, Kleinkinderschule, Wohnungsnot, jSäuglingssürsorge, Wöchnerinnenpslege, Flickschulen, Ferienspiele, iKinderbadet^ Fortbildungsschule für Riadchen, Samariterkurs u. ia. m. Durch Mitarbeit an diesen Dingen wird das Leben vieler Frauen inhaltreicher. Ar den Vorstand des Vereins sollen nur die tatkräfttgsten Mitglieder gewähtt werden, nicht die angesehensten und reichsten. .Durch Jahresfeste wird die Tätigkeit des Vereins belebt und seine Zwecke gefördert. Die einzelnen Vereine müssen Jid) zwecks gemeinsamer Förderung zu einem größeren Verband -usammOischließen. Nachdem der Vorsitzende dem Vorttagenden jür die gehaltvollen Ausführungen gedankt hatte, entspinnt sich eine eingehende Besprechung. Prof. D. Schian legt großen Wert auf enge Verbindung des Frauenvereins mll der Leitung (der kirchlichen Gemeinde. Kirchenrat O. S ch l o s s e r ermuntert auf Grund wichtiger Erfahrung prr Gründung von Frauenvereinen; Arbeit für dieselben finde sich in jeder, auch der kleinsten Gemeinde fand diene überall zur Belebung der Gemeinde. Es soll zur Losung werden: Keine Gemeinde ohne Frauenverein. Superintendent D. Petersen- DarmftM betont den großen Wert der Frauenarbeit, Pfarrer Sattler- Staden die Notwendigkeit, die Frauen der Gemeinde für kirchliche Fragen zu interessieren. PsarrerV o l p- ^!aubach und Sttstsdechant Klingelhöfer-Lich erinnern an andere Vereine, in welchen bereits Frauen in der Gemeindoarbell (tätig sind. In der zum Schluß vorgenommenen Vorstandswahl werden durch Zuruf wiedergewahlt Oberstaatsanwalt Lang, Prof. D« Schian« jE. Kauffmann, Pfarrer Schwabe, D. (Schlosser, Stistsdechant Klingelhöfer-Lich, Dekan S t r a ck - Leihgestern, Geh. Justizrat Wahl-Schlitz, Pfarrer W e b e r - Lang-Güils, neugewählt an Stelle ausscheidcnder Mitglieder: Graf Wilhelm v. Solms-Laubach, Professor Weimer-Gießen und Sanitatsrat Dr. Becker-Friedberg. Mll einem von Kirchenrat D. Schlosser gesprochenen Gebet wurde daS Jahresfest um l^i Uhr geschlossen. Vermischter. * Mehrere Automobil Unfälle ereigneten sich gestern wieder. An der Kreuzung der Chaussee- und Liesen- jtraße in Berlin stieß eine Autodroschke mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Das Automobil wurde zertrümmert, der Fahrgast schwer verletzt. Der Lenker war so fest eingeklemmt, daß man ihn gewaltsam befreien mußte. — Bei Riedeggen stteß cm Lastautomobil einer Brauerei mit einem Fuhrwerk zusammen, der Kutscher wurde vor das Automobil geschleudert, überfahren und verstarb. — In Havre stürzte gegen Mitternacht ein mit vierPers onen besetztes Automobil des Automobilfabrikcntten Calard in das? Bassin du Cornrnerce unb blieb in den Tauen der dort ankernden Jachten hängen, so. daß die Insassen ohne Schaden davonkamen. Mattle. X Kirchhain, 8. Roo. Auf dem heutigen Viehmarkt standen eliva 350 Kühe, Rinder und Kälber zum Verkauf. Tie Preife behaupteten die seitherige Höhe. Auf dem Schweinemarkt, der mit 600 Ferkeln und Lauietn befahren war, gingen die Preise zurück. Kleinere Ware kostete 20—36 Mk^ größere 50—80 Mk. das Paar, je nach Größe und Qualität. Limburg a. d. Lahn, 9. Nov. Fruchtmarkt. Durch- schn.lltspreis pro Malter. Roter Reizen snassauischer) 16,33 Mt., weißer Weizen (anqebaute Fremdsorte) 15,80 All., Korn 10,90 Alk., Gerste: Juttergerste 9,50 Alk., Braugerste 00,00 Mk.. Haier, alter, 0,00 Alk., neuer 7,00 Mk^ Erbsen 0,00 ÜDIL Kartoffeln 6,00-7,00 Alk. 3um Schiffbruch der Preußen. Die gestrandete „Preußen" ist nach Meldungen ber Londoner Zeitungen in der Kiellinie an zwei Stellen g t* brochen. Es herrscht ruhiges Wetter. Der „Clobe" meldet aus Dover: Vertreter der deutschen Versicherungsgesellschaften hatten den Schauplatz der Katastrophe besucht und sich mit den Schiffsgesellschaften unb Inspektoren von Dover besprochen. Sie hatten darauf den Beschluß gefaßt, das Wrack aufzugeben und es einer Bergungsgesellschast zu überlassen, um möglichst viel von der Ladung zu retten. Die gelandeten Mannschaften der „P r e u ß e n" erzählen. Kapitän Nissenlas der Besatzung das von uns bereits veröffentlichte Telegramm Kaiser Wilhelms vor^ Die Besatzung nahm das Telegramm mit lautem Beifall auf. 2« dem Strafprozetzamschuff. Berlin, Nov. Der Skrafpwzeßausschuß führte heute die Beratung des Abschnittes über das Verfahren gegen Jugendliche zu Ende. DaS wesenllichste unter den hierzu jetzt in zweiter Lesung gefaßten Beschlüssen ist die Wrederaufhebung des in erster Lesung beschlossenen S 375 a, der eine verschiedene Behandlung der Jugend- >ichen unter 16 Jahren und der von 16 bis 18 Jahre einführte. Die Statistik hat ergeben, daß die Besserungssähigkeit Jugendlicher zwischen 16 und 18 Jahren erheblich größer ist, als man bisher annahm: damit rechtfertigt sich die Aufhebung des .Beschlusses erster Lesung. Dor der Entschließung Über die Erhebung einer Anklage gegen einen Jugendlichen ist nach dem Beschluß erster Lesung die Vor- nrundschastsbehörde zu hören. Die Regierung hatte hiergegen dringende Einwendungen erhoben. Mit Rücksicht hierauf wurde diese Vorschrift jetzt in zweiter Lesung beseitigt, soweit es sich nur um llebertretungen handelt. Ebenfalls gegen den Wideripruch der Regierung hatte der Ausschuß in der ersten Lesung beschlossen, daß gegen den Beschluß, Anklage gegen einen Jugendlichen zu erheben, Beschwerde zulässig fein soll. Durch den Beschluß der zweiten Lesung wird diese Vorschrift wieder beseitigt, so daß der Beschluß, die Klage zu erheben, unanfechtbar bleibt. Weiter- Bcratung: Donnerstag vormittag. An» Stadt «nd Caitö. Dießen, 10. November 1910. - Tageskalender für Donnerstag, 10. November -Vortragsabend der Handelskammer. Regierungsrat a.D. Endres- Mannheim: Tie preußisch-hefsifche Eisenbahngemeinschast und die deutsche Eisen bahnfrage. Abends 87, Uhr ün großen Höriaale der Universttät. Allg. deutscher Frauenverein. Vortrag von Fran Helene G laue: Wie, wo unb wann soll ich taufen? Abends 81/* Uhr im Hotel Schütz. ** Geschworenenliste. Behufs Bildung der Spruchliste für die am 5. Dezember 1910 beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts wurden die Namen folgender Hauptgeschworenen aus der Jahresliste für 1910 gezogen: Rentner Ludw. Freymanu II. in Gedern, Ge- meinderechner Joh. Beetz II. in Wünschen-Moos, Beigeordneter Ehr. Jok'el in Hungen, Kaufmann Rich. Wöruer in Bad-Nauheim, Kaufmann Hch. Gtatthaar in Appenrod, Metzger Karl Christ in Homberg a. d. Ohm, Fabrikant Ludw. Rinn XIX. in Heuchelheim, Bürgermeister Gg. Schultheiß in Bingenheim, Fabrikant Hch. Birkenholz in Vilbel, Landwirt Kllrl Roth in Muscheuheim, Landwirt Matthris Moritz Ohln in Holzheim, Landwirt Hch- Euler I. in Langenbergheim, Landwirt Friedr. Wilh. Wagner in Assenheim, Brauereibesitzer Hch. Konr. Chr. Jhring in Lich, Druckereibesitzer Rich. Lange in Gießen, Müller und Landwirt Chr. Oberheim IX. in Gedern, Bürgermeister Paul Heitzenröder in Nieder-Moos, Landwirt Wilh. Heller II. in Echzell, Fabrikant Friedr. Reuning I. in Nidda, Landwirt Ang. Hammel m Rodenbach, Müller Peter Sprenger in Kirtorf, Beigeordneter Phil. Theis in Münster bei Butzbach, Fabrikant Otto Diegel in Alsfeld, Bankier Rud. Bücking in Alsfeld, Beauerei- besitzer Ernst Windecker II. in Friedberg, Pächter Jak. Reif in Sternfurth b. Friedberg, Landwirt Mart. Kasimir König in Ober-Mörlen, Rentner Wilh. Möser in Nieder-Erlenbach, Landwirt Johs. Schuld IL in Staden, Landwirt Johs. Karl Romps in Langgöns. ** Hessischer Verein für ländliche Heimatpflege, Wohlfahrt und Kun st pflege. Wie wir mitgeteilt haben, findet die nächste Versammlung, zu der alle Mitglieder und Freunde der Vereinsbestrcbungen, auch Frauen, eingeladen werden, Mittwoch den 23. November nachmittags im Saale des Hotels „Trapp" in Friedberg unter dem Vorsitz von Provinzialdirektor Fey- Darmstadt statt und zwar mit folgender Tagesordnung:!. Maßnahmen gegen die Verbreitung der Schundliteratur unter der Jugend auf dem Lande. Vortrag des Lehrers Oßwald zu Bad-Nauh-eim. 2. Besprechung über a) Volksunterhaltung auf dem Lande. Eingeleitet von Psarrer Vogel in Reichelsheim, b) Haben wir eine ländliche Kunstpslege nötig unb in welchen Richtungen? Eingeleitet vom Vorsitzenden. 3. Rechnung und Voranschlag. 4. Neuwahl eines Vorstandsmitgliedes. Landkreis Gietzen. --°Londvrf,9. Nov. Kommenden Sormtag, 13. Nov., veranstaltet der hiesige Turnverein sein diesjähriges Wintervergnügen, verbunden mit Schauturnen und Konzert lausgeführt von der Marburger Jägerkapelle) sowie darauffolgendem Tanz. = Beltershain, 9. Nov. Gestern fand hier die Bürgermeisterwahl statt. Die Sache kam doch anders, als mancher dachte; denn am letzten Samstag wurde dem bis dahin alleinigen Kandidaten Loth ein anderer Kandidat, Schuhmachern:erster W. Magel IL, gegenübergestellt, der denn auch bei der Wahl, mit 39 Stimmen den Sieg errang, während auf Herrn Loch nur 25 Stimmen entfielen. Vorderhand ist der Kampf noch nicht endgültig entschieden; denn die Wahl wurde für ungültig erklärt, da in der Wahlurne ein Stimmzettel mehr lag als Wähler abgestimmt hatten. △ Bersrod, 9. Nov. Als Bauplatz für den Neubau eines Schulhauses wurde ein Grundstück in gefiutbcr, lustiger Lage in der Nähe des Hochbehälters der Wasserleitmrg aus- ersehen. Mll dem Bau wird nächstes Frühjahr begannen. ZXStangenrod,9. 9cov. Bei Abtragung der alten Dach- Lonstruktion und der Aufdeckung der Mauern hat sich ergeben, daß die B a u f ä l l i g k e i t des etwa 800 Jahre alten Kirchleins sehr groß ist. Die Mauern mußten teilweise abgetragen und erneuert werden. Die Renovierung ist ttotzdem noch finanziell vorteilhaft, da eine neue Kirche in gleicher Größe auf etwa 35 000 Mark kommen wurde. Auch wäre es schade go wefen, wenn der alte Bau verschwunden wäre, der mit dem Umgebung und dem alten Friedhof gleichsam verwachsen ist. Die Maurer-, Zimmerer- und Dachdeckerarbellen sind beendet. Jetzt arbeiten Sä)reiner und Weißbinder tüchtig aut inneren Ausbau. Die Voranschläge werden kaum überschritten werden, obwohl bedeutende Aiehrarbellen auszuführen sind. Die Fertigstellung kann vielleicht schon Weihnachten erfolgen, wahrschellrlrch aber wird es sich bis Frühjahr hinziehen. Bemerkt sei, daß die Gemeinde Lehnheim Miteigentümerin an dem Gotteshaus ist. v 1h ■2 ZW 9. 2« 743,1 7,2 6,6 87 SW 2 10 9. y* 744,5 3,9 5,7 93 SW 2 10 10. 7* 746,2 2L 4,8 89 SW 2 5 Mitteldeutsche Creditbauh Giessen, Johannesstrasse 17 Fernsprecher: Nr. 168 (Direktion), Nr. 2089 (Kasse). — Postscheckkonto Nr. 782. Depositenkassen und Wechselstuben in Friedberg: Fernsprecher Nr. 32, Postscheckkonto Nr. 4222 Harburg: „ „ 48, „ 685 " vt-Iar: „ „8, „ „ 686 Igenturen in Büdingen: Fernsprecher Nr. 51, Postscheckkonto Nr. 782 (Filiale Giessen) Butzbach: „ „ 52, „„ 782 „ An- end Verkauf von Wertpapieren an allen Börsen des In- und Auslandes. Verwahrung; und Verwaltung von Wertpapieren (Stahlkammer) unter Bereehnnni? billigster Gcbflhren. Kostenlose Verlomnrskontrolle Vemebemnr MrnEneiirung fächm8uuhXlaTüuktUPUM gen' ° V°U Zlu*' “d WiitadeMoWiM aad vtrlosteu Stücken, gew.aeeuWte heiatung Vermietung von Schrankfächern (Saft s) unter Mitverschluss der Mieter. Verwaltung von Erbschaften, Legaten und Stiftungen. Annahme von Mietzinsen. Auszahlung von Hypothekenzinsen und Steuern. Eröffnung laufender Rechnungen mit und ohne Kreditgewährung. Vorschüsse auf Wertpapiere, Gewährung von Remboarskrediten. Errichtung provisionsfreier Scheckrechnungen. Einzug und Diskontierung von Wechseln und Schecks auf alle PlRfre. Annahme von Bareinlagen (Depositengeldern) rückzahlbar ohne Kündigung auf feste Termine und an! bestimmte Kündigungsfristen. Die Verzinsung beginnt sofort zu günstigsten Bedingungen. Ausstellung von Kreditbriefen aller Art. An- und Verkauf ausländischer old Sorten. 1 näheren Bedingungen stehen auf Wunsch rar Verfügung. -- -- - ■ Konkursverfahren. lieber das Vermögen der Firma Leopold Sonneborn zu Gießen, Inhaber Kaufmann Leopold Sonneborn zu Gießen, wird heute am 8. November 1910, nachmittags 4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann Althoff zu Gießen wird zum Konkurs» vermalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 10. Dezember 1910 bei dem Gerichte anzumelden. Haus- u. Kuchen-Artikel Spezial-Geschäft 6973 Ludwig Kröll ।----- Blockstrasse -------- Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschuffes und eintretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände — aus Freitag den 18. November 1910, nachmittags 3 Uhr, Zimmer Nr. 18 — und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Dienstag den 13. Dezember 1910, nachmittags 3 Uhr — vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 18, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie auS der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 10. Dezember 1910 Anzeige zu machen. b10/u __________GroßberzoglicheS Amtsgericht in Gießen.__________ Chriftbämnchen - Verkauf. AuS den Domanialwaldungen der froritroartei Helpershain sowie dem Engelröder und Nebgeshainer Gemeindewald sollen 1600 Sbriübäumdjen im Submissionsweg verkauft werden und zwar 1200 Stück bis 1.50 m Höhe und 400 Stück über 1.50 m Höhe. Hieb erfolgt auf Kosten der Waldbesitzer. Verlaouna von 500 Stück ^Gemeindewald) in Station Rixfeld (8 km), von 11OO Stück (Dontanialwald) in Station Mücke (14 km). Schriftliche Gebote bis 20. November an unterzeichnete Stelle erbeten. U l r t ch ft e i n lHessem, 9. November 1910. Grosch. Obersörsterei Ulrichstein. Dw/n Die zur Erweiterung des Empsangsgebäudes Pahnhos Bad-Nauheim erforderlichen Maler- und Anstreicher-Arbeiten des Südflügels sollen in einem Vofe vergeben werden. Verdingungsunterlagen liegen im Dienstgebäude der Bauabteilung zur Einsicht ans und können, so lange der Vorrat reicht, zu 60 Pfg. (portofreie Einsendung des Betrages» bezogen werden. Die Angebote sind verschlossen mit entsprechender Ausschrist an die Bauabteilung Friedberg portofrei einzureichen, woselbst die Eröffnung am 17. November, vormittags 11 Uhr, erfolgt. Zuschlagsfrist 14 Tage. D10/n Grosch. Hess. Eisenbahn-Bauabteilung Friedberg._________ Frankfurter Auktion von Büchern und alten Städteansichten 1.—7. Dezember 1910. Versteigerung der II. Abteilung des äußerst reichhaltigen LagerS von K. Th. Dölcker, das wegen Todesfalles aufgelöst wird. Staats- und Ortsgeschichte der Schweiz, von Elsaß- Lothringen, Baden, Württemberg, Pfalz, Rhemprovinz und Weslfalen, vom ehem. Kurhessen, Großh. Hessen, von Nassau und Frankfurt; vorzugsweise aber alte Ansichten der Städte, Kostümblätter, Karikaturen, Portraits und Flugblätter mit Bezug auf diese Länder und Provinzen. 3000 Nummern, darunter viele Konvolute. _ . Zur Ucbcrtiflhme von Vertretungen find alle Frankfurter Autrauariate bereit. Kataloge dieser II. 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Lebensjahr zurückgelegl haben, und bereit sind, der Saniiäiskolonne Gießen bezw. der zu gründenden Abteilung Klein-Linden beizutreten, werden gebeten, sich an den Kursen zu beteilten und sich zu den oben angegebenen Zeiten in dem betreffenden Uebungslokal einzustnden. £)7/u Der Vorstand der Freiw. Sanitätskolonne vom roten Kreuz. Im Gießener Fröbel-Seminar findet ein Kursus in Fröbel'schen Beschäftigungen für Mütter und junge Mädchen statt. Der Kursus umfaßt 6 Abende in der Zeit vom 15. Novbr. bis 15. Dezbr. Anmeldungen u. nähere Auskunft: Garlenstr. 30. (0944:; Das beste Gewürz für Milch- und Mehlspeisen, Saucen, Kakao u. Tee ist Dr. Oetker’s Vanillinzucker. Ein Päckchen entspricht 2—3 Schoten guter Vanille und kostet nur 10 Pfg. (3 Stück 25 Pfg.) Mischt man Vi Päckchen Dr. Oetker’s Vanillinzucker mit 1 kg feinem Zucker und gibt hiervon 1—2 Teelöffel voll auf eine Tasse Tee, so erhält man ein aromatisches, vollmundiges Getränk. [ng30^ Temy's Plattfuß Heil-Einlagen. D. N. G. M. 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