M 1 6,rf. 412 1905. 99'60 99.60 99.60 100 — 91.10 91.10 91.10 92.4-) 97.70 90.25 9fU 94.-» 99.10 99.70 99.« 94- 94.- 91.- 91.30 99.60 99.60 91.- 91.- :is« in . b. i&15* ml. b. i«.-) int. b. 1914‘ L 18 . mL b. 19,2. nbb. ab 1902 nbb. ab 1907 .ft “b 1906 ‘l b. 191,. Inbb ob. 19Q8 1,1. b. ,909 l'u.'2 ' ' ' llnf- b. 1909 unk. b. 19,1 »»k. b. 1913 1 l'uibb. 1905 ' lünbb. I9üß künbb. 1906 Ter. 52 91.40 "961 99.60 99.60 99.75 91.« y«40 100.« 92Ki l'garant. er. 12-13 . n. 14-15 . ~V mit. 1909 l. C. 5-6 . u. 7-8 . 11. II mit, 1909 6- H. K. 11. L. . N. P. . . mit. . . . 1009) 101.10 92.8' 100.90 101.10 92.80 114.50 94.00 95.50 rationen. lös.*'' i 99.- 101.20 102.90 10150 IGO.— 100.- 102.31 Frankfurt. , 9950 t. 1Ö5* 9t’ ',r. 102 . . 943 > Lose. 136.- 17411 445.- 345.- . r.fi.500 . 2k. 40 alt. St. W. 100 alt. st. M 100 S.st 150 Sch. . ö.sl. 150 . . TK.M1W.40 . . i.pOO\ 144.50 . . Tk.Mj --- ; . 2k. 100 . . 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Fernsprech-Anschlüfie: M ■ WM Verantwortlich für den für die Redaklwn 112, Iv^ _ __ _ - M politifchen Teil: August Sä General-Anzeiger für Gberhe en MM Annahme von Anzeige« v Ä » x im e» t saal"- E Heß- für den für die Taaesnnmmer flofofioitsörud mtö Dtrlafl der vrübl'schen Univ.-Vuch: und Steinöniderei R. Lange. Redaktion, Expedition und vruderei: Zchulstratze r. An„jqenteil: H. Beck, brs vormttlagS 9 Uhr. Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten. politische Wochenschau. Gießen, 11. Juni. Wir haben in diesen Tagen ungewöhnliche Dinge erlebt. „Ein unsanfter Bries von Rom her" hat die deutschen Geister aufgerüttelt, hat sie zur Abwehr geeint Aber die Katholiken selbst sind durch diesen päpstlichen Hirtenbrief vor dunkle Rätsel gestellt. Welchen Zweck verfolgte der Papst mit dem Vorstoß gegen die Reformatoren? Daß dadurch die Kluft zwischen den beiden großen Konfessionen erweitert würde, lag so klar auf der Hand, daß man nur schwer die Besorgnis unterdrücken kann, es sei dem Papste an neuem Kampf und Zwiespalt gelegen. So düster die heutige politische Zeit ift: ein Lichtblick war der 9. Juni, der im preußischen Abgeordnetenl>aus die einmütige Zurückweisung aller Verhetzungen gezeigt hat. In Deutschland will niemand den von Rom anscheinend gewünschten Kul- turkampf. Der Vatikan hat vor allen Gläubigen eine böse Niederlage erlitten; er, der die christliche Liebe, Friede und Duldung in sich schließen sollte, hat seine Macht über die Gemüter dazu benutzt, Zwietracht zu säen. Das erforderte von allen Friedliebenden die ernsteste und entschiedenste Stellungnahme. Wenn aber irgend etwas bei dieser traurigen Sache wahrhaft erfreulich ist, so ist es der würdige Ernst, die vornehme Mäßigung, die ruhige, leidenschaftslose Form, mit denen die Anfragen über diese religiöse Krisis in preußischen Abgeordnetenhaus begründet worden sind. Tas Unrecht ist klar abgesondert auf der einen Seite geblieben. Wir begrüßen dies nicht in erster Linie um des Eindruckes beim Vatikan willen, sondern im Hinblick auf die Einsicht und die Empfindungen bei den katholischen Glaubensgenossen. In Rom wird man wohl kalt und starr bleiben, aber in vielen katholischen Herzen wird die Erkenntnis ausleuchten, daß das heutige Papsttum unseren nationalen Zuständen, dem deutschen Empfinden und der deutschen Bildung völlig fremd gegenübersteht. Die vereinzelten Versuche in der ;^entrumspresse, mit Hilfe von Wortklaubereien und unehrlicher Logik das Unrecht der römischen Schmähschrift abzuschwächen, hat das ultramontane System nur noch offener bloßgestellt. Das Verhalten der preußischen Zentrumsfraktion aber hat einer Festunaskapitu- latton geglichen. Ihr fehlten in diesem Falle Waffen und Mumtton, um den Papst zu rechtsertigeic. In der Er- ilärung des Abgeordneten Herold, der eine Teilnahme an der Besprechung ablehnte und doch in zager Weise eine Lanze für die Erhaltung des konsessionellen Friedens brach, war beinahe eine stillschweigende, gelinde Stellungnahme gegen den Papst zu erblicken. Sonst hätte das Zentrum doch ruhig auch aus diesem politischen Baden in gewohnter Weise das Tun und Lassen des Vandans schirmen v.nb etwa mit den Worten des „Osservatore Romano" rechtfertigen müssen. Das hätte allerdings keine glänzenden Reden abgegeben. . Und die Regierung? Genügen die Schritte, dw Herr von Bethmann-Hollweg durch den Gesandten in Rom hat einschlagen lassen? Man kann auf diese Frage so lange nicht mit Bestimmtheit antworten, als der Wortlaut der dem Vatikan überreichten 9*ote nicht bekannt ist. Wrr hoffen, dre „Norddeutsche Allg. Ztg." wird dieses Versäumnis bald nachholen. Der Kanzler und Ministerpräsident hatte im letzten Teil seiner kurzen Rede seine hoffnungsvolle Erwartung nicht mit der dürftigen und geradezu herausfordernden journalistischen Veröffentlichung des väpstl'.chen Stuhles rechtfertigen sollen. Dieses Verlegenheitsprodukt durfte garnicht zur Kenntnis genommen werden, noch weniger durfte mit ihm dem Papst eine Brücke zu bauen versucht werden. Die logischen Pfeiler waren sträflich morsch. Im „Rausch", d. h. in einem Gefühl der Kcaftsteigerung und -fülle, sieht Nietzsche die Voraussetzung jedes künstlerischen Schaffens. Im Rauschzustände findet eine Heraustreibung aller wesentlichen Züge an einer Erscheinung statt, also jene künstlerische Umformung der Wirklichkeit, die wir als Stilisieren zu benennen genröhnt sind. Aus einem Rausch des geschwellten Willens sind auch Noldes Ar- beiten geboren; die heilige Lust am Sehen spricht aus ihnen. Ter Künstler malt in einem Zustand sozusagen; ruhiger Ekstase, und dieses Urerlebnis erklärt die Eigen- tümttchkeiten seines Stils. Ein herrisches Wollen vergewaltigt die Sichtbarkeit der Welt, dieHauptzügewer- den mächtig heraus getrieben und verdrängen damit alles unwesentliche Detail. Das Kennzeichen aller großen Naturen: das Gepalttäterische, fehlt auch Emtl Nolde nicht. Er zwingt das anfangs widerstrebende Publikum durch die Ehrlichkeit seines Sehens und die Energie seiner Tas Kernproblem seines malerischen Schaffens ist, den ungeheuren Reichtum an Farben zur bildmäßigen Harmonie zu zwingen. Tie Aufgabe wrrd gelöst dadurch, daß nicht aus der Abstimmung oer Farben, nicht aus-ihrer Unterordnung unter einen Hauptton, sondern in der Stärke der koloristischen Gesamtanschauung eine Bildharmonie gewonnen wird So entsteht der freudige, lachende, festliche und doch ruhige Eindruck dieser Kvlortstik. Auch die Graphik Noldes zeigt jenes Heraustreiben des Wesentlichen. „Je sparsamer eine .Handzeichnung oder Radierung ihre Linien anfs Papier setzt, in dem gleichen Maße wachst die Krast chrer Liuiensprache" sagt Broder Christiansen. Bei Nolde ist jede Linie das Resultat an- gesammelter Beobachtungen, das sich in ihrem Schwünge entladet. So gibt der Künstler in seinen Zeichnungen und Radierungen konzentrierte Augenerlebnisse, alte zeigen die verkürzende, andeutende Art, die eine Sache des künstlerischen Temperamentes ist. Nolde erklettert seine Wir- fungen nicht, er erfpringt sie. Beispiele dieser Eigenart sind unter den hier ansgMellten BMtern besonders dis Gegen den päpstlichen Hirtenbrief. Zahlreich besuchte Volksversammlungen protestierten in Dresden und Augsburg gegen den Borromäus-Hirten>4 brief. In Tetschen an 'der Elbe beschloß die evangelische und altkatholische Gemeinde gegen den Hirtenbrief eine Massenprotestversammlung, die erste in Oesterreich, zu veraüstalten. Der Magistrat von "Trebnitz in Schlesien sagte infolge der allgemeinen Entrüstung seine Beteiligung an dem am nächsten Sonn- beiben „Tanz"bilder, „Dorfstraße", „Segeibäotc auf der Alster", „Dampfer in weiß". Ganz besonderen Reiz bieten seine Darstellungen des Hamburger Hafens, die zum Allerbesten gehören, was er geschaffen. Keiner wie er hat so das Getön, die Arbeit, den Schmutz, das Treiben des Hafens wiedergegeben und dabei die atmosphärischen Stimmungen so herausgebracht — selbst Liebermann und Kalkreuth nicht. Auch von diesen Hafenbildern sind einige hier zu sehen. Dr. v. Hippel. — Hamburg gegen Baron Berger. Augenblicklich schweben nicht nur Zwistigkeiten zwischen dem Wiener Hofoperndirektor Weingartner und dem Berliner GeneralintendaMen Grafen; Hülsen, auch gegen den Direktor des Wiener Hofburgtheaters Baron Berger ist von der Leitung des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg eine Klage auf Rückzahlung einer größeren Summe angestrengt worden, die Baron Berger noch der Leitung des Deutschen Schauspielhauses schulden soll. Diese Summe rührt aus dem Verhältnis Bergers mit seinem Mitbirektvr Köhne her. Da eine gütliche Einigung bisher nicht erzielt ist, wurde die Klage gegen Baron Berger angestrengt. — Eine Staatsrente für Frau Björnson. Der Präsidialausschuß des norwegischen Storthings hat dieser Tage den Vorschlag gemacht, daß Frau K. Björnson eine lebenslängliche Staatsrente von 1600 Kronen jährlich erhalten soll. Die Verhältnisse der Gattin Björnsons sind nicht sehr günstig. Zwar hatte Björnson in seinen späteren Lebensjahren viel Geld eingenommen, auch hatte er vor wenigen Jahren den Nobelpreis erhalten; er verausgabte aber außerordentlich große Summen für wohltätige Zwecke, und seine letzte Krankheit mit dem langen Hotelausenthalt in Paris ift sehr teuer gewesen. Hierzu kommt noch, daß der Betrieb des Gutes Au l estad nach Biörnsons Tod mit großen Schwierigkeiten verbunden ist, zumal nachdem oor einigen Wochen eine Ueberschwemmung dort großen Schaden angerichtet hat. — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Das Neue Residenztheater in Wiesbaden wird Anfang September eröffnet. Die ersten Vorstellungen sollen emen Zyklus Shakejpearischer Lustspiele bringen. (Emil Nolde. Es wird uns geschrieben: Ein Name, hier in Gießen den meisten wohl noch unbekannt, und doch der Name eines Künstlers, der bei einer erstaunlichen Produktivität sich in der Kunstwelt eine von Jahr zu Jahr wachsende Beachtung und Schätzung erworben hat. Geht er auch durchaus eigene Wege, dre vielfach zum W°ck)erspruch herausgesordert haben und das Ver.standnts seiner Werke dem mit seiner Kunst nicht Vertrauten nrcht leicht machen, das Eine wird ihm doch allseitig zugestanden: daß er über ein seltenes Maß an Kraft, Ernst und Acut verfügt. — Auf meine Mtte hat Herr E. Legler es freundlich übernommen, eine Anzahl mir von befreundeter Sette für kurze Zeit zur Verfügung gestellter Lriginalradterungen Noldes — größtenteils Erstdrucke — in seiner Buchhandlung auszulegen, um so einem größeren Kreise Gelegenheit zu geben, diesen interessauten Künstler kennen zu lernem — Bei Gelegenheit einer kürzlich stattgefundenen Kvllektw- ausstellung die Werke Noldes bei Commeter in Hamburg hielt Prof. Gräf-Jena einen einleitenden Vortrag über das Schaffen des Künstlers; Besprechungen von Dr. Wilhelm Waetzoldt il a. schlossen sich in den Lagesblättern am Wrr entnehmen diesen folgendes: Der heute 42 Jahre alte Drnst- ler ist der Sproß eines alten Schleswiger Bauerngeichlecy- tes. Als Schüler der Holzschnitzschule in Flensburg, fpater als Lehrer an der Industrieschule in St. Gallen, hat stch Nolde die Grundlage einer handwerklichen Solidität erworben, die fern von Routine, seinen Werken die Festigkeit des technischen Gefüges verleiht. Mit 30 Jahren macht der bis dahin fast schwerfällig fchaffcnde Künstler sich sret und lernt in Paris, München, Berlin, Kopenhagen seine rürv|t» lerische Eigenart Trnöe.n. Fremde Anregungen, besonders dte des französischen Impressionismus, verarbeitet er zu einem organischen Besitz der eigenen Natur, und — fett 5 Jahren etvza — entfaltet Nolde eine erstaunliche Produktion, die sich gleichmäßig auf die Malerei, wie auf die graphischen Künste erstreckt. Herr v. Bethmann-Hollweg scheint nach dem Wortlaut seiner : Rede anzunehmen, der Papst werde seinen Mißgriff durch eine Toleranzvutle wieder gut machen, werde seinen Gläubigen gute und herzliche Beziehungen zu ihren evangelischen Brüdern ausdrücklich ans Herz legen. Wenn ein solcher Schritt von Rom her Wahrscheinlichkeit für sich hätte, so wäre an dem Vorgehen der preußischen Regierung nichts auszusetzen. Aber der Kanzler hätte sich getrost sagen können: ,,Zu jenen Sphären wag' ich nicht zu streben, woher die holde Nachricht tönt." Und hätte in gutem Rechtsbewußtsein die einstweile Abberufung des Gesandten aü- ordnen können, bis eine befriedigende Erklärung der päpstlichen Regierung eingetroffen wäre. Wie die Sache jetzt liegt, fürchten wir, daß in den vatikanischen Gärten eine Botschaft ausgeklügelt wird, die dem strengen Philosophen in Berlin nicht ins System passen kann. Wählend er dann vielleicht mit stummem Kopfschütteln den Notenwechsel in die Akten legt, drücken sich die römischen Kardinäle mit lustigem Augenzwinkern die Hände. Als nach den andern Rednern im Mgeordnetenhaus zum Schluß auch der Zehngebotc-Hoffmann die Bühne betrat und die Hemdärmel aujkrempelte, da ließen die Regisseure kurzerhand den Vorhang herunter. Man wollte, so sagte man zur Begründung des Schlußantrages, auf das ernste Drama kein Possenspiel folgen lassen. Wir sind auch der Ansicht, daß der Genosse Hofsmann sich von seinen Vorrednern ungemein unterschieden haben würde, so daß der einheitliche Stil einen mörderischen Riß bekommen hätte, aber wir meinen, ein Parlament dürfe nicht den Grundsatz obwalten lassen, unliebsame Redner ganz und gar mundtot zu machen. Man sollte auch den Schein meiden, als wolle man berechtigte Meinungen unterdrücken. Im vorliegenden Falle haben wegen des unvermittelten Schlusses der Ver- l.andlung einzelne Parteien nicht mehr Stellung zu dem Vorgehen der Regierung nehmen können. Hatte >dres gleichfalls im Wunsche der Konservativen gelegen? In jedem Falle würde es einen vorteilhafteren Eindruck machen, wenn die Mehrheit nicht so unnachsichtlich und willkürlich in Geschäftsordnungssachen ihr Machtwort geltend machen würde. Hoffmann wird nun in „1OO Austrittsckersammlungen" sein Glück versuchen. Diesmal aber wird es der Sozialdemokratie schwerlich gelingen, dem Segelschiffchen des Zukunstsstaates mit dem antichristlichen Winde einen Vorsprung zu verschaffen. Die allgemeine Widerspruchsbewegung gegen den Hirtenbrief ist mit der preußischen parlamentarischen Auseinandersetzung noch nicht zu Ende. Sie wird noch anschwellen, bis die päpstliche Antwort eine klare Sage und Notwendigkeit schafft. . Dernburgs Rücktritt von seinem Amt als Staatssekretär des Kolonialamts ist, wie amtlich sehr nachdrücklich festgestellt wurde, der Reichsregierung nicht willkommen gewesen. Aber es war fdion seit Jahresfrist Dernburgs Absicht, zu gehen. Seine Gründe hat er selbst der Welt bisher noch nicht anvertraut; da es in Berlin an journalistischen Aus frag er n nicht fehlt, scheint er sich absichtlich in undurchdringliches Schweigen zu hüllen. Herr Dernburg hat sich um die Hebung unserer Kolonien in den vier Jahren seiner Amtstätigkeit reiche Verdienste erworben; unter ihm war es möglich, daß die Visenbahnbauten endlich vorankamen, und er hat den Glücksfund der Diamanten zu einer guten Einnahmequelle für das Reich gemacht. Das Interesse für unsere kolonialen Unternehmungen ist durch seinen regen kaufmännischen Eifer, durch seine unermüdliche, fleißige Arbeit in allen Kreisen geweckt und belebt worden. Selten aber ist ein Mann seiner Art auch so rasch gestiegen und für seine Verdienste so reich gelohnt worden. Die Exzellenz ist in den vier Jahren bis dicht an den Schwarzen Adlerorden herangekommen. Wir hoffen, daß Dernburg sein bedeutendes Können dem Reiche in der Zukunft noch dienstbar machen wird. Mer- dings sind der Staffeln, die er noch erklimmen töttniie, nicht mehr viele, denn Reichskanzler wird er wohl selbst nicht werden wollen. Sein Nachfolger im Kolonialamt, Herr v. Lindcquist, ist ein bewährter Kenner der Kolonien, auf den man wohl die Hoffnung setzen darf, daß er das Erbe Dernburgs bewahren und einer guten Zukunft entgegen führenwerde.__ Die wiener Politik und die Kretafragc. Man wird allmählich schon daran gewöhnt, daß man in Wien auch für das Deutsche Reich das Wort ergreift. So liegt heute in Wien wieder eine offenbar amtlickie Zeitungsnotiz vor, die zur Kretaftage auch die deutschen dLsichten barlegt. £b diese sämtlich formelle Erklärung im Einver- ftäi ins mit dem Berliner auswärtigen Amt erfolgt ist? Die Meldung lautet: Wien, 10. Juni. Tic „Neue Freie Presse" schreibt: In den letzten Tagen ist wiederholt das Gerücht aufgetaucht, txift Oesterreich-Ungarn und Deutschland sich an den Be - sprechungen der Schutzmachte über die dcchnitive Lösung der Kreta frage beteiligen werden und bereits Vorschläge wuenä der Schutzmächte an die beiden Kabinette ergangen seren. Die Meldungen entsprechen nicht den Tatsachen. — Weder in Wien noch in Berlin besteht die Absicht, von der fett der Zurückziehung der österreichisch-ungarischen und deutschen Truppenkontingente beobachteten reservierten Haltung abmgehen. Oesterreich-Ungarn rote Deutschland werden nach rote vor unbeteiligte Zuseher bleiben und die Ordnung der Kreta-Angelegenheit den vier Sckstrtzmächten überlassen. Im übrigen werden von den Schutzmüchten die Verhandlungen wiederum hinausgeschleppt. Wie das Reutersche Bureau erfährt, „haben die Konsuln der Schutzmächte der lretischen Regierung die letztegemeinsame Note über- reicht, welche besagt, daß, wenn die kretische Rcgrerung den muselmanischen Deputierten nicht gestattet, an der, Arbeiten der Nationalversammlung teilzunehmen, wenn diese zusammentritt, die Mächte biejentacit aktiven Maßnahmen ergreifen würden, die die Lage erfordert." Die „letzte gemeinsame Note^'? Wir glauben nicht daran. Ter Boykott griechischer Waren in der Türkei kann schon bald wieder ein polittsches Eingreifen zur Folge haben. Wir erhielten noch folgende Meldungen: Konstantinopel, 10. Juni Blätermeldungen zufolge nahm der Boykott in Smyrna sehr heftige For- m e n an. Mohammedanische Kreter durchzogen die Straßen unc> erzwangen die Sperrung der griechischen Läden. Ter Dolmetscher des griechtjchen Kovsulots fonnte nur durch das Einschreiten ber Behörden oor Mißhandlungen geschützt werden. Sie Leichterschifser, Lastträger und Karenenführer in Konstantinopel schlossen sich dem Boykott an. Die jungtürkische Partei beschloß, in den Provinzen eine Kundmachung zu veröfsend- lichen, daß Kreta Griechenland nicht annektieren und die Re^ gierung ihre Pflicht erfüllen werde. Wie verlautet, wird infolge der Wendung der kretischen Frage in der Partei der Jungtürken bic gemäßigte Haltung de s Gro ßwesiers abiällig beurteilt und sogar von einigen Ministern entschiedeneres Auftreten verlangt. Tos Gerücht jedoch, daß der Großwesir demissioniert habe, und btc Bildung des Kabinetts Hilmi Pascha angeboten worden sei, wird von beiden Staatsmännern für unbegründet erklärt. tag ftattfinbcnben Fahnenweihfeste des katholischen Arbeitervereins ab. Berlin, 10. Juni. Tic Kreissynode B er lin- Koelln-Stadt nahm einstimmig eine Entschließung an, nach ber sie rn.it tiefer Entrüstung von den unerhörtem Schmähungen Kenntnis nimmt, mit welcher bic Borrornäus- Enzyklika gegen bie Väter, Fürsten 'und Völker der Reformatoren unb damit gegen die ganze evangelische Christenheit schleudere, unb gegen d-ie tief bedauerliche Störung des konfessionellen Friebens Verwahrung einlegt. Zugleich bittet sie bie Glaubensgenossen, trotz bieser päpstlichen Herausforderung, weiter auf den Frieden mit der katholischen Bevölkerung bedacht zu sein. Wien, 10. Juni. Im Abgeordnetenhaus protestierte Mühlwert gegen die unerhörte Beleidigung, die den Protestanten in der jüngsten Enzyklika des Papstes zugefügt wurde, und erklärte, die später erfolgte Entschuldigung des Vatikans gegenüber dem preußischen Gesandten für absolut unzureichend. R. B. Darmstadt, 11. Juni. Die Abgg. Dr. Osann und Genossen haben bei der 2. Kammer folgenden Antrag ein gebracht: Die päpstliche Enzyklika vom 26. Mai enthält solche herabsetzende Urteile über die Reformatoren, die Reformation und die protestantischen Fürsten und Völker, daß die ganze evangelische Bevölkerung in tiefste Erregung und lebhaftesten Unwillen versetzt ist. Wir bedauern diese Kundgebung des Papstes auf das tiefste und empsinden es auf das schmerzlichste, daß diese Kundgebung geeignet ist, den auf gegenseitige Achtung gestützten konfessionellen Friede^, den wir alle auf das lebhafteste wünschen, in erheblicher Weise zu stören. Aus dem Wahlkamps in 8riedberg-ßüdingen. Aus Reichelsheim i. d. W. wird uns geschrieben: Reichelsheim, 11. Juni. Gestern abend um 9 Uhr fand im Saale des Gasthofes „Zur Post" hier eine von dem nationalliberalen Verein einberusene Versammlung statt, welche sich eines großes Zuspruches erfreute. Als Vorsitzender wurde auf allgemeinen Vorschlag Apotheker Hempel gewählt, welcher die Wahl unter der Bedingung annahm, daß vollkommene Redefreiheit zugesichert werden würde. Nachdem dieses zugesagt war, ergriff das Wort Reichstagsabgeord- neter Wachhorst de Wente und erllärte kurz, daß er sich freue, daß der Vorsitz nur unter der Bedingung voller Redefreiheit übernommen worden sei, und er nur wünsche, daß dieses Prinzip bei allen Wahlversammlungen beobachtet werden möge. Der Redner verbreitet sich in eingehender Weise über Entstehung und Bedeutung des Bundes der Landwirte und weist darauf hin, daß der Vorsitzende des Bundes der Landwirte Dr. Hahn auf den Schultern der Nationalliberalen in den Reichstag getragen wurde. Der Redner erinnert daran, daß seine ganze Fraktion gern im Reichstag ihre Zustimmung gegeben hätte zu den mittelstandsfreundlichen Aenderimgen, u. a. zu dem Befähigungsnachweise der Handwerker. Er erwähnt ferner, daß vor etwa 6 Jahren in seinem Heimatsorte in Hannover der letzte Remonten- markt stattgefunden habe und daß jetzt die Märkte dort eingestellt worden seien, well die Remontetäusvereine sich von 100 zu Markte gebrachten Pferden nur ein einziges gekauft habe, daß also nur die Großgrundbesitzer auf den Privatmärkten die Pferde verkauften, eine Behauptung, die seitens des ersten Diskusswnsredners Logemann aus Rattlosen in ihrem ganzen Inhalte widerlegt wurde. Dann verbreitet sich Wachhorst de Wente in ausführliclser Weise über die Reichsfinanzreform und legt dar, daß die erforderlichen Mittel für Militär und Marine bewilligt werden müßten, mm kriegsfertig sein zu können. Im Mittelpunkte seiner Ausführungen stehen die Erörterungen bezüglich der N a ch l a ß st e u e r und Er bau fall st euer und der Redner gelangt zu dem Ergebnis, daß die politische Stellung des Fürsten Bülow mit dem Fallen der Erbanfallsteucr besiegelt worden sei. Lediglich dem Zentrum sei es zu verdanken, daß Bülow hätte gehen müssen, aber in Zukunft wird das Zentrum wohl nicht mehr gegen die Erbanfallsteucr zu haben sein. Nach zweistündigen Ausführungen seitens des Reichstagsabgcordneten Wachhorst de Wente ergreift das Wort als erster Diskussionsredner Hofbesitzer Dietrich Logemann aus Ratllosen in Hannover, Mitglied des Bundes der Landwirte, und legt dar, daß der Bauernbund doch nur einen Bauernzersplllterungsbund darsteile und die Einigkeit im Bauernstände zu untergraben drohe. In IV2 stündiger Rede spricht Logemann über die von Wachhorst angezogcnen Punkte und beschäftigt sich auch mit dem H a n s a b u n d, der den Interessen der Bauern gegenteilige Bestrebungen zeige. In ebenfalls sehr langen und rhetorisch guten Ausführungen ergeht sich Oberlehrer Dr. Werner aus Butzbach (deutsche Vp.), welchem sich alsdann die Herren W e i tz - Dornassenheim (Zentr.-, Wilhelm D ö r s ch - Wölfersheim, die Landtagsabgeordneten Bähr und Breidenbach und Wilhelm Bopp-Reichelsheim als Redner anschließcn. Trotz der hervorragenden rhetorischen Leistung des Herrn Wachhorst de Wente war es nicht möglich, die Versammlung für die Kandidatur des Herrn Professor van Calker zu gewinnen, da speziell Reichelsheim selbst fast durchweg als Anhänger der Kandidatur des Dr. von Helmolt bezeichnet werden darf. Abgesehen von geringfügigen Unterbrechungen, die .Herrn Wachhorst de Wente einige Male während seiner Ausführungen erleiden mußte, verlief die Versammlung ruhig, und eS ist zu hoffen, daß auch die am Montag abend statljiindende sozialdemokratische Versammlung einen ruhigen Verlauf nehmen werde. Um 3 Uhr morgens schloß der Vorsitzende die Versammlung. x Bad-Nauheim, 10. Juni. Einen ruhigen Verlauf nahm bie heute abend von der sozialdemokrati- schen Partei veranstaltete öffentliche Wählerversammlung. Das war bei der gemäßigten Richtung des Abg. Dr. David-Mainz nicht anders zu erwarten. In fast zwei- stündiger Rede entwickelte er das sozialdemokratische Pro- gramrn, dabei besonders eingehend die Reichsfinanzreform behandelnd. Das indirekte Steuersystem sei ungerecht, da es nicht Rücksicht nehme auf die steuerliche Leistungsfähigkeit der breiten Volksschichten. Eingehend begründete der Redner die Stellungnahme seiner Partei für die Sekt- und die Automobilsteuer, die ihr jetzt im Wahlkampf so oft zum Vorwurf gemacht werde. Die Sozialdemokratie würde ebenfo wie die anderen Parteien Gut und Blut für die Verteidigung des Vaterlandes opfern, wenn es angegriffen würde. Sie seien Anhänger des Friedensgedankcns, solange dieser noch nicht Wirklichteit ist, forderten sie ein Volksheer, allerdings mit kürzerer Ausbildungszeit. International fein heiße nicht antinational sein. Dr. David kritisierte im Verlaufe seiner Rede das Verhalten der freisinnigen Volkspartei im bevorstehenden Wahlkampf verschiedentlich und empfahl den Wählern den Kandidaten der sozialdemokratischen Partei, Schreinermeister Buiold-Friedberg. — In der Aussprache rechtfertigte Dr. Strecker das Zusammengehen der fortschrittlichen Volkspartei mit den Nationalliberalen und trat für den liberalen Kandidaten Prof, van Calker ein. Aus Hessen. R. B. Tarrn ft abt, 9. Juni. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer stellte heute in einer Schlußberatung (über die Gemeinde st euerreform den Ausschußbericht fest, der vom Abg. Molt Han verfaßt worden ist und vom Ausschuß ' genehmigt wurde. Der 95 Dructseiten umfassende Bericht wird bereits Anfangs nächster W.ockm den Zammermllgliedern zugehen. Der Sonderausschuß für die Revision ber Verwaltungsgesetzgebung setzte heute seine Abstimmung über die noch unerledigten Streitpunkte bezüglich der Städteordnung fort. Den wichtigsten bildete in den Ausschußverhandlungen die Frage des Bestätigungsrechts der Bürgermeister und Beigeordneten. Die Art. 80 u. ff. besagen, daß die Wahl des Bürgermeisters und der Beigeordneten der Bestätigung durch das Ministerium des Innern bedarf. Wird die Bestätigung einer Wahl versagt, so hat die Stadtverordnetenversammlung eine zweite Wahl vorzunehmen. Wird auch diese nicht bestätigt, so ist das Ministerium des Innern berechtigt, die Stelle einstweilen auf Kosten der Stadtgemeinde auftragsweise verwalten zu lassen. Das gleiche gilt, wenn die Stadtverordnetenversammlung die Vornahme der Wahl verweigern oder den nach der ersten Wahl nicht Bestätigten wieder wählen sollte. Die auftragsweise Verwaltung dauert so lange, bis eine Wahl die Bestätigung erlangt hat. Zur wiederholten Vornahme einer Wahl ist die Stadtverordnetenversammlung jederzeit berechtigt. Der sozialdemokratische Antrag, diese Bestimmungen zu streichen, wurde mit allen gegen zwei Stimmen abgelehnt, nachdem in der gemeinsamen Beratung am Tag vorher der Minister des Innern v. Hombergk mit Entschiedenheit für die Beibehaltung dieser auch bisher geltend gewesenen Bestimmungen eingetreten war und erklärt hatte, daß die Regierung lieber das ganze Gesetz scheitern, als das Be- stätigungsrecht, das ein altes Recht der Krone sei, aufgeben würde. Auch ein Antrag des Abg. Ulrich, daß Kommunalwahlen „aus politischen Gründen "nicht beanstandet werden dürfen, wurde gegen die Stimmen des Antragstellers und des Abg. Dr. Gut- lei s ch abgelehnt. In sehr umfangreicher Aussprache hatte sich der Ausschuß auch mit der Frage der Einführung des Proportionalverfahrens bei Stadtverordnetenwahlen beschäftigt. Der Antrag auf dessen Einführung wurde jedoch mit allen gegen die Stimmen der Abgg. U e b e I und Fulda abgelehnt, ebenso der Antrag, die Einführung der Verhältniswahl durch Ortssatzung zu gestatten. — Mit der Beratung und Beschlußfassung über den Gesetzentwurf, die Landgemeindeordnung, gedenkt der Sonderausschuß noch im Lauf der nächsten Woche zu beginnen. Deutsches Reich. In Gegenwart des Kaisers und ber Kaiserin janb am Freitag in Berlin bie Ernwechungsfeier bes Neubaues ber Kaiser- Wil Helm-Akademie für m i 1 i tä r ä r z t l i che s Bildungswesen statt. Nach dem Gesänge eines Männerquartetts hielt ber Kaiser eine Ansprache, in welcher er bie Kaiscr- Wilhelm-Akabemie zur Vollenbung bes neuen Heims beglückwünschte unb in ber er seine Anerkennung für bic guten Dienste, bie bie Akabcmie bet Armee unb dem Baterlanbe geleistet habe, auösprach. Durch ernstes Streben aller Mitglieber habe bie Akademie ihre Aufgaben, ein jederzeit auf ber Höhe ber mebizin. Wissenschaft unb ber ärztlichen Kirnst stehenbes Sanitäts- und Offizierskorps heranzubilden, voll und ganz gelöst. Drei Hammerschläge vollzog der Kaiser mit den Worten: Den Sterbeitben zur Erleichterung, den Gesunden zur Stärkung, bett Seuchen zum Verderben. Die bei den Beratungen im Reichstage von dem Reichsschatz- sekretär Wermuth in Aussicht gestellte Verhandlung über die Frage der Gewährung von Veteranenbeihilfen und über die Deckungen des hierfür erforderlichen Betrages fanb am Freitag int Reichsschatzamt unter dem Vorsitz des Reichsschatzsekretärs und unter Beteiligung aller Parteirichtungen des Reichstages statt. Die Frage wurde in mehrstündiger Beratung eingehend erörtert. Die Fortsetzung dieser Verhanbltrng wurde für nächste Woche verabredet. Die HamburgerHattdelskammer richtete anDern - bürg folgendes Telegramm: „Euere Exzellenz haben während der leider nur zu kurzen Tätigkeit an der Spitze des Kolottialamtes mit so viel Energie und Umsicht die Wünsche in Erfüllung gebracht, die lange von allen Kolonialfreunden, und nicht zum wenigsten von Hamburger Kaufleuten, gehegt wurden, daß wir uns gedrungen fühlen, Euerer Exzellenz unseren aufrichtigen und lebhaften Dank auszusprechen. Durch bie Erweckung bes nationalen Interesses für bie Kolonien, für deren wirtschaftliche Erschließung erwarben sich Euere Exzellenz Verdienste um bic deutsche Kolonialwittschaft, bic bie hamburgische Kaufmannschaft stets in dankbarer Erinnerung behalten wird." 2lii5lanÖ. Aus Lvn d o n wirb gcmelbet: Der ftänbige Unterftaatsi- sekretär bes Auswärtigen, H a r b i n g e, würbe zum Vizekönig von Indien ernannt. Die russische Reichsduma nahm den ganzen Finnland-Gesetzentwurf mit 164 gegen die 23 Stimmen ber Oktobristen an. Aus Konstantinopel wirb berichtet: Der Chef- rebakteur bes Blattes „Sabai Millet", Ahmeb Samin, würbe nachts in Stambul, als er in Begleitung bes Redakteurs des „Tani" heimging, durch Revolverschüsse Vorüber- gehenber getötet. Die Mörder finb entkommen. Die „Sadai Millet" ist ein oppositionelles Blatt, das seit einiger Zeit an der Regierung der jungtürkischen Partei scharfe Kritik übte. Aus Washington meldet man: Die Regierung von Mexiko nahm die Vorschläge an, welche die Regierung der Vereinigten Staaten für die schiedsgerichtliche Erledigung der Streitfrage über den El Paso-Distrikt gemacht bat. Es handelt sich um den ganzen Teil des südlichen Distrikts, der ungefähr 5000 amerikanische Einwohner zählt und dessen Werl aus 5 Millionen Dollars geschätzt wird. Mexiko gründete seine Ansprüche darauf, daß es sich um ein früheres mexikanisches Gebiet handele, das man durch eine Aenderung int Laufe des Rio Grande abgetrennt wurde. Heer und Flotte. — Der Au sbaudesbe utsch enHeeres. Die „Norbd. Allg. Ztg." schreibt: Ein Artikel, ber kürzlich aus einer Zcitungs- korrespoubenz in bic Blätter übergegangen ist, behauptet, daß nach Ablauf bes Quinquennats im Ausbau unseres Heeres ein Still staub eintreten werbe. Die Entschei- bung barüber sei anscheinend schon beim Amtsantritt des Reichskanzlers gefallen. Um das Fiasko ber Reichsfinanzreform zu verbergen, solle am Lanbheer gespart werden. Wir wollen feststellen, baß alle diese Angaben mit Einschluß der angeblich vom Reichskanzler verlangten Sparsamkeitsvollmacht auf reiner Erfindung beruhen. Hinsichtlich der kommenden Neu- forberungen für das Heer ist nichts zu vertuschen. Sie werden für das nächste Quinquennat in voller Ueberciitflimmung zwischen dem Reickskanzler und den militärischen Stellen ganz im Sinne der hierüber früher schon gegebenen Erklärungen aufgestellt und werden nichts vermissen lassen, was nach dem Urteil ber kompetenten Behörden im Interesse ber Schlagfertigkeit des Heeres n0livcnbig ist.___________________________________________ Der moderne Student. (Vorträge von der Burschenschaft im A. D. B. Arminia.) Die Gießener Burschenschaft im A. d. B. Arminia leitete die Feier ihres fünfundzwanzigjäyrigen Bestehens gestern mit einem Vortragsabend im Hotel Großherzog ein, der recht gut besucht Ivar. Außer der Arminia mit ihren auswärtigen Bundesbrüdern und Gästen, unter denen sich auch einige Dozenten befanden, waren auch eine Anzahl hiesiger studentischer Verbindungen vertreten, die z. T. lebhaft in die auf die Vorträge folgende Auseinander, etzung eingriffen. Da Hofrat Pfaff dienstlich am Erscheinen verhindert war, las Pfarrer Weißbäcker auS Darmstadt den geplanten Vortrag über: „Tie deutsche Studentenschaft vor fünfundzwanzig Jahren und heute" vor, wobei er einleitend be- iontc, daß er sich mit den Ausführungen nicht vollständig einverstanden erklären tonne. Dem akademischen Leben einen höheren sittlichen Gehalt zu geben, so führte der Redner auS, war das Streben der alten Burschenschaft, und auf ihrer Grundlage wurden im Jahre 1883 die Burschenschaften im achsen-ck!oburg-Gotha 6, Oldenburg 5, Braunschweig 5, Schwarzburg-Sondershausen 3, Mecklenburg-Schwerin 2, Sachsen-Meiningen 2, Bremen 2, Sachsen-Weimar 1, Anhalt 1, Schwarzburg-Rudolstadt 1 und Lübeck 1), au5 anderen europäischen Staaten 57 (Rußland 50, Großbritannien 3, Serbien 1, Bulgarien 1, Türkei 1 unb Persien 1) und aus Japan einer. * ** „Das schlafende Heer" ist der Titel unseres neuen Romcmes, der in der heutigen Nummer der Gießener Familienblätter zu erscheinen beginnt Das Werk zählt zu den besten Arbeiten von Clara Viebig, deren Roman Rheinlandstöchter von unseren Lesern mit so außerordentlichem Beisall ausgenommen wurde. Die beliebte Schriftstellerin führt uns diesmal in die deutschen Ostmarken, wo das Deutschtum in schwerem Ringen mit der polnischen Bevölkerung feine tieften Kräfte verzetteln muß. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Familie eines aus der Eifel zugewamderten Kolomsten, und die des deutschen Gutsbesitzers, der in aller Fährnis sein Deutschtum hochbält und die Liebe zum Vaterlande mit dem Leben bezahlen muß. Dazwischen spinnt sich die Liebesgeschichte des treuherzigen Eifelsohnes, der den Künsten der polnischen Liebsten erliegt. Mit prächtiger Gestaltungskraft führt uns Clara Viebig dieses harte Leben vor, in dem schließlich der Fleiß, die Treue und die Ehrlichkeit trotz aller heimlichen Siänte den Sieg davonträgt über Niedrigkeit und Tücke. * "'Ordensverleihungen. S. K.H. der Groß Herzog hat dem Lehrer an ber Gemeindeschule zu Oppenheim Beruh. Fr0lob ans Anlaß seines 50jährigen Diensljubiläums bas Ritterkreuz 2. Klasse unb dem Bürgermeister, Ortsgerichtsvorsteher unb Standesbeamten Theodor Schmitt zu Ohmes bas Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. "" Ober-Po st di rektor Geh. Ober-Po st rat Ko beit tritt am 1. Juli in den Ruhestand. Im Jahre 1902 ist er von Berlin, wo er als Vortragender Rat im Reichs-Postamt tätig war, nach Darmstadt versetzt worden, um die Leitung des Postwesens in Hessen zu übernehmen. Als Hesse wußte er die Bedürfnisse des Landes wohl zu würdigen. Unter seiner Leitung ist eine größere Anzahl stattlicher Postbauten entstanden, die Postverbindungen sind ausgebaut worden und namentlich hat das Fernsprechwesen ungeahnte Ausdehnung genommen. Dem unterstellten Personal war der scheidende Ober-Postdirektor ein wohl- SARG Berlin, S. 43 Ritterstr. U Wien-Paris. BESTE zahn-CREME Ochsen. pewichc 79-84 46 73—77 41 70—73 36 72—80 43 68—721 38 41 82-84 67—69 53 52-54 52-54 Pie presse Spiegel 67-69 64-66 58-60 53 51 46 Lebendgewicht . . . Fleischige Schweine . . Sauen....... 34 28 61 57 50 93-98 76-90 . . 51—52 . . 45—47 Geschäftsmann sucht von Selbst- Verleiher gegen Ratenriick^ahlung em Darlehen von 200 Mark. Schriftl. Angebote unter 04796 an den (Siebener Anzeiger erb. Gefängnis verurteilt. W Rastatt, 10. Juni. Ter Hauptmann Vahlen- kampf vom Infanterie-Regiment No. 111 (Maschinengewehr- Abteilung) wurde wegen zahlreicher Soldatenmitzhand- 1 u n g e n zu z w e i I a h r e n F c st u n g s h a f t und Ausstoßung aus dem Deere verurteilt. gende Drahtnachrichten: Gelsenkirchen, 10. Juni. Eine etwa 5 Sekunden an- daucrirdc Erderschütterung wurde heute nachmittag htcr, namentlich im Stadtteil Bismarck verspürt. Mait nimmt an, daß die Erschütterung durch den Bergbau verursacht ivurdc. Gelsenkirchen, 10. Juni. Wie die Zeche „Consolidatwn" bekannt gibt, handelt es sich bei der gemeldeten ErdcrsckKtterung nicht um eine Explosion auf dieser Zeche, vielmehr ist im schacht 111 aus der fünften Sohle e.in Zusammenbruch ersolgt, bei dem ein Arbeiter schwer und zwei Arbeiter leicht verletzt wurden. Zwei Personen werden noch vermißt; an iIrrer ___- A ...-L. AftrKorfrftiHtwilMn itlrt T IO f\i'TtlH des öffentlichen Lebens. Wer sich ständig über alle Fragen des Zeitungswesens unterrichten will, lese den „Zeitungs -Verlag“, das Organ des Vereins Deutscher Zeitungsverleger, HANNOVER. Abonnementspreis vierteljährlich 3 M. Probenummem kostenlos von der Geschäftsstelle Schweine. Pollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht........ BoUfleischige Schweine über 2 Zentner Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthammel 41—42 GriginaL-DrahtmeLdungen. Karlsruhe, 11. Juni. In der städtischen Festhalle fand eine große Versammlnng lvegen des päpstlichen Dtr- tcnbricscs statt. Die mit stürmischem Beifall aufgenommene Dauptrcde hielt RcichstagSabgeordueter Everling. Eine gegen den .Hirtenbrief gerichtete Erklärung wurde einstimmig angenommen. „ , Paris, 11. Juni. Nach einer amtlichen Meldung, wurden' Hauptmann M a r c o n c t und Leutnant Beq uant, die vorgestern einen Flug von Ehalons nach Vincennes aus- führtcn, wegen ungewöhnlicher .Verdienste um die militärische Flugtechnik zu Rittern der Ehrenlegion ernannt. Calais, 11. Juni. Tas Wrack des Unterseeboots „P l u-, s io s c" wurde heute früh 3 Uhr in das Trockendock eingeschleppt. Montevideo, 11. Juni. Offiziere und Mannschaften der Kriegsmarine sind nach Stettin abgereist, um den dort erbauten Kreuzer Uruguay abzuholen. — Tie Regierung beabsichtigt, mit einem Kostenaufwand von 40 Millionen den hiesigen .wen au vergrößern Sport. Die Prinz Heinrich-Fahrer in Frankfurt. Frankfurt a. M., 10. Juni. Die Teilnehmer an der diesjährigen Prinz Hemrick>-Fü)rt begaben sich heute vormittag von Dornburg nach Frankfurt a. M. Kurz nach 11 Uhr traf der Zug vor dem Haupttor der Festhalle ein. Prinz Heinrich von Preußen, sowie der Großherzog von Dessen beteiligten sich an der Fahrt. Die Wagen fuhren vor der Arena ui Paradeaufstellung auf. Prinz Dcinrich, der Großherzog von Dessen und die Fahrer besichtigten die Ausstellung. Um 1\2 Uhr fand in den Räumen des Frankfurter Automobilklubs eine Früh- stückstasel statt. Um 8 Uhr fand im Schützengartcn der Ausstellung ein Bierabend statt. Feinste Mast- (Vollmilchmast) und beste Saugkälber......... 60—62 100—103 Mittlere Li ast- und gute Saugkälber . 55—59 Geringere Saugkälber......46—54 Grärten in schönster Lage, 5Min. von der elcttr. Bahn, Haltest. Kaserne, entfernt, prima Garlengelände (Gärtnerei), Wayerlettung, Anlagen ev. nach Wunsch, ver Herbst ds. Js. oder Frühjahr 1911 zu verpachten, auch zu verkaufen. — Größen 400 bis 700 lD-Mtr. Nähere Auskunft erteilt vormittags <3228 F. Schmidt, Bismarckstr. 201. (Erdbeben im Industriegebiet? In Gelsenkirchen wurde gestern nachmittag eine ziemlich heftige Erderschütterung verspürt, die durch einen Zusammenbruch m einem Bergwerk verursacht wurde. Wir erhielten fol- Poflfleifchige, ausgeinaslete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre all 44—48 Junge, fleischige, nicht ausgeniäslete und ältere ausgeniäslete......39—43 ist jetzt der Steinbock wieder für jagdbares Wild erklärt worden, nachdem das Tier feit Jahrhunderten aus Europa nahezu ganz verschwunden war. Während er noch in der Mammutb- und Rcnntierzcit in allen Hochgebirgen des mittleren und südwestlichen Europas vorkam und noch im frühen Mittelalter als beliebtes Wildbret galt, wurde er im letzten halben Jahrtausend immer eltcncr. Im 16. Jahrhundert verschwand er aus der Schweiz, wo man 1583 am Gotthard den letzten Steinbock erlegte, im 17. Jahrhundert aus dem Zillertal, wo ihm lange Zeit die Erz- beschöfe von Salzburg besonderen Schutz halten angedeihen lassen, pälerhin kam er nur noch ganz vereinzelt im ^südlichen ,Wallis, in Piemont und Savoyen vor. Im Jahre 1858 gelang es dem König Viktor Emanuel, der ein leidenschaftlicher Jäger war, in seinem Jagdrevier bei Aosta eine Anzahl Steinböcke anzusiedeln und allmählich auf einen Bestand von mehreren hundert Stücken zu bringen. Ein ähnlicher Versuch deS verstorbenen Kronprinzen Rudolf auf dem Dachsteingebirge mifelang ebenso wie andere Ver- ud)e, die in den österreichischen und schweizer Alpen mehrfach unternommen wurden. Mehr Glück^ hatte der österreichische Baron Born, der vor etlid)cn Jahren Steinböcke in den Karawanken einführte: die Tiere haben sich dort so gut gehalten unb fort» gepflanzt, daß der Jagdfchntzverein von Kärnten den Steinbock letzt wieder für jagdbares Wild erklärt und die Regierung bereits die Schonzeit 11. November bis 30. September) festgeietzt hat. Im künftigen Oktober also wird cs in Europa in den deutschen Alpen zum ersten Male seit Jahrhunderten wieder eine regelrechte Steinbockbirsch geben.__________________________________________ Märkte. F.C. Wiesbaden. Vieh hoi-Marktbericht voin 10. Juni. Austrieb: Rinder 95, Kälber 133, Schafe 38, Schweine 227. Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine flau. Preis Durch- pro 100 Pfd. schiutlspreis Werrings Grösste und einzigste (D7/s Znschneiile-Mniie Frankfurts unH Südwestdeutschlands, welche 5 gold. Ehren- kreuze, Medaillen.Diplome aus den tonangebenden Modestädten Paris, London, Berlin besitzt. Leichtfassl. System. — Billigstes Honorar. — Prospekt frei. Frankfurt a. M., Steinweg 5. wollender imb gerechter Vorgesetzter. Deshalb sieht man b«n | flotbene hatten d-utsch.sranMIch-n Krieg . tgemacht. wobei | Lb°kisi."K bkü/AÄD zeitig gebaut werden. Es ist nidit anzunebmen, daß bei einem neuen Tunnelbau die Methode des Parallelstollens wieder Freunde indet. Der zweite Stollen sott übrigens idjon ziemlich verfallen sein: seit drei Jahren ist nickst mehr daran gerührt morben., Vermutlich wird die alte TunneluntcrnehmMig zu einer Ent- schädigungssunime verurteilt und der zwefte Stollen einer neu zu gründenden Unternehmung überlassen werden. * Die Wiederkehr des Steinbocks. In Kärnten Mäßig genährte junge und gut ge- nährte ältere . .........35—38 Färsen, K ü h e. Voflfleischige ausgeniäslete Färsen höchst. Schlachtwertes........40—46 Lollsleischige ausgeinästete Kühe höchst. Schlachtwertes bis zu 7 Jahren . . 37—40 Weitere ausgeinästete Kühe und wenig gut entwickelte flingereKühe u. Färsen 32—36 64—68 Mäßig genährte Kühe nnd Färsen . . 25—31 50—62 Kälber. Ich nehme uie Beleidigung, welche ich am 29. Dezember v. I. gegen den Fcldschütz Größer in Steinbach ausgesprochen habe, als unbegründet u. bereuend zurück. (3188 Steinbach, am 23. Mai 1910. Philipp Pitz. Jurist für einige Stunden täglich gesucht z. Mitarbeit, Sichten, Korrekturlesen u. dazugehör. Korrespondenz ein. period. erscheinenden Wertes. Schrijtl. Angebote unt. Angabe der Honoraransprüche unter 3242 au den Gießener Anzeiger erb. !! >it (jSnl»l ,emtoen i; "den «eibS' Erlern N^ent*r S°rn Ehrengericht "d bemerkte, bQy neF eines Ehren, än dem Musi ‘ \'®e«lU9tuum «i»°Ad°utun toW die deutsche oei’paltei'i, 'standen, eine em, der den I )er Meinung ist Ueberminduna I ' erreicht iverden ktwn gibt. An 1 rzeugung anderer y Allgemeines 1 erste Forderung j idem standen ihm j l weü diese Ver- q 1 Studentenschaft 31 iich aber auch \ Nteressiert. gericht ist bereits 1 : Ätudentenschast, | S zu verhelsen. ilgemeine Fragen : r die meisten der Auch die Arbeiter- \ cn behandelt. Zur | doch manches bei» i-edend- Lchtachl« pro lOO Psund gemidji erbend- Lck>laa-l, Don-biSDon-bi3 Kuverts mit Mma billigst vrühl'iche Universitäts-Druckerei. R. Lange, Gießen Nd. 11. Jun? 1910; liversitiit immen. Während mersemester 1909 mren, sind es iir. Damen), also 5. ien, 84 Hörer und ahl 1476 beträgt. .de. Aon der Ge- »logischen HatuM ,en 150 (123), der fischen "<12 (555!. L4l nnd Zahnheü- t/ Mathematik 109, ümazie 24, Forst' dichte 20, Üassischi Es studierten mit -algymnasium 2H n ß-ach 72 und mu t>aren 876 St* 400 (Preußen W, ttenrburg 12, Ham- n-Äoburg-Gotha b ura-Sondershau|er iningen SÄ ilgarien freien Zutritt haben. — Zu dem Jubelfest' ist eine hübsch ausgestattete Festschrift erschienen, die auf! 48 Seiten Text außer der Festordnung eine Geschichte des Männerturnvereins, Mitgliederverzeichnis, den Text des Festspiels „Jahn im Olymp" und einen Führer durch Gießen enthält. Das Büchlein wird allen FestLesuchern gute Dienste leisten. ** Gießener Fröbel-Seminar. Unter diesem Namen soll, wie man uns schreibt, eine Anstalt ins Leben gerufen werden, die es sich zur Aufgabe macht, den Schülerinnen theoretisch und praktisch die Erziehungsmethode Friedrich Fröbels zu übermitteln, und ihnen eine Art der Fortbildung zu gewähren, die sie chren Fähigkeiten und den weiblichen Anlagen entsprechend auch auf dem Gebiete iber Kleinkinder-Erziehung erwerbsfähig macht. Seitdem 'man die Ueberzeugung gewonnen hat, daß die Erziehung nach langem Leiden im Alter von 73 Jahren General- * Der zweite Simplontunncl. Wegen des Ausmajor a D. Fritz Beck. Der Verstorbene wurde am 5. Sep- baues des zweiten Simplontunnels steht ein Rechtssttett zwischen ‘ember 1837 geboten unb trat am 1 OftoM 1853 in Lelbgarde-Infanterte-Regiment Nr. 115 em, dem er bis 6e;Qfjrcncn eingleisigen Limplontunnel ein völlig unabhängiger 31. Oktober 1856 angehörte. Vom 1. Februar 1856 bis Parallelstollen, etwa 3 Meter hoch, ausgehauen wurde, der bann aum 15. August 1878 stand Beck im Feld-Artillerie-Regiment unausgebaut blieb. Nun ist aber das von der schweizerischen und Nr 25 Al- Hauptmann abgehend, trat et am 7. Mai 1879 haW g^™*^***®^ ~ in bte Gendarmerie als Major em. Zuerst war der -^er- ^^llens sofort in Angriff nehmen muß. vsie bezeigt aber dazu ftorbene DislriktSkommandeur der Gendarmerie in Ober- ^ie geringste Lust, einmal weil einige hervorragende Letter dessen dann in Rheinhesien, bis er am 10. Mai 18881 und Ingenieure inzwischen verstorben, bann weil der Kosten- Korpskommandeur der Gendarmerie wurde In dieser E.gen- schäft wirkte er blS zum 1. Oktober 1906, wo er m den Minensprcngen, die Betriebssicherheit im ersten Tunnel ge- Ruhestand trat. Bei seinem Scheiden auS dem Dienste rourbe jäbrbcn könnte. Das System, zwei jelbitänbigc Tunnels in etwa i^m der Charakter als Generalmajor verliehen. Der Ver- | 20 Meter Entfernung nebeneinander zu bauen, hat gewin iein Amtlicher Wetterbericht. Deffentliehe Wetterdienststelle Gießen. Verlauf der Witterung feit gestern früh: Der Luftwirbel über Holland ist ostwärts nach Mitteldeutschland gezogen und hat bereits gestern bis zur Elbe Gewitter gebracht. Besonders heftige Entladungen mit strichweisem Hagel fanden in Oberhesscn statt. Tie westliche Hälfte Deutschlands ist heule bei Südwest wesentlich kühler geworden, während von der Elbe ab östlich noch große Hitze herrscht, Berlin morgens 25 Gr. Ank der Westseite des Wirbels >vtrd es morgen in unserem Bezirk noch kühler. Wetterailssichten m Hessen um Sonntag dem 12. Juni 1910: Wolkig und zeitweise geringer Regen; weitere Abkühlung, windig aus Wett. . der Titel utiferf Ä-H ScufcmK* ift W!Äii * Zss- $iws 61 . O‘e gJ 3* S®’*’ «»t ifen » i e großes rinb ’U «-fite Lcin 11 $ des Kindes in ben ersten sechs Lebensjahren der wichtigste Mschnitt in feiner Entwicttung ist, hat sich auch die Sorge um die Erziehung in diesem Lebensabschnitt gesteigert. Tie Mutter, die sich nicht ganz dem Kinde widmen kann, sucht als Ersatz eine Kindergärtnerin, d. h. eine nach Fröbelschen Grundsätzen ausgebildete Erzieherin. Diese Tatsache sollte, bei der großen Ueberfüllung der weiblichen Berufe, alle Eltern auf diesen Beruf aufmerksam machen, da es zugleich ein Beruf ift, der einem jeden jungen Mädchen Befriedigung gewahrt und zugleich den größten Wert für ihre dereinstige eigene Familie hat. Auf dem Gebiete der Erziehung wird heute mehr denn je ein zielbewußtes'Tun verlangt; deshalb sollten die jungen Mädchen ihre Begabung, erzieherisch zu wirten, srül) üben, damit sie später, sei es als Mutter oder * JUUIUC11 lutl CLVUtat ,lvu# 1 als deren Gehilsin, ihre .Pflicht erfüllen Tonnen. Auf diese I I^ttung wird noch gearbeitet. Tie Erderschütterung war so heftig, ' Art gebildete Mädchen, welche bestrebt sind, das zu tun, wozu im Stabteile Hüllcnum zwei Schornsteine umsielen. Auch sie berufen sind, die Kinder an^uleiten, Gemüt und Willen fouft machten sich die F-olgen an den Häusern bemerkbar, wo zu pflegen, werden von Familien und Anstalten stets gesucht, vielfach Decken zersprangen unb Wänbe zerrissen. unb ihre Stellung ift eine angenehme und angesehene. Das nächste Woche verabredet.__ Ziel der Anstalt soll sein, Kindergärtnerinnen und Erziehe- ~ rinnen für die ersten 6 Lebensjahre auszubilden; jungen VermifC^tCS. Mädchen, auf'Wunsch auch jungen Frauen, Gelegenheit zu _ @in unbekanntes Bildnis Ferdinand Rai- geben, an einzelnen für sie in Betracht kommenden Fächern munds. Die „N. Fr. Pr." erhält von einem Leser die nach- leilzunehmen; die Schülerinnen zu befähigen, einen Kinder- stehende Mitteilung: „Tie Zahl der bekannt gewordenen Vorgarten selbständig zu errichten; schulpflichtige Kinder unter träts Raimunds ift, wie man weiß, keine kleine, denn die bildenden Aufsicht ihre Aufgaben machen und fic'bann an den Spielen I Künstler des Vormärz haben sich dieses fesselnden und prägnanten teil nehmen in laifen und Kinder die aus irgend loelchen! Kopfes oftmals bemächtigt, dllcht nur der <2ck)aittvieler Raimund ianÄnttrtoÄ Ml™Svtll der L>iaat rund 1500 Unabratmetcv Ge- Dalbzylinder unter dein rechten Arm nnd hat glcid)iam lande mit Karl HaaS V. austauschen. Der Tauschvertrag noch die letzten Verse des Dobelliedes aus den Lippen. Tas Ant- darüber ist den Landständen zur Genehmigung zugegangen, litz ift vortrefflich wiedergegeben, Haltung1 uni) ^usbrud |nü> ' v m ’ 1A c, . n st. charakteristisch m der Erfassung der Individualität Raimunde, — Bad-Nauheim, 10. Ium. Bis zum 9. Ium |tnb )penn aud) cinige fcblgcgangcnc Linien in der Mor^ritcUung 11 287 Kurgäste angefonunen, wovon an genannten. Tage nicht zu verkennen sind. Tie den Dichter umgebenden Kulissen noch 6664 anwesend waren. Bäder wurden bis zum der Natur, in die er hineinkomponiert scheint, sind die Berge von ” 7. .nQ1,i Gutenstein, wo ja der Dichter bekanntlich am öutze des Maria- 9. Ium 109 151 abgegeben. kilfer Berges seit 1836 begraben liegt. Raimund iclblt stehl aus --Nidda, 10. Juni. In dem Konkursverfahren diesem interessanten Bilde auf der „Langen Brücke", jenem aus über das Vermögen des Vorschuß- und Kredit- Dundertcn von Dolzstärnrnen gebildeten romantischen Wege, der Vereins zu Ober-Mockstadt, eingetragene Genossen- als Brücke über einen Quellftuß der Prestms> suhrt Im Zu i-°lt un Li-lL verfügbare Masse von 302 323.5o Mt. gegenubersteht. an u-t nuf)t fignicirt, aber außer Zweifel zeitgenösfischen Ur- Darmstadt, 10. Juni. Gestern nachmittag starb spr'ungs." Kopfsalat, 4 Stück 10 Psg. M>62»________Neuenweg o2. Trockenes, kurzgesck-nittenes Absallholz (Schwartenszum Feueramnachen liefert für Mk. 1.15 pro Zentn. frei ans HanS (2266 B. Nuhn, Lollar. AnzügeÄ 04l4.il H. Jasper, Diezstr. 6II. SHnkl Lllgcnlatz Ä diäh. Franks. Str. 109. >04896 03896) Wäsche wird tauber gewaschen unb auf neu gebügelt. Wäscherei, Wolkengasse 18. Privat- Tanz-Unterricht erteilt zu jeder Tageszeit Karl Schmidt, Tanzlehrer, 31 Wctzstcingasie 31. (342 04894) Damen- 11. Stinbcrtleibcr fertigt billig an unb befjert ans. Frau Becker, Neuenweg 50 pari. Kühlleistungen jeb. Art, sowie Auszüge, Möbel- transvorte, Wafchfubren über« nimmt Chr. Beiz, Löweng. 1L 04759] Teleph. 829. Das Studentische Arbeitsamt vermitteltkostenl. Unterricht i. all. Fächern, Uebersetz. 2c. Schristl. u. münbL Anfragen an bas Stub. Arbeilsanit, ztolleg.-Geb., Zim. 2. (Gefchäftsst. tagt- v. 2'/,—3V» Uhr). (D3/») Ober-Postdirektor ungern scheiden. Die Beamtenschaft wird er sich daS Eiserne Kreuz 2. Klasse erwarb. ihm ein Sllbum mit ben Ansichten reichseigner Posthäuser Q Si'rofborf, 10. Juni. 2lm Mittwoch blickte der und den Beamten des Bezirks überreichen. Der Großherzog Lehrer Hoffmann II. auf eine 2 5jä hrige segensreiche verlieh ihm fein mit Namensunterschrift versehenes Bild. Ein Tätigkeit am hiesigen Orte zurück. Geboren zu Llühscheid Bruder deS Scheidenden ist Ministerialdirektor im Reichs- (Kreis Neuwied) trat et im Jahre 1885 hier cn. Hoffmann Postamt. Die Brüder Kabelt flammen auS Alsfeld. ist auch Rechner der Kirchengemeinde und leitet den Zeichen- ♦♦ Männer-Turnverein. Feier des 25 j ä hr.! unterricht der gewerblichen riortbildungSschule. Im engsten Bestehens. Man schreibt uns: Der vom Männer-Turn- Kreise wurden die Verdienste deS bewährten Lehrers gefeiert verein für das Schüler-Wetturnen als Wanderpreis gestiftete und ihm durch Bürgermeister Braun ein Bild „Die EmmauS- I a h n s ch i l d ist im Schaufenster des Herrn-I. Hirz, Selters- Jünger^ und eine Bowle überreicht. weg, ausgestelll. Der Entwurf stammt von Architekt E. ..... ■ ■ j ■ " ■■■=■ Schmidt hier, die Ausführung von dem hiesigen Kunst-1 töcrictytsfaaL schmiedemeister A. Gräfe. Es )ci noch darauf hingewiesen, g Marburg, 10. Juni. Zwei Stubenten, die einen schweren daß der einmalige Eintritt am S0nntag für das Mili- Hausfriedensbruch begangen hatten, wurden zu je acht Tagen tär auf 30 Pfg. ermäßigt worden ist. Eine weitere Er- ' Mäßigung betrifft die Kinder unter 14 Jahren, die während des ganzen Festes in Begleitung ihrer Eltern UerMiedone! LUDWIG ALTER Hof-Möbelfabrik DARMSTADT En detail Zeichnungen und Vorschläge Kostenlos En gros Export Männer-Turnverein Giessen Feier des 25MW Bestehens Anfang nachmittags 4 Uhr. [04923] Eintritt frei. 11», 1?., 13. Juni 1910 Festplatz auf dem Trieb für nicht mitturnende Schüler v«/6 gold. Herrenuhr mit Weinztpfel. 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Medaille Mannheim 1907: Gold. Medaille Wir ersuchen unsere Kameraden, zwecks Teilnahme am Festzuge des Männer-Turnvereins, nachmittags 1'/, Uhr am Turmhaus am Brand anzutreten. Diejenigen Kameraden, welche zur Teilnahme am Oberhess. BerbandStag in Butzbach bestimmt sind, fahren unt dem Zug 12,10 Uhr mittags. ßn/6 Das Kommando. Bäuerischer* Gesangverein Zusammenkunft zum Festig Sonntag mittag 1 Uhr im Post- kellcr. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten.