Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten. dem Auftreten der Amana. tfri. i Gieren gesehen wuroe, lächelte, auf hrnrhfn nnt r?\ rrnrh in 0O haben aushän^ - denen alle wirksamen $• mellen enthalten sind, lassen w 'n Valvichmerzen, gegen Husni vronchialiatarrh ec. anwenia 1 onns ächte Lodener älincrr. ii die Lchachlel 85 Pfg. kostet nl seschäslcn öu Haden sind, Re übte, die auch schon in < _ , , , als Hermann die Todesbotschaft brachte, auch noch in den Augenblicken, als sre das Schreckliche schon vor sich haben mußte. Beim letzten Wort erst die übertriebene Erschütterung, Kainz weif; die Gegensätze besser hervorzuheben. Dieses Aufkeimen der Ahnung von Karls Erscheinung bis zur furchtbaren Gewißheit! Und die kluge Steigerung bis zum Schluß, das Beoen und Zittern, das gewaltiger erschütterte als äußere Geberden! Die Sprache aber von zwingender Gewalt, klar, kalt wie Stahl. Bis zuletzt der sichtbare Kampf mit den Geistern der Sitte und des Gesetzes. Das letzte Gebet ein wahnsinniges Poltern und Sichvergessen. Die Mimik voll Bewegung und Entsetzen. Er ist noch einer der Größten, uni) wer i£n so als Franz gesehen hat, wird Kainz schwer vergessen. —z. vens „Fidelio" hatte nur 2U2 Aufführungen; Webers „Freischütz" tft 274 mal verzeichnet, die Neuromantiler Cornelius (Eid, Barbier, Gunlöd) 35 mal, Hugo Wolf (Corrigidor) einmal. Auf dem' Gebiete der Operette hat Leo Fall mit 2444 Aufführungen/ Ieiner „DollarprinKessin" ben Vogel abgeschlossen, während Lehärs „Lustige Witwe" mit 671 vertreten i|t gegen 1778 im Vorjal;re. Unter den Schau s vielen führten L. Thomas . „Moral" mit 838 Aufführungen, R. de Flers und A. de Cailli- vets „Tie Liebe wacht" mit 53a, Meyer-Försters „Alt-Heidelberg" mit 377, Engel und Horsts „Die blaue Alans" mit 374. Schiller hatte mit seinen sämtlichen Werken 1627 Aufführungen zu verzeichnen. — Magnetische Aufuahnten in China. Dem „Globus" zufolge ist ün Tezember 1909 nod/i einjähriger Abwesenheit! die unter Don C. Somers stehende, vom Carnegie-Institut zu magnetischen Beobachtungen nach China und Chinesisch-Turkestan eMsandte Reise heimgekehrt. Tie Expedition, an der auch Prof. C. G. Fuson vom Christian College in Kanton teil nahm, verließ Ende Januar 1909 Peking, benutzte die Eisenbahn bis Honansu uno reiste dann in der üblichen Weise die.große nördliche chinesische Handelsstraße entlang, verließ das eigentliche China tnird? die große Mauer im Nordwesten und erreichte durch die Wusle Gobi Ürumtschi. Von da ging der Marsch am Südabhang des Tienschan entlang nach Kaschgar, wo Ende Juli die Ankunft erfolgte und werter südwärts über die Karakoramvässe nach Leh; Mitte Oktober ßrtcidjlc sie in Rawal Pindi ehren Abschluß. In Tehral Tun wurde dann der Anschluß an die magnetischen Aufnahmearbeiten der indischen Negierung gewonnen. — Eine interessante Vorlesung hat der Historiker. Professor Dr. Buchholz an der Königlichen Akademie zu; Posen angekündigt: „'Die F-rau im Zusammen- hange des deutschen Kulturlebens vom 16. bis zum Beginne des 19. Jahrhunderts." Die einzelnen Vorlesungen werden behandeln: Tie Frau und der Humanismus (Agrippa von Nettesheim-. Die Frau in der Reformation (Charitas Pirckhcimer, Katharina Schütz, Katharina Zell, Magdalena Paumgartnerin-. Tie Frau im sittlichen Niedergang des 17. Jahrhunderts (Liselotte von der Pfalz). Tas „gelehrte Frauenzimmer" (Anna Ädaria von Schürmann). Frauenbildung am Beginn des 18. Jahrhunderts (der weibliche Kreis um Gottsched). Tie Frauen und der Pietismus) Dm Empfindsamen. Tie Frauen und die neue Blüte unserer Literatur, Stilreinheit laq auch nicht in dem Auftreten der Amalia. Frl., Autoren sind nreist gestiegen, so Gounods „Margarete" von 221 - - ■ ■ - ■ - -------- 12uf 249, Samt-Saens „Sam,on und Calrla" rst von 80 auf 58 zuräckgegangen, Thomas „Mignon"^votl 296 auf 286, Offene bachs „Hofsmanns Erzählungen" von 367 aus 352. Von 'Humperdincks Hansel und Gretel" sind 137 Aufführungen genannt, von Kienzls Evcmgelimann 74 (gegen 110 voriges Jahr), von Strauß „Elektra" 105, der „Feuersnot" 3, „Salonre" 85. Beethoi Der neue (Entwurf des Bunözsrats zur Reichsoersicherungsordnung. Vor nunmehr einem Jahre war bekanntlich der erste Regierungs-)Entwurf zur Reichsversicherungsordnung veröffentlicht worden und die darin vorgesehenen Neuerungen 1 i-ittcn eine Hochflut von Kritiken hervorgerufen. Im An- schli-.ß daran hat dann der Bundesrat diesen Entwurf durch- „ernten und — unter Rücksichtnahme aus einen Teil der Kritiken — mit verschiedentlichen Llbänderungen versehen. Dieser abgeänderte Entwurf ist nunmehr dem Reichstage oorgelegt worden und Mar hat er in seiner neuen Gestalt einen wesentlich größeren Umfang wie der erste Entwurf, -a die Begründung, welche sich an die vorhergegangene öffentliche Kritik anschließt, zum Teil darauf einaeht, ander- >eits sie widerlegt, außerordentlich umfangreich geworden ist. Ter neue Entwurf ist ein stattlicher Band von nahezu 1100 Seiten, wovon etwa i/t auf den Gesetzestext mit seinen 1 754 Paragraphen, s/4 dagegen auf die Begründung fallen. Zunächst ist bezüglich der geplanten neuen Versichern n g ö ä m t c r mancherlei geändert worden. Bekanntlich . mußten sich diese besonders hestige Angriffe gefallen lassen, . an warf ihnen allzugroße Kostspieligkeit vor — sie sollten nach den verschiedentlich angestellten Berechnungen alljähr- . ich die Riefensumme von über 30 Millionen, nach anderen iehauptungeu gar 100 Millionen an Kosten verschlingen, auch ergäben sie als neue Zwischenstellen keine Förderung, ; sondern ein bureaukratisches Hemmnis für den Geschäftsgang, sie beeinträchtigten weiter die erforderliche Selb- länoigleit der Versicherungsträger und bergt mehr. Bis ; a einem gewissen Grade hat der Bundesrat diesen Ein- - Didcn Rechnung getragen. Fallen gelassen wurden die i'crsicherungsämter freilich keineswegs, die Begründung verteidigt ihre Zweckmäßigkeit vielmehr ganz entschieden. Sie seien weder eine bureaukratische Einrichtung, noch ver- irsachten sie Uebergvifse in die Selbstverwaltung der Ver- 1 icherungsttäger, sie beseitigten viele zurzeit bestehende kln- , uträglichkeiten und vereinfachten den Arbeitgebern wie den .'wbeilnehmern die Geschäfte; weiter wird nachgewiesen, daß - - unter Annahme hoher Sätze — entgegen den oben erwähnten Riesentosten, die erforderlichen 800 bis 1000 Ver- jna-erungsämter im ganzen Reiche jährlich höchstens 6,7 Millionen Kosten beanspruchten. Diese seien auch keine Mehrbelastung, da die gegenwärtig an vielen Stellen zersplitterten Geschäfte nur zur rascheren und gründlicheren Erledigung bei einem Amte vereinigt werben sollten, so würben lebiglich die bisher schon an zahlreichen Stellen . rwachsenden Kosten auf die Versicherungsämter zusammen- gzesaßt; dadurch würden die Kosten aber eher vermindert wie erhöht. Es ist indes bestimmt worden, daß die oberste Verwaltungsbehörde die Versicherungsämter in erster Linie „an staatliche oder gemeindliche Behörden angliedern solle", erst hiernach heißt es: „die oberste Verwaltungsbehörde kann die Vers.-Aemter auch als selbständige Behörde errichten." Durch diese Fassung ist ausgesprochen, daß letzteres erst in zweiter Linie geschehen solle. Sehr scharf bekämpft wurde seinerzeit auch die Bestimmung des ersten Entwurfs, wonach den Versicherungsämtern die Vorarbeiten für die Festsetzung der Unfallrenten zufiel. Sie sollten hiernach in jedem Ernzelsalle als un- d»eteiligte Stelle das nötige Material sammeln, den Ver- jicherten Gelegenheit zur Vorbringung ihrer Wünsche und iSTLE vahrte Nahrund ider undKranke verhält —, an der entgegengesetzten Haltung der preußischen Regierung das ganze, im Grunde doch sehr wünschenswertc Reformwerk scheitern möge. \ Dagegen ist in den Vorschriften über das Verhältnis der Aerzte zu den Krankenkassen im Anschluß an diesbezügliche Wünsche der Interessenten verschiedenes geändert worden. Ter Entwurf stellt den Grundsatz an die Spitze, daß Kassen und Aerzte sich als gleichberechtigte Vertragschließende gegenüberstehen. Er gibt teinem der verschiedenen Arzlsysteme den Vorzug, sondern behandelt sie als rechtlich gleichwertig. Verträge auf Grund der sogen, beschränkten freien Arztwahl heißen „allgemeine Arzt- öertrage", solche mit besonderen Aerzten „besondere Arztverträge". Ist ein allgemeiner Arztvertrag geschlossen, so kann jeder approbierte Arzt, der int Bereich der Kasse wohnt, bereit Mitglieber behanbeln, wenn er bem Vertrag schriftlich beitritt, dagegen vom Vertrag nur ausgeschlossen werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Tie Satzung kann den Vorstand ermächtigen, mit bestimmten Aerzten einen besonderen Arztvertrag abzuschließen und, dringende Fälle ausgenommen, die Bezahlung anderer abzulehnen; jedoch soll, falls ohne Mehrbelastung der Kaisen möglich, die Wahl zwischen mindestens 2 Aerzten frei bleiben. Der erste Entwurf sah für die Streitigkeiten der Kassen mit den Aerzten und Apothekern „Schiedsausschüsse" und „Schiedskammern" vor. Diese hat der zweice Entwurf wieder beseitigt; er schreibt dafür vor, daß für den Bezirk jedes Oberversicherungsamls ein „Vertr ags aus s chuß" für allgemeine und ein solcher für besondere Arztverträge gebildet werden solle, in welchen die Aerzte und die Kassen gleichmäßig vertreten sind. Diese Ausschüsse vereinbaren bestimmte Grundsätze für die Verträge nach gewissen Nor men, wirken also von vornherein bei den Arztvertragsabschlüssen mit. Sodamt sollen sie auch Streirigkeiten zwischen Kassen und Aerzten schlichten. Kommt em Vertragsausschuß nicht zustande, weigert er sich, seine Ans gaben zu erfüllen oder kann er sich nicht einigen, so setze die höhere Verwaltungsbehörde im Einvernehmen mit dem Oberversicherungsamt die Vertragsgrnndsätze vorläufig fest. Auch mit den Apotheken können besondere Verträge geschlossen werden. Zur .Herbei,üt-rung und Erleichterung von Verträgen und Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Kassen und Apotheken kann die oberste Verwaltungsbehörde ähnliche Einrichtungen wie bei den Aerzten anordnen. In die Unf aHü er f id) erunß neu einbezogen sind das Dekorateurgewerbe und der Betrieb von Badeaiiftakten, da solche Betriebe mit nicht unerheblicher Unfaklgefahr verbunden sind. Weiter wird die Versicherungspflicht ausgedehnt auf die gewerbsmäßigen „Fahr, Reittier- und Stallhaltungsbetrie'be", sowie auf das nichtgewerbsmäßige Halten von Reittieren und von solchen Fahrzeugen, die durch elementare oder tierische Kraft bewegt werden. Auck) bei der Unfallversicherung der kaufmännischen Angestellten ist die seitherige Beschränkung auf „Lag eruna Sbetriebe" erweitert auf „Betriebe, die der Behandlung un b Hanbhabung b er W ar e b i en en, worunter auch Verrichtungen fallen, die zu ber bisher unversicherten Verkaufstätigkeit in näherer Beziehung stehen. Tie Aende- rung will bie bisherigen Mängel ohne tiefgreifenbe Aenbe- rungen im allgemeinen beseitigen, ba bie bisherige Trennung der verftcherten Lagerungsarbeiten und ber unversicherten kaufmännischen Arbeiten nad) ben neuen Vorschriften künftig nicht mehr ersorberlich ist. Die meisten Labengeschäfte sinb künftig der Versicherung unterstellt. Die 'Nägelstein «uberstein 'f^^nderbn. Beweismittel geben und schließlich bie erwachsenen Akten mit einem eigenen Gutachten an ben Versicherungsträger abgeben. Dieser (bie Berufsgenostenschaft) sollte bann selbst- stänbig ben Bescheib an ben Versicherten erteilen. Tie Berufsgenossenschaften hatten biese Anordnung als einen Eingriff in ihr Selbstbestimmungsrecht sehr heftig angegriffen und in dem zweiten Entwürfe sind diese Anstände and) berücksichtigt worden. Die Berufsgenossenschaften sollen nach dem zweiten Entwurf wie seither die Unsallrente allein festsctzen, bezw. die erforderlichen Vorarbeiten dazu allein vornehmen, es soll ihnen allerdings unbenommen sein, schon vorher eine gutachtliche Aenßerung des Versicherungsamts einzuholen. Sodann heisst es: „sie können demselben aud) allgemein von Anfang an die Ermittlungen übertragen", sie können hiernach also ganz nach Belieben die Vorarbeiten zur Rentenfestsetzung selbst besorgen ober sie von den Verjicherungsämtern vornehmen lasten. Im übrigen sollen diese aber hauptsächlich als erstinstanzliche Schiedsgerichte wirken. Die Obliegenheiten der jetzigen Schiedsgerichte für Arbeiterversicherung gehen im allgemeinen an die „Ober- versicherungsämter" über, sie entscheiden in vielen Fällen sogar endgültig, weiter werden ihnen auch gewisse, jetzt den staatlichen Behörden zustehende Verwaltungs- bezw. Aufsichtsgeschäfte überwiesen. Die Krankenversicherung wird auf alle auch gegen Invalidität versicherten Perjonen, die land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter, die Dienstboten, das Wandergewerbe, die nichtständigen Arbeiter, die .Hausgewerbetreibenden, die Bühnen- und Orchestermitglieder mit weniger als 2000 Mk. Jahresgage, ausgedehnt. Neue Betriebsiranienmsten bür,en künftig nur für Betriebe mit minbeflens 500 Arbeitern errichtet werben. Ausnahmen rann bie oberste Verwaltungsbehörde bei mindestens 250 Arbeitern zulassen. Das Verhältnis der eingeschriebenen .Hilfsiässen, jetzt Ersatzkassen genannt, wird in einem dernnächstigen besonderen Gejetzenrwurs neu geregelt. Die Gemeinberraiikenversicherung wird ausnahmslos beseitigt, die Daukrankenkassen werden den Beiriebs- 1 rautenlaoen eingereiht, neu errichtet werden örtlid) ab- gegrenzte Land krankenkassen. Auck) die Organisation der Ortskrankenkassen erhält verschiedene Aenderun- gen, welche bezwecken, eine bessere Zentralisation herbeizuführen (Die berufliche Abgrenzung soll möglichst beseitigt werden, unter möglichster Schonung bestehender Organisationen). Im ersten Entwurf war bekanntlich bestimmt, daß die Krankenkassenbeiträge künftig je zur Hälfte von den Arbeitgebern und beit Arbeitnehmern getragen werben unb im Anschluß daran aud) beide Parteien zu gleichen Teilen in ben Vorstänben usw. ber Krankenkassen vertreten sein sollten. Diese Neuerung war sowohl aus den Kreisen der Arbeitgeber wie ber Arbeitnehmer sehr stark bekämpft worben, trotzbem ist sie aud) ini zweiten Entwurf erhalten geblieben, wie verlautet, besonbers infolge des Widerstandes der preuß. Regierung gegen deren Beseitigung, wofür von feiten anderer Staaten Neigung bestanden haben soll, unter Rückkehr zu den jetzigen Bestimmungen (Arbeitgeber 1/3, Arbeitnehmer 2/3 Anteil an Beiträgen und Vertretung). In Anbetracht der vielsad) ablehnenden Haltung ber beteiligten Interessentenkreise dürste sich jedenfalls hierum im Reichstage noch ein harter Kampf entspinnen, wobei nur wünschenswert märe, daß nicht etwa — falls die Me.hrheit des Reichstags ebenfalls sich gegen die Neuerung ablehnend Zoseph Kainj uuv Hranz Moor. ,Gie$en, 11. April. Man muß die Berechtigung ber lieberlieferung, als könne bie Rolle bes Franz 9Noor auf Zweierlei Art auf- gefaßt werben, bestreiten; bas Tigertier, das manche Sck)ou- länstler aus ihm machen wollten, ist Franz nicht. Schiller s-elbst hat in feiner Vorrebe ben beutlichsten Wink gegeben, iubem er von seinem Helben als einem Menschen spricht, der „seinen Verstand auf Unkosten seines Herzens verfeinert" hat. Diese Absicht ganz klar zu erkennen, dazu ist Josef Ääin* * gerade der rechte Mann. Er hat am Samstag im Frankfurter Schauspielhaus nach dieser Rid)- tung hin eine abgeschlossene ^>tilleiftung hervorgebracht, in allen Phasen der Handlung klug und fein berechnet. Ein Franz, der im gräflichen Hause ganz auf sich selbst gestellt ist. Taher keine Maske eines boshasten Wüterichs, kein Schielen unb Bereden des Alten, der im Sessel liegt. Ein aufrechter Franz, dessen Him arbeitet, der wie absichtslos spricht, indem er mit rastlosen Schritten das Zimmer mißt. Tie Maske eines Häßlichen, der jede 5)offnung auf natürliche Ansprüche feiner Persönlichkeit ab geworfen har und das Reich der Laster nad) den Mitteln durchsucht, die ihn an die Spitze führen können, »ottentottenaugen und das Maul, dessen er selbst bitter sich schämt, Kainz ließ dies ungeschmälert wirken. Kein 51riecher unb Feiger mit gebeugtem Kniee, sondern einer, der herrschen will und seinen Ehrgeiz darin sucht. Kainz hat es scharf hervorgehoben: Wie hart und fck)recklich tönt diese Stimme, als der schlotternde Daniel zum Alord angestiftet wird, wie schwelgt der Finstere darin, dereinst die Geißel schwingen zu können und ein Schreckensregiment zu führen! Aber dafür hat der große Wiener einige Töne aus fallen lassen, die den Franz ein zweites Mal in seiner Menschlichkeit beleuchten. Seine Liebe zu Amalia war falt, leidenschaftslos. Und dock) scheint biiefe Liebe nach der Absicht des Dichters eine Haupttrieb-- jnber des Handelns zu sein. In bie hastig zusammen- gzerafften Sätze läßt Kainz keine mUbe, noch eine sonstwie erkennbare Triebkraft einfließen, aber sein schaujpielerischer Stil feiert b ab ei einen Triumph! Kein Schwanlen gibt es umd keine zögernbe Schattierung, bie uns über Schillers ge- nealtigen Sprachkeistungen ins Stocken geraten läßt. Ein seltsamer Gegensatz zu ben Franrfurtern Künstlern! Der Kiarl Moor des Herrn Kirch: bie üblichen Auffas- jiungen mit stilistisch gemischter Technik. Eine bezwingende * — Ein wertvoller Fund beim Theater umbau in Mainz wurde bei Umlegung der Kabel gemadjt. In etwa ein Meter Tiefe stieß man vor dem Theater auf einen in reichen, mehrfarbigen Bodenfliesenmustern zusammengefetzlen Fußboden aus f r ü h g 0 t i f ch e r Zeit (etwa Ende des 13. Jahrhunderts). Ein Teil des F-ußbodens konnte bereits durch den Ntainzer Altertumsverein geborgen werden. Weitere Teile können mit _ 9tiid= sicht auf die durch den Umbau gebotenen Verhältnisse erst späterhin ausgehoben werden. Der Fußboden lag noch an seiner ursprünglichen Stelle und war verhältnE. äßig gut erhalten. — Tas Register zum Deutschen B ühne n 1 piel- plan 1908—09, eine Zusammenstellung der m der Zeit vom September 1908 bis August 1909 an den deutschen Bühnen auf- gcführten Bühnenwerle mit Angabe der Zahl der Aufführungen ist soeben bei Dreitkopf u. Härtel in Leipzig erschienen. Tie über 100 Seiten umfassende Zusammenstellung gliedert sich in Opern, Operetten und Singspiele, Ballette und Pantomimen, Schauspiele, Tramen usw. Sillen voran ist bei den Opern diesmal Eugen d'Alberts „Tiefland" mit 647 Aufführungen gegen 463 im Vorjahre, ihm folgt mit 452 Aufführungen des Franzosen Bizet „Carmen". An dritter Stelle erscheint Wagners L>hengrin, der 409 mal über die Bühne ging (gegen 395 im Vorjahre-, während Rienzi 42, Fliegender .vjllunccr 261^ Tannhäuser 339, Tristan und Isolde 129, Rheingold 207, Siegfried 147, Götterdämmening 110 Aufführungen zu verzeichnen hatten. Erzielti-N im Vorjahre bie Jung Italiener mit 246 Ausführungen, von Mascagnis „Cavalleria rnsticana" die Höck;stzahl, so begegnen wir lUieses Jahr dem Puecimschen „Adaoame Butterflh" 311 mal, bes>en-en Komponisten „Boheme" lo4 mal, Mascagnis „CavaCeria ziuiiicana" 268, Leoncavallos „Bajazzo" 252 mal Auch, bie Zahlen der Aufführungen von Werken französischer Nr. 83 Erstes Blatt 160. Jahrgang Montag 11. April 1910 2er siebener Anzeiger —A • m?natUch75P"meckeI- ^vlvlivllvl iUliVlllwESS s^ernfprech - Anschlüsse: Ä M für den siir die Redaktion 112, < ** polmschen Teil: August KM General-Anzeiger für Oderhessen MW für btc Tagesnummer Rotafioits6rtt6 und Verlag i>« Srühpschen Unw.Guch- und Steindruckerei H. Lange. Heöaltion, Expedition und Druckerei: Schulstratze Anzeigenteil: H. Beck, bis vormittags 9 Uhr. ___________ rMTiTunn LMM 483M «S M « » 7« « [400] a 926 34 X>] 742 SOS 15110! M 910 152« 699 979 153SH 8M M 154133 m 156241 320 6S8 to 157161 14." 3C 51 4ÖS 7M 45 M M v iO 'S! 1611« W 6K W 162 5 163^ to VA W M» . 488 bvi M 711 Ml Ibbrri ( 3190 58$ 6% W> 7M 1V7« s ■M] 907 168^1 ‘-SS C 706 885 910 . 876 17 1010 SSt 47 , 771 N til (1000) 523 IA " "Lj i 450 535 661 72 8)0 ,8 61 175 - 6^178M (4001 m - 182017 66 124 -K. 57 ” 6U io - IRZUito U 390 172 ’ 224 .So ID40“ ui Ö >o°b . i oiTMj 313 419 549 v 1 415 633 ^6^193^^' 6 013 705 L 'm W w 694 » 057 92 95 (.40°) 1 JA M ,0 «, 195m 53 w 1971X 041,1 WW 1> 51 34 ,, e 715 M yl 221015 nnßfjj 9 $ M4.JS 224063,yuS‘^ rMKW' MM :72 231. -"0 H1 5) ! 14 450 83 171 WWW -SM ^?2«^7»z^ xol 16 ' . (4001 M12' -MM OHM 91 aßl Maschinenbau,Elektrotechnik Automobilbau, Brückenbau, 1 kiirNe, hervor: Hauptfahren über 38 Mm. 40- Sek. — Radfahren. Vereinsrennen des überaus stark besetzt war, lairfaikmirOd^nt Angestellten versicherter Geschäfte werden, da sie meist wohl hauptsächlich mit versicherten Arbeiten beschäftigt werden, auch bei Eintritt eines Unfalls bei einer unversicherten taufmännischen Tätigtest regelmäßig an den Wohltaten der Unfallversicherung teilnehmcn. Endlich ist das Bair-Unfallversicherungsgesetz in das Gewerbe-Unfallversicherungsgcsctz eingearbeitet. Ties sind die hauptsächlichsten und wichtigsten Neuerungen des zweiten Entwurfs, denen sich noch eine Reihe minder einschneidender Aenderungen anschließt. \2> ist vielmehr jetzt, nachdem der russische Fiskus die Beschwcrde- frist gegen den PfändungsbescUuß vom 15. Trzernber 1909 hat verstreichen lassen, danrit dieser Pfändungsbeschlußrcch ts- kräftig geworden und von Herrn von Mellfeld gegen das Bankhaus Mendclsohn Klage auf Auszahlung des beschlagnahmten Guthabens in Höhe des von Hellseldschen Anspruches (nebst Zinsen und Kosten ca. 41/3 Millionen) erhoben worden. Ter Verhandlungstermin steht vor der 27. Zivilkammer des Landgerichts Berlin I (am 7. Mai 1910. Reibeling 38 Min. 40° Sek., 4. Ad. Reich 40 Mm. 10- Sek., 5. Ehr. Pfund 40 Min. li Sek. Vorgabefahren unter 10 kllm.: 1. Frii; Linker 0 Vorgabe, 2. W. Hammel 4 Mim Vorgabe, 3. Ad. Eberle */. Sun. Vorgabe. ____ ereinigung der eingeschriebenen Seeleute des südwestlichen Frankreichs hat dm A u s st a n d i n M a r s c i l l e g c nc i ß b i l l i g t und beschlossen, daß ihre Mitglieder auf ihren Posten bleiben sollen. 20 Slim.: 1. Fritz Linker in Ausland. Der „Köln. Ztg." wird aus Adis-Abcba telegraphiert: Ras Michael verhinderte einen Versuch des Bruders der Kaiserin, Ras Wolic, nach Adis-Abeba durchzubrechen. Die nördlichen Pro- vinzeit verweigern die volle Heeresfolge; dadurch ist der Friede gesichert. Aus Hessen. Landtagswahl inMombach. Von den 973 Wählern haben am Samstag 726 abgestimmt. 427 uugestrichene Zettel wurden für '2X Wolf (fortjcku. Volksp.) und 324 für Dr. Frenay (Ztr.) abgegeben. Elf Zettel waren zersplittert und gestrichen. Die Wahl des Ta. Wolj für den Landtag ist damit gesicheri. Ein Wähler hatte statt seines Stimmzettels die Konditorrechnnng für den weißen Sonntag abgegeben. Deutsches Aereh. Aus H v m b u r g v. d. H. wird gemeldet: Sonntag vormittag nahm der Hof an dem Gottesdienste in der Erlöserkirche teil. Der Kaiser unternahm Sonntag nachmittag eine Fahrt im Automobil über Königstein, Esch, Weilburg, Braunfels und zurück über Usingen. Ueber den Stand der M e l l f e l d s ch e n A n g e l c g e n h e i t wird von zuständiger Stelle aus Berlin mitgcteilt: Tie Pfändung auf 5 Mlllionen Mark Guthaben des russischen Fiskus bei der Bcmksirrna Mendelsohn u. Eo. besteht nicht mir nach wie vor, Sport. Bei dem am Sonntag abgehalteneu Rad - Klubs „G c r nt a n i a", welches gingen folgende Älltglieder als Sieger 2. Ad. Eberle 33 Min. 40* Sek., 3. rridw., * * Keine Stempelpflicht besteht in Hessen für die im Sparkassenverkehr der Sparkassen und Genossenschaften erteilten Quittungen, wenn über das Guthaben nicht anders als iin Wege der Barabhebung verfügt werden kann und wenn außerdem die Zahlungen aus dem Guthaben ausschließlich nur gegen Vorlage des Einlagebuches zwecks Eintrages der Abhebung erfolgen darf. Danach unterliegen z. B. die bei der hiesigen Gewerbebank angelegten Spareinlagen keiner Stempelpflicht. * * Handelskammer. Der Bureauoorsteher der Großh. Handelskammer Gießen schied am 1. April dss. Js. nach 22jähriger gewissenhafter Tätigkeit aus seinem Amte au§, um sich der wohlverdienten Ruhe hinzugeben. Zu seinen Ehren vereinigten sich am Freitag abend die Mitglieder und Beamten der Handelskammer zu einem Abschiedsessen, das einen schönen Verlauf nahm. • • Ueber die Kunst von Nadel und Schere hielt Herr Fuhr aus München am Freitag im Eafv Ebel einen gut besuchten Vortrag. Der Redner wicS darauf hin, von welch vorteilhafter Bedeutung die Beherrschung von Nadel und Schere für Haus, Familie und Beruf fei, und daß dabei die wissenschaftlich« Zuschneidekunst die erste Stelle ein- nehmen müsse. Die Vorführung der Rückenzeichnung ließ ahnen, daß die Methode der Frau Fuhr sehr zweckmäßig sein muß. ** Der Männerturnverein hielt am Samstag eine gut besuchte außerordentliche Mitgliederversammlung ab, zu der besondere Einladungen ergangen waren. Die Feier des 25 jährigen Bestehens, die dieses Jahr in den Tagen, vom 11.—13. Juni abgehalten werden soll, nahm den breitesten Raum der Verhandlungen ein. Der Beschluß der Frühjahrs-Mitgliederversammlung anläßlich dieses Stiftungsfestes zusammen mit dem Turnverein Gießen ein Jahngedenkstein zu setzen, wurde auf Anregung des Festausschusses ausgehoben und statt dessen beschlossen, die Ehrung des Altmeisters Jahn bis zum Jahre 191.2 zu verschieben, da in diesem Jahre der Turngau Hessen sein 50 jähriges Bestehen feiert und aus diesem Anlaß das au turn fest voraussichtlich in Gießen stattfinden wird. Bis dahin hsfft man einen Grundstock ansammekn zu können, der die beiden Gießener Turnvereine in die Lage verletzt, dem Begründer des deutschen Turnens ein würdiges Denkmal zu errichten. Um auch in Gießen ähnlich wie in anderen größeren Städten bei den Schülern ein lebhafteres Interesse zu erwecken, und sie zu fleißigem Turnen anzuregen, wurde beschlossen, ein Iahnschild als Wanderpreis zu stiften, um dessen Besitz die emzeluen Schulen in volkstümlichem Turnen kämpsen sollen. Es sollen verschiedene Künstler aufgcfordert werden, Entwürfe für riefen Jahnschild zu liefern. Zum erftcmnal soll der Jahnschild als Wanderpreis ausgesschten werden bei Gelegenheit des Schüler- wetturnens, das am letzten Festtage vorgesehen ist. Um auch den -Schülern der Volksschule Gelegenheit zu geben, sich an dem Wett- tunten zu beteiligen, wurde beschlossen, das Turnen in 3 Stufen vorzunehmen und zwar dergestalt, daß alle Schüler von 12 bis 14 Jahren in der llnterftufc, die von 14—16 Jahren in der Mittelstufe und die über 16 Jahren in der Oberstufe turnen; dabei sind die Leistungen, die von den einzelnen Stufen verlangt werden, entsprechend der Fähigkeit der Altersklasse gestellt. Als Ucbungen wurden bestimmt: Freihochsprung, Freiweitsprung, Stein stoßen inib Schwell auf über 100 bezw. 80 Meter. Die Satzungen für den Wanderpreis wurden genehmigt und sollen demnächst ebenso wie die Ucbungen den Schulen mitgercilt werden. Tie Mitgliedcrver- sammlung genehmigte weiterhin den einstimmigen Antrag des Vorstandes und Turnrats, eine "Anzahl älterer Mitglieder anläßlich des Stiftungsfestes zu Ehrenmitgliedern zu ernennen, ihnen sollen bei dem für den «amslag den 11. Juni vorgesehenen Komnrers ui der Festhalle würdige Ehrenurkunden überreicht werden. .Auch Line Rede des französischen Ministerpräsidenten. Öcrr Briand, der in St. Eyamond eine Rede halten wollte, erfuhr dort feindselige Kundgebungen. Er machte eS darauf ähnlich wie Bismarck, der bekanntlich bei seinem ersten parlamentarischen Auftreten den stürmisch erregten Gegnern den Rücken kehrte und in ein Zeitungsblatt sich vertiefte, bis wieder Ruhe eingetreten war. Sonst hat übrigens Herr Briand, and) nach seiner neuesten Programmrede, vom Bismarckschen Geiste keinen Hauch verspürt: St. Chamond (Departement Loire), 10. April. Hier ' wurde von der Polizei ein Mann verhaftet, der ohne Eintrittskarte zu einem Bankett, an dem der Ministerpräsident Briand teilnahm, sich Einlaß verschaffen wollte. Bei dem Eindringling wurde ein Revolver gefunden. Während Ministerpräsident Briand bei dem Bankett eine Rede hielt, kam es draußen zu stürmischen regie- ruugsfeindlich en Kundgebungen. Die Fensterscheiben des Bankettsaales wurden eingeworfen. Briand unterbrach seine Rede, zündete sich in aller Ruhe eine Zigarette an, und wartete das Ende des Tumultes ab. Die Teilnehmer am Bankett spendeten Briand lauten Beifall. Die Unruhestifter wurden von der herbeigerufenen Gendarmerie zurückgedrängt. Verhaftungen wurden nicht vorgenommen. Der Ministerpräsident Briaitd bezeichnete in seiner Rede u.a. als Programm dernäch st en Gesetzgebungsperiode: Schaffung eines Statuts, durch welches die Rechte und die Pflichten der Beamtenschaft genau bestimmt werden, Umgestaltung der Steuern, mittels welcher 'der Staat auf leichtere und einfachere Weise die erforderlichen Hilfsquellen finden soll, ohne sich in die Führung der privaten Angelegenheiten einzumischen, Verwal- tungs- und Wahlreform, bei welch' letzterer jedoch das für jeden Demokraten nnobweisliche Mehrheitsprinzip gewährt werden müsse; ferner Organisierung des Arbeiter- tredites, Beteiligung der A r b e i t e r a m U n t e r n e h m e r- gewinn in Form von Ar beiteranteilschei.it en, sowie Festsetzung eines gemeinsamen Arbeitsvertrags. Der Ministerpräsident schloß mit der Erklärung, daß keine Regierung den Grundsatz der Autorität erschüttern lassen dürfe, wenn sie die ihr anvertrauten großen Interessen nicht gefährden wolle. Die nationale Verteidigung müsse die Aufmerksamkeit des Parlaments ganz besonders in Anspruch nehmen, aber es wäre nicht gerecht, nur die gegenwärtigen Budgets mit den bisher erforderlichen Ausgaben zu belasten. — Mehreren Berichten zufolge hat der Ministerpräsident dabei angedeutet, daß sich die Notwendigkeit eines Anlehens ergeben werde, um allen Bedürfnissen der nationalen Verteidigung Rechnung zu tragen. smd während der Nacht mit eigener Besatzung in See gegangen, sieben weitere werden im Lause des Tages auslausen, fünf von ihnen ebenfalls mit eigener Besatzung. Bordeaux, 10. April, die V (ScrictytsfaaL ** Kriegsgericht. Heute morgen 7«/< Uhr verhandelte das Kriegsgericht in der alten Kaserne gegen den prall. Arzk Stabsarzt der Landwehr Dv. K. wegen Duellver> gehens. Der Gerichtshof bestand aus Oberstleutnant 1). Lind» quist als Vorsitzender, Major Großmann, Stabsarzt 'Dr. Zedlcr und OberarztDr. Todt. Als Verhandlungsleiter fungierte Kriegsgerichtsrat Koch, als Vertreter der Anklage Kriegsgerichtsrat Obcnoucr. Die Verhandlung, in der cs sich um das Duell im Stadtwald handelte, endete mit der Verurteilung des Angeklagten zu 3 Monaten Festungshaft. Ter als Zeuge geladene iT-uellgegner des Verurteilten verweigerte die Aussage. Aus den Urteilsgründen war zu entnehmen, daß es nach der Bekundung des Angeklagten für ihn um feinen Scheinkampf sondern um ein ernstliches Duell gehandelt hat; er hat angegeben, daß es zwar nicht sein Wille war, den Gegner zu töten oder zn verletzen, daß er aber auch nicht die Absicht gehabt habe, ihn zu seltnen. Er habe bei dem einmaligen Kugelwechsel die Pistole aut ihn gehalten. Bonn, 9. April. Der Fall Fcith beschäftigte heute nahezu fünf Stunden lang das Schwurgericht. Tie Anträge lauteten gegen Konrad Graf Fiuck zu Fincken stein, geb. 1889, imb Hans Werner v. Q u istvrp, geb. 1885, auf widerrechtliches Eindringen nach § 123, Abs. 3, Les Strafgesetzbuches. Der. Angeklagte von Finckenstein erklärte, daß sie nach einer Äbschicoc" kneipe im Korps Borussia noch in einem1 anderen Lokale weiter getrunken hätten unb dann zur Wohnung des Feith gegangen seien, um kort „Budenzauber" zu machen. Er selbst will nicht Lut Zimwer anwesend, gewesen sein. Dpr Angeklagte 0. Ouisrirp die Weihe und Uebergäbe der neuen Fahne soll art diesem Abend vorgenommen werden. Auf Anregung einiger älterer Mitglieder wurde beschlossen, als offizielle Turnkleidung wieder einen blauen Sack rock einzuführen, der sich schon in früheren Jahren sehr gut bewährt haben soll. Besonders eingehend gestalteten sich die Verhandlungen, als der Gesamt Voranschlag für das Stiftungsfest bespwchlen wurde, da einzelne Unterausschüsse ihre Bora 1 schlage nock nickst eingereicht haben, war es ^ickü möglich, den Gesamt- abschluß herzustellen. Jedoch wurde beschlossen, möglichst bald eine Zcichmingsliste bet den Mitgliedern des Vereins in Umlauf zu setzen, bisher wurden von den in der Versammlung anwesenden Mitgliedern insgesamt 2500 sI>lart zum Garantiefonds gezeichnet. Einstimmig war man der Meinung, daß von allen nicht unbedingt notwendigen Ausgaben abgesehen und der Geschäftsführende Ausschuß gebeten werden solle, den Gesamt-Voranschlag und die tatsächlichen Ausgaben so zu halten, daß bei günstiger Witterung ein Fehlbetrag nickst zu befürchten ist. Bezüglich der vom Vorstano beantragten Ergänzung der Satzungen würde beschlossen, diesen Punkt als ersten auf die Tagesordnung der demnächst abzuhaltcnden außevordentl. Mitgliedervewammlung zu setzen. Zum Schluß dankte per erste Sprecher den seitherigen Mitgliedern dcs Vorstandes und Turnrats für ihre treue Mitarbeit unb brachte auf das Gelingen des Jubiläumsfestes ein dreifaches Gut Heil ajus. = Langsdorf, 11. April. Beim Transport (Hin- ausschieben) eines mit Heu beladenen Wagens aus der Köhlerschen .Hofreite in Langsdorf auf die nebenan befindliche Fuhrlverkswage zog fich der Abg. Köhler-Langsdorf eine Zerreißung von Muskelfasern in der rechten Wade zu, so daß er auf einige Wochen hinaus des Geyens unfähig sein wird. Es wird ihm infolge dieses Umstandes nicht möglich sein, vor Pfingsten an den Verhandlungen des Reichstags und Landtags teilzunehmen. — Nidda, 11. April. Am Sonntag hielt hier im Gambrinus der Vorsitzende des Gabelsberger Stenographen- Vereins Gießen von 1861, Sekretär Loh, einen recht gut besuchten Vortrag über „Der Nutzen der Stenographie und der Slenographen-Vereine", nach dessen Schluß sich die Teilnehmer an einem kurz vorher beendeten Anfängerkursus und eine Anzahl anderer stenographiekundiger Herren zu einem Vereine zusammenschlossen. X Kirch-Göns, 10. April. Heute fand hier eine Generalversammlung des Provinzialverbands oberhes fisch er Kaninchen- und Geflügel- zuchtvcreine statt. Dabei wurde beschlossen, eine Provinzialausstellung im September in Echzell abzuhalten. X Butzbach, 10. April. In die Volksschule sind zu Anfang des neuen Schuljahrs 85 Kiu d e r ausgenommen worden,^die in zwei Parallelklassen geteilt wurden. Die Gesamtzühl der Schüler beläuft sich jetzt auf 405, die sich auf 9 Lehrkräfte verteilen, so daß eine verhältnismäßig günstige Durchschnittsklassenstärke yerauskommt. X Steinfurth, 10. April. Nachdem die neue Bahn Bad-Nauheim—Griedel erst einige Tage im Betrieb ist, hat sich schon in der Nähe unseres Ortes, in dem Frhl. von Löwschen Wald durch Funkenauswurf der Lokomotive eilt Waldbrand entwickelt, der durch das Antohlen eines größeren Bestandes Kiefern und Eichen beträchtlichen Schaden angerichtet hat. X Bad-Nauheim, 10. April. Der hiesige jetzt annähernd 120 Mitglieder zählendeOrtSgcwerbevcrein trägt sich mit dem Gedanken, eine eigene Handwcrker- schule zn erbauen. Der Vorstand wird in nächster Zeit oen Mitgliedern Vorschläge über die Errichtung eines Bau- fonds machen. L. Friedberg, 10. April. Die Eröffnungsfeier des! Lehrerseminars findet morgen im Turnsaale des Seminars statt. ES werden wieder sechs Klassen, resp. drei/ Parallel-Klassen, errichtet und an 190 Seminaristen du Anstalt besuchen. Tie Vorarbeiten für die Zentralheizung, sowie für die Erbauung eines weiteren größeren Saales sind bereits im Gange. D Reichelsheim i. d. Wetterau, 10. April. Eine Wetterauer Bismarckfeier des Bundes der Landwirte fand gestern abend unter zahlreicher Beteiligung hier im Saale der Gastwirtschaft „Zur )Post" statt unter Mitwirkung des Musik- und des Gesangvereins. w. Mainz, 9. April. Als Mörder des Fabrikauteill EWin g or in Nauheim bei Osrvß-Gerau, auf deu geftern' abend von der Straße aus gefchofsen wurde, ist sein früherer Teilhaber, der Fabrikant Klein in Nauheim, heute abend verhaftet worden. Klein lag mit Ew'mger im Prozeß,, Ter Zustand EWingers ist hoffnungslos. W Frankfurt a. M., 10. April. Der Er ö ff uungs-i t a g der Rcunsais 0 u winde durch den Besuch der K a i - j serin ausgezeichnet. Gegen 3D- Uhr nainittags traf die Kaiserin! mit der Prinzessin Viktoria Luise, dein Prinzen und der Priip- j zessin Albert zu Schleswig-Holstein in Automobilen, von Homburg auf dem Rennplatz in Niedcrrad ein. Tie zahlreichen Besucher' des Rennens brachten der Kaiserin lebhafte Ovstiouen. Tie Herr- fchasten nwhiUcn mehreren Renne bei und verfolgten deren Verlauf mit lebhaftem Interesse. Während der Pause wurde der Tee genommen. Um Uhr verließen die Kaiserin unb die Prinzessin unter den Hurrarufen des Publikums die Bahn und fuhren, ün, Auw mobil nach Homburg zurück. Aus Stadt und Land. Gießen, 11. April 1910. Der Besuch des Kaisers in Gießen. Der Kaiser wird, wie nunmehr seststeht, am Freitag, 15. April, gegen 11 Uhr vormittags zur Besichtigung Seines Leib-Regiments mittels Automobils auf dem Exerzierplatz ein treffen. Nach der Besichtigung des Regiments wird der Kaiser an der Spitze der Fahnen-Kompagnie durch die Kaiser-Allee, Gartenstraße, Ostanlage, Landgrafenstraße nach der Zeughauskaserne reiten, woselbst er um 1 Uhr im Kasino beim Offizier-Korps des Regiments ein Frühstück einnehmen wird. Die Abfahrtszeit des Kaisers ist noch nicht bestimmt. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung ersucht das Garnison-Kommando um Beachtung folgender Punkte: Der Trieb wird militärischerseits und durch die Gendarmerie von 9.30 Uhr vorm. ab abgesperrt. Begrenzt wird die Absperrung im Süden durch die Straße nach Reiskirchen bezw. Rödgerstraße, nach Osten Raird des Exerzierplatzes, nach Norden Rand der Waldkulisse südlich Wieseck, nach Westen durch die Kirschen-Allee. Nach Einvernehmen mit der Bürg ernt erster ei ist die Anfahrt von Wagen auf der Kaiser-Allee in der Richtung nach Reiskirchen nur bis 10.30 Uhr vorm. gestattet; nach dieser Zeit nicht mehr. Der abgesperrte Teil darf weder von Wagen befahren, noch von Reitern und Fußgängern betreten werden. Ganz befonders weist das Garnifon-Kommando darauf hin, daß das Durchbrechen der Postenkette, wenn der Kaiser an der Spitze der Fahnen-Konipagnie den Trieb verläßt, unter allen Umständen vermieden werdeit muß, damit nicht, wie bei dem letzten Kaiserbesuch infolge des Durchbrechens der Postenlinie gerade in diesem Zeitpunkt eine Lage entsteht, die geeignet ist, sowohl für den Kaiser, wie auch für das Publikum gefährlich zu werden und zum wenigsteit ein eit sehr schlechten Eindruck machen würde. Um überhaupt Unfälle zu vermeiden, um den mit der Absperrung beauftragten Offizieren und Mannschaften des Regiments ihre Aufgabe zu erleichtern und um unliebsame Zwischenfalle zu verhindern, die den glatten Verlauf des für die Stadt und das Regiment festlichen Tages nur be- einträchtigeu können, wird das Publikum dringend ersucht, sich den Weisungen der mit der.Absperrung beauftragten Organe unbedingt zu fügen., Wahlrechtsversammlungen. Berlin, 10. April. Die heute nachmittag im Humboldt- und Friedrichshain, sowie in Treptow unter freiem Himmel abgehaltenen Wahlrechts-Versammlungen, die von vielen Tausenden besucht waren,, sind überall ruhig verlaufen. Auch in der Provinz sind die gestrigen Wahlrechtsversammlungen bezw. Umzüge, ausgenommen in Breslau, Waldenburg und Stolp i. Pommern, wo die Polizei eingriff, ruhig verlaufen. Die Zahl der in Berlin an den Kundgebungen unter freiem .Himmel beteiligten Personen, darunter auch Frauen, wird mehrfach auf 100- bis 150 000 geschätzt. Die Ramnverhällnifse der Versammlungsplätze erleichterten es den zahlreichen Ordnern, zu verhindern, daß Gedränge entstand. Int Treptower Park leuchteten zehn rote, auf Rollwagen montierte Tribünen weit über den grünen Rasen. Durch Trompetensiguale wurde der Beginn jedes neuen Aktes der Kundgebung angekündtgt. Der frische Aprilwind ließ manches Rednerwort seinen Beruf verfehlen. Im Friedrichshain und int Humboldthain erschien der P 0 l i z e i P r ä s i d e n t zu Fuß> und überzeugte sich .von dem ordnungsmäßigen Hergang der Tinge. Die Sanitätskolonne griff in etwa 90 bis 100 Fällen ein. Wiesbaden, 10. April. Auf einer großen Wiese gegenüber der Leichtweishöhle, etwa eine halbe Stunde von frer Stadt entfernt, fand heute mittag 12 Uhr eine von etwa 3000 Personen besuchte sozialdemokratische Versammlung unter freiem 5)immel statt. An Stelle des in letzter Stunde 'verhinderten Reichstagsabgeordneten Stadthagen sprachen Parteisekretär Rudolph-Frankfurt und E. Vogtherr-Wies- baden. Die Polizei hielt sich zurück, und es stind keinerlei Zwischenfälle vorgekommen. Dar Mbflauen ^es Ausstandes in Marseille. Marseille, 9. April. Tie eingeschriebenen Seeleute ließen den Präfekten bitten, den Boden für eine Verst ä n d i g u n g vorzubereiten. Der Präfekt weigerte sich, 51t verhandeln, solange die Seeleute nicht wieder an Bord gegangen feien. Die Seeleute erklärten darauf, sie würden erst an Bord zurückkehren, wenn der Präfekt ihre Abgeordneten empfangen habe. Die Dockarbeiter arbeiten wie gewöhnlich. Drei Dampfer 'Ein junger h- banent wurde cm voM tenb auigthmien-,. <-1 fMgcrntc EeiäMM un st ar dcstist aus die Lane klngeliörigen zu erbetteln. Signal- MU an ?.CL ins ' *Ä!‘S 'N MS (Mleisuns, 9 q[ürl[. n«d flpreti« einem,andeln rpsfifa? ®in*- , bic et 1» »ÄS «ALL ..-rlcktund slaro oct wfc 2er Zugführer n.rhiitbung in w HS( ""»TA-ische (> fh»ei nillQi|> im Vermischtes. * Ein junger Selb. In Witzin gerreuth hi 9cieder- bahern wurde cur rrllständig erschöpfter zehnjähriger Knabe ster- L*rtb aufgcsunden. Vor seinem Tode erzählte er, daß ec sieben lungernde Geschwister nnd einen verdienstlusen Vater habe. Er r ar desh all' ans die Wanderschaft gegangen, um Oster gab en für seine Angehörigen zu erbetteln. Er war von Ort zn Ort gegangen uni) erklärte, daß er stark angeheitert war. Die Zeugeiurussagen. er> caben, Last eine halbe Stunde lang ein furchtbarer Lärm gemacht kwrrben fei, und Last einer der Bcteitchten fortgesetzt aus einer '~remvcte Signale gegeben habe. Nach der Aussage eines Haus- ' .ivvhners wurde mit dein Degen geschlagen. Feith bringt den 'nixnzauber mit dm Vorgängen während einer militärischen Dienstübung an der See zusammen, wo er wiederholt von den cknjährigrn Borussen ins Wasser geworfen worden sei nnd auch onstigc Belästigungen erfahren bat?. In der fraglichen Nacht sei man mit Gewalt in das Zimmer eingedrungen. Er habe einen Schlag aus den Rücken erhalten, wisse aber nid#, ob dieser Schlag ^sichtlich erfolgt sei. Feith erklärte ferner, das; er die Angeklagten persönlich nicht kenne. 2er Staatsanwalt siihrte aus, cs sei nicht Sw*?,,* ? heilig ' ms ’IC na*.« artat'JS & i*& ' ju ,n’rt jein- * auf dii net.e J btt " % h,"7 Nnten bis Men 6*r un) ,27 ^lub sich die Tri,, -"detcn Ansängerkursus un\ *** A X m jfe cine ;l°6tnä uluetbaitb. u= «b öeflüaei mde beschlossen, !ine^ in WpV'MV abzuhalten. ooftinberaufgenommer W geteilt wurden. £ J5 W auf 405, die fit dch eine verhältnismäßiq le herauskommt. al. Nachdem die neue edel erst einige Tagen- $ Nähe unseres Ortes, in durch Antenauswurf btr enttnidelt, der durch dir des Kiefern und Eichen bi t hat. ilpril. Ter hiesine seht eLrtsgeiverbevereir ine eigene Handwerker' "taub wird in nächster Za bic Grrißtung eines Nau- Tie 6töffmgifeia dec n'gen int Turnsaale beer sechs blassen, w^. V 111'190 Semütaxiflen t in für die ZmttachchF: tcren größeren Saales je' Setterau, 10. April es Bundes der Lautier zahlreicher Mitgift „Zur W st^l untc es Gesangvereins. Mörder des Fabrikm roß-Geran, auf öen gefke offen wurde, ist sein.W<- H in Nauheim, heute akr ig mit Ewinger im IrM Mnaslos. Ami. T-r Eroffnuns- jmrck den Neiuch dec irr. »iit* Ktifc t bau PnnM «"» ti®. ZZ°G Das echte Köstritzer Schwarzti« der Fürstlichen Brauerei Köstritz empfiehlt H, Heyne, Biergrosshandlung Giessen Walltorstrasse 5 [138‘] Telephon 322 — Nasswäsche?1 Spetter (miudettcnö 30 Pfund trocken ge- **■*■*■ ujv wogen), geiuaidjeii, gebleicht, geblaut utib zentrifugiert l ausgerungen >, also fertig bis zum Trocknen, kosten Mk. 2.10, jedes weitere Pfund 7 Pfg. Trocken-Gclegcnhcit auf unserer mit verzinkten Drähten bespann- iert Bleiche (Der Morb, ea. 30 Pfund, für 18 Pfg.) 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Täglich 7'/r Udr im vorderen Restaurant bei freiem EintrUkl Künstler-Konzert der