Erstes Blatt 160. Jahrgang 7 b Pf., viertel- Die heutige^ Nummer umsatzt 10 Seiten. Lissabon, 10. Okt. Das .Amtsblatt" ber neuen Re- rierung veröffentlicht einen auf ben alten portugiesischen Gesetzen eruhenden Erlaß über die Austreibung der Mitglieder ■ et Gesellschaft Jesus und aller Mitglieder der eligiöseu Kongregationen fremder Nationali- ä t. Tie portugiesischen Müglieder dieses Ordens, die aus diesem mitteten, werden zu ihren Familien zurückkehren, die übrigen wer- >en Portugal verlassen. Die Feststellung, welcher Nationalität eder .Einzelne angchört, liegt in den Händen des Ministers elbst. zulösen, indem eS die ein! ihre Heimat entlaßt .und ' Diese Maßregel mag < erscheinen, nur wenn es zu'tril tuaal nicht nur jede VottZaus DaS Eindringen in die Kloster. Die Polizei traf Vorkehrungen, um das Volk an dem Ein- )ting en in die bedeutendsten Klöster und Kirchen zu ver- lindern. Der Trupp, dem es infolge der geringen Polizei- Nr. »38 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SlebenerLamiltendlätter, irocunal wöchenll.lircis. blatt für den «reir Sieben (Dienstag und Freitag); rweimal monotl. Landwirtschaftliche Settfragen yerusprech-Anschlüsse: für die Redaktion 118, Verlag u. Expedition 61 Adresse für Depeschen Anzeiger «letzen. Deutsch sozialer Parteitag. Im Stadtparksaal in Kassel versammelten sich am Sonn» taa die Delegierten der deutsch-sozialen Partei unter Vorsitz des Abg. Liebermann v. Sonnenberg. Reichstagsabgeordneter Herzog sprach bann über die politische Sage und die kommenden Reichstagswahlen. Nach der „Franks. Ztg." führte er u. a. and; Wenn die Slenerhetze eingestellt werde, bann ergebe sich auch wieder die Möglichkeit des Zusammengehens in allen entscheidenden Augenblicken. Bleibe der Liberalismus so, wie er heute sei, Lisenbahn-Ausstand in Frankreich Paris, 10. Okt. Die Eisenbahnbedien steten der Nordbahn beschlossen in ihrer heute abend ab- gehaltenen Versammlung den Gesamtaus stand. Es heißt, daß die Parole abgegeben wurde, die Arbeit noch heute nacht auf allen Linien der Nordbahn einzustellen. Der hiesige Nordbahnhof wurde im Auftrage der Regierung oon Truppen besetzt. Wie verlautet, werden auch zur Bewachung der stbrigen großen Bahnhöfe der Nord- bahnlinie Gruppen ausgeboten werden. Von der Poli* zei wurden umfassende Vorkehrungen zur Verhinderung von Ausschreitungen getroffen. Die Oberstaatsanwaltschaft erhielt den Auftrag, sich zu den erforderlichen Amtsmaß« nahmen bereit zu halten. macht gelang, in das Kloster Quel ha es ein&ubrina en, bestand aus einigen Fanatikern, welche die Möbel und die Gipsstatuetten zertrümmerten, und ferner aus Neugierigen und einigen Beutegierigen. Als nachts Schüsse aus dem Viertel der Santoskirche ertönten, hieß cs, sie seien von Ordensleuten abgegeben worden, die sich in der Kirche verborgen hätten. Man mußte die bewaffnete Macht herbeirufen, um die Kirche und die ihr benachbarte französische Gesandtschaft zu schützen. In der Stadt und in ihrer Umgebung dauern die Verhaftungen verkleideter Ordensleute fort, die sich auf der Flucht befinden. Lissabon, 10. Okt. Gestern abend herrschte an bestimmten Punkten der Stadt eine gewisse Erregung über bte durch den Widerstand der Klöster hervorgerusenen Zwischenfälle. In den Hauptstraßen, wo Kavalleriepatrouillen patrouillierten, ist die Erregung besonders lebhaft. Vom Kloster Quel ha es wurde Lärm und Gesang gehört. Hier und da fielen Gewehrschüsse. Matrosen und Aivllgardisten, die in der Nähe der Mercedeskapelle von Schüssen empfangen wurden, drangen in die Kapelle ein, suchten aber vergebens nach Mönchen, von denen man, wie gemeldet wird, glaubt, daß sie durch einen unterirdischen Gang entkommen sind. Heber Paris wird aus Lissabon gemeldet: Als die Truppen in das Jesutttenkloster Quel ha es eindrangen, waren sämtliche Ordensbrüder verschwunden. Man glaubt, daß sie sich durch einen vier Kilometer langen unterirdischen Gang gerettet haben, der ihr Kloster mit bem von Carnceli verbindet. Die Truppen und Feuerwehrleute verfolgten die Mönche durch den unterirdischen Gang, dessen Augaang durch eine eiserne Türe abgesperrt war, die sie nicht zu öffnen vermochten. Es heißt, daß solche unterirdischen Gänge auch die andern Klöster miteinander verbinden. Die provisorische Regierung soll beabsichtigen, sämtliche unterirdischen Gänge in Lissabon zu blockieren und die Jesuiten auf diese Weise gefangen nehmen. Diktator France soll im Automobil nach Spanien entkommen sein, um so seiner Verhaftung zu entgehen. Die abgefetzte Konigkfamilie. Gibraltar, 10. Okt. Der italienische Kreuzer „Regina Elena" ist hier eingetroffen; er wird die Königin Maria Pia und den Herzog von O p o r t o an Bord nehmen, um sie nach Italien zu bringen. König Manuelund die Königin Amelia entschlossen sich nach England zu gehen. Die Ausweisung der Grden aus Portugal. Nach dem Beispiel Frankreichs und Spaniens geht nun nrch das neue Portugal daran, die zahlreichen Kongregationen, dre sich auf fernem Boden eingenistet hatten, auf- , nheimischeu Ordensmitglieder in > dre fremden des Landes verweist, auf den ersten Blick recht hart daß diese Orden in Por- fklärung verhindert, sondern , , .. k. Politik in einer Art und Weise ungemischt haben, tae ixe Regierung zu allerlei Handlungen Mang, so wird man sie entschuldigen müssen. Was bisher über die Gegenwehr der Oroensleute und die Maßregeln gegen sie berichtet wurde, ist im einzelnen noch ungeklärt. Namentlich ist es ungewiß, wessen Schuld die ;emeldeten blutigen Vorgänge zuzuschreiben sind. Wieviel OrdenSleute bisher in Portugal ansässig waren urd über welche Reichtümer sie verfügten, läßt sich im Lugenblrck nicht genau feststellen. Namentlich scheint der Jesuitenorden, trotzdem chn der große Pombal im Jahre 1759 aus Portugal ausweisen ließ, es in den seitdem verflossenen 150 Jahren mehr als jeder andere verstanden ju haben, im Lande des Tejo zahlreiche und wohlfun- üerte Ordensniederlassungen zu begründen, so daß es ver- lündlich ist, daß seine Ausweisung jetzt im Mittelpunkt 'es Interesses steht. Der Präsident der provisorischen Re- ;ierung, Teofilo Braga, greift jetzt auf die aus der Zeit pombals stammende nationale Gesetzgebung zurück, nament- ich was die Jesuiten anbelangt, die Pombal damals auf 9nnrb dieser Ausnahmegesetze schonungslos aus Portugal mb seinen Kolonien, und zwar unter Konfiskation ihres Ägentums, ausweisen konnte. Und zu diesen Gesetzen .ommen nach zwei Dekrete aus den Jahren 1834 und 1864, tach denen in Portugal gesetzlich überhaupt kein Mönchs- rder Nonnenovden bestehen darf. Eigentlich erst auf Grund .administrativer Toleranzen" und zwar besonders kraft -ines 1901 erlassenen Edikts konnten sie sich allmählich triebet einrichten. Aber die Toleranzedikte sind niemals >om Parlament gebilligt worden und haben daher keine Gesetzeskraft erlangt. Wie sie die königliche Negierung \ elbständig erließ, so glaubt sie jetzt die republikanische ' trieber aufhebeu zu können. Die Güter der Jesuiten wer- en auf Grurrd der Pombalschen Gesetzgebung kurzerhand - onfisziert, während über die der anderen Kongregationen ach französischem Muster zunächst ein Jnventari>ierungs- erfahren eingebettet wird, um ihren Ursprung zu prüfen, oorauf dann später die Regierung dem Parlament ge- ignete Maßnahmen zur Liquidation des Klostervermögens orschlageu wird. DienStag 11. Oktober 1910 Gietzener Anzeiger IXJr ÖW Verantwortlich für den General-Anzeiger sür Oberhessen MM für d»e TageSnurnmer j ».k n,.! k ~ 1 • I I u.Land" und „Gerichts- bis vormittags 9 Uhr. «otanEorna uns Verlag der vrühl'schen Unlv.-Vnch- und Steindruckerei E. Langt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftrahe 7. saal": E. Heß; für den ________________________ ____________ c 1 u Anzeigenteü: H. Beck. Der Ausstand der Werftarbeiter noch nicht völlig beendet. Hamburg, 10. Okt. Die Einstellung der crusstän- digen Werftarbeiter vollzieht sich nicht so glatt, tote man erwartet hat, da die Werften vorläufig nur einen gewissen antsatz sofort und den Rest nach und nach emfteUen ir. Der grüßte Teil der Arbeiter ist zurückgekehrt. Man glaubt in beiden Lagern, daß die Schwierigkeiten bald geregelt sein werden. Während auf den Seeschiffswerften die Arbeit teils wieder ausgenommen wurde, fanden sich die Arbeiter in den Landdetrieben, die in einen Sympathiestreik ein* getreten waren, zur Wiederaufnahme der Arbeit nicht ein. Kiel, 10. Okt. Die hiesigen Werftarbeiter beschlossen, die Arbeit heute früh nicht wieder aufzunehmen. Die einzelnen Gewerkschaften.sind heute im Laufe des Vormittags zusammengetreten, um gesondert darüber abzw-- stimmen, ob sie die Zugeständnisse der Werften für genügend erachten können. Bremen, 10. Okt. Die ausständigen 'Arbeiter auf der Weserlverft und in der Norddeutschen .Armaturenfabrik nahmen «die Arbeit nicht auf. Revolution in Venezuela? Willemstad, 10. Okt. Wie aus Maracaibo ge* meldet wird, meuterten die Gefangenen des Sau Carlos-Gefängnisses und töteten mehrere Beamte. Unter derr Getöteten befindet sich ein Bruder des Präsidenten Gome^. Die meisten Gefangenen, die zu den airg eschensten Aw- bängern der Parte: des früheren Präsidenten Castro gehören, sind entkommen. Man befürchtet den Ausbruch einer revolutionären Bewegung. Deutsche» Lteich. Aus (Sabinen wird gemeldet: Der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise sind am Montag vor« mittag 8Vt Uhr abgereist Die Kaiser-Familie ist am Dtontag abend auf Station Wüdpark eingetroffen und begab sich nach bem Neuen Palais. Der Reichskanzler ist nach Berlin zurückgekehrt Die Jankschen Reichstagsgemälbe, bte früher die Wände des Plenarsitzungssaales des Reichstags bedeckten (das Mütelbild stellt den Ritt König Welheims über das Schlachtfeld von Sedan vor), auf Vorschlag der Ausschmückungskommtsston aber wieder entfernt worden waren, haben jetzt im großen Schreibsaale des Reichstags im Obergeschoß eine bleibenbe Stätte gefunden. Es ist ihnen besser ergangen als den Stuckschen Fresken. Ausland. Aus Wien wirb gemelbet: Staatssekretär von Kider- len-Wächter besuchte am Montag vormittag ben beufichen Botschafter und hatte mit ihm eine längere Unterredung. — Staatssekretär v. Kiderlen- Wächter wurde Montag nachmittag in halbstündiger, besonderer Audienz vom Kaiser empfangen; darauf stattete er bem Grafen Aehrenthal einen längeren Besuch ab. Abends reifte der Staatssekretär nach Berlin. Nach ben neuesten 9kachrichten ber Pforte werden die Ver- hanblungen wegen bet Kotierung der türkischen Anleihe an ber Pariser Börse durch die türkische Botschaft fortgesetzt. Die Aussichten auf eine Verständigung sollen besser sein als in der letzten Woche. Wie „Sabah" meldet, sind zu den türkischen Herbst-. manövern auch die türkischen Milttärattachos in Wien und Berlin eingeladen; dieser soll nicht mehr nach Berlin zurück« kehren. „Sabah" bementiert bie Meldungen, nach welchen die Pforte wegen des Ankaufes von Kriegsschiffen verhandele. Die nach Europa abgereiften drei Marineoffiziere sollen den Ankauf von Transportschiffen besorgen. Vie Begründung der Berliner Universität. Das Heim der Berliner Universität träat die Inschrift; Jniversitati literariae Fridericus Guitehnus III. rex. ä Diese Inschrift hatte Clemens Brentano in den Versen redeutet; > „Der Ganzheit, Allheit, Einheit, t Der Allgemeinheit,- Gelehrter Weisheit, Des Wissens Freiheit Gehört dies königliche HauS!" Das war beinahe die einzige Kundgebung bei der Er- >ffnung der Universität gewesen. Nachdem das erste Vor- esungsVerzeichnis herausgegeben worden war, das von 53 >rdentlichen und außerordentlichen Professoren, 14 Prioat- wzenten und 5 Lektoren der neuen Sprachen 116 Vorlesungen verzeichnete, nachdem durch eine Kabinettsordre vom -?■ September der erste Rektor, der Jurist Schmalz, und ue ersten Dekane, Schleiermacher, Biener, Hufe- and unb Fichte, ernannt worden waren, versammelten ich auf die Einladung des Rektors hin di,e Dekane und nehrere ordentliche Professoren am 10. Oktobör, nachmittags V Ufjr, zum ersten Male im Universitätsgebäude. Nach “ mer Ansprache des Rektors wurden die Professoren ver- ribigt und der Senat für konstituiert erklärt, sowie eine ^enatsordnung beschlossen. Nach fünf Tagen begann Hufe- 1 and seine Vorlesungen und Uebungen, 21. Oktober vlgte ihm Fichte, am 29. die Mehrzahl der Professoren. Ter Wunsch, in der preußischen Hauptstadt eine Unb- 'ersität zu begründen, war nicht erst durch den Zusammen- »ruch des Jahres 1807 wach gerufen worden. Dre Reihe 1 totl Anstalten der Wissenschaft und des Unterrichts, deren 4 'A die königliche Reschenz im Laufe eines Jahrhunderts ■» geworden war und die besonders unter Friedrich Wil- )elm III. sich sehr erweiterten, die große Zahl der in Berlin vorhandenen Gelehrten — wenn sich unter ihnen auch ramals teiner ersten Ranges befand — das zunehmende vudungöbedürfnis der Bevölkerung läßt diesen Wunsch be- , Reiflich erscheinen. Der Zusammenbruch des Landes brachte die Angelegenheit der Universität vorerst vorwärts. Cs folgt jetzt die Zeit, die man die der theoretischen Begründung und der prakttschen noch formlosen Eröffnung der Berliner Universität nennen könnte. Bis zum Herbst 1808 wurden dreizehn Briefe und Entwürfe eines UniversitätsunteA;ichts eingereicht. Auf die Schriften, die weiter für und wider Berlin erschienen, können wir hier nicht eingehen, erwähnen müssen wir dagegen, daß schon in diesen Monaten formlos die Universitäts-Vorlesungen in Berlin beginnen; vielleicht können wir Fichtes „Reden an die deutsche Nation" die erste Berliner Universitätsvorlesung nennen; außer ihm lasen Schleiermacher, Schmalz, Wolf. Aber der Plan der endgültigen Begründung rückt nicht weiter, von Dstern 1808 scheint es, als schlafe er ein. Noch war der Mann nicht in die Regierung gekommen, der aus den nun lang hin und her gewälzten Gedanken und Entwürfen die Tat werden lassen sollte. Am 19. Sept. 1807 hatte Friedrich August Wolf in einer Denkschrift die Zuziehung Wichelm v. Humboldts vorgeschlagen, weil von dem zeitigen Beitritt eines solchen Mannes so viel abhängt. Erst nach fast fünfviertel Jahren ging dieser Wunsch in Erfüllung. Ende 1808 übertrug Stein an Humboldt die Leitttng der Sektion für Kultur und Unterricht. Stetig und umsichtig arbeitete Humboldt an der Durchführung. Er ging im April 1809 selbst nach Königsberg, dem damaligen Sitz des Königs und der höchsten Behörden, und nun sehen wir, wie er den König zu bestimmen weiß, das Palais des Prinzen Heinrich, das nach dem Hinscheiden der Prinzessin-Witwe an ihn gefallen war, der Universität zum Geschenk zu machen. Fast humoristisch muten die Kämpfe mit den bisherigen Bewohnern des Palais an. Ernster und getoichttger sind die Verhandlungen über die Dotation der Universität und am 16. August wird durch Kavinettsordre die Errichtung der Universität und ihre Verbindung mit der Akademie und den übrigen wijjenschafttiLl)en JustitutLN. gewährt. Aus den Domänengütern soll sie ein reines Einkommen von 150 000 Talern beziehen. Ihre Tätigkeit begann die neue Anstalt vorläufig üti November mit einigen Vorlesungen: Schmalz las über römisches und deutsches Recht und über Staatswirtschaft,: Friedrich August Wolf über Aristophanes und die griechische Komödie, Schleiermacher über chrlslliche Sittenlehre und Hermeneuttk, Fichte über die Kunst des Philosophierens. Jetzt galt es vor allem, den Lehrkörper der neuen und neuartigen Universität — denn das sollte sie sein — Mgern ess en zu vervollständigen. Am 23. Mai 1810 konnte Humboldt seinen Generalbericht einreichen. Für den günstigsten Zeitpunkt der Eröffnung sieht ev>Michaeli 1810 an und fügt die ewig gültigen, mutig vorwärts weiserrden Worte hinzu: „Ein Staat tote ein Privatmann handelt immer gut mid polittsch zugleich, wenn er in einem Augenblick, lvo ungünstige Ereignrsse ihn betroffen haben, teilte Kräfte an- streng t, irgend etwas bedeutend Wohltätiges für die Zukunft zu stiften und an seinen Namen Mtzukrrüpfen". Wev. tere Vorlesungen begannen im Mai 1810, ebenso erfolgten weitere Berufungert, die Universität war eine Wirklichkeit, wenn sie auch rwch nicht amtlich eröffnet war. Humboldts Aufgabe lvar erfüllt, schon im Juni verließ er feinen Posten. Bis zum Oktober arbeitete die „Kommission zur Einrichtung der Uniberfitat" in mehr als 20 Sitzungen. Zu Anfang Juli wurde dann zuerst durch den Hamburgischen unparteiischen Korrespondenten der Oeffentlick)kett mitgeteilt, daß es der ausdrückliche Wille des Königs sei, die neue Universität zu Michaeli zu eröffnen. So war das schwere Unternehmen endlich geglückt, die neue Universität nahm chren förmlichen, offiziellen Anfang. Der Beginn der Feierlichkeiten. Berlin, 10. Okt. Tie offiziellen Veranstaltung gen zur hundertjährigen Jubelfeier ber Uniüerfität begannen beut2 Abend 6 Uhr mit einem Festgottesdienst im Dom. Das mächtige Gotteshaus war von einer glänzenden Versammlung, die überwiegend akademischen Charakter trug, zu der aber die städtischen und staatlichen Behörden, sowie das Heer ^err trete$ entlaubt hatten, bis. auf den letzten Platz gefüllt Ste I ®ar Kleine Tageschrouik. lern In Breslaü wurde am Montag in Anwesenheit des Dbci' << Präsidenten^ des Regierungspräsidenten, des Polizeipräsidenten tu ö fH 5 viel Seben, Die Brücke überspannt den Oderftrom in einem einziger 5gr Bogen. Die Erbauung nahm 2* 1 2 3/< Jahre in Anspruch und kostet' Lei A 6668 8m 9i( den Mitgliedern städtischer Körperschaften und zahlreicher Ehren gäste bte neue Kaiserdrücke feierlich dein Verkehr über neu 5-’8ii öad iPQtl Jli E kati Sir talb tiab nahezu drei Millionen Markl ” ..... ' ' ' wmZ der städtischen Irrenanstalt in BreSlau sind dd (Ein Streit um eine Millionen-Lrbschast. Köln, 11. Okt. Gestern versammelten sich in einer Erbschaftssache nicht weniger als 203 Teilnehmer aus Sport. = Fußball. Am Sonntag fand auf dem Sportplatz tat der Hardt zwischen den2. Mannschaften desG ie ß euer Sport- b er ei ns von 1900 und des Gießener Ballspielklubs ein Wettspiel statt, in dem der Sportverein mit 4:1 Toren siegte Tas Spiel war im allgemeinen ausgeglichen. Erst gegen Schluß machte sich eine kleine Ueberlegenheit des Sportvereins bemerLar, jedoch spielte die Deckung und vor allem der Torwächter des Ballspielklubs sehr gut, (p daß kaum noch Erfolge erzielt werden konnten. w jal >cfH W io Oll• u3 6577 Bot Luftschiffahrt. Die Fahrt des P. 6. Das Luftschiff >,P. 6", das, wie wir gestern schon duz meldeten, von München zu einer Fahrt nach Berlin aufgeftogeu war, ist über Landshut und Regensburg geflogen, wo es an scheinend mit dem herrschenden Ostwind zu kämpfen hatte. Es floq nach Nordwesten weiter, passierte über Marktredwitz um 3 Uhr 56 Min. Hof und landete nachmittags 4 Uhr 30 auf dem Exer zierplatz in Plauen i. Vogtt. Tie Schnelligkeit des Luft schiffs, mit der es die Fahrt zurückgelegt hat, kann als eine außerordentliche bezeichnet werden. Das Luftschiff wa? bekanntlich um i/39. Uhr früh in München aufgestiegen. Außer in Plauen wird das Luftschiff auch in Bitterfeld eine Zwischenlandung vornehmen und erst am Mittwoch in Johannistal eür treffen, da die dortige Ballpnhalle erst an Tage fertig- gestellt sein wich. Durch Urteil vom 29. Februar 1908 hatte der Provinzial» ausschuß das in der Sache ergangene Urteil des KreisauSsckussez Friedberg aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung an den Meisaus schuß zurückverwiesen. Nach dem damaligen Kreis, ausschußurtefl sollten 6917,51 Mk. Kosten des .Erwerbs von Gelände für die Entnahme von Baugrund von den 5 Konsortialgemeinden Friedberg, Ober- und Nieder-Rosbach, Holzhausen und Rodheim aufgebracht werden. Der Provinzial-Dusschuß benn- stundete, daß der Kreisausschuß nicht noch weitere, etwa am Bahnbau interessierte Gemeinden heran gezogen und außerdem bei der Berechnung nicht den Grad des Interesses der verschiedenes Gemeinden berücksichtigt habe. In seiner neuen Entscheidung vom 15. Dezember 1909 hat dann der Kreisausschuß außer den vorgenannten, rroch die Gemeinden und Gemarkungen Bad-Nauheim, Wisselsheim, Rödgen, Schwalheim, Ockstadt, Petterweil, Ober- Erlenbach, Bauernheim, Ossenheim, Ober-Wöllstadt, Reinhards, Hof, Löwenhof und die fiskalische Gemarkung herangezogen. Gegen die Heranziehung haben eine Anzahl Beteiligter Rekurs verfolgt, indem sie zum Teil jedes Interesse an der Bahn bestritten, zum Teil behaupteten, daß die fraglichen Kosten vom Konsortium allein zu tragen seien. Der Provinzialausschuß beschloß heute, die Entscheidung in einer der nächsten Sitzungen zu verkünden. Darmstadt,- 10. Okt. Der Flieger August Euler unternahm heute nachmittag kurz vor dem Dunkelwerden einen interessanten Aufftieg mit seinem neuen, für militärische Zwecke bestimmten zweisitzigen Flugapparat. Als Passagier nahm der Stadtkommandant, Generalmajor v. Ramdow.an dem Aufstieg teil. Der Flug erstreckte sich in mehr als 7 Kile meter Länge über dem Artillerie-Schießplatz hinweg. Während des Fluges fanden dortselbst gerade Hebungen eines Reserve- Regiments statt, dessen Bewegung die beiden Luftfahrer genm; beobachten konnten Generalmajor v. Ramdow wwfolgte die einzel neu Hebungen des Regiments mit größtem Interesse und spract sich über die gemachten Beobachtungen als militärischer Fachmann außerordentlich befriedigt aus. Gerichrssaal.» Beleidigung eines Generals durch einen „Dorvar1S".RedLktr«r. Berlin, 10. Okt. Vor der ersten Strafkammer bcs Landgerichts I hatte sich heute der Redakteur des ,,Bor- wärts", Richard Barth, der'gegenwärtig eine Gefängnis- strafe in Plötzensee verbüßt, wegen Beleidigung des Gene- rals v. Below zu verantworten. Der Angellagte hatte im „Vorwärts" in einem Artikel: „Die Reisespesen des Generals", die auch von dem Abgeordneten Stücklen im Reichstag Dertretene Behauptung zu beweisen gesucht, da tz'General v. Below zu Hn- recht, als er die vierte Garde-Jnfanterie-Brigade übernahm. Um- zumgskosten und in einem anderen Falle Tagegelder erhoben habe Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von drei Mona, ten. Das Urteil lautete auf einenMonatGefäng nis. Der Gerichtshof war der Ansicht, daß der General bei der Aufftelluog der beiden Liquidationen sich durchaus in gutem Glauben befunden habe. zur Beobachtung dort untergebrachten Einbrecher Meißner Mandel, SchimanSki und Jude entflohen. Wie die .Braunschweigische Landeszeitung* au8 zuverlässige CueUe erfährt, setzte der verstorbene Geheime Kommerztenrat & Max Juedel eine große Anzahl von Vermächtnissen aut Jtir jda ftg W mö oilü iet 1110 ünb -es neei iän )0U( mö crtij [lull mit fielt Brei jabe -alt na ,erl >eac IL Lürt Lei iber !(nji OIL' )0V )ie: azi' SÄ Die waldbrönde in Amerika. k Nach einer Depesche aus Warrond (Minnesota) äscherten die Waldbrände auch die Ortschaften Pitt und Graceton ein. mehrere andere Städte sind bedroht. Bisher sind 7 5 Leichen Rc von Ansiedlern aufg efund en worden. Man glaubt daß im ganzen 300 Menschen dem Waldbrande -um Opfer gefallen sind. P* Schriftlesung hielt Oberhofprediger Dr. Dryander, die geist- und eindrucksvolle Feftpredigt der Dekan der theologischen Fakultät, Oberkonsistorialrat Professor D. Kaftan. In den Repräsentationsräumen der Universität versammetten sich abends eine glänzende Gesellschaft, darunter die Vertreter der auswärtigen Universitäten, um den ersten offiziellen Empfangsabend zu begehen. Der Rektor Dr. Schmidt unterstützt von Gcheün-Rat Kahl machte die Honneurs. Bald nach 8 Uhr langte der von Vioabit kommende Fackel zu g vor der Universität an und schwenkte nach und nach ein, bis fast alle Teilnehmer, etwa 4000 Studenten, auf dem Franz-Jo j cf s- vlatz Aufstellung genommen hatten. Nach dem Gaudeamus igitur, das gemeinsam gesungen wurde, begaben sich der Festausschuß mit dem Universitätsbanner in die Aula, wo Sündiosus Heil ,üon der Landsmannschaft Normannia aus Rektor und Senat ein dreifaches Hurrah ausbrachte. Erich Schmidt dankte als Rektor mit einer warm empfundenen Ansprache, in der er das Leuchten der Fackeln mit der erleuchtenden Tätigkeit der Studenten in ihrem zukünftigen Leben verglich. Nach Einnahme eines Imbisses (in den Nebenräumen waren Büfetts ausgestellt) setzte sich der Fackelzug weiter fort Aus Anlaß der Hundertjahrfeier regte Profeffor Dr. Wilhelm Paskowski die Ausstellung von Bildnissen von Professoren der Universität an. Seine Bemühungen um Ergänzung der seit 1836 vorhandenen Bflder, sowie um /Vervollständigung durch solche aus früheren Jahren hatten Erfolg, so daß die Porträtsammlung 716 Stücke, darunter seltene Sttche umfaßt; angegliedert dieser Sammlung wurden bemerkenswerte Urkunden und Medaillen, die der Universität im Laufe der Jahre verliehen wurden. An besonderen Tischen wurden die der Universität bereite überreichten Jubilaumsgaben ausgestellt. Alle diese in der Universttätsausstellung gesammelten Gegenstände beabsichtigt man zusammen rnft den Erinne- rmigsgaben zu einent Museum zu vereinige^ Flugplatz Johannisthal, 10. Okt In Anwesenheit zahlreicher Offiziere des Kriegstninisteriums und des Generalstabs, unter chnen der Inspekteur der Bev kehrstruppen, General v. Lyncker, wurden bei wind sttllem nebligen Wetter die Konkurrenzflüge fortgesetzt Die besten Leistungen erzielte Lindp ain tner, der 2 Stunden 20 Minuten flog und eine Höhe von 690 Meter erreichte. Den ersten Preis des heutigen Tages für den kürzesten Anlauf gewann Hans Grade mu 61.70 Meter. Wien, 10. Okt 3IIner vollführte heute einen Ueberlandflug von Wien nach Horn und zurück; die Strecke beträgt 180 Kilometer. (5t stieg um 9 Uhr 14 Min. in Men auf und landete um 10 Uhr 28 Min. in Horn. Zum Zurüttfluge stieg er um 4 Uhr 16 Min auf und landete auf der Simmeringer Heide ums 5 Uhr 15 Min. - Stadttheater. Zur heutigen Erstaufführung de? , großen Namens von Leon und Feld dürfte noch interessieren, wag ein Hamburger Blatt über die dortige Aufführung schreibt: »Diese drei Akte holen ihre besten Wirk- ungen aus dem Konflikt zwischen dem Künstlertum großen Stils, das rücksichtslos seinen Weg geht, und dem gefälligen Talentchen, deffen Inferiorität den Instinkten der Maffe entgegenkommt Wenn nur alles, was uns als Lustfpiel- novität vorgesetzt wird, so gut wäre rote dies Stück, das uns in eine Reihe frischer und temperamentvoller Szenen die zum Erfolg nötige Dosis Sentimentalität mischt und gelegentlich auch einen ganz gescheiten Einfall vorbringt Der Beifall entsprach verdientermaßen diesem Faktum und belohnte die gemeinsamen Anstrengungen durch einen sicherlich zugkräftigen Erfolg ** Mütterberatungsstelle. Prof. Dr. Koeppe erteilt, wie im Anzeigenteil der heutigen Nummer ersicht- ltth ist, unentgeltliche Auskunft in allen Fragen der Säuglingspflege nur in der Kinderpolillinik. -Die Maul- und Klauenseuche ist auSge- brochen in: 1. Klein st rzelce, Kreis Gostyn, Regierungsbezirk Posen; 2. Ieilen, Kreis Strasburg, Regierungs- bezirk Marienwerder; 3. Sstegem anns Hof bei Prenzlau, Kreiß Prenzlau, Regierungsbezirk Potsdam, am 7. Oktober 1910. — Das Erlöschen der Maul- und Klauenseuche ist gemeldet vom Zentral-Viehhof zu Berlin am 8. Okt. 1- Wieseck, 10. Okt An Stelle des nach Wölfersheim (Kreis Friedberg) versetzten Lehrers A. Melior hat heute Mit Wiederbeginn der Schule Lehrer Konr. Westpha h l seinen Dienst angetreten. Damit sind am hiesigen Schul- körper 6 definitiv angestellte Lehrer, 1 Schulverwalter und eine Lehrerin tätig. X'Büdingen, 10. Okt Die Biblio th ek des hiesigen Gymnasiums, das auf eine mehr als dreihundertjährige Vergangenheit zurückblickt, fbirgt in sich eine Anzahl wertvoller Jnkunab eln (Wiegendrucke, Erstlings- orucke) und sonstiger Seltenheiten. Als vor einigen Jahren auf Veranlassung der Direktion der Berliner Hofbibliothek in ganz Deutschland eine Aufnahme der Wiegendrucke vorgenommen werden mußte, wurde man auf die hier verborgenen Schätze aufmertsam und ein Beamter der Darmstädter Hofbibttothek unterwarf sie einer genaueren Besichtigung. Besondere Aufmerksamkeit erregte ein in Eltville gedruckter Vocabularius, von dem außer dem Bü- dinger Exemplar überhaupt nur noch zwei bekannt sind. Es wurde nun von der Hofbibliothek an den hiesigen Gymnasialdirektor das Ansinnen gestalt, ihr die wertvollsten Bücher, drei an der Zahl, für die Summe von 4500 Mark zu überlassen. Mcur machte «geltend, daß die fraglichen Sellenheiten für eine Gymnasialbibliochek keinen rechtetn Wert hätten; außerdem fehle es hier an einem feuersicheren Aufbewahrungsort So wenig man jich hier an maßgebender Stelle der Berechtigung dieser Gründe verschloß, )o schwer war es andererseits, einen Entschluß zu fassen, den spätere Generationen lvahrscheinlich lebhaft bebanert hätten. Erinnerte man sich doch, daß das Gymnasium im Jahre 1860 ein Exemplar der ersten Gesamtausgabe von Shakespeares Werken mit ministerieller Genehmigung für 1000 Gulden nach London verkauft hatte, ein Werk, das heute das 8- bis lOfache wert sein würde. Nun warf die Direktion der Hof- bibliothek die Frage auf, ob die Bücher der hiesigen Än- tattsbibliochek nicht Staatseigentum feien, worüber das Großh. Ministerium nach Belieben verfügen könne. Indessen, so einfach liegen die Verhältnisse nrcht. Eine große Anzahl gerade der ältesten und seltensten Werke ftni> Schenkungen Privater, ausdrücklich und ausschließlich für das hiesige Gymnasium bestimmt; besonders zahlreich sttrd die Schenkungen der Isenburger Grasen. LÄßt es sich nun auch von den fraglichen Inkunabeln vorerst nicht beweisen, daß sie zu den Schenkungen gehören, so ist es doch in hohem Grad wahrscheinlich, da solche Raritäten feit undenklichen Zeiten sicherlich überhaupt nicht im Buchhandel gewesen ind; jedenfalls ist das Gegenterl, der Erwerb aus Staats- nitteln, erst recht nicht erweislich. So liegt eine ziemlich chwierige Rechtsfrage vor, deren Entscheidung zunächst dem Ministerium der Justiz übertragen worden ist. L. Friedberg,^. Okt. In unserer Schulstadt haben heute nicht weniger als acht höhere und nfeoere Lehranstalten ihr Wintersemester begonnen^, vier Lehranstalten tehen noch zurück. Die Anmeldungen zur Gewerbe-Akademie laufen fortwährend ein, so daß ein gutes Wintersemester in Aussicht steht. Im Lehrerseminar ist die Heizunas- anlage vollendet, auch die sonstigen Neuerungen sind bis auf weniges vollendet. Mit dem Barackenbau des großen Saales wird in Kürze begonnen. Auch unsere Blindenanstalt schreitet rüstig voran und wird mit dem in der Nähe zu erbauenden Gewerbeschulgebäude eine Zierde un- erer Neustadt werden. — Nächsten Samstag wird der Bischof von Mainz in den hiesigen Schulen und dem Lehrerseminar die Religionsprüfung abhalten und am Sonntag in der katholischen Pfarrkirche die Firmung vornehmen. X Marburg, 10. Okt. Die Einführung des neu- gewählten Rektors für das Amtsjahr 1910/11, Geh. Kons.- Rat Prof. Dr. theol. Karl Budde findet am Sonntag rüh in üblicher Weise statt. X. Hanau, 10. Okt. Im benachbarten Wachenbuchen wurde der 21 Jahre alte Sohn des Laiwwins Puth von einem Pferde so unglücklich an den Kopf geschlagen, daß seine Sofortige lieberfufyrung ins St. V inzenzkrankenhaus nach Hanau notroaibig wurde. Ein Auge dürfte verloren sein. An dem Aufkommen des Verletzten wird gezweifelt. Provinzial-Ausschutz der Provinz Oberhessen. L, Gießen, & Off Anwesend: Provinzialdirektor Dr. Ufinger als Vorsitzender und 6, ordentliche Mitglieder. 1. Tas Gesuch des Adam Hettche zu Mainzlar nm Erteilung eines Wandergewerbescheines mußte von dem Kreisausschuß des Kreises Gießen abgelehnt werden, weil H. wegen eines der in ß 57 der Gew.-O. aufgefühtten Vergehens zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt toorten war und seit der Verbüßung der ©träfe noch keine 3 Jahre verstrichen sind. Auch der Provinzialausschuß war nicht in der Lage, auf den eingelegten Rekurs eine andere Entscheidung treffen zu können. 2. Enteignung von Gelände in Gemarkungl Schwalheim zur Erweiterung des Bahnhofs $a,t£ Nauheiin; hier Ausspruch der Enteignung. Bereits in einer früheren Sitzung hatte der Provinzial-Aus- schuß die Zulässigkett der .Enteignung der beanspruchten Grundstücke ausgesprochen. Inzwischen hat die Unternehmerin, die Kgl. sEisenbahTÜnrektion Frankfutt a. den Nachweis der Zahlung oder Hinterlegung der zuerkannten Entschädigungen erbracht. Ihrem Anttag aus Ausspruch hei. Kuteiguung wurde daher heute entsprochen. 3. Aufbringung der Kosten des Geländeer- w er bA für die uhL.hs Friehderg — Fxiehr;chs- äßXi» allen Teilen Deutschlands und Hollands; sie alle glauben, an dem Erbe des holländischen Feld- marschalls Paul Wirtz teil zu haben, das inzwischen aus neunhundert Millionen Mark an* gewachsen sein soll. In der Versammlung wurde erklärt, die Stadt Amsterdam habe nicht in Abrede gestellt, daß sie das Erbe des Feldmarschalls angetreten habe, aber die Angelegenheit sei bereits verjährt und die Stadt fei jetzt die gesetzmäßige Erbin. Von deutschen und hollän- bischen Rechtsgelehrteu wurde die Berechtigung dieses Stund Punktes bestrttten. so falle tä 5S "zur nftmSgWerf Täfaer, önt als das ffemerd Debel gegenüber der Sozialdemokratie anzusehen. In der folgenden Aussprache sprach sich Liebermann v. Sonnenberg noch speziell gegen den Jungliberallsmus und den Großblockgedan- fen aus. Die westfälische Gruppe der Natioivalliberalen könne anders beurteilt werden. Dr. Werner-Butzb ach erklärte: Auch das enge Verhältnis zu den Christlichsozialen trübe hier jmb da die Arbeit. Ein Zusammengehen mit der Resormpartei. sollte nicht schroff abgewiesen werden. Tas gute Verhältnis zum Bunde der Landwirte müsse auf Gegenseitigkeit beruhen, was nüÄ überall der Fall sei. Sozialpvltttsche Unmöglichkeiten dürsten Trickst vertreten werden, wie etwa das KoalMonsvecht der Landarbeiter. Dagegen sei die Ansiedlung kleiner Bauern von höchster Bedeutung. Abg. Lattmann meinte, unter den heutigen Anhängern der Reformpartei seien viele, mit denen ein gemeinsames Ärbetten in der Zukunft möglich erscheine. Am Nachmittag sand eine öffentliche Versammlung statt. Aus Stadt und Land. Gießen, 11. Oktober 1910. ** Dre Staäts'prüfungen für den Justiz- und höheren Verwaltungsdienst beginnen am Montag in Darmstadt. 18 Kandidaten unterziehen sich der Drüfung. — In den Ruhestand versetzt wurden die Lehrer Heinrich Völsing zu Garbeuteich und Heinr. Walther zu Schwarz, Kr. Alsfeld, auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste. ** Konferenz der hessischen Bergwerksbe- ttriebsleiter. Die Betriebsleiter der hessischen Bergwerke Ibattai sich am 8. d. Mts. in Gießen zu einer gut besuchten Konferenz zusannnengesunden. Die Tagesordnung brachte vorwiegend technische Spezial frag en im Anschluß an neuere Vorkommnisse und moderne Eürrichtnngen im Grubenbetrieb. Ein schwerer Unfall, der durch fahrlässiges Offenlassen eines Schachtes her- beigefühtt worden war, gab Anlaß zur Erörterung der zweckmäßigen Konstruktion von Schachtklappen, worüber Berg- assessor Kobbe berichtete. Sodann folgte ein ausführlicher Vortrag des Dipll-Jng. E Münk er über die Erfahrungen mit Benzollnotoren im oberhessischen Erzbergbau. Die günstigen Erfahrungen, die man nach Ueberwindung der ersten Schwierigkeiten mit Benzollokornotiven gemacht hat, haben zur Einführung pes Benzolmotors auch für Pumpzwecke geführt. Bergrat Kö - brich berichtete über den Aachener Bergmanns tag und die damit verbundenen Exkursionen. Die Behandlung und Besettigung von Versagern bet der Sprengarbeit erörterte Bergassessor Kobbe an Hand der bestehenden bergpolizeilichen und llnfall- verhütungsvvrichriften. Die Aussprache ergab Uebereinftimmung darüber, daß das teilweise Ans bohr en des Besatzes und das Aufsetzen einer neuen Schlagpatrone als das zuverlässigste Mittel zur Beseitigung von Versagern gelten darf und jedenfalls ebenso wirksam ist wie das Danebenbohren eines neuen Loches. Die nächste Konferenz soll am 7. Januar abermals in Gießen abgehalten werden. ** KaufmannischerVereinweibl. Angestellter und Ortsgruppe des Vereins für Frauenstimmrecht. Von der Erkenntnis ausgehend, daß noch viel im Erwerbsleben stehende Frauen und Mädchen sich noch nicht so recht klar sind über die Rechte und Pflichten, die infolge Reichsgesetz auch den Frauen bezüglich des Krankenkassengesetzes zustehen, erachtete man es fettens des Vorstandes obiger Vereine für eine Pflicht der Atotwendigkett, das Thema: „Die Frauen und «die Kranken^ taffen" auf die Tagesordnung zn setzen. Frau Johanna Wäscher knte Kassel, der auf diesem .Gebiet in ihrer Eigenschaft als Leiterin der Propaganda-Zentrale der verbürrdtten kaufmännischen Vereine eine langjährige Erfahrung zur Sette steht, beleuchtete in etwa einstündig em, durchaus sachlich gehaltenen Vortrag die Griutde, warum sich die Frauen mehr als bisher bei der Verwaltung der Krankenkassen beteiligen müssen. Es sei insbesondere das Folgende hervorgehoben: Den Frauen steht das aktive und passive Wahlrecht für die Verwaltung der Krankenkassen zu. Es ist darum unbegrerflich, daß von diesem Recht setther so wenig Gebrauch gemacht wurde. Es erflärt sich diese Tatsache nur aus dem Umstand, daß man von diesem Recht überhaupt vielfach nicksts wußte. Um den Gegnern der Frauenbewegung zu zeigen, Daß man fettens der Frauen mitarbetten wolle, müffe bei den ^nächsten Wahlen für die Krankenkassen in Ausübung des Wahlrechte ein energischer Anfang gemacht werden. Für Gießen kamen 18—20 weiblich Angestellte zur Vertreterverfammlung und etwa drer'Frauen "für den Vorstand in 'Bettacht. Es sei ferner recht und billig, daß neben dem Kassenarzt eine Aerztin, sodann eine iBeamtin und eine Kontrolleurin angestellt werde. Es fei dies lute wirtschaftlichen, persönlichen und moralischen Gründen wun- ffchertewett. Es werde dadurch mancher Ungerechttgkett ein Ende gemacht, die seither bei bestem Willen nicht zu vermeiden gewesen fet, 'auch werde ein besserer Wöchnerinnenschutz dadurch ermöglicht. Mtt dem Wunsche, daß in Zukunft statt der seitherigen Gleichgültigkett eine regere Beteiligung und Wahrnehmung ihrer Interessen bei den weiblichen Versicherten an der so segensreich wirkenden Krankenversicherung wahrzunehmen sein möge, scÄoß die Vortragende ihre klaren, anregenden Ausfichrungen. ** Bei der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Großh. Hessen in .Darmstadt sind im 3. Vierteljahr des laufenden Jahres 800, insgesamt bisher in 1910 2251 Unfallanzeigen eingegangen. In 408 Fällen wurde erstmalig eine Entschädigung festgesetzt, darunter in 18 Fällen das gesetzliche Sterbegeld ober eine Ange-- hörigenrente gewährt, wett die Verletzung den Tod zur Folge gehabt hatte. Von dem Recht der Uebemahme einer Krankenhaus!) ehandlung wurde in 47 Fällen Gebrauch gemacht und diese Unfallverletzten einem Krankenhause oder einer für die Nachbehandlung eingerichteten Privataustalt überwiesen. i -i t t i Sein gesamtes übriges Vermögen ist der Stadt Braun- schweig als Universalerbin vermacht worden mit der Bestimmung, vaß davon eine Stiftung errichtet wird, die verschiedenen guten Zwecken dienen soll. Als der Bäckermeister Kasper in ZittaN am Montag furz nach 1 Uhr mit seinem Jagdgewehr herumhantierte, entlud sich Plötzlich die geladene Wa f f e. Die Kuael ging durch ein Schaufenster und traf zwei Herren, die auf der Plattform eines die Straße passierenden Wagens der elektrischen Straßenbahn ftonbcTL Beide fielen tödlich getroffen vom Wagen. Die Kugel war den beiden durch den Kopf gegangen und hatte ihren sofortigen Tod herbeigesührt. Infolge des seit einigen Wochen in Bra*ke ausgebrochenen Werftarbeiterstreiks weigerten sich die «Arbeiter der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft, den im Bremer Hafen liegenden griechischen Dampfer „Ustrna" zu löschen, da die Ladung für Brake bestimmt ift Infolgedessen wurden hundert Arbeiter der Lagerhausgesellschaft sofort entlassen. Aus Newy o r k wird gemeldet: Durch eine Explosion in der Kohlengrube zu Starkville (Colorado) wurden 5 2 Arbeiter eingeschlossen. Man hofft sie sdu^ch angestrengte Arbeit Au befreien. Getreide-Wochenbericht der Preisberichtstelle des Deutschen Landwirtschastsrats vom 4. bis 10. Oktober 1910. Unter dem Einfluß von Meldungen über eine Verschlechterung der argentinischen Crnteaussichten vollzog sich in der ab- »gelaufenen Berichtswoche zunächst in Amerika und dann auch in ^England und am Kontinent ein Umschwung zu erneuter Festigkeit. Zwar schien man die von amerikanischer Seite verbreiteten Alarm- Nachrichten über Frost und Heuschrecken in Argentinien nicht sonderlich ernst ml nehmen, aber es ist andererseits bekannt, daß der Norden dieses Landes eine Zettlang unter Trockenheit zu leiden hatte und wenn auch inzwischen wiederholt Regen gemeldet wurde, so sind die Aussichten für diese Gebiete doch keineswegs über jeden Zweifel erhaben. Dazu kommt, daß Rußland sehr mit Offerten zurückhält. Der Export von dort wie svon der Donau war wieder sehr umfangreich, aber man rechnet doch 'allgemein mit einem Nachlassen der osteuropäischen Leistunaen. Andererseits ist es nicht unbemerkt geblieben, daß der größte Teil !des bisher so starken Weltexports sozusagen spurlos in den Mittel- Dieerhäsen verschwunden ist, ohne daß die Aufnahmefähigkeit dieser Länder darunter ernsttich gelitten hätte. Vielmehr liegen andauernd Anfragen nach deutschem Weizen von Frankreich, Italien pnd Spanien vor, und mancher in der Berichtswoche im Liefe- xungsgefchäst vorgenommene Kauf war als Deckung gegen der- jartige Abschlüsse anzusehen. Machte aber schon die festere Haltung des Auslandes die Abgeber vorsichtig, so trug dazu auch der Umstand bei, daß Zufuhren und Angebot angesichts der Hackfrucht- jenite und der vielfach noch im Gange befindlichen Herbstbestellung weiter nur geringen Umfang behalten haben. Wenn die ^Preise an den Provinzmärkten trotzdem, nur wenig angezogen Haben, so erklärt sich dies aus der allgemein beobachteten Zurück- Haltung auf Sette der Mühlen Dem gegenüber ist aber zu be- vnerken, daß andauernd viel Ware zur EMllung früherer Exportverkäufe nach der Küste abgelenkt wird, und es blieb nicht unbeachtet, daß allein in den letzten 10 Tagen des September co. 42 000 Tonnen Roggen und ca. 25 000 Tonnen Weizen von hier ins Ausland gegangen sind. Im Lieferungsgeschäft zog Weizen bis zum Samstag ungefähr 2 Diark im Preise an, wovon aber heute etwa 1 Mark wieder verloren ging. Roggen war im Anschluß an Weizen gleichfalls fester, ohne seinen Preisstand sonderlich geändert zu haben. Knappes Angebot bei erhöhten Forderungen machte sich auch im Hafergeschäft bemerkbar, aber jbie Händler (lagen, daß sie im Konsum keine entsprechenden Preise erzielen können. Auch der etwas regeren Nachfrage für Braugerste stand nur sehr spärliches Material gegenüber. Die russischen Forderungen für Gerste lauteten fester, auch Mais stellle sich im Verlaufe etwas höher; der Verkehr in diesen Artikeln war ziemlich stlll- in Haier ) (- (+ 2) (+ 205 (+27,) 202.75 (+ LOO), 198 197 206 (- (+ (+ (- (- (+ 2) Oft. 152 154 150 153 156 178 160 165 168 170 147 163 162 152 160 1621/, 1721/, 168 1) 8) ) 1) 2) ) 2) 2) 1) 202 (— 199 (— 193 (— 196 (— 195 (- 199 (+ 199 (4- 201 (— 199 ( + 202 (+ 190 (- 1) 2) 1) 1) ) ) 2) 2) ) ) (- ) (- 8) (- ) l- ) (+ V (- ) (+ 2) (- 2) (+ 4) (+ 1) (- ) (+ 5) 1431/, 143V, 146 142 149 148 149 156 156 156 140 153 152 155 152 V, 156 167V, 164 ES Pellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 kg je nach Qualität, wobei das Mehr (4-) bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche ** *“ * —h folgt: Roggen oas Mehr (4-) bezw. Aremger Klammern () beigefügt ist, wie Wetzen 3) Königsberg J Stettin Pofen Breslau Berlin Magdeburg Halle Leipzig 1 Dresden Rostock Hamburg Hannover Düsseldorf Frankfurt a.M. Mannheim 212'/, (— ) Straßburg 210 (— ) München 224 (+ 4) Weltmarktpreise: Weizen: Berlin __________x , _____ Dez. 204.25 (4- 0.75); Budapest Oft. 173.75 (-st 1.25); Paris Oft. 229.85 (-st 4.40); Liverpool Dez. 164.45 (— 0.30); Chicago Dez. 151.70 (-st 2.20). Roggen: Berlin Oft. 149.50 (— 0.00), Dez. 153.25 (— 1.25). Hafer: Berlin Oft. 146.50 (+ 2.25), Dez. 151.25 (- 0.00) Mk. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redallion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Langsdorf, 9. Oft Es dürfte fast abgeschmackt erscheinen, wenn ich in öffentlichen Blättern immer und immer wieder auf das Automobil tzurück- komme. Doch darf ich so lange den Kampf nicht aufgeben, so lange das liebel besteht; so lange wenigstens die Gesetze und die öffentlichen Vorschriften, so lange die Organe des Staates den Anforderungen an Recht und Billigkeit nicht völlig entsprechen. Heute will ich troch einmal auf die verkehrten gesetzlichen Bar- schristen zurückkommen., die in Gestalt des revidierten Hessischen Polizeisttafgesetzbuchs vom 31. Oktober 1871 und der Bundesratsbekanntmachung vom 3. Februar 1910 bezüglich des lieber* holens im Fährverkehr angeordnet sind. Alle ordentlichen Fuhrleute bezeugen es jedermann, daß es richtig sei, wenn beim lleberholen das zu überholende Fuhrwerk nur ganz wenig links, das überholende jedoch im wetten Bogen rechts vor'oeifährt. Der alte Fuhrmannsbrauch gab diese Ueberho- lung früher überhaupt nicht zu; das Hess. Polizeistrafgesetzbuch gestattet sie nur im langsamsten Tempo, nach voraus- gegebenem Signale. Das war so alter Brauch und vernünftig dazu. Die Herren Automobttisten, die über sich die starken Arme ü)rer Beschützer fühlen, fragen nach dem allem nicht mehr; und fahren nur so darauf los; dazu noch beftärtt durch die neuerlichen Bestimmungen der Bundesratsbekanntmachung vom 3. Februar 1910. Ich glaube, daß der heftige Volksunwille, der in der wettesten Oeffentlichkett über die Ausschreitungen im Automo- bttismus besteht, nur noch stärkere Formen zeitigen wird, wenn die Regierenden nicht endlich die Zeichen der Zeit beachten. Was ich zur Technik des Fuhrwesens auf den öffentlichen Sttaßen bemerkte, ist mir ein kleiner Teil dessen, was der Abänderung bedürftig erscheint. Tie kommende Zeit bedarf noch ganz anderer und durchgreifenderer Maßnahmen, die das öffentliche Recht festzustellen haben zwischen dem Publikum! und dem gemischten Verkehr, die in dieser gegenwärtigen Zett auf die gemeinsame Benutzung unserer öffenllichen Sttaßen angewiesen sind. Publikum, Fußgänger, Radfahrer, Motorfahrzeuge und die althergebrachten Fuhr- werkemittieri scher Bespannung haben ein gleiches Recht auf die Straßen; ober das ReiA «neS jÄttt füchek dort seine Grenze, wo das Recht des anderen beginnt. Auch hier, wie überall im Leben, gilt das Wort: Gleiches Recht für alle! Und nicht das Recht des Stärkeren, dos eigft gM, gls der Dichter Bürger seinen Ruf erhob: Wer bist du, Fürst, daß ohne Zerrollen mich dein Wagenrad, Zerschlagen darf dein Roß? Dn Fürst haft nicht bei (Sag' und Pflug,- , Haft nicht den Erntetag durchschwitzt, " Mein, mein ist Fleiß und Brot! — Ha! Du wärst Obrigkett von Gott?, Gott spendet Segen aus; du raubst! ► Du nicht von Gott, Tyrann! - • * 1 * Köhker - LaUgHbors-, Amtlicher Wetterbericht. Wetterausftchten in Hessen am Mittwoch dem 12. Oktober 1910: Nach schwacher Ansheiterung Trübung und Regen, kühl, auf- frischender Süd. Griginat.vrahtmeldunge«. Die Nachahmung der Moabiter Vorgänge in Remscheid. :: Remscheid, 11. Ott. (P rivattelearamm.) Nach Beendigung der gestrigen Widerspruchsversammlung gegen die vom Arbeitgeberverband eingerichteten Arbetts- nachweise durchzogen die Teilnehmer unter dem Absingen der Arbeitermarseillaise die Stadt. Am Kaiserplatz trat ihnen Polizei entgegen. Do die Umzügler ein Steinbombardement auf die Beamten richteten, mußte die Schutzmannschaft wiederholt mit blanker Waffe vorgehen. .Auch aus den Fenstern wurden Steine geschleudert. Eine Anzahl Personen wurde verhaftet, einige erlitten Verletzungen. Da für heute abendneue Aus schreitungenbe fürchtet werden, wurden verschärfte Waßnghmeu getroffen. Aus Portugal. :: Lissabon, 11. Okt. Die Schulden Les entthronten Königshauses belaufen sich auf vier Milliarden. — Mehrere Familien des Hochadels wandern aus. Das aus den fort fixierten Gütern der Klöster gezogene Vermögen soll sich auf 200 Millionen Mark belaufen und zu Schulzwecken verwendet werden. 7000 Mönche und Ordensschwestern sind ausgewiesen worden. S. Offenbach, 11. £>Tt Der Verein der f o r t - schrittlichen Volkspartei beschloß in seiner gestrigen Mitgliederversammlung, bei der am 24. d. Mts. stattsin- denden Stadtverordnetenwahl nrit den Sozial- demokraten zusammeuzugehen und das tert diesen gemachte Angebot von 2 Ätzen anzunehmen. Bessere Magentätigkeit! b**" Danzig, 11. Apr. 1910. Hierdurch teile ich Ihnen mit, daß ich Bioson zur Kräftigung meiner Nerven gebraucht habe. Ich habe 4 Pakete verbraucht und nahm täglich morgens und abends 2 große Kaffeelöffel voll in Milch gekocht. Zunächst besserte sich der Appetit, der sich außerordentlich steigerte; tch bekam oft richtigen Hunger und mein Magen verdaute alle Speisen bester als zuvor. Ich sühtte mich infolgedessen auch bald bedeutend wohler und ich kann sagen, daß Bioson eine wirklich gute Kraftnahrung für Körper und Nerven ist, weshalb ich das Präparat jedermann empfehlen werde. Der Geschmack des Bioson ist sehr gut: es schmeckt mtt Milch wie Schokolade. Hochachtungsvoll! Emtl Wannhoff, Katergafse la. Unter* scurift beglaubigt: Lew insky, Notar. Biosou ist das beste und billigste Kräftigungsmittel. 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