Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten. Die hohe der ZuwaSMeuersätze. mit den Grundsätzen vereinbar istz die mich bisher im ö-ffent- bei einem Wertzuwachs von 200 bis 400 Proz. und schließlich lichen. Leben geleitet haben.__112 v. bei einem Wertzuwachs von 200 bis 400 Proz. Wer Frage, ob in der nun entstandenen Lage die Fortdauer meiner Zugehörigkeit zu einem Präsidium, wie es sich durch die parteipolitische Verbindung seiner Bestandteile darstellt, Die Zuwachssteuer betrögt nach dem Regierungsentwurf 5 v. H. bei einem steuerpflichtigen Wertzuwachs ''von nicht mehr als 10 Proz. des Erwerbspreises, 5,5 v. H. bei einem steuerpflichtigen Wertzuwachs von mehr als 10 Proz. bis einschließlich 20 Proz. des Erwerbspreises und wächst dann gleichmäßig fortschreitend, bis sie 9,5 Proz. ausmacht bei einem Wertzuwachs von 90 bis 100 Proz. Dann folgen noch drei größere Abstufungen. Tie Steuer betrügt 10 v. H. bei einem Wertzuwachs von 100 bis 200 Proz., 11 v. H. Der ölte heim über den Tod der Königin Luise. Die herannahende Wiederkehr des hundertsten Todestages der Königin Luise bringt auch ein ergreifendes Dokument aus jenen gramumflorten Tagen ans Licht, nämlich das Tagebuch aus dem Jahre 1810, daS der alte Heim, der bekannte Berliner Arzt, der die Königin Luise in ihrer letzten Krankheit behandelte, geführt hat. Julie von Goßler veröffentlicht die witzigsten Stellen daraus in der Deutschen Revue. Unter all den Erinnerungszeichen, die jetzt wieder heraufbeschiooren werden, gehören diese schlichten Tagebuchblätter sicherlich zu den allerwertvollsten, denn in ihren knappen, trockenen Angaben bieten sie doch die ergreifendste, getreue Schilderung der Krankheit bis zu der „fürchterlichsten aller Nächte", der Todesnacht. Nach den furchtbaren Anstrengungen dieser qualvollen Tage sind sie in später Nacht von dem tief mitempfindenden Arzte flüchtig niedergeschrieben worden; die trauerschwere Atmosphäre dieser Zeit ist so gleichsam in dem abgegriffenen braunen Lederband bewahrt geblieben, der die Tagebuchblätter umschließt. Heim war zwar niemals der Leibarzt der königlichen Familie, aber das Herrscherpaar hatte ihn wegen seiner Herzensgüte und freimütigen Offenheit lieb gewonnen und in der schwersten Stunde wandte sich der König an ihn nicht nur als an den Arzt, sondern auch an den Menschen und Freund. Im Juni 1810 hatte die Königin die von ihr so heiß ersehnte Reise nach der mecklenburgischen Heimat zu ihrem Vater und ihren Geschwistern angetreten. An den Schluß des Briefes, der mit, jubelnder Wiedersehensfreude ihre Ankunft ankündigte, schrieb sie noch auf das Innere des Briefumschlages in ahnungsloser Tragik: „Wir bringen keinen Arzt mit: wenn ich den Hals breche, so klebt mir ihn Hieronymi (der Leibarzt des Herzogs) wieder an." Die kurze Zeit, die sie rwch mit dem' König und bent gesamten Mecklenburger Hof in dem herzoglichen Larchhaus zu Hohenzieritz verleben konnte, umspannte die letzten glücklichen Tage ihres Lebens. Am 30. Juni fühlte sich die Königin krank, aber weder sie noch ihre Umgebung ahnte die nahe Gefahr. So kehrte denn der König am 3. Juli nach Berlin zurück. Auch er erkrankte an Wechselfieber und wurde zum erstenmal von Heim behandelt. Unter oern 4. Juli berichtet das Tagebuch: „Vor Tisch nach Charlottenburg geritten und den König, der krank, besucht. iHeute zum erstenmal einem König nach dem Puls gefühlt." Während Friedrich Wilhelm bald wieder hergestellt war, wurde es mit der Krankheit der Königin nicht besser, so daß der König am 9. Juli Heim den Wunsch äußerte, er möge sich so bald als möglich nach Hohenzieritz begeben. Vom 10. Juli meldet das Tagebuch aus Hohenzierrtz: „Vom Hofrat, Arzt der Königin, gleich besucht worden. Nachdem ich aus der herrschaftlichen Küche, ein Mittagsmahl zu mir genommen hatte, ging ich mit dem Hofrat zum Herzog, wo ich dessen Familie vorfarrd und ihr vorgestellt wurde. Dann ging es zur Königin, die sich freute, mich zu sehen. Im Grunde fand ich selbige nicht so schlecht, als rch nach der mir gemachten Beschreibung hätte glauben müssen. Ganz außer aller Gefahr, einmal schwindsüchtig zu werden, ist Ich rnu^ies^Frag^a^^^v-isIenhafterHlfun^de^ erwähnten Tatsachen verneinen und beehre mich deshalb ergeb enft zu erklären, daß ich hiermit das Amt eines zweiten Vizepräsidenten des Deutschen Reichstages niederlege." Dieser Brief, der dem vornehmen und geraden Charakter des Erbprinzen afte Ehre macht, wird in der gesamten politischen Welt Aufsehen erregen und dem vielfach herrschenden Pessimismus neue Anregung bieten. Denn wenn ein Mann in so hervorragender Stellung einen derartigen Entschluß nicht mit den üblichen Gesundheitsrücksichten belegt, sondern in offener Weise so schwerwiegende politische Gründe angibt, so ist das eine politische Kundgebung von weittragender Bedeutung, leider eine solche, die für die Entwickelung unserer innerpolitischen Zustände nicht günstig zu deuten ist. sie doch nicht." Am 12. Juli schreibt Heim zwar: „Da die Königin ein Vomieam apertum (offenes Blutgeschwür) hat, so wird selbige sobald nicht wieder gesund werden," aber er hielt den Zustand der hohen Patientin nicht für gefährlich und fuhr nach Berlin zurück. Am 17. Juli nachts um ein Uhr wird er durch ein eiliges Schreiben des Hofrats Hieronymi wieder nach Hoheir- zieritz berufen und eilt noch nachts mit Eilpost hin: „Die Königin fand ich schlechter, als ich glaubte, sie zu finden. Der Puls 120—130 mal in der Minute!" Nun folgen die Aufzeichnungen, aus denen das herannahende Ende der hohen Frau zu erkennen ist. Am 18. Juli heißt es noch: „Fast den ganzen Tag bei der Königin gesessen. Da sie vormittags und nachmittags einige Stunden geschlafen, war ihr Geist munter." Am 19. dann: „Bon gestern abend um 11 Uhr an bis heute früh um 4 Uhr am Bett der Königin gesessen, die die ganze Zeit über meine rechte Hand in der ihrigen hielt. Diese Nacht ist die fürchterlichste Nacht, die ich je gehabt habe, für mich gewesen. Ich war so müde, daß ich fast alle Minuten einschlief, so viel, Mühe ich mir auch gab, zu wächen, da das die Umstände erforderten, iitbem die Königin immer engbrüstiger wurde und kaum laut reden konnte und doch oft mit mir reden wollte. Vor 5 Uhr, da mir eben die Königin erlaubt hatte, mich schlafen legen zu können, kam der König an. Als die Königin ihn sah, sagte sie mit schwacher Stimme „mein lieber Freund". Der König und alle, die im Zimmer 'waren, weinten. Der Kronprinz und sein Bruder Wilhelm, die bald darauf auch ans Bett der Königin kamen, weinten und schrien ganz laut. Um 9 Uhr starb die Königin, sicherlich die schönste Fran in des Königs Staaten, von der besten Herzensgüte!! Der König, die Aerzte und Frau v. Berg waren dabei gegenwärtig. Der König betrug sich gut." In der Todesnacht schnitt der König eine der wundervollsten blonden Locken der Entschlafenen für Heim ab als lebendiges Erinnerungszeichen an die Königin, Auf das Papier, in das er die Locke klebte, schrieb der alte Arz>t: „Abgeschnitten in der traurigsten Nacht meines Lebens". Unterm 20. Juli heißt es: „Vormittags wurde der Leichnam geöffnet. Was wir in der Brust zu finden geglaubt hatten, fanden wir nicht." Am 27. Juli abends wurde der Leichnam der Königin unter großen Feierlichkeiten nach dem Schloß gebracht. „Meine Familie und ich," schreibt Heim, „sahen diese aus dem Heinrichschen Palais bei Frau v. Hake mit an. Ungeachtet tausend Menschen Unter den Linden waren, herrschte poch die größte Ordnung imd (Stille.. Von 10 bis 11 Uhr wurde im Beisein meiner die Leiche aus dem Neisesarg in den Paradesarg durch Görke und mehrere Chirurgen und meinen Sohn gebracht. Das Gesicht der Leiche war doch schon entstellt." Am 28. Juli sieht Heim mit dem General- chirurgns Görke auf Wunsch des Königs stütz um 6 Uhr noch einmal den Leichnam der Königin. „Da wir aber das Gesicht, ungeachtet es noch ganz weiß war, sehr entstellt sanden, so daß alle sonst so schönen Gesichtszüge verschwunden waren, so rieten wir dem König ab, den Leichnam noch einMal zu sehen, das er auch tat." Unterm 1. August berichtet der Arzt noch einen rührenden Zug des Königs, der wie ein melancholischer Nachklang die Aufzeich-I Der Rücktritt des Erbprinzen zu Hohenlobe vom Reichstagsprästdium. Eine überraschende Nachricht wurde gestern von Berlin verbreitet. Der Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg hat dem Präsidenten des Reichstages mitgeteilt, daß er sein Amt als 2. Vizepräsident des Reichstages niederlege. Daß dieser Rücktritt in einer Zeit erfolgt, in der der Reichstag nicht zusammen ist, also ohne eigentlichen äußeren Anlaß, könne die Vermutung aufkommen lassen, die Ursache des Rücktrittsentschlusses des Erbprinzen sei in persönlichen Gründen zu suchen. Nach dem in einem Berliner Blatt veröffentlichten Brief des seitherigen Vizepräsidenten an den Reichstagspräsidenten ist dies aber nicht der Fall, denn er gibt seinem Entschluß hierin folgende Begründung: „Als bei der Neuwahl des Reichstagspräsidiums im Jahre 1909 die nationalliberale Fraktion ablehnte, aus ihrer Mitte einen Kandidaten für das Amt des eiten Vizepräsidenten zu bezeichnen, bestand an beachtenswerten Stellen die Auffassung, daß die Wiederannäherung derjenigen Parteien, die bis zur Entscheidung über die Finanzreform in wichtigen pol'itischenFragenzusammengewirkt hatten, durch die Bildung eines parteipolitisch einseitigen Präsidiums beim Neubeginn der parlamentarischen Arbeiten von vornherein ernstlich gefährdet sein würde. Um solche Gefahr zu mildern und deut Gedanken einer Wiederannäherung zu dienen, entsprach ich einem damals von verschiedenen Seiten an mich gerichteten Wunsche, indem ich die Kandidatur für das Amt des zweiten Vizepräsidenten annahm. Der Entschluß wurde mir dadurch erleichtert, daß die Fraktion, deren Hospitant ich bin, während der vorangeganaenen parlamentarischen Kämpfe stets eine vermittelnde Stellung eingenommen hatte. Inzwischen haben die Vorgänge bei einer Reihe von Ersatzwahlen zum Reichstage und die jüngst veröffentlichte Erklärung des, offiziellen Organs der nationalliberalen Partei eine erhebliche Vertiefung der Gegensätzlichkeit zwischen den einstigen Blockparteien gezeigt. >r beim Beginn der Tagung gerechtfertigte Versuch, durch I freu die Möglichkeit einer Wiederannäherung offengehalten 1 werden sollte, ift gegenstandslos geworden imb damit der innere Grund für meinen damaligen Eintritt in das Prä- stdium fortgefallen. Glaubte ich in dieser Entwickelung der Dinge an und für sich noch keinen zwingenden Grund zur Ncieüerlegung des einmal übernommenen Amtes erblicken zu'müssen, so erhob sich dagegen angesichts des Jühalts und der Wirkungen der Borromäus-Enzyklika für mich die Die meisten Berliner Morgenblätter besprechen die durch den Austritt des Erbprinzen geschaffene Lage. Mehrers Blätter deuten den Rücktritt Hohenlohes übereinstimmend dahin, daß der Erbprinz, her von seiner Uebemahme des Vizepräsidiums eine Milderung der Gegensätze zwischen links und rechts erwartete, eingesehen habe, daß seine Hoffnung eitel gewesen sei. — Das „Berliner Tageblatt" erwartet von dem Rücktritt , eine Klärung der Zustande und eine Beschleunigung des politischen Umschwunges, der mit Naturnotwendigkeit kommen müsse. Die „Vossische Zeitung" nennt den Entschluß des Erbprinzen eine mannhafte Tat unb unvermeidlich, wollte sich der Erbprinz nicht politisch kompromittieren. Die „Post", das Organ der Neichspartei, deren Hospitant der Erbprinz ist, schreibt: Trotzdem man diesen Schritt verstehen kann, wird man ihn im Interesse der Gesundung unserer innerpolitischen Verhältnisse, die nur durch eine Annäherung der alten Kartellparteien herbei geführt werden kann, lebhaft bedauern müssen. Der „Vorwärts" meint: Der Prinz scheine sich die Zeichen der Zeit nicht ganz richtig zu deuten. Die Wiedärannaherung sei im besten Zuge, da die Nationalliberalen ins Lager der Reaktion abrückten. Die „Tägliche. Rundschau" sagt: Entschlüsse, wie sie Prinz zu Hohenlohe, gewiß ein konservativ gerichteter Mann, soeben gefaßt habe, werden der Regierung und Herrn von Heydebrand eindringlicher als . selbst manche Wahlergebnisse vor Augen führen, daß eine weitere Verfolgung der Heydebrandschen Politik mit ihrer Begünstigung der Zentrumsherrschaft die besten konservativen Elemente zum Wider st and herausfördern werde. Die „Deutsche Tageszeitung" meint: Die vom Erbprinzen Hohenlohe gewünschte Wiederannäherung der Rechten und der Nationalliberalen könne durch seinen, gegen die anderen Prasidiattprtften gerichteten Schritt nur weiter erschwert werden. Nach allMj rpsse man fast bezweifeln, ob dieser Schritt schon als endgültigem gezeichnet werden kann. Die „Kreuzzeitung" nimmt in ihrem Mörgenblatt von d .r M.ldung vom Rücktritt Hohenlohes noch keine Notiz. aber nun meint, bei der Zuwachssteuer je nach dem Wertzuwachs mit 5 bis 12 Proz. abzukommen, der irrt sich gründlich. Unmittelbar hinter der immerhin noch einigermaßen gemäßigt erscheinenden Steuersatz-Tabelle kommt ein Gesetzesabsatz, der die ganze Sache ändert und so lautet: „Die .Abgabe erhöht sich, sofern zwischen Erwerb und Veräußerung ein 3 ei träum von nicht mehr als 30 Jahren liegt, für jedes Jahr der kürzeren Besitzdauer um sieben vom Hundert des Steuerbetrages." Das ändert die Sache mit einem Schlage: Jetzt handelt es sich nicht mehr um eine Steuer, die vom Wertzuwachs 5—12, sondern 5,5—36,36 v. H. einzieht. Eine Abgabe von 36 Proz. wird, auch wenn es sich um einen hohen und schnellen Verdienst handelt, dem Betroffenen immer als eine Art Vermögenskonfiskation erscheinen. Daß diese Steuersrala verändert werden mußte, darüber war man in der Kommission einig. Das „Wie?" löste dort allerdings eine Flut von Abänderungsvorschlägen und endlose Debatten aus. Endlos ist allerdings genau genommen nicht der richtige Ausdruck, denn energische Schlußanträge ließen die Debatten ja doch schließlich zu Ende kommen. Ob das Resultat aber diese ganze Anstrengung wert war, ist eine andere Frage. Nach den Beschlüssen der Kommission in zweiter Lesung beträgt die Steuer 10 v .H. bei einer Wertsteigerung von nicht mehr als 10 Proz. des Erwerbspreises, 11 v. H. bei einer Wertsteigerung von mehr als 10 Proz. bis einschließlich 30 Proz. des Erwerbspreises und steigt dann in weiteren 17 gleichmäßigen Stufen, bis sie 28 v. H. bei einer Wert- steigerung von mehr als 350 bis einschließlich 370 Proz. des Erwerbspreises ausmacht. Dem folgen dann noch zwei Stufen. Die Steuer beträgt 29 v. H. bei einer Wertsteigerung von mehr als 370 bis einschl. 400 Proz. und schließlich 30 v. H. bei einer Wertsteigerung von über 400 Proz. — Während die Steuerskala des Entwurfs in 13 Stufen zwischen 5 und 12 Proz. schwankte, beginnt die Skala gemäß den Beschlüssen der zwetten Kommissionslesung gleich mit 10 v. H. und steint bis 30 v. H. des Wertzuwachses. Fanden wir aber in dem Entwürfe eine Progressionsklausel awgehängt, so bringen die Kömmissionsbeschlüsse einen Te- gressionszusatz, nach dem sich der Steuersatz für jedes vollendete Jahr der für die Steuerberechnung maßgebenden Befitzdauer bis zum dreißigsten Jahre um ‘1 v. tz. seines Betrages ermäßigt. Weiter wirkt dann in der Richtung der Ermäßigung der ebenfalls von der Kommission hinein- gebrachte Beschluß, daß dem Erwerbspreis für jedes Jahr der für die Steuerberechnung maßgebenden Besitzdauer' hinzugerechnet werden sollen: 2y3 v. H. des Erwerbspreises zuzüglich der Aufwendungen für Bauten, Umbauten, Straßen, Kanäle usw., soweit diese Summe den Betrag von 100 Mk. für den Ar iricht übersteigt und bei unbebauten Grundstücken 2, bei bebauten Grundstücken 1 v. H. von dem Mehrbettag. . Gegen diese Ermäßigungszusätze wurde, auch von den Regierungsverttetern, der Einwand erhöben, daß nach ihrer Annahme nicht einmal der durch § 90 des Reichsstempeb- gesetzes vom 15. Juli 1909 festgesetzte Mindestertrag von 20 Millionen Mark zu erwarten sein würde; ja, einmal wurde sogar der Befürchtung Ausdrilck gegeben, die Zuwachssteuer würde nach den Köm:nissionsbeschlüssen nicht mehr als 7 Mill. Mark bringen. Nun, wir sind sicher nicht gegen ari 'n w 1» 1 «u-«ir.wn nuitgen beschließt. Friedrich Wilhelm zeigte Heim ein Blatt Papier, aus 'das die Königin am) 28. Juni, an dem Tage, an dem der König von Berlin zu ihr gekommen war, am Schreibtisch ihres Vaters in französischer Sprache geschrieben hatte: „Mein teurer Vater, ich bin heut sehr glücklich als Ihre Tochter und als Gattin des besten der Männer." Als Heim bat, sich diese Zeilen abschreiben zu dürfen, kopiette sie der König eigenhändig für ihn. „Dies Blatt ist mir mehr wert als die hmrdert Stück Friedrichsdor, die er mir heut durch den Kämmerer Wolter überschickte." — Erne neue Ausstellung. Aus Darmstadt wird uns unterm 8. Juli geschrieben: In unmittelbarer Nahe der jetzigen Kunstausstellung, im Emst-Ludwigs-Haus auf der Künstlerkolon-e ist in aller Stille eine Sonderausstellung von Prof. Albin Müller vorbereitet worden, die großes Interesse erregt. In dem mittleren ,Saal ist ein großes, sorgfältig auH- geführtes Modell für den Ausbau der Mathildenhötzc aufgestellt, der eine für Darmstadt und seine Künsckerkolonie höchst wichtige Frage lösen will. Um der Bebauung des noch freien Geländes einen einheitlichen Charakter zu geben und die ganze Umgebung des Ausstellungsgebäudes der monumentalen Schöpfung Olbrichs anzupassen, hat der Künstler eine reichgegliederte Reih: bon 15 aneinander anschließenden Häusern entworfen. Die ganze väuserflucht richtet die Vorderseite nach dem Ausstellungsgebäude. Dre einzelnen Häuser sind nicht sck>ematisch in gerader Linie gedacht, Wndern in wohltuender Unterbrechung und mit Vorgärten geschmückt. Obwohl sich die Häuser fest zusammenschließen, ist doch wdem eine persönliche Ausgestaltung Vorbehalten und jedem Bedürfnis und jeder Behaglichkeit Rechnung getragen. Der Kostenaufwand der 15 Häuser ist auf rund eine Million Mark berechnet und es sollen, ganz den Wünschen entsprechend, Wohnungen von 3—9 Zimmern geschaffen werden; ein größerer Gebäudeteil ist auch für die Errichtung von Künstlerwerkstätten, Klubräumeu msw. vorgesehen. Sehr anschaulich unterstützt wird die Absicht des Künstlers durch eine Anzalst Grundrisse, Farbenskizzen, Pläne und Einzelmodelle. Sowohl der Architekt, wie jeder Freund des modernen Wohnungs- und Städtebaus wird aus diesem reichen Anschauungsmaterial Anregung und Belehrung schöpfen. — Von nicht geringerem Interesse sind auch die im selben Saal ausgestellten Entwürfe zu dem neuen Musiksaal des Groß - Herzogs, der demnächst im neuen Palais errichtet wird Wir haben darüber schon vor einigen Wochen nähere Mitteilungen gemacht. Die Vielseitigkeit unb Schaffenskraft Pros. Müllers' zeigt sich auch in zahlreichen ausgestellten Arbeiten in Edelmetall Stern, Porzellan, Teppichen, Leinenwaren und Kunststickereien.' — KurzeNachrichtenausKunstu Wissenschaft Das Großh. Landesmuieum hat in der Ausstellung des Deutschen Künstler-Bundes das Gemälde des Grafen u Kal ck r e u 16 2 *t-158 Erstes Blatt Jahrgang Samstag ».Juli 181» BSOTfentttcr immer zweimal nienatl. Land- M M W M ZeüenpreiS: lokal 15Pf., wirtschaftliche Zeitftage« W ■ ■ H W W Iw 9 V W auswärts 20 Pfennig. Fernjprech - Anschlüsse: M $3 flb tW Chefredakteur: A. Goetz, für die Redaktion 112, V VeflF Verantwortlich für den Z-M E«ral-Anz«ger ftr Gberheffen ZM bis vörnüNsm" Rotationsdruck und Verlag der vruhl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei rr. Lange. Redaktion, Expedition UNS Druckerei: Schuiftratzt 7. die Ermäßigungen cm sich. Im Gegenteil, wollten wir noch mit allem kommen, was wir im Sinne der Steuergerechtigkeit und der Vermeidung von Härten und Bexationen eigentlich fordern mußten, wir könnten noch mit entern ganzen Bündel von Abschwächungs- und Ermäßigungsanträgen aufwarten. Doch halten ivir uns an das in der Kommission gefürchtete: Der gewalrige durch die Zuwachssteuer in Bewegung gesetzte Apparat, b-te Unsumme von Nachforschungen. Erhebungen und FsstLtellungen, die jeder Steuerfall nötig macht, all' dieses lästige Eindringen aller möglichen Behörden in Privat- und Familienverhältnisse wie Geschäftsgeheimnisse, dieser ganze kreisende Berg sollte nur den im Verhältnis den .KrafLanftirengungert lächerlichen Steuerertrag von sieben Millionen bringen '? Das wäre ja geradezu ein Schulbeispiel für eine Steuer, wie sie nicht sein soll. Es fehlt dann nur noch, daß es später heißen würde: die Veranla- gungs- unb Ein;iehungsunkosten balanzierten „soeben" mit den Erträgnissen. Bei der vollkommenen Unsicherheit der Erträgnisse dieser auf ganz unbekanntem Gebiet pirschenden Steuer ist auch das nicht ausgeschlossen. Besonders nicht, weil der niedrigste Steuersatz nicht wie jetzt bei manchen Gemeinden von einer L^rtsteigerung von mindestens 10 Proz, erhoben wird, sondern von einer Wert- steigerung „von nicht mehr als 10 Proz.". Somit muß jeder Besitzwechsel eines Grundstücks, sei es die kleinste Parzelle mit dem minimalsten oder gar keinem Wertzuwachs, unter die steuerliche Erhebungslupe genommen werden. Sicherlich Haden deshalb diejenigen Recht, welche sagen: „Nicht die Steuerbelaftung, sondern die Steuerbelästigung machen das Reichswertzuwachssteuergesetz unmöglich." .Durum: In die Wolfsschlucht! gilt neuer polenkurz? In den letzten Tagen sind in der Presse verschiedenster Richtung Befürchtungen über einen neuen Polenkurs oufgetaucht, den Herr von Bethmann-Hollweg einzuschlagen gedenke. Schon aus der allgemeinen politischen Lage, in der wir ja das Zentrum in seine alte ausschlaggebende Stellung zurückgekehrt sehen, hat man geschlossen, daß es dem jetzigen Kanzler unmöglich sei, gegen den Willen des Zentrums den Polen irgendwie wehe §u tun. Dazu kam, daß man gerade in der Frage der Ostmarkenpolitik mit den Schlüssel zu Rheinbabens plötzlichem Abgang gefunden zu haben glaubte. Wohl hat man aus ziemlich sicherer Quelle erfahren, daß zwischen den beiden Staatsmännern Bethmann und Rheinbabett „Meinungsverschiedenheiten politischer Art bestehen, die nicht auszugleichen sind", aber auf welcher! Gebieten diese Differenzen liegen, das ist bisher rrirgends offenbart worden. Neuerdings glaubt man ja bie Lösung dieses Rätsels in der preußischen^ Wahlrechtsfrage gefunden zu haben, die im Herbst Wiederaufleben soll; die neue Vorlage soll liberalen Wünschen. Rechnung tragen und eventuell mit einer Mehrheit aus Zentrum, Nationalliberalen und den linksstehenden Parteien gegen die Konservativen durchgedrückt werden. Darob sei Herr von Rheinbaben aus dem Amt geschieden. Was an dieser angeblich von zuverlässiger Seite stammenden Meldung richtig ist, läßt sich augenblicklich nicht beurteilen. Auf der anderen Seite glaubten gewisse Kreise die Meinungsverschiedenheiten eben in der Ostmarken frag e entdeckt zu haben. Man weiß, daß Herr von Rheiubaben in diesem Punkt mit dem Fürsten Bülow völlig einer Meinung war, und man hat daher die Worte viel beachtet, mit denen der bisherige Finanzrninister auf das Ergebenheitsielegramm des Deutschen Ostmarkenvereins, in dem dieser der tatkräftigen, nie versagenden Unterstützung der Förderung des Deutschtums in den Ostmarken dankbar gedenkt, antHM)riete: „Ich bleibe, ivie ich war!" Das bedeutet, so argumentierte kürzlich das „Leipz. Tagebl.", eine Absage an den Väinisterpräsidenten, der nicht bleibt, wie er war. Kommt noch hinzu, daß die letzthin aufgetauchte Meldung von einer Neubesetzung des erz- bischöflichen Stuhles von Posen - G n e s e n durch einen vermittelungsfreunblichen Polen nicht mit der nötigen Entschiedenheit abgetan wurde. Gleich hinterher tarn die Meldung von der Ernennung des polnischen Domherrn Jasinski zum Weihbischof von Gnesen, und die offiziöse Presse fügte hinzu, daß Jasinski zwar Pole von Geburt, aber Deutscher von Gesinnung sei. Bei aller nüchternen Betrachtung der Dinge wird man doch zugeben müssen, daß die Befürchtungen über eine Schwenkung der Regierung in der Poleirpolirik nicht allzu unbegründet sind. Wenn man die Gerüchte über die Neubesetzung des Posener Erzbistums als Stimmungsmache bezeichnet, jo ist doch die Absicht, Stimmung zu machen, an sich schon bemerkenswert genug. Die „Nordd. Allg. Ztg." ist auch in dieser Frage außerordentlich schweigsam; es wird also auch hier darauf ankommen, die Taten der neuen Herren unter Bethmanns Führung abzuwarten. Die „Schlep Ztg." ist in dieser Beziehung freilich ziemlich optimistisch. Sie erinnert an des Kanzlers Worte bei der Kättowitz-Jnterpellation im Januar d. I. im Reichstag, und meint, man dürfe nicht annehmen, daß §evc von Bethmann-Hollweg in einem halben Fahre feine Meinung geändert habe. Nun, Meinung Säuberung en vollziehen sich nicht selten sehr rasch, und es ist immerhin bezerchnend, twß es die „Schief. Ztg." trotz ihres Optimismus für notwendig hält, den Kanzler an seine damaligen Worte zu erinnern. Vie reichslündische wahlrechtssrage. Veranlaßt durch eine Polemik mit reichsländischen Zentrnms- btättem wird der „Straßburger Post" von ihrem Berliner Vertreter bezüglich der Wahlrechtsfrage in Elsaß-Lothringen, über welche jüngst in Berlin zwischen dem Reichskanzler von Bethmann Hollweg, dem Grafen von Wedel und dem Staatssekretär Zorn von Bulach eine Besprechung stattgefunden hat, festgestellt, daß neue Projekte bei dieser Beratung zur Sprache kamen; welches von diesen Projekten zum Entwurf ausgestaltet werden wird, das hänge freilich nicht von der übereinstimmenden Meinung der Reichsregierung und der elsässischen Landesregierung ab, sondern von der Möglichkeit, es im Reichstag und im Bundesrat durchzusetzen. Soviel stehe aber jetzt schon fest, daß das nackte Reichstagswahlrecht nicht kommen werde. Durch das Verhalten des Landesatrsschusses seien neue Schwierigkeiten geschaffen, zu deren Beseitigung das rechte Mittel zurzeit noch nicht gefunden ist. Die Lösung Oe. kretischen Krtfis. Der „Kölnischen Zeitung" wird aus Kanea vom 7. Juli gemeldet: Die Krisis ist durch Nachgeben gelöst. Die Opposition erklärte Venizelos, sie halte an der Ansicht f e st, die M u s e I m a n e n a u s z u s ch l i e ß e n, anerkenne aber das Recht einer über die Mehrhe.it verfügenden Regierung, den Schutzmächten die Zulassung zu zu sagen. Die Opposition werde der Negier!, "ig helfen, die Ordnung zu erhalten, bewillige vier Zwölf«el des Budgets und wünsche eine Kammertagung bis zum 14. ^eptembcr. Nach der Sitzung der Kammer am nächsten Samstag wird Venizelos die Schutzmächte benachrichtigen. — Die Stimmung ist hier ziemlich xuhig. Kanea, 8. Juli Da die Opposition in der gestrigen^Versammlung erklärte, daß sie es-der Regierung freistelle, den «Schußmächten die Zulassung der muselmanischen Deputierten zur Nationalversammlung mit enteilen, wird diese für Samstageinberufen. Paris, 8. Juli. Eine sichtlich vom Quai d'Orsay stammende Note über den gegenwärtigen Stand der Kreta-Frage besagt: Die vier Schutzmääste dürften, bevor sie an die Durchführung der Vorschläge gingen, wahrscheinlich durch Vermittelung der Konsuln bei ben Kretern einen letzten Versöhnungsversuch unternehmen und, sie auf die ernsten Gefahren ihrer unnachgiebigen Haltung aufmerksam machen. Ausland. In der französisch en Kammer richtete der Depu- tierte Bousson (Soz.) eine Interpellation an die Regierung wegen der gesetzwidrigen Verwendung von Afrikanern an Bord von französischen Da mp ferm Er machte dem Unterstaatssekretär Cheron den Vorwurf, daß er sich in parteiischer Weise in den letzten Streik der eingeschriebenen Seeleute in Marseille eingemischt habe. Cheron erwiderte, er habe nur seine Pflicht getan, indem er die sozialen Gesetze zur Anwendung gebracht, die Versuche, Unordnung zu stiften, unterdrückt und die Verhaftung der Disziplinverbrecher angeordnet habe. Die Kammer nahm darauf mit 367 gegen 95 Stimmen eine Tagesordnung an, bie der Regierung das Vertrauen ausspricht. Der spanische Ministerpräsident Canalejas verlas den Entwurf zum sogenannten Gesetz Cadenas, das die Niederlassung neuer religiöser Gesellschaften in Spanien untersagt, bis die Verhandlungen zwischen Madrid und dem Vatikan über die Reform des Konkordats beendet sind. Der Senat von Finnland beschloß die Veröffentlich u n g des vom Kaiser bestätigten Finnlandgesetzes gegen ben Antrag des Berichterstatters. Der Prokurator erhob gegen bie Veröffentlichung Einspruch. Die Versetzung des englischen Botschafters in Konstantinopel Lowther nach Petersburg ist nunmehr entschieden; über seinen Nachfolger ist noch nichts bekannt. Die Pariser „Action" will aus guter Quelle erfahren haben, baß bet türkische Finanzmini st er Djavid Bev mit der Ottomanbank über eine Anleihe von 250 Millionen Franks verhandle. Unter ben von her französischen Regierung für bie Bewilligung dieser Anleihe aufgestellten Bedingungen befinde sich auch die Konzession für das Eisenbahnprojekt Samsun— Siwas. Djavid Bev habe übrigens hier auch lvegen Verkaufes der Kronjuroelen verhanbelt. Der frühere Sultan von Marokko Abdul Asis ist an Bord des Dampfers „Schleswig" vom Norddeutschen Lloyd in Alexandrien abgefahren, um sich nach Jerusalem zu begeben. Aus N e w y o r k wird gemeldet: Das Konfektionsgeschäft ist durch den Generalstreik lahmgelegt, an dem gegen 50—80 000 Arbeiter teilnehmen. Sie sollen reichliche Geldmittel haben. Es wird der schwerste Lohnkampf seit 15 Iahten erwartet. Aus Stadt und Land. Gießen, 9. Juli 1910. ** Tageskalender. K i n e m a t o g r a p h: Täglich Vorstellung. Biograph: Täglich Vorstellung. * ** Die BerkehrZ-Einnahmen aus dcm Per- sonen-unb Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feststellung: für die Eisenbahnbirektionsbezirke Frankfurt a. M. unb Mainz: im Mai 1910 11943 000 Mk. ober gegen bas Vorjahr mehr 831000 Mk. = 7,48 Proz.; in ber Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 22 286 000 Mk. oder gegen bas Vorjahr mehr 1 378 000 Mk. = 6,59 Pwz.: für bie Preußisch-Hessische Eisenbahngemeinschaft: in jitai 1910 164123 000 Mk. ober gegen bas Vorjahr mc.r 13 358000 Mark = 8,86 Püoz.; in ber Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 321270 000 Mk. oder gegen bas Vorjahr mehr 21681000 Mk. = 7,24 Proz. ** Prinzessin Ludwig von Battenberg ist mit ihrer Tochter Luise, von London kommend, n. b. „Darmst. Ztg.", in Darmstadt eingetroffen und hat sich zum Sommer» aufentholt nach Schloß Heiligen berg begeben, wo auch Prinz und Prinzessin Andreas von Griechenland demnächst eintreffen werden. ** Pfarrperfonalien. Der Großherzog hat ben durch die Dekanatssynode des Dekanats Darmstadt für den Rest der laufenden Wahlperioden vollzogenen Wahlen des evang. Pfarrers Christoph Schneider zu Weiterstadt zum Dekan und des evang. Pfarrers Konr. Veite zu Darmstadt zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Darmstadt die Bestätigung zu erteilen; dem Pfarrer Herrn. Sack zu Bosen- heim die evang. Pfarrstelle zu Nieder-Weifel, dem Pfarrer Ludw. Scr iba zu Groß-Winternheim die erste evang. Pfarrstelle zu Groß-Gerau, dem Pfarrverwalter Rich. Ölff zu Badenheim die evang. Pfarrstelle daselbst und dein Pfarrverwalter Herm. Kahn zu Undenheim die evang. Pfarrstelle daselbst übertragen. • • Oberrechnungskammer. Der Großherzog bat den Kanzlisten bei der Oberrechnungskammer, Michael Nebhuth, auf fein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung feiner Gesundheit in ben Ruhestand versetzt. * * S t e u e r d i e n st. Der G r o ß h e r z o g hat den Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramt Mainz, Wilh. Nebhuth, auf fein Nachsuchen wegen Uebertritts in den Reichsdienst aus dem Staatsdienst entlassen. * *9(115 dem Militärwochenblatt. Ober-Jnten- danturfekretär Trost vom 18. zum 8. Armeekorps versetzt. Kuhn, Oberzahlmstr. von der 1. Abteil, des Großh. Art.- Korps, 1. Hess. Feldart.-Regts. Nr. 25, auf feinen Antrag mit Pension in ben Ruhestand versetzt. * * Notariatswefen. Der Großherzog hat den Gerichtsassesfor Aut. Jos. Weber aus Dromersheim zum Notar mit dem Amtssitz in Alzey als Nachfolger des Notars Bohn ernannt. * * Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lauterbach. * * Neue Hundertmarkscheine wurden am 1. Juli dein Verkehr übergeben. Diese neuen Ncichskasseuscheine sind fast so groß wie die Taufendmarkscheine, tragen die üblichen allegorischen Darstellungen von Landwirtschaft, Handel und Ji^dnstrie, sind tiefblau in Farbe gehalten wie die alten und haben als Wasserzeichen das Bild Kaiser Wilhelms I. ** Brandversicherungskasse. Der Gesamt- 5 e b a r f ber Kasse aus bem Jahre 1909 berechnet sich solgenbermaßen: an Brau ben ts chä b i g u n g eu finb zu zahlen in ber Provinz Starkenburg 331 Ö70 Mk. 32 Psg., in Oberhessen 210 838 Mk. und in Rheinhessen 153 2*02 Mark 58 Psg., an Entschädigungen zusammen 695110 Mk. 90 Psg. Die größte Entschädigung beanspruchte der Braud Her Maschinenreparaturwerkstätte ber Main-Neckar-Bahn in Darmstabt am 8. Juni 1908, nämlich 80 591 Mk. In Ober Hessen würben u. a. für folgende größere Brände .Enkschädigungen bezahlt: 15 686 Mk. vom Brand zu Reimenrod am 31. Januar, 10 248 Mk. vom Brand zu Elbenrod am 6. Mai, 56 732 Mk. vom Brand zu Ober-Moos am 25. Mai, 24 330 Mk. vom Brcmb zu Reibertenrod am 30. August. An sonstigen Kosten sind gu zahlen 585 578 Mk. 87 Pfg., zusammen also 1280 689 Mk. 77 Pfg. Gemäß der Verfügung des Ministeriums des Innern vom 15. Juni 1910 soll dieser Bedarf durch einen Ausschlag von sechs Pfennig auf je einhundert Mark Umlagekapital, das zum Ausschlag für das Jahr 196*9 in der Provinz Starkenburg 958615 720 Mark, in Oberhessen 517 566 480 Mk. unb in Rheinhessen 734 238 530 Mk., im ganzen 2 210 420 730 Mk. beträgt, ge- beert werben unb bie Erhebung bieses Beitrages in ben ersten 25 Tagen bes Monats August d. I. in einem Ziele erfolgen. ** Stadttheater. Da Johann Strauß' Operette „Wiener Blut", die am kommenden Dienstag gegeben wird, drei erste Sängerinnen verlangt, so wird neben den Damen Brill und Rosarita noch Frl. Alma Walle vom Enlser Kurtheater Mitwirken und zwar in der Paraderolle der Pepi Gleininger. Die Dame steht ja von der Operettenvorsaison des Emfer Personals her hier noch im besten Andenken. ** Der Kaufmännische Verein hält sein Som werfest morgen in Steins Garten ab. Zu Konzert und Tanz spielt bie Kapelle des hiesigen Regiments und für die lieben Kleinen werden zahlreiche Belustigungen unter Leitung der Kindergärtnerin Frau Hermine Fortong geboten. Die Veranstaltung verspricht einen schönen Verlauf, auch bei Regen- ivetter, da dann die Säle ein gutes Unterkommen ermöglichen. ** Eine reichliche Ernte an Beerenobst hat in unseren Gärten und Wäldern begonnen. Die Stachelbeeren, Johannistrauben, Heidelbeeren und Himbeeren erfreuen sich gerade in diesem Jahre der größten Aufmerksamkeit unserer Hausfrauen. Da für den Herbst die Zwetschenernte fast gänzlich ausfällt, kann auch der Zwetschenhonig kaum gekocht luerben. Deshalb sorgen die Hausfrauen schon jetzt für ihren Winterbedarf und die gute Beerenerute fonunt ihnen zu statten. Die Preise für die Beeren sind nicht niedrig, das Pfund Stachelbeeren kostet 15 Pfennig, Johannistrauben 22—25 Pfennig, Heidelbeeren das Liter 24—26 Pfennig, Himbeeren sind noch teurer. Die Kirschen sind dieses Jahr teuer und kosten das Pfund 40 Pfennig und mehr. ** Eigentümer gesucht. In der Nord-Anlagi wurde in der Nacht zum Freitag ein großer Henkelkorb mit nasser Wäsche, bestehend in Hemden, Blousen, Taschentüchern 2c. aufgefunden. Jedenfalls sind die Gegenstände gestohlen. Der Eigentümer kann sie am Polizeiamt abholen. *• Diebstahl. Von einem Milchwagen wurde heute morgen in der Ludwigstraße ein Korb mit 16 Pfund frischer Butter von unbekannten Tätern gestohlen. ** Zur Typhus-Epidemie in Gonterskir- chen wirb uns von hort geschrieben: Wohl liegt eine große Anzahl von Typhuskranken damieber unb beläuft sich die Zahl nunmehr nahe auf 60. In Villingen ist eine, in Ruppertsburg zwei unb in Freienseen ist eine Person erkrankt. Diese vier Leute sind Arbeiter, bie hier seit Wochen tätig touren unb Wasser in größeren Mengen von demselben Brunnen getrunken haben, wie die hier Befallenen. Es steht ziemlich untrüglich fest, baß bie Epidemie vom Wasser des mittleren Dorfdrunuens herrührt. Bis jetzt haben alle Erkrankten von biefem Brunnen Wasser getrunken. Häuser, bie ihr Wasser von anderen Brunnen beziehen, finb bis jetzt noch nicht heimgesucht. Daß ein Patient bereits starb, er war 23 Jähre alt, hängt wohl bamit zusammen, daß er einen Diätfehler begangen hat. Vom Kreisgesunb- yeitsumt unb dem hier praktizierenden Arzte ist alles getan worden, um eine Weiterverbreitung ber Seuche zu ver- hinbern. Der Zustanb ber meisten Kranken ist fo, daß weitere Tobessälle nicht zu befürchten finb, wenn bie An- orbnungen ber Aerzte befolgt werben. Leider ist ein Teil von ben Bewohnern nicht zu bem Glauben zu bringen, daß es ansteckende Krankheiten gibt und daß g-ar eine Ansteckung durch einen Brunnen erfolgen könnte. Einige ältere Dorfpolitiker schwören noch heute auf den „guten Brunnen" und das „gute Wasser", wenn sie auch vorsichtigerweise keines davon trinken. Die bessere Einsicht der Mehrzahl verschließt sich aber nicht den Anordnungen der Behörden unb ruft nach einer Wasserleitung. Hoffentlich föxbert bas Kreisamt bie Erbauung einer solchen, bamit in kurzer Zeit unsere ungesunben Wasserverhällnisse behoben finb, zumal der Gemeinderat einftimmig eine Wasserleitung beschlossen hat unb mehrere gute Quellen ben Wasserbebarf liefern tonnen. Befürchtungen wegen Verbreitung ber Seuche nach anderen Orten finb nach bie)en Darlegungen nicht zu hegen. ** In Am erika verstorbene Hessen. Frau Katharina Röhrig geb. Grünewalb, 66 Jahre alt, pus Schaafheim bei Dieburg, in Schilo Valley. = Großen-Bufeck, 9. Juli. Bei bem am 6. d. M. in Gießen abgehaltenen Ziegenmarkt, verbunden mit Prämiierung, waren von hier sechs Ziegen aufgetrteben, von denen eine Milchziege des Hch. Wagner XVIII. mit dem ersten Preis und eine demselben Besitzer gehörige Zeitziege mit dem 2. Preis ausgezeichnet wurde. Den übrigen vier aufgetriebenen Ziegen wurden Anerkennungen zuteil. Der hiesige Ziegenzuchtverein besteht erst feit 1. Januar 1909. tim fo mehr ist dieser Erfolg anzuerkennen, der ein Beweis dafür ist, daß der Zuchtverein bestrebt ist, erstklassiges Material zu züchten. — Altenburg (Oberhessen), 8. Juli. Der bisherige Leiter der K a is er l. B au in s p e kt iv n in D eu t s ch o stafr ika, Alfred L i p o w s k i, ist hier zur Sommerfrische eingetroffen, von wo aus er gleichzeitig eine Kur in Bad Salzschlirf verbindet. Herr L. ist einer unserer bekanntesten Ostairikaner, der sich besonders um die bauliche Entwickelung dieses Schntzgebietes, sowie im politischen Leben im Interesse dieses Landes seyr verdient gemacht hat, wofür feine verschiedenen Auszeichnungen Zeugnis geben. Er ,var der e r st e h e s s i s ch e B e a in t e , der 1895 in den K o l o- nialdienst des Reiches eintrat, aus dem er jetzt mit ber gesetzlichen Pension ausgeschieden ist. r. Groß-Felda, 8. Juli. In ber Gegend Von Windhausen ging gestern ein fürchterliches Hagelwetter nieder, man konnte noch lange dcnrach die EiSstücke auf ben Straßen zu Haufen zufammenkrhren. Es iuerbcn Hagelscl>äden bis zu 50 Prozent bezahlt, aber die meisten Landwirte sind nicht versichert. Im Feldatal ist gestern ein Teil Heu nach Hanse gekommen, heule hoffte man ben Rest des gemähten Futters, das zum Teil schon 14 Tage liegt, beim zu bringen, da setzti! heute früh wieder Regen ein und hielt fast ben ganzen Tag an. Ein großer Teil bes Futters ist tatsächlich verloren. — Uirsev Tütchen, dem ber moderne Bahn verkehr noch abgeht, bietet eine große Menge landsck>aftlicher und natürlicher Reize, leider ist ber Tour ist enverkech' noch gering. Das rot-weiße Band luirb aber auch uns nach unb nach TouriMu zuführe.u, sobald wir nur mehr bekannt finb. -- Bad » Nauheini, 8. Juli. BiS zum 7. Juli sind 1 7 7 4 4 Kurgäste nngefommen, wovon an genanntcni Tage noch 7085 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 7. Juli 200 429 abgegeben. i?. Friedberg. 8. x2ü»riL Gestern spielte sich hier ein auf* regender Vorfall ab. In sausendem Eia topp Fant ein Fuhrwerk bic Ahiifcrftrafee daher, der Fuhrmann hatte sein Pferd mcht mehr in bemalt, da diesem bte ausgehängte Wagenscherc auf die Perne schlug. Der Wagen rauntr gegen einen Laternenpfosten. Fuhrmann unb Pferd Tamm zu Fall, und der Wagen ging in Trümmer. Ium Glück Famen Fuhrmann unb Pferd mit kleinen Verletzungen davon. — Eine Anzahl Artillerieoffiziere mit den nötigen Mann- fdMiften waren ui unterer Stadt einige Tage einauartiert. Die- f eiben besichtigten das m unserer Eggend gelegene diesjährige Manöverfeld. — Diese Wocue wurde die Gencralversarrrmlung der hiejigm Pfennigsparkasse abgchalten. Das Institut besteht seit 1881. Jährlich gehen bei den Sammclstellen über 1000 M7, in Pfennigen gespart, ein, seit der Zeit ihres Bestehens über 30 000 Mark, die verzinslich bei dem Vorschuß uird Krediwerein angelegt sind. R. B. Darmstadt, 8. Juli. Einer der ältesten ehemaligenOffizierebcrhessischenTruppen, Oberst z. D. Freil>err August Roder zu Diersburg vollendete gestern in voller geistiger und körperlicher Frische sein 80. Lebensjahr. Frhr. v. Roder entstammt einer alten, seit vielen Jahren hier angesessenen Adelsfamilie. Er machte als junger Kadett im Ial-re 1849 den Feldzug gegen Baden mit und war auch am 13. Juli 1866 bei dem für die hessischen Truppen unglücklichen bluligen Gesocks bei Laufach. Fronhofen mit im Feuer. Im Krieg gegen Frankreich .1870/71 war er Hauptmann im Infanterie-Regiment Nr. 115, das damals in Worms stand, und führte die Leid- tompagnie dieses Regiments, an deren Spitze jetzt, nachdem das Regiment nach Darntstadt verlegt und zum Leibgarde-Regiment ernannt worden ist, sein Sohn steht. Der Großherzog hat dem hochverdienten, alten Soldaten gestern das Kvmmandeurkreuz 2. Klasse des Ludwigordens verliehen. — Ein jäher Tod ereilte heute abend auf dem Bahnhof einen Steinmetzmeister aus Herchen- roden. Derselbe kam mit dem Zug aus Mainz 7.26 Uhr hier an und wurde auf dem Bahnhof von einem Blut- stur z befallen. Die Sanitätskolonne schaffte den Mann ins städtische Krankenhaus, doch war er bereits tot. I] Marburg, 8. Juli. Der Direktor der medizinischen UnioersitätS- und Poliklinik, Professor Dr. Ludolf trauer, hat einen Ruf als Direktor an das Hamburg-Evpendorfcr Krankenhaus erhalten. — In diesem Sommersemester kommt hier zum erstenmal daß von der Stadt anläßlich der Ankunft des 2000. Stiidenten bewilligte Stipendiat an iinvcrschuldct in Not geratene Studenten zur Auszahlung. [] Wetter (Kr. Marburg), 8. Juli. Mit einem groben Zapfenstreich und anschließendem Feslko»nmerS auf dem Markt- platz begann gestern abend hier das historische Grenz- begangfest. ES dauert 5 Tage. W. Frankfurt a. M., 8. Juli. Heute nacht fidiT auf dem Güterbahn Hofe Bis cho f sh eim der Güterzug 636ti aus den in Gleis 10 ijaltenbcit Güterzug 8720 auf; hierbei entgleisten mehrere Wagen, die teilweise ft a r f b e s chä dtgt wurden. Personen wurden nicht verletzt. Storungen im Zugverkehr traten nicht ein. X. Hanau, 8. Juli. In der Marienkirche werden gegenwärtig am Chor Erneuerungsarbeiten vorgenommen, tvobei die ursprüngliche Bemalung des reichen Netzgewölbes aufgedeckt worden ist. Dieser wert volle historische Fund erregt das Interesse weiterer Kreise, auch der Bezirkskonservator Geh. Reg. Rat Prof. Tw. von Drach weilte deshalb hier. — Die Lohnbewegung in der Etuisbranche ist auf gütlichem Dege beige fegt worden, die Arbeiter haben die Äiinbigung zurück gezogen. Die bisherige lOftiinbigc Arbeitszeit ist um eine Stunde herabgesetzt, auch ist eine beträchtliche Lohnerhölmng gewahrt worden. —In Bieber gerieten auf dem Nach Hausewege von ihrer Lehrwerkstätte der 14jährige Lehrling Bauer und der 16jährige Lehrling Bied {miteinander in Streit, in dessen Verlaufe Bauer fein Taschenmesser zog und seinem Lehrkollcgen einen lebensgefährlichen Stich in die Herzgegend versetzte. (ßcricbtsfaaL Paris, 8 Juli Das Marseiller Kriegsgericht verurteilte vier Reservisten, welche bei der Meuterei im Lager von Massillan die Rädelsfübrerrolle gespielt hatten, zu Gefängnisstrafen von 2 Monaten bis zu 3 Jahren. — Das Gericht hat ferner fünf Reservisten, die nur wegen Meuterei unter Anklage gestellt waren, zu 2 bis 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Zeppelins Sludienfahrt nach dem Norden. Bergen .Norwegen, 8 Juli. Der Dampfer „Mainz mit ben Mitgliedern der Zeppelirischen Studienreise ist am 4. Juli, nachmittags, hier ring rt tonen. Die vornehmlichste Aufgabe der Fahrt ist es, festzustellen, ob sich auf Spitzbergen Buchten finden, die Luttschiffen des Zeppelim'chen Systems einen sicheren und geschützten Hafen gewähren können unb die Bedingungen zu ermitteln. unter denen Luftschiffe auf dem EiS zu landen vermögen, wobei hervorgehoben werden darf, daß die meteorologischen Verhältnisse des arktischen Sommers besonders günstige Bedingungen für die Motorluftschissahrt barbieten. Um beiden Aufgaben zu genügen, wirb der Dampfer „Mainz" zunächst eine Reihe von Buchten der Westküste Spitzbergens anlaufen, darauf bis zum Eis nach Norden dampfen und aldbann an der Eiskante entlang nach Südwesten, um an geeigneter Stelle durch den breiten Eisstrom an der Ostküste Grönlands, etwa in bei Breite vom Cap Bismarck oder südlicher gegen diese grönländische Ostküste vorzudringen. Da ein eisernes Schiff von der Größe der „Mainz" zu Fahrten ins Packeis nichts geeignet, ist ein bewährtes norwegisches Fangschiff, der holländische T-ampser „Phönix" gescharlert worden, auf den die Mitglieder übergehen, sobald das Eis die weitere Fahrt der „Mainz" hindert. Beide Schiffe sind mit Funksprucheinrichtungen versehen, um sie in dauernder Verbindung zu halten, wobei zugleich Erfahrungen gesammelt werden können, ob nicht in arktischen Regionen besondere Störungen der funkemelegraphischen Berständi- ciuig eintreten werden Graf Zeppelin mit dem Luftschiff« Lau wird, unterstützt durch die Eiserfahrungen von Professor von Tryaalski, Ankerversuche auf großen Eisschollen vornehmen, Prof. Her gesell außer der Mitwirkung an diesen Arbeiten scili' auf ber Jacht „Alice" bc-3 Fürsten von Monacco 1906 uns 1907 begonnenen acrologischen Forschungen der Atmosphäre in diesen Breiten mit Hilfe von Registrierballonaufstiegen fortfetzen und du- meterologischen Bei Innungen für bie Fahrt mit Luftschiffen iestzustellen suchen. Neben diesen Hauptaufgaben werden ozeanographische Arbeiten von Drtzgalski und Reich, sowie Arbeiten Miethes über ^Absorbtion der Sonne ustrahlen und photogrametrische Aufnahmen Spitzbergens einhergehen, während Graf Zedlitz, unterstützt von einem Präparator, Beiträge zur Kenntnis der höheren Fauna, der von der Reise berührten Gegenden unter be> sonderer Berücksichtiguiig der zoogeographifchen Verbreitung und Biologie sammeln wird. Graf Zeppelin hat für die Studien^ reife eine» Fesselballon von 5ö0 Kubikmetern, der zur Aufnahme von zwei Personen geeignet ist, zui* Verfügung gestellt, mit dem Ausstiege auf Spitzbergen wie auf dem Packeis, sowie auch Dcr- anlerungSversuckie vorgenommen werden sollen. Soweit ihre sonstigen Obliegenheiten es gestatten, werden sich der Kapitän der „Mainz" Dietrich, der eritc Offizier Gluud, die beide als lang* lährige Führer der Schulschiffe des Norddeutschen Llohd für derartige Aufgaben besondere Eignung und Neigung besitzen, sowie der erste Maschinist Brann an den wissenschaftlichen Arbeiten beteiligen. Der Dampfer „Mainz" ist für die Aufgaben der Studienreise besonders geeignet Das Schiff ist durch das Zusammenwirken von Behörden und Privaten mit den erforderlichen Laboratorien für die beabsickstigten ozeanographischen, acrologifdyen, aftino metrischen, zoologischen und photographischen Arbeite» zweck- entspicchend ausgerüstet. Nach Anlaufen von Tromfö, wo der Dampfer Phönix sich der Fahrt bet „Mainz" anschließen wirb, soll am 12. Juli bie Reise nach Spitzbergen fortgesetzt werben. Die Rückkehr Der Mainz nach Bremerhaven ist für Enbe August vorgesehen. Dcrmifdttes* * Moberne Hanbtäschchen. Vom „Hanbtäschälen" kann mam eigentlich nicht mehr spreck-en bei den gewaltigen Dimensionen der Tasche», in bene» die Dame all die ihr notwendige» Kleinigkeiten beherbergt; aber den zierliche» Namen wird man doch gern dem umfänglichen Gegenstand lassen, der sich nicht feiten schon in einem richtige» Koffer auswöchst. Doch find die großen, mit breitem Metallbügel versehene» Lebertaschen nickst die einzigen Neuheiten ber Saison: vielmehr entfaltet sich eine luxuriöse Mannigfaltigkeit in Material unb Formen ber mobemen Handtasck»e unb so kostbare, entzückenbe Kunstwerke werben auf ben Markt gebracht, daß selbst Tarnen, bie bisher nur bie Taschen unb Beutel aus reinem Golde für vornehm hielten, zu diese» vhantafievoll gescknnücktcn Gebilden greifen. Manche mondäne Dame legt sich eine ganze Sammlung solcher Behältnisse an, so daß sie zu jeder Toilette sich eine besonders charakteristische und passende Tasche aus ihrem Schatz auSsuchen kann. Pelztaschen treten auf, bie sehr groß, ganz flach, lang unb ziemlich hoch sind. Neben ihnen erscheinen Taschen aus stumpfem Leder, auS der Haut der Antllope, des Tapirs oder Ncnniicrs, die in den Natur- tönen oder in Khakifarbe gehalten sind. Ihr Schmuck besteh' bisweilen aus aufgesetzten Stickereien: andere Taschen aus rpei (herein Leder sind wieder im Rokokostil gehalten und mit gleich farbigen Bändern garniert Sie metben an Seibenschnüren gc> tragen; manche haben auch Ketten, bie an Armbänbcm umgelegt werben können. Die „Alligaior^Taschen" haben ein besonbcrs voluminöses Aussehen unb geivähren, wen» man sie öffnet, beit Einblick in eine ganze Menge von Fachem unb Abteilungen, von denen bei mittelste Fach für golbcne und mit Juwelen besetzte Toilettengcgenstände reserviert ist: jede ?lbteilung ist mit einem befonberen Schloß versehen. Auch Beutel aus leichten Geweben werden in den verschiedensten Formen getragen. Sie schließen sich ganz eng cm bie Toilette an, bie sie vervollständigen wollen. Zo gibt es zu Leinenkleidern auch mit reicher Stickerei geschmückte leinene Beutel, dann solche aus Piauö ui'w. Sie werden an dem Bügel mit Edelsteinen geschmückt, mit Türkisen und Opalen, durch Stickereien mit Glasperlen verschönt oder mit Fransen garniert Bei dunkler Kleidung sind Täschchen in sehr zarten Färbungen beliebt, in Taubenblau, Rosa ober auch in dunklem Moiröc. Sie finb sehr groß und sehr slach, werben auch mit Tuch- unb Hellen Lebcrsrreisen besetzt unb durch eine schmale Golbsassung abgeschlossen. Für besonders schick güt es, wenn bas Monogramm Der Besitzerin in künstlerischer Anordnung darauf gestickt ist Abendtoilette srscheinen die alten Pompadours in besonders reicher und kostbarer Zusammenstellung. Alte Brokate und Stickereien oder Goldguir»ire nm Blumen- unb Feberschmuck werben dazu verwendet, denn der schon von bm Großmüttern so geliebte Pom padour enoeu'i fub doch als die prakuschste Fomi bei Tasche, um ! nr.in r .(her, das Spitzentaschentuch, das wmzige Opernglas unb das Puderbüchschen unterzubringen. * Unbegreiflich Oinäbigc: „Marie, ich habe neulich ^anz deutlich gesehen, wie Sie Ihrem Grenadier meine ganze Speisekammer vorletzten, wie kommt daS?" — Köchin: „3a, gnädige Frau, ich verstehe das auch nicht, ich hatte noch meine Schürfe Über Pas Schlüsselloch gehängt!" * Schlimmer. Psarrer (dem Moosbauer ins (Gewissen redend,. „Aber, MaoSbauer, wenn Sie nun mit solchem MordS- rausch dciinkommen, schlägt denn Ihr Gewissen gar nicht?" — Moosbaucr: „Tös mt, aber mei Alte!" wuhtc von 56 K-ilDgramm empor gezogen, die bie J«hreszSchlesien würben Uhren und Juwelen im Wert von 36 000 Kronen gestohlen. Auf bei» Postamt Tesch en wurde ein Postbeutcl mit 17 000 Kronen entwendet: der Postamtsdiener Zientek würbe wegen des Verdachts des Diebstahls verhaftet. eitag fi (i r b tu P a i t Fuüilulsmltglied unb ehemaliger Generalkommissar der Weltausstellung von 1889, Georg Berger, im Alter von 72 Jahren. Vor kurzem würben von einem Bii^zerschiff an der Küste von Cherbourg zwei Silberbarren im Ge- Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlichk Wetterdienststelle Gießen. Verlaus ber Witterung seit gestern früh: Das intensive östliche Tieibruckgebiet zieht ganz langsam nordostwärts nach Jnnen- iußland ab. Randwnbel an seiner Westseite haben gestern unb in vergangener Nacht in (Blitiel- unb Ostdeutschland starke 9tegen gebracht. Tie CueQflüfie deS RbeineS melden zum Teil venuchtendeS Hochwaffer. DaS westliche pochdruckgebiet ist je^t in Verschiebung nach Rorbosten begriffen, so daß bet mehr nördlichem, aber doch wärmerem Winde zeitweise Aufheiterung eintritt. Wetterausstchteu in Hessen am Sonntag eem 10. Juli 1910: Etwas wärmer, zeitweise heiter, nur noch vereinzelt etwas Regen. ......... .JUEJ____-■ Griginal-Drahtmel-ungen. Metz, 9. Juli. Tie Militärluftschiffc „Z. I", „P I" und „M. II", die in der Frescoti<>llle stationiert sind, sollen am Montag chre Uebungen wieder beginnen. Der Direktor der Aackrener Detlerwane wird wahrend der Uebungen, die vom 12. Juli bis v.int 16. August dauern, eine Wetterstclle in der Ballonhalle errichten. „Z. I" wird von Major Sperling und Ingenieur Müller, „V. 1" von 5>ruptinann Lohm ü 1 le r imb Ingenieur EberS - bach^ „M. II" von Hauptmann George und Ingenieur Maar geführt. Mannheim, 9. Jüli. Der Rhein ist fortgesetzt im Steigen begriffen, her Neckar fällt. Santiago in Chile, 9. Juli. Der Präsident hat die Leitung der Gcsckiafte Dem Vizepräsidenten lüu'rtragcn und wirb zur Wiederlwrstellung seiner Ciesundheit eine sechsmonatige Mise nach Europa antreten. ^NESTLE Altbewährte Nahrund Hin der und Kra n~ke Zöpfe Haarutuerlagcn, Vodcitbrebcr, sowie alle sonstige» vaararbcitcu werden fdidn unb dauerhaft an- nefrrtint in dem IfHlil-hefi frliitr- oii Dur-Gwiili Hermann Vlank Ww Kavlantzaaffe 2. □ DOOOOOOOOQ ifrinüc neue pröBtc öerinjc „ „ flartoffcln Z seinfchmeckend unb aut bekömmlich cinpfiebh billigst Georg Wallenfels nur Markivlatz 21 Telephon 16 gegenüber der Engelapothekc RabaumarkenguSgabe d. Svarv. 9lcuc Slnrtoffchi 50 ktf inkl. Sack ab Friedberg I Mark 50 Psg. versendet in gut kochender Ware gegen Nachuabnie (ss6^ Jacob Ttern-Timon Friedberg iHeffenI. Tel. 368. LuilwU kohleriunnn IV. Üttcichstraße 12. |380G Grdbcer-Bowlc täglich frisch 3078 2lhott s iticinfhibc Neue Kartoffeln (1 gew erk-tichule : Offenbach am Main Direktor: Prof.Eberhardt Von der* Hütte zum Palast Großartig gespieltes, inhaltsvolles soziales Drama. Experimente mit Röntgenstrahlen Sehr lehrreich und interessant. N iMMsteichtt Humoristischer Schlager ersten Ranges, humorvoll im Spiel, erstklassig in der Ausstattung. M schlechten Weg« Großartige? Drama au? dem Pariser Leben. Welcher von beiden ? Humoristische Szene von Adrian Berteau. Ein braver Grenadier Ergreifendes Drama aus dem Soldatenleben. Schwiegermutter und der Teufel Humoristischer Schlager. Tonbild: Brüderlein fein. Bad-Nauheim. Wochenprogramm vom 10. bis 16. Juli 1910. T&grlich dreimal Konzert, morgens am Kurbrunnen, nachmittags und abends auf der ^erraffe. Sonntag*. Bornr. 11'/,—1 Uhr am Teich, nachm. u. abds. auf der Terrasse Konzert des Trompetcrkorps des Garde Dragoner ReatS. Nr. 23 aus Darmstadt. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Tbcater: Das Konzert. Montag. Abends im Kurbaussaale Operette: Wiener Blut. Dienstag. AbendS bei günstiger Witterung große ita- lieursche Nacht im Park und arfi der Terrasse. Mittwoch. Das Abendkonzert der Kurkavelle unter Leitung des Kgl. Professors HauS Wiuderstein. Abends rm Kurbaussaale Theater: Husarenfieber. Donnerstag. Bei günstiger Witterung 4—6 Uhr Mili- tarkouzert a. d. Johannisberg. Abends 8 Uhr im neuen KonzerlhauS großer karnevalistischer Gall. *r«lta.g. Abends im Kurhaussaale Operette: Die Dollarprinzcsfin. Samstag. Abends 8V« Uhr im neuen Konzerthaus V. «insonie Konzert der Kurkavelle unter Mitwirkung des Violoncell-Virtuosen Eugen Malm greu, St. Petersburg. Vorläufige Anzeigen. Sonntag, 17. Juli. Auf der Terrasse Konzert der Kur- kapette mit Einlagen des cornet ä pistan-Solisten Paul Wiggert aus Dresden. Dienstag, 19. Juli. Zaubervorstellung von Ben-Ali- Bap. Samstag, 23. Juli. Im neuen Konzerthaus abends §'/< Uhr Konzert zu gunften der Unterstützungskasse der Kurkavelle. De/7 Aölisihreib-MmiA grün dl. f. ein. Realgymnasiast, Tertianer, anfangs August gesucht Angeb. nut Beifüg, d. Methode u. Honoraranspr. pp. erb. unt. 05714 a. d. Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. Jeder liberale Mann ISIS 5W soll es lesen! „König Lsndrat." 8 Die Verhandlungen vor der Siegener Strafkammer wegen Beleidigung des Landrates in Berleburg sind als Broschüre erschienen und zu beziehen durch die Sckneider'sche Buchhandlung, Attesten, Neuen Baue. Perfekte Büglerin nimmt noch Kunden an. Daselbst wird auch Wäsche z. Waschen u. Bügeln an- genommen f.05791] Hanrmstr. 15II. Stelle Rechnungen von Gemeinden und div. Fonds und fertige sonstige Schreibarbeiten. Schrift!. Angebote unter 05703 an den Gießener Anzeiger erb. 1 Jagdwagcn viersttzig, in vorzüglichem Zustand, wegen Autoanschaffung ebenso wie 2 silberplattierte zwei- spänn. Geschirre zu verkaufen. Besichtigung: Wetzlar, Bahn- ______hosstraße 25.__________p% (<5ut erhaltener Sitzlicgcwagen zu verkaufen. Neuerbautes, massives Haus, zweistöckig, enchaltend 2x2 Zim., Küche, Speisekammer, großer Garten, per 1. August zu verkauf, oder zu vermieten. 1 Minute vom Bahnhof. Näheres bei [°572-3 W. Harbach 5II., Maurermstt., _______Großen Buseck._______ 05694) Ein gut erh. Kinderiport- waaen mit Gummireifeu bill. zu verkaufen. Neustadt 17 II. 3782] Wegen Geschäfts -Aufgabe noch übriges KseiwSze und Sonstiges abzugeben. Host. Auskunft gibt Frau St 0 br, Schützenfttage 13.____________ Wrd, Juchöwallach, vjährig, äußerst fromm u. zugfest, preiswert zu verkaufen bei 3816] Aug. Deibel, Neuenweg 50. 15 junge Hasen billig zu verkauien. i06710! Kaiser-Allee 151. Em Wurf junge Hasen, Belg. Riesen, auch mit Stall, billig zu verk. [05750J Labustr. 14 p. r. __Em58 Siecke WWWM IRodheim a. B. Sonntag den 10. und Montag den 11. Juli M ♦ T« - fottßMpi Schriftl. Angebote unter 3665 a a a a a a ik < a a an den Gießener Anzeiger erbeten. Unterzeichneter empsiehlt sich zur Anfertigung von Herren-, Knaben- n. Damen Kostümen. in und außer dem Hause. P. Leiäsch, 05626) Schöne Aussicht. Ofen - Backsteine, Feldbrand, zu ucrttuneii. Näheres auf dem Steinmetz- werkplatz am Bahnhof Großen- Linden ober bei I. Atzbach, Gießen, Marburgcr Str. 49. 06746 Hospiz.ta^* evang. Schwesternhaus, tiiescen. tobanneutr. - FuhrleistunM jed. Art, sowie Auszüge, Möbel' tranSportc, Waschfuhren übernimmt Ohr. Beiz, Lüweng. 11, 047591 Televh. 829. KONZERT „Water Jahn“ ( Sonntag von 4 Uhr an. 5. Tmniahrt des Taroerbundes Lahn - Dünsbsrg zu Launsback am 24. Juli 1910. Sonntag, morgens von 9 Uhr ab Wetturnen. Von 10-12 Uhr Konzert auf dem Festplatz. Mittags um 2 Uhr: Festzug, Freiübuugen u. Turneu Von 4 Uhr ab Tanz und Volksbelusttgung. Festptatz in der Gartenwirtschaft von Philipp Rinn. — Die Musik wird ausgeführt von Mitgliedern der Kapelle des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm. — Eintrittspreis 30 Pfg. 3771]______Der Festausschuß. .AusiMluWcr Verein w. A. Der unbeständigen Wilterrrng wegen wird der zu morgen geplante Ausflug nach Marburg verschoben. Dagegen Beteiligung am Vergnügen des Kauf männischen Vereins in StcinS Garten. Beginn um 5 Uhr StWtrin, ÄÄ in und außer dem Hause. 05669) Bahnhosstraste 58 II. r. PreMegelrr Sonntag den 10. d. Mts. bei Gastlvirt R. Ruhl, Schiffeuberger Tal. 05700 zzzz Anfang 3 Uhr. II— «slhentölirÄÄ^ auf dem Wege Liebigstr., Lud- wigstr., Wilbelmstr., Fraiikf. Straste. Abzug, gcg. Belohn. O67OS) Frankfurter Str. 75 I. Trockenes, kurzgeschnittenes Abfallholz (Schwarten) zum Feueranmachen liefert für Mk. 1.15 pro Zentn. frei ans HauS (2266 B. Nuhn, Lollar. MWckU erteilt zu jeder Tageszeit Th. Bäulke, Tanzlehrer Wolfstrasse 9. Ecke Kaiser-Allee. Eigener Saal. 05479 Privat- Tanz-Unterricht erteilt zu jeder Tageszeit Karl Schmidt, Tanzlehrer, 31 Wetzsteingasse 31. (342 05548| Reinigen, Wichsen, sowie Neuanlagc v. Parkettböden wird stets fachm. u. bill. ausgef. Näheres zu erfr. Ludwigstr. 44. 10000 einem pünktlichen ZinSzahler auf 2. Hnvothek gesucht. Schriftl. Angebote unter 05598 an den Gießener Anzeiger erb. 3584] Ein großes, Helles, freundliches Kneipzimmer abzugeben. Frankfurter Hof. Alteisen, Lumpen, Metallen Papier, Flaschen. LoniS Rotbeuberger, Neuenweg 22. Telephon 176. M. Break zn kaufen gesucht. Näh. Steinttraste 70 p. (05690 Gut erhaltener Schreibtisch zu kaufen gesucht. (05686 Offert, mit Preisang. an D. K. stadtpostlagernd erbeten.