Erstes Blatt 160* Jahrgang Montag IV.Ottober 1910 BezuqSpret». tBf monatlich 75 Pf.,viettel- jäbrlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal IbPf., auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton" und „Vermischtes" K. Neurath; für „Stadt u. Land" und „Gerichts- «r. 837 Der Siebener Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich HiehenerZoiniliendlätter; iwennaiwöchentl.Urel5- vlatt für den Ureir Sieben /Dienstag und Freitag); zweimal monatl. rand- wirtschaftliche Seitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, _ _ MU General-Anzeiger für Oberhessen tS Rotation,druck und Verlag der SrShl'schen Univ.-Vnch- und Steindruckerei B. Laugt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. sS. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Differenzen bei der Strafprozehordnungsresorm. Der Kur Beratung der Strafprozeßordnungsreform vom Reichstag gewählte Sonderausschuß hat am Donnerstag >ie erste Lesung des weitschichtigen Entwurfes beendet und ich bis zum 18. Oktober vertagt. Unter den Beschlüssen nteressieren natürlich vor allem diejenigen, bei denen sich )ie Mehrheit des Ausschusses nicht nur im Widerspruch u der Regierungsvorlage, sondern nach den Aeuße- ungen der Regierungsvertreter auch im Widerspruch mit )er Regierung selbst besindet. Es ist das vor allem fyer Zeschluß über die Sonderstellung, die den Parlaments- nitgliedern bei Strafverfahren und Strafvollstreckungen in >em neuen Gesetz eingeräumt werden soll, und sodann die trage, ob Laienrichter auch in der Berufungsinstanz zu- .ulassen sind. Ob an diesen Differenzen zwischen der hinter ter Ausschußmehrheit stehenden Reichstagsmehrheit und der Regierung die sganHe Vorlage scheitern wird, läßt sich heute roch nicht fa^en. Denn wenn auch in den in Betracht kom- nenden Ausschußsitzungen vom 23. und 29. September die Regierungsvertreter mit einer Zurückziehung der Straf- irözeßovdnungsreform gedroht haben, falls der Ausschuß ict der zweiten Lesuna seine Beschlüsse nicht ändere, so werten diese Drohungen doch ihre Wirkung verfehlen, und man st in parlamentarischen Kreisen der Ansicht, die Regierung oerde in den beiden strittigen Punkten ein so großes Entgegenkommen beweisen, daß ihr Angebot auch für die Reichs- agsmehrheit annehmbar sein werde. Hat, unter diesem Gesichtspunkte betrachtet, der Entwurf der neuen Straf- nlMßordnung immerhin begründete Aussicht, Gesetz zu verden, so werden sich zweifellos um die beiden oben gerannten Ausschußbeschlüsse, ehe die Regierung sich zu einem Kompromiß bereitfinden läßt, so heftige Kämpfe im Plenum ntwickeln, daß es schon heute angebracht erscheint, sich mit tiefen beiden Fragen zu beschäftigen. Bekanntlich genossen bisher die Mitglieder des Reichs- ags und der Landtage das Vorrecht, daß gegen sie während >er Dauer der Sitzungsperiode ein Strafverfahren im allgemeinen nur mit Zustimmung der Parlamente eingeleitet werben konnte. Diese Bestimmung hat natürlich den Zweck, lesonders strebsamen Staatsanwälterr in Zeiten politischer /risen die Möglichkeit zu nehmen, der Regierung opponie- ende Abgeordnete in Untersuchungshaft bringen z>u lassen cnd dadurch die Opposition lahmAulegen. Denn nach einem ekannten Ausspruch genügen schon drei geschriebene Zeilen, im einen Menschen aufs Schafott, wie viel weniger, um hn in Untersuchungshaft zu bringen, vor der eigentlich liemand sicher ist. Trotzdem wies diese Bestimmung insofern ine Lücke auf, als die Vollstreckung einer gegen Abgeordnete rkannten Freiheitsstrafe jederzeit, also auch während der Tagung des Parlaments, beliebt werden konnte, eine im Sinne der Regierung schaltende Justiz also auf diese Weise ehr gut oppositionelle Abgeordnete der Ausübung ihres Nandats entziehen konnte, wofern gegen sie auf eine Frei- leitsstrafe erkannt worden war. Der Ausschuß hat deshalb n der Sitzuna vom 23. September einen neuen § 471a be- chlossen, der da lautet: „Gegen Mitglieder gesetzgebender Versammlungen des Deut- chen Reiches oder eines Bundesstaates darf während der Sitzungsperiode der Versammlung nur mit deren vorheriger Genehmigung 'ine Freik^itsstrafe in Vollzug gesetzt werden. Jede gegen ein Mitglied solcher Versammlungen vor deren Zusammentritt be- wunene Vollstreckung einer Freiheitsstrafe wird auf Verlang«: Der Versammlung für die Dauer der Sitzungsperiode ausgesetzt." Ein Mißbrauch dieser neuen Bestimmung seitens einer Gietzener Stadttheater. Der Verschwender Von Ferdinand Raimund Gießen, 10. Okt. Tie gestrige Aufführung von Raimunds beliebter, nahezu hundert Jahre alter Zauberposse vom Verschwender gab unserer Bühne hinreichend Gelegenheit zu einer märchenhaften, glanzvollen Ausstattung. Das gesamte technische Personal hatte sich unter zielbewußter Leitung zu einem regen, hocherfreulichen Wetteifer verbunden, um alle fünfte des Theaters zu, einem gelungenen, farbenprächtigen Ganzen zu vereinen. Was unsere Bühne in dieser Art zu leisten -imstande ist, das'hat sie gestern geleistet, und sie hat einen starken Erfolg damit gehabt. Es würde zu weit führen, wenn hier alle die gelungenen Szenerien aufgeführt werden sollten, ein paar seien nur herausgegriffen: Die Beschwörung in der goldenen Feenhalle, der nackte Fels, der sich zum blumengeschmückten Berg Häuschen verwandelt, der Ausblick auf die Landschaft, das Gestade des Sees, die Ruine des Schlosses, und Cheristanes Blumenthron. Wer auch die übrigen Einrichtungen 'toaren sehr ansprechend und zeugten von eifrigem Bemühen und geschmackvoller Regie- kun'st. Sehr rührig und stott zeigten sich auch die stummen Spieler, int Jargon der Bühne: die Komparserie, die sich unter Herrn. Bakofs Leitung verständnisvoll und wendig bewegte. Im Mittelpunkt des Stückes steht — trotz des Titels, der ursprünglich übrigens Der Dankbare lauten sollte -- der humorvolle, gütige Valentin, durch den das Werl weit über den Rahmen einer Zauberkomödie hinausgehoben wird. Hermann Norden wurde der großen Aufgabe gerecht. Er zeichnete den lustigen, geschwätzigen Lakaien mit ergötzlichem Humor und sand auch als biederer, grundgütiger Handwerlsmann von wahrhaftem Herzenstakt den richtigen, humorvoll-wehen Ton, wenn er auch Nachdruck auf das llebermuttge legte. Bei seinem heiteren Spiel formte sich selbst der bedrohte Kammerdiener Wolf, den Kurt Gühne — durch die Nachmittabsvorstellung anscheinend abgespannt — etwas müde schelle, eines gesetzgeberischen Körperschaft ist natürlich nur in der Theorie Lenkbar. Denn bei unseren deutschen Verhältnissen wird ein Parlament niemals einen wirklichen Verbrecher der Strafvollstreckung einige Zeit entziehen wollen, um ihm vielleicht die Möglichkeit zur Flucht zu geben. Ist diese Bestimmung also im wohlerwogenen Interesse nicht nur der Abgeordneten und des durch sie vertretenen Volkes, sondern auch im Interesse der Regierung selbst vom Ausschuß beschlossen worden, so daß man sich eigentlich über den Widerstand der Regierung dagegen wundern muß, so liegt im Gegensatz zu dieser nur staatsrechtlichen Frage die andere, die Zulassung von Laien- richternzurBerusungsin stanz, auf eminent praktischem Gebiet. Denn darüber kann fein Zweifel sein, daß ein großer Teil des deutschen Volkes zu der bevorstehenden Neuordnung unserer Justizpflege herzlich wenig Vertrauen hätte, wollte man es bei den Bestimmungen des Regierungs- entwurses bewenden lassen, und zwar zu der Strafkammer als erster Instanz Laienrichter hinzuziehen, dagegen die Be- rusungskammer gegen die Urteile der ersten Instanz nur mit Berufsrichtern ausstatten. Es würde dann im wesentlichen, da es an Berufungen der Staatsanwaltschaft gegen das „Laiengericht" selten fehlen würde, nur das Schwergewicht der Strafkammerentscheidungen in die Berufungsinstanz verlegt werden. Der Ausschuß hat deshalb beschlossen, die Berufungsinstanz mit 3 Richtern und zwei Schöffen auszustatten, besindet sich aber dabei im Gegensatz zur Regierung, die für die ausschließliche Besetzung der Be- rusungsinstanz mit Juristen deren juristische Fachkunde, sowie den Umstand ins Gefecht führt, daß es an geeigneten Schöffen ^für die Berufungsinstanz fehlen würde, nachdem man bereits die Strafkammern erster Instanz mit Laienrichtern ausgestattet hätte. Dem ist aber, was das fachliche, formelle Uebergewicht des Juristen über den Laien aillielangt, entgegenzuhalten, daß es sich bei der Berufungsinstanz nicht nur um eine Nachprüfung der rechtlichen Auffassung der ersten Instanz handelt, sondern um eine Wiederaufrollung der ganzen früheren Verhandlung. Und dafür sollten, zumal im Verhältnis von 2:3, Laienrichter nicht geeignet sein, denen man doch bei den Schwurgerichten die Entscheidung der Schuldfrage in weit schwereren Fällen anvertraut? Der Behauptung der Regierung aber, es fehle für die Besetzung der Berufungsinstanzen an geeignetem Schöffenmaterial, muß umso energischer widersprochen werden, als einmal durch die Einführung des Amtsrichters als Einzelrichter an Stelle der früheren Schöffengerichte, sowie durch die Kompetenz- beschränrung der Schwurgerichte an Laienrichtern gespart wird, und sodann auch die Gewährung von Tage- und Reisegeldern an Schöffen und Geschworene einen weiteren Kreis der Bevölkerung schöfsensähig macht. Deutsches Das Wölfische Bureau meldet aus Friedberg: Von autorisierter Seite geht uns zu, daß der Kaiser Nikolaus beabsichtigt, in der ersten Hälfte des Novem- berdenKaiser Wilhelm in P o tsd am zu besuchen. Wie der Reichstagsabgeordnete Napier alski der „Schles. Volksztg." mitteilt, wird er ein Mandat bei den nächsten Wahlen nicht mehr annehmen. In einem Anfall von Geistesgestörtheit erschoß sich in Leipzig der freikonservative sächsische Landtagsabgeordnete für Leipzig-Land, Verlagsbuchhändler Dürr. In B a m b e r g wurde in Gegenwart des Prinzen Rupprecht von Bayern als Vertreter des Prinzregenten das Denkmal Königs Ludwig II. enthüllt. Der Feier leichten Lächelns nicht erwehren. Rudolf Goll war als reicher Verschwender frisch und schneidig, aber als zerlumpter, heimatloser Bettler fand er sich nicht so recht. Charlotte Hill zeigte sich als Kammermädchen temperamentvoll, aber schlecht geschminkt, als Handwerkerfrau dagegen erschien sie in prächttger, charakteristischer Maske und verstand es vorzüglich, ihr Spiel mit ihrem Aeußeren in Einllang zu bringen. Rolf Gun o l t gab den dienstbaren Geist Agur überlegt und ausgearbettet, Fränzi Koch die Fee Cheristane mit etwas seelenloser Anmut. Lore Scholz schuf ein alles Weib von drasttscher Komik. Der zwelle Aufzug brachte als Einlagen: Aus Figaros Hochzeit Canzone und Arie des Pagen, die Lissy Heg ermann unter starkem Beifall sang, und eine von Lina Oldini einstudierte MaMrka-Quadrille, die ebenfalls sehr freudig ausgenommen wurde. Das Orchester unter Fritz Hollfelds Leitung brachte ixie Kreuzersche Musik zu bester Geltung. Am Nachmittag wurde Björnsons Lustspiel: Wenn der junge Wein blüht, im wesentlichen in derselben Besetzung wie in her vorigen Spielzeit unter Hermann Bakofs Leitung gegeben und hatte starken Beifall. — Die 3. Rhein-Mainische Volksakademie in Wetzlar. Der Rhein-Mainische Verband für Vollsbildnng hatte für die Zeit vom 25. September bis 5. Oktober Angehörige der verschiedensten Berufsschichten und religiösen und politischen Gruppen zur Beratung der brennenden Fragen der Volkserziehung, Volksbildung, von deren Lösung ziu einem guten Teil die Gesundung unseres Volkslebens abhängt, nach Wetzlar eingeladen. 19 Arbeiter, 19 Lehrer und andere Schulmänner, 4 Pfarrer, 3 Schriftsteller, 2 Studenten, 6 Angehörige anderer freier Berufe und 11 Frauen waren seinem Rufe gefolgt — eine Beteiligung, die die Erwartungen weit übertraf. Trotz gelegentlichem heftigen Auf- einanderplahen der verschiedenen Meinungen verband die aufrichtige Liebe zum Volk — ein Begriff, unter dem immer die Nation in ihrer Gesamtheit, nicht eine einzelne Klasse verstanden wurde — alle Teilnehmer zu einer fieundschaftlichen Gemeinschaft. Neben der Arbeit boten die gemeinsamen Mahlzeiten, Ausflüge usw. Gelegenheit, sich einmal, von der Fessel bet Standesvorutteile frei, als Mensch unter gleichstrebenden Menschen zu fühlen. Alle waren schloß sich ein von der Stadt gegebenes Festmahl an, sowie ein Festig mit 200 Krieg er vereinen als Huldigung für den Prinzen.______________ Ausland. Da der finnländische Landtag die Beratung der Gesetzesvorlagen über die Gleichberechtigung aller russischen Untertanen in Finnland und über die Ablösung der Wehrpflicht der Finnländer durch die Zahlung einer Summe an die Staatskasse abgelehnt hat, gab der Kaiser von Rußland den Befehl, auf gründ der > am 30. Juli 1910 erlassenen Gesetze für Finnland diese Vorlagen in d er Reichsduma einzubringen. Der finnische Landtag wurde aufgelöst. Die Neuwahlen wurden auf den 2. Januar neuen Stils, der Zusammen^ tritt des Landtags auf den 1. Februar angesetzt. In der Sitzung derspanischenKammeram Samstag sprach der Ministerpräsident Eanalejas über die Kundgebungen der Katholiken und der Arbeiters Es gäbe auf der Rechten und der Linken Elemente, die in einer Art Vergingen, die man als Aufreizung zum Bürgerkrieg bezeichnen müsse. Die Haltung der Klerikalen sei aufrührerisch und ungesetzlich. Canalejas sprach dann über die Beziehungen Spaniens zu dem Vattkan und setzte auseinander, baß bie Nachgiebigkeit der öffentlichen Gewalten in Spanien gegenüber der Kirche zu einer Aufsaugung des Staates durch die Kirche geführt hätte. Ter Klerikalismus habe die bürgerlichen Freiheiten und die Gewissensfreiheit zerstört. Tie Regierung beabsichtige keineswegs die Beziehungen zu Rom abzubrechen, sie wolle diese vielmehr enger gestalten. Außer Cadenas Gesetzantrag werde die Regierung binnen kurzem eine Gesetzesvorlage einbringen zur Regelung der rechtlichen Lage der religiösen Genossenschaften. Die^von dem früheren liberalen Minister Gasset beantragte Tagesordnung, welche der Regierung das Vertrauen ausspricht, wuroe mit 147 Stimmen der Liberalen angenommen, die anderen Parteien enthielten sich der Abstimmung. Depeschen aus Kussove in Mazedonien melden, daß die Stadt militärisch besetzt sei. Die Einwohner werden §um Teil gefangen gesetzt und wurden mißhandelt; andere wurden in ihren Häusern fest- gehalten, so daß sie Gefahr liefen, Hungers zu sterben. Nach einer Depesche der „Newyork ©un" aus Guatemala flohen die in.A m a p a l a (Honduras) lebenden Ausländer aus der Stadt, nachdem der Stadttommandant besohlen hatte, alle Engländer und Amerikaner festzunehmen und ihr Eigentum zu konfiszieren. Der englische Konsul entkam nur mit genauer Not unter dem Kugelregen der Soldaten des Kommandanten; dieser wollte auch den englischen Geschäftsttäger verhaften lassen, den er beschuldigt, die Bevölkerung zur Revolution auszureizen. Der Kommandant droht, beim (Eintreffen des englischen Kriegsschiffes, um dessen Entsendung der Konsul gebeten hat, die Stadt niet) er brennen zu lassen. Aus Hongkong wird gemeldet: Die Marinebehörden zogen aus Besorgnis vor dem Ausbruch einer fremdenfeindlichen Bewegung in Kanton vertrauliche Erkundigungen ein, um rechtzeitige Maßregeln zum Schutze der brittschen Untertanen ergreifen zu können. zugleich Empfangende und Gebende; besonderen Dank erntete der bewährte Sozialpädagoge Prof. Natorp aus Marburg, dessen Vorträge über Pestalozzis Gedanken zur Volkserziehung das Gerippe darstellten, an das sich die übrigen Verhandlungen angliederten. Jeder, der die Wetzlarer Tage miterlebt hat, bat wohl reiche Anregung mitgenommen für das große Werk der Volkserziehung, das allen am Herzen lag. — Der wissenschaftliche Kursuszum Studium der Alkoholfrage, der vom 16. bis 19. Oktober im Katharinensaal zu Colmar stattftndet, hat in weiten Kreisen lebhaften Anklang gefunden, wie daraus hervorgeht, daß sich schon gegen 300 Teilnehmer gemeldet haben. Sonntag den 16. Oktober wird die zu gleicher Zeit stattftndende Wanderausstellung über den Alkoholismus im Kaufhaussaal eröffnet. Abends findet ein Lichtbildervortrag zur Alkoholfiage statt. Der berühmte Rassenhygieniker Professor Dr. von Gruber spricht am Montag abend über den „Alkoholismus im Zusammenhang mit den sozialen Problemen der Gegemvart". Am Dienstag nachmittag findet eine gemeinsame Besichtigung der Pflege- und Heüanstalt in Ruftuh unter Führung und mit einem Vortrag ihres Leckers Direktor Dr. Groß statt. ' i — Ein H eine-DenkMal in London. In der britischen Hauptstadt beschäftigt man sich mck dem Plane, Heinrich Heine eine Ehrmzg zu erweisen: an dem altertümlichen Hause in der Graven Street, in dem Heine 1827 während seines Besuches in England wohnte, soll eine schön gearbeitete Tafel angebracht werden, die jeden Vorübergehenden daran erinnern soll, daß hier der berühmte Lyriker einst als Gast Englands weilte. — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. In der Eröffnungssitzung des 9. Deutschen Samaritertages int Alten Rathause zu München wurde bekanntgegeben, daß die Goldene Esmarchmedaille für hervorragende Verdienste auf dem Gebiet des Samariterwesens verliehen wurde: der Wckwe Professor Esmarä)s geb. Prinzessin Henriette zu Schleswig-Holstein, der Fürsttn Metternich-Sandor, dem Fabrikbesitzer Frcksche Leipzig, dem Branddirektor Weigaiidt-Chemnitz und dem Professor Rens Sand-Brüssel. — Ter Internationale Ausschuß für Höhen- und Sonnenforschung unter dem Vorsitz Leon Bourgeois beschloß, roic_ aus Brüssel gemeldet wird, xnr Fottsetzung ihrer Arbeiten über die Wirkung des Sonnenlichtes eine zweite Expedition in das Hpck>gebirge des P ic von Teneriffa zu entsenden. — In Lemb erg ist die polnische Schriftstellerin Marja Konotzn; ck.a gestorben. reizt. Zu den vorzubeugen. Insbesondere ist ein Verbot des Hand^r mit Klauenvieh un Umherziehen und z-var zunächst bis zum 30. November ds. Js. erlassen. Ebenso empfehlen mir Ihnen, bis auf weiteres das Ab holten von Vieh, markten und Viehschauen zu untersagen. Sollte die Seuche im Grvßherzoatum ausbrechen, so wären un. vorzüglich die in unserem Äusschreiben vom 10. März 190g enthaltenen Anordnungen zu treffen, sowie die durch txe Amtsblätter Nr. 16 vom 14. September 1907 und Nr. 1$ vom 2. September 1908 vorgeschriebenen telegraphische Benachrichtigungen zu veranlassen." ** Di e Maul- und Klauenseuche ist ans. und nuLhten (ZnLrufe. König Manuel empfing cm Bord seiner Jacht den Besuch des Gouverneurs. Die Stu ' ’ “ 2111$ Stabt unb Land. Gießen, 10. Oktober 1910. * AuSzeich nung eines Gesangvereins. Der Großherzog bat dem Männer-Gesangverein zu Hirzenhain in Anerkennung seiner vaterländischen VereinS- bestrebungen zu seinem 50jährigen Jubiläum einen Fahnenschmuck verliehen. • • Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde der Lehrerin Eva Metzler zu Bieber (Kr. Offenbach) eine Lehrerinstelle an der Gemeindeschule zu Budenheim. ** Englisch er Geschäftsträger. Der Königlich Großbritannische Geschäftsträger Frederic D. Har- ford hat am Samstag das Beglaubigungsschreiben, das ihn in gedachter Eigenschaft bestätigt, dem Staatsminister Dr. Ewald überreicht. ** Veterinärwesen. Assistenzveterinärarzt Karl Blume zu Homberg a. O. wurde mit Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Kreisveterinäramts Grünberg und der praktische Veterinärarzt Dr. Karl Seitz zu Groß-Felda mit Versetzung der Assistenzveterinärstelle in Homberg a. O. beauftragt. s gegen die Kongregationen ist sehr g e - —7 Vorgängen im Kloster Qutthaes wird noch gemeldet, daß Reiterei und Matrosen in dos Gebäude erndraugen: lic es gamuni. Tas wenig beschädigte Innere zeigte deutliche Spuren einer eiligen Flucht der Insassen. — der vorigen Nacht wurde in das bewaffnete Frauenkbofter Tr e nas geb-rungen, 150SchwesternversuchtenWider- st and zu leisten, im Tuimnult wurden 12 Nonnen l ich t v er wundet sie wurden in das Militärkranstml^ius gebracht, die übrigen Normen wurden in Wagen weggeführt, man weiß nicht wohin. Tas Kloster wurde von Militär beseht. Die Ausweisung der M önche hat allenortes begonnen. Die in den Nösterlichen Erziehungsanstalten untergerbrachten Kinder wurden ihren Eltern zurückgegeben. Unter den Ausgewieiänen befindet sich Karbinal Netto, ein Franziskaner. Der Erzbisclwi von B e j a hat bereits das Land verlassen. Nur wenige Kirchen in Lissabon sind heute geöffnet. ” Stadttheater. Die Novität des morgigen Abends, das dreiaktige Lustspiel „Der große Name" von Leon und Feld ist im vergangenen Sommer in Frankfurt zum ersten Male aufgesührt worden und steht seitdem dort auf dem Spielplan. Die Frankfurter Zeitungen stellten damals einmütig die geradezu begeisterte Aufnahme fest, die das Werk bei dem Publikum sand und in der Tat erweist das Stück lnit seiner Mischung von heiteren und ernsten Szenen, mit seinem Milieu — es spielt in Musikerkreisen und der letzte Akt führt in den Konzertsaal — sich als eine der wirksamsten Erscheinungen der letzten Jahre. In Hauptrollen sind beschäftigt die Herren Goll, Bakof, Marx und Gühne und die Damen Engel, Koch, Frl. Scholz und Frau Gühne. •• Frauen und Krankenkasse. Man schreibt uns: Wir weisen die an den Krankenkassen beteiligte Frauenwelt nochmals auf den heute abend stattfindenden Vortrag von Frau Wäscher-Kassel hin. Die Rednerin wird alle, denen die Bedeutung ihrer Wahlberechtigung zu den Ortskrankenkassen noch nicht klar ist — und es sind deren viele — auf den Ißcrt und die Wichtigkeit ihrer Stimmabgabe aufmerksam machen. Möchte sich keines der weiblichen Mitglieder diese günstige Gelegenheit entgehen lassen, sich Klarheit über seine Rechte und Pflichten hinsichtlich der Krankenkasse zu verschaffen. c '' Konzert.Verein. Im Inserat (Donnerstag, b. Oktober) hat sich ein kleiner Irrtum eingeschlichen, der zu beseitigen i|t: Das 5. Konzert findet nicht am 9., sondern am 8. Januar 1911 statt. Verbreiterung des SelterSwegS. Unsere Notiz vom 8. Okt., der die dort genannten Herren übrigens fernstehen, haben wir dahin zu ergänzen, daß allerdings die Absicht besteht, an Stelle deS alten Hauses Seltersweg 12 einen Neubau zu errichten, für den die Entwürfe angefertigt sind. Es liegen aber auch Pläne für einen Umbau vor, da die Verhandlungen mit der Stadt wegen des in die Straße fallenden Geländes noch nicht zu Ende geführt sind und da von deren Ergebnis die Entscheidung abhängt, ob neugebaut oder nur umgebaut wird. Wie wir weiter hören, sollen auch die beiden angrenzenden Häuser neugebaut und zurückgerückt werden, falls das Kröllsche Haus abgebrochen wird, so daß dann die engste Stelle des Selterswegs wesentlich verbreitert würde. Dämpfung der Maul- unb Klauen- ,e31 t\ß- ^ay.^jnifterium des Innern veröffentlicht nach- tehendes Äusschreiben an die Kreisämter und Kreis- letemnaramter: „Nachdem die Maul- und Klauenseuche der Landesgrenze, in bedrohlicher Weise nahe gerückt ist, veranlassen wir Sre unter Verweisung auf die 'Ausschreiben vom 5. Januar 1905 und 12. März 1907, alle Maßnahme nun vorzüglich anzuordnen, die geeignet sind, erner Verschleppung der Seuche in das Großherzogtum . Marnh, 8. Okt. Die Militärverwaltung hat be- antrngt, daß zum Vorteil der Landesverteidigung die elektrischen Leitungen nach den Orten, die im Umkreise von drei stunden um Mainz liegen, unterirdisch angelegt wer» den. Dadurch wird die Anlage natürlich außerordentlich verzögert und es dürste noch geraume Zeit dauern, bis die Fertigstellung der Anlagen vollendet ist. o — Oden Hausen, 9. Ott. Hier hat ein zwölfjähriger «junge einem gleichaltrigen Kameraden, mit dem er während be$ Spieles m Streit geriet, durch einen Schuß in den Arm beriet. Lae versöhnten sich aber rasch wieder und zogen nut anderen Bürschchen zu gemeinsamen Kampf nach Rutters« Lissabon, 8. Okt. Die Regierung ttnrb noch vor Montag außer dem bereits angeTünbigten 'Dekret über die Freilassung der wegen ihrer Zugehörigkeit zu geheimen Gesellschaften verhafteten Personen Verfügungen erlassen über: Amnestie wegen Preßvergehen, politischer und gemeiner Vergehen Verurteilter, Wiederherstellung des Preßgesetzes des früheren Ministers Barjona Freitas, Aenderung der Eidesformel bei der Uebernahme des Amtes, Ersetzung des Wortes Königlich durch Republikanisch in den Protokollen, sowie über die Verlängerung der zurzeit schwebenden Prozesse um zehn Tage. London, 8. Okt. Die Anzahl der Opfer wurde noch nicht festgestellt, überschreitet aber wahrscheinlich nicht 300. In allen Straßen sieht man Züge von Bürgern und republikanischen Truppen; sie werden mit ihren Fahnen vom Publikum begeistert begrüßt. Theophil Braga erklärte, der Zwech ber* jRetwlUtion sei fein militärischer oder persönlicher wie bei ben Umwälzungen in ber Türkei und Brasilien, sei vielmehr d«s Ergebnis philosophischer Ideen. Die Dynastie Braganza ließ es daran fehlen, mit dem modernen Fortschritt zu gehen; sie bedeutete für das Volk stets die GefÄhr einer Einmischung Englands dadurch, daß sie vergaß, daß das Bündnis zwischen den beiden Völkern und mcht zwischen den beiden Königshäusern geschlossen worden war. Dank dem Admiral Reis brach die Revolution zwei Tage vor dem festgesetzten Termin aus. Ta Admiral Reis an Stelle der verabredeten 31 Kanonenschüsse nur deren drei hörte, glaubte er, die Bewegung fei gescheitert und verübte Selbstmord. Die Revolution brach während des Festmahles aus, das der König zu Ehren des Marschalls Hermes da Fonseca auf Schloß Belem gab. Der König kehrte in das Stadtschloß Mecessidades zurück und wurde von den.Ministern nicht mehr gesehen. Er begab sich im Automobil nad) Mafra Die royalistische Partei hat aufgehört, zu existieren; royalistische Zeitungen erscheinen nicht mehr. Einstweilige Ruhe. L i s s a b o n, 8. Okt. Nach den vorliegenden Meldungen ist das Land längs ber Eisenbahnen allenthalben ruhig. Der Durchgangsverkehr an ber Grenze vollzieht sich wieber ohne Umsteigen; auf ben Stationen sammelt sich bie Bevölkerung, welche bie Republik begeistert begrüßt und die Fahnen schwenkt. In Lissabon ziehen Patrouillen durch die Straßen. Auf verschiedenen Plätzen und Straßen sind Posten aufgestellt. Die am Kampf beteiligte Zivilbevölkerung behrelt ihre Waffen. Der Kampf war auf wenige stellen beschränkt. Die Republikaner hatten mit etwa 1500 Soldaten und 1000 Zivilisten auf dem Hügel beim Park Eduard VII. Aufstellung genommen; von dort aus bestrich das Feuer der Artillerie und der Infanterie die Avenida da Liberdade, an deren Ende der Dom Pedro-Platz liegt, wo die treugebliebene Artillerie und Infanterie stand. ■ Während die treugebliebene Munizipalgarde den vergeb- ■ lrchen Versuch machte, bie republikanischen Truppen zu um- j gehen, würben in anderen Stadtteilen nur einige Flinten- . schüsse abgegeben. Die Einwohnerschaft schloß sich in den i Häusern ein und wartete den Ausgang des Bombardements ’ ber Kriegsschiffe ab, bas sich ausschließlich gegen ben Königs- ■ Palast richtete. ' I vir Revolution m Portugal. Programm btt Negierung. 58te die Agence Havas meldet, sind die Hauptpunkte int Programm der neuen Regierung bie folgenden: Förderung des öffentlichen Unterrichts, Ausbau der Verteidigung zu Wasser unbju Lande und Unabhängigkeit der richterüchen Gewalt, öte beabsichtigt, wesentliche Freiheiten zu gewährleisten und die Orden zu vertreiben: ferner soll die Trennung der .Kirche vom Staat durchgeführt, der Kredit gefestigt latb der Laienunterricht eingerichtet werden. Die provisorische Regierung wird höchstens drei M-onate währen. Die Republik wurde auch auf den Azoren und in Madeira proklamiert. gebrochen l in: 1. Edingerhvf bei Edingen, Amtsbezirk Schwetzingen, Großherzogtum Baden; 2. Pillkallen, Kreis Pillkallen, Regierungsbezirk Gumbinnen, am 6. Oktober. 3. Auf dem Viehhofe zu Posen am 7. Oktober 1910. ** Der Viehrnarkt in Lang-Göns, ber auf morgen, ben 11. Oktober, festgesetzt war, findet vorläusig nicht statt' da das Kreisamt wegen Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche die Genehmigung versagt hat. a. Hof-Altenberg, 9. Okt. Die Kreis-Juna- Viehweide wurde am Samstag geschlossen. Fünf Monate konnte sie diesmal von den Tieren, 41 an der Zahl, ausgenutzt werden. Die stete Zunahme der Weidetiere innerhalb weniger Jahre ist der beste Beweis, daß das Unter nehmen immer mehr Anklang finbet. Trotz des ungünstiger Sommers ist den Tieren der Aufenthalt vorzüglich bekommen. Durchschnittlich ist eine Gewichtszunahme von 75—90 Kg. zu verzeichnen, bei einem Rind des Gastwirts Amend aus Münchholzhausen betrug sie sogar 132 ft» Tas Weidegeld beträgt für das Tier 25 Pfg. pro Tag, der Rest lmrd im gleichen Betrag vom Kreise übernommen Das Weidegelände beträgt jetzt 62 Morgen und kann bei vermehrtem Auftrieb noch vergrößert werden. △ Butzbach, 8. Okt. In ber gestrigen Gemeinde- rats sitzung würbe Gastwirt Friebr. Wilh. Müller als neugewähltes Gemeinberatsmitglied in sein Amt ein- gewiesen. Herr Müller ist als Ersatzmann für das ver- storbene Mitglieb B. Grüninger IV .gewählt worden. Nach Erledigung verschiedener Einsprüche gegen den städtischen Ortsbauplan fand eine Besprechung über das von der Eisenbahndireltion Frankfurt auf eine Eingabe der Bürger- meisteret wegen Anlage einer Unterführung am Bahnhof eingegangene Antwortschreiben statt. Nach dem Inhalt dieses Schreibens wird bie Anlage einer Unterführung wegen ber vorhandenen Steigung der Straße nicht all zweckmäßig anerkannt. Es könnte nur die Anlage einer Ueberführung in ber Richtung ber Babbrunnenstraße in Frage kommen, wenn von ber Stabt ein Zuschuß bewilligt würbe. Der Gemeinderat teilte aber die Ansicht der Eisen^ bahnbirektion nicht, ba bie Anlage einer Ueberführung in der Richtung der Badbrunnenstraße nicht zweckmäßig und durchführbar sei und nur die Anlage einer Unterführung für den Personenverkehr gewünscht würde. Der Gemeinde- rat ist bereit, einen entsprechenden Zuschuß zu leisten, wenn ihm ein von der Eisenbahndirektion angefertigter Kostenanschlag vorgelegt wird. Die Anlage einer Unterführung am Bahnhofe für den ^Personenverkehr ist dringend notwendig, da durch bie Erweiterung ber Stadt westlich dos Bahnkörpers und die bedeutende Zunahme ber Fabrikarbeiter und -Arbeiterinnen in ben baselbst befinblichen Fabriken am Bahnübergang am Bahnhof em bedeutend regerer Verkehr entstanden ist. Der Unglücksfall des Karl Euler, der erst vor wenigen Wochen sich ereignet hat. ist noch ich ent' in Erinnerung. Obgleich man nicht behauv- ten kann, daß der kürzlich vorgekommene Unglücksfall ftät nicht hätte ereignen können, wenn eine Unterführung vor- Händen gewesen sei, so liegt aber doch die Vermutung sehr nahe. Jedenfalls hatte Euler das lange Warten am Bahnübergang befürchtet und deshalb ben verbotenen Weg über bie Schienengeleise eingeschlagen. Es empfiehlt sich des halb, daß die Anlage einer Unterführung baldigst her- gestellt und nicht gewartet wird, bis ein weiteres Menschenleben vernichtet wird. L. Bad-Nauheim, 9. Okt. In unserer Umgebung, auf ben Straßen von hier nach Ziegenberg unb von Schwalheim nach Röbgen, werben in letzter Zeit Baumfrevel verübt. Junge Bäumchen würben beschädigt und abgebrochen, ohne baß man von ben Tätern eine Spur hat Das Kreisamt hat auf die Entbecknng ber Baumfrevler eine Belohnung von 100 Mk. ausgesetzt . ? Bad-Nauheim, 9. ' Okt. Prinzessin Viktoria von Battenberg besichtigte heute unter Führung d?S Bürgermeisters Dr. Kayser und deS AnstaltSarzteS Dr, Haeberlin das hiesige Stadtkrankenhaus. L. Friedberg, 9. Okt. Die Wahlen zur Stabt- verorbnetenverfammlung werben demnächst statt- sinben. Vier Stadtverordnete scheiden aus und für einen weiteren findet Neuwahl statt. Die Sozialdemokraten, die zurzeit einen Vertreter haben, erstreben ein zweites Mandat S Ilsdorf, 9. Okt. Heute fand die Einweihung unseres neuen Schulhauses statt. Gesang ber Schüler von Flensungen eröffnete bie Feier. Straßenmeister Hoffmann überreichte bent Bürgermeister ben Schlüssel Da Bürgermeister bankte Geh. Regierungsrat Schönfeld von Schotten, Dekan Wagner-Grünberg und Schulrat Eck-Alsftlt ür ihr Erscheinen und fügte hieran ben Dank für ben Stifter bes Bauplatzes, Horst, ben Dank für die Kreisschulkommission Alsfeld und für Bauleitung und Bauarbeiter. Geh. Regie- rungsrat Schönfeld-Schotten führte aus, wie er schon vor 43 Jahren als Kreisassessor des damaligen Kreises Grünberg die Gemeinde Ilsdorf und ihren Bürgermeister Bast kennen gelernt habe. Er schilderte die Schwierigkeüen des Schulbesuchs der Kinder von Ilsdorf und Solmsilsdorf zur Winterszeit und wie sich deshalb die Gemeinben fett Jahren nach einer eigenen Schule gesehnt haben. Weitv erwähnte er ben Staatsbeitrag zum Schulbau, der 19000 Mk. gekostet, unb übergab bem Vertreter ber Ortsschulbehördc, Pfarrer Weinberger von Klein-Eichen, ben Schlüssel Pfarrer Weinberger hielt bann bie Weiherebe. Schulrat Eck- Alsfelb^richtete einbringliche Worte ber Mahnung an Uttern und Schüler, wie die heutige Zeit eine weitgehende Bildung erfordere und die Schuljugend diesen Anforde- Zungen.durch Fleiß und Gehorsam begegnen könne. Gesang ber Schuler von Breibenbach beenbete bie Einweihung-' f^er. Der Strom ber Festgäste füllte bald die Gastwirt- chaft. Die Jugend eilte zum Tanzboden. Kein Teil der Hauptstadt außer ber Aveniba ba Liberbade unb bem Platze Dom Pebro hat burch bie Kämpfe gelitten; an biefen beiben Punkten würben bie Gebäube von ^schossen getroffen. Die Beschäbig ungen sinb ziemlich bebeutenb: Mauern würben burchschlagen, Fenster zerschmettert. Tie Bebeutung ber burch bie Revolution verursachten materiellen Schüben ist also nicht so groß nne man sich im Auslanbe vorgestellt hat. Was bie pöli- t ischeLage anbetrifft, so scheint das neue Regime keinem ernsten Widerstand begegnen zu sollen. Es mag zu einigen Zwischenfällen kommen, aber sie werden ohne Bedeutung bleiben. Man 'bemerkt nur eine gewisse Erregung auf fetten ber Bevölkerung gegen bie Mitglieber des Klerus Die Kirchen sind noch geschlossen. Der Kampf um das Jesuitenkloster Guelhas dauert noch an. Die Ausweisung der Ordensgesellschaften. Lissabon, 8. Okt. Das Dekret über die Ausweisung ber Kongregationen, bereu Mitglieber das Land binnen 24 Stunden zu verlassen haben, wird morgen veröffentlicht. Lissabon, 8. Okt. Margnis de Pombal wurde heute ver h astet unter der Anklage, Ordensgeistliche unb Waffen in seiner Wohnung versteckt gehalten zu haben. Die Deutschen in Lissabon. 4 9- ott- Bei ben Lissaboner Unruhen ist de u tsch e s E tge n tum nicht zu Schaden gekommen, ^igstens ist bis setzt noch kein Fall von Beschädigung deutschen Eigentums bekannt geworden. Der deutsche Kaufmann .Kusenberg und seine Frau sind leicht verletzt. Das ist der einzige Fall von Verletzung. Angesichts ber Um- ftanbe tnuf? dies als Glück bezeichnet werben, denn es hatte leicht zu schweren Schädigungen der deutschen unb ""deren Fremden kommen können, wenn bie Fremden nicht noef) gefunden hätten, die Häuser zu verlassen, welche im Falle eines Vernicktungskampfes die einzige Zuflucht der in Roew Einaeschlossenen von den von allen Seiten vorgehenden Revolutionären bedrängten Soldaten gebildet hätten. Als der Sekretär der deutschen Gesandtschaft, von Schm"ldthals, von den kämpfenden Parteien einen Waffenstillstand, lvahrend dessen die deutschen und die anderen Fremden die dort gelegenen Hotels und Häuser ver- lasim konnten erwirkte, war die Lage in diesen Hotels durch das Explodieren von Schrapnells und Granaten bereits recht gefährlick). Die siegreichen Revolutionäre hatten anfangs Anast, daß während dieses Waffenstillstandes ihre Feinde wegtaufen könnten. Indessen begannen während hiefer Stunde die letzten Regierungstruppen mit ihren N"ern zu fraternifieren, so daß der Vernichtungskampf t^n der nachdrangende Janhagel zweifellos zu Plünderungen benutzt hätte, überhaupt nicht mehr stattfand. Die Kö'nigsfamilie in Gibraltar- hi- ?Ä?-r-aftar' 8- Okt. Die Königinmutter Amelia, rn/rtiT111’2 Maria Pia unb ber Herzog von k.porto gingen an Lanb, unternahmen eine Spazierfahrt Konzert d es Hannoverschen Lehrer-Ge- s a n g v e r e i n s. Bei vollbesetztem Haus fand bas Konzett statt. Ter Ruf, der dem Vereine vorausging, hat sich auch hier voll und ganz bewahrheitet. Schon in dem ersten Ehor „O Isis unb Osiris" von Mozart verrieten sie ihre Leistungsfähigkeit. Bis m bie feinsten Nuancen war bas Werk ausgearheitet unb bot Ichon für sich einen Kunstgenuß Auch bie übrigen Chöre kamen mustergültig zum Vorttag. Unter ihnen ist besonbers ber schwierige Chor „Kaiser Karl in ber Johannisnacht" von Hegar hervvr- zuheben. Mit biesem Chor zeigte ber Verein, baß er auch ben chwierigsten Aufgaben gewachsen ist. Weiter waren auf bem Programm noch brei Werke von einem Mitglieb bes Vereins. (Derr Winkelhake), ber nach bem letzten Chor erscheinen mußte und für ben Beifall dankte. Hervorragende Leistungen bot bas Solo-Quartett bes Vereins, unter benen besonders der Tenorist - ^.^ekeborf gefiel. Mer auch ben anderen drei Herren (Win- kelhake, Mester, Schrader) gebührt volle Anerkennung. Tie Leitung ber Chöre lag in ber sicheren Hanb des Herrn E. Taegener der sich als feinfühlenber Musiker zeigte. Aber nicht nur als Dmgent, fonbem auch als Pianist hat er sich Ruhm 'erworben Zu ben beiden programmäßig en Nummern kamen noch zwei Nummern, die nicht verzeichnet waren (Liszt, Schumann) Durch einen künsllerischen Vorttag wußte er bie Zuhörer zu fesseln bie atemlos ben Tönen lauschten. Nach dem „Andante spianato" von Chopin, rn bem er seine reiche Technik entfaltete, mußte er eine Zugabe Vorträgen. So bot bas ganze Konzert einen Kunstgenuß ersten Ranges, bas mit bem Chor „Am Rheine ist Leben" von L. Geller-Gießen beschlossen würbe. Auch nach biesem Chor der lerne Wirkung nicht verfehlte, erschien ber Komponist vor bem Publikum. Nach bem stürmischen Beifall wurde der Chor noch einmal gesungen. Auch noch andere Chöre mußten zweimal gelungen werden. Aber auch ber Dank blieb ben edlen Säugern mcht aus Reicher Beifall nach jedem Vorttag lohnte ihnen die Arbeit und wird sie auch fürderhin zu ihren hohen, edlen Taten begeistern. a. Erhöhung des Zinkpreises mit 7,60 Mk. die Tonne. 6e*Ws- will Strassen - Kost öme X & i Massanfertigung in kürzester Zeit Massanfertigung in kürzester Zeit J. Pfeffer Marktplatz 6 1 X R! Färberei Gebr, Höver, Frankfurt a. «.-Giessen ■''SL’ÄEÄ“' ea. 1000 Angestellte. Giessen: Marktplatz 18 Marktplatz 6 a10/10 Amtlicher Wetterbericht. WetterauSsichten in Hessen am Dienstag dem 11. Oktober 1910: Zeitweise heiter, Morgennebel, trocken, mild. Engi. Paletots, Frauen-Paletots, Backfisch-Paletots und Kostümen, Kostüm-Röcken und Blusen zu auffallend billigen Preisen LustschWahrt. FlugplatzJohannisthal,9. Ott. Bei schönem Wetter begann heute die Berliner Flug woche. In Gegen- Xoait eines zahlreichen Publikums fanden fünf Aufstiege statt. München, 10, Ott. „P. 6" will bei günstigem Wetter Heute mittag die Fahrt nach Berlin mit .Stationen in Wauen und Bitterfeld antreten. Petersburg, 9. Ott. Der Luftballon „Treugolnik", der vorgestern nachmittag im hiesigen Aerodrom aufgestiegen war, ist nach 23 stündigem Fluge 200 Werft östlich von Saratow gelandet. Die höchst erreichte Höhe betrug 6 4 00 Meter. Newyork, 9. Ott. Der Zeitungsverleger Mearst hat für einen Flug von 23ofton oder Newyork nach San Fran- cisko oder Los Angeles oder umgekehrt einen Preis von .50 000 Dollars gestiftet. hausen, wo es mit der dortigen Schuljugend zu hitzigen Gv- fochten kam. Dabei gab der Pistolenschütze einem jüngeren Knaben seine Flobertpistole mit der Weisung, fest dranf zu schießen Der Kleine tat es und traf dabei einen Jungen ins Auge. Der Verletzte wurde in die Klinik nach Gießen gebracht. Homburg v. d. H., 9. Okt. Der Zar traf mit seinen Töchtern heute vormittag IO1/, Uhr hier ein und wurde vor der russischen Kirche von der Kronprinzessin von Griechenland und ihrem ältesten Sohne, die von Schloß FriedrichShof gekommen waren,, begrüßt. Die Herrschaften wohnten sodann dem Gottesdienst in der russischen Kapelle bei und fuhren kurz nach ll1^ Uhr gemeinsam nach Schloß FriedrichShof bei Cronberg. Dort trafen sie kurz vor 12 Uhr ein. Nach kurzem Spaziergange im Walde am Fuße des Altkönigs 'fand Mittagstafel statt. Um 2x/a Uhr erfolgte die Rückfahrt nach Friedberg. Waldbrände in Amerita. Große Waldbrände wüten wieder in den vereinigten Staaten von Amerika, und wie die neuesten Nachrichten besagen, .sind dabei viele Menschen nmgekommen. In Newyork ist die Meldung eingetrvffen, daß ein Wald- brand den 1500 .Einwohner zählenden Ort.Beaudettezer- Außer der Ortschaft Beau bette ist auch die Ortschaft Sv von er durch einen Waldbrand in Minnesota zerstört worden. Viele Personen sind umgekommen Verbrannte Leichen liegen längs der Bahnlinie. Der Schaden bettägt mehrere Millionen Dollars. Vermischter. *DerUeberfalleinesEisenbahnzuVes wird -'aus Eagliari auf Sardinien gemeldet. Eine bewaffnete Hander. # Häuteversteigerung in Siegen. Schlachtung ohne Horn und Schweifbein. Rote Ochsen häute über 100 Pfund 60V, Psg., zwischen 80 und 100 Pfund 61 Pfg^ zwischen 70 und 80 Pfund 6G/, Pfg., unter 70 Pfund 561/, Pfg- Kuhhäute bis 60 Pfund 58 Pfg,, von 60 bis 70 Pfund 59 Pfg-, über 75 Pfund 60V, Pfg. Kuhhäute mit Engerlingen 44 Pfg. Stierhäute über 90 Pfund 49 Pfg., unter 90 Pfd. 50 Pfg. Rind- häute bis 55 Pfd. 61V, Pfg., über 55 Pfund 61 Pfg. Rindhaute mit Engerlingen 45 Pfg. # Der Zinkhütten-Verband beschloß eine weitere * Russische Grenzposten als Banditen. Von der schlesisc^gattzischen Grenze wird gemeldet: Drei bewaffnete russische Grenzposten kamen in dem polnischen Orte Brody an, besuchten ein Lokal, in dem nur die Schankwirtin und das Dienstmädchen anwesend waren und bedrohten die Frau mit dem Tode, wemt sie chnen nicht ihr gesamtes Geld Herausgabe. Das Dienstmädchen konnte die Gewehre der Gäste an sich nehmen und die Polizei rufen. Es entstand ein furchtbarer Kampf, ^ließlich wurden die Russen überwältigt ünd verhaftet. * Ein weiblich er Mönch. Im Gouvernement Moskau wurde ein Mönch verhaftet, der durch sein Aeußeres verdächtig erschien Die ärztliche Untersuchung stellte fest, daß dieser Mönch ein Weib war, das 18 Jahre im Sselowetzki-Kloster zugebracht hatte. Die Verhaftete verweigerte jede Auskunft. Es ist bereits ein Prozeß gegen das Kloster angestrengt worden, Lessen schlechter Ruf schon mehrfach bekannt war. * Journalistische Fixigkeit. Die B. Z. am Mittag veröffentlichte am Mtttwoch Nachrichten aus Portugal als „Funkentelegramm unseres Korrespondenten". Dazu schreibt die Vossische Zeitung: Heiteres aus der Zeitungswelt. „Ich bin von Lissabon hierher gefahren, um Ihnen durch drahtlose Telegraphie den Ausbruch der Revolution in Portugal zu melden." Mit diesen Worten beginnt eine fettgedruckte Meldung eines Mittagsblattes. Me Ueberschrift lautet: „Funkentelegramm unseres Korrespondenten." Dem Ursprungsotte dieses „Funkentelegramms" verleiht das Blatt den Phantastenamen „Santa Maria della Mar". Der Verfasser des „Telegramms" hatte wohl vorher eine Wolffmeldung in die Hand bekommen, aus der zu ersehen war, daß der vor Lissabon liegende Dampfer Cap Blaneo ein Funkentelegramm nach der französischen Funkenstation im Golf von Sainte Marie de la Mer .abgeschictt hotte. Die Entfernung zwischen Lissabon und diesem Golf beträgt in der Luftlinie etwa 1200 km. In der Eile des Gefechts ließ der Verfasser den „Korrespondenten nach dem süd- ftanzösischen Golf fahren, den er aber schnell in ein angeblich portugiesisches „Santa Maria della Mar", das es nicht gibt, umraufte. So kam ein „echtes und dirett aus Portugal stammendes Funkentelegramm" auf dem Redaktionsttsche zustande. — Im Lichte dieser Aufklärung nehmen sich einzelne Teile des Telegramms sehr nett aus. Es heißt da u. a.: „Mtt der Eisenbahn die Stadt zu verlassen, war unmöglich. Unter den größten Schwierigkeiten fand ich meinen Weg nach dem Hafen. Da lagen Boote, aber überall wurde der Fremde mit Mißtrauen behandelt. Die Bootsführer weigerten sich zu fahren. Sie mochten auch in Sorge um ihr Leben sein, denn Barkassen mit Matrosen der Kriegsmarine patroulllierten überall und es war nicht abzusehen, welche Haltung sie annehmen würden. Endlich gelang es mir, durch ein reichliches Geldgeschenk den Besitzer eines Keinen Seebootes zu besttmmen, mich nach dem Dampfer Capo Blaneo zu bringen. Wir erreichten den Hafen von SantaMariaundhierbinichinderLagedieMar- conistation zu benutzen. . . Während ich hier im Telegraphenamt stehe, dröhnt der dumpfe Donner der Geschütze herüber., kleine TageschronLk. Bei der letzten ,E arme -Ausführung in München hat sich Caruso in der Schlußszene eine nicht unbedeutende Knieoerletzung zugezogen. Am Sonntag nachmittag entgleisten auf dem Bahnhof Grieben — Strecke Kleinen-Lübeck — die drei letzten Wagen des D-Zuges 4 (Stettin-Hamburg). Zwei Passagiere erlitten leichte Hautabschürfungen. Die Verletztes konnten die Reise fortsetzen. Die Gleisunterbrechung dauerte sechs Stunden. Der Verkehr wurde durch llmsteigen ausrechterhalten. Sxoet. N. Mainz, 8, Ott. Sport in hessischen Schulen. Wie wir Vorganges Jahr mitteitten, stifteten die Schüler des Mainzer Realgymnasiums einen Wanderpreis (Dis- 'tuSroerfer des Myron) für die besten turnerischen Leistungen, her dieses Jahr zum zweiten Male zum Austrag kam. Damals beteiligten sich die beiden Obersekundas und die Unterprima an den Wettkämpfen; diesmal nahmen im ganzen 10 Klassen an dem Preisspiele teil, und zwar von der Oberprima herab bis zur diniert ertia. Das Wettspiel, das sich vergangens Jahr aus Schlag- chall ohne Einschenker und Eckbotenwettlaus zusammensetzte, war nunmehr dahin geändert worden, daß für Eilbotenwettlauf Ger- weitwerfen und Kugelschocken eintrat. Dabei zählten der Oberprima ein Wurf von 20 Metern 10 Punkte als Höchstwurf, jeder nächst minderen Klasse 18i/3 m, 17 m, 15i/3 m usw. ebenfalls 10 Punkte, «so daß der Untertertia mit 12Vs Metern als Höchstwurf ebenfalls 110 Punkte angercchnet wurden. Bei der großen Anzahl der beteiligten Klassen erstteckten sich die Wettkänrpfe auf einige Wochen In dem gestrigen Entscheidungskampfe standen sich nun die Untertertia und die Siegermannschaft des letzten Jahres, die in den Vorkämpfen dreimal siegreich war, gegenüber, und es gelang letzterer, einen in allen Tnlen überlegenen, glänzenden Sieg zu ergingen und den schmucken Preis zum zwecken Male davonzutragen. Räuberbande brachte in der Whe des Dähckhofs' llfsarttiV einen Zug mr Entgleisung, in dem ein Beamter der Bahn mit Geld zur Entlohnung des Eisenbahnpersonals saß Den Räubern sielen nur etwa 5000 Lire zur Beute, da der größte Teil des Geldes ausgezcchlt war. Das Zugpersonal blieb unverletzt. Griginar-DrahtmeLdungem Die Vorgänge in Portugal. Paris, 10. Ott. Bei der portugiesischen Revolution kamen nach hierher gelangten Mitteilungen drei französische Staatsangehörige ums Leben. Lissabon, 10. Ott. Der König hat nur ein ganz geringes Privatvermögen und der Herzog von Oporto ist ganz ohne Mittel. Bei seiner Einschsisung war er im Besitz von 200 Franken, außer denen er nach, seiner eigenen Aussage nichts besitzt. m. Friedberg, 10. Okt. (Privattelegramm.) Die Untersuchung des Attentates auf die hiesige Reichsbanknebenstelle nimmt ihren Fortgang. Heute nahmen Landgerichtsrat Wehner, Oberstaatsanwalt Lang und Polizeikommissar Weiß eine Ortsbesichtigung vor, an die sich eine Zeugenvernehmung anschloß.. Hierzu waren außer dem Bankvorstand Meier, die Frau des Kassenboten Lange und die Büglerin Heimbuy geladen, die dem Wingeß auf der Treppe beaegnet war. — Aus das Gerücht hin, daß Werner tunt 11 Uhr hier eintreffe, hatte sich eine große Menschenmenge an dem Bahnhofe eingefunden, die natürlich vergebens harrte. München, 10. Okt. Das Luftschiff P. 6 ist heute früh 91/2 Uhr Ku einer Fahrt nach Bitterfeld und Berlin aufgestiegen. Hamburg; 9. Ott. In ihrer heutigen Versammlung beschlossen die Werftarbeiter mck 1678 gegen 1475 Stimmen die Arbeit am Montag wieder aufzunehmen. Auch das andere Orten wird das Ende der Lohnbewegung in der Metallindustrie gemeldet. Paris, 10. Okt. Die! sozialistische Partei erläßt einen Aufruf gegen die Lebensmittelteuerung, in dem u. a. die Aufhebung der Lebensmittelzölle und die Fest--' setzung der Preise der wichtigsten Lebensmittel von Staats wegen verlangt wird. Barcelona, 10. Ott. Gestern begaben sich tzahl- reiche Demonstranten auf den Friedhof, um am Grab ei Ferrers einen K r a n K niederzulegen. Es kam zu Ruhestörungen, worauf die Polizei die Menge zerstreute. Konstantinopel, 9. Ott. Einer Blättermeldung zufolge beschlagnahmten die türkischen Behörden xri Tripolis auf dem italienischen .Dampfer ,Moma" eine Menge Waffen und Munition. Konstantinopel, 9. Ott. Aus Anlaß des Bairamfestes begnadigte b er Sultan etwa 70 der roegeg der Gemetzel in Mana Verurteilten. Barrow in Furneß, 9. Ott. Durch einen Brand aus der hiesigen Werft von Vickers Sons and Maxin wurden außer anderen Gebäuden auch die SchiffS- maschinenbaubureaus mit vielen wertvollen Zeichnungen und Plänen vernichtet. Der Schaden wird auf 20 bi? 30 000 Pfund Sterling geschätzt. Za teuer kauft Xr ÄS S wertige Seifen kauft,- Myrrholin seife ist die Lieblings- seife von Millionen Menschen seit langen Jahren, und fejjr sparsam im Verbrauch. 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Ihema: „Tas Schicksal der Seele nach dein Tode". 3. Vortrag am Montag den 17. Ott., abds. 81/? Uhr. Thema: „Ist die Qual des Sünders ewig?" Donnerstag den 13. Oktober, abends 8T/2 Uhr, in der großen Univ.-Aula 1. öffentlicher Vortrag. Herr Hauptmann Härtel, Leipzig: „Im Firnenglanz des Ober-Engadin“. Eine Sommer- und Winterstudie mit Lichtbildern und Wandelpanoramen. Eintrittskarten sind zu 1 Mk. abends an der Kasse zu haben. Angehörige unserer Mitglieder zahlen die Hälfte. Garderobe ist abzugeben. Die Damen werden gebeten die Hüte abzunehmen. v> Baugelder sofort erhältlich durch tue Westdeutsche Verkehrs-Bank, Dortmund. Wridl... Groh Großes Kunstwerk I. Ranges, 475 m lang. Dauer der Vorführung über eine halbe Stunde. Ein Lebensbild von vorzüg- licher Wiedergabe. Baus im temalograpl neuester humoristischer Schlager, a la Piefke im Theater, stürmische Lachsalven. So ein Ochse, größte Heiterkeit. Sowie die übrigen erstklassigen Schlager. Kolosseum Gießen, Dir. Th. 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