Die heutige Nummer umfafet 12 Seiten. Stroßer (kons.) 3878, Herschel iZtr.) ^23 Stimmen. Bei der Stichwahl, deren Ergebnis leine Ueberraschung ist, hat der gewählte fortschrittliche Kandidat etwa 3000 Stimmen mehr als bei der Hauptwahl erhalten, der Sozialdemolrat hat einen Stimmenzuwachs von etwa 1500 aufgebracht. Swinemünde,9. Juni. Bei der heutigen Reichs- Tie chinesische Gefahr für Ter chinesiche Aus Heften. Darmstadt, 9. Juni. Dec Sonderausschuß der Zweiten Kammer für die Revision dec Verwaltungsgesetze hielt heilte eine gemeinsame Beratung mit der Regierung ab, für welche die Herren Minister des Innern v. Hombergk und Geheimrat Best zugegen waren. Zur Beratung standen die noch streitigen Punkte der Städteordnung, die der Ausschuß bis nach Anhörung der Regierung zurückgestellt hatte. Diese Beanstandungen des Aus- chusses wurden in Uebereinstimmung mit dec Regierung eingehend durchgesprochen und erledigt, so namentlich die Ent- cheidung über die Genehmigungspflicht der Stadtverordneten-' beschlüsse und die auf die Stärkung der Selbstverwaltung gerichteten Abänderungsvorschläge. Die Abstimmung über die Bestätigung der Bürgermeister und Beigeordneten, sowie über die Einführung der Verhältniswahl bei den Stadtverordnetenwahlen soll morgen erfolgen; an dem Bestätigungsrecht der Bürgermeister und Beigeordneten hält die Regierung fest. Die Entscheidung über die Vorschriften bezüglich des Jnstanzen- zuges und die Schlußabstimmiing über die Kapitel inbetreff der städtischen Finanzen soll nächste Woche erfolgen. Line Krifis in Portugal. 0 Paris 9. Juni. Heber die Krise in Portugal werden in Paris die alarmierendsten Meldungen verbreitet. So erhält das „Paris-Journal" aus Madrid folgende sensationelle Drahtmeldung : 1 Unter allen: Vorbehalte nehmen wir von einer Draht- meldung aus Lissabon Kenntnis, die ungeheures Aufsehen hervorruft. Ihr zufolge hätte König Manuel wegen des prekären Standes des Staatsschatzes und der häufigen Ruhestörungen in dem Königreiche die Absicht 'b ekundet, zugunsten s eines Onkels Don Alfonso de Braganza auf die Krone zu verzichten. Hinzugefügt wird außerdem, daß der König auf das Anraten der Regierung demnächst die Cortes auflösen wird. De'm'lgleichen Blatt/e geht aus Lissabon noch nachstehende Mitteilung zu: Man hat in Almeida ein revolutionäres Komplott entdeckt, das langer Hand vorbereitet worden ist und dessen Folgen sehr ernst werden konnten. Die Polizei wäre benachrichtigt worden, daß unbekannte Sendlinge versucht, die Unteroffiziere und Soldaten der portugiesischen Garnison zum Aufruhre fortzureißen, oder doch wenigstens bei ihnen durchzusetzen gesucht hätten, tjhren Offizieren nicht ztu folgen, wenn eine Revolution in dem Lande ausbräche. Eine sehr diskret geführte Untersuchung hätte zur Entdeckung geleitet, daß diese Sendlinge von dem sehr bekannten Republikaner Eordelro inspiriert wurden. Dieser wurde verhaftet und hätte bereits die umfassendsten Geständnisse abgelegt. 2llrch mehrere Sendlinge wurden auf frischer Tat revolutionärer Propaganda ertappt und in das Schloß Sankt Georg eingesperrt bis zu ihrem Erscheinen vor ihren Richtern. Zwei ReichZtagrersatzwahlen. I au er, 9. Juni. Heute hat im Reichstagswahlkreise Landshut-Boltenhain-Jauer (7. Liegnitz) die Stichwahl stattgefunden. Büchtemann (fortjchr. Vp.) wurde mit 9442 Stimmen gewählt; P.roll (Soz.) erhiett 7916 Stimmen. Wt.MW iomüstc CbjcUc itctS .-.->0 ______ 03,,, rtUÄmild Vnirh HUT MOTI Pt TI CI verianv Au; dem Ztrasprozehausschuh. :: B er lin , 9. Juni. Der Sttafprozeßausschuß beschloß unter Ablehnung einer Reihe von Anträgen mit geringer Mehrheit den § 14b in folgender Fassung: , Dem Beschuldigten ist, auch wenn er |ich in Unter* suchungshaft befindet, schriftlicher und müüblicher "Verkehr mit dem Verteidiger gestattet. (Dieser Satz wurde nicht angefochten.) Liegen Tatsachen vor, welche die Annahme rechtfertigen, daß der Beschuldigte den Verkehr mit dem Verteidiger mißbraucht, um durch Vernichtung von Spuren der Tat oder durch Beeinflussung von Zeugen oder Mitschuldigen die Ermittlung der Wahrheit zu erschweren, so kann der Richter an- ordnen, daß schriftliche Mitteilungen zwischen dem Beschuldigten und dem Verteidiger, deren Einsicht ihm nicht ermöglicht wird, zurückgewiesen werden, und daß Untersuchungen mit dem Verteidiger nur in seiner Gegenwart statt finden. ä .. . Btit 8 150, der ebenso wie 8 149 unverändert angenommen wird, ist der Abschnitt über die Verteidigung und damit das Erste Buch mit den allgemeinen Vorschriften er- Iebl9Das Zweite Buch der Strafprozeßordnung regelt das Verfahren in erster Instanz. Der erste Mschnitt, § 151 bis 159 handelt von der öffentlichen Klage. Bet 8 152 wird der Satz der Regierungsvorlage: Die Klage kann nach Eröffnung der Untersuchung nicht zurückgenommen werden, durch Annahme eines Antrages Heinze (Natt.) er- etzt durch den Satz: Die Klage kann nach Eröffnung der Untersuchung nur mit Zustimmung des Angeschuldigten zu- rückgenommen werden. Die Beratung wird Freitag fortgesetzt. politische Tagesschau. lieber die Lage in China veröffentlicht der „Temps" aus der Feder eines Mitarbeiters in Kanton einen sehr ausführlichen Artikel, dem an Interessantem folgendes zu entnehmen ist: „Man mutz fest- stellen, daß gerade die Soldaten, die auf europäisch e W e i s e a u s g e b i l d e t w a r e n, an den Desertionen sich am meisten beteiligten und den Streif in Waffen organisierten. Man fragt sich, ob dieser Aufruhr nicht absichtlich hervorgerufen worden ist, um den west- ländischen Fortschritt in seiner unmittelbar gefährlichsten Form aufzuhalten, um diesen Keim einer Armee zu desorganisieren und somit das alte, vermorschte Mandamnen- Regime vor einem Handstreiche zu sichern. Es ist möglich, daß die Mandarinen die tatsächliche Gefahr suhlten, die nach dieser Seite hin besteht. Den ' sicherlich nnrb das Umstürzlertuni, wenn sich der Reformismus entwickelt und [eine Bestrebungen zu verwirklichen wünscht, die Armee nötig haben, um die Stützpfeiler des allen Chinas zu verjagen und ihren Platz eiuzunehmen. Man behauptet, die Soldaten neuen Stils könnten ziemlich gut lesen und |eten nicht mehr mit den tiefstehendeu Kulis der alten Armeen auf eine Stufe zu stellen. Das ist allerdings auch meine Ansicht und es tritt überhaupt ziemlich deutlich zutage, daß der Militärstand etwas besser geachtet wird, als ehedem, aber noch immer nicht sehr viel. Also diese Soldaten des „Parade Ground" empörten sich und es scheint, daß sie von den alten ^albaten der Mandarinen, den Hausparasiten und Kommissionären der Mandarinen, die keine Manneszucht, kein Reglement haben, kerne Löhnung beziehen und auf keine Verpflichtungen em- gegangen sind, zur Vernunft gebracht wurden Man versicherte mir Überdies, daß die Rolle dreier altertümlichen Soldaten dadurch sehr erleichtert wurde, datz fast alle Meuterer ausgerissen waren, ohne ihre Waffen mitzunehmen. Es geht hier also alles auf eine für uns Europäer ganz Der wechsel im Kolonialamt. Die erbetene Entlassung aus dem Staatsdienst ist jetzt Herrn Dernüurg mit einer hohen Auszeichnung durch den Kaiser erteilt worden. Sein Nachfolger wird der bisherige Unterstaatssekretär v. Lindequist. In der amtlichen „Nordd. Allgem. Ztg." tritt das Bestreben hervor, deutlich wissen zu lassen, daß Dernburgs Rücktritt nicht etwa auf verschiedenen Auffassungen innerhalb der Regierung und dem Reichskanzler gegenüber zurückzuführen fei. Man ist jetzt vor die Frage gestellt: Welche Gründe haben den Staatssekretär schon vor Jahresfrist bewogen, dem damaligen Reichskanzler Fürsten Bülow seinen Rücktritt anzumelden? Im übrigen ist festzustellen, daß die großen Verdienste Dernburgs nirgends bestritten werden. Wir erhielten folgende Meldung, die wir alsbald m der Stadt als Extrablatt bekannt gaben: Berlin, 10. Juni. Der „Reichs-Anzeiger" gibt die ...! Nr 133 Erstes Blatt 100. Jahrgang Freitag 10. Juni 1910 _ Vezugsprets: Der Hithener Anzeiger __— Ä ygf • monatlich75'BL,DierteU erscheint taglrch, außer jS®» V MS _ , Y . A jährlich M. 2.20: durch MGMener Anzemr wirtschaftliche Seitfragea ■ H fcti V Xr B ” Chefredakteur: A. Goetz. s:s , U ,,, . ... n ** gsstsg General-Anzeiger für Oberhessen MM- Annahme van Anzeigen * * * v ~ x - . . 7 saal": E. petz; kür den für ote Tagesnununer Rotatioiisönid uitö Derlaa der Vrühl'schen Univ.-Vuch und Steinöruderci H. Lange. Redaktion, Expedition unü vruderet: Schuisirage <• Anzeigenteil: H. Beck, bis vormittags 9 Uhr. 3 -------------------- --- rdt«"! I ! rfg5, \ Selter8^5 I Mn. 31$ t Telephon 323 stneum j* und Gartenbau. Itersweg 39. Iss8/,^ lrfe Seifenpräna- nasche ich meine s ä Karton 35 PL »rita a Flasche allen Apotheken, Haarwasser isalon, Kaplansg.7 RaTenshnrg.^ Appetit mein befördert durü if-BiiWiHft 2.50, */t öl M. 1.50. ania-Drogerie id, tvranli. Strafe- ;elevhon 593. r.V- isekörbe schkörbe cöfeen u. Preisen, los ■ und Holiwarei npfiehlt billigst I Kohlermav. feidrftr. 12. Deutschen Arbeitgeberbundes und der Organisation d-er neu- gegründeteii freien lothmngischen Bauhandwerkervereini- guug beschlossen, die Arbeit bis spätestens am 15. d. Mts. wieder aufzunehmen und zwar aus Gründ des vom Arbeitgeberbunde angenommenen Pertragsmusters der drei Unparteiischen. Auf Vorschlag des Arbeitgeberbundes wurde eine Lohnerhöhung ab 1. April 1911 und eine weitere Lohnerhöhung ab 1. April 1912 bewilligt, von je einem Pfennig. Somit wäre in Metz zwischen den Arbeitgebern und den nichtsozialdemokratisch organisierten Arbeitern der Friede im Baugewerbe wieder hergestellt. Die mit den Vertretern der Gewerkschaften geführten Verhandlungen haben zu keinem Ergebnis geführt. Der württembergische „Staatsanzcigec" schreibt: Angesichts der durch die Presse neuerdings verbreiteten ungünstigen Nachrichten über das Befinden des Königs sind ivir auf Grund neuester Erkundigungen in der Lage, folgendes zu erklären: Das Befinden des Königs läßt nichts zu wünschen übrig. Die krankhaften Erscheinungen, die sich im Laufe des Monats Mai gezeigt hatten, Neuralgie, im Zusammenhänge mit einer Ernährungsstörung, sind gänzlich behoben und Seine Majestät befindet sich außerhalb ärztlicher Behandlung. Ausland. Aus Paris wird gemeldet: Die Bediensteten der nördlichen Trambahn linien haben beschlossen^ den Dienst wieder aufzunehmen, nachdem ihre Forderungen bewilligt worden sind. Der König von Spanien hat ein Dekret unterzeichnet, wonach der Journalist Jules Burell zum Unter- richtsminister ernannt ist. Ter bisherige Minister, Graf Romanones soll zum Präsidenten der Kammer gewählt werden. Aus Teheran wich gemeldet: In Astrabad wurden zwei russische Untertanen, von denen einer des Mordes beschuldigt war, während der andere nichts verbrochen hatte, von der Volksmenge ergriffen und nach verschiedenen Peinigungen durch Stockschläge und Steinwürfe getötet. Die von dem russischen Konsul geführte Untersuchung ergab die Mitschuld der O r t s ö b r i g - feit. Der russische Gesandte in Teheran forderte darauf energisch von der persischen Negierung die sofortige Entlassung und Bestrafung des persischen Gouverneurs und aller Personen, deren Schuld durch die Untersuchung erwiesen war, sowie eine Entschädigung für die Hinterbliebenen des einen der Getöteten. Aus Mexiko wird gemeldet: Die aus Pukatan gemeldeten lokalen Vorgänge spielten sich in dem entlegensten Teile dieser Provinz ab . Uebelgesinnte wiegelten einige hundert italienische Feldarbeit er auf. Diese überrumpelten die kleine, etwa 5000 Einwohner zählende Stadt Valladolid und verursachten dort Zerstörungen und Totschläge. Die Bundestruppen trafen am 8. d. Mts. früh 40 Kilometer vor der Stadt ein. Die Plünderer ergeben sich teils den Truppen, teils flüchten sie sich in Verstecke. Man betrachtet die Bewegung bereits als eingedämmt. Wie die „Associated Preß" aus Tokio meldet, haben Rußland und Japan ein volles Einvernehmen in den Fragen betreffend die O st a s i a t i s ch e n Angelegenheiten erzielt. Aus Stabt und Land. Gießen, 10. Juni 1910. ** Lehrerkonferenz. Unter den, Vorsitz des Schulrats .Kleinschmidt sand gestern die Bezirkslehrerver- sammlnng der Lehrerschaft von Gießen-Land statt. Der erste Gegenstand der Tagesordnung trug den neueren Bestrebungen auf dem Gebiete des Aufsatzunterrichtes Rechnung, die dahin gehen, mehr selbständige Arbeiten zu erzielen. Im Anschluß an das im Geschichtsunterricht gewonnene Material hielt Lehrer Görz-Gießen eine beifällig beurteilte Unterrichtsprobe, in der er zeigte, iuie ein solcher Aufsatz aufgebaut werden kann. Von den Mitteilungen des Vorsitzenden sei besonders hervorgehoben, daß es von der Unterrichtsbehörde - sehr gern gesehen wird, wenn bei den im Winter stattsindcnden Prüflingen der Fortbildungsschulen sich auch Eltern und sonstige Angehörigen der Schüler beteiligen, um so das Interesse für diese sehr wichtige Einrichtling immer mehr hervorzurufen. An die Verhandlungen schloß sich ein gemein- sames Mittagessen iin Hotel Schütz an. " Männer-Turnverein. Feier des 25jähr. Bestehens. Man schreibt uns: Die Arbeiten der Ausschüsse sind sorveit beendet, sofern diese die geschäftlichen Sitzungen anbclangen. Gießen, die altbewährte Feststadt, rüstet sich zuin lvürdigen Empfang der bereits in stattlicher Zahl angemeldeten Turner, und bietet alle seine Kräfte auf, um ihnen genußreiche, frohe Stunden zu bereiten. Alle Voraussetzungen für das Gelingen eines frohen Festes sind gegeben; weite Räume, herrliche Bauten sollen dem turnerischen Wirken, wie den geselligen Freuden dienen; die Festausschüsse sind ihren oft schivicrigen Arbeiten gerecht geworden, der Wohnungsausschuß hat Quartier gemacht, der Wirtschaftsausschuß hat fürs leibliche Wohl gesorgt, der Vergnügungs- ausschuß hat alle Musen höflich eingeladen und ihrer Mitwirkung sich versichert, und der Finanzausschuß will ein sehr einnehmbares Wesen betätigen. Die Feststadt beginnt ihren Schmuck anzulegcn, eine gastfreundliche Bevölkerung reicht den kommenden Gästen freudig die Hände. Run möge der Himmel seine Glinst uns erweisen, es mögen die Turner und Festgäste einen frischen, fröhlichen Sinn mitbringen, und herrliche, frohe Tage werden uns erblühen. Turner, Freunde der Turnerei und Bürger werden gebeten, ihre Häuser zu schmücken. △ Leihgestern, 9. Ium. Gemeinderat und Schulvorstand beschlossen gestern die Einrichtung einer weiteren, der vierten Schulklasse. § Burkhards, 8. Juni. Während das obere Niddertal seither von den zahlreichen, aus dem Norden kommenden Gewittern verschont blieb, entluden sich heute nachmittag schwere Gewitter, begleitet von starkem Regen, Hagel und ungemein heftigen, sehr zahlreichen elektrischen Entladungen. An der Telephonleitung zwischen Kaulstos und Sichenhausen traf ein Strahl mehrere Stangen und zersplitterte sie, ebenso wlirden zahlreiche Bäume getroffen. Ein sogen, kalter Blitzstrahl fuhr in den hiesigen Kirchturm, zersplitterte Gebälk, zerstörte die alte Uhr und richtete an der Decke einigen Schaden an. Eine Blitzableiteranlage dürfte jetzt nicht ausbleibe»i, da vor einer Anzahl Jahren schon einmal ein Strahl den nördlichen Teil der Kirche traf. Im Felde hat der Hagel aus den mit Korn bestellten Aeckern Schaden angerichtet. A Helpershain, 9. Juni. Unsere alte, nicht mehr benutzte Kirche, die älteste Fachwerkkirche Oberhessens, ist dem Untergang geweiht. Es hat sich herauSgeslellt, daß das Gebäude dem Einsturz nahe ist, so daß seine Erhaltung große Summen erfordern würde. Der von der Gemeinde schon voriges Jahr beschlossene Abbruch, wird demnächst erfolgen. X Büdingen, 9. Juni. Die Verhandlungen über die Verwirklichung des Kleinbahnprojektes Hanau- Büdingen sind von der Aktien-Gesetlschaft für Bahnbau und -Betrieb wieder aufgenommen worden. Vom preußischen Minister, der öffentlichen Arbeiten ist genehmigt worden, daß die Gesellschaft über die bemängelten Punkte mit der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. direkt verhandelt. ch Butzbach, 9. Juni. Das Bahnge leise der Strecke Butzbach — Ober-Kleen, das sich infolge des Unwetters an der Unterführung bei der Main-Weserbahn gesenkt hatte, ist nunmehr wieder in Ordnung gebracht worden. — Bad-Nauheim, 10. Juni. Der Kurdirektor Freiherr von Stark und Bürgermeister Kayser, die sich für die russische Kirche sehr verdient gemacht haben, erhielten vom russischen Kaiser Ordensauszelchnungen. Ferner erhielt Bauunternehmer Peter 9lDnm III. die goldene Medaille. X Bad-Nauheim, 9. Juni. Die heutigen Veranstaltungen der Kurverwaltung waren von der Witterung außerordentlich begünstigt und erfreuten sich deshalb eines starken Besuchs. Nachmittags konzertierte das Trompeterkorps des Thür. Ulanen-Negiments 9lr. 6 aus Hanau auf dem Johannisberg, abends auf der Teichinsel. Besondere Anziehungskraft hatte natürlich wieder das große Feuerwerk ausgeübt, das abends am Teich veranstaltet wurde. Von nah und fern waren Besucher herbeigeeilt. nn Darmstadt, 9. Juni. Der 2. Hessische Hebammentag wurde heute vormittag hier abgehalten. Es waren etwa 300 Hebammen erschienen. Als Ehrengäste waren anwesend die Geh. Obermedizinalräte Dr. Neidhardt und Dr. Hauser, sowie die Kreisärzte aus Mainz, Gießen, Friedberg, Darmstadt 2C. Negierungsrat Pistor vertrat die Großh. Zentrale für Säuglings- und Mutterschutz. Ansprachen hielten die Herren Dr. Neidhardt und Pistor, der besonders darauf hinwies, daß durch den Zusammenschlliß aller hessischen Hebamnien in einem Verbände, die Frage der Versicherung hoffentlich bald gelost werden könne. Nach der Mitteilung des Redners sei die Großherzogin bereit, das Protektorat über den Verband zu übernehmen. Der Jahresbericht und Kassenbericht wurden genehmigt. Hieran schlossen sich Vorträge. X Hanau, 9. Juni. Die Stadtverordneten genehmigten die Bereitstellung eines Betrages von 1200 Mark zur Fürsorge sür die schulentlassene Jugend. Den sich freiwillig dazu meldenden Zöglingen der beiden Fort- bildnngSschulen und der Zeichenakademie, soll turnerische Ausbildung durch die Tnrngemeinde geboten werden. Auch sollen belehrende Vorträge und gememfanie Ausflüge, wie auch Besichtigungen veranstaltet werden. — Ferner trat die Stadtverordnetenversammlung einem Magistratsantrage bei, auf Bildung eines gemischten Ausschusses für die Errichtung eines Kaiser-Wil Helm-Denkmals. Vorhanden ist ein Denkmalsfonds von 78 000 Mk., der entstanden ist aus zwei Vermächtnissen der Jahre 1871 und 1896 mit den aufgelaufenen Zinsen. Der Kriegerverein hat den Magistrat gebeten, der Denkmalserrichtung alsbald näher treten zu wollen, damit die alten Krieger diesen Akt noch mitcrlcben konnten. Schwurgericht. Verhandlung gegen den früheren Rechtsanwalt Wilh. Klarenaar wegen Meineid, Betrug und Unterschlagung. (Schluß.) th. G i e ß e n, 9. Juni. Der Angeklagte Klarenaar sagt bei seiner Vernehmung aus: Am 1. Mai v. I. habe ihn der Landwirt und Schuhmacher Wießner aus Königsberg ausgesucht, der von dem Handelsmann Reinberg von Hohensolms verklagt war. W. übergab K. eine Rechnung. K. will auf Grund der Rechnung ausgerechnet haben, daß Wießner in der Sache noch 6,50 Mk. an den Handelsmann zahlen müsse. Klarenaar schrieb auf die Rückseite der Rechnung einen Briesentwurf, worin er Reinberg mitteilt, wofür ihm 6,50 Mk. gezahlt werden. Diesen Briefentwurf hat er an Wießner gegeben, damit dieser die Angelegeir- heit mit dem Handelsmann besorge. Wießner habe aber gebeten, daß Klarenaar die Sache vertreten solle und habe ihm 7,50 Mk. gezahlt. Von diesem Betrage habe er 1 Mk. für seine Mühe behalten: er habe sich von W. eine Blankovollmacht aus- stellen lassen und diese mit den zur Sache gehörenden Papieren und dem Betrage von 6,50 Mk. an den Rechtskonsulenten Rei- beling, seinem früheren Bureauvorsteher, zur Ordnung und eventuellen Terminsvertretung übergeben. Unwahr sei Wießners Behauptung, er habe ihn damals beauftragt, mit der Sache Rechtsanwalt Dr. Meuser zu betrauen. Er habe Wießner gesagt, die Sache könne im Termin Reibeling vertreten. Insofern habe er in Butzbach als Zeuge die Wahrheit beschworen. Er sei als Zeuge weiter gefragt worden, ob Wießner ihm einen Kosten Vorschuß von 7,50 Mk. gezahlt habe, auch diese Frage habe er der Wahrheit entsprechend verneint. Bis dahin geschah seine Vernehmung in Butzbach in Abwesenheit des Rechtsanwalts Dr. Meuser, der in einem Protzeß Reibeling gegen Wießner den letzteren vertritt. Als Dr. Meuser kam, ttnrrbe ihm mitgeteilt, daß die Vernehmung bereits abgeschlossen sei. Meuser erklärte, nachdem er von dem. Inhalt der Zeugenaussage Kenntnis genommen, er habe noch einige Fragen zu stellen. U. g. wurde auch die Frage an K. gerichtet: Also die 7i/» Mk. Vorschuß haben Sie nicht erhalten, falben Sie denn von Wießner überhaupt keinen Kostenvorschuß bekommen? Diese Frage habe er verneint. Der Angeklagte gibt zu, daß er nach dem Protokoll Unrichtiges beschworen habe. Er versichert aber, er habe in Butzbach nicht gewußt, daß ihm Wießner überhaupt Geld gegeben habe. Auch als er über die Angelegenheit als Angeschuldigter vernommen wurde, tonnte er sich nicht erinnern und erst nach langem Nachdenken und nachdem seine Frau seiner Erinnerung zu Hilfe gekommen sei, sei ihm der ganze Tatbestand wieder ins Gedächtnis zurückgekommen. Der Zeuge Wilh. Wießner will mit Dr. Meuser schon vorher über die Sache verhandelt haben und sei an diesen gekommen, weil er die Praxis von Klarenaar übernommen hatte. Dr. Meuser war ün Hotel Viktoria nicht an- zttt reffen. Der Kellner oder der Wirt sagte ihm, er solle nur zu Klarenaar gehen, da würde er vielleicht Dr. Meuser antreffen Der Zeuge ist auch hingegangen und behauptet, Klarenaar gesagt zu haben, daß er schon bei Meuser gewesen sei. Der Zeuge Rechtsanwalt Dr. M eufer erklärt zur Zeugenvernehmung Klarenaars vor dem Amtsgericht Butzbach, daß er zu spät in den Termin gekommen sei. Er erinnert sich, daß K. ausgesagt hat, er habe überhaupt von Wießner fein Geld bekommen und Wießner habe ihm auch keinen Auftrag erteilt, ihn mit seiner Vertretung tm Prozeß Reinberg zu betrauen, damit sei für ihn die Sache geklärt gewesen. Für ihn habe die Frage wegen d^. 7,50 Mk. überhaupt kein Interesse gehabt, ibn habe mehr die Frage interessiert, ob ihm der Angeklagte einen Prozeß aus der Hand genommen habe. Zeuge Reibeling erklärt, daß er Bureauvorsteher bei Klarenaar und später bei Dr. Meuser war, dann hat er sich als Rechtskonsulent unabhängig gemacht. Auf die Frage: Haben Sie Zeuge die 6,50 Mk. vom Angeklagten bekommen oder haben Sie den Betrag nicht bekommen? sagt Reibeling: Ich kann dies nicht genau sagen! Vorsitzender: Früher haben Sie ganz bestimmt ^usgesagt, Sie hätten den Geldbetrag vom Angeklagten nicht bekommen. Wie wollen Sie den Widerspruch ausklären? Reibc- ling: Ich habe zu Hause alles genau nachgxsehen und nichts gefunden. Ich glaube auch, daß ick das Geld nicht erhalten habe, Uber ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen, daß ick es nicht bekommen habe, ebenso wenig weiß ich, daß mir das Geld gezahlt ift. Der Vorsitzende sucht zu ermitteln, ob vielleicht durch eine Mitteilung des Zeugen Reibeling an Dr. Meuser die Erklärung, daß 7,50 Mk. Vorschuß an Klarenaar gezahlt sei, in die Hand-« ttkten gekommen ist. Reibeling bestreitet, Meuser etwas der-« artiges gesagt zu haben. Der Angeklagte Klar ena ar sagt Reibeling, der ihm gegenüber gestellt wird, ins Gesicht, daß er ihm die 6,50 Mk. gezahlt hat. Dieser erklärt: Ich weiß! es nicht, den Betrag erhallLn zu haben. Die Vernehmung des Handelsmannes R e i n b e r g von Hohensolms ergibt nichts Erhebliches. Tr. Fritz Kull mann hat als Anstaltsarzt Klarenaar in der Zcllenstrafanstalt Butzbach behandelt und erklärt, er habe beobachtet, wie der Angeklagte häufig hochgradig erregt war während der Verbüßung seiner Strafzeit, besonders wenn Wer- hältnisse aus seiner früheren Praxis an ihn herantraten. Gedächtnisstörungen habe er nicht beobachtet, er könne aber sagen, daß solche bei vollkommen normalen Menschen vorkommen. Pfarrer Joh. Amboß schildert, daß Klarenaar in der Strafanstalt sich in Stimmungen befand, die ihn zweifeln ließen, ob der Mann zeitweilig als normal denkender Mensch zu betrachten sei. >Den Geschworenen werden folgende Schuldfragen vorgelegt: wegen Unterschlagung und für den Fall der Bejahung wegen Untreue, sowie wegen Meineids bezw. fahrlässigen Falsch- eids. Staatsanwalt Trümpert führt aus, nach der Beweisaufnahme sei die Anklage wegen Untreue und Meineids nicht mehr aufrecht zu erhalten. Die Anklage wegen fahrlässigen Meineids bleibe aber bestehen und diese bitte er zu bejahen. Der Angeklagte hat unter Eid bekundet, er habe von Wießner kein Geld bekommen und dies entspricht nicht der Wahrheit. K. hätte als Jurist diese Aussage nicht machen dürfen. Rechtsanwalt Kaufmann führt in längerer Rede aus, daß sein Klient objektiv Falsches nicht beschworen habe. Es fehle hierfür der Beweis. Es stehen Aussage gegen Aussage. Nachdem der A n g e k l a g t e in einer kurzen Schlußausführung sich an die Geschworenen gewendet falt, ziehen diese sich zu einer kurzen Beratung zurück, worauf der Obmann Kaufmann Bücking den Wahrspruch verkündet, der auf nichtschuldig für sämtliche Schuldfragen tautet. Der Gerichtshof spricht darauf den Angeklagten von Strafe und Kosten frei. Der gegen ihn erlassene Haftbefehl wird aufgehoben. Der Allensteiner Mordprozetz. > ,A l l e n st e i n, 9. Juni. Frau v. Schönebeck-Weber hat sich am heutigen Verhandlungstage anscheinend von den Aufregungen des Lokaltermins erholt und sieht recht wohl aus. Ihre Vernehmung über ihre Beziehungen zu dem Hauptmann v. Göben wird fortgesetzt, lieber die Vorgänge am Morgen nach der Mordnacht will sich die Angeklagte nicht mehr erinnern, wenigstens nicht an Einzelheiten. Was sie davon wisse, habe sie aus den Erzählungen anderer gehört. Auch daß sie zu Herrn v. Göben geäußert haben soll, wie dieser bekundete, „ich leide schon seit vier Uhr", bestreitet die Angeklagte ganz entschieden. Sodann gelangen die Protokolle über die Vernehmung v. Goebens zur Verlesung. Die erste Vernehmung Göbens fand am Morgen nach der Tat statt. Gäben erklärte: Ich habe gestern abend bis etwa 91/« Uhr mit Major v. Schönebeck und seiner Frau zusammen geweilt. In den letzten Tagen war Major v. Schönebeck schlechter Laune. Das schien er auch anfangs gestern zu fein, aber dann war er guter Laune. Ich sollte ihn heute früh zur Jagd abholen. Als -h zehn Minuten vor acht Uhr im Krümperwagen vorfnhr, teilte mir der Bursche mit, daß Major v. Schönebeck sich erschossen habe. — Bors.: Dieses ist die erste Vernehmung des Herrn v. Göben. Am Nachmittag wurde Frau v. Schönebeck in der Wohnung des Rittmeisters v. Grätz vernommen. Zuerst glaubte man an einen Selbstmord des Majors v. Schönebeck. Diese Annahme ließ man aber fallen, als man die sechs Patronen in seinem Revolver fand. Auch die Art des Fenstervcrschlufses kam zur Sprache. Die Angeklagte hatte angegeben, daß sie sich um V2II Uhr in ihr Zimmer hinaus begeben habe. Dann sagte die Än- gefiagte weiter: „Wer den Schuß auf meinen Mann abgegeben hat, weiß ich nicht. Ich habe nicht den geringsten Verdacht." — Ange kl.: Daran kann ich mich gar nicht erinnern. — Vors.? Hatten Sie damals schon eine Ahnung, daß Herr v. Gäben der Täter gewesen sein könnte? — Angekl.: Das weiß ich nicht mehr. — Bors.: Haben Sie an Göben gar nicht gedacht? — Angekl.: Ich konnte mir doch unmöglich denken, daß Gäben meinen Mann erschossen habe. — Vors.b Nun entwickelte sich die Sache weiter und Herr v. Gäben wurde wiederum vernommen. Die zweite Aussage, die er noch als Zeuge gemacht hat, datiert ebenfalls vom 27. Dezember und lautet: Ich ging am ersten Feiertag von der Familie Schönebeck direkt nach Hause und kam um 1/210 Uhr abends zu Hause an. Ich ging dann noch, einmal weg, um| etwas zu besorgen, kam aber bald nach Hause zurück. Ich blieb nur etwa 10 Minuten weg. I d.tvgta mich dann schlafen. Mein Bursche will mich 10 Minuten vor 6 Uhr geweckt haben. Meiner Ansicht nack muß es später gewesen sein. Ich fuhr dann sofort zur Villa Schönebeck. Dort erzählte man mir, daß der Major sich erschossen habe. Ich hielt das für unwahrscheinlich, da ein Selbstmord nicht imjkbaraftcr des Majors lag. Ich ging dann ins Eßzimmer uno iah von dort aus die Leiche des Majors liegen. Ich sah die Leiche nur kurze Zeit an. Als ich in den Hausflur kam, härte .ich Frau v. Schönebeck laut sckreien. In der Meinung, es könnte ein Unglück passieren, lief ich direkt in ihr Zimmer hinein. Ich versuchte sie zu beruhigen und schlug ihr vor, mit den Kindern zu der befreundeten Familie des Rittmeisters v. Grätz zu gehen. Die Leiche des Majors sah ich erst wieder bei der gerichtlichen Leichenschau, als ich als Zeuge vernommen wurde. Meiner Ansicht nach ist der Major von einem Dieb ober Einbrecher erschossen worden, der es auf das Silberzeug im ©al01t abgesehen hatte. Mit Major v. Schönebeck stand ich äußerlich sehr gut, ich verkehrte aber weniger seinetwegen bei ihm als seiner Frau wegen. Mit ihr stand ich in srenndschaftlichem Verhältnis. — Auf die Frage des Kriegsgerichtsrat Conradi, wo er die drei Schrammen auf der Nase bekommen habe, antwortete Gäben, daß er sich die Schrammen beim Befestigen des Weihnachtsbaums in der Schänebeckschen Wohnung zugezogen habe. Gegen die Haussuchung hatte Gäben nichts eiiizuwenden, er bat sogar darum."— Vors.: In dieser Aussage wird ja auch mit dem Ge-* danken des Diebstahls operiert und der Diebstahl als Silber-i diebstahl spezialisiert. Das ist eine nach der Anklage auffallende Ucberemftimmuiig, die beweisen soll, daß Sie Kenntnis von dieser Sache hatten und daß eine vorherige Vereinbarung stattgefundeni hat. Was haben Sie dazu zu sagen? — Angekl.: Ich sage, es lag keine vorherige Vereinbarung vor. Da der 6K- richtsherr aber doch Verdacht schöpfte, verbot er ihm, sich Front v. Schönebeck zu nähern. Trotz dieses Verbots hat Goeben aber eine Zusammenkunft mit Frau v. Schönebeck angestrebt. Angekl.: Es wurde mir verschiedentlich gesagt, er wolle mich sprechen/ ick habe ihn aber nicht empfangen. — Vors.: Aber Sie haben! ihm am 27. Dezember einen Brief geschrieben. — Angekl.: Ja. — Vors.: Was steht darin? — Angekl.: Ich scknieb, daß ich bedauere, ihn nicht empfangen zu. können, er möchte ruhig zu-« Parkett- hv>/, Damit behandelte Böden a OSE 3 9 2258) chulttraße. Telephon 741 Marktplatz 2 lOOOMk " E rfiri d u n'g e h" Leicht Bequem Luftdurchlässig bar Preise<500,3Ü0.200M.) für neue prakHsche und gzwlnnbrrngendc Bohnermasse für Parkett, Linoleum, Gestrichene Böden. Fabrikanten: DereinigteKarben- und Lacks abriken G. m. b. H. normale fiinfttr & ÜRtisntr, Mmcheii X. Bors : Dos iR das erste Geständnis Göbens Von dem Schwur unterm Tannenbaum und dielen anderen Abweichungen ist hier noch nicht die Rede. Frau Weber, was sagen Sie nun zu diesem Geständnis? — Angell. sichtlich erregt, nach langer Uebcrlegung : Soweit ich folgen konnte, ist einiges richtig, einiges nicht richtig. Der Vorsitzende hält der Angeklagten vor daß es in Anbetracht der Wichtigkeit des Göbenschen Geständnisses und des nod) folgenden Teiles ihrer Vernehmung wohl doch richtig sei, obzubrechen und erst am Freitag morgen sortzusahren. Die Sitzung wurde daraus aus Freitag vertagt. in das Beste zur Bereitung v. schmackhaften Salaten u. Mayonnais., in Flaschen und nachgefüllt. Central-Drogerie, Für ZucKerKranKe and Nierenleidende DL J. Schäfcr's physiol. Nährsalze ohne Diätzwang, ärztlich empfohk,Preis M.3.-u.4.5p. Zu hab. in Apotheken, wenn nicht erhältlich, bei Dr. J. Schäfer. Bannen 27 Wertherstrasse 91 Belehr Broschüre gratis Erdbeeren sind jetzt reichlich auf dem Markt. Frische Erdbeeren und Flammeri, gekocht aus Mondamin und Vollmilch, geben eine köstliche Nachspeise. Mondamin muß gut 10 Minuten lang kochen, um den schönen nußartigen Geschmack und die volle Nährkrast zu entfalten. Nur gute Vollmilch verwenden! Rezepte gr. u. fr. von Brown & Polson, Berlin C. 2. <ßcrid>t»iaaL R.-B. Darmstadt, 9. Juni. Das Kriegsgerich t verurteilte beute den aus Gontershausen stammenden Unteroffizier Werner Schmidt von der 3. Komp, des Leib-Garde-Rgt. Nr. 115 hiev, wegen tätlicher Beleidigung und Mißhandlung zu drei Monate n Gefängnis. iLchmidt halte bei einer Deranstaltung im Runrnielbräu sich an ein Mädchen herangemacht und ging am dem Heimweg zu unsittlichen Angriffen über. Er blitzte ab, luoxaui er tätlich wurde, so daß seine Handlung als Niisrhaiidlung erschien. Gegenüber den ungünstigen Aussagen eines Vorgesetzten liest er sich in der Verhandlung zu einer drohenden Aensterung hinreisten was noch ein Strafverfahren zur Folge haben wird. Mit Rücksicht auf dieses und die heutige Strafe wurde er verhaftet. Wegen M ü nzverbrechens wurden heilte von dem Schwurgericht die Offenbacher 'Arbeiter Schlaffer Franz Vorrat, Schuhmacher Joh. R ü ck er t und Gürtler Friedrich Rath zu je 3 Monaten und Rückert zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. r«Ä i ft ein, 9. Juni. cf) om heutigen Beigen des Lokaltermin ernehmung über oben iviri» fortgefejt ordnacht will lieh die nicht nn Einzelheiten. Erzählungen andew geäußert haben so! r Ubr", bestreitet !: t die 5?rotolollc übti flecht-Stiefel flecht-Sandalen das Beste u. Angenehmste für die heisse Witterung Origirrat-DrahtnreLSungen. Rio bc Janeiro, 10. Juni. Der Ertrag der Steuern weist eine Mehreinnahme von 2r/2 Millionen Pfund auf. Santiago de Chile, 10. Juni. Die Zoll- einnahmen aus dem Güteraustausch mit Argentinien sind bedeutend gestiegen; sie beziffern sich gegen früher auf das dreifache. 175 833, Roggen 486, Gerste 11 669, Mais und Darr 8341, mrdcres Gerrerde iMalzkeinre» 926, ui hl: .\hrf(facn 37, Zwctschen 49.5, abg^sallenes Kernobst .Fallobst und )tfmobittrd)t-r 62, Beeren fruchte 5, flüssige Traubrnwernlrse 413, geprestle Trauberr- wein Hefe und Obstwein Hefe 3824, mcht gewässerte^ Weintreber 7587, gewässerte Weintreber 31, Brauerei abstille 7351. umge- schlagenes Bier, Tropfbier und sonstige Bierrückstände 674, Öcien* brühe 129, Traubenwem 2606, LbMvein 12. Kunstweiu 350. Gesamtreineinnahme an Brannrn>cnlsteuer betrug: Reinertrag an Maischbottichsteuer 37 767 'Dbf., Reinertrag an Verbrauchsabgaben und Zuschlag 1 995 111 ML, llebcrschust an Brennstcuer — 61 924 Mll, also im ganzen 1 970 9 >4 Mk Rück'" vergütet nntrbcu an Maischbottickstener 140 241 Mk., an Der branckssabgaben 63 542 Mk, Kvittingenlsscheine wurden aus- gmertigt über 237 519 Mk. und an Bremtsteuervergütung 88 994 Mark. lusllur kau" jnlllic, n. In der 85*5565 ■ Silbe^ äußerl^ ei ödens .oben cdlatlc'. xsdi yiaiot v. cdiönebti i den fehlen Tagen Tas schien er am r guter Laune. (le fi) zehn Minuten eilte mir her Bunnn ssen habe. - Borst o. Gäben. Am M Wohnung des 3tm- aubte man an cm Diese Annahme m tonen in fernem W :PerfW om; baß Ite stcb um ■ Tann sagte die inen Mann abgegeb° gerieften «A gar nicht geb<( denke»' q?iin cntroidiltc l miirbc nricbcrum va 3*4* und lautest W. ; ”«m °d°l a;:; mut' '' ■> spater r ilb muB -Tod Wilh. Herbert ™ert geben, bet mir nachmittags aus dem Zimmer gewesen zu sein. — Bors : Fräulein Eue sagte aber, Sie hätten sie unmittelbar vorder gebeten, nichts darüber zu sagen, dast Hauptmann v. Goeben aus Ihrem Zimmer gewesen sei, und gleich darauf hätten Sie diesen Brief gesckrrieben. Deshalb wird vermutet, dast in dem Brief genau dasselbe steht, als was Sie Fräulein Eue gesagt haben. — Angekl.: Fräulein Eue wollte nur nicht sagen, dast Goeben in der Rächt bei mir war. Es kommt bann der Brief zur Verlesung, den Hauptmann v. Goeben an die Angeklagte abgc- schickl hat, der dieser aber picht ausgehändigt worden war. Haupt - mann v. Goeben lxrtte, als die Angeklagte sich im Hause des Rittmeisters v. Gractz befand, diesen gefragt, ob er Frau von Sckö:rebeck sprechen könne. Als das von ihm verneint wurde, gab er item Rittmeister den Bries. — Bors.: Die Handschrift des Herrn v. Goeben kennen Sie ja? — Angekl : Ja, das ist seine Handschrift. — Bors.: Die Vorderseite des Brieses ist an sich abgeschlossen, so dast der, der fein Misttrauen hat, nicht merkt, dast aus der Rückseite auch noch etwas steht. Die Vorderseite lautet: „Sehr verehrte, gnädige Frau! Mir ist für die Dauer der Untersuchung jeder „intime" Verkehr mit Jlpun untersagt. Deshalb must ich mich beschränken. Ihnen schriftlich tiefstes Beileid auszusprechen und Ihnen zu danken für Ihre liebenswürdigen Zeilen. Seien Sie versichert, gnädige Frau, dast ich jederzeit bereit bin, Ihnen zu dienen. Ihr sehr ergebener Goeben " Klappt man aber den Brief auseinander, so sieht man, dast noch sehr viel mehr drin steht. Die Rückseite lautet: „(Heftern vernommen, nichts herausgekommen Dabei natur lich aus Frage, wie wir stäirden, gesagt, freundschaftlich. £>ättc nach eigenem Augenschein und Andeutungen von Frau v. Sck>önc- beck Eindruck gehabt. Ehe nicht ganz glücklich. War häufig im Hause, auch wenn Ehemann nicht da war. Auch gesagt, daß ich auf Zimmer gewesen, als Ehemann im Hause war. Weiter gesagt, auch einige Partien mitgcmacht, hinzugefügl, eigentlich sollten auch da Bekannte und Kinder mitkommen. Von Herthainsel nichts mitgctcilt. Nach Schrammen an Nase gefragt, gesagt, die hätte neulich beim Tannenbaumputzen gekriegt. Als wahrscheinlichen Grund Einbruchsdiebstahl, auch Silberzeug erwähnt. Bitte baldige Nachricht, wenn ich mich irgendwie geirrt. Erwünscht Näheres über Ihr Befinden und Aufenthalt." — Bors.: Nun, Frau Weber, auf diesen Brief baut die Anklage, sehr viel auf. — Angekl.: Ich konnte doch nicht zugeben, daß das Verhältnis herauskam. Ich hätte dann sofort aus der Strastc gestanden. (Weinend >: Ich wollte zu meiner Mutter nach Görlitz, die mich und die Kinder aufnehm.n wollte. Wenn meine Mutter gewußt hätte, daß ich mit Goeben ein Verhältnis hatte, bann wäre das unmöglich gewesen. Ich wollte nichts als meineFrauen- ehre retten. - Bors.: Aus dem Brief wirb ganz etwas anderes gefolgert. — Angeklagte (miterregter Stimme,: Es steht doch nichts drin, was nicht zum Schutz meiner Frauenehre geschrieben wäre. Vors : Nein, es steht mehr drin. Es stehen Andeutungen über die Aussage des Herrn von Goeben drin. — Angell.: Dor Brief ist doch ein Beweis dafür, daß kein Einverständnis zwischen uns bestanden hat, denn bann brauchten wir uns doch keine Mitteilungen zu machen, bann wäre das Einverständnis doch schon vorher zustande gekommen. — Bors.: Es steht doch am Schluß: „Ich bitte um Nachricht, wenn ich mich irgendwie geirrt habe." Da sagt die Staatsanwaltschaft eben, baß deutet uuf eine Verabredung hin. — Angell.: Nein, es bezog sich mir darauf, ob er oben bei mir im Zimmer gewesen ist, und es galt doch nur allein, meine Frauenehre zu retten. — Hierauf wird der Haftbefehl gegen Hauptmann v. Goeben verlesen. Es wird bann noch das Protokoll der dritten Vernehmung Goebens».am 28. Dez. verlesen. — Vors. (zur Angekl.): Als nun Goeben verhaftet war, wurden Sie am 29. Dezember, also einen Tag nach der Beerdigung, als Zeugin vernommen. Wissen Sie, was Sie da gesagt haben ? — Angell.: Nein, daran habe ich feine Erinnerung, ich wußte auch gar nicht, weshalb ich vernommen wurde. Nlir war nicht gesagt worden, daß Goeben verhaftet war. — Dors.: Das mußte Ihnen gesagt werden, denn es entspricht den gesetzlichen Bestimmungen. Ta sagten Sie wieder: „Wer meinen Mann erschossen hat, davon habe ich nicht die geringste AInnung. Alenn nicht ein Dieb in Frage kommt, kamt ich mir nicht denken, wer es gewesen sein sollte." Am 3 1. Dez. wurde nun Hauptmann v. Goeben wieder um verantwortlich vernommen und legte an diesem Tage zum ersten Mal ein z u s a m m e n s a s s e n d e s Gestand- n i s ab. In diesem Gestärlonis gibt Hauptmann von Goeben an, daß er Frau von Schönebeck von Anfang an geliebt habe, ohne sich dessen bewußt zu sein. Er bube sie täglich immer mehr geliebt und Ijabe sich bestrebt, sie aus den unglücklichen Banden zu befreien. Sie habe ihm fortgesetzt Äditteilungen gemacht über Mißhandlungen von leiten ihres Mannes, denen er selbstverständlich Glauben schenkte. Ich faßte den Entschluß, Major von Schönebeck auf der xsagb mit der Waffe in der Hand zur Ehescheidung zu zwingen, ^m Weigerungsfälle wollte ich ihm nötigenfalls niederschießen. Frau v. Schönebeck wusste davon und war damit einverstanden, eie drängte aber immer, sie könne es nicht länger aushalten. L>re erklärte, sie sei damit einverstanden, daß es in der Wohnung statt- finbe. Diese letztere Unterredung fand einige Tage vor Weihnackstm statt. Ich war Weihnachten bei der Familie Schönebeck zu Besuchs Frau v. Schönebeck sah Mich den ganzen Abend bedeutungsvoll an, ich merkte, was sie von mir haben wollte, ^ie^tagte: Mach, was du willst, aber ich will nichts davon wissen, ^ch leibst fatzte bann den Entschluß, die Tat au^uführen. Er 'ckildert dann, wie er in der Nacht zum 26. Dezember tu die Wohnung /des Majors eindrang. Der Major hörte mich. Er öffnete das Schlafammer und erhob sofort die Waffe gegen mid).^ 3cb iah an feinen Gesichtszügen, daß er abdrucken wollte^ ^n dieiem Moment, während ich die Worte sprach: „Herr Major", erhob idi die Pistole und drückte ab. Der Major brach so'ort zusammen. Ich iah, daß er tot war Das war zwilchen 3 und i/,4 Ubr. Frau v. Schönebeck wußte nicht bestimmt, dast ich in dieser Nackt die Tat ausführen würde, aber sie konnte es ahnen. Meiner Ansicht nach hat sie den Schuß gehört, denn sie sagte am nächsten Morgen zu mir, iic Icjbc schon leit 4 Ubr. Mürttc. th. Gießen, 9. Juni. Der dieswockige Vieh m arkt hatte einen Austrieb von etwa 1844 Stück Rindvieh, darunter etwa 400 Jungtiere und Kälber und 516 Schweine. Der Vorhandel, der in schwarzbunter Milchware große Ausdehnung annahin, brachte große Umsätze in Jungtieren für Zuchtzwecke, die nach dem Allgäu und nach Baden angekaust wurden und gute Preise erzielten 4.er Markt selbst brachte int Milchviehhandel für gute Ware flotten Absatz zu den seitherigen Hohen Preisen, daS Geschält m geringeren und mittleren Kühen war schien. end, so daß ein kleiner Rückgang emtrat. Das Fettviehgeschait ließ sich bei den seitherigen Preis- nottzen nicht schlecht an. Für Rinder waren die Provinzslädte, besonders stark Bad-Nauheim, Abnehmer, während fette Kühe ihre Kundschaft von» Rheine her fanden. Der Kälbermarkt hatte keine Zugkraft. Bet der heißen Witterung ist der Adfatz von Kalbfleisch ei lieblich zurückgegangeii nnd so wohl ist die mangelnde Nachfrage und em Preisrückgang für Kälber von 4 — 5 Alk. der Zentner zu erklären. Ter kleine Poften Jungtiere, der vom Vormarkt zurückgeblieben war, fand bei guten Preisen seine Abnehmer. Das Geschäft in Schweinen war, was Ferkel anlangt, nicht sehr flott — es spielt auch hierbei die heiße Witterung mit. Dagegen mären L'änfer und Einleger sehr begehrt und mürben hoch bezahlt. Gehandelt wurden Kühe, frisch melkend und tragend, l.Cual.530 b§ <>00 Mk. (vereinzelt auch bis 25 Mk. höher), 2. Qual. 440—500 Mk., 3. Qual. 3,0 bis 420 Mk. Jungtiere, Rinder und Stiere je nach Alter, Form und Qualität 125-225 Mk. Preise pro Stück. Bezahlt wurde für den Zentner Schlachtgewicht«: Fette Rinder 1. Qual. 76 bis 78 Mk., 2. Qual. 73 bis 75 Mk., fette Kühe 1. Qual. 70 bis 73 'Mk., 2. Qual. 61—69 Mk., 3. Qual. 59 bis 63 'Ulf. Kälber 1. Qual. 75-80 Alk. (extra schwere Tiere bis 84 Alk.), 2. Qual. 68 bis 75 Mk., 3. Qual. 61 bis^ 66 Mk. Es erzielten pro Paar Ferkel, 6—8 Wochen alt, 45—55 Mk., 10 bis 12 Wochen alt 60 bis 72 Mk., leichte Springer 80 bis 100 Mk., bessere Ware 100 bis 130 Mk., Einleger 140 bis 160 Mk. Der 'Markt wurde in allen Gattungen Vieh geräumt. Nächste Marktage 21. und 22. Juni. Fette Ochsen werden in der Gegend noch tin bester Qualität noch mit 81—d3 Mk.,in guter Ware mit 78 bis 80 Mk., fette schlachtreife Schweine nut 64—65 Mk. der Zentner Schlachtgewicht bezahlt. fc. Frankfurt a. M., 10. Juni. Heu- und Strohmarkt. Angeiahren waren 6 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 4,00—4,50 Stroh (Kornlangstroh) 0,00 bis 0,00 Mk., Wirrstroh 0,00-0,00 Mk. Alles per 50 Kilo. Geschäft schleppend. — Tie Zusuhren waren aus Oberhessen und dem Kreis Dieburg. fc. Wiesbaden, 9. Juni. Heu- u n d Stroh markt. Angefahren waren 18 Wagen Heu und Stroh. Man notierte: Heu 6.06 bis 00.00 Mk., Stroh iRichtitroh) :>.60—6.40 Mk. F r u ch t in a r k t. Hafer 15.80—16.40 Alk. Alles für 100 Kilo. sl Marburg, 9. Juni. Aus dem heutigen Schweine- m a r f t gingen die Preise bei starkem Geschäft etwas zurück. Es kosteten kleine Ferkel 40 bis 50 Mk., größere Ware 60—80 Mk. und Läufer 100-130 Mk. das Paar. 'Zum Verkauf standen 830 Stück. p3* b.. '"g'sK" n IW etictih, I-M, m, 1* ■ ^rantraten. i-W en Dorfommeii enQQt in der Straf, ■r Mensch iu 6t, ffiha^n vor. kklaifigcn Falsch, der Beweisaus- (etneibs nicht mehr Malugen Meineids en. Der Angeklagte fein Geld bekommen itte als Jurist diese strer Rede aus, daß en habe. Es sehle en^Aussage. m Scl'luhaussührunz " diese )id) zu einer : Kaufmann Bücking fuldig für sämtlich; efiagten von Strafe nc hastbesehl wird Mtz M d S! n)- fllber y$ Z lW- SnSku,tz ij Vcrinifcbte». * Gewitterschäden. Aus allen Teilen des Reiches werden schwere Gewitter gemeldet, bei denen durch Blitzschläge viele Menschen getötet wurden. Auch btc Frucht wurde stellenweise sehr geschädigt. Der Neckar führt Hochwasser und I)at viel Heu fortgeschwcmnrt. Im Rheinland wurden in den letzten Togen 20 Personen durch Blitzschläge getötet. Das Ücker den Ober-Nhein niedergegangenc Gewitter verursachte bei Linz eine Unterbrechung des rechtsrheinischen Bahnvcrkchrs. Die Geleise waren derart piit Geröll bedeckt, daß die Züge wiederholt halten mußten. In ganz Mitteldeutschland, insbesondere in K-ur- hessen und in Thüringen haben Wollenbrüche und Gewitter unberechenbaren Schaden angerichtet. Aleinc Tagesck»ronik. Lluck der Berliner Vorort Lichtenberg bat jetzt, ebenso wie Eharlottenburg, unter Wassermangel zu leiden. — Der durch die Erpress »lngsgeschtchten der „W ahrheit" bekannt gewordene Hcrmaim Dahsel, der wegen Erpressung zu einem Jahr und 6 Monaten Gefängnis verurteilt, aber gegen Sicher- 'tcllnng entlassen roorben war, ist m Berlin an einem Herzschlag gestorben. Branntweinbrennerei und Branntweinbefteuerung in Hessen im Betriebsjafyr (908-09. (1. Oktober 1908 bis 30. September 1909.) Im Großherzogtum Hessen sind im BetriebSja.hr 1908/09 155 2 Hektoliter Alkohol weniger hergestellt worden, als im vorhergehenden Fahre. An dieser Mindererzeugung sind die hauptsächlich Kartoffeln verarbeitenden landwirtschaftlichen Bren nereien mit 1117 Hektoliter, die gewerblickien Hefebrennereien mit 579 Hektoliter und die andere Stoffe als Wein und Brauereiabfälle verarbeitenden Materialbrennereien mit 207 Hektoliter beteiligt; dagegen sind von den hauptsächlich Wein «verarbeitenden Betrieben 248 Hektoliter Alkohol mehr hcrgcstellt worden. Der Rückgang der Branntweinerzeugung bei den Kartoffelbrcnnereien ist aus den ungünstigen Ausfall der Kartoffelernte im Herbst 1908 und die damit in Zusammenhang stehenden hohen Kartoffelpreise im Frühjahr 1909 zurückzuführen: dementsprechend sind denn auch im Betriebsjahr 1908/09 = 4784 Doppelzentner Kartoffel weniger in den Brennereien verarbeitet worden, als im Jahre zuvor< An der Mindererzeugung in den gewerblichen Hefebrnmereien ist nur die eine der beiden im Direktivbezirk bestehenden derartigen Brennereien beteiligt. Die Abnahme der Branntweinerzeugung bei den Materialbrcnnercien ist eine Folge des geringen Ertrags der Obst- und Weinernte namentlich der Zwetschenernte im Herbst 1908, demzufolge nur 495 Hektoliter Zwetschen gegen 7913 Hektoliter im vorausgehenden Jahr zu Brennzwecken zur Verfügung standen. Die nicht unbedeutende Mchrherstellung von Branntwein — 248 Heftoliler Alkohol — aus Wein ist in der Hauptsache daraus zu rück zu führen, daß verschiedene Brennerei besitzer es sür'lohnender gefunden haben, billigen ausländischen Wein in ihren Brennereien zu verarbeiten, statt der nicht gleichmäßig zur Verfügung stehenden Erzeugnisse des inländischen Obst- und Weinbaues. Die Preise und Stärken der in dem Großherzogtum Hessen hauptsächlich zum Verbrauch kommenden Trinkbranntweine weichen von den in den vorausgehenden Jahren nachgewiesenen nicht wesentlich ab. Der Kleinverkaufspreis des vollständig vergällten Branntweins war ebenfalls der gleiche wie im Vorjahr, er betrug int Durchschnitt für die Literflasche bei einem Alkoholgehalt von 90 Raumprozenten 30 Pfg. und 33 Pfg. bei einem Gehalt von 95 Raumprozcnten. Verschlußbrcnnereien sind im abgelausenen Betriebsjahr im Großl.crzogtum Hessen nicht entstanden, dagegen 4 Absindungs- brcnnereien. Vorhanden waren 305 Brennereien, darunter 66 Verschluß- und 239 Absindungsbrennereien. In Betrieb ivaren davon 125 Brennereien, die zusammen 22 908 Hektoliter Alkohol erzeugten, davon 19 784 hl aus Kartoffeln, 2250 hl aus Getreide (78 in landw. und 2172 in gewerblichen Brauereien, 510 hl aus Traubenwein, 175 hl aus Brauereiabfällen und 189 hl aus anderen Stoffen Zu der Branntwein-Erzeugung wurden an Materialien verwendet in Doppelzentnern: Kartoffeln — Kurze Nachrichten aus Kun stu. Wissenschaft. Den Oberlehrern Stessler, Freybe und Dr. Helm- kampi an der Landwirtschaftsschule in Weilburg ist der Charakter als Professor verliehen worden. Wetteraussichteu in Hessen am Samskäg dein 11. Juni 1910: Zunächst vielenorts ziemlich heftige (tiemuter und slrichiveise Hagel, meist wolkig und später Abkühlung. P-eilbtdmgur.gtn Cfitlfl undTfenw» J. Bett & Co. Frankfurt a. M. 13o InsektenpuIveF Adler - Medizinal -Drogerie Ctto Schaaf, Leitersweg 39. 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Mittags 2 Uhr: Festzug vom Walltor aus durch die Stadt zum Festplatz. Mittags 3 Uhr: Allgemeine Freiübungen, Musterriegenturnen, Kürturnen, Turnspiele, Konzert auf dem Jestplatze und in der Festyalle, turnerische Vorführungen und Radfahrer-Reigen in der Festhalle. Abends 8 Uhr: Aufführung des Festspiels in der Jesthalle, Tanz, Pyramiden. Festfolge: Montag den 13. Juni: Vormittags 11 Uhr: Frühschovven-Konzert. Mittags 2 Uhr: Festzug - Abmarsch. Von 3Uhr ab: Schüler-Wetturnen, Jugendspiele, Konzert in der Festhalle und auf dem Festvlatze, Tanz. Abends 8 Ubr: Preisverteilung. Abends 9 Uhr: Wiederholung des Festspiels. Abends 11 Uhr: Schlachten-Potpourri. Eintrittspreise: 1. Einzelkart. f. d. ganze Fest a. d. Kasse Mk. 2.— desgleichen im Vorverkauf Mk. 1.75 2. Farnilien-Dauerkarten mit 2 Beikarten an der Kasse Mk. 3.50 desgleichen im Vorverkauf Mk. 3.— Aufferdem kann noch eine Beikarte gelüst werden, jedoch nur für weibliche Personen u. Söhne unt. 14 Jahr. v. St. Mk. 0.50 Kinder unter 6 Jahren frei. 3. Tagesdauerkarten Sonntag Mk. 1.— desgl. Montag Mk. 0.60 4. Einmaliger Eintritt Sonnabend Mk. 0.40 desgl. Sonntag Mk. 0.70 desgl. Montag Mk. 0.40 für nicht mitturnende Schüler Mk. 0.20 * Georg Todt, Blockstraße, Eberhard Metzger Nchs., ♦ (Selietdroefl, Gebr. Michel, Walltorstraffc, Carl ♦ 3cibcb Frankfurter Strane, Rich. Buchacker, Neuen Bäuc, Chr. Bieker, Neustadt, Jos. Secler, Ludwigstraffe, Ludwig Herbert, Mäusburg, C. G. Kleinbenn, Bahnhofstrabe. v*/6 Vorverkauf für Mitglieder bei Lang fit Wiederstein- Der Festausschuß. Während der ganzen Dauer des Festes ist ein regelmäßiger Verkehr der elektrischen Straßenbahn nach und von dem Festplatz eingerichtet. Männer-Turnverein liessen. Feier des 25jährigen Bestehens, 11.—13. Juni 1910. Die verehrt. Einwohnerschaft unserer Stadt wird hierdurch freundlichst gebeten, zu der Jubelfeier auch durch Fahnen- und Blumenschmuck der Häuser beizutragen. v»/6 Der Empfangs- und Wohnungs-Ausschuss. L\rn vo. JKSeetr-ToraVereia Giessen [vi% Die Mitglieder werden gebeten, sich zahlreich an dem Festzug zu beteiligen und pünktl. Sonntag nachmittag 1/a2 Uhr auf dem Landgraf-Philipp-Platz sich em-- zufinden. Der Vorstand. ®TnniV«dn Giessen Wir ersuchen unsere Mitglieder um recht zahlreiche Beteiligung an dem Jubiläumsfest des Männer-Turnvereins. Für die bei dem Fest turnerisch tätigen Mitglieder sind Dauerkarten für das ganze Fest für 75 Pfg. das Stück in der Turnhalle zu haben. An die Festzugteilnehmer werden am Sonntag bei der Ausstellung des Festzuges Karren zu 30 Pfg. ausgegeben, die für den Lösungstag zum freien Eintritt berechtigen. v10/6 Der Vorstand. Im Sommer Sandalen tragen. Unser Lager an Sandalen ist unübertroffen. müssen die Füsse der Kinder mehr Bewegungsfreiheit haben, da dies zur richtigen Entwicklung des ganzen Körpers beiträgt. Lassen Sie Ihre Kinder Marktstr. 9 . Wettergasse u W W Cafe Amend. Täglich Künsiier - Koozert der Ungar. Salon-Kapelle. Eintritt frei. (1(163 Jeden Mittwoch, Samstag u. Sonntag v. 4 Uhr ab Konzert. Freibank. Heute: (B10/6 Schweinefleisch 50 Pfg. Recentinol, den Juffbodeuöle, empfiehlt (3239 Roonstr. 31. H. Heß, Tel. 568. Lieferant staatl. u. städt.Behörden. 3n ucvm icten | 6 Zimmer | Alicestraße 2 iit die 1. Etage, eleg. 6-Zimmer - Wohnung, zum 1. Juli zu verm. I2373 Näheres parterre. | 2 Zimmer | 04860) 2-Zim.°Wohn. mit abgeschl. Korridor an rub. Leute zu ver- mielen._________Lielngstrahe 63. 3211) Seltersweg81 2-Zim.-Wohn. per 1. Juli zu vermieten. Zu erfragen Moltkestr. 24 p. I Verschiedene 048681 Ein kleines Logis m. Küche zu vermieten. Kanzleiberg 5. | Möbl. Zimmer | 04852] Ein möbl. Zimmer zu ver- mieten. Frankfurter Str. 27 v. 04537] M. Zim., n. herger., m. sev. Eing. sos. z. verm. Bahnhofstr.591. MietWuche StaUuna mit Zcheirne sofort ob. spät, zu mieten gesucht. Schristl. Angeb. mit Preisang. unter 04861 an d. Gieß. Anz. erb. Offene Stellni EinRockschneideru. ein Hosenschneider sofort gesucht. 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Bon 9—12'/, u. 3—8 Ubr für die Besucher des Zoologischen Gartens. Eintrittsbedingungen wie gewöhnlich. Originelle Vorstellungen um 11, 4, 5'/, und 7V, Uhr. ______Reservierte Sitztribüne 20 Pfg.________________________[D10/9 Achtung! Achtung! Wahrerem Germania, Wissmar Sonntag den 12. Juni Grosses Sommer fest verbunden mit Preiskorso- und Wandersahreu. Der Festplatz befinbet sich auf dem großen und schätz gelegenen Garten des Gastwirts Wilh. Bittendorf. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. 3234 Der Fettwirt. Hattenrod-- Sonntag den 12. Juni Taeiz im Freien « Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Es ladet ergebenst ein 323C Rock, Gattwirt, Hattenrod. Gesangs-Fest des Kreises Giessen des Christlichen Sänger-Bundes deutscher Zunge. Am Sonntag, deut 12. Juni, ll23 Ubr nachmittags, findet in Dorfgill (Station Garbcntcich) das diesjährige ■ Kreisfest --------- des Christlichen Sängerbundes deutscher Zunge statt. Zum Vortrag kommen eine Anzahl gemischter Chöre, ein. Männerchor, ein Frauenchor und ein Sologesang. Jedermann ist freundlichst eingeladen. D10/6 Eintritt zum Festplatz frei. Rechtsanwalt. A. Petry. 3196 Ich habe mich in Offenbach a. M. als Anwalt niedergelassen und übe die Praxis gemeinsam mit Herrn Rechtsanwalt Marx aus. Unser Bureau befindet Domstrasse 81. — Telephon sich wie bisher 398. — Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung preiswert die Brühl’sche Universitäts-Druckerei, Schulstr. 7 M sm HoiMunMck, gl. welch. Art u. Platz, rasch u. verschwiegen verkaufen will, verlange kostenlosen Besuch zwecks Besichtigung und Rücksprache. Vermiet u. Verkaufs-Zentrale Köln a. Rb., Hansahaus. thv®/6 Kopfialat, 4 Stück 10 Pfg. 04862)________Neuenweg 52. 04871) Herrcurock gesunden. Ab zuholen gegen Erstatt. derJnserat- geb. Katbarinengasse 12 Hth. Heute abend Mitglieder-PersgmvilNg bei Kamerad Rösinger. Anprobe ».Besprechung wegen dem Jettzug. Karten für die Fest zugteilnebmer sind zu 50 Pfg. bei dem ersten Vorsitzenden, Kamerad Bernhardt, Schulstr. lOzuhaben. Sonntag 12l/i—1 Uhr Antreten bei Röfinger.______________‘76 gäb. D. H. V. r Wir machen unsere Mitglieder daraus aufmerksam,daff ivir zifk am Sonntag den 12. d. M. am Festzug deS Männer- turnvereins teilneymen. Antritt mittags 2 Uhr in der Walltorstraffe. Mitglieder, die sich dem Festzug anschlieffen, haben bei den Festlichkeiten Vergünstigung. Um zahlreiche Beteiligung bittet v10/«) Der Vorstand. HauS m.Kalonialw., Gew.Waren- gefch., Baumaterial., Landesvrod., Kohlenhdlg. ges. Off. u „Exittenz" postlag.Zwcibrückcn. Agentverb. _________________(sP/e)_________________ MethshißenHemein-e Wilbelmttraße 45. Sonntag den 12. Juni. Abends 81/« Uhr Predigt. Dienstag den 14. Juni: Abends 8'/r Uhr Singstunde. Mittwoch den 15. Juni: Abends 8'/, Uhr Jugendbund. Donnerstag den 16. Juni- Abends 8'F Uhr Bibel- und ______Gebetstunde.__________ QOOOOOOOOQ ])«jjMIIImaler Giessen. Dlrektlea; Hennano Stelngoetter. Dienstag den 14. Juni 1910, abends 8 Uhr: GastspieB des Großberzogl. Kurthcaters Bad-Naudeim Vierte Abonnements-Vorstellung Unter Mitwirkung der Kapelle des Infam. Regiments „Kaiser Wilhelm" Nr. 116 „Frühlingsluft“ Operette in 3 Akten von Karl Lindau u. Julius Wilhelm. Musik nach Motiven von Josef Strauß, zusammengestellt von Ernst Neiterer. Die Herren Studierenden genießen an der Abendkasse Preis- ermätzigung. la10/» QQOOOOOOOOa