,?bkr -v! nur'S to.beihi Ivic j .1 Aielle., t'L fc[r. . März 1910 Gietzener AMiger General-Anzeiger für Oberheffen für oic Tanesnummer voiationrdruS und Verlag öct vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruüerei R. Lange. Di£> Dormutags u teyr. BezugSvreiS: monatlich 7SP?., viertel- jährlich Mk. 2.20. durch Abholc- tu Zweigstellen monatlich 65 'Bf.; durch die Post 'Hit.3.— viertel- jährt. ausjchl. Beüellg. Zeilenpreis: total 15 auswärts 20 Pfennig. Eheirebakleur: A Goetz. Verantwortlich für den polnischen Teil: August Goetz. für „Feuilleton" und „Vermischtes" K. Neurath; für „Stadt u.8(tnb" imb „Gerichts- Der Gietzener Anzeige, erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: vierinal ivöchentlich -iehenerZamilienblöttkr, iroetmnl roöcbetitl.Kielis blatt für den Ureis Stehen (Dienstag und Freiia.0; zweimal monatl. Land: wirtschaftliche Seitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redatlion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen Anzeiger Sieben. Annahme von Anzeige« liedaition, Expedition und vruckerel: Schnlstratze 7. E Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten. cmlchi -89 00 00 5-73 to OD 5-67 00 W i-12 OJ l» 5—70 00 « 00 ul ,8-82 71 64 )-70 Im A e. 11 e ft c n r a t des preußischen Abgeordneten- oll drei Tage in Anspruch nehmen. Die Ä $ I 00 00 00 00 60 69-71 00 67-70 00 Oö « F 'to die ton frei 1-68 )-58 10-95 14-90 0-82 00 (Kl 00 4—65 0-54 4-45 » er I S 5= rt «J (XI Hh C/ ?5. 00 00 ÜO Sanip in SeI'alt bcs fjaufcv wurden solo ende Vereinbarungen getroffen: Die Der Wahlrechtsvorlage beginnt beginnen und bi-3 zum 7. April dauern. Die verfassungsmäßige zweite Aostiininnng über die Wahlrechtsvorlage soll am Dienstag, dem 1'.. April, stattsinden. Der Donnerstag dieser Woche bleibt für die Beratungen der Fraktionen über die Wahlrechtsvorlage sitzungsfrei. ‘<0 der Geschäftsstelle, Berlin NW. 21, Lübecker Straße 6, kostew zur Verfügung gestellt. — Bildende Kunst bei den Kongonegern. Ein "bat die Gesellschaft nahezu eine Million Bücher verbreitet (993 646 Bände» und damit Tausende von Bibliotheken in ollen Teilen des Reichs begründet oder ihre Erweiterung ermöglicht. Neben den Wander- und ständigen Bibliotheken, die die Gesellschaft bisher zur Verfügung stellt, richtet sie seit Anfang 1910 auch Eigen büchereien ein, di« int Zeitraum von 2—4 Jahren in das freie Eigentum der Bibliotheken übergehen. Tie Harte Inanspruchnahme der Gesellschaft erforderte die Bereit- stellui'.g erhebli'ch größerer Mittel für das laufende Jahr, für alle Gebiete der Gesel'lschaftstatigkeit 421 OOO Marl. Drucksachen, über die Wirlsamteit der Gesellschaft unterrichten, werden. Aus den AeichrtagLauLschüssen. :: Berlin, 8. März. Der Reichstagsausschuß für das Hausarbeitsgesetz verhandelte heute bei ß 3 a zunächst über einen Antrag des Zentrums auf Eitlführung von Lohnbüchern. Tie Beschlußfassung wurde bis zur nächsten Sitzung verschoben: man will versuchen, bis dahin einen Vermittelungsantrag fertig zu stellen. Tic Sozialdemokraten beantragen zu 8 4 einen Zusatzvaragraphen mit Vor- vL chtvom?.M 'M *cd)oic älber und Ech,> ntk . 2>lrcl. w. schnittSmi! pro 1601 einzigartiger Fund ist int Gebiet des Kongo- oder Kassaistroms in Westafrika gemacht worden und hat ein begreifliches Aufsehen bei den Vertretern der Völkerkunde erregt. Bisher hat es als eine unumstößliche Tatsache gegolten, daß die Anwendung der bildenden Kunst zur Tarstellung von Porträts m Afrika für nüßere Zeiten auf das alte Aegypten beschränkt gewesen ist. Ter Satz wird berichtigt durch eine Holzstatuc, die der Engländer Torday bei dem Volksstamm dec Buschongo in dem bezeichneten Gebiet des Kongostaats aufgefünden hat. Nach der Beschreibung, die ihr ui der Monats i hri t „Man" gewidmet wird, beweist sie, daß eine l,orträtLun)t fcl^m zu alten Zeiten bis £ief hinab ins Innere des afrikanischen Kontinents gereicht haben muß. Tie Statue stellt nach der Uebcrlieferung einen Nationalhelden dar, der unter dem schwungvollen Namen ^chamba Bolongonga verehrt wird. Tas Alter scheint nicht genau feststellbar zu fein. Aber die dortigen Eingeborenen nennen diesen Helden den 93. in her Tvuastie ihrer Häuptlinge, während der jetzt regierende König der 121. in dieser Folge sein soll. Es würden also zwischen jenem und diesem Herrscher 28 Regierungswechsel geschehen fein. Nun müßte freilich (Genaueres darüber ermittelt wciben, wie lange bei jenem NegerHamm die Könige im Turchschuitt an der Herrschaft zu bleiben pflegen. Jedenfalls ist die Statue deshalb von hohem Wert, weil sie sichtlich als Porträt gearbeitet ist und eine im Verhältnis erstaunlick-e Kunst zeigt. Namentlich die Gesichts bilbung und die schwellenden Formen des Rumpfes sind mit einem Versuch von Realismus ausgeführt, für die es ein Beispiel in Der afrikanischen Kunst bisher gar nicht gegeben hat. Es ist Torday gelungen, dies wertvolle Ltück nach Europa zu bringen. 1 angeblich ohne das Zartgefühl der bisherigen Beisitzer zu verletzen. Dieser letzte Satz der Meldung scheint Die Vorrechte der „Kulturträger“ im preuh. Wahlrecht. Aus Berlin wird uns geschrieben: Die unverbindlichen Verhandlungen der Fraktionen im Abgeordnetenhanse über die Ausfüllung der Lücken im Wahlgesetz (§§ 8—10) können, wie wir hören, als gescheitert gelten. Es wird nicht möglich sein, für die Vorschläge, die gemacht worden sind, eine Mehrheit zu sinden. Von der Regierung wird betont, daß es nicht angängig sei, in die „Kulturträgerparagraphen" zu allgemeine Gesichtspunkte hineinzubringen. Im Ausschuß sei befürwortet worden, Beamte in Ehrenstellungen, selbständige Geschäftsleute, die 12 Jahre selbständig sind, treue langjährige Arbeiter zu „heben". Die Kontrolle würde hier bei der Aufstellung der Listen viel zu schwierig sein. Den Hauptwert müsse man daraus legen, feste, bestimmte, keinem Zweifel untcrlicgeiibe Vorschriften zu treffen, die nachher in der Praxis zu keinem Bedenken mehr Anlaß geben könnten. Tie Regierung ist übrigens nicht abgeneigt, auch den Handwerkern und den gewerblichen und kaufmännischen Gewerben Vorrechte zuzuerkennen, wenn es gelänge, geeignete Ausfteige.nsmerkmale zu formulieren. Schließlich käme man aber mit den Voiwechten ins Uferlose, auch Lehrer, Hausbesitzer, treue Arbeiter wurden solche beanspruchen. Tie Bestimmungen über Vorrechte werden daher im Gesetz wohl gänzlich aussallen. Hebei1 das Schicksal der Wahlrechtsvorlage sind die Meinungen in Abgeordnetenkreisen recht geteilte. Die gesamte Linke will sick) jetzt auf Verhandlungen überhaupt nicht mehr einlasfen und wird die Ausschußbeschlüsse ablehnen, auch gegen Die Beseitigung kleiner Schünhcits- sehler stimmen, wenn die VoUversammlung, d. h. Konservative und Zentrum, au der indirekten halb geheimen halb öffentlichen Wahl festhalten. Tie Einigungsmehryeit verfügt über 240 Stimmen. Die Stellung der Freilonser- vativen ist zweifelhaft, die Linke hat rund 180 Stimmen. Inzwischen ist der Bericht über die Verhandlungen des Wahlrechtsausschnsses des Abgeordnetenhauses ausgegeben worden. Kleines Feuilleton» Der Historiker Professor D a e n e ll von der Universität Kiel wurde für 1910 als Aus tausch Professor an die Columbia-Universität in Newyork berufen. — Forschungsreise. Tie Himalaya-Forschungen, die Dr. T. G. Longftaff 1909 ausgeführt hat, haben neben Glelscheraufnahmen die Entdeckung eines Gebirgsmassivs und eine wesentliche Verschiebung der Hauptwasser- scheide des Kontinents zum Ergebnis gemacht. * Eine F o l ge der Z e p p el i n f ah r t nach Berlin. Als Graf'Zeppelin in Berlin seinen Besuch ab- slattere, waren die Berliner von ihm geblendet, im übertrageilen Sinne des Wortes und leider auch im buchstäblichen. Der 29. August, der Tag der Ankunft des Zeppelin- Luftschiffs in Berlin, war wunderschön: bei hellem Sonnenscheine und wollensreiem Himmel wurde der Lenlballon von aller Welt stundenlang, zumeist auf hohen Dächern stehend, erwartet, und ungefähr zwei Stunden lang beobachteten die Berliner bei grellem Sonnenschein die Bewegungen des Luftschiffes. Tas hat nun namentlich bei Frauen und Kindern zu Blendungscrscheinungen geführt/ Namentlich scheint daran, wie die Berliner flii:. Wochenschrift aussührt, die grelle Lichtquelle idnifb zu sein, die der vom Sonnenlicht bestrahlte mächtige Schiffs.örper bildete. Bei Kindern traten noch mehrere Tage nach dem Ereignis anfatlsweise Schmerzen in den Augen aus, andere sahen längere Zeit alle Gegenstände rot. Und so mutzte, wie die M. N. N. schreiben, mancher infolge zu vielen Ausschauens nach dem Zeppelin ins Dunkle gebracht werden, um den überangestrengten Augen Ruhe zu gewähren. — Tie &. cfelliri- art für Verbreitung von Volks- bitb inr g ha! in- /nhrc 1909 an 8919 Volks- und Bereins- bibltetit. 181887 Bänd? abgegeben, davon 122 110 Bände wenig. Luid. Ain jt i elfte u, Ivar hie Inanspruchnahme der Ge- ftllschaü im testen Zähre in Brandenburg (24 850 Bänd« . int Rheinbmd <14 570 Bde., in Hannover * 11 905 Bde.tz Westfalen (9748 Bd^5, 't immern 9529 Bde.), -Schlesien (9045 Bde.st Hessen- Nasfau (8822 Bde., der B'win' Sackten (8545 Bde.1, in Bayern (8059 Bde.) und Ostpreußen (80,6 Bde.). Tas Großh rzogtum Hessen folgt mit 6085 Bvc. an 14. Stelle. Seit dem Jahre 1897 zweite Lesung am jFreitag und so dritte Lesung der Wahlrechtsvorlage beginnt am Mittwoch nächster Woche unb soll am Tonnerstag zu Ende geführt werden. Am Donnerstag sollen dann auch die Osterferien Die Geschäftsübersicht des Rcichsmilitärge- richts für das Jahr 1909 ist dem Reichstage zugcganaen. Es wurden anhängig gemacht 300 Sachen (1908:331, erledigt würben 279, davon durch Urteil 193, in 83 Fällen wurde die Revision verworfen. Tie Zahl der preußischen Sachen betrug 218, die der Marine 49. Anträge aus B >. deraufnahme des Verfahrens wurden 209 beraten, in 12 Fällen wurde die Wiederaufnahme nngcrobnet, 37 Anträge blieben unerledigt, die übrigen wurden abgelehnt. Tie Zahl d.r R e cht s b e s ch w e r d e n betrug 74, erledigt wurden 68, davon waren 7 begründet. An sonstigen Sachen wurden 3313 bearbeitet, darunter 2876 durchgesehene Urteile der Oberkriegsgerichte. Die Reichsversicherungsordnung wird, tote uns aus Berlin geschrieben wird, dem Reistage nach erfolgter Drucklegung des sehr umfangreichen Entwurfes in 8—10 Tagen zugehen. Tie erste Losung des Entwurfes findet im Reichstage nach Ostern statt. Man glaubt nicht, daß der mit der Vor beratung betraute Reichstagsaussämß den Sommer über tagen wird, sondern nimmt an, daß der Ausschuß im Herbst ieme Arbeiten srüher als das Plenum ausnehmcn wird. Aus Köln wird gemeldet: Die Verhandlungen des Lohnausschuu'es mit dem Schutzoerbande der Brauereien sind gescheitert, obwohl die Arbiilervertreter mit ihren Forderungen weiter zurückgingen. In der Adterbrauerci legten die s2Ir- beiter bic Arbeit uieoec. 2hts!(teiö. König Eduard Hottete am DienSAg vormittag in Paris bem Präsibentcn Falliöres (inen halbstündigen Besuch ab. Ter Präsident Falliörcs Hattet? später dem König einen halbstündigen Besuch ab. Hieraus empfing dec König den Prinzen Gcvrg von Griechniland. Einer Pari er Blatt".rmeldung zufolge hat der Go u v e r n e u r von Französisch - Mestafrika wegen der durck die auf- ständige Bewegung unter d n Ein.eberenen der El.enbeinküste geschaffenen ernsten Lage beim Kol.uiialamt die Entsendung von Truppen l-. antragt. Tas Ministerium beschloß diesem Antrag Folge zu geben. Auf dem Wege über Paris ro-irb aus Ceuta über Gibraltar gemeldet: Im Mai vorigen Jahres begannen Genie- truppen b-cn Bau zweier Straß en, bte Ceuta mit Tetuan einerseits unb mit Tanger anderteits verbinden sollen. Als es zu den Käm.pfen bei Melilla kam, wurden biete Arbeiten ein- gesleltt. Seither ist die Bcsatznng beträchtlich ver- nr e h r t worden und zählt jetzt 12000 '.LRann. Auch Btunition und Material jum Bau ven Baracken tour Den andauernd nach Ceicka gebracht unb Lebensmittelbepots errichtet. Es geht das Gerücht, das- die Zitad.chr a n 100 Geschütze besitze, abgewli-en von denjenigen, über bi' Ceuta bereits früher verfügte. Die Hebungen unb Märsche, bte sich über die Grenze des span schen Lagers hinaus erfttftctteit, machten auf die benachbarten. Stämme großen Ein- druck. Wie versichert wird, soll der Bau her Straße nach Tetuan unb Tanger im April ober im Mai wieder ufgenommen werden und man fürchtet, daß die Arbeiten zu Zwiichensällen Anlaß geben werden. Der König von Schweden trat Dienstag! eine Reise nach bem Süden an. AuS Philadelphia wird gemeldet: Der Chef des Sicherheitsdienstes macht bekannt, daß der Aufsorberung des Verbandes der i'öiibuterten Arbeiter zum Generalstreik weniger a s 20 000 Arbeiter F-lge leisteten. Die Arbeiterfühter geben die Zahl der sich jetzt im Ausstand Befindlichen auf 125 000 an. Ter Bürgermeister von Philadelphia erklärte, daß her Shmpath estreik der im Dienste der Stadtverwaltung stehenden Leute beendigt sei. Tie öffentli-ckie Ruhe wurde gestern nirgends gestört. Deutsches Reich. 2er Kaiser unternahm, wie aus Wilhelmshaven gemeldet wird, am Tienstag von 10 Uhr ab Besichtigungen der Kaiserlichen Werft unter Führung des Oberwerstdirektors, Kontreadmirals Tick, in Begleitung des Prinzen Heinrich von Preußen und des Großherzoas von Oldenburg, der gegen 10 Uhr hier cin- getrofsen ist. Besichtigt wurden die neuen Schiffsbauten, einige neue technische Einrichtungen, sowie die FortichAtte der neuen Hafenanlagen Ter Kaiser begab sich nach der Besichtigung der Werft, mit dem Prinzen Heinrich von Preußen unb bem Großherzog von Oldenburg gcucit 1 Uhr zum Admiral von Baudisfin pm Frühstück: die Besichligungen werden am Nachmittag fortgesetzt. i schriften für den Luftraum unb bas Licht für bic Räume her Hausarbeiter. Ta die Turchführung dieses Antrages gleichbedeutend wäre mit der Beseitigung der Hausarbeit, wurde der Antrag von allen bürgerlichen Parteien abgelehnt. ♦ Der Budgetausschuß des Reichstages verhandelte und erledigte heute den Haushalt der Reich sei send ah neu. Ein Abstrid: wird nur gemacht bei den Unterhaltungskosten in Höhe von 135000 Mk. Aus dem neuen Neichsbesteuerungs-- g'esetz, das dem Reichstag vorgelegt ist, werden die Reichseisenbahnen nur 67 000 Mk. zu zahlen haben. Tie Aenderung des Planes des Umbaues des Hauptbahnhoss Straßburg gibt wegen der Verteuerung des Projektes unt 1,9 Millionen Mark zu längerer Aussprache Anlaß. Ter Titel wird genehmigt. Jrn Airschluß au den Haushalt der Reichseisenbahnen findet eine Erörterung der Arbeiterverhältnisse statt. Ter fozialdemo- kratische Vertreter von Straßburg hält eine 15 prozentige Lohn- erhöbuiig fiir notwendig. Minister v. Breitenbach führt aus, daß die Löhne seit 1906 erheblich gestiegen sind, seit 20 Jahren um 39,8 Pro;., seit 10 Jahren um 18,5 Proz., seit 5 Jahren um 15,5 Proz., seit 1908 um etwa 3,7 Proz. Trotz des Mckgangs des Vertebrs habe leine Arbeiterenllassuug unb keine Lobnherab- setzung i'tiittgefunbcn. Ter Frage soll jedenfalls die größte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Tie Erklärung des Ministers wird zu Protokoll gegeben. Von badisc! r Seite wird gewünscht, daß auf die badischen Verhältnisse Rücksicht genommen werde. Beim Haushalt des R ei ch s s ch a tz am ts fmbet eine Erörterung statt über bic Beliebtheit der Treünarkstücke und die Uiv beliebtb'eit der Fünfundzwanzigpsemügstücke. Auf Anfrage über die Unterstützung der Tabak- arbeiter erklärt Schatzsekretär Wermuth, im Februar seien die Unterstützungen stark gestiegen. Tie für dieses Jahr zur Verfügung stehenden 2>/a Millionen werden noch um 400 000 Mk. überschritten werden. Die Erledigung dieser Frage wird zurück- gestellt. Mittwoch: Fortsetzung und Auswärtiges Amt. * Der Justiz auö schuß des Reichstages begann heute die Beratung der S t r a f p r o z e ß n o v e l l e. Tas Gerichtsvcr- sassungsgefetz wird erst nach ihrer Erledigung zur Verhandlung gestellt werden. Ter Ausschuß nahm die ersten beiden Paragraphen der Strafprvzeßordnung (Gerichtsstand des Tatortes unb Wohnsitzes, nach bem Rcgicrungsciilwurs an. In §§ 3 unb 4 will der Regieruii isentwurf die Gerichtsstände dahin erweitern,, daß der Gerichtsstand der Ergreifung allgemein, der Gerichtsstand deS vorübergehenden Aufenthaltes, falls der Angeschuldigto nicht wider- sprickt, eingeführt wird. ES lagen Aiürägc des Zentrums unb der Sozialdemokraten vor, die den Gerichtsstand der Ergreifung einschräulen wollten auf den Fall, daß der Angeschuldigte nicht widersvreche ober sein Einverständnis erklärte. Anträge der Nationalliberalen forderten, daß für den Gerichtsstand des vor- übergebenden Aufenthalts die Zustimmung des Angeklagten erforderlich sei. Zu einer Abstimmung kam es nod) nicht. • Der ReichStagSausschuß für die Haftung des Reichs für die Beamten erledigte den Gesetzeickwurf heute in beiden Lesungen. $ 5 wurde nach einem Anträge der Nationalliberalen in der Fassung angenommen, daß die Vorschriften dieses Gesetzes keine Anwendung finden sollen, soweit es sich um daS Verhaltens solcher Beamten handelt, die abgesehen von der Entschädigung für Dienstaufwand auf den Bezug von Gebühren angewiesen sind, und soweit es 'ich um das Verhalten eines mit Angelegenheiten des auswärtigen Dienstes befaßten Beamten handelt unb dieses Verhalten nach einer amtlichen Erklärung des Reichskanzlers politischen ober internationalen Rücksichten entsprochen hat. Einstimmig würbe weiter ein § 5a angenommen, wonach bic Vorschriften anberer Reichsgesetze unberührt bleiben, soweit sie für bestimmte Fälle der Haftung des Reiches über einen) gewissen Umfang hinaus ausschließen. Weiter wurde eine Ente ichließung angenommen, die beit Reichskanzler ersucht, in denjenigen Einzclstaaten, in denen die Haftung des ÄaateS für seine Beamten noch nicht geregelt ist, eine Regelung dieser Frage in Anregung zu bringen. Tie Annahme des Gesetzentwurfs erfolgte mit allen gegen zwei Stimmen. uns dafür zu sprechen, daß eS mit der „Verehrung" des Bildes nützt so weit her gewesen ist. — Vom bevorstehend en W cttuntergang. Es wird geschrieben: Von beirr Zusammenstoß der Erde nut .dem Hcülchschen Kometen ist jetzt viel die Rehe. Ta sei 'daran erinnert, haß man zur Beruhigung ängstlicher Gemüter mit größter Be- stimmtheit ankündigen kann, die Welt werbe keinessalls untergehen. S.) tat nämlich in ähnlichen Zeitläuften ein berühmter Astronom: und als ein Freund ihn fragte, woher er denn biete unbedingte Zuversicht nehme, schließlich sei doch auch ein böser Ausgang immerhin nicht so ganz undenkbar, da antwortete der kluge Mann solgendermaßen: „Ich glaube wirklich, die Erde wird keinen Schaden nehmen, meine Provhezeiung wird eintreffen und mein Ruhm fester begründet sein als je. Sollte aber wider Erwarten die Welt doch untergehen — ja, lieber Freund, Danin wird am Ende nicht mehr viel darauf anEominen, wer recht gehabt hat." — Schottischer Geschmack und Sekl Zu dxn Anekdoten, mit denen die Engländer ftmiildnachbarlicki^S^T^^ - zu bedenken pflegen, liefert die „Tailn News''/sgend!M neuen Mittag: Ein Schotte ist zu einem Tiner eingeladen und spricht bei Dieter Gelegenheit schon zu Beginn brr Mahlzeit bem dav- getcteilen Champagner sehr eifrig zu Je weiter aber bic Zeit urticf]reitet, desto stiller unb offenbar unzufriebener wirb bet seltene Gast, und ein Nachbar hört ibn endlich vor sich hin murren: „Hoffentlich kommt dock schließlich etwas Whisky auf ben Tisch! TicfeS dünne Mineralwasser ist mir wirklich schon über!" — Das Fr ühkingsfest in der Mainzer Stabt!) all c. Tie Vorbereitungen zn deut Fest sind in vollem Gange und schreiten rüstig vorwärts. Eine Reihe nmnhafter auswärtiger Künstler und Künstlerinnen haben ihre Mitwirkung zngesagt. Für das Gelingen des Konzertes wie für das des Kabaretts sind die besten Vorbedingungen gegeben, zu der Tonibola werden Mainzer Schriftsteller Exemplare ihrer Werte, mit entsprechenden Widmungen versehen, geben, Damen der Bühne werden Handarbeiten stiften, und andere originelle und wertvolle Beiträge stehen in Mssicht. Tie gute Besetzung der verschiedenen Zelte für Kaffee, Liköre, Wein, Sekt nsw. ist gesichert, und besondere Anziehungskraft dürfte das Zelt „Zum sidelen Bauer" und das Bier- unb Wurststübl auSüben. Deutsche Kolonien« Mit dem Bau der südwestafrikanischen Nord-- Südbahn Windhuk Xeetmanshvop wurde nach einer telegraphischen Meldung des stellvertretenden Gouverneurs soeben von Keetmanshoop aus begonnen. Aus Stadt und Land. Giesten. 9. März 1910. •* Tageskalender st'ir Mittwoch, 9. März: Stadttheater: „Klein Dorilt." Anfang 7 llhr. A l l g. Bürgerversammlung (Bürgervereinl: Vortrag von Schulrat Scherer- Büdingen : Tie A r b e 11 s f d) n l e, die Schule der Zukunft. Abends 81/, Uhr im „Einhorn"-Saal. * ** 93 t»in Gro sth. .Ho s e. Der Großherzog begab sich am Montag abend ' 27 Uhr mit Gefolge im Auto, einer Ernlalntng des Frcrnkfrtrter Flugspvrtklubs folgend, nach Frankfurt, wohnte daselbst im „Frankfurter pof" einem Vortrag des Assessors Dr. Alex Meyer bei und nahm hierauf an Lern Klub essen teil. Nach Beendigung des Essens erfolgte die Rückkehr nach Darmstadt. ** Landesuniversität. Prof. Dr. Rud. Otto Reumann, der vom 1. April ab zum ordentlichen Pro fessor der Hygiene und Direktor des hygienischen Instituts als Nachfolger von Prof. H. Kassel ernannt wurde, ist in diesem Wintersemester stellv. Direktor des Hygienischen Instituts in Heidelberg an Stelle des in den Ruhesland getretenen Geh. Rats Knaufs. Er wurde 1868 zu Seifhcnners darf geboren, besuchte das Gymnasium in Zittau und wid mete sich zunächst dem Apothekerfach. 1889 bestand er das erste pharmazeutische Examen zu Dresden, 1890 in Neu- chLtel das Kantonaleramen für die französischen Kantone der Schweiz und nach vollendeten pharmazeutischen Studien in Leipzig 1890 ebenda das Apothekerstaatsexamen. 1893/94 lag er naturwissenschaftlichen Studien in Erlangen ob und promovierte im Juni 1894 zum Dr. phil. 1894—99 war er Assistent am Hygienischen Institut in Würzburg, studierte gleichzeitig Medizin und erlvarb 1899 die medizinischeDoktor- würde. 1899 bestand Neumann das Physikum und trat als Hilfsarbeiter in die pharmakologische Abteilung des Kaiser!. Gesundheitsamts in Berlin ein. Ostern 1900 übernahm ei eine AssistentensteNe am^ Hygienischen Institut in Kiel, legte 1902 das medizinische Staatsexamen ab und habilitierte sichiim Juni desselben Jahres für Hygiene und Bakteriologie mit der Schrift: „Experimentelle Beiträge zur Lehre von dem täglichen Nahrungsbedarf des Menschen und der notwendigen Eiweißmenge." 1903 erhielt er Urlaub auf zwei Jahre und übernahm die Stelle eines Mteilungsvorstandes am staatlichen Hygienischen Institut in Hamburg. 1901 siedelte er in das Institut für Schiffs- und Tropenkrank- heiter: über und nahm im selben Jahre als Mitglied an der Hamburger Expedition zum Studium des aelben Fiebers in Brasilien teil. Nach seiner Rückkehr habilitierte er sich 1905 in der Heidelberger medizinischen Fakultät und wurde mit der Leitung des Untersuchungsamtes für ansteckende Krankheiten betraut. Im Juni 1906 erfolgte seine Ernennung zum Extraordinarius für .Hygiene. Seine zahlreichen Publikationen (über 60) betreffen Ernährung, Stoffwechsel, Wasser, spezielle und allgemeine Bakteriologie, Tropenkrankheiten und Tropen Hygiene. Die Landessynod c, die, wie wir mitteilten, morgen ihre Beratungen wieder aufnimmt, wird sich in der Hcutptsachc mit der Voranschlagsberatung für 1910—14 beschäftigen. ** Regierungsass es s oren. Durch Entschließung des Ministeriums des Innern wurden die Referendare Friede. Leonh. C rome zu Frankfurt a. M,, Wilh. Fuchs, Errqst d. Küchler, Rob. Freiherr Löw von und zu Steinfurth, Rud. M a ch e n h c i m c r und Dr. Manfr. M ey er -Edward zu Darmstadt, Brutto Schurig zu Offenbach, Paul S t i m m el zu Darmstadt, Hern:. Walter zu Mainz und Kurl v. Zangen zu Frankfurt a. M. ,zu Regieru ngsa ssessoren ernan nt. ** Aufsichlsamt für P r i v a t v e r s i ch c r u n g| Der Kaiser hat den .Hessischen Finanzassessor von Werner zinn Regierungsrat und ständigen Mitglied des Kaiserl. Aüfsichtsaurts für Privatversicherung ernannt. '^Sparsamkeit im Staate. Eine am 1. April freiwerdende Gefangenanffeherstelle an der Weiber-Strasan- stalt in Mainz wird nicht wieder besetzt werden. •• Militärnachrichten. Nach Anordnung der Generalkommandos sind die Rekruten für das Fuß-Artillerie- Regiment Nr. 2, die BezirkßkommandoS, Unterosfizierschulen und ebenso die als Oetonoiniehandwerkcr und Niilitär- krankemvärter ausgehobcnen Retruten am 1. Oktober, die de: Kavallerie, der reitenden Artillerie und der Bespannungsabteilungen möglichst bald nach deut 2. Oktober, tue aller übrigen Truppenteile in der Zeit von: 11. bis 14. Oktober cinzustellen. — Aufnahmen in das Genesungsheim Idstein für kurbedürftige Angehörige von Unteroffizieren finden auf je 4 Wochen am Ersten der Monate April bis einschl. Oktober statt. ” Die Beerdigung dcs Oberlehrers Prof. Schi er Holz, eine allgemein bekannte und geschätzte Persönlichkeit, der dtirch ein schweres Leiden schon längere Zeit von seinem Berufe serngehalten tvorden toar, fand gestern nachmittag cmf den» neuen Friedhöfe statt. Pfarrer Han sie in hielt eine ergreifende Grabrede, worauf Geh. Schulrat Dr. Rausch dem Verstorbenen, der lange Jahre der Lehrerschaft des Realgymnasiums angehört hatte, einen warntherzigen Rachruf widtnete und einen Kranz am Grabe niederlegte. Wettere Kränze tourden niedergelegt im Namen des hiesigen Regiments von Major N Ücker, im Namen der Olstziere des ' Beurlaubtem^andes von Major v. Knobelsdorf, für die Adelphia non'eftnd. phil. Feilbach, von der Quinta des Realgymnasiums u. a. ** Gießener Stadttheater. Der Hochtou-- r i st. Herma n n N orden hatte sich zu seinem Ehrenabend den alten zugkräftigen Schwank von dem angeblichen Hochtouristen ausgesucht und es war keine Sehergabe nötig, um ihm einen vollen Erfolg voraus zu sagen. Der Künstler hat sich bei den hiesigen Theaterfreunden rasch beliebt gemacht, und war denn das Haus gestern abettb recht gut besetzt. Mit fröhlicher Laune folgte man den tollen Vorgängen und vergnügte sich herzlich an der flotten Darstellung, die mir gutem Bedacht aus das schwankmäßig-derbe gestellt war. Hermann Nord e n als .Hochtourist und angeblicher Schriftsteller steuerte mit gutem Humor durch die tausend Note seines Lügengcspinnstes und stattete seinen Mylius mit so viel behaglicher Lustigkeit aus, daß man sich austs angenehmste unterhielt und ihm sehr starken Beifall zollte. Auch. greifbare Angebinde mürben dem Künstler verehrt. Die übrigen Akitwirkenden taten sich ebenfalls durch regen Eifer hervor und trugen ihr Teil zu dem guten gelingen der Vorstellung bei, wenn auch einige liebereiüingcn vorkamen. Elly Gühne war eine würdige, achtbare Gattm, FränA Kv ch als „Studierte" und Gusti Ney als echter Backfisch ein edles Schwesternpaar. Eine hübsche Gestalt schuf Edgar Pauly als Mertens; sein Sohn wurde von Karl Marx sehr ansprechend und gefällig gegeben. Prächtig war Hermann Bakvf als alter Bergführer. Auch Ferry D a u b a l als Sepp und Lore Scholz als Regerl gefielen sehr gut. Mit überraschendem Geschick sah man Erna Güldener ihre kecke Amanda spielen. Von den übrigen sind noch Karl Bolck als Lindenburg und Rolf Gunolt als Würmchen zu nennen. Kürt Goldberg als Stuckwitz war stellenweise unverständlich, sonst aber nicht ganz uneben. N. • * 'Boni Stadttheater wird uns geschrieben: '.Nochmals sei an das einmalige Gastspiel von Frau Irene Triesch in Brienx' „Roter Robe" am kommenden SamStag erinnert. Der gefeierte Gast ist hier zu bekannt, als daß cS weiteren Hinweises bedürfte. Erwähnt sei nur noch, daß die Herren Studierenden an der Abendkasse Ermäßigung genießen. — Am nächsten'Montag findet die letzte B o l k s Vorstellung dieser Spielzeit statt. Da zu dieser Webers „Preziosa" gewählt worden il't, so entstehen durch 'Musik, Mitwirkung des Eyors aus der Stadt besondere Unkosten. Es dürste dafür aber bei bet Zugkraft der Vorstellung auf ein ausverkauftes Haus zu rechnen sein. • • A u fg efu n d e n. Tie Leiche des seit 14 Tagen verschwundenen Einjährig-Freiwilligen S. von hier wurde' gestern im Leihgestemer Walde aufgefunden. S. hat sich erschösse n. * ' Vermißt. In den letzten Tagen ist ein größere. Posten 10-Psennig-Briefmarken in Verlust geraten. Eine angemessene Belohnung ist dem zugesichert, der der Polizei Auskunft über die Sache geben kann. ** I m Kinematogravhen wird heute abend mit dem neuen Programmwechsel ein Kunstfilm zuerst in Gießen abgesehen von Berlin! lauten. Es handelt sich nm ein neues Marine- Drama „Leutnant n. Briskeu und die. Piraten". h. H enchelhei m, 8. März. Nachdem im Vorjahr die Schulh ans frage durch einen Neubau aut dem Schulgcundsrück an ter Wüst imstrase ihre Lösung gefüllten lat, w rd m.t dem neuen Schuljahre unsere Vollsstlulle zu einer Vollanstalt mit 8 Klassen ausgestaldet. Die stell'. Zuuahnw der Bevölkerung macht sich besonders bei der Schule geltend, liegt doch die Zeit nicht nett juriitf, daß h er nur drei Lehrkräfte wirkllm. — liniere Bauhand- werker führen Klagen über die ge ri ngen Bauauss i ch ten. Wtc im v.wigen Jalw surd auch dieses Jahr nur wenig Neubauten in Aussicht. — O) r o b e n ’ Ü i tt b e n , 7. März Ter Kegel-Klub „Gut-Volz", der voriges Jahr einen ivohlgelungenen Ausflug nach der Troptstem-Höhte bei Kleeberg machte, aber ziemlich dtlrchnäßt zu Hanie ankam, beabsichtigt dieses Jahr einen Ausflug nach dem N i e d e r tv a l d zu machen. -r. Reiskirchen, 8. März. Am 17. März findet im alten Pfa- rhaus die Wah t eines Bürg e r meister s> statt. Außer unserem seitherigen Bürgermeister Wagner kandidiert noch Gemeinderatsmitglied Philipp Stumpf VII. L. Lich, 8. März. Unter dem Vorsitze des Setninar- direktvrs Dr. Schäfer von Friedberg fand am 7. und 8. März die Entlassungsprüfung an der hiesigen Präparan- den-Anstalt statt. 'Die Schüler werden dem Lehrer-Seminar Friedberg überwiesen. = Beltershain, 8. März. Am Samstag abend hielt Geometer Stephan aus Staufenberg in der Hachschen Wirtschaft einen Vortrag über seine Erlebnisse in Südwestafrika. Seine Schilderungen wurden mit sehr gut gelungenen Lichtbildern begleitet. Lehrer Petri bantte deut Redner für seinen Vortrag. x Alsfeld, 8. 'März. Die Reifeprüfung an der Oberrealschule hat vorige Woche unter dem Vorsitze des Herrn Oberschulrat Block au§ Darmstadt stattgefunden. Sämtliche Prüflinge bestanden. — Butzbach, 8. März. Das 1. Bataillon des Jnf.-Regts. Nr. 168 beabsichtigt am 22. d. M. int Gelände Hoch-Weisel— Münster (Schußrichtung Von Höhe 294 zwischen den vorgenannten beiden Orten gegen den Haus- und Brüter Berg) g e f e ch t s - mäßiges Schießen mit scharfer Munition abzuhalten. Das Schießen findet von 8 Uhr Dornt, bis 12’<. Uhr nachm. statt. Für den Verkehr gesperrt sind die Wege Hoch-Weisel—.Hausberg, Münster—Lochmühle—Jsseltal (am Westabhang des Brüter Berges) und die am Südostabhang des Haus- und Brüler Berges führenden Wege. Vor dem Betreten des abgesperrten Geländes wird gewarnt. F. C. Bad Nauheim, 6. MärZ. Das Verbands- schießen des MitteldeutschenSchützen verbau des 1910 findet hier statt. Dem festgebenden Verein, der Schützengilde Bad Nattheim, ist bereits eine große Summe für Ehrenpreise gestiftet worden. ---Friedberg, 8. März. Interessenten toerbcu darauf aufmerksam gemacht, daß der diesjährige Baum- Wärterkursus an der Großh. Obstbau- und landw. Winiersckmle am Donnerstag, 31. März d. IS) beginnt. Der erste Teil dauert bis 4. Mai. , (-> F r i c d b e r g, 8. März. An der Beseitigung des D a nt nt - rutschcs an der Balm strecke nach Hungen wird eifrig: gearbeitet Es liegen große Hausen Stenre am Bahnkörper, die ,’ur Ausbesserung verwandt werden. Tie Erdnrasse von mehreren hundert Mubittuetci'n, die in das sog. Rosen tat abgerutscht ist, wird zur Aufsisillung des Tales^ benutzt. Die bei dem Dammrutsch ver- niäteben Obst bäume waren von beträchll chem Werte. Die Züge verkehren wieder regelmäßig an der Unsallstelle. v. Oberscheld, 8. März. Der Bahnbau Oberscheld - W a l l a n macht aus der ganzen Linie Fortschritte. In Los 1 und II ist die meiste Erdbewegung auszuführen, an der Wasserscheide allein 57 000 Kubikmeter. Die Strecke hat vom Nikolausstollen bis zur Wasserscheide in einer Länge von 5 Kilo Metern etwa 230 Meter Steigung zu überwinden. Dies soll durch eine Zahnradeinrichtung auf einer Strecke von 3 Km. in einer Steigung von 1:17 erreicht werden. Es steht also eine Gebirgsbahn in Aussicht, die in einer Höhe von 526 Metern die Wasserscheide durchschneidet und in einer Länge von 28 Kilometern in 57 Kurven in 290 Meter Höhenlage endigt. Auch am Breidensteiner Hammer muß durch Pulver und Dynamit der Bahn der Weg geebnet werden. X Elm, 8. März. In einer Kantine des Distel- rasen-Tunnelbaues gerieten kartenspielende kroatische Arbeiter in einen Wortwechsel, der in einen Streit ausartete. Ein Kroate zo^ sein Messer und versetzte seinem Kollegen mehrere Stul)e in den Unterleib. Der Verletzte mußte in das Krankenhaus gebracht werden, wlvselbst er verschied. Der Messerheld flüchtete, wurde jedoch am Bahnhofe Elm durch die Gendannerie verhaftet. Frankfurt a. M., 8. März. Der Redakteur der „Volks stimme" Wendel hat unter dem 5. März d. I. einen Strafbefehl erhalten, in dem es heißt: „Aus Antrag der Königlich en Staa samvaltschaft wird gegen den 'Angeschuldigten mcffen der Be schuldchung, in Frankfurt a. All am 13. Febriwr 1910 gegen 2 Uhr nachmittags bei den Strastenexzessen anläßlich der twlizeilich erbotenen und dah.n Polizei sich iinlerdrückten Temonstrationsumzüge und Demonstratwns-versammlimgcn auf den öffenllickien Straßen dadurch groben Unfug verübt ru haben, daß er angesicksts zahlreicher vor dem Bismarck -Denkmal versammelter Personen und angesichts einer auf der Kaiserstraße vom Schn in a un- Thea ter heraw- strömenden und durch den Zusaurmensdvß mit der Polizei am .Hauvtbahnhof erregten uirb zu weiteren Ausschreitungmr neigenden VoikAmenge sich auf das Bismarck-Denkmal ^hinauf» geschwungen hat, seinen Hut schwenkte und dabei mit lauter Stimme nach der Menschenmenge zu rief: „Auf! Alle hierher' Hoch lelx das freie Wahlrecht!", so das- die Menschenmenge erneut in Aufregung geriet, sich dem Bismarck-Denkmal mwandte und durch ihre aus die aufreizenderr Ruse des Besümldigten zvrückzusübrmde Haltung und Stimncung i>?c öfsent licke Ordrnmg und Sistier heu aus den öffentlichen Straßert erheblich gefährdet,^cine Hast strafe von d r e i W o ch e n festgesetzt." Hübscher Satz '1 Wendel hat gegen den Strafbefehl richterlich' Entscheidung beantragt. = Kreuznach, 8. März. Vom 30. Juli bis 3. August indet hier das 29. M i 11 e l r h e i n i s ch e K r e i s t ur n s e st statt. Ein Garantiefond ist in bedeutender Höhe gezeichnet und somit eine sichere Grundlage für das großzügig angelegte Fest gegeben. Aus der dicht bei der Stadt gelegenen P f i u g st w i e s e werden große Festbauten errichtet: ein Wettschwimmen in der Nahe ist geplant und auch für Volksbelustigungen ein Platz vorgesehen. Mehrere hundert Flaschen edelsten Nahewsius haben der Preß- nnd Musik-Ausschuß für die zwei schönsten Festlieder als Preis ausgesetzt. Außer dem Fcstbuchc soll noch eine Festzeitung in fünf Nummttn herausgegeben werden. Schwurgericht* th. Gießen, 8. März. Heute wurde gegen den 31 Jahre allen Landbriesträger Hch. 2 ö iv e n ft e t n von Wieseck wegen Verbrechens t m Amt, !t?ecbfeliälschung, Betrugsversuch und Betrug verhandelt. Tie Anklage vertrat Staatsanwalt Trümvert, Verteidiger war Rechtsanwalt Elsoffer. Poslinspektor Selig war als Sach-- verständiger zur stelle. Der Angeklagte erklärt, er sei 1905 wegen der späteren Versorgung zur Post in Wieseck übergegangen, wo er täglich 2.— Mk. bis 2.20 Mk. verdient hat. 1907 sei er als Landbriefträger angestellt uird als Beamter vereidigt worden und habe dann) 800 Mk. und 120 Mk. Wohnungs- geld bezogen. Aus Befragen gibt Löwenstein an, daß er sich 1905 verheiratet hat, seine Frau habe außer den Möbeln 200 Mark gehabt. Aus seiner Ehe entstammte ein Kind. Er habe allerhand Anschaffungen gehabt, hierzu komme, daß er mit seinem Verdienst nicht habe auskommen können, weil die Frau krank wurde. Er habe zuerst Schulden bei Verwandten gemacht und später sich mit einem falschen Wechsel über 400 Mk. geholfen. Später habe er amtlich empfangene Gelder unterschlagen. Löwenstein gesteht zu, daß er auf einem Wechsel im Juni 1909 die Unterschrift des Regimeiltsschneiders Gouter gefälscht hat, der ein Onkel seiner Frau ist. Er hat vergeblich versucht, den Wechsel bei Bankier Herz und bei der Filiale der Darmstädter Bank in Geld umzufetzen, hat aber in Wieseckt bei einem Schulkameraden, einem Bäckermeister, damit Glück gehabt. Im November 1909 hat L. zwei Postanweisungen über 699 Mk. 60 Pfg., die er an die Empfänger auszahlen sollte, unterschlagen und die Quittungen daraus gesälschl. Er hat einen falschen Eintrag in das Postbestellbuch und auf den Abrechnungsbogen gemacht, um die Unterschlagung zu verdecken. Am 6. Dezember erfuhr Löwenstein, daß man auf dem Postamt hinter die Unterschlagung gekommen sei. L. hat vorher zwei Wechsel über 400 Mk. und 200 Mk. auf den Namen des Onkels seiner Frau gefälscht, die er aber nicht zu Geld machen konnte. Er reifte darauf' mit 50 Mk. Geld in der Tasche nach Frankfurt, versetzte dort feine Uhr, und stellte sich, als fein Geld alle war, der Behörde. Der Angeklagte hat bei den Verwandten seiner Frau feit seiner Verheiratung 1800 Mk. geliehen, hat auch so Schulden gehabt und verfuchen wollen, ~ mit den veruntreuten Beträgen diese Schulden zu bezahlen. Seine Frau habe größere Ansprüche gemacht als er habe leisten können und so habe er aus den schlechten Verhältnissen nicht herauskommen können. Der Vorsitzende fragt Löwenstein, ob er nickst täglich auf seinen Botengängen in den Wirtschaften über feine Verhältnisse hinaus Bier getrunken habe. Der Angeklagte bejaht dies, er habe auch durch den Verkehr in Vereinen und Gesellschaften manche Mark ausgegeben, die er hätte sparen können Richtig sei auch, daß er im September 1909 infolge des preußischen Beamten-Aus- besserungsgesetzes ein Gehalt von 1100 Mk. und 150 Mk. Woh nungsgeldzuschuß erhalten und auch einen größeren Betrag (385 Mark) nachgezahlt erhalten hat. Infolge des Geständnisses beschränkte mau sich auf die Vernehmungen weniger Zeugen. — Regimentsschneider (Konter erklärte, er habe dem Angeklagten! s. Zt. 1000 Ml. geliehen, der damit lästige Schulden bezahlt habe. Der Zeuge erklärte, er würde dem Mann weder ntiti Geld, noch mit seiner Unterschrist auf einen Wechsel weiter geholfen haben. Er habe Löwenstein, als er ihm das letzte, Geld gab, darüber nicht im Zweifel gelassen. Zinsen habe er nicht verlangt und auch wegen der Rückzahlung des Geldes nicht gedrängt. Die! Ehefrair des Angeklagten, die ein Schwesterkind des Zeugen ist, sei sehr sparsam gewesen uird habe keinen Aufwand gemacht. Postverwalter Guthier erklärt, daß Löwenstein im Dienste stets feinet Schuldigkeit getan hat und bei in Publikum sehr beliebt war. Richtig sei, daß Frau Löwenstein schwächlich und kränklich sei. DeV Zeuge hat deshalb auf Antrag des Angeklagten dafür gesorgt, daß ihm eine einmalige Unterstützung von 50 Mk. zugeflossen ist, ihm wurde auch 100 Mk. Teuerungszulage zuteil. Postinspektor Selig sagt als Sachverständiger aus, daß die Führung des Postbestcllbuches und die Aufstellung des Abrechnungsbogens auch dem Angeklagten Löwenstein abgelegen hat. Nach der für den vorliegenden Fall anwendbaren Instruktion mußten Vorsteher und Postbote die Einträge, die sich gegenseitig ergänzten und eine 9ontrolie ermöglichten, vornehmen imb jeder der beiden Beamten ist für seinen Eintrag verantwortlich. Bäckermeister W cller-Wieseck bekundet, daß er Löwenstein einen Wechsel über 400 Mk. abgenommen habe, der des Zeugen Gonter Namen getragen hat. Der Zeuge, hat das Papier nicht zirkulieren lassen und von dem Angeklagten fein Geld wieder erhalten, worauf er den Wechsel verbrannte. Ten Geschworenen werden 7 Schuldfragen vorgclcgt, Es handelt sich um Wechselfälschung in 2 Fällen, um Betrugsvcrsuch in 2 Fällen^ um Vollendeten 'Iktmg und nm Amts verbrechen in 2 Fällen. Staatsanwalt Trümpert sprichst für schuldig im Siuu der Anklage. Tie Beweisaufnahme habe ergeben, daß Löwen ft ein drauflos gelebt und sich dann an fremdem Gut vergriffen, habe und zum Wechfelsälschcr wurde. Das Geständnis könne man nickst hoch anrechnen, denn es blieb ihm nichts weiter übrig, als den erwiesenen Tatbestand ztizugeben. In Rücksichi auf die Jugend und»die bisherige Uubcftraftbeit Löwensllsins sei die Annahme mildernder Umstände bei Bejahung aller Schuldfragen am Platze. Der Verteidiger bittet ebenfalls, deut Angeklagten mildernde Umstände zuzubilligen. Die Gefchworenett entscheiden, wie ihr Obmann, Ingenieur Koch, verkündet, nach dem Antrag des ^taats- amoalts. Staatsanwalt Trümpert beantragte eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren 6 M o n a t e n und Aberkennung der bürget* liehen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jähren. Das^ Urteil lautete auf eine Gesamtgefängnisstrafe von 1 Jahr 9 Monaten worauf 3 Monate Untersuchungshaft in Abrechnung kommen Von der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte glaubte der Gerickstö- hof abseheu zu sollen, um deut noch jungen Mann das Fortkommen nicht zu erschweren. (ßcrichtsfanl. d. Mainz, 8. März. (S ch w u r g c r i di t.» Der 23 jährige Buchhalter Jak. Ilnt. Baumgarten aus Nieder-Jngelheint hatte sich selbst des Meineids beschuldigt. Ter Aitgeklagt.- wurde am 5. Juni 1906 am Amtsgericht Ober-Ingelheim in einer Strafsache als Zeuge vernommen und will wissentlich verschiedene Punkte verschwiegen haben. Sein Verschweigen war ohne jeden Einfluß auf den Prozeß, da die Dinge, über die er keine Auskunft gab, gerickstsbckannt ivaren. Als der Angeklagte im Herbst zu dem Dragoner-Regimeitt in Tarmyadt^ einrücken mußte, machte er feinem Vorgesetzten, nachdem er 2 Monate gedient hatte, von dem vor 3J .> Jahren geleisteten Meineid lln- zeige, worauf er zur Disposition entlassen und gegen ihn öflv Verfahren eingeleitet wurde. In der helitigen Verhaudliutg wurde der Angeklagte um die Gründe gefragt, warum er die Anzetga gegen sich erstattet habe, ob er vielleicht nicht gerne Soldat geweicn sei. Ter AngeUagtc erklärte, der Grund.zur Anzeige sei gewcstN, bah ihm sein Gewissen fein'* Ruhe gelassen habe Staatsanwalt Tr. Mayer sprach dafür, die Frage auf wissentlichen Meineid zu bejahen, ebenso die nnwcrndcn Hilfsfragen. Nach längerer Beratung wurde von den Geselpvorenen die Frage des wissentlichen Meineids verneint, woraus der Angeklagte freigesprochen wurde. [] M a r b u r g , 8. März. Tas Schw u r Gericht beschäl fjgtc |tcb Ijeutc dis m die späten Avenbünnben nut einer Anklage wegen Meineides gegen den Pferdehändler Karl Philipp ans Canstein in Westfalen. Der Angeklagte uermiilelte vor einigen fahren den Verkam' eines bcn Chelenten Deiner in Rodenbach qc- j, tigen, angeblich • 4’/ Morgen großen Gutes an den Landwirt u,t' Landbrieilräger Steinharbt in 2(tori und verdiente dabei yyO Mk. Als sich später herausstellte, daß das Gut nicht der gnmb'mchmäßigeu Größe entsprach, tarn es zwischen Käufer und ^erfüllter zu Prozessen, und bei öic'cr Gelegenbeit soll Philipp zu Gunsten ber £>euicv fälsch geschworen haben. Ter "Angeklagte ivuide wegen fahrlässigen F a l s ch e i d es zu einem Aional Gesang- ui5 verurteilt. Cleve, 8. März. Das Schwurgericht verurteilte gefteni flbenb den Wilddieb Derinani: Oste aus Piörs, ivegen Erfchießung des IagdhülerS Cllmaiin aus Kreseld zum Tode und 6 Jahren Zucht b aus._________________________________________________________ Landwirtscl^aft. — Er n t e st a t i st i k 19 0 9. Geerntet würben, wie wir ber Amtlichen „Berluier Korresp." entnehmen. im Jahre 1909 (in Tonnen): Wintkrweizen . Somweriveizeir. Wmierivelz . . Wzuicrrougeu . Soiurnerroggen. Gomnrer. Klee, Luzerne- und Wiesenheu Halle einen Mindererlrag von 7 1'01 666 t ober — 19,6 v. 4),; die Miubererule an gesuubeii Kartoffeln betrug 137 995 t ober — o,3 v. H. Für dos Crutejahr vom 1. Juli 1908 bis 30. Juni 1909 fmitben für menschliche und tierische Ernährung und für gewerbliche Zwecke zur Verfügung auf den Kopf der Bevölkerung an Roggen 141,3, an Weizen 77,5, an Spelz 6,1, an Gerste 80,7, an Ha'er 112,6 und an Kartoffeln 631,4 kg. Kleine Tageschronik. In der Walzen- inid Formenfabrik zu K o l n explodierte eure Flasche Salpetersäure. Durch die gütigen Gase wurde e i n Inhaber der Fabrik und e i n Arbeiter getötet; drei andere Arbeiter sind schwer krank. Zu dem Brande auf dem neu erbauten Linienschiff „Pofen" wird nutgeteilt, bas; ber Schaben ganz b eben tun g§- los war. Cs waren lebiglich einige Kleibungsstücke und Holzverschalungen angebrannt. In Pankow verbrannte ein vierjähriges Mädchen. Tas um zwei Jahre jüngere Srüicrrhenjkmntc nur mit Mühe gerettet werden. Tas Feuer war durch Spielen mit Streichhölzern entstanden. Durch eine Explosion in der Stärkefabrik Nobv (Jn- biaita; wurden acht Personen getötet, 17 teilweise sckpvcr verwundet. In S ch l u t c n a u entfautb in dem Wagen eines wandernden inematographeti eine Benzinexplv|ion, durch die vier Personen schwer verletzt mürben. handel. — Nach der Statistik über die Branntweinbrennerei und Branntweinbestcuerung im deutschen Branntweinsteuergebiete während des Betriebsjahres 1908/09 tonrhen im ganzen 4 255121 Hektoliter Alkohol her- hergestellt, also gegen das Vorjahr 236810 Hektoliter mehr. Seit der Geltung des Branntweinsteuer gesetzes von 1887 weist nur das Jahr 1905 06 mit 4 376 695 Hektoliter ein größeres Erbcgnis auf. Tie starke Alkoholerzeugung des Berichtsjahres wurde vor allem durch die in den meisten Gebieten — ausgenommen sind nur Bayern, Württemberg, die Provinz Hessen-Nassau und das Großherzogtum Hessen — günstige Kartoffelernte des Jahres 1908 ermöglicht. Auch die Obsternte war in vielen Gegenden, so namentlich in Badern, Württemberg und Baden befriedigender als im Vorjahr und veranlaßte eine gesteigerte Tätigkeit der Materialbrennereien. Die Altoholerzeugung in den gewerblichen Brennereien ist teils wegen der ungünstigen Lage des Hefengeschäfts, teils infolge der hohen Melas,epreise nickst unbedeutend gesunken. Siegen, 8. Mcuz. Tie heutige Hauptversammlung des Siege»läuber Eisennemvercins beschloß, beu Eiseustciuverem vom 1. Juli ab auf vier Jahre feit zu ueiläugern. Die Förber- einfaiiäufuug der Gruben würbe ab 1. Januar auf 15 Proz. ermäßigt. Märkte. ll. Frankfurt a. M. Scbweinemarktbericht von; 9. März, ^lufgcli tebeu ivaien 1211 Schweine. Vollsleiicknae Swweiue b o? •it 2 Zeuliier Vebeubgeiv. 54 50 — 56 Mk., Scvla vtgewichl 69 - 71 Mk. Vollflcischige Schweine über 2 Zentner Vebcnbgeiuidn 54 - 56 Mk., Lchlachtgcwichi '>h 70 Vit. Pollfleisduge Schweine über 2'/2 Zentner Lebendgewicht 55.00—56.00 Alk., Schlachtgewühl 67 — 70 Mk. Fett- fclnueuie über 3 Ztr. Lebendgewicht 54- 55.50 'Dif., Schlachlgeivicbt 67- 71 Mk. nlciifbige 3rtuvciue Lebendgewicht 54.00—54.50 Pik., Schlachlgeivichl 68 — 70 Pik. Sanen Lebendgewicht 0('— 00 Pik., Scblachlgeivicht 00—00 Pik Tendenz: langsam, bleibt llcberftanb. Amtlicher wetterdericht. Oesfent! iche Ä e 11 e r d t e n st st e l l e Gießen. Allgemeine Wellerlage seit Dienstag uüh: Beim Vorüberzug eines kleinen Te l.vnbels isl qeftern iiachmiliag kurze Zeit etwas Bewölkung emgetr len; bock) eireiditen bic Temperaturen in Darmnabt unb ilsorms 13 Gr. -ff, luährenb am frühen Piorgen nod) stellenweise Ar oft eintiat Gießen, Worms — 1 Gr., Darm- nnbi aber 1 Gr. Wärme. Dagegen ist in» ganz West- unb Norb- bentkhlanb währeub ber Nacht starke Erwarniimg einoetietcn. — Das ozeanische Tic'bcuckgebict beginnt jetzt gelingen Einfluß auf unser Wetter auszuüben. Wetterauslichlen in Liessen am Donnerstag b. 10. März 1910: Meist ivolkig, boch nur strichweise geringer Regen; .nach milber, 'rostfreier diacht am Tage Temperatur wie heute, schwacher Süd. Originär Vrahtincidungen. Aus der Zweiten Hessischen Kammer. MB. T a r m st a d t, 9. März. Tie Zweite Kammer setzte die Voranschlagsberatung heute bei dem Kapitel Tirektc Steuern fort. Ter Berichterstatter Reinhart führte dazu aus, daß die Hauptrncinungsvcrschicbenheit der Finanzausschüsse beider Kammern der Erneuerungsfonds für Bad Nauheim sei. Während der Ausschuß der Ersten Kampier den Erncueruugs- sonds zur Staatskasse herangezogen haben wolle, um damit bic Neuerhohuug herabzumindern, wolle ber Ausschuß der Zweiten Kammer an dem Fonds nicht gerüttelt wissen. Ter Redner hat die .Hoffnung, daß infolge der Einnahmen-Erhöhuna, besonders bei den Eisenbahnen, der nächstjährige Voranschlag nicht mit einem Fehlbetrag abschließen wird. Finanzministcr Braun waritt davor, die Aussichten für nächstes Jahr zu rosig anzuschaueu. Es sei immer noch für 1911 mit einem Fehlbetrag von 1 Million zu rechnen, unb" man könne mir hoffen, daß cs durch Einnahme steig c r u n g c n und Ersparnis s e i n der Verwaltung gelingen 'm rbc, den Fehlbetrag zu beseitigen oder wenigstens herab,umindern. Abg. L u tz. (Bauernb.) jvendet sich gegen das verwickelte und kostspielige Verfahren bei der Steuerer heb u n g , bic 10 Proz. der ganzen Stcuercinnnbmc beanspruche. 'AKan solle bic Unter erheb st ellen den Gclnciubcrechnern übertragen. ' Abg. B c st (natlib.l teilt mit, daß er sur jetzt seinen Antrag auf Aufhebung der Untcrcrbebstellcn zurückziehc, ihn aber bei der Beratung des Antrags auf Vereinfachung der Staaksverwal - tunq wieder stellen werde. Abg. Leun (Bauernb.) spricht sich gegen die Aufhebung ber Untcrcrhebstcllcn aus. Abg. Ulrich iSoz.) fordert in längeren Ausführungen bic Freilassung ber unteren Steuerstufcn unb bic weitere progressive Ausgestaltung der Einkommen und Vermögens, steuer. Geheimcrat Tr. Becker legt den Standpunkt der Regierung zu verschiedenen der besprochenen Fragen dar. Die Sitzung dauert sort. R..B. Darmstadt, 9. März. Shn. Pfarrer Ttngcl- dey hat bei der Landes synode ein Ersuchen an die Staatsregierung beantragt, bic Bestimmungen über bic Kirchenbuchführung zu vereinfachen. Berlin, 9. März. Tas Herrenhaus tritt am' 15. März zu seiner 3. Plenarsitzung zusammen. Stuttgart, 9. März. Nach einer Meldung aus Friedrichshafen ist oas Gerippe und die Umhüllung des Z. 4 f er t i g g e st e ll t. Die weiteren Arbeiten sollen so gefördert werden, baß. die Indienststellung des Luftschiffes bis Anfang Mai erfolgen kann. Zunächst sollen Fahrten im Rheintal und nach der Schweiz ausgeführt werden. Wangen i. Algäu, 9. März. Auf ber Landstraße Raven - stein-Wangen begegnete ein Automobil einem Fuhrwerk, dem es bei der Enge der Landstraße nicht mehr ausweichen konnte. Infolge des starken Bremsens überschlug sich das 91 u t o unb die drei Insassen wurden herausgeichieudert. Ter eine, Fabrikant Meudler aus Leutkirch, wurde hcrausgcschlcudcrt und blieb sofort tot, die beiden anderen wurden schwer verletzt. Loudon, 9. März In Bradsord sind 7000 Wollspinner in den Ausstand getreten. Tw Fabriken stehen still. asseler Hafer-Kakao wird bei Blutarmut und Bleichsucht alsKräftigiingsmittel tausend fach ärztlich empfohlen. Nui echt inblauen Kartons für 1 Mk., niemals lose. Der Hunger nach ein biszchen Sonne lockt bic Menschen ins Freie, wenn ber Himmel audi nur ein bißchen freundlich aussieht - unb oft bezahlt man bic kleine Erholung mit einer langmierinen Erkältung. Mau muß also bcfonbcrc- vorsichtig fein unb auf solch einem Svazier gang ein vaar Fans ächte Sobencr Mineral-Pastillen int Munde zergehen lassen. Plan wirb bann bic ausgezeichnete uorbeunenbe Wirkung ber S oben er ganz schätzen leinen. Fans echte Sobener Mineral-Pastillen kosten nur 85 Psg. uro Schachtel u. sind tu allen einschlägigen Geschäften z. haben. ^Nachahmungen aber weife man ganz entidneben zurück. Ist Lststruiig non Srennmattmlien für die Institute ber LandeSuniversilät im R.-J. J91O und zwar von etwa 1420 Ztr. Anthrazittohlcn, 2960 Ztr. I und II gern. Nußkohlen, 450 Ztr. Anthrazit-Elerforinbrikctts (Zeche Alte Hase) 11150 Ztr. .Hüttenkoks, 255 Ztr. Briketts (Union). 12 Rin. Buchen- und 64 Nm. Tanncnfcheitholz soll auf dem Wege Öffentlicher Verdingung vergeben werden. Angebote sind big zum 30. März l. I., vormittags 11 Uhr, zu welchem Zeitpunkt die Oeffnung derselben auf unserem Amtszimmer stattfindet, verschlossen unter der Aufschrift „Angebote für Brennmaterialien" bei uns emzureichen. Die Lieferungsbedingungen, sowie das Verzeichnis der bete. Institute etc. können auf unserem Amtszimmer (Blsmarck- flraße 22) eingesehen werben. Gießen, den 8. März 1910. Großh. akademische Administrations-Kommission. po/j In Vertretung des Kanzlers: Strahl.________ Die Lieferung von 3,1 Millionen Ningofcusteincn (Klinkern) für bic Aussührnng veo Gewölbe Mauerwerks in dem 1300 m langen Tunnel bei Gräfenwicoback) soll verdungen werden. Bedingungen liegen aut hiesigem Bureau zur E.inncht aus. Ange^ botSmustcr können daselbst, soweit der Vorrat recht, rur 1 Mk. (Be- Cellgelbireie Postanweisung unb nicht Areimarfen) bezogen werbcit. Die Eröffnung ber Angebote erfolgt Mittwoch den 23. Marz 1910 vormittags II 11 In im Bureau ber unterzeichneten übauabteilung. Zuschlagsfrist: 30 Tage. (D9/s Braunfels m Flicken u. Weivseugncihen emvs.s.Kätch.Bender,^!>aulorst.l4. 0,5’)7j Eurpfeble mich im Anfertigen v. Herr.- u. Dam. Garder.. ttonfir- manden-Af.züg. i. u> auh. d. Hause, ft. Hübner, Lchnerd., Steinstr. 75. W Sffentl. Herr Dr. Alfred Koeppeu, Berlin: Venedig n. seine Xsustschätze mit Lichtbildern. Eintrittskarten sind zu 1 Mk. abends an der Kasse zu haben, weitere Angehörige unserer Mitglieder zahlen die Hälfte. v®/3 Die Damen werden gebeten, die Hüte abzunehmen. Laukm. Verein und OrtsqeWerbeverein. Montag, 14. März, abends 8^ Uhr, im Hotel Schütz OefleiitL Vortrag* ^...^-twn Herrn Major a. D 2Sagener aus Berlin: ^-Der jetzige Stand der Bekämplnng des Mädchenhandels. Hierzu laden ein Allgemeiner Teuticher ^rauenverein. Verein der SremibuuiCi junger Mädchen. Evangelischer Ecmeindeiraucnvcrcin. ftaufmänniicher Verc,n weiblicher Atigestevter. D9/., Brad hessischer Schulreformer. Montag, 14., abends 8‘/2 Ubr, im Hotel Einhorn Vortrag von Dr. Strecker über „3toetf und Ziele des Bundes." Lehrer und Lehrerinnen, Eltern und freunde der Schule werden ____________________________dazu eingeladen.__i l)''/, Grofth. Lberrealichule zu Alsfeld. Nächsten Ticnstag den 15. März werden von 10 tue 12 Uhr die Anmeldungen entgegen genommen. Dabei sind Geburtsschein, Amv'schein und Schulzeugnis vorzulegen. Die Aufnahmeprüfungen beginnen am 4. Avrtl um 8 Uhr. D9/3 Alsfeld am 3. März 1910. Grofth. Direktion der Oberrealfchule: Dr. Pitz. Mittwoch den i6. März, abends S’/e Ehr, wird auf Veranlassung des unterzeichneten Vereins der Direktor der medizinischen Klinik hier Herr Prof. Dr. Volt in dem grossen Hörsaal der Universität einen ©ffeerliicdwn ¥©Hr*as| über „Wirkungen des Alkoholmissbrauchs auf lebenswichtige Organe des menschlichen Körpers** halten. Zu zahlreichem Besuch dieses Vortrags ladet ein k Der Bezirksverein gegen den Missbrauch geistiger Getränke für den Kreis Giessen. (d\ Pr. Nordsee-2ch ltfische Pd. 40 Pfg. flische Bratfische „ 20 „ Kabliau, kopflos „ 22 e „ im Ausschnitt „ 25 „ marin. Heringe, vieler Bücklinge Magdtburgtr Delikatetz Sauerkraut per Pfd. 7 Pfg., 5 Pfd. 30 Pfg. ? Erbltokl Mu Mitglied der Kabattspargesellschaft Kolosseum Giessen. Walltorstr. 36—38 Dir.: Albort Ravvmann u :: Telephon 644 Heute Mittwoch, 9. Mär- 1010, abend 8 Uhr das anerkannt vorzügliche [01947 Weltstadt - Programm Jede Nummer eine Attraktion, u. a. Dr-prS« IKaubtierarnppe, Crcnfcv Biraö von Varis, Etoile Palast, W:Uc und «tocwcs vom Albert Schumann-Theater Frankfurt a. 2)L, Humorist Jean Mathes, Tbe Elrados, bester am. Dovvelreckakt. Ab 10. März: Verbrennnng der indischen Witwe. Im vorderen Restaurant ab 7V; ubr täglich bei freiem (Eintritt, ftonzcrt des Tamcn-Orchesters „Union". 16. Tag Original Riccardo Lacco. 16. Tag Hungert 40 Tage und Nächte. ______Es ladet ergebens! ein Direktion Albert Ravvmann. w Aaf zuni Seemannshsim -w $eute und jeden Abend Konzert. 4 Damen. ZflT Eintritt freil 1 Herr. (1430) Gustav Köpven. Es ladet ergebenst ein Kinenialograpli Bahnhofstraße 54. 01912 Bahnhofstraße 54 Im 9. iis II. Bz U»M|MUW. Drahtseil-Akrobaten, interessante Parieteszene, Immer mit der Ruhe denkt Piefke, humoristisch, Ein Drama in der Prärie, ergreifendes Drama, Der Provinzonkel, humoristisch, Marineleytnant v. Brinksn und die Piraten Aufsehen erregend, großartiges Marinedrama. Die Schärpe der Geliebten, svann. Drama a. d. Mittelalter, Lehmann als Altoholgegner, stürmische Heiterkeit, Verschmäht, spannendes Scania, Tonbild, Tenfelstänze, getanzt v. Ballettchor d.Kgl. Hofoper. NB. Beschreibungen von dem Marinedrama werden im Theater gratis verausgabt.____________:_____________________________________ 1b WWW Ds/5 empfiehlt Zwergobst, auf geeignete Unterlage veredelt, Mirabellen-, Reineclauden-, Aprikosen-§odj|t.> Pfirsiche für Spalier, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Stiefmütterchenpflanzen. Breisliste frei. Fürstliche Obftbaumschule Sich. Z«m 5dti$apa$$. Morgen Donnerstag (01944 = Schlachtfest M Morgens Wellfleisch mit ftraut. Abends Metzclfuvpe, Hau^mackerwurst. 1a wird sauber gewaschen u auf neu gebügelt. 101810 äschcrei Wolkeugassc 19. Bäckerei ■ auf dem Lande billig z. oerm. P410 Näh, i. d. Geschästsst. d. Gieh. Anz. sdlin. oroftet (Harten pachten. Schrifil. Angebote unter 01874 an den Gieftener Anzeiger erb. Suche f. ui. Sohn, 16 Jahre alt, d. Ans. Avril in Gieften in kausm. Lehre treten soll, einfache aber gute Pension, am liebsten in Lehrersamilie, wo demf. wächentl. noch ein. Stunden erteilt werd, könnt. Schr. Angeb. m. äuh.Preis u.sonst.Beding.u.1422 an den Gieftener Anzeiger erb. Mer 'ich ein Zigarren Geschäft einzuricht. beabficht. u. mit einer erklass. Hamb. Ztg.-Fabr. u. Dresdner Ziaarett.-Jabr. i. Berb. toin.ro., schr. Off. u. F. P.G. 7543 a.Nud.Mofsc, Frankfurt a. M. ___________________(ss3/3)____________________ 01928) Ein gold. Medaillon mit 2 Photographien gesunden. Abzuholen Licbigstr. 65 III. gegen Erstattung der Sofien.___________ 01314) Grauer ftater mit weifter Brust und 4 weiften Pfoten ab Händen gelommen. Zuverl. AuS- tunst ro. bei. Ludwiqstr. 45 II. Giessen. mrektkB: Herrn arm Stelegoetter, Mittwoch den 9. März 1910 Anfang 7 Uhr 18. Mittwoch - Äbonn.-Yorstellung „Klein-Dorrit“ Lustspiel in 3 Akten tnach Dickens von sZranz von Schönthan. Anfang 7 Uhr. Gnbc 9‘/4 Ulji. Freitag den 11. März 1910; Anfang 8 Uhr 19. Freitag-Abonnem.-Yorstellniii Xovit&t! „Der dunkle Punkt1 Schwank in 3 Akten von Äadelburg und Presber. Anfang 8 Uhr. Ende IO1/, U&t. Samstag den 12. März 191« Abends 8 Uhr. Erhöhte Preise! Erhöhte Preise. Abonnenten gcnieften Er mäftigung. Einmaliges Gastspiel von Frau Irene Triesch oolik Lesfing-Theater Berlin. „Die rote Robe Schattspiel in 4 Akten von Eugene Briettx. Deutsch von Anne St. Cöre. Anfang 8 Uhr. Ende geg. 11 Uhu Die Herren Studierenden 0t* nieften an der Abendkasse PretL» ermäftigung. Abonnenten genieften ktegenAt liesernng des 6. Erntäfttgung^ kupono Preisermäftigung. Der heutigen Nummer hegt eine besondet,' Beilage der Firma Conrad & Kam bet g Tttch-Bersandhatts in Kottbus, bei. 86/5 srr. * DU 3 ftö! W KM Summen Nzev Es rr ‘initern ft iitl* Der verzeichnen iie Tages Widsentl * besä bslprach Nicker, auf ntögli Bem Wtnngen Mark: b- btrungen l'chlllö an iemina Lttwaltm Mache, bi hiaiitragt Marl inti Summe t ;n wirke Mssall trotz des gebracht üin von der noch we ihm die Mi betmer ödjuft i Vg.f tÜDtt 100 ■ trotzdem i | wir hier: I Mg. I der Autos I Jd.Ofla: I cerutenen I * datz I he Regie ,.W! Wit io vr tritt ffi W, bähte nid) Jflre besser fmnal ein, .. Minis) I LSr IW I NS? I & ■a,eT I Sa M 1 I v-