Tas Gfcrüfjt erkannte auf f ü n re und acht Monate Die „Siebener Knnilienblätter" werden dem „Slngetger' viermal wöchentlich beigelegt, das 'Krelsblott für den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Montag Ä. Mai 1910 Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Sport. GBad-Nauhei>n, 1. Mai. Ter I. Fuß b allo er ein (Verein für Bewegungsspiele) hat die Gründung einer Damen- a b t e r l u n g für Faust-, Tamburinball- und Lawn-TenniSspiel beschlossen. Ter Verein hat seine diesjährige Spielzeit wieder aus Dem städtischen Spielplatz hinter der Boniiaziuslirche begonnen. Heute nachmittag kamen Wettspiele mit dem Fußballklub fSot- Ijeim* und Dent Fußballklub .Olympia*-Friedberg zum Austrag. Aus beiden ging die hiesige Mannschaft als Sieger hervor. Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust unter 'Anrechnung vor zwei Monaten der erlittenen Untersuchungshaft. Ter Fall Hofrichter. Wien, 30. April. Tas Verhör der Frau Hofrichtcr wurde heute fortgesetzt. An ihre Mitschuld wird nicht geglaubt Frau Hofrichtcr wurde heute abend aus bem Polizeigetvahrsam entlassen, doch wird die UntcBuchung wegen -es dringenden Verdachtes des Verbrechens der salichen Zeugenaussage gegen sie fortgesetzt. Dem hiesigen Sicherheitsbureau ist aus Essen a. d. R. die Mitteilung zugekommen, ein feit dem 16. April dort in Haft befindlicher Chemiker, bei dem Eyankali gefunden wurde, gab an, daß er eine Stange von diesem Eyankali seinerzeit Hofrichtcr übergeben habe, den er zufällig auf der Reife kennen gelernt habe. gtebaftion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion: ^^112. Tel.-Adru AnzeigerEießen. Gerichrssaal. Frankfurt a. M., 30. April. Tas Gericht verurteilte Willhardt unter Anrechnung von vier Monaten der Unter suchungs- haft wegen Unterschlagung und Urlundenfälschung zu 3 Jahren 6 M o naten Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. In der Urteilsbegründung heißt es: Der Angeklagte hat von 1900 bis 1909 etwa 600 000 Mark sich rechtswidrig zugeeignct und lh> künden, nämlich Quittungen der Äunben und Bestätigungsschreiben über Kontoauszüge gefälscht. Tas Gericht hat des längeren ge- prüft, ob mildernde Umstände vorliegcn. Diese Frage ist ver neint worden. Es war auch nicht mildernd zu berücksichtigen, daß er nickst bestraft ist, weil es bestrafte Beamte überhaupt nicht gibt. Mildernd bei der Strafabmessung konnte berücksichtigt werden, daß dem Angeklagten die Unterschlagungen nicht zu schwer gemacht wurden, und ferner war mildernd zu berücksichtigen, daß er seinem Schwiegervater bei der Heirat unrichtige Angaben über seine Gc haltsverhältnisse gemacht hat und so zu Unterschlagungen kam. Bon dem Angeklagten wurde die Strafe angenommen. Berlin, 30. April. Ter des Mordes an der Verkäuferin Rakowski angeklagte Friseurgehilfe Hans I u n e m a n n war bekanntlich vom SÄvurgcricht im Januar 1910 wegen Mordes zur Todes st r a f c verurteilt worden. Wegen eines Form fehlers hob das Reichsgericht das Urteil auf. Rach dreitägiger Verhandlung bejahten die Geschworenen beim Landgericht Ber lin l nunmehr nur die Schuldfrage auf Totschlag, Diebstahl unb Hehlerei und billigten dem Angeklagten außerdem mil dernde Umstände zu. Ter Staatsanwalt beantragte eine Ge samtstrafe von 5Vs Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust. Die neuen Aussichten der preuh. Wahlrechtsoorlage. Unsere Auffassung, daß durch die Beschlüsse des Herrenhauses die Stellungnahme der Parteien aufs Neue ernstlich revidiert werden müßte, wird im allgemeinen auch in der übrigen Presse geäußert, wenn man von den Organen ah- sieht, die von vornherein den Standpunkt „Alles oder nichts" vertreten haben. Vor allem wird es interessieren, wie die Nationalliberale Partei mit der Lage sich abfinden wird. Die „Krcuzzeirung" stimmte den Beschlüssen des Herrenhauses direkt zu, indem sie erklärte, es liege jetzt beim Zentrum und den Nationalliberalen, dafür einzutreten, daß etwas zustande komme. Also werden die Konservativen für die neue "Abmachung zu haben sein. Das Zentrum befindet sich in einer Zwangslage, denn sie tonnen von sich, allein die Einigung nicht fiitden. Darum wird die preußische Regierung recht haben, wenn sie in einer amtlichen Nottz die Ansicht durchblicken läßt, daß die bewährten Zcntrumsdtplo- malen nicht den ersten Zorn irachgeben, sondern den Weg verfolgen'werden, der ihre Partei positiv fördert oder ihr nicht zum Schaden ausgenutzt werden können. Tie „Norddeutsche Allgemeine. Zeitung" schreibt: Das Ergebnis ber Wahlreckstsverhandlungen im Herrenhause wirb Den Forderungen gerecht, die der Ministerpräsident als Bedingungen für die Zustimmung der Staatsregierung bezeichnet hat. Indem nun zwischen den zwei Faktoren der Gesetzgebung ein Einverständnis erzielt worden ist, hat die Wahlrechtsvorlage eine wichtige Etappe auf ihrem Wege zur positiven Erledigung suiüdflclegt. Gleichwohl sind die ferneren Aussichten d e r Vorlage noch unsicher. Im Herrenhause, haben, wie dies in der Diskussion zum Ausdruck gekommen ist, auf den verschiedensten Seilen schwere Bedenkeil gegen die Vorlage auch in der jetzigen Form gewaltet. Wenn sich trotzdem eine starke Maiorrtat auf dem Boden der vermittelnden Vorschläge zulammengefunden hat, so geschah es, weil dieser Majorität das Scheitern der Vorlage und die damit verbundene verschärfte Fortdauer Der Unruhe bedenklicher ersehe.nt, als der Verzicht auf bestimmte Sonder- wünsche unb selbst Opfer prinzipieller Gesichtspunkte. Es ist Damit ein Beispiel gegeben, von dem man nur hoffen kann, daß es im Abgeordnetenhause in weitem Maße wirksam sein möge. Die Parteien, die von der Uebertragung des Reichstagswahlrechts auf Preußen nichts wissen wollen, finden in den für Kompromitz- vorschläge gehaltenen Reden wichtige Argumente für ihre eigene Zustimmung. Ob die Zentrumsfraktion das „unannehmbar" aussprechen wird, das heute tn einem Teil der Zentrumspresse ertönt, möchten mit noch nicht al3au3> gemacht betrachten. Jedenfalls ist der mehrfach verbreiteten Annahme, daß der Ministerpräsident dem Zentrum gegenüber eine Politik des Ausschaltens betreiben wolle, der Boden entzogen. Tie Lage ist durch die Verhandlungen des Herrenhauses so wesentlich geklärt. Es ist so manches neue Moment zur Geltung gebracht worden, das; keine ParteZ sich der unbefangenen Nachprüfung ihres Standpunktes wird ent-, i eben können. Soll im Abgeordnetenhause ein Abschluß erzielt werden, der dem Vorgang des Herrenhauses entspricht, so wird es allerdings auch dort manches Opfer großer Selbstüberwindung bedürfen. Tic narionaUibcralc „Köln. Z t g" Der tritt den Standpunkt des Ausgleichs, indem sie schreibt: Zunächst tritt zetzt eine 21 tägige Ueberlegungspause ein, bevor über bas Gesen im Herrenhause aufs neue abgestimmt wird. Sie ist diesmal sicherlich am Platze, und sie wird hoffentlich von den Konservativen mit Eifer dazu verwandt werden, in sich zu gehen und zu erkennen, in welch üble Lage sie sich gebracht haben. Tas Zentrum hat schon erklärt, daß es den Antrag v Schorlemer, die Erweiterung der Drittelungsbezirke, nicht an- nehmen werde, die Konservativen stehen also vor der Entscheidung, ob sie diesen den konservativen Grundsätzen entsprechenden Antrag annehmeii und an der Seite der Regierung und ber Mittelparteien das Wahlrecht unter Dach bringen oder ob sie am Bunde mit dem Zentrum festhalten unb unter Opfern an ihrer politischen Ueberjeugung versuchen wollen, auch in Preußen der Regierung ihren Willen aufzuzwingen. Wir stchen also mitten in einer parteipolitischen KrisiS, deren LösungvielleichteineGesundungunsererparla- mentarisckien Verhältnisse anbahnen unb Damit auch dem Lande einen unschätzbaren Gewinn bringen könnte. Das aber dünkt uns wichtiger als das schließliche Schicksal dieser Wahlrechtsvorlage, die den liberalen Wünschen so wenig entspricht lind zu Der man schließlich mehr aus taktischen als auä sachlichen Gründen die entscheidende Stellung nehmen muß. 2lu$ den Keid)stagsausfd)üffen. • Berlin, 30. April. Der K a l i a u s s ch u ß des Reichstages führte heute die erste Lesung zu Ende. Eine eingehende Erörterung gab es nur noch über die Gewinnbeteiligung der Arbeiter. Der Antrag ist gestellt von den drei Zentrums-Abgeordneten Schiffer, Müller-Fulda und Erzborger. Er lautet: „Von dem sich auf Grund Der Jahresbilanz, eines jeden Kaliwerkes nach Absetzung der regelmäßigen Abschreibungen ergebenden Reingewinn ist, soivcit dieser 6. v. H. des bar ein gezahlten haftenden Kapitals :Aktienkapital, Komrnanditkapital, Ziibußen) übersteigt, ein Dritter! an die während des betreuen!) en Geschäftsjahres von dem Käliwerksbesitzer beschäftigten Arbeiter als Gewinnantell nach Verhältnis des von ihnen verdienten Gesamtlohns zu vergüten. Soweit die zum Empfang Berechtigten nicht mehr ermittelt werden können, fällt der ihnen zustehende Anteil der B e t r i e b S k r a n k e n k a fe des Werkes zu, oder falls eine solche nicht besteht, der Ortskrankeiikasse anheim." Ursprünglich sollte nach diesem Anträge die Gewinnbeteiligung schon nach 5 Prozent Tividende eintreten. Die S o z ia l dem o- traten beantragen einen Zusatz über das Koalitionsrecht. Handelsminister Shdow erklärte zur Frage der Ge- uinnbeteiligung, daß einzelne Fabriken Geivinnbeteiligung haben, sei ihm bekannt: auch daß sic verschieden geregelt sei, meistens bem Ermessen des Besitzers unterliegend. Mit dem Durchschnitt der Gewinnbeteiligung tonne man nichts machen, denn dann hätte man von Anfang an rechnen müssen. Wie sei es bei Verlusten ber Werke? (Abg. Hue ruft: Gewinnbeteiligung, nicht Verlustbeteiligung !) Ter Unternehmer trage Veruist und Gewinn. Kassen -über das ganze Reich seien lintunlich. Eine Gewinnbeteiligung könne denkbar sein, wenn Die individuelle Betätigung zu höherem Gewinn führe. Im Kalibergbau liege aber alles an der Lagerung. Die Unternehmer haben vorher das Risiko getragen, die Arbeiter nicht. Ter Antrag sehe 6 Prozent als genügende Entschädigung für das Kapital an; das treffe ju für die ersten Besitzer, aber für die späteren Erwerber komme es nicht auf das eing^ahlte Kapital an, sondern Darauf, was sic gezahlt haben. Bei Dem Harzerwerk Vienenburg mürben Die Arbeiter nach Dem Anträge eine halbe Million Mark erhalten, der preußische Staat erhalle dann noch nicht 3ys Prozent seiner Ankausskosten. Diese Summe werde der Gesamtheit entzogen. Einen solchen Paragraphen halte ec für unmöglich, wenn das Gesetz zustande kommen solle. Bestrebungen, vor allem durch Zuweisung geeigneter jungn* Leute zu den Obstbaukurfen in Friedberg, für die der Verein noch ein Teil der Unkosten erstatte. In diesem Sommer soll ein gemeinschaftlicher Ausflug nadi der Obstbaumschule zu Geisenheim a. Rh. stattfinden, zu dem die Mitglieder ein- geladen sind. Am 24. September findet in Lauterbach eine Kreisobitbauausstellung statt. Der Vorsitzende, .Kreisrat von Bechtold, machte die Mitteilung, daß die Bürgermeister )es Kreises bereits geplant harteii, eine Reise anfangs oder Mitte Juni zwecks Besichtigung von Obstanpslanzungen nach Koblenz, Bingen, Rüdesheim, Münster a. St., Kreuznach zu unternehmen, wobei gleichzeitig auch ein Ausflug nach Geisenheim stattsinden löiuite. Mitglieder des Vereins, namentlid) die Lehrer, sind zur Bctelligung eingeladen (Fahrtlostcn etwa 16 Mk.). In einer weiteren Besprechung wurde das frühe Abnehmen des Obstes im Herbst ohne Rücksicht aus frühe ober späte Sorten beklagt, was das Faulen und Welkwerden des Obstes sehr begünstigt, da der Zuckergehalt der Früchte nicht genügend ausgebildet ist. Von den Behörden würde durch zu frühzeitiges Versteigern des Obstes im Herbst leider gleichsam das Signal zur allgemeinen Obsternte gegeben. Ter Vorsitzende sagt Berücksichtigung der Wünsche nach späterer Verlegung dieser Ver'fteigerungs- termine nach Möglichkeit zu. ^eisobftbautcchniker K'.och erstattete Berscht über obstbauliche Beobachtungen im Kreise. Danach ist seit 5 bis 6 Jahren ein erfreuliches Fortschreiten zu erkennen. Noch müssen aber infolge der großen Unter schiede in Lage und Klima im hiesigen streife die Obstsorten herausgefunden werden, die sich für die einzelnen Orte am besten bewähren. Ter Redner empfiehlt nur gute Sorten anzupjlanzen und sollten die Gemeinden hierin den Anfang machen, die großen Orte vielleicht durch Anlage von Musterbaumstücken, aber nicht wie früher den schlechtesten Boden für Obstanpslanzungen verwenden. In unserem Kreise erntet man Obst von vorzüglicher Qualität, manche gute Sorten erhalten z. B. eine bessere Ausbildung wie in Der Wetterau. Für Den verstorbenen Obmann der Ortsgruppe Lauterbach, Wahl, wurde Bureonvorsteher Bechtold gewählt. Als Ort für die diesjährige Hauptversammlung des Oberhessischen Obstbauvereins, die u. a. auch für den Präsidenten Grasen Oriola eine Ersatzwahl vorzunehmeu hat, ist Alsfeld in Aussicht genommen. Der Vorsitzende regt unter Zustimmung der Versammlung an, für diese Mrtte Juni stattfindende Hauptversammlung Lauterbach in Vorschlag zu bringen. — Biedenkopf, 1. Mai. Tie sog. Hinterländer D i e h k a f f e hat auch im 40. Geschäftsjahre wieder gute Ergebnisse erzielt. Tie Verstcherungsfunune stieg von 4 220 540 Alk. auf 4 355 515 Mk. und die Beiträge von 72 823,40 Alk. an! 74 032,80 Mark. Versichert waren 1423 Pferde, 9247 Rinder, 6613 Schweine und 1141 Ziegen. Für 538 Schadensiälle wurden insgesamt 76 377,57 Akt. vergütet, also 2344,77 Mk. niehr wie die eingezahlten Beiträge. Trotzdem ist noch cm Reingewinn zu verzeichnen. Don den ausbezahlten Entschädigungen entfielen 43 991,97 Alk. auf bei, Kreis Biebenkops, 26 033,20 Mk. auf den Kreis Marburg, 1520 Ms. auf ben Kreis Frankenberg, 1242,40 Mk. auf ben Kreis Wetzlar, 1114 Alk. auf den Kreis Kirchhain, 1030 Alk. auf den Kreis Wutgen- stein, 760 Alk. auf den Kreis Dillenburg und 686 Alk. auf den Kreis Brilon. WA *Ala80D O XlilM Q Bismarck q i_ Naxos Z ADoSekkim O Jockey O2 Türk. Tabak- & Clgaretten-Fabrlk „Klos“ o E. Robert Böhme, Dresden, Lieferant der französischen 'Cabak-Regie. Landwirtschaft. -x-h- Langsdorf, 1. Mai. Am 30. April fanden sich 140 Mitglieder des Vereins ehemaliger Friedberger Ackerbau schüler und einer Anzahl anderer Interessenten auf den Wintergetreibe-Saatfeldern bes Abg. Köhler-Langsdorf im Bettenhäuser Felde em, um die von ihm angeroanbte vereinfachte, und barunt billigere, Anbaumethode nach Dernsschensky zu besichtigen. Der Stand Der Saaten erregte allgemeines Erstaunen, er übertraf jede Erwartung. Köhlers Versuche haben gezeigt, daß man ben Getreidebau zum Hackfruchtbau umroanbeln kann unter Benutzung der gebräuchlichen Ackergeräte unb tierischen Kräfte, um dadurch höhere Erträge zu ermöglichen, bic basieren auf ber llnfrautocrtilgiuig, ber Beseitigung ber Verkrustung unb durch letztere auf einer vernünftigen Benutzung des Bobenwassers. Diese Besichtigung an Ort unb Stelle, biefe Anschauung, verbunden mit ben näheren Erläuterungen durch Herrn Köhler, haben sicher mehr bezweckt, als lange Vorträge ober sachwissenschaftliche Erörterungen in Zeitschriften es vermocht hätten; beim auch im Ackerbau gelten Goethes Worte: „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, Unb grün des Lebens golbner Baum." -r. Laute r bach, 30. April. Eine zahlreich besuchte Bezirksversammlung des Kreises Lauterbach des Oberhessischen Obstbauvereins fand heute hier statt. Setretär Dr. Hoffmann erstattete Bericht über daS Zusammenarbeiten des Obstbauvereins mit der Landwirtschaftstammer für die Provinz Oberhessen, wonach ein solches zwischen diesen beiden Körperschaften in Zukunft gesichert ifo, was dem Verein u. a. auch eine fortlaufende finanzielle Beihilfe gewährleistet. In längeren Ausführungen erläuterte ber Redner sodann die Zwecke und Ziele des Oberhessischen Obfibauvereins und bat namentlich die Bürgermeister des Kreises um Unterstützung feiner Nr. 101 Zweites Blatt 160. Jahrgang Erscheint täglich mtt Ausnahme deS Sonntags. A* A AM Glbyener ANMgbl General-Anzeiger für Sberhesien Die Vertreter bet bürgerlichen Parteien, abge- ehen vom Zentrum, erklärten ihre Sympathie ü r die Gewinnbeteiligung, betonten aber Die.völlige Unreife des Antrages unb bic Schwierigkeit der Durchführung bezw. Undurchführbarkeit in ber Kaliindustrie. Auf jeden Fall müsse man, wenn man bas Gesetz zustande bringen wolle, schon nach der Erllärung des Ministers den Antrag ablchnen. Die drei Vertreter bes Zentrums, die das Wort nahmen, nahmen drei verschißene Standpunkte ein. Der Abg. Schiffer trat rückhaltlos für den Antrag ein. Ter Abg. Müller- Fulda vertrat den Antrag sachlich, meinte aber, er sehe, daß der Antrag wenig Aussicht auf Annahme habe unb an Der Ablehnung Dieses Paragraphen wolle man Das Gesetz nicht scheitern lassen: gcraDc Die Gegner des Gesetzes seien für den Paragraphen, während die- jenigen, die das Gesetz zusta'iDe bringen wollten. Dagegen seien. Ter Abg. H e r o 1 D, Der von seiner Fraktion erst in Den letzten "Tagen in Den Ausschuß gewählt roorDen ist, erklärte kurz, es könne etwas erstrebenswert sein, aber Deshalb lasse es sich nicht immer gesetzlich Durchführen; hier in Das Kaligcsetz gehöre Die Sache leDcnfalls nickst hinein; er lehne Den Antrag ab. > Bei der Abstimmung stimmten dann drei Zentrumsmitglieder für, drei gegen ben Antrag. Ter Antrag würbe abgclcbnt. Mit den Sozialdemokraten stimmten auch die Mitglieder der Fortschrfttlichen Bolkspartei für Den Antrag, deren Wortführer erklärt hatte, sie täten es einstweilen, um zu sehen, ob es den Antragstellern gelingen werde, ür die zweite Lesung den Antrag durchführbar zu gestalten. Tie Sozialdemokraten zogen ihren Zusatzantrag dann zurück. Tas Gesetz hat Geltung bis zum Jahre 1925 und tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Die zweite Lesung,bed Ausschusses beginnt Mittwoch Dormittag. Der Ausschuß für die Wertzuwachssteuer führre heute die erste Lesung zu Ende. Zut § 56 wurde beschlossen: „Von einem Grundstücke, das auf Grund von Vorschriften gebunden ist, die nach den Artikeln 57, 58, 59 des Einführungs- aesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche von den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches unberührt bleiben, ist im voraus tn Zeitabschnitten von 30 Jahren eine Abgabe von % vom Hundert bes zur Zeit der Fälligkeit nach den Bestimmungen des § 16 des Erbschaftssteuergesetzes vom 3. Juni 1906 zu ermittelnden Wertes zu errichten. Dies güt auch dann, wenn die Fawiüc des Gruiibstücksinhabers als Eigentumerin des Grundstücks anzusehen ist. Der Landesfürst und bic Lanbesfürstin sind von ber Entrichtung der Abgabe befreit." Weiter wurde die Befrciungsvorfchrist am Schluß der Tarif- nummer 11 in folgender Fasfung beschlossen: „Befreit sind auf Antrag 1. Grundstücksübertragungen der in a und d dieser Taris- ttummer bezeichneten Art, wenn der stempelpslichtige Betrag — und im Falle einer Teilveräußerung der Wert bes Gesamtgrundstücks — bei bebauten Grundstücken 5000 Mk. nicht überschreitet. Die (Steuerfreiheit tritt nur ein, wenn weder der Erwerber und sein Ehegatte im Durchschnitt der letzten drei Jahre ein Jahreseinkommen von mehr als 2000 Mk. gehabt haben, noch einer von ihnen den Grundstückshandel gewerbsmäßig betreibt. Bezieht ber Erwerber von einem anderen auf Grund gesetzlicher Vorschriften feinen Unterhalt, so ist die Steuerfreiheit nur zu gewahren, wenn deren Voraussetzungen auch in der Person des anderen vorhanden sind. Auf Beurkundungen von Uebertragungen der Rechte des Erwerbers finben die unter a Abs. 2 Satz 1 dieser Tarif- numnter vorgesehenen Beschränkungen der Stcuerpslicht keine Anwendung. 2. Eigentumsveränderungen, denen sich die Beteiligten aus Gründen des öfseicklichen Wohles zu unterwerfen geseAich verpflichtet sind." Tie zweite Lesung beginnt am Dienstag. Itircbc und Schule. X Lich, 1. Mai. Am kommenden Mittwoch wird int „Holländischen Hof" hier im Auftrag des Lehrervercins L i ch und der Nachbarvereinc Professor Jäger vom Jaftedberger Lehrerseminar, ein geborener Sicher, über „Tie in die neue Biblische Geschichte auszunehmenben Stosse des Alten Testaments" sprechen. Q Darmstadt, 1. Mai. Der 17. allgemeine deutsche Turnlehrertag wird in ben Tagen vom 12. bis 15. Mai hier abgehallen. An Vorträgen stehen in Aussicht ein Festvortrag bes hessischen Turninspektors Schulrats Schmuck- Darmstadt, über Abolf Spieß, ben Begründer des Deutschen Schulturnens, ferner bic beiben Verbanbsaufgaben des deutschen Turnlehrer-Vereins: „Mittel zur Einschränkung der ^Befreiungen vom Turn-Unterricht" (Ref. Oberlehrer Pietzker-Stetttn) unb „Inwieweit bebürfen volkstümliche Hebungen, Spiele und Wanberungen für bic körperliche Erziehung ber weiblichen Jugenb der Bcrück- sichttgung?" (Ref. Seminarlehrer Kunath-Bremen), außerdem ein Vortrag „Orthopädisches Turnen" von Oberturnlehrer Echternach- Hagen. Gelegenllich der Tagung werden jchul-turnerische Vorführungen in Tarmstadt, Groß-Gerau, Reichenbach, Reinheim, Nieder-Ramstadt und eine Schwimm-Vorführung im hiesigen städtischen Hallenbad veranstaltet. Löwcngaffe 20 Telephon 692. der Bestattungögenosscnschaft der freien Schreiucrvereinigung Gießen Fritz Kosenbanm LP’ Statt besonderer Anzeige. Samstag abend '/29 Uhr entschlief nach langem schweren Leiden unsere liebe Mutter Im Namen des Offizierkorps: v. Knobelsdorff Oberstleutnant z. D. und Bezirkskommandeur, Die Beerdigung findet am 3. Mai 1910, nachmittags um Die Beerdigung findet statt: Dienstag den 3. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus. I,2o8ü Fraia Therese Birnbaoni geb. Groppe. Clara Birnbaum Maria Birnbaum Paula Unger, geb. Birnbaum _. . . , inx Friedlich Birnbaum, Kammer- Giessen (Liebigstrasse 17), direkter, Laubach den Mai 191 . Irmgard Birnbaum Dr. med. Ernst Unger, Berlin Else Birnbaum, geb. Wimmenauer und 4 Enkelkinder. von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Nachruf! Zum zweiten Male in kurzer Zeit steht das Offizierkorps trauernd an der Bahre eines hochgeschätzten, allseits beliebten Kameraden. Am 29. April verschied zu Friedrichshütte der Oberleutnant der L. I Herr Friedrich Schwören Das Offizierkorps des Landwehrbezirks Giessen, welchem der Verstorbene über 15 Jahre angehört hat, verliert in ihm einen vornehmen, ritterlichen Kameraden und wird ihm stets ein treues Andenken bewahren. D% w HM K M W N Todes-Auzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche s2)HttetIung, daß unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter grau Christine Kreß SSiiic. geb. Lorenz Heute plötzlich und unerwartet verschieden ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Kaiser-Allee 50), Aschaffenburg, d. 30. April 1910. Tie Beerdigung findet Dienstag den 3. Mai nachm. 3 Nhr von des Kapelle der neuen Friedhofs aus statt. (2588 Statt besonderer Anzeige. Unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Minna Alker ist gestern abend 11.1/4 Uhr sanft verschieden. Wir teilen dies tiefbetrübt Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme mit und ersuchen dankend, von Beileidsbesuchen abzusehen. Dr, Her mar. i Alker Marie Alker Anna Wagner geb. Alker Giessen (Süd-Anlage 3), 1. Mai 1910. Caroline ASker geb. Melier Gustav Wagner. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres Herrn Stad Plank sagt innigsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Franz Plank. 2591 Frische Mr, Landbutter empfiehlt 03058) W. Ullrich, SÄloßgasse 7. Gießen, 2. Mai 1910. .Hervorragendes, Möbet-Haus (fein Abzahlungsgeschäft) lies, an Beamte u. private Bimmer-Gin- richt., sowie cmz. Möbelstücke und Teppiche. Billigste Preise. Zahl, nach Uebereinkunst. Gefl. Mitrell. erb. ii. F. It. 330 an Rudolf Mossc, Frankfurt a. M. (ss^ ,4 Von heute ab gehen meine Eiswagen täglich und liefere Kunst- u. üafureis le-Timmio tau Feier des 25jährigen Bestehens, 11.—13. Juni 1910. Arbeitsvergebuug. Die zur Errichtung des FestplatzeS nötigen Zimmer-, Schreiner- und Wasserleitungsarbciten sollen vergeben werden. 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Mai 1910, vormittags 10 Uhr, an den Unterzeichneten einzureichen. Großen-Linden, den 27. April 1910. Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden. • (2546 Leun. I BeeilenSiesich I der W Möbel-Mul in der Sitel-Romst dauert (a% nyr ßz'ss 4« Verlauf nur gegen bar. 64 Geöffnet von 4—6 Uhr. j Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir hiermit innigen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Bcpler und Familie. Heuchelheim, den 2. Mai 1910. [2592 Klmarierwögel l feine Sänger (auch Weibm.), z.verk. W. ^eichtweis, Sonnenjlr. 18. 03605) Kindersitz-Ltiegewagen und Kinderstuhl zu vert. Edeistr. 41. 03/05) Gebr. Waschmaschine btU. zu vertauieu. Setterowcg 10. Rattenpinscher biX- geben. (2562) Sonnenstr. 6. 03733) jlrankcniabrstubl, m. gebr. u. lehr schönes Vertiko billig ab" zugeben. Nord'Anlage 13 p. mit Motorbetrieb und allen erforderlichen Maschinen u. 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' R unseres Vereins mit folgender Tagesordnung statt 1. Geschäftsbericht 2. Rechnung 1909 3. Voranschlag 1910 4. Neuwahl des Rechners Kekmmtmachung. Rui 17 Mai ds. 3* 3. PsingMcicrkag) findet in ein erucktviehmarkt für Vogelsberae. 71. stall für den folgende Marktordnung crlasten ist. ' ' Marktordnung Ausschuß zu Gießen einzuscnden. Verspätet an- aemcldete Tiere können von dem Auftrieb zurückgewtesen werden: die B l c h b e s i y e r sind gehalten,drean gemeldeten Tiere auch wirklich zum Markt zu bringen oder a m Erscheinen nachträglich verhinderte sofort wieder a b z n m e l d c n. Aus den Anmeldungen wird cm Marktverzeichnis zusammengcstcllt, das aus Wunsch an Interessenten versandt und gelegentlich des Marktes feilgeboten wird. 4. Tic Tiere werden beim Auftrieb auf den Marktplatz tierärztlich untersucht. Tic Marktticrc werden nach Bezirken bezw. Gemeinden ausgestellt, männliche und weibliche jedoch getrennt. Morgen Dienstag, nachm. 3 Uhr, in der Gärtnerei am Nahruugsberg Forisetznnij der Pllanzen- und Blumen-Versteiuerung Nummer, die den Vertrauensmännern zur llcbcrnuttclung an die '"rarktbcschickcr zugcstcllt wird: sic ist dem betreffenden Tiere um- zubinden Aus dem Platz erhält das Teer fernen Stand langc- nncscn, an dem die gleiche Nummer angebracht ist. 1 6. Tcr Markt sindct am 3. P s i n g st f e, c r t ag »tat t: B c a i n n des Austriebes vormittags Vs 8 Uhr, ostizteller Schluß nachmittags 2 U h r. Bor dem Markt dar, cm Handel nicht ftaltfindcn. Abgeschlossene Verkäufe sind dem Markt bureau zwecks Aufnahme in die VcrkausSlisten sofort anzuzeigen: hierbei lind die Nummern zurückzugeben, von nicht öcrtauitcn Tieren sind sic beim Adtrico abzuliesern. Rinder, die verkamt sind, werden aus einen näher bezeichneten Platz, abseits von den noch vcrkäuslichcn Tieren, aui fleh eilt, sie sind durch cm blaues Band zu kcnnzeiclmcu, das in die <5>chwanzguaste emzubinden ist. 6. Tic Besitzer Haden für diejenigen Tiere, welche verkamt worden sind, an das Marktbureau eme Gebühr v o n 1 /o des Verkaufspreises zu entrichten; für nicht verkauftes Rindvieh erhalten deren Besitzer eine Weg gebühr von 3 M arl pro Wegstuitdc ieinjack-c Entfernung vom Marktort). Bei Bahllbenutzuilg wird gegen Vorlage des Frachtscherncs die bezahlte Bahusracht vergütet. Als Höch stbc trag werden an Weggcbührcn 10 Warf gewährt. Biehbesttzer, denen mehrere Tiere unverkauft bleiben, erhalten für höchstens 3 -Lterc bte Weg- vergütung. Tic Regelung wwohl der Verkaufs- als auch der Wcggebühr erfolgt auf dem Marttbureau.. Unterlmiung derselben hat int crstcren Falle Ausiclstuß vom Markte m Zukunft, int Icfttcrcn Erlöschen des Anspruchs auf Wcggebühr zur Folge; Tiere, die nicht im Marklvcrzcichnis stehen, können aus dem Zucht- vichmarktc nicht aufgetrieben werden. 7. Ankörungen von Zuchttieren smdcn kostenlos aus dem Marktplatz^ Nattung^n ü[)Cl. bic Gisenbahnbeförde-rung des Zuchtviehes sind auf der Rückseite des dtätalogs ersichtlich. Gießen, den 13. April 1910. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Tr. M c r ck. in allen ztvrnungcn 2 = --gx liefern prompt und 2 = billigst 116S7 = " tiebr. Kahl. Telephon 87. Bekanntmachung. Montag, den 9. Mai d. F. uachmtriags 3 Nhr findet im (Safe Ebcl zu Gießen die diesjährige ordentliche (Generalversammlung wirkenden , , - sänne die anderen Pravaratc aus der Central - Drogerie, Schnlstraße, rechtzeitig anwenden. Kleesamen, Grassamen u. Feldsamen empnehlt billigst Robert Stuhl 2241)_______Neustadt 23. Das echte Xisiritzer Schwarzbier der Fürstlichen Brauerei Köstritz empfiehlt H. Heyne, Biergrosshandlung Giessen sowie eiosleo Speierliog Ersatz rür Bowlenwein empnehlt Firma Gonrob Roth!!., Zozelsgasse 9, Weinhandlung u. Äptelweinkelterei. Telephon 375. (2473 Eigene Geschäfte: Aschaffenburg Herborn Würzburg Wetzlar Fulda 2 Verkaufsgejch. Hauptstr. 15 Markt 10 Weißadlerstc. Mittelstraße 6 Uehl-Rcr|teigerilliß. Dienstag den 3. inni d. FS., norm. 11 llbr, versteigere ich in Alten Buscck 42 Lack Weizen- und Roggen mcbl. >2582 Zusammenkunft bei der Kirche. Geißler, Gerichtsvollzieher für den in Schollen stattfindenden Znchtviehmarkt. 1 ^cr Zuchtvichmarkt bat dcn Absatz von im Zuchtgebictc der Nrovinz^Lbcrhcsscu gezüchteten Jung und Großvieh — Bullen, Bindern, Kalbinnen, Kühen - zum Zweck. 2 Es dürfen mir nachweislich Tiere aus dem Zuchtgebictc dcr Provinz Obcrhciim aufgetriebcn werden. Zuchttiere an5 an anerkannten Zuck tgcbictcn w^dcn ausnahmsweise zngclassen, wenn amtliche Abstammuiigsnachweisc vorgelegt werden können lind die Tiere sich mindestens 1.. 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