D. 282 Swetter Blatt 160. Jahrgang ®tfct)etnl t>ßüch mtt NuSnochnre beS DI» jrtmilleRblötter** werden dem Jln^er' nernwl w-ckrentttch bcigrteflt, baS „Krcbblfltl rir bte Krdi Kietze»- primtl »öcheniitch. Die ..Landwirtichaftitche» Mt» fra-cs" «Schemen monatlich jroeunaL Giehener Anzeige General-Anzeiger für Gberhesien i Donnerstag, Dezember 19{O ReteftonibnicT und Verl«- der Vrühlfchea UnwersilätS - Buch- und Gretndruckerei. 8L Lange, Gießen. Redaktion. Expedition und Druckerei: Gch«^ strotze ?. Expedition und Verlag. 61« Redaktion: 112. TeU-Adr^ AnzeigerBreßen. hessische Zweite Kammer. Darrn sta dt, 30. Nov. 8Tm Regierungstische: Starttsrninister Dr. Ewald, Minister LeS Innern von Homberg k. Geh. Staatsrat Krug v. Nidda, Geh Rat Fthr. v. BiegelebenundDr. Becker, Ministerialräte Lorbacher und Dr. Hölzinaer. Das Haus ist schwach besetzt, die tnbunai sind leer Präsident Haas eröffnet gegen y210 Uhr die Sitzung. Es wird sofort in die Tagesordnung eingetreten. Zu Punkt 1, Vorstellung des Hessischen Gauverbandes gegen den Al koholtsmus, den F l a s ch e n b i e r ha n de l betreffend, macht der Berichterstatter Abg. Büchner (Natt.) einige Aus- Mhrungen und bittet, die Vorstellung abzulehnen. Minister des Jrmern v. Homberg führt aus, datz zur Regelung der Angelegenheit die Abänderung eines Paragraphen dxr Reichsgelverbeordnung nötig wäre. Die Arbeiten seien bereits soweü gediehen, daß an den Bundesrat eine entsprechende Vortage gelangen kann. Mit Rücksicht darauf könne man die Vorstellung als erledigt betrachten. Abg. Orb (Soz.) begrüßt die Maßnahmen gegen den Al- koholismus, worauf der Antrag Büchner gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen wird. Zur Vorstellung des Meßners Ludwig Faul zu Wimpfen i Tal, Gehaltserhöhung betreffend, macht Abg. Horn (Zentr) längere Ausführungen und bittet, das Gehalt um die angeforderten 100 Mark zu erhöhen. Ministerialrat Lorbacher befürwortet die Erhöhung, doch seien Mittel dazu nicht vorhanden Es sollten daher Einttitts- gelder für den Besuch der Kirche erhoben werden, die dem Meßner zusallen. Abg. v. Brentano (Zentr.) hält diesen Weg für nicht richtig von rechtlichen Gesichtspunkten aus. Man solle den Meßner regelrecht bezahlen. Ministerialrat Lorbacher betont, daß es sich bei den Eintrittsgebühren nicht um Trinkgelder handele, sondern um tarifmäßig festgesetzte Gebühren. Abg. v. Brentano (Zentr.) ist nach wie vor gegen das Eintrittsgeld. Wenn einer nur seine Andacht verrichten wolle, brauche er nichts zu zahlen. Der Antrag Horn wird sodann angenommen. Zur Einreihung des Ortes Michelstadt in die Servisklasse D wird der Ausschußantrag nach längerer Debatte angenommen. Bett, die Einreihung der Stadt Gießen in die Servisklasse B wird der Antrag des Ausschusses, 1. die Verhältnisse der Stadt Gießen uibezug auf Wohnnngs- und Lebenshaltungs-Aufwcmd der in ihr domizilierten Reichs- und Staatsbeamten einer genauen Prüfung zu unterziehen und hiernach das alles mit denselben Verhältnissen in der L>tadt Darmstadt zu vergleichen: 2. durch ihre Bevollmächtigten zum Bundesrat sowohl in dieser Körperschaft, wie im Reichstage und in Einwirkung auf die Königlich Preußische Regierung (den Preußischen Eisenbahn-Mini st er) eine Besserstellung der Stadt Gießen, wie sie im Beschluß des Preußischen Abgeordnetenhauses geplant erscheint, zu bewirken. für erledigt erklärt. Der nächste Punkt wird zurüchrestellt. Zum (Anträge der Abg. Ulrich u. Gen., Vergebung staatlicher Arbeiten und Lieferungen bett, ersucht Abg. Raab (Soz.) nach längeren Ausführungen, den Antrag Ulrich u. Gen. anzunehmen, der dahin lautet, die Arbeiten einmal nur .an solche Unternehmer zu vergeben, die die getroffenen " Vereinbarungen auf Treu und Glauben halten, sodann nur an solche, die ihren Verpflichtungen in bezug auf die sozialpolitische (Gesetzgebung nachkommen. Minister des Innern v. Hombergk erwidert, daß die Großh. Regierung durch Parteinahme nicht in die natürliche Entwickelung der wirtschaftlichen Verhältnisse eingreifen könne. Dem zweiten Punkt werde schon jetzt entsprochen Es werde schon jetzt der Grundsatz befolgt, nur an solche Unternehmer staatliche Arbeiten und Lieferungen zu vergeben, die I ihren Verpflichtungen bezüglich der sozialpolitischen Gesetzgebung nachgekommen sind. Die Regierung sei bereit, entsprechende Anweisungen an die Behörden ergehen zu lassen, daß sie vor der Zuschlagserteilung auch die Frage der Tariwerträge in Bettacht ziehe, doch ständen der Anerkennung der Tarifverträge auch Bedenken gegenüber, so daß es nicht angängig sei, den Zuschlag von der Zugehörigkeit zur Tarifvereinigung abhängig zu maä-en. !Abg. Hauck (936.) ist der Ansicht, der Antrag führe zu weit, da auf dem Lande die Arbeitgeber vielfach nicht Mitglied des Arbeitgeberverbandes seien und dadurch bei Vergebung fiskalischer Arbeiten an die Wand gedrückt würden. Man^müfse daher zwischen Stadt und Land unterscheiden. Abg. Orb (Soz.) spricht ebenfalls für den Antrag Ulrich. Abg. Noack (Ntl.): Solange die Tarif- berliner Theaterbrief. Berlin, int November. Einmal in den letzten Wochen stand unser Theater leben auf entern Gipfel. Ms Reinhardt, der sich, wie jeder große ftünftler, t in Extremen bewegt, zu seinem intimen Kammer spiel Hause das ' Gegenstück schuf und die Zirkusmanege zum Schauplatz ^ntik- ' tragischer Geschehnisse erkor. Die Aufführung des Sophokle- ischen „Königs Oedipus" im Zirkus Schumann war B mehr als eine Sensation, als ein Leckerbissen für Herrn Snob, o war xumeist gewiß ein Experiment, aber ein solches, das man, da jeder Ausgang ein Gottesurteil ist, um des grandiosen Erfolges gf willen als eine künstlerische Tat ersten Ranges versprechen muß. Als eine künstlerisch-' Tat überdies, die über sich hinausweilt, die fruchtbarer Keime verheißungsvoUer Anregungen im Schoße n trägt. Wie sich da die Volksmassen, mit Reinhardtscher Genialität ' bewegt, durch die Gassen des Amphitheaters wälzten, sich bann , in der Arena zu mächtigen Haufen zusammenballten, ihre Not- |i fdjreie in den Königspalaft sandten, da wurden wir dank den besonderen räumlichen Verhältnissen, dank dem Fehlen jeder 1 trennenden Schranke zwischen Parkett und Alhnenpodium mit» handelnde, mit bewegte, mitleidende Glieder dieses Volkes, wurden Hiuntnefbat hin ein gerissen in seine Quaban und Nöte. Und als 1 der König Oedhpus aitf die Freitreppe seines Palastes trat, da wurde das unser aller König ünd sein grausiges Schicksal . griff uns in die Herzen, als wären wir seine allergetteuesten ' Untertanen. Eine gleich innige, unlösliche Verschmelzung zwischen der Handlung einer Dichtung und der Gemütserregung der Zuschauer hat uns das moderne Luxustheater noch nie vermittelt: , es war nicht mehr ein Schauobjekt, dem wir unsere Tellnahme schenkten — die Massen der Akteure und die Massen der Zu- 1 schauer waren ein Leib und eine Seele. Gewiß tat die Hofmannsthal sche Dichtung das ihrige, unserem differenzierteren Empfinden die Starrheit der antiken Schicksalstragödie näher zu bringen — in erster Linie aber war es doch die Loslösung vom Schematismus des modernen Theaterbaues, die Annäherung an das griechische Amphitheater, die Reinhardts Wagnis für uns zu einem hohen, mit innersten, gehobensten Gefühlen nutgefeierten Feste brachte Und die Frage ist brennend geworden, ob mit dieser Aufführung nicht bte Richtung gewiesen ist für die äußere Ge- jtallung aller großen Festspielaufsührungen, die dazu bienen sollen. bewegung noch nicht für abgeschlossen gehalten werden könne, dürfe sich eine Verwaltungsbehörde nicht in einseitiger Weise festlegen. Er tritt für den Ausschußantrag ein. Abg. Raab (Soz.) stimmt dem Abg. Noack darin zu, daß in seiner Partei Männer sind, die den Tarifen nicht mit der Freundlichkeit gegenüberstehen, wie die Anttagfteller. Der Ausschußaittrag wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. — Der Antrag der Abgg Ulrich u. Gen., die behördlichen Bekanntmachungen bett., geht dahin, die Großh. Regierung zu ersuchen, zwecks besserer Verbreitung aller behördlichen Bekanntmachungen sämtlichen Zentral- und Lokalbehörden aufzugeben, ihre zur Veröffentlichung bestimmten Bekanntmachungen allen im Kreise erscheinenden Zeitungen gleichzeitig zur Benutzung zu übersenden. Abg. Raab (Soz.) begründet den Anttag im Hinweis auf die bestehenden Mißstände im Kreisblätterwesen. Abg. Ulrich (Soz.) tritt ebenfalls mit Nachdruck für den Anttag ein. Weder Kreise noch Provinzen würden durch diese Maßnahme belastet. Der Ausschußantrag, den Antrag der Abgg. Ulrich u. Gen. für erledigt zu erllären, wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Zur Regierungsvorlage, dieHessifcheLandesausstel- luna und freie und angewandte Kunst 1908 bett, macht der Ministerialrat einige Ausführungen, die aus der Tribüne unverständlich bleiben. Der Ausschußantrag wird einstimmig angenommen. Zur Versicherung der Dienstboten gegen Krankheit liegt ein Antrag Dr. Frenay u Gen. vor; Großh. Regierung um Vorlage eines Gesetzentwurfes zu ersuchen, durch welchen die Versicherung der Dienstboten gegen Krankheit für das Großherzogtum einheitlich geregelt wird. Der Ausschußanttag, der auf die in Aussicht stehende reichsgesetzliche Regelung hinweist und darauf ausgeht, obigen Antrag für erledigt zu erllären, wird einstimmig angenommen. Der nächste Punll behandelt einen Anttag der Abgg. Ulrich u. Gen., den Bauarbeiterschutz bett. Er lautet: Großh. Regierung zu ersuchen, den Landständen alsbald einen Gesetzentwurf vorzulegen, der einen wirksamen Bauarbeiterschutz vor sieht und aus dem Baugewerbe Arbeiter als Baukontrolleure heranzieht. Minister des Innern v. Hombergk zu Vach bittet, den Antrag Ulrich vorläufig für erledigt zu erklären und verweist auf eine in den nächsten Wochen erscheinende Vorlage. Der Ausschußanttag, der vorstehenden Antrag für erledigt zu erllären bittet, wird angenommen. Zur Vorstellung des Zenttalverbandes der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands (Sitz Hamburg), die Einführung der Arbettslosenversicherung bett, macht Abg. Raab (Soz.) einige Ausführungen, die darin gipfeln, daß die Materie nch nur reichsgesetzlich regeln lasse. Der Ausschußanttag, die Regierung zu ersuchen, im Bundesrat dahin zu wirken, daß alsbald eine reichsgesetzliche Regelung der Arbeitslosenversicherung in die Wege geleitet wird, wird einstimmig angenommen. Nach der Frühstückspause wird unter dem Vorsitze des Vizepräsidenten Korell zunächst der Punll 9 a, die Vorstellung des Arbeiter-Radfahrer-Bundes, die Aufhebung der Fahrradsteuer und Abschaffung der dttlmmer platt en, b) die Vorstellung des Kartells deutscher und österreichischer Rad- und Motorsahrer-Verbande, e. V., Führung von Nummerplatten und Zahlung einer Stempelgebühr hierfür betreffend. Der Ausschuß beanttagt, die Vorstellungen für erledigt zu erklären. Abg. Raab (Soz.) tritt für die Anträge der Vorstellungen ein. Der Ausfall an Fahrradsteuer sei geringer als von dem Ausschußreferenten berechnet ist. Die Nummerplatten führten nur zu schikanösen Behandlungen, verfehlten aber sonst ihren Zweck. Die Steuerkontrolle könne auch, anders bewerkstelligt werden. Im übrigen ist der Redner für totale Abschaffung der Fahrrad- fteuer, die in unsere Zeit nicht passe. Im übrigen hätten verschiedene Nachbarstaaten die Platten bereits abgeschafft. Abg. Dr. Heiden reich (Ntl.) tritt für Beibehaltung der Nummerplatten ein im Interesse der Kontrollierung bei Rücksichtslosigkeiten der Herren Radfahrer. Was die Maßnahme der Nachbarstaaten betreffe, so wollten wir uns nach den im eigenen Lande gemachten Erfahrungen entscheiden. Der Ausschußantrag wird gegen die Stimmen der Sc^ial- demokraten angenommen. 'Der Anttag des Abg. Dr. Frenay bezweckt eine weitgehende Fürsorge für Wanderarme herbeizuführen. Minister des Innern v. Hombergk erllart, er könne dem Staate bei der gegenwärtigen Finanzlage nicht zumuten, die Lasten hierfür zu tragen. Die Verbände, die dies seither getan hätten, möchten auch weiter dafür sorgen. Abg. Raab (Soz.) legt auf das Eintreten des Staates größten Wert. Der Ausschußantrag wird angenommen, der dahin geht, einen möglichst engen Anschluß der Fürsorge für Wanderarme an die Arbeitsnachweis-Anstalten anzuftreben, die Erlangung von Wandern Volke wieder einen Begriff von der religiösen Weihe der dramatischen Kunst zu geben. Gegenüber diesem künstlerischen, Aussichten erschließetlden Ereignis konnte der kurz darauf in dem der Theateraicsstellung am Zoologischen Garten angegliederten Ausstellungsthea- t e r unternommene Versuch, den zweiten Teil der Oedipus- Tragödie, den „O e d i p u s aus K o l o n o s" unter möglichster Berbchaltung der althellenischen Tarsdellungstechnik aufMfuhven, nur Kuriositätswert besitzen. Ja, er muß sogar als verfehlt bezeichnet werden, weil hier die sllavische Nachahmung in der Verwertung der starren Masken und der ausschließlichen Verwendung männlicher Darsteller zu der Kleinheit dcs Theaterchrns in unnatürlichstem Gegensätze stand. Die Antike ist uns Kindern eines vonviegend technischen Zeitalters nicht mehr ein so selbstverständliches Besitztum, daß wir trockenen philosophischen Imitationen willig Ohr und Auge leihen könnten. Sie muß uns lebendig gemacht, birrf uns nicht als tote Formel vordoziert werden, wenn wir M khr wieder persönliche Beziehungen gewinnen wollen. Aus der Perspektive unserer Zeit muß uns das Ausstellungs-Theater die für einen historisckien Zyklus in Aussicht genommenen Werke zeigen, wenn es über schulmäßigen Anschauungsunterricht zu lebendigen künstlerischen Wlllllngen kommen will. Unsere sogenannte moderne Prohuttion beschert uns überdies selbst Werke genug, die den Herzhasten Zusammenhang mit den vielfachen Lebensäußerungen unserer Gegenwatt schmerzlich vermissen lassen. Man nehme etwa Ludwig Fuldas neues Schauspiel „Herr und Diener", dem das Deutsche Theater durck) eine seiner schwächeren Ausführungen zum Rampenlichte verhalf, ohne ihm ein Lebenslicht awzunden zu können. Nicht etwa, weil der Dichter die Handlung in ein mythisches Persien verlegte, sprechen wir seinem neuen Werke den packenden LebenS- wett ab. Vielmehr könnte gerade eine märchenlwft geheimnisvolle Vorzeit ein treffliches Spregelbild imserer Zeit abgeben. Und das von Fulda gewählte Problem des Verhältnisses zwisä-en einem Herrscher und seinem ersten, ihm überlegenen Diener ließe sich sogar mit bedeutungsvollen aktuellen Reizen anssdatten. Aber solcher Mul ziert den zarten Eklektiker nicht. Er verliert sich! in romantische Spielereien, treibt in dem großen Gegensätze der Herrscber- und der Dienernatur den fanden Keil geschleckstlicher Eifersüchtelei und gibt so dem zu Grunde liegenden spröden Wider- spruch der Eharallere einen Stich in. die ftanzösische Ehebruchs- derscheinen möglichst zu erleichtern und ferner die Uebemahme aller durch die Fürsorge für Wanderarme entstehenden Kosten auf den Staat in die Wege zu leiten. Es kommt nun die Vorstellung des Heinrich Paul I. Wwe^ aus Nonnenro^h, Kreis Gießen, Rentenbewilligung bett., zur Verhandlung. Der Ausschuß beantragt, die Unterstützung M getoabren. Ministerialrat Hölzinger bittet, die Sache für erledigt zu erklärens da eine Bewilligung eine Sturmflut von Gesuchen mit sich bringen wurde. Im übrigen befinde sich die Witwe im Besitze von 12 Morgen Land und einigem Vieh. Abg. Orb (Soz.) tritt für Bewilligung ein. Der Befitz von 12 Morgen Land befestige die Not nicht. Auch fei nicht fest-« gestellt, ob beim Tode ihres Mannes ein Unfall vorgelegen habe oder nicht,, da der Mcyin ohne ärztliches Unterfuchcn beerdigt worden sei. Abg. Reh (Freis.) beantragt, die Angelegenheit au den Ausschuß zurückzuverweisen. Abg. Orb (Soz.) hält bad nicht für nötig, da der Ausschuß sehr eingehend die Sache besprochen hat. Der Zurückverweisungsanttag wird abgelehnt. Abg. Molt Han (Zentt.) tritt für die Bewilligung ein, da von der betreffenden Bürgermeisterei die Notlage >er Frau bescheinigt worden sei. Gegen den Vorschlag vonseiten des Regierungsver- trtters, derartige Gesuche von vornherein abzulehnen, müsse er sich entschieden wenden. Man müsse jede Beschwerde hinreichend untersuchen. Abg. Best (Ntl.) stimmt dem zu. Nach weiterer kurzer Aussprache wird das Gesuch zur Berücksichtigung überwiesen. Ein Anttag des nicht anweferrden Abg. Bähr chetrifft das Verbot der Pflugschleifen auf öffentlichen Straßen. Der Ausschuß beantragt, Großh. Regierung anheimzustellen, künftig nur solchen von den Kreisen ausgehenden Pflugschleifenverboten die Genehmigung zu erteilen, in deren Bezirk sich die vorgeschlagenen Verbesserungen nicht bewahrt haben, im übrigen aber den Anttag des Abg. Bähr für erledigt zu erllären. Abg. Wolf (Bb.) spricht entschieden gegen den Ausschußanttag. Man solle sich vorher bei praktischen Landwirten Auskunft holen. Der Redner bittet, den Anttag des Abg. Bähr anzunehmen, Großh. Regierung zu ersuchen, 1. neuen Anträgen von Kreisen bezüglich zu erlasserrden Polizeivervrdnungen, bett, das Verbot des Fahrens von Pflugschleifen auf den Kreisfttaßen, die Bestätigung zu versagen; 2A darauf hinzuwirken, daß die bestehenden Polizeiverordnungen gleichen Betreffs aufgehoben werden, anzunehmen, im übrigen deit Anttag Bähr für erledigt zu erllären. Hierzu sprechen noch die Abgg. Erk (Bb.), S t ö p l e r (Ntl.), der für eine breitere, unbelastete Schleife eintritt, Eibach (Fottschrllll. Volkspattei), Senßfelder (Bb.), der behauptet, die Schleifen verbessetten die Straßen noch. S t ö p l e r (Ntl.), Wolf (Bb.), der sich gegen den Vorwun oerteibigt, er habe den Ausschußbericht nicht gelesen. Es spricht noch Abg. Stöpler (Nil.) als Berichterstatter; daraus toirä der Ausschußantrag mit Mehrheit abgelehnt, der Anttag Wolf gegen 4 Stimmen angenommen. Zu dem Anttag der Abga. Reh und Dr. Weber, zum Kapitel 53 des Hauptvoränjchlags für 1910, die Impfge - bühren bett., gibt Abg. Ulrich (Soy.) den neuen AusscKiß- an trag bekannt: die Regierung zu ersuchen, die Gehaltsverhäll-» nisse der Kreisärzte und Kreisassistenzärzte anderweit zu regeln, die Jmpfgebühren zur Staatskasse zu verernnahmen und eine bezügliche Vorlage noch mit dem Budget 1911 einzubringen. Gehrimerat Dr. Weber sühtt aus, daß die Regierung im Budget 1912 eine Neuregelung beabsichtige, und daher die Vorlage für 1911 unzweckmäßig sei. Abg. Reh (Freis.) ist dee Ansicht, daß die Regierung schon längst an eine Regelung der Frage hätte herantteten müssen. Sie habe aber bisher nicht die ernste Absicftü dazu gehabt, wie die Erfahrungen früherer Jahre beweisen. Auch ständen sich die Kreisärzte viel schlechter wie z. B. die Forstassiftenten. Der Redner erwähnt iwch, Paß zwei Herren aus dem Ministerium zusammen ungefähr 1500 Mark Jmpfgebühren beziehen (frört!) für die Prüfung der Lymphe. Er bittet, den neuen Aus schuß antrag anzunehmen. Dem wird stattgegeben. Der Anttag Ulrich und Genossen, bett, die Anstellung v-on Bezirksärzten und Uebersührung der Apotheken in Gemeinde- oder Staatseigentum, wird ohne Debatte nach dem Ausschußanttag für erledigt erklärt, ebenso die Vorstellung einer Anzahl von Oberlehrern um Regelung ihres Besoldungsdienstalters. Zur Beratung kommt dann noch der Anttag Dr. Pagenstecher, Dr. Schmitt und Genossen, die Gehalte der VolkS- schullehrer bett. Der Antrag verlangt die Mänderung des Gesetzes vom 28. Marz 1907 in der Weise, daß die städtischen Lehrerpensionäre nach Maßgabe ihrer Gehaltsbezüge auch eine Erhöhung ihres Ruhegehalts erhalten. Die Regierung hatte demgegenüber daraus hingewiesen, daß erst durch das Gesetz vom! 2. Januar 1901 eine Grenze für die Pensionsfähigkeit der Gehalte der Lehrer und Lehrerinnen in Städten mit Gehaltsregulativen komödie. Und dies just in dem Augenblick, wo die Herrschaft! dieses Genres endgültig bei uns zu Ende zu gehen scheint, wo, es sich selbst einer Wandlung von der unausgesetzten Wendung des entert und einzigen erotischen Motivs zu.einer „moralischerrn" Auffassung und Behandlung unterzieht. Leider zeigt dieser Wand- lungsprozeß gleichzeitig eine recht schmerzliche Begleiterscheinung: je moralischer die französischen Autoren werden, desto langweiliger «und witzloser werden sie. Das ist das gemeinsame Merkmal) der drei Schwänke „D e r verwundete Vogel" von Capus, „S t e r n e n h o ch z e i t" von Bissau imb Thurner, „T e r heilige Hain" von de Flers und de Caillavet, deren Bekanntschaft uns die Kammerspiele (ein böser Mißgriff!), das Neue Schauspielhaus (höchst überflüssiger Weise) und das Trianon-Theater (ganz int Sinne seiner Spezialität) vermittelten, über die sich aber sonst keine individuelle Bemerkung lohnt. In den letzten Wochen sind aber doch auch uns zum Tröste ein paar Hoffnungen ausgelaucht, deren weiteren Gaben man erwartungsvoll ent gegen sehen darf: Moritz Heimann mü seiner Komödie „Joachim von Brandt", die das Kleine Theater sehr respektabel aufführte, und Leo B i r i n s k i mit seinem russischen Revolutionsdrama „M o l o ch", dem die Darstellung des M'vdernen Theaters mehr zu einem äußeren als? zu einem innerlichem, nachhaltigen Erfolge verhalf. In der Heimannschen Komödie ist zwar das Kvmödienhaftc noch allzu! schiver mit psychologischem Ballast befrachtet, der zumal die Hauptfigur des .^Scharfen Junkers" so sehr bedrückt, daß sie kaum mehr eine Spur von Leben in sich ttätgit. Aber der Blick für das Komödienhafte in vornehmerer Stilisiertheit verleugnet sich ttotzdcm nirgends, und des Verfassers Talent zeigt sich von bedeutungsvoller Vielseitigkeit, indem es zugleick- kräftige 6tränte treffsicherer politischer Satire ausgießt. Von dieser Kunst des Lachens möch:te man dem jungen Russen Leo Biri ns ki einigt Partikelchen wünschen: sein „Moloch"-Drama sieht die Terroristen als solche gar zu sehr unter dem Gesichtspunkt des PolitiÜers^ weniger unter dem des Künstlers, und die kritische Gesamtbetrach^ hing über ihr Tun und Handeln erscheint nicht aus ihren Charakteren heraus entwickelt, sondern als vvrgesaßte Meinung. Abco neben bet bemerkenswerten Si-ckierheit be-5 technischen Aufbaues dünkt uns das F3ert um feiner typisch rufiif&en Weiensarß willen bet Beachtung ivert. y B gezogen warben fet Intb' StefcTSe auf 3600 Mar? Ur 5e1rrfct tinb auf 2650 Mark für Lehrerinnen festgesetzt wurde. Der Ausschuß beantragt mit Stimmengleichheit, dem Antrag keine Folge zu geben. Abg. Bach (Ntl.) wendet sich gegen den Ausschußantrag und legt die Berechtigung der Forderung des Antrags Pagenstecher näher dar. Es sei doch die natürliche Folge, daß mit dem erhöhten Gehalt auch die Pension steigen müsse. Der Redner ersucht das .Haus dringend, den Antrag Pagenstecher anzunehmen. Geheimerat Süffert, der Ches der Schulabteilung, weist dagegen auf die Negierungsantwort vom 15. Dez. v. I. hin, worin die Gründe für die ablehende Stellung der Regierung 3U dem Antrag enthalten sind. Man könne doch nicht schon wieder eine Gesetzesänderung vornehmen wollen. Nachdem Abg. Bach (Ntl.) nochmals seinen Standpunkt dem Regierungsvertreter gegenüber betonte, erklärte Abg. Brauer (Bb.), daß durch Annahme des Antrags die Landflucht der Lehrer durch die beabsichtigte Besserstellung der städtischen Lehrer bezüglich ihret Ruhegehalte noch mehr verstärken würde. . Er bitte daher den Antrag Pagenstecher abzulehnen. Bei der Abstimmung wird der Antrag gegen die Stimmen der Mbgg. Bach, Dr. Osann uni) der Sozialdemokraten abgelehnt und der Ausschußantrag angenommen. Die Sitzung wird daraus um Uhr abgebrochen. Die nächste Sitzung findet der Volkszählung wegen, erst am Freitag vormittag 10 Uhr statt. Das Reichsbefteuerungsgesetz im vuvgetausschuh. :: Berlin, 30. Nov. Der Bud getaus schuß des Reichstags trat heute zur Beratung des ihm vor der Sommervertagung überwiesenen Entwurfs eines Reichsbesteuerungsgesetzes zusammen. Es handelt sich hierbei um die Besteuerung der R ei ch S b e t r i e b e zugunsten der Gemeinden. Ter Ausschuß beschließt, zwei Lesungen abzuhalten und einen schriftlichen Bericht zu erstatten. In der allgemeinen Aussprache gehen die Ansichten über die theoretische Seite der Vorlage weit auseinander. Namentlich vom Zentrum wird der bundesstaatliche Charakter des Reichs gegenüber den Konservativen betont Die Steuerpslicht der Offi- tzierkasinos und der Kantinen wird von der Regierung ausdrücklich bestätigt, soweit sie nicht aus Reichskosten betrieben werden. Mit dieser Aenderung wird § 2 der Vorlage, wonach das Reich Freiheit von allen Staats- steuern mit Ausnahme der Abgaben von Malz und Bier genießt, einstimmig angenommen. Nach § 5 der Vorlage ist eine Gemeinde, welcher infolge eines in ihr oder in einer nahegelegenen Gemeinde aus Reichsmittcln unterhaltenen fabrikmäßigen oder sabri.- ähnlichenReichsbetriebes Ausgaben erwachsen, berechtigt, von dem Reiche einen Zuschuß zu ihren Ausgaben zu verlangen, sofern die in der Gemeinde wohnenden und in den Betrieben beschäftigten Arbeiter und sonstigen Angestellten mit einem Dienstein kommen von nicht mehr als 2000 Mark nebst ihren Haushaltungsangchörigen mehr als zehn vom Hundert der Zivilbevölkerung der Gemeinde ausmachen. Das Zentrum beantragt, die Einkommengrenze von 2000 Mark zu beseitigen und den Prozentsatz der in Reichs- betrieben beschäftigten Bevölkerung von 10 auf 2 Proz. herabzusetzen. Ein Antrag der Fortschrittspartei will die Bemessung des vom Reich hiernach an die Gemeinden zu zahlenoen Zuschusses ändern. Nach der Vorlage berechnet er sich aus 30 Proz., falls die Arbeiter usw. mehr als 10 bis einschließlich 20 vom Hundert der Zivilbevölkerung ausmachen, aus 50 Proz. bei 21 bis 40 vom iHundert der Zivilbevölkerung, aus 70 Proz. bei 41 bis 60 vom Hundert und auf 90 Proz. bei mehr als 60 vom jHundert der Zivllbevölkerung. Der Antrag der Fortschrittspartei will bei 2 bis 25 chom Hundert den Zuschuß auf 50 Proz. bemessen, bei 126 bis 50 vom Hundert auf 75 Proz. und bei mehr als 50 vom Hundert der Zivilbevölkerung auf volle 100 Proz. der Ausgaben. Bei der Begründung der Anträge wird speziell aus die Verhältnisse von Kiel hingewiejen, das, .falls die Fassung der Regierungsvorlage aufrechterhalten bleibe, wahrscheinlich von der Steuer des Reichs nichts erhalten würde, obwohl gerade für Kiel die Notwendigkeit einer Steuerpflicht des Reichs ganz besonders in Befracht komme. Von der Regierung wird erklärt, daß man Au den Abänderungsanträgen noch lerne Stellung nehmen tönne, jedoch schon in der nächsten Sitzung die erforder- lichen Berechnungen vorlegen werde. Ein zu weites Herabgehen des Prozentsatzes gefährde das Zustande- ckommen des Gesetzes. Die Konservativen stellen den !Vermittelungsantrag: 5 Proz. (statt 10 und 2 Proz). ^Donnerstag Wetterberatung. Die Reichrversicherungrordnung. :: Berlin, 30. Nov. Der Reichsversicherungsausschuß führte heute die Be- rakung der Invaliden- und Hinterbliebenen- versrcherung fort Durch Aenderung des § 1308 wurde dem Gesichtspunkte Rechnung getragen, daß derReichszuschuß unter allen Umständen von der Anrechnung der rcrchsgesetz- lichen Hinterbliebenenversicherung aus die kn appsch östlichen Leistungen freibleiben soll, d. h. es soll im ganzen mindestens der Reichszuschuß mehr gezahlt werden als die i> wellige knappschaftliche Hinterb.llbrnenunlerstützung betragen würde, falls der Verstorbene reichsgejetzliche Ansprüche für seine Hinterbliebenen nicht erworben oder sie wieder verloren haben würde. Nach § 15 können Pionen die in einer B e t r i e b s s i l i a l e beschäftigt finb, bei der Versicherungsanstalt des Betriebssitzes, auch wenn es eine andere als die eigentlich zuständige Anstalt ist, versichert werden. Die in erster Lesung gestrichene Bestimmung der Vorlage, daß Mitglieder einer Betriebskrankentasse auf Antrag des Arbeitgebers dort versichert werden muffen, wurde wieder hergestellt B-kanntftch m^ß hernach bei der Beratung der Kranlenversicherung die in erster Lesung entstandene Lücke in bezug aus die Weiterexistenz der Betriebskrankenkassen noch erst ausgesüllt werden. Von konservativer Seite wird zum § 1341 beantragt, daß, soweit der Voranschlag für H e i l v e r s a h r e n oder Jnvaltdenhauspjlege sieben vom Hundert der Beitragseinnahmen überschreitet, die Ueberschrettung der Genehmigung des Reichsversicherungsam.es b-dars. D e Annahme dieser Bestimmung toiri) von der R.gllrung dring.no empfohlen, well die Gefahr bestehe, daß einzelne Ver.rche- rungsanstalten in den Aufwendungen für das Heilver.ahren zuweit gehen; sogar bis zu 25 Proz. der Bettragseinnahmen Der Vertreter der Fortschrittspartei spricht sich mit aller Entschiedenheit gegen die Einschränkung der B.sug msse der Jnvalidenanstalten aus, da diese Aufwendungen doch lediglich im Interesse der Versicherten eriolgten. Ebenso wird die 'Bestimmung von sozialdemokratischer Sette bekämpft, während Zentrum, Reichs- Partei und Nationalliberale dem konservativen Antrag beitreten. 'Me Volkspartei stellt den Unterantrag, daß die Genehmigung nur versagt werden dars, wenn die sinanzi lle Sicherheit der Versicherungsanstalt gefährdet wird. Ein nationalliberales Mitglied beantragt: „D-as Reichsversickerungs- amt hat dabei "die Leistungsfähigkeit der Versicherungsanstalt zu berücksichtigen." Tiefer nationalliberale Antrag wird angenommen und mit diesem Zusatz der Antrag der Konservativen. Weiterberatung Donnerstag. Hauptversammlung der Deutschen ttolonialgesellschast. ^.Elberfeld, 30. Nov. Unter dem Vorsitz des Herzogs-Regenten von Braunschweig, Johann Albrecht zu Mecklenburg, trat heute hier die Deutsche Kolonialgesellschaft zu ihrer diesiährigen Hauptversammlung zusammen, nachdem gestern abend eine Begrüßungsfeier in den Sälen des Rathauses die Tagung eingeleitet hatte. Aus allen Teilen des Reiches und von allen Ortsvereinen sind Delegierte erschienen, darunter eine große Anzahl von Vertretern des Relchs- kolonialamts, der Marineoerwaltung und des kolonialen Frauenbundes. Zur Verhandlung steht u. a. die Frage der Ausweisung von Reichsange hörigen aus den deutschen Kolonien; ferner die Frage der Beschaffung von Gouvernementsdampfern in Deutsch-Guinea; ferner liegt ein Antrag vor auf Errichtung einer Zentralstelle für Wasserwirtschaft, die alle Nachrichten über die von den verschiedenen Kolonialstaaten auf wasserwirtschaftlichem Gebiet gemachten Anlagen und Erfahrungen sammeln soll. Weiterhin wird sich die Kolonialgesellschaft mit der von der Reichsregieruug geplanten Errichtung eines obersten ft o - lonial-undKonsulargerichtshofesim Deutschen Reich beschäftigen, und endlich sollen u. a. noch Anträge beraten werden, in denen die Förderung und Erleichterung der Auswanderung fn die deutschen Kolonien verlangt wird. Der Vorsitzende HerzogJohannAlbrechtvonMeck- l e n b u r g eröffnete die Verhandlungen mit einer Ansprache, in der er it a. sagte: Das letzte Jahr ist leidckc nicht vorübergegangen, ohne daß wir schmerzliche Verluste zu beklagen hätten. Dr. Schröder-Boggelow, unser langjähriges Ausschußmitglied, gehörte als Mitglied unserer Gesellschaft dieser seit der Begründung an und unterstützte alle Bestrebungen auf kolonialem Gebiete mit schaffens freudiger Begeisterung. Mit Direktor Meyer Delius ist weiter ein Mann aus dem geben geschieden, der das volle Gewicht seines Lesenswertes zu Gunsten oer deutschen Kolonien in die Wagschale warf zu einer Zeit, da noch viele an eine solche Ausdehnung des überseeischen Deutschland nicht glauben wollten, als ein Mann, der sich um die Deutschwerdung Deutsch-Samoas große Verdienste erworbm hat. Ferner beklagen wir das Ableben Seiner Exzellenz des Staatsministers v. Hofmann, der sich mit Hingebung in den Dienst der kolonialen Sache und der Deutschen Kolonialgesellschaft gestellt hatte, in welcher er lange Jahre mit bewährter Schaffenskraft und erprobter Pflichttreue die Stellung eines stellvertretenden Präsidenten einnahm. Still und verschlossen nach außen hin schreitet die Entwicklung unserer Kolonien weiter vor. Sie befindet sich in einem Zustande, wie wir es ihnen nur wünschen können. Aber gerade diese Art erweckt vielfach in Kreisen, die unseren Bestrebungen fernstehen, die Ansicht, als sei ein Still- tand in der Entwicklung unserer Kolonien eingetreten. An uns, der Deutschen Kolonialgesellschaft, ist es, derartigen Anschauungen entgegenjutreten. Bei unserer letzten Zusammenkunft in Dresden wurde die Notwendigkeit erkannt, die Bureauräume in einem eigenen Hause unterzubringen. Infolge der unermüdlichen Tätigkeit unseres stellvertretenden Vorsitzenden Kontreadmirals Strauch gelang es, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu begründen, und so erhebt sich in Berlin stolz das Gebäude der Deutschen Kolonialgesellschaft. (Lebh. Beifsall.) Bei den nunmehr folgenden Wahlen wurden als Ausschußmitglieder neu bezw. wiedergewählt Direktor Bornhaupt, Oberstabsarzt Kuhn, Lange und Dr. Schulte im Hofe. Der Kolonialschule in Witzenhausen wurde wieder ein jährlicher Zuschuß von 3000 Mark bewilligt. Außerdem wurde ein Betrag zur Beschickung von kolonialen Ausstellungen int In- und Auslande ausgeworfen. Bei der Besprechung der Bewilligung für die Kolonial- ' chule wurde auf die bedeutenden Erfolge der Schule in bezug auf )ie praktische Ausbildung von Kolonisten hingewiesen. Das Archiv ür wissenschaftliche Forschungshygiene erhielt 750 Mark. Dem Besiedlungsfonds für Deutsch-Ostafrika flössen 20 000 Mark zu. Für die zum Teü in Südkamerun tätige Forschungsexpedition von Dr. Mitsbriad und Dr. Schulze bewilligte die Versammlung ebenfalls 20 000 Mark. Dm Institut für ärztliche Mission in Tübingen wurden 1000 Mark bewilligt, Dr. Meyer (München) ür eine neue Forschungsreise nach der Insel Chantung 1500 Mark. Nach der Mittagspause wurden interne Angelegenheiten der Gesellsck-aft behandelt. — Abends fand eine glanzvolle Festaufführung im Stadttheater statt, an der auch der Herzog und fast sämtliche auswättige Gäste tellnahmen. — Morgen werden die Beratungen fottgesetzt. Aus Stadt und Land. Gieren, 1. Dezember 1910. • * Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat dem Zfarrverwalter Rudolf Goethe zu Wörrstadt die evang. 3|ärr|tcUe daselbst übertragen und den evang. Pfarrer Wilh. peyl zu Neichzlshenn (Dek. Erbach) auf sein 9iachsnchen, bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, in den Ruhestand versetzt. • * Erledigte Lehrerstellen. Zwei Schulstellen zu Bretzenheim, von denen eine mit einem kath. Lehrer, die andere mit einer evang. Lehrerin besetzt werden soll. Zwei Schulstellen zu Kostheim sur einen kath. Lehrer und eine kath. Lehrerin. * * S teueramtsp erson a lien. Der Großherzog hat den Revisionskontrolleur bei dem Hauptsteueramt Rlainz Joh. Phil. Hellwig zu Mainz zum Revisionsinspektor bei dem Hauptsteueramt Darmstadt ernannt. • • Saurat. Der Großherzog hat dem Banaffestor Baninspektor Karl Krauß zu Darmstadt den Charakter als »Baurat^ verliehen. ♦* Unfallverhütungsvorschriften für Landwir t e. Vom Vorstand der land- und forstw. Berufs- genosseuschaft für Hes,en wird uns geschrieben: Es ist den Landwirten dringend anzuraten, die Unfallverhütungsvor- christen zu befolgen und dafür zu sorgen, daß auch ihre Arbeiter darnach handeln. Hierdurch kann ein erheblicher Teil der Unfälle vermieden werden, während sonst bedauerlicherweise Arbeitst.räfte und Vermögenswerte verloren werden und die Beiträge zur Unial^versicherung steigen. Der Betriebsunternehmer muß einen Umali spätestens am drittjolgenden Tage bei der Ortspoftzeibehörde anmelden. Man unterschätze die Verletzungen nicht, fei niemals nachlässig in ihrer Behandlung, sondern sorge von Anfang an für das beste Heilver,ahren. Man reinige sorg- ällig auch die kleinste Wunde und bedecke sie dann mit Hest- Pslafter oder einem reinen Verbände. Man ziehe baldigst einen Arzt zu Rate; bei Augenverletzungen empfiehlt es ich stets, einen Augenarzt möglichst schon innerhalb 2 4 Stunden nach dem Unfälle aufzusuchen. Dem Arzt teile man sogleich eingehend den die Verletzung verur,achen- den Vorgang mit Der Verletzte oder fein Betriebsunternehmer muj,en sich, wenn sie derartige Ausgaben für ein Heilverfahren nicht machen können oder wollen, möglichst frühzeitig an die Bürgermeisterei wenden, damit diese die Hilfe der Berufsgenossenschaft vermittelt. Dem Ver^ letzten ist anzuraten, wenn die Berufsgenossenschaft ihm nach Benehmen mit dem behandelnden Arzt freie Kur und Verpflegung ht einem Krankenhaufe gewähren will, dieser Anordnung nachzukommen. Ecfahrungs^em. ß h ilen manche Verletzungen bei geeigneter Behandlung in einer prattifck eingerichteten Krankenanstalt unter fpezialarztlicher Leitung rascher und besier als das im allgemeinen sonst bei den häuslichen Verhältnissen auf dem Lande nua ich ist, zumal wenn der behandelnde Arzt weit entfernt wohnt. Die durch die Krankenhausbehandlung früher wiedererlangte und bessere Arbeitskraft wird den Verletzten für etwaige ihm durch die vorüberg.-hende Abwefrnheit von seinem Betriebe entstehenden Nachteile entschädigen. Der Ausenthalt in d.r Anstalt wird nämlich auf die zur Herbeiführung ci.ies gün. fügen Heilerfolges unbedingt notwendige Zett beschrankt. *♦ Reiseerinnerungen vorn Sinai. Im großen Hörsaal der Universität berichtete gestern Privatdozent Sic. ©laut im ersten der „akademischen Vorträge" über seine „Reise, erinerungen vom Sina i". Dieses Gebirg wurde von dem Vortragenden, der sich ungefähr 70 Tage aufhielt, nach den verschiedensten Richtungen erforscht. Es liegt im Süden der Sinaitischen Halbinsel, ist wild und felsig, von vielen engen, meist wasserlosen Tälern durchschnitten und besteht der Haupts mässe nach aus Urgestein, besonders Granit, dessen massige Quader- selsen fast senkrechte, natürliche Mauern bilden. Der Aus- und 91b, iej ist sehr 5cii.aabe.1b und mitunter gefährlich. Auf dem heutigen Dschebel Musa empfing Moies der Sage nach das Gesetz, In einer Talschlucht am Fuße dieses Berges liegt das Sinai» Hofier, ein festungsähnliches Gebäude, allenthalben mit Schieß, scharten versehen. Rings herum zieht sich der Klostergarten, den die Mönche mit ungemeiner Ausdauer dem Gestein abgerungen und stusenartig angelegt haben. Angeblich wurde das ftlotfa von dem oströmischen Kaiser Justinian im Jahre 527 gegründet. Die Mönche sind wegen ihrer Enthaltsamkeit sprichwörtlich geworden und Bädeker rühmt von iljnen, daß sie kein Fleisch , genießen und keinen Wein trinken. Doch ist dies nur bedingungZ, weise richtig, so lange sie nämlich in ihren Klostermauern rociien, f außerhalb davon sah der Vortragende, wie sie das am Spieß i gebratene Hirschfleisch aßen und geistige Getränke tranken. Ihr Streben geht daraus hinaus, sich ein kleines Kapital zu sparen, um bann dem Kloster Lebewohl zu sagen und irgendwo vielleicht eine Schenke zu errichten. Vom Kloster aus führt em beschwerlicher 1 Weg an der Eliaskapelle vorbei auf die Höhe des Berges. Dott erblickt man neben der griechischen Kapelle eine kleine hochverehrte Mo.chee. Hier soll Moses gestanden haben, als die Herrlichkeit des Herrn vorbeiging. Sehr interessant schllderte der Vortragende die in der Nähe des Katharinenklosters und auf der Spitze des Berges zur Zeit feines Aufenthaltes von den Beduinen veranstalteten Opserseierlichkeiten, wobei es nicht an entsprechenden Volksbelustigungen fehlte. So begann der erste Tag mit einem - Wettlaufe, bei dem Der Araber mit meisterhafter Gewandtheit sein Pferd dirigierte. Es wird dabei auf den ersten Blick klar, ' welch unbezwingliche Feinde eine solche durch ihre Religion fana- tifierte Retterschar bedeutet. Die Volksmenge wurde an dem Tage von dem Kloster reichlich mit Brot beschenkt. Am folgenden • Tage fand das Kamelschlachten statt, doch nicht eher, als bis der ausführende mohamedanische Priester, ähnlich wie die Derwische, sich durch allerlei tanzende Bewegungen in (Sjtaie versetzt hatte. In diesem Zustande steht er nach Ansicht des Mohamedaners der . Gottheit näher und erteilt nun die nötigen Befehle und ,93er- f Haltungsmaßregeln. Das Blut der drei geschlachteten Kamele . wurde von Kindern und Frauen in Blechbüchsen aufgefangen f und als Reliquie mitgenommen, das Fleisch wird gebraten uni) J verzehrt. Die von der zahlreichen Zuhörerschaft mit Beifall r aufgenommenen Schilderungen wurden von dem Vottragendev ’ durch Lichtbilder illustrier^ ..................... I................. ..............I.....■HIHI Bl I III iE Größere Geichüsts-Anzeigen für die SamStagSauSgabe beliebe man schon am Freitag - vormittag zu bestellen. Nur bann ist eS möglich, der Satz, ausstattung der Anzeigen diejenige Sorgfalt angedeihen zq lassen, die zu einer guten Wirkung erforderlich ift ' T Kreis Alsfeld. X Alsfeld, 30. 9!ov. Bei der am Dienstag vorgenommenen Erganzungswahl eines KreistagSmitgliedeS wurde im 1. Wahlbezirk Bürgermeister Dr. Vülsing ein* . stimmig auf die Dauer von 6 Jahren gewählt. § Aus dem Kreise Alsfeld, 30. Nov. Unter beit Neubauten in den Ortschaften ragen die neuen Schulhäuser besonders hervor. Ihr äußerer Aufbau, ihre . innere Ausführung stempeln sie Mustergebäuden. Alles Prunkhafte ist bei ihnen vermieoen worden, da für ihren Baumeister, den Bauinspektor Fischer, die Sparsamkett int Interesse der Gemeinden als erster Punkt in Betracht gezogen wurde. Unter den neuen Schulgebäuden nimmt das zu S10 r n d 0 r f die erste Stelle ein. Hierbei mußte die Hauptfront der Beleuchtung der Schulsäle wegen, dem Dorfe abgekehrt und die Rücksette ihm zugewandt werden. Die Anlegung dieser Rückseite auf einer Anyöhe in Rondellform ist geradezu ein Meisterstück moderner Baukunst. Aber auch die Schuthäuser zu Elpenrod, Hainbach und Ilsdorf sind nicht weniger Wahrzeichen ihrer Gemein- benf Die innere Einrichtung dieser Gebäude steht bei aller Einfachheit in Sttt und Zweckmäßigkett im Einklang der Zettforderung. Auch der Umbau alter Schulwohnhäuser wie der zu Ermenrod verdient das gleiche Lob. Es ift nur zu wünschen, daß nunmehr die Gemeinden, in denen noch gesetzwidrige Schulhäuser übel Zeugnis reden, zum Heil chrer Schuljugend Nachfolgen. X Ermenrod, 30. Nov. Die Kreis-Wander- Hau s h a 1 tu n g s s ch u 1 e beschließt am Donnerstag der nächsten Woche ihren hiesigen Kursus. Von hier aus kommt sie aber nicht in den Schwa Im gründ, da es dort zurzett an einem geeigneten Lokal mangelt, sondern nach Ruppertenrod. Dort haben sich 22 Teilnehmerinnen und drei von Wettsaajen gemeldet. Von Ruppertenrod aus geht die Haushaltungsschule nach Nieder-Gemünden, Kestrich, Groß-Felda u. a. Orten, deren Reihenfolge noch nicht fejtsteht. In vielen Gemeinden stand man anfangs der tzaushattungsschule skeptisch gegenüber, jetzt aber lernt man ihre soziale Bedeutung schätzen., Kreis Friedberg. -m. Friedberg, 30. 9tov. Zu dem neu zu erbauenden Bahnhof sind sämtliche Arbeiten so weil vergeben, und vorausfichttich wird der Neubau anfang Januar in Angriff genommen. Der neue Bahnhof kommt eiroa 600 m nach Süden zu liegen. Die Auffüllung erfordert etwa eine Million Kubiuneter Erde. Die Bauleitung hat zn diesem Zweck einige erhöht liegende Aecker angetaust, um sie gleich zu legen und das hcerdurch gewonnene Erdretch zum Bahnbau zu verwenden. Der Preis beträgt 90 Pfg- für den Quadratmeter und nach, erfolgtem Abbau erhalten littocnb. «»iachl- 1U0 Üfonb \ bmui-SdjUMP ' 89 46 86 ‘JJiäBirt genahne junge und gut ge- . 40—48 80—83 41 81 82—87 47 84 78-80 41 76 39 78 56 71 . 64-66 70—72 56 Lebendgewicht Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe». v «ett« Diiebevicblag: — 0,0 mm. tauchen immer 72 69 New. Himmel Stieb. Himmel Beiv. Hunmel 69 67 S 10 8 36 81 63 47 99 88 79 a 3 Nov. Dez. ItilO Einkauf. Man bestehe darauf, die echte ScottS Emulsion mit unserer bekannter: Fischerschutz« marke zu erhalten und laste sich keine Nach« ahmungen aufrcdent wieder auf. Es hieße aber am verkehrten Ende sparen, wenn man anstelle des altbewährten OriginalprS- parateS solche Nachahmungen kaufen wollte, denn nur der Erfolg entscheidet, und diesen hat die echte ScottS Emulsion auf- zuwcisen. Darum Vorsicht beim 'Hellere außgemäl'iete Mülje und wenig gut entividelie pingereKüye ll Färsen 34—37 63—71 Matzig flcnaLjtie Kuije nnb Färsen . . 30—83 66— 68 Höchste Temperatur am Stieb vigite , , aewrchc 60 i 2? sß Nur die echte Kratts Emulsion, Keine Nachahmung! Der Weltruf von Stotts Lmulsio» bürgt fsir die Güte des Präparates, und die mit ihm erzielten Erfolge sind unbestritten. Billigere, vielfach minderwertige Nachahmungen von ScottS Emulsion hat es von jeher gegeben uub neue nährte allere o <Ü tl e n, Rübe. ausver kaust, ©diroeme langsam geräumt. Limburg a. d. Lahn, 3o. 91od. Fruchtmarkt. Durch- chnnlsprels pro 9)ialtev. Roter Weizen (nanauildjer) 16,3d UIL, rueiüer Weizen (angebaute Fremdiorle) 15,80 Ulf., Rom 11,UO Alt., 05et|ie: ftuttergerfte 9,u0 1DIL, iöcaugerfte 11,26 Ult, Haier UtL 7,20 Erbsen 0,00 'Ulf., Rartossein 6,60-6,60 'Ult z« Ulitilere 'Utast- und gute Saugkälber . 51—bö 86—93 Geringere Saugkälber . . .... 46—60 76—83 o d) a 'e. Dfosllärnrnet u. jüngere Masthammel 39—00 78—00 Schweine. Vollfleischtge edjiveute bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 64—66 70—72 BoUsietschige Schweine über 2 Zentner Halber. Feinste Mast- (BoUnulchmast) und beste Saugkälber 66—63 93—106 59 29. bis 80. 29. , 30. SJ> Ochsen. flc.uitüi Sonflefitiine, auSflemäftde, höchsten ed)lad)tiuerte-3, höchstens 6 Fahre alt 49—62 88—90 Zunge, sieischige, nicht ausgemaiiete und altere ausgemäsiete 44—48 86—87 tiie Bescher ttjr Gelände wieder zurück. Der Badnvau soll 7 Millionen Mark kosten. Die Bauzeit ist aus 6 Jahre vorgesehen. L. Bad-Nauheim, 30. Nov. Die längst geplante neue Einfassung unserer Sprudel ist jetzt in Angriff genommen. Seit gestern ist man mit der Abräumung bet vorläufigen Sprudeleinsassungcn durch die Bausirma Mörschel beschäftigt. Die neueren Umfassungen werden in Sand-, bezw. Kalksteinen ausgeführt, den sie umgebenden Gebäuden angepaßt und künstlerisch ausgeführt werden. Bon der zu den Sprudeln führenden Freitreppe aus werden sie sich als ein monumentales Kun,ttoerk ausnehmen. — Die voriges Jahr auf der Südseite der großen Allee angelegten Rasenflächen, die die allgemeine Bewunderung erregten, werden eben vom Beneke-Denkmal durch die ganze Parkallee durchgesührt und ein stimmungsvolles Bild als Abschluß des Parks zur Parkstraße bilden. 9hn echt mit dieser Marte—dem Fi Ich« — dem ©arantie* «eichen deS Scott» jchea Dcrjahrcaüt j (EindcfaiiOte cFür Form und Inhalt aller unter öieier Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Rodheim a. d. Bieber. Es ift in den letzten Jahren viel zur Ulobevitifierung unseres Ortes getan worben. Aber einen ctrid) durch die ganze Jied)iumg macht der neue B ü r g e r st e» g. l^r gleicht nämlich formlid) einem Schlammbab. Bei nafietn Wetter ilt es lebensgetaljiiid), ihn zu passieren, und man ist genötigt, seine Zuflucht zu der Fahriiraße zu nehmen, wenn man nidjt im Dred Heden bleiben ober auöiutjdjen und bas Genick bredjen will. Hoffentlich tragen diese Zeilen dazu bei, bag diesem Uebel- Üanbe noch vor Etniritt des Winters abgehoben wirb. Ein Anwohner. * Monatelang befindet sich nun die Verkehrsstraße von Gießen nach Wißmar in einem Zustande, der jeder Beschreibung spottet. Die Straße ist schon im Sommer ausgebrochen L U w Uircylicye Uad?rid?uiu Lvcmgeiische (oeiiiemoe. Donnerstag den 1. Dezember, abends 8 Uhr, tm MatthäuSsaali Bibel stunde. (Silber aus bet Apostelgeschidfle.) Pfarrer I). Schlosser. Israelitische ReUgionsgcmdnöe. H5ottesoumi m oer Si)»agoge (S>üd-Anlage^ Samstag den 3. Dezember 1910; Vorabend: 4.30 Uhr. Morgens: 0.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. SchrifterULriMg. Sabbatausgang: 6.20 Uhr. Ssraeiilifche ueugimtsgesellschast. Z SotterLienst. Sabdatieier am 3. Dezember 1910: Freitag abend 4.00 Uhr. Samstag morgen 8.30 Uhr. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat-AuSgang 5.15 Uhr. Wochengoltesbienst: DlorgenS 6.45 Uhr, abends 7.00 Uhr. Fleijd)ige Schweine 63—64 69—70 53 Ueoerstand: Rinder Ueberstand gering, Kälber, und Schaft hessische Vereinigung für Volkkunde. — Gießen, 30. November. Die Hauptversammlung der Bereinigung fand am 30. November im Lass Ebel zu Gießen statt. Der Vorsitzende Pfarrer S ch u 1 t e - Großen-Lindcn erstattete den Jahresbericht. Dieser zeigte, daß das Heimatgefühl stark gewachsen ist, wurden poch Heimatpflegevereine im Streife Gießen und Büdingen ins Leben gerufen. In den Lokalblättern liest man letzt ojt Ortsgefchichten und geschichtliche Anekdoten, die Vereine verfassen bei Festlich- ,feiten eine Geschichte des Ortes. Einzelne gemeinnützige Vereine z. B. Vogelsberger Höhenklub u. a. — wachsen beträchtlich an. In Rheinhessen denkt man an die Sammlung der Volkslieder. In Oberhessen helfen weit über 100 Personen Flurnamen sammeln. Die Mitgliederzahl der Vereinigung für Volkskunde steht zwischen 1050 und 1100. Die Volkstunde hat mehr wissenschaftlichen Charakter. Die Hetmatpflege kann aus der Volkskunde aufbauen. Beide Vereine sollen sich zusammenfinden. Die von Prof. Dr. Strack ins Leben gerufene Zeitjchriitenschau nimmt die Finanz- Träjte sehr in Anspruch. Der in Aussicht gestellte Zuschuß des deutschen Verbandes tonnte noch nicht ausgezahlt werden, da der im Oktober geplante Deutsche Verbandstag nicht zustande tarn, aber Prof. Dr. £)elm saird Vereine und Gönner, die den Verein unterstützten. Die Flurnamensammlung hat einen erfreulichen Anfang genommen: sie ist die zweite Sammlung der Vereinigung für Volkskunde. Die erste Sammlung umfaßt Kinderspiele, Kinderlieber und -Reime. Die für später geplante A. Sammlung wird die Volkslieder enthalten. Aus der Redaktion der Volksschrtftenschau schied Dr. S)eubüig aus und Prof. Dr. Helm führt sie allein weiter. Beiden spricht Pfarrer Schulte Dank aus. Für den bevorstehenden Winter find geplant: im Januar zwei Lichtbildervortrage des Geh. Baurats Walbe-Darmstadt über „Dorfkirchen in Oberhessen" und im Februar eine gemeinsame Tagung mit dem Verein für Heimatpslege, hierbei soll „Der ländliche Friedhof in Oberhefsen" zur Verhandlung stehen. Die Jahresrechnung umfaßt in Einnahme und Ausgabe rund 4000 Mk. Die Zeitschrift kostete nebst anderen Drucksachen 2200 Mk., von Staat, Provinz, Vereinen usw. erhielt die Kasse 1280 Mk. hierauf begann Pfarrer Schulte den Bericht über Flurnamensammlung. Den verstorbenen Vorarbeitern in dieser Sache, Pfarrer Hotz-Schlitz und Hofrat Kosler widmet er einen warmen Nachruf, worauf sich die Versammlung von den Sitzen erhebt. Das Material der beiden ist für die Sammelarbeit eine treffliche Hilfe. Für die 433 Gemarkungen in Oberhessen haben sich für 288, also für 2/s, Sammler gefunden, z. B. Aerzte, Pfarrer, Lehrer, Bürgermeister usw., zusammen 150 Personen. Den Kreis Lauterbach hat Pfarrer Zinn-Herbstein ganz übernommen, Kammerdirektor Müller die Gegend von Büdingen, Lehrer Staubach Hungen, Dr. Lindenstruth das Buseckertal. Professor Dr. Alles veranlaßte eine Anzahl Seminariften zur Mithilfe. Für 150 Gemarkungen fehlen noch Sammler, z. B. Lollar, Wieseck, Staufenberg, Holzheim, lieber den Stand der Sammlung in Starkenburg erstattet Staatsarchivar Dr. Dietrich-Darmstadt Bericht. In Starkenburg ist noch nicht so viel getan wie in Oberhessen, es haben sich nur etwa 40 Herren gemeldet. Der Berichterftatter für Rheinhessen, Professor Dr. Reis- Mainz, teilt mit, daß in Rhein Hessen 20 Herren zur Mithilfe gewonnen seien. In Bearbeitung sind im Kreise Mainz von 23 Gemeinden 12, im Kreis Alzey von 49 ---- 13, Kreis Bingen von 26 «=- 20, Oppenheim von 45 -- 15, Worms nur 4. .Fertiggestellt sind Ockenheim, Laubenheim, Dalheim und Abenheim. nÖÖ Gemarkungen bleiben übrig, 64 sind in Bearbeitung. Nach Mehreren Anfragen des Pfarrers Nebel-Laubach wurde beschlossen, in der Zeitschrift weitere Erläuterungen zu geben. Zu Der Sckireibweise der dialektischen Namen sprachen Prof. Dr. Alles und Geheimrat Pros. Dr. B e h a g h e 1. Pfarrer Schulte bittet die Sammler, auch Bäche, Straßen, Teiche und Orte ein- »uzeichnen. Die Flurnamensammlung soll bis Derbst 1911 oder Anfang 1912 dem Ausschuß vorgelegt werden. Uäer „Geheimsprachen im Vogelsberg" sprach tfSbann Lehrer Weber- Reuters. Die Zusammenstellungen des Redners zeugen von viel Fleiß und Arbeit, sowie von einem warmen Aerzen für das Volk und viel Verständnis für seine Sitten und Gebräuche. Er behandelte die Musikantensprache, die in dem Orte Lingelbach bei Alsfeld in Blüte steht tunb b.v Maurersprache, die er in Storndorf und Köddingen belauschte. Er wies auf das Judendeutsch und die Sprache der Viehhäirdler hin. Die Musikanten von Lingelbach haben sich int Laufe der Zeit eine eigene Sprache gebildet, die hebräische, französische und englische Ausdrücke enthält, vieles ist auch dem Rotwelsch oder der Gaunersprache entnommen, auch manch veralteter Dialektteil ist zu finden. Die Heimat der Maurersprache (Mararer) ist das obere Schwalmtal. ,23on hier zogen die Maurer nach allen Teilen des Vogelsbergs. In dem Wortschatz spielen Lebensund Arbeitsweise, Kost und Wohnung, Abenteuerlust und Betteln eine große Rolle. Viele Namen hibt es für Speise, Getränke und Kleidungsstücke. Die Geheimfprachen sind eine eigentümliche Erscheinung der Volkskunde, sie gehörnt zum deutschen Volkstum. Dem Redner, der ja bereits als eifriger Volksliedersammler bekannt ist, wurde lebhafter Beifall zutell und eine anregende Aussprache schloß sich an seine Ausführungen. Kriegsgericht. th. (ließen, 30. November. Gestern verhandelte das Kriegsgericht der 25. Division wegen kreier Anklagen in der alten Kaserne am ^andgral-PhUivp-Platz. Der Gerichtshof beftand aus Uiajot Hoos als Vorsitzenden, Kriegsgerichtsrat Koch als Verhandttmg^lener, dem Hauptmann Schröder und den beiden Oberleutnants von Boeltzig und Ftrmentch -als Beisitzer. Die Anklagen vertrat sämtlich Krtegsgertditsrat ßbenauer. Ter Musketier G. I. von der 10. Komp, des 116. Fnf.- Reg., em Eljässer, der als uuftaierec Heerespflichtiger Ende vorigen JahreS eingestellt war, wurde der ausbrücklicheti Gehorsams- verwelgerung und der Achtungsverletznng vor uevfammeliet Ulann- fd)ait beschuldigt und angeklagt, em offenbar beschräntter Mensch, verstand während der Verhandlurig häufig nid)t, um was es fich eigentlich handelte. Die Beweisauinahme stellte fest, daß eines AttttagS um ll/4 Uhr ein Sergennt 9 Mann und den Gelreiteti B. zum Kammerdienst der neuen Kaserne besohlen, darunter, wie der Angetlagte behauptet, auch ihn. I. erhielt von dem Gefrcuen den Beiehl, tn der neuen Kaserne zu verbleiben, erklärte aoer, ergehe »n die Zeughaustajerne. Au^ den Beiehl, er solle oben bleiben, erwiderte Fung. Du hast mir nichts zu sagen, id) gehe dock; in die Zenghauskaserne, Tu beuf|t wohl, iueil Tu einen Knopi am Kragen hast. Ter Angcllagte will in dem Glauben geweien lein, baß bei erste Beiehl, tvonach er zutn Tienst m die alte Kaserne befohlen war, noch bestehe tmb von ihm daher auszniuhren sei, er gesteht aber zu, daß ei gewußt hat, daß der Geirette |em Vorgesetzter sei unb er daher den zuletzt erhaltenen Veichl hätte ausiühren niussen. Ter Kompagniechel des I. venveist als Zeuge daraus, daß bet Angeklagte seit Jun» mit kurzer Unterbrechung krank im Lazarett gelegen hat unb bezeichnet beit Mann lur so muibenvertig, baß er in seiner militärischen Ausbildung nicht voran zu bringen war. Ter sachverständtge Arzt halt thn für geistig minderwertig, doch ist worden, nm neu hergesteM zu werden, tmb henke noch müssen Me vielen Arbeiter, die von Wißmar nach Gießen unb zurück gehen, mit ber größten Lebensgekahr roanbern. Es ist kein Arbeiter vorhanden, der sich nick)t sd)on die Knodien zerschnnben unb verfallen hcu. Auch befindet sich nirgenbs ein anberer Weg, den die Leute gehen könnten. Wir tragen deshalb bei der maßgebenden Behörde irenndlichst an, ob da nicht bald Abhilie geschaffen wird. Uebrigens oliten sich auch die Gießener Gesdiaikslente die Sache in ihrem eigenen Intet esse mehr angelegen sein lassen, beim alle Leute von Wißmar, bie seither ihren Wechnachtsbebars in Gießen bedien, sind, wenn bie Znstänbe so bleiben, gezwiingen, nach Wetzlar ober sonst wohin zu fahren, um ihre Emkäuse zu niachen. ______________ D i e Arbeiter von Wißmar. Märkte. F:C. Wiesbaden. Viehho'-'Utarktbericht vom 80. Nov. Austrieb: Rinber 74, Kälber 248, Schafe 49, Schweine 459. Tenbenz: Rtiiber, Kälber, Schafe unb Schweine mittelmäßig. Prets Durch» pro luu Pfd. schnittsprets November = + 6,9 e a. , - + 8,3 *C, Vollfletschige ausgernästete Färsen höchst. Schlachtwertes 46—60 IfoUheiidjige ausgemäslete Kühe höchst. Sd)lack)twertes bis zu 7 Fahren. . 38—44 8 r-Z Euffldliffahrt De rlin, 30. Novbr. Heule nachmittag unternahm ber Flieger Grulich mit seinem Schüler Simon aus dem Flugplatz Johannisthal einen Ausstieg. Plötzlich neigte sich der Apparat nach vorn und slog gegen einen M a st der elektrischen Beleuchtungsanlage. Die Maschine wurde vollständig zertrümmert. Beide Flieger wurden leicht verletzt. Kleine Tageochronik. In einer Depositenkasse der Deutschen Bank in Berlin ist eine Unterschlagung von 73 503 Mk. vor- gekommen; der Ober-Kassierer Höfling wurde verhaftet. D.e Kafsierer Krause, Giese unb Ide, die an den Unterschlagungen gleichfalls beteiligt sind, sind geflüchtet. Die Urnecschla- gungen waren mir dadurch möglich, daß sich drei Beamte, bie sich gegenseitig kontrollieren (oliten, zu dieser Handlungsweise zusammentaten. Die Gelsenkirchener Rettungsmannschast der Zeche Alma barg den zweiten auf dem Flöz Hugo verschütteten Häuer als Leiche. Der Rhein ist bei Köln in der Nacht um 1,35 Meter gestiegen; die Rheinhöhe beträgt jetzt 4,80 Meter. Die in der Nacht vorn 22. auf den 23. November auf der Zeche Viktoria Matthias bei Essen verunglückten fünf Bergleute sind sämtlich ihren Verletzungen erlegen. Aus Schacht drei ber Zeche „Rheine 1 b e" würden )urch Zubruchgehen ber Strecke fünf Bergleute oer- d) üttet Im Lause des Vormittags wurden zwei ber Verschütteten als Leichen geborgen; zwei wurden chwer, einer leicht verletzt In Daun (Eijel) stürzte nachts die neu angebaute Schlafkammer in einem Bauernhause ein. Die Trümmer begruben vier Kinber; ein zwolijähriges Mädchen blieb tot, feine Schwester wurde erheblich verletzt Die beiden anderen Kinder kamen ohne Verletzung davon. Auf dem Gelände der Benzinlagerungsgesellschaft Nobels Hof brennt noch ein Tank. Im ganzen sind fünf Tanks ausgebrannt Sechs gefüllte Tams )inb noch unversehrt, diese werden fortwährend abgekühlt 4 Damps- spritzen besorgen die Pumparbeiten. In Hamburg wurden kutzUck; fünfBurschenver- hastet, die 186 003 Mk. an Brillanten und Goldwarcn erbeutet hatten. Ein Bote namens Neunzig gestand, baß bie Bande eine mit Brillanten gefüllte Konservenbüchse auf dem Ohlsdorser Friedhöfe versteckt hatten; eine Büchse mit Brillanten im Werte von etwa 90 000 Mk. wurde tatsächlich dort gefunden. Der deutsche Schooner „Engelius", auf der Fahrt von ber Elbe nach ber Weser, ist, wie aus Cuxhaven gemeldet wirb, während des letzten Sturmes untergegangen. Die gesamte Besatzung ist umgekommen. Bei einer Feuersbrunst i.n Dorfe Schemmetwske im russischen Kreise Tschenbarts sino neunPersonen verbrannt. Die Londoner Abendzeitungen vom 30. Nov. bringen ein Newyorker Telegramm, wonach Cook in einem Artikel in ber „Hamptons Magazine" erklärt, er müsse nach reiflicher Ueberlegung bekennen, daß er nicht wisse, ob er den Nordpol erreichte ober nicht. Er glaube, daß sein Geisteszustand durch die Strapazen bei der Polar- sahrt gelitten habe. Ein unbekannter Kohlendampser stieß gestern früh mit dem auf der Höhe Don Graoesund ankernden englischen Kohlendampser „Gratitude" zusammen, der binnen zwei Minuten sank. Von der aus zehn Köpfen bestehenden Mannschaft wurden nur zwei Mann gerettet. Das Sellajochhaus aus den Grod« Dolomiten wurde aufgebrochen unb beraubt. An der spanischen Küste herrscht ein furchtbarer Sturm. Von einem Dampfer wurden drei, von einem anderen ein Mann fortgespült. Das Boot Princesa sank, Don der Besatzung wurde nur einer gerettet, die übrigen zwölf sind ertrunken. et ber Ansicht, baß bei Deqeknma der Tat Me freie WMenSmelnrmg nicht ausqeschloffen war. Ter Vertreter der Anklage beantraqte, den Angeklagten wegen ouSbriidlidter Gehorsamsverweigerung und Achtnngsverletzung vor verfamnielter Dlannschast zu ver- iirteilen, roeil man es aber mit einem immerhin geistig minderwertigen Atenschen zu tun hat, die g e r i n g st e zulässige Strase von 43 Tagen strengen Arrest unter An- rechnting der Ulitersnchungshast gegen ihn auszusprechcn. Das Kriegsgericht erkannte nach dem Antrag; tm Urteil wurden 4 Wo di en der Strafe burd) die Untersuchungshast für verbüßt eingenommen. — Ter Musketier E. W. ans Umer-Elfoß war be- idnilbtgt, einem Kameraden tm Lazarett einen Ring tm Werte von 5 bis 6 Dfork gestohlen zi, Haden. Ter Dfonn ist vor zehn unb acht Jahren bereits zweimal^ wegen Ttebstahl mit einem Verweis unb einem Tag GeiänginS vordestrast. F>it vorliegenben Fall handelt es sich daher um Diebstahl im Rück- to(L Der Angeklagte null den Riiig unter dem Bette seines Kameraden gesmiden haben, und beteuert, er baue sich nur einen Sdlerz bannt machen »vollen Die '■tieivetsauhiaome ergab aber, daß es sich um einen völligen Diebnahl handelt. Der Gertchtshoi erfannie aus Die bi iaht im Riicksall unter Annahme mildernder Umfiänbe unb verurteilte den W. zu 3 Monaten Gefängnis unb Versetzilng tn bie 2. Klasse bcs Loldatenstattbes. — Ter letzte Fall beltal eine Veru'uttg bes DlusketterS T. von der 8. fto^npagnie bes 116. Jn- ianterie-RegimenlS gegen em Urteil bes Stanbgendns, »velches ben Dfonn wegen Achlungsverletzung und Uligehorsam zu 23 Tage»' strengen Arten DerurietU halte. Die erneut ooigcnontmene Ben ets- erbebung ergab, baß ber Mann beim Exetzieren tm Glieb mit letnem Nebenmann geipiodieu unb loilertge Reben gesührt hat. Das Kriegsgeridlt verwars die Beru'ung. (beridx^iaaL Paris, 80. Nov. Der Drozeß gegen ben irüheren Liguidator Duez, der unter der Anklage betrügerischer Machenschauen bet Liquidationen von Kongregaltonsgulern ftel)t, wurde an bas Schwurgericht verwiesen. Tie Anklage lautet aus Urkundeti'alschung, Verwendung gefolschter öffenttid)er Urkunden ttnd Untei1d)lagung. Gleichzeitig wurde der Prozeß gegen ben eefreiär Dkarltn Gautier und gegen zwei weitere Mitschuldige namens Leievre und Breton an das Sdnvurgeridü venviesen. 30. 2» 744,0 6,6 6,0 88 SSE 2 30. 9- 744,8 4,2 5,9 96 SE 2 1. 7- 744,3 3,6 5,6 95 NE 2 Zur Ausklärung! mh «L Sää »u &ÄÄ ÄÄ?? - - *" **» m**m «*• - * «ÄÄ! ÄiÄ ££l" WÄÄÄÄ" *♦”" *—*« '•»• - «5*---L »™ *• *•—CTÄ sich mit taÄÖÄS1 DI«TÄ”„b9r?i?1 »ngtiff-us i6t g,W» «.«Weite« «°-M°»-rech. mch «Htttn 1 1 B 9 n 'Dltoan,a)- o,e8 1,1 der Grund der Stremgknleu und mag jcber rechtlich Lenkender sein Urteil selbst fällen. Nur zu der verofscntlrchten Lohntabelle möchten wir noch einiges sagen. Herren Denninghofs den schon seit unendlicher Zeit bestehenden Hiiustrnnk als Lohn in Anrechnung bringen so" bleibt ihnen . ä Ä ÄSJS! uröeitera. -wurden d,c Arbeiter 20 Stunden am Tage gearbeitet haben, dann könnten die Herren D. noch mit höheren Löhnen prahlen. Säcke schlebven und 'Kam 1,011,2 ™eile,en Streikenden vergessen; diese beiden mußten dieselbe Arbeit leisten, z. B. 2 Zentner schwere ÄÄÄÄÄÄSi’ ÄÄXT* nm* * * ■*-* 1 - - ***! gegen Eopfsdnrppen gegen HaarausfUH Javolisiere dein Haar JiroJ das Beste z* Visitenkarten liefen reseb and billiget Äruhlsche Uen^Xacfccrel Bordeaux-Wein Xiiifnnf Attnmer (fev. -Anlage 27 II. Sclteröweg 23. Tel. 27. Marktstrasse 3. 6443 Ecke Goethestr., SelterSweg 43. 09896t Wolfstrane 21. L Zimmer 099361 Roonstraffe 31. 65521 Liedigstr, HOSpi'Z'oamT Giessen. lobauoeMtr F .MieigelulliM IfriTdpcbcuc»« (Offene Stellen ?n verkaufen OOOOOOOQOOO Mclsabnku ZiMblrikMtti f. riihrigeVcrtreter. Offerten unter fiL C. 4658 an Rudolf Mosse, Cassel, ss”/11 von nut erhalt. Herrcnkleidern, Schuhen, Weiffzcug, l^old- u. Ltlberfachcu, alten Metallen all. Art usw. in d. höchst. Preiicu. Jakob Ott, Neuen Baue 21. Garantie»Zahnbürsten, Kopf- bürsten, Kleiderbirrsten, frisier u. Staubkämme, Aufsteckkämme, Nadeln u. Spangen, Puder u. Schminken, Wcihnachtsieifcn, keine Parfümerieti, Haarwasser, Haarfärbemittel, Vadchaubcn, Schwammbeutcl, frottier- und Waschhandschuhe in grober Aus- -wähl blllkgst bei (6541 garantiert rein und abgelagert empfiehlt preiswert (6282 Carl Schweab, Eürkauf von Kllsen-, Rch-, Ceis- u. Wildfellen j. Art -u den höchsten Tagespreisen. Zurichtung (Gerbung» roher s13eL>< lelle besorge bestens und prompt Fii’taiinielWIeii Komplette Tbeaterbühuc zu verleihen. Anfertigung von Dekorationen. (6306 Carl Hollmann, Dekorationsmaler, Roonstraffe 32. 09920] Wegen Uebernahme des elterlichen Geschäftes ist in Wetzlar ein flottgcheudes Delikatessen- Geschäft i in bester Lage zu übernehmen. Nähere Auskunft erteilt W. Fischer, Felienkcller, Gieffcn. 6539] Gröbere und kleinere Fnhrlcistnngcn werden übernommen. Birkenstock & Schneider. . A/'j, --- w...||uiVuIVWH| Ulli 1 iJnor Garantie. G. Wagner, Motorenbau, Alten - Buseck, Muiattttnühte. (6&J6 Eine Anzahl tüchtige Etel* I. Eisenbelan sofort nach Kassel ges. SolabSiirnifton A.-8., Dienstmädchen sum 1. Januar gesucht fß1»« Univ. Augenklinik. 01,9251 Ein türfit. Dienitmädchcu lleiucht Näh. BiSmarckitr. 14. 3 oder 4 Zimmerwohnnng von älterem ruhigen Ehepaar in besserem Hause per April evtl, früher zu mieten gesucht Schriftt. Angebote unter 6538 an den Giehener Anzeiger erb. Eine Lehrerin sucht zum 1. April zwei schöne unmöbL Zimmer. Schrift! Angebote mit Preis unt. 0989.) an den Gieff. Anzeig.erb. Lltstvarze 8titrf|iinMa|(6t bali verloren. Geg. Bel. abzug. 099341 pudwigllraffe 24. 099031 Mübl. Zimmer z. 1. Dezbr. z. verm. Sonnenstr. 12 p. Sch. msshl. Zimmer an Kaulm. oder Beamten zu vermieten I6Ä3 Näheres Seltersweg 89, Laden. tte k-Zima-WohMg mi£3ubeb. in guter Lage gesucht. Schttftl. Angebote unter 09871 an den Gietzener Anzeiger erb. 3-1-ZisiNtr-Wöhiiiilig in besserem Haute per 1. Februar ob.’i 1. A >ril 1911 von jungem Ehepaar gesucht ID»/11 Schrtftl. Angebote m. Vreisang unt. 6514 an den Gieff. An^eig. erb. Bin F-rtkrmr ieiinM°”bc- Wtederbringer Belohnung. Gesucht wird ein alter., tücht. Mädchen ob. alleinstehende unab= häng. Krau, das die Hausfrau, welche durch das Geschäft An- hnueb genom. ift, in all. Hausarb. vertreten kann. Nähen erfordert Schr. Angeb. mit Oeha^sanspr. unt. 09915 an den Gieff. A tz. erb. empfiehlt sich im .Aeidtruilichtit in und anffer dem Hause. liin Nttllk lSimmentaler Nein- vlll -ÜUlu zücht», 16 '.Monate alt, von schönem Körperbau, steht zum Berkaus bet ((5545 Hcinr. Petri, Qberbessingcn bet Lich. so t. Koch. u. Hausarb. Mkivlllkll, hew. sind, crh. Stelle. Gew. Stellenverm. FrauMarg. Herr, Sonnenüraffe. k09935 Wtr übernimmt bekannten Kakaos und Schoko laden? Zur Warenübernahme al”« Cca‘ ^00 Mk. erforderlich, i Reflekttert wird aus einen Mitarbeiter, der in Prioatkreisen bei Reklameunterstütz, auch neuen Absatz schaffen kann. [hv-'»/ll Georg Gebhardt <6 Co., Halle a. S. 0986M 2 vrima Mutterschweine, etnmalgemorten, neben zum Per. kauf Weber, Wermertshausen. Benzlnmotore 1 2 ?8 I - W Äs JS ev“9 ScnwestenUMus, re Schreibmaschinenarbeiten und Vervielfältigungen fertigt an Carl Köhler, 09893) Marburger Straffe 27IL Zn NMMWM Zum 1. Jan. wird ein in allen Hausarbeiten erfahrenes älteres SDiäbrfieit ^urFührung des Haushalts zu einem Beamten, Witwer, gesucht. Schriftt. Angebote unter oi«92 an den Gieffener Anzeiger erb. Suche zum 1. Januar ein tüchtiges, älteres Dienstmädchen für die Küche. 6528 Herrn. Wiehler, Butzbach, Gut enwiohleneS älteres Lauf madchen gesucht. 09940 ____________West-Anlage 36. ßinMitigJil^tn __Alicestt. 27. p. 09927] Mode**. Peri. 2. Arbeiterin f. kom. Sais. gesucht. Henr. Lehmann. <55401 Saud. Lauftrau od. Mäd- chen für vormittags gesucht. Näheres Löber«ratze 5 p. jungen Munn mit guten Zeugniffen (gelernter Stetndrucker) pass. Beschäftigung. Angebote an (6546 Baumkoektor Schön, Süd-Aul. 17. 099221 Mädchen v. Lande mit gut Zkw. sucht StZof. od. spät., nimmt a Aush. an. Nah. d. Frau Pitzer, gew. Stellenv., Seltersweg 31. Schellfische feinste Nordseefische find in Eispackung lebendfrisch e tage trugen bei 5362 GeorgWallenfels Marktplatz 21 Telephon 46 gegenüber der Engelaootheke. Mitgl. des Rabattsparvereins. Bratbücklmise frisch emgetroffen bet 09930 A. Koch Nachs., Schulstrave. 098781 Eine 3-Zimmer- und eine 2-Z-Wohn. sof. z. v. Hammstr. 10a. Zu erfr. bei Waschfrau Klein. 57901 In der Nähe des Bahnhofs sind noch verschiedene 2- u. 3-Zim., Wohnungen au vermieten. Näheres Ebelstraffe 39 p.______ [ Möbl Zimmer | O9923i Schölt mübl. Zimmer zu ver- ttUelen. Olt-Anlage 40. iÄ882] Schön möbl. Zimmer billig tu oerrmeren. Hammstr. 13 UL Pferd l. Kl. I geeignet für Geschäfts- od. Acker- pferd, preisw. zu verk. Zu erfr. in der Geschäftsst. d. Gieff. Alnzeig. 09917 Gute Geige zu verkaufen. Näheies Roonstraffe 24 v. Ö9i'-U Em eleg., fast noch neuer ^port-Liegewaacn zu verkaufen. Kaiier-2lllee 32, Hth. II. BadttiiiMW (Tronic) big, zu verk. (^9 Stcinstr. 88 I. Filiale wird von tüchtig. Geschäftsleuten bis Weihnachten ev. für dauernd gesucht, gleich welcher Branche, gegen Provision. Ladenlokal in bester Geschäftslage Gieffens vor» Händen, ivttete. Beleucht, re. trägt Suchender. Schr. Angebote unt. 099S( an den Gieff. Anz. erb. Privat-Mittiig-ii.AbcndW Pen*ion Bellevue, I®05 Neuen Bäue 22 am Stadttheater. I 3 Zimmer 6467) Frdl. Mansarden-Wohnung 3 Ztmmer per bald zu vermiet. Ludwigftr. 14. F Gut mobl. Zimmer m'it Pen- Zon zu oerui. Elektr. Ltcht, Gas, Bad, Zentralheizung. Pension Bellevue, 09932]_____Neuen Bäue 22. 098841 Möbliertes Zimmer zu verimeten. Neuen Baue 11 II. Ö9898J Sctiün mübl. j Ging.) z. oenn. West- 65191 Zwei-Zimmerwohnung zu vermieten. Näheres Cbr. Arnold, Nord-Anlage 9. 6269! 2-Ztlumer'Wohnung zu ver- mieten. ^rankfttrter Straffe 93. Verschiedene 6542 frankfurter Straffe 12 ist die Rebcnhauswoh. wegen Versetzung des bisherigen Mieters znm 1. Jan, od. spät, zu verm. 6191] 3 und 4 Zimmerwohnungen zu Vermietern Näheres bei Heinrich Schön, Liebigstr. 65. Rtgißratm, KL,jE-K-K Kont.-u.Lagerarb.,Schreibm. ufro. nertt., sucht St., ev.alS Volontär. Konf.-Gesch.bevorz. Schrift!.Ang. unt.09926 an den Gieff. Anzeig, erb. Suche für einen braven Christbäumchcn AlDka 300 Stück zu verkaufen. _ TlobaottcS Will, 109914 Stangenrod b. Oft iinberg, 09888) Zür Weinnacht en. 1 gut erh. Buvvenküche mit Sveisenkarnrner, 1 Buppenbettchen und Krivve zu verk. Baknbofstr. 65» ^U_ 14 Kassenschränke, gebraucht und new aller Gröffen, umgebend zu verkaufen. t|*70 ^0., Frankfurt a. M. Alte Mainzer Str. 90 (im Hofs. Etn gutes, schwarzes, zugsestes Pferd weil überzählig, preiswert z» oerkaufcn. 6513 ____Th. Brück, Möbelfabrik. $crnl|flriiintr[)iiHiiin,^Iä: Jahr alt, zu verk. Heinrich schwär», Bierverl., syronnauien. | 5 Zimmer | Roonstrahe. Moderne 5-Zimmer Wohnung mit Balkon u. Zub. per 1. Anril au vernueren. ,6550 Näh. Schiffenberger Weg 2 p. In unserendkeubauten (ädeveler- ftranes sind mehrere hochmoderne Fünszinnner-Wohnungen zum 1. Avril 1911 zu vermieten. (6401 Abermann & Kling, Löberskr. S Das Karte». Montag, 5. Dezember 1910, abends 8 Uhr, kn grossen Saal des Gesellschafts - Vereins, Sonnenstrasse Robert Kothe Lieder zur Laute. Numerierte Plätze: 1. Platz Mk. 3.—, 2. Platz Mk. 2.—, Eintrittskart. Mk. 1.25, Studentenkart. Mk. 0.75. (De/u Vorverkauf: J. Rioker’sche Üniv.-Bm hh., Süd-Anlage 5. HessischeJugendhelfer-Vereinigung Freitag den 2. Dezember 1910, abendsS'/a ühr, in Steins Garten V ertrag’ des Herrn Professor Dr. Stein aus Frankfurt a. M. über: „Die Mrata und die Jugend des Volks“ Gäste sind willkommen. r>»/ Giessen. Dir. Th. Rösch Walltoretr. Konzertbeginn 8 Uhr. Anfang 8»/, Uhr. Er« ffniuiff»-Sc h I er: 09989 I 3m vorderen Rettaurant neues Damen Orchester Higoletto. 6 Damen, 2 Herren. Eintritt frei! Eintritt frei! Ab heute, Donnerstag den 1. Dezember, kurze« Gastspiel: OT Peter Prang “WQ mit seinen originellen DT* Kölner Komödien So. ne FHou’s BurL Schwank in 2 Akten, bearb. v. P. Prang. Vorher: Doll Juiill