Nr. 262 Swett« Blatt 160. Jahrgang Erscheint täglich mtt Ausnahme bei TonntagL. Die „Sictzener FamtNendlätter- werden dem „Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreteblatt für bat Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die ^Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zwemuU. Giehener Anzeige^ General-Anzeiger für Oberhessen Dienstag, 8. November M Rotationsdruck und vertag der Brühllfch« Umoerfuäts - Buch- und breindruckerei. St, Lange, Sieben. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- strabe 7. Expedition und Verlag: e^5L Sieb attumiea^ 112, Teü-Mru Anzeigers ießen. Zur Ltadtoerorönetenwahl. ** G i e ß e n, 8. Rov. Der Bürgerverein hielt gestern abend im Ein- hornsaal zur Vorbertottmg der Stadtverordnetenwahl eine Hauptversammlung ab, die recht gut — von 93 Mitgliedern — besucht war. Der Vorsitzende, Lehrer Val. Müller, eröffnete die Versammlung mit Einern Hinweis auf die Wichtigkeit der Versammlung und der bevorstehenden Wahl. Er mahnte zur Besonnenheit Und Vorurteilslosigkeit bei der Vorbereitung zur Wahl und verlas dann das am Samstag im „Gieß. Anz." erschienene Eingesandt, das die Lage richtig schildere. Der Redner warnte hauptsächlich vor dem all^u starken Hineintragen politischer und StandeSinteressen in die Wahlvorbereitun- ven, damit daS Ganze nicht notleide. Man müsse sich gegenseitig verstehen. Politik gehöre nicht aus das RathauS ttnd deshalb auch nicht in oie Wahlvorbereitungen. Weiter warnte er vor der allzustarken Hervorkehrung von Bezirkstand Berussinteressen, da hierdurch das Ganze nur notleiden könne. Man solle niemand auf den Schild heben, der aus der Bierbank und in den Versammlungen das große Wort führe, Versprechungen mache und sich mit der Versicherung empfehle, er werde es „denen da oben" einmal gründlich sagen. Man solle sich niemals von Kritik beeinflussen lassen, kritisieren sei leicht, besser machen aber schwer. Man solle die Stadtverordnetenwahlen nur von dem Gesichtspunkt der Allgemeinheit aus beurteilen und selbstlose, vorurteilsfreie und unabhängige Männer wählen, die das Wohl des Ganzen — wenn es sein müsse, auch das des Gegners — fördern können und wollen. Man solle so wählen, daß die diesjährige Wahl wie das herrliche Werk des Stadttheaters ein Denkmal bürgerlichen Gemeinsinnes werde. (Lebhafter Beifall.) Aus Anregung des Prof. Luleh gab dann der Schriftführer des BürgervereinZ, Gastwirt Jaskowsky, Kenntnis von den bis jetzt erfolgten Wahlvorbereitungen. Wie vor 3 Jahren habe der Vorstand des Bürgervereins es wieder unternommen, tone Einigung aller bürgerlichen Par- ttoen und Vereinigungen herbeizuführen. Es wurden 23 Vereinigungen zu einer Besprechung eingeladen, deren Vertreter am 27. September zum erstenmal zusamen- kamen. Nach langen Beratungen darüber, ob die sozial- denlokratische Partei zugezogen werden soÜte, wurde beschlossen, die vertretenen Korporationen zu fragen, ob sie die Vorbereitung der Wahl gemeinsam betreiben wollten, ob die sozialdemokratische Partei zugezogen werden sollte und ob im Falle der Verneinung dieser Frage nur nichtsozialdemokratische Kandidaten aufgestellt werden sollten, sowie ob die Vereine bereit seien, die Wahlkosten gemeinsam xa tragen. In einer weiteren Besprechung am 10. Oktober seien dann die Fragen wegen der Hinzuziehung der Sozialdemokratie zu den Wahlvorbereitunarn und ob sozialdemokratische Kandidaten ausgestellt werden sollten, bei einigen Enthaltungen, gegen 5 Stimmen verneint worden, worauf sich dann die fortschrittliche Volks Partei und die Bodenreformer von der Sache zurückzogen. Die übrigen Vereine beschlossen das Zusammengehen und zeichneten tone dem Kostenvoranschlag etwa entsprechende Summe zum Wahl- fonds. Es sei dann ein engerer Ausschuß von 11 Personen gewählt worden, der die eigentlichen Wahlvorbereitungen zu treffen habe. Die heutige Bürgervereinsversamnrlung habe die Ausgabe, diesem Wahlausschuß die Leute zu be- ai ernt en, auf oerett Zugehörigkeit zur Stadtverordneten- -versammlung der Bürgerverein besonderen Wert lege. Pros. Luley gab eine Ergänzung zu diesen Darlegungen, woraus in dieErörterung derKanüidatenb-enennung eingetreten wurde. Es sprachen dazu der Vorsitzende, der um Denennuna eines juristischen Kandidaten bat, welchem Vorschlag Generalagent A. Schmidt und Stadtv. Petri widersprachen. Letzterer spra'ch sich sehr für die Wahl eines weiteren Bausachverständigen aus. Stadtv. Habenicht erklärte sich mit diesem Vorschlag einverstanden und sprach weiter im Interesse einer guten Lösung rechtlicher Fragen warm für die Hinzunahme eines Juristen. Hoflieferant Brück sprach sich im Sinne des Stadtv. Petri aus, ebenso die Stadtvv. Plank, So eb er und Sch a f f- stä d t. Letzterer schlug vor, anstelle des zurücktret enden Prof. Dr. Biermer, tonen anderen Herrn aus Universi- tätskrtosen zu benennen. Diesen Vorschlag unterstützte Fabrikant Horst. Aus Antrag des Kaufmanns Althoff wurde dann »ach einer Besprechung über die Geschäftsordnung beschlossen, die vom Bürßerverton vorzuschlagenden Kkndi- daten in geheimer Abstimmung festzustellen. Das Ergebnis der sehr zeitraubenden Abstimmung war, daß von den 10 auösck tobend en Stadtverordneten 8 wieder ausgestellt wurden, so daß noch 5 neue Männer in Vorschlag gebracht werden konnten. Es erhielten Stimmen: Zustizrat Wilh Grünewald (stoth. Stadtv.) 71, Fabrikant Herrn. Eichenauer (stoth. Stadtv.) 60, Reallehrer Karl Iann (stoth. Stadtv.) 57, Architekt Ludw. Huhn (stoth. Stadtv.) 54, Wtonhandler Friedr. Helm (serth. Stadtv.) 51, Schlosser- meister Karl Krai l t n g 50, Kommerzienrat Subto. Emme l iu s (stoth. Stadtv.) 48, Möbelsabrilant Franz Brück 48, Pros. Dr. Robert Sommer 46, Schreinermtoster E. H. Müller 44, Fabrikant Christian Jnderthal 43, Spenglerin toster Karl Aug. Faber (stoth. Stadtv.) 43 und Ortsgerichtsmann Friedr. Helfrich (stoth. Stadtv.) 37. Diese 13 Herren werden vom Bürgerverton beim Bürger- auSschuß als Kandidaten in Vorschlag gebracht. Von den neu in Vorschlag kommenden Herren sind drei ^Krailing, Brück und Müller) auch von der Handwerkervertonigung vorgeschlagen. Weiter erhielten Rentner Karl Brück (stoth. Stadtv.) und Wtoßbindermeister L. Petri III. 35 Stimmen, Fabrikant Adolf Klingspor 31, Kaufmann Wilh. Hornberger 28, Apotheker Theodor Schwieder und Rentner Map Friedberger 22, Generalagent Adolf Schmidt und Architekt Hans Meyer 21, Schmiedemeister Konr. Walter 15, Architekt Gust. Hamann 13, Fabrikant Emil Horst 12, Rechtsanwalt Luvw. Raab, Oberbibliothekar Dr. Heuser und Architekt Ludw. Seuling 8, Professor Dr. Karl Fromme 5, Uhrmacher Emil Otto und Architekt Paul Müller 4 Stimmen. Außerdem entfiel, aus etwa 12 Personen je tone oder zwei Stimmen. Der seitherige Stadtv. Karl Orbig (Soz.) erhielt 10 Stimmen, die entsprechend dem Beschluß des Bürger- schaftsaus schuss es, keine sozialdemokratischen Kandidaten aufzustellen, für ungültig erklärt wurden. Die «Wahrheit" vor Gericht. 4 Berlin, 7. Rov. XL Der Vorsitzende LaUbgenchtsrat Lampe teilt zu Beginn der heutigen Sitzung mit, daß daS Gericht noch einen neuen Sach - verständigen, und »war den Chefredakteur der Volkszeitung, Karl V o l l r a t, geladen habe. Der Sachverständige nimmt darauf am Pressetisch Platz. Erster Zeuge ist der Mitinhaber beS Linbenkasino, Karl Peters. Bors.: Sie sind einer der ersten Inserenten der „Wahrheit" und haben schon im Jahre 1905 inseriert. Ursprünglich handelte es sich um einen Dtonatsaustrag, dann um einen JahreSaustrag. Zeuge: Herr Dietrich war fast täglicher Gast bet uns. Ich habe ihm den Auftrag erteilt Vors.: Ist bet der Erteilung des Auftrages irgendeine bestimmte Bedingung gestellt worden?» Zeuger Unser Kasino war einige Tage infolge einer Denunziation von Koller geschlossen. Angeblich war der Gnind, daß Damen bei uns zu stei verkehren, Vors.: Das Kasino war völlig geschlossen Nicht wahr Herr Zeuge? Zeuge: Tie Konzession wurde auf 11 Uhr oder 2 Uhr nachts herabgesetzt. Tie genaue Zest weiß ich nicht mehr. Vors. Und darum schlossen Sie? Zeuge: Ja, wenn wir um 2 schon schließen müssen, hat die ganze Sache für uns keinen Zweck. (Heiterkeit.) Bors.: Wann beginnt denn eigentlich der Haupt- oerkehr bei Ihnen? Zeuge: Erst nach 2 Uhr nachts. Vors.: Was trafen Sie nun mit Dietrich für ein Abkommen? Zeuge: Herr Wegner vom Lindenkasino sagte zu mir, wir müßten Koller auch einmal kennzeichnen, weil er Damen nach Schluß der Vall- säle in Automobilen abhole und in seine Bar bringe. Bors.: War bei der Aufgabe der Inserate in bestimmter Art davon die Rede, daß ton Artikel gegen Koller erscheinen müsse? Zeuge : Nein. CS hieß nur: Die Zeitung heißt die „Wahrheit", also könne sie auch einmal die Wahrheit über Koller bringen. Der Zeuge schildert dann weiter, daß Bruhn, der an dem betreffenden Abend Gast in den unter dem Lindenkasino gelegenen WilhelmS- hallen war, später noch einmal in daS Kasino kam, in erregten Worten zu ihm gesagt habe, er scheine für die Aufgabe bet Inserate tonen bestimmten Artikel fordern zu wollen. Herr Bruhn fügte hinzu, daß er ein derartiges Ansinnen ganz entschieden ablehne und riß den Bestellschein entzwei. Bors.: Nun war der Auftrag doch einfach annulliert? Zeuge: Wir behielten den mit Herrn Bruhn anwesenden Herrn Dietrich zurück und sagten zu ihm, daß der Auftrag zu recht bestehen bleibe. Der An- gellagte Wllhelm Brubn bemerkt zu diesen Ausführungen, daß erst etwa 14 Tage nach diesem Vorgang, als er die ganze Sache für völlig erledigt hielt, der bereits vernommene Zeuge Rittner mit einem Inserat von Koller kam. Obwohl die Sache für ihn erledigt war, fei er gerade in diesem Falle besonder- vorsichtig gewesen, und. habe den Auftrag zuuchhst ganücht amrehmen wollen. R.-A. Breberek: ES gibt tone ganze Reihe von Firmen, die in der „Wahrheit" angegriffen wurden, obwohl sie in ihr inserierten, z. D. der Theaterdirektor SJagner, die Große Berliner Straßertbahn, der Berliner Lokalanztoger, die Bankdirektoren Guttmann u, Willing. Mit dieser Festellung toill ich das Prinzip der Anllaae durchbrechen, daß diese Herren inserierten, well sie glaubten, dann nicht angegriffen zu werden. CS werden hierauf die dahingehenden Feststellungen aus der „Wahrheit" getroffen und tl a. festgestellt, daß Angriffe gegen August Scherl erfolgten, nachdem kurz vorher das Berliner Adreßbuch feine neue Ausgabe in einem Inserat angekündigt hatte. Vors.: Die Beweismittel sind nunmehr erschöpft. (Bewegung.) R.-A. B redete k: Wit wollen nur noch auf einige charakteristische Dinge Hinweisen. Bei dem Direktor Hohmann vom Hotel Westminster soll ton Vertreter der B. Z. am Mittag gewesen sein und ihn zur Zahlung der Verbindlichkeiten seines Vorgängers Schaurts aufgefordert haben. Als Herr Hohmann darauf hinwieS, daß zwischen Herrn Schaurtä und ihm feine Personalunion bestehe, erklärte der Vertreter der B. Z.: „Dann werden wir Sie jetzt auch a n g r e i f e n". In der Tat sind bann auch Angrifssartikel erschienen. Vors.: Wollen Sie wirllich den Antrag stellen, dieser Sache noch weiter nachzugehen. Wit richten doch hier über die „Wahrheill^ und nicht über arrdere Zeitungen. R.-A. Breberek: Bestimmte Anträge will ich nicht stellen. Angellagter Wilhelm Bruhn: Ich will nur noch darauf Hinweisen, daß in meinem Blatt nicht nur Nachtcafss und ähnliche Etablissements inseriert haben, sondern auch erstklassige Firmen, die nicht die geringste Angst zu haben brauchten, um auS diesem Gefühl ober Angst heraus zu inserieren, n. a. Gartenstadt Frohnau, Brauerei Schultheiß, Diskontobank Michels u. Co., Rud. Hertzog, Berliner Ratskeller usw. Ich weise weiter darauf hin, daß das Komitee für die durch Hochwasser Geschädigten in der „Wahrheit" einen Aufruf erlassen hat. In diesem Komitee saß u. a. der Minister des Innern von Moltke. Beisitzer Landgerichtsrat Grodke: Der Aufruf ist aber wohl ohne Wissen der einzelnen Komiteemitglieder allen Zeitungen zugegangen. Angeklagter Bruhn bestätigt das. Mir liegt ferner daran, darauf hinzuweifen, daß die „Wahrheit" zu ihren Abonnenten nicht nur Mitglieder der Berliner Lebemannskrtose zählte. Ich habe im August 1908 für eine arme Frau einen Aufruf erlassen, und es sind daraufhin 1003 Mark, teilweise aus den ersten Gesellschaftskreisen, der Redaktion der „Wahrheit" übermittelt woroen. Aus den Postabschnitten acht hervor, daß sich unter den Spendern rin General, ein Graf T. und andere mehr befunden haben. Diese Tatsache ist für mich die beste Kontrolle, daß die „Wahrheit auch in den ersten Gesellschaftskreisen Leser hatte. Der Gerichtshof gibt das von R.-A. Breberek und dem Angeklagten Bruhn trorgetragene Material zu Protokoll. Angell. Bruhn: Ich will schließlich noch darauf Hinweisen, daß ich eines Tages von einem Mitglied des preußischen Herrenhauses, einem Grafen, einen Brief erhielt, in welchem er mir eine Reklame übersandte, die in geschmackloser Weise die Form eines Trauerbrieses hatte, wogegen ich Front machen sollte. Werm sich ein Mitglied des preußischen Herrenhauses in solcher Sache an mich wendet, so ist das ton deutlicher Beweis, daß bei Herr Graf die „Wahrheit" nicht für ein Revolverblatt hält. Der Angeklagte überreicht den Trauerbrief zn den Akten. Hierauf beschließt der Gerichtshof, die Aussage des inzwischen verstorbenen Journalisten Tahsel zu verlesen, der bekanntlich Mitarbeiter der „Wahrheit" war und alS solcher mehrere Erpressungen begangen hat, wegen berat er zu längerer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Tie Aussage Dahsels öst im wesentlichen belanglos. Sitz enthält für Bruhn nichts Belastendes. Der Vorsitzende erllart daraus die Beweisaufnahme für geschlossen. Die Plädoyers. Nunmehr ergreift Staatsanwalt Dr. Seifering das Wort zu seinem Plädoyer: Als seinerzeit das Verfahren gegen die Angeklagten eingeleitet wurde, war man sich von vornherein flat, daß der Nachweis der gegen sie erhobenen Beschuldigung nicht leicht zu führen fein würde. Es handelte sich nicht um Erpressungen, wie sie gewöhnlich im Gerichtssaale aufgerollt werden, wo lemanb einen anderen wegen einer unlauteren Handlung bedrängt. Die Anschuldigung ging dahin, daß nj unstatthafter Weise durch ton Blatt die infriminierten Angriffe vorgekommen seien. Es war Har, daß da vieles zwischen den Zeilen gelesen werden mußte, unb es kam als Beweismittel für diese erpresserischen Handlungen die „Wahrheit in Frage. Ich bin mit dem Sachverständigen Liman darin einig, daß ein derartiger Beweis sich aus dem Jnhatt deS Blattes schwer kow> struieren lassen dürfte.. Der Zusammenhang zwischen Jnserata, und redaktionellem Tell ist natürlich schwer zu führen. ES wäre ja auch thöricht, wenn dieser Zusammenhana klar zu Tage gv- treten fern würde. Der Beweis für die Anschuldigungen mußte daher außerhalb des BlatteS liegen: In der Zeugenvernehmung. Auch traten große Schwierigkeiten zutage. ES war voraus zu sehen, daß sich die Zeugen nicht gleich melden würden, und eS war ferner klar, daß als Belastungszeugen hauptsächlich die Personen in Frage kommen, die bereits im Dahselprozeß ausgetreten waren. Aber niemand stellt sich gern vor Gericht hin unb läßt sich über Diime vernehmen, die ihm unangenehm sind. Die Zeugen mußten sich sagen, daß alle btt Sachen, bic in bet „Wahrheit" gestanden Hattert, in der gerichtlichen Verhandlung wieder zur Sprache kommen würden. Es mußte ihnen unangenehm sein, wenn an sie die Frage gerichtet wurde: Haben Sie Angst gehabt, haben Sie sich bedroht gefühlt? Tie Zeuge« mußten auch darauf gefaßt sein, daß der Angellagte Bruhn sie mit seiner großen Energie, wenn sie sich nur auf den kleinsten Widerspruch ertappen liegen, verdächtig zu machen versuche. Der Angeklagte hat sogar einen Zeugen deshalb verdächtig gemacht, well er Dissident ist unb nicht schnell genug den Bleistift zückte, als der Angellagte Bruhn einmal un Reichstage eine Rede vom Stapel ließ. Auf diese Weise ist eS gekommen, daß unr sechst Fälle von der Anklage übrig blieben. Wenn ich mm zurückschaue auf daS Ergebnis der Hanptvev* hanolung, so muß ich sagen: Noch m keinem Falle ist eS mir vorgekommen, daß das Bild der Hauptverhandlung fo kolossal abweicht von dem Ergebnis bet Voruntersuchung. Cs war keine angenehme Aufgabe für mich, in den hier« zehn Tagen an dieser Stelle zu stehen unb |tf sehen, w i e ein Belastungszeuge nach dem ander» u m f {e I. Gerade in bezug auf den allgemeinen Tell der An> llage, der zeigen sollte, baß die Angellagten von vornherein daraus ausgingen, durch die Angriffe Inserate zu erzielen, ist der An- llage ein Zeuge nach dem andern umgefallen. Welches die Grunde waren, aus denen ein so verschiedenes Bild geliefert wurde, ist schwer zu sagen. Zum Teil lag der Grund darin, daß die Zeugen in bet Voruntersuchung unter dem frischen Eindruck deS Dahsel-ProzesieS standen und unter einer gewissen Suggestion mehr auSsagten, als sie verantworten Tonnten. Znm Teil ist das aber auch darauf zurückzuführen/ daß die Zeugen eine gehörige Angst vor den Angellagten hatten und darum ttriaber zurückgingen. Ich weise daraus hin, daß mehrere Zeugen direkt gebeten haben: Nehmen Sie unS baran^ wir haben Tage und Nächte lang nicht schlafen können. Bezüglich der einzelnen Anllagepunkte kann ich mich kurz fasien, da btq Hauptverhandlung ja ein verhältnismäßig günstiges Verhältnis für die Angellagten hatte. Im Falle Israel ist ein umfall des Zeugen Novarra zu verzeichnen, der sich an die Vorfälle nicht mehr genau erinnern will. Wie er jetzt aussagt, muß man armehmen, daß es sich bei der ganzen Geschichte um einen harmlosen Inseraten auftrag gehandelt hat. Iu diesem Falle muß ich Freisprechung beantragen. Anders liegt die Sache im Falle Janborf. Hier hat bei Zeuge Jacobsohn seine Aussage eingeschränkt, und auch ber Zeuge Janborf hat versagt, er hat die Sache in der Voruntersuchung erheblich anders dargestellt als jetzt. Danach kann von tonet Bedrohung des Jandorf keine Rede sein, höchsten- von einem Versuch, aber auch dafür halte ich den Beweis nicht für erbracht: Also auch in diesem Falle muß ich Freisprechung beantragen. Vom moralischen Standpunkt freilich steht die Handlungsweise der Angellagten nicht einwandfrei da. Dto Angellagte Wilhelm Bruhn sagt: Andere Zeitungen machen ti ebenso. Dem muß ich widersprechen Bei den großen anüflnbigen Tageszeitungen geht es freilich nicht so zu, daß Angriffe mit persönlichen Spitzen gebracht werden, daß die Familienverbältnisit gebracht werden. Bei ihnen werden die Inserate aufgegeben wegen der Rellame, nicht um sich vor Angriffen zu schützen Im Falle Wertheim ist ein schlüssiger Beweis auch nicht erbracht Ein Zusammenhang zwischen Inseraten und Angriffe läßt sich mit Sicherheit nicht nachweisen, aber objektiv liegt ber Tat- bostand der Erpressung vor, denn Wolf Wertheim hat erllärt, daß er mit Rücksicht auf die Angriffe zum Inserieren gebrachl worden sei. Im Falle Berolina liegt wieder ellatanter Umfall des Zeugen Dreiwurst vor. Der Staatsanwalt zeigt bann, wie er als öffentlicher Ankläger von den Belastungszeugen auch in den übrigen Fällen im Stiche gelassen worden sei. Er könnt daher die Anklage nicht mehr aufrecht erhalten. WM Überall erhältlich Auergesenschaft, Berlin QJ7 einen Bericht über die Landwirtschaft int Kreise Bü Jahve hindurch 'Leppmann zurückgezogen. Der Herr unlicht ScottS Emulsion ist in zahlreichen Familien geradezu ein Hausmittel geworden. Dies ist leicht begreiflich, wenn man bedenkt, daß sie sich seit Jahrzehnten bewährt hat und in jeder Beziehung eine mustergültige Emulsion ist. Bei der Herstellung von Scotts Emulsion gelangen nur die ausgesucht feinsten Rohstoffe zur Verwendung, und diese werden im Scottschen Verfahren so leicht verdaulich und wohlbekümm- lich gemacht, daß Kinder und Erwachsene ScottS Emulsion gern und mit bestem Erfolge nehmen. Spitzen,Stoffe und Gewebe, Die empfindlich oder zart, NuraHein die Sunlichtseife Gründlich reinigt und bewahrt! batte, man wolle ihn kitzeln, und Asching. sich in ähnlichem Sinne geändert. W ------ . Bruhn als Freigesprochener den Saal verlassen wird, so nehme er daß i die zähe Energie sowie die Kraft und Ruhe des Angeklagten bewundere, mit welcher er der anderthalbjährigen .Voruntersuchung mit all ihren Aufregungen und diesem fragwürdigen Zeugenmaterial standgehalten habe. Hierauf nahm Rechtsanwalt Dr. Schwindt das Wort: Ein eigenartiges Zusammentreffen will es, datz dieser »Meine Frau war ihr Leben lang über 50 Jahre mit einer häßlichen «BÄ a M behaftet. Kein gesundes Fleckchen Ra AHiaD batte sie auf d. Leibe. N ach d. sie tb» W O 8® HD ■ 0 Zucker'SPatent Mcdizinal-Seife B Sil ti® angewendet hat, fühlt sie sich wie 8 Bq 18® Hi 9 1® neugeboren. Irr 3 Wochen waren 0 (V dte Flechten beseitigt. Zuckers Patent Medizinal Seife ist Taus, wect. E.W.inL." LStckkiOPf. (15°/oin) u. 1.50 ^1(35%^ stärkste Form). Dazugeh.Zuck°oh-Creme 75Pf. u.2M. i.sänul.2lpotb., Drog. u. Pars. Die Ziehung der 5. Feuaer-Geldlotteric wurde wegen ungenügendem Los-Absatz auf 19., 21 unb 22. November 1510 verlegt._______________________________(D% Gichtige Leiden, vorzügliche Dienste. Das mir auf Verordnung des Herrn Dr. med. de K. in S. übersandte St. Georgsguellenwasser hat mir bei meinem gichtischen Leiden vorzügliche Dienste geleistet,- ich werde nicht verfehlen die St. GeorgSaneüe in BlSkirchen an der Laho meinen Leidensgefährten auf bad Wärmste zu empfehlen. Stadtfekretär Schm. m E. Preis für 25 Flaschen Ml 9.- inkl. Verpackung ab Station Stockhqusmi a. d. Lahn. [Uv*ä spricht als erster Rechtsanwalt Brederek: Dm Prozeß sei ein Kind des Dahsel-Prozesses. Damals ■ habe die Äerteidigung das Bestreben gehabt, alle Schuld auf Bruhn zu Häusern, und unter dem Eindruck des Dahsel-Prozesses hätten auch die Zeugen des Dahsel-Poozesses in der Voruntersuchung ganz anders ausgesagt als heute. Eigenartig war auch das Prinzip dckr Anklage, den Antisemiten Bruhn mit jüdischen Zeugen zu Fall zu bringen, lleberhaupt war das Zeugenmaterial, die Besitzer der Nachtcafes, fragwürdige Annoncenakquisiteure usw., nicht gerade vorbildlich. Der Verteidiger schildert dann, daß die „Wahrheit' ein ernstes nationales Blatt sei, daß sie sich streng an das Programm der Nesormpartei hielt und somtt auch die Auswüchse Fest flehe aber jedenfalls, daß sich, eine Reihe von Zeugen be- tabt fühlte. So habe der Zeuge Tietz gesagt, daß er das Gefühl batte, man wolle ihn kitzeln, und AschinZer, Krojanker usw. hätten enn nun jetzt auch dingen währeiid der Jahre 1905 — 1909. Danach ist das landwirtschaftliche Unterrichtswesen im Kreise in erfreulicher Cmtwickelung begriffen, wenn auch die landw. Winterschule in Büdingen und die Haushaltungsschule in Lindheim aus dem Bezirk immer noch besser besucht werden konnten. Namentlich werden in Lindheim immer noch Städterinnen und auch Preußinnen aufgenommen, weil die Töchter der Landwirte aus dem Bezirk die Plätze nicht alle ausfüllen. In Lindheim sind durchschnittlich 22 unb in Büdingen 32 Teilnehmer in einem Kurse vorhanden. Die Feldbereinigung ist von weiteren Gemeinden beantragt worden, wenn auch naturgemäß ihre Zahl fleiner geworden ist als sie war, da die meisten dafür geeigneten Gemeinden sie schon durchgesiihrt haben. Immerhin sind noch Gemeinden vorhanden, die sie mit Nutzen durch führen konnten. Gerade im letzten nassen sich der Nutzen der Feldbereinigung gezeigt, ba durch,fte eine rasche Beendigung der Heuernte möglich war. An Meliorationen zur Beseitigung von Wüstungen wurde vielfach gearbeitet. Die Hederichbekampfun g wurde vor zwei Jahren in Angriff genommen, sie darf aber sich noch mehr verbreiten. Die Saatgutbeschaffung wurde durch die Landwirtschaft sehr erleichtert. Die in Büdingen gemachten Anbauversuche, die von großer Bedeutung für die Sortenauswahl' lind, werden fortgesetzt. Der Wiesenbau, der durch die Wiesen- rimbgänge im Frühjahr gefördert wird, ist von großer Bedeutung, da der Kreis Büdingen erheblich an der großen Aufgabe der Fleisch- ücr)orgung des deutschen Volkes Mitarbeiten muß. Durch eine Vermehrung der Heuevzeugung werde eine Vergrößerung der Viehzucht ermöglickst und dadurch am besten die Meinung bekämpft, daß die deutsche Landwirtschaft nicht imstande sei, ge- imgend Fleisch zu erzeugen. Noch seien im Kreise viele ein* schärige Wiesen und Wüstungen vorhanden und auch in der Unkrautbekämpfung könne noch mehr geschehen. Die Pferdezucht sei im Aufblühen begriffen, sie habe sich mehr und mehr dem Ichweren belgisch-rheinischen Schlag zugewendet. Die bei der M i l ch w i r t s ch a f t zu beobachtende Vermehrung der Molkereien habe leicht den Nachteil im Gefolge, daß die Milchprodutte in den landwirffchöstlichen Haushaltungen seltener mürben. Dadurch könne es leicht zu einer Unterernährung der landw. Bevölkerung kommen, weshalb man bei Neugründung von Molkereien vorsichtig sein mü||e. Bei der Beschaffung von Faseltieren sollten die Gernemden nicht sparen, denn dqs sei am verkehrten Platz gespart. Sie solltet: stets auf^ gutes Material unb gute Haltung sehen, am besten sei es, die Tiere in eigener Regie zu halten. Die Weide iu Wenings sei im ausgezeichneten Zustaitee, durch die guten llimatischen Verhältnisse und die ausgezeichnete Düngung habe sie auch in trockenen Zeiten eine gute Futterproduktion. Die zur Weide angemeldeten Tiere sollten vor dem Weidegang nicht überfüttert werden. Die Schweinezucht fei in letzter Zeit bei ben guten Preisen recht lohnend gewesen, augenblicklich seien allerdings die Preise stark zurückgegangen. Die Ziegenzucht habe ich gut entwickelt, dagegen komme die Geflügelzucht nicht so gut voran, wie es wünschenswert sei. Im O b ft b a u werde mehr geleistet als früher unb gerade in diesem Jahre habe man sehen können, daß die Arbeit gute Früchte bringe. Man habe gesehen, welch hervorragendes Obstbaugebiet der Kreis sei, und daß gute Preise erzielt werden könnten, bei denen der Züchter bestehen könne Der lokale Markt sei aufnahmefähig, deshalb solle man die Obstbaumzucht weiter fördern, aber die Preise nicht zu hoch schrauben, damtt der Konsum genügend sei. Der Obstbauverein habe eifrig an der Hebung des Obstbaues im Streife milgewirkt, und werde dies auch fernerhin tun. Das Ergebnis der diesjährigen Reichstagswahl sei für die Landwirtschaft nicht befriedigend gewesen, da Landwirtschaft und Sozialdemokratie vollständige Gegensätze eien. Die hohe Stimmenzahl der Sozialdemokratie fei aber nicht anders zu erklären, daß auch Landwirte soziawemokratisch gewählt hätten, oft chlerdings aus den lleinlichsten Gründen. Deshalb ollten sich die Landwirte über das eigentliche Wesen der Sozialdemokratie mehr unterrichten. Wenn die Sozialdemokraten über bie Preissteigerung der lanbm Produkte sprechen, sollten sie doch bedenken, daß es sich zum größten Tell dabei um Arbeitsertrag nicht um Kapitalertrag handle und was dem einen recht sei, fei dem anderen billig. Der Stimmzettel müsse viel ernster genommen und nicht nur zum Protest benutzt werden, dann werde die nächste Wahl ein besseres Ergebnis zeitigen. (Lebh. Zustimmung.) Es folgte ein Vortrag von Landwirtschastslehrer Wagner über Liebigs Gesetz vom Nährstoffminimum und den Düngungsver such auf dem Finndörferhof. Der Vortragende verstand es ausgezeichnet, seinen Zuhörerti Liebigs Gesetz vom NährstosfMinimum, das auch heute noch volle Geltung besitze, klar zu machen. Liebig hat in diesem Gesetz nachgewiesen, daß das Wack?stum der Pflanzen sich nach den Nährstoffen richtet, die in den geringsten Mengen ün Boden vorhanden sind. Einerationelle Düngung muß deshalb so beschaffen fein, daß sie die dem Wachstum der Pflanze förderlichen mineralischen Stoffe, die nicht in genügender Menge im Boden vorhanden sind, ihm zuführt. Die 7 verschiedenen Wiesendüngungsversuche, die seit 1906 auf dem Versuchsfeld beim Finndörfer Hofe angestellt worden sind, haben ergeben, daß die Düngung mit Kalisalz, Thomasmehl und Ehllisalpeter zwar die höckfften Erträge, aber nicht die beste Qualität brachten. Am zweckmäßigsten ist die Düngung mit Thomasmehl und Kali, die bei ebenfalls sehr guten Erträgen seh.' gutes Heu erbrack-te. Oekonornierat Schlenke wies ün Anschluß daran ebenfalls auf den Wert einer reichlichen und guten Futtererzeugung hin, damtt sich die deutsche Landwirtsck)aft dem Bedarf in Fleisch und Milchprodukten gewachsen zeige. Das Fleisch dürfe auch nicht zu teuer fein, damit es nicht zum Luxusartikel werde. Werm die demsche Landwirtschaft nicht genug Fleisch liefern könne, könne die Negrerung doch zur Grenzöffnung gezwungen werden, trotzdem auch, rm Ausland das Fleisch teurer geworden sei. Wenn das Fleisch zu teuer sei, werde auch in anderer Beziehung am Zoll- werden. Bei der Faselkörnng fei es wichtig, daß die Tiere schone Formen und ein vollkommenes Skelett hätten Die Viehweiden seien ein ausgezeichnetes Mittel, gute Tiere zu nzeugen. Auch auf ein gutes Gangwerk der Tiere müsse ge* eben werden, da bei uns das Rindvieh auch zum Ziehen benutzt werde. Wichtig sei es, daß,jeder selbst Düngungsversuche mache, um das fer letne Verhältnisse geeignete herauszufinden. Rechner Mich e l - Burgbracht bemerkte, daß man im Vogels- berg wenig Erfolg mit Kali, aber mit Thomasmehl und Jauche gute Erfolge be: Wiesen hatte. Das Kreisamt solle darauf hin- wirken, daß in allen Gemeinden Apfelweinkeltern vorhanden seien, um den Obstzüchtern das Keltern zu ermöglichen. JD 0 9 k - Grundschwalheim führt aus, daß keine Fleifchnot ^vorhanden sei. Die deutsche Landwirtschaft sei in der ^age, genügend Fletsch zu produzieren. Daß das Fleisch teurer geworden sei, beruhe bar aut daß die Produktionskosten gestiegen ^ade durch die Oeffnung der Grenzen werde man durch die Seuchengefahr cme Fl ei |ch liot heraufbeschwören. Die Sperrung & s 5Vine friste uz frage für die deutsche Landwirtschaft. Fortschritt der Technik müsse der Landwirt auch poliliich fortfchreiten, denn was nützten alle technischen Fortschritte, wenn gab Frau Arnold ihrem Sohne ScottS Emulsion, der sich dadurch aus einem zarten Kinde zu einem kräftigen, lebensfrohen Menschen entwickelte. t rr Zoppot, 20. Dez. 1909, Eisenhardtstr. 17. _ -Ich habe schon vor Jahren Ihre Scotts Emulsion bei meinem üobne angewandt, der ein sehr zartes Kind war nnd im Alter von l1/, Jahren das Köpfchen noch nicht steif halten konnte. Da hat er allerdings Jahre hindurch Scotts Emulsion bekommen. Nun ist er 16 Jabie alt, wiegt 136 Pfund und ist so kräftig im Knochenbau und Aiuskeln, wie selten ein Mensch. Wenn er ein ichwächliches Kind sieht, dann denkt er immer noch mit Vergnügen an Scotts Emulfion zurück.- (gez.) Frau Arnold, Schwester vom roten Kreuz. Ter dritte Verteidiger Rechtsanwalt Meyer L kommt in seinem Plädoyer $u dem Schluß, daß {bie Anklage auch vom furisttichen Standpunkt aus unhaltbar sei. Die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung seien auf den Umfall der Zeugen zu sprechen gekommen und hätten ausgeführt, daß gerade jüdische Charaktere Leichter gar Haß {und Liebe geneigt feien. Gegen diese Ausführungen müsse er sich entschieden wenden, toenn damit gesagt werden solle, daß jüdische Zeugen mehr zum Meineid neigten als ftndere. Der Verteidiger bettutt, daß ihn eine Weltanschauung von dem Angellagtan Bruhn trenne, trotzdem müsse er sagen, daß die lAnllage nicht genügend substantiiert war und beantrage daher die Freisprechung. Der Gerichtshof beschloß, die Ercklärungen der Angellagteii pkorgen entgegenzunehmen und setzte die Schlußsitzung auf nurraen Dienstag mittag 12 Uhr, an. ' Hauptversammlung de; lan-wittschaftlichen vezirk verein; vüdingen. U«ker schr ,e§ Streifes, fand heute nachmittag unter der Leitung des Vorsitzenden Kreisrat B o e ck m a n n im Saale zum „Gambrttius" die Hauptversammlung des landw. Bezirksvereins Büdingen statt Der Vorsitzende begrüßte zunächst den Vorsitzenden des Provinzial- pererns, Oewnomierat Schlenke-Friedberg, sowie die übrigen An- weieudeir und führte dann aus, daß sich zwar die großen Hoffnungen, die der Landwirt im Frühfahr hatte, nicht erfüllt hätten ha die nasse Zett Mel verdorben habe, aber dennoch könne der Landwirt trotz Mau|Oiftaß und Seuchengefahr zufrieden sein. Er N'ö blC Künftige Lage der deutschen Landwirt- ^chaft auch m Zukunft bleibe bamit der Landwirt für seine schwere ^bett auch den entiprechenden Lohn erhalte. Jedenfalls müsse ^der staatliche Schutz beibehalleu werden, den die Landwirtschaft verhinderten OekonoinicratS Andrae erstattete «n der Hand von dessen Anszeirhnnngcn der Vorsitzende bann1 10&25 Pfennig Wenn ich huste und nicht schlucken kann, dann helfen mir am besten £ Schutts Bekanntmachung Der Voranschlag der Gemeinde Lindenstrulh für das Rechnungsjahr 1911 liegt vom 11. dS. Mts. an acht Tage lang auf unterzeichneter Bürgermeisterei zur Einsicht der Interessenten offen. (6164 Lindenstruth, den 7. November 1910. Grotzh. Bürgermeisterei Lindenstruth Scheid. Verdingung. ftßr den Neubau eines Krctsivarrasseu- uud Geschafts- Gebäuves iu Wetzlar sollen die Zimmerarbeiten, Dachdeckerarbeiten und Klempnerarbeiten öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen sind, so lange der Vorrat reicht, gegen porto- und bestellgeldfreie Einsendung von 2,20 ML für die Zimmerarbeiten und je L50 Mk. für die Dachdecker- und Klempner-Arbeiten von dem Kreishochbauamt zu beziehen. Dte Angebote sind mit entsprechender Aufschrift verleben bis -u dem am 15. ds. Mts., morgens 11 Ubr, stattfindenden Ver- dingungstermin an den Unterzeichneten einzureichen. Zuschlags frist 14 Tage. Wetzlar, den 7. November 1910. Eichhoss, Kreishochbaumeister. v*/,. anerkannt billigstcuSätzeu unter güustigsteuBediuguugcn. Dividendenberechtigung schon nach S Jabrcu. Aeusserst liberale Bestimmungen bezüglich Unverfallbarkeit und Uuausechtbarkeit der Policen. ss^/w Nähere Auskunft erteilen die Vertreter der Anstalt: Mar Mav, Kaufmann, Ludwigstr. 5, (S. W. Töpfer, Stadt- rechuer L P., Landmannstr. L Heinrich ElgcS, Restaurateur in (Sieben. Die beste Weihnachts- gabe ist eine Lebensader Rentenversicherung! Die UMine Rciilkiiaüftli zu Stuttgart Lebens- u. Reutenversicherullgsvereiu o. G. gewährt solche Versicherungen in erprobten, allen Verhältnissen angepassten Formen zu Zm Gießener Fröbel-Seminar findet ein Kursus in Fröbel'schen Beschäftigungen für Mütter und junge Mädchen statt. 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Verteilungsiermin: Erne Woche im Januar 1911; 2. der Ludwig Theodor Felsing-Stiftung 171.43 Mk. an 10 in Giessen geborene, würdige Arme und 34.29 Nlk. an 5 würdige Witwen. VerleUungstcrunn: 7. Januar 1911; 3. der Friedrich Hetzer von Vtofcmeld-Stiftung mit 67.20 Mk. an evangelische, würdige Stadtarme, die selbst und deren Eltern und Grosseltern in Gieuen geboren sind, und das Bürgerrecht in Giegen besitzen oder befassen. Verteilungsterm m: 21. Dezember 191u; 4. der Friedrich Bücking-Stiftung 1300.-- Mk. m Gaben von 150.— Mk. und 100.— Wit. an bedürftige und würdige Bewohner Giessens, Fauulienhäupler oder einzeln stehende Personen. VerleilungLleruun: Weihnachten. (Be/U 5. der Minua Llcil-Bogt-Stiftung Gaben von ic 70.- Mk. an 3 in Giessen wohnhafte, würdige und bedürftige Handwerksmeister oder Witwen von Handwerkern, evangelischer Konfession. Nur selbständige Handwerker oder Witwen von K solchen können berücksichtigt werden. Verteilungolermin: Weihnachten. Meldungen ans Armenamt, Asterweg 9, zu den Ordnungsnummern 1, 2 und 3 bis 20. Slovember 1910 und zu den Ordnungs- nmnmcrn 4 und 5 bis 30. November 1910. Englische Paletots y . Mk. 12.—. 14.—, 17.—, 19.— und höher Schwarze Tuch-Paletots . . . mr. 20.-. 24.-. 28.—, 33.— und höher 42.— und höher 36.-, allen Preislagen. Kreuzplatz 13 Telephon 758 B für den Winter Telephon 87 Billige Preise! Reelle Bedienung! Aug. Schmitt, Schlosscrmcister, Wiescck Kreuzplatz Tel. 774 (a»/u) 6038 Velours du Nord-Jacken. . . Mk. 30.—, 33.—, Frauen-Mäntel in besonders grossen Weiten, in Mitglied der Rabatt- : Spar-Vereinigung : in gefälligen, bequem passenden formen und reicher Auswahl. V1S11 K,AKl LN 1,1 -E belieuigcn tsmnjtarl und Kartonsorte, ■ ■ ^ .. . , \^OtV^e Zirkln aller studentischen Vet\ Tilgungen liefert zu mäßigen Preisen die BrühCsche Uruv,-Druckerei. 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