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Gör res richtet in „shrdie und Staat" an Katholiken und "Protestanten die Mahnung: „Wir alle, Katholische und Protestantische, haben in unfern! Vätern gesündigt und weben fort an der Webe menschlicher Jrrsal, so oder anders: keiner hat das Recht, sich in Hoffart über den andern hin auszusetzen, und Gott duldet es von keinem, am wenigsten bei denen, die sich seine Freunde nennen." Zulnis vachem über den Hirtenbrief. Dr Julius Bachem, der bekannte Besitzer der „Köln. Volksztq ", stellt int „Tag" einige, wie er sagt, „leidenschaftslose Erwägungen" über den päpstlichen Hirtenbrief an. Er läßt dabei deutlich durchblicken, daß auch er die päpstlichen Schmähungen der Reformatoren mißbilligt. Bachem schreibt u. a.: Wir haben ja verfassungsmäßig nicht den evangelischen Staat Preußen, wie er Mitte des vorigen Jahrhunderts so oft in die Erscheinung trat. Auch parlamentarische Fraktionen sind mcht berufen, die Reformation des 16. Jahrhunderts gegen Kritik und Angriffe zu verteidigen. Tiefe Fraktionen müfsten sich dann als konfessionelle fühlen, was sie doch jederzeit ablehnen lieber gewisse Ausdrücke in der Enzyklika haben auch Zentrums- blätter ein gewisses Bedauern ausgedrückt und den Wunsch zu erkennen gegeben, eS möchten solche in Zukunft vermieden werden. Es ist auch nicht das erstemal, daß em solcher Wunsch,laut wird: gelegentlich der Eanisius-Enzyklika des Jahres 1897 ist es gleichfalls geschehen und meines Wissens nicht lediglich seitens der Zentrums presse. Dieses Bedauern ist ja, abgesehen von allgemeinen Erwägungen, auch vom besonderen Standpunkte ^der Zentrumspresse und der Zentrumspartei wohl begreiflich. Die ohnehin nickt leichte Position der Zentrumspartei un öffentlichen Leben Deutschlands wird durch Zwischenfalle dieser Art sicher noch mehr erschwert. Daß sich die Zcntrumspresse in der Besprechung der päpstlichen Enzyklika unter dem hier m Rede stehenden Gesichtspunkt große Zurückhaltung auserlegt, bedarf keiner weiteren Erklärung und sollte von keiner Seite gegen sie ausgenutzt werden. Tie Ehrfurcht vor dem Oberhauptc ihrer Kirche und das Gewicht jeder päpstlichen Kundgebung, auch wo sie nicht in allen Teilen dogmatischen Charakter hat, ist so groß, daß die katholischen Mitglieder des Zentrums unter allen Umständen alles vermeiden werden, was auch nur entfernt als em Mangel an Ehrerbietung und Verehrung gedeutet werden konnte. Auch die Zentrumsstaklion wird sich sicher große Zuruckhaltung auserlegen und zu ihrem Teile nichts tun, was zur Steigerung der vorhandenen, aus verschiedenen Gründen genährten Erregung beitragen kann. Sie wird sich das Wort gegenwärtig halten, welches ihr größter Lehrer und Lehrmeister W i n d t h o r st auf der Generalversammlung der Katholiken "Teutschlands zu Bochum im Jahre 1889 gesprochen hat: „Ae Kontroversfragen der Konfessionen gehören nicht in die politische Agitation, sondern in die wissenschaftliche Diskusiwn, m den Katechismusunterricht und auf die Kanzel und auch da werden sie auf beiden Seiten in nur würdiger und angemessener Sprache Das'ist trotz der erwähnten „großen Zurückhaltung" er-! den wirtschaftlichen Interessen der hessischen. Lcmdwirte, für die dann seine Frau m einer Droschke abholte Das Fläschchen faflj freulicherweise deutlich gesprochen Im. päpstlichen Lorten-1 die national liberale Kartei, che beim Zolltarife 1902 so auch bering der Bekundung eines Oberstabsarztes Opiumtrntzur eMgtzW Aus dem englischen Parlament. Wälirend in der englischen Oberhausfrage mehr und Mehr sich die Neigung geltend macht, Vermittlungswege einzuschlagen, hatte das Unterhaus am Mittwoch wieder eine Sensation, die auch für uns Deutsckst von großer Bedeutung ist. Es geht aus den Verhandlungen nämlich hervor, daß in irgend welchen großen politischen Fragen Abmachungen zwischen England und Deutschland versucht worden sind. Sir Edward Grey hat die vorgebrachten Gerüchte nickst als unzutreffend abgewiesen, sondern sehr geheimnisvoll erklärt, er dürfe über derartige zurückliegende Dinge nichts sagen. Ob sich der deutsche Reichstag für hiese Geheimnisse ebenso interessieren wird, wie das englische Parlament? London, 8. Juni. Das Unterhaus trat heute nach Beendigung der Frühjahrsfericn wieder zusammen und beriet über verschiedene Punkte des Marine-Haushalts. Eine ministerielle Erklärung über den künftigen Gang der Ereignisse wurde nicht abgegeben. Gibson Bowles fragte an, ob sich im Auswärtigen Amt irgend ein Nachweis über einleitende Verhandlungen finde, welche 1899 oder 1901 zwischen England und Deutschland in Betreff des Beitritts Englands zum Dreibunde stattgefunden haben, ob irgend welche hierauf bezüglichen Papiere existierten und ob irgend welche einleitenden Verhandlungen im Januar 1901 angefangen und im März 1901 abgebrochen worden sind in Betreff des Unternehmens oder irgend einer gemeinsamen Aktion mit Deutschland, schließlich, ob irgend ein bezüglicher Schriftwechsel existiere, welcher auf den Tisch des Hauses gelegt werden könne. Sir Edward Grey erwiderte: Ich kann Fragen dieser Art über die Beziehungen zwischen England und den Möchten, die vor zehn Jahren bestanden haben, nicht beantworten. t , London, 8. Juni. In der heutigen Sitzung des Oberhauses erwiderte der Kolomalsekretär auf eine Anfrage über den Geschäftsgang des Hauses, es sei ihm mügeteilt worden, daß Lord Rosebery in der nächsten Zeit die ui seinem Reformplan enthaltenen Entschließungen nicht einzubringen beab- ficktige Wir waren, fuhr der Kolonialsekretär fort, übereingekom- men, über die Vetoentschließungen der Regierung erst nach der Besprechung der Entschließungen Lord Roseberys zu verhandeln und wünschen, von diesem Beschluß nicht ak^ugehcn Rosebern erklärte: Es war in keinem Fall meine Absicht, mit Entschließungen heute vorzugehen. Unsere Entschließungen haben mit den Vetoentschließungen der Regierung nichts zu tum sie nehmen eine gesonderte Stellung ein, und obschon iq>abfiffltliffl weder direkt noch indirekt irgend etwas tun werde, um Animontat hervorzurufen, so müssen doch unsere Einschließungen un.erem eigenen Ermessen überlassen bleiben. In den Wandelgängen des Parlaments hielt man am Mittwoch eine Konferenz über die konstitutionelle Frage zwischen den Führern der tonservativen und der liberalen Parteien für gesichert. Es werden weder Mitglieder der nationalistischen noch diö der Arbeiterpartei an ihr teilnehmen. " ft in Hofsart über den andern hinausaesetzt,! den künftigen Handelsverträgen mit aller Energie emttetenwurde^ dar ist eine s°tz?°rnskc nach Rom geachtete MitzbilÄngr < Wenn Bachem den parlamentarischen Besprechungen in derI bcr „ationalliberalen Partei. Lsann trat denn angeführten Weise die Spitze abbrechen null, so gibt erILc«flcn Wahlkampse ständig erhobenen Vorwurf ent- ich freilich bedenkliche Blößen. Parlamentarische ^ral ^ a[£ habe sich die nationalliberale Partei, zumal fte hier tionen seien nicht berufen, die Reformation zu verteidigen. I Stimmen der fortschrittlichen Volksvartei erhalte, nach lints Das ist eine Spiegelfechterei: sie wollen gegen eine sehr entwickelt! Er glaube, daß er nach seiner ganzen politischen ernste und gefahrdrohende Verletzung des konfessionellen Betätigung und Vergangenheit gegen diesen mischen Borwury. Friedens und Zusammenlebens beizeiten Verwahrung em- gewappnet sei Dierbeierinnerteer.^denscharf«iGegeiisttz, L-ddMESW LWSSWLSLMS keineswegs als konfessionelle Fraktionen Wen @egem-a^ f)a|tc bic iwtioualliberale Partei in voller Scharfe auf* denn jeder verständige Mensch hat ein Interesse daran, den!/Darum könnten die hessischen Bauern daraus vertrauen, konfessionellen Ruhestörer in die Schranken zuruckzuweisen. hie nationalliberale Partei den bewährten landwirtsckwftlicheii Memand denkt daran, wissenschaftliche oder ähnliche Fragen ^llschutz und die Grenzsperre gegen die Viebfeuchengefahr voll dabei zu entscheiden, sondern cs handelt sich darum, eine aufredjt erhalten werde. Und daß der natwna[liberale Kandidat A* *■* äi» •.'s,’»' XMßg Vorstoße zu machen. . I Persönlichkeit [Ealkers und ein ehrliches politisches Glaubens^ Eine Abwehr in der braunschweigischen Landesversammlung. hekenntnis. Nr. 132 Erstes Blatt 160. Jahrgang Donnerstag 0. Juni 1010 Der Eietzener Anzeiger JHBEF LS 9 mmia'tlich7bPf., viertel- äSs iHt A& Att AI* Ult IM A wirtschaftlicheSeitfragen ■ M W 'Nr M “ Zs Ehesredakteur:A.Goetz. tzeri.^rech - Anlchlüste: II für die Redaktion 112, < politischen Teil. August General-Anzetger sw Oberhessen -WZL Annahme von Anzeigen v 7 faal“: E. Heß; für den für die Tagesnummer Rotationsbtuc! und verlaa der Vrühl'schen Univ.-Such- und Zteindruckerei H. Lange. Redaktion, Expedlnon und oruaeret: dtyuiprabe u Anzeigenteil: H. Beck. bis vormittags 9 Uhr. 3 —— Am heutigen brüten Verhandlungstage teilt der Vorsitzende — —«--------m ... . . a • AAM 1 mü, daß bereits die anonyme Br ref schreib ere i losgehe^ Aus ÖC1H WOQllOlUpf lil 5nCODCrg:OUOingCn. Gr habe einen Brief bekommen, in dem ihm vorgeworfen wurde, hat auck der AÜfrrer der hessischen National- er hätte die hochwohlgeborene gnädige Angeklagte mit tiefen bet W OfaÄ m^e^MammtunaenI»»die beim Friedberger Wahlkampf gesprochen. Lorn ^.udels-I Zunächst wird Hauptmann La motte iCharlottenburg) auf- heim, wo er u. a. ausfuhrte: «gerufen, der früher als Regimentsadjutant beim 10. Dragoner- Lange Zeit hätten beide Organisationen in Hessen sich be- regiment in Allenstein gestanden hat. Er soll über die Geschichte müht den Zwist, der in Deutschland zwischen ihnen entbrannt mit dem anonymen Brief vernommen werden, den die Angeklagte sei hier nach Möglichkeit zu vermeiden. Er sei überzeugt, daß, aus Eifersucht an eüie Dame der Mlensteiner Gesellschaft ge- wenn jetzt hier der Bund der Landwirte dis Nationalliberalen zum schrieben hatte. Der Zeuge bekmrdet, daß er eines Tages Frau!. Kämpfe gezwungen habe, dieser Kampf weniger dem Wunsche v. Schönebeck vor der Haustür aus der Erde liegend vorgefunbeu; der hiesigen Bündler entsprungen, als von außen herein- habe. Neben ihr lag ein Fläschchen, so daß der Zeuge annahw> getragen sei. Darum gelte dieser Kamps auch keineswegs sie hätte Gist getrunken. Er benachrickttgte den Ehenurnn, ber Braunschweig, 8. Juni. In der heutigen Sitzmig der--- — , — - - - Landesversammlung wurde einstimmig eine Entschlic-1 ElN TklN^pkUch ÖCS KdtfCtS. feung angenommen, in ber erklärt wird, daß eingedenk der Neues Palais, 8. Juni. Heute mittag fand die- ■Segnungen, die Deutschland und das Braunschweiger Land Vermählung des Prinzen Fric d r1 ch Wilhelm durck die Einsührung der Reformation erfahren, die v 0 n Preußen mit der Prinzessin Aga t he von R a r i» Landesvcrsommlung -..schieden SgcnvoD.-ung ei&ge gegen bie ».o t vtn.b 6»rb Minister Wolff gab namens der Regierung die Erklärung, bQ6 t r f n 11 p r u aus: das herzogliche Staatsministermm den Standpunkt dieser Ent- " Mein.' liebe Agathe! Du haft am heutigen Tage Deine Hand schließung als berechtigt anerkemie und auch seinersefts die Meinem V e t t e r gereicht und trittst damit aus deni trauten Ber- S-ttung ber rnmiffcn stnrrc Hei b°kl«. Di- R-gi-rmrg werde Ä.^nh^^-raus und m aber nach wie vor auch den berechtigten Wünschen der latyottschen 1 ^^bender Geschwister, an beit verehrten Eltern hängend, hat Landeseinwohner soweit als möglich entgegenkommen, und auch umhegt und Du kommst nun ju. uns, um Dir selbst ein das heiße Erbe des protestantischen Geistes pflegen. Sowohl neues Heim und ein Haus zu gründen. Ich brauche wohl dem. d.e SntititcBung wie nnch bic Srtlärung der Regierung wurden -r^Ansb^ ^n^dai, mit lebhaftem Beifall aufgenommen. |unt> Dich mit offenen Armen freudig ausnehmen. Das Leben * wird sich Dir nun an der Seite Deines Gemahls von anberer Seite Bern 8. Juni. Im hiesigen Konsistorium erhob ein I zeigen: Bisher in sorglos ftohcr Jugend dahingebracht, wirb ^uSe fn ^em^e^tc^6ir^Ä^ 5i Ua"u nJe^stst fti JetV/sfteben imd Leben Ä KÄ b-dr-ni 60t ein eine Erklärung aus dem Vatikan. I Erwähnung getan, die in unserem Hause und im Volke einer Köln, 8 Juni. Der „Kölnischen Zeitung" wird aus Rom Heiligen gleich verehrt wird und die der gute Genius unseres telcgrntoto: ®ic »ter aus nichiamilich-n, ^--r --ist gut unw Landes^w°n kann^^chmals ^tr richteten Kreisen verlautet, hat der preußische Gesandte! unb stets freudigen Sinnes den Pflichten entgegen zu v. Mühlberg im Auftrage seiner Regierung dem Reuigen trcten/ ^ie sich Dir darbieten. Mögest Du Deinem Moniie eün Stuhl eine amtliche, auf die Enzyklika bezügliche Mitt ei- sonniges Heim bereiten, und wenn er von seiner Arbeit zurück-, lung gemacht HÄ*** unb Inhalt dieser Mitteilung kam^chm lne^a u sen 7^° N - » 7 - 'g^L ... . lmben. Vor allem aber hoffe ick), daß Du mit ihm zusammen! wird heute 2ein begründen wirst aus dem festen Grunde, aus dem rote u alle stehen, der Persönlichkeit unseres Herrn und Heilcmbes, dem-. „Angesichts der in Deutschland auf Grund i r r t ü m - wir alle ergeben sind. Mit innigsten ^luck-uiü) MM lich-rAuslegung-nund wenig genauer Uebers-tzung-n der t.chen «W .ch me.n Glas und trmke auf xm unh. letzten Enzyklika des Papstes zu Tage getretenen Erregung sind ~ ..... — wir ermächtigt, folgendes zu erklären: Der Heftige! Deutsches XlCtCb» Bater hat ,u der EnzhNila. welche er anMlnh des Geb-Änis- verschiedenen deutschen Städten wird gemeidet, tages des heftigen Borromäus veröffentlicht out und welche ba- Skalen Einigungsverhandlungen int rauf abzielte, die Irrtümer ber Modernisten zu bekämpfen, "ne H g lverbe zu keinem Ergebnis geführt Huben. Jrt auch augenscheinlich sich aus dem Wortlaut ergibt, auch " icht Magdeburg verlangten die Maurer und Zimmerer eine im entferntesten die Absicht gehabt, die Nicht- Erhöhung des Stundenlohns von 55 auf 65 Pfennige und kath ol iken in Deutschland und ihre Fürsten zu hie Hilfsarbeiter von 43 auf 55 Pfennige. In Essen Mur-, beleidigen. In der Enzyklika befinden sich einzig und allein den die Verhandlungen für den rheinisch-tvestfälischen In- einige historische Urteile über die Epoche des heiligen dustriebezirk, da in keinem Punkte eine Einigung erftteft m denen w-b-r^ll-r nach Fürsten eenes best.mm.au nunmehr ^Spruch L"wes genanM werten. Im übrigen ist »u bemerk n, daß m-ntr-t-nd-n Schiedsgerichtes abznwarten, dessen Urteil sich darin um Katholiken .-n er Z-rt handelt die s.ch ?arteien anerkennen müssen. gegen die Lehren und die Autorität des Apostolnchen Stuhles am- . lehnten. Wie wohlwollend im übrigen die Gefühle des Papstes ItUdlCMlb. gegen Deutschland uiid seine Fürsten sind, ist auch in jüngster Aus Petersburg wird gemeldet: Die kaiser-» Zeit sehr deutlich zu Tage getreten." liche Familie hat sich am Mittwoch nachmittag auÄ Mit solchen Begründungen wird die Erregung nicht Zarskoje Sselo nach Peterhof zum Sommeraufenthalte be», beschwichtigt. Wohin sollten wir kommen, wenn nun auch geben. von protestantischer Seite „historische Urteile" von derart Nach einer Meldung aus Saloniki beschloß bic tür- beleidigender Schärfe gegen das Papsttum gerichtet wür- kische Regierung, auf den öffentlichen Schulen Alba- den' Einer ähnlichen Logik wie in den Bachemschen Aus- niens nur die türkische Sprache ^izulassen. sührungen über die „konfessionellen Fraktionen" begegnen Der „Köln. Ztg." wird aus Newyork telegraphiert: ivir auch in der päpstlichen Erklärung, nämlich in der Ent- Nach einem Bericht aus Merida flammen in ganz Yukatan schuldigung, die historischen Angriffe seien >och gegen die Anzeichen des Aufstandes auf. 7000 Maya- Katholiken der damaligen Zeit gerichtet! „Mit Worten Indianer ziehen in Banden mit Gewehr und läßt sich trefflich streiten." Wie die Reformatoren damals Brandfackeln überall umher. 5000 mexikanische noch zu heißen waren, ist doch gair, gleichgültig. Heute j Soldaten rücken hierher an. sind sie als bic verehrungswürdigen Gründer neuer reli----------------------------- qiöser Auffassungen bekannt, und wer sie schmäht, schmäht auch die großen Volksmehrheiten, die sich noch heute zu ihren Lehren bekennen. jriben. Die Angeklagte erklärt hierzu, daß sie nicht zu Derrn Ämrotte als Regünentsadjutant gegangen sei, weil sie fürchtete, daß gegen sie eine Untersuchung wegen des anonymen Briefes erngeleitet werden könnte; sie habe sich lediglich mit Frau Lamotte aussprechen wollen. Der Zeuge wird dann über den Major von Schönebeck befragt, mit dem er 0V2 Jahre zusammen gedient hat. Er bekundet, daß Derr v. Schönebeck ein sehr tüchtiger, ruhiger und in seinen Lcbensgewohnheiten sehr mäßiger Offizier war, ein passionierter Jäger, der sich aus Gesellschaften feiyr wenig machte. Gegen seine Untergebenen >var er streng aber gerecht, in Geldangelegenheiten korrekt. Frau v. Schönebeck war lebenslustig, in der Gesellschaft unterhaltend und vergnügt, später ließ sie sich stark von Herren den Dof machen. Es werden darauf die Augenscheinsprotokollc verlesen. Während dessen beginnt die Angeklagte erst leise und dann immer stärker zu weinen. Der Vorsitzende bittet sie, sich nach Möglichkeit zusammenzunehmcn, er verstehe, daß diese Besprechung unangenehme Erinnerungen bei ihr auslöse. Als bei der Verlesung die Lage des Kinderzimmers erörtert wird, stößt sie plötzlich gellende Schreie aus und bricht zusammen. Sie wird nach dem Nebenzimmer geschafft, von wo sic nach einiger Zeit anscheinend wieder beruhigt erscheint. Während der weiteren Verlesung der Augcnscheinsprotokolle sitzt die Angeklagte ganz apatisch da. Kriegsgerichtsrat R e i ch a r d t (Posen) war zur Zeit des Mordes in Allenstein und hat damals den Untersuchungsrichter Conradi vertreten, wenn dieser vielbeschäftigt war. Der Zeuge hat am 30. Dez. 1907 mit dem 1. Staatsanwalt Nietzki und Kriminalkommissar Wannowski eine Untersuchung der Schönebeckschen Wohnung vorgenommcn. Es wurde dabei der Schreibtisch des Toten geöffnet und ihm die Briefe, Wertpapiere und das Testament entnommen. Im Schlafzimmer der Angeklagten wurden 3 Bilder des Derrn v. Gäben entdeckt, ferner unter Wäsche versteckt zwei Schlüssel, von denen der eine zur Wohnung des Derrn v. Gäben paßte. Ferner wurde bei der Haussuchung ein anonymer Brief gefunden, der an Major v. Schönebeck gerichtet und in schlechtem Deutsch geschrieben ist und offenbar von einer Polin herstammt. In dem Briefe wird der Major darauf aufmerksam gemacht, daß seine Frau fortwährend Offiziere empfange. Eine Lokalbesichtigung. Nach einer Pause begeben sich die Prozeßbeteiligten zu dem Mordhause in der Schloßfreiheit, das vom Gerichtsgebäude etwa 300 Meter entfernt liegt. Es ist ein von außen sehr einfach aussehendes, innen aber recht bequem gebautes einstöckiges Haus mit Giebelwohnung und einem kleinen Seitenflügel, in dem die Küche untergebracht ist. Nach der Bluttat ist es, da es anderen Zwecken dienen sollte, umgebaut worden. Das Schlafzimmer des Majors war früher von dem Speisezimmer durch eine Wand getrennt; diese Wand ist jetzt niedergelegt. Das Fenster im Korridor, durch Pas Herr v. Gäben eingestiegen ist, war früher mit einem Bindfaden von innen festgebundcn; jetzt ist es mit einem Riegel verschlossen. Von dem Korridor führte eine Tür ins Speisezimmer, die heute vermauert ist. v. Gäben betrat durch diese Tür das Speisezimmer, um von diesem in das Schlafzimmer des Majors zu gelangen. Tie Prozeßbeteiligten besichtigten alle Räume, ebenso den Garten, den Hof und den Stall und stellten verschiedene Versuche an, ob die Aussagen einiger Zeugen mit den Lokalitäten in Einklang zu bringen sind. — Morgen werden die Verhandlungen fortgesetzt. * Zu dem gestrigen Verhandlungsbericht sei noch näheres über den von der A n g e k l a g t e n an ihrem Bi a n n e beabsichtigten Giftmord mittelst Arsenik mitgeteilt, da gerade dieser Vorgang sür die Beurteilung der Schuldsrage von wesentlicher Bedeutung sein wird. Der Vorsitzende hielt aus den Aussagen des verstorbenen Hauptmanns von Soeben der Angeklagten iolgendes vor: Es sind ja dann auch noch andere unliebsame Vorkommnisse gewesen, mit denen v. Soeben am 5. Januar hervorgetreten ist, als er acht Tage in Hakt war. Es wurde Ihnen damals — Sie waren schon in Haft — ein Giftflaschchen vorgehalten. — Angekl.: Soeben zeigte mir ein Gistflaschchen mit Arsenik und sagte mir, er wolle ein Ende machen. — Vors.: Sagte er, wem ein Ende machen? — Angekl.: Nein, aber ich habe es mir gedacht. — Bors.: Mit Ihrem Manne? — Angekl.: Ja, so dachte ich mir. — Vors.: Soeben hat angegeben, daß Sie zuerst aus den Gedanken gekoinnien seieil, Gist zu beschaffen. — Angekl.: Nein. — Vors.: Soeben sagte allerdings, daß er sich nicht sehr gesträllbt, sondern nur abgeraten habe, Arsenik zu verivenden, weil das zu lange im Körper bleibe. Sic sollen aber erwidert haben: Nein, ich will mir Arsenik, denn das soll das Gift sein, das eine Leiche am allerwenigsten entstellt. Das ift allerdings richtig. — Angekl.: Nein, woher sollte ich denn das wissen? — Dors.: Uebrigens ist die Verwendung von Gift mehr Frauenart als die eines Offiziers. Er brachte Ihnen ja auch ein zlveites Mal ein Fläschchen mit Arsenik. Sagte er da nicht, wozu das dienen solle? — Angekl.: Nein, das sagte er nicht. — Bors.: Nun, eine "Dame der Gesellschaft spricht sich mit ihrem Liebhaber nicht so deutlich aus wie die Magd mit dem Knecht. — Angekl.: Er selbst hat diese Idee nachher als Wahnsinn bezeichnet. — Bors.: Er hat gesagt, die Idee sei wahn- sinnig gelvesen, er habe Ihnen aber den Gefallen tun wollen und rächt geglaubt, daß Sie davon Gebrauch machen werden. — Angekl.: Daß ich Arsenik gefordert habe, bestreite ich. — Vors.: Nun behauptet Goeben, das; mit diesem Arsenik ein Vergiftungs-- versuch vorgenvmmen worden sei. — Angekl.: Davon höre ich heute überhaupt zum erstenmal. — Vors.: Er fogt^er hätte Ihnen das Gift auf Ihr Verlangen ausgehändigt, und Sie hätten es Ihrem Mann zum Trinken gegeben. Ihr Mann habe cs getrunken, aber es habe ihm nichts geschadet. — Angekl.: Tas ist ja ganz unmöglich, denn nach einer solchen 'Dosis Arsenik hätte ja der Tod eintreten müssen. Ans Stadt rind Land. Gießen, 9. Juni 1910. ' Ordensangelegenheit. Der Großherzog hat dem Oberförster des Landgrafen von Hessen-Philippsthal- Barchfeld, Albert Laupert zu Herleshausen, das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen. — Der König von Preußen hat die Erlaubnis zur Anlegung der ihnen verliehenen nichtpreußischen Orden erteilt: des Bayerischen Militärverdienstordens vierter Klasse mit der Krone: dem Major v. Chrismar im 2. Hess. Feld-Artillerie- Regiment Rr. 61; des Großkreuzes mit der Krone des Hess. Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem General der Infanterie z. D. v. Goßler, ä la suite des Kaiser Franz- Garde-Grenadicr-Regiments Rr. 2, in Mainz; deS Ritterkreuzes der Ehrenlegion: dem Hauptmann Schwierz im Leibgarde-Jnfanterie-Regiinent (1. Hess.) Rr. 115. *• In Audienz empfangen wurden vom Groß- herzog gestern u. a. der Vorsteher der Wetterdienststelle Gießen Peppler und der Pfarrer Sauer aus Geiß-Ridda. ** Exkursion. Zu Ende der vergangenen Woche unternahmen, wie man uns schreibt, die Mitglieder des althistorischen, altphilologischen und archäologischen Seminars eine wissenschaftliche Exkursion nach Bonn unter Führung der Dozenten Strack, Störte, Jmmisch und Watzinqer. Besichtigt würden das Provinzialmuseum und das akademische .Kunstmuseum unter Leitung des Rektors Geheimrat Professor Dr. Löschte und des Professors Dr. Lehnert, Direktor des Provinzialmuseums, die beide an Hand des vorhandenen archäologischen Materials äußeres Leben längst vergangener Kulturepochen möglichst der Wahrheit gemäß darstellten. Bei der immer größer werdenden Bedeutung, die die Archäologie ivohl mit Recht in den letzten Jahren im Lehrplan der Schulen gewinnt, kann für den angehenden Lehrer gerade die unmittelbare Anschauung geordneten Materials nicht hoch genug eingeschätzt werden. Er lernt die Stätten kennen, an denen man sammelt, was aus uns gekommen und gesunden worden ist, er sieht von berufenen Führern, wie das Gefundene zu verwerten sei, um unser Wissen zu mehren, und er zieht wohl dann selbst mal aus mit dem Spaten, um mit mehr oder weniger Geschick das eigene Glück zu versuchen. Immer aber wird der Unterricht gewinnen, dem eben nichts im selben Maße Leben verleiht, als das Zurückgreifen auf eigene Anschauung. Und da ist es dann doppelt erfreulich, daß Hessen wohl als erster Bundesstaat solchen wissenschaftlichen Exkursionen ein Plätzchen in seinem Budget angewiesen hat und sie durch wesentlichen Zuschuß finanziell fundiert. Jedenfalls ist dem Schreiber dieser Zeilen bekannt, daß man in Preußen mit Hinweis auf diese hessische Einrichtung wiederholt versucht hat, allerdings bisher vergeblich, Gleiches zu erreichen. ** Männer-Turnverein Gießen. Feier des 25jährigen Bestehens. Man schreibt uns: Nur noch wenige Tage trennen uns von dem Feste und die Einwohnerschaft Gießens darf wohl daher jetzt schon gebeten werden, den auswärtigen Turnern einen würdigen Empfang durch Schmückung der Häuser zu bereiten. Der Festzug stellt sich um iy2 Uhr nachmittags in 3 Abteilungen nut der Spitze am Landgras-Philipp-Platz auf, geht pünktlich um 2 Uhr ab und bewegt sich durch folgende Straßen.- Braugasse, Walltorstraste, Lindenplatz, Kirchenplatz, Schul- straste, Sonnenstraße, Kreuz, Kaplansgasse, Bahnhofstraße. Alieestraße, Seltersweg, Neuenweg, Gartenstraße, Ludwigs- Platz, Kaiser-Allee nach dem Trieb. Es sei noch bemerkt, daß aus dem Juxplatz Schaustellungen aller Art sich befinden, wie fie Gießen noch nicht gesehen hat und die eine besondere Anziehungskraft ausüben werden. Ter Eintritt zum Juxplatz ist frei. *' Für den Diskussionsabend, den die Burschenschaft t. A. D. B. „Arminia" anläßlich ihres 25. Stiftungsfestes morgenJm „Großherzog von Hessen" veranstaltet, zeigt sich über Erwarten Interesse. Um einer falschen Auffassung über den Zweck der Veranstaltung vorzubeugen, dürfte es angebracht fein, festzustellen, daß dem Vortrag über „Das allgemein-studentische Ehrengericht an der Universität Gießen" keine einseitige und voreingenommene Agitationsabsicht zugrunde liegt. Es handelt sich lediglich um den Versuch einer objektiven Beleuchtung der Frage: „Ist die Einrichtung eines allgemein-studentischen Ehrengerichtes wünschenswert und möglich?", d. h.: „Sind Mittel und Wege zu finden, um auf einer gemeinsam anerkannten Basis sowohl den Anschauungen des Duellgegners wie den des Duellanhängers gerecht werden zu können?" Die Burschenschaft „Arminia" läßt Interessenten aus akademischen Kreisen recht gern Einladungskarten zu dem Diskussionsabend zugehen. ** Stadttheater. Am kommenden Dienstag beginnt die Nauheimer Operette ihre Gastspiele und zwar mit der beliebten Operette „Fr üh l i n g s l u f t". Die Vorstellung ist zugleich die vierte Abonnementsvorstellung im Operettenabonnement. *♦ Maul- und Klauenseuche. Nachdem Deutschland in den letzten Monaten fast frei von Maul- und Klauenseuche gewesen ist, hat diese Seuche in den letzten Tagen in Ostpreußen eine ziemlich erhebliche Ausbreitung genommen. Die Seuche ist nachweislich über die russische Grenze eingeschlcppt worden und hat durch Händler- vieh bis zu dem Schlachthofe von Chemnitz Verbreitung gefunden. Wenn dieser Seuchenausbruch in Chemnitz auch durch sofortige Mschlachtung der in Betracht kommenden Bestände zum Erlöschen gebracht ist, so gibt er doch in zweifacher Hinsicht zu denken. Einmal zeigt er, wie schnell die Seuche, dank ihrer leichten Uebertragbarkeit und der Lebhaftigkeit des Handels, verbreitet werden kann; andererseits zeigt er auch, in wie hohem Maste gerade die Schlachthöfe als seuchenverdächtige Orte zu betrachten sind. Der ganze Seuchenausbruch zeigt von neuem, welche Gefahren unserem Viehstande vom Auslande her drohen, und wie berechtigt die gegen diese Gefährdung gerichteten Schutzmaßregeln sind. — Auch zur Vermeidung einer Einschleppung der Seuche in unsere Gebietsteile wird durch die erforderlichen Maßnahmen gesorgt. = Lang-GönS, 7. Juni. Bei der letzten Generalversammlung des Gesangvereins „Germania" wurde beschlossen, ani 13. Juni 1911 das Fest seines 20jährigen Bestehens zu feiern und dabei einen großen nationalen Gesangs-Wettstreit abzuhalten. A Birklar bei Lich, 7. Juni. Gelegentlich des hier stattfindenden Bezirks knegerfestes des Bezirks Lich findet auch die Enthüllung eines Kriegerdenkmals zu Ehren der Feldzugsteilnehmer von 1866 und 1870/71 statt. X Aus dem Kreise Alsfeld, 8. Juni. Jm Laufe dieses SommerS werden Neubauten von Schulhäusern fertiggestellt zu Ilsdorf, Hainbach, Udenhausen und Storn- dorf. Die ersten drei enthalten je einen Schulsaal und eine Lehrerwohnung, in dem letzteren sind drei Klassensäle und drei Lehrerwohnungen vorgesehen. Bei dem Schulhause zu Storndorf ist besonders hervorzuheben, daß es das erste Volksschulgrbäude des Kreises ist, in dem eine Zentralheizung eingerichtet und ein Schülerbad vorgesehen ist. Begonnen wurde in diesem Jahre mit dem Neubau eines Schulhauses zu Ohmes. ? Ober-Ohmen, 8. Juni. In große Bekümmernis wurden hier die Eltern eines Soldaten durch seine Mitteilung gesetzt, wonach er von ihnen Abschied nahm und ihnen meldete, daß er in den Rhein gehe, da er nicht anders könne. Ob der Sohn diesen Verzweiflungsschritt wirklich ausgeführt hat, ist bis jetzt noch nicht bekannt. X Ober-Mörlen, 7. Juni. Jm Herbst dieses Jahres findet hier die Wahl eines Beigeordneten und dreier Gemeinderatsmitglieder statt. Der seitherige Beigeordnete Kasimir König steht bereits 27 Jahre in seinem Amte. Q Ulrichstein, 7. Juni. Die gestrige in volkswirtschaftlicher Hinsicht interessante Notiz aus RebgeSham ist in jeder Beziehung zutreffend. Danach haben alle Gemeinden deS hohen Vogelsbergs jetzt Obstbauzucht, auch Nebgeshain, wo 1904 noch fein Baum gezählt wurde. Es dürfte allgemeines Interesse haben, das mit einigen Zahlen zu beweisen, die dem Vogelsbergführer von Professor Rocschcn entnommen sind. „Es hatten 1904 Herchenhain 13, Hartmannshain 90, Ulrichstein 830 (300 Aepfel-, 260 Birn-, 120 Zwetschen- und Pflaumenbäume, 150 Kirschbäume) Obstbäume. Ulrichstein wieS im Jahre 1907 und 1908 folgende Erträge von Wirtschaftsäpfeln und-Birnen auf: Aepfel 1907 20 Doppelzentner, 1908 40 Doppelzentner, Birnen 10 und 12 Doppelzentner". Nur Nebgeshain wird in dem neuen Führer noch als einziger Ort ohne Obstbäume genannt. Das trifft aber, wie die gestrige Notiz von dort bereits berichtigt hat, jetzt auch nicht mehr zu. sjMarsturg, 8. Juni. Seit Sonntag wird in Großseelheim ein 16 Jahre altes Mädchen gesucht. Ta die Spur nach der Ohm führt, glaubt man, daß es imt Wasser zu suchen ist. [1 Marburg, 8. Juni. Ter Ballon „Marburg" mußte gestern nach dreistündiger Fahrt wegen eines heranziehenden Gewitters bei Gummersbach (Rheinland) landen. F. C. Wiesbaden, 8. Juni. In der „2Sart6nrg'< tagte heute die 10. ordentliche Hauptversammlung der Haftpflichtkasse Deutscher Gastwirte. Der Rechnungsabschluß für 1909 weist eine Gesamteinnahme von 183 202 Mark auf, die Gesamtausgabe beziffert sich auf 163 409 Mark. Von dem Ueberschust wurden 15 813 Mark dem Reservefonds überwiesen. Das Jähr 1909 war dev Weiterentwicklung der Kasse günstig. Ihr traten 395 Mitglieder 1909 bei, so daß sie 4288 am Jahresschluß zählte. An Entschädigungen gelangten 11371 Mark zur Auszahlung, für schwebende Schadenfälle wurden 15 802 Mark reserviert. Seit 9 Jahren des Bestehens der Kasse erzielte man einen Reingewinn von 126 847 Mark, so daß unter Hinzuziehung des Garantie-Kapitals von 136 000 Mark über 262847 Mark an Deckungsmitteln verfügt wird. Tie Zahl der Schadenfälle betrug im Berichtsjahre 315. Die Versammlung genehmigte den Rechnungsabschluß. An diese Sitzung schloß sich die 18. ordentliche Generalversammlung der Sterbekasse des Bundes Deutscher Gastwirte an. Ter Rechnungsabschluß für 1909 verzeichnet eine Einnahme von 2 207 413 Mark, der eine Ausgabe von 2168829 Mark gegenübersteht. Von dem Ueber- schuß wurden 3858 Mark an den Reservefonds, an die sonstigen Reserven 28938 Mark, an die Gewinnreserven,' 5787 Mark überwiesen. Die Kasse zählte am Jahresschluß 13 993 Mitglieder, an Sterberenten kamen 1909 für 215 Mitglieder 219 948 Mark zur Auszahlung (gegen 236 mit 244 744 Mark im Vorjahre). Für das abgelaufene Geschäftsjahr kann das erste Mal eine Dividende verteilt werden. Für die ungünstige wirtschaftliche Lage des Gastwirtsgewerbes ist wohl der beste Gradmesser die Anzahl der Darlehnsgesuche, die tagtäglich bei der Kasse eingehen._ Von der Gesamtsumme der Darlehen von 111 084 Mark entfallen allein auf 1909 24 790 Mark, der Rechnungsabschluß und! der Jahresbericht fanden Genehmigung. Am Schlüsse wurde des verstorbenen verdienstvollen Begründers und langjährigen Direktors der Sterbekasse, sowie der .Haftpflichtkasse Reinemer-Darmstadt gedacht. Schwurgericht. Verhandlung gegen den früheren Rechtsanwalt Wilh. Klarenaar' wegen Meineid, Betrug und Unterschlagung. th. Gießen, 9. Juni. Heute vormittag wurde die Verhandlung um Vs9 Uhr er-» öffnet. Ter Zuhörcrraum ist schon vor Beginn der Sitzung über» füllt. Die Anklage gegen den früheren Rechtsanwalt Klarenaav- vertritt der Staatsanwalt Trümpcrt und die Verteidigung führt Rechtsanwalt Kaufmann. Bei Auslosung der Geschworenen lehnt die Verteidigung alle Landwirte ab. Es sind 35 Zeugen zu vernehmen. Ter Vorsitzende teilt folgenden Tatbestand mit: Am 1. Mai 1909 kam der Schuhmacher Wilh. Wießner von Königsberg zu Klarenaar in die Wohnung und überbrachte ihm eine Prozcßsache, wonach er von einem Handelsmann verklagt war. Bei dieser Gelegenheit zahlte Wießner 7,50 Mark an Klarenaar, die dieser als anerkannten Schuldbetrag an den Handels-^ mann abführen sollte. Klarenaar übertrug die Prozcßführnng'. seinem ehemaligen Bureauvorsteher Reibeling, der den Termin wahrnahm. K. behauptet, er habe diese 7,50 Mk. Reibeling ge-. geben, damit dieser sie dem Gläubiger zahle. Reibeling bestreitet aber, den Betrag erhalten zu haben. In diesem Tatbestand erblickt die Anklage eine Unterschlagung. Als Wießner dem Reibeling seine Kosten nicht bezahlte, wurde deshalb Klage geführt. In diesem Prozeß ließ Wießner durch seinen Anwalt Meuscr die Behauptung aufstellen, er habe auf die Kosten an Klarcnaav 7,50 Mk. Vorschuß geleistet und diesen beauftragt, seinen Prozeß nicht an Reibeling, sondern an Rechtsanwalt Meuscr zur Vertretung zu übertragen. Heber den letzten Punkt erließ das Amtsgericht Gladenbach einen Beweisbeschluß, worauf Klarenaar im Oktober 1909 vor dem Amtsgericht Butzbach vernommen wurde. Bei dieser Vernehmung erklärte K. unter Eid, daß Wießner ihm einen Auftrag an Meuser überhaupt nicht erteilt habe. Er verneinte aiZb- die Frage, ob er von Wießner 7,50 Mk. erhalten! habe und erklärte noch, er habe von dem Mann überhaupt fein Geld bekommen. Darin erblickt die Anklage den Meineid, weil fie die Angaben des Wießner für wahr hält. Ter Angeklagte gibt an, daß er 50 Jahre alt ist, im Rheinland geboren und zwölf Jahre Kaufmann gewesen ist. Ec habe in den Zeiten des Zollkrieges zwischen Deutschland und dem Äuslande sein ganzes mühsam erworbenes Vermögen verloren^ Nach Aufgabe seines Geschäfts studierte er von 1895 ab in Gießen Jura und wurde 1902 zur Rechtsanwaltschaft zugelassen. 1908 legte er die Anwaltschaft nieder, weil der Konkurs über sein Vermögen erkannt war. Ter Angeklagte bestreitet entschieden, die ihm zur Last gelegten Straftaten begangen zu haben.____________ Gewitter- und Blitzschäden. Gießen, 9. Juni. Auch der gestrige Tag brachte wieder eine große Zahl heftiger Gewitter, die in Hessen verschiedentlich großen Schaden anrichteten. Es gingen uns darüber folgende bemerkenswertere Nachrichten 51t: L. Beienheim, 8. Juni. Bei den gestern abend über unsere Umgebung ziehenden schweren Gewittern schlug der Blitz in den hiesigen Kirchturm, glücklicherweise ohne zu zünden. f. Schotten, 8. Juni. Ein fürchterliches Unwetter ging heute nachmittag nieder. Strömender ^Regent vermischt mit zeitweisem Hagel hielt lange Zeit an. Strichweise sind die F-eldfrüchtc gänzlich verhagelt. In den Kvrn- urtb Kartoffelfeldern lagen die welschnußgroßen Hagelkörner noch lang danach. Hauptsächlich auf der Betzenröder Seite ist der Schaden groß. —0 H eid psh eim b. Mainz, 8. Juni. Während eines heftigen Gewitters, das heute als viertes in dieser Woche den Rhein hcrabzog, schlug um 41/? Uhr nachmittags der Blitz in den Turm der katholischen Kirche unbi zündete. Der Turm, der viel altes .Holzwerk enthält, stand sofort in Hellen Flammen und es entstand im ganzen Ort große Aufregung. Feuerwehr und Bürgerschaft eilten so schnell als möglich zur Rettung, aber an ein Löschen) des Feuers war iticht zu denken, weil es an genügend hohen Geräten fehlte und obendrein an Wasser mangelte.; Um 6 Uhr abends war der Turm vollständig niedergebrannt uni) 'die Glocken, zum Teil geschmolzen, waren herab gestürzt.. Die Kirche ist ebenfalls in Brand geraten. cp N i ed e rei se n h au s e n, 8. Juni. Während eines gestern abend über das Perftat niedergehenden heftigen Gewitters schlug der Blitz in das Haus und die Scheuer des hiesigen Einwohners F rank und richtete dabei.solche Zerstörungen an, wie wir sie feiten bei solchen Gelegenheiten beobachtet hasten. Die eine Tachseite des Wohnhauses istz Kaufe Wnlonb) SLwSMhnr. ?sFl Wr: i;,' ‘ »W “'«AJ h)Qt V, lt«kn 39.5 W,° Stz's SSL M PW Ä' ?U &<• W An bicje ^eneralver- undesTcut. lb'dM für 1909 M,dn eine Aus, «?n dem lieber, Gefönte, an die öetvinnreferben: Qm Iahresschluß m 1909 für 215 1 (gegen 236 mit abgelaufene Ge- üvidende verteilt ie Lage des Güster die Anzahl der se eingehen. Aon Mark entfallen mgsabschluß und ■m Schluffe wurde iders und langer haftpslichtkafse II Vilh. fllQtenoQr Ichlagung. eßen, 9. Juni, g um V»9 Uhr er» n der Sitong über- isanmll Klarenaar Aerleidigung iührl Geschworenen tchiu 35 Ziugen zu Der* :be|tanb mit: Wilh. Wicßncr vm ind überbrachte ihm ndelSmann verklax 7,50 Mark an Klc- A an bcn Handel»» die HrozOHrML , der deic Zermm M. MM ye- MM Streitet n Tatbestand crblck imer dem Rcibelm Klage geführt. (sti ünmlt Tr. Meuter kosten an Klarenaar tragt, seinen PryH ilsanwalt Meu 1 er ten Punkt ecke« d- P roaraul Klarenaal ch vernommen imirbe. ö daß ÄieMr ihm . rtcilt habe. ®r ver» ! 7,50 SW- cLalM ! ilann üdcrhauvt kml c den Memcid, W iO Jahre all T [Onn getvcltn Hj- Deutschland und dec Vermögen,beg. in 1895flbinW ast znE M mfurb übtt ictn . ”to -M-d-n. h jllhaben- ____- iöen. . gen, 9. 3un 1Q .f t eine 9* 3* tlid) gt*n ®5’5 ft* t*** fi*e§ litt' «9=3«,,.*”' igelt- H llornec jaroB^Ä ©eüt i!«”’ii e># Holzart ,cn entM^att eilte" Äitege^^ Lösche" )Cr an "" WnS LES S'SZ * S e p p e I. -verursachen konnte. Am Ziel. Rüsselsheim Mim Neu! Neu! Danksagung ä Mtr. 30 Pfg. ss18/. Frau H. Bonarius und Kmder 3218 bei Butzbach. an auf Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen diesem Wege innigsten Dank verkauft billig (04844 H. Strobback, Schanzenstr. 1. einige tote Ratten und Mäuse und sonstiger Unrat lagen. Zur Zeit der Ernte ist die betreffende Quelle, deren Wasser als „vorzüglich bekannt ist, ein sehr besuchter Ort. Aber ich glaube, datz derzemge, der jetzt sehnsüchtig nach einem crcnnckenden Trünke zur Quelle hcnnlt sich gleich mir mit Ekel und Abscheu abwcndct. Ich glaube balKr im Sinne vieler zu lxmdeln, wenn ich an maßgebende stelle die Bitte richte, schleunigste Abhilfe zu süssen. Dö Toffchl ist en Kujon, an den muß mer ran. Dös Halste, dös brennt schon ganz von allan. GriginaL-DrahtnreLdunsen« Bielescld, 9. Juni. Aach dem' Genuß von geräuchertem Seelachs, den Arbeiter von auswärts bezogen hatten, ertränkten achtzig Personen an Vergtftungs- e r s ch e i n u n g e n. Friedrichshafen, 8. Juni. Wegen der übrigen Verpflichtungen des österreichischen Kaisers wird die F a h r t des Grafen Zeppelin nach Wien voraussichtlich erst int Herbst unternommen werden. Ringfreie Tapetenindustrie C. Kupsch, Frankfurt a. M., Altegasse 27/29 Der blutige Bicrkricg. Wir Baiern san lusti, roiv habens a Geinuat, wir sm auch verträgli, daS liagt im Geblüat. A Matz und a Radi, Dös 15 a Pläsier, und a Kuß von der Kathi und a Maß und a Bier. Loaß ds Haisel uor brenne, do is nix dabei, die Hauptsach is doch a Freibier — o seil Tein .Brau', dem verflixte, dem geschiecht scho ganz recht, - So a Prenß — so an — siexte — der mit dem Bier no usschlegt. Terschietzen, das sollt ma 'n für so a Skandal — net au glauben; no (Sott, wachs nor noch a mal. Gelöscht (oll scho werden, aber ds Haisele net — Nn a Freibier — aus Erden gibts was schöneres net. Ten Gendarm, den derschlagen mir, wann der uns no stört-- wir san doch net in Praißen — es is unerhört. Wann nur uns lupieren, wen geht dös was an — Ihr sollls scho derspüren, was a Baier no kann. Was brenne will, brennt halt — der Durscht no zumehrst, nn do lösche man den doch, waas Teufi, zuerst. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienst st elle Gießen. Verlaus der Witterung seit gestern früh: Am Südrand des über Schweden lagernden Hochdruckgebietes sind immer noch zahlreiche Teilwirbel eiitwickelt, die auch gestern wieder mehrfach Ge- wftter gebracht haben. Dabei dauert bei östlichem Winde die Hitze uiiverinindert an. Berlin hat heute morgen 8 Uhr bereits 22 Gr. — Unter dem vorwiegenden Einfluß des großen Nordhochs, das sich langsam nach Rußland verlagert, dauert morgen die Hitzeperiode an. Wetteraussichten in Hessen am Freitag dem IQ. Juni 1910: Vielfach heiler, große Hitze, strichweise immer noch Gewitter. Vcrmifd)tcs. * Die Prämie von3OO0O0Mk. der preußischen Klassenlotterie ist in der gestrigen Säflußziehung auf die s)himmcr 187 187 gefallen, die mit einem Gewinn von lOOO Mark gezogen wurde. Das genannte LoS wird in dem mccUeir- burgiscben Städtchen Friedland bei Neustrelitz gespielt, und zwar in Zehntel-Anteilen, die sich wiederum in den Länden mehrerer Personen befinden. Die glücklichen Gewinner find kleine Landleute aus der Umgebung Friedlands und dortige Handwerker. * Der blutige Bierkrieg. Zu den unerhörten Krawallenin Dorfen wird im Ansäfluß an untere bisherige Meldung den „Münch. N. Nachr." noch gemeldet, daß die Feuerwehren nur ungern ans Löschen gingen und dem „Bräu" (so nennt man in Bayern den Brauereibesitzer) das Unglück herzlich gönnten, nachdem er die Bierpreise erhöht hatte. Kaum war das Feuer einigermaßen lokalisiert, so setzten sich die Feuerwehrleute mit den anderen Ortseinwohnern zu dem nach Landessitte reichlich gespendeten Freibier nieder, und bald herrschte die fröhlichste Stimmung. Es waren gegen 20 auswärtige Feuerwehren erschienen, wohl mehr zum Lösä>en des Durstes als des Feuers. Die sidele Stimmung wich aber bald einer übergroßen Ausgelassenheit und schließlich der Gereiztheit, und es wurden, als die Leute betrunken waren, wahreJndianer- tänze aufgeführt. Dem Freibier spendenden Brauer wurde gutmütig erklärt, daß man ihn eigentlich „derschicßen" müsse. ES entstand bald Zank und Streit und allgemeine Rauferei, die von 4 Uljr nachmittags bis 11 Uhr abends andauerten. Ern rul)estiftender Wachtmeister wurde mit einem ei fernen Garten- stuht niedergeschlagen und blieb bewußtlos liegen, und auch zwei weitere einschreitende Wachtmeister wurden ziemlich schwer verletzt. Inzwischen wurde auch die eigentliche, noch nicht abgebrannte Wirtschaft des Ortes bombardiert, gestürmt und demoliert. Auch als mitten in den ärgsten Krawallen der Besitzer des „Bräu", Oekoiwmierat Bachmaier, erschien und die Herabsetzung des Bierpreises von 26 auf 24 Pfeirnig das Liter ankündigte, wurden trotzdem die Demolierungen unter wütendem Ge- bcul und Tumulten fortgesetzt und alles kurz und klein geschlagen. Polizei und Gendarmerie von Dorfen war machtlos, und auch die Versuche der Feuerwehr, die Kämpfenden durch Wasserstrahlen auseinanderzubringen, waren fruchtlos. Gegen 11 Uhr abends erschien der inzwischen benachrichtigte Bezirksaintmann aus Erdingen mit sechs Gendarmen und gebot Polizeistunde, wonach die Tumulte nach und nach auf hörten. Im Laufe des Montag ist der Staatsanwalt aus München eingetroffen und hat zunächst 20 Verhaftungen wegen Landfriedensbruchs vorgenommen; wahrscheinlich aber wird gegen mehr als hundert Teilnehmer an den Exzessen das Strafverfahren wegen Landsricdens- bruchs eingeleitet werden. — Im ganzen Bezirk herrscht jetzt die größte Aufregung unter der Bevölkerung. Die Brauereien von Tauffkirchen und Erdingen haben, wie der „Tag" mitteilt, gleichfalls Brandbriefe erhalten, besonders in Tauffkirchen gebärden sich die Leute so rabiat, daß die Schkoßbrauerei es nicht wagte, eine Erhöhung eintreten zu lassen. * Eirr Petroleumkanal über den Isthmus von Panama. Die großen Leitungen, durch die das Petroleum nach den wichtigsten Verbrauchsorten geschafft wird, haben in den Vereinigten Staaten insgesamt bereits eine Länge von 130 000 Mm. erreicht. Eine der merkivürdigsten dieser „Pipelines" ist die den Isthmus von Panama durchquerende, die so den Atlantischen und Stillen Ozean miteinander verbindet. Sie wurde von der Union Oil Company of California gelegt, die: die Petroleumlager in Califomien ausbeutet ; die Beförderung mit der Eisenbahn durch den ganzen amerikanischen Kontinent würde zu große .Kosten ersordern, und so bringt man das Petroleum nach La Boca, wo es in Behältern aufgefpeidjert wird; von da strömt es durch die Leitung bis nach Colon am Atlantischen Ozean, wo cs wieder auf Petroleumschiffe verladen und nach Newyork oder Philadelphia geschafft wird. Tie „pipe-line" von Panama ist 77 Km. lang und schließt sich sehr genau der Strecke des im Bau beffndlichen großen Kanals an; die Röhren haben einen Durchmesser von 20,3 Cm. und sind aus Stahl hergestellt. Ein Teil des Petroleums ffndet auch bei den Bauten am Kanal Verwendung. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Reiskirchen. Die Gemeinde Reiskirchen beabsichtigt, das crfort>erlid)c Wasser zur Anlage ihrer Wasserleitung. auf dem Grundstück Flur XXI Nr. 360 zu erschürfen. Durch Bekamtt- machmng des Großh. Kreisamts vom 31. Mai darauf aufmerksam gemacht, besichtigte ich die betreffende Stelle. Die seit Menschengedenken sich in gutem Zustande bcfinblidjc Quelle- sand ich in hygienischer Beziehung in jeder Beschreibung spottender, ekelerregender Weise. Statt eine fröhlich hervorsprudelnde Quelle fand ich ein Sumpfloch, in dem Sport. = Fußball. Am vergangenen Sonntag spielte die 2. Mannschaft der Spielriege des Männerlurnveremü Gießen gegen die 1. Mannschaft des Fußballklubs „(Sermania" in Marburg und errang einen glatten Sieg von 11:0 Toren. Halbzeit 3:0 für Gießen. XXV. Mainzer JnblläumS-Regatta. Die Meldungen zu der am 18. und 19. Juni slattfindendcn Jnbilaurns- Regatta des Mainzer Ruder-Verems sind glänzend ausgefallen. ES haben zu 22 Rennen 29 Vereine mit 117 Booten und 508 Ruderern gemeldet, so 10 Boote zum 2. Einer, 14 Boote zum Junior-Vierer, 13 Boote 511m 3. und 10 Boote zum Ermunterungs- Vierer. Die Qualitäten der gemeldeten Mannschaften sind derart vorzüglich, daß in allen Rennen die spannendsten Kämpfe zu ermatten sind. Der Regattaplatz besindet sich wieder oberhalb des Bootshauses des Mainzer Ruder-Vereins au der allen Eisenbahn- brücke. Auch die Gieß en er Rudergesellschaft wird sich an mehreren Rennen beteiligen. Yeary in Berlin und vor dem Strafrichter. Die Berliner hatten wieder einmal ihre Sensation. Vor einer großen Zuhörerschaft hielt Peary feinen ersten und einzigen öffentlichen Vortrag auf dem Festland über seine Rordpolsahrt. Die Zuhprer, die ihm gleich be.i seinem Erscheinen lebhaft begrüßten, bereiteten ihm am Schlüsse herzliche Kundgebungen, die ihr Ende in einem großen Vorbeigang sanden, wobei Pearl; die Glückwünsche und Händedrücke vieler Hunderter entgegennahm (!). Gleichzeitig erfahren wir, daß der ehemalige Begleiter Dr. Cooks, der Deutsche Rudolf Franke, der einzige weiße Begleiter Dr. Cooks, Pcarh wegen Betrug angctlagt hat. Franke behauptet, von Peari; um Pelze und Walroßzähne betrogen zu sein und zwar im Betrage von 40 000 Mark. lieber die Art und Weise, wiie sich Peary in den Besitz von wertvollen Eigentümern seiner ehemaligen Gastfreunde, der Eskimos, gesetzt hat, haben wir s. Z. berichtet. Die Behauptung Frankes scheint demnach nicht ganz unwahrscheinlich. Liner ustalette leichte, geprägte Lincrusta, fertig gemalt u. lackiert Die prinz-he:nrich-§ahrt. i2cr letzte Tag der Prinz-Heinrich-Fahrt verlief ohne erheb- 'liehen Unfall. 'Die Strecke zog sich von Metz über Koblenz, Weilburg nach Homburg und war mit 349,8 Kim. die zweitlängste der ganzen Fahrt. Lei der gestrigen Fahrt war kurz vor St. Avold die Straße in ihrer ganzen Breite mit einer großen Anzahl dickköpfiger Nägel bestreut, die sich von selbst aufrecht stellten. ,Glücklick>erweffe wurde der Anschlag entdeckt, bevor er ein Unglück Märtte. th. Gießen, 6. Juni. Ter Heu- und Strohmarkt auf Oswalds Garten hatte infolge der ausgezeichneten Heuernte einen Abschlag für Heu zu verzeicheu. Es wurde mit 'Mark 3,0o—3,25 bet schwer anzubringeudee starker Zufuhr angeboten. Handdiufchstroh wurde mit Mk. 3,30 bezahlt, Majchtnenstroh fehlte. Die Preise verstehen sich per Zentner. Limburg a. d. Lahn, 8. Juni. Fruchtmarks Durch- chntttspreis pro 'Malter. Roter Weizen (nassauischer) 16,2p Alk., weißer WeizeN (angebaute Fremdsorten) 15,90 Alk., Korn 10,50 Mk., Gerste: Futtergerste 0,00 'Mk., Braugerste 00,00 Mk., Hafer 7,00 Alk., Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 4,40—5,00 Alk. L. Friedberg, 8. Juni. Ter heutige Vieh markt ivar mit Schweinen recht gut bewahren. Etwa 1400 Stück waren auf- getrieben und es entwickelte sich schon von 7 Uhr morgens an ein lebhafter Handel, zumal eine Anzahl auswärtiger Händler zur Stelle luare». Die hohen Preise behaupteten sich auch dtcsmal. Tas Paar Ferkel kostete von 40—65 Alk. an. Aus dem Gemuje- inarkt waren heute die ersten Wetterauer Frühkirschen das Pfund zu 40 Pfennig zu Markte gebracht. weiter fehr wachsam, starkes Tier, sowie ein Grammophon preidw. zu verkaufen. F. Volk. Launsbaw. in dem herrl. Lustturort Braunfels gclenen, mit großem vark- artigen Garten, Stallungen k. ist günstig zu laufen durch (sss/8 L. Göbel, Frankfurt a. M., Lützowstr. 23. Tel. 4949. Briefkasten der Bedaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.! L. L. 6. Tie diesjährige Reifeprüfung für Ntckflschüler findet am 26. Sept, statt. Ter letzte Meldeterntur ist wahrscheinlich Ende Juli. Näheres erfahren Sie beim fDlinifterium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten. Homburg v. d. H., 8. Juni. Um 4 Uhr 16 Mm. traf 'Prinz Heinrich mit der Oberleitung am Ziel ein. Er wurde vom Regierungspräsidenten D-r. von Meister und den Herren des faifcrlidicn Automobilklubs begrüßt. Unmittelbar darauf folgten bic ersten Rennwagen: Nr. 1 (Benz), 72 (Protos), 2 (Benz), 4 (Benz -, 25 (Gaggenau), 53 (Oe Daimler), 10 (Opel), 15 (Ras), 33 (Ras), 19 (Opel, und 20 weitere Wagen Homburg, 8. Juni. Bis 4-/» Uhr find nod) 20 Wagen ^’^S'Sur.g, 8. Juni. Bis 5V» Uhr waren 79 Wagen ein- getroffen. .Es fehlen iwch neun. „ , . Homburg v. d. H., 8. Ium. Bis fcute 6}4 Uljr trafen noch zwei Wagen ein. Nach Mitteilung der Oberleitung smd in Metz 93 Wagen gestartet. Es stel-en noch. 4 Wagen forme der Schlußwageir der Oberleitung aus H o mburg v. d. H., 8. Ium. 'xer Wagen 117 fleht noch aus, der aber, da das Ziel geschlossen ist, nicht mehr mttreckMet. Aufgegeben haben die Wagen 110 wegen Bruch des Vorderrades, .‘ioroie die Wagen 23 und 118 wegen Achsenbruch. * Einen Bierkommers für die Prinz-Heinrich- )F ahrer veranstaltet die Jntematwnale -theologische Fakultät 368, auf die evangelisch-theologische 112, auf die juristische 920, auf die medizinische 495 und auf die philosophische Fakultät 2175. Der Staatsangehörigkeit nach sind: 3702 Preußen, davon 3087. aus der Rheinprovinz, ferner 251 übrige Reichsdeutsche und 117 Ausländer, davon 47 Russen. Dazu kommen: 210 Hörer, gegen 196. Der Gesamtbesuch beträgt mithin 4280, gegen 3833. eleganter MWin-Lalo:! preiswert zu verk. Näh. in der Geschäfts st. d. Gieß. Anz. (04719 0&37J (Lieg. 3ft. Gaslüfter bilL zu verk. Schiffend. Weg 41II. Kauf-Gesuche Stachelbeeren lauft (04803 Konditorei Hettler. Stengel (Pfälzer) Offerte an <3211 E. F. Bollmann, Bünde i. Wests. Junger, brauner Tackcl^Iu kaufen gesucht. Schrifll. Angebote unter 04826 an den Gießener Anzeiger erb. 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