Nr. 156 Zweites Blatt Donnerstag 7. Juli 1910 Gießener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme bcS Sonntags. General-Anzeiger für Gberheffen Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion: 112. Tel.-Ad r.: AnzeigerGießen. 160. Jahrgang Die „Gießener Zamiltenblatter" werden dem »Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreitblatt für Öen Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fraget erscheinen monatlich zweimal. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Unioersitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Die Reichsversicherungsordnung. :: Berlin, 6. Juli. Der Ausschuß für die Reichsversicherungsordnung setzte am Mittwoch die Aussprache über das Verhältnis d e r Aerzte zu den Kassen fort. Ein fortschrittlicher Redner führte aus: Der ärztliche Ehrengerichtshos kann nach ferner ganzen Zusammensetzung einen einseitigen Standpunkt der organisierten Aerzte gar nicht zum Ausdruck bringen .Hier handelt es sich um eine staatliche Einrichtung. Durch Landesgesetzgebung kam: dre Ehrengerichtsbarkeit abgeändert werden. Es ist nicht Sache der Gesetzgebung, sich darum zu kümmern, ab jemand fern Ekwenwort abgeben will oder iricht. Die einzelnen Aerzte sind nicht dazu gezwungen roortei. Bor Gründung des^ Leipziger Verbandes hat schon der Aerztevereinsbund ganz ähnliche oder dieselben Forderungen gestellt. Der Leipziger Verband war eine Notwendigkeit gegenüber der st a a t l i ch e n Zwangs- koalition der Krankenkassen. Nach dem Gesetz besteht sem Kurrerzwang. Die Ehren ce richte setzen die Pflichten, des Arztes viel höher. Wir werte.i zu einem Vertragsausschuß kommen. Es hat sich hei allen großen Kämpfen nicht mm tzono rarfragen, sondern um die freie Arztwahl gehandelt Ueücr ^onorarfragen wird eine Einigkeit leicht erzielt. Die Kostenfrage wird ja besonders immer gegen die freie Arztwahl ins Feld geführt Die Tatsachen sprechm aber dagegen, daß die freie Arztwahl die Kosten notweiidig steigern muß. Vielleicht empfiehlt es sich, eine Subkommission zwecks Formulierung der Beftimniungen einzusetzen. Die Aerzte wollen den Frieden. Sie Haden besseres zu tun, als Krieg mit den Krankenkassen zu führen. Staatssekretär Dr. Delbrück stellt fest, daß durch die Stel- lirrrg der ngorofeit Forderung unter das Ehrenwort die Sache au die Ehrengerichte gebracht worden sei, die im Falle eines Bruchs des Ehrenworts gar nicht anders fönnen, als strafend vorzugehen. Wir wollm die ärztlichen Gewerkschaften nicht unterdrücken. Wir wollen aber den Austrag des Streites auf eine Basis stellen, die den öffentlichen Interessen entspricht Tie Krankenkassen sind den Aerzten gegenüber in derselben Lage wie der Arbeitgeber den Arbeitern. Es empfehle sich, durch Ab st im- mung über dre vorliegendeir Anträge iinb Bestimmungen eine nene Basis für weitere Verhandlungen zu schaffen. Ein konservativer Redner nahm die Landarbeiter gegen den Veracht der erhöhten Simulation in Schutz. Ob ein Vertragsausschuß genüge, sei wohl zu erwägen. Tie ehrenwörtliche Bindung in wirtschaftlichen Dingen fei nicht zu billigen. Der Staatssekretär Dr. Delbrück äußerte die Besorgnis, daß bei Errichtung nur eines Vertragsausschusses die Minoritäten der nicht organisierten Aerzte und der Kassenärzte durch die Mitglieder des Leipziger Verbandes majorisiert würden. Welche Garantien können gegeben werden? Ein anderer Regierungsvertreter beleuchtete die Aufgaben der Bertragsausschüssc. Ein fortschrittlicher Redner sprach sein Erstaunen darüber aus, wie wenig die Herren Regierungsvertreter über ärztliche Dinge orientiert seien. Das sei die Schuld der preußischen Medizinalbehörde, die bei diesen ganzen Verhandlungen nicht vertreten sei! Der Aerztestand ist nicht in zwei getrennte Lager geteilt. Es besteht auch feine Kampfstellung zwischen den Aerzten und den Krankenkassen. Das Vev, halten, der Regierung zu den Ehrengerichten fei durchaus schief. Wo ist ein Analogon, daß jemand nicht vor ein Ehrengericht gezogen werden kann, der fein Ehrenwort gebrochen hat. Der £ 383 Absatz 3, wonach fein Arzt wegen Verletzung der Standes- chre verfolgt werden darf, wenn er Verträge unter Bedingungen abgeschlossen hat, die den Grundsätzen nicht entsprechen, ist eine direkte Belcidigung des ärztlichen Standes! Immer fragt mau nur, wie man die Minorität schützen könne. Warum trägt man den Anschauungen der Majorität, nicht Rechnung? Die Aerzte haben daS Interesse der Krankenkassen stets wahrgenommen. Warum spricht man nicht von der Leidensgeschichte der Aerzte? Wenn der § 378 mit den beiden Vertrag saus schuf sen an- ■ genommen wird, so bedeutet das den Krieg in Perma-- nenz. Ein sozialdemokratischer Redner stellte sich bezüglich der Forderung zweier Vertragsausschüsse aus den Boden der Regierung^ oortagc. Darauf wnrte die Genera ldiskussion über die Aer31ef rag c geschlossen. In der Ab ft im mung wurde dann § 377 mit unerheb- licken Abänderungen nach Ablehnung aller weiteren Anträge gegen die Stimmen der fortschrittlichen V o l k s p a r t e i und eines Mitgliedes der nationalliberalen Partei nach her Regierungsvorlage angenommen. Durch die Erklärungen der Regierungsvertreter wurde fest- gestellt, daß die nach dem System der freien Arztwahl vbgv- schlossenen Verträge als „besondere Ae rz t e o e r tr ä g e'z anzusehen sind. § 378 wurde ebenfalls nach der Regierungsvorlage angenommen. Nur wurde hie Bestimmung gestrichen, daß die Krankentassen eventuell die Kosten des Vertragsausschusses allein zu tragen haben. Ein Zentrumsabgeordneter gab darauf die Erklärung ab, daß er mit seinen politischen Freunden aus ge- schäftsordnungsmäßigenGründenfür allgemeine und besondere Vertragsausschüsse gestimmt habe, daß er aber materiell schon heute für einen Vertragsausschuß stimmen könne. § 379 wurde angenommen mit Einbeziehung der knapp schriftlichen Kasten. § 380 über die Wahlen zu den beiden Vertrags- ausschüssen erhielt folgenden Zusatz: Jeder Arzt kann sich nur in eine Lifte eintragen. Ferner wurde der Bestimmung, daß die Arztoertreter nach den Grundsätzen der V e r h ä l t n i s lv a h l gewählt werden, hinzugesügt: Hierbei kann die Stimmabgabe auf Vorschlagslisten beschränkt werden, die bis zu einem näher zu bestimmenden Zeitpunkte vor der Wahl einzureichen sind Wenn nur eine Vorschlagsliste eingereicht ist, gelten die auf dieser Liste Vorgeschlagenen ohne weiteres als gewählt. Weiter wurde festgesetzt, daß die Wahl geheim ist. . Nächste Sitzung: Donnerstag. Aus dem Ztrasprozrtzausschich. :: Berlin, 6. Juli. Der Ausschuß für die Strafprozeßordnung begann am Mittwoch die Beratung des drittenBuchesder Novelle: Rechtsmittel. Wiederaufnahme. Bei den allgemeinen Vorschriften über Rechtsmittel wurde gerügt, daß in manchen Bundesstaaten die Staatsanwälte sich angewöhnt haben, das Rechtsmittel der Berufung stets dann einzulegen, wenn der Angeschuldigte Berufung eingelegt hat. Die Regierungsvertreter betonten darauf aufs bestimmteste, daß keinerlei Anweisung von feiten der Zentral- und ProvinKialverwaltungen an die Staatsanwälte ergangen sei, in dieser Weise vorzugehen. Wenn Grund zu Beschwerden vorliege, s.o seien lediglich Hebern griffe und Mißstände rein örtlicher Natur daran fchuld, die entschieden zu mißbilligen seien. Der Staatssekretär Dr. Lisco stellte eingehende Erhebungen nach dieser Richtung hin in Aussicht. Die §8 301 und 302 blieben unverändert. Bei S 303 wurde die Befugnis zur Einlegung eines Rechtsmittels für den Beschuldigten auch für den Ehegatten eines oder einer Beschuldigten beantragt. Der Antrag wurde aber mit 11 gegen 11 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmten die Freisinnigen, die Reichspartei und ein Teil des Zentrums. Tie §§ 303 bis 311 wurden unverändert angenommen. § 312 über die Beschwerde erhielt folgenden Zusatz: „Die zur Ausführung der Entscheidung erforderlichen Anordnungen können demjenigen Gerichte oder Richter, von dem die beschwerende Entfcheidung erlassen war, übertragen werden." § 313 wurde genehmigt, ebenso § 314. Die S§ 315 bis 330 handeln von der Berufung. § 315 wurde angenommen unter Ablehnung verschiedener Anträge, die das Berufungsrecht der Staatsanwaltschaft aufheben oder einschränken wollten. Die §§ 316 bis 318 treffen weitere Festsetzungen über die Berufung und Berufungsanträge. Die Aussprache darüber wurde noch nicht zu Ende gefährd Nächste Sitzung Donnerstag. 26. Deutscher tandwirtsch. Genossenschaststag. 4 Eoblenz, 6. Juli. Mit einer Begrüßung der zahlreichen Vertreter der genossen- schastlichen Organisationen des Reiches wurden hier die Verhandlungen des 2 6. Deutschen l a n d w i r t s ch a f t l i ch e n Geil o s s e n s ch a s t s t a g e s eröffnet, dessen Beratungen man an- genchts der von Jahr zu Jahr wachsenden Bedeutung des Ge« nohenschaststvesens für das wirtschaftliche Leben Deutschlands mit grobem Interesse entgegensieht. Betrug doch bereits im vorigen Jahre der Umsatz der Zentralkasse der landw. Genossenschasten annähernd 6 Milliardei^Mark, em Betrag, der sich int abgelausenen Geschallsiahre noch lSHentlich erhöht haben dürste. Die Tagung neht diesmal wieder unter der Leitung des Generalanwalts Geh. 'Jiegterinigsrat Haas (Darmstadt), der an der vorjährigen Generalversammlung in ©roinemünbe wegen Krankheit nicht teilnehmen lonnle. Die umfangreiche Tagesordnung enthalt neben der Be- smechung von rein geschästlichen Angelegenheiten auch Fragen, die über die Genoffenschaitskreise hinaus Beachtung finden dürsten. So wird Generalsekretär Q u a b e d (Münster) die auch andere Organisationen berührende Frage behandeln, auf welche Weise sich die Genossenschaften gegen Veruntreuungen schützen können. Die Frage ist durch einige Vorkommnisse der letzter! Jahre aktuell geworden. Generalsekretär ELuaberf wird dem Genossenschaftstage hierzii folgenden Antrag vorschlagen: „Die Durchführung von Maßnahmen zur Sicherung der Genossenschaften gegen Veruntreuungen ist m erster Linie Pflicht der Genossenschasten selbst. Angesichts 'der sich m den letzten Jahren mehrenden Schädigungen von Genoffen- schäften durch Veruntreuungen, die geeignet sind, das Ansehen des ganzen Genossenschaftswesens zu schädigen, verweist der Deutsche landwirtschaftliche Genossenschaststag mit allem Nachdruck die ländlichen Genossenschasten und deren Verwaltungsorgane auf die ihrten bezüglich der Kontrolle obliegenden Pflichten und auf ihre Selbstverantwortung. Die Verbände sollen aus Grund ihrer Erfahrungen neben der Vervollkommnung ihres Revisionsdienstes die ange* * schlossenen Genossenschasten zur Durchführung von Maßnahmen anhalten, die geeignet sind, die Veruntreuungen möglichst zu verhindern." Weiter wird Generalsekretär Kerp (Köln) b-rc Organisation und die wirtschaftlichen Ergebnisse der Winzergenosfenschaflen behandeln. Auch diese Frage hat nach dem Erlaß des neuen Wein- gesetzes und nach bem Zusammenbruch verschiebener Winzer- genossenschasten in den letztest Jahren erhöhte Blutung gewonnen. In bem Antrag des Berichterstatters wirb zum Ausdruck kommen, die Mißerfolge der Winzergenossenschaften hätten erkennen laffen, daß neben wirtschaftlich ungünstigen Verhältnissen, die die gesamte Weinbranche in Mitleidenschaft gezogen haben, Fehler in ter Organisation der einzelnen Wiiizergenossenschasten und Mängel bei der Handhabung der technischen und vorzugsweise ter kaufmännischen Geschäfte als die Ursache der schlechten Resultate anzusprecken sind. Der Reichsverband wird ersucht, durch eingehende Erhebungen diese Ursachen im einzelnen feststellen zn lassen und gestützt auf diese sowie die bei anderen Gruppen ter Produktiv- und ALsatzgenossenschaftcn gemachten.Erfahrungen Besserungsvorschläge zu beraten und den Winzergeiiosjeuschaften bezw. den Genossenschaftsverbanten an die Hand zu geben. In der Frage ter Obstverwertung, deren Förderung sich u. a. bekannt lich mit an erster Stelle der Deutsche Pomologen-Verein in Eisenach angelegen sein läßt, steht der hierzu bestellte Redner Obstbau Inspektor W agner (Bonn) ziemlich pessimistisch in die Zukunft. Seine Leitsätze sehen einen Erfolg auf dem Gebiete der genossen« schafttichen Obstverwertung nur unter ganz bestimmten Beding ungen. Heute vormittag haben die Unter-Versammlungen ter Verbandsrevisoren und der Molkereiinstruktoren getagt, ter Nach mittag ist für die Versammlungen ter Beamtenwoblfahrtskassc und der Versicherungskasse bestimmt. Die erste öffentlich 23erfamm- lang wird morgen ter Generalanwalt eröffnen. Provinzial-Auöschuß der Provinz Oberheffcn. L. Gi e ß en, 6. Jnli. Anwesend: Der Vorsitzende ProvrnziErektor Dr. U s i n g e r und' 6 auswärtige Mitglieder. Es steht zur Verhandlung: Verteilung der Kosten des Gelcindeerwerbs für die Nebenbahn Lollar-Londorf. Der Suche liegt folgender TatbestLnd zugrunde: Iw Februar 1899 vereinigten sich zu Lollar Vertreter der Ge- Bombensichere Geldschrankgewölbe. Die räuberischen Angriffe gegen Geldschränke mehren sich. Ter Geldschrank mag noch so stark sein, die Herren Embrecher wisseii ihn zu bewältigen. Sogar die zehn Millimeter starke, aus einer Hartstahlplatte und einer Eisenplatte zusammengeschweißte Com- poundplatte toirb übertounten, obwohl ter Hartstahl als äußere Schicht das Eindringen des Bohrers, das zähe und elastische Eisen als hintere Schicht das Zertrümmern ter Platte verhindert. Es wird eben nicht mehr gebohrt und nicht mehr zertrümmert, sondern die Platte einfach durchschmolzcn. Die Einbrecher, die den Fortschritten der Wissenschaft gefolgt sind und sie praktisch zu verwetten wissen, ftellen das Loch entweder mit dem elektris.chen Lichtbogen ober dem Thermit ober tem Sauerstoffgcbläse her. Thermit, ein Gemisch aus Aluminiumfeilspänen und Eisenoxyd, entwickelt im augezündeten Zustande eine Hitze von mehr als dreitausend Grad. Einen gleich hohen Hitzegrad erzeugt der elektrische Lichtbogen. Und nun erst das Sauerstoffgeblase — mit ihm ist es dem Einbrecher möglich gemacht, auch die dicksten Platten in kürzester Frist zu durchlöchern. Das Schränkzeug kommt kaum lioch zur Anwendung, höchsteirs bei Gelbschränken alter Bauatt, deren Platten bem unverwüstlichen Stahlbohrer, ter tausende von Umdrehungen aushält, keinen genügenbeit Widerstand leisten Tonnen. So muß der Geldschrantfabrikant, wenn er die Unbesiegbarkeit seiner Erzeugnisse und sein Ansehen wahren wül, die höchsten Ansttengungen machen. Unbesiegbar sind nur noch die Anlagen ter großen Banken. Für die bombensichere Ausführung dieser Anlagen wird das Mensckienmögliche getan. Grundsatz ist, das Gewölbe inmitten des Gebäudes im Keller oder Erdgeschoß anzuordnen. Mit beteutenbem >Aufwande technischen Könnens und gewaltigen Mitteln sind besonders Decke und Fußboden behandelt, denn dieser soll gefestigt sein gegen die Maulwurfsarbeit diebischer Mineure und jene gegen ein stürzende Brandmassen. Die Decke besteht aus dicht nctenetnantergelegten und mit Zement vergossenen Eisenträgern von fünfzehn Zentimetern Höhe, einer vierzig Zentimeter starken Betonschicht und einer sechs Zentimeter mcken Monierplatte, und der Fußboten aus einer meterstarken Betonsohle und einer mit Zement und Terrazzo abgeglicheneu Nollschicht oder aus kreuzweise übereinanbergelegten und in dicken Zementschichten eingebetteten Eisenträgern, deren Zwischenräume so eng sind, daß sich kein Mensch hindurchzwängen kann. Den meterstarken, aus hartgebrannten Klinkern und Zementmörtel gemauerten Wänden sind ebenfalls Eisenschienen oder doppelte, besonders gehärtete StahlMienen eingefügt, die sogar, um etwaigen Ahrversuchen den höchsten Widerstand zu leisten, ein gewundenes, schraubenartiges Querprofil besitzen. Selbst Sprengmütel dürsten gegen diese Massen von Stein, Beton, Eisen und cstachl ziemlich wirkungslos bleiben. . Einzige Angriffsstelle könnte die Tür sein. I ‘Iber mag sie auch mit bem1 Sauerstoffgebläse angegriffen werten, I so leicht wie ein Gelbschrank ist sie nicht zu bewältigen, beim ihre Dicke beträgt gewöhnlich 200 bis 250 Millimeter, von denen 40 bis 50 Millimeter auf die Compoundpanzerung entfallen. Zudem besteht ihr nach allen vier Seiten greifentes Riegelwerk aus zylindrischen Stahlbolzen, die ebenfalls 40 bis 50 Millimeter stark sind. In amerikanischen Gewölben sind diese Türen neuerdings riinb und mit konzentrischem Riegelwerk eingebaut. Manche besitzen ein Gewicht von 90 bis 100 Zentner. Auswuchten lassen sie sich^nicht, beim in geschlossenem Zustande stellen sie sich als glatte ^tah'lwand ohne jeden ^Angriffspunkt dar. Bei alledem sind der Tür noch eine feste Tagestür und eine Gittettür vorgelegt. Zur weiteren Sicherung dienen elektrische Alarnisignale, die während der Nacht bei jeder Berührung der Türen sofort in Tätigkeit treten. Einem Einbrecher würde die nötige Zeit fehlen, um alle diese Hindernisse zu besiegen. Dazu kommt, daß in den großen Banken die Gewölbe unter nächtlicher Bewachung stehen und die Wächter durch Kontrolluhren geprüft werden. * . gen die Goethe-Philologen wendet sich Roiegger im Juliheft seines Heimgartens: Ich kam gerate zurecht auf fein Zimmer, als der brenzetige Gestank war. „Was haben Sie beim angebrannt?" fragte ich schnuppernd. — „Na, ich glaub's, daß es stinkt," antwortete er, „erstens ist es Papier, zweitens ist es eine mißlungene Arbeit gewesen. Die Urschrift mernes Dramas habe ich verbrannt." — „Das Drama wird doch ausgeführt?" fragte ich. — „Das verbesserte. Den mißratenen Versuch habe ich veriiichtet." — „Wäre es nicht intereffant für Sie und andere, das erste Manuskript aufzubewahren, um spater einmal die Entwickelungsgeschichte beobachten zu können?" — „Vielleicht, aber dann kommen die Ludern, stöbern das Zeug unzeitig hervor und lassen es drucken. Ich will aber nicht, das; mir die Leute bei meiner Toilette zuschauen, sie sollen mich nur im ordeiitlichen Gewände sehen." An dieses Gespräch mit Anzengruber erinnerte ich mich gelegentlich der Veröffentlichung von Goethes Urmeister, von dem vor kurzem zufällig eine Abschrift aurgefunben wurde.U Man fragt sich wirklich, mit welchem Rechte man Dichtungen ans Licht zerrt, die der Dichter nicht veröffentlicht wisien wollte. Ist ein juridisches Recht dazu vorhanden? Ist em moralisches Recht dazu vorhanden? Oder ein literarische^? Ich glaube nicht. Jebenfalls geschieht es gegen den Willen des Autors. Hätte Goethe feinen Urmeister gebrückt haben wollen, so würbe er ihn Nicht vernichtet haben. Es hätte wobl genügt, dre jetzt aufgcfunbenc Schrift im Goethe-Museum zu hinterlegen Wozu es entgegen ber Absicht des Dichters verösfentlichen' Man kann Goethe m die Werkstatt gucken in aller Weise, man wird ihm's doch nicht abguckeu. — Vom Glücksklee. Daß vierblätteriger Klee allgemein als Glücksklee angesehen wird, ist bekannt. In den Volkssagen spielt er eine aroße Rolle. Daß indessen auch bedeutende Leute an | das Glückverheißende dieser Pflanzen glauben und an die besondere Gabe mancher Personen, Glücksklee zu finden, ist immerhin be- merkenswert. Christine Hebbel soll sie in besonderem Grade besessen haben. Hebbel bemerkt in seinen Tagebüchern ivahreud seines Aufenthalts in Marienbild im Jahre 1854: „Das wunderbare Auge meiner Frau für vierblättrigen Klee betätigt sich auch hier, denn eine ansehnliche Zahl dieser unscheinbaren und doch gern gesehenen Boten des Glückes liegt schon vor mir, und manches von ihrem Ueberfiuß hat sie gewohuterweise wieder verschenkt. Es ist ganz eigentümlich, sie sucht nicht und braucht nicht zu suchen, sie wandelt unbekümmert und an jedem Gespräch teilnehmend an den Wiesen und Grasflächen vorbei, sie bückt sich plötzlich und reich! mir vergnügt ihren Fimd. Mein 2luge ist ganz so scharf wie das ihrige, mir entgeht keine Stecknadel am Boden, und ich habe in Paris zum Spaß bis in die Hunderte hinein aufgehoben, aber nie gelang es mir noch, trotz aller Mühe, die ich aufbot, und aller Aufmerksamkeit, die ich anwendete, ein solches Blatt zu finben. Tie Sehkraft macht es also nicht aus, sondern es ist eine be- sondere Eigenschaft, die sie in einem staunenerregenden Maße besitzt." Auch von einer anderen Frau, der Kaiserin F r i e d r i ch, ivird ähnliches erzählt. Der jüngst verstorbene Schriftsteller Gerhard von Amyntor, der als junger Offizier im schleswig-hol- sleinischen Kriege vom Jahre 1864 einmal von Hamburg aus einen Ausflug nach Blankenese machte, berichtet von der damaligen Kronprinzessin von Preußen: „Nach ber Tafel würbe ein kurzer Spaziergang gemacht, unb ich sah, wie sich die Frau Kron- vrinzessin, die eine Zeitlang für sich allein dahinwanbelie, plötzlich bückte unb bie Hanb nach ber Erbe ausstreckte. In der Annahme, daß sie etwas verloren hätte, war ich sofort an ihrer Seite, um ihr behilflich zu sein. Doch sie schüttelte beit Kopf und sagte fast ein wenig geheimnisvoll: „Ich suche vierblättrigen Klee! Da!" — und schon hatte sie sich wieder gebückt und ein mit scharfem Auge erspähtes Vierblatt abgepflückt — „da habe ich eines. Das ist für den Kronprinzen, es soll ihm Glück bringen!" Sic hielt den kleinen Kleestengel in der Hand und schritt emsig suchend weiter. Ich war an ihrer Seite geblieben und strengte meinen Sehnerv nach Möglichkeit an, um auch meinerseits solch ein glüct- verkündendes Vierblatt zu entdecken, cs gelang mir nicht, das Gewünschte zu erspähen, und so oft ich auch zugriff, immer war ich getäuscht und hatte nur ein ganz gewöhnliches Dreiblatt erwischt. Mein Mißgeschick schien sie zu belustigen; sic selbst hatte sich in' bem Erkennen ber Blätter noch nicht ein einziges Mal geirrt Unversehens beugte sie sich wieder zur Erde, so schnell, daß ich ihr nicht zuvorkommen konnte: „Ta habe ich tvieder eines! Das soll für Sie sein; mag es seine Bedeutung auch an Ihnen er- äillen." Sie reichte mir das frisch gebrochene Pflänzchen, das ich von jubelndem Danke beseelt, an mich nahm und in meiner Bries-' lasche barg/ tragen: t) In St. Quentin hat ein 18 jähriger Tischlergehilse namens Detrauz vor dem Polizeikommissariat einen Schutzmann durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt; der Angreifer, der sofort verhaftet wurde, erklärte, er kenne den Schutzmann nicht, er habe nur den kürzlich Hingerichteten Liaboef rächen wollen. Infolge der noch immer anhaltenden gro fielt Hitze in Newark und in den Städten dos Staates sind insgesamt 171 Pe r- oneit der Hitze erlegen. * Uebertroffen. „Meine Violine klingt so schön, daß die Vögel.draufien mitsingen." — „Und meine Flöte so kräftig, dafi die Fabrikarbeiter heim Zehen, weil sic meinen es wäre eine Dampfpfeife." i Kleine Tageschronik. Der Dampfer „Mainz" mit der Graf Zeppelmschen Vorexpedition an Bord, der erst am Freitag von Bergen abgehen elfte, ist am Mittwoch nachmittag in nördlicher Richtung von Bergen abgegangen. Infolge anhaltender Regengüsse schwellen in der ganzen Schweiz die Seen und Flüsse von neuem bedrohlich an. Der Murtensee trat über seine Ufer und überschwemmte auf weite Strecken das bebaute Land. Lanörvirtschaft. X Von der oberen Niddn, 6. Juli. Die trostlosen Wetteraussichten rufen schwere Besorgnisse wach. Ist den geschlossenen Wieseirgründen wurde mit der Heuernte zu lange gewartet; jetzt hat das Futter viel von seiner Güte verloren; in tiefer gelegenen Wiesen stellt sich Grund- wasser ein und nicht nur die Aussichten auf Heu, sondern auch auf Grummet sind schlecht, da letzteres nicht eher wachsen itann, als das Heu entfernt ist. Dcts seit 2 Wochen bereits gemähte Heu verliert jeden Tag mehr an Wert. Auch für die Kartoffeln hegt man Besorgnisse. Gurken und Bohnen werden gelb und rostig. In den Gärten richten die Schctr- mä u s c großen Schaden an. Ebenso treten die ©djneefen in großer Menge auf. Friedberg vom 19. Dezember 1908 meinben Lollar, Mainzlar, Treis a. d. Lda., Mendorf Einrede der Verjährung entgegengesetzt, indem sie anführte, ösientftche Abgaben und Gefälle, zu denen der angeforderte Beitrag gehöre, verjährten innerhalb 4 Jahren. Es seien fader schon seit Errichtung der Bcchn mehr wie 4 Jahre ; verstrichen gewesen, ehe man. es für nötig gehalten habe, die Stadt Gteßen davon in Kenntnis zu setzen, daß fie 'einen Beitrag leisten solle. Weiter habe Gießen aber auch gar ■fein Interesse an der Bahn, da der Verkehr durch sie nicht Gießen zu-, sondern von ihm abgelenkt werde. Die Gemeinde Lollar versuchte nachzuweisen, daß ihr die neue Bahn nur Nachteile gebracht habe. Der Kreisausschuß des Kreises Friedberg entschied, daß beizutragen seien von den Gemeinden Lollar 13,69 Proz., Londorf 5,08, Mainzlar 5,11, Ällendorf a. d. Lda. 11,69, Treis a. d. Lda. 10,72, Daubringen 4,82, Climbach 1,01, Staufenberg 1,45, Allertshausen 0,28, Kesselbach 0,49, Gemartung Heibertshausen 0,07 und Stadt Gießen 45,59 Proz. In der heutigen Verhandlung war über den Rekurs der Stadt Gießen und der Gemeinde Lollar gegen dieses Urteil zu entscheiden. , Nach längerer Verhandlung entschied der Provinzial-Aus- schuß, daß die Rekurse als teilweise begründet anzusehen und der Beitrag von Gießen auf 7.16/ der von Lollar auf 3/s zu ermäßigen sei. * Die Gr underwerbskosten für die Nebenbahn Lollar-Londorf betragen dem Vernehmen nach 250000 Mk. Ocach den bisherigen Entscheidungen haben hiervon zu Aniveriitäts-Nachrichlen. [] Marburg, 6. Juli. In der theologischen Fakultät habilitierte sich am Samstag Licentiat Bornhauser mit einer Antrittsvorlesung über „Das religiöse Problem in Frankreich während der Borrevolutwn." Karlsruhe, 6. Juli. Wie die „Karlsr. Ztg." meldet, hat der Großherzog mit Wirkung ab 1. Oktober 1910 den Professor Dr. W a g e n ni a n n an der Universität Jena unter Verleihung des Titels Geheimer Hofrat zum ordentlichen Professor der Augen- Heilkunde und Direktor der Augenklinik an der Universität Heidelberg und für den gleichen Zeitpunkt den Professor Dr. Wilms ß.n der Universität Basel zum ordentlichen Professor der Chirurgie und zum Direktor der chirurgischen Klinik an der Universität .Heidelberg ernannt. Markte. th. Gießen, 6. Juli. Gießen mit seinen von altershcr blühenden Viehmärkten entwickelt sich immer mehr als Zentrale des Rindviehhandels für einen großen Teil ^^Westdeutschlands, trotz to Wangelndm EtMichtuLLen, M LtaUüng und LÄsen^ Handel. — Reichs bank und Geldlage. Die Entwicklung des Geldmarktes hat sich durchaus nicht so günstig entwickelt, wie es selbst in vielen Fachzeitungen hingestellt worden war. AlS der letzte Reichsbankausneis mit seinen außergewöhnlichen hohen Anforderungen an das Wechsel- und an das Lombardkonto, sowie mit der um diese Zeit noch nie dagewesenen hohen Notensteuerpflicht bekannt wurde, würbe zur Beruhigung mitgeteilt, daß aller Voraussicht nach schon die ersten Tage des neuen Monats eine Erleichterung durch starke Rückflüsse in die Bank bringen werden. Diese Erleichterung ist aber bis jetzt nicht gekommen. Im Gegenteil sind, wie aus Berlin gemeldet wird, Neueinreichungen von erheblichem Umfang zu verzeichnen, während in der gleichen Zeit des Vorjahrs bereits stattliche Rückflüsse eingetreten waren. Dadurch werden die Befürchtungen, daß in absehbarer Zeit eine Diskontermäßigung nicht zu erwarten ist, nur bestätigt. Der nächste Ausweis dürste jedenfalls noch hohe Ziffern zeigen. LuftscWahrt. Kopenhagen, 6. Juli. Heute abend machten der schwedisck>e Hlieger Boron E e d e r st r ö m und der dänische Flieger Svend- /jen den Versuch,, vom Kopcnhagyter Flugplätze aus den Sund Provmzialausschusses Oberhessen vom 6. Juli 1910. nach der Entscheidung des Kreisausschusses nach Malmö zu überfliegen. Beide erreichten wegen des heftigen Windes nicht ihr Ziel. Baron Cederström landete auf der Insel Säftholm; Svendsen flog nach dem Kopenhagener Flugplätze zurück, wo er nach einem Fluge von 21 Minuten Dauer wieder glatt landete, obgleich er während des Fluges von Unwohlsein befallen wurde, so daß et vom Flugplätze f orige-, tragen werden/mußte. Betheny, 6. Juli. Bei einem Winde von 15 Sekundenmetern stieg Leutnant Bassel mit seinem zusammengekupvelten Zellen brach en 110 Meter auf und verblieb 42 Minuten in dieser Höhe. Sport. s. Marburg, 6. Juli. Das 19. Gauverb ands- s chießen der Schützenvereine des Gaues Hessen-Nassau ging gestern abend zu Ende. Das Ergebnis des Preisschießens ist: Fe st scheibe (100 Meter): 1. Preis Ehr. Kremer, Weilburg; 2. Langenbach, Siegen; 3. W. Plitt, Biedenkopf; 4. K. Brühl, Biedenkopf; 5. C. Deitermann, Siegen; 6. Manneschmidt, Biedenkopf: 7. G. Stang, Marburg; 8. H. Uuckel, Marburg; 9. G. Fendt, Marburg; 10. Ad. Maus, Herborn; 11. H. Saueä', Neunkirchen; .12. Holtmeier, Butzbach. 13. P. Lowka, Marburg; 14. A. Sommermann, Marburg; 15. E. Vogt, Butzbach; 16. Fr. Brauer, Marburg; 17. Eh. Tag, Homburg; 18. Psannschmidt, Neunkirchen; 19. H. Wießler, Butzbach; 20. W. Menz, Marburg; 21. G. Lommcl, Weüburg. Meister scheiben: 100 Meter: H. Bücking II., Alsfeld; 175 Meter: I. Schmitz, Frankfurt a.M.; 300 Meter: I. Schmidt, Hanau und O. Dula, Marburg (Ehrenpreis, gestiftet von Herrn Dr. Reich in Düsseldorf für den besten Marburger Schützen). Wildstand:^ Ehr. Tag, Hornburg; A. .Pascoe, Gießen. Fe st scheibe (175 Meter): 1. Preis F. Erin ert, Betzdorf; 2. H. Laper, Marburg; 3. Schreiner, Herborn; 4. Neumann, Butzbach; 5. Hacker, Biedenkopf; 6. I. Schmidt, Hanau; 7. H. Schmidt, Gießen; 8. H. Wolf, Homburg; 9. Gunfch- mann, Darmstadt; 10. A. Wolf, Betzdorf; 11. H. Thoeme, Biedenkopf; 12. F. Holtmeyer, Butzbach; 13. Ehr. Tag, Homburg ; 14. K. Dietrich, Marburg; 15. P. Lowka, Marburg; 16. I. Bueck, Bockenheim. Fe st scheibe (300 Meter): 1. Preis A. Wolf, Betzdorf; 2. Reinhaeckel, Suhl; 3. Jüngst, Biedenkopf; 4. I. Bueck, Bockenheim; 5. H. Jllig, Bockenheim; 6. C. Sommer, Siegen; 7. A. Dicköre, Gießen; 8. Paffratb, Marburg; 9. W. 'Jung, Siegen; 10. A. Beek, Herborn; 11. W. Wollberg, Neun- kirchen; 12. Fr. Bang, Marburg; 13. Themel, Biedenkopf; 14. Wießler, Butzbach; 15. Metzler, Weilburg; 16. Maus, Herborn. Der Wanderpreis fiel nach Betzdorf. Das nächstjährige Fest soll (in Neunkirchen stattfinden. Vermischtes. * Der verkannte Eduard. Kaum glaublich aber nichtsdestoweniger wahr ist ein Stückchen, das sich jüngst in einem Gebirgsdörfchen ereignete. Dort bescherte Gevatter Storch eine Familie mit einem kleinen Weltbürger. Das Kind wurde tags darauf getauft und erhielt den Namen Eduard. Als der kleine Mann jedoch drei Tage alt war, entdeckte man, daß Jung-Eduard gar kein Knabe, sondern ein Mädchen war. In aller Stllle wurde nun aus dem wackeren Eduard eine Agnes gemacht. Auf diese nicht mehr ganz gewöhnliche Weise kann ein Menschenkind zu zwei Taufpaten, einem Paten und einer Patin, kommen. * Schw albe und Kreuzspinne. Dem B. L.-A. wird von einem Leser geschrieben: „Gestern nachmittag fiel vom Dach eines 5)auses eine Schwalbe herab. Ich nahm das Tierchen vom Boden auf, um es zu pflegen und vielleicht zu retten. Während ich es untersuchte, kroch aus dem Gefieder eine Kreuzspinne hervor, die ersichtlich sich voll Blut gesaugt hatte. Gleichzeitig bemerkte ich am Hals der Schwalbe einen kleinen kahlen Fleck. Ich tötete die Kreuzspinne und hierbei zeigte sich, daß sie erst vor kurzem der Schwalbe Blut ausgesogen haben mußte. Ich toanbte nun meine Sorgfalt dem Vögelchen zu, allein^es half nichts mehr; die Schwalbe starb nach einer halben Stunde." Daß Vögel von Spinnen angegriffen werden, dürfte in Deutschland wohl zu den größten Seltenheiten gehören. * Wenn man M e v c r heißr.... Es gibt gewisse Namen, die man getrost „Sammelnamen" nennen könnte, weil eine Unzahl Menschen mit ihnen benannt oder, wenn man will, behaftet ist. Zu diesen Sammelnamen zählt neben den Müller und Schultz auch der am meisten verbreitete Meyer mit seinen zahlreichen ay-, ei- und ey-Varianten. Der Besitz eines solchen Sammelnamens bedeutet für dessen Träger manchmal geradezu eine Katastrophe, denn er provoziert nicht selten die ärgerlichsten Verwechslungen und Mißverständnisse. Eine solche „Meyerjade" bereitete jüngster Tage auch einer jungen Dame in Wien im 2. Bezirk eine höchst peinliche Viertelstunde. Die Betreffende war — nach der launigen Schilderung der Oesterreichischen Volkszeitung — verlobt und unterhält mit ihrem Bräutigam, wie das bei Brautleuten meistens Brauch ist, einen recht lebhaften Briefwechsel. Um dem Erkorenen — er heißt Franz Meyer — das Ersteigen ihrer im vierten Stock gelegenen Wohnung möglichst zu ersparen, bestimmt sie ihm gewöhnlich^ brieflich eine Stunde, in der er sie an der nächstgelegenen Straßenecke erwarten kann. Auch kürzlich wurde aus seinem Wege ein Zu- ammentreffen vereinbart, dem ein gemeinsamer Spaziergang eigen sollte. Die Braut ist pünktlich zur Stelle, der Bräutigam nicht. Sie wartet geduldig und geht auf und ab. Schritt ur Schritt mit ihr, aber weder bemerkt noch beachtet, promeniert auf der anderen Seite der Straße eine korpulente, nicht mehr ganz junge Frau. Sie ist sichtlich sehr aufgeregt, verfolgt gebannt jeden Blick der Wartenden, schreitet endlich energisch über den Fahrweg, pflanzt sich breitspurig vor dem erschreckten Mädchen auf und fragt schließlich barsch und mit funkelttdeu Augen? „Fräulein Camilla?" Die Angesprochene bejaht. „Sie erwarten hier einen Herrn. . . Sagen Sie nichts. . . Ich weiß es be- timmt . . . einen Herrn Franz Meyer . . . N.-Straße Nr. 54./' — „Ja, aber ..." — „Woher ich das weiß? . . . Daher . . . aus diesem Brief. Ist der von Ihnen oder nicht?" Zornig hält sie dem Mädchen das Billet hin, das dies gestern geschrieben.. Fräulein Camilla errötet unwillkürlich und stammelt dann: „Ich . . . ich werde doch an meinen Bräutigam schreiben dürfen?" . . . „Bräutigam? Schändlich! Sie unterstehen sich, einen verheirateten Mann mit drei Kindern als Ihren Verlobten auszugeben?". . . Das Fräulein wandelt eine Ohnmacht an. Ihr Franz sollte FamUienvater. . .? Unsinn. Sie rafft sich auf und will nun ihrerseits mit erhobener Stimme replizieren. Aber ihre Gegnerin läßt sie nicht zu Worte kommen. „Aha," ruft fie, „Sie werden blaß . . . Sie sind also schuldig! Na, ich werde Ihnen zeigen, meinen Mann in Ihre Netze zu locken." Sie aßt das zitternde Mädchen hart an, aber just int kritischen Moment erscheint der Bräutigam. „Franz!" kreischt Fräulein Camilla, reißt sich los, durchbricht den Kreis der Neugierigen, der ich natürlich schon versammelt hatte, und stürmt ihrem Verlobten entgegen. Ihr nach die feindliche Dame und ein Teil des Publikums. Bald ist der Bräutigam über die kritische Situation aufgeklärt, Er richtet einige nicht eben freundliche Worte an die erregte Verfolgerin und diese muß Abbitte leisten. Denn der Brief war irrtümlich bei ihrem Gatten abgegeben worden, der auch Franz Meyer heißt und in demselben Hause wohnt wie dev junge angehende Ehemann. Ja, wenn man Meyer heißt! . . , % Mk. 0/0 / Mk. Lollar . . . 13,69 34 225 12,92 32 300 Bondorf . . • 5,08 12 700 6,39 15 975 Mainzlar . . 5,11 12 775 6,43 16 075 Allendors . . - 11,69 29 225 14,71 36 775 Treis . . . 10,72 26 800 13,49 33 725 Taubringen . 4,82 12 050 6,06 15 150 Climbach . . A 1,01 2 525 1,27 3175 Staufenberg . A 1,45 3 625 1,82 4 550 Allertshausen 0,28 70J 0,35 875 Kesselbach . . - 0,49 1225 0,62 1550 Heibertshausen 0,07 175 0,09 225 Gießen . . . 45,59 113'975 35,85 89 625 zusammen 100,00 250 000 100,00 250 000 bahnanschlufi unmittelbar am? Marktplatz. Würde man für unsere Märkte einen allen Anforderungen entsprechenden Viehdof schaffen, so würde jebe Woche sich ein Markt entwickeln und die Btärkte würden einen Umfang annehmen, von dem man beute fiel) kaum einen Begriff machen kann. Mit dem Voryarrdenseiu eines Vieh- Hofs würde selbstverständlich auch der vollständig zu einem Markt ausgebildete Handel in Milchvieh auf der Eilgutsrampe sort- fallen, der fast jede Woche mit den eintrefsenden großen Traust Porten von schwarzbuntem Vieh stattftndet zum Schaden unserer Märkte, beiten dadurch das so sehr gesuchte Qualitätsviey zum größten Tell entzogen wird. 9luch diesmal wurden beim Vorhandel wieder starke Transporte Milchkühe und Jmtgtiere verkauft, trotzdem betrug der Auftrieb des Marktes 1400 ^t. Großvieh, 450 Jungtiere und Kälber und 300 Schweine. Für Milchkühe legten die Einkäufer für Frankfurt, Wiesbaden und Koblenz, die gute Ware suchten, recht belangreiche Preise an, so daß der Preis für die geringeren Qualitäten dadurch gesteigert wurde. Jungtiere, die u. v. auch aus der Eifel gekommen waren, gingen flott zu angemessenen Preisen fort. Der Handel in fetten Rindern und Kühen war bei recht hohen Preisen sehr belebt. Das gleiche Bild zeigte der Kälbermarkt, bei dem die hohen Preise des letzten Marktes bestehen blieben. Der Handel in Ferkeln und Läufern litt unter dem nassen Wetter, doch wurde der kleine Vorrat zu den Preisen des letzten Marktes unter gebracht. Es wurden für das Ltück bezahlt: Aillchkühe 1. Qual. 550 bis lüO Mk. (vereinzelt schwere Tiere bis 650 Mk.), 2. Qual. 460—530 Mk., 3. Qual. 370 bis 444 Mk., Jungvieh je nach Alter und Form 140—240 Alk. Gehandelt wurde der Zentner Schlachtgewicht: Fette Rinder 1. Qual. 80 bis 82 Mk. (einzelne extra schivere Tiere bis 85 Aik.), 2. Qual. 77 bis 79 Mk., leite Kühe 1. Qual. 72 bis 75 Mk., 2. Qual. 69—72 Mk., geringere Ware fehlte. Kälber 1. Qual. 83—88 Mk. (vereinzelt extra schwere Stücke bis 92 Alk.), 2. Qual. 75 bis 80 'Mk., 3. Qual. 68 bis 73 3)lf. Fette Echsen sind in der Gegend überaus fuapp und sind nur von Handelsleuten zu haben, welche für 1. Qual. 86—88 Mk., 2. Qualität 83 bis 85 Alk. verlangen. Die Preise für Ferkel stellten sich für das Paar 6 bis 8 Wochen alt, 44—54 Mk., 10 bis 13 Wochen alt 60 bis 70 Mk., leichte Springer 80 bis 100 Alk., Mittelware bis 130 Mk., schwerere Tiere bis 160 Mk. Gute schlachtreife Schweine werden in Fleischware nut 63—64 Alk. der Zentner Schlachtgewicht bezahlt. — Nächster Markt am 19. und 20. Juli. L. Friedberg, 6. Juli. Trotz der recht ungünstigen Witterung war der Verkehr auf unserem heutigen Vieh markte sehr lebhaft. Llahezu 1400 Schweine waren aufgetrieben und von 7 Uhr nwrgens an entwickelte sich ein lebhafter Handel. Die Preise hielten sich in früherer Höhe, ja sind noch hinauf gegangen. Tas Paar Ferkel, ganz junge Ware, kam aus 36 Alk. zu stehen, schwerere Tiere auf 50 bis 70 Alk., schon gegen mittag war der Markt geräumt. Die Zufuhr zum Markt nimmt mit jedem Jahre zu. Limburg a. d. Lahn, 6. Juli. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro Malter. jHoter Weizen (nassauischer) 16,55 Alk., weißer Weizen (angebaute Fremdsorten) 16,10 Alk., Korn 10,80 Mk., Gerste: Futtergerste 0,00 Alk., Braugerste 00,00 Alk., Hafer 7,25 Alk., Erbsen 0,00 Alk., Kartoffeln 4,40—5,00 Alk. ke.Frankfurta.M. V i e b h of-Al a r k t b e r i ch t vom 7. Juli. Auftrieb: Ochsen 23, Bullen 8, Färsen und Kühe 151, Kälber 733, Schafe 108, Schweine 887, Ziegen 3. Tendenz: Kälber glatt, Schafe und Schweine ruhig, ausverkauft. Preis pro 100Pid. Lebend- Schlachtgewicht Kälber, Mk. Mk. Feinste Mast-(Vollmilchmast) u. beste Saugkälber 58—62 96—104 Mittlere Mast- und gute Saugkälber .... 53—57 90—95 Geringere Saugkälber......... 48—50 82—85 Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . 37—38 78—80 Sichere Masthammel und gut genährte Schafe 35-00 76-00 Schweine. Vollfleischige Schweine über 21/, Zentner Lebendgewicht......... Fettschweme über 3 Ztr.Lebendgew. . Fleischige Schweine....... 53.00—55.00 54.00—55.00 52.00—54.00 67.00—69.00 68.00—70.00 66.00—69.00 Kird?lid?e Nachrichten^ Israelitische HelißionsgemeinOe. Gotter-ienst in der Synagoge (Süd-Anlages Samstag den 9. Juli 1910: Vorabend 7.45 Uhr. Al 0 r g e n s 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbatausgang 9.35 Uhr. Samstag den 16. Juli, nachmittags 4 Uhr: Jugerrdgottesdienst mit Predigt. Israeiitijche Religionsgejellschast. s Gotterdlenft. Sabbatfeier am 9. Juli 1910: Freitag abend 8.00 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Illachmittags 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 9.35 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6.00 Uhr, abends 7.30 Uhr. FamiLien-NQchrichtcn. Geburten: Herrn Pfarrer Schttltheis und Frau in Hoch- Weisel eine Tochter. — Herrn Lehrer Jung und Frau in Maulbach ein Sohn. Gestorbene: Frau Elisabethe Falk, geb. Schultheis, in Steinfurth. — Herr August Diehl in Butzbach. — Frau Anna Bender, geb. Schmidt, m Gambach. — Herr Wilhelm Lind in Laubach. — Fräulein Henriette Weitz in Alsfeld. — Herr Johannes Euler in Mittelgründatl. — Herr Jakob Koch im Hof Ronneburg bei Büdingen. — Frau Fanni Löwenstein, geb. Meier, in Echzell. — Herr Johannes Bittet in Darmstadt. — Herr Paul Wolff, Frau Katharine Düster Witwe, geb. Bauer, beide in Wetzlar. — Herr Karl Roth in Groß-Rechtenbach. — Frau Marie Matthaei, 1 geb. Schneider, aus Marburg (geft. in Omaha (Nord-Amerikas). — Herr G. Ziffer in Niedereisenhausen. — Herr Hermann Weigold in Wiesbaden. -------------------— =...... Briefkasten dev Redaktion. (Anouhme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Nidda. Wir bitten um Einsendung der Arbeiten. Verantwortlich für den politischen Teil i. V.: R. Lange. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. JE 1910 Barometer auf 0* reduziert c & der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Grad der Beuvlbung in gehnrel der sichtb. Himmelrfl. Wetter \ 6.1 2« 739,3 14,4 10,7 88 8 . 2 10 Regen 6. 9"! 738,4 11,8 10,0 97 ENE 2 10 7,1 7-b 740,7 13,0 9.8 89 SE 2 0 Sonnenschein H öchste Tetnpe ixitur mn 5. bis 6. Ju i = 4 14,0 6 a. Niedrigste w r 5. - 6. H = H- 11,5 °c. Foulard - Seide v. 95 Pf. ab -— Schon verzollt! — Verlangen Sie Master! — D6/t G. Henncberg, Zürich. Räumungs« farbige Wilh nodi erheblich billiger! meinen Sommer-Besfänden zu räumen, auf Amtlicher Teil. Bekanntmachung. B c t r.': zVelbbcreiniguna in der Gemarkung Mainzlar Tagfahrt zur Entgegennahme der Wünsche, bic die Beteiligten! für die Bildung der neuen Ersatzgrundstücke geltend machen wollen, findet Freitag den 22. Juli 1910, Hon vormittags 10 Uhr b i s Vs 11 Uhr- im Rathaus zu Mainzlar statt. Die Wünsche sind 1 christlich einzureichen und müssen angeben, welche alten (nach Flur und Nummer zu bezeichnenden) Grund- ftütfc zusammengelegt werden sollen und bei welcher alten Parzelle die .'Zusammenlegung erfolgen soll. Wunsche, die in diesem Termin nicht schriftlich cingneich- werden, haben feinen Anspruch aus Berücksichtigung. Friedberg, den 2. Juli 1910. Der Großherzogliche Feldbereinigungsfommissär: _____________Kirnberger, Äreisamtmann. Bekanntmachung. Set r.': Feldbereinigung in der Gemarkung Ettingshausen. In der Zeit vom 8. bis einschließlich 21. Juli l. I. liegt aus dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterer Ettingshausen ein Projekt säer Ausführung von Drainagen in den Fluren I, VI, VIII, IX, X und XI nebst Beschluß der Vollzugskommission vom 23. Juni 1910 zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen find bei Meldung des Ausschlusses innerhalb der obenangegebenen Offenlegungsfrist bei Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen schriftlich einzureichen und zu begründen. Friedberg, den 5. Juli 1910. Ter Großherzogliche Feldbereinigungskommissar r Schnrttspahn, Kreisamtmann. Bekanntmachung. Karl Wenzel von Gießen ist zum Substituten der Amtsgerichtsdiener des unterzeichneten Gerichts bestellt und am 7. Juni 1910 verpflichtet worden. Gießen, den 4. Juli 1910. Großherzvgliches Amtsgericht. AUSVERKAUF von Uhren, Gold- und Silberwaren wegen = Geschäftsverlegung nach Seltersweg 77 Wilhelm Reuscli, Bahnhofstr. 33 Ich Anna Csillag nrit meinem 185 cm langen Rieicn-Lorelev Haar, habe solches infolge 11 monatliche» Gebrauches meiner felbftcrfundeuen Pomade erhalten. Dieselbe ist als das einomc Mittel gegen Ausfallen der Haare, zur Förderung des Wachstums derselben, zur Stärkung des Haarbodens anerkannt morden, sie befördert bei Herren einen vollen, kräftigen Bartwuchs und verleiht schon nach kurzem Ge brauche sowohl dem Kopf als auch Bartdaar natürlichen Glanz und Fülle und bewahrt dieselben vor frübzcitigcm Ergrauen bis in das höchste Alter. Jeder kann sich bis ins hohe Alter nach Gebrauch der von Frau Anna Csillag felbstcrfundcnen Haarwuchs- Pomade fein Haar dicht und lang erhalten. Kein anderes Mittel besitzt soviel Haaruahrftoff als die Csillag-Pomadc, welche sich mit allem Recht einen Weltruf erworben hat, indem die Damen und Herren schon nach Benützung des ersten Tiegels Pomade den besten Erfolg erzielen, da das Haarausfallen schon nach einigen Tagen gänzlich anfbört und neuer Haarwuchs zum Vorschein kommt. Preis eines Tiegels 2,3,5 und 8 Mk. 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Kloster- ftraße 22, Plettenberg, Grünestraße 48, Recklinghausen, Holzmarkt 1,' Rbelne, Altenrheiner- straße 6, Schwelm, Schulstr. 34, Schwerte, Bahnhofstr. 13, Siegen, Grabenstr. 1, Soest, Leckjatumstr. 9, Unna, Morgenstrahe 24, Langendreer, Blücher- straße 6, Teleph. 234 Letmathe, Hagenerstratze Hauptstelle ESSEN-RUHR Kaiserstr. 8 6. Telephon 624 n. 626 Zweigstellen: Altena,Freiheitstr. 1, Teleph. M Arnsberg, Grafenstr. 87, rjrucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung preiswert die Brühl’sche Universitäts-Druckerei, Schulstr. 7 K 66/10. (B9/fl Donnerstag den 21. Juli 1910, nachnl. 3 Uhr, wird in unserem Amtszimmer die dem Emil Kimpel in Gießen zu geschriebene, nachstehend verzeich nctc Parzelle versteigert: 4/190,5 --- 378 qm Ho freite in der Stevhansmark. Gießen, den 7. Juni 1910. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. K 67/10. Donnerstag den 21. Juli 1910, nachm. 3 Uhr, wird in unserem Amtszimmer die dem Emil Kimpel in Gießen zu geschriebene, nachstehend verzeichnete Parzelle versteigert: Fl. 4 Nr. 190Vio = 378 qm Hof- reite in der Stephansmark. Gießen, den 7. Juni 1910. Großhcrzogliches Ortsgericht. Gros. K 73/10. (B9/g Douncrötag beit 21. Juli 1910, nachm. 3 Uhr, werden in unserem Amtszimmer die den .Heinrich Abel Eheleuten in Gießen zugeschriebenen, nachstehend verzeichneten Parzellen versteigert: Fl. 13 Nr. 503/io - 150 qm Grab- gnrten a. Sandkauter Weg, links hinter den Gärten. Fl. 13 Nr. 50«/,o = 213 qm Hof- rcite daselbst. Fl. 13 9h\ 50*/10 - 1080 qm Acker daselbst. Fl. 13 Nr. 55 — 1174 qm Wiese am Heegstrauch vor Staudegarten. Gießen, den 6. Juni 1910. Großherzogliches Ortsgericht. Gros. K 69/10. (B9/§ Donnerstag den 14. Juli 1910, nachm. 3 Uhr, wird in unserem Amtszimmer die dem Ludwig Wacker in Gießen zu- I geschriebene, nachstehend verzeichnete Parzelle versteigert: Flur I Nr. 462 — 34 qm Hofreite in der Schloßgasfe. Gießen, den 6. Juni 1910. Großherzogliches Ortsgericht. Gros. K 72/10. (B»/# Donnerstag den 14. Juli 1910, nachm. 3 Uhr, wird in unserem Amtszimmer die dem Ludwig Wacker in Gießen zu- geschriebene, nachstehend verzeichnete Parzelle versteigert: Fl. I Nr. 462 — 34 qm Hofreite in der Schloßgasfe. Gießen, den 6. Juni 1910. Großherzogliches Ortsgericht. Gros. K 74/10. (B% Donnerstag den 14. Juli 1910, nachm. 3 Uhr, wird in unserem Amtszimmer die der Konrad Pilling Ehefrau Adelheid geb. Schwarz zu Wolfach zu- gefdjriebene, nachstehend verzeich nete Parzelle versteigert: Fl. I Nr. 123671/ioo — 548 qm Hofreite imGartfeld bei derSchoor bei der Stadtmühle. Gießen, den 7. Juni 1910. Grotzherzogliches Ortsgericht. Gros. Heues Sartraiil empfiehlt 3690] Ebcrh. 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