Dienstag 9. August 1910 160. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 184 Erschein! täglich mit Ausnahme bes Sonntags. wandt, und mit seinem Präparat 418 konnte N er ß e r bei j Irlich möglich^ ___ rr> > 1Q itüpTi papu ACnPhTITCYt 1X1 DCriTT Aus Innsbruck wird gemeldet: lieber in der diesigen Klinik erzielte Erfolge mit E h r l i ch s ch e n Einspritzungen teilt mir Professor Merk mit, daß bisher 18 Einspritzungen aucd iridit andeutungsweise ähnliche schädliche Begleüerscheinungcn gehabtt haben, wie die Pragex Berichte meldeten. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Die „Siebener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger* vermal wöchentlich beigelegt, das „Krtisblßtt für den Kreis Sietzen" zwennal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen 5cib fragen" erscheinen monatlich zwennal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e«6L Redaktion:^E112. Tel.-AdruAnzeigerGießen. Der Welttongretz für freies Christentum. 2 Berlin, 8. Aug. ' Zur Propagierung seiner Ideen in weiteren Kreisen ver- 1 anstaltete der Weltkongreß sür freies Christentum und religiösen Fortschritt gestern drei große Volksversammlungen, die in den Kanrmarsälen des Landwerkerhauses, den Germania-Sälen, sowie im Böhmischen Brauhause stattfanden und alle drei außerordentlich | zahlreich besuckst waren. Die Veriammlung in den Kammersälen leitete Pfarrer A. Fischer (Berlin) mit einer Begrüßung der Erschienenen ein. Danach spracht Frl. Marta Z i e tz (Ham- burg) über die Frage: „Austritt aus der Kirche oder kirchliche Reform?" Die Rednerin ging davon aus, daß viele Leute es heute mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können, sich zu einer kirchlichen Gemeinschaft zu halten. Tie Kirchen seien eine Unwahrhaftigkeit geworden. Es gebe aber religiöse Bedürfnisse im Volke, und um diese zu befriedigen, scheine es vor allen Dingen notwendig, daß wir loskommen vom Staat. Wohl brauchterr wir eine Gemeinschaft, aber diese müsse auf- gebaut sein auf dem ersten Christentum. Pastor Francke (Berlin) sprach dann über: „Trennung von Schule und Kirche". Der Redner führte aus: Die Mündigkeit deutschen Schulwesens ist gegenüber bent rückständigen deutsclfen Kirchenwesen durch Jahrzehnte erwiesen. Man kann es dem Lehrer nicht verdenken, daß er, wenn einer Aufsicht überhaupt .bebarf, diese nur von denen ausgeführt wissen will, die aus seiner Arbeit hervorgegangen sind. Es ist ein starkes Stück Ueberhebung, wenn die Theologen sich als die berufenen Wächter der Zweckmäßigkeit des Unterrichts aufspielen. Wir freigerichteten protAanttschen Geistlichen geben den Lehrern Recht, wenn sie sagen.: dieser Zustand der Aufsicht war eine Entrechtung und Vergewaltigung unseres Standes. Wir haben das Vertrauen zu unseren Lehrern, daß sie das Gemüt der Kinder fruchtbar machen zur Aufnahme der Wahrheit. Wir wollen den Lehrern eine Hand entgegenstrecken, nicht mit dem Fingerringe des Petrus geschmückt zum .Küssen, sondern eine Hand, die einen Einschlag erwartet, da wir von den Lehrern hoffen, daß sie die Jugend cinsühren in die ewige Wahrheit. Pfarrer Lie. Traub (Dortmund) behandelte das Thema: Das Christentum in der Großstadt. Er führte aus: Bei einem Gange durch die Großstadt kommt man zu ketzerischen Gedanken. Ich fragte mich, ob der Oberkirchenrat nicht einen Erlaß herausgeben könnte, die Sonntags-Gottesdienste sollten eingestellt werden, damit die Leute sich im Freien ergehen können. Dafür könnten sie in der Woche von den Stammtischen her herangeholt werden. Ich glaube, es wird noch viel zu viel gepredigt. Man hat die Religion wertvoll zu machen versucht, indem man alle anderen Werte des Lebens erniedrigte. Dabei erzählt aber die Großstadt von einer Unsumme von Leben und Energie. Ter Malisch ist nirgends einsamer als in der Großstadt. Aber das ist gut, denn die Einsamkeit bringt die Pflege des religiösen! Lebens. Ter Einsame ist selbständiger in seinem Urteil. Eine Gefahr der Großstadt ist die Oberflächlichkeit. Auf der anderen Seite wieder wuchs hier der Gedanke der Toleranz. Allerdings gibt es keine Toleranz gegenüber der Faulheit des Denkens und gegenüber dem Eigensinn im Festhalten, auch keine Toleranz gegen Gefühlsroheiten in sozialen Tingen. Gewiß muß man in der Großstadt einen Panzer haben, wenn man mit seinen Empfindungen nicht zu Grunde gehen will, aber unter dem Panzer muß ein warmes Herz sitzen. Tas Christentum kam aus den Großstädten, wo der Pulsschlag des Lebens geht, es soll auch nicht ausziehen aus ihnen. Unsere Enkel sollen sagen, daß die Städte sich wieder besonnen haben auf ihren Beruf, daß sie uns wiederaebracht haben die neue frohe Botschaft. . . Professor Dr. Geffcken (Köln) sprach über: „Religion als öffentliche Angelegenheit und als Privat- sache" Ter Redner gab die Forderung: Religion muffe eine Privatsache sein, als richtig zu. Daß diese Forderung bereits heute allgemein anerkannt wird, ist zu befreiten Tabei wird niemand leugnen rönnen, daß Religion etwas höchst persönliches sei Aber die offiziellen Hüter haben ein ausgeprägtes Mißtrauen gegenüber aller subjektiven Religiosität, sie haben sogar zu befehlen gesucht, welche Religion die Untertanen haben sollten Schon die Forderung, daß ein Volk Religion haben muhe, ist mit Religion nicht zu vereinbaren, -labet soll dahingestellt bleiben, ob die Religion eine öffentliche Angelegenheit sein ffoll. Keine Macht der Erde kann aber ihren Untertanen befehlen, religiös zu sein. Alle diese Versuche sind gescheitert, denn die Religion als Privatsache läßt sich überhaupt nicht organisieren. Affen Heilungen erzielen. Dem Präparat 418 aber weit überlegen ist das Präparat 606, des Chlorhydrat des Ttoxydiamidoarfenoben- zols. Ehrlichs Assistent Hata hat mit diesem Präparat die g r o ß e Reihe der Tierversuche angeftellt und feine Wirksamkeit gegenüber durch Spirillen bewirkten Krankheiten erwiesen. Zu diesen ist aber nach der Entdeckung von Schaudinn auch die Syphilis zu rechnen. Bis jetzt sind mit dem Mittel gegen 2 50 0 Kranke behandelt worden, die persönlichen Erfahrungen Neißers erstrecken sich auf 126. Wie nun schon genügend bekannt sein dürfte, besteht eine Besoiiderhett dieses Mittels darin, daß die einmalige Anwendung von durchschlagender Wirkung ist. Gerade dieses aber ist kein Zufall, sondern der Wille Ehrlichs, dessen Ziel dahin geht, Präparate zu finden, die ohne schädliche Nebenwirkungen mit einem Schlage die Krankheitserreger abtöten. Ehrlich hält sein Ziel noch n i ch t für erreicht. Auf Grund der bisherigen Erfahrungen arbeitet er weiter und hofft, wie Neißer mitteilt, zu einem noch viel ungiftigeren Präparat zu gelangen, von dem also zur erhöhten Wirksamkeit noch viel größere Mengen mit einem Male in den Körper gebracht werden können. lieb erhebt man nun die Fragen, die für die Verwendung des Mittels noch zu lösen sind, so erkennt man, daß noch für vielerlei Forscherarbeit Gelegenheit gegeben ist. So tritt ui dem einen Falle die Wirkung schneller ein als in dem anderen. Woran liegt das? Vielleicht an der Art der Anwendung. Das cinemal war das Mittel direkt in die Blutbahn eingespritzt worden und konnte sich also sehr schnell im Körper verteilen. Das anderemal spritzte man es unter die Haut, das drittemal in die Muskulatur. Hier blieb es am längsten liegen, kam also am langsamsten zur Verteilung. Verzögerte sich hierdurch vielleicht die Wirkung, so bestand dafür aber auch der Vorteil der länger dauernden Wirkung. Man beobachtete bei der Anwendung allerlei Nebenwirkungen, erhebliche Schmerzen, Fieber. Entsteht das Fieber als Reaktion des Organismus gegen das Mittel selbst, oder weil das Mittel im Körper die Spirochaeten abgetötet hat und deren Zerfallsprodukte zur Temperatursteigerung führen? Man hat es schon verstanden, die Schnierzen nach der Einspritzung erheblich herabzusetzen Das Mittel muß nämlich für jede Einspritzung in recht umständlicher Weise gelöst werden. Leonor Michaelis fand em Verfahren, bei dem die Schmerzen verringert werden, und Weästel- mann, der vor einigen Wochen in der Berliner Medizinischen Gesellschaft über die erste große Reihe von glücklich behandelten Fällen berichtete, hat dies Verfahren noch mehr vereinfacht und ko'rnmt mit einer geringeren Flüssigkcitsmenge aus. Indessen, wird nicht vielleicht durch die feinere Lösung ine Wirksamkeit beeinträchtigt, und in welcher Weise? Frage häuft sich auf Frage. Tie wichtigste ist begreiflicher- Iweife die nach der Dau.er Heilung.. Theoretisch ist solche dem! religiösen Leben und der theologischen Wissenschaft Deutsch» lands?" Es sprachen für Großbritannien Prof. Carpen ter (Oxford), für Frankreich Pros. Bonct-Manry, für Austra- iien Reverend Thudor Jones, für Holland Pros, ö r o c n e<* wegen (Leiden), für Armenien Lie. Ter - Mi n a | h a n z Für die Vereinigten Staaten war der Austauschprofessor Peadbody in Aussicht genommen, doch war dieser verhindert, so daß in letzter Stunde ein anderer amerikanischer Professor als Redner berufen werden mußte. Die Reden boten überwiegend fachwissenschaftliches Interesse. In der Nachmittagssitzung begann die Erörterung des zweiten Nach Neißers Erfahrungen bei feinen ausgedehnten Experimenten am Menschenaffen in Java kann man von wirklicher Heilung sprechen, wenn ein infiziertes und behandeltes Individuum nach einer neuen Infektion mit neuen Anfangserscheinungen erkrankt. Neißer wandte mm das neue Mittel bet 12 Affen an. Bei drei von ihnen konnte später durch neue? Infektion eine Neuerkrankung hervorgerufen werden, diese waren also liach seiner Ansicht als sicher geheilt gewesen zu betrachten. Zwei andere sieht er als wahrscheinlich geheilt an. Warum aber ist die Wirkung nicht bei allen Tieren gleich? Lag es an der ungenügenden Dosis, an der verschieden hohen Giftigkeit der Krankheitsstoffe, in den verschiedenen Tieren oder an dem Mittel selbst'? Fragen, die zu beantworten sind. Man untersucht weiter, ob und wie lange nach der Anwendung die Spirochaeten verschwui- ben und in welchem Umfange, weiter, ob und ioann die Wasser - mannsche Reaktion verschwiiidet. Tie Ergebnisse smd nicht gleichmäßig Woran liegt das? Wie groß aber auch die Menge der noch zu lösenden Fragen sei, Neißer ist der Ansicht, daß man jedem Syphilitiker, wenn nicht besoiidere Gründe dagegen sprechen, den Rat geben müsse, das Mittel zu verwenden. Lei ft et es schon fast immer dasselbe, was die bisherige umständlichere Behandlung leistete, so nützt es weiter in vielen Fällen, in denen andere Mittel verfugten, oder mcht vertragen wurden. Gründlich zu erforschen ist aber noch ferne Wirksamkeit bei Folgerrankheiten, besonders denen des Gehirns und der Nerven. Kranke, wie Prostituierte, konnten nach Neißers Meinung vielleicht regelmäßig von Zett zu Zeit eine Einspritzung erhalten, um so mit annähender Sicherheit dauernd ihrer A n st e ck un g s f ä hi g k e i t beraubt zu werden, schneller nach der Infektion die Anwendung erfolgt, um fo großer scheint die Wirkimg zu sein, aber in zahlreichen Fallen hatte es! den Anschein, als ob eine Verbindung mit der bisher üblichen Quecksilber - und Jodbehandlung angezeigt sei. Wann, in welcher ftornt v Alles das ist noch auszuprobieren. Was um fo langer bauern wird, als das Mittel vorläufig noch Nicht fabrikmäßiF' hergestellt wird. Aber trotz aller noch zu lösenden Unklarheiten glaubt Neißer nicht anstehen zu sollen, auf Grund der schon jetzt feststehenden Tatsachen der Ucberjcugung Ausdruck zu geben, daß Ehrlich sich die ganze Menschheit zu allergrößtem Dank verpflichtet habe. Werde auch die SyphiliS wohl nie und nimmer ausgetilgt werden können, so werde sie doch bei richtiger Ausnutzung der neuen Waffe ihre allergrößten, lucnn auch nicht alle Schrecken, die heute noch mit ihr verknüpft sind, verlieren. Generalsekretär Reverend W e it b t c erstattet sodann den Bericht des Kongresses. Er gedenkt in dankbarer Erinnerung der Empfänge in Köln und 'Potsdam und der erhebenden Kirchenfeier, die davon Zeugnis ablegten, daß der Kongreß bei den deutschen Freunden noch begeisternde Tage erleben werde. Aus Amerika seien mehr als 200 Abgesandte erschienen, über 100 aus England. Die 1500 Mitglieder des Kongresses gehören 18 Nationen und 30 Kirchengemeinschaften an. Besonders willkommen heißen wir die hochwürdigen Priester und Laien, welche bei uns die Sache eines erleuchteten und fortschrittlichen Katholizismus vertreten Der Redner gedenkt dann der im letzten Jahr verftor- beneit Mitarbeiter unb nähmet besondere Worte an erster Stelle dem Professor Pfleiderer. Psleiberer war der erste deutsche Professor, der sich uns anschloß. Er glaubte an den Kongreß unb ist noch immer unser aller Lehrer und Meister. Hierauf übernahm Prof. Freiherr v. Soden den Vorsitz unb es begannen die Vorträge der Ausländer über das Schema. „Was verdanken die Religiös-Liberalen der anderen Nationen Und wenn man es versucht hat, bann hat man Kultus- unb ! Kirchengemeiiischaften, aber nicht Religionsgemeinschaften ge- : schaffen. Es ist geradezu eine Tragik, daß Religion und Kirche । immer wieder miteinander verwechselt werden. Nach weiteren Ansprachen schloß der Vorsitzende Pfarrer Fischer die Versammlung, die den Gesang anstimmte: „Wir treten zum Beten!" . Tie Versammlung für den Berliner Norden fand in den Gerniamafälen statt. Reichstagsabgeordneter Schrader eröffnete die Versammlung mit Worten der Begrüßung. Tann hielt er den ersten Vortrag über „Austritt aus der Kirche oder kirchliche Reform". Lehrer Pautsch (Berlin) sprach sodann über „Trennung von Schule und Kirche". Er forderte eine organische Grenzregulierung dieser beiden Kulturinstitutionen und betont, daß kein Beschluß des Deutschen Lehrerbundes vorhanden sei, der die Religion aus her Schule entfernen wolle. Im übrigen bewegen sich seine Ausführungen in einem ähnlichen Gedanken gonge wie der des Pastor Francke. Prof. Rauschen- busch (Rochester) hatte zum Thema den Bibelspruch: „Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen." Er verlangte die Erweckung des religiöseii Geistes in der Familie. Gerade im Familienleben finde man die religiösen Triebe am stärksten. Ter folgende Redner, M. Paul Hyacinthe L o y s o n, Redakteur des Siecle" '(Paris), sprach hierauf über „Toleranz und Aufklärung". An Stelle des verhinderten Abgeordneten Naumann behandelte Tr. Maurenbrecher (Erlangen) ebenfalls das Thema „Christentum in der Großstadt". * Die heutige Sitzung des Weltkongresses für freies Christentum und religiösen Fortschritt wurde mit einer Andacht eingeleitet, die Prof. D. Martin Rade (Marburg) abhielt. Ter Präsident Reichstagsabgeordneter Schrader eröffnete sodann die Verhandlungen mit einer programmatischen Ansprache, in ber er sagte: Ich möchte einen kurzen Ueberblick auf die Geschichte bes Kongresses geben. Entstanden ift er in Bosto n. Wenn es einen Ort gab, wo er entstehen tonnte und sollte, so war es Boston in dem freien Amerika, eine Stadt, die sich auszeichnet durch alte Bildung, eine Stätte der ersten Freiheitsbestrebungen des Landes. Ter Kongreß hat in der Folge über die Welt sich ausbreiten können, weil, obwohl auf dem Boden der modernen Wissenschaft stehend, er doch getragen wird von tiefem religiösem Gefühl. Ter Gedanke wurde weiter durchgeführt auf den anderen Kongressen. Uns liegt nun die Pflicht ob, das, was die anderen Songreffe geschaffen haben, zu erhalten und zu bewahren. Ich habe dann denen zu danken, die auf den früheren Kongressen gearbeitet haben, besonders dem Generalsekretär Wendte, ber die tragenbe Kraft bes Kongresses war. Wir haben gestern brei große Volksversammlungen gehabt. Tiefe sind eine Spezialität Berlins. Wir legen Wert barauf, zu zeigen, daß die religiöse Bewegung in Berlin groß genug ist, um Volksversammlungen einzuberufen, in denen über religiöse Fragen ohne Kontrolle gesprochen werden kann. Tie Idee, den Kongreß in Berlin abzuhalten, entsprang dem Wunsche, nähere Beziehungen zu der deutschen wissenschaftlichen Theologie zu erhalten. Die Folge davon ist, baß ber zweite Teil ber Tagesorbnung allerlei religiöse Probleme umfaßt. Das war auf früheren Kongrehen nicht der Fall. Deutschland aber ist das Land der religiösen Probleme. Der Kongreß ist allmählich ein Religionsgespräch geworden, der nicht die Absicht hat, Fragen zu losen, sondern sie zu erörtern. Diesen Charatter wollen wir auch wahren, darum werden wir auch keine Beschlüsse fassen. von Ehrlichs Syphilismitte!. In der „Berl. Klin. Wochenschrift" veröffentlichen Geheimrat Neißer-Breslau unb Kuznitzky einen Vortrag, aus dem in anschaulicher Weise die großen Schwierigkeiten hervvrgehen, btc zu bewältigen sinb, bis man über das neue Mittel Ehrlichs auch nur zu einem einigermaßen abschließenden Urteil gelangen kann. Zunächst ist es von Interesse, wenigstens kurz den Weg zu verfolgen, aus dem Ehrlich zu dem Präparat gelangt ist. Es reicht fünfundzwanzig Jahre zurück und beginnt mit einer Arbeit Über das SauerstoN- bedürfnis des Organismus. Als ausgezeichneter Chemiker verfolgte Ehrlich die chemischen Vorgänge im Körper, allmählich kam er auf die chemischen Prozesse, die sich bei ber Einwirkung ber Arznei- stoffe abspielen. Als später Behring mit seinem Diphtherie Serum hervortrat, waren Ehrlichs Forschungen schon l? wett gediehen, daß er einen Teil ihrer Ergebnisse ^nmitkelbar auf das Diphtherieserum übertragen konnte. Dadurcy wurde es möglich, die Lvirt- samkeit jeder neugewonnenen Serummenge genau zu Prüfen uno zu kontrollieren und bei ber Darstellung des Serums auf einen gewollt hohen Wirkungsgrad willkürlich hinzuaroetten. öo erst gab er dem Tiphtherieserum die Möglichkeit der allgemeinery Verwendung. In der Folge experimentierte ElTrüch weiter, und schon seit einer Reihe von Jahren war er bemüht, für bestimmte Krankheitserreger gerade die ihnen feindlichen Arzneimittel zu finden Auf diesem Wege entstanden.in seinem ^nfhtut m Zranl- furt Hunderte von chemischen Präparaten, btc jcbesmal an zahlreichen künstlich infizierten Tieren ausprobiert wurden. Cme ve- sondere Aufmerksamkeit widmete er den durch Drypanosomen hervvr- gerufenen Krankheiten, zu denen u. a. die Schlafkrankheit gehört, besonders war er bemüht, das Wesen der Wirkung des Atoxyls zu erforschen, mit dem Robert Koch in Afrika so große Erfolge erzielt bat Es gelang ihm, den genauen chemischen Aufbau des Atoxyls uachzuweisen und in dessen einzelnen Teilen die Ursachen für die üblen Nebenwirkungen zu erkennen. Sem Bemühen ging bann dahin, neue Arsenverbindungen zu finden, bei denen unter Erhaltung der Heilwirkung die Nebenwirkungen tottlkurlich ausgeschaltet wurden. So gelangte er u. a. zu feinem Präparat 418, dem Arsenophenylglycin, mit dem besonders bei einer Trypanosomenkrankheit der Pferde, der Dourine, vor-zügliche Erfolge erzielt wurden. Inzwischen hatte bte Wirkung des Atoxyls auf die Schlaftrankheit die Anregung gegeben, dieses Mittel auch bei anderen Krankheiten auszuprobieren. So wies sehr frühzeitig Iwan Bloch daraus hin, daß die Syphilis ursprünglich eine T r o p e n k r a u k h e i t gewesen und daß auch bei ihr wohl das Arsen wirksam fein würde. Besonders aber Uhlenhut, ber Direktor im Reichsges'undheitsamt, stellte zahlreiche vielversprechende Versuche mit Atoxyl bei künstlich syphilitisch infizierten Tieren an. AüÄ Ehrlich hatte leine. Aufmerksamkeit der Syphilis, zuge- großen Hauptthemas: Deutsche Theologie und deutsche Kirche. Den Vorsitz führte Geh. Kirchenrat Professor v. Wendk (Jena). An erster Stelle sprach Prof. Frhr. v. S o d e n lBerlin) über die Frage: „Steigert ober schwächt bie histonsch-iinttSche Behanblung bes Neuen Testaments bessen Bedeutung für das religiöse Leben?" Sowohl bie historisch-kritische Methobe tote deren Ergebnisse entsprechen ber geistigen Eigenart unserer Zett und sind darum imstande, ihr bie im Neuen Testament beurkundeten religiöseii Kräfte und Güter näher zu bringen. Auch die Abwehr von Angriffen auf bie geschichtlichen Grunblagen des Christentums wird nur der erfolgreich ausüben können, der Nicht von einem Dogma ausgeht, das der Gegner mcht anertenntj bnbent ber im Prinzip bas Recht der Kritik gegenüber den Ueberiieferung anerkennt unb nur bie jeher Kritik standhattenben Tatsachen wirken läßt. Die hiftorisch-krittsche Methobe verhilft uns erst bazu, daß wir bie Verfasser ber Evangelien richtig verleben und bie Ereignisse richtig sehen. Sie gefährdet auch nicht den Glauben, ist vielmehr geeignet, ihn davor zu bewahren, daß er in ein Fürwahrhalten von überlieferten Wahrheiten oder Ereignissen auf Grund einer äußeren Autorität sich veräußerliche. Professor Hermann Gunkel-Gießen sprach über „Die Reli- gionsgefchichte und bie alttestamentliche Wissenschaft". >zn der Forschung bes Alten Testaments stehen sich bie kritische und bie religionsgeschichtliche Richtung gegenüber. Von ber bisher vor- herrschenben Kritik hat man sich nut aller EittichiebenlM bev Religion selbst zugewaiibt. Ferner ber Erforschung bes geistigen Lebens Israels überhaupt unb ber Ergründung ber literarischen Formen, in denen es sich barstellt. Zugleich aber geht man von ber Ueberzeugung aus, baß bie Religion nur erkannt werden kann, wenn man sie in einer Geschichte werdend auffaßt, ^aher das Schlagwort Religionsgeschichte, deren Grundsorberungen Sinb: Vertiefung unb Verbreiterung unserer Erkenntnis. Hierauf behandelte Professor Tr. August Dor n er (Königsberg) bie „Philosophie unb Theologie im 19 Jahrhunberi . ,^m 19. Jahrhunberi stand bie spekulative und auch die historische Betrachtung des Christentums völlig unter dem Einflüste ber philosophischen Spekulation unb ihrer Entwicklungsidee, ber letzten Hälfte bes Jahrhunberts tritt aber baf theoretische Moment gegen das praktische zurück, unb ber philosophische Einfluß am die Theorie wird geringer, besonders weil bie Philosophie skeptisch wird und bie empirischen Wissenschaften in den Vordergrund treten. Ter Rebner behaiidelt bann, ausgehend von Kant bie deutsche Philosophie des letzten Jahrhiinderts. An letzter Stelle sprach Professor Artur T 111 u s (Gotttngen) über „Recht unb Schranken bes Evolutionismus in ber Ethik? Ethischer Evolutionismus ift nur burchführbar, wenn er Sich mit ber idealistischen Weltansicht verbindet. Eine solche Verbindung ist ohne Halbheiten nur auf dem Boden des Kritizismus möglich Freilich darf der ethische Evolutionismus die Wirilich- keit widersittlicher Zustände und ihrer Konsolü»ierung zu festen und stabilen Gebilden nicht in Abrede stellen. Er muß die Wirklichkeit der Persönlichkeit unb ihrer Freiheit statuieren. Unter den genannten Voraussetzungen steht ber ethische Evolutionismus auch zur christlichen Ethik mit ihrer Entfaltung des Sunben-, unb Gnabenbewußtseiiis nicht in Widerspruch. Er eignet sich sogar besser als bie überlieferte Sündenlehre zum Ausdruck des christlichen Gedankens, weil er den Optimismus des Gnabenbewußtseins besser begrünbet, ben Pessimismus bes SündenbewutztSeins leichter verstänblich macht unb llebertreibungen abwehrt, ben ethischen Dualismus zwischen Geist unb Fleisch, zwischen Egoismus und Gesamtiuteresse feststellt, ohne ihn in bloßen Schein auflo,en zu müssen Somit macht er eine dem Monotheismus entsprechende und den realen Widersprüchen des Lebens Rechnung tragende ein- beitliche Gesamtanschauung der Wirklichkeit notwendig. Abends wird die Besprechung des zweiten Hauptthemas, fortgesetzt werden. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gderhefien Märkte. gewicht 43-48 75-84 77-82 68.00-71.00 68.00-72.00 72.00—72.00 tu folgt: Weizen Haier Meteorologische Beobachtungen der Station GieKen. Wetter NI COx> (+ e 14 744,6 20,6 Nebel Höchste Temperatur am 7. 160 bis 8. August 20,9 °C. Mannheim 210 5) 155 Niedrigste 204 202 194 188 194 199 197 200 198 200 202 206 212 210 148 154 152 146 153 170 169 170 170 165 167 173 172 3) 1) 61 87 91 (+ ( + (4- (+ (- (+ 11,0 11,6 10,4 9 9 5 9" 70-78 52—66 45-50 1908 1909 Aug. 1910 SS z eo Ausfuhr 507,5 604,8 8) ) 2) ) 7) ) ) 5) 37-39 36-00 (— (- (- (- (- (4- (- (+ (- (+ (- (- (+ 3) ) 6) 2) 1) ) 27,) Einfuhr . 1282,6 . 1262,1 55 Z CD 42-45 35-40 26-33 19—23 Roggen (- (— (4- 97-104 88-96 82-86 78-82 76-00 58—62 57-67.50 48-51 Mt. 87-92 78-85 69-75 75-80 66—70 Straßburg München Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin Magdeburg Halle Leipzig Dresden Braunschweig Hamburg Hannover Düsseldorf Frankfurt a.M. ) 1) 2) 1) 4) 1) 5) 2) 4) ) 2) () u l I l U , CV U l) t. Voll fleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. Vollfleischige ausgemäsleteKühe höchstenSchlacht- wertes bis zu, 7 Jahren Aeitere ansgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen . . . . Mäßig genährte Kühe und Färsen Gering genährte Kühe und Färsen Kälber. Doppellender, feinste Mast Feinste Mast- (Vollmilchmast) u. beste Saugkälber Mittlere Mast- und gute Saugkälber .... Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . Aeltere Masthammel und gut genährte Schafe Schweine. 142'/, 145 144 137 140 148 145 150 152 152 148 152 150 158 147'/, 744 7 | 15,7 744.2 13,4 Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. 45—49 vollfleischige, jüngere 40—43 Verantwortlich für „Aus Stadt und Land" und „Gerichtssaal' i. V.: Karl Neurath. 8. 8. 9. 1909 sonach weniger 20,5 — 1,6 v. H.; 1909 mehr 97,3 — 19,2v.H. 2ainit stehen die Vereinigten Staaten im Spezialhandel des Jahres 1909 in der Ein-- an 2. Stelle und in der Ausfuhr an 3. Stelle. Jlir ganzen Außenhandel, Ein- und Ausfuhr zusammen» genommen, stehen sie sogar an 1. Stelle. Jin Berichtsjahre lieferten die Vereinigten Staaten nach Deutschland hauptsächlich (Wert in Millionen Mark): Baum,volle 406,4, rohes Kupier 176,8, Schweine- schmalz 106,0, rohe Pelztienelle 69,2, Weizen 58,4, Brennerdöl 52,8, ^elkuchen 35,8, Nadelholz, längs gesägt, nicht gehobelt, nicht gedampft ilsiv. 20,3, Oleomargarine iniö natürlicher phosphorsaurer Kolk (Phosphat) je 20,1, Terpentitiöl 15,8, Terpentinharze und Schmieröle je 13,6. ^on der deutschen Ausfuhr und) den Vereinigten Staaten trafen aus .- Anilin- und anderivcit nicf)t besoiiders genannte Teeriarb- Itoße 29,8, baumwollene Strüinpie, Socketi 29,7, Kiiiderfpielzeng 24,9, Chlorkaliuin 19,2, Wollgeivebe (Kleiderstoffe usw.) i.8,0, Macshandschuhe 16,0, Kalbfelle 15,5, gestickte baiiniivollene Spitzen > 2,4 Porzellan-Tafelgeschirr 12,1, Pofamenticrwarcn 11,2 Millionen Mark Wert. fc. Frankfurt a. M., 8. Aug. (Orig.-Telegr. des „Gieß, -lnzeigers".) K a r t o s f e l iti a r k t. Dlmi ttolierle: Frühkartoffeln in Waggons Mk. 5.50—0.00, im Kleinhandel Mk. 6.50—0.00 für je 100 Kg. ke.Frankfurta.M. V i e h h of-M a r kt b e r i ch t vom 8. Aug. Austrieb: Rinder 1391, darunter 517 Ochsen, 57 Bullen, 817 Kühe, Kalber und Schale 310, Schweine 1697. Tendenz: Rinder ruhig, Kälber und Schafe geräumt, Schweiite lebhaft, geringer Ucberstand. Preis pro lOOPsd. Lebelid- Schlacht- W 2 ENE 2 - still (- ) (+ 4) (+ 2; (i- 2) 2. Vereinigte Staate>i von Amerika; Porto- v i f o ; P a n a ni a k a n a l z o n e. Ter deutsche Spezialhaiidel mit den Vereinigten Staaten von Ainerika ohiie Edelnietalle erreichte in Dllllionen Mark folgende Werte: Vollfleisd;ige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht 54.50-56.50 Vollfleischige Schweine über 2'/, Zentner Lebendgeivicht 56.03—57.50 Fcttschweine über 3 Ztr.Lebendgeiv. . 56.00-57.50 72.00—784)0 Fleischige Schweine 56.00—57.50 7""" ™ ™ Ans KtttSt und Land. Gießen, 9. August 1910. ~ Q 5 Ergebnis b^r Verbrauchsabgaben ic Gros; en 1909/10 stellt sich irrte folgt: Ge- 124 235,27 Mark, Rückvergütungen ~ Mark, verbleibt Nettoeinnahme 111504 63 Mark, gegen 112 795,56 Mark 1908/09. .Hiernach loia^^cm^^er-Eirmahme gegen das Vorjahr von 1 n'v5 öu verzeichnen, die dartut, daß der Verbrauch an Hebens- und Genußmitteln trotz der Vermehrung unserer Bevölkerung zurückgegangen ist. Wir geben hier die einzelnen Beträge an, aus denen sich das Ottroi zusammensetzt, die in Klammer gestellten Zahlen bedeuten die Weniger- Einnahme, da wo ein davorsteht, die Mehreinnahmen gegen das Vorjahr. Schlachtvieh 41 650,49 Mk. (218.84 Mk'), Neisch, Fleischwaren und Wildbret 4333,05 Mk. (4- 88 05 Mark), Baumaterialien 43 544,20 Mk. (301,08 Mk.), .Haier und Mühlenfabritate 4650,50 Mk. (515,12 Mk) Von Getränken 30057,03 Mk. (1108,75 Mk.). Es sind dies die Eingänge ohne Abzug der Beträge, die für wieder ausgesührte Verbrauchsgegenstände zurückgewährt werden. Im N e i ch § - P o >t a ni t schweben zurzeit Erwägungen, ob es sich empfiehlt, nach dem Vorbtlde der Nachnahmekarten und Nachnahmepakctadressen mit an- hängender Postanweisung solche mit anhängender Zahlkarte herzujtellen. Bis zur Entscheidung dieser Frage sind die Poftanstalten angewiesen worden, darüber hinweg- zusehen, falls das Publikum bei Benutzung der bezeichneten Formulare die Zahlkarte nicht auf die Vorderseite der Postanweisung, wie cs vorgeschriebcn ist, klebt, diese neuen Formulare vielmehr ohne die anhängende Postanweisung verwendet und die Zahlkarte mittels der Klebeleiste auf der Rückseite der Nachnahmekarte oder Paketadresse befestigt. ** R e g n e r i sche S o m m er. In 9dr. 181 2. Blatt des ,Kieß. Anz." bringen Sie Nachrichten über den regnerischen Lvmmer des Jahres 1816. Man braucht nicht so weit zurück- zugreifen, um auf Jahrgänge zu stoßen, die denjenigen von 1816 und 1910 gleich sind und ähnliche Folgen hatten. Da ist der Jahrgang 1847 zu nennen, an den sich Einsender noch genau erinnert. Das Jahr vorher, 1846, brachte einen vasSOjähr.Iubiläum desvad-Nauheimer Turnvereins x Bad-Nauheim, 8. Aug. Tas Ergebnis des mit dem Jubiläumsfest verbundenen M u ft e r r teg enturnens wurde gestern abend noch von Gau turnwart Will-Gieß en mit einer kurzen einleitenden Ansprache verkündet. Es wurden folgende Preise erzielt: 1. Preis Turnverein Butzbach, 36,520 Punkte; 2. Tv. Ktrchgöns, 35,625 P.; 3. Krofdorf, 35,375 P.; 4. Tv. Bad-Nauheim (Fechter- riege) 34,2oO P.; 5. Tv. Großen-Linden, 33,875 P.; 6. Tv. Bad-Naul)ctrn, 32,625 P.; 7. Tv. Gießen (Zöglinge), 32,375 ™ Torn-Asscnheim, 31,875 P.; 9. Tv. Ober-Mörlen, P.; IO. Tv. Naunheim, 29,875 P., 11. To. Stein- urth, 29,8/o P - 12. Nteder-Weisel, 29,375 P.; 13. Tv. Münzenberg, 29,370 P.; 14. Tv. Hermannstein, 28,750 P.; 15. To ^bacf\.?8'750 P ' 16- Tv. Gruningen, 27,375 P.; 17. Tv' Zuhemt (Zöglinge), 26,755 P.; 18. Tv. Muschenhcim, 26,625 P.,: 19. Tv. Niedcr-Mörlcn, 26,500 P.; 20. Tv. Steinfurth (Zöglinge), 26,000 P.; 21. Tv. Ostheim, 25,750 P.; 22. To. -/unzenberg (Zöglinge), 25,500 P. Außer den allgemeinen Freiübungen, die unter Leitung von Gauturnwart Will tadellos aus- gesuhrt wurden, , und dem Musterriegenturnen sanden auch die turnerischen Ausführungen der Fraucnabteilung des hie- flgen Turnvereins, die neben dem nicht zur Deutschen Turner- schast gehörigen Damenturnverein besteht, sowie die Darbietungen der Fechterrtege lebhaften Beifall. — Dem Fest im .Hoch- 5Qlbc Moß sich abends em Ball in der Turnhalle und heute eine, kleine Nachfeier an. girrt5 *'r 7" 9“9, £,e hiesige Stadtverord. mV* sf*58 rlu"s I,at bie Einführung einet ßcunb|tcuer nach dein gemeinen Wert beschlossen. Die Steuer wird nach dem Satz 00n 4 P-orent 22 000 t 24 000 Mk. mehr einbringen. 5 6,8 " gshauscn, 7. Aug. Der.hiesige Krieger- Verein hielt Heu re unter zahlreicher Beteiligung sein P r ei s- freßen ab. Den 1. Preis errang Konsum Halter Ludwig monier mit 3d Ringen, den 2. Preis erhielt Müller Wilhelm Bopp von der Kolbenmühle mit 34 Ringen, den 3. Preis betam der Kriegervereinsvorsitzende Johannes Keil XVI •ont ganzen wurden 25 Preise verteilt. S. Kölzenhain bei Ulrichstein, 6. Aug. Bei der heutigen G e^in e i n d e r a t s w a h l wurden gewählt: Johs Berges IV., Otto Kerl, David Bönsel und Konrad Scharmann. Bom Mrt^elrhein, 7. Aug. In der Lorcher Gegend hat das Schwarzwild in der letzten Zeit sehr- stark zu genommen. Etwa hundert Morgen des besten Ge-1 Markungslandes können infolgedessen nicht bebaut werden. Tie Gemarkung Lorch hat nun eine Schutzwache eingerichtet und außerdem eine besondere Schußprämie von 10 Mk jur jebeö erlegte Schwein eingeführt, so daß die gesamte Prämie siir jedes Wildschwein sich jetzt aus 32 Mk stellt S. Johannisberg 4n Rheingau, 8. Aug. Die Reb- lauvverjeuchilng in den Weinbergen der Fürstlich von .Retternichschen Domäne hat eine Ausdehnung, wie man sie kaum erwartet hatte. Der Reblausausschuß hat bereite hundert verseuchte Stöcke gefunden; dabei ist die Untersuchung noch lange niefjt zu Ende. Bereits ist die abgesperrte Fläche über einen viertel Mtor groß Die Weinbergspflüge, mit denen in der fraglichen Lage gearbeitet wurde, durften zur schnelleren Verbreitung der Reb- l°us betgetragen haben. Die eigentliche Verseuchung hat kC!ll-.?Ucr o0n Dter Jahren. Ter neuentdcckte Serd vesrndet ,tch tm „Langenberg", also in der Mitte der Schloss Johannisberger Weinberge. ; h a V!' s^u9- ^le Notwendigkeit einer m rb B Mm' blc ’rf’on feit JahrenLngestrebt btei-ernPnmJ,1/’ Lm^er "*e5r- ®ic M01' manchmal tn ©affet “ ' fef,t aud) wieder das Ohmtal unter Ochsen. Mk. Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- wertes, höchstens 6 Jahre alt 50-53 Junge fleischige, nicht ansgemästete und ältere ansgemästete 44—47 Mäßig genährte junge und gut genährte ältere 37—41 Bullen. E jf) Lo -o E S 2 e-S ... Zu unserem gestrigen Bericht über den Verlauf der Jubi- M %."?"•■ *.?" W - ”5 I «■ ei. 1.60-i.so§«. st„l, ??,: SmÄ-Ä lll' Hch. vartmann, Konrad Ven, Hch. Enten vr. Stück 1,80—2,20 Tif., Ochseufleiscb ur Pid 80—88 W ®eb&Ufel?rauf^m£%rVPhlinflb> - Bet der Vindfl-isch vr. Mund 80-84 Psg. Kudfleifch 70 Pig/ Schw^t-: ^coaannlvieler auj .dem Friedhof wurden Kranze medergelegt steisch pr. Pfnnd 80 96 Ma Kalbs!emN nr 'Uthkr—rr ^J^mahgen oerbienten 1. Sprecher Lehrer Hammelfleisch pr. Pid. 60—84 Psg. Kartoffeln Gene) pr 100 Ka 7 00 Andres und Pfeffer. - Eine wertvolle Arbeit hat Bade- bis 8.00 Atk., Zwiebeln per Är. 6 00-8 00 Mk b u ch e s^elcistet Herausgabe emes F e st - 20 Pfg., Kirschen per Pfund 40-50 Pfq./ Nüsse 100 Stück 50 bis demuna hnf b 5 ä) fuL ben @au Husten weitgehende Bc- 60 Psg., per Ztr. 0-00 Mk., Bohnen per Psd. 10-15 Psg., Gnrken uuumig yar. per 100 Stück 2-2.50 Mk. Alarktzeit von 7—1 Uhr. einem Teil der Auflage wiederholt.) ’ * /e. Frankfurt a. M., 8. 2lng. (Orig.-Telegr. des „Gieß. 1c ach dem Bericht des österreichischen Ackcr-lAZä- ) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise: . ort • ? x■"" ■ ~ unui । 0 ß it ni i n t |t c 11 u in ü6er den Stand der O b st k u l t '.I r e n ! Areizen Alk. 21.00—OO.Ou, Knrbessifcher Alk 21 50 00 00 Qa rmtniieroonen Wein, ben 1846er ber mit dem 1811er, 1834er, .®nbc Juli haben die Obstkulturen sehr unter der Ungunst der Plata Kansas Mk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Mk.' 14.75 in Z^r,r CJ und 1893er zu den Königen des Weins im ^ckteruiig gelitten. Die Apfelernte verspricht eine gute zu wer- bls Mk. 00.00, Gerste (Wetteraiier) Ätt. 17.00—00.00, Gerste 19. Jahrhundert gerechnet wird. Das Jahr 1847 eriüied Dcn: ^entper Mnebigenb sind die Aussichten für die Birnen- sanken Pfälzer Ried Mk. 17.50-00.00, Kleie Mk. 00 00-00 00 sich bis zum Mai ganz erträglich. Die Wintersaaten kamen $ie Jte Ler Frühbirneu hat bereits begonnen. Die Hafer 16.00-00.00, Alais Mk. 15.00-00.00, Weizenmehl 0 Mk. 30.00 gut durch den Winter, die Frühjahrssaaten gingen aut auf frnÄVl^L'31Detlt^en^n unter dem Auftreten der Taschen- bis 30-25, 2. Qualität Mk. 23.75-00.00, 3. Qualität Dlk. 22.25 bie 2rall6cn^^öde geigten übcrrei^^e OJeirfieine iinb bie ohnehin geringen Ernteaussichten lnS Mk. 00.60. 4. Qualität Mk. 00.00-00.00, Roggeumehl 0 bäume blühten wunbervoll Der iS 2 verschlechtert worden und. Tie Aussichten für eine. Mk. 23 00-23.25, 1. Qualität Mk. 19.00-19.50, 2. Qual. Mk. 00 00 unb bie T-ostvrei,'e ffirrrPH nitffornrSn normale ^enilese haben sich weiter verschlechtert wegen des ver- lus 00.00, Weizenlleie Alk. 9.00 bis Alk. 9.50, Weizenschale uutzerordentlich Jn der zweiten hebenden Auftretens der Reblaus, auch der Mehltau richtete Mk. 00.00-00.00, Roggenkleie Mk. 9.50 bis Mk. 10.00, Malz e me a Regen ein. Dem Obst, das schon größtenteils schaden an. Alk. OO.OO-OO.JO, Raps Mk. 23.00-00.00, Biertreber 12.25-12 60 verblüht hatte, schadete er nicht, aber die Traubenblüto s -— " 1 ----■ > > ——Ällles ver 100Kn. ab hier, verdarb. Nun fliegen die Preise des trefflichen 1846ers wieder. Es regnete tage- unb wochenlang. Das §eu verdarb auf den Wiesen. Die Ernte lam heran, doch es°regnete lvelter. Mit Mühe wurden die Halmsiüchte geschnitten, aber bei manchen wuchsen die Körner auf dem Halm aus. Ein Jammer war es, als bie Kartoffelernte begann: die Knollen waren über die .Hälfte krank, viele waren matschig faul und verbreiteten üble Gerüche. Auf Grundstücken mit schwerem Boden wurden die Saatkartoffeln nicht geerntet. Mau hatte damals noch keine widerstandsfähigen Sorten, die Landwirte verstanden noch nichts vom Wechsel des Saatgutes. In den armen Gegenden brach Teuerung, ja Hungersnot aus, ähnlich wie im Jahre 1816/17. Besonders schwer hatten die Gebirgsgegenden gu leiden, wo keine Gelegenhett zum Verdienst vorhanden war. Der Einsender ^1U (- C) 155 (- ) 160 (— 2V) Sliedrigste 7 8 = 4- r r -n S raßburg 210 (- 10) 165 - 5 75 - \ 0-, . München 218 (— ) 15g (- 162 l®ubQ^tc"ta^305rr+e3:9mei^; “eevt. 198.00 ;+4.75). Em gasusE agideFSB’ Mensch. Liverpool Oktbr. 170 (-^3 25) " Elücaao 157 95 r+ nick, Guteubergstr. 15,11. Dez. 1909. Ich gebrauchte 3 Pakete Roggen: Berlin Cevt 151 ^5 '(4- ^pt. lb/.9o (— i,8c>). Ihres Buoon -irr Hebung des Allgemembenndens bei Nervosität 154 >5 (4- 400 w’ 101,2 (+ 3*7°)* Hafer: Berlin September "nd Blutarmut. Jchsahgroi;. und kräftig aus, fühlte mich aber nach llt- der neuntem häuslichen Arbeit matt und erschöpft und wurde häufig von ^Nasenbluten heungesucht. - Ihr „Bioson" hat aus mir einen ?a"L anderen Menschen gemacht: fühle mich seit dem Gebrauch des^ , . selben kräftig und arbeitsneudlg: auch mein Aussehen ist ein ständig - A n s w a r t i g c r H a u d e l. Jni Heft 19 des Bandes 232 ""d oas Nmenbluten hat sich bis jetzt nicht mehr wiederholt, wird der deutsche Außenhandel des Jahres 1909 mit M" dem Geschmack war ich sehr zufrieden und habe sogar Vorteile und dcn Vereinigten Staaten von Amerika D^rdauung wahrgenommen, denn mein vorher miTcgcb 1. Eanad a. Im Spezialhandel obne' ilh ln®'uaßtaer Stuhlgang wurde auf das Biosomrinken hin ein vollständig in Millionen Mark die ^nfiihr iqaR. ^ i ^belinetaNe erreichte geordneter. Emigen. mir bekannten Damen habe ich Ihr Bioson 1908- °0 3 1909 • 94 r 19?8 1 7/1, J909: 8,4, die Aussuhr empfohlen und es wird schon von zweien bis jetzt mit gutem Resultat folneilb; '^rrtP ~der Einfuhr hatten 1908 ^braucht, .vochachtend! Frau Rosalie Bontenbal. Unterschrift i-rthö sr!r "nn o1.01'1 Olf^: Mähmaschinen 2,0, ^lsbesl 1 7 ^eglauvlgt: Beruhardt Schulze, Notar. Bioson ist das beste u. lohe Velzüerlclle 0,9, Silcie 0,7, rofteS Nickeln.elaU 0,0 ">l,i UI >ümtt Kramaungsmittcl. Pakcl 3 Äc. in Apvcheken, Drogerien. b«/6 0,4 Ansgesnhrt wurden haupilächlich i sein scheint, halt man in Rußland mit der Wahrheit nicht zurück, und ivenit n.1 Getreidebandler vielleicht zu schwarz sehen, indeiii sie nut emer 30 Proz. uiedrlgere.i Ernte als im Vorjahre rechnen, so wird man sich doch m,f wesentlich kleinere Leistungen als in der soeben abgelaufenen Saison gefaßt machen müssen. Ebenso dürfte - Z’ —•■■•t \ini|tnutL ।nordanierikantsche Export eine erhebliche Einschrälikuna er- v110^ deutlich daran, wie die armen Kinder verspricht zwar die Donau einigen Ausgleich für'diese mit Sackcheü kamen unb um milbe Gaben baten, dungcria ^ur§’nfIc bieten, fo faHt aiidererseits der Umstand ins Gewicht, und blau gefroren erschienen sie vor den Türen/sprachen blesmal Frankreich mit ungewohnten mi herbetgefchllfft werden konnte, wurde konkurrenzsähig geworden war. Ten inif Sx?örwerküüs°» Mt,Obstmost gefüllt. Das Maltor Aepfel sank nach und >°n"n°nhang-nden T°cknngen stand aber diesnwl wenig LieicrungS- nach au, einen halben Mulden = 85 Pfg. Um Weihnachten «egennber, denn die Provinz, die in der Vorwoche stark lag noch ein Haufen Obst, etwa 5—6 Zentner, im Haus-1 trat zuletzt selbst als Käufer aus, und die Folge garten, weil keine Absatzgelegenheit unb keine andere •ßcr* I nu??‘i1Junv' bcl^ mlc $reiJc, Reizen um zirka Mk. 5 anzogen. Wendung dafür vorhanden war. Drei Monate später brach der lemeu^ck!- dreAestaltung fnr Roggen, dessen Angebot ^seit bie 1848er Revolution aus. Sie trat in armen ®eaenben fflnÄJ S Se%ld) «^^laßen hat, während andauer.id Wx K -«<* -°-°°- Ä“SÄ ÄS MÜS 6Ä3T ÄÄti* schelte das 20. Jahrhundert nicht, si» Fmter-weckcn bandelte. Für Haier ivlrttcn nnaünstiae Berückt, ,7nd f JDts' bfaUC?t "tcht zu hungern und für Arme über die Ernt« beiesligend. Ter Konsinn griff etwas lebhafter ein unb fttnitfe mttb geforgt. Wtr Alten haben Dinge erlebt wahrend dte Provinz mit dem Angebot zurückhielt unb höhere unb siustanbe gesehen, von benen bie Jungen keinen Begriff Forderungen stellte. Das Brangerstengeschält hat sich noch nicht haben. 8 n Entwickelt: dte bisher gezeigten Qualitäten liehen teils im Korn *“l§ b-r tforbe zu wünschen übrig. Russische Gerste hat ihren' sich wester bMef"i®t.ueva,,öer:- ®,e Sordernngen siir Mats haben f 6s stellten sich die Preise for inländisches Getreide am das^ M^hrm 1000 je nach Qualität, wobei das Mehr (+ bezm. Weniger (-) gegenüber der Vorwoche in Klammern ( beigefügt ist, wie folgt: )e 111 NM Die trauernden Hinterbliebenen Birnbaum. B •/. Giessen (Schanzenstr. 6), den 8. August 1910. 4338 Großh. Betriebs-Inspektion 1. (B’/a b. c. d. Schulstrahe Schulftraße Turn-Unterricht 3917 4278 Universitäts-Turn- und Tanz-Lehrer. Dr Diehl-Stiefel Man (CB verlange ausdrücklich Stückkoks Mk. ft 1 — 1.10 1. Altbewährt! Unerreicht! Großh. Hochbauamt Gießen. Neubaubureau Irrenanstalt. Ein Stiefel, der nicht drückt! Ein Stiefel, der beglückt! Patentamtlich geschützt. K Haub, Echzell (Wetterau) uns zur biß Aiun iB’/n Sonntags 11—3 Uhr geöffnet. Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben. machen das schmutzigste Metall spiegelblank. In Flaschen von 10—50 Pfg. überall zu haben. Fabrik Labsiyaski & Co., Berl« 10. .. Für Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen flch die Preise außerdem um den Betraa der Oktroirückocrgütüna von 4 Pfa. für den Zentner. Drucksachen aller Art Ausstattung stilrein u.preiswert - die Brühfsche Univ.-Druckerei. Der billige Preis wird nur für den Koks gewährt, der bis September 1910 abgenoMmen wird. Vom 1. September ab treten die Winterprelse in Straft. nt/ Gießen, den 6. August 1910. e Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Billigste Bezugsquelle gegen bar und auf [a®/8 Abzahlung Die Beerdigung findet Donnerstag den 11. August 1910 mittags n Uhr, vom Portal des alten Friedhofes aus 1.15 1.10 1.05 NutzkokH 1.25 1.20 1.15 6 Zentner 36 „ 200 „ a ■z Jä S: , Meisen Sie? so decken Sie bitte vorher Ihren Bedarf in Toilette-Artikeln Parfümerien :: Taschen Apotheken Hühneraugenmitteln 4176 Heue Kartoffeln vorzüglich kochend, liefert zu bill. Tagespreisen 3931 Kartoffclbandlung Trechöler Steinstr. 48. — Telephon 581. Heute abend 11 Uhr entschlief sanft Frau Margaretha Retter geb. Hoffmann im Alter von 83 Jahren. «• k- JMtb Herstellung der Blitrableitcranlagc für die Schlachtboferweiterung soll Ari_ Montag den 15. August d. I. vorm. 11 Ubr öfsentltch vergeben werden. _ Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen bei Etnsuht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind genannten Termin an uns einzureichen. ZufchlagSfrist 5 Wochen. Urne Kntoßkli, 1^., Wetterauer Ware, Perle von Erfurt, versendet pro Zentner mkl. Sack ä Mk. 3 — gegen Nachnahme A. Simon II., “Ü Kanoffel-Versandgeschäft, Echzell t. d. Welterau. Tel.-Anschl. Hafer-Versteigerung Auf dem Baugelände der neuen Irrenanstalt an der Licher Straße gelangen am Freitag den 12. August 1910 vormittags 10 Uhr 16 Morgen Hafer an Ort und Stelle öffentlich zur Versteigerung. Central-Drogerie Sil Die Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung der Erweiterung des Dlenstraumes und des Güterschuppens durch Anbau an das Empfangsgebäude auf Bahnhof Hcrbornseelbach sollen vergeben werden. Verdingungsunterlagen sowie Zeichnungen und Bedingungen sind bei der unterzeichneten Inspektion einzusehen: erstere können, soweit der Vorrat reicht, gegen post- und bestellgelofreie Einsendung von 0.70 Mk. bezogen werden. । Angebote mit entsprechender Aufschrift sind bis zum Donnerstag den 25. d. Mts. vormittags 11 Uhr einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 8. Slugust 1910. feine Warst- n. Jleischwaren st. Emmentaler-Käse, Pfund Mk. 1.20. Prima Edamer sSuperior), Pfund Mk. 1.00. Edelweiß-Camembert. Prima Limburger- und Handkäse. JakobMaternass Rabattmarken auch auf Wurst- und Fleischwaren. 4153 Neue Kartoffeln, Perle von Erfurt und Frührosen, la. Wetterauer, ausgereifte, gut kochende Ware, pro Zentner nur 3 — Mk., neue Zwiebeln nur 4.25 Mk. pro Zentner versendet ab Station Echzell unter Nachnahme [4181 Ludwig Erb, Kartoffel-Versand- geschäst, Echzell in der Wetterau. Tel.-Anschl. Reichelsheim Nr. 21. Die Stadtverordnetenversammlung hat durch Beschluß vom 14. Juli d. Js. für die Große Mühlgasse einen Bausluchtlintenplan aufgestellt. Der Baufluchtlinienplan liegt bis zum 25. d. Dtts. bei unserem< Ttefbauamt zur Einsicht offen. ™ ®inwenbungen dagegen sind binnen der gleichen Frist bet' Meldung des Ausschlusses bei uns vorzubringen.(B°/* . An einem Kursus für turnerische Ausbildung von Ein- tabrrgeu in den Monaten August—September können noch einige Herren Teilnehmern Die Ausbildung erfolgt nach militärischer Turuvorschrrst. Gesl. Anmeldungen nehme noch entgegen W. Will Franzi für tapMe (Medizinische Klinik, Klinikstraße). Sprechstunde : Jeden Mittwoch abend von 5—i/27 Uhr Unentgeltliche Untersuchung von Lungenkranken und Angehörigen von Lungenkranken. Ausgabe von Attesten für Aufnahme in Heilstätten. 6 Ratschläge für Kranke und ihre Angehörigen zur Vermeidung von Ansteckung. . ' 1 01t. Bekanntmachung. $ e t r.r: Schweineseuche unter dem Schweinebestand des Georg B i ch l e r (Hardt) dahier. Unter dem Schweinebestand des öerrn [Georg Bichler (Hardt) hier ist die Schwemeseuche festgestellt worden. Gehöftspcrre ist angeordnet. Gießen, den 8. August 1910. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Gebhardt. § 5. Abweichend von der Bestimmung in § 18 des Ortsbaustatuts vom 6. Juli 1888 kann mit besonderer Genehmigung der Stadtverordneten-Versammlung die Ausführung der Ümfassungswände oberhalb des Erdgeschosses in Holzfachwerk gestattet werden, wenn die Gefache mindestens 12 cm stark mit Ziegel- oder Schwemmsteinen ausgemauert werden. Die Schwemmsteinmauerung muß verputzt oder anderweitig verkleidet werden. — Art. 44 allgemeine Bauordnung und § 66 der Ausführungsverordnung zur allgemeinen Bauordnung. Gießen, den 1910. Bürgermeisterei Gießen. Arbeitsvergebung. Die Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung der Forstwarv Wohnung zu Glashütte bei Freienseen sollen vergeben werden und zwar: Erd- und Maurer-Arbeiten, Trägerlieferung, Zimmer-, Grobschlosser-, Dachdecker-, Spengler-, Glaser-, Schreiner-, Schlosserund Weißbinder-Arbeiten im Gesamtbeträge von 7000 Mk. Zeichnung, Voranschlag und Bedingungen liegen in den Diensthunden bi§> zum Montag den 15. ds. Mts., 11 Ubr, bei unterzeichneter Stelle zur Einsichtnahme der Interessenten offen. Bis dahin werden auch Offerten in Aktenformat portofrei und mit entsprechender Aufschrift erbeten. Laubach, am 6. August 1910. Gräflich Solms-Laubach'sche Rentkammer. Euchenschwellcn = schwarten! ab den Stationen Zell-Romrod und Rixfeld, hat einen größeren dosten preiswert abzugeben und erbittet Anfragen 43u0 •loh. Jac. Vowinckel. volzarohhaudluna in Mainz. 06612s Viertel Morg. Hafer auf d. Halm z.verk. Näh. Löbers Hof 3|p. LEBT WOHL ihr Ballen und ihr Hühneraugenschmerzen, ihr Schmerzen in den Füssen, lebet wohl! Dies "W under bewirkt nur der Gartemtraire 28, zu iv verkaufen. (1741 Näb. Bureau Horst, Riegelvfad. 4225) Sehr gut. 2schläfr. Bett u. gr. Kleiderfchrankz. v. Bergstr. il. VORZÜGE: Ventilation, Natarform, geräuschloser Ganr, Schutz gegen Plattfass bei Knaben- und MädchenstiefeL " :: gepolsterte Unterstützung des Fussgewölbes :: Illustrierte aufklärende Broschüre gratis und franko. ALLEINVERKAUF: L. 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April 1881, die allgemeine Bauordnung fcetrvunb m § 3-5, 7, 9, 66 und 78 der Verordnung vom 1. Februar 1882, die Ausführung der allgemeinen Bauordnung betr., roirb am Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung, nach Au- hörung des Oberbürgermeisters und Begutachtung durch den Kreisausschutz mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom . . . .....zu Nr. M. d. I zu dem Bebauungsplan für das Gebiet nordöstlich der Ost-Anlage zwischen Weg nach dem Philosophenwald und Wiesenstraße folgender Nach- trag zu dem Ortsdaustatut für die Stadl Gießen erlaffen, der sofort in Kraft tritt. 8 1. Gewerbebetriebe, die durch schädliche Dünste, starken Rauch oder ungewöhnliches Geräusch Nachteile, Gefahren oder Belästig- ungen für die Umgebung herbeiführen, sind verboten. — Art. 29 allgemeine Bauordnung und § 5 der Ausführungsverordnung zur allgemeinen Bauordnung. Das Schulgeld der Realschule, der Höheren und Erwetterten Mädcuenschule und der Gymnasialvorschule für das 2. Vierteljahr 1910 kann innerhalb der nächsten 10 Tage noch ohne Mahnkosten bezahlt werden. (B°/a Die Stadtverordnetenversammlung hat burdj Beschluß vom 14. Juli 1910 für die Sandgasse zwischen Neustadt und Kirchstratze einen Baufluchtlinienplan aufgestellt. Derselbe liegt bis zum 25. d. Mts. bei unserem Tiefbauamt zur Einsicht offen. Einwendungen dagegen sind binnen der gleichen Frist bei Meldung des Ausschlußes bet uns vorzubringen.(ßo/ § 2. • < 5‘ür Ems an den Straßen AB, BC und AD belegene Gebiet wird offene Bauweise vorgeschrieben und bestimmt: Jeder Bauplatz muß eine Größe von mindestens 600 qm haben. — Art. 13 allgemeine Bauordnung. Die Gebäude dürfen mit dem Dachgesims nicht mehr als 10 m über dem Bürgersteig sich erbeben; oberhalb dieser Höhe dürfen die Dächer eine Neigung von 45° gegen die Wagrechte nicht übersteigen. — Art. 59 A. B.-O. und $78 Ausführungsverordnung zur allgemeinen Bauordnung. Die Grundstücke dürfen nur zur Hälfte ihrer Gesamtfläche bebaut werden. Außer den Vorderhäusern sind nur zu oiefen gehörige, nicht gewerbsmäßig zu benutzende Stallungen, Remisen und Kutscherwohnungen gestattet. Die Errichtung anderer Neben- oder Hintergebäude ist verboten. — Art. 37, 59 allgemeine Bauordnung und § 78 Ausführungsverordnung zur allgemeinen Bauordnung. Die Gebäude müssen von den Nachbargrenzen und von anderen Gebäuden aus demselben Grundstück mindestens 6 m entfernt sein. Jedoch sind an der Straße BC Doppelhäuser mit gemeinschaftlicher Brandmauer oder Scheidemauer erlaubt. — Art. 37, 59 allgemeine Bauordnung und §78 Ausführungsverordnung zur allgemeinen Bauordnung. § 3. ,,, Die Nordostfeite der Straße AB ist von der Bebauung ausgeschloffen. — Art. 13 der allgemeinen Bauordnung. Abweichend von den Vorschriften in §§ 7 und 8 des Orts- baustatuts wird bestimmt, daß an den bei A nach Nordwesten und bei B nach Südosten abzweigenden Straßen nur die Eckgrund stücke bebmit werden dürfen. Die Bebaimng dieser Eckgrundstucke ist nur' auf eine Tiefe von 20 m, von den Baufluchtlinien der Straßen AD' und BC aus gemessen, gestattet. Die Eckgrundstücke dürfen einen. Ausgang nach den abzweigenden Straßen vorerst nicht erhalten. — Art. 20 der allgemeinen Bauordnung. Kassenschrank wegen Wegzug billig abzugeben. Offerten unter I,. 173 an den Gießener Anzeiger erb. (I*7/6 2LiMkntLl.RkinMiMcil, beider Eltern Herdbuchtiere, hat zu verkaufen 4285 Jobs. Neunobel, Stangenrod. Zitielteta Montags, Mittwochs n. Freitags 3^7 Hosbäckcr Noll. WkWlMWU Perle und Frührosen versendet per Ztr. zu 3.— Mk. mkl. Sack unter Nachnahme et c >5 Vx w